Alle Beiträge zu Wissenschaft

Heute vor 70 Jahren: Historiker twittern Kriegsende

Von Bomben zerstörtes Magdeburg (Bundesarchiv, Bild 183-14025-0001 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons)
Zum Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz startete das Twistory-Projekt „Heute vor 70 Jahren“. Entstehen soll eine crossmediale Alltagsgeschichte. // von Dr. Erik Meyer Das Twitter-Profil @9nov38, unter dem die nationalsozialistischen Novemberpogrome nacherzählt wurden, bekam 2013 einige Resonanz. Nun geht es unter dem allgemeinen Namen @digitalpast weiter: Bis zum Jahrestag [...]
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Kometenmelodien als Wissenschaftskommunikation auf SoundCloud

Ziel einer langen Reise: der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko (adapted) (Image by DLR German Aerospace Center [CC BY 2.0] via Flickr)
Das auf dem Kometen Tschuri gelandete Minilabor ist zwar im Ruhemodus, doch die Signale aus dem All beschäftigen noch Millionen von Hörern. Die Operation #CometLanding ist vor allem ein von der Europäischen Weltraumbehörde inszeniertes Medienereignis: Nein, hier geht es nicht um Verschwörungstheorien, sondern die erfolgreiche Kommunikationsstrategie, die die ESA unter [...]
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Studium Digitale per MOOC

Salford Business School launches unique open access online course (adapted) (Image by University of Salford Press Office [CC BY 2.0] via Flickr)
Mit einigen MOOCs lassen sich jetzt ECTS-Leistungspunkte sammeln. Das fordert das traditionelle Universitätsmodell aus Anwesenheitspflicht und festem Lehrplan heraus. Verschulte, vorgefertigte Bachelor- und Masterstudiengänge lassen heute wenig Raum für individuelle Persönlichkeitsbildung. Ergänzende Online-Kurse – oder MOOCs – zur Verfolgung eigener akademischen Interessen werden immer beliebter, waren bisher aber nicht vom [...]
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Reddit, Imgur und Twitch öffnen sich

BASIC Week at retroBattlestations (adapted) (Image by Blake Patterson [CC BY 2.0], via flickr)
Das neue Projekt DERP bringt mehrere Webseiten zusammen, die jeweils über einen aktiven und großen Userstamm verfügen. Künftig soll es für Wissenschaftler leichter sein, an Daten von sozialen Netzwerken zu gelangen. Bisher haben sich Untersuchungen als sehr kompliziert erwiesen, die über mehrere Internet-Plattformen hinweg Daten sammeln und auswerten sollen. DERP [...]
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Die Zukunft der Arbeit in der digitalen Welt

Eine aktuelle Studie zum richtigen Umgang mit unseren digitalen Möglichkeiten möchte keine Leitfaden sondern eine Diskussionsanregung sein // von Florian Ertel „Die Datei, die find ich nie, ist sie benannt mit Fantasie“ – eine Beispiel-Empfehlung der vorgestern erschienenen Telekom-Studie „eEtikette@work“. Auf Basis einer sich wandelnden digitalen Arbeitswelt, in der klassische [...]
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HTC Power to Give: Smartphone-Rechenleistung der Wissenschaft spenden

Die Wissenschaft wird schon die Probleme unserer Welt lösen, irgendwann. Mit der von HTC veröffentlichten App „Power to Give“ kann man nun das eigene Smartphone dabei helfen lassen. // von Daniel Kuhn Viele wissenschaftliche Berechnungen benötigen Unmengen an Rechenleistung, die nur wenige Supercomputer bereitstellen können. Diese Computer sind nicht nur [...]
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#mehrwissen: Cyborgs – Ich Roboter, du Roboter?

