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OnePlus gibt neue Entwicklungen eines Smart-TVs bekannt

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Der chinesische Smartphone Hersteller OnePlus wurde 2013 gegründet und ist Teil des BBK-Electronics-Konzerns. Er gehört mit Marken wie Vivo und OnePlus zu den fünf größten Smartphone-Herstellern der Welt. OnePlus stellt konventionelle Technologiekonzepte in Frage. „Never Settle“ – so lautet der Leitgedanke des Unternehmens. Bei der Entwicklung der Highend-Geräte konzentriert sich das Unternehmen konsequent auf diesen Leitgedanken. OnePlus hebt sich durch das einzigartige Design der Produkte von seiner Konkurrenz ab. Weiterer Bestandteil des Erfolges des Smartphone Herstellers ist der enge Zusammenschluss mit der Anwender-Community und den Fans. Für die Entwicklung geben sie dem Unternehmen schätzenswerten Input. OnePlus steht demnach für eine Mischung aus hochqualitativer Hardware und der neuesten Technologie.

Das wartet auf die OnePlus Fans

OnePlus zeigt mit seinen Smartphones, dass qualitativhochwertige Geräte nicht immer teuer sein müssen. Das OnePlus 6 Smartphone ist das beste Beispiel dafür. Jetzt möchte das Unternehmen seine Lücke in der Fernsehindustrie schließen und einen OnePlus TV auf den Markt bringen. Pete Lau, Mitgründer und CEO von OnePlus, findet, dass Fernsehgeräte immer noch konventionell und umständlich geblieben sind. Das möchte er ändern und mit dem neuen OnePlus TV den Alltag von uns allen verbessern. OnePlus plant unter anderem die Möglichkeit mit dem neuen Smart-TV Video-Calls tätigen zu können. Der Smartphone Hersteller ist bekannt für seine minimalistische Hardware und deren zeitlosem Design. Es heißt also: weiterhin gespannt sein und abwarten, was das Design und die Funktionen des neuen Smart-TVs von OnePlus angeht.

Die Community darf entscheiden

OnePlus pflegt den Kontakt zu seinen Fans und begrüßt Feedback und Anregungen von seiner Community. Dadurch hebt sich das Unternehmen deutlich von seiner Konkurrenz ab und das schätzen die OnePlus Fans. Das Unternehmen braucht noch einen Namen für den neuen OnePlus TV und setzt hierfür auf die Kreativität seiner Community. Die Teilnehmer, mit den besten zehn Namensvorschlägen, erhalten ein Paar von den OnePlus Bullets Wireless Kopfhörern. Der endgültige Gewinner wird am 17. Dezember 2018 bekanntgegeben. Ihr habt einen passenden Namen für den neuen OnePlus TV im Kopf? Dann macht jetzt bis zum 17. Oktober 2018 mit. Genauere Informationen erhaltet ihr hier.


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Kommunikationstalente für die Netzöffentlichkeit entdecken – Vom Nutzen der Jobbotschafter

DigitalWork(adapted) (Image by Alex Kotliarskyi [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Gerade im Bereich Digital Relations fällt immer wieder auf, dass viele Grundprinzipien der digitalen Welt noch nicht angekommen sind. Dies ist oft unabhängig vom Alter oder der Position. Was können wir tun, um nachhaltig sowohl bei Kunden als auch intern ein größeres Verständnis für digitale Prozesse zu erarbeiten? Diese Frage wurde mir für die Novemberausgabe des prmagazins gestellt. Ist so ein Experten-Ding. Meine Antwort:

Fachliche Kompetenz ins Digitale übertragen

Digital Relations funktioniert nur dann, wenn man nach der Logik des Netzes operiert. Man muss die Mitarbeiter für die Netzkommunikation schulen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre fachliche Kompetenz auch ins Digitale zu übertragen. Klaus Eck von der Agentur d.Tales plädiert für die Heranbildung von Markenbotschaftern. Hier liegt eine große Chance, die Themen der Unternehmen auf breite Füße zu setzen und richtig gutes Storytelling zu machen.

Dafür braucht man Köpfe und Sichtbarkeit. Das schafft man nur, in dem man nicht nur tolle Geschichten entwickelt, sondern auch über die Netzwerke der Mitarbeiter verteilt“, so Eck.

Wie das gelingt, skizziert er in einem Blog-Interview mit Nick Marten, der für den Onlinehändler Otto ein Jobbotschafterprogramm aufgesetzt hat: „Unternehmen und speziell Kommunikatoren sollten lernen, mehr loszulassen. Uns ist bewusst, dass sich das sehr leicht sagt, in der Umsetzung jedoch viel Energie und Überwindung kostet. Aber: Die einstige Kommunikationshoheit gibt es nicht mehr.“

Barcamps für Kommunikationsexperimente

In Zukunft gehe es vielmehr darum, mehr Mitarbeiter zur Kommunikation zu befähigen. „Und dabei sollten wir Kommunikatoren gar nicht erst versuchen, den Menschen irgendetwas aufzuzwingen, ihnen Botschaften zu diktieren oder sie zu Werbesprech- oder PR-Maschinen machen zu wollen“, sagt Marten. Wie das gelingt das? Eck gibt im prmgazin-Interview eine leicht umzusetzende Empfehlung:

 

Content-Silos abschaffen

Das reicht allerdings nicht aus. Wichtiger Tipp der PR-Expertin Kerstin Hoffmann an Unternehmen. Verabschiedet euch von der Fachbereichsdenke: „Trennt man das Content-Marketing streng von der PR und diese wiederum von Social-Media-Aktivitäten, so bleiben Content-Silos bestehen, die in der Summe viel zu schwerfällig sind, um die gewünschten Stakeholder zu erreichen und vor allem in Gespräche mit diesen einzutreten.“

Organisationen sollten endlich begreifen, dass praktisch alle ihre Mitarbeiter mittlerweile in sozialen Netzwerken präsent sowie in Messengern mit anderen verbunden sind. „Hier werden sie eben auch in ihrer beruflichen Funktion wahrgenommen und sind daher, gewollt oder ungewollt, Markenvertreter“, schreibt Hoffmann. Wer das ignoriert, überlässt die Außenwirkung dem Engagement und dem mehr oder weniger zufälligen individuellen Kommunikationstalent der Mitarbeiter als den wichtigsten Schnittstellen in die Öffentlichkeit. Das Notiz-Amt ist ja ein Fan des Zufalls. Aber an dieser Stelle sollte man die Expertisen in den eigenen Reihen gezielt an die Netzöffentlichkeit bringen.


Image (adapted) „DigitalWork“ by Alex Kotliarskyi [CC0 Public Domain]


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Der coole Kanal: Youtuber als Wahlhelfer

YouTuber (adapted) (Image by StockSnap) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Bei der Bundestagswahl 2017 spielt YouTube als Plattform für die Kommunikation mit jüngeren Zielgruppen eine besondere Rolle. Auch Kanzlerin Merkel macht mit.

Bereits bei der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten wurde die gestiegene Bedeutung von Youtubern für die Politik sichtbar. In die Bundesversammlung, die das deutsche Staatsoberhaupt wählt, entsenden die Landesparlamente neben Berufspolitikern gerne auch Prominente, die Mitglied einer Partei sind oder ihr nahe stehen. Nach Kulturschaffenden, Stars aus Film und Fernsehen sowie Sportlern hat sich 2017 eine neue Klientel für die Mitarbeit in diesem Verfassungsorgan qualifiziert. Dafür verantwortlich ist nicht nur die Piratenpartei, in deren Fraktion gleich zwei Youtuber mit politischem Profil vertreten waren: Rayk Anders und Tilo Jung. Auch Julien Bam, einer der populärsten deutschen Youtuber, war auf Betreiben der damaligen Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen zum Mitglied der Bundesversammlung gewählt worden. Wobei Hannelore Kraft (SPD) sich selbst schon an einem Video-Blog über ihre Arbeit als Regierungschefin versucht hat. Ihr Oeuvre ist aber nach der Löschung des Profils bei der Video-Plattform nicht mehr verfügbar.

Die neuen Meinungsmacher

Nachdem die Bundeskanzlerin 2015 unter dem Titel “#NetzFragtMerkel” LeFloid im Kanzleramt eine Audienz für ein halbstündiges Interview gewährt hat, wird es im Wahljahr nun eine Nummer größer. Angela Merkel (CDU) trifft am 16. August im YouTube Space Berlin in einem einstündigen Livestream nacheinander auf vier Fragesteller, die unterschiedliche Facetten repräsentieren. Mirko Drotschmann behandelt als MrWissen2go „Allgemeinwissen zu aktuellen und historischen Themen.

Dazu gehört auch die aktuelle Bundestagswahl, zu der er bereits einige Erklär-Clips produziert hat. Lisa Sophie liefert in ihrem Kanal “ItsColeslaw” eher Persönliches aus der Perspektive einer jungen Frau. AlexiBexi präsentiert ein Potpourri vom Technik-Test bis zur Comedy. Und schließlich Ischtar Isik, die laut Pressemitteilungmit gerade einmal 21 Jahren eine der erfolgreichsten deutschen Social-Media-Expertinnen im Bereich Fashion, Beauty und Lifestyle” ist. Formuliert hat diese Einschätzung das Studio71, das das Event produziert und redaktionell betreut. Das Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE vermarktet zahlreiche Youtuber international insbesondere im Rahmen kommerzieller Kampagnen des Influencer-Marketings.

Das gesamte Setting der Veranstaltung reflektiert einerseits die Kritik an der eher harmlosen Aufzeichnung von LeFloid und entspricht andererseits in etwa dem, was das Weiße Haus unter Obama etabliert hat. Beim US-Präsident war das Format allerdings klar als Regierungskommunikation im Anschluss an seine jährliche Rede zur Lage der Nation ausgerichtet. Hier wie da fungieren die Youtuber als Katalysatoren und Multiplikatoren, die sich im Vorfeld der Veranstaltung mit der durch die Abonnenten ihrer Kanäle konstituierten Community über relevante Themen austauschen und unter dem Hashtag #DeineWahl auch deren Fragen erheben.

So sollen Zielgruppen erreicht werden, die nicht mehr dort anzutreffen sind, wo sie einst Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) vermutet hat, als er die Parole ausgab: „Zum Regieren brauche ich nur BILD, BamS und Glotze.“

Nun hat allerdings gerade die heiße Phase des Wahlkampfs begonnen, und da würde ein Interview ausschließlich mit der Amtsinhaberin ihr doch Vorteile verschaffen. Sei es durch die exklusive Ansprache des Publikums der Youtuber oder dadurch, dass sie ihr Image damit aufpolieren kann, dass über das Event eben bei “BILD, BamS und Glotze” berichtet wird. Die Verantwortlichen scheinen sich dieser Problematik bewusst zu sein und stellen weitere Events dieser Art mit Politikern anderer Parteien in Aussicht.

TV-Duelle und Wahlabend bei YouTube

Unabhängig davon werden am 17. September rund 15 Youtuber in einem mehrstündigen „Community Live Stream“ mit ihren Fans zum Thema “Wahlen” in Dialog treten. Und auch die TV-Duelle am 4. und 5. September werden bei YouTube im Livestream zu sehen sein. Schließlich produziert Studio71 am Abend der Bundestagswahl für das öffentlich-rechtliche Online-Outlet funk.net unter dem Titel “Wahlgemeinschaft” eine mehrstündige Show: “Mehrere Moderatoren (…) führen durch den Abend und begrüßen prominente Youtuberinnen und Youtuber sowie aufstrebende Nachwuchs-Politikerinnen und -Politiker zum Talk. Das Format soll politische Inhalte für 14- bis 29-Jährige interessant aufbereiten, Informationen zum Wahlausgang vermitteln und natürlich unterhalten. Neben den Talks sind Auftritte von Musikerinnen und Musikern und spannende Live-Showelemente geplant.

Challenge und Comedy als politische Bildung

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) bedient sich der Influencer und platziert eine zehnteilige ‚YouTube-Reihe zur Sensibilisierung für demokratische Wahl- und Entscheidungsprozesse‘: „Das Angebot ‚#erstewahl2017‚ richtet sich primär an Menschen, die zu ihrer Informations- und Meinungsbildung über gesellschaftliche und politische Zusammenhänge primär Ressourcen der Sozialen Netzwerk-Dienstleister und des Social Web nutzen.”. Dabei wird das Format der “Challenge” genutzt. In der Pilotfolge von Fitness-Vloggerin Sofia Martinez werden verschiedene Optionen vorgestellt. Die Zuschauer können abstimmen, welcher Herausforderung sie sich stellen muss. Es geht also um die Konsequenzen von Abstimmungen. Weitere Beiträge zu diesen und ähnlichen Aspekten des Wählens liefern Alycia Marie, Moritz Garth, Malternativ, Salomé Sylvana und Silvi Carlsson.

Ab dem 11. September 2017 beschäftigt sich dann das Comedy-Duo Space Frogs in ihrer „Space Cabin“ im Auftrag der BpB mit unterschiedlichen Themen der Wahl. “In fünf Folgen, die täglich vom 11.-15. September 2017 auf ihrem YouTube-Kanal ‘Space Radio’ erscheinen, fragen sie etwa: Wie funktioniert die Bundestagswahl überhaupt? Welchen Stellenwert nehmen Bildung oder Digitalisierung in den Programmen der Parteien ein? Und welche Gestaltungsideen haben die Parteien für die Zukunft der Rente oder Europas?

Abseits solcher koordinierten Aktivitäten wird Tilo Jung zur Bundestagswahl wieder mit exponierten Vertretern von Parteien in seinem bekannten “Jung & Naiv”-Format reden. Pointiert setzt er dabei einen Kontrapunkt zum Kanzlerinnen-Interview indem er mit dem Spitzenkandidaten der AfD, Alexander Gauland, gestartet ist. Und dem “Alex” fast zwei Stunden lang “naive” Fragen stellt.


Image (adapted) „YouTube“ by StockSnap (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WIKILEAKS spiegel: Sicherheitsexperten könnten CIA-Hackergruppe enttarnt haben: “Grasshopper”, “Weeping Angel” oder “Candy Mountain” – die CIA ist bei ihren Codenamen wirklich kreativ! Diese Namen hat jetzt die Enthüllungsplattform WikiLeaks in einer Liste von Werkzeugen und Projekten der CIA veröffentlicht. WikiLeaks könnte es dadurch gelungen sein, bestimmte Hacker-Angriffe dem US-amerikanischen Geheimdienst zuzuordnen. Wie der Sicherheitsdienstleister Symantec nach einer Untersuchung verlauten ließ, geht man von mindestens 40 Fällen in insgesamt 16 Ländern aus, in denen die in den neuen CIA-internen Dokumenten beschriebenen Angriffswerkzeuge gegen verschiedene Ziele eingesetzt wurden.

  • WINDOWS zeit: Wie Windows 10 diskret werden soll: Neues Update für Windows 10! Beim dritten Anlauf wird das Microsoft Betriebssystem jetzt mit dem Creators-Update ausgestattet. Wichtiger Kernpunkt des Updates ist vor allem auch der Datenschutz. Heute soll das Paket mit den neuen Funktionen an die rund 400 Millionen Nutzer ausgerollt werden. “Creators-Update” heißt es zudem durch seinen Fokus auf Aspekte wie Augmented Reality und 3D-Design. Zudem soll es für mehr Transparenz sorgen – zur Veröffentlichung der originalen Version in 2015 wurde das System aufgrund seiner Überwachung stark kritisiert.

  • MINECRAFT t3n: Microsoft startet Marketplace für Minecraft mit eigener Währung: Im neuen Minecraft Marketplace dürfen unabhängige Entwickler von nun an eigene Kreationen veröffentlichen und verkaufen. Das Klötzchen-Spiel ist schon lange für seine kreative Spielerschaft bekannt, jetzt können solche Inhalte von Creators angeboten und zu einem selbst festgelegten Preis verkauft werden. Wer im Marketplace Inhalte anbieten will, muss allerdings zuerst vom Microsoft Partner-Programm akzeptiert warden. Der Minecraft Marketplace ist für Windows, iOS und Android verfügbar.

  • TWITTER wired: Warum Twitters Zukunft in den Händen der Community liegt: Im Mai werden sich Twitter-Aktionäre zur Hauptversammlung zusammenfinden. Thema dabei wird sicherlich auch der Vorschlag der Community sein, eine eigene Genossenschaft zu gründen. Liegt darin die zukünftige Überlebensstrategie des Unternehmens oder ist eine solche Entwicklung eher unwahrscheinlich? Letzteres sei wohl eher der Fall, aber dass das Unternehmen die „We are Twitter“-Bewegung als Tagesordnungspunkt aufnimmt, zeugt zumindest davon, dass die Wünsche der Community berücksichtigt werden. Trotzdem scheint Twitter seien Krise noch nicht überwunden zu haben.

