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Dota2 Weltmeister besiegt von der KI „Five“

Künstliche Intelligenz besiegt Dota2 Champions.

Das Online-Spiel Dota2 ist neben League of Legends eines der beliebtesten und komplexesten MOBA-Games unserer Zeit. Die jährlichen Championships sind mit über 25 Millionen US-Dollar Gewinn dotiert. Diesen riesigen Preis nahm im letzten Jahr, in der Saison August 2018, das Team OG mit nach Hause. Doch nun musste sich das Team in einem Freundschaftsspiel gegen einen Gegner beweisen, mit dem sie nicht gerechnet hatten: Einer künstlichen Intelligenz, die in einem best-of-three Match die Weltmeister in die Knie zwang.

OpenAI steckt hinter dem Projekt

Das Unternehmen OpenAI, über dessen KI wir bereits vor einiger Zeit berichteten, tüftelte in den vergangenen Monaten an einer künstlichen Intelligenz, der es möglich sein sollte, die komplexen Spielabläufe von Dota2 zu analysieren und daraufhin eigene Spielzüge zu erstellen. Heraus kam dabei dann die KI „Five“, die insgesamt das Äquivalent von 45.000 Jahren Dota-Erfahrung gespeichert hat. Die Forscher ließen die KI also Spiele mit einer Gesamtlaufzeit von 250 Jahren pro Tag simulieren und aus den Matches lernen.

Dafür musste Dota2 jedoch zunächst angepasst werden. Die KI lernte ganz zu Beginn mit einer sehr abgespeckten Version des Originaltitels und lernte über die Zeit immer mehr Komponenten, wie verschiedenste Attacken, Ausrüstungen und Champions in die Kalkulationen aufzunehmen. Trotzdem fand das Match von Five gegen OG letztendlich nicht unter den klassischen Bedingungen statt. Die Reaktionszeit von Five musste ein wenig heruntergeschraubt werden, das wäre ansonsten aufgrund der motorischen Fähigkeiten der Menschen dem Team OG gegenüber nicht fair gewesen. Außerdem musste die KI auf Items verzichten, die die Minions im Spiel kontrollieren. Dass eine KI besser micromanagen kann als jeder Mensch, sahen die Entwickler als gegeben und somit unfair an. Five konnte hingegen noch immer nicht mit allen Champions umgehen, weswegen nur eine geringe Anzahl Charaktere zur Auswahl standen.

Wie verlief das Spiel?

Wer sich selbst noch einmal die Matches ansehen möchte, der kann das hier tun. Zusammenfassend kann man aber sagen: Five hat seinen Zweck erfüllt. Auch wenn die künstliche Intelligenz im ersten Spiel gegen OG relativ lange brauchte, um ihre im Spiel gewonnenen Vorteile in einen handfesten Sieg zu verwandeln. Das zweite Spiel dauerte dann nicht einmal halb so lang und dieses Mal hatte OG wenig Chancen, gegen Five anzukommen. Bereits nach 15 Minuten standen die Five-Bots vor den Toren der OG Base und fünf Minuten später war das Match gewonnen.

Doch den Profis aus dem menschlichen Team fielen einige Schwächen der KI auf, die sie im Verlauf des Turnieres zu ihrem Vorteil nutzten. Five hat Schwierigkeiten damit, Gold zu farmen, was aber ein wichtiger Bestandteil ist, um im Spiel Items kaufen zu können. Stattdessen ist die KI zu sehr auf Spielzüge gegen die Gegner fokussiert. Darüber hinaus sind einige der Feinheiten des Spiels für den künstlichen Gegenspieler schwer zu verstehen. Five hat Schwierigkeiten mit unsichtbaren, sprich plötzlich auftauchenden Gegnern, umzugehen und kommt um Schilder, die von den Spielern aufgestellt werden, einfach nicht herum. Und damit treffen wir hier wieder auf die Grenzen der künstlichen Intelligenz. Sie mag 600 Menschenleben an Erfahrung im Dota2-spielen haben, aber sie kann nicht mit unvorhergesehenen Aktionen umgehen. Vor jedem Spielzug, den sie so noch nicht erlebt hat, bleibt die KI stecken.

Five für kurze Zeit für alle zugänglich

Für drei Tage konnten auch normale Spieler auf der ganzen Welt versuchen, gegen Five in einem Match zu bestehen. Dafür musste man sich allerdings vorher registrieren. Wer genug davon hat gegen die KI zu verlieren, dem sollte es auch möglich sein mit ihr zusammen zu spielen. Denn als Teamplayer eignet sich Five nach Angaben der Entwickler überraschend gut.


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Die künstliche Intelligenz, die ein Künstler war

Was hat der kulturell versierte Geschäftsmann von heute in seiner Wohnung hängen? Natürlich ein Bild, erschaffen von einer künstlichen Intelligenz. Einer Maschine also, die mit großer Wahrscheinlichkeit selbst nicht so ganz versteht, was sie dort erschaffen hat. Dass Menschen mit Maschinen zusammenarbeiten um Kunst zu erschaffen ist nichts Neues. Auch, dass bei dem kreativen Prozess künstliche Intelligenzen eingesetzt werden, gab es schon vorher. Doch mit der KI AICAN steht uns mit einem Mal eine Maschine entgegen, die ihre Kunstwerke ganz alleine fabriziert.

AICAN mischt die Kunstszene auf

Bereits 2017 hat die künstliche Intelligenz AICAN ihre erste eigene Kunstgalerie in Los Angeles und später auch in Frankfurt präsentiert. Aber nun mal ganz langsam: Wie kam es überhaupt dazu? AICAN wurde im Art and Artificial Intelligence Laboratory erschaffen, von Dr. Ahmed Elgammal. Die künstliche Intelligenz wurde hier mit fünf Jahrhunderten an westlicher Kunst gefüttert und sollte schließlich ihre eigenen Bilder erstellen. Besonders faszinierend war dabei, dass AICAN von selbst erkannte, in welcher chronologischen Reihenfolge die Bilder, die ihm zugeführt wurden, erstellt wurden. So wusste die KI von selbst, dass zum Beispiel die Epoche der Renaissance lange vor der des Impressionismus stattfand.

Was nun die Bilder der künstlichen Intelligenz angeht, so variieren diese in ihrem Stil stark. Für besonderes Aufsehen sorgte nun die New Yorker Contemporary-Art Ausstellung mit dem Titel „Faceless Portraits Transcending Time“, in der AICAN Porträt-Bilder erstellte, die für 3000 bis 18000 US-Dollar verkauft wurden. Die „Menschen“ auf den Bildern sind dabei eher schemenhaft dargestellt, und gehen sehr ins Abstrakte. Ebenfalls sehr interessant ist, dass laut einer Umfrage, durchgeführt von der Conrell University, 75 Prozent der Befragten glaubten, die Bilder von AICAN seien von Menschen gemalt worden.

Die Kunstwelt ist gespalten

Der Einsatz einer solchen KI wirft natürlich viele Fragen in der Kunst-Szene auf. Werden wir irgendwann nur noch die Kunst von künstlichen Intelligenzen betrachten und konsumieren? Müssen wir AICAN vielleicht sogar eine Art „Persönlichkeit“ zusprechen, wenn er/sie/es sich in Kunst ausdrücken kann? Ist AICAN ein vollwertiger Künstler? Es ist zugegebenermaßen interessant zu sehen, welche Interpretationen in die Werke der KI gelegt werden und wie versucht wird, das, was AICAN tut, in Worte zu fassen.

Trotz der Tatsache, dass AICAN mit 500 Jahren Kunstgeschichte gefüttert wurde, erstellt die KI zunehmend abstrakte Bilder. Und das aus dem einfachen Grund, dass AICAN weiß, dass diese Art der Kunst gerade am meisten Anklang in der Welt findet. Die KI hat schließlich nicht 80.000 Bilder umsonst analysiert. AICAN ist also in gewisser Weise auf das ausgerichtet, was wir Menschen gerade interessant finden. Selbst der Erschaffer der KI sagt jedoch, dass er keine Kontrolle über das hat, was AICAN am Ende präsentiert. Die KI ist also wirklich die erste Maschine, die vollkommen autonom kreative Werke erstellt. Aber am besten sollte AICANs Kunst für sich selbst sprechen:

Die Zukunft der kunsterschaffenen KIs

Allerdings sollte man relativieren, wie viel Relevanz tatsächlich hinter AICAN steckt. Natürlich ist es erst einmal etwas total Neues, dass eine KI selbstständig Kunstwerke erschafft. Aber es gibt eben doch noch etwas, was auch dieses fortgeschrittene Programm von einem „richtigen“ Künstler unterscheidet. Echte Menschen sind inspiriert von den Orten, den Menschen und dem sozialen Kontext, in dem sie sich selbst bewegen. Sie interpretieren ihre eigene Außenwelt und verarbeiten sie in Kunst. Das kann AICAN nicht leisten, da die KI ausschließlich in ihrer eigenen Datenwelt existiert.

Dabei ist das Programm von Dr. Elgammal noch für ganz andere Dinge bestimmt. Denn mithilfe dieser KI könnte es in Zukunft möglich sein, Trends in der Kunstszene vorherzusagen. Oder Kunstwerke zu bewerten und einen möglichen Preis zu ermitteln. Letztendlich ist der Handel mit Kunst für viele zu einer guten Einnahmequelle geworden. AICAN könnte potenziellen Kunsthändlern helfen, geeignete Stücke für ihre Sammlung auszuwählen.

Die Entwicklungen rund um künstliche Intelligenzen in der Kunstwelt sind vor allem eines: Unglaublich spannend. Denn noch nie zuvor hat es einen anderen „Creator“, quasi einen „Erschaffer“ gegeben, der nicht menschlich, ja nicht einmal tierisch, sondern künstlich ist. Und der direkt mit den Menschen durch Kunst kommuniziert. Auch, wenn sich AICAN natürlich nicht seiner selbst, oder einer möglichen Bedeutung seiner Kunstwerke bewusst ist. Viele Experten gehen davon aus, dass KIs  in Zukunft eher ein weiteres Werkzeug für Künstler sein werden. Wie ein Fotograf, der heute mit automatischer Bildverbesserung arbeitet. Wie es im Moment aussieht wird der Hype um künstliche Intelligenzen in der Kunst jedoch irgendwann wieder abflauen und die Kunstwelt sich dann wieder in eine andere Richtung weiterentwickeln.


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Netzpiloten @Rise of AI

Egal ob Autonomes Fahren, Smart Home oder Journalismus – Künstliche Intelligenz wird immer mehr zu einer der beherrschenden Kräfte unseres Lebens. Seit fünf Jahren findet zu diesem Thema nun schon die Rise of AI-Konferenz statt. Am 15. und 16. Mai werden in Berlin wieder rund 800 Teilnehmer, 100 KI-Unternehmen, sowie 60 Speaker erwartet. Die Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei, wenn sich zwei Tage lang alles um die Maschinenintelligenz dreht.

Welche Speaker werden da sein?

Die Eröffnungskeynote zum aktuellen Stand der künstlicher Intelligenz hält Fabian Westerheide von Asgard. Zu den mehr als 60 Speakern zählt auch Telekom CCO Manuela Mackert, die über den ethischen Rahmen für KI referiert. Einblicke aus dem Bundestag zur deutschen KI-Strategie gibt es von Andreas Steier (CDU). Prof. Dr. Moritz Helmstaedter stellt künstliche und natürliche Intelligenz gegenüber. Kann das Gehirn uns besseres Machine Learning beibringen? Und schließlich erklärt uns  Aleksandar Stojanovic wie er mit Deep Data die Welt sicherer machen will.

Welche Themen erwarten euch?

Auf vier Bühnen erwartet euch ein starkes Programm mit diesen Schwerpunkten:

  • Was ist KI und wie bringen wir ihr Moral und Ethik bei?
  • Sollten Regierungen Maschinenintelligenz regulieren?
  • Welchen Einfluss übt sie auf die Gesellschaft und unser Leben aus?
  • Wie schaut das Zusammenleben von Mensch und Maschine auf lange Sicht aus?
  • Finanzen, Versicherung und Banking
  • Fahrzeuge, Logistik und Fabrikation
  • Marketing, Verkauf und Telekommunikation

Und sonst noch?

Die AI World Exhibition, der Ausstellungs-Teil der Rise of AI, lädt zum Netzwerken ein. Mit der Networking App könnt ihr euch an einem der speziellen Meeting-Points treffen. Mehr als 20 Unternehmen warten auf euren Besuch an ihren Ständen. Wer die Rise of AI besuchen möchte, sollte sich schnell ein Ticket sichern. In den vergangenen Jahren waren die Tickets schnell ausverkauft. Ein begrenztes Kontingent vergünstigter Tickets gibt es für Studenten und Wissenschaftler. Wir wünschen euch viel Spaß!

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Die Künstliche Intelligenz scheitert an der Sprache

Von allen Seiten des Internets sieht man gefühlt nur Artikel, die uns davor warnen, wie gefährlich uns künstliche Intelligenz in der Zukunft werden kann. Es geht darum, dass Deep-Learning Techniken letztendlich dazu führen würden, dass Maschinen sich ohne unser Wissen selbst verbessern, bis wir nicht mal mehr verstehen, was genau sie dort lernen. Auch von einem großen Arbeitsplatzverlust, durch das Ersetzen aller möglichen Stellen mit intelligenten Systemen, ist die Rede. Man spricht von „Superintelligenzen“, die in den Augen einiger Autoren die Weltherschafft an sich reißen könnten. Doch sind viele dieser Ansätze realistisch? Sieht so wirklich unsere Zukunft aus? Ein gerade veröffentlichter Artikel der Website MIT Technology Review zeigt ein deutlich „gemildertes“ Bild der künstlichen Intelligenzen von heute. Eines, wo diese noch starke Probleme aufweisen, bei so vergleichsweisen simplen Aufgaben wie dem Interpretieren von Sprache.

Binär-Code ist nicht gleich humanistische Sprache

Die künstlichen Intelligenzen, die heute entwickelt werden, kommunizieren auf einem ganz anderen Level als wir. Wenn sie untereinander kommunizieren, tun sie das durch das Übertragen von Datensätze. Die Daten werden 1:1 von der anderen Maschine gelesen und ausgeführt. Wenn es jedoch darum geht mit dem Benutzer aus Fleisch und Blut zu kommunizieren, stehen die künstlichen Intelligenzen vor ganz anderen Herausforderungen. Das Online-Magazine MIT Technology Review hat nun ein wenig gefiltert, woran es im Moment noch bei den künstlichen Intelligenzen harkt.

Künstliche Intelligenzen wissen nicht, was sie tun

Und das ist wohl das größte Problem. Viele sprach-basierte KIs sind darauf programmiert, aus ihnen zugeführten Texten zu analysieren, welche Wörter wie oft, in welchem Kontext, verwendet werden. Daraus ziehen sie einfach Schlüsse und versuchen dann, die Sprachwiedergabe nachzuahmen. Aber dabei verstehen sie selbst den Sinn hinter ihren eigenen Sätzen nicht und bemerken somit auch offensichtliche Fehler nicht. Was dabei rauskommen kann, sieht man an dem Beispiel, als eine KI versuchte, eigenständig ein Harry Potter-Buch zu schreiben.

Aber es gibt schon Beispiele wo KIs erfolgreich mit Menschen interagieren! Wie zum Beispiel bei Alexa. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass sie einzig darauf programmiert ist, aus gesprochenen Sätzen die Eckpfeiler „was, wann, wo und wer“ herauszufiltern. Wenn sie in ihrem System diese Fragen beantworten kann, gibt sie eine Antwort, die Sinn macht. Ihr Vorteil ist also, dass sie Sätze in Bausteine zerlegen und diese separat analysieren kann. Nuancen kann sie jedoch bis heute noch nicht erkennen und kreatives Schreiben ginge erst recht nicht.

Die Nuancen der Semantik

Dann gibt es in der menschlichen Kommunikation aber auch noch die sogenannte Model-theoretische Semantik. Diese ist für das Übermitteln einfacher Informationen von Mensch zu Mensch verantwortlich. Künstliche Intelligenzen, die dieses Wissen wiedergeben sollen, sind basierend auf der Annahme programmiert, dass alles menschliche Wissen einfach in einen Code umgeschrieben und den KIs gefüttert werden kann. Allerdings verhalten sich künstliche Intelligenzen hier wie ein Kleinkind: Man muss ihnen buchstäblich alles eigenhändig beibringen. Der Artikel des MIT Technology Review führt hier einen sehr guten Vergleich an. Wenn man einer KI beibringt: Adler sind Vögel, Vögel können fliegen, also können Adler fliegen, wird das spätestens bei den Pinguinen wieder zu einem Problem. Die sind schließlich auch Vögel, sie können aber nicht fliegen. Unterm Strich: Es gibt zu viele Ausnahmen in der Welt, als dass man einer KI alle Nuancen beibringen könnte.

Und schließlich für die Hobby-Psychologen hier noch ein Extra: Sprache ist auch immer sehr stark abhängig vom jeweiligen Kontext. Selbst wenn wir nur im Englischen bleiben würden, und somit zunächst die Bedeutung verschiedener Wörter/Betonungen in anderen Sprachen außer Acht lassen würden, ist Sprache ein sich ständig veränderndes Feld. Sie wird von jedem Individuum, selbst innerhalb einer Kultur, unterschiedlich verstanden und benutzt. Sprache ist immer auch ein Ergebnis unsere eigenen Erfahrungen, unseres eigenen sozialen Umfelds und letztlich auch unserer individuellen Prägung. Und gerade in der kreativen Literatur wird sie oft aus dem Kontext genommen, abgewandelt und umgeändert, damit etwas Neues und eben Kreatives dabei entsteht.

OpenAI versucht sich am kreativen Schreiben

Bis die Maschinen sich den Menschen soweit annähern, dass sie alle diese Nuancen und Bedeutungen verstehen, sodass von künstlicher Intelligenz geschriebene Manuskripte Sinn ergeben, wird es also wohl noch dauern.