Robot (Image by Rog01 [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Cyborgs sind Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine, aber auch Vereinsmitglieder und ein Forschungsgegenstand mit vielen Gesichtern. Am vergangenen Samstag hat sich in Berlin der Verein „Cyborgs – Gesellschaft zur Förderung und kritischen Begleitung der Verschmelzung von Mensch und Technik“ gegründet. Cyborgs, also kybernetische Organismen, stellen die materielle Verschmelzung von biologischem [...]
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Google-Roboter: Mit Werbemilliarden zum Maschinen-Schöpfer

Die Internetfirma Google investiert beträchtliche Summen in eine Zukunft, in der Roboter menschliche Arbeitskraft ergänzen oder gar ersetzen könnten. Bei der Suche nach neuen Einnahmequellen ist der Internetkonzern Google fündig geworden: Robotik soll langfristig zu einem wichtigen Geschäftsfeld neben der Internet-Werbung ausgebaut werden. Der ehemalige Android-Chef Andy Rubin höchstpersönlich wurde mit der futuristischen Aufgabe betraut. Die Übernahme der Roboter-Firma Boston Mechanics zeigt, dass die selbstfahrenden Google-Autos könnten da nur ein Vorgeschmack auf das sind, was Google in seinen geheimen Laboren entwickelt.

Google ist eine Internet-Firma, die mit Werbung pro Quartal viele Milliarden Dollar Umsatz macht, richtig? Ja, darauf können sich wohl alle einigen. Zuletzt waren es mehr als 12,5 Milliarden Dollar im dritten Geschäftsquartal 2013, das sind 84 Prozent des gesamten Umsatzes. Allerdings ist der “Cost per Click”, als das Geld, das Google im Schnitt pro angeklickter Anzeige bekommt, um acht Prozent gesunken und gibt einen negativen Ausblick auf die künftigen Werbeumsätze. Dementsprechend interessant ist es zu beobachten, wie Google immer mehr Produkte auf den Markt wirft, die nicht mit Reklame Geld machen. Smartphones von Motorola, Bezahl-Dienste wie “Play Music All Access” oder “Drive”, kostenpflichtige Apps für Android-Handys, Internetanschlüsse via “Google Fiber” – der Internet-Konzern versucht, neue Einnahmequellen neben der noch lukrativen Werbung aufzumachen. Diversifizierung nennen die Profis das.

Beim so genannten “Earnings Call” zum dritten Geschäftsquartal 2013 Mitte Oktober hat Google-CEO Larry Page in diesem Zusammenhang eine bemerkenswerte Äußerung gemacht: “My struggle in general is to get people to spend money on long-term R&D. At most companies, 99 percent of R&D is incremental. I view my job as the opposite, to get people to spend on long-term R&D. People have a perception that’s material, but that’s not been my experience. Even the investments we’ve announced, like Calico (the new health initiative), while they’re significant dollar amounts, they’re not significant for Google.” Frei übersetzt: Google soll künftig viel mehr Geld in die Entwicklung neuer Produkte stecken als die bisherigen zwei Milliarden Dollar pro Quartal. Doch welche Dinge könnte die Firma aus Mountain View denn bauen, mit denen sie in Zukunft neue Märkte aufmachen?

Seit vergangenem Freitag gibt es eine ziemlich eindeutige Antwort auf diese Frage: Roboter. Da wurde bekannt, dass Google Boston Dynamics (übrigens Zulieferer der DARPA-Behörde des US-Verteidigungsministeriums) aufgekauft und seine Sammlung auf insgesamt 8 übernommene Roboter-Firmen 2013 erhöht. “BigDog”, “Cheetah” oder “WildCat” heißen die Schöpfungen von Boston Dynamics, die Tieren nachempfunden sind, ziemlich furchteinflößend sind und irgendwie an dystopische Roboterinvasions-Science-Fiction denken lassen. “BigDog” kann durch Schnee stapfen und 150 Kilo tragen, “Cheetah” läuft mit 45,5 km/h schneller als Usain Bolt, und der humanoide Roboter “Petman” soll chemische Schutzanzüge testen – aber seht selbst:


WildCat

Petman

BigDog


Der Mann, der Googles Roboterarmee bauen soll, ist der 50-jährige ehemalige Apple-Mitarbeiter Andy Rubin – jener Entwickler, der das Betriebssystem Android groß gemacht hat, das heute auf mehr als einer Milliarde Geräten weltweit installiert ist. Welche Produkte die neue, von Rubin geleitete Roboterabteilung von Google hervorbringen wird, ist heute noch ungewiss – jetzt stehen erst einmal Jahre der intensiven Entwicklung an. Nimmt man aber die Boston-Dynamics-Roboter mit den Produkten der anderen aufgekauften Firmen zusammen – u.a. Schaft, Industrial Perception, Redwood Robotics, Bot & Dolly, Meka Robotics, Holomni -, ergibt das ein schlüssiges Bild. Google geht es nicht um Spielzeug, sondern um Arbeitsmaschinen; um Roboter, die in Fabriken, auf Baustellen oder in der Landwirtschaft arbeiten können. Techcrunch-Autor John Biggs sieht weitere Anwendungsmöglichkeiten: “Google is a data company and needs far more data than humans alone can gather. Robots, then will be the driver for a number of impressive feats in the next few decades including space exploration, improved mapping techniques, and massive changes in the manufacturing workspace”, schreibt er. Die GoogleBots könnten Seite an Seite mit dem Menschen arbeiten, uns vertreten oder gar ersetzen, und Google selbst könnte über die via Roboter erfassten Daten noch mehr über die Welt erfahren als heute über seine Suchmaschine und die Android-Smartphones.

Nun, bis “BigDog” Schafherden über die Weiden treibt und “Cheetah” als flotter Paketbote durch unsere Straßen jagt, werden noch viele Jahre vergehen. Doch auch andere Firmen dringen in den Bereich vor. Amazon sowie der iPhone-Fabrikant und Apple-Partner Foxconn wollen Roboter statt Menschen in ihren Lagerhallen bzw. Fabriken arbeiten lassen, und Facebook wird ein Labor für Künstliche Intelligenz, die man zur Beseelung von Maschinen braucht, einrichten. Je weiter die Robotik sich entwickelt, desto drängender werden auch die Fragen nach ihrem Einfluss auf die Gesellschaft sein. Wer wird die Roboter kaufen, besitzen und betreiben dürfen? Wie viele Arbeitsplätze werden diese intelligenten Maschinen kosten? Und: Werden die Tech-Kreaturen gemäß Asimovs Robotergesetzen so programmiert, dass sie Menschen keinen Schaden zufügen können und somit im Krieg nicht einsetzbar sind?


 


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#mehrwissen: Böse Bakterien, gute Bakterien

Bacterial Spores (adapted)(Image by adonofrio [CC BY 2.0], via flickr)
Wer wissen will, wie eine Zukunft ohne Antibiotika aussehen wird, der werfe einen Blick in die Vergangenheit. Vor der Erfindung des ersten Antibiotikums Penicillin 1928 durch Sir Alexander Fleming starben fünf von hundert Frauen bei der Geburt. Einer von neun Menschen mit einer Hautinfektion überlebte nicht, drei von zehn Lungenentzündungen [...]
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Verschwindet unsere Kultur im digitalen Nebel?

Es ist ein Schock, wenn kulturelles Wissen in großem Maße verloren geht. Vor jetzt schon fast acht Jahren wurden große Teile der Anna-Amalia Bibliothek in Weimar Opfer der Flammen. Oder man denke an die Zerstörung der großen Bibliothek von Alexandria. Der unwiederbringliche Verlust von unschätzbar wertvollem Wissen über die Antike wird noch heute besonders von der Geschichtswissenschaft betrauert. Die Frage einer sicheren Langzeitarchivierung ist nicht erst durch den Brand der Anna-Amalia Bibliothek aufgekommen, sondern ist vor allem “brandaktuell” durch die fortschreitende Durchdringung unseres Lebens mit digitalen Daten für die bisher keine zuverlässigen Konzepte zur langfristigen Sicherung existieren. Ohne solche Konzepte besteht jedoch die reale Gefahr, diese Daten unwiederbringlich zu verlieren.

