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Netzpiloten @Innovators‘ Pitch

Innovation kann nur stattfinden, wenn gute Ideen gesucht, gefunden und gefördert werden. Darum findet im Rahmen der hub.berlin am 10. April in der Station Berlin der Innovators‘ Pitch statt. Junge Startups haben hier die Möglichkeit sich und ihre Ideen vorzustellen. Außerdem winkt in mehreren Kategorien ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro für den Sieger. Die Netzpiloten sind erstmals Partner des Innovators‘ Pitch und gespannt auf die frischen Ideen der Teilnehmer. Und ganz wichtig: Alle Startups können sich noch bis 3.März bewerben für die begehrten Slots!

Diese Gewinner brachte der Innovators‘ Pitch bereits hervor

Der Innovators‘ Pitch brachte in den vergangenen Jahren viele interessante Gewinner hervor. SuitePad verbessert beispielsweise die Gästekommunikation für Hotels. Twyla hingegen macht Chat-Bots smarter und persönlicher. greencity solutions hat sich sogar zum Ziel gemacht, die Luftqualität in Städten weltweit mit ihrem CityTree zu verbessern. Auticon vermittelt Autisten als IT-Consultants und schafft ein Umfeld, aus dem Unternehmen und Consultants gleichermaßen profitieren.

In der „Winners and Partner“-Sektion auf der Website findet ihr weitere interessante Gewinner mit ganz unterschiedlichen Themenschwerpunkten. 

Diese Kategorien gibt es

Auf dem Innovators‘ Pitch werden Sieger in drei Kategorien gesucht

  • Digital Learning & EdTech: Neue Technologien haben einen starken Einfluss darauf, wie wir in Zukunft lernen werden. Apps, Gamification und Augmented Reality sind nur einige von zahlreichen Wegen, Bildung zu revolutionieren.
  • Digital Mobility: Digitale Mobilität macht das Reisen nicht nur komfortabler, sondern auch nachhaltiger und nutzerfreundlicher. Mitunter können öffentliche Verkehrssysteme damit sogar Kosten einsparen.
  • Digital Supply Chain: Um Schritt zu halten, müssen Unternehmen ihre Prozesse überdenken. Digitale Lieferketten optimieren Abläufe und können Services direkt auf den Kunden zuschneiden. 

Sponsoren des Wettbewerbs sind unter anderem Cornelsen und SAP Startup Accelerator.

Und sonst noch?

Als Startup könnt ihr euch noch bis zum 3. März auf der Seite bewerben. Der Innovators‘ Pitch findet im Rahmen der hub.berlin statt. Tickets sind über deren Ticket-Seite bestellbar. Auch Startups die nicht teilnehmen, können sich auf ein Startup-Ticket bewerben. Wir freuen uns schon auf die zahlreichen Teilnehmer.

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Netzpiloten @Corporate Incubation & Acceleration Summit

Der Corporate Incubation & Acceleration Summit ist eine der führenden Plattformen in Europa für Acceleratoren, Inkubatoren, digitale Transformatoren und Innovations-Enthusiasten. Am 12. und 13. März lädt der Veranstalter EnterpriseUp zum CoInAAC nach Wien ein. Schon zum dritten Mal sind die Netzpiloten als Partner dabei. Wir freuen uns auf zwei anregende Tage! 

Welche Speaker werden da sein?

Eröffnet wird die Veranstaltung von Corporate Startup Summit-Gründer Lukas Strniste und Anton Schilling, Manager von Pioneers Discover. Mehr als 15 Jahre Erfahrung im Aufbau technologischer Startups hat Florian Steger, mittlerweile Investment Director bei der Deutschen Telekom. Auch Christian Lindener, CEO von Wayra Germany ist ein erfahrener Referent, der bereits zahlreiche Programme angeleitet hat. Ebenfalls als Speaker dabei ist David Hengartner, der das Intrapreneurship-Programm Kickbox bei Swisscom leitet. Kickbox wurde letztes Jahr mit dem Corporate Startup Award ausgezeichnet.

Welche Themen erwarten euch?

Auf der Corporate Incubation & Acceleration Summit geht es um Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit und dem Aufbau und Erhalt einer Innovationskultur. Auf der Agenda stehen unter anderem folgende Themen:

  • Independent vs. corporate accelerators
  • Industrieübergreifende Kollaboration
  • attraktive Programme für Startups erschaffen
  • Wandel der Unternehmenskultur
  • Intrapreneurship-Programme

Darüber hinaus lassen sich in der Networking Halle neue Kontakte knüpfen und eigene Erfahrungen untereinander auszutauschen.

Und sonst noch?

Tickets für die Corporate Incubation & Acceleration Summit erhaltet ihr über das Anmeldeformular auf der Website der Veranstaltung. Bis zum 21. Februar erhaltet ihr die Tickets zum regulären Preis. Anschließend gibt es noch Latecomer-Tickets.

Die Netzpiloten wünschen allen Teilnehmenden eine erfolgreiche Konferenz in Wien.

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Netzpiloten @NKF Summit

Die Industrie 4.0 braucht den intensiven Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Startups. Das ist das Markenzeichen der Transformationshelfer NKF Media. In Dresden geht der NKF Summit am 8. März in seine fünfte Runde. Wir Netzpiloten freuen uns, wieder als Medienpartner der inspirierenden Konferenz mit dabei zu sein, wenn erneut etablierte Corporates auf visionäre Startups treffen. Die diesjährige Ausgabe findet in der Gläsernen Manufaktur statt, die sich als „Center of Future Mobilty“ versteht. 

Welche Speaker werden da sein?

In einer Produktionsstätte von Volkswagen stattfindend, darf die Automobilindustrie auf dem NKF Summit nicht fehlen. Daher gehören Porsche Digital CEO Thilo Koslowski und Volkswagens Head of New Mobility and Innovations Marco Weiß zur Riege der spannenden Referenten. Auf Startup Seite steht zum Beispiel Lawrence Leuschner, Co-founder des Berliner eScooter-Sharing Anbieters Tier Mobility. Mit New Mobility beschäftigt sich auch Gunnar Floh, Gründer und Geschäftsführer von Wunder Mobility. Auf dem Investor-Panel spricht zudem Dr Tanja Emmerling vom High-Tech Gründerfonds, einem der aktivsten Seedinvestors in Europa.

Wer sonst noch als Speaker auf dem NKF Summit dabei ist, könnt ihr euch hier sehen.

Welche Themen und Formate erwarten euch?

Auf dem NKF Summit steht dieses Jahr die Industrie 4.0, New Mobility und das Internet of Things im Vordergrund. Zu den zahlreichen Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Elektrische Mikro-Mobilität
  • Deutschland – zukunftsblinde Republik?
  • Industrielles Internet der Dinge

Teil des NKF Summit ist auch die Startup Expo, ein Ausstellungsbereich, in dem sich rund 50 Startups präsentieren. Hier gibt es unter anderem auch Speed-Networking Sessions.

Und sonst noch? – 25 % Netzpiloten-Rabatt!

Die Tickets für den NKF Summit könnt ihr direkt über die Website bestellen. Wer den NKF Summit als junges Startup besuchen will, kann auf Anfrage ein Startup-Ticket zum Sonderpreis von 190 Euro ergattern. Alle anderen profitieren von unserem Netzpiloten-Rabatt: 25 % mit diesem Code: NKF5-NETZPILOTEN. Wir freuen uns schon auf die inspirierende Konferenz in der Gläsernen Manufaktur.

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Netzpiloten @IoTcamp

Mit smarten Technologien und interaktiven Geschäftsmodellen das Leben der Menschheit einfacher gestalten – ein guter Ansatzpunkt über den ihr mehr auf dem IoTcamp erfahren könnt. Dafür versammeln sich alle Interessierten, Unternehmer und Gründer am 12. und 13. Oktober im innovativen  Space Shack Berlin.

Worum es genau geht? – Um die Vollvernetzung und um Künstliche Intelligenz im Zeichen des Internet of Things. Es geht um Fragen, die unsere Zukunft betreffen und unsere Realität. Zudem erfahrt ihr mehr über aktuelle Forschungen und Entwicklungsstände. Anlass genug, um sich das Barcamp – veranstaltet von der Cassini Consulting GmbH – nicht entgehen zu lassen.

Beim IoTcamp spontan die Themen mitbestimmen

Was ist eigentlich ein Barcamp? Bei dem aus der Bloggerszene entstanden völlig freien Format (wir lieben es!), werden weder die einzelnen Sessions noch die Sprecher vorher festgelegt. Und das macht das Ganze so spannend. Die Teilnehmer entscheiden erst am Morgen des Konferenztages, wie die Planung verläuft.

Es ist das erste Mal, dass das IoTcamp an zwei Tagen veranstaltet wird. Während wir also am 12. Oktober spannende Businessaspekte und Entwicklungen neuer Geschäftsmodelle kennenlernen, geht es dann am 13. Oktober über Entwicklungs- und Anwendungsfragen.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Business-Modellentwicklung
  • IoT-Strategie
  • Success Stories
  • Industrial Internet of Things

Dabeisein ist alles!

Wer sich das spannende Barcamp und den sicherlich angeregten Austausch untereinander nicht entgehen lassen möchte, sollte also nicht lange zögern und sich die passenden Tickets sichern. Wir wünschen zwei tolle Tage!

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Guilty Pleasure: Wirtschaftswandel-Bücher schmökern!

Ich gehöre zur Generation der Digital-Unternehmer, die um die Jahrtausendwende angefangen haben ihre Firmen zu starten. Mein guilty pleasure ist es von jeher, dass ich Artikel, Dokumentationen und Bücher verschlinge, die den großen Wandel der Arbeitswelt zum Thema haben.

Vermutlich auch deshalb, weil ich ganz unbescheiden hoffe, dass wir als Pioniere der sogenannten New Economy viele Akzente gesetzt hatten, die heute schließlich die Transformationsprozesse großer Firmen mitbestimmen. Wir wollten uns Mitte der 90er Jahre in absolut allem absetzen von der Old Economy. Wir kamen angezogen wie coole Fahrradkuriere in unsere Büros und spazierten in genau demselben Outfit in die holzgetäfelten Notarräume zur Millionen-Unterschrift.

Nichts konnte uns lässig genug sein, alles musste unkonventionell und total unverstellt daherkommen. Hohen EU-Beamten wurden beim Bürobesuch Sitzbälle angeboten. Meetings fanden im Stehen statt, im Treppenhaus, im Cafe, auf der Parkwiese. Sehr schnell ging uns die Selbstinszenierung in Fleisch und Blut über. Die begeisterte Ungläubigkeit der Old-Economy erfüllte uns mit Genugtuung. – Ich bin ganz froh, dass diese naive Zeit vorbei ist ;)

Selbstvergewisserung für die eigene Arbeitsbiographie

Wie gesagt: Wenn mir heute ein Buch in die Hände kommt, wo vorne draufsteht „12 überraschende Lösungen für Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft“, bin ich sofort neugierig. Als wollte ich insgeheim nachschauen, ob aus dem gefeierten Work- und Lifestyle unserer Anfangsjahre etwas Sinnvolles geblieben ist.