Ursprung für den Artikel von MIT Technology Review war der Durchbruch der Firma OpenAI, die eine KI erschaffen hat, die fast perfekte Texte verfassen kann. Aber eben nur fast. In diesem Test hat ein Mensch die „Rahmenhandlung“ erfunden, Wissenschaftler hätten Einhörner entdeckt. Daraufhin sollte die KI die Geschichte weiterspinnen. Was sie daraus gemacht hat, ist zumindest unterhaltsam.


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Technik-Trends für das Jahr 2019

Es ist schon wieder soweit: Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und 2019 erscheint langsam am Horizont. In diesem Jahr gab es viele technische Neuerungen. Gerade die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und die Verbesserung vieler Wearables-Produkte bestimmten die News aus der Technik-Branche. Doch was hält das neue Jahr bereit? Was sind die technischen Themen, die uns 2019 begleiten werden? Wir wagen einen Blick in die Zukunft.

„Alte“ Trends bleiben bestehen

Auch im neuen Jahr werden wir auf altbekannte Trends stoßen, die bereits 2018 für Aufsehen sorgten.

So wird zum Beispiel die Künstliche Intelligenz ein Forschungs- und Entwicklungsfeld mit hoher Relevanz bleiben. Ganz egal ob intelligente Service-Systeme oder Home-Assistants wie Google Home und Amazons Alexa. Auch in 2019 werden wir in diesem Feld einige Verbesserungen und Neuerungen sehen, die die Künstliche Intelligenz dem menschlichen Verstand noch näherbringen wird. Außerdem wird in diesem Zusammenhang das Machine Learning im Mittelpunkt stehen. So nennt sich das selbstständige Erlernen von neuen Fähigkeiten, ohne dass es von Menschenhand programmiert wurde. In 2019 werden Künstliche Intelligenzen fähig sein, Bilder und andere äußere Einflüsse besser zu analysieren und zu verarbeiten, um somit den eigenen „Horizont“ selbstständig zu erweitern.

Auch der Bereich Blockchain wird uns 2019 in der Technik weiter beschäftigen. Dass Blockchain noch viel mehr kann, als nur für die Verwaltung von Kryptowährungen herzuhalten, haben wir bereits in diesem Jahr gelernt. Wie diese Systeme verbessert und vor allem sicherer gemacht werden können, werden wir dann im neuen Jahr sehen. Das Forbes Magazine spricht in seinen Voraussagungen für das neue Jahr zum Beispiel von innovativen B2B2C-Beziehungen, also wirtschaftlichen Beziehungen zwischen mehreren Firmen und Endkunden, die durch das Einsetzen von Blockchain vereinfacht werden könnten. Des Weiteren wird die Verbesserung der derzeitigen Sicherheits-Mechanismen ein großes Thema im Blockchain sein.

The Internet of Things bleibt im Trend

Wer sich schon jetzt beschwert, dass das WLAN vom Toaster mal wieder nicht funktioniert, oder einen Kleinkrieg mit seinem Router-gebundenen Rauchmelder führt, den wird im Jahr 2019 mit dem Internet of Things noch mehr Spaß erwarten. Denn das Vernetzen und Verbinden von verschiedensten Haushalts- und Arbeitsgeräten wird im ausgehenden Jahrzehnt weiterhin eine große Rolle spielen. Auch hier ist zum Beispiel die Verwendung von sprachgesteuerten Assistenten ein großes Zukunftsfeld. Letztendlich geht der Trend des Internet of Things auch in 2019 zu einer angenehmeren User-Erfahrung. Hierbei bleibt das Ziel natürlich immer, Technik so nahtlos wie möglich in unseren Alltag zu integrieren und damit unser Leben zu erleichtern.

Neue spannende Technik-Bereicherungen in Sicht

Doch nun ist es an der Zeit sich den spannenden Trends zu widmen, die in 2018 zwar schon absehbar, aber noch nicht im Mainstream angekommen waren. Wie zum Beispiel der E-Sport. Wir haben schon öfters darüber berichtet, wie die Community rund um den elektronischen Sport wächst. Aber in 2019 werden noch einmal ganz neue Dimensionen in Punkto Wachstum angesteuert. Es wird davon ausgegangen, dass die E-Sport Szene im nächsten Jahr 1.1 Milliarde US-Dollar wert sein wird. Mit namenhaften Sponsoren wie Coca Cola, die schon jetzt diese besondere Industrie unterstützen. Außerdem wird beobachtet, wie immer mehr Sport-Clubs auf der Welt sich E-Sport Teams aufbauen, um an diesen noch relativ jungen Events teilzunehmen.

Währenddessen werden wir auch im Bereich Retail-Technologie große Fortschritte sehen. Denn wo Supermarktketten wie Famila mit Selbstbedienungskassen ansetzen, ist noch viel Luft nach oben. Kontaktloses Bezahlen, Essen vom Supermarkt nach Hause liefern lassen, oder benutzerdefinierte Angebote bekommen. Für den Bereich Einzelhandel haben derzeitig entwickelte Technologien bereits viel zu bieten. Infolgedessen wird uns in 2019 eine noch angenehmere Einkaufs-Erfahrung erwarten. Immer abgestimmt auf unsere Vorlieben und Bedürfnisse.

Zuletzt möchten wir auf einen Technik-Trend aufmerksam machen, der sich bisher noch im Hintergrund gehalten hat. Das sogenannte Quantum Computing. Der Begriff steht für den Versuch einen Computer zu bauen, der auf den Gesetzen der Quantenphysik beruht. Einfach gesagt ist damit das Verarbeiten und Kategorisieren, sowie Archivieren von großen Datensätzen deutlich leichter, als mit herkömmlichen PCs und Servern. Derzeit befinden sich diese auch als „Supercomputer“ bezeichnete Geräte noch in der Entwicklung. Aber das Rennen um das Erfinden des ersten effizienten Quantencomputers wird 2019 in seine heiße Phase gehen.

Hier einmal ein Video, welches die Quantencomputer-Experimente des Hardware-Herstellers IBM zeigt:

Die Zukunft wird noch interaktiver

Was ist also festzuhalten? Viele Technologien, die sich über die Jahre entwickelt haben, werden in 2019 einen Feinschliff erfahren. Der allgemeine Trend der Technik richtet sich immer stärker danach, die individuellen Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen. Somit soll auch die Technik „sensibilisiert“ werden- frei nach dem Motto: Die Maschine dient dem Menschen, und nicht anders herum. Wir sind gespannt, was das nächste Jahr an Entwicklungen bereithält und werden für euch auch in 2019 Trends, Tipps und Geschichten aus der digitalen Welt aufbereiten.


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5 Best Cases für innovatives KI-Storytelling

Im privaten Umfeld gewöhnen wir uns bereits nach und nach an die digitale Media-Intelligenz von Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Google Assistant. Es stehen weltweit aber schon viele weitere smarte Medienanwendungen bereit, die über kurz oder lang in unserem persönlichen Medienkonsum eine Rolle spielen können. Die künstliche Intelligenz nimmt Einfluss aufs Geschichtenerzählen. In einem Best Cases Report der Medieninitative nextMedia.Hamburg in Kooperation mit dem InnoLab der Hamburg Media School werden zehn spannende Beispiele zum Thema Artificial Storytelling porträtiert. Hier sind die ersten fünf davon:

1. Sheldon County – Ein individueller Podcast

Podcasts erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. PhD-Student James Ryan hat die Vision, individuelle Podcasts für jeden Hörer zu erstellen. „Sheldon County“ heißt sein KI-basierter Podcast, der nach dem KI-Pionier Sheldon Klein benannt ist. Auf Grundlage einer beliebigen Zahl wird ein eigener exklusiver Podcast im Universum von Sheldon County generiert.

Handlungsstränge, Personen, Charakterzüge und Beziehungen werden aus einer Datenbank zu einer Geschichte zusammengefügt. Anschließend liest ein Sprachsynthesizer den Text und speichert ihn als Podcast. 2019 soll Sheldon County als Betaversion erscheinen. Bis dahin gibt es aber bereits die ersten Folgen auf Soundcloud zu hören.

2. KI-Autoren schreiben Bücher

Nicht nur Podcasts, auch ganze Bücher möchte man mit Hilfe von Artificial Storytelling erschaffen. Zack Thoutt, begeisterter Game of Thrones-Anhänger, konnte das lange Warten auf den nächsten Band nicht mehr aushalten. Er fütterte ein rekurrentes, neuronales Netz mit den bereits erschienenen fünf Bänden. Entstanden sind fünf Kapitel, die zwar nicht gerade ein Meisterwerk sind, aber durchaus zeigen in welche Richtung es gehen kann.

Der Japaner Hitoshi Matsubara trat mit seinem von einer KI erschaffenen Werk „The Day a Computer writes a Novel“ an einem Wettbewerb an. Er kam damit sogar in die zweite Runde des „Nikkei Hoshi Shinichi Literary Award“.

3. Fußball als 3D-Hologramm

Konstantinos Rematas und seine Kollegen von der University of Washington sehen die Zukunft des Fußballs in 3D-Hologrammen. Das 3D Hologramm entsteht dank AR-Technologie direkt auf dem Tisch. Als Grundlage dienten 12.000 Spielermodelle aus dem Computerspiel FIFA von EA Sports.

In Zukunft wollen sie die Technologie aber so weit ausbauen, dass auch Live-Spiele als Augmented Reality-Erlebnis Wirklichkeit werden. 3D-Hologramme funktioniert so derzeit aber nur in Verbindung mit der HoloLens von Microsoft.

4. ANGELINA – Neue Möglichkeiten im Game-Design

Künstliche Intelligenzen werden in der Spieleentwicklung eher für kleine Aufgaben genutzt. Die KI ANGELINA (Akronym für „A Novel Game-Evolving Labrat I’ve Named Angelina“) entwickelt hingegen komplette Spiele samt Spielregeln und Umgebungen.

Die Spiele gestaltet Angelina beispielsweise auf Basis von Fotos. Charaktere orientieren sich an News von Webseiten oder Social Media-Plattformen. KIs wie Angelina sollen laut Entwickler Michael Cook trotzdem eher eine unterstützende Rolle in der Programmierung einnehmen, anstatt den Menschen zu ersetzen.

5. Dreamwriter – Journalismus aus der Dose

Tencent heißt der chinesische Social Media-Riese, die mittlerweile genau so umsatzstark ist wie Facebook. Deren AI Dreamwriter ist in der Lage, selbstständig journalistische Texte zu schreiben. Die Rede von Zach Seward, Executive Editor bei Quartz wurde bei der Media Summit 2017 bereits aufbereitet und veröffentlicht, bevor Seward die Bühne verlassen hatte.

Neugierig auf fünf weitere zukunftsweisende Anwendungen?

Die kompletten 10 Cases stehen bei nextMedia.Hamburg zum kostenlosen Download bereit!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Medieninitative nextMedia.Hamburg und dem InnoLab der Hamburg Media School.


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Eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen soll das deutsche Trauma bewältigen

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Durch eine staatliche Agentur für Sprunginnovationen will die Bundesregierung aus der exzellenten Grundlagenforschung in Deutschland Impulse für die Volkswirtschaft ableiten. „Zahlreiche Erfindungen, die völliges Neuland eröffnen und ganze Märkte umkrempeln können, sind in Deutschland entstanden, scheitern jedoch häufig noch in der Anwendung. Die staatliche Agentur zielt darauf ab, aus diesen hochinnovativen Ideen aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auch erfolgreiche Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze in Deutschland entstehen zu lassen“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Fahndungsauftrag

Die staatliche Agentur verfolgt einen personenzentrierten Ansatz. Sie setzt auf hochkompetente und kreative Innovationsprotagonisten, die zeitlich befristet in der Agentur tätig sind und besondere Handlungsfreiräume genießen. Sie können nach Angaben der Bundesregierung Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Sprunginnovationspotential von der Idee möglichst bis hin zur Anwendung auswählen, steuern und – je nach Projektverlauf – beenden oder fortsetzen. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzen die Vorhaben um. Geförderte Ideen werden über Ausgründungen, durch Unternehmen oder auch durch den Staat selbst, im Rahmen der öffentlichen Beschaffung verwertet und in den Markt eingeführt.

Die Mitarbeiter der Agentur sollen nach innovativen Ansätzen in der Wissenschaft fahnden und Erfinder ermuntern, ihre Ideen auch in der Praxis umzusetzen. Bis zum Ende der Legislaturperiode stellen Bundesforschungs- und Bundeswirtschaftsministerium dafür mindestens 151 Millionen Euro bereit. Für die gesamte Laufzeit der Agentur – zehn Jahre sind geplant – wird mit einem Mittelbedarf von rund einer Milliarde Euro gerechnet.

Das deutsche Trauma

„Dass der Bund nun eigens eine staatliche Agentur zur Förderung solcher Entwicklungsschritte gründet, hat auch mit einem deutschen Trauma zu tun, das in der Regierung seit Monaten immer wieder zitiert wird: die Geschichte des MP3-Players. Die Technik für dieses Gerät wurde schon in den achtziger Jahren in Deutschland entwickelt, von einer Gruppe von Forschern um Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut in Erlangen und der dortigen Universität. Damit viel Geld verdient haben später allerdings nicht deutsche Unternehmen, sondern in erster Linie die asiatischen Elektronikkonzerne“, schreibt die FAZ. „Das dürfe nicht noch einmal passieren“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Nur waren es nicht Firmen in Asien, die MP3 zur Entfaltung brachten, sondern Apple mit ihrem kongenialen Chef Steve Jobs. Und es waren nicht in erster Linie neue Erfindungen, die Jobs erfolgreich auf dem Markt etablierte. Es waren Kombinationen von bestehenden und neuen Technologien. Der Apple-Mitgründer entsprach dem innovativen Unternehmen, wie ihn der Ökonom Joseph Schumpeter in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ beschrieben hat – vor über 100 Jahren:

„Nur dann erfüllt er (der Unternehmer) die wesentliche Funktion eines solchen, wenn er neue Kombinationen realisiert, also vor allem, wenn er die Unternehmung gründet, aber auch, wenn er ihren Produktionsprozess ändert, ihr neue Märkte erschließt, in einen direkten Kampf mit Konkurrenten eintritt.“

Kombinatoriker müssen keine Erfinder sein

Innovatives Unternehmertum unterscheidet sich dabei deutlich vom Routineunternehmer, der auf überkommenen Grundlagen arbeitet und nie Neues schafft. Aus altbekannten Techniken wie W-LAN, MP3 und Bewegungssensoren schuf Apple neue Geräte mit Kultfaktor. Und auch das benutzerfreundliche Design ist keine Kreation aus Cupertino. Steve Jobs und seine Entwickler folgten konsequent dem Less-and-More-Diktum des legendären Industriedesigners Dieter Rams, der in den 1960er und 1970er Jahren bahnbrechende Produkte für die Braun AG schuf. Und was noch wichtiger für die Erfolgsstory von Apple ist: Jobs erzeugte neue Märkte. Der dynamische Unternehmer orientiert sich nicht primär an gegebener oder unmittelbarer Nachfrage des Konsumenten, sondern „er nötigt seine Produkte dem Markte auf“, so Schumpeter. Das ist Steve Jobs mit Produkten und Diensten für das mobile Internet und für den Tablet-Markt gelungen. Gelingt so etwas mit einer staatlich initiierten Agentur für Sprunginnovationen?

Verrückte Persönlichkeiten vonnöten

Dazu braucht man charismatische und ein wenig verrückte Persönlichkeiten, die Neues durchsetzen, intelligenter organisieren und sich vom Routinebetrieb abgrenzen. Es sind nicht nur Unternehmer, die das schaffen, sondern auch Beamte, wie der Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts unter Reichskanzler Otto von Bismarck aus Berlin ein Silicon Valley der Telekommunikation machte. Er erfand die Postkarte, gründete die Reichsdruckerei, das Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) sowie den Allgemeinen Postverein (1878 Weltpostverein). Dann forcierte er erst in Deutschland, und danach in der ganzen Welt den Aufbau der modernen Telegraphie. Stephan erkannte als einer der Ersten die politische und wirtschaftliche Relevanz des Telefons als Medium der Echtzeit-Kommunikation. So einen könnte die neue staatliche Agentur, die Anfang des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnimmt, gut gebrauchen.

Propheten der Innovation brauchen wir nicht

Als Vorbild dient der Bundesregierung die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) in den USA. Als bekanntestes und erfolgreichstes Projekt kann das ARPANET angesehen werden, aus welchem das Internet hervorging. Welche Persönlichkeiten brauchen wir für Innovationen? brand eins-Autor Wolf Lotter hat auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal einige ins Spiel gebracht, die man möglichst meiden sollte.

Etwa Propheten, die es in Glaubensgemeinschaften, in der Dogmatik und in der Ideologie gibt. „Entweder Du machst mit oder Du landest in der Hölle. Ich bin gut und Du bist böse, hier ist mein Evangelium. Das sind die nicht sehr anschlussfähigen Damen und Herren, die in ihren Bubbles leben und den anderen die Welt erklären“, so Lotter.

innovate or die-Gelaber

Es sind Bühnenkünstler, die von Disruption und kreativer Zerstörung labern, aber Clayton M. Christensen oder Schumpeter nie im Original gelesen haben. Es sind alarmistische Lautsprecher, die vom Darwinismus schwadronieren, aber die Evolutionstheorie schlicht nicht verstehen. Als weiteren Vertreter der Innovationstypologie benennt Lotter den Eroberer. Er folgt dem Propheten auf dem Fuß und erklärt Innovationen zum Maß der Dinge. Religionskriege, ideologische Eroberungen aber auch die darwinistische Variante des „innovate or die“ sind sein Credo. „Wer sich nicht digitalisiert, ist von gestern und dessen Unternehmen wird sterben. Das sind die Sprüche, die wir kennen“, erläuterte Lotter auf der Keynote Arena der Zukunft Personal-Messe. Artificial Intelligence sofort einführen und zum Segen der Industrie erklären. Wer noch ein paar Fragen zur Sinnhaftigkeit hat, ist von vorgestern und hat nichts kapiert.