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Facebook-Groups for Schools – Chance für den digitalen Lernraum?

groups for schoolsFacebook-Groups for Schools – welche Rolle spielt das neue Feature von Facebook – und wie reagiert StudiVZ darauf? Eine Analyse.

Facebook war ursprünglich als reines Netzwerk für Studierende gedacht. Kann sich jemand noch erinnern, dass man 2005 eine Emailadresse einer amerikanischen Universität benötigte, um sich bei Facebook ein Profil zu machen? Bekanntermaßen waren die Studis der amerikanischen Ivy-League-Unis die ersten, welche das Facebook bevölkerten. Ziel war es, das Facebook exklusiv zu machen und dadurch einen künstlichen Hype zu erzeugen.

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Browser Add-on: YouTube und Amazon entrümpeln mit Clea.nr

Stell dir einmal vor dein TV-Programm wäre ständig gestört durch blinkende Werbebanner, anderen Shows, die in kleinen Fenstern aufleuchten, Statistiken oder Kommentarfelder. Du würdest wahrscheinlich irrewerden und womöglich öfter den Fernseher auslassen.

Browser Add-on: YouTube und Amazon entrümpeln mit Cleaner InternetWas uns im TV stört, ist auf YouTube normal. Dabei will auch YouTube zum Broadcaster werden und unternahm vor einigen Monaten ebenfalls erste Schritte zusammen mit Disney in diese Richtung. Ganze Filme im kostenlosen Stream konnte man da auf dem Disney-Channel sehen. Aber das nur mal am Rande.

Ein neues Plugin namens „Clea.nr – A Cleaner Internet“ zielt darauf ab YouTube mal ordentlich aufzuräumen und sämtliche oben genannte Ablenkungen auf dem Bildschirm auszusperren. Ähnlich wie zum Beispiel der Adblocker. Das Ergebnis ist optisch wirklich sehr ansprechend.

Installiere dir einfach das Browser Add-on, welches für Chrome, Firefox und Safari entwickelt wurde und probiere es aus. Durch ein einfaches Opt-in/Opt-out im oberen Bildschirmbereich, kannst du es jederzeit ein- und ausschalten.

Gleiches funktioniert übrigens auch mit Amazon. Der Effekt ist sogar noch atemberaubender. Soviel kann ich schon einmal verraten.

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Eine Kritik an Googles Transparency Report

Eine Kritik an Googles Transparency ReportGoogle will sich vertrauensvoll geben. Das Unternehmen möchte für offene Informationen und für Transparenz aller Daten stehen. Deshalb hat es vor kurzem zum vierten Mal den hauseigenen Transparency Report herausgegeben, der die Offenlegung von staatlichen Löschanfragen bestimmter Webinhalte aus Googles Services und die Wünsche nach den Daten der Google-User von Regierungen preisgibt. Der Report soll Vertrauen schaffen, denn das Geschäft mit den Daten, ist das Kerngeschäft des Unternehmens. Kritik an Verschwiegenheit kann schnell zum Imageschaden mutieren und wenn Google eines nicht will, dann einen weiteren Minuspunkt auf der Bewertungsskala der Internet-Community. Googles Bekenntnis zur Transparenz ist lobenswert und der Transparency Report kann ein starkes Mittel der Demokratie werden, um sich über die Zensur der Politik zu informieren und im Anschluss auch zu schützen. Das alles wäre großartig, wenn das Wörtchen „kann“ nicht wäre. Denn momentan ist der Report nicht wirklich aussagekräftig, da er vielerlei Daten noch nicht offenlegt.

