Selbstständig lernen online – Smart und günstig weiterbilden

Wir leben in einer Zeit, in der uns dank des Internets unglaublich viel Wissen zur Verfügung steht. Praktisch alles können wir selbstständig lernen und zu so ziemlich jeder Frage finden wir online eine Antwort. Diese Freiheit ist toll und hat eine Menge erfolgreicher Autodidakten hervorgebracht. Allerdings gibt es beim selbstständigen Lernen gerade online einige Dinge zu beachten. So ist es bei der schier unendlichen Masse an Informationen im Netz gar nicht immer einfach, die guten Informationen und Lernmöglichkeiten herauszufiltern und sich fundiertes Wissen anzueignen. Ich habe mir bereits das ein oder andere autodidaktisch beigebracht und gebe euch in diesem Artikel meine Tipps und Tricks für selbstständiges Lernen online weitergeben! 

Selbstständig lernen – Die Motivation

Bevor wir zu ganz konkreten Tipps für selbständiges Lernen kommen, möchte ich noch ein paar Worte zum Lernen im Allgemeinen verlieren. Neues zu lernen, sich weiterzuentwickeln und neue Skills anzueignen ist ein ungemein gutes Gefühl. Dabei ist es aber gerade beim Lernen im Internet wichtig, sich bewusst zu sein, dass JEDER Inhalte online Stellen kann. Es ist also immer eine gute Idee, die Inhalte, die ihr findet, vorher zu prüfen. Von wem stammen sie? Ist die Quelle Experte in diesem Bereich? Sind sie Up-To-Date? Gerade letzteres ist gerade bei schnelllebigen Themen wichtig, die sich durch technologische Fortschritte konstant weiterentwickeln und verändern.

Außerdem empfehle ich euch, bevor ihr mit dem online Lernen anfangt, euch dieses Video von YouTuber Nathaniel Drew anzuschauen! Er ist Filmemacher auf hohem Niveau und hat nie ein College besucht. Er selbst beschreibt diese Entscheidung als eine der besten seines Lebens. Stattdessen hat er sich seine Skills selbst und durch verschiedenen Online-Kurse beigebracht. In dem Video spricht er nicht nur ein paar wichtige Punkte an, vielmehr hat es mich ungemein motiviert, mir einmal wieder ein neues Thema zu suchen, in das ich mich vergraben kann.

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Wie lerne ich selbstständig?

Selbstständig zu lernen ist deutlich freier als das Lernen in der Uni und der Schule. Hier gibt es keine Regeln, keine Vorgeben und niemand sagt euch wie ihr was wann lernen sollt. Stattdessen müssen wir uns alles selbst einteilen. Das ist auf der einen Seite sehr befreiend, auf der anderen Seite birgt es natürlich auch einige Risiken. Denn ein Studium hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem selbstständigen oder autodidaktischen Lernen: Das Curriculum. Hier ist festgelegt, was ihr in eurem Studium lernt, sowie dessen Aufbau. Das stellt sicher, dass ihr die für euer Fach relevanten Inhalte in einer sinnvollen Reihenfolge lernt. Lernt ihr autodidaktisch und versucht selbstständig die Inhalte zu finden, die ihr lernen wollt, stellt das die größte Herausforderung dar.

Bevor ihr allerdings mit dem eigentlichen Lernen anfangt, solltet ihr eine Sache festlegen. Nämlich euer Ziel! Was wollt ihr lernen? Was wollt ihr erreichen? Das kann alles sein und ihr könnt dieses Ziel immer wieder anpassen. Aber es hilft euch während des selbstständigen Lernens motiviert zu bleiben und in eine Richtung zu arbeiten. Wollt ihr lernen, wie man realistische Gesichter Zeichnet? Wollt ihr genug wissen erlangen, um einen Job im Bereich Data Science zu ergattern? Wollt ihr vielleicht Gitarre spielen lernen? Dann nehmt euch vor, ein bestimmtes Lied fehlerfrei spielen zu können. Oder wollt ihr selber eine Website bauen können? Egal in welche Richtung ihr geht, ein konkretes Ziel hilft euch, fokussiert und motiviert zu bleiben! 