Fragen zur Intelligenz nicht erwünscht

Dass mit der Unterscheidung von natürlicher und künstlicher Intelligenz noch nicht alles geklärt ist, sei dahingestellt. Auch das Rätselraten von Biologen und Neurologen bei der Erklärung von natürlicher Intelligenz darf die KI-Verkäufer nicht stören. „Alles nur Marketing-Geschwurbel“, kritisiert Lotter.

„Selbst Erfinder werden uns wohl nicht mit volkswirtschaftlich relevanten Sprunginnovationen beglücken. Sie verbohren sich in ihrem Fach“, so Lotter. Ihre Metamorphose endet im Fachidiotentum.

Ich habe Patente, also bin ich?

Das systematische und planmäßige Erfinden in Konzernen produziert nach Auffassung von Lotter zuverlässig eine Vielzahl an Patenten und Rechten. Deren Wirksamkeit ist allerdings fraglich, lieber FDP-Bundestagsabgeordneter Thomas Sattelberger. Da helfen dann auch nicht Erbsenzählereien in irgendwelchen Studien zur KI-Forschung weiter. Lotter verweist auf die amerikanische Innovationsforscherin Rosabeth Moss Kanter. Sie bringt dieses Dilemma sehr schön auf den Punkt: Meistens folgen den großartigen Innovationsankündigungen mittelmäßige Ausführungen, die anämische Resultate nach sich ziehen. Irgendwann schlägt dann das Controlling zu. Moss Kanter nennt diese Vertreter „Innovations-Ersticker“. Welche Typologien sind besser?

Lotter nennt sie Erkenner und Ermöglicher. Also Persönlichkeiten, die Ideen aufsaugen, orchestrieren und kombinieren. Sie führen keinen Krieg gegen Talente, sie belohnen nicht Opportunismus, sondern Individualismus. Das Notiz-Amt ist gespannt, ob das die neue staatliche Agentur hinbekommt. Der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft sieht übrigens mp3 als deutsche Erfolgsgeschichte. Das sollten Altmaier und Karliczek noch einmal jenseits der Lizenzgebühren, die Fraunhofer kassiert, mit Reimund Neugebauer ausdiskutieren.

 

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Netzpiloten @Bizplay

Gamification wird schon seit vielen Jahren als Wundermittel gefeiert, um in komplexen und manchmal auch eintönigen Prozess-Umgebungen zielführende Vereinfachung und Motivation zu schaffen. In Karlsruhe gibt es bereits seit 2012 einen ganzen Kongress zu diesem Thema: Bizplay. Dieses Jahr am 18. Oktober unter dem Motto „play moves everything“. Wir Netzpiloten sind zum ersten Mal dabei und sind gespannt auf die Talks und Workshops und vielleicht doch das ein oder andere Spiel ;)

Welche Speaker werden da sein?

Wir sind gespannt auf Amir Adamov, CEO von White Raven, der eine Einführung geben wird zu Augmented Reality. Bryce Bladon, der Mit-Entwickler der berühmten Cryptokitties wird naheliegenderweise einen Vortrag über Blockchain Games halten. Die Politikwissenschaftlerin und Sinologin Katika Kühnreich wird in ihrem Vortrag die Gefahren von Social Credit Systemen näher beleuchten.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Games in Verbindung mit Sport
  • Artificial Intelligence im Alltag
  • Workshop zum Thema Fake News
  • Games als Weiterbildungstool in Unternehmen

Und sonst noch?

Neben den vielen Insights gibt es natürlich auch genug Gelegenheit zum spielerischen Networking. Hier gibt es Tickets für die Bizplay. Gründer, Schüler, Studenten, Arbeitslose und Menschen mit Behinderung erhalten Rabatt.

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Netzpiloten @Servus KI!

Warum der Zukunft nicht einfach mal ein zünftiges „Servus!“ entgegenrufen! Wir sind dabei wenn am 28. September im schönen Nürnberg das Servus KI! Festival steigt. Alles dreht sich um das Trendthema „Künstliche Intelligenz“ – stark bezogen auf die Region. Veranstaltet von Deutschlands erste Akademie für digitale Transformation sind wir schon mal sehr gespannt, welche Impulse von diesem Herbsttag ausgehen werden. 

Was gibt es auf der Servus KI! zu entdecken?

Die Teilnehmer erwartet neben aufschlussreichen Vorträgen von Wissenschaftlern, Strategen oder Gründern auch viel Interaktives mit Paneldiskussionen, Workshops und sogar einer Erlebnisfläche mit sechs Ausstellern. Alles steht unter dem Motto „Verbinden, erleben, inspirieren“. Freut euch zum Beispiel auf den Vortrag der Gründerin von datanizing, Stephanie Fischer, den Innovationsmanager Daniel Betsche (Fiducia & GAD IT AG) und auch auf Prof. Dr. Ulf Pillkahn von der FOM University for Economy and Business.

Welche Themen erwarten euch?

  • Machine Learnig
  • Industrie 4.0
  • AI in the wild
  • KI trifft auf Altbewährtes, wie könnte die Zukunft aussehen?
  • Gesundheitsanalyse per KI
  • Risiken und Chancen von KI
  • selbstfahrende Autos
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Honor 10 im Test: Highend-Smartphone zum Mittelklasse-Preis für 400 Euro

Honor 10 titelbild

Smartphone-Überflieger Huawei steht im Markt auch deshalb gut da, weil das Unternehmen seine Produktpalette mit der Tochter-Marke Honor dupliziert. Die Honor-Modelle sind viel günstiger, bieten aber fast genauso viel. Das trifft auch auf das Honor 10 zu, das eine lifestylige Variante des Huawei P20 darstellt, aber 250 Euro weniger kostet. Ob beide wirklich ebenbürtig sind, habe ich in einem Test des Honor 10 unter die Lupe genommen.

Beim direkten Vergleich zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20 fällt auf, dass es doch viele Unterschiede gibt. So verfügt das Honor 10 etwa über einen Infrarot-Port, mit dem sich das Gerät als Universalfernbedienung für Fernseher oder DVD-Player nutzen lässt sowie über einen 3,5-Millimeter-Stereoausgang für entsprechende Kopfhörermodelle. Darüber hinaus gibt es viele Detailunterschiede, die zusammen ein spannendes Bild vom Honor 10 ergeben.

Doppelgänger mit Designunterschieden im Detail

Die Vorderseiten der Modelle sehen sich zunächst zum Verwechseln ähnlich. So besteht die Front des Honor 10 ebenso wie beim Huawei P20 fast vollständig aus einem 5,8 Zoll großen Bildschirm, an dem hier lediglich ein etwas breiterer unterer Rand mit Home-Button inklusive Fingerabdrucksensor vorhanden ist. Am oberen Rand befindet sich eine Notch-Leiste, wie sie in vielen Smartphones mittlerweile zur Standard-Ausstattung gehört. In dieser Kerbe sind eine Frontkamera, Telefonlautsprecher, diversen Sensoren sowie eine Benachrichtigungs-LED integriert. Das Honor 10 und das P20 unterscheiden sich ebenfalls in den Maßen der Notch und auch die Abrundung der Displays ist nicht identisch. 

Honor 10 in Benutzung
Das Honor 10 liegt dank der leicht gewölbten Rückseite gut in der Hand. Image by Timo Brauer

Griffig und auffällig: reflektierende Rückseite

Auch farblich unterscheidet sich das Honor 10 vom Mitbewerber des Mutterkonzerns. So ist die Rückseite aus einem sehr stark vertikal reflektierenden Glas gefertigt. Dieses ist in den Farben Schwarz, Grau, Phantom-Grün und Phantom-Blau verfügbar. Die letzten beiden Farbtöne reflektieren, je nach Lichteinfall, an einzelnen Stellen des Gerätes lila. Diese Farbeffekte sind auf jeden Fall ein absoluter Hingucker. Der Rücken des Gerätes ist an den Seiten leicht gewölbt. Dadurch fällt es in der Dunkelheit leichter, das Smartphone gleich richtig herum in die Hand zu nehmen.

Der Rahmen des Gerätes ist aus einem glänzenden, farblich leicht abgesetzten Metall gefertigt und wird von vier Plastikstreifen für die Antennenbänder unterbrochen. An der Oberseite befindet sich neben einem Mikrofon auch eine Infrarot-LED, mit der sich das Handy als Fernbedienung für jeden beliebigen Fernseher oder DVD-Player verwenden lässt. An der Unterseite befinden sich ein USB-C Port zum Aufladen, der Lautsprecher sowie ein extra Kopfhöreranschluss.

Fingerabdrucksensor jetzt nicht doch zu gebrauchen?

Insgesamt macht das Gerät einen extrem wertigen Eindruck. Alles scheint sorgfältig verarbeitet und die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Der einzig schwerwiegende Kritikpunkt an dem Gerät ist meiner Meinung nach der Fingerabdrucksensor. Dieser soll laut Honor etwas ganz Besonderes sein, da er unter dem Displayglas verbaut ist. So revolutionär diese Technik auch sein mag, entstehen dem Nutzer dadurch aber keine Vorteile. Der Sensor nimmt den selben Platz unterhalb des Displays ein, wie es ein „normales“ Modell auch tun würde.

Das wäre ja noch kein Problem, doch leider funktioniert der Sensor auch nicht wirklich gut. Die Erkennung des Fingerabdrucks dauert meist länger als eine Sekunde und schlägt relativ oft fehl. Auch die eigentlich echt praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren dank des schlechten Sensors eher mäßig. Zum Glück bietet das Honor 10 noch andere Methoden, um das Gerät gegen ungewollte Zugriffe zu schützen. Die Gesichtserkennung funktionierte im Test auch bei schwierigen Lichtbedingungen einwandfrei.

Fingerabdrucksensor unter Glas (Update)

In vorherigen Softwareversionen funktionierte dieser Sensor sehr unzuverlässig und deutlich langsamer als Sensoren von vergleichbaren Smartphones, wie es auch hier im Testbericht zu lesen ist. Dieses Problem hat Honor allerdings in einem Softwareupdate (Version 8.1.0.120) behoben. Der Fingerabdrucksensor reagiert nun gewohnt schnell und auch die praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren nun zuverlässig. (aktualisiert 21.6.2018)

Highend-Specs zum Mittelklasse Preis

Der verbaute Octacore-Prozessor vom Typ Kirin 970 ist das gleiche Highend-Modell, das auch im teureren Huawei P20 Pro steckt. Zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt der Prozessor für ein absolut flüssiges Nutzungserlebnis. Durch den großzügig bemessenen Arbeitsspeicher müssen Apps nur sehr selten nachladen, wenn ihr sie aus dem Multitasking öffnet. Der Festplattenspeicher ist mit 64 Gigabyte ausreichend groß und gegen einen Aufpreis von 50 Euro könnt ihr ihn bei Bedarf auf 128 Gigabyte verdoppeln.

Aktuelle Software mit Huaweis MIUI

Bei der Software setzt Honor auf die aktuelle Android-Version 8.1 zusammen mit der hauseigenen Benutzeroberfläche MIUI. Diese ist einfach zu verstehen und sieht modern aus. Außerdem hat Honor beziehungsweise Huawei einige praktische Zusatzfunktionen ergänzt. So lassen sich beispielsweise die Blautöne des Displays reduzieren oder die Anordnung der Navigationstasten individuell anpassen oder diese komplett ausblenden.

Kleine Gimmicks werten das UI zusätzlich auf. So lässt sich per Lauter-Taste und Powerbutton eine Bildschirmaufnahme starten und beim Aufladen des Gerätes bekommt man eine coole Animation angezeigt, die euch über die verbleibende Ladedauer informiert. Die Ladedauer fällt dank USB-C-Schnellladegerät relativ kurz aus. Bei einer Ladedauer von lediglich 30 Minuten wird der Akku bereits zu 50 Prozent wieder aufgeladen. Ist der 3.400 mAh große Akku komplett aufgeladen, reicht dieser bei normaler Benutzung immer für einen Tag plus etwas Reserve.

Kamera AI-maizing?

Die Dual-Kamera auf der Rückseite des Gerätes bewirbt Honor als „AI Kamera“, sie nutzt also genau wie das Huawei Mate 10 Pro, das Huawei P20 und das Huawei P20 Pro Künstliche Intelligenz. Beim Fotografieren erkennt die Kamera dank selbstlernenden Algorithmen automatisch das Motiv und wählt die Einstellungen dementsprechend aus. Laut Honor kann die Kamera 500 verschiedene Szenarien unterscheiden. Im Test funktionierte das sehr gut. Die gewählten Einstellungen lassen das Foto allerdings manchmal etwas überzogen und nicht sehr realitätsnah wirken. Wer die AI-Funktion daher ausschalten möchte, kann das über die entsprechende Schaltfläche in der Kamera-App tun. Für Fotografie-Neulinge ist die AI-Funktion auf jeden Fall eine tolle Sache.

Honor 10 Kamera
Die Kamra des Honor 10 stammt nicht von Leica, wie beim P20. Sie macht aber dem Preis entsprechend gute Fotos. Image Timo Brauer

Fortgeschrittenen Nutzer bietet Honors eigene Kamera-App viele verschiedene Modi zum Herumspielen. So findet sich beispielsweise ein Modus für Lichtmalerei oder einer mit Snapchat-ähnlichen Filtern. Im sogenannten Profi-Foto-Modus könnt ihr Belichtungsdauer, Blendenöffnung oder den ISO-Wert manuell einstellen. Auch wenn die Kamera-App durch die zahlreichen Modi etwas überladen wirkt, ist sie logisch aufgebaut und läuft ohne Ruckler. 

Der 24 Megapixel große Monochrom- und 16-Megapixel-Farbsensor sorgen gemeinsam für sehr gute und farbenfrohe Aufnahmen, die der Preisklasse gerecht werden. Der Portrait-Modus liefert mit etwas Mühe ebenfalls gute Ergebnisse. Lediglich bei schwierigen Motiven, wie etwa einer Brille, schafft es die Software manchmal nicht, den Vordergrund vom Hintergrund zu unterscheiden.

Fazit: Honor 10 ist nicht nur ein billiges Huawei P20

Das Honor 10 ist keine billige Kopie des Huawei P20, sondern bietet gegenüber dem Vorbild sogar Vorteile. So ist die Rückseite anders gewölbt als die Vorderseite, was die Bedienung in der Dunkelheit verbessert. Außerdem verfügt das Gerät über einen Infrarot-Port, um Fernseher und ähnliches zu steuern, sowie über einen separaten Kopfhöreranschluss. Dadurch könnt ihr eure alten Kopfhörer weiterverwenden und auch Musik hören, während das Gerät über die USB-Schnittstelle lädt.

Die nur minimal schlechtere Kamera im Vergleich zum P20 lässt sich bei einem deutlich günstigeren Preis problemlos verkraften. Das einzige wirkliche Problem ist der Fingerabdrucksensor. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Honor 10 ein Highend-Smartphone zu einem sehr attraktiven Preis.

Das Honor-Flaggschiff bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Timo Brauer

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Huawei P20 Pro lenkt alle Augen auf die erste Triple-Kamera

Huawei P20 Pro Triple-Kamera

Mit Dual-Kameras versuchen immer mehr Smartphone-Hersteller die Foto-Qualitäten ihrer Modelle denen von herkömmlichen Kameras mit Wechselobjektiv anzunähern. Huawei hat dieses Prinzip mit dem P9 populär gemacht. Mit dem Ur-Enkel, dem Huawei P20, geht der Hersteller einen Schritt weiter und präsentiert das erste Smartphone mit drei Kameras auf der Rückseite. Die zwei preisgünstigeren Geschwistermodelle, das P20 lite und das P20 ohne Namenszusatz verzichten auf diese Weltneuheit, sind ansonsten allerdings technisch ebenfalls stark ausgestattet.

Huawei P20 Pro: Drei Kameras für einen fünffachen Zoom

Das Leistungsvermögen von Smartphones ist etwas mehr als zehn Jahre nach dem ersten iPhone zwar fast ausgereizt. Bei den Foto-Qualitäten geht aber noch was. Denn der Abstand zu den kreativen Möglichkeiten herkömmlicher DSLR und kompakter Systemkameras ist noch groß. Daher preschte Smartphone-Marktführer Samsung kürzlich mit einem Modell vor, dessen Objektiv erstmals die Blende variieren kann. Allerdings ist der praktische Mehrwert dieser Funktion in der ansonsten sehr guten Dual-Kamera des Galaxy S9+ gering.

Huawei Mate 20 Pro
Das Huawei P20 Pro. Image by Huawei

Samsungs Verfolger Huawei kontert jetzt mit einem Modell, das trotz Smartphone-typischer Bauweise einen bis zu fünffachen Zoom anbietet. Dafür sollen drei Sensoren deren Aufnahmen zu einer Bilddatei verrechnet werden. Dabei handelt es sich um einen Farbsensor mit 40 Megapixel, einen Schwarz-Weiß-Sensor mit 20 Megapixeln und einen Farbsensor mit 8 Megapixel. Vor dem 8-Megapixel-Sensor befindet sich zudem Vario-Summilux-Objektiv von Leica optischen Dreifach-Zoom, der einer Brennweite von 80 Millimetern (Kleinbild-äquivalent) entspricht.

Durch das Plus an Bildinformationen und den optischen Zoom sollen Nutzer den Bildausschnitt im Sinne eines Hybrid-Zooms bis zu fünffach vergrößern können, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen in der Qualität kommt. Wie bei den vorherigen Flaggschiff-Geräten von Huawei stand die Traditionsmarke Leica Pate. 

Auf der Front bleibt Huawei bei einer Aufnahmeeinheit. Diese ist jedoch ungewöhnlich hoch aufgelöst. Denn der Sensor zählt satte 24 Megapixel.

Super-Zeitlupe, Studiolicht-Effekte und KI-Bildstabilisator

Darüber hinaus ist das Huawei P20 Pro in der Lage, Videos mit 960 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und in Super-Zeitlupe in einer HD-Auflösung (720p) abzuspielen. Diese rechenintensive Funktion bieten sonst nur noch Spitzenmodelle von Samsung und Sony.

Huawei P20 Pro
Wie Samsung und Sony ermöglicht Huawei eine Super-Zeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde.

