Digitales Zeichnen für Anfänger: So gelingt der Einstieg in die Welt der Digital Arts

Digital Art ist quasi überall. Auf Werbepostern, in Marketing Kampagnen und Werbespots, sowie der Künstlerinnen- und Künstler-Szene online und offline. Viele Firmen stellen sich eigene digitale Designerinnen und Designer an, um für ihre Marken immer wieder neue visuelle Inhalte zu schaffen. Allerdings gibt es im Internet ebenfalls eine große Community an Hobby-Künstlerinnen und -Künstlern, die mit Grafiktabletts, Computerprogrammen und Zeichenpads wahre Kunstwerke erschaffen. Digitales Zeichen hat sich zu einem echten Renner entwickelt, der in Verbindung mit der 2D Animation auch schon den ein oder anderen erfolgreichen YouTuber bzw. erfolgreiche YouTuberin hervorgebracht hat. Aber wo fängt man an, wenn man in die Welt des Digitalen Zeichnens eintreten möchte? Welche Hardware und Software braucht man, um digitale Zeichnungen zu entwerfen? Und wie kann seine eigenen Fähigkeiten schnell verbessern?

In diesem Artikel:

Was braucht man für Digital Art?

Der Modebegriff Digital Art bezeichnet Zeichnungen, aber auch Animationen, die meistens ausschließlich mit technischen Geräten und entsprechenden Software-Programmen erstellt wurden. Dabei gibt es inzwischen nicht nur klassische Grafiktabletts, sondern auch immer mehr herkömmliche Tablets, die man für das Digitale Zeichnen nutzen kann. Das iPad Pro wird zum Beispiel von Apple auf ihrer Website vorrangig als Tablet für Illustratorinnen und Illustratoren beworben. Gepaart mit einer entsprechenden Software kann man auf den Geräten zeichnen, wie auf einem Stück Papier. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Software natürlich einiges mehr an Individualisierungsmöglichkeiten und Special Effects bietet, als analog mit Block und Stift. Wie auch bei dem Zeichnen auf einem Zeichenblock sind eurer Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt und ihr könnt zeichnen, was auch immer ihr wollt.

Die richtige Hardware

Bevor ihr als Anfänger richtig mit dem Zeichnen loslegen könnt, solltet ihr euch im Klaren darüber sein, mit welcher Hardware ihr arbeiten wollt. Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten: Ihr könnt euch für ein klassisches Grafiktablett entscheiden, welches an einen Computer angeschlossen und dann mit einer PC-Software genutzt wird. Oder ihr besorgt euch ein digitales Pad, welches selbst einen Bildschirm besitzt und euren Desktop vom PC 1:1 widerspiegelt. Oder aber ihr entscheidet euch gleich für ein Convertible oder ein Tablet, auf dem ihr dann direkt Zeichnen könnt.

Viele professionelle Zeichnerinnen und Zeichner schwören im Übrigen auf die Grafiktabletts mit eigenem Bildschirm, da man so direkt sieht, wo man zeichnet. Außerdem gibt es die Pads in allen möglichen Größen und Ausführungen. Aber sie sind eben auch teurer, als die Standard Grafiktabletts. Ein Standard Zeichenpad kann man bereits ab 20 Euro bekommen, wenn man nicht allzu viel Wert auf eine hohe Qualität für den Einstieg legt. Aber auch wenn ihr ein etwas besseres Zeichenpad sucht, kommt ihr meistens mit 100-150 Euro für den Anfang locker aus. Der Nachteil für viele Anfänger besteht bei den Zeichenpads allerdings darin, dass ihr eben nicht seht, was ihr zeichnet. Eure Bewegungen mit einem entsprechenden Stift auf dem Pad werden in das Computerprogramm übersetzt. Eine gute Hand-Augen-Koordination zu entwickeln, kann ein wenig dauern. Gerade, wenn ihr noch wenig Erfahrungen mit dem Zeichnen an und für sich habt.