Um euch nun das autodidaktische Lernen etwas leichter zu machen, habe ich drei Phasen für euch definiert. 

Die Schwammphase

Auch Nathaniel Drew spricht von einer ähnlichen Phase, nennt sie aber nicht so. Ich finde den Namen „Schwammphase“ aber unfassbar passend. Startet ihr mit einem neuen Thema, so ist die „Schwammphase“ beim autodidaktischen Lernen die erste und eine ganz entscheidende Phase. Hier bewegen wir uns in unserem gewählten Themenfeld noch auf völlig unbekanntem Terrain. Wir wissen nichts. Wir wissen weder, wie etwas funktioniert, noch, wie es nicht funktioniert.

Wir wissen nicht, was für einen Umfang das Thema hat und welche Bereiche und Unterthemen für uns interessant oder nicht interessant sind. In dieser Phase geht es beim selbstständigen lernen für uns noch überhaupt nicht darum, wirklich etwas Konkretes zu erlernen. Vielmehr versuchen wir uns online ganz breit gefächert einen Überblick zu verschaffen. Wir sollten versuchen alles, was es zu dem Thema gibt aufzusaugen und grob einzuordnen. So können wir uns in der nächsten Phase eine Art Roadmap über die Dinge erstellen, die wir uns genauer ansehen wollen. Diese Roadmap ersetzt für euch dann das Curriculum. Zur Orientierung hier noch einmal ein paar Fragen, die ihr euch währenddessen stellen solltet:

  • Auf welchen Plattformen könnte ich Informationen zu dem Thema finden?
  • Welche Quellen gibt es?
  • Aus welchen Unterthemen besteht das Thema?
  • Wer ist Experte auf diesem Gebiet und kann mir weiterhelfen?
  • Welche Themen sind mit meinem Thema verwandt?
  • Welche Fähigkeiten möchte ich erlernen?

Die Lernphase

Die Zweite Phase des Lernens ist für mich die eigentliche „Lernphase“. Nachdem wir also alles, was es gibt, aufgesaugt haben und uns einen breiten Überblick verschafft haben. Filtern wir nun Quellen und Informationen um ihnen aktiv nachgehen zu können. Hier erstellt ihr euch eine Roadmap oder euer Curriculum. Erst lernt ihr dies, dann lernt ihr das und dann jenes. Solltet ihr auf eurem Weg merken, dass eure Roadmap keinen Sinn ergibt: Ändert sie unbedingt! Immerhin wisst ihr nun viel mehr über das Thema, als beim erstellen dieser und könnt bessere Aussagen darüber treffen. Seht eure Roadmap also nicht als starren Weg, sondern als Orientierungshilfe, die ihr immer wieder prüfen und aktualisieren könnt. 

Erst in der Lernphase können wir wirklich selbstständig lernen! Wir hören uns Vorträge an, lesen Bücher oder schauen Videos dazu. Das ist auch die Phase, in der wir uns zum Beispiel für eine Lern-App oder einen Online Kurs entscheiden. Hier ist es allerdings, wie auch Nathaniel Drew in seinem Video erklärt, sehr wichtig, das Expertentum des Kursgebers zu hinterfragen. Immerhin wollen wir ja auch das „richtige“ lernen.