Außerdem bietet das Huawei P20 Pro einen Porträtmodus, der neben dem Bokeh-Effekt auch Lichteinstellungen wie im Studio simuliert. In diesem Punkt eifert Huawei dem Vorbild des iPhone X nach. 

Wie schon das Mate 10 nutzt auch das P20 Pro Verfahren des Maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz, KI), um dem Fotografen bei der Belichtung zu helfen. Die schlauen Algorithmen sollen Motive viel besser identifizieren und automatisch belichten als dies die Szenenprogramme herkömmlicher Kameras können.

Huawei NPU
Die KI-gestützte Kamera-Software soll die Belichtung in über 500 Szenarien präzise automatisch einstellen.

Außerdem soll die interne KI im Zusammenspiel mit dem optischen Bildstabilisator Langzeitbelichtungen aus freier Hand bis bis zu 8 Sekunden Länge ermöglichen. Huawei AIS nennt der Hersteller diese Funktion, die ein Stativ entbehrlich machen soll. Das sind große Worte, die wir bei nächster Gelegenheit durch einen Praxistest prüfen werden.

Huawei AIS
Huawei will mit einem KI-gestützten System das Stativ bei Langzeitbelichtungen überflüssig machen.

Huawei stattet das P20 Pro mit Technik vom Feinsten aus

Auch Display und Rechenleistung und sonstige Ausstattung des Huawei P20 Pro zählen zur Créme de la Créme dessen, was der Markt für Smartphone-Komponenten derzeit hergibt. Beim Bildschirm setzt Huawei auf eine aufwendig zu produzierende Konstruktion fast ohne Rahmen an allen Seiten, aber mit einem Sensorsteg am oberen Ende. Trendgemäß verfügt das 6,1 Zoll in der Diagonale messende Display über das langgezogene 19:9-Format. Das farbstarke OLED-Panel löst in knackscharfe 2.240 x 1.080 Pixel auf und verspricht damit eine hervorragende Bildqualität.

Ein sehr schnelles Arbeitstempo gewährleistet der von Huawei selbst gefertigte Prozessor vom Typ Kirin 970. Neben acht Rechenkernen verfügt er auch über die aus dem Huawei Mate 10 bekannte Prozessoreinheit, die Aufgaben mit Künstlicher Intelligenz löst. Dem Kirin 970 an die Seite stellt Huawei imposante 6 GB Arbeitsspeicher, was für schnelle App-Starts und flüssiges Multitasking sorgen dürfte. Mit 128 GB Festspeicher bietet das P20 Pro auch viel Platz für Apps, Fotos und Musik. Allerdings ist er nicht erweiterbar, denn auf einen Slot für eine Micro-SD-Karte verzichtet Huawei.

Auch bei der übrigen Ausstattung lässt Huawei sich nicht lumpen. Das Betriebssystem ist mit Android in der Version 8.1 topaktuell, der Akku ist mit einer Kapazität von 4.000 mAh recht groß dimensioniert und gemäß IP67-Standard ist das Modell auch sicher vor Wasser und Staub.

Dieses vorzüglich zusammengestellte Paket hat natürlich auch seinen Preis. So ruft Huawei zum Marktstart im April 899 Euro für das in drei Farbvarianten erhältliche Top-Smartphone auf. Der Unterschied zum Luxus-Preis des iPhone X schmilzt somit bei Android-Geräten immer mehr.

Huawei P20 und P20 lite bieten viel Leistung für weniger Budget

Dem neuen Vorzeige-Gerät an die Seite stellt Huawei zwei preisgünstigere Geschwistermodelle: Das Huawei P20 für 649 Euro und das Huawei P20 lite für 369 Euro. Wegen des niedrigeren Preises sind einige Leistungsdaten im Vergleich zum P20 Pro abgespeckt.

Huawei P20
Das Huawei P20. Image by Huawei

Wer auf die Triple-Kamera verzichten kann, sollte das P20 in Betracht ziehen. Es verfügt über eine Dual-Kamera mit Know-how von Leica, deren Sensoren mit 20 und 12 Megapixel auflösen. Das Display basiert auf der helleren, aber nicht so farbstarken LCD-Technologie. Außerdem ist es mit 5,8 Zoll in der Diagonale etwas kleiner als beim Pro-Modell. In das Gehäuse passt daher auch nur ein Akku mit 3.400 mAh Kapazität. Der Arbeitsspeicher zählt 4 GB, was aber immer noch gehoben ist. Wie beim Pro-Modell unterstützt eine KI Smartphone-Nutzer beim Fotografieren.

Das P20 Lite (zu unserem Test) setzt wie das P20 auf ein vergleichbar großes LC-Display. Die Dual-Kamera auf der Rückseite nutzt einen 16-Megapixel- und einen 2-Megapixel-Sensor. Der Akku fasst 3.000 mAh. Statt dem neusten Android kommt die Hauptversion 8.0 zum Einsatz. Im Gegensatz zum P20 und P20 Pro ist der 64 GB große Festspeicher des „kleinen“ Modells dafür durch eine Micro-SD-Karte erweiterbar. Unter der Haube rechnet nicht der KI-Prozessor, sondern ein Mittelklasse-Rechenknecht namens Kirin 659.

Huawei P20 lite
Das Huawei P20 lite. Image by Huawei

Insbesondere das Preis-Leistungsverhältnis des Huawei P20 lite ist äußerst attraktiv. Denn obwohl es auf Spitzen-Technik verzichtet, bietet es immer noch eine gehobene Ausstattung für vergleichsweise kleines Geld. Ein Smartphone mit fast rahmenlosen und nahezu vollflächigen Display (abgesehen von der Notch) ist in dieser Preisklasse neu.

Porsche Design Huawei Mate RS mit Fingerabdruckleser im Display

Neben der P20-Serie kündigte Huawei in Paris auch eine neues Luxus-Modell namens Porsche Design Mate RS an. Es wird Mitte April für 1.699 Euro erscheinen. Neben einem besonderen Design und dem Prestige eines exklusiven Modells erhalten Käufer dann das erste Gerät, das über einen Fingerabdrucksensor im Display verfügt. Außerdem ist Spitzentechnik aus dem Huawei P2o Pro dabei. So sind die Triple-Kamera von Leica mit 40 Megapixeln, die KI-gestützte Fotografie, ein 4.000-mAh-Akku und der IP67-Wetterschutz an Bord.

Welchen ersten Eindruck das Huawei P20 Pro macht, berichtet Jonathan Kemper in diesem Kurztest. Er war als Autor von Netzpiloten Android bei der Vorstellung der P20-Serie in Paris vor Ort.

Das P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Die Pro-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Die lite-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Das Porsche Design Huawei Mate RS bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Huawei; Sebastian Seitz; Berti Kolbow-Lehradt

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Die Netzpiloten sind Partner der Rise of AI

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Lust dabei zu sein? Wir verlosen dreimal je ein Ticket für die Rise of AI! Füllt einfach das Teilnahmeformular aus und gewinnt mit etwas Glück! Hier geht’s zu den Teilnahmebedingungen.


Seid bei der wichtigsten Konferenz, wenn es um Künstliche Intelligenz geht, dabei. Am 17. Mai findet die Rise of AI – The Golden Age of Artificial Intelligenz statt. In Berlin finden sich dazu alle TeilnehmerInnen ab 09.00 Uhr in der Französischen Straße zusammen.

Verstehen, lernen und verbessern. Auf der Konferenz können die Besucher alles Wissenswerte über Künstliche Intelligenz und dessen Anwendungen lernen. 40 weltbekannte Experten werden ihr Wissen zu den verschiedensten Themen teilen und die richtigen Antworten auf die vielen Fragen der Teilnehmer haben. Hierfür werden namhafte Speaker wie unter anderem Dr. Albert Wenger – Partner der Union Square Ventures – oder auch Thomas Jarzombek – Mitglied des Deutschen Bundestages – auf die Bühnen geholt.

Drei Bühnen für drei Themenschwerpunkte

Auf der Konferenz können die Besucher zwischen drei Bühnen wählen, zu dessen Schwerpunkten sie ihr Wissen bereichern möchten:

  • Die AI Future Stage bietet alles über die Hauptthemen zur Künstlichen Intelligenz. Hier können Besucher unter anderem etwas über die Risiken und Herausforderungen, über die Fortschritte im Jahr 2018 und über die KI Sicherheit erfahren.
  • Die Applied AI Stage steht für diejenigen bereit, die mehr aus dem Unternehmensalltag erfahren möchten. Konzerne werden hier KI-Anwendungen präsentieren, sowie Trends und innovative Ideen.
  • Auf der AI Startup Stage hingegen zeigen junge Nachwuchstalente ihre Ideen und KI-Anwendungen.

Aber auch der persönliche Austausch und das Networking mit anderen Teilnehmern, Besuchern und Experten sollen an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Dafür stehen auch in diesem Jahr die beliebten AI Topic Tables bereit.

Erstmalig findet in diesem Jahr die AI Expo statt. Dahinter verbirgt sich eine Fachausstellung angewandter Künstlicher Intelligenz, bei dem sich die Teilnehmer auf mehr Aussteller, Vorträge und Speaker freuen können. Freut euch außerdem auf ein umfangreiches Programm, tollen Besuchern und spannenden Speakern. Zudem könnt ihr euch hier Tickets sichern und direkt 100 Euro sparen!

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Die Stereotype der KI: „Gaydar“ und die liberale Gesellschaft

Self-Portrait-photo-adapted-Image-by-Ian-Dooley-CC0-Public-Domain-via-Unsplash

Gemäß dem alten Sprichwort „Wissen ist Macht“ streben Unternehmen immer stärker danach, intime Detailinformationen ihrer Kunden zu sammeln, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitstreitern zu erhalten. Der Anstieg von künstlicher Intelligenz oder auch der KI – also Algorithmen, die von Maschinen dazu verwendet werden, riesige Datenmengen auszuwerten – stellt eine besonders verlockende Möglichkeit dazu dar. Genauer gesagt ist der enorme Fortschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz, besonders in der Musterunterscheidung und Kategorisierung, ein führendes Forschungsobjekt, um die Fähigkeiten für zunehmend schwierigere Datengewinnungsaufgaben zu untersuchen.

Diese Technologie ist nicht mehr beschränkt auf die einfache Kategorisierung von direkt nachvollziehbaren Online-Verhaltensweisen wie beispielsweise das Liken von bestimmten Marken oder Bildobjekten. Künstliche Intelligenz wird auch dazu benutzt, intimere Charakteristika wie Persönlichkeit, Geschlecht und Alter durch Sprachgebrauch auf diversen sozialen Medien zu analysieren. Zusätzlich wird eine Gesichtsbildanalyse durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, ob jemand ein Verbrechen begehen wird oder ob er ein Terrorist oder pädophiler Verbrecher sein könnte. Erst neulich hat eine Gruppe von Forschern der Universität Stanford künstliche Intelligenz dazu benutzt, die sexuelle Orientierung durch Fotos von unterschiedlichen Gesichtern vorherzusagen. Natürlich hat die Entwicklung solcher Methoden, bei denen persönliche Informationen über die Probanden gewonnen wurden, enorme Auswirkungen für die Privatsphäre.

Noch problematischer wird es, wenn es um die algorithmenbasierte vereinfachte Kategorisierung von Personen geht. Um künstliche Intelligenz für die Kategorisierung von Menschen auszubilden, müssen einzelne, definierte Zielkategorien vorgegeben werden und große Mengen vorklassifizierter Daten. So wird der Mensch auf einzelne sozio-psychologische Klassen reduziert.

Der Maschinen-„Gaydar“

Die kürzlich erfolgte Untersuchung, die basierend auf einem Foto zu bestimmen versuchte, ob eine Person homosexuell oder heterosexuell ist, ist ein klares Beispiel dafür, wie die Wahl von vorklassifizierten Kategorien uns ein binäres Bild von Sexualität auferlegt. Der Zweck der Studie war es, zu zeigen, dass Gesichter subtile Informationen über unsere sexuelle Orientierung enthalten, die von tiefen neuralen Netzwerken – eine Klasse von künstlicher Intelligenz – wahrgenommen und interpretiert werden können.

Um eine ausreichend große Datenmenge für diesen Typ des maschinellen Lernens zu erhalten, sammelten sie 130.741 Portraits von öffentlichen Profilen auf amerikanischen Dating-Webseiten. Der Datensatz enthielt die gleiche Anzahl an Bildern von homosexuellen und heterosexuellen Personen. Die sexuelle Orientierung wurde je nach den Voreinstellungen, welches Geschlecht das Gegenüber haben sollte, das auf den Profilen eingesehen werden kann, bestimmt. 

Auch wenn Dating-Webseiten einen recht eindeutigen Indikator für das sexuelle Interesse einer Person darstellen mag, widerspricht der Einsatz dieser Daten zum Training einer binären Klassifizierung der Realität eines vielfältigeren Spektrums unseres Verständisses von sexuellen Ausrichtungen, die sich von Asexualität bis zu diversen Graden der Bisexualität erstrecken können.

Das Problem ist folgendes: Wenn ein automatisches System erst einmal in der Lage ist, eine solche heruntergebrochene Einteilung mit einem hohen Grad an Verlässlichkeit bereitzustellen, wird es zu einem Werkzeug, dass einfach als Maßstab herangezogen werden kann. Klassifizierungen, die auf diesen vereinfachten sozio-psychologischen Merkmalen basieren, werden zu einem interessanten neuen Wert, mit dem die Personalisierung von Diensten ergänzt werden können. Sollte sich eine solch vereinfachte Perspektive auf Menschen weiter etablieren, haben wir alle ein ernstzunehmendes Problem.

Der Diskussionsteil der Studie zur Kategorisierung von Gesichtern indiziert, dass die Forscher sich den weiteren Konsequenzen dieser Art von Studie bewusst sind. Sie gehen sogar so weit, zu sagen, dass es eine der treibenden Motivationen für diese Arbeit war, die „politischen Entscheidungsträger, die generelle Öffentlichkeit und homosexuelle Gemeinschaften auf das Risiko, dem sie bereits gegenüberstehen könnten, darauf aufmerksam zu machen“. Dies geschehe aufgrund von Tätigkeiten, die „wahrscheinlich hinter verschlossenen Türen in Unternehmen und Regierungsorganisationen durchgeführt werden“.

Feedback beschaffen

Unglücklicherweise folgte die eingesetzte Methode, trotz des sozialen Bewusstseins, der gängigen Praxis in diesem Forschungsbereich, wo alle öffentlich zugänglichen Daten als „Freiwild“ gelten – unabhängig davon, ob die Forschungsobjekte niemals beabsichtigten, diese Daten für Forschungszwecke bereitzustellen. Natürlich wäre es schwierig gewesen die Personen zu kontaktieren, deren Bilder genutzt wurden. Aber zumindest hätte man Vertreter von unterschiedlichen Gemeinschaften für die Rechte Homosexueller konsultieren sollen.

Um ihre Bedenken über den Einfluss dieser Art von Forschung auf die Rechte der Betroffenen auszudrücken, hätten die Forscher der betroffenen LGBT-Gemeinschaften die Möglichkeit geben sollen, ihre Sichtweise im Diskussionsteil der Arbeit preiszugeben. Dies hätte nicht nur deren eigene Reaktion verändert, sondern auch die Art der medialen Berichterstattung. Solch eine Einbeziehung der Interessensgruppen ist eines der Schlüsselprinzipien von verantwortlicher Forschung und Innovation, die Nachhaltigkeit, Zugänglichkeit und Erwünschtheit von Forschungsprozessen und Leistungen zu garantieren versucht.

Um also die Probleme von unkontrolliertem Gebrauch von künstlicher Intelligenz für unternehmerischen Zugewinn zu adressieren, ist es wichtig, eine Kultur zu schaffen, die die Einbeziehung von Interessensgruppen fördert. Sie sollte zudem auch ethische Fragen innerhalb der Bereiche der Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz beachten. Die gute Nachricht ist, dass dies bereits durch die Zunahme von ethischen Richtlinien, Initiativen und der Entwicklung von ethisch basierten Industriestandards in Angriff genommen wird. Sie sollen Möglichkeiten bereitstellen, um den ethischen Gebrauch von künstlicher Intelligenz sicherzustellen, ganz ähnlich denen der Lebensmittelsicherheitsstandards.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Self Portrait photo“ by Ian Dooley (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Alpha Go & Co.: So schnell lernt die Google-KI

P2121011 (adapted) (Image by Strelban [CC0 Public Domain] via flickr)

Erst im vergangenen Jahr schlug AlphaGo von Google DeepMind große Wellen in der Welt der Künstlichen Intelligenz, indem es zeigte, dass ein Computerprogramm die besten menschlichen Go-Spieler der Welt schlagen kann.

Wie rasend schnell der Fortschritt in der modernen KI-Forschung voranschreitet, zeigen Details, die die Fachzeitschrift Nature vor wenigen Wochen veröffentlicht hatte. Hier wurde eine verbesserte Version des Programms namens AlphaGo Zero präsentiert. Mit weniger Rechenleistung und nur drei Tagen Trainingszeit schlug AlphaGo Zero das originale AlphaGo in einem 100-Satz Spiel mit 100 zu Null. Eine menschliche Aufsicht war dafür nicht vonnöten.

Das Go-Spielen erlernen

Go ist ein Strategiespiel, in dem zwei Spieler abwechselnd Steine auf ein Spielbrett mit 19 x 19 Feldern platzieren. Das Ziel des Spiels ist es, einen größeren Bereich des Bretts zu umringen als der Gegenspieler.

Go zu meistern, hat sich für Computer als eine bedeutend größere Herausforderung erwiesen als Schach. So gibt es deutlich mehr mögliche Züge in den einzelnen Positionen bei Go als bei Schach. Ebenso wie es deutlich mehr mögliche Spielvarianten gibt.

Das originale AlphaGo erlernte die KI dadurch, dass sie mehr als 30 Millionen Züge von menschlichen Experten studierte. Sie verbesserte sich anschließend auch außerhalb der menschlichen Expertise, indem sie über einen Zeitraum von mehreren Monaten unzählige Spiele gegen sich selbst spielte.