Grafiktablet zum Digitalen Zeichnen.
So sieht ein Standard Grafiktablet aus, wenn man darauf arbeitet. – Image by bonkarn via adobestock.

Hier findet ihr ein gutes, klassisches Grafiktablett für Einsteiger auf Amazon. (Provisionslink)

Grafiktabletts mit Bildschirm für den Einstieg

Die Grafiktabletts mit eigenem Bildschirm eignen sich vor allem, wenn ihr unbedingt mit einem Programm an eurem PC arbeiten wollt. Die meisten PC Programme sind noch einmal etwas umfangreicher als ihre App-Versionen, die ihr auf Tablets nutzen könnt. Außerdem wird der PC Bildschirm direkt auf das Grafikpad projiziert, sodass ihr seht, wo ihr zeichnet. Wenn ihr hier etwas Geld sparen wollt, lohnt es sich im Übrigen nach Grafiktabletts Ausschau zu halten, die kein traditionelles Touchpad besitzen, sondern eine digitale Oberfläche, die nur auf den beigelegten Stift reagiert. Diese Modelle sind oftmals günstiger und erfüllen beim Zeichnen den gleichen Zweck.

Digitale Zeichenpads mit eigenen Bidlschirmen sind bei Profis besonders beliebt.
Grafiktablets mit eigenem Bildschirm können alle möglichen Außmaße und Preiskategorien annehmen. – Image by MclittleStock via adobestock

Die Marke Wacom bietet allgemein gute Produkte, auch wenn ihre Grafiktabletts mit digitalem Bildschirm etwas teurer sind. (Provisionslink)

Tablets als Zeichenpads

Gerade in Zeiten, in denen viel auch unterwegs geht, besitzen immer mehr Visual Artists ein Tablet, welches sie zum digitalen Zeichnen nutzen. Auch hier gibt es natürlich die verschiedensten Modelle, allerdings sind viele Tablets, die zum Zeichnen geeignet sind, sehr teuer. Wer hier auf billigere Produkte zurückgreift, kann schnell sehr enttäuscht sein. Die beliebtesten Zeichenpads finden sich hier bei den Apple iPads oder der Microsoft Surface Reihe. Der Kauf lohnt sich aber nicht wirklich, wenn ihr nur damit Zeichnen wollt, sondern ist eher dann eine Überlegung wert, wenn ihr ohnehin einen neuen Laptop oder ein neues Tablet anschaffen wolltet.

Tablet für das Digitale Zeichnen
Immer mehr herkömmliche Tablets können auch für das Digitale Zeichnen genutzt werden. – Image by rh2019 via adobestock

Das iPad Pro gilt unter Zeichnerinnen und Zeichnern als non-plus-ultra. Hier findet ihr das Gerät bei Amazon. (Provisionslink)

Digitales Zeichnen: Die richtige Software finden

Die Software, die von professionellen Zeichnerinnen und Zeichnern genutzt wird, ist ziemlich teuer. Für Adobe Illustrator zahlt ihr etwas über 23 Euro im Monat. Aber es gibt auch kostenlose Alternativen. Je nachdem, über welches Gerät ihr Anfangen wollt Digital Art zu kreieren, müsst ihr euch auch auf unterschiedliche Programme einstellen. Nicht alle Betriebssysteme sind nämlich mit jeder Software kompatibel.

Ein beliebtes Programm für Apple ist zum Beispiel ProCreate, das könnt ihr für 10,99 Euro im App-Store kaufen. Das Programm ist speziell für iPads zugeschnitten und nutzt entsprechend viele Funktionen, die nur mit der richtigen Hardware funktionieren. Egal ob Anfänger oder Profi: Viele Künstlerinnen und Künstler loben das vergleichsweise günstige Zeichenprogramm für seine Vielseitigkeit und die Einfachheit der Bedienung.

Für Computer- oder Android-Nutzer bietet sich das kostenlose Programm Krita an. Krita setzt auf ein OpenSource Konzept, was bedeutet, dass die Plattform von den Userinnen und Usern selbst immer weiter entwickelt wird. Außerdem punktet das Programm mit einer guten Übersichtlichkeit und einer Vielzahl an Online-Tutorien für Neulinge.