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TEDx: 500 Milliarden Wörter

Was ist eigentlich aus dem großen Projekt geworden, dass Google alle Bücher großer Büchereien scannt? Nun, ein Kind des Projekts heißt Google Labs NGram Viewer. Damit kann man in rund 5 Millionen Büchern nach Begriffen suchen, die in den letzten Hunderten Jahren in der Literatur benutzt wurden – und zwar als graphische Darstellung über die zeitliche Entwicklung der Nutzung der Begriffe. Datenvisualisierung für Leseratten und Historiker namens Culturomics! Wer die Idee hinter dem Begriff Meme verstanden hat, wird überrascht sein. Hier ist ein TEDx-Vortrag zum Thema:

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Video: Fukushima für Kinder

In Japan wird den Kindern das, was dort in Fukushima gerade passiert, auf eine – sagen wir mal – verworren-kreative Art erklärt. Einiges ist bizarr, einiges ist schlicht falsch und insgesamt wird auf diese Weise sicher die Verwirrung noch weiter steigen. Ich verstehe jetzt besser, warum sich endlich auch viele Japaner mittlerweile getäuscht fühlen von denen, die für sie sorgen sollen: die Regierung und die großen Firmen. Aber schaut selbst, nach dem Click…
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Hagel III: The Power of Pull (Video)

Das mit Abstand beste Sachbuch des jungen Jahres kommt, wie sollte es anders sein, mal wieder aus den Staaten. In diesem Fall von dem Mann, von dem fast alle abschreiben, die wir als Webexperten kennen (Chris Anderson, Umair Haque, Kevin Kelly und viele mehr). Zusammen mit John Seeley Brown und Lang Davison hat John Hagel III The Power of Pull verfasst. Bisher ist sogar die Rezeption in den USA nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene erfolgt, weil sowohl seine Analysen als auch seine Handlungsvorschläge die Curricula der Betriebswirtschaftslehre vor allen im postgraduierten Umfeld quasi zerstäuben. Ein Einführung in die Gedankenwelt des zurzeit besten Diagnostikers gibt es in diesem Video des Monats Juni:

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Peter Kruse – Was ist ein Kulturraum?

Im Nachgang zum ausführlichen Artikel von Martin Lindner Prof. Silberzunge, habe ich einige Inhalte aus den Präsentationen und Texten betrachtet, die von Kruse und seinen Mitarbeitern zugänglich sind. Zentrum der Betrachtung ist der Begriff Kulturraum, den Kruse m. W. nach im nachtstudio des ZDF zum Entzücken von Sascha Lobo einführte und der bei mir den ersten Verdacht erhärtete, dass Kruse seinen Untersuchungsgegenstand noch nicht präzise beschrieben hat. Es gibt eine Powerpoint-Schlacht auf dem whatsnext-blog (das ist ein Institut, das Kruse gründete), die auf 127 slides seine Ideen präsentieren will. Die Präsentation begründet zunächst die Methode in Bezug auf die Fragestellung, warum das Internet die Gesellschaft polarisiert. Ziemlich weit vorn stehen folgende Sätze:

Die intuitive Musterbildung Einzelner bildet die Basis; reicht aber nicht mehr aus. Das Individuum liefert nur einen Messpunkt. Die Analyseeinheit ist das Kollektiv. Erst die Analyse der unbewussten Bewertungen vieler Menschen erlaubt die Schätzung von Trends und die Vorhersage von kulturellem Wandel.

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PROF. SILBERZUNGE: Peter Kruse – die deutsche Stimme des Web?