Im Gegensatz dazu sah AlphaGo Zero niemals Menschen beim Spielen zu. Stattdessen begann das Nachfolgeprogramm das Training, indem es lediglich die Spielregeln lernte. Durch eine verhältnismäßig geringe Anzahl von fünf Millionen Spielen gegen sich selbst, für die das Programm nur drei Tage auf einem schwächeren Computer als das originale AlphaGo benötigte, brachte es sich anschließend eine Leistungsfähigkeit jenseits von AlphaGo bei.

Faszinierend ist, dass der Lernprozess des Programms grob einige der Stationen des menschlichen Fortschrittsprozesses beim Meistern des Go-Spielens imitierte. AlphaGo Zero lernte zügig, allzu kurzsichtige Züge zu ignorieren, und entwickelte stattdessen strategischere Denkweisen, durch die es viele der Schemata und Spielzüge generierte, derer sich auch menschliche Weltklasse-Experten häufig bedienen. Bemerkenswerterweise begann es dann, einige dieser Schemata abzulegen und durch neue Strategien zu ersetzen. Die waren so noch nie zuvor in menschlichen Spielen zu sehen.

Jenseits des menschlichen Spiels

Dieses Kunststück gelang AlphaGo Zero dadurch, dass es das Problem anders anging als das originale AlphaGo. Beide Versionen verwenden eine Kombination aus den beiden aktuell leistungsfähigsten KI-Algorithmen: Deep Learning und Bestärkendes Lernen.

Um ein Spiel wie Go zu spielen, muss das Programm zunächst zwei grundlegende Dinge lernen. Das erste ist ein Grundsatz: die Wahrscheinlichkeit, jeden der möglichen Züge in einer gegebenen Position zu machen. Das zweite ist eine Wertigkeit: die Wahrscheinlichkeit, von jeder gegebenen Position aus zu gewinnen.

In dem ausschließlich auf Abwehr basierendem Ansatz von AlphaGo Zero war die einzige Information, die zum Erlernen von Grundsätzen und Wertigkeiten zur Verfügung stand, eine Vorab-Voraussage darüber, wer letztendlich gewinnen wird. Die Grundlage für diese Voraussage bildeten jeweils die aktuellen Grundsätze und Wertigkeiten, wobei diese zu Beginn noch willkürlich gesetzt waren.

Dieser Ansatz ist zwar zunächst deutlich herausfordernder als der des originalen AlphaGo, das sich durch das Beobachten menschlicher Experten-Züge einen Startvorteil für den eigenen Lernprozess verschaffte. Dafür erlernte die frühere Version jedoch Grundsätze und Wertigkeiten auf der Basis separater neuraler Netzwerke.

Der algorithmische Durchbruch bei AlphaGo Zero bestand schließlich daraus, herauszufinden, wie diese zu einem einzigen Netzwerk kombiniert werden können. Dies eröffnete die Möglichkeit, den Trainingsprozess durch das Spielen mit sich selbst deutlich zu vereinfachen. So ermöglichte die KI einen unbeschwerten Neubeginn ihrer Taktiken – frei von den Strategien menschlicher Experten.

Wie AlphaGo Zero das Go-Spiel zu meistern lernte

Beim Elo-Rating handelt es sich um ein weit verbreitetes Messinstrument für die Leistungsstärke von Go- oder Schach-Spielern. Der bisher beste menschliche Go-Spieler namens Ke Jie hat momentan ein Elo-Rating von ca. 3.700. Alpha Go Zero trainierte drei Tage lang und erreichte ein Elo-Rating von mehr als 4.000. Eine erweiterte Version desselben Algorithmus trainierte 40 Tage lang und erzielte ein Rating von beinahe 5.200.

Dies ist ein erstaunlich großer Leistungsunterschied im Vergleich zum besten menschlichen Spieler – deutlich größer als der zwischen dem besten menschlichen Schach-Spieler Magnus Carlsen (ca. 2.800) und dem momentan leistungsstärksten Schach-Programm (ca. 3.400).

Die nächste Herausforderung

Für die Künstliche Intelligenz markiert AlphaGo Zero einen wichtigen Schritt nach vorne, weil es die Umsetzbarkeit eines einzig auf Bewehrung basierenden Lernens demonstriert, das völlig befreit von jeglicher menschlichen Lenkung ist. Auf diese Weise erübrigt sich eine große Ansammlung von menschlichem Expertenwissen, das oft nur schwer zugänglich sein kann, um die KI in Gang zu bringen.

Es bedeutet außerdem, dass der Algorithmus in der Lage ist, völlig neue Ansätze zu entwickeln, die möglicherweise deutlich schwerer zu finden gewesen wären, solange er von Vornherein in einer menschlichen Denkweise verankert sein musste. Bemerkenswerterweise erweist sich diese Strategie auch noch als effizienter im Hinblick auf die benötigte Rechenleistung.

Go ist jedoch ein anspruchsvolles Spiel, das auf perfekter Information basiert. Es kommt ohne die Unordnung aus, die die meisten Probleme in der echten Welt auszeichnet. Das Training von AlphaGo Zero benötigte die akkurate Simulation von Millionen von Spielen, die den Regeln des Go-Spiels folgten. Für viele praktische Probleme sind derlei Simulationen entweder rechnerisch nicht umzusetzen oder die Regeln selbst sind weniger klar definiert.

Bevor eine KI kreiert werden kann, die allgemeinen Zwecken dient, die ein weites Feld an praktischen Problemen ohne bereich-spezifische menschliche Intervention in Angriff nehmen kann, müssen noch viele weitere Probleme gelöst werden.

Doch auch wenn die Menschheit für den Moment den Kampf gegen die Go-Algorithmen verloren hat: Künstliche Intelligenz ist – im Gegensatz zu Go – kein Nullsummen-Spiel. Viele Spiele von AlphaGo Zero wurden jetzt veröffentlicht und bieten eine ganze Lebenszeit inspirierender Studien für menschliche Go-Spieler.

Wichtiger ist allerdings, dass AlphaGo Zero einen Schritt in Richtung einer Welt repräsentiert, in der Menschen leistungsstarke KIs zu Rate ziehen können, um für Menschen unvorstellbare kreative Lösungen für komplizierte Probleme zu finden. In der Welt der Künstlichen Intelligenz gab es niemals eine bessere Zeit, um es einfach einmal zu versuchen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „P2121011“ by Strelban (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Wenn Cortana Behördengänge macht: Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Thomas Langkabel bei Microsoft Explained über Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Auto ummelden, Pass verlängern oder Kindergeld beantragen: Behördengänge mag niemand. Denn persönliche Besuche beim Amt und Warteschlangen nerven genauso wie manche Angelegenheiten nur per Brief oder Fax erledigen zu können. Die Verwaltung zu digitalisieren, kommt hierzulande nur schleppend voran. Dabei ließe sich E-Government schneller umsetzen als viele glauben, davon ist Thomas Langkabel überzeugt. Der Technologie-Experte von Microsoft hat eine Vision: Bürger müssen sich nicht mit Ämtern rumärgern, sondern lassen dies Chatbots erledigen. Was Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung bewirken kann und warum ein Mentalitätswandel noch wichtiger ist als neue Technik, erklärte Thomas Langkabel im Netzpiloten-Interview am Rande der Digitalkonferenz Microsoft Explained in Berlin.

Netzpiloten: Was kann Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung mir persönlich als Bürger bringen?

Thomas Langkabel: Derzeit sind Behördengänge oft mühselig, weil Bürger sich viele Fragen stellen müssen: Welche Behörde ist zuständig? Auf welchem Weg muss ich sie kontaktieren? Welche Angaben und Dokumente muss ich bereithalten? Das ließe sich drastisch vereinfachen, wenn Cortana oder ein anderer intelligenter digitaler Assistent alles Nötige automatisch mit den zuständigen Behörden-Chatbot klärt.

Das klingt nach Science-Fiction. Wie soll sich das in naher Zukunft umsetzen lassen?

Die Idee ist nicht so weit hergeholt. Bund und Länder stellen derzeit die Weichen für einen Portalverbund im Internet. Damit wird es möglich sein, dass Bürger auf nur einer Webseite alle Behördenangelegenheiten erledigen, egal welche Anlaufstelle in welchem Ort zuständig ist. Zur Idee gehört auch, dass jeder Bürger einen Datensafe hat und entscheiden kann, ob und welcher Behörde er Zugriff darauf gibt. Denkt man das weiter, ist der Schritt nicht weit zu meinem persönlichen digitalen Assistenten, der Zugang zu meinem Datensafe und meinen Outlook-Kalender hat und für mich beim Behördenportal die Verlängerung meines Reisepasses erledigt.

Wie würde so ein Vorgang in der Praxis konkret ablaufen?

Denkbar ist, dass der intelligente Assistent weiß, dass ich bald ins Ausland verreise, dafür einen Reisepass benötige und dieser vorher abläuft. Der Assistent weißt mich darauf hin und fragt um Erlaubnis, ob er alles für die Verlängerung in die Wege leiten soll. Dann ermittelt er das zuständige Amt und „bespricht“ sich dort mit dem Chatbot. Der Bot „beschreibt“ Cortana den Prozess und teilt mit, dass ich einen persönlichen Termin und ein aktuelles Passbild brauche. Cortana wiederum weiß, wann ich Zeit habe und verhandelt mit dem Bot online eine Terminabsprache aus. Das alles könnte ich als Bürger erledigen, in dem ich mit nur einem Wort meiner Künstlichen Intelligenz erlaube, alles vorzubereiten. Wie schön und einfach wäre das bitte?!

Warum braucht es für solche Modernisierungsmaßnahmen eigentlich Künstliche Intelligenz, also selbstlernende Algorithmen, warum reicht nicht „normale“ Software?

Weil es das Ziel sein muss, dass ich die Wünsche mit natürlicher Sprache äußere und nicht formelhafte Kommandos auswendig lernen muss. Ich möchte sagen können: „Ich brauche eine Baumfällgenehmigung“ oder „Ich möchte einen Baum fällen“. Dann soll der intelligente Assistent wissen was zu tun ist, selbst wenn diese Erlaubnis einen ganz anderen amtlichen Namen hat.

Und Sie wollen darauf hinaus, dass Künstliche Intelligenz eben sehr gut beim Erkennen von Zusammenhängen sein kann?

Genau, die Software muss komplexe semantische Zusammenhänge entschlüsseln und wissen, was ich meine, auch wenn ich etwas Anderes sage. Das geht mit Künstlicher Intelligenz viel besser als mit herkömmlicher Software.

KI Verwaltung Cortana Microsoft Explained

Das Beispiel, das Sie schildern, beinhaltet noch viele Detailprobleme. Zum Beispiel müsste ich wirklich alles im Outlook-Kalender eintragen, sonst legt mir Cortana den Behördentermin vielleicht auf ein Zeitfenster, an dem ich mich mit meinem Freund Peter treffen möchte, ohne dass dies im Kalender steht.

Natürlich gibt es noch Herausforderungen. Ich skizziere letztlich eine Vision, keinen Plan, der fertig in der Schublade liegt. Aber in einer idealen Welt ist der intelligente Assistent so auf mich bzw. meine Lebensrealität trainiert, dass er auch dann meine Verhaltensweisen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorausplant, ohne dass ich sie schriftlich festhalte. So eine enge Verzahnung von Alltag und Technologie mag zwar für manche erschreckend klingen. Aber wenn es mir persönlich hilft, halte ich so eine Entwicklung für legitim.

Dass Privatnutzer technologisch gewappnet sind, ist das eine. Damit ihre Vision real werden kann, müsste man auf der anderen Seite Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung flächendeckend einführen. Das geht doch nicht von heute auf morgen.

Ja, so eine Entwicklung geht nicht schlagartig. Aber sie ist auch keine Zukunftsmusik mehr. Es geht schon los! So testet die Stadt Bonn bereits den ‚Botty Bonn‘ als Chatbot, über den Bürger per Smartphone Auskünfte von der Verwaltung erhalten, andere Beispiele entstehen bereits in Krefeld oder dem Landkreis Lüneburg. Das sind alles bereits gute Ansätze, aber noch wichtiger als einfach nur Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung einzuführen, ist, dass sich auch strukturell etwas in der Verwaltung ändert.

Was meinen Sie damit?

Es geht mir um drei Aspekte. Erstens muss die Verwaltungsausbildung generell reformiert werden. Statt ausschließlich Verwaltungsjuristen, die sich im Paragraphendschungel perfekt auskennen, bräuchten wir auch Personal, das sich mit der Entwicklung von Verwaltungsstrukturen beschäftigt und Prozesse eigeninitiativ hinterfragt.

Zweitens muss die Innovationsfreude gestärkt werden. So wie in der der Wirtschaft der Wettbewerb die Entwicklung antreibt, könnte man in der öffentlichen Verwaltung die Zufriedenheit von Bürgern erheben, vergleichen und hinterfragen, warum sie hier besser ist als dort.

Und drittens müssen Verwaltungen dazu übergehen, Anreize für Verhaltungsänderungen von Bürgern zu setzen. Es reicht nicht einfach, digitale Angebote einzuführen, sie müssen auch beworben werden. Das Maß der Digitalisierung wird häufig nur am Vorhandensein einzelner Angebote gemessen, aber nicht an ihrer tatsächlichen Nutzung. Wir brauchen nicht nur Open Government Data, sondern Open Government Performance Data.

Das setzt einen Mentalitätswandel in der öffentlichen Verwaltung voraus, der häufig noch viel länger dauert als technologische Innovation. Wie lässt sich das erreichen?

Das ist eine Frage des politischen Willens. Sowas passiert nicht von selbst. Zwar glauben manche, dass man bloß warten muss, bis die Generation der Digital Natives im Verwaltungspersonal ausreichend vertreten ist. Aber das halte ich für zu kurz gedacht. Es gibt nämlich auch viele Skeptiker in dieser Alterskohorte. Daher ist es kein generationskulturelles Problem, sondern ein strukturelles Problem, dass nur durch neue Ausbildungsinhalte angegangen werden kann. Aber das System wird sich nicht von selbst reformieren. Daher muss die Politik ran.

Wie lange würde so eine Reform benötigen, bis sie greift?

Angenommen, wir fangen jetzt an, würde es mindestens drei bis vier Jahre dauern, bevor überhaupt eine Modernisierung jenseits von vereinzelnden und daher insgesamt wenig wirksamen Projekten zu spüren ist, weil solange eben die Verwaltungsausbildung dauert. Ein flächendeckender Impact durch einen Mentalitätswandel kann sogar zehn bis 15 Jahre erfolgt sein – sofern wir jetzt anfangen.

Und wann könnte Cortana für mich Termine vereinbaren?

Wenn alle Beteiligten das wollten, ließe sich Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung innerhalb von drei bis vier Monaten einführen. Die technische Infrastruktur ist nämlich gar nicht das Problem, weil die meiste Rechenleistung in der Cloud liegt. Man bräuchte also keine neue Hardware, sondern nur harten Willen dafür.

Vielen Dank für das Gespräch. 

Über Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland

Thomas Langkabel verantwortet seit 2011 die Technologie-Entwicklung und -Strategie bei Microsoft Deutschland. Cloud Computing, Digitale Transformation und E-Government gehören zu seinen Schwerpunktthemen. In diesem Zusammenhang spricht er auch über Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung. Thomas Langkabel arbeitet in seiner Rolle auch in verschiedenen Gremien in Verbänden und Institutionen, wie etwa dem Arbeitskreis „Digitale Verwaltung“ des BITKOM oder den Arbeitsgruppen „Innovativer Staat“ und „Ethik“ der Initiative D21. Der diplomierte Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik diente vor seinem Wechsel in die IT-Beratung als technischer Offizier der Luftwaffe.

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit Microsoft.


Images by Berti Kolbow-Lehradt


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Destination Check: VivaTechnology 2017

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Vergangene Woche ging die Technik-Messe VivaTechnology in die zweite Runde. Unsere Redakteurin Lisa hat sich nach Paris begeben, sich unter die Menge gemischt und mal unter den Besuchern, Ausstellern und Speakern nachgefragt, wie die Messe so ankommt und ob die VivaTech den Trip wert ist – Paris ja sowieso! Hier könnt ihr zudem nochmal ihren Kommentar zum Event nachlesen und die Artikelreihe, die im Vorfeld zur VivaTech entstanden ist. Jetzt geht’s aber um die Stimmen aus dem – internationalen – Volk!


Speakerin: Rahaf Harfoush, Digitale Anthropologin, Panel „New ways to attract women to science and technology“


Rahaf Harfoush

Wie war dein Gesamteindruck?

Meine allgemeiner Eindruck der VivaTech ist großartig. Ich liebe die Diversität unter den Speakern, dem Content und den Startups, darunter viele Frauen und Menschen verschiedener Nationen. Es ist wunderbar, unter solch internationalen Einflüssen, Ideen, Unternehmern und Experten zu sein.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ja, ich liebe es zu solchen Events zu kommen, weil ich mich immer darauf freue, mit neuen Tools und Technologien herumzuspielen. Virtual Reality macht großen Spaß und ich mag es, herauszufinden, woran Startups gerade arbeiten. Ich finde es toll, Leute zu treffen, die am Rand der innovativsten Bereiche dieser Branche arbeiten und ich liebe es einfach auch, mit ihnen zu reden und dazuzulernen. Ich habe viel über Probleme erfahren, mit denen sich die Unternehmen im Technikbereich ausgesetzt sehen. Sie haben alle möglichen technischen, kulturellen und personelle Probleme. Sie haben sich hier ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, all diese Themen in drei Tage Messe zu packen, aber es ist ihnen gelungen!

Wofür interessierst du dich hier und was war dein persönliches Highlight?

Ich interessiere mich vor allem für Themen wie die, wie man mehr Frauen in die Technikbranche bekommt. Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, mehr Frauen für diese Bereiche zu begeistern. Außerdem interessiere ich mich auch sehr für die Zukunft der Arbeit und wie Dinge wie Algorithmen und künstliche Intelligenz unsere Arbeit zukünftig verändern werden und wie sie neue Jobs schaffen und alte beseitigen werden und was wir in der Übergangszeit machen.