Auch sei hier noch gesagt, dass die Lernphase und die Anwendungsphase nicht zwingend getrennt voneinander sein müssen. Schon während des Lernens, könnt ihr das gelernte immer wieder Anwenden, um es zu festigen, zu verinnerlichen und vor Allem wirklich zu verstehen. Die Vorgehensweise sollte hier also iterativ sein. Ihr lernt etwas bestimmtes und wendet es dann an. Dann lernt ihr wieder etwas und wendet es an. Niemandem nützt es, sich einen sechsstündigen Kurs über Webentwicklung anzuschauen und erst danach mit dem Programmieren anzufangen. Stattdessen solltet ihr schon währenddessen ins tun kommen. Hier noch einige Tipps für die Lernphase:

  • Hinterfragt eure Quellen! Ihr wollt schließlich von Experten lernen!
  • Lernt Dinge nicht bloß auswendig, versteht sie! 
  • Notizen sind gut – Sprachmemos, Bilder oder andere Merkhilfen aber auch

Die Anwendungsphase

Nachdem wir gelernt, zugehört und aufgenommen haben, wenden wir unser neues Wissen nun selber an. Das ist nicht nur beim selbstständigen Lernen extrem wichtig. Erst wenn wir beispielsweise anfangen selbst ein Video zu schneiden, nachdem wir einen guten Online-Kurs darüber gesehen haben, beginnen wir das Wissen wirklich zu verinnerlichen und Fähigkeiten zu entwickeln. Wir müssen nun also durch praktische Tätigkeiten das gelernte wiederholen und anwenden, um es wirklich zu behalten.

Zudem werden wir in eigenen Projekten auch trotz eines guten Online-Kurses immer wieder auf Probleme stoßen, die wir noch nicht kannten. Zum Beispiel: Als ich das Programmieren mit JavaScript gelernt habe, habe ich begonnen, mir kleine Projekte vorzunehmen. Ich habe immer komplexer werdende Web-Anwendungen programmiert. Dabei bin ich je nach Projekt auf Herausforderungen gestoßen, die mir Guides, Tutorials oder Online-Kurse so nicht erklärt hatten. Ich habe also mit meinem bisherigen Wissen über die Thematik selbst eine Lösung finden müssen. Durch eigenes Anwenden werden sich eure Fähigkeiten also auch über das vermittelte Wissen einer bestimmten Quelle hinaus entwickeln. Probleme, die ihr so auf eine eigene Art gelöst habt, werdet ihr außerdem nicht so schnell vergessen. Ebenso wenig, wie die aus der Lösung entstandenen Fertigkeiten. 

Lernen und anwenden im Wechsel

Wie bereits erwähnt, solltet ihr die Lern- und die Anwendungsphase stark miteinander verknüpfen. Auch gibt es hier für viele eine große Hürde, die sie oft scheitern lässt, wenn sie selbstständig lernen: Die Unsicherheit und die Angst zu versagen. Schauen wir beispielsweise einen Online-Kurs und sehen jemanden mit Leichtigkeit tolle Illustrationen malen, dann kann das auch einschüchternd wirken. „Das kann ich niemals“ oder „Ich kann sowas nicht“ sind Gedanken, die dabei völlig normal sind.

Infografik zu selbstständigem Lernen. Zeigt den iterativen Zusammenhang zwischen Lernen und Anwenden
Wendet das gelernte an und arbeitet euch in kleinen wechseln vorwärts!

Egal was wir neu erlernen, am Anfang müssen wir einfach üben. Die Resultate werden nicht perfekt sein. Versucht euch das klar zu machen. Wenn ihr lange genug dran bleibt, werdet ihr gut in dem werden, was ihr tut. Versprochen! Versucht den Prozess selber schon zu genießen. Denkt beim Zeichnen nicht nur an das Resultat, sondern an den Spaß beim eigentlichen Vorgang. Wenn ihr programmieren lernt: Seht es als anspruchsvolles Rätsel, dessen Lösung Spaß macht. Und versteift euch nicht darauf, schnell zu einem Resultat zu kommen.  

Wo soll ich lernen?

Nachdem wir uns nun mit dem Lernen an sich auseinandergesetzt haben, betrachten wir die möglichen Orte, Tools und Plattformen, die euch beim selbstständig Lernen unterstützen sollen. So könnt ihr ja nicht nur in Online-Kursen autodidaktisch lernen. Tatsächlich gibt es unzählige Mittel und Wege online zu lernen. Manche eignen sich besser für bestimmte Themen, andere weniger. Natürlich können wir hier nicht für alles die perfekte Übersicht geben. Dennoch geben wir euch ein Überblick über ein paar Möglichkeiten, online neue Dinge zu lernen.

