Tipps für ein erfolgreiches Online-Studium

Für die meisten bedeutete Studieren bisher volle Vorlesungssäle, Mittagspausen in der Mensa, Nebenjobs und Partys. Die langen Tage vor den Klausuren in der Bibliothek nicht zu vergessen. Im Corona-Lockdown bedeutet Studieren vor allem allein Zuhause sitzen und Online-Vorlesungen schauen. Da haben viele Studierende schnell gemerkt, dass das Studium von Zuhause einige Herausforderungen mit sich bringt. Langsames Internet, laute Wohnungen, fehlende soziale Kontakte und unklare Kommunikation, wie es im nächsten Semester weitergeht, sorgen bei vielen für Stress. Daher haben wir Tipps und Apps für ein erfolgreiches Online-Studium zusammengetragen. So bleibt ihr motiviert und könnt trotzdem das Beste aus eurem Studium machen.

1. Gute Arbeitsatmosphäre schaffen

Einer der offensichtlichsten Unterschiede zum Präsenz-Studium ist der Arbeitsplatz. Sowohl die Vorlesungen als auch das Lernen und Gruppenarbeiten alles findet an einem Ort statt: deiner Wohnung oder deinem Zimmer. Da kann es schon sehr verlockend sein, den ganzen Tag seinen Schlafanzug zu tragen – schließlich kann man auch vom Bett aus die Online-Vorlesung besuchen. Da stellt sich nur die Frage, wie förderlich das für die Arbeitsmoral ist.

Vorneweg muss natürlich gesagt werden, dass jeder anders lernt und es für manche gar kein Problem ist, dass gesamte Studium vom Bett aus zu meistern. Aber für die meisten Studierenden könnte unser erster Tipp für ein erfolgreiches Online-Studium bereits die Arbeitsmoral steigern: Zieht euch an, als würdet ihr in die Uni fahren. Nicht den ganzen Tag in Jogginghose und Schlabberpulli kann bereits einen Effekt haben. Ihr denkt nicht ständig ans Chillen und fühlt euch automatisch produktiver.

Um zu vermeiden, die ganze Zeit vom Bett oder der Couch aus zu arbeiten, solltet ihr euch einen festen Arbeitsplatz schaffen. Also nutzt euren Schreibtisch, wenn ihr einen habt. Sonnst könnt ihr auch für die Zeit in der ihr produktiv arbeiten wollt euren Esstisch umfunktionieren. Schafft einen Platz für eure Utensilien und Lernunterlagen und versucht dieses Setting auch nur für die Uni zu nutzen. Benutzt ihr also euren Esstisch, räume ihn nach deiner Uni-Session auch wieder auf, um die Bereiche klar trennen zu können. So werdet ihr viel produktiver sein und euch an dem Ort, der für die Uni bestimmt ist, auch besser konzentrieren können und weniger abgelenkt sein.

2. Struktur und Rituale schaffen einen Alltag

In dieser verrückten Zeit ist es oft schwer, sich nicht die ganze Zeit wie in den Semesterferien zu fühlen. Wenn man kaum das Haus verlässt, hat man einen weniger strukturierten Alltag, wozu auch? Ohne Termine lässt es sich gut in den Tag leben, dass kann aber dazu führen, dass man den Überblick über seine Termine, Deadlines und To-Do’s verliert und gegen Ende des Semesters noch gestresster ist, als sowieso schon vor den Klausuren. Daher ist es für ein erfolgreiches Online-Studium empfehlenswert, seinen Tag zu planen und Struktur zu schaffen. Dabei können Rituale sehr hilfreich sein.

Eure Tagesroutine könnte zum Beispiel damit starten, jeden Morgen das Bett zu machen. So habt ihr bereits eine Aufgabe am Tag geschafft und verhindert vielleicht auch, euch bei der nächst besten Möglichkeit direkt wieder ins Bett zu legen. Es kann helfen immer zur selben Zeit aufzustehen und richtig in den Tag zu starten. Also genügend Zeit zum Duschen, Frühstücken und fertig machen einplanen – damit signalisiert ihr eurem Gehirn, dass der Tag startet.

Je nachdem was ihr sonst gerne macht, kann auch ein Workout, eine Yoga-Session oder eine Tasse Kaffee in der Küche zu eurem Ritual werden, um in den Tag zu starten. Ein Tipp von uns für Tage, an denen man morgens schon merkt, dass es schwer wird, sich zu motivieren, ist ein Spaziergang. Schon eine kleine Runde um den Block oder zum nächsten Bäcker reicht und ersetzt ein wenig den Weg zur Uni.  

Auch hier ist wieder jeder anders: Die einen sind Frühaufsteher, die anderen nachtaktiv. Wenn ihr wisst, zu welchen Zeiten ihr am produktivsten arbeitet. nutzt das und plant euren Tag danach. Die Online-Lehre hat durchaus ihre positiven Seiten, nicht alle Vorlesungen finden zu einer bestimmten Zeit statt. Viele werden nur online gestellt und so müssen sich die Morgenmuffel unter euch, nicht für die acht Uhr Vorlesung aus dem Bett quälen.  