Ich arbeite an einer Pariser Uni als Dozentin zu den Themen Innovation und Businessmodelle und ich liebe es, die verschiedenen Businessmodelle und die Experimente, die  die Leute ausprobieren, zu untersuchen. Dieses Jahr war in der Hinsicht besonders toll, da viele große Unternehmen angekündigt haben, kleinere Startups zu unterstützen und ich denke, dass das eine gute Sache für das Ökosystem ist, um Leuten Innovation in kleineren Formaten zu ermöglichen.

Und zu meinem Highlight – es gab einen Stand mit Virtual Reality, bei dem man in solche Zylinder ging, die VR-Brille aufsetzte und sich in einer Simulation unter Wasser befand. Das war sehr bizarr und verwirrend. Ich kann schon jetzt sehen, wie disruptiv diese Technologie für die Zukunft sein wird. Ich bin mir auch sicher, dass unsere Enkelkinder uns für diese großen „Helme“ auslachen werden, aber es fühlt sich auch wirklich so an, als ob wir da am Beginn von etwas Großem und Aufregendem sehen würden.

Wie hat sich die VivaTech seit dem letzten Mal verändert?

Ich denke, weil sich durch Innovation alles so schnell bewegt, können wir viel mehr auf Dinge wie KI und Chatbots erkennen. Diese Themen haben die Agenda in diesem Jahr quasi übernommen, aber es gefällt mir, dass dieses Thema so wichtig ist. 

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der das hier spannend findet. Ich habe hier viele Studenten gesehen, Investoren, Startups – einfach jeder, der sich für das Ökosystem interessiert. Was mir an dieser Veranstaltung wirklich gut gefällt, ist, dass es die Probleme innerhalb des Ökosystems anspricht – es ist nicht nur für Startups oder die Uni oder nur für Führungskräfte. Die Tatsache, dass alle diese verschiedenen Player miteinander interagieren, spiegelt die echte Welt wieder, und das ist wichtig. Ich würde das Event also jedem empfehlen, der sich auch nur irgendwie für Technik interessiert – egal, ob er von einer großen Firma, einem Startup oder als Investor kommt. Hier werden neue Perspektiven zu anderen Parts des Ökosystems eröffnet, von denen man vielleicht nie wusste, dass sie existieren.


Besucherin: Lisa Boisneault, Communication Officer, IGN


Lisa Boisneault

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist mein zweites Mal hier und ich mag die Atmosphäre und das Ökosystem der VivaTech sehr, sie ist sehr groß – ich mag das Event!

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Die Konferenzen und Panels interessieren mich sehr. Ich arbeite in der Kommunikation, deswegen interessieren mich Themen wie Video Advertising oder wie man mehr Frauen in die Branche bringen kann. Ich erinnere mich an eine Konferenz aus dem letzten Jahr, in der es um Frauen im Business und großen Unternehmen ging, und das fand ich sehr interessant. Ich interessiere mich auch sehr für das Thema Mobilität, also Transport und so weiter. Für diese Themen gibt es hier viele interessante Startups. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde an der Messe toll, dass sie sehr international ist. Es gibt hier nicht viele solcher internationaler Events – die VivaTech ist für mich wie die CES in Las Vegas. Es ist toll, hier Englisch zu hören und zu sprechen und internationale Speaker mitzubekommen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Allen, die sich für Technologie interessieren – hier geht es um so viele verschiedene Themen: Transport, Shopping, Banking – also wirklich etwas für Leute aus allen Bereichen.


Aussteller: Henry Harris-Burland, VP of Marketing, Starship


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist fantastisch. Hier ist so viel los, das Event ist erstaunlich. Und sehr viele Leute sind an unseren Lieferrobotern interessiert.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir sind nur für einen Tag hier, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen.

Welche Themen interessieren dich besonders?

Alles, was mit selbstfahrenden Autos zu tun hat und alles über Liefer- und Versorgungsketten, egal, ob es um Lebensmittel, Pakete oder Essen geht. Das sind meine Hauptinteressen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event Startups empfehlen, die Menge an Ausstellern ist groß und übertrifft meine Erwartungen.


Besucher: Alexander Demling, Journalist, Handelsblatt


Alexander Demling

Wie war dein Gesamteindruck?

Mich beeindruckt, dass hier neben vielen Franzosen – was ja selbstverständlich ist – auch viele chinesische oder überhaupt asiatische Unternehmen sind, was ich von Konferenzen in Europa eigentlich wenig kenne. Das ist dann immer sehr europazentrisch, so viel Amerika, wie es geht, aber man guckt eigentlich ganz wenig nach Osten, wo ja gerade die neuen Internetgiganten entstehen. Hier ist der Alibaba-CEO und viele andere, auch viele Aussteller, das find ich ganz beeindruckend.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Es ist zwar noch ein bisschen kurz, aber als Journalist hab ich natürlich die Erwartung, dass ich hier viele Leute treffen kann, die das Internet der Zukunft erfinden und vordenken. Das ist hier definitiv möglich. Hier trifft man die erste, zweite und dritte Reihe: beeindruckende CEOs, von Eric Schmidt über Benedict Evans bis hin zu Andreessen Horowitz. Der ist zwar auch als Technologie-Vordenker bekannt, aber man sieht, man hat sich nicht nur bemüht, ein paar große Köpfe für das Marketing zu bekommen, sondern es gibt durch die Bank spannende Internetvordenker.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich leitete ein Panel zu „Music meets Tech“, mit einem Musikproduzenten, der Gründerin einer musikbasierten Messaging-App und der CFO des größten Radiokonglomerats der USA. Darauf habe ich mich natürlich sehr gefreut. Und generell finde ich es toll, dass man hier mit sehr vielen unterschiedlichen Themen in Kontakt kommt. Es reicht von Machine Learning, KI, Blockchain, also eher technischen Themen, bis hin zu wirklich sehr anwendungsnahen Themen wie zum Beispiel das Musikthema. Man findet alles und es ist wirklich sehr gut besetzt.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Bestimmt, auf jeden Fall. Im Vergleich zu Konferenzen in Berlin ist die VivaTech viel größer, viel internationaler und auch thematisch einfach abwechslungsreicher. Ich kann noch nicht sagen, wie ich die Diskussionsformate finde und wie gehaltvoll das ist, weil ich noch nicht viel gesehen hab, aber wenn sie die Qualität dieses Line-ups halten können, dann auf jeden Fall.


Aussteller: Nicolas Lozancic, Head of Marketing & Communication, Speedernet


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Mein Eindruck ist sehr positiv! Hier sind viele Besucher vor Ort. Die Viva Technology findet jetzt zum zweiten Mal statt und ich finde, es ist sehr wichtig, ein Event wie dieses in Europa zu haben.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ich habe einige Erwartungen. Vor der Show ist es wichtig, unsere Präsenz hier zu zeigen. Während der Show ist es wichtig, mit vielen Menschen zu kommunizieren, es ist selbstverständlich ebenso wichtig, viele Kontakte zu knüpfen und ihnen unsere Lösungen zu präsentieren. 

Was war dein persönliches Highlight?

Es gibt hier viele spannende Teilnehmer und viele Dinge in den unterschiedlichen Bereichen der Technologie. Wir haben ähnliche Techniken, außerdem gibt es hier immer Unternehmen, mit denen wir Partnerschaften verhandeln und unser Wissen teilen können. Besonders für kleine Unternehmen ist es wichtig, dass man sich mit anderen kleinen Unternehmen zusammentut.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Ich würde die VivaTech auf jeden Fall empfehlen. Für alle Startups, denn hier sind Vertreter fast jedes Marktes vertreten, außerdem für die Themen HR, Sales und Energie. Und ich finde es wichtig, dass Unternehmen, egal aus welchem Teil Europas sie sind, zeigen können, was sie tun.


Images by Lisa Kneidl


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WHATSAPP t3n: CSU will Zugriff auf Whatsapp-Gespräche: Über WhatsApp den Terror bekämpfen? Genau das plant jetzt die CDU und fordert den Zugriff auf WhatsApp-Gespräche zur Terrobekämpfung. Terroristische Aktivitäten sollen in der Vergangenheit bereits über die Messenger-App geplant worden sein, eine gesetzliche Kontrollmöglichkeit sei nach Meinung der CDU dringend und würde nach der Wahl weiterverfolgt werden. Gleichzeitig kann sowas jedoch auch Hacker anlocken und ihnen Türen zu sensible Nutzerdatern öffnen.

  • WLAN welt: EU will kostenloses WLAN an Tausenden Orten finanzieren: Im EU-Raum soll es künftig mehr kostenlose Internetzugänge geben. Was in deutschen Großstädten meist kein größeres Problem darstellt, soll in der EU bald massiv ausgebaut werden, so die Pläne aus Brüssel. An tausenden öffentlichen Plätzen sollen EU-Bürger bald über EU-finanzierte Hotspots ins Internet können. Es sollen rund 120 Millionen Euro in das Unterfangen gesteckt werden, weitere Details sollen bis Ende des Jahres geklärt werden. Vor allem für die Touristik und Dienstleistung könnte ein solcher Ausbau des Netzes interessant werden.

  • DISPLAYWEEK golem: Die Display-Welt wird rund und durchsichtig: In Los Angeles hat vergangene Woche die Displayweek stattgefunden – ja, eine ganze Messe allein im Zeichen des Displays. Hersteller und Froscher zeigten dort vor allem einen Trend: flexible Displays. Durch neue Techniken kann das Verbauen von Displays also künftig in allen Formen und an allen Orten möglich sein. Dem südkoreanischen Unternehmen Samsung ist sogar die Entwicklung eines dehnbaren Displays gelungen. In Zukunft werden Displays also in sehr viel mehr Anwendungsbereichen eingesetzt werden können.

  • CROWDFUNDING suedeutsche: Facebook-Nutzer können jetzt bei ihren Freunden Geld einsammeln: Facebook ist nicht das erste Unternehmen, das das Konzept Crowdfunding für sich entdeckt. Die Social Media-Plattform führt jetzt eine neue Funktion ein, über die es möglich werden soll Geld zu sammeln – ob für den Kampf gegen Krebs oder Silikonbrüste ist dabei egal. Facebook verspricht, sämtliche Spendenkampagnen innerhalb von nur 24 Stunden auf ihre Aufrichtigkeit zu überprüfen. Bedenkt man die Art und Weise, wie das Netzwerk bislang die Kommunikation seiner Mitglieder moderiert, darf das allerdings bezweifelt werden.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ heise: Künstliche Intelligenz berechnet die Schönheit: Schönheit liegt doch bekanntlich im Auge des Betrachters. Wenn es nach bestimmten Startups und Forschern geht allerdings in der Vermessung durch Algorithmen. Bilderdienste, wie das Online-Angebot “EyeEm” eines Berliner Startups, sollen fortan das Maß an Schönheit in einem Bild errechnen und diese dann möglichst prominent platzieren, um dem Fotografen die Auswahl zu erleichtern. Seit Jahren forschen Wissenschaftler und Unternehmen daran, neuronalen Netzen einen Sinn für Schönheit beizubringen.

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Diese 6 Chatbots für den Facebook Messenger wollen dir den Alltag erleichtern

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Alle reden von Chatbot-Apps. Das soll die Zukunft der Smartphone-Nutzung sein. Was sind eigentlich Chatbots? Welche Chatbots gibt es schon und wie können sie Smartphone-Nutzern jetzt schon helfen? Ich erkläre euch, was hinter diesen Helferlein steckt und präsentiere euch eine Auswahl cooler Apps.

Was sind Chatbots?

Was wir heute unter einem Chatbot verstehen, sind automatisierte Antwortmechanismen, die in einer vertrauten Bedienoberfläche eingebunden sind. Es gibt sie als selbständige Apps, aber auch als Add-on für bekannte Plattformen. Ein populäres Beispiel ist der Facebook Messenger. Per Schnittstelle können Entwickler darauf zugreifen und Messenger-Nutzern die Möglichkeit geben, direkt im Messenger die Chatbots zu verwenden. Ihr müsst nichts extra downloaden und installieren.

Ich verdeutliche es euch an einem Beispiel: Ihr möchtet beispielsweise einen Flug mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM buchen. Das könnt ihr inzwischen über den Facebook Messenger erledigen. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist „KLM“ oder @KLM.Deutschland in der Suchmaske des Facebook Messenger einzugeben. Dieser Link führt euch auch dahin. Dann schreibt ihr KLM eine Nachricht. Ein schlichtes „Hallo“ genügt. Kurz darauf erhaltet ihr eine automatisch generierte Antwort (siehe Screenshot).

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Flüge per Messenger statt per Hotline buchen. Screenshot by Niklas Hamburg

Weil inzwischen so viele Menschen Plattformen wie den Facebook Messenger nutzen, könnte es sein, dass wir künftig immer mehr Aufgaben über solche Plattformen abwickeln und immer weniger über andere Apps. Nachdem Apps Websites als wichtigste digitale Anlaufstelle für Konsumenten ablösten, könnten jetzt Chatbots die Apps ablösen. Allerdings sind längst noch nicht alle Chatbots für den Facebook Messenger das Gelbe vom Ei. Denn es gibt große qualitative Unterschiede.

Bei welchen Themen helfen euch Chatbots für den Facebook Messenger?

Chatbots können euch bei standardisierbaren Dienstleistungen helfen. So können sie euch die neusten Nachrichten nach eurem Geschmack zusammenstellen, Informationen über das Wetter präsentieren oder sogar dabei helfen, eure nächste Urlaubsreise zu buchen. Übrigens solltet ihr gut Englisch können, denn die Bots, die ich euch hier vorstelle, sind allesamt des Deutschen nicht mächtig. Während man mit virtuellen Assistenten wie Siri, Cortana, Alexa oder bald auch Bixby per Sprachbefehl interagiert, ist das bei Chatbots anders. Mit ihnen kann man schreiben oder je nach Vorliebe auch diktieren, was man schreiben will.

CNN-Bot: Eure persönliche Nachrichten-Maschine

Eine Variante der Chatbots, die sich im englischsprachigen Raum schon großer Beliebtheit erfreut, sind solche, die im Bereich des Publishings eingesetzt werden. Wer dem Bot schreibt, kann aus einer Vielzahl an Abonnements wählen und sich über neue Artikel in festgelegten Intervallen informieren lassen.

Ein Beispiel ist der CNN-Bot. Dieser kann auf den Nutzer zugeschnittene Nachrichten präsentieren. Der Stil nennt sich „Conversational Journalism“. Wenn man CNN schreibt, gibt es drei Kategorien zur Auswahl: „Top Stories“, „Stories for you“ und „Ask CNN“.

Fragt man nach Top Stories, werden euch verschiedene Berichte vorgeschlagen, die gerade beliebt sind. Genial: Zu jedem Artikel ist auch eine Zusammenfassung („Get a summary“) verfügbar – der Artikel wird in drei bis vier Sätzen zusammengefasst. Anschließend kann man immer noch entscheiden, ob man den Artikel ganz oder doch lieber einen anderen lesen will. Mit der Funktion „Stories for you“ werden einem Artikel aus Themengebieten vorgeschlagen, aus denen man bisher schon verstärkt Artikel gelesen hat.

Die Wetterkatze Poncho sagt ob es regnet oder schneit

Der Bereich Dienstleistungen und Informationen profitiert ebenfalls von Chatbots. So kann die Messenger-Chatbot-App Poncho beispielsweise nett aufbereitete Wetterinformationen anzeigen. Darüber hinaus kann man mit Poncho, personifiziert als süße gelbe Katze, auch kleine Spiele spielen, die unterhaltsam sind und vielleicht über die eine oder andere frustrierende Wetterprognose hinwegtrösten. Einfach in der Suchmaske @hiPoncho bzw. „Poncho“ eingeben und los geht’s.

Whatson: Lasst euch Löcher in den Bauch fragen

Wem das ständige Fragen zu langweilig ist, der könnte sich über Whatson freuen. Der Chatbot dreht den Spieß nämlich um und stellt dem Nutzer fragen. „In welchem Land gibt es eine Stadt namens ‚Hell’ – Norwegen, Australien oder Kanada?“ „Die Flagge welchen europäischen Landes ist nicht rot, grün und weiß – Bulgarien, Italien oder Monaco?“

Das hilft einem bei Problemen natürlich nicht weiter. Aber das ist auch nicht Sinn und Zweck dieses Bots. Er dient lediglich der Unterhaltung. Die Fragen, die er einem stellt, sind nicht zu leicht und nicht zu schwierig und es macht Spaß, sich mit Whatson auszutauschen. Allerdings hat so ein Gespräch wenig Dialogcharakter, es ist eher so, dass der Bot viel sagt und fragt und man das Luftholen nutzen sollte, um zu antworten. Ihr findet ihn in der Messenger-Suche unter @WhatsonBot.

Dinner Ideas inspiriert euch mit Rezeptvorschlägen

Wer war nicht schon einmal in der Situation, zuhause zu sein, der Kühlschrank bietet nur noch ein paar magere Reste und man hat keine Ahnung, welches Gericht man daraus zubereiten soll? Mit Dinner Ideas gibt es jetzt eine hervorragende Lösung dafür. Ihr nennt dem Bot einfach, was eure Vorräte so hergeben und er durchsucht eine Datenbank nach passenden Rezepten. Das funktioniert selbst bei scheinbar ausweglosen Kombinationen wie Senf und Toastbrot – vorausgesetzt, man hat noch andere Lebensmittel zuhause, mit denen man die Reste kombinieren kann. Ihr findet den Bot unter @dinner.ideas.

Mit Jarvis nichts mehr vergessen

Ein weiterer Chatbot, den ich euch nicht vorenthalten möchte, ist Jarvis. Die einzige Aufgabe dieses Bots ist es, euch zu einer bestimmten Zeit an eine bestimmte Aufgabe zu erinnern. Bevor ihr diesen Service allerdings in Anspruch nehmen könnt, müsst ihr erst eure Zeitzone angeben. Anschließend erhaltet ihr ein Beispiel, wie eure Erinnerung aussehen sollte, damit der Bot sie versteht. Wenn ihr noch mehr Hilfe benötigt, schreibt einfach „help“.