Stefanie Kuhnhen und Markus von der Lühe, zwei sympathische Media-Macher (sie ist Geschäftsführerin einer Hamburger Kreativagentur und er macht ein Digitalisierungsfestival in München) spielten mir ihren neuesten Meta-Trend-Reader in die Hände. Sie haben in großer Fleißarbeit „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ nachgewiesen. Ich fand das Buch inhaltlich sehr anregend, als Publikation aber etwas schwerfällig und recht altmodisch ediert. Empfehlen will ich es mit ein paar O-Tönen der beiden Autoren zu ihrem Wurf:

Markus von der Lühe und Stefanie Kuhnhen; Fotografie von Engels Uli Schneider
Hallo Stefanie, hallo Markus! Vorab eine Frage zur Form eures Buches: Was genau habe hier gelesen? – Ihr hantiert mit vielen wissenschaftlichen Erklärmodellen, ihr führt akribische Quellennachweise. Liest sich streckenweise wie eine Doktorarbeit.

Gute Frage! Was wir geschrieben haben, ist ein Ratgeber mit zwölf Handlungsanweisungen. Wir haben bewusst eine Mischung aus Theorie und Praxis gewählt. Denn der Metatrend, den wir beschreiben, basiert auf harten Fakten, Sekundärstudien und bekannten Theorien. Und um in die konkrete Beweisführung zu gehen, haben wir diese bewusst mit lebendigen und persönlichen Stories aus unserer Lebenswelt kombiniert. So hoffen wir, die beiden Pole Lesespaß und Seriosität auf neue Art und Weise zusammen zu führen.

Eure Beobachtung ist, dass große Spannungsfelder sich derzeit auflösen (z.B. Arbeit – Privatleben, Mensch – Technologie). Eure Schlussfolgerung daraus ist, dass wir alle uns ganzheitlicher wahrnehmen und integrativer agieren müssen. Richtig verstanden?

Richtig verstanden. Wir glauben daran, dass die digitale Transformation nicht damit getan ist, sich einfach systematisch zu digitalisieren. Sie wird die Verflechtung von „allem mit allem“ nach sich ziehen. Das heißt, man muss auch sich selbst ganzheitlicher wahrnehmen, um der Ganzheitlichkeit überhaupt Raum geben zu können. Das Leben besteht aus Ying und Yang, aus Entspannung und Dynamik, aus Hartem und Weichem, aus Natur und Technologie. Es gilt, dem allen viel mehr, viel multioptionaler gerecht zu werden. Das geht nur über Wahrnehmung, Werte und sich immer wieder neu fragen, was jetzt Sache ist. Also, was im Moment das Wichtigste ist. Wir plädieren für eine multioptionale, integrierte Denkweise, die unserem Leben in der ganzheitlichen Welt gerechter wird.

Jetzt meine geltungssuchende Frage: Würdet ihr den Startups der Jahrtausendwende zuschreiben, dass sie die Auflösung vieler der von euch beschriebenen Gegensätze eingeleitet haben?

Wir glauben nicht, dass die Startup-Bewegung sie alleine eingeleitet hat. Startups sind vielmehr das Symptom einer komplexer werdenden Welt, bei denen die Veränderungen besonders stark und frühzeitig zum Ausdruck kommen. Das ist auch ein Phänomen der neuen Gesellschaftsordnung, die gerade entsteht: Ursache und Effekt stehen in keinem klaren Zusammenhang mehr. Wir glauben aber, dass Startups ein wichtiger Teilbereich dieser Bewegung sind, die sich durch unsere Gesellschaft wie ein roter Faden zieht.

So gerne ich eurem harmonischen Leitbild folgen würde, kann ich die Auflösung der Gegensätze auf der großen Weltbühne nicht sehen. Die Trumps und Putins und die ganze Weltmacht Chinas stehen mit genau dem gegenteiligen Verhalten in vollem Saft. Macht mir eher bange. Euch nicht?
Image by Springer Verlag

Im Gegenteil: Trump, Brexit, Erdogan, AfD, Putin und die Datenschutzdebatte sind für uns eher Symptome einer sich radikal verändernden Gesellschaft und somit Übergangsphänomene. Wir spüren alle, dass die Welt, so wie wir sie kennen, für immer der Vergangenheit angehören wird. Das ist es, was den Menschen Angst macht.

Für uns sind die aktuell negativen, nationalistischen, despotischen Symptome jedoch auch Hoffnungsboten für eine neue Zeit. Denn wir sehen sie als Zwischenschritt auf dem Weg in das neue Integrierte, mit dem wir die großen Probleme der Zeit dann auch lösen können. Ganz bestimmt ist das eine Betrachtungsweise in einem 50-Jahre-Zeitraum – so, wie es bei Metatrends der Fall ist. Wir wollen bestimmt nicht sagen, dass alles gut und harmonisch ist. Wir wollen uns alle aber dazu aufrufen, uns für diese integrierte Sicht.

Das Buch „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ ist erschienen im Springer Verlag und z.B. per Amazon zu bestellen (Provisionslink)

 

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Netzpiloten @Pirate Summit

Wer sein Wissen in Sachen Startup vertiefen und sich mit anderen Startup-Gründern vernetzen möchte, der sollte sich die drei Tage vom 03. – 05. Juli rot im Kalender anstreichen. Denn in Köln eröffnet zu dieser Zeit der Pirate Summit für alle Interessierten, Gründer und Investoren seine Tore.

Drei Tage volles Programm

Bereits 2011 startete der Pirate Summit als eine Konferenz für Unternehmer mit dem Fokus Startup-Gründer untereinander zu vernetzen. Wer sich also mit Gleichgesinnten aus anderen Startups zusammentun oder von anderen Gründern lernen möchte, ist hier genau richtig.

Mit über 1.000 Teilnehmern, 250 Investoren, 60 Startup Pitches und über 50 Experten Sessions wird allen Besuchern und Gründern an drei Tagen das geboten, was sie für ihr eigenes Startup brauchen.

Bereits am ersten Tag könnt ihr euch auf einen tollen Abend beim beliebten Pirate BBQ bei leckeren Getränken und toller Gesellschaft freuen. Tauscht euch aus, vernetzt euch und genießt den Abend, bevor es an den folgenden beiden Tagen bunt wird.

An Tag zwei geht es dann nämlich in die Vollen, denn hier dreht sich alles um das Networken untereinander. Anders als bei anderen Events sind hier jedoch keine Panels und nur sehr wenige Keynotes zu erwarten. Vielmehr erwartet die Besucher anregende 1:1-Meetings, Masterclasses für alle relevanten Gründerthemen und gemütliche Lagerfeuer.

Nach einem Tag voller Innovation, Motivation und Networking könnt ihr am großen legendären Lagerfeuer teilnehmen und Teil einer einzigartigen Party sein. Trinkt ein Gläschen Rum und lasst noch einmal die tollen Gespräche und Eindrücke des Tages auf euch wirken, während ihr bei der traditionellen „Nubbelverbrennung“ dabei seid.

Tag drei startet mit einem leckeren Katerfrühstück. Anschließend besichtigt ihr die besten Startups, die Köln zu bieten hat und erhaltet einen Blick hinter die Kulissen. Hierbei könnt ihr durch verschiedene Themenbereiche reisen. Wählt aus, ob eure Besichtigungen eher industrie-, bühnen-, oder technikspezifisch verlaufen sollen. Egal wie ihr euch entscheidet, ihr bekommt hier von Experten die besten Cases und Storys präsentiert.

Begleitet von Speakern und Experten

Der Pirate Summit wartet mit namhaften Speakern aus den unterschiedlichsten Branchen auf. Von ihnen lernt ihr alles Wissenswerte zum Thema Gründen und Startups. Tauscht euch aus, schnappt euch nützliche Best Cases und rüstet euch mit geballtem Wissen für euer eigenes Startup auf. Dabei dient keine geringere Räumlichkeit als Kölns beliebte Location Odonien die perfekte Kulisse.

Wenn ihr diese drei spannenden Tage nicht verpassen und Teil dieses abenteuerlichen Events sein möchtet, dann könnt ihr hier noch Tickets ergattern!


Images by Pirate Summit

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Die Netzpiloten sind Partner der Startup Safari Berlin 2018

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Die Startup Safari Berlin kommt auch 2018 wieder nach Berlin. Vom 8. bis 9. Mai finden in Berlin wieder Startups und verschiedene Köpfe der Startup-Szene für Austausch und Networking zusammen. Das Event geht bereits in seine neunte Runde und ist eines der absoluten Highlights in der Branche.

Was die Startup Safari bietet

Die Startup Safari ist keine weitere, einfache Veranstaltung mit Messe und Vorlesungen. Vielmehr bietet die Veranstaltung seinen Teilnehmern die einmalige Chance eine eigene Safari nach eigenen Vorlieben zu entwerfen. Die Safari ermöglicht es nicht nur, ausgewählte Startups kennenzulernen, sondern diese sogar in deren eigenen Büros zu besuchen. Damit erstreckt sich das Event über Coworking Spaces, Startup Offices und Acceleratoren quer durch die Stadt und macht Berlin zu einer großflächigen Location. Somit bietet die Safari zahlreiche tiefe Eindrücke und Einblicke aus erster Quelle und direkt vor Ort. Außerdem erhalten die Besucher diversen Input in Form von Ideen, Firmenstrukturen und Prozessen.

Das Programm der Startup Safari

Das Programm ist damit erneut hochkarätig besetzt. Gäste der Startup Safari lernen auf ihrer Safari zahlreiche Unternehmen kennen. Kleine und größere Gruppen können in mehreren Sessions zwei Tage lang Startups in deren eigenen vier Wänden besuchen. Dabei werden in Vorträgen und Seminaren alle wichtigen Methoden des Alltags aufgezeigt. Zudem warten einige Workshops mit weiteren spannenden Inhalten. Ausklingen lassen können Gäste die jeweiligen Event-Tage mit zwei entspannten Abendveranstaltungen, welche gute Möglichkeiten für Networking und persönlichen wie auch fachlichen Austausch bei Drinks und schöner Atmosphäre bieten.

Gäste und Partner der Startup Safari

Wie gewohnt geben auch dieses Jahr zahlreiche vielversprechende und bekannte Unternehmen und Startups tiefe Einblicke in ihre Firmenstruckturen. Teilnehmer der Veranstaltung können sich unter anderem auf tolle Referenten und Speaker von folgenden „Early Stage“ Startup-Unternehmen freuen:

Lasst euch dieses großartige Event nicht entgehen und seid unbedingt mit dabei. Tickets sind nach wie vor im Online-Ticketshop zu erhalten. Bei weiteren Fragen oder Anliegen könnt ihr hier den Veranstalter kontaktieren.

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Das war die DecompileD Conference 2018

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Am 6. April 2018 fand dieses Jahr die erste Auflage der DecompileD Conference 2018 statt. In Dresden trafen dafür die wichtigsten Köpfe der Tech-Szene zum Austausch, um über die aktuellsten Themen und Trends zu diskutieren. Das Event war ein Höhepunkt für alle Macher von Engineers bis Developers der Branche.

Was die DecompileD Conference zu bieten hatte

Die DecompileD Conference hatte einiges an tollen Themen und Input zu bieten. Teilnehmer bekamen die einmalige und exklusive Gelegenheit auf tiefe Eindrücke und Einblicke in verschiedenste Bereiche. Unter anderem erhielten die Besucher Input aus erster Hand zu den Themen rund um neue Technologien, Trends und Best Practices aus den Bereichen Mobile, Cloud sowie Machine Learning. Die Veranstaltung zeigte sich als idealer Ort für Networkung, Weiterbildung, Austausch und Einblick in Trends und neue Technologien.