Selbstständig lernen mit Online-Kursen

Eine der wohl besten Möglichkeiten, online zu lernen besteht darin, einen guten Online-Kurs zu machen. Hier könnt ihr euch in der Regel sicher sein, dass die Kurse von Experten ihres Fachs abgehalten werden. Außerdem sind diese Kurse von den Experten sinnvoll strukturiert worden. Hier werdet ihr systematisch an ein Thema herangeführt, was das Lernen sehr viel einfacher macht. Zudem bieten viele Online-Kurs-Plattformen die Möglichkeit, Reviews zu hinterlassen, an denen ihr euch bei der Wahl eines Online-Kurses orientieren könnt. Im Folgenden zeigen wir euch drei Plattformen, auf denen ihr zu vielen Themen gute Online-Kurse findet.

Welche Plattformen für gute Online-Kurse gibt es?

Skillshare

Auf Skillshare findet ihr über 20.000 Kurse und Coachings zu diversen Themen. Besonders Kreative kommen hier auf ihre Kosten. So gibt es grade zu Design, Illustration oder Musik einen ganzen Haufen toller Kurse. Ich selbst habe mir kürzlich erst einige Kurse zu Illustration und zum Zeichnen angeschaut. Mir gefallen auf Skillshare die vielen auch kürzeren Kurse zu diversen Themen. So ist es nicht unüblich, dass Experten verschiedenen kleinere Kurse aus demselben Themengebiet anbieten. Die Dauer der einzelnen Videos eignet sich hervorragend, um das selbstständige Lernen in den Berufsalltag zu integrieren.

Screenshot aus Skillshare erstellt von Moritz Stoll
Screenshot aus Skillshare erstellt von Moritz Stoll

Die einzelnen Kurse sind in sich sehr abgeschlossen und häufig etwa zwischen 30 Minuten und zwei Stunden lang. Andere Plattform überladen einen häufig mit teilweise 10-20 Stunden Material pro Kurs. Allerdings ist Skillshare nicht ganz billig. Es gibt zwar eine kostenlose Variante, doch erst in der Premium-Variante lohnt sich Skillshare wirklich für das autodidaktische Lernen neuer Themen. Die Plattform setzt auf ein Abo-Modell und kostet im Monat 10 Euro bei einer jährlichen Zahlung. 14 Euro kostet die Premium-Mitgliedschaft, wenn ihr monatlich zahlt. Im Abo habt ihr dann unbegrenzten Zugriff auf alle Kurse. Wir haben an dieser Stelle sehr ausführlich über Skillshare geschrieben, falls euch die Plattform interessiert. Für mich ist Skillshare manchmal selbst auch eine Inspiration für ein neues Thema oder ein neues Projekt.

Skillshare gibt es sowohl als Website, iOS- und Android-App. Falls ihr die Plattform für zwei Monate kostenlos ausprobieren wollt, könnt ihr das hier tun (Provisionslink).

Udemy

Auch Udemy bietet ein umfassendes Angebot an Online-Kursen, mit denen ihr wunderbar autodidaktisch und selbstständig lernen könnt. Hier findet ihr vor allem viele Kurse zu SEO, Business und verschiedenen Tech-Themen. Die Kurse sind in der Regel sehr umfangreich, aber auch sehr teuer. Anders als bei Skillshare schließt ihr hier kein Abo ab, sondern kauft jeden Kurs einzeln. Wer gezielt ein bestimmtes Thema selbstständig lernen möchte, spart hier also unter Umständen Geld. Zwar kosten viele Kurse um die 100 Euro, doch sind diese so regelmäßig im Sonderangebot, dass ich eigentlich nie für einen Kurs mehr als 10 bis 15 Euro gezahlt habe!