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Jarvis ist sozusagen ein Erinnerungsroboter. Screenshot by Niklas Hamburg

Wollt ihr erinnert werden, sagt ihr also beispielsweise (auf Englisch bitte, wenn ihr mit dem Bot schreibt): „Erinnere mich um 14:20 Uhr daran, den Artikel zu veröffentlichen“. Und ihr werdet zu diesem Zeitpunkt eine Nachricht mit der Erinnerung erhalten. Das funktioniert einwandfrei. Der Kommunikationsstil ist angenehm informell und enthalt neben Umgangssprache auch Emojis. Ihr findet den Bot unter @helloimjarvis.

Fazit

Chatbots, in der Form, in der man sie heute antrifft, sind ein netter Zeitvertreib und gut gemeint. Wel sich dahin aber selbsttätig lernende Algorithmen und keine echte Künstliche Intelligenz verbirgt, bleibt noch viel zu wünschen übrige. Der Tag, an dem der Chatbot den informierten und assoziativ denkenden, menschlichen Kundenberater ersetzt, liegt noch in weiter Ferne.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Teaser Image und Videos by Facebook; Screenshots by Niklas Hamburg


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Netzpiloten sind Partner von Rise of AI 2017

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Interessiert ihr euch für Themen rund um künstliche Intelligenzen? Dann markiert euch den 11. Mai im Kalender, denn da findet in Berlin die „Rise of AI“ Konferenz statt. Der einzigartige Veranstaltungsort ist das Deutsche Technikmuseum Berlin

Das Ehepaar Westerheide ist Veranstalter von Rise of AI und erhofft sich mit dem Event das Thema der künstlichen Intelligenz mehr in den Vordergrund zu rücken und die Probleme, aber auch Möglichkeiten dieser Technologie für die Menschheit zu beleuchten. Daz erwarten euch Top-Speaker von Firmen wie Microsoft, adidas oder Daimler oder beispielsweise Bundestagsmitglied Thomas Jarzombek, Investor und „Die Höhle der Löwen“-Juror Frank Thelen oder der Konferenzveranstalter Fabian Westerheide

Zentrale Themen werden der Status Quo 2017 von künstlicher Intelligenz, die Zukunft von Maschinen Intelligenzen, AI Ethik, Superintelligenz und die joblose Zukunft sein – beispielsweise wie sehen neue Businessmodelle mit AI und werden wir bald alle mit Maschinen ersetzt? Beschlossen wird das Event beispielsweise mit einer Podiumsdiskussion zum Thema der Auswirkungen von AI auf die Menschheit. Einen Überblick über das ganze Programm findet ihr hier.

Tickets bekommt ihr hier schon ab 299 Euro. Folgt der Veranstaltung doch auf Twitter und haltet euch mit dem Hashtag #RiseofAI auf dem Laufenden. Eine Playlist mit Videos zu Rise of AI 2016 findet ihr auf Youtube.

 

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Leben wir in der Matrix? Was Elon Musk glaubt – und was wirklich dran sein könnte

In einem Interview im vergangenen Jahr hat der Technikunternehmer Elon Musk darauf hingewiesen, dass wir inmitten einer Computersimulation leben. Hört man das zum ersten Mal, scheint diese Behauptung weit hergeholt. Als Gründer von mehreren namhaften Unternehmen wie Tesla und Space X liegen die Interessen von Musks Geschäft eindeutig in führenden Technologien.

Der Schlüssel zu seiner Behauptung ist, dass sich Computerspiele in den letzten 40 Jahren rapide bis zu dem Punkt weiterentwickelt haben, dass sie innerhalb der nächsten paar Jahre so gestaltet sein werden, dass man vollkommen in ihnen verloren gehen kann. Dies geschieht mittels einer computergenerierten und kontrollierten Welt, die nahtlos mit der physischen Welt verschmolzen sein wird. Anders gesagt, wir sind kurz davor, eine Art erweiterte Realität (AR) zu erleben, die mit künstlicher Intelligenz einhergeht. Letztlich könnten die realen Erlebnisse und die Simulationen voneinander nicht mehr zu unterscheiden sein.

Musk sagt dazu folgendes: „Wenn Sie ein beliebiges Maß an Veränderung annehmen, werden die Spiele von der Realität nicht mehr zu unterscheiden sein. Das kann sogar dann passieren, wenn dieses Maß an Fortschritt im Vergleich zu dem jetzigen Standpunkt massiv abfallen würde. Dann sagen Sie einfach, okay, stellen wir uns vor, es sind 10.000 Jahre in der Zukunft. Auf der Evolutionsskala ist das noch gar nichts.

Also angenommen, wir bewegen uns dorthin, wo Spiele von der Realität nicht mehr unterscheidbar sind und diese Spiele könnten auf jedem digitalen Gerät oder einem PC oder wo auch immer gespielt werden und da wären vermutlich Billionen von diesen Computern und digitalen Geräten, dann wäre die logische Konsequenz, dass die Chance dafür, dass wir uns in der Basisrealität befinden, etwa eins zu einer Milliarde.“

Die Idee, dass Menschen in einer Realität leben, die von außenstehenden Institutionen wie Computern oder anderen Entitäten kontrolliert werden, geht schon seit einer Weile um. Dies ist eine Frage, die Philosophen und sogar Physikern über die Jahrhunderte hinweg erforscht haben. Der Philosoph Nick Bostrom kam schon 2003 zum gleichen Entschluss.

Die Ähnlichkeiten zwischen den Argumenten, die von Musk und Bostrom hervorgebracht wurden, gehen allerdings weiter als nur anzunehmen, dass wir ein Teil einer größeren Computersimulation sind. Beide betrachten die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) als einen gefährlichen Technikbereich. Laut Musk wird das Ergebnis des Fortschritts der KI-Forschung und ihrer Entwicklung das Ende der Zivilisation darstellen. Bostrom vertritt einen ähnlichen Standpunkt, sollte eine angemessene Risiko-Beurteilung während den Entwicklungsprojekten nicht durchgeführt werden.

Fakt oder Fiktion?

Aber ist das nur Paranoia? Die Behauptungen beinhalten mehr als seine bestehende Ähnlichkeit zu Science-Fiction-Filmen, wie Matrix und Odyssee im Weltraum, aber sind die von Musk und Bostrom geäußerten Ansichten wirklich Grund zur Sorge?

Die Möglichkeit, dass wir nicht in einer Simulation leben, wird stark durch wissenschaftliche Argumente unterstützt. Man bedenke die unglaubliche Rechenkraft der Computer, die benötigt würde, um eine solche Simulation zu erstellen. Ein Simulationssystem müsste all die Einheiten der Welt und deren Interaktionen managen. Dies würde eine riesige Menge an Verarbeitung erfordern. Weitere Unterstützung kann in Argumenten hinsichtlich der Quantenmechanik gefunden werden – eine wahrhafte lebensechte Simulation einer Stadt zu betreiben, mit all ihren Milliarden an Interaktionsbeispielen, würde einen Rechner erfordern, der ebenso groß wie eine Stadt ist. Das macht die Möglichkeit, dass wir in einer Simulation leben, höchst unwahrscheinlich.

Gesetzt dem Fall, eine Maschine würde existieren, die unsere Existenz simulieren könnte, wäre die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass wir sogenannte “Realitätsmängel“ erleben würden. Diese Fehler in der Simulation würden durch Pannen im Modell gesehen oder gehört werden.  Beispielsweise würden Sterne entweder existieren oder nicht, wenn sie durch Teleskope verschiedener Größen betrachtet werden. Solche Fehler wären in einer Simulation von diesem Ausmaß unausweichlich, aber bisher hat kein Mensch solcherlei Fehler bemerken können.

Maschinen, die mittels Selbstlernfunktion arbeiten oder eine Art superintelligenter Softwares sind immer noch sehr weit entfernt von dem momentanen Entwicklungsstand entfernt, außerdem können Systeme, die KI nutzen, diese nur in sehr eingeschränkt definierten Bereichen verwenden. Gegenwärtige Systeme lernen es, ihre Leistung in spezifischen Arbeitsbereichen zu optimieren – und gerade nicht die Welt zu übernehmen.

Neuronale Netzwerke, die manchmal auch als elektronisches Modell des Gehirns betrachtet werden, werden beispielsweise verwendet, um Veränderungen in Aktienmärkten vorauszusagen. Mithilfe der Nutzung von vorhandenen Aktiendaten können diese Systeme darauf trainiert werden, Gewohnheiten in Live-Datenübertragungen zu identifizieren, die darauf hinweisen könnten, dass etwas passieren wird. So können Händler rechtzeitig etwas tun, um negative Auswirkungen abzuschwächen.

Zudem gibt es Systeme, die eigens entwickelt wurden, um KI-Technik zu verwenden. Sie sollen die Arbeitsbelastung abmildern, indem sie voreingestellte Regeln und Fakten anwenden. Diese kennt man als wissensbasierte Systeme. Während die menschlichen Nutzer dieser Systeme nicht mitbekommen, dass sie mit einer Maschine interagieren – so wie Jill, der KI-Online-Tutor, der in einem KI-Kurs Fragen von Studenten beantwortet und ihnen Feedback gibt, sind sie auch entwickelt worden, um an oder mit klar definierten Problemen oder Bereichen zu arbeiten. 

Nimmt man die eingeschränkten Bereiche, in denen KI-Systeme entwickelte werden, erscheint die Gefahr, dass es zu einem Ende der Zivilisation durch die Erschaffung einer KI kommt, sehr gering. Tatsächlich wird die KI hauptsächlich dazu verwendet, um menschliche Entscheidungen und Handlungen zu unterstützen, statt sie zu ersetzen.

Alternative Realität

Allerdings scheint Musk in einem gewissen Teil seiner Theorie davon auszugehen, dass bestimmte Dinge in der nahen Zukunft auftreten werden. Eines davon ist die Entwicklung von Technologien, die die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine unterstützen sollen. Während wir im Alltag immer abhängiger von technischen Geräten werden, verändert sich die Art und Weise, wie wir sie nutzen, permanent. Unser Verlangen, auf Daten zuzugreifen und zu kommunizieren, hat zu einer Weiterentwicklung im Bereich der Wearables geführt. 

Musk behauptet, dass wir für die KI zu einer Art Haustier werden, sollten wir keine effektive Schnittstellen zwischen Hirn und Maschine entwickeln. Allerdings setzt sich Steve Mann, der Begründer der Wearables und der erweiterten Realität, dafür ein, beide Technologien zu kombinieren, damit die Gesellschaft davon profitiert. Diese Idee hat Hand und Fuß, da viel Arbeit auf unterstützende medizinische Systeme ausgelegt ist. Forscher entwickeln beispielsweise Hirnimplantate, um elektronische Signale im Gehirn zu nutzen und die Bewegung von beeinträchtigten Gliedmaßen zu stimulieren.

Es ist anzunehmen, dass wir eher nicht in einer Computersimulation leben und die Behauptungen von Musk haarsträubend sind. Dennoch denkt er in die richtige Richtung, denn wir werden in Zukunft noch viel mehr technische Entwicklungen erleben.

Künftige Entwicklungen innerhalb der AR und mit ihr verwandte Technologien werden uns in einer Welt leben lassen, die zunehmend miteinander verbunden ist. In diesen erweiterten Realitäten werden wir nahtlosen Zugang zu Daten und digitalen Darstellungen haben, die in die physische Welt projiziert werden. KI-Technik hilft uns dabei, die Daten zu verstehen und Entscheidungen zu treffen, die von Computern aufgestellt worden sind. Aber auch wenn sie in ihren Funktionen erweitert sind, werden diese Realitäten immer noch auf und in der echten Welt geschaffen sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „sea-landscape-nature-sky“ by Bradley Hook (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Künstliche Intelligenz: Verstehen, wie Maschinen lernen

Roboter (adapted) (Image by jens kuu [CC BY 2.0] via flickr)

Von „Jeopardy“-Gewinnern und „Go“-Meistern zur berüchtigten werbebezogenen Rassenprofilierung scheint es, dass wir in eine Ära eingetreten sind, in der sich die Entwicklung von künstlicher Intelligenz rasend beschleunigt. Aber ein vollkommen empfindungsfähiges Wesen, dessen elektronisches „Gehirn“ sich komplett mit komplexen kognitiven Aufgaben beschäftigen kann und dabei faire, moralische Beurteilungen aufrechterhält, ist jetzt noch schwer vorstellbar.

Leider rufen jetzige Entwicklungen eine generelle Angst hervor, wie künstliche Intelligenz in der Zukunft werden könnte. Die Repräsentation künstlicher Intelligenz in der jüngsten Popkultur zeigt, wie vorsichtig – und pessimistisch – wir sind, wenn es um Technologie geht. Das Problem mit Angst ist, dass sie lähmen und Ignoranz fördern kann. Zu lernen, wie künstliche Intelligenz im Inneren funktioniert, kann diese Bedenken lindern und eine verantwortliche und sorgenfreie Beschäftigung ermöglichen.

Künstliche Intelligenz basiert auf Machine Learning als elegantes und leicht zugängliches Werkzeug. Aber um zu verstehen, was Machine Learning bedeutet, müssen wir zunächst untersuchen, wie die positiven Aspekte des Potentials die negativen Aspekte wettmachen.

Daten sind der Schlüssel

Einfach gesagt, bezieht sich Machine Learning darauf, dass Computern beigebracht wird, wie Daten analysiert werden, wie man zum Beispiel einzelne Aufgaben mittels eines Algorithmus‘ löst. So werden für die Handschrifterkennung beispielsweise Algorithmen benutzt, um Buchstaben zu unterscheiden, die auf einer menschlichen Handschrift basieren. Die Datenspeicherungszentren nutzen Regressionsalgorithmen, um in einer quantifizierbaren Weise den Verkaufspreis eines gegebenen Vermögens zu schätzen.

Machine Learning beschäftigt sich letzten Endes mit Daten. Fast jede Gesellschaft generiert Daten so oder so, man denke an Marktforschung, soziale Medien, Schulfragebögen oder automatische Systeme. Die Anwendungen von Machine Learning versuchen, versteckte Muster oder Korrelationen in dem Chaos der großen Datenmengen zu finden, um Modelle zu entwickeln, die Verhalten voraussagen.

Daten haben zwei Kernelemente – Stichproben und Kenndaten. Ersteres repräsentiert individuelle Elemente in einer Gruppe, das zweite die Anzahl der Eigenschaften, die sie teilen. Schauen wir uns zum Beispiel soziale Medien an: Die Nutzer sind Stichproben und ihre Nutzung kann in Kenndaten übersetzt werden. Facebook zum Beispiel gebraucht unterschiedliche Aspekte des „Gefallens“ von Aktivitäten, die sich von Nutzer zu Nutzer ändern kann, als wichtige Kenndaten für nutzerdifferenzierte Werbung.

Facebook-Freunde können ebenfalls als Stichproben verwendet werden, während ihre Verbindung zu anderen Menschen als Kenndaten verstanden werden. So wird ein Netzwerk etabliert, in dem Informationsverbreitung erforscht werden kann. Außerhalb von sozialen Medien nutzen automatisierte Systeme, die in industriellen Prozessen als Überwachungswerkzeug verwendet werden, Momentaufnahmen des gesamten Prozesses als Stichprobe und nehmen Ausmessungen zur gleichen Zeit als Kenndaten auf. Dies erlaubt dem System, Anomalien im Prozess in Echtzeit festzustellen. All diese unterschiedlichen Lösungen basieren darauf, dass Maschinen mit Daten gefüttert werden müssen und auf der Lehre, dass sie ihre eigenen Prognosen feststellen können, wenn sie erst einmal strategisch die gegebenen Informationen beurteilt haben. Und das ist Machine Learning.

Die menschliche Intelligenz als Anfangspunkt

Jegliche Daten können in simple Konzepte übersetzt werden und jede Anwendung von Machine Learning, künstliche Intelligenz eingeschlossen, benutzt diese Konzepte als Basiskomponenten. Wenn Daten erstmal verstanden wurden, ist es Zeit, zu entscheiden, was mit den Informationen geschehen soll. Eine der bekanntesten und intuitivsten Anwendungen von Machine Learning ist die Klassifikation. Das System lernt, wie es Daten in verschiedene Gruppen aufteilt, basierend auf einem Referenzdatensatz.

Dies ist direkt verbunden mit den Arten von Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, wenn es um die Gruppierung von ähnlichen Produkten geht, beispielsweise bei Küchenutensilien, Schönheitsprodukten oder bei der Auswahl von guten Filmen, basierend auf den früheren Erfahrungen. Während diese zwei Beispiel komplett unabhängig voneinander zu sein scheinen, basieren sie auf einer essentiellen Annahme von Klassifikation von Prognosen, durch die sie als gut etablierte Kategorien definiert werden.

Wenn man zum Beispiel ein Tiegel mit Feuchtigkeitscreme nimmt, nutzen wir eine spezielle Liste von Kerndaten – die Form der Verpackung oder der Geruch des Produkts, um korrekt vorherzusagen, dass dies ein Schönheitsprodukt ist. Eine ähnliche Strategie nutzt man, wenn man einen Film auswählt, indem man auf die Kerndatenliste zugreift – beispielsweise der Regisseur oder ein bestimmter Schauspieler – um vorherzusagen, ob dieser Film in eine der beiden Kategorien gehört: Gut oder schlecht.

Indem man die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Kerndaten, verbunden mit einer Menge an von Stichproben, festhält, können wir vorhersagen, ob der Film es wert ist, geschaut zu werden, oder besser gesagt, wir können uns ein Programm erstellen, welches dies für uns tut.

Um aber in der Lage zu sein, diese Informationen zu manipulieren, müssten wir schon ein Datenwissenschaftler sein, also erfahren in Mathematik und Statistik und mit einer ausreichenden Programmierfähigkeit, um Alan Turing und Margaret Hamilton stolz zu machen, nicht wahr? Nun ja, nicht ganz.