  • KI golem: VW will Autos mit künstlicher Intelligenz versehen: VW ist jetzt eine strategische Partnerschaft mit dem auf künstliche Intelligenz spezialisierten Startup Mobvoi eingegangen. Der deutsche Autohersteller investiert in das Projekt mit dem chinesischen Unternehmen rund 180 Millionen US-Dollar. Spracherkennung war nur der Anfang, fortan sollen anhand der KI-Technologie weitaus mehr möglich sein. Mit diesem Joint Venture begibt sich auch VW nun in den Wettbewerb um die besten Assistenzsysteme in der Automobilbranche.

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Die Netzpiloten sind Partner beim TechSummit Berlin

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In Berlin findet am 12. April 2017 der TechSummit statt. Hier erwarten euch zahlreiche Experten, die gerne ihr Wissen mit euch teilen und Tipps, Tricks und Ideen zu einer großen Bandbreite an Themen bieten. Schließt euch anderen aus der Tech-Community an und verbringt mit ihnen einen Tag, an dem ihr zwanglose Gespräche führen und Informationenen austauschen könnt. Die Themen, auf die ihr euch freuen könnt, sind Überwachung, Leistung, Containerisierung, Automatisierung von Infrastruktur, Skalierbarkeit, Sicherheit, serverlose EDV und Ingenieurskultur. Die Sprache des Events ist Englisch.

Experten und Speaker

Unter anderem werden diese Experten und Speaker für euch vor Ort sein:

Die Location ist die Kultbrauerei in Berlin und deren Umgebung. Die Tickets kosten nur 25 Euro. Damit habt ihr einen Pass für den ganzen Tag inklusive Verpflegung. Hier könnt ihr eure Tickets kaufen.

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Tandem: Bannflüche statt Mediation im Netz – Große Lücke für Internet Governance

Verbot (adapted) (Image by Martin Abegglen) [CC BY-SA 2.0] via flickr

Sie spielen Polizei, Geheimdienst, Sittenwächter, Zensor, Staatsanwalt, Richter und initiieren mittelalterliche Prangermethoden zur Verbannung von vermeintlichen Querulanten. Gaming-Anbieter, Netz-Giganten und Betreiber von Social Networks mutieren immer mehr zum Staat im Staate unter Missachtung rechtsstaatlicher Regeln.

Sie instrumentalisieren Allgemeine Geschäftsbedingungen für Sanktionen, schließen Nutzer willkürlich aus und erteilen nach Belieben Ermahnungen, gegen die sich keiner so richtig wehren kann. Was macht ein professioneller Computerspieler, der von der Gaming-Community unter Duldung des Betreibers in einem „Tribunal“ wie zu Zeiten der Jakobiner-Herrschaft lebenslänglich von der Plattform verbannt wird, weil er als unhöfliche Nervensäge einigen Konkurrenten auf den Keks gegangen ist? Der Betroffene ist hilflos, es gibt keine Schiedsgerichte, Mediatoren oder juristisch saubere Verfahren. Am Ende wirkt der Bannspruch wie ein Berufsverbot.

Schand- und Ehrenstrafen

Es sind Schand- und Ehrenstrafen, die die Reputation vernichten. Ab dem 12. Jahrhundert eine beliebte Methode der Herrschenden, um die Fassade der „ehrbaren“ Bürger zu wahren. Wenn der Delinquent nicht geköpft, erhängt oder gevierteilt wurde, sollte er zumindest der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die bigotte Community vertrieb den Außenseiter. An dieser Stelle folgt meistens der Einwand, dass ja niemand gezwungen sei, die sittenwidrigen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren. Es ist wie bei einer Hausordnung. Wer das Hausrecht besitzt, könne auch sanktionieren. Bei einem Music-Club oder einer Bar nehmen wir das leider allzu oft hin, weil es genügend Alternativen gibt. Der Türsteher mokiert sich über meine krumme Nase, Hautfarbe oder mein schlampiges Outfit und lässt mich nicht rein. Wenn Plattformbetreiber meine virtuellen Accounts wegen irgendwelcher Regelverstöße löschen oder sperren, kann das meine komplette Arbeitsfähigkeit gefährden. Werden Applikationen inhaltlich zensiert, bleiben die Grundrechte auf der Strecke.

Betreiber verstecken sich hinter AGB-Prosa

Selbst wenn man sich die Mühe macht, die wenig erfrischende AGB-Prosa der Anbieter zu studieren, müsste danach noch die Konsultation bei einem Anwalt folgen, um am Ende auf den Button zu klicken, der besagt: „Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig gelesen und akzeptiere sie.“ Wie muss ich denn folgende Formulierung interpretieren: „Die vorgenannten Haftungsbeschränkungen gelten nicht in den Fällen zwingender gesetzlicher Haftung – insbesondere nach dem Produkthaftungsgesetz – sowie bei Übernahme einer Garantie oder schuldhaft verursachten Körperschäden“? Hä? So geht es in der Regel noch 500.000 Zeichen weiter. Ohne Jura-Studium mit jahrelangem Besuch von überteuerten Repetitorien kommt man wohl nicht weiter. Und selbst Juristen legen sich bei diesem verschachtelten Gemurmel die Karten. Es sind Gummi-Paragrafen, die den Firmen maximale Bewegungsfreiheit gewähren, um gegen Anwender irgendwelche Knüppel zu schwingen oder sich bei Rechtsstreitigkeiten aus der Affäre zu ziehen.

Sohn & Sohn (Image by Gunnar Sohn)
Sohn & Sohn (Image by Gunnar Sohn)

Sohn vom Sohn verliert Tandem-Community

Was dem Sohn vom Sohn mit dem Dienst Tandem widerfuhr ist symptomatisch für die Ignoranz vieler Angebote, die zwar hipstermäßig im freundlichen Jargon daherkommen und dann auf irgendein nicht nachvollziehbares Denunziantentum von anderen Nutzern mit einer lebenslänglichen Verbannung reagieren. Dabei wollte der Sohn mit der App doch nur koreanisch lernen. Das kollaborative Lernprinzip überzeugte ihn: „Du lernst ihre Sprache, sie lernen deine Sprache. Übe das Zuhören, verbessere deine Aussprache und lerne mit Nativespeakern. Keine Verabredungen, keine Skype-Termine – Tandem-Lernen geht überall und jederzeit.“ Also ein Geben und Nehmen. Nach der anfänglichen Euphorie, einer schnell wachsenden Community und ersten Erfolgen bei einer nicht ganz so einfachen Fremdsprache folgte die Ernüchterung. Der Sohn vom Sohn sei ausgeschlossen worden, da Verstöße gegen die Richtlinien der Plattform gemeldet wurden. Keine Anhörung, keine Gelbe Karte, keine Konkretisierung, kein Zugriff mehr auf die Peer-Group. Nur der lapidare Hinweis, dass man aus der Lerngemeinschaft für immer verbannt sei:

Dear Constantin, our highest priority is to make Tandem a friendly, safe place to practice foreign languages. A ban happens when we receive a complaint from other members that you have broken Tandem rules. While we never monitor any calls, we take all reports very seriously, and take immediate action. Our decision is final and we will not revisit it. We will also not accept any of your further applications to join Tandem. Thank you for understanding. Julie“. Die heuchlerische Freundlichkeit kann sich Julie sparen.

Vorschläge für Internet Governance gefragt

Was folgt, ist klar. Es breitet sich das Gift von gegenseitigen Verdächtigungen aus. Wer hat mich gemeldet, warum ging ich einem anderen Teilnehmer auf den Keks, wer hat da ständig Hinweise auf konkurrierende Unternehmen gepostet, wie reagiert die Gruppe und, und, und. Auf Facebook ist über diese Bannflüche intensiv diskutiert worden.

Posted by Gunnar Sohn on Sonntag, 26. März 2017

Das Kopfschütteln ist in fast jedem Posting spürbar: Undifferenzierte Verbannungen seien nicht zielführend, so der Kommentar von Yanick. „Warum Nutzern nicht einfach ermöglichen, andere in der App zu blockieren, wenn sie sich belästigt fühlen.“

Internet Governance-Experte Professor Wolfgang Kleinwächter fordert im ichsagmal.com-Interview eine Abkehr von Prangermethoden, die im 15. oder 16. Jahrhundert üblich waren. So etwas gehört nicht in unsere Zeit. Auch Internet-Plattformen benötigen transparente Verfahren zur Streitschlichtung. Kleinwächter verweist auf die Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy von Icann. Leider zählt das nicht zum Standard in Netz. „Hier sehe ich eine große Lücke für Internet Governance“, beklagt Kleinwächter. Das Notiz-Amt wird in einer Tandem-Aktion nicht nur die Fremdsprachen-Plattform um eine Erklärung bitten, sondern auch die Netzcommunity einbinden, um generell Vorschläge für eine faire Mediation zu machen.


Image (adapted) „Verbot“ by Martin Abegglen (CC BY-SA 2.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TECHNOLOGIE Süddeutsche: Rauchmelder und Überwachungskameras von Google: Die Firma Nest, eine Tochter des Unternehmens Alphabet, unter welchem Namen der Konzern hinter der Suchmaschine Google seit Sommer 2015 firmiert, entwickelt Produkte für den Smart-Home-Markt. Auch bei uns in Deutschland sollen jetzt ein smarter Rauchmelder sowie eine Überwachungskamera eingeführt werden. Auf seiner Internetseite wirbt der Hersteller damit, dass durch die Überwachung schon Einbrüche verhindert werden konnten bzw. dass das aufgezeichnete Material hinterher bei der Aufklärung der Diebstähle half. Kunden in Deutschland haben vor allem Angst um die sensiblen Daten, die solche Geräte aufzeichnen können, obwohl gut die Hälfte von 1000 Teilnehmern einer Befragung sich vorstellen kann, einen smarten Assistenten zu Hause zu betreiben.

  • WIKILEAKS Spiegel: Obama lässt Whistleblowerin Chelsea Manning im Mai frei: Der US-amerikanische Noch-Präsident Barack Obama hat die Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt. Sie war zu einer 35-jährigen Haftstrafe wegen Spionage und Verrats verurteilt worden, nachdem sie 700.000 vertrauliche Dokumente über die US-Armee und Diplomaten an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte. Nun ist ihre Entlassung aus der Haft für den 17. Mai 2017 geplant. Julian Assange, Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, hatte sich vor einer Woche zur Auslieferung in die USA bereit erklärt, falls Manning begnadigt werden sollte. Das Weiße Haus betonte, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen diesem Zugeständnis und der Haftmilderung Mannings.

  • FAKE NEWS HORIZONT: Döpfner: „Fake News sind überbewertet“: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns Axel Springer, hält die Aufregung um Fake News für übertrieben. Fake News gäbe es, seit es Journalismus gibt. Durch die wachsende Bedeutung von Social-Media-Angeboten wie Facebook würden diese lediglich sehr transpartent. Döpfner hält die Diskussion über den Umgang mit den Falschmeldungen dennoch für hilfreich, da sie aufzeige, dass eine vertrauenswürdige Quelle ein Wert an sich sei. Der Vorstandsvorsitzende äußerte sich auf der Internetkonferenz DLD in München zu dem Thema.

  • ANDROID golem: Neue Smartwatches von LG: Anfang Februar wird LG die ersten Smartwatches mit der Smartwatch-Software Android Wear 2.0 vorstellen. Eines der Geräte wird mit LTE ausgestattet sein und wird über einen leistungsfähigen Akku verfügen. LG wird zwar der Hersteller sein, dennoch werden die Smartwatches unter der Marke Nexus zum Verkauf angeboten werden. Features, über die die vernetzten Uhren verfügen werden, sind außerdem WLAN, Bluetooth, GPS und NFC. Google Assistant, den Nachfolger von Google Now, wird es darüber hinaus auf beiden Geräten geben.

  • GOOGLE t3n: Google+ als Community-Plattform: Ab dem 24. Januar wird es die klassische Ansicht von Google+ nicht mehr geben. Derzeit besteht noch die Möglichkeit, die Ansicht zu wechseln. Gerüchten zufolge wurde schon vermutet, dass Google das soziale Netzwerk ganz fallen lassen wird. „Nur, weil wir uns vom klassischen Google+ verabschieden, heißt das nicht, dass wir nicht an der neuen Version weiterarbeiten.“, dementierte der Konzern allerdings. Es ist geplant, aus Google+ Stück für Stück eine Community-Plattform zu machen. Mit dem Ende der alten Ansicht bringt Google+ am 24. Januar ein Feature zurück: Mit „Events“ können Nutzer ähnlich wie bei Facebook Veranstaltungen erstellen und dazu einladen. Außerdem zeigt das Portal bei Diskussionen neuerdings nur die besten Kommentare an und versteckt minderwertigere Beiträge.

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Die Netzpiloten sind Partner beim ONLINE HANDEL


+++ GEWINNSPIEL +++

 

Kurz vor knapp haben wir noch ein besonderes Highlight für euch. Ihr habt nämlich noch bis zum 31. Januar die Chance, ein Ticket für das Event zu gewinnen. Einfach klicken, mitmachen und Daumen drücken. Viel Glück!


Am 07. und am 08. Februar 2017 findet in Berlin zum 13. Mal die Veranstaltung „ONLINE HANDEL“ statt. Der Veranstalter ist das Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH. Bei dem Event, das sich an die Online-Handel-Community richtet, warten exzellente Redner mit spannenden Themen aus der E-Commerce-Branche auf. Themen, über die unter anderem referiert wird, sind: „Coming of age – Next steps für den Online Handel“, „Amazon Best Practice – Power Retailer“ und „Wie können Corporates und Startups am besten voneinander profitieren – Von der Kooperation bis zur kompletten Übernahme“.

Außerdem wird zum inzwischen 6. Mal der Online-Handel-Award verliehen. Die ECC Köln hat dafür 10.000 Konsumenten befragt. Die am besten bewerteten Online-Shops werden auf der „ONLINE HANDEL“ ausgezeichnet.

Des Weiteren gibt es vertiefende Seminare. In diesen sogenannten „Deep Dives“ werden Themen rund um die Bereiche Marketing und Organizational Development behandelt.

Vortragende sind: Andreas Bartmann, Geschäftsführer Globetrotter; Jürgen Bock, Leiter Kulturentwicklung OTTO und Berater für Unternehmenskultur; Stephanie Cox, Initiator chancen:reich; Florian Färber, Geschäftsführer ZipJet GmbH; Alexander Graf, Herausgeber kassenzone.de; Dr. Florian Heinemann, CEO Projekt A Ventures; Joël Kaczmarek, Chefredakteur digital kompakt; Tijen Onaran, Gründerin Women in Digital e.V. und startupaffairs; Sebastian Pollok, Gründer & Geschäftsführer Amorelie.de; Daniel Raab, Managing Director ProSiebenSat.1 Commerce GmbH; Karsten Schaal, Gründer und Managing Director food.de sowie Kornelia Telkes und Eszter Kerdö, Geschäftsführung KALA Fashion.

Die Veranstaltung findet im nhow, in den Räumlichkeiten des nh-Hotels statt. Die Adresse ist Stralauer Allee 3, 10245 Berlin.

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Destination Check: Codemotion Berlin 2016

Partner-Codemotion

Am 24. und 25. Oktober fand die Codemotion in der Kulturbrauerei statt. Die Tech-Konferenz mit den Kernthemen Big Data, Internet of Things und Sicherheit ist die größte Konferenz mit einem städteübergreifenden Konzept in Europa. In den vergangenen Jahren fand sie bereits in Rom, Madrid und Mailand statt, dieses Mal war Berlin wieder an der Reihe.

Die Codemotion hat sich wieder als beste Netzwerker-Plattform für internationale Entwickler, Programmierer und Communities gezeigt. Mit über 40 Vorträgen und jeder Menge Platz zum Netzwerken und Kennenlernen konnte man sich hier auch als Nichtprogrammierer ein interessantes und buntes Programm zusammenstellen. Mit Louis De Bruin von IBM Corporation und Kerstin Puschke von Xing gab es Talks von großen Firmen zu begutachten, aber auch Talks von kleineren Unternehmen und Communities wie Andrea Bezold von den Women Techmakers Berlin boten interssante Einblicke.


Marie Claire Le Blanc Flanagan, Expermentielle Spieledesignerin


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Image by Marie Claire Le Blanc Flanagan

Marie ist Gründerin und Executive Director von Wyrd Arts Initiatives und Editor in Chief von Weird Canada. Als Marie vor einem Jahr von Kanada nach Berlin zog, ist sie eher durch Zufall zum Programmieren und Gamedesign gekommen. Sie hat sich auf Gesichtserkennung, Musik und VR spezialisiert und probiert alles aus, was Spaß machen könnte und sich in ein Spiel verwandeln lässt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag es sehr hier. Als ich ankam, war man sehr freundlich zu mir, auch an der Tür – es sind diese kleinen Sache, die wichtig sind. Ich war schon auf vielen Events und das macht Einiges aus, wenn dich jemand anlächelt und dir das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Und es gibt auch nicht so viel Diversität auf diesen Tech-Events, darum fand ich es besonders toll, dass die sehr nette Türsteherin eine Frau war. Das fühlte sich sehr gut an, es war viel los und alle waren sehr nett.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte, aber alle Leute hier waren toll. Ich lerne gerade programmieren, daher waren manche Themen für mich eher herausfordernd, aber es gab eine Menge interessante Anfänger-Sachen, die gut zugänglich waren, aber auch viele Sachen, die ich auf jeden Fall noch verstehen lernen will.