 

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Image by Martin Waury

So verlief die Veranstaltung

Wie angekündigt, bot das Programm der DecompileD Conference hochwertige Insights und Möglichkeiten für Weiterbildungen sowie ausführliches Networking. Startup-Gründer, Product Owner und Decision Maker hatten in diversen Workshops, Talks und Sessions die Chance auf neue Kenntnisse und Improvements aus allen Bereichen der Tech-Branche. In der Meetup-Area kamen Gäste der Messe zudem dazu, persönlichen wie auch fachlichen Austausch zu betreiben. Ausklang und letztes Highlight der Konferenz war die After-Show-Party mit Raum und Platz für entspannte und beliebige Unterhaltungen untereinander, sowie einem großen Poker-Event.

 

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Image by Martin Waury

 Das waren die Gäste und Referenten

Mit vor Ort waren auch dieses Jahr selbstverständliche wieder einige großartige Speaker. Zu den Referenten auf der DecompileD Conference 2018 gehörten unter anderem folgende be- und anerkannte Referenten:

Das Event war dieses jahr eines der absoluten Highlights der Tech-Branche und lockte daher viele Gäste und großartige Teilnehmer an. Mit der DecompileD Conference entstand ein neuer Hub rund um die Tech-Szene. Besucher der Veranstaltung sowie alle anderen Interessierten dürfen sich schon wieder auf eine hoffentlich neue Auflage der DecompileD in 2019 freuen.

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Netzpiloten @Heureka Conference

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Bei uns habt ihr noch bis zum 15. Mai die Chance auf 2×2 Tickets für die Heureka Conference. Einfach mitmachen und ein wenig Daumen drücken!
Hier geht’s zu den Teilnahmebedingungen


Am 5. Juni ist es wieder soweit und die Heureka Founders Conference geht in ihre bereits siebte Runde. Auch 2018 findet sich in Berlin dafür die nationale und internationale Gründerszene zusammen. Unter dem Motto „Next Generation Founders“ steht in diesem Jahr besonders der Gründungsalltag und damit die Erfahrungen der Gründer hinter den Produkten und Innovation im Mittelpunkt.

Was die Heureka zu bieten hat

Wie gewohnt hat die Heureka einiges für ihre Besucher zu bieten. Die Konferenz ist der ideale Ort für persönlichen und fachlichen Austausch sowie Networking mit Investoren, Gründern und anderen Köpfen der Branche. Teilnehmer der Konferenz dürfen sich auf viele Eindrücke und tiefe Einblicke in das Gründerleben freuen. Zu erwarten ist unter anderem faszinierender Input zu den neuesten Entwicklungen und innovativsten Produkte, die der Markt gerade zu bieten hat.

Das Programm der Heureka

Das Programm der Heureka ist erneut hochwertig und höchst innovativ gestaltet. Auf der Agenda stehen diverse Vorträge von tollen Speakern. Außerdem lädt die Hardware Area Startups wieder dazu ein, verschiedenste Produkte vor einem großen Publikum auszustellen und von diesem bewerten zu lassen. Zudem haben Startups die Möglichkeit am VC Pitch teilzunehmen. In einem 15-minütigen Pitch haben die jungen Unternhemen dabei die Gelegenheit ihre Marke und Produkte vorzustellen und dabei sogar mögliche Investments an Land zu ziehen.

Die Gäste und Speaker der Heureka

Besonders freuen können sich die Teilnehmer auf abwechslungsreiche und spannende Speaker, die über ihre Erfahrungswerte, Erfolge und Niederlagen im Gründungsalltag berichten. Bereits angekündigt sind folgende be- und anerkannte Referenten:

Lasst euch dieses großartige Event auf keinen Fall entgehen und seid auf der Heureka 2018 dabei. Tickets könnt ihr nach wie vor im Online-Ticketshop erhalten. Bei weiteren Fragen oder Anliegen kontaktiert ihr hier den Veranstalter oder abonniert den Newsletter.

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Die Netzpiloten @Bits & Pretzels

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Hier geht es zum Ticket


Das Gründer-Festival Bits & Pretzels öffnet auch 2018 wieder seine Türen für die Gründer-Szene. Vom 30. September bis zum 2. Oktober finden rund um das Münchner Oktoberfest wieder die wichtigsten Köpfe, Unternehmer und Investoren der Branche zusammen. Das Event ist eines der absoluten Highlights des Jahres für die internationale Startup-Szene.

Was die Bits & Pretzels zu bieten hat

Die Bits & Pretzels hat wie gewohnt alles wichtige aus der Welt der Gründer und Unternehmer zu bieten. Teilnehmer der Messe können sich auf ein dreitägiges Festival voll mit neuem Input, neuen Innovationen, Networking-Möglichkeiten, Ivestoren und Speakern freuen. Die Veranstaltung ist DER Ort für persönlichen und fachlichen Austausch, sowie das Erschließen neuer Wege, Möglichkeiten und Ideen. Gäste der Bits & Pretzels erwartet ein Angebot voller Workshops, Panels, Seminare, Keynotes und ähnlichem. Tiefe Einblicke und neue Eindrücke sind auf dem Festival garantiert. Kombiniert mit dem Oktoberfest ist die Veranstaltung ein Muss für jeden der Branche.

Das Programm der Bits & Pretzels

Auch das Programm der Bits & Pretzels ist gespickt von diversen fantastischen Punkten. Auf der Agenda stehen neben zahlreichen Vorträgen, Panels, Seminaren und anderen Ereignissen viele weitere großartige Angebote. So wartet die B&P an den ersten beiden Tagen unter anderem mit einem breiten Themencluster, der Startup Academy, dem Pitch-Wettbewerb, und mehreren anderen exklusiven Stages auf. Auf die vielen Teilnehmer wartet als ein erneut absolut breites, spannendes, hilfreiches und hochwertiges Programm voller Input und Spaß.

Die Gäste und Speaker der Bits & Pretzels

Wie bereits in den letzten Jahren werden auf der B&P auch dieses Jahr diverse großartige Speaker und Table Captains mit von der Partie. Das genaue Line-up der Speaker wird in den nächsten Monaten nach und nach bekannt gegeben. Die rund 5000 Besucher der Messe dürfen sich allerdings bereits auf einige be- sowie anerkannte Table Captains freuen. Angekündigt sind unter anderem folgende fantastische Referenten:

Lasst euch diese großartige Veranstaltung nicht entgehen und seid unbedingt mit dabei. Tickets für die Bits & Pretzels könnt ihr nach wie vor im Online-Ticketshop erhalten. Bei Bedarf an weiteren Informationen oder bei Fragen kontataktiert ihr hier den Veranstalter.

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@ Year of the X 2018 in München

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Am 18. April 2018 ist es soweit und das Year of the X Festival findet erneut in München statt. Im Kulturzentrum Backstage finden auch in diesem Jahr die Köpfe und Influencer der Innovations- und Startup-Branche zusammen. Unter dem diesjährigen chinesischen Slogan „The Year of the Dog“ werden erneut spannende Themen und Programme auf der Agenda stehen.

Was das Year of the X Festival bietet

Das Festival bietet neben vielen tollen Programmpunkten und Gästen auch dieses Jahr wieder eine optimale Plattform für globale Veränderer, um digitale Innovationen und soziale Auswirkungen zu fördern. Unter dem Motto „Where Robots, meet Buddhas“ versammeln sich be- und anerkannte Persönlichkeiten der Szene zum fachlichen und persönlichen Austausch. Das Event bietet außerdem die Chance auf diverse Workshops und weitreichendes Networking mit fantastischen Startups und großen Partnern der Messe.

Das Programm und die Teilnehmer

Die Besucher der Veranstaltung erwartet ein hochkarätiges Programm mit Themen von globaler Veränderung, bis hin zu futuristischer Technologie und anderen Zukunftsthemen. Zu den Teilnehmern gehören neben den rund 1.000 Gästen mehr als 100 Startups, 50 Investoren sowie über 40 Speaker. Freut euch unter anderem auf folgende Speaker und Redner:

Lasst euch dieses spezielle und großartige Festival nicht entgehen und seid beim Year of the X 2018 unbedingt dabei. Tickets sind nach wie vor im Online-Ticketshop zu erhalten. Bei Bedarf für Fragen oder weitere Infos könnt ihr den Veranstalter hier kontaktieren oder den Newsletter abonnieren.

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Singularity University: Wie deutsche Firmen Veränderung akzeptieren und die Welt retten

Sich auf die Digitalisierung einzustellen, fällt insbesondere Firmen mit langjährig gewachsenen Strukturen nicht in den Schoß. Gelingt der digitale Wandel nicht allein von Innen heraus, lohnt es sich, wenn „Grownups“ sich mit Startups zusammentun. Das Beispiel des Motorsägen-Spezialisten Stihl bestätigt dies eindrucksvoll. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich traditionsreiche Unternehmen überhaupt erstmal für Veränderung öffnen. Statt sich in kleinen kosmetischen Alibi-Neuerungen zu verheddern, sollten sie in großen Dimensionen denken. Dafür plädiert Stephan Balzer, der „deutsche Botschafter“ des amerikanischen Think Tanks Singularity University. Am Rande der High-Tech Partnering Conference (HTPC) in Bonn erläuterte er, warum die Busines-School-ähnliche Bildungseinrichtung nun auch deutsche Führungskräfte zu Tech-Pionieren fortbilden will.

Singularity University: Wie Führungskräfte von Startups lernen können
Startups und Grownups trafen sich auf der 9. High-Tech Partnering Conference in Bonn. Image by High-Tech Gründerfonds

Warum nur ein bisschen wachsen, wenn es auch exponentiell geht?

Weltverändernde Ideen und raketenhaftes Wachstum ist nicht nur etwas, was Gründern und Startups vorbehalten ist, findet Stephan Balzer. Auch Führungskräfte in gestandenen Unternehmen können bahnbrechenden Innovationen den Weg bereiten, erklärte Balzer auf der HPTC. Sie wurde zum neunten Mal vom High-Tech Gründerfonds, dem größten deutschen Seedinvestor, ausgerichtet und beleuchtete dieses Mal, was Traditionsfirmen von Startups lernen können.

Wer sein Unternehmen verändern und gleichzeitig die großen globalen Herausforderungen unserer Zeit angehen wolle, komme um den Einsatz exponentieller Technologien nicht herum, so Balzer. Das ist eine Schlüssellehre der Singualarity University. Unter exponentiellen Technologien versteht sie zum Beispiel künstliche Intelligenz, Mixed Reality, Datenwissenschaften, Roboter, Nanotechnologie und digitale Fertigung. Technologien also, die großes Wachstumspotenzial versprechen und dadurch sehr stark zur Lösung der Menschheitsprobleme beitragen können. Stattdessen an der linearen und kleinteiligen Weiterentwicklung des Bekannten und Gelernten festzuhalten, bringe niemanden weiter, ist Change- und Innovations-Experte Balzer überzeugt.

Veränderung wird oft wie ein Virus eliminiert

Zumindest in manchen Bereichen gilt der Deutsche als veränderungsträge und sitzt gerne schon mal die ein oder andere Veränderung aus. Dass die Deutschen Gewohnheitstiere sind, macht Balzer während seines Vortrages mit einem Vergleich zum Immunsystem deutlich. Schließlich hätten viele Entscheider bereits erlebt, dass bestimmte Veränderungen in mittelständischen Unternehmen einfach ausgegessen würden. Da greife interne Abwehrkräfte und plötzlich könnten alle Unternehmensbereiche Hand in Hand zusammenarbeiten, bis das Virus, zum Beispiel die neue interdisziplinäre Gruppe für Digitalisierung im Unternehmen, endgültig abgetötet sei.