Church of Kruse

„Die Lawine ist nicht mehr aufzuhalten und donnert bereits zu Tal. Überzeugungsarbeit, und da bin ich sehr relaxt, ist da eigentlich nicht notwendig: Und bist du nicht willig, so brauch ich … Geduld.“ Standing Ovations im riesigen Friedrichsstadtpalast. Die zum deutschen Blogger-Kongress re:publica versammelten Praktikanten, Studenten, NGO-Jobber, Software-Entwickler und Digitalen Bohemiens bejubeln den Vortrag eines Bremer Unternehmensberaters: „What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren“. Danach überall begeisterte Kommentare im Social Web: grandios, rockt das Haus. Netzwerk-Gospel in der Church of Kruse. Mein Lieblings-Tweet ist von Anna Log: „Wenn ich das richtig verstehe, erklärt Peter Kruse hier Buddhismus anhand des Web 2.0.“ Weiterlesen »

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Was soll nur aus unseren Experten werden?

Gestern gab es in der FAZ einen Text „Was soll nur aus unseren Gehirnen werden?“, der die Schirrmachersche These vom schädlichen Buchdruck, Radio, Fernsehen, Walkman, Internet bestätigen wollte. Ein Neurobiologe der TU Braunschweig namens Martin Korte sollte es richten. Wir erinnern uns: War die Leitwissenschaft in den Siebzigern die Physik, kam in den Achtzigern mit dem Siegeszug der Biologie auch die Psychologie zum Zuge. Sie wollte sich schnell eingliedern in die Reihe der harten Faktenwissenschaften, die aus dem Positivismus hervorgegangen sind. Doch in den Neunzigern wurde klar, dass keiner an der Mathematik und ihren Trivialformen wie Rechnungswesen oder Informatik vorbeikommen konnte. Die Psychologie wurde immer mehr zur Hilfswissenschaft der Neurowissenschaftler aus der Medizin und der Biologie und die Physik bekam grundlegende Probleme über ihren eigentlichen Untersuchungsgegenstand, der sich zunehmend aus der Welt des Messbaren entfernte. Umso angestrengter versuchte man in den Neurowissenschaften mithilfe bildgebender Verfahren das Loch der Messbarkeit von Intelligenz, Wissen oder Lernen durch physiologische Vorgänge in den Bereich des Faktischen als Beweismittel zu erheben. Die dort angewandten Deutungsmethoden der Bildchen bleiben intransparent. Korrelationen zwischen Gedankentätigkeiten und beobachtbaren Stoffwechselvorgängen werden über Nacht in den Stand der Kausalität erhoben.
Da verwundert es nicht, wenn so ein Deutungspriester uns das Neueste über das Monster „Multitasking“ nahezubringen versucht. Er muss kognitive Dissonanzen (Unterschiede zwischen Überzeugung und Alltag) abbauen und das kann man am besten via Medien. Die Psychologisierung des Alltags erlebt fröhliche Urständ auf der Basis von Schädelbildern in Echtzeit. Begeben wir uns in die Text-Exegese: Weiterlesen »

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Das Internet ist neutral ist neutral ist neutral?

Seit einiger Zeit verfolge ich die engagierten Diskussionen rund um das Web als Mittel um zu (der Leser setze hier eine große Idee ein). Da die Gesellschaft, in der wir leben, einem ständigen Wandel unterliegt, fallen damit schon mal die Experten aus dem Raster meiner Anerkennung, die sich nicht zu schade sind, diese ewigen sozialen Veränderungen auf das Netz als Ursache zu beziehen. Noch weitaus größere Probleme habe ich, wenn der Begriff der Kultur in diesem Zusammenhang fällt. Denn Kultur kommt nicht nur aus dem Lateinischen cultura (Pflege und Ausbilden), sondern hängt auch eng mit Kolonie zusammen. Die Wissenschaft ist sich nicht einig darüber, ob damit eher das gemeint ist, was allen Menschen zu kommt oder eher das, was bestimmten Gruppen oder Epochen aus einer distanzierten Perspektiven als einheitliche Eigenschaften von außen zugesprochen wird. Da wir als aktive Netznutzer keine Außenperspektive haben und das Netz sowieso nur 5-10% der Weltbevölkerung zur gewünschten Nutzung zur Verfügung steht, ist dieser Begriff im Kern ein Fehlgriff. Denn weder ist das Web eine strukturelle anthropologische Konstante bei den Menschen wie etwa der Nahrungsspeicher oder die Erziehung der Kinder, noch könnten wir von außen auf die Epoche des Web oder Eingeborenen von Webistan schauen. Diese Selbstdistanzierung oder historische Rückschau steht uns gar nicht zur Verfügung.
Ähnlich verhält es sich ja mit dem Begriff der Intelligenz, der sich bis heute einer verständlichen und vor allem weitgehend übereinstimmenden Definition entzogen hat. Leider ist das für einige Zeitgenossen kein Grund, diesen kaum wissenschaftlich bezwingbaren Gedanken der Intelligenz nicht als Basis für andere Erklärungen zu nutzen. Kuntstück, wer wüßte, was Intelligenz ist, der könnte auch das Hören hören oder das Sehen sehen.