3. Plane deinen Tag!

Für ein erfolgreiches Online-Studium ist auch Planung wichtig. Schreibt euch für jeden Tag eine To-Do-Liste, um eure täglichen Aufgaben abzuhaken. Dabei geht es nicht nur um die Nacharbeitung von Vorlesungen und Vorbereitung von Präsentationen. Denkt auch an die alltäglichen Dinge, die erledigt werden müssen, wie einkaufen gehen, putzen oder mit der Oma zu telefonieren. Dafür gibt es verschiedensten Apps:

  • Todoist: Eine einfache To-Do-App mit der Aufgaben und Termine schnell und übersichtlich geordnet werden können. 
  • Zenkit To Do:  Mit dieser App lassen sich nicht nur einfach Listen erstellen, man kann sie auch mit Freunden und Kommilitonen teilen – also perfekt für Gruppenarbeiten. Außerdem gibt es eine Erinnerungsfunktion, die Möglichkeit Anhänge hinzuzufügen und Unteraufgaben zu erstellen. 
  • Any.do: Ein Multitalent was neben dem Abhaken von Tasks, einen Kalender, Tagesplaner und Einkaufslisten bereit stellt. Außerdem lassen sich die eingetragenen Aufgaben über das Mail-Postfach verwalten. 

4. Vorbereitung für ein erfolgreiches Online-Studium

Eine gute Vorbereitung ist essenziell, gerade im Online-Studium. Also versucht, soweit möglich, für eine möglichst stabile Internetverbindung zu sorgen. Ihr  könnt zum Beispiel mit euren Mitbewohnern abklären, dass in dem Zeitraum der Onlinevorlesung gerade keiner online zockt oder die neuste Serie streamt.

Wichtig ist auch vor Beginn des Online-Semesters zu schauen, welche Programme welcher Prof nutzt und das auch in deinem Stundenplan zu vermerken. Wenn auch Prüfungen online stattfinden, solltet ihr im Voraus auf jeden Fall die Technik testen, um euch während der Klausur auf das Wesentliche zu konzentrieren.

5. Lernplan erstellen und Termine setzen

Für die unter euch, die noch mehr Struktur und vielleicht auch Motivation brauchen, ist es eine Überlegung wert, sich einen Lernplan zu schreiben. Indem ihr euch tägliche Lernziele setzt, kommt neben mehr Struktur auch ein Erfolgsgefühl hinzu, wenn man sein Tagesziel erreicht hat. Das verschafft euch Motivation und Produktivität für die nächsten Tage. Für einige ist auch der Druck durch das setzten von Fristen für bestimmte Aufgaben hilfreich, seine To-Do’s zu erledigen und produktiv zu arbeiten.  

Der Plan sollte euch einen klaren Überblick darüber verschaffen, was konkret ihr in diesem Semester zu tun habt. Also schreibt euch am besten auf, was ihr für welchen Kurs zu tun habt: Nacharbeitung, Übungen, Vorlesungen, wöchentliche Wiederholungen und so weiter. Sucht euch für diese Aufgaben wöchentliche Time-Slots – so wisst ihr immer was ansteht und bekommt keine Panik.

Auch hier bieten sich für die Planung Apps an. Von einer normalen Kalender App bis hin zu spezifischen Lernplan-Apps lässt sich für jeden etwas finden:

  • StudySmarter: Eine App bei der ihr Karteikarten, Zusammenfassungen, Lernpläne, Mind-Maps und Statistiken erstellen könnt und das alles in einer Plattform.
  • EasyStudy: Hier könnt ihr ganz einfach einen Lernplan festlegen, indem ihr angebt, welche Fächer ihr lernen möchtet und wie viele am Tag. Die App erstellt euch einen persönlichen Plan, baut sinnvolle Wiederholungen ein und gibt euch einen Überblick über die bisher gelernten Stunden. 
  • Istudiez – Student Planner: Mit dem Planer habt ihr euren Stundenplan, alle Wochenaufgaben, Abgaben und Prüfungstermine immer im Blick. Außerdem lassen sich Zensuren abspeichern und der eigene Lernerfolg über alle Semester hinweg verfolgen.

6. Lernen

Auch wenn ihr bis hier alle Tipps befolgt, für ein erfolgreiches Online-Studium kommt ihr um das Lernen nicht herum. Denn die neue Art der Lehre erfordert leider noch mehr Selbstdisziplin, Zeitmanagement und Motivation als im Studium sowieso schon erwartet wird. Hier muss jeder schauen welcher Lerntyp er ist und wie er seine bisherigen Lernmethoden auf die Online-Lehre anwenden kann. Aber vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, um ein paar neue Apps zum Lernen auszuprobieren. So schafft ihr ein bisschen Abwechslung in eurem Lern-Alltag.