Screenshot aus Udemy erstellt von Moritz Stoll
Screenshot aus Udemy erstellt von Moritz Stoll

Ähnlich wie auch Skillshare bietet Udemy die Möglichkeit, Kurse durch Lernmaterialien und Aufgaben zu ergänzen. Die Kursgeber können sogar Aufgaben einstellen, die die Teilnehmer direkt bearbeiten sollen. So könnt ihr innerhalb der Plattform direkt zwischen Lern- und Anwendungsphase wechseln und gelerntes super verinnerlichen! Auch Komfortfunktionen wie das Anpassen der Geschwindigkeit oder das Setzen von Markern findet ihr bei Udemy.

Udemy gibt es sowohl als Website, iOS– und Android-App.

Coursera

Während Udemy und Skillshare etwas freieren Ansatz fahren, setzt Coursera auf deutlich akademischere Inhalte. Und das Beste: Viele der hier angebotenen Onlinekurse sind kostenlos. Auf Coursera ist nämlich lediglich das MOOC-Zertifikat, das eure Teilnahme an dem Kurs belegt, für euch kostenpflichtig. Wer online lernen möchte, um bestimmte Fertigkeiten bei potentiellen Arbeitgebern nachzuweisen, der sollte hier überlegen, die kostenpflichtigen Kurse mitsamt Zertifikat zu absolvieren. In diesen Kursen sind dann auch Prüfungen enthalten, die ihr bestehen müsst, um das Zertifikat schlussendlich in den Händen zu halten.

Screenshot aus Coursera erstellt von Moritz Stoll
Screenshot aus Coursera erstellt von Moritz Stoll

Coursera kann aber eben auch in der „Audit-Variante“ genutzt werden, um einfach selbstständig Neues zu lernen. Das ist vergleichbar mit dem Gasthören in einer Uni. Ihr zahlt nichts, macht keine Prüfungen und bekommt denselben Inhalt. Lediglich auf eine offizielle Bescheinigung eurer Teilnahme müsst ihr hier verzichten.

Inhaltlich sind die Kurse auf Coursera etwas anspruchsvoller. Auch liegt der Fokus hier eher auf Wissenschaft und Technik, als auf kreativen Disziplinen. Grund dafür dürfte sein, dass viele mamenhafte Universitäten wie Harvard oder Stanford und auch Unternehmen wie Google eigene Kurse online stellen. Aber auch das selbstständige Lernen von Sprachen ist auf Coursera möglich.

Coursera gibt es sowohl als Website, iOS– und Android-App.

Selbstständig Lernen auf YouTube

Auch YouTube kann mitunter eine tolle Plattform sein, um autodidaktisch neue Dinge zu lernen. Zwar müsst ihr hier auf Zertifikate oder ähnliches verzichten, doch stellen viele Expertinnen und Experten ihr Wissen auf der Plattform in toll gemachten Videos bereit. Allerdings stellen hier auch viele Leute eher nicht so gute Videos online, weshalb YouTube als online Lernplattform in der Regel mit sehr viel mehr Arbeit verbunden ist. Wo die Inhalte auf Udemy, Skillshare oder Coursera häufig ausgewählt und kuratiert sind, müsst ihr euch auf YouTube die guten Videos und Tutorials zu bestimmten Themen häufig erst mühsam zusammensuchen.

Auch werden Themenfelder hier häufig nicht ganz so umfänglich behandelt. Häufig findet ihr auf YouTube Videos zu spezielleren Einzelthemen. Das kann natürlich trotzdem helfen, um sich aber zum Beispiel einen Überblick über die wichtigen Aspekte eines Themas zu machen, ist YouTube mitunter nicht die beste Quelle. Damit ihr euch auf YouTube beim selbstständigen Lernen besser zurechtfindet, haben wir einige Tipps, die ihr bei der Suche nach guten Inhalten und Kursen beherzigen könnt.