Was war dein persönliches Highlight?

Ein kleines Highlight war für mich, als mir der Speaker, der vor mir dran war, mir seine Fernbedienung für meine Präsentation geliehen hat. Ich denke, das sagt viel über Events wie dieses aus, dass man sich gegenseitig hilft, obwohl man sich nicht kennt, und dass jemand dafür sorgt, dass ich mich wohlfühle, kurz bevor ich meinen Talk halte.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Ich würde das Event auf jeden Fall Programmierern empfehlen, die ein bißchen mehr Erfahrung haben als totale Anfänger, aber auch Erfahrenen, die nach Höhrerem streben, sind hier sicherlich gut aufgehoben. Und definitiv würde ich dieses Event Frauen empfehlen, denn ich will auf jeden Fall mehr Frauen auf diesen Veranstaltungen sehen.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich wurde durch einen Freund aufmerksam, der meinte, ich sollte mein Spiel hier vorstellen. Er war selbst noch nicht hier, aber hat von der Codemotion gehört und meinte, ich soll hier unbedingt hin. Als man mich dann fragte, ob ich einen Vortrag halten wollte, war ich total dafür.


Organisatorin: Ellen König, Data Scientist bei Soundcloud, Mitorganisatorin Codemotion


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Image by Ellen König

Ellen arbeitet bei Soundcloud und ist seit zwei Jahren Mitorganisatorin der Codemotion und für die Organisation der Speaker zuständig. Sie kennt die Berliner Community-Szene durch ihre Teilnahme an diversen Frauen-Workshops und freut sich über jeden, der den Spaß am Coden entdeckt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag die Codemotion sehr, es ist eine sehr entspannte, aber trotzdem interessante Konferenz. Ich mag auch den starken Fokus auf die Community sehr.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich bin zum zweiten Mal hier, da war ich auch schon im Programmkomittee, also wusste ich ungefähr, was für Referenten hier sind.

Was war dein persönliches Highlight?

Für mich ist immer ein Highlight, vor allem auf der Codemotion, aber auch auf anderen Berliner Events, dass ich Leute wiedersehen kann, die ich nur bei Communityevents treffe, das ist immer sehr schön. Außerdem hat der Tobias Pfeiffer einen Vortrag über Elixir gehalten, den fand ich hervorragend.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Die Codemotion ist glaube ich optimal für Leute, die sich auf dem Level zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen befinden. Man findet hier wenig Advanced Talks, aber eine Menge Intermedia Talks, also für Leute, die sich über ihr eigenes Gebiet hinaus informieren wollen, was sonst noch so los ist in der Tech-Szene und in Berlin. Es ist eine schöne Konferenz, um den Horizont zu erweitern.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich versuche, so viele Events wie möglich in Berlin zu besuchen, weil es eine sehr freundliche und sehr vielseitige Community ist. Da fühle ich mich immer sehr wohl.


Besucher: Johnathan Bender, Entwickler bei Contactually


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Image by Jonathan Bender

Jonathan Bender ist Entwickler bei Contactually und besucht die Berliner Tech-Konferenz, um neue Möglichkeiten für seinen Arbeitgeber zu finden, um besser und effektiver zu arbeiten. Außerdem war die Codemotion eine Möglichkeit für einen Europabesuch.

Was ist dein Gesamteindruck?

Es war toll, alle Speaker waren wirklich toll!

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht genau, was ich zu erwarten hatte, aber ich war positiv überrascht von der Qualität der Talks. Meistens waren auch dei Fragen aus dem Publikum sehr gut, aber die meisten Speaker haben ihre Redezeit voll ausgenutzt, sodass es dafür nicht immer Zeit gab.

Was war dein persönliches Highlight?

Es gab ein paar sehr tolle Talks, vor allem gab es viele Talks über Microservices, Go, Elixir und Phoenix. Einer meiner liebsten Themen behandeln die Philosophie hinter der Technik und der Sprache, es gab eine Menge Talks darüber, wieso wir die Dinge so tun, wie wir sie tun, und wie es besser gehen könnte, und das Thema mochte ich sehr.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Es gab eine menge Anfänger-Talks und eine Menge Talks, die schon auf einem höheren Programmier-Niveau waren, aber das waren sicherlich nur die, auf denen ich jetzt war. Ich denke auch, dass es eine tolle Idee wäre, hierherzukommen, wenn jemand keine Ahnung von der Technik hat, denn da wird eine Menge davon erklärt, was gerade in der Industrie los ist. Ich glaube, einige meiner Kollegen würden davon sehr profitieren. Vielleicht kommen die dann nächstes Jahr mal her.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Unsere Firma hat ein jährliches Reisebudget, um uns dahinzuschicken, wo wir hinwollen, und ich wollte mal nach Deutschland kommen. Ich bin sogar das erste Mal seit 15 Jahren wieder in Europa. Unsere Firma macht aber auch eine Menge zum Thema Systemverteilung und wir bewegen uns gerade weg von einem einzigen Anwendungsbereich hin zu Microservices, also gab es hier vieles, woran wir anknüpfen konnten.

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Frauen der digitalen Welt, vereinigt euch!

Frauen sind Mangelware in technischen Berufen. Nach Erkenntnissen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung liegt der Anteil von Frauen häufig unter zehn Prozent, in Führungspositionen sogar noch darunter. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Frauen in digitalen Berufen gibt. Ganz im Gegenteil. In bestimmten Bereichen wie PR, Social Media, Medien, Design und IT-Projektmanagement arbeiten sogar überwiegend Frauen.

So ergibt sich eine Diskrepanz: Frauen zieht es zwar in die digitale Berufswelt, sie sind aber nicht sichtbar. Das fiel auch Carolin Neumann im Jahr 2010 auf der NEXT Conference auf: „Es können höchstens zwanzig Prozent der über 1000 Gäste Frauen gewesen sein, der Rest war männlich – und mit überwiegend Anzugträgern auch etwas zu förmlich für einen Haufen professioneller Geeks, aber das nur am Rande“, schrieb Neumann als Fazit auf ihrem Blog. Schlimmer fand sie dabei nur, dass auch bei den Speakern die große Mehrheit männlich war. Ihrem Unmut darüber machte sie auch auf Twitter Luft – und erntete damit viel Zustimmung.

Junge Frauen lassen sich den Sexismus in der Tech-Branche nicht mehr bieten

Maren Martschenko, Erste Vorsitzende der Digital Media Women (Image by Dorothee Elfring)
Maren Martschenko, Erste Vorsitzende der Digital Media Women (Image by Dorothee Elfring)

Ab hier war Neumann klar: Frauen dürfen sich nicht nur darüber aufregen, dass sie in der digitalen Branche untergehen, sie müssen aktiv etwas dagegen tun. Gemeinsam mit sieben anderen Gleichgesinnten gründete sie Digital Media Women – ein Netzwerk, das sich für die Sichtbarkeit von Frauen in digitalen Medien stark macht.

„In der Anfangszeit war DMW noch eher ein Stammtisch in Hamburg. Es wurde aber schnell klar: Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir mehr werden“, erinnert sich Maren Martschenko, 1. Vorsitzende der DMW im Interview mit den Netzpiloten. So ging das Netzwerk 2012 auf Expansionskurs und ist mittlerweile in sechs deutschen Regionen von Hamburg bis München und vom Rhein-Main-Gebiet bis Leipzig sowie natürlich im Internet aktiv. Über 8000 Mitglieder hat die Facebook-Community derzeit, Tendenz stark steigend.

Zwei Mitglieder dieser Community sind Sandra Hofmann und Katharina Gleß. Die beiden Leipzigerinnen haben ein Atelier für Gestaltung und Kommunikation im Bereich Corporate Publishing, Print, Typografie und Webdesign – Effektrausch – gegründet. Daneben haben sie im Januar 2015 auch das Onlinemagazin Viertelrausch herausgebracht, in dem sie Leipziger Bürger interviewen. Sie glauben, dass gerade junge Frauen wie sie von speziellen Netzwerken für Frauen in der digitalen Branche profitieren können: „Wir brauchen mehr weibliche Führungskräfte und mehr Sichtbarkeit der großartigen Frauen in der Tech- oder in unserem Fall Kreativbranche, um den typischen Vorurteilen gegen Frauen in der Branche etwas entgegenhalten zu können. Wir sind überzeugt, dass immer mehr junge Frauen diese Vorurteile zu spüren bekommen, unsere Generation das aber gleichzeitig nicht mehr hinnimmt und Lust hat, daran etwas zu ändern.“

Sandra Hofmann und Katharina Gleß, Gründerinnen von Effektrausch und Herausgeberinnen des Onlinemagazins Viertelrausch (Image by Michaela Schnabel - crosslights fotografie)
Sandra Hofmann und Katharina Gleß, Gründerinnen von Effektrausch und Herausgeberinnen des Onlinemagazins Viertelrausch (Image by Michaela Schnabel, crosslights fotografie)

Deswegen ist Sandra Hofmann schon seit mehreren Jahren bei den DMW aktiv und hat sich dafür eingesetzt, auch ein Quartier für digital engagierte Frauen in Leipzig zu gründen. Denn gerade Hofmann hat den Sexismus in der Tech-Branche schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. So erinnert sie sich zum Beispiel an eine Aktion, bei der ihr damaliges Unternehmen ein Zeichen gegen Prostatakrebs setzen wollte.

Während die Männer in der Firma sich für die Aktion einen Schnurrbart wachsen ließen, fiel einem Mitarbeiter in der Chefetage ein, dass auch die Frauen sich auf ihre Art beteiligen könnten: „Ein Mitarbeiter der Chefetage verschickte dann über die komplette Mailinglist des Unternehmens ein Video mit pornografischem Inhalt mit (sinngemäß) den Worten: Wenn unsere Mitarbeiterinnen ihren Kollegen etwas Gutes tun und sie unterstützen möchten“, erzählt Hofmann im Netzpiloten-Gespräch.

Genau in solchen Fällen zeigt sich die Stärke von Frauennetzwerken wie den Digital Media Women. Hofmann fand innerhalb der Community Rat und auch den Mut, sich von solchen Arbeitgebern zu trennen und schließlich ihr eigenes Unternehmen zu starten.

Die digitale Transformation ist die beste Chance, die wir haben

Dabei geht es den Frauen im Netzwerk aber keinesfalls darum, Männer auszuschließen. Der Verein hat auch männliche Mitglieder. Die Vorsitzende Martschenko betont auch, dass Männer bei den DMW willkommen sind: „Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir auch die Männer mit an Bord haben. Denn die sitzen nun mal immer noch an den entscheidenden Stellen. Wenn wir also etwas bewegen möchten, schaffen wir Frauen das nicht alleine. Es muss insgesamt – also bei Männern und Frauen – ein Umdenken stattfinden.“

Damit sind die Digital Media Women längst nicht mehr alleine. Auch andere kämpfen dafür, dass Frauen in der Tech- und Digitalbranche nicht nur sichtbarer, sondern auch als Kompetenz anerkannt werden. So thematisiert etwa die Plattform Womenize das Thema Gender Diversity in diesen Bereichen und organisiert Events, um Führungskräften und Unternehmen zu zeigen, dass es auch viele qualifizierte Frauen in der Branche gibt.

Machen statt Kritisieren scheint das Motto dieser Communitys zu sein. Denn es hilft natürlich nichts, wenn Frauen nur meckern, dass niemand sie einstellt, wenn sie sich nicht öffentlich präsentieren und den Personalabteilungen zeigen, dass auch sie etwas zum digitalen Wandel beizutragen haben.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass diese Frauennetzwerke so stark auf den digitalen Bereich fokussiert sind. Als relativ neue und vor allem auch junge Branche sind hier die Chancen am besten, von Anfang an neue Standards in Sachen Gender Diversity zu setzen: „Die digitale Transformation ist die beste Chance, die wir haben“, sagt Maren Martchenko, „weil hier kein Stein auf dem anderen bleibt. Die Branche braucht neues Denken und neue Kompetenzen wie Vernetzung, kreatives Denken oder Kommunikationsfähgikeit. All das können Frauen mitbringen“.

In diese Kerbe schlägt auch das Wirtschaftsmagazin Plan W der Süddeutschen Zeitung. Plan W wurde gerade beim Ernst-Schneider-Preis 2016 als Innovation des Jahres ausgezeichnet. Susanne Klingner ist Mitgründerin und Redaktionsleiterin des Magazins. Für sie war von Anfang an wichtig, dass Plan W kein Karrieremagazin für Frauen sein sollte – also ein Magazin, in dem Frauen erzählen, wie sie innerhalb der aktuellen Arbeitswelt Karriere machen können. Auf ihrem Blog schreibt sie dazu: „Ein Wirtschaftsmagazin kann da so viele Fragen mehr stellen: Funktioniert diese Arbeitswelt überhaupt noch? Wie kann eine Wirtschaft aussehen, die möglichst vielen Menschen gerecht wird? Wie verändern Frauen diese Wirtschaft?“

Die Erfolgsgeschichten schreiben die Frauen selbst

Erste Antworten darauf liefern vor allem die Frauen selbst. Digitale Netwerke wie die DMW oder Womenize helfen ihnen dabei, selbstbewusster zu werden, Kontakte aufzubauen und selbst als Macherinnen aktiv zu werden. Eine solche Macherin ist auch Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds.

Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds (Image by Mirja Hoechst)
Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds (Image by Mirja Hoechst)

Nach langen Jahren in einer Festanstellung fand sie unter anderem durch das Netzwerk der DMW den Mut, sich selbständig zu machen. Auf ihrer Webseite vermittelt sie Köche für romantische Dinner, Firmenevents, Kindergeburtstage und Kochkurse. Gerade für ihre lokale Arbeit mit Köchen in Hamburg und Berlin findet sie Netzwerke für Frauen in der Digitalbranche sehr hilfreich: „Wenn man zum Beispiel plant, mit seinem Projekt in eine weitere oder andere Stadt zu gehen, ist eine solche Community ein absoluter Mehrwert, weil man so schon ein kleines tolles Netzwerk vor Ort hat, auf dem man geschäftlich aufbauen kann.“

Die Vernetzung von Frauen in der digitalen Branche zeigt also bereits erste Erfolge. Das gilt nicht nur im Kleinen bei Frauen wie Sandra Roggow, Sandra Hofmann und Katharina Gleß, sondern auch im Großen. So waren bei der größten Bloggerkonferenz Europas, re:publica, bei ihrem Event in Deutschland in diesem Jahr erstmals 50 Prozent der Speaker Frauen.


Image „laptop“ by moleshko (CC0 Public Domain)


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Die Bibliothek erfindet sich als Ort der Arbeit neu

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]

Das Analoge und das Digitale sind keine sich gegenseitig ausschließenden Sachverhalte, viel mehr beeinflussen sie sich gegenseitig, da sie sich entweder miteinander verbinden oder zumindest deckungsgleich zueinander verhalten. Am Beispiel der Bibliothek kann man erkennen und nachweisen, wie sich digitale Innovationen auf die analogen Entwicklungen auswirken. Bibliotheken haben auch fast 20 Jahre nach der Gründung von Google (1998) und der Wikipedia (2001) nichts von ihrer Bedeutung bei der Informationsbeschaffung verloren.

Das Aufgabenspektrum der Bibliotheken hat sich in den letzten 20 Jahren massiv gewandelt. Die Bibliothek ist schon lange nicht mehr nur das Haus des gedruckten Buches, neben die analogen Angebote treten zunehmend auch digitale Angebote. Hier liegen künftig große Aufgaben bei der Erfassung und Vermittlung der Angebote und Leistungen der Bibliotheken.

– Dr. Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands

Die Bibliothek wandelt sich – sowohl digital als auch analog

Die digitale Nutzung von Bibliotheken ist der digitale Aspekt des Wandels dieses einzigartigen, nichtkommerziellen, kommunalen Raums. Die Gestaltung des Raumes selbst ist das analoge Pendant des gleichen Wandels. „Die Aneignung von Wissen, auch das Wissen selbst, haben sich generell sehr stark verändert“, erklärte Corinna Haas, Bibliotheksleiterin am Institute for Cultural Inquiry, im Interview auf Netzpiloten.de, und mit ihr auch die „Lern- und Arbeitsformen, Raumangebote, digital verfügbare Materialien und Lernplattformen.

Dass das Digitale oft nur als ein Katalysator für das Analoge fungiert, zeigt hierzulande die Stadtbibliothek Köln, die im Jahr 2015 als ‚Bibliothek des Jahres‘ ausgezeichnet wurde. Wissensvermittlung beschränkt sich hier nicht auf (digitalisierbare) Medien, sondern wird auch in Form von Kursen und neuen Räumen praktiziert. Die Kölner Stadtbibliothek hat sich um einige von Coworking Spaces inspirierte Arbeitsflächen und einen den Wandel fassbar machenden Makerspace zum Erlernen von digitalen Fähigkeiten strategisch erweitert.