„Dabei müssen Unternehmen sich gar nicht von Grund auf verändern, sondern lediglich bereit sein, sich weiterzuentwickeln“, so Balzer. Gerade Mittelständler seien in den vergangenen Jahren sehr innovativ geworden und wagten mehr Risiken. Der „Startup-Geist“ ist also auch bei Grownups, wie etablierte Unternehmen auch bezeichnet werden, angekommen.

Singularity University: Wie Führungskräfte von Startups lernen können
Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (links), und Stephan Balzer im Gespräch. Image by High-Tech Gründerfonds

Vom amerikanischen High-Tech-Enthusiasmus anstecken lassen

Um das weiter auszubauen, möchte Balzer auch Führungskräften in Deutschland mithilfe von Workshops ermöglichen, ein „Digital Mindset“ zu entwickeln. Einen Vorgeschmack bietet der Singularity University Germany Summit im Juni 2018 in Berlin. Doch auch ohne „Studium“ an der Singularity University können deutsche Führungskräfte ihre Einstellung dem High-Tech-Enthusiasmus des Sillicon Valley annähern. Lernbereitschaft und Offenheit seien hier das A und O. „Stellen Sie sich einmal die Frage, was Sie bis zum Ende dieser Woche lernen könnten. Und dann lernen Sie es“, ermutigte Stephan Balzer das Publikum zum Abschluss seines Vortrags auf der High-Tech Partnering Conference.

Dieser Bericht entstand in Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds.


Teaser Image (adapted) „Start“ by Geralt (CC0 Creative Commons Lizenz) / Images by High-Tech Gründerfonds


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So lernt dein Startup fliegen – Kapitel 1: Product-Market-Fit

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Eine Artikel-Serie für Menschen, die aus ihrer Geschäftsidee ein erfolgreiches Startup machen wollen.


Im Januar bin ich mit meinem Startup Shelfd in das 4. Batch des Media Lab Bayern gestartet. Und als Auftakt der sechsmonatigen Förderung sind alle Teams zwei bunte Wochen Startup-Bootcamp durchlaufen. Fast jeden Tag stand ein anderes Oberthema auf dem Programm, das uns inspirieren sollte und durch das wir uns immer wieder hinterfragen sollten. In den Sessions haben wir zum Beispiel etwas über die Themenbereiche Prototyping, Design, Marketing und Sales gelernt. Und weil ich diesen Input richtig wertvoll fand, teile ich die wichtigsten Methoden, Learnings und Tipps der Coaches hier mit allen Netzpiloten, Gründern in spe und Startups, die sich neu erfinden wollen.

Den Anfang machte Ralf Westbrock von Str84wd mit dem großen Thema Product-Market-Fit. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob unsere Produktidee ein reales Kundenbedürfnis befriedigt. Und um das herauszufinden, haben wir die beiden Tools „Value Proposition Canvas“ und „Business Model Canvas“ rauf und runter dekliniert. Noch besser eignen sie sich sogar dafür, wenn man noch gar keine Vorstellung davon hat, was man genau plant – aber eine Zielgruppe vor Augen hat. Denn der Start eines jeden Geschäftsvorhabens liegt in der Evaluierung des Marktes und einem fokussierten User Research.

 

 

#Moodbild aus dem @MediaLabBayern. Grüße vom #ValuePropositionCanvas!

Ein Beitrag geteilt von Shelfd (@heyshelfd) am

 

Du startest am besten damit Abstand von deiner Idee, bestehenden Features und sonstigen Schranken zu gewinnen. Denn die kopflose Umsetzung bringt am Ende nichts, wenn sie nur den eigenen Vorstellungen der perfekten Lösung entspricht. Die richtige Strategie ist es, immer zuerst den Markt zu untersuchen und nicht schon über den eigenen Beitrag nachzudenken. Also nimm dich einmal zurück und frage dich, welche Jobs deine Zielgruppe eigentlich zu erledigen hat? Und das darfst du dir nicht ausdenken, sondern solltest direkten Kontakt aufnehmen und dir beschreiben lassen, was schon gut läuft und wo sich Stolpersteine auftun. An dieser Stelle willst du noch nicht überzeugen, sondern dazu lernen.

Alles beginnt mit dem richtigen Werteversprechen

Das perfekte Tool zur Ausarbeitung deiner Idee ist der Value Proposition Canvas von Strategyzer. Er stellt die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt der Betrachtung und hilft dir, deine Produktidee von der heutigen Situation deiner Kunden zu trennen. Denn wenn man echte und wichtige Probleme löst, braucht man gewissermaßen kein Marketing mehr. Dann wird sich die Lösung ganz von allein zu behaupten wissen. Wenn du nun bei der Entwicklung deines Startups oder von neuen Produkten mit der Wertschöpfung für deine Nutzer startest, hast du die besten Chancen auf Erfolg am Markt.

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Image by Strategyzer

Ausgefüllt wird der Canvas von rechts nach links. Zuerst betrachtest du dein Kundenprofil (#1): Was versuchen sie zu erreichen? Dann schreibst du die Aufgaben auf, die dafür erledigt werden müssen. Danach folgen unangenehme (#2) und wünschenswerte Situationen (#3), die im Zusammenhang mit diesen Aufgaben entstehen. Was macht die Erledigung heute schwierig und teuer? Welche Mehrwerte ersehnen sich deine Kunden? Das alles kannst du im Team brainstormen – und dann aus Interviews mit Menschen aus der Branche belegen oder korrigieren.

Weiter geht es mit der linken Seite und der Einlösung deines Werteversprechens. Du startest damit alle möglichen Produkte und Dienstleistungen aufzulisten (#4), mit deren Hilfe du Nutzen für deine Kunden erzeugen könntest. Am besten du fokussierst dich aber auf solche Bereiche, die einen möglichst großen Schmerz verursachen. Damit sicherst du dir eine vergleichsweise große Bereitschaft neue Lösungsansätze auszuprobieren und dafür auch echtes Geld zu bezahlen. Mit den Schmerzkillern (#5) und Nutzenstiftern (#6) erledigst du anschließend schon das halbe Grobkonzept deiner Features. Denn sie beantworten das „wie?“ in der Frage, wie du die Schmerzen und Nutzen aus der rechten Seite tatsächlich verringerst beziehungsweise erzeugst.

Zoom-out auf die große Draufsicht

Das Kundenproblem ist erst der Anfang. Nach der Lösung folgt das Geschäftsmodell. Und das lässt sich am besten mit Hilfe des Business Model Canvas von Strategyzer evaluieren. Ganz praktisch: Der Value Proposition Canvas hat bereits zwei der neun Felder in den Fokus genommen. Weiter geht es also mit der Analyse, wie dein Produkt am Markt funktionieren kann. Und auch dafür musst du noch keinen einzigen Euro in die Entwicklung selbst investieren. Stattdessen beleuchtest du deinen Weg zum Erfolg und minimierst gleichzeitig viele unternehmerische Risiken, da du bereits jetzt über alle positiven und negativen Aspekte nachdenken kannst.

Image by Strategyzer

Nachdem dein Kundensegment (#1) und Wertangebot (#2) bereits definiert sind, kümmerst du dich also um relevante Kommunikationskanäle (#3) und deine Kundenbeziehungen (#4). Welche Art von Beziehung erwarten deine Nutzer zu dir und wie erreichst du sie am besten? Natürlich darf dein Angebot auch etwas kosten und auf verschiedenste Erlösquellen (#5) setzen – von einmaligen Verkäufen über Abonnements bis hin zu Werbung. Merke: Jedes tragfähige Geschäftsmodell muss an irgendetwas ein Preisschild hängen.

Wenn du Teil zwei des Business Model Canvas aus dem Stehgreif ausfüllen kannst, zeugt das von großem Know-how und großer Branchen-Kenntnis. Denn in der linken Hälfte werden zunächst Schlüsselressourcen (#6) und –aktivitäten (#7) behandelt. Erstere beschreiben das, was notwendig ist, um dein Produkt anzubieten (Werkstoffe, Manpower etc.). Zweitere beschreiben die Dinge, die du tun musst, um dein Produkt anzubieten (Produktion, Vertrieb etc.). Das alles kann durch Partner (#8) ergänzt werden, die dir bei einer der vielen Teilaufgaben helfen. Zu guter Letzt werden die Kosten (#9) eines jeden Rädchens aufgelistet. Spätestens jetzt zeigt sich, ob deine Rechnung am Ende aufgehen wird und du tatsächlich Gewinn erwirtschaften kannst.

Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn…

Wenn du den Value Proposition Canvas und den Business Model Canvas nun ausgefüllt hast, steht die Validierung deiner vielen Annahmen an. Die Wirklichkeit ist einfach der beste Gradmesser für den Erfolg deiner Idee: Sprich mit Kunden, die nicht länger ohne deine Lösung leben wollen. Und wenn der Schmerz so richtig groß ist, finanzieren sie womöglich sogar die Entwicklung im Voraus. Dafür musst du eigentlich nichts weiter tun, als sie so lange hinzuhalten, bis du tatsächlich soweit bist zu liefern. Das gelingt beispielsweise durch einen großzügigen Rabatt bei Vorauszahlung oder indem du kommunizierst, dass es wegen der großen Nachfrage noch zu einer kurzen Verzögerung kommt. Aber so ein unterschriebener Auftrag und andere Vorab-Bekenntnisse sind das Beste, was dir passieren kann!

Wie du es schaffst dafür die Kommunikation anzukurbeln und erste Leads einzusammeln, beschreibe ich im zweiten Teil dieser Artikel-Serie. Man beachte, dass bis hierhin erst zwei Tage unseres Coachings am Media Lab Bayern vergangen sind. Es gibt also keine Ausrede die beiden Methoden nicht mal an einem Wochenende auszuprobieren. Zugegeben hilft so eine intensive Betreuung wie durch Ralf von Str84wd aber auch extrem dabei sich zu fokussieren.


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Silicon Valley im Ländle: Was Sägen-Spezialist Stihl von Startups lernt

Stihl auf der HTPC

Das familiengeführte Unternehmen Stihl ist gut und erfolgreich in dem, was es tut. Sonst wäre der Hidden Champion aus Waiblingen bei Stuttgart nicht führend im Weltmarkt für Motorsägen. Trotzdem ruht er sich nicht auf den Lorbeeren seines Stammgeschäfts aus. Seine Zukunft sieht der Mittelständler aus dem Ländle in der Digitalisierung. Beim Entwicklen vernetzter Produkte sowie Innovationen in Akkutechnologie und Robotik sucht Stihl die Kooperation mit Startups und zeigt sich damit offener als viele andere traditionsreiche Unternehmen.

Kontakt zwischen jungen Startups und etablierten Unternehmen, auch als Grownups bezeichnet, ist keine Selbstverständlichkeit. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom arbeiten 65 Prozent aller Unternehmen nicht mit Startups zusammen. In vielen Fällen schlichtweg, weil es am Kontakt zu Gründern fehle. Um diesen Engpass zu umgehen, ergreift Stihl selbst die Initiative. Das Traditionsunternehmen fördert Pioniere mit einem eigenen Programm namens Activatr und beteiligt sich am High-Tech Gründerfonds (HTGF), dem größten Seedfonds zur Finanzierung junger Technologieunternehmen in Deutschland. Über die Hintergründe und Erfahrungen berichtete Stihl auf der 9. High-Tech Partnering Conference (HTPC) in Bonn.