Verschafft euch einen Überblick

Diesen Punkt hatten wir bereits. Es gibt beim Lernen, ob nun online oder nicht, immer den Punkt, an dem ihr von Tuten und Blasen keine Ahnung habt. Hier bringt es nichts einfach mit irgendeinem Tutorial einzusteigen, ohne einen Überblick über das Thema zu haben, in das ihr euch vergraben wollt. Stellt euch dieses Thema wie eine Straße vor, die ihr baut. Ihr müsst zuerst das Gelände kennen, um zu wissen, wo die Straße längs führen soll. Also lest euch ein, sucht nach allgemeinen Erklärvideos und googelt euch die Finger wund. Wenn ihr diese „Schwamm-Phase“, wie ich sie oben erläutert habe, für euch nutzt, wird sich das bezahlt machen! Dafür kann YouTube eine großartige Hilfe sein!

Sucht nach YouTubern, die offensichtlich Experten auf ihrem Gebiet sind

Ist ein YouTuber beispielsweise angestellter Data Scientist wie der YouTuber Jomla Tech, könnt ihr davon ausgehen, dass er ein wenig von seinem Fach versteht. Solche YouTuber haben in der Regel viel Erfahrung aus ihrem Beruf und können euch daher wertvolle Inhalte vermitteln. Häufig stellen aber auch Universitäten oder deren Professoren ihre Vorlesungen auf YouTube, um sie für ihre Studenten zugänglich zu machen. So macht es beispielsweise mein ehemaliger Mathematik-Professor, auf dessen YouTube-Channel ihr die kompletten Mathe-Vorlesungen für Informatiker findet. Hier haben wir über diesen Channel bereits geschrieben!

Sucht nach Playlisten zu einzelnen Themen

Ich habe schon immer gerne und viel gezeichnet. Eigentlich habe ich dabei aber so ziemlich alles selbstständig gelernt. Und wie oft habe ich mich durch viele verschiedene Videos zu einzelnen Themen geklickt, ohne dabei echte Zusammenhänge zu bilden. Kurse oder Tutorials, die zusammenhängend aufgebaut sind, erleichtern euch beim selbstständigen Lernen definitiv das Leben. Habt ihr also ein Video gefunden, das euch interessiert, schaut nach, ob der Channel dazu auch eine Playlist bereitstellt, in der andere Bereiche dieses Themas vorgestellt werden. So habt ihr alle Informationen schön geordnet in einer Playlist und eventuell hilft euch der jeweilige Channel sogar dabei, eure Roadmap zum selbstständigen Lernen zu verbessern.

Brecht Tutorials ab

Tutorials gibt es auf YouTube wie Sand Meer. Es gibt kürzere und es gibt auch seeeeeeehr langatmige Tutorials. Häufig vergehen schon zwei bis fünf Minuten bis der YouTuber mit dem Intro fertig ist und bevor das eigentliche Tutorial überhaupt startet. Stellt ihr dann fest, dass das Tutorial für euch nichts taugt oder einfach nicht gut gemacht ist, brecht es ab! Ihr wollt selbstständig effizient lernen und nicht irgendwelche ermüdenden Videos schauen, die euch eurem Lernziel nicht näherbringen.

Und sonst?

Natürlich gibt es online noch viele Möglichkeiten mehr, autodidaktisch zu lernen. Seien es Blogs von Experten, Podcasts oder auch Bücher, die ihr bestellt. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Die hier gezeigten Beispiele sind lediglich Anregungen. Nichts desto trotz lassen sich die Tipps und Tricks auch auf andere Plattformen und Möglichkeiten übertragen! Und jetzt ran an den Online-Kurs und losgelernt. Da wartet das gesamte Internet auf euch, voll mit Wissen (und anderen, weniger produktiven Dingen;))!


Screenshots aus Skillshare, Udemy und Coursera erstellt von Moritz Stoll

Titelbild von insta_photos via.adobe.stock

Moritz Stoll

kann ALLES, aber nichts so richtig. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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