  • brainyoo:Die kostenlose Lernsoftware für PC, Mac, Android und iOS und synchronisiert Lerninhalte geräteübergreifend. Das ermöglicht standortunabhängiges Lernen und die Aufteilung in kleinere und größere Lernabschnitte. Außerdem lassen sich Karteikarten erstellen. 
  • Anki: Die App ermöglicht es ebenfalls Karteikarten zu erstellen und Lerninhalte regelmäßig zu wiederholen. Aufgrund ihrer vielfältigen Einstellmöglichkeiten ist die App für das Einüben unterschiedlichster Inhalte geeignet. 
  • Audvice: Mit Audvice können Studierende Audios zu Lerninhalten anlegen, teilen und hören.
  • Evernote: Egal ob mit Text, Bildern, Online-Inhalten oder Audioaufnahme – auf Evernote können Studierende all diese Notizen sammeln und verwalten. Außerdem ist das Programm auch für Teams geeignet. 
  • Buffl: Mit Buffl werden Karteikarten mit Hilfe der Lernunterlagen am Computer erstellt, in einer Cloud gespeichert und sind dann am Smartphone abrufbar.
  • Focus to-do: Mit Focus to-do könnt ihr die Prokrastination überwinden, indem die Promodoro-Technik angewendet wird. Die App ist wie ein Timer, der vergebene 25 Minuten herunterläuft, in denen ihr lernt oder schreibt, dann kommen 5 Minuten Pause. Die Intervalle könnt ihr euch auch selbst einteilen.

Ihr such noch nach guten kostenlosen Softwaren für eure Studium, dann findet ihr hier ein paar Empfehlungen. 

7. Kontakt mit Kommilitonen halten

Gerade während des Online- Semesters kann es schwierig sein, den Kontakt zu den Kommilitonen zu halten oder überhaupt erst aufzubauen. Dabei ist das super wichtig, um sich nicht isoliert zu fühlen, denn eigentlich ist Gemeinschaft ja ein großer Teil des studentischen Alltags. Nur weil ihr euch jetzt nicht seht, sollte es euch nicht davon abhalten, euch auszutauschen und Lerngruppen zu bilden.  Telefoniert oder plant Videokonferenzen – egal wie, Hauptsache ihr bleibt im Austausch. So könnt ihr den gelernten Stoff besser vertiefen, euch auf Präsentationen vorbereiten und habt soziale Kontakte. Der Kontakt hilft euch, einen normalen Uni-Alltag zu haben. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig motivieren, an den Vorlesungen von zu Hause aus teilzunehmen. 

8. Freizeit gestalten und Feierabend machen

Trotz all der negativen Seiten bringt Studieren von Zuhause einen Vorteil – man spart eine Menge Zeit. Der Weg zur Uni fällt weg, durch Videos lassen sich viele Vorlesungen effizienter nacharbeiten und auch Online-Konferenzen für Besprechungen sind meistens kürzer, als wenn man sich in Person trifft. Diese Zeit könnt ihr also gut nutzen, um alte Hobbys wiederzuentdecken, für die sonst neben dem Studium keine Zeit waren. Ihr habt früher gern gemalt, ein Instrument gespielt, gekocht oder Bücher verschlungen? Dann nutzt doch deine extra Zeit und fangt wieder damit an. Für alle erdenklichen Hobbys findet ihr online ein großes Angebot an Kursen, Tutorials oder Inspiration. Versucht Dinge zu finden die euch glücklich machen und euch eine Abwechslung zum Alltag bieten.

Für ein erfolgreiches Online-Studium  ist es auch wichtig, Feierabend zu machen. Wenn man von Zuhause aus arbeitet verleitet es schnell dazu, gar nicht zu arbeiten oder viel zu lang am Schreibtisch zu sitzen. Also setzt euch eine Zeit, an dem ihr den Schreibtisch verlasst und euch anderen Sachen widmet.

Hier findet ihr verschiedene Apps und Artikel, die euch Inspiration für eure Freizeitgestaltung geben:

9. Macht das Beste draus!

Auch wenn das Studium von Zuhause einige Herausforderungen mit sich bringt, solltet ihr immer versuchen, das Positive zu sehen. Wie ihr seht, gibt es einfache Tipps und Tricks, um die aktuelle stay-at-home-Zeit zu nutzen und wirklich produktiv zu sein. Außerdem gibt es euch die Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren und sowohl eure Lernroutine als auch die Zeit für eure Hobbys zu optimieren. Achtet auf Struktur im Alltag, versucht so kommunikativ wie möglich zu sein, bereitet euch immer gut auf Seminare vor und versucht Pausen in euren Alltag einzuplanen. In jedem Fall solltet ihr die Zeit zu Hause nicht einfach so absitzen – nachher müsst ihr viel nachholen und verfallt wieder in Uni-Stress. Wir hoffen, dass ihr mit unseren Tipps für das kommende Semester und ein erfolgreiches Online-Studium gewappnet seid.


Foto von © Rido via Adobe Stock

Patricia Zippel

studiert Leisure and Tourism Management und interessiert sich besonders stark dafür, wie Digitalisierung die Tourismusbranche nachhaltig verändert. Wenn sie die Netzpiloten nicht in der Redaktion unterstützt, hört sie Podcast, ist auf Reisen oder testet sich durch die Cafés der Stadt.


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