Diese Entwicklung beeindruckt, denn das Digitale wird hier weder zur Überhöhung seiner Bedeutung vom Analogen getrennt, noch zur Abwertung vom Analogen isoliert. Das Digitale kann nur ein Abbild des Analogen sein, dies muss sich dafür durch das Digitale auch verändern lassen, denn es ist nicht mehr oder weniger real als es das Digitale an sich ist. Die Veränderung der Bibliothek, seiner Räume, Funktionen und Angebote, ist deshalb nur logisch und konsequent. Dieser Wandel ist übrigens stetig und niemals zu Ende.

Die Bibliothek der Zukunft muss es deshalb verstehen, diese mächtigen Verbindungen des Digitalen mit dem Analogen zu erkennen und gestalten zu können. Auf einer Pressereise des Deutschen Bibliotheksverbands durch Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien Mitte September konnte ich interessante Beispiele für die Nutzung dieser wirkungsvollen Verschränkungen kennenlernen: die Bibliothek der Technischen Universität Delft und die öffentliche Bibliothek DOK Delft, sowie das interne Lernzentrum der Universität Leuven.

Die Bibliothek als Coworking Space neu gedacht: TU Delft

Liesbeth Mantel, Head of Open Space an der Universitätsbibliothek der TU Delft, betrachtet ihren Arbeitsplatz als riesiges Coworking Space „mit verschiedenen Abteilungen wie Ruheräumen, Arbeitsplätzen zum Zusammenarbeiten und Basteltischen.“ Für wahrscheinlich jede Person und jede Aktivität gibt es einen Raum in der Bibliothek. Den Wandel hat sie eingeleitet, nachdem sie seit 2009 vor allem in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter immer mehr über neue Methoden des Arbeitens in Unternehmen las.

Die Bibliothek besteht aus einem großen Raum, in dem vor allem gearbeitet wird. Hier sitzen auch die Mitarbeiter der Bibliothek, die keine eigenen Büros mehr haben. „Wir wollten neue Wege des Arbeitens einschlagen, um fröhlichere Mitarbeiter zu haben (…) und für mich war ein eigenes Büro nie praktisch“, erklärt sie. Darum sind Computer- und Projekträume verteilt, die sowohl für die Bibliotheksnutzer als auch für die Mitarbeiter gedacht sind. Die riesige Bücherwand am Ende des Raums hat fast nur noch dekorative Zwecke.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Ort der Arbeit statt Lesesaal: die Universitätsbibliothek der TU Delft“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Bereits 2010 verzichtete die Bibliotheksdirektorin auf ein eigenes Büro und mit ihr das gesamte Management der Bibliothek. Seitdem wurde jährlich eine weitere Büroebene der Verwaltung in Projekträume umgewandelt: „Wir gestalten unsere geschlossenen Büroräume mit einer neuen Einrichtung neu und wandeln sie in hybride Büroflächen um, die tagsüber von unseren Mitarbeitern und abends sowie am Wochenende von den Studierenden genutzt werden können.“ Mantels Kollegen nahmen die neuen Arbeitsplätze im Offenen sehr gut an.

Die Bibliothek wird vor allem von Studierenden genutzt, für die der Zugang zur Bibliothek kostenlos ist. Grundsätzlich steht sie aber jedem offen. Das Angebot wird angenommen, da die Bibliothek sieben Tage die Woche geöffnet ist, auch an Feiertagen. Dazu kommt das ebenfalls an Coworking Spaces erinnernde Community- und Event-Management. „Wir wollen Treffen wieder einen Sinn geben“, erklärt Liesbeth Mantel ihr Bestreben, sowohl Kurse als auch Lesungen und Ausstellungen zu organisieren und den Menschen Freiraum zu geben.

Wo Menschen sich begegnen und kennenlernen: DOK Delft

Ähnlich würde es wohl Marijke Timmerhuis von der öffentlichen Stadtbibliothek Delft beschreiben. Deshalb gilt hier eine für eine Bibliothek sehr ungewöhnliche Regel: den Bibliotheksnutzern ist es erlaubt, zu reden und zu essen. „Dies gestatteten wir, da wir davon ausgehen, dass es bei einer Bibliothek vor allem darum geht, andere Menschen kennenzulernen und nicht um Ruhe und ums Studieren. Dafür haben wir in Delft die Bibliothek der Technischen Universität sowie andere Orte zum Studieren.“, sagt Timmerhuis.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Stadtbibliothek Delft möchte ein Ort für Menschen und nicht der Bücher allein sein“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Mit diesem Konzept, das das Miteinander auf einer von Arbeit unabhängigen Ebene in den Vordergrund stellt, möchte sich die Bibliothek von ähnlichen Institutionen unterscheiden: „Wenn man Menschen sich wohlfühlen lassen möchte, dann müssen sie sich frei und in dem, was sie machen, uneingeschränkt fühlen. Ich glaube, dass Essen und Reden, wann man möchte, dazugehört.“ Und die Menschen nehmen das Angebot an. Wie auch die Bibliothek der TU Delft, verzeichnet das DOK Delft ein Mitgliederwachstum.

Die freiere Nutzung der Räume macht, wieder ähnlich wie bei der Universitätsbibliothek der TU Delft, auch nicht vor den eigenen Mitarbeitern halt: „Die Büroebene ist mehr ein Versammlungsraum für die Mitarbeiter, als ein Ort, um still zu arbeiten. Es ist sehr wichtig, seine Kollegen zu treffen, sich miteinander zu beschäftigen und zusammenzuarbeiten.“, schildert Timmerhuis den Arbeitsalltag unter den Angestellten. „Jetzt ist alles ungezwungener und dadurch schneller, als wenn man stets formelle Treffen ansetzt.

Die Bibliothek hat sich von der Fläche her verkleinert und mit einer Musikschule einen Untermieter gefunden, der in das Konzept passt, Kinder heute auf die Zukunft vorzubereiten. Das Leitmotiv der DOK Delft ist es, „die Lebens- und Lernumgebung der Kinder zu beeinflussen und sie spielerisch dazu anzuregen, ihre Phantasie und Kreativität zu entdecken.“ Denn sie werden einmal in einer Gesellschaft arbeiten, die sich von der heutigen darin unterscheidet, „dass es weniger um Wissen und mehr um Kreativität gehen wird.

Bibliotheken übernehmen neue Funktionen in der Gemeinde

Die belgischen Bibliotheken, die wir auf der Pressereise kennenlernten, wirkten viel mehr wie Gemeindezentren ihrer Kommunen, deren wichtigste Aufgabe die vom Staat seit Jahrzehnten versäumte Integration von hier Zuflucht suchenden Menschen so gut es ging nachzuholen. Dies fiel vor allem in der Antwerpener Bibliothek Permeke auf, in einem Viertel mit der weltweit höchsten Verdichtung an unterschiedlichen Nationalitäten und Sprachen, sowie an der Bibliothek des Brüsseler Stadtteils Molenbeek.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Bibliothek Permeke bedient eine unvergleichbar multikulturelle Gemeinde“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Die Universitätsbibliothek Leuven wirkte im Vergleich sehr klassisch, zeichnete sich in erster Linie weder durch neue gesellschaftliche Funktionen oder innovative Raumkonzepte aus – mit Ausnahme des neu geschaffenen Lernzentrums Agora, das laut dessen Leiter Peter Verbist vor allem Studierende dabei unterstützen soll, besser zu lernen. Hier wurden verschiedene Räume mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten entwickelt, um Studierenden einen individuell für sie passenden Ort zum Studieren anbieten zu können.

Und die Serviceangebote des Lernzentrums für Studierende wurden um Hackathons, Wirtschaftsplanspiele und ähnliche Veranstaltungen erweitert. „Diese Veranstaltungen finden alle als nicht formale Kurs statt. Studierende können sich hier selbst organisieren und gemeinsam Wissen schaffen. Wir betrachten sie als junge Professionelle, die sich im Agora zu besseren Studierenden und jungen Erwachsenen weiterentwickeln können“, schildert Verbist die Mission des Lernzentrums. Das Studium, als Freiraum zur Selbstermächtigung gedacht.

Ob aber nun Ort für die Integration oder als Coworking Space der Arbeit –  diese Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien reagieren auf den Einfluss des digitalen Wandels auf das Konzept Wissensvermittlung mit neuen Strategien für den analogen Raum. Neben digitalisierten Wissensbeständen und dem Zugang zu digitalen Medien wird vor allem versucht, den Menschen und seine Aktivitäten in einer Bibliothek neu zu definieren. Die jede Veränderung antreibende Frage ist, wie Bibliotheken (noch) genutzt werden können.


Images: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


Die Pressereise erfolgte auf Einladung des Deutschen Bibliotheksverbands und wurde von diesem vollständig mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

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Am Union Square in San Francisco erfindet Apple seine Läden neu

Image 1 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0

Besondere Lagen sind für Apple Stores an sich keine Seltenheit und vergleichsweise keine Erwähnung mehr wert. In Berlin befindet sich der Apple Store in einem ehemaligen Kino aus dem frühen 20. Jahrhundert und in Manhattan selbstverständlich im neuen World Trade Center.

Der neueste Flagshipstore am Union Square in San Francisco ist da keine Ausnahme, beeindruckt aber vor allem durch das neue Raumkonzept. Hier kann bereits heute das zukünftige Design von Apples Verkaufsläden betrachtet werden. In den nächsten Jahren werden auch ältere Läden umgewandelt.

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Apple erfindet sich am Union Square in San Francisco neu

Zum Platz hin ist der nur noch Apple Union Square genannte Laden weit offen, wodurch viel Licht in das Erdgeschoss und den ersten Stock scheint. Von außen fühlt man sich eingeladen, hereinzukommen, im Inneren wirkt die Geschäftsfläche wie eine Verlängerung des öffentlichen Stadtplatzes.

In dem gläsernen Kasten stehen die bekannten Verkaufstische mit den bekannten Produkten. Im ersten Stock gibt es an ein Café erinnernde Sitzgelegenheiten und eine rund 15 Meter hohe Videoleinwand. Die Genius Bar nennt sich jetzt Genius Grove und ist unter Schatten spendenden Feigenbäumen angesiedelt.

Der Apple Union Square ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Apples Verkaufschefin Angela Ahrendts und Designchef Jony Ive. Nicht mehr die Produkte als reine Gadgets sollten im Vordergrund der Stores stehen, sondern das gesamte Erlebnis Apple sollte sich widerspiegeln und erlebbar werden.

Apples Version des öffentlichen Raums

„Wir erfinden die Rolle, die unsere Geschäfte und Angestellten innerhalb der Community spielen, vollkommen neu“, erklärte Ahrendts gegenüber Fortune. „Wir wollen mehr wie der Marktplatz sein, an dem das beste von Apple zusammenkommt und jedermann willkommen ist.“

Dieser Anspruch drückt sich im Apple Union Square durch zwei verschiedene Räume besonders aus: So gibt es mit dem Boardroom einen Ort, an dem sich Unternehmen von Apples Geschäftsteam beraten lassen können und mit The Plaza eine Art öffentlicher Raum für Konzerte am Wochenende.

Durch die Öffnung des Geschäfts zum Union Square und der im Rücken des Gebäudes befindlichen Plaza, stets mit offenem WLAN versorgt, schafft Apple den Anschein eines öffentlichen Raums. Doch es handelt sich immer noch um den Gewerberaum eines börsennotierten Unternehmens.

Apple-Läden sind ein Spiegelbild des Unternehmens

Image 4 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0
Der Verkaufsraum wirkt wie mit dem Union Square verbunden

Im Herzen bleibt auch der Apple Union Square und alle anderen Läden, die demnächst eröffnen oder nach dem neuen Vorbild in San Francisco umgestaltet werden, ein Verkaufsgeschäft. Die Offenheit ist vorgetäuscht und nicht mehr als ein Teil der Marketingstrategie des Unternehmens.

Doch das von Ahrendts gezeichnete Bild des Konzepts hinter dem Apple Union Square klingt wesentlich schöner als die Wahrheit: „Wir erneuern unseren Fokus auf die freien  Künste – wir vermenschlichen die Technik mithilfe von Erlebnissen, die unsere Besucher bilden und unterhalten und die Unternehmer stärken sollen.“ Schön gesagt.

Apple schafft es mit dem neuen Ladenkonzept, den Fokus noch mehr auf den Lifestyle statt auf die überteuerten Geräte zu legen. Ähnlich wie Starbucks den Besuch eines Kaffeehauses zu einer globalen Geschäftsidee machte, gelingt Apple dies mit eigens für iPhones und MacBooks geschaffenen Läden. Chapeau!


Images by Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


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BarCamp für die Elite – Einblicke in den digitalen Elfenbeinturm von Top-Managern und Unternehmern

SUIT (adapted) (Image by Jonathan Mueller [CC BY 2.0] via Flickr)

In Köln wollte man ein Digital Barcamp veranstalten. Fein. Allerdings mit Preisen, die bis 1.450 Euro gestaffelt sind. Frühe Buchungsvögel könnten die Unkonferenz auf Champagner-Niveau zum Schnäppchen-Betrag von 725 Euro ergattern, um dann selbst als Teilnehmer das Programm zu gestalten. Als Hashtag wurde in einer Facebook-Debatte direkt ein Cashtag als neues Markenzeichen in die Runde geworfen, um den digital-darwinistischen Ausleseprozess besser zur Geltung zu bringen. Motto: Was nichts kostet, ist nichts wert. Schließlich will man ja nur die Elite des Managements beglücken. Das kam in der Barcamp-Community nicht so gut an. Schließlich geht es bei den offenen Veranstaltungsformaten um Anschlussfähigkeit und nicht um Ausschluss:

Wenn das Wesen der Digitalisierung darin besteht, Wissen allen verfügbar zu machen, Hierarchien aufzubrechen und kollaborativ den Wandel zu gestalten, und eben dieser Wandel doch an der Elfenbeinturm-Executive-Denke krankt, wie kann man dann im Jahre 2016 allen ernstes noch so Elfenbeinturm-Executive-Formate bringen? Das ist doch Meta-Banane“, kritisiert der Kölner Mittelstandsexperte Marco Petracca.

Der Kommunikationsberater Frank Michna hat bei den Veranstaltern des Höchstleister-Barcamps nachgefragt, was denn in dem Paket für ein Tages-Event von bis zu 1.450 Euro enthalten ist. „Wenn diese Preise aufgerufen werden, könnte man doch mit den Teilnehmern, die Sessions anbieten, ein völlig neues Modell fahren. Im Session-Pitch bekommen dann die Vortragenden mit der höchsten Zustimmungsrate gestaffelte Entlohnungen.“ In der Premium-Kategorie könnten es 500 bis 800 Euro sein. Die anderen Session-Anbieter werden dann mit Zahlungen von unter 500 Euro bedient.

Gratis-Pitch in exklusiver Umgebung

Bei den Machern des Digital Barcamps stieß der Vorschlag von Michna auf wenig Gegenliebe: Da liege ein Missverständnis vor. Der Eintrittspreis sei ein Filter, der dafür sorgt, dass sehr viele elitäre Leute kämen, die sonst nicht zu diesem Veranstaltungsformat gehen. Die Sessiongeber hätten dann die Chance für Präsentationen, um neue Kunden zu gewinnen. „Was da in Köln ablaufen soll, ist nichts anderes als ein Gratis-Pitch. Die Macher werden für ihre Impulsreden von den Teilnehmern bezahlt und die Teilnehmer wiederum sind die Gestalter des restlichen Programms, um gegenüber einem vorselektieren Auditorium zu brillieren. Wer dort hingeht, der hat weder verstanden, was in der digitalen Szene abläuft, noch was ein Barcamp ist“, moniert Michna.

Community Mark wird beschädigt

Die Idee der von Chris Messina entwickelten Community Mark wird mit solchen durchsichtigen Vertriebsabsichten ad absurdum geführt: „Messina ist jemand, dem wir neben der Idee zu der weltweiten Barcamp-Bewegung auch Hashtags zu verdanken haben. Dieser brillante Mann hat mit seinen Leistungen das Leben und den Umgang von allen Menschen mit dem Internet positiv beeinflusst. Das ist visionär. Nicht der Missbrauch eines Namens für etwas völlig anderes“, so Franz Patzig, Urgestein der Barcamp-Community in Deutschland. So sieht das auch Sascha Förster, Mitorganisator des Bonner Bacamps. Jeder könne mit Veranstaltungsformaten so viel Geld verdienen, wie er will. Aber nicht mit dem Label Barcamp. Das stehe nämlich für Offenheit, Partizipation und Augenhöhe, die wird auch über den Preis moderiert. „Wer einen hohen Preis abruft, verliert eines der anderen Voraussetzungen für den Mehrwert eines Barcamps, aber viel schlimmer: verwässert den Begriff, entwertet damit das, was die Community aufgebaut hat und bekommt dann deren Zorn zu spüren, da es keine juristische Marke gibt, sondern nur eine Community-Marke, die nur auf diese Weise geschützt werden kann“, kommentiert Förster. Die Community hat sich erfolgreich gewehrt. Das digital-darwinistische Spektakel findet unter einem anderen Namen statt. Es soll wohl jetzt um Change gehen. Das Notiz-Amt ruft zu einem elitären Change-Flashmob auf.