Alternative Plattformen

Ähnlich wie mit dem richtigen Gerät müsst ihr bei der Software ebenfalls entscheiden, was am besten zu eurer Arbeitsweise passt. Gerade als Anfänger ist es einfach, sich in dem Dschungel aus Software Anwendungen zu verlieren. Neben der Kompatibilität mit eurem Zeichen-Gerät sollte die Software nicht zu überladen sein mit unnötigen Features. Weitere gute kostenlose Programme zum Zeichnen für Anfänger sind zum Beispiel Autodesk SketchBook, MediBang Paint Pro oder Artweaver.

So verbesserst ihr eure Zeichnungen schnell und effektiv

Viele denken, dass man mit dem Talent zum Zeichnen geboren wird. Doch das Gegenteil ist wahr. Natürlich gibt es einige Menschen, denen es leichter fällt aus dem Stand eine solide Zeichnung hinzulegen, als anderen. Aber eigentlich liegt der Schlüssel zum “Talent” in der täglichen Übung. Am besten sucht ihr euch einen festen Zeitrahmen aus, in dem ihr zeichnen wollt. Es gilt; je öfter, desto besser. Im Idealfall räumt ihr euch jeden Tag 20 bis 30 Minuten frei, um eure Skills am Zeichenpad zu üben.

Neben der Routine ist es außerdem wichtig, sich aufzuwärmen. Damit ihr in euren Workflow kommt, solltet ihr zu Beginn jeder Zeichen-Session zumindestens ein paar Aufwärmübungen machen. Diese bestehen meistens darin, einfache plastische Figuren zu zeichnen oder etwas abzupausen, um eure Finger und Handgelenke ein wenig aufzuwärmen. Das hilft euch auch, konzentrierter zu arbeiten. Aufwärmübungen für das digitale Zeichnen findet ihr zum Beispiel auf YouTube.

Welche Lernplattformen helfen?

Jeder Mensch lernt anders. Und das gilt noch verstärkt, wenn ihr euch selbst einen neuen Skill beibringen wollt. Je nachdem, was ihr Zeichnen wollt, könnt ihr euch bei YouTube nach entsprechenden Tutorials umgucken. Oder ihr schaut auf Self-Learning Websites wie Skillshare nach passenden Online-Kursen. Aber was ist, wenn ihr noch nicht einmal wisst, was genau ihr zeichnen wollt? Die Angst vor dem weißen Blatt kennen viele Zeichner nur zu gut. Anfängern in der Welt der Digital Arts wird empfohlen, sich an den Stilen und Zeichnungen zu orientieren, die sie von ihren Lieblings Künstlerinnen und Künstlern kennen. Holt euch Inspiration auf Plattformen wie Pinterest oder Instagram. Welche Zeichenstile faszinieren euch besonders? Welche Motive fallen euch auf? Auch wenn ihr sie in ihrer Qualität vielleicht noch nicht genauso selber zeichnen könnt, hilft es, sich vor Augen zu führen, wo ihr einmal mit eurer Zeichenkunst hinwollt. Ausgehend davon fällt die Suche nach geeigneten Kursen deutlich leichter, wenn ihr zumindest eine grobe Richtung und einen groben Zeichenstil ausgesucht habt.

 

Dieser Text ist Teil der Netzpiloten Creative Tech Season. In dieser widmen wir uns von Oktober bis Dezember den kreativen Möglichkeiten, die uns Technologien bieten und geben euch Inspiration, Anleitungen, Tipps und Tricks für eigene Projekte! Hier findet ihr mehr Informationen zur Creative Tech Season sowie alle darin enthaltenen Artikel.


Image by jackfrog via adobestock

Leonie Werner

interessiert sich für alles, was mit Medien zu tun hat. Insbesondere für Themen im digitalen Bereich ist sie offen und in Sachen Gaming immer auf dem neuesten Stand.


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