Wir alle wissen genug über unsere Muttersprache, um im täglichen Leben zurecht zu kommen, selbst wenn sich nur einige Wenige unter uns auf die Felder der Linguistik und der Literatur hinausbegeben. Bei der Mathematik ist es ähnlich: Sie befindet sich immer um uns herum, so dass wir beim Errechnen von Wechselgeld oder beim Abmessen von Zutaten für ein Rezept keine größeren Probleme haben. Ebenso ist für den bewussten und effizienten Umgang kein größeres Wissen in Machine Learning Voraussetzung.

Irgendwo dort draußen befinden sich sehr wahrscheinlich extreme gut qualifizierte und professionelle Datenwissenschaftler – mit ein wenig Anstrengung kann aber auch jeder von uns die Grundlagen erlernen und die Art und Weise, wie sie Vorteile von Informationen sehen und ergreifen, verbessern.

Algorithme dir deinen Weg

Schauen wir uns noch einmal unseren Klassifikationsalgorithmus an und denken wir über eine Möglichkeit nach, mit der die Art und Weise imitiert wird, wie wir Entscheidungen treffen. Wir sind soziale Wesen, wie ist es also um unsere sozialen Interaktionen bestellt? Die ersten Eindrücke sind wichtig und wir haben alle ein internalisiertes Modell, dass innerhalb der ersten paar Minuten, in denen wir jemanden kennen lernen, evaluiert, ob wir ihn mögen oder nicht.

Zwei Folgen sind möglich: ein guter oder ein schlechter Eindruck. Für jede Person sind unterschiedliche Eigenschaften – Kenndaten – wichtig – auch unbewusst – die auf etlichen Begegnungen in der Vergangenheit basieren – Stichproben. Diese könnten alles sein, vom Ton der Stimme zu Extraversion und vor allem die Einstellung zu Höflichkeit. Für jede neue Person, die wir treffen, registriert ein Modell in unserem Kopf diese Eindrücke und erstellt eine Prognose. Wir können dieses Modell zu ein paar wichtigen Sätzen von Eindrücken herunterbrechen, gewichtet nach ihrer Relevanz.

Für einige Menschen ist vielleicht Attraktivität sehr wichtig, wohingegen für andere einen guten Sinn für Humor oder die Tatsache, dass derjenige Hunde mögen sollte, ausschlaggebend ist. Jede Person wird ihr eigenes Modell entwickeln, das komplett auf den Erfahrungen basiert. Unterschiedliche Daten resultieren in unterschiedlichen Modellen, die mit unterschiedlichen Folgen eingeübt werden. Unser Gehirn entwickelt Mechanismen, die, während sie uns nicht ganz klar sind, festschreiben, wie diese Faktoren gewichtet werden.

Was Machine Learning macht, ist folgendes: Sie entwickelt präzise, mathematische Möglichkeiten für Maschinen, um diese Folgen zu errechnen – besonders in Fällen, in denen wir die Masse an Daten nicht einfach handhaben können. Jetzt gerade, und vielleicht mehr denn je, sind Daten riesig und langlebig. Zugang zu einem Werkzeug zu haben, dass aktiv Daten nutzt, um ein besonderes Problem zu lösen, so wie künstliche Intelligenz, meint auch, dass jeder diese erleben und ausnutzen sollte und kann. Wir sollten das nicht nur deshalb tun, damit wir nützliche Anwendungen herstellen, sondern auch, um Machine Learning und künstliche Intelligenz in ein besseres und nicht so negatives Licht zu rücken.

Es gibt noch etliche Ressourcen für Machine Learning, auch wenn sie einiges an Programmierfähigkeit voraussetzen. Einige bekannte Sprachen, die für Machine Learning maßgeschneidert sind, sind schon zugänglich – von Grundlagenkursen bis hin zu vollständigen Lehrgängen. Meist braucht man nicht länger als einen Nachmittag, um einzutauchen und brauchbare Resultate zu erhalten.

All dies bedeutet nicht, dass uns das Konzept von Maschinen mit menschlicher Denkweise nicht beschäftigen sollte. Mehr darüber zu erfahren, wie diese Denkweise funktioniert, wird uns die Macht geben, Vertreter einer positiven Veränderung zu sein – und zwar so, dass wir die Kontrolle über künstliche Intelligenz behalten, und nicht anders herum.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Roboter“ by jens kuu (CC BY 2.0)


The Conversation

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • BERLIN golem: Warum Facebook sofort vom “Anschlag in Berlin” ausging: Wer Facebook-Nutzer ist hat am Montagabend womöglich eine ganz bestimmte Benachrichtigung erhalten, geschweige denn man hat Bekannte aus Berlin. „XYZ hat sich für den Anschlag in Berlin als sicher gemeldet!“. Facebooks sogenannter Safety Check kam dieses Jahr in Deutschland bereits zum zweiten Mal, nach München, zum Einsatz. Das Feature kann mittlerweile von den Nutzern selbst ausgelöst werden, es müssen dafür häufig Schlagwörter wie bspw. „Anschlag“ in den Beiträgen einer Region fallen. Facebook wird nun der Vorwurf gemacht, dieses Schlüsselwort ungeprüft von den Nutzern oder voreiligen Medien übernommen zu haben und damit noch mehr Unruhe ausgelöst zu haben.

  • CERN heise: Erstmals Spektrum von Antimaterie analysiert: Anti-Materie ist bisher ein recht mysteriöser Stoff. Sie ist Materie, die aus Anti-Teilchen besteht. Wissenschaftler am Forschungszentrum Cern bei Genf haben jetzt erstmals nachgemessen. Dabei haben sie herausgefunden, dass das optische Spektrum von Wasserstoff dem von Anti-Wasserstoff gleicht. Anti-Materie kann nur in aufwendigen Experimenten erzeugt werden und untersucht werden. Die Messung der Spektrallinie sei das Resultat von 20 Jahren Arbeit der Cern-Mitarbeiter an der Forschung von Anti-Materie. Das Ziel dabei ist es eine Erklärung für das Ungleichgewicht zwischen Materie und Antimaterie im Universum zu finden.

  • MARKETING horizont: 5 Dinge, die das Influencer Marketing 2017 prägen werden: Youtuber, Instagramer und generelle Social Media Stars oder “Influencer” generieren teilweise gigantische Follower-Anzahlen auf den verschiedensten Kanälen. Vor allem 2016 war das Jahr des Influencer-Marketing, mit dem möglichst die Generation Y angesprochen werden sollte. Christian Chyzyk, Gründer und CEO der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero hat HORIZONT gegenüber seine Prognosen für das nächste Jahr mitgeteilt. Kleinere Reichweiten sollen ebenfalls genutzt werden und das Marketing soll noch näher werden, Stichwort „Instagram Stories“.

  • DIGITALISIERUNG zeit: Kleiner Computer, große Pläne: Der sternförmige Mini-Computer “Calliope mini” soll künftig deutschlandweit Schulen erobern und Digitalisierung näher bringen. Auf dem nationalen IT-Gipfel wurde das „Bildungsboard“ nun vorgestellt und auch bereits von der Bundeskanzlerin getestet.Der Computer richtet sich vor allem an Grundschüler und soll mit diesen programmieren lernen und sie auf die Digitalisierung der Gesellschaft vorbereiten. Unternehmen wie die Deutsche Telekom Stiftung, Google und Microsoft haben bereits zugesagt, das Projekt mit einigen Hunderttausend Euro unterstützen zu wollen. Für eine längerfristige Produktion musste für das Projekt jetzt dennoch eine Crowdfunding-Kampagne gestartet werden.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ spiegel: “Jarvis, mach die Tür auf”: Der Name ist bereits dem digitalen Butler von Tony Stark aka Iron Man nachempfunden. Auch in seinen Aufgaben soll sich die künstliche Intelligenz “Jarvis” von Facebook-Chef Mark Zuckerberg an die Comic-Vorlage angleichen. Anfang des Jahres kündigte er die Programmierung der KI für das Zuhause an und stellte sie jetzt vor. Das Programm ist noch zu sehr auf Zuckerbergs Zuhause und die Vernetzung seiner Geräte angepasst, soll aber weiterentwickelt und schließlich als Open Source veröffentlicht werden.

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Destination Check: Das war die Data Natives 2016

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Die Data Natives-Konferenz war vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 in Berlin zu Gast. An zwei Standorten konnten sich Interessierte über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things informieren und vernetzen.

Der Konferenzauftakt fand mit drei Workshops im Coworking Space Ahoy Berlin zu Themen wie Python und Data-as-Service-Produkten statt. Am zweiten und dritten Tag gaben sich dann Speaker wie Alexandra Deschamps-Sonsino, Director bei Designswarm, Philipp Krenn, Developer Advocate bei Elastic oder Anish Mohammed die Klinke oder viel mehr das Mikro in die Hand. Die Bolle-Festsäle in Berlin waren an beiden Konferenztagen gut gefüllt. Die Netzpiloten waren als Partner dabei und haben sich unter das Volk gemischt, um ein paar Eindrücke zu sammeln.


Besucherin: Indre J. – Studentin, Data Analyst bei Webtrekk


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Image by Indre

Indre studiert Statistik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und arbeitet in der Datenanalyse bei Webtrekk. Sie sucht nach Trends, Themen und Jobmöglichkeiten für die Zeit nach der Uni.

Was ist dein Gesamteindruck?

Mir gefällt es sehr gut, ich war sehr positiv überrascht. Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, weil ich schon bei anderen Veranstaltungen war, dass die Speaker eher Produktpräsentationen machen, statt über die Methoden, die sie implementieren wollen, zu reden. Aber hier war das zum Glück ganz anders. Außerdem habe ich Glück gehabt und die Tickets gewonnen, weil ich für den Newsletter angemeldet war.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich habe nichts Spezielles erwartet und habe mir viel angehört. Ich finde, man kann hier gut mitkriegen, wie der Business-Alltag funktioniert. Leider suchen die Firmen eher nach Programmierern als nach Statistikern, aber man bekommt ein Gefühl für das Berufsfeld.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand die Panel-Debatte zur Zukunft des Grundeinkommens ziemlich toll, das war ein wichtiges Thema.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich würde die Data Natives natürlich Programmierern empfehlen, aber auch für mich als Studentin war es sehr interessant. Leider ist der Eintritt nicht unbedingt etwas für ein Studentenbudget, vielleicht könnte man da noch mehr Möglichkeiten schaffen.


Besucher: Henrik Laurentz, Consultant bei Findwise


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Image by Henrik Laurentz via Findwise

Hendrik entwickelt Lösungen für Suchmaschinen und Datenanalyse. Auf der Data Natives wollte er mehr über den Stand der Dinge herausfinden und welche Ideen er für Findwise integrieren kann.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich habe zwar die Workshops verpasst, aber die Konferenz gefiel mir sehr gut. Die Talks waren sehr unterschiedlich, das mochte ich auch, viele waren auf einem Einsteigerlevel gehalten, für einige musste man auch technisch mehr im Thema sein – da gab es ja alles; angefangen damit, wie man Data Scientist wird bis hin zu neuralen Netzwerken. Es gab sogar einen Vortrag darüber, wie Machinelearning-Apps gebaut werden.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bißchen erwartet, dass die Konferenz akademischer angehaucht sein würde, ich bin aber nicht enttäuscht, dass es nicht ganz so war. Ich fand die meisten Speaker gut, vielleicht hätten einige von ihnen sich noch etwas besser vorbereiten und das Publikum mehr einbinden können. Vielleicht ist das aber auch nicht so einfach, wenn das Publikum aus allen möglichen Bereichen kommt.

Was war dein persönliches Highlight?

Das war eigentlich der erste Speaker, Daniel Molnar, mit den wichtigsten Grundlagen zu Data Science und Datenanalyse. Er hat ein paar Hinweise dazu gegeben, was gut oder besonders schlecht funktioniert und auf was man achten muss, wenn man mit Data Science arbeitet. Das fand ich sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich denke schon, dass ich wiederkommen werde. Ich mag Berlin sowieso, es war eine gute Wahl, herzukommen. Die Data Natives ist für Datenspezialisten auf jeden Fall gut geeignet, das Niveau ist schon eher anspruchsvoll. Es gibt hier aber auch viele Manager und Leute mit geschäftlichem Hintergrund. Das ist aber nicht schlecht, es ist nur etwas anders.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Meine Firma hat mich spontan als Besucher hergeschickt und weil alle meine Kollegen unterwegs waren, bin ich allein hergekommen.

 


Speaker: Iwan Lappo-Danilewsk, Technik und Betrieb bei aaron.ai


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Image by Iwan Lappo-Danilewsk

Iwan arbeitet als CTO bei aaron.ai und nahm am Startup-Battle teil, der am letzten Konferenztag angesetzt wurde und bei dem man seine Firma ins Gespräch bringen konnte. Er überzeugte schließlich nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury der Data Natives.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich war bei den Workshops nicht dabei, aber am zweiten und dritten Tag fand ich es klasse. Ich habe Sachen gesehen, von denen ich mir gut vorstellen kann, sie bei uns einzubauen. Ich konnte ein bißchen über den Tellerrand hinausblicken und mehr darüber erfahren, mit wem man sich vernetzen kann.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bisschen erwartet, dass die Leute von der Größe des Events und der Bühnen eingeschüchtert sein würden, das war zum Glück nicht der Fall. Ein Speaker wollte ein bisschen zu sehr fachsimpeln, das hat nicht so funktioniert, dazu ist es dann doch nicht technisch genug. Aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass man hier auf gebildetes, passendes Publikum trifft und dass auch die Nachfragen sehr fair sind, vor allem bei dem Startup-Battle.

Was war dein persönliches Highlight?

Mein Highlight war der Vortrag von Francisco Webber von Cortical.io Die haben eine Technologie, mit der man ein neuronales Hirn nachbilden kann, das um das Zehnfache schneller ist als andere das darstellen können. Wie sie das genau machen, finde ich gar nicht so wichtig, aber dass man jetzt Sachen machen kann, die vorher gar nicht möglich waren, das finde ich sehr spannend. Vorhin gab es auch noch einen sehr guten Talk von Steven Lemm von Outfittery über Produktentwicklung und Data Science, den fand ich auch sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natvies empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen. Generell sollten alle aus meiner Zielgruppe, IT-Manager und verantwortliche Technische Entwickler, also alle, die generell in einem Unternehmen arbeiten, hier herkommen. Ich glaube auch, dass hier alle gut hinpassen, die sich generell für technische Entwicklung interessieren. Egal, ob sie selber so etwas machen wollen oder sich nur in dem Bereich umschauen wollen. Solche Konferenzen können Augenöffner sein.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Ich wollte über meinen Tellerrand schauen und neue Leute kennenlernen, die in einem ähnlichen Feld unterwegs sind. Bei dem Battle habe ich mitgemacht, weil wir dazu eingeladen wurden und ich die Möglichkeit nutzen wollte, um das Projekt bekannter zu machen und uns zu vernetzen. Außerdem wollte ich ein bisschen Erfahrung sammeln, wie das ist, wenn man auf so eine große Bühne geht.

 

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  • KUNDENDATEN handelskraft: Kundenbedürfnisse vorhersagen: Ich weiß was, was du nicht weißt!:
    Immer fleißiger sammeln Onlinehändler Kundendaten, um die Bedürfnisse der Käufer besser vorhersagen und erfüllen zu können. Ein sich veränderndes Kaufverhalten wird registriert und es werden Prognosen darüber erstellt, welche Produkte den Kunden in Zukunft interessieren könnten. Die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Einschätzung der Bedürfnisse wächst dabei mit der Menge der Kundendaten.

  • FACEBOOK internetworld: Facebook Messenger bekommt „Secret Conversations“: Facebook schließt sich dem Trend der verschlüsselten Kommunikation an und bietet seinen Usern nun ein neues Feature namens „Secret Conversations“ für den Facebook Messenger. Dabei muss der Nutzer für jede Unterhaltung manuell eine Verschlüsselung einstellen, um sicherzugehen, dass ausschließlich die Konversationsteilnehmer mitlesen können. Bei dem Tochterunternehmen WhatsApp ist diese Funktion bereits seit November 2014 voreingestellt.

  • CYBER-ARMEE heise: Von der Leyens Cyber-Truppe nimmt Gestalt an: Verteidigungsministerin Ursula Von der Leyen gründete am Mittwoch die Abteilung „Cyber/Informationstechnik“ im Ministerium. Die neue Einheit soll Informationsnetzwerke sowie Waffensysteme der Bundeswehr vor den zunehmenden Attacken auf die Netze des Bundes schützen. Eine militärische Organisationseinheit soll im April nächsten Jahres hinzukommen, um gegen die täglich rund 6500 Cyberattacken vorzugehen.

  • SAMSUNG t3n: Samsung schnappt sich das neue Al-Startup der Siri-Erfinder: Fast ein halbes Jahr nachdem die Gründer von Siri ihren neuen persönlichen Assistenten Viv vorstellen, kauft Samsung die Artificial-Intelligence-Technologie, um sie in ihre Hardware zu integrieren. Viv soll als Grundlage für das Vernetzen von Geräten dienen und zusätzlich ein besserer Al-Assistent als Siri sein. Wie viel Samsung für das Startup bezahlte, ist nicht bekannt. Der neue Eigentümer erklärte aber, dass Viv Labs weiterhin vom ursprünglichen Management geführt werde. Mit der Übernahme des Unternehmens macht Samsung dem Apple-Konzern im Bereich der Künstlichen Intelligenz Konkurrenz.

  • DATENSCHUTZ datenschutzbeauftragter-info: Ich weiß, was du letzten Sommer auf deinem Rechner alles getan hast: „Timelining“ nennt sich das von IT-Forensikern genutzte Mittel, um einen Tathergang rekonstruieren zu können. Jede auf dem Rechner durchgeführte Aktion hinterlässt Spuren in Form von Dateien, die vom Betriebssystem angelegt werden. Das Timelining ist eine von mehreren Analysemethoden, um potentielle Täter zu ermitteln oder auszuschließen. Die gefundenen Spuren können als Beweismittel vor Gericht verwendet werden.

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