Image (adapted) „SUIT“ by Jonathan Mueller (CC BY 2.0)


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Wie eine digitale Community lateinamerikanische Startups unterstützt

Chile's Flag Illuminated By Light (adapted) (Image by Kyle Pearce [CC BY 2.0] via flickr)

Für Unternehmer gilt es als selbstverständlich, dass es in den USA relativ einfach ist, eine Medienfirma zu gründen. Das Vorhandensein von Kapital und potenziellen Werbeeinnahmen sowie wenig oder keine Beschränkungen von Seiten der Regierung machen es für Leute mit einer guten Idee einfach, loszulegen. (Ob sie dazu in der Lage sein werden, für längere Zeit zu bestehen, ist dabei eine völlig andere Frage.) In anderen Ländern ist es da schwieriger. Beispielsweise hat die jahrelange Inflation in Venezuela die Lebensmittelpreise verdreifacht und das Wirtschaftswachstum zum Stagnieren gebracht. Das hat das tägliche Leben nicht nur für die Bürger von Venezuela, sondern auch für die Unternehmer in der nationalen Medienbranche stark erschwert. Diese sehen sich einem steten Kampf um Geldmittel für Gründung und Aufrechterhaltung von Unternehmen gegenüber. Medienunternehmer in anderen südamerikanischen Ländern sehen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber und ihnen fehlt dabei eine zentrale Anlaufstelle zum Gedankenaustausch und zur Problemlösung. SembraMedia hofft darauf, diese Lücke schließen zu können. Die Website, deren Name ein Wortspiel mit dem spanischen Begriff für „säen“ darstellt, versucht eine Anlaufstelle und zugleich eine digitale Community für Startups in Südamerika aufzubauen. Die Hoffnung liegt darin, diese Aspekte zusammenzuführen und dass SembraMedia Gründern zukünftig dabei helfen kann, Ideen in die Realität umzusetzen und Startups zu beständigen Unternehmen weiterzuentwickeln. „Unsere Mission ist es, Menschen zu unterstützen, die neue Projekte initiieren. Einer der besten Wege hierfür ist, so viele Menschen wie möglich zu fördern und sie zusammenzubringen“, sagt Janine Warner, die ausführende Leiterin bei SembraMedia ist. (SembraMedia selbst wird vom Institute for Nonprofit News unterstützt und finanziell von der Nationalen Stiftung für Demokratie und der Cook Family Foundation getragen.) Der erste Schritt dabei ist, herauszufinden, wer diese Menschen sind. SembraMedia schätzt, dass es mehr als 2.000 spanischsprachige Medienseiten in Lateinamerika gibt. Bislang existiert keine Anlaufstelle, die sie alle zusammenführt. Um diesen Prozess zu unterstützen hat SembraMedia Botschafter in jedem Land engagiert, die dafür zuständig sein werden die Communities in ihrem Land aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Die Idee für SembraMedia entstand durch Warners Unterrichtserfahrung, bei der es sich um einen Onlinekurs zum Thema Unternehmensjournalismus an der Universität von Texas handelte. Warner erkannte, dass es ausreichend Studenten mit großartigen Ideen gab, denen jedoch das Wissen zur Umsetzung ihrer Ideen in tatsächliche Unternehmen fehlte. Warner dazu:

Übergreifend benötigten die meisten Hilfe dabei, Geld zu verdienen, ein Geschäftsmodell aufzubauen und bei der Entwicklung eines Verständnisses dafür, was es heißt ein Geschäftsmann oder eine Geschäftsfrau zu sein.

SembraMedia plant, diese Bildungsmöglichkeiten Unternehmern über ihre Internetseite anzubieten. Dies soll über monatliche Fallstudien zu erfolgreichen Websites und Videointerviews mit den Personen, die sie leiten, erfolgen. Die Hoffnung liegt jedoch primär darin, dass Erkenntnisse durch die Konversationen zwischen den Unternehmern selbst gewonnen werden. Sobald einige Hundert Webseiten eingetragen sind, soll ein Forum für Unternehmer für Unterhaltungen, Ideenverbreitung und die Zusammenarbeit bei Projekten initiiert werden. Dieser Ansatz ist ähnlich dem von ALiados. Dies ist ein Netzwerk von unabhängigen Nachrichtenorganisationen in Lateinamerika, das im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Das Ziel war, ebenso wie bei SembraMedia, Mitgliederseiten dabei zu unterstützen durch einen Zusammenschluss bei Durchführungen und Marketinginitiativen Beständigkeit zu erreichen. Nach Mijal Iastrebner, der Regionaldirektorin von SembraMedia, ist die größte Herausforderung jedoch das Verständnis für und die Handhabung des Faktums, dass kein lateinamerikanisches Land dem anderen gleicht. Während die Regierungen von Kuba und Venezuela die Pressefreiheit stark einschränken, zeigt sich Chile sehr aufgeschlossen gegenüber der Presse und Unternehmern. Diese Unterschiede bedeuten, dass Dinge, die in einem Land funktionieren können, für ein anderes wiederum nicht geeignet sind. Letztendlich hofft SembraMedia, dass die vorteilhaftesten Verfahrensweisen, die es in Lateinamerika entdeckt, auch an anderen Orten angewandt werden können. Warner weist auf Ojo Público hin, eine gemeinnützige Website in Peru, die sich mit investigativem Journalismus und der Überprüfung von Fakten beschäftigt. Fabiola Torres, eine der Gründerinnen der Webseite (und eine Botschafterin von SembraMedia) präsentierte bei einer Konferenz des Nationalen Instituts für computegestützte Berichterstattung in Denver namens „Intensive Care“ eine durchsuchbare Datenbank mit 60.000 Ärzten und Versicherungsagenturen. Chequeado, eine Webseite zur Überprüfung von Fakten in Argentinien, hat ebenfalls ein Modell konzipiert, das Webseiten im Stile von Warner Media anderswo nachahmen soll. Sie sagte außerdem:“Wir hoffen darauf, dass das, was wir lernen, auch den traditionellen Medienunternehmen in Lateinamerika dabei helfen kann, innovativer zu sein und frische Ideen in US-Medienunternehmen einzubringen.Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Chile’s Flag illuminated by light“ by Kyle Pearce (CC BY-SA 2.0) 


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Die digitale Zukunft der Musikbranche

Digital Design Slam_Music Award Show Identity (adapted) (Image by Vancouver Film School [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Musikbranche musste Digitalisierung auf den harten Weg lernen, die neue Generation nutzt von Anfang an die digitalen Möglichkeiten. Im Hochschulanzeiger der Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt der freie Journalist Stephan Knieps fünf Menschen vor, die schon heute in den Jobs der Musikbranche von morgen tätig sind. Drei der fünf Berufe basieren auf der Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Vertriebswegen und einem analogen wie auch digitalem Phänomen der Popkultur. Die Musikbranche musste Digitalisierung auf den harten Weg lernen, doch die neue Generation scheint ihren Beruf von Anfang an mit den digitalen Möglichkeiten zu gestalten.

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Reddit steigt mit Upvoted direkt in das Verlagswesen ein

Die Titelseite des Internets – oder zumindest des Internets von einigen Leuten – hat jetzt offiziell eine Ausgabe, die es als sein eigen bezeichnen kann. // von Justin Ellis

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Reddit startete am Dienstag die Webseite Upvoted, bei der Geschichten von der Online-Community ausgewählt und von einem kleinen Redaktionsteam geschrieben werden. Die Webseite Upvoted ist der Nachfolger von einigen anderen redaktionellen Experimenten, die Reddit in diesem Jahr gemacht hat, einschließlich Upvoted The Podcast und dem Email-Newsletter Upvoted Weekly. Beide wurden entwickelt, um Reddits bestes Material noch einmal zu repräsentieren.

Die Webseite war nur eine weitere redaktionelle Entwicklung für Reddit, schreibt Reddits Mitgründer Alexis Ohanian:

Die Einführung von upvoted.com ist der nächste logische Schritt, um die Reddit Community zu feiern: Ein Zentrum für originäre Inhalte, um den Redditors Anerkennung zu verleihen, sowohl als auch in die Hintergründe der Geschichten zu blicken, um mehr über die Personen und Ideen zu lernen, die auf dieser Webseite mit 202 Millionen Nutzern kursieren (das sind mehr als Brasilien Einwohnern hat!). Und selbstverständlich kannst du über jedes Stück auf r/upvoted diskutieren.

Die Webseite Upvoted war für einige Zeit in Arbeit und währenddessen hat Reddit, genauso wie zahlreiche technikfokussierte Unternehmen in diesem Jahr, Redakteure eingestellt.

Die redaktionelle Verarbeitung der Inhalte kommt für Reddit nach einem turbulenten Sommer: Im Juli meldeten mehrere Nutzer ihre Subreddits ab, nachdem Reddits Leiter des Talentmanagements, Victoria Taylor, entlassen wurde. Kurz darauf trat CEO Ellen Pao zurück und Mitbegründer Steve Huffman nahm den Spitzenjob an. Schon bald präsentierte er Pläne gegen Belästigung auf der Webseite.

Upvoted ist sowohl ein neuer Anfang für Reddit als auch ein Wink an die Dickschädel. Als eigenständige Webseite möchte Upvoted beim Abtauchen in den manchmal verwirrenden Irrgarten von Subreddits, für alle, die sich nicht auskennen, leichter zu bedienen sein. Die Geschichten selbst kommen von der Reddit Community, bei dem die Poster Anerkennung für ihre Entdeckungen bekommen oder vom Upvoted-Personal interviewt werden. Ein interessanter Punkt ist, dass die Seite keine Kommentare zulässt und die Leser stattdessen ihre Diskussionen auf Reddit führen können.

Upvoted ist außerdem eine Möglichkeit für die Reddit Community, um etwas Erfolg von den viralen Geschichten zu erhaschen, die auf anderen Seiten verlagert sind. In den letzten Jahren haben Reddit-Nutzer häufig verschiedene Autoren und Nachrichtenseiten beschuldigt, ihre Entdeckungen plagiiert zu haben.

Wie Julia Greenburg auf Wired schreibt, bietet Upvoted eine Möglichkeit für Reddit seine Community wachsen zu lassen und neue potenzielle Werbeeinnahmen zu sammeln:

Das Material, welches unsere Community täglich erschafft, beeindruckt uns.” Das schreibt das Team von Upvoted in einer Email. “Bedauerlicherweise nehmen einige Nachrichtenabnehmer, anstatt eine eigene Geschichte zu erzählen, die Inhalte unserer Nutzer und verpacken diese als ihre eigenen. Sie erzählen aber nicht die Hintergrundgeschichten von unserer Community. Wir finden, dass die Geschichten unserer Nutzer erzählt werden sollten, aber nur mit ihnen im Zentrum. Das ist genau das, was Upvoted einführen möchte. Es zeigt auch, dass Reddit gespannt ist, die Augen – und Werbedollar – auf die Nachrichtenorganisationen zu richten, die näher an zu Hause dran sind.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “NiemanLab”. Übersetzung von Jennifer Eilitz.


Teaser & Image by “upvoted.com


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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5 Lesetipps für den 2. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Facebook, das neue Google-Logo, Amazon, Startup-Unternehmen und Kommentar-Funktionen. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Social Media Today: And in Ominous News: Facebook had 1 Billion Users on Monday: Am Montag den 24. August, postete Mark Zuckerberg auf seinem eigenen Facebook Profil, dass Facebook die eine Milliarde Nutzer-Grenze geknackt hat. Außerdem fügt er seinem Post hinzu, dass das bedeutet, dass jeder siebte Mensch weltweit einen Account bei Facebook besitzt, um sich dort mit Freunden und der Familie zu verbinden. Allerdings hatte diese Plattform bereits über eine Milliarde Nutzer, nur haben sich am Montag über eine Milliarde Nutzer innerhalb von 24 Stunden in das Netzwerk eingeloggt. Zuckerberg bedankt sich in seinem Post bei der Community für die Erreichung dieser Zahlen und strebt nun das Ziel an, die ganze Welt zu vernetzen. Fragt sich nur, ob das wirklich so gut ist?

  • GOOGLE GWB: Das neue Google-Logo: Details zum Design, weitere Entwürfe & das Logo im Einsatz: Eine weitere Änderung steht im Hause Google an, denn nach der Umwandlung von Google in Alphabet vor wenigen Wochen, gibt es jetzt ein neues Logo. Erst gestern wurde die neue Änderung bekannt. Designer des neuen Logos berichten in einem Post, über die Beweggründe der Änderung des Designs. Man möchte sich auf die vier Hauptfarben konzentrieren und daher verzichtete man auf jegliche Nuancen. Das Logo soll außerdem auf allen Plattformen deutlich erkennbar sein und das auch auf kleinen Displays. Auch von der Zentrale wird bereits das alte Google Logo entfernt und das neue aufgehängt.

  • AMAZON Horizont: Prime-Kunden dürfen künftig TV-Sendungen herunterladen: Amazon setzt wieder einen drauf. Neben vielen Videostreaming-Diensten bietet Amazon seinen Kunden jetzt an, ausgewählte Sendungen herunterzuladen, um sich diese auch ohne Internetverbindung ansehen zu können. In der Auswahl stehen auch von Amazon selbst produzierte Sendungen wie “Bosch” oder “Transparent”. Der Dienst soll für Amazon-Prime Kunden verfügbar sein. Außerdem wird eine E-Book-Leihbücherei und eine schnellere Warenlieferung zu dem neuen Paket gehören.

  • STARTUP Welt: Auf der Suche nach Deutschlands Mini-Facebooks: Bei der Frage, welches Tech-Unternehmen eigentlich am schnellsten wächst, stellt sich heraus, dass die Frage kaum zu beantworten ist. Das Startup-Portal “Gründerszene” will das nun ändern und sucht die 111 wachstumsstärksten Tech-Unternehmen, welche anhand von transparenten Kennzahlen verglichen werden sollen. Die Umsatzzahlen werden dabei nicht veröffentlicht, sondern nur das prozentuale Wachstum der 111 Digitalunternehmen.Wie sich zeigt, boomt die Startup-Szene in Deutschland ordentlich und das vor allem in Berlin.

  • KOMMENTARE t3n: Beleidigungen, Hetze, Verschwörungstheorien: Warum News-Seiten ihre Kommentarfunktion abschaffen sollten [Kolumne]: Kommentar-Funktionen sind nicht immer von Vorteil. Wenn jeder seine Meinung zu einem Thema öffentlich abgeben kann, entstehen hin und wieder Beleidigungen, Hetze und Vorurteile. Auch Facebook hat dieses Problem, denn das soziale Netzwerk kann seine Kommentare nun mal nicht abschaffen. Anders sieht es bei News-Seiten aus. Hier wäre eine Abschaffung der Kommentar-Funktion durchaus möglich und teilweise auch sinnvoll, denn sofern das erste Kommentar verfasst ist, werden viele weitere Leser angeheizt, ihre Meinung dazu abzugeben und so entstehen die Streitereien, die es eigentlich gar nicht wert sind.

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Lesetipps für den 27. August

In unseren Lesetipps geht es heute um die WDBJ-Schießerei, rassistische Angriffe auf Flüchtlinge, YouTube-Gaming, Zalando und soziale Medien. Ergänzungen erwünscht.

  • WDBJ Poynter: Should you use the video and the fax from the WDBJ shooting? Viele Menschen fragen sich, ob es ethisch vertretbar ist, das Video, in dem ein Kameramann und eine Reporterin von WDBJ, während eines Interviews erschossen wurden, im Netz zuteilen. Die Meinungen sind gespalten. Zu bedenken ist aber, dass das Video im Netz gezeigt werden müsse, nicht etwa, weil es die Schießerei zeigt, sondern auch einen Einblick auf den Schützen gewährt. Alleine dies, sollte Anlass genug sein, um das Video im Netz zu zeigen. Außerdem hat der Schütze die Tat selber aufgenommen und sie den sozialen Medien zugänglich gemacht. Auch dieses Video ist ein Beweis, der geteilt werden müsse. Wichtiges Hintergrund wissen steckt hinter diesen Aufnahmen. Man kann unter anderem gut erkennen, wie nahe der Täter an den Opfern gestanden hat.

  • FLÜCHTLINGE SPIEGEL ONLINE: Facebook: Heiko Maas fordert Löschung fremdenfeindlicher Posts: Bundesminister Heiko Maas hat Facebook in einem Brief aufgefordert, rassistische Bemerkungen gegenüber Flüchtlingen sofort zu löschen. Außerdem findet er es unpassend, dass anstößige beziehungsweise pornografische Posts bei Facebook, wegen moralischer Bedenken sofort gelöscht werden. Warum also nicht auch bei fremdenfeindlichen Beiträgen? Der Bundesminister hat den Facebook-Verantwortlichen zu einem Gespräch gebeten, welches voraussichtlich am 14. September stattfinden wird. Außerdem erinnerte er daran, dass Facebook gesetzlich dazu verpflichtet sei, rechtswidrige Inhalte umgehend zu löschen.