Startups und Grownups: Warum sich die Annäherung doch lohnt

Die HTPC bringt alljährlich junge Gründer und erfahrene Technologieunternehmen aus ganz Deutschland zusammen, um mögliche Kooperationen zu schnüren. In diesem Jahr drehte sich die vom High-Tech Gründerfonds ausgerichtete Konferenz um die „Begegnung auf Augenhöhe zwischen Startups und Grownups“. Unter dem Motto „Stihl digital und agil in die Zukunft – von der Strategie zur Umsetzung“, berichtete Stihls Vorstandsvorsitzender Bertram Kandziora, wie das Unternehmen Stihl die klassische deutsche Scheu vor Veränderung ablegen konnte und sich zudem nicht nur auf die gewöhnliche Digitalisierung von internen Betriebsabläufen eingelassen, sondern auch sein Produktportfolio in das digitale Zeitalter geholt hat.

High-Tech Partnering Conference
Auf der Hightech Partnering Conference konnten sich Startups und Grownups kennen lernen. Image by High-Tech Gründerfonds

Die Motorsäge wird vernetzt 

Aus der auf den ersten Blick ungewöhnlichen Idee, die Kettensäge in die Cloud zu bringen, entstand laut Kandziora die Vision, den Großteil des Produktportfolios zu digitalisieren. Ende 2017 wurde zudem bekannt, dass das Unternehmen seine Produkte über den „STIHL Connector“ an einen Webservice anbinden will, um beispielsweise Betriebsausfälle, Verschleiß und letztendlich anfallende Kosten gesammelt und übersichtlich im Blick zu halten. Ein GPS-System für Förster und Försterinnen soll den Prozess zum Fällen von Bäumen vereinfachen und Holzfäller per Navigation zu den markierten Bäumen führen.

Nicht nur als Förderer des High-Tech Gründerfonds will Stihl den Kontakt zu weiteren innovativen Ideen von Gründern herstellen. Die eigene Initiative „Activatr“ soll ebenfalls an dieser Stelle ansetzen. Ein kleines Team aus Stihl-Mitarbeitern und Gründern tüftelt hier gemeinsam an digitalen Geschäftsideen. Im vergangenen Jahr entstand aus dieser neuen Form der Kooperation bereits ein Unternehmen, das Software-Lösungen für Team-Kommunikation entwickelt: die Freiraum GmbH.

Stihl schafft neuen Unternehmensbereich für Digitalisierung

Das Zusammentreffen im Netzwerk des High-Tech-Gründerfonds spiele für Stihl eine große Rolle, wie Kandziora im Gespräch mit Netzpiloten betont. Vor allem die Startup-Pitches, bei denen Gründer zweieinhalb Minuten Zeit haben, ihr Geschäftsmodell zu präsentieren und zudem Kooperationen zu finden, seien inspirierend.

Im Gespräch mit Netzpiloten: Alex von Frankenberg (HTGF), Bertram Kandziora (Stihl) und Christian Vogt (Stihl) v.l.n.r. Image by High-Tech Gründerfonds

Eine besondere Rolle, den „Startup-Geist“ in das traditionelle Familienunternehmen zu bringen, spielt bei Stihl auch Christian Vogt, Chief Digital Officer (CDO). Vor einem halben Jahr stieß Vogt auf das Motorsägen-Unternehmen und bringt seitdem einen Hauch Silicon Valley in das mittelständische Familienunternehmen. Er leitet zudem den neu gegründeten Bereich „Digitalisierung“. Acht Jahre verbrachte Vogt in der Hochburg für technologischen Fortschritt in Kalifornien. Im gemeinsamen Gespräch verriet er, dass Startups und Corporates bzw. Grownups gleichermaßen von einer Zusammenarbeit profitierten. Einerseits aufgrund der Expertise der erfahrenen Unternehmen. Andererseits öffne die Zusammenarbeit mit Startups den Kontakt zu ganz neuen und wichtigen Bereichen. 

Technologie gegen Marktzugang: So profitieren alle

Untermalt wird Vogts Aussage außerdem von der seit einem Jahr bestehenden externen Beteiligung an GreenIQ, einem israelischem Startup-Unternehmen, das sich mit Entwicklung und Vertrieb vernetzter Produkte rund um das Thema Gartenanwendungen, wie Bewässerung oder Beleuchtung, beschäftigt. „Die Beteiligung an GreenIQ zeigt besonders schön, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Grownups und Startups ist und welchen Mehrwert sie wirklich für beide Seiten bietet. Während GreenIQ Stihl technologisch deutlich schneller vorantreiben konnte, schufen wir andererseits die notwendigen Vertriebskanäle. Die können einem jungen Unternehmen oft noch fehlen“, so Kandziora. Stihl und die Startups: Ein gutes Beispiel dafür, wie auch gestandene Traditionsunternehmen noch von jungen Gründern lernen können. 

Im in Kürze erscheinenden zweiten Teil unserer Berichterstattung zur 9. High-Tech Partnering Conference erfahrt ihr, wie Unternehmenscoach Stefan Balzer, deutscher Botschafter der Silicon-Valley-Bewegung „SingularityU“, deutschen Führungskräften ein „digital mindset“ verpasst und welchen Mehrwert das bietet.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds.


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TA Zukunftsfabrik: Wie Startups etablierte Corporates in die Zukunft katapultieren

TA Zukunftsfabrik Innovation Kooperation Startups Corporates

Der Tech-Markt dreht sich schnell. Doch traditionsreichen Tankern, auch Corporates genannt, fällt es oft nicht leicht, den Wandel aus der eigenen Organisation heraus anzustoßen. In solchen Fällen können Startups neue Wege aufzeigen. Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel von TA Triumph-Adler. Der Bürogerätehersteller befindet sich im Wandel zum Dienstleister für digitales Dokumentenmanagement. Mit diesem Change-Prozess geht das Unternehmen ganz offen und ermutigt innovative Marktakteure, im Rahmen der TA Zukunftsfabrik Partnerschaften einzugehen.

Das können, müssen aber keine Startups im engeren Sinne sein. Daher ist ein erstes Ergebnis der TA Zukunftsfabrik auch eine Kooperation zwischen TA Triumph-Adler und der Bundesdruckerei, die sich zum Spezialisten für IT-Security wandelt. Inwiefern die TA Zukunftsfabrik ein nachahmenswertes Modell ist, das auch andere Firmen inspirieren kann und worauf es dabei ankommt, darüber berichteten die beteiligten Akteure während einer Panel-Diskussion im Coworking Space St. Oberholz.

Mission Possible: Warum der Blick von außen so wichtig sein kann

Nach neuen Perspektiven Ausschau zu halten, muss keinesfalls Signal für eine Schieflage sein. TA Triumph-Adler befindet sich auf Wachstumskurs. Mit Büromaschinen zum Drucken, Scannen, Kopien, Faxen sowie Software für Enterprise Content Management und passenden Services darum herum, erzielt die Kyocera-Tochter steigende Umsätze. Doch um der immer höheren Erwartungshaltung von Kunden gerecht zu werden, gehört mittlerweile mehr zu einer guten Dienstleistungsqualität.

„Unsere Kunden wünschen sich immer öfter, dass wir ihnen Impulse geben und Antworten rund um neue Marktentwicklungen liefern – über unser Kerngeschäft hinaus“, erklärt Christopher Rheidt, Geschäftsführer von TA Triumph-Adler. Doch neben dem Tagesgeschäft dafür Ressourcen freizustellen, ist den wenigsten etablierten Unternehmen möglich. „Die Digitalisierung an sich birgt so viele Möglichkeiten. Diese allein angehen zu wollen, ist unrealistisch. Mission Impossible, keine Chance“, betont Christopher Rheidt.

TA Zukunftsfabrik Christopher Rheidt
Christopher Rheidt, Geschäftsführer von TA Triumph-Adler. Image by Berti Kolbow-Lehradt

TA Zukunftsfabrik: Wie Startups und Corporates voneinander profitieren können

„Ich sage immer: Jeder bringt etwas zur Party mit. Der eine bringt ein Kundenproblem mit, das gelöst werden will, der andere eine Technologie und wieder ein anderer einen Marktzugang“, nennt Bastian Halecker die Optionen für möglichen Know-how-Tausch. Er bringt als Startup-Scout und „Matchmaker“ Firmen auf Partnersuche zusammen.

TA Zukunftsfabrik
Jens Albrecht von der Bundesdruckerei. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Der Austausch von Technologie gegen Marktzugang ist dabei die häufigste Geschäftsbasis. Beispielsweise hat TA Triumph-Adler in Deutschland laut Christopher Rheidt 35.000 Verträge bei 22.000 Kunden und eine Vertriebs- und Serviceorganisation mit 700 Mitarbeitern. „Das ist eine Infrastruktur, die kaum ein Gründer aus dem Stand auf die Beine stellen kann. Und genau den Zugang zu dieser Infrastruktur bieten wir“, erklärt der Geschäftsführer von TA Triumph-Adler auf dem Meetup im St. Oberholz.

Wer als Gründer auf Corporates zugeht, hat bessere Chancen, wenn das Startup sich bereits in einer mittleren und späten Phase befindet und die eigene Lösung marktreif ist. „Da wir der Vertragshalter gegenüber unseren Kunden sind, können wir keine Abenteurer sein“, betont Christopher Rheidt.

Doch auch für Startups in der frühen Gründungsphase ist eine Kooperation mit einem Corporate nicht ausgeschlossen, wenn die Lösung zum Portfolio des Gegenübers passt. „Wir brauchen starke Partner wie TA, die den Kundennutzen unserer Lösungen für das das eigene Portfolio erkennen. Die Unternehmenslösungen in Kombination bringen nicht nur der Bundesdruckerei und TA Vorteile, sondern bieten auch dem Kunden einen einmaligen Mehrwert“, erläutert Jens Albrecht das Vorgehen der Bundesdruckerei.

Die besten Karten haben Startups in der TA Zukunftsfabrik, wenn die Praxisrelevanz ihres Produkts auf Anhieb einleuchtet. „Es gibt zu viele Lösungen für zu wenige Probleme. Gründer sollten daher die Frage ‚Wo ist das Problem?’ beantworten können“, betont Startup-Scout Bastian Halecker.

Unternehmen entwickeln neue Offenheit für Kooperationen

Natürlich sind Partnerschaften zwischen Unternehmen an sich nichts Neues. Doch der technologische Fortschritt übt so einen hohen Innovationsdruck aus, dass kaum eine Firma ihn mit Eigenentwicklungen allein bewältigen kann. Daher erkennen Marktbeobachter eine neue Kultur der Offenheit. Dieser Mentalitätswandel macht Kooperationen zu einer viel attraktiveren Option als früher.

TA Zukunftsfabrik Bastian Halecker
Bastian Halecker, Startup-Scout und „Matchmaker“. Image by Berti Kolbow-Lehradt

„Unternehmen partnern seit jeher. Allerdings steigt heutzutage die Notwendigkeit dafür, weil die Entwicklungen zu komplex sind und sich daher jeder auf das beziehen muss, was er am besten kann“, beobachtet Bastian Halecker. Es ist überzeugt, dass Ökosysteme viel bessere Marktchancen haben als geniale aber eben auch isolierte Insellösungen. „Wen interessiert der Wettbewerb? Klassische Marktgrenzen gibt es doch gar nicht mehr. Die Grenzen verschwimmen. ‚Connecting the Dots’ ist der entscheidende Ansatz“, betont er. Halecker ist derjenige, der auch TA Triumph-Adler und die Bundesdruckerei zusammengeführt hat.