Mit dem Mikroskop auf die Bevölkerung zielen

Aber kommen wir zurück zu der Gesellschaft. Diese Zusammenfassung von rund 80 Millionen Deutschen zu einem Untersuchungsgegenstand ist in bezug auf das Web eine meistens unzulässige Verallgemeinerung, denn rund 40 Millionen, also rund die Hälfte nutzen das Web kaum bis gar nicht. Trotzdem finden sich immer wieder seriöse Wissenschaftler, die ihren Werkzeugkoffer mit Messinstrumenten aufschlagen, ein wenig an der Bevölkerung herum messen und dann eine Diagnose stellen, die verblüffend oft auch von einer Diagnose begleitet wird. Diese ungefragten Anamnesehelden und Sozial-Therapeuten verfolgen Ziele, die selten über das Profilieren als Berater oder Experte hinaus gehen.

Das ist insoweit nett, da auf diese Weise die Entscheider aus Politik und Wirtschaft jeglicher Verantwortung enthoben sind, da sie bei Nichtgefallen oder Fehleinschätzung einfach auf den Kreis der Experten verweisen (Ausschuß, Kommission oder Arbeitskreis) und schulterzuckend und mit vollem Ernst darlegen können, dass man die besten Köpfe eingekauft hatte. Was sind nun aber diese besten Köpfe? Weiterlesen »

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Geschichte des Internet und Ursprung des Web

Anläßlich der Diskussion um das Web und dessen Auswirkungen nicht zuletzt im öffentlichen Fernsehen, ist es offenbar an der Zeit, einige Vorurteile und Legenden zu beleuchten. Denn um eine profunde Diskussion darüber zu führen, was es kann das weltweite Datennetz, wäre es hilfreich, seine Anfänge und Vorhaben in den Blick zu nehmen, da die primäre Gestaltung dieses Netzes Folgen hatte, die wir heute zumindest teilweise in den Menschen oder die Gesellschaft verlegen.
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Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung

Centrestage (Dr. M. Göhring) und Prof. Joachim Niemeier haben eine lesenswerte und vor allem praxisnahe Studie zum Thema Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen online gestellt. Sie wurde bereits bei bwlzweinull.de besprochen und bewertet. Sie umfasst 72 Beispiele und ist damit aus meiner Sicht den vielen Büchern zum Thema in einer Hinsicht voraus: Sie überschreitet den üblichen Rahmen aus mehr oder weniger klugen Vorstellungen von social software im Firmenumfeld um die praktische Perspektive. Die letzten Seiten der Studie beinhalten konsequenterweise einen abstrahierten Projektablaufplan, der als individualisierbares Muster für ein eigenes Vorgehensmodell dienen kann. Sehr lobenswert. Wie so oft im Leben überschreitet diese kostenlose Studie den Nutzwert von einigen teuren E20-Fachbüchern deutlich.

Enterprise 2.0 Studie 2010 - centrestage GmbH

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