  • YOUTUBE GAMING Süddeutsche.de: Google startet Live-Streaming-Plattform Youtube Gaming: In den USA und Großbritannien startet gerade die neue Streaming Plattform Youtube-Gaming. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Plattform von Google, die Computerspielern ermöglicht, Live-Videos zu veröffentlichen. Allerdings hingt sie dem Marktführer Twitch.tv noch deutlich hinterher. Vorher mussten bei YouTube noch Live-Streams angemeldet werden, ab jetzt soll aber jeder die Möglichkeit haben, Videospiele live übertragen zu können. Ziemlich spannend dürfte für die Nutzer der Chat sein, denn hier können sich die Zuschauer live miteinander unterhalten. Wann YouTube-Gaming allerdings nach Deutschland kommt, kann noch nicht genau gesagt werden.

  • ZALANDO Horizont: Zalando Kampagne: Modefans sollen nicht mehr schreien, sondern teilen: Share your Style – In der neuen Herbst/Winter Kampagne, will der Zalando-Chef ein neues großes Internetphänomen starten. Das Mode-Selfie. Die Idee dahinter ist sehr einfach: Zalando möchte mit seinem eigens entwickelten Social Hub auf dem eigenen Portal, zum Forum für Modestatements und Inspirationssuche werden. Nicht nur ein Werbespot soll diese Kampagne bewerben, sondern das Unternehmen setzt auch auf Online- und Printanzeigen und Plakate. Die Modefans sind dazu aufgerufen worden, nicht mehr vor Freude zu schreien, sondern ihren Style zu teilen

  • SOZIALE MEDIEN business2community: 3 Reasons Why Social Media is One of the Most Important Marketing Tools: Jemandem auf Instagram zu folgen oder Freundschaftsanfragen auf Facebook zu bekommen, war früher eher weniger spektakulär. Aber heute haben mittlerweile soziale Medien einen hohen Stellenwert in unserem Leben und einen großen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir mit anderen kommunizieren. Hier gibt es drei Gründe, warum soziale Plattformen ein wichtiger Punkt, unter anderem für Marketing-Programme, geworden sind: Soziale Medien bilden eine Community. Sie bieten außerdem Kunden die Möglichkeit, sich zwischen den vielen Unternehmen auszudrücken und soziale Medien ermöglichen den Kunden Produkte zu finden, von denen sie nicht gewusst haben, wie man diese finden und kaufen kann.

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Quo Vadis, Reddit?

reddit sticker - 3 (adapted) (Image by Eva Blue [CC BY 2.0] via Flickr)

Nach acht Monaten und viel Kritik ist Ellen Pao als CEO von Reddit zurückgetreten. Dabei sind in der Krise der letzen Wochen vor allem die Nutzer und der Vorstand zu kritisieren. Reddit bezeichnet sich selber als die Titelseite des Internets, doch was hinter den Kulissen in den letzten Wochen abgegangen ist, kann ohne Probleme als massive Krise bezeichnet werden. Der bisherige Gipfel war der Rauswurf der Interims-Geschäftsführerin Ellen Pao nach einer Revolte der Nutzer des Message Boards. Das Verhalten vieler Nutzer gegenüber Pao bezeichnete Reddit-Verwaltungsratschef Sam Altman als widerlich und auch wenn der Weggang Paos angeblich in gegenseitigen Einvernehmen geschah, bleibt doch ein sehr bitterer Beigeschmack.

Anatomie einer Krise

Nach nur acht Monaten ist Ellen Pao als CEO bei Reddit wieder zurückgetreten. Doch wie konnte es so weit kommen? In der Kritik stand Pao bei Reddit-Nutzern schon länger. Ihr Vorhaben, gegen Belästigung und Beleidigung auf Reddit vorzugehen und in dem Zuge einige besonders schlimme Subreddits zu schließen, stieß bereits auf Kritik, da viele Nutzer der Meinung waren, dass dies der Grundidee von Reddit, der Freiheit alles sagen zu dürfen, widerspricht. Diese Kritik kam allerdings überwiegend von Reddit-Nutzern, die diese Freiheit oftmals für genau diese Zwecke missbraucht haben – von anderen Seiten, besonders außerhalb des Message Boards, wurde dieser Schritt Paos durchaus begrüßt. Aber auch generell waren viele Redditors der Meinung, dass Pao bei ihren Entscheidungen eher aus Unternehmenssicht handelte und nicht die Community und deren Bedürfnisse im Blick hat.

Eskaliert ist die Situation allerdings erst, als Reddit-Communication-Director Victoria Taylor entlassen wurde. Taylor war vor allem für die AMAs (Ask Me Anything) verantwortlich. AMAs sind ein Forum, in dem Prominente – von Schauspielern bis hin zu Barack Obama – dee Community Rede und Antwort standen. Die Rubrik erfreute sich überaus großer Beliebtheit, auch weit über die Reddit-Grenzen hinaus. Der Rauswurf Taylors hat bei Reddit-Nutzern vor allem deswegen Unmut hervorgerufen, weil es so plötzlich und unerwartet geschah und weil weder von Taylor noch von Reddit eine Erklärung für den Sachverhalt geliefert wurde. Die Moderatoren, die freiwillig und unentgeltlich Subreddits leiten, waren schockiert, da sie mit Taylor eine der wichtigsten Ansprechpersonen bei Reddit verloren hatten. Da sie ohnehin schon hart am Limit operierten und ohne Taylor keine Hilfe mehr hatten und durch die mangelnde Kommunikation der Reddit-Führung auch nicht wussten, wie es weitergehen wird, haben sie aus Protest viele beliebte Subreddits auf Privat gesetzt. Ein Großteil von Reddit war plötzlich nicht mehr da.

Durch die Schließung vieler beliebter Subreddits und den Mangel einer Erklärung für den Weggang Taylors wuchs der Druck auf Ellen Pao gewaltig. Viele aufgebrachte Nutzer machten ihrem Ärger in einigen noch verbliebenen Subreddits Luft und beschimpften und verunglimpften Pao mit oftmals sexistischen Beleidigungen. Andere kehrten dem Message Board den Rücken und gingen zum Schweizer Reddit-Klon Voat, der die Redefreiheit der Nutzer betont und ein ehemaliger Reddit-Mitarbeiter hatte sogar den Plan geäußert, ein besseres Reddit mit Bitcoin-Technologie zu bauen. Eine Woche nachdem die Moderatoren mit der Schließung der Subreddits protestiert hatten, kam dann am Freitag, den 10. Juli, die Nachricht, dass Pao als CEO zurückgetreten ist.

Freundschaftliche Trennung?

Auch wenn Pao erklärte, dass die Trennung freundschaftlich von Statten gegangen ist, gibt es doch einige Zweifel daran. Auf die Frage nach den Gründen für den Rücktritt, sagte Pao, dass die Reddit-Führung und sie unterschiedliche Ansichten zum Wachstumspotenzial der Seite hatten. “Sie hatten eine viel aggressivere Sicht als ich”, erklärte sie gegenüber Re/code. Auch Steve Huffman, Reddit-Mitbegründer und der allererste CEO, der nun die Führung von Pao wieder übernimmt, äußerte sich ganz ähnlich. “Ich denke Reddit könnte eine zehnmal so große Community sein und ich habe eine ziemlich klare Vision, wie dies zu erreichen ist.” Der Vorstand hatte also ganz offensichtlich eine andere Vorstellung als Pao, wohin es mit Reddit gehen soll und vor allem wie schnell, was sicherlich nicht nur auf freundschaftlicher Basis besprochen wurde.

Paos Vorgänger, Yishan Wong, meldete sich am Wochenende mit einem Beitrag auf Reddit zu Wort, in dem er sich über den Weggang von Pao äußerte und die Vermutungen unterstrich. Vor allem äußerte er harte Kritik am Reddit-Mitbegründer und Executive Chairman Alexis Ohanian, den er beschuldigte, Victoria Taylor gefeuert zu haben. Ohanian hatte wohl eine andere Vorstellung von den AMAs und wollte die Kontrolle über diese beliebte Rubrik gewinnen, da ihm Taylors Rolle nicht gefiel. Wong kritisiert die miserable Unternehmensführung und stellt die Theorie auf, dass Ellen Pao nur ein Sündenbock war, denn als die Kritik und der Hass gegen Pao hochkochten, hätte Ohanian offen erklären müssen, dass er Taylor gefeuert hatte – stattdessen hat er sich zurück gelehnt und zugesehen, wie der Druck auf die Interims-CEO wuchs.

Quo Vadis, Reddit?

Doch auch ohne diese Anschuldigungen von Wong sieht das Verhalten des Vorstandes nach außen nicht gut aus. Öffentliche Schützenhilfe für Pao gab es zu keiner Zeit, was schon verwundert, wenn es doch um die eigene Website geht, die zum Großteil lahmliegt und deren CEO von den Nutzern auf ganz hässliche Art persönlich beschimpft wird. Pao selber schrieb in ihrer Abschiedserklärung: “Ich möchte nur alle daran erinnern, dass ich auch ein menschliches Wesen bin. Ich habe eine Familie und ich habe Gefühle. Jeder, der auf Reddit angegriffen wird, ist auch eine Person, wie du und ich.” Weiter schrieb sie über das Verhalten der Reddit-Nutzer: “Es untergräbt die Authentizität von Reddit und erschüttert unseren Glauben an die Menschheit.

Einzig Verwaltungsratschef Sam Altman äußerte sich zu dem Thema, wenn auch erst nach dem Rücktritt Paos. In einer Erklärung schrieb er:Es war widerlich zu sehen, was einige Redditors über Ellen geschrieben haben. Die Reduktion des Mitgefühls, die passiert wenn wir hinter einem Computerbildschirm sitzen, ist nicht gut für die Welt. Menschen sind immer noch Menschen, auch wenn sich das Internet zwischen ihnen befindet.” Noch wichtiger aber ist seine Warnung an die Reddit-Nutzer, dass wenn es der Community nicht gelingt, eine Balance aus Authentizität und Mitgefühl zu finden, kann Reddit zwar eine großartige Website, aber nie eine großartige Community sein. Und genau das ist die schwierige Situation, in der sich Reddit nun befindet. Der alte neue CEO Huffman will die Seite aggressiv wachsen lassen, aber es scheint nicht so, als hätte er seinen Plan gut durchdacht. Wenn man sich die derzeit teilweise haarsträubenden Reaktionen und zutiefst beleidigenden Umgangsformen innerhalb der Community ansieht, die sich allesamt auf die Redefreiheit berufen, mag man sich nicht ausmalen, wie dies aussieht, wenn die Seite tatsächlich auf zehnfache Größe angewachsen ist. Die Freiheit alles sagen zu dürfen ist eine Sache, aber sie wird auf Reddit (genauso wie in weiten Teilen des Internets) oft damit verwechselt, jeden persönlich beleidigen zu dürfen. Ohne Mitgefühl seitens der Nutzer und Schutzmaßnahmen seitens Reddit mag die Seite zwar groß werden, läuft aber Gefahr ein zweites 4chan zu werden.


Image (adapted) „reddit sticker – 3“ by Eva Blue (CC BY 2.0)


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Die „Answer Time“ von Tumblr war ein lahmes Meet and Greet

Mit „Answer Time“ startet die Blogging-Plattform Tumblr eine eigene Interviewrunde, ganz nach dem Vorbild von Reddits „Ask Me Anything“ (AMA). Der Auftakt mit der Band Fall Out Boy zeigt, dass solche Formate originelle Fragen generieren, aber keine spannenden Antworten oder Nähe erzwingen können. // von Angela Gruber

Tumblr startet "Answer Time" (Image: fastcompany.com)

„Ask us anything“ steht über dem Frageformular, das Nutzer des Blogging-Services Tumblr ausfüllen konnten. Mit „us“ war in diesem Fall die US-amerikanische Alternative-Band Fall Out Boy gemeint. Sie startete die „Answer Time“ genannte Tumblr-Runde, in der Nutzer jede beliebige Frage an die Gäste des neuen Formats richten können.

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Ein Experiment: The New York Times auf Spanisch

Se Habla Espanol (Bild by Jairo Zelaya [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Auf der Suche nach internationalem Wachstum setzt die Zeitung „The New York Times“ verstärkt auf Übersetzungen, vor allem ins Spanische. Egal, in welcher Sprache man es liest, A.O. Scott hatte eindeutig ein paar Probleme mit Fifty Shades of Grey („Mr. Dornan wirkt so ausdruckslos wie ein Modell, das bedeutet, wie eine Figur aus Balsaholz oder Lego.„). Die Rezension des Filmkritikers der New York Times gibt es jetzt auch auch Spanisch – einer von einer handvoll Artikeln, die die Zeitung an den meisten Tagen übersetzt („Dornan tiene la insípida afectación de un modelo, con lo que quiero decir una figura hecha de madera balsa o de legos.„).

Innerhalb der letzten Wochen hat die New York Times diese Berichte in einer neuen Sparte namens „América“ veröffentlicht, wo sie bisher jedoch eher unbeachtet geblieben sind. Die Beiträge sind eine vielseitige Mischung aus technikorientierten Artikeln über Unternehmen, die sich in virtuelle Realitäten begeben, oder Reiseberichte und Kolumnen, wie die von Paul Krugman. Die dazugehörigen Feeds auf Twitter und Facebook teilen auch Inhalte der New York Times auf Spanisch.

Das Ganze ist Teil eines Übersetzungsexperiments, sagt Lydia Polgreen, stellvertretende Redakteurin der New York Times für Internationales:

Polgreen wollte keine weiteren Aussagen über das Projekt machen, man wäre noch in der Frühphase. Sie gab einen Ausblick auf das Projekt des Nieman Lab’s Prediction for Journalism 2015 Package, an dem sie mitgewirkt hat und das im Dezember 2015 erscheinen soll:

Ich werde das kommende Jahr wie folgt verbringen: Als Leiterin eines unternehmerischen Teams, das herauszufinden versucht, wie man das Publikumsinteresse an der New York Times auch außerhalb der USA steigern kann. Dazu müssen wir herausfinden, was die Leute wollen und wann sie es wollen. Ich kann nicht jedes einzelne Wort der New York Times in jede einzelne Sprache übersetzen. Das hat aber auch sein Gutes, denn die Zukunft der Nachrichten wird zwangsläufig auch beinhalten, den Leuten nicht nur das zu geben, von dem wir denken, dass sie es wissen sollten, sondern was sie eventuell gern wüssten – auch wenn sie davon bisher noch nichts geahnt haben.

Die New York Times hat in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufwand betrieben, um ein weltweites, multisprachliches Unternehmen zu werden. Gelegentlich wurden bereits Geschichten und Leitartikel ins Spanische übersetzt, wenn der Gegenstand des Artikels von besonderem Interesse für die Menschen in Lateinamerika sein könnte (ebenso bei anderen Spachen, zuletzt ins Malaysische).

Das Spanischprojekt unterscheidet sich jedoch von den vorherigen Übersetzungen, denn die hier übersetzen Artikel fokussieren sich nicht ausschließlich auf die Belange der spanischsprachigen oder lateinamerikanischen Welt. Die neuesten Themen behandelten die Ukraine, China und die Serie „Better Call Saul„.

Im Jahr 2012 hat der Herausgeber Arthur Sulzenberger das globale Wachstum als eines der vier Schlüsselpositionen für weitere Investitionen benannt. Im Folgejahr wurde der International Herald Tribune als Handelsmarke der New York Times veröffentlicht. Im vergangenen Monat hat Dan Baquet, der Executive Director der Zeitung, ein Memo an die Mitarbeiter herausgegeben, in dem die ungefähren Ziele für 2015 enthalten waren. Die ausländischen Leser haben nun Vorrang für die Zeitung:

Die Times konnte zunächst einen neuen Markt als die eine nationale Druckschrift erschließen. Nun sehen wir, dass es zwingende Möglichkeiten gibt, unser internationales Publikum zu vergrößern. Wir versuchen noch zu entscheiden, auf welchen Bereich wir zuerst eingehen sollen und wie man das am Besten angeht.

Die Notiz hat jedoch eher gemischte Reaktionen hervorgerufen, als es darum ging, die Reichweite zu vergrößern. Im Jahr 2012 wurde eine chinesische Version der New York Times herausgebracht, zudem gab es auch Personal, das in China ansässig war. Es dauerte nicht lange, bis die Seite von der chinesischen Regierung blockiert wurde. Im Abschluss wurden Artikel über den Reichtum und die Macht der vorherigen Premierminister veröffentlicht (Das letzte Ventil der New York Times innerhalb Chinas waren die Accounts auf Sina Weibo, die aber im Februar abgeschaltet wurden). Es gab Pläne, eine ähnliche Seite für portugiesische Leser in Brasilien aufzubauen, doch diese haben sich mitterweile zerschlagen.