Christopher Rheidt von TA Triumph-Adler bestätigt diesen Mentalitätswandel. „In meiner Laufbahn habe ich oft erlebt, dass Kooperationspartner sich abgeschirmt und in ihrer Zusammenarbeit zwischen ‚deins’ und ‚meins’ unterscheiden haben. Dass Unternehmen heute zu einer viel größeren Grundoffenheit bereit sind, ist ein Unterschied zu früher.“

Brücke zwischen Firmenkulturen schlagen

Neben der Bereitschaft Know-how zu teilen, sind weitere Voraussetzungen wichtig, um mit Kooperationen Innovationen anzuschieben. Akzeptanz für unterschiedliche Firmenkulturen und Geschwindigkeiten zum Beispiel. „In Corporates wird eine andere Sprache gesprochen, die Erwartungshaltungen sind andere. Man braucht auch einfach einmal neun bis zwölf Monate, bis man sich einigermaßen eingegrooved hat. Das ist nicht mit fehlender Ernsthaftigkeit gegenüber dem Projekt zu verwechseln“. sagt Christopher Rheidt.

Startup-Scout Bastian Halecker ergänzt: „Startups sind oft relativ schnell frustriert, wenn alles nicht so schnell geht, wie erhofft. Sie vergessen, dass Corporates ihr Tagesgeschäft nicht verlässigen dürfen“. Doch Zwist, der im schlimmsten Fall zum vorzeitigen Ende der Kooperation führen könnte, lässt sich vermeiden. Wichtig dafür sei, dass sich alle Beteiligten zwar große Ziele setzen, aber diese in viele kleine, schnell erreichbare Etappen aufteilen. Auch eine Person, die in jeder Organisation als zentraler Ansprechpartner den Kontakt aufrechterhält, sei von Vorteil.

Wie sich Skeptiker im eigenen Unternehmen überzeugen lassen

Damit Kooperationen Tempo aufnehmen, gilt es oft auch, Widerstände im eigenen Unternehmen abzubauen. Entscheidend dafür ist eine transparente und nahbare Kommunikation. „Es ist ganz wichtig, aufzuzeigen, was der einzelne Mitarbeiter davon hat und wie sehr die Zukunft seines Arbeitsplatzes davon profitiert und gesichert wird“, rät Jens Albrecht von der Bundesdruckerei.

Entscheidend sei, die Mitarbeiter selbst einzubeziehen. „Corporates sind ja ganz gut darin, Kreativität abzutrainieren. Daher haben wir im Zuge der TA Zukunftsfabrik einen Ideen-Wettbewerb ins Leben gerufen, der das Verständnis für neue frische Ideen etabliert“, so Jens Albrecht.

Damit es nicht bei Visionen bleibt, sondern sich die Kooperation messbar auszahlt, sollten Entscheider den Vertrieb mit ins Boot holen. „Wenn man im Rahmen der Kooperation neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt, sollte man sie auf einfache Weise erlebbar machen. Und zwar so, dass sie einfach in die Erfahrungswelt des Kunden zu integrieren sind“, weiß Christopher Rheidt von TA Triumph-Adler. „Schnelle Erfolge sind die größte Motivation für Vertriebsmitarbeiter. Ist die Lösung zu abstrakt, ist der Spannungsbogen schnell weg und auch gar nicht so leicht wiederzufinden.“


Teaser Image „Talking“ by rawpixel.com / Pexels (CC0 Public Domain); Images by Berti Kolbow-Lehradt


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Erfolgreiche Gründerin: Claudia Ulbrich, die 15-Millionen-Euro-Frau

Science Laboratory (Image by iStock)

Die deutsche Startup-Szene ist ein „Boys Club“, insbesondere in technischen Branchen. Doch warum sollten nur Männer Firmen aufbauen können? Die erfolgreiche Gründerin Dr. Claudia Ulbrich ist ein glänzendes Gegenbeispiel. Als Co-Founder des Biopharmazie-Startups Cardior Pharmaceuticals hat sie Seite an Seite mit dem High-Tech Gründerfonds und weiteren namhaften Investoren kürzlich 15 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde eingesammelt und damit für Aufsehen in der Gründerwelt gesorgt. Cardior wurde im Jahr 2016 aus der Medizinischen Hochschule Hannover ausgegründet und will die Behandlung von Patienten mit chronischer Herzschwäche revolutionieren. Cardior ist nicht Ulbrichs erste Gründung. Sie ist seit über 20 Jahren als Unternehmerin in der Life-Science-Branche tätig.

Über die Zukunft weiblicher Führungskräfte in einer von Männern dominierten Branche und darüber, wie man mehr Frauen zum Gründen motiviert, sprachen wir mit Claudia Ulbrich und Investment-Managerin Dr. Marianne Mertens vom High-Tech Gründerfonds.

Netzpiloten: Frau Ulbrich, wie haben Sie es geschafft, sich als erfolgreiche Gründerin in der sehr hierarchisch und männlich geprägten Biotechnologie-Welt zu behaupten?

Porträt Claudia Ulbrich erfolgreiche Gründerin
Claudia Ulbrich, erfolgreiche Biotech-Gründerin. Image by Cardior Pharmaceuticals

Dr. Claudia Ulbrich (CU): Ich persönlich habe mich nie mit diesem Konflikt konfrontiert gesehen. Ich finde Gender-Themen zwar wichtig, habe die Geschlechterfrage aber nie mit meiner Karriere verknüpft. Stattdessen habe ich konsequent meinen eigenen Weg verfolgt und gleichzeitig immer darauf geachtet, dass ich natürlich auch Frau bleibe. Seit meiner ersten Selbständigkeit hatte ich eine Doppelaufgabe als Unternehmerin und Mutter. Meine zwei Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren sind für mich ein Eckpfeiler meines Lebens. Mir war und ist es daher bis heute wichtig, nicht nur mir, sondern auch anderen Müttern die Chance zu geben, Familie und Beruf zu verbinden. In allen Firmen, in denen ich Leitungspositionen hatte, war ich immer bestrebt, flexible Arbeitsmodelle zu schaffen, also etwa Home-Office oder Jobsharing zu ermöglichen. Nicht zuletzt deshalb waren weibliche Führungskräfte in den von mir gemanagten Unternehmen sehr präsent.

Work-Life-Balance, New Work, Home-Office: Sind das die Angebote, die Frauen brauchen, um am Berufsleben gleichberechtigt teilhaben zu können?

Dr. Marianne Mertens (MM): Entscheidend ist vor allem das Selbstverständnis, dass solche Angebote für Männer wie auch für Frauen wichtig sind. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte ein Eltern-, und kein Frauen-Thema sein. Solange es in letzter Instanz in der Verantwortung der Frau liegt, ein gangbares Modell zu finden, und solange es auch für Männer nicht zur Normalität werden kann, solche Angebote in Anspruch zu nehmen, wird es meines Erachtens keine berufliche Gleichberechtigung geben können. Oft treffen Männer sogar auf noch mehr Unverständnis, wenn sie diese Flexibilität einfordern möchten.

CU: Ich sehe das als ein Generationen-Thema. Immer mehr Männer haben den Wunsch, als Väter Zeit mit der Familie und den Kindern zu verbringen. Mit der Zeit werden sich die Widerstände dagegen sicher auflösen. Je mehr Männer und Frauen mit dem modernen Verständnis von Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Führungspositionen gelangen, desto häufiger werden Unternehmen das akzeptieren und fördern. Momentan dominieren noch Männer alter Schule die Führungsetagen. Aber das wird sich ändern.

Wie beurteilen Sie den Beitrag von Frauen, diesen Wechsel auch aktiv herbeizuführen? Ist das Problem der Unterrepräsentation auch ihr Fehler, weil sie sich selbst nicht genug zutrauen? Brauchen wir eine Feminismus-Offensive?

MM: Ich würde mir wünschen, dass das Feminismus-Thema nicht durch das ganze 21. Jahrhundert gezerrt werden muss. Man merkt, dass jede neue Generation mit einem stärkeren und natürlicheren Selbstverständnis für Gleichberechtigung ausgestattet ist. Dennoch sind die grundlegenden Sozialisierungen und Strukturen tief verankert und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis diese aufgeweicht werden können. Für wichtig halte ich, dass Frauen nicht zu sehr in die Opferrolle verfallen und mit viel Spaß, Gestaltungswillen und Engagement der Herausforderung begegnen. Ich bin da optimistisch.

CU: Selbstbewusstsein und Mut gehört auf jeden Fall zu beruflichem Erfolg dazu. Ich denke auch, dass sich viele Frauen selbst Steine in den Weg legen, weil sie glauben, nicht qualifiziert genug für eine höhere Position zu sein. Das ist sehr schade, denn wenn Frauen nur deswegen ihre Fähigkeiten nicht abrufen und auf Führungspositionen verzichten, geht Unternehmen einfach sehr viel Talent verloren.

Welche Vorteile hat es Ihrer Meinung nach, wenn eine Frau an der Führungsspitze ist?

CU: Ich bin der Meinung, dass Frauen strukturierter und überlegter in Führungspositionen agieren. Oft wird das darauf zurückgeführt, dass Frauen nicht so risikofreudig seien. Aber das glaube ich nicht. Ich beobachte stattdessen, dass Frauen ein kalkulierteres Risiko eingehen. Abgesehen davon bin ich überzeugt, dass Frauen im Allgemeinen oft teamorientierter als Männer agieren. Für mich stellt sich aber gar nicht die Frage, ob ein Mann oder eine Frau besser für eine Führungsposition geeignet ist. Vielmehr glaube ich an die Vorteile von gemischten Führungsteams, die ihre unterschiedlichen Talente, Charaktere und durchaus auch emotionale Intelligenz einbringen.

MM: Im Operativen habe ich bislang keine großen Unterschiede gesehen. Als Gründer sollte man immer Herr oder Dame der Lage sein und wissen, wohin es mit dem Unternehmen gehen soll. Dies sind Geschäftsführer-Qualitäten, die man unabhängig vom Geschlecht mitbringen sollte. Jeder Mensch bringt da seinen eigenen Stil mit – was auch wünschenswert ist. Ich fände es schade, wenn eine erfolgreiche Gründerin es sich nehmen ließe, ihren eigenen Stil auszuleben, um besser in das männliche Macht-Schema zu passen.

Wo muss die berufliche Förderung von Frauen ansetzen: im Kindergarten, in der Schule und Hochschule oder erst im Berufsleben?

Porträt Marianne Mertens
Investment Managerin Marianne Mertens unterstützt das Startup Cardior und engagiert sich für bessere Chancen für Gründerinnen. Image by High-Tech Gründerfonds

CU: Je früher, desto besser. Wenn ich bedenke, dass in Kindergärten und Schulen teilweise noch Bücher mit völlig veralteten Familienmodellen eingesetzt werden, dann kann man gar nicht früh genug anfangen, Rollenstereotypen vorzubeugen. Auch das Interesse für technische Berufe sollte man nicht erst in der Berufsausbildung, sondern zum Beispiel durch Mentoring-Programme bereits in der Schulzeit wecken. Damit Frauen sich mehr trauen, würde ich mich über mehr Veröffentlichungen von Erfolgsgeschichten freuen. Jede erfolgreiche Gründerin macht Mut.

