Die Top-Level-Domains von Berlin und Hamburg sind ein Erfolg

TLDs, ausgesprochen Top-Level-Domains, wie .de oder .com, sind für die Onlinewelt ein unverzichtbarer Bestandteil. Sie beziehen sich auf den hinteren Teil einer Internetadresse und identifizieren die Seiten im Netz bezüglich ihrer Herkunft. Durch die weltweite Verbreitung solcher Adressen, werden die Identitäten allmählich knapp. Seit einem Jahr gibt es jetzt eine neue Art von Domain-Endungen. Die erste neue TLD stammt aus Berlin und nennt sich “.berlin” (dotBerlin). Inzwischen sind auch andere Städte und Regionen dem Beispiel gefolgt und verstärken die Identifikation durch die regional spezifische Domainendung.

DotBERLIN – die erste eigene digitale Identität

Mittlerweile gibt es die dotBERLIN GmbH schon seit zehn Jahren. Seit letztem Jahr, gibt es nun auch die passende Domain-Endung .berlin. Somit ist die Bundeshauptstadt die erste Metropole weltweit mit einer Domain, die ihre eigene digitale Identität unterstreicht. Nach jahrelangen Verhandlungen gab die Internet-Behörde ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) das Startsignal für die Vergabe dieser TLD. Berlin hat jetzt eine zehnjährige Lizenz für den Betrieb von .berlin. Außerdem vergab die ICANN unzählige Regularien und Verpflichtungen an die dotBERLIN GmbH & Co. KG.

Jeder, der eine solche Endung für seine Internet-Adresse benutzen möchte, muss lediglich ein paar Regelungen einhalten, wie beispielsweise, dass man entweder einen Wohnsitz, oder aber einen Treuhänder oder Registrar in Berlin haben muss. Diverse Richtlinien kann man sich auf der Homepage herunterladen. Von einer strengen Kontrolle, während der Registrierung, wurde allerdings abgesehen. Im Prinzip kann jeder der möchte eine .berlin-Endung erhalten, solange er sich an die Richtlinien hält.

Berlin will durch seine eigene Domain nicht nur als Metropole hervorstechen, sondern die Stadt als eigene Marke deklarieren. Auch die Kultur, Innovationsbereitschaft und die Wirtschaft Berlins, sollen anderen Städten und Ländern schmackhaft gemacht werden. Außerdem wird der Bekanntheitsgrad nicht nur national, sondern auch international angehoben. Und die Hauptstadt hat sich damit nicht zu viel vorgenommen. Bereits heute sind über 80.000 Domains registriert und auf sämtlichen Plakaten, Bauschildern, BVG-Bussen, Speisekarten und Autos präsent.

Einige Unternehmen, wie beispielsweise stadtfest.berlin oder literatur.berlin, profitieren bereits von ihrer neuen TLD-Endung. Auch das neue Netzpiloten-Büro in Berlin wird unter der lokalen Top-Level-Domain netzpiloten.berlin erreichbar sein. In anderen Städten gibt es derzeit ebenfalls eine erfolgreiche Verbreitung von Top-Level-Domains.

Hamburg zieht mit seiner eigenen Top-Level-Domain nach

Auch in Hamburg kann sich seit einem Jahr jeder Einwohner eine Domain mit der Endung .hamburg einrichten lassen. Hier zählt man bereits 23.000 registrierte Top-Level-Domains, was darauf schließen lässt, dass diese Endung sich auch hier einen guten Namen gemacht hat. Hamburg ist somit, nach Berlin, die zweite deutsche Stadt, mit einer gleichnamigen Top-Level-Domain.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch sagt dazu: “Hamburg ist smart, kreativ und innovativ. Eine Metropole, mit der sich Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Unternehmen am Standort in hohem Maß identifizieren. Dazu passt die eigene Top-Level-Domain .hamburg. Auf dem Weg in die Zukunft werden sicher noch viele Adressen mit der Endung .hamburg von sich reden machen.”

Der Geschäftsführer der Hamburg Top-Level-Domain, Oliver Süme, rät dazu, sich schnell für eine Wunschdomain zu entscheiden, da diese nur ein Mal vergeben werden kann. Sowohl Berlin als auch Hamburg arbeiten nach dem “First come – first served”- Prinzip, was soviel bedeutet wie: “Wer zuerst kommt – mahlt zuerst”.

Der Sinn dahinter ist ganz einfach

Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Domain nützlich ist. Mit der neuen Endung, schafft man sich eine eigene klare Identität. Städte heben sich voneinander ab und das ist es, was sie letztendlich erreichen wollen. Eine einprägsame Domain mit einem klaren Bezug zur eigenen Stadt, schafft nicht nur Individualität, sondern auch in gewisser weise einen Standortvorteil. Unternehmer und Geschäftsleute machen ihren Kunden deutlich, welcher Stadt sie angehören und wo man ihren Service oder ihre Dienstleistungen in Empfang nehmen kann. Eine Stadt ist nicht länger nur eine Stadt, sondern wird dadurch auch ein bisschen zur Marke. Mit einem jährlichen Betrag von 35 – 70 Euro, liegt man außerdem in einem guten Preisbereich. Inzwischen kann man sich bei vielen Internetprovider Anbietern registrieren lassen.

Obwohl Deutschland zu den Vorreitern dieser neuen Top-Level-Domains gehört, kommen gerade mal 3,5 Prozent, von 2.000 Anträgen auf eine neue TLD, die 2012 bei der ICANN eintrafen, aus Deutschland. Die meisten Anfragen stammen jedoch aus den USA. Inzwischen verfügen eine ganze Reihe an Metropolen wie zum Beispiel London, Paris, Tokio oder New York City über ihre eigene Domain-Endung.

Dirk Krischenowski, der Geschäftsführer von dotBerlin, gab bekannt, dass mit knapp über 32.000 registrierten Domains am ersten Tag, die Berliner TLD den besten Start aller neuen Top-Level-Domains geschafft hat. Hamburg liegt dicht auf, mit über 10.000 Top-Level-Domains in der ersten Stunde. Die Zahlen sprechen für sich. Außerdem sind .berlin-Domains im Suchmaschinen-Ranking bereits höher gerankt, als solche mit einer .de oder .com – Endung. In Zukunft werden Top-Level-Domains eine immer größere Bedeutung für das Internet haben. “Wir glauben, dass sie eine Möglichkeit sind, dem Nutzer mehr Vielfalt im Internet zu bieten”, erklärte ICANN-Domain-Präsident Akram Atallah vor zwei Jahren im Interview mit Netzpiloten-Autor Tobias Gillen.


Teaser & Image (adapted) by India7 Network (CC BY 2.0).


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Jennifer Eilitz

Jennifer Eilitz

kommt aus der Lüneburger Heide und studiert Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW in Hamburg und arbeitet nach ihrem sechsmonatigen Praktikum bei den Netzpiloten, dort weiterhin als studentische Aushilfskraft.

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