Die New York Times war auch eine der ersten Medienunternehmen, die ihre Aufmerksameit in Richtung Indien gerichtet hat. So kam es zur Initiierung von India Ink im Jahr 2011. Das Blog ist im vergangenen Jahr deaktiviert worden, denn die Bearbeitung der Thematik Indiens floss von nun an in die umfassendere weltweite Berichterstattung der New York Times.

Zuerst erschienen auf niemanlab.org. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Teaser & Image by Jairo Zelaya (CC0 Public Domain)


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Cates Holderness, die BuzzFeed-Mitarbeiterin hinter „The Dress“

Cates Holderness

Cates Holderness von BuzzFeed hat mit einer simplen Fragen das virale Highlight „The Dress“ entfacht und die Medienwelt etwas ratlos zurückgelassen. // von Lucia Moses

Cates Holderness

Das Foto von dem Kleid, oder The Dress, kommt ursprünglich von einer Frau aus Schottland, welche dieses auf Tumblr postete mit einer simplen Frage: Welche Farbe hat es? Aber erst nachdem Cates Holderness, die Community Growth Manager bei BuzzFeed, es gegen 18 Uhr online gepostet hat, hat es das Internet in Brand gesetzt. Es schien nach eine simplen Frage zu sein – denn bestimmt sind wir uns alle einig, welche Farbe das Kleid hat.

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5 Lesetipps für den 16. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um den digitalen Mob, Facebook vs. Netzneutralität, Open Source, E-Commerce in Deutschland und YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALER MOB NYTimes.com: How One Stupid Tweet Blew Up Justine Sacco’s Life: Auf NYTimes.com ist ein lesenswerter Artikel von Jon Ronson über Menschen erschienen, die sich mit einer unbedachten und meist sehr dummen Aussage das Leben zerstört haben. Vor allem Justine Sacco, die vor einem elfstündigen Flug einen rassistischen Tweet absetzte, der sich während des Fluges eine weltweite Spott- und Hass-Bewegung auslöste, ist ein gutes Beispiel für den digitalen Mob, der sich schnell bilden kann und genauso kritikwürdig agiert, wie meist seine Verursacher.

  • NETZNEUTRALITÄT The Verge: Facebook’s march to global domination is trampling over net neutrality: Was hierzulande vor allem die Telekommunikationsanbieter Telekom und Vodafone sind, stellt in den USA das soziale Netzwerk Facebook dar: ein gefährlicher Feind der Netzneutralität zu sein. Mit der Telefoniefunktion von Facebooks Messenger WhatsApp und der Initiative Internet.org, womit noch mehr Menschen ins Internet gebracht werden sollen, führt Facebook einen harten Kampf gegen das im Internet grundlegende Prinzip der Netzneutralität.

  • OPEN SOURCE Golem: Das Wir-Gefühl der Open-Source-Community und seine Probleme: Oft sprechen Entwickler der Open-Source-Community und Nutzer der Software vom „Wir“. Dieses Gemeinschaftsgefühl bewirkt, wenn nötig, einen starken Auftritt, doch noch öfters konkurrieren aber viele Interessen, wodurch das Wir zerrissen werden kann. Open Source ist ein wichtiger Bestandteil unserer digitalisierten Welt, aber eine zusammenhaltende Bewegung steht dahinter nicht, obwohl alle die gleichen Prinzipien vertreten (wollen).

  • E-COMMERCE etailment: Das deutsche Online-Handelsvolumina wird von US-Anbietern dominiert: In einem Gastbeitrag für etailment mahnt Gerrit Heinemann, Leiter eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, dass gerade eine Exportwirtschaft wie die von Deutschland keine eigenen Online-Umsätze geenriert, sondern von US-Anbietern abhängig ist. Mehr als 65 Prozent der deutschen Online-Handelsvolumniawerden von Amazon, eBay und Apple generiert, Ein Grund dafür ist die altbackene Infrastruktur und vor allem die Politik: „Die digitale Agenda ist eigentlich eher eine digitale Lüge.

  • YOUTUBE Mashable: The revolution wasn’t televised: Gestern vor zehn Jahren hat Chad Hurley die Domain YouTube.com registriert und den Grundstein für eine derheute wohl wichtigsten Online-Plattformen der Welt gelegt. Um die Bedeutung von YouTube wirklich zu verstehen, empfehle ich (und der Social Media Watchblog, wo ich den Artikel selber empfohlen bekommen habe) den Artikel von Todd Wassermann bei Mashable, in dem er die technologische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung beschreibt, die Youtube in den letzten zehn Jahren genommen hat.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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Was uns 2014 über den Medienwandel lehrte

Change. (adapted) (Image by chintermeyer [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Vier Lektionen, die Online-Journalisten aus dem Jahr 2014 mitnehmen sollten – und was man von der BILD-„Zeitung“ in Sachen Medienwandel lernen kann. Dass man am Beginn eines neuen Jahres einen Blick zurück wirft und sich die letzten 12 Monate durch den Kopf gehen lässt, ist bekanntlich eine Art Tradition. In Zeiten des Medienwandels und der sozialen Netzwerken, macht Tobias Schwarz seinen eigenen Jahresrückblick und sucht nach Lehren, die Online-Journalisten aus dem Jahr 2014 ziehen können.

Die meisten Jahresrückblicke von Medien sind langweilig. Besonders wenn es um die Anzahl von Klicks geht, denn nichts spiegelt den Wert unserer Arbeit so schlecht wider, wie eine Leistungskennzahl. Als Ausnahme würde ich meine Netzpiloten-Lesetipps vom 31. Dezember 2014 betrachten, denn sie vermittelten mir eine interessante Erkenntnis über die Interessen unserer Leserschaft (Filesharing geht über Journalismus). Und die Klick-Hitliste der taz, die deren Berliner Lokalredakteur Sebastian Heiser im Hausblog vorstellt und die drei wichtige Aussagen festhält:

  1. Soziale Netzwerke haben einen immer größeren Einfluss auf dass, was gelesen wird.

  2. In erster Linie zählt im Journalismus immer noch die Qualität der Arbeit.

  3. Einordnende und bewertende Meinungen sind gefragter als sachlich gemeldete Nachrichten.

Der Einfluss von sozialen Netzwerken

Genau wie das Netzpiloten Magazin hinkt auch die taz dem vermeintlichen Trend des Trafficzuwachses via Social Media noch hinterher, doch während im Jahr 2013 nur 6 Prozent der taz-LeserInnen über soziale Netzwerke auf die Seite kamen, waren es im vergangenen Jahr bereits über 28 Prozent. Dazu kommt, dass – im Gegensatz zu Netzpiloten.de – die Startseite der taz leicht an Bedeutung verliert und nur noch von 41 Prozent der LeserInnen geöffnet wird (2013: 50 Prozent). Die Auswahl der gemäß ihrer Bedeutung prominenter platzierten Artikel wird damit unwichtiger, denn die LeserInnen suchen selber aus, was sie lesen wollen und was nicht.

Doch auch dies nur zum Teil, denn „wie viel Aufmerksamkeit der Text wirklich bekommt, entscheidet sich auf Facebook“, schreibt Heiser. Und das ist ein Problem, wie ich Ende September in einem Debattenbeitrag auf Carta erklärte, denn wenn der Algorithmus eines sozialen Netzwerks wie Facebook bestimmt, welche Artikel wie vielen der einem Medium folgenden Nutzer angezeigt wird, spielt Qualität eine immer geringere Rolle. Vor über einem Jahr änderte Facebook zum ersten Mal seinen Algorithmus und wollte statt viraler Hypes auf Journalismus setzen. Mark Zuckerberg wollte sein Unternehmen als News-Aggregator neu erfinden und ging mit der App „Paper“ und dem Trending-Feature erste Schritte in diese Richtung. Der Algorithmus wurde letztes Jahr mehrfach angepasst und versucht im Newsfeed auf Aktualität statt Viralität zu setzen.

Doch das System Facebook hat einen riesigen Haken: Facebook lässt sich die Anzeige der Artikel bezahlen. Bei den Netzpiloten erreichen finanziell nicht beworbene Artikel im Schnitt nur noch 5 bis 10 Prozent der uns folgenden Personen. Bis zum ersten Algorithmus-Update waren es noch 40 bis 50 Prozent. Dadurch wird aber Facebook, vor allem für kleinere Medien und Blogs, unattraktiv, denn wenn man Facebook nicht für die Distribution seiner Inhalte bezahlt, nützt die Aktivität in dem sozialen Netzwerk kaum etwas, wie jetzt auch die Marketing-Abteilungen von Unternehmen feststellen. Eine Alternative ist eine gewisse Bekanntheit als Marke, am besten durch Qualität.

Qualität macht den Unterschied

Das wir trotzdem in den letzten 13 Monaten mit dem uns benachteiligenden Facebook-Algorithmus die Seitenaufrufe mehr als verdreifachen konnten, liegt zum einen an unserer Markenstrategie, aber auch an der Qualität der Artikel unserer Autoren. Auf Netzpiloten.de finden sich selten schnelle Meldungen, viel mehr längere Artikel, die ein Thema genauer betrachten und einordnen. Trotzdem überraschten mich die fünf meistgelesenen Artikel des Jahres, denn während unsere Artikel über Journalismus immer am meisten geteilt werden, hatten die ersten vier Artikel dieser Rangliste nichts mit dem Thema zu tun. Den ersten Platz belegte ein Artikel von Lars Sobiraj über die Probleme des Filesharing-Forums Boerse.bz.

Als ich die Leitung von Netzpiloten.de übernommen habe, hatte die Deutsche Telekom gerade eine strategische Partnerschaft mit der Notiz-App Evernote bekannt gegeben. Die meisten Medien brachten einfach nur die Meldung, dass es diese Partnerschaft gibt und dass Kunden von T-Mobile nun die Möglichkeit haben, ein Premium-Account von Evernote ein Jahr lang kostenlos zu nutzen. Um einen qualitativen Unterschied zu setzen, hörten wir an diesem Punkt nicht auf. Netzpiloten-Autor Daniel Kuhn erklärte zusätzlich, was diese Kooperation mit dem Thema Netzneutralität zu tun hat und zeigte dadurch den meisten Telekom-Kunden auf, welche gesellschaftliche Verantwortung ihre Entscheidung hat, so ein Angebot anzunehmen. Das ist unser Anspruch, den wir immer öfter erreichen und was scheinbar auch durch eine wachsende Leserschaft honoriert wird.

Auch Heiser ist mit dem Geschmack der taz-Leserschaft und dem Wachstum zufrieden, denn unter den 20 meistgelesenen Artikel der taz im Jahr 2014, waren „eine ganze Reihe von Artikeln“, die auch Heiser zu den „journalistischen Höhepunkten des Jahres“ zählen würde. Die Gegenthese könnte die BILD-„Zeitung“ darstellen, die trotz ihrer diskussionswürdigen Qualität mehr als „12 Millionen Zeitungsleser, 17 Millionen Unique User bei Bild.de, 1,6 Millionen Fans bei Facebook und 663 000 Follower auf Twitter“ hat, wie Kai Diekmann im Interview auf Tagesspiegel.de aufzählt. Doch dieser Erfolg basiert meiner Meinung nicht auf der Qualität der Inhalte, sondern der redaktionellen Arbeit der BILD-„Zeitung“.

Kuration und Meinung sind gefragt

Was Springers Boulevard-Blatt qualitativ wirklich gut macht und lehrreich für die ganze Branche sein kann, ist die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells und die verlegerische Leistung der Einordnung und Bewertung von Meinungen. „Wir können uns kurz fassen und Geschichten in wenigen emotionalen Worten und mit starken Bildern erzählen„, wie Diekmann es geschönt formuliert. Auch wenn diese emotionalen Worten und starken Bilder oft Anlass zu berechtigter Kritik sind, wie die Existenz des unterstützenswerten BILDblog beweist, ist die Auswahl einer Meldung und die einordnende Bewertung ein Service für die Leserschaft, der offensichtlich geschätzt wird.

Wir erleben das jeden Tag an dem Zuspruch für unsere morgendlichen Lesetipps, in denen wir fünf lesenswerte Artikel kuratieren und mit einordnender Begründung empfehlen. Oder die in einem Artikel vorangestellte Zusammenfassung des Inhalts in drei Stichpunkten, mit einem die Thematik einordnenden Satz. Ähnlichen Zuspruch bekommen Newsletter-Formate, die einen ähnlichen Dienst bieten und jeden Tag eine kuratierte Auswahl an lesenswerten Artikel verschicken. Wie zum Beispiel der Newsletter NextDraft von Dave Pell, den Austin Ray im MailChimp-Blog genauer vorstellt.

Wichtiger als die Auswahl ist meiner Meinung nach aber die Kommentierung. Auch Heiser stellt bei der taz fest, „ganz oben sind Kommentare, Polemiken und Satire-Artikel statt harter Themen und aufwändiger Recherchen„. Meine sehr emotionale und dadurch stellenweise zu ruppige Bewertung der deutschen Huffington Post erregte viel Aufmerksamkeit und trotz der teils unsachlichen Formulierung auch Zuspruch. Genauso wie auf meinem Blog die Kritik an einer islamophoben Äußerung eines MDR-Journalisten oder meiner sehr aggressiven Reaktion auf die Krautreporter (die ich trotzdem unterstützte und es bisher nicht bereue).

Die vierte Lektion: Community Management

Warum ich es nicht bereue, die Krautreporter zu unterstützen – anders als Marc Wickel –, ist wahrscheinlich die unbewusste vierte Lektion des Jahres 2014. Denn neben den Vor- und Nachteile bringenden sozialen Netzwerken, der Bedeutung von Qualität, Kuration und Meinung im Journalismus, ist ein ordentliches Community Management einer der wichtigsten Aufgaben von Medien. Die Krautreporter sind meiner Meinung nach ein sehr gutes Magazin geworden, doch in ihrer sie ausmachenden Qualität auch nur eines von vielen Medien, welches ich lese. Was sie für mich bis jetzt so wertvoll und besonders macht, waren zwei Community-Abende (und die Aussicht auf mehr), zu denen ich als Mitglied eingeladen wurde. Dabei nahm ich mehr mit als durch die Artikel und es schaffte eine stärkere Bindung an das Medium.

Die Krautreporter werden dadurch sichtbarer. Etwas, dass ich bei den Netzpiloten bisher vor allem durch Präsenz auf Veranstaltungen zu erreichen versuchte. In diesem Jahr werden wir Netzpiloten aber einen Raum in Berlin öffnen, der der publizierenden Netzgemeinde als Ort der Vernetzung dienen soll und selber sichtbarer werden. Unsere Blogger Business Lounge richtet sich dabei nicht ausschließlich an die Netzpiloten-Community, sondern an alle BloggerInnen und freien Autoren, VloggerInnen, sowie PodcasterInnen, aber auch InstagrammerInnen, und eigentlich noch viele mehr. Vielleicht wird uns und alle anderen dieses Jahr lehren, dass es die in diesen Räumen einstehende Serendipität ist, die Abkehr von der Organisation von Medien in Redaktionen, die dem Journalismus noch gefehlt hat. Auf der Hamburger Social Media Week werde ich unser Konzept zum ersten Mal vorstellen und ab März in Berlin umsetzen. Vielleicht werden die Jahresrückblicke von Medien ja im nächsten Jahr spannender.

Der Beitrag ist zuerst erschienen auf isarmatrose.com und steht unter der CC BY 4.0 Lizenz


Image (adapted) „Change.“ by chintermeyer (CC BY-SA 2.0)


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5 Lesetipps für den 15. Dezember

In unseren Lesetipps geht es um Uber, das Urheberrecht beim Selfie eines Affen, Google Loon, Videos auf YouTube und Facebook, sowie Nachtzüge. Ergänzungen erwünscht.

  • UBER The Washington Post: Uber pressures regulators by mobilizing riders and hiring vast lobbying network: Rosalind S. Helderman hat für die Washington Post einen wirklich lesenswerten Artikel über das Lobbing von Uber geschrieben, der ohne Bashing auskommt und sich auf die journalistische Darstellung der Strategie konzentriert. Uber steht in der Debatte oft für Disruption (des Taxi-Gewerbes), selten für Innovation (im Bereich von Same Day Delivery), aber so gut wie nie für einen Modernisierungsfaktor in der Regulierung, die vor 100 Jahren ebenfalls von Lobbyverbänden geschaffen wurden, die jetzt ihre Monopole und Positionen sich auflösen sehen. Dabei nutzt Uber seine Community und zeigt einen weiteren Machtfaktor auf, denn Gestrige haben meist keine Freunde mit Smartphones.