MM: Ich denke auch, dass bereits in der Schule angesetzt werden muss. Mädchen sollten in frühen Jahren ermutigt werden, ihr naturwissenschaftliches oder technisches Talent zu entdecken. Es gibt hier eine tolle Initiative des Talente-Netzwerks Femtec namens „Girls macht MI(N)T!“, die jungen Mädchen Perspektiven in vermeintlichen Männerberufen aufzeigt. Aber auch in anderen Bereichen sollten Mädchen und jungen Frauen früh das Gefühl gegeben werden, dass sie aktiv gestalten können. Ich habe damals das Career-Building-Programm der Femtec absolviert und sehr davon profitiert, mit ambitionierten, selbstbewussten und technikbegeisterten Mitstreiterinnen zu diskutieren und zu arbeiten. Es ist wichtig, dass es weibliche Vorbilder gibt, die den Weg bereits beschritten haben und zeigen, dass es geht.

Der Anteil der Gründerinnen in Deutschland liegt bei 15 Prozent. Was raten Sie anderen Frauen, die sich in männlich geprägten Sphären als erfolgreiche Gründerin durchsetzen möchten?

CU: Ich rate den Frauen dazu, viel mehr Selbstvertrauen und Mut zu haben, viel mehr Ideen zu äußern und anzugehen. Was die Geschlechter-Frage betrifft, sollten Frauen verkrustete Strukturen nicht gegen die Männer, sondern mit Männern gemeinsam aufbrechen. Sowohl Frauen als auch Männer müssen versuchen, miteinander einen neuen Weg zu gehen und eine Kultur für gemischte Teams aufzubauen.

MM: Wir brauchen mehr Frauen in technischen Berufen, Frauen mit mehr Risikobereitschaft und dem Selbstbewusstsein, als erfolgreiche Gründerin oder Investorin ein Unternehmen aufbauen und gestalten zu können. In diesem Sinne dürfen Frauen sich gern mehr zutrauen und sich gegenseitig auch aktiv unterstützen.

Vielen Dank.

 

Über Dr. Claudia Ulbrich 

Dr. Claudia Ulbrich ist Humanmedizinerin und Gesundheitsökonomin. Sie ist seit über 20 Jahren in der Life-Science-Branche tätig, davon überwiegend selbstständig. In ihrer eigenen Unternehmensberatung gibt sie seit zehn Jahren ihre Gründungserfahrung an Startups weiter. Die erfolgreiche Gründerin stammt aus einer Familie mit unternehmerischen Wurzeln und hat ihre erste eigene Firma bereits nach dem Medizinstudium aufgebaut. Als Co-Gründerin und Geschäftsführerin der Cardior Pharmaceuticals GmbH arbeiten sie und ihr Team an einem revolutionären Präparat. Es soll Patienten mit Herzinsuffizienz heilen können, während bisherige Medikamente den tödlichen Krankheitsverlauf nur hinauszögern.

Über Dr. Marianne Mertens

Dr. Marianne Mertens ist Investment Managerin im Life-Science-Team des High-Tech Gründerfonds, Europas aktivster Seed Stage Investor. Die studierte Biotechnologin identifiziert und finanziert dort vielversprechende Technologieunternehmen in einer sehr frühen Gründungsphase, und begleitet sie managementseitig auf ihrem Entwicklungsweg. Dabei hilft ihr Know-how aus der medizinischen Forschung und der strategischen Unternehmensberatung, in der sie zuvor mehrere Jahre gearbeitet hat. Die Cardior Pharmaceuticals GmbH unterstützt sie seit Anfang 2017.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DARKNET wired: Revierkrieg im Darknet – Jemand greift die Schwarzmärkte an: Das Darknet steht unter Beschuss. Die IT-Forscherin Emily Wilson bemerkte jetzt eine Angriffswelle auf Märkte des Darknets und beobachtete, wie sich das Chaos ausbreitete. Betroffen sind der Handel mit Kinderpornographie, Daten- und Waffen und vor allem aber das Drogengeschäft. Die aktuellen Angriffe sind der bisherige Höhepunkt einer Reihe von DDoS-Attacken auf die Märkte.Jetzt wird nach Ursachen und vor allem Verantwortlichen gesucht. Am wahrscheinlichsten halten Experten derzeit eine Art Darknet-Revierkrieg.

  • STARTUPS gruenderszene: Wie zwei Startups die Bahn zur Pünktlichkeit erziehen wollen: Die Deutsche Bahn ist leider nicht dafür bekannt, besonders pünktlich zu sein. Zwei Startups aus dem Mindbox-Accelerator haben sich dieses Problems angenommen und wollen Verspätungen künftig vermeiden. Beim Mindbox Accelerator Programm können sich innovative Startups bewerben, um durch die Deutsche Bahn unterstützt zu werden. Das Startup Konux will Sensoren in Eisenbahn-Schwellen einbauen, um so Reperaturen voraussagen zu können und Verspätungen zu vermeiden. Das Berliner Startup Siut will lästige Verspätungen mit einer Fahrgast-Ampel umgehen.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: US-Behörde will offenbar Netzneutralität stark einschränken: Unter der Trump-Regierung haben schon so einige Regulierungen gelitten. Nun will der vom US-Präsidenten neu ernannte Präsident der US-Kommunikationsbehörde Obamas Regeln zur Netzneutralität abschaffen. Der Präsident der Federal Communications Commission, Ajit Pai, verkündigte in einem Statement im Dezember eine Neu-Abstimmung zum Entwurf „Anordnung zur Wiederherstellung der Freiheit im Internet“. Die aktuellen Regulierungen würden aus Sicht der Republikaner Innovation hemmen, wohingegen sich Demokraten weitesgehend für Netzneutralität und Regeln für ein freies Internet aussprechen.

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Matching-Ökonomie mit Luhmann-Algorithmus – Warum die Kurvendiagramm-VWL ins Abseits gerät

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Ökonomen betrachten bekanntlich die gehandelte Menge an Gütern und Dienstleistungen als Ergebnis eines Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage. Studierende der Wirtschaftswissenschaft werden damit in Kurvendiagramm-Vorlesungen gelangweilt. Problem: In den Modellen arbeitet man mit Interpretationen, die erst im Nachhinein der Öffentlichkeit präsentiert werden. Für Voraussagen sind die Kurvenspielchen völlig ungeeignet. Noch problematischer wird es, wenn man Preiserwartungen in die Rechnungen einbezieht.

Dann gehen die Wirkungen sogar ihren Ursachen voraus. Was in der Realität passiert: „Die Modelle können in nahezu jeder vorhandenen Datenreihe mehr oder weniger passend gemacht werden“, schreibt Tobias Schmidt in einem Beitrag für die Zeitschrift Merkur. Wie belastbar das wissenschaftstheoretisch wirklich ist, überlasse ich jetzt mal der Interpretation. Inwieweit die Preistheorie für das wirtschaftliche Geschehen in aggregierten Ex post-Rechnungen zum Erkenntnisgewinn beiträgt, ist zumindest ein paar kritische Fragen wert. Im digitalen Kontext ist das Zirkelschluss-Gesabbel noch idiotischer.

Wenn der Preis nur eine Nebenrolle spielt

Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge erläutern das in ihrem Buch „Das Digital – Markt, Wertschöpfung und Gerechtigkeit im Datenkapitalismus“ am Beispiel des Erfolgs der Firma BlaBlaCar. Bei dieser Plattform spielt nicht der Preis die Hauptrolle, sondern vielfältige Daten. Mitfahrer können die Angebote danach durchsuchen, wie gesprächig der Fahrer ist – daher der Name BlaBlaCar -, welche Musik sie mögen oder ob Haustiere mitfahren dürfen – und somit das für sich perfekt geeignete Angebot auswählen. „Der Preis spiel in dem Modell nur eine untergeordnete Rolle, denn die Fahrer können diesen nur innerhalb einer vorgegebenen Spanne festlegen“, so Mayer-Schönberger und Ramge.

Was sich immer mehr herauskristallisiert ist eine „Matching-Ökonomie“, in der man viel stärker auf die Details und Nuancen von wirtschaftlichen Entscheidungen schauen muss. Damit dieses Matching in der Flut von Informationen überhaupt möglich ist, braucht man Ontologien. Laut Wikipedia dienen sie als Mittel der Strukturierung und zum Datenaustausch,  um bereits bestehende Wissensbestände zusammenzufügen, in bestehenden Wissensbeständen zu suchen und diese zu editieren sowie aus Typen von Wissensbeständen neue Instanzen zu generieren.

Soweit die eher technokratische Definition. Meßbar ist jedenfalls, dass die schlechte Ontologie eines Anbieters oder eines Marktplatzes im Zeitverlauf zu einer Verringerung von Transaktionen führt. Der ökonomische Druck zur Entwicklung von Schlagwort-Strategien steigt, betonen die beiden Buchautoren und verweisen auf die Metadaten-Expertin Madi Solomon. Sie komme aus den Salzminen der Datenarbeit und war für die weitgehend manuelle Verschlagwortung beim Walt-Disney-Konzern verantwortlich. „Später wurde sie Direktorin für Datenarchitektur und semantische Plattformen beim Bildungsverlag Pearson.“

Ohne Meta-Daten kein Matching

Für die Zukunft erhofft sie sich ein besseres Zusammenspiel von Algorithmen und Daten-Ontologien. „Startups und große Datenspieler haben das Thema schon für sich entdeckt – und gehen es immer öfter gemeinsam an. Das ehrgeizige Datenprojekt bei eBay etwa hat genau das Ziel, durch bessere Katalogisierung die Auffindbarkeit der Produkte von 42 auf rund 90 Prozent zu steigern.“

Eine wichtige Rolle spielen dabei mehrere auf Metadaten-Management spezialisierte Startups wie Expertmaker, Corrigon und Alation, die eBay erworben hat oder mit denen die Handelsplattform eng zusammenarbeitet. Sie sollen zur automatischen Kategorisierung beitragen. Prognose von Mayer-Schönberger und Ramge: „Je stärker die Märkte sich vom Preisvergleich ab- und dem datenreichen Matching zuwenden, desto intensiver wird das Wettrennen um leistungsfähigere Algorithmen.“

Kreatives Matching mit Zufallsgenerator

Aktiv abwenden können sich Märkte von „Preisen“ natürlich nicht, denn sie existieren nur in der Fantasie der Zirkelschluss-Ökonomen, die eine Volkswirtschaft in aggregierten Zuständen betrachtet – jedenfalls tun das die Makroökonomen. Aber das Matching-Logiken der Katalysator des Netzes sind, dürfte wohl kaum einer bestreiten. Und wie sorgt das Ganze für Überraschungen jenseits von mechanistisch aufgebauten Algorithmen?

Wie das funktionieren kann, belegt der rein manuell gepflegte Zettelkasten des legendären Soziologen Niklas Luhmann. Der Zettelkasten ist eine Kombination von Unordnung und Ordnung, von Klumpenbildung und unvorhersehbarer, im ad hoc Zugriff realisierter Kombination. Das notierte Luhmann auf dem Zettel 9/8. An dieser Stelle verweist das Notiz-Amt auf die Forschungsarbeit von Johannes F.K. Schmidt, der den Nachlass des Bielefelder Soziologen bearbeitet und die Prinzipien des Luhmannschen Überraschungsgenerators der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Ein Punkt ist hier aber wichtig. Die Funktion des Schlagwortverzeichnis im Zettelkasten von Luhmann: „Jede Notiz ist nur ein Element, das seine Qualität erst aus dem Netz der Verweisungen und Rückverweisungen im System erhält. Eine Notiz, die an dieses Netz nicht angeschlossen ist, geht im Zettelkasten verloren, wird vom Zettelkasten vergessen“, schreibt Luhmann.

Damit dieses Matching-Gedankenspiel in Gang kommt, braucht man Meta-Daten – also ein Schlagwortverzeichnis. „Will man sich nicht nur auf den Zufall verlassen, so muss man zumindest einen Punkt identifizieren und ansteuern können, an dem man in das entsprechende Verweisungsnetz einsteigen kann“, so Schmidt. Das Strukturprinzip führe dazu, dass der über das Schlagwortverzeichnis gesteuerte Zugriff auf eine begrifflich einschlägige Stelle die Suche gerade nicht auf diesen Begriff limitiert, sondern im Gegenteil aufgrund der spezifischen Einstellpraxis der Zettel und der Verweisungsstruktur der Sammlung ein schon bald nicht mehr überschaubares Netz von Notizen eröffnet. Was Luhmann analog vollbrachte, ist ein Multiple Storage-Prinzip – also eine Mehrfachablage mit völlig überraschenden Matching-Verläufen. Sein Datenbank-System ist überaus kreativ und bewährt sich als Denkwerkzeug.

Das kann man bislang von den Ontologien, die im Netz herumschwirren, nicht sagen. Wer den Luhmann-Algorithmus ins Netz überträgt, wird das Rennen auch gegen Google und Co. gewinnen. Hier wagt das Notiz-Amt mal eine Prognose, die allerdings völlig willkürlich ist.


Image (adapted) „Organisieren“ by myrfa (CC0 Public Domain)


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Alten Vorständen und Aufsichtsräten fehlt die digitale Expertise – Plädoyer für Nerds in der Chefetage

Teamwork in the workplace (adapted) (Image by Štefan Štefan?ík [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Unternehmerisches Denken und Digitalkompetenz werden häufig als die zentralen Schlüsselfähigkeiten für die Meisterung der Herausforderungen im digitalen Zeitalter genannt. Grund genug für das Forscherteam von Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, einmal genauer hinzusehen, inwieweit deutsche Vorstände in DAX- und MDAX-Konzerne hierfür entsprechende Erfahrungen mitbringen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. „Die Befunde haben uns in ihrer Radikalität erstaunt. Nur 25 Prozent der untersuchten 411 Lebensläufe kann unternehmerische Erfahrungen vorweisen und acht Prozent verfügen über Digitalerfahrungen“, so Kawohl im Netzpiloten-Interview.

Auch das Durchschnittsalter der Vorstände spricht nicht für frische Geister in den größeren Unternehmen. Es liegt bei knapp 53 Jahren. „Volkswagen hat den ältesten Vorstand. Der geht auf die 60 zu“, kommentiert der Wissenschaftler. Hier liegt vielleicht eine Ursache für das rückwärtsgewandte Dieselniveau der Wolfsburger Top-Manager. Interessant sind die Indikatoren für die relativ austauscharme Luft auf den obersten Etagen der Konzern-Führungsriegen in Deutschland.

Wer im Kamin hochfährt, bleibt im alten Trott

„Wer klassische Konzernkarrieren macht und den Kamin hochfährt, kann kaum Außenerfahrungen sammeln im digitalen Kontext oder im Umfeld von Startups. Auch die unternehmerische Expertise bleibt auf der Strecke“, so Kawohl. Er selbst hat bei AXA erlebt, wie Vorstandsberufungen ablaufen. Da werden klassische Headhunter beauftragt, die dieses Geschäft schon seit Jahrzehnten erledigen. Es sind immer die üblichen Adressen. Die bekommen ein Profil und schauen in ihrem alten Netzwerk nach geeigneten Kandidaten. Manchmal sind es auch Seilschaften, die von ehemaligen Unternehmenschefs organisiert werden. Das Suchfeld sei so ausgeprägt, den alten Kreislauf der Deutschland AG in Betrieb zu halten, weiß Kawohl: „Unter solchen Bedingungen kann wenig Neues von außen kommen.“

Juristen und Controller in Aufsichtsräten Teil des Kreisverkehrs der Deutschland AG

Zudem erschwert die Zusammensetzung der Aufsichtsräte die Findung von digitalen Talenten. In diesen Gremien sitzen ehemalige Vorstände, Juristen, Controller, institutionelle Anleger oder irgendwelche milliardenschweren Investoren. Sie sind Teil des alten Kreisverkehrs und eher an geschlossenen Formationen interessiert. „Die kulturellen Unterschiede zwischen denjenigen Nachwuchskräften, die man dringend braucht und den alten Tankern, die transformiert werden müssen, sind doch sehr groß. Da hilft dann auch die Gründung von Labs oder der Kauf von Startups nicht weiter“, erläutert Kawohl gegenüber den Netzpiloten.

Axel Springer: 90 Prozent der Top-Manager ausgewechselt

Wie sich das in der radikalen Form ändern lässt, belegt das Beispiel des Axel Springer Verlages: „Die erwirtschaften mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns über digitale Themen. Das Medienunternehmen ist durch einen extrem schmerzhaften Prozess gegangen. In zehn Jahren wurden 90 Prozent des Top-Managements ausgetauscht“, so Kawohl. Für Daimler wäre das wohl etwas zu sportlich. Aber prinzipiell muss es eine Verjüngung des Vorstandsteams und eine Mischung der Struktur in der obersten Führungsetage geben.

Empfehlungen für Konzerne

Folgende Vorschläge macht die Studie der HTW-Berlin: Aufbau von Senior-Junior-Vorstandstandems zur gegenseitigen Befruchtung; Vermehrte Job-Rotation und Einsatz der Vorstandskandidaten in Digitalbereichen und ?internen Startups; Gezielte Übernahme von Startups inklusive deren Gründerteam und Einsatz in ?Topmanagement-Positionen im Mutterkonzern ?- gelingt nur bei einem Kulturwandel.

Dazu kommen Rekrutierung des Topmanagements auch für klassische Business-Ressorts von außen in der ?Start-up-Szene; Schaffung eines Umfelds, das es Talenten aus der Digitalszene und ehemaligen Unternehmern ?ermöglicht, in das Topmanagement etablierter Unternehmen aufzusteigen; Besetzung des Aufsichtsrats und hier insbesondere des Nominierungsausschusses durch ?Personen mit Entrepreneurship- und Digitalerfahrung; Schaffung von externen Beiräten zum Coaching von Aufsichtsrat und Vorstand für die ?Vorstandsnachfolgeplanung.

„Insbesondere aus Sicht der Investoren ist es wichtig, dass Unternehmensvorstände nicht nur über das theoretische Wissen verfügen, den digitalen Wandel zu gestalten. Konkret bedeutet dies, dass Investoren bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen für ein Unternehmen, das mit der digitalen Transformation konfrontiert wird, wenn es von einem Vorstand geleitet wird, der diese strategischen Herausforderungen auch durch seine Persönlichkeit verkörpert“, betont Kawohl.

Digitalisierung reicht nicht aus

Dabei darf die reine Digitalisierung nicht mit der digitalen Transformation verwechselt werden. Darauf verweist der CIO-Kurator Stefan Pfeiffer: „Digitale Technologien haben wir auch schon zu Zeiten von SAP- und PeopleSoft-Einführungen und auch vorher genutzt, um Prozesse zu automatisieren.“ 

Es sei eben nicht damit getan, „nur“ in neue und bessere Technologien zu investieren, um die Organisation auf Effizienz zu trimmen. Dieser Denkansatz dominiert in vielen Unternehmen. Wahre digitale Transformation erfordere einen fundamentalen Wandel, wie Leute arbeiten und welche Angebote man Kunden mache. Bestehende IT Systeme – die viel zitierten Legacy-Systeme – seien oft eher eine Bürde denn eine Hilfe, schreibt Pfeiffer.

Auch das spricht für die Rekrutierung von neuen Führungskräften, die Erfahrungen bei der Etablierung von digitalen Geschäftsmodellen haben.

Digitale Weiterbildung in Eco-Systemen

Einen weiteren Weg skizzierte eine Expertenrunde des Bundesverbandes der Unternehmensberatungen (BDU) auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal. Kenntnisse in Data Science, Künstlicher Intelligenz, Internet der Dinge, Umbau der Wertschöpfungsketten, digitale Veredelung von Diensten und Produkten sollten fester Bestandteil der beruflichen Weiterbildung sein. Allerdings nicht mit Silo-Denken: „Am Ende sucht die Wirtschaft funktionsübergreifend die gleichen Profile und Skills und in der digitalen Transformation laufen die Entwicklungen zu schnell, um sie selbst auszubilden“, sagt Yvonne Balzer Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung von Kienbaum. Die Eco-Systeme werden unternehmensübergreifende Themen noch mehr zusammenbringen und die Funktionsgrenzen in den Unternehmen gnadenlos aufweichen, so die Prognose der Talkrunde. Der Trend sollte auch bei der Gewinnung von digitalen Talenten zur Share Economy gehen.

Mit geschlossenen Zirkeln und Kaminkarrieren werden sich die DAX- und MDAX-Konzerne schwer tun, die Vorstände zu Super-Nerds zu verwandeln. Das Notiz-Amt empfiehlt den Personalexperten die Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club. Die Vorgestern-Headhunter sollten in den verdienten Ruhestand verabschiedet werden. Wer weitere Infos zur Studie von Professor Kawohl bekommen möchte, kann sich direkt an das Notiz-Amt wenden.


Image (adapted) Teamwork in the workplace by Štefan Štefan?ík (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner der Start-up-Kooperation Automotive & Mobility

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Der Süddeutsche Verlag läd zur 2. Fachkonferenz „Start-up-Kooperation Automotive & Mobility“ am 22. und 23. November 2017 im Nestor Hotel in Ludwigsburg bei Stuttgart ein! Unter dem Thema „Warum die Automobilindustrie Start-ups braucht“ werden zwei unterschiedliche Welten auf die Bühne kommen: Start-ups und Automobilhersteller werden hier zusammengebracht, um Fragen rund um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu klären und Anregungen zu geben, wie Herausforderungen zu meistern sind.

Fragen wie „Wem gehören die Daten?“ und „Wer profitiert stärker von einer Zusammenarbeit?“ werden in über 20 Vorträgen von Referenten etablierter Unternehmen und Start-ups aus der Automobilindustrie diskutiert. Zudem werden sie über ihre eigenen Erfahrungen berichten und Impulse an zukünftige Entscheidungsträger weitergeben.

Die Top-Repeferenten

Unter anderem werden Top-Referenten wie Joo-Hyung Maing vom Produktmanagement Digital Service bei der BMW Group, Dr. Tom Kirschbaum, Founder & Managing Director von der Door2Door GmbH und Alfred Weber, Vositzender der Geschäftsführung, President & CEO von MANN+HUMMEL International GmbH & Co KG, dabei sein. Doch auch viele weitere Vertreter von namenhaften Automobilproduzenten, Zulieferern und Start-ups werden vor Ort sein und über ihre positiven und negativen Erfahrungen aus Kooperationen zwischen Start-ups und Corporates in der Automobilindustrie sprechen. Hier könnt ihr schon vorab kurze Interviews mit den Top-Referenten nachlesen.

Programm

Am ersten Tag der Konferenz geht es vor allem darum, wie Corporates und Start-ups effektiver zusammenarbeiten können. Der zweite Tag wird sich vor allem auf die Digitalisierung und Mobilitätskonzepte der Zukunft konzentrieren.

Hier könnt ihr