  • URHEBERRECHT Techdirt: Photographer Threatens Copyright Experts With His Confused Understanding Of Copyright: Am Samstag bekam ich eine Ausgabe von iRights‘ netzpolitischen Jahresrückblick „Das Netz 2014/2015„, in der mich das berühmte Affen-Selfie wieder anschaute. Der Besitzer der Kamera, mit der sich der Affe selber fotografierte, David Slater, beanspruchte das Urheberrecht auf das Foto. Dies führte zwar leider nicht zu einer Diskussion über die sich auflösenden Grenzen zwischen Mensch und Affe, aber über das Urheberrecht. Slater kämpft weiterhin dafür, dass das Bild ihm zugesprochen wird und bekam nun von Sherwin Siy eine alles zusammenfassende Antwort, die Mike Masnick auf Techdirt.com veröffentlicht und kommentiert hat.

  • GOOGLE CNET: Google, France space agency partner up on Project Loon: Eines der interessantesten (und wohl auch sympathischstes) Google-Projekte kommt nach Europa. Die französische Raumfahrtagentur CNES kooperiert mit Google bei Project Loon, den Internet anbietenden Ballons. Google profitiert hierbei von den Erfahrungen der Agentur mit der Ballonfahrt, während Frankreich durch die Ballons sein Internetangebot verbessern könnte. Schon jetzt haben die Ballons mehr als 3 Millionen Kilometer geschafft, dem nächst werden wohl ein paar im französischen Himmel dazu kommen.

  • VIDEO Broadmark: Sind Facebook- und YouTubeaufrufe eine Währung?: In seiner Kolumne auf Broadmark.de zeigt Julian Banse einen interessanten Unterschied zwischen den in Konkurrenz zueinander stehenden Videos von YouTube und Facebook. Beide Plattformen lösen differenzierte Sehgewohnheiten aus, denn Facebook-Nutzer gucken vor allem kürzere Videos, wogegen YouTube-Nutzer längere Videos (zwischen fünf und sieben Minuten) schauen, in denen auch Werbung vor und im Video möglich ist. Facebooks Reichweite scheint größer zu sein, YouTube punktet noch mit dem besseren Umfeld für Werbung.

  • NACHTREISEZUGVERKEHR Skift: End of Berlin-Paris Sleeper Train Signals Last Call for Europe’s Night Trains: „Ich dachte, ich hätte WLAN, aber es war okay.“ Mit dieser Einschätzung eines mexikanischen Reisenden endet die letzte Fahrt des Nachtzugs zwischen Berlin und Paris. Und sie offenbart das Problem: die Nachtzüge sind alles andere als modern und deshalb auch nicht sehr beliebt. Doch anstatt zu modernisieren, stellt die Deutsche Bahn die Verbindung jetzt ein, dazu werden weitere Strecken nach Kopenhagen, Amsterdam, Prag und Basel gestrichen. Doch Nachtzüge wären wirtschaftlich sinnvoll und klimapolitisch nachhaltig, wie eine Studie der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen herausfand. Und sie würden auch wieder angenommen werden, wenn sie den Ansprüchen der heutigen Zeit (Strom, WLAN, Rauchverbot) genügen würden.

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5 Lesetipps für den 25. November

In unseren Lesetipps geht es um Social Media in der Politik, Community im Journalismus, Datenschutz und Big Data, die Arbeitswelt, sowie Flickr. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Tagesspiegel: Die Kommunikation über Soziale Netzwerke steigt: Trotz der jährlichen Empfehlung in den Berichten der amtlichen Datenschützer, auf die Nutzung von Social Media zu verzichten, setzen immer mehr Ministerien auf die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, wie Christian Tretbar im Tagesspiegel zeigt. Ob und wie aber kommuniziert wird, hängt von den jeweiligen Hausleitungen ab und nicht in den sozialen Netzwerken zu sein, kann auch eine Form von Medienkompetenz sein, wie ausgerechnet die Bundeskanzlerin zeigt (wobei sie als Person anders als ein Ministerium zu bewerten ist).

  • KRAUTREPORTER Zeit Online: „Das Produkt des Journalismus ist die Community“: Auf Zeit Online findet sich ein Interview von David Schmidt mit Jessica Weber und Frederik Fischer von den Krautreportern über das Thema Community. Ein immer wichtiger werdendes Thema im Journalismus, das besonders bei den Kraureportern ausgetestet wird, denn hier haben nur zahlende Abonnenten die Möglichkeit Kommentare zu lesen und zu schreiben. Und auch nur sie werden zu den bisher sehr interessanten Community-Abenden eingeladen, die für mich bisher, trotz der guten Texte, den eigentlichen Mehrwert einer Krautreporter-Mitgliedschaft ausmachen.

  • DATENSCHUTZ Blog von Tabea Wilke: Was ihr wollt: In ihrem Blog kommentiert Tabea Wilke ein Studienergebnis, wonach fast alle Internetnutzer bereit sind, ihre Daten den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Wilke zeigt auf, dass wenn nicht Big Data das eigentliche Problem ist, also die Erhebung und Verarbeitung von Daten, sondern nur das Geschäft damit, die Unternehmen mit verstärkter Transparenz über den Umgang mit unseren Daten auf die gesellschaftliche Debatte um einen zeitgemäßen Datenschutz antworten müssen. Denn der Zielkonflikt steckt im Bereich Datenschutz und dem Geschäft mit den Daten und weniger unserer Nutzung von datenproduzierenden Diensten.

  • ARBEITSWELT Cicero Online: „Die westliche Unternehmenskultur beruht auf Stress, Schlafentzug und Burnout“: Auf Cicero.de finde sich ein interessantes Interview mit Arianna Huffington. Im Grunde geht es um ihr neues Buch, aber eben auch um das grundlegende Thema, die ihrer Meinung nach falschen Definition von Erfolg in unserer Gesellschaft und die moderne Arbeitswelt. Zwei Bereiche, die sich zumindest in den westlichen Industrienationen ähneln und laut Huffington neu gedacht werden müssen. Huffington erfindet das Rad nicht neu, doch der „Spitzen-Unternehmerin“, wie der Cicero schreibt, lohnt sich immer zuzuhören. Sie benennt interessante Punkte, die diskutiert werden können.

  • FLICKR CNET: Some photographers bristle over Flickr’s selling of photos: Auf CNET schildert Richard Nieva die neueste Kontroverse um Flickr und das mehr Nutzungsfreiheit bietende Lizenzmodell Creative Commons. Flickr hat angefangen, Leinwandkopien von Flickr-Fotos zu verkaufen. Wer sein Foto unter dem klassischen Copyright veröffentlicht hat, bekommt 51 Prozent des Gewinns. Die Fotografen, die ihre Fotos unter Creative Commons der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt haben, bekommen gar nichts. Der Ärger ist vorprogrammiert, hat aber nichts mit Creative Commons zu tun. Die meisten Fotografen haben nämlich gar nichts gegen die rechtskonforme Nutzung von Flickr, sondern hätten sich von Yahoo als Plattformbetreiber nur ein alle Fotografen fairer behandelndes Vorgehen gewünscht. Jetzt wirkt es so, dass die der Gesellschaft Freiheiten einräumenden Fotografen bestraft werden. Nicht von der Gesellschaft, sondern von Yahoo.

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Warum ist Unternehmenskommunikation so langweilig?

sweet, sweet honey (adapted) (Image by Peter Shanks [CC BY 2.0] via flickr)

Immer mehr Firmen setzen auf eigene Blogs. Wenn sie ihren Mitarbeitern aber keinen Spielraum erlauben, lässt das Ergebnis zu wünschen übrig. Viele Unternehmen haben heute einen Blog, aber kaum Kommunikation, beklagt der Berater Christian Henne. Gleiches gilt für die Präsenzen auf Facebook oder Google Plus. Abschalten wäre die naheliegende Entscheidung, wenn nicht die meisten Organisationen einen Gesichtsverlust fürchten würden. Man könnte es allerdings auch mit einer anderen Kommunikationskultur versuchen:

Man braucht gute Schreiber, Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Wenn man sich nicht davon verabschieden will, jede öffentliche Äußerung einem Corporate Messaging zu unterziehen und es somit glatt zu bügeln, dann sollte man die Finger von einem Corporate Blog lassen„, erläutert Henne. Als Vermarktungsfläche für PR-Mitteilungen sind Blogs wirkungslos. Ein eigener Stil ist wichtig, das persönliche Engagement, der Aufbau einer Community, die Pflege von Beziehungen und eine offene Dialogform.

Blog mit „Wertbeitrag“

Nicht ganz so überzeugt bin ich von der Empfehlung, den „Wertbeitrag“ von Blogpostings über Erfolgskriterien und Kennzahlen zu messen.

Da bewegen wir uns ganz schnell in der neoklassischen Mainstream-Variante des Managements, die auf rationales Planen und auf die Umsetzung der Planung baut. Das Kontroll-Gedöns ist wohl eher die Ursache für die Bewegungsstarre vieler Unternehmen in der Öffentlichkeit. Es wäre an der Zeit, Prämissen der völligen Planbarkeit und Messbarkeit in der Betriebswirtschaft kritisch zu hinterfragen, empfiehlt Management-Experte Professor Rupert Hasenzagl.

In der Kommunikation bewegt man sich in hochkomplexen Umgebungen, die sich dem Kennzahlen-Fetischismus der Zahlen-Bürokraten entziehen. Ob Blog, Facebook, Pressemitteilungen, öffentliche Reden oder Interviews mit Journalisten: Unternehmen wollen in ihrer Außenkommunikation gerne als eine einheitliche Entität wahrgenommen werden.

Genau das funktioniert nicht mehr, auch wenn man strikte Social-Media-Guidelines formuliert oder Regeln festlegt, wer in der Außenwelt etwas sagen darf und was er sagen darf. Auch hier versucht man, das Ganze in Kontrollstrukturen einzugliedern, damit krampfhaft das Bild einer einheitlichen Entität gewahrt wird. Das kostet unglaublich viel Energie und funktioniert am Ende doch nicht„, so die treffliche Analyse von Kontrollverlust-Blogger Michael Seemann.

Deshalb landen 99,99 Prozent aller Firmen-Pressemitteilungen im Papierkorb. Deshalb gibt es keine Interaktion auf Corporate Blogs, deshalb verunglücken viele Interviews. Es gibt eindeutig identifizierbare Nachrichtenfaktoren, die für Aufmerksamkeit sorgen oder eben nicht: Schwellenfaktor eines Ereignisses, Eindeutigkeit der Nachricht, Tragweite, Überraschung, Kontinuität (rauscht etwas wie ein Lauffeuer durch die Öffentlichkeit – Mem-Stärke würde ich das nennen), Personalisierung und Negativismus (Konflikt, Kontroverse, Aggression, Zerstörung und Tod). Alles andere ist halt die Schönwetter-Sauce von PR und Marketing, die täglich ins Netz gegossen wird. Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Die Ursachen liegen häufig beim Top-Management, das davon ausgeht, Öffentlichkeit wie ein Perlenspiel beherrschen zu können. „Sobald eine Führungskraft in Social Media aktiv wird, muss sie damit rechnen, auch mit unliebsamen Fragen konfrontiert zu werden. Das erfordert vom Einzelnen viel Mut und eine klare Haltung. Social Media basiert auf Kommunikation mit Menschen. Diese verhalten sich nicht immer logisch und nachvollziehbar„, betont der PR-Blogger Klaus Eck.

Die Fassade der Phraseologie

Und Unberechenbarkeit ist Gift für die Geisteswelt der Kontroll-Schamanen. Sozusagen die German-Angst vor dem Shitstorm. Ohne beschützende Entourage, Sprachregelungen, Powerpoint-Folien und Autorisierungsmanie sind Manager nicht überlebensfähig. Zu leicht erkennt man die Nacktheit des Kaisers hinter einer Fassade der Phraseologie.

Dabei könnte die Wirtschaftswelt so viel schöner sein, sagt Ralf Schwartz. Gefordert seien Mut, Rückgrat und Selbstbewusstsein, unsere Persönlichkeit auszubilden, uns zu messen an ungeschriebenen Gesetzen: „Der Vielfalt zu huldigen, statt immer wieder nur dieser elenden Droge Einfalt. Ich kann so lange predigen, wie ich will – zum Beispiel in der ‚Wirtschaftswoche‘-Kolumne mit dem Titel ‚Werbung muss wieder Kunst werden‘ – nichts wird passieren, wenn nicht der letzte meiner Punkte Realität wird und der Manager des Status quo endlich zum Mäzen des Neuen wird. Warum Manager sich das nicht trauen? Nun, weil sie niemanden über sich wissen, der ihnen den Rücken freihält, wenn es eng wird. Niemanden, der ihnen Mut macht, sie Fehler und Erfahrungen machen lässt, zum Wohle des Produktes, der Marke, des Unternehmens.

Genau das ist der Grund, warum wiederum diese liebwertesten Gichtlinge des Top-Managements ihren eigenen Mitarbeitern keinen Mut machen, ihnen keine Carte blanche geben, kein Spielfeld, um sich die Hörner abzustoßen und in neue Erfahrungen zu investieren. Stattdessen produzieren sie Ladenhüter. Nach innen und außen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „sweet, sweet honey“ by Peter Shanks (CC BY 2.0)


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WordPress sei Dank

Wordpress Button Closeup (adapted) (Image by Titanas [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

WordPress ist die Grundlage einer Community, die sich vielleicht stärker als solche auch wahrnehmen muss. Mitte Juni nahm ich in Hamburg an meinem ersten WordCamp teil und dieses Treffen mit der WordPress-Community offenbarte mir eine bis dahin übersehene Tatsache: Ohne WordPress wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Zeit sich mit diesem wichtigen Teil meines (beruflichen) Lebens auseinanderzusetzen.

Keep calm and blog on

Ich war nach Hamburg gekommen, um auf dem hiesigen WordCamp einen Vortrag zu halten, den ich letzten November für den Münchner Zündfunk-Kongress des Bayerischen Rundfunks entwickelt habe und mit dem Feedback von damals aktualisierte. Ich betonte diesmal, das die Zielgruppe meines Vortrags Menschen sind, die noch nicht bloggen und es vorhaben oder schon erste Schritte in der Blogosphäre hinter sich haben und nun vor der Frage stehen, wie es weiter geht. Als ich vor dem Pult eines Hörsaals im Geomatikum der Hamburger Universität stand, dachte ich, was das für eine dumme Idee war, auf einem WordCamp einen Vortrag für Leute zu halten, die nicht bloggen. Trotzdem warteten ungefähr 30 Leute auf meinen Vortrag, der gleich nach der Keynote geplant war. Am Ende sollten es fast 50 Zuhörer sein.

Während meines Vortrags war mir noch nicht klar, wie sehr die Nutzer bei diesem WordCamp im Vordergrund standen. In der Fragerunde nach meinem Vortrag ging es vor allem um Geld verdienen mit Bloggen und welchen Stellenwert Blogger sich selber geben. Zwei spannenden Themen, die ich in der nächsten Version meines Vortrages stärker in den Fokus rücken werde, neben ein paar Hinweise zu Lizenzmodellen wie Creative Commons. Auch in den anderen Vorträgen des Wochenendes standen selten die Entwickler im Vordergrund, viel mehr ging es um die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten von WordPress. Die Referenten, alles Leute aus der Praxis, teilten ihre Erfahrungen mit dem interessierten Publikum. Ich habe mich selten auf einer mehrtägigen Veranstaltung so gezielt angesprochen, unterhalten, verstanden und informiert gefühlt.

WordCamp 2014 in Hamburg from Uli Mattes on Vimeo.

Wir sind Teil einer Community

Martin Glanert rundete meine Hochgefühl auf dem Hamburger WordCamp mit einem genau formulierten Gedanken ab: „Die meisten von uns wären nicht da, wo wir jetzt sind, wenn es WordPress nicht geben würde.“ Ich blogge seit fast sieben Jahren mit WordPress, aber bis zu diesem Wochenende habe ich mich nie als Teil einer Community gefühlt. Bei Tumblr spürte ich die weltweite Vernetzung allein dadurch, dass man einen Tumblr-Blog hat. Doch WordPress ist mehr als ein Blogging-Werkzeug. Es ist Grundlage für so viele Ideen und Projekte im Internet. Es wird vielleicht wirklich Zeit, das wir alle die täglich WordPress nutzen, uns stärker als Teil einer weltweiten Gemeinschaft wahrnehmen, die kreativ und produktiv im Internet tätig ist.

Im journalistischen Printbereich gibt es dieses Gemeinschaftsgefühl, unabhängig davon, was die Leute im Einzelnen eigentlich auf Papier drucken lassen. „Print Pride“ ist ihr Slogan und auch wenn in den meisten Fällen wirklich überhaupt kein Grund dazu besteht, so etwas wie Stolz zu empfinden, zeigt der Gedanke dahinter, das man sich als eine Gruppe wahrnimmt. So etwas sollten auch wir WordPress-Nutzer verstärkt machen. Ein WordCamp kann, wie in meinem Fall, ein guter Anfang sein. Vielen Dank deshalb an die Menschen, die sich die Mühe machen, Menschen zusammenzubringen.

Hier gibt es übrigens mein Storify zu dem Hamburger WordCamp: „WordCamp Hamburg 2014


Image (adapted) „WordPress Button Closeup“ by Titanas (CC BY-SA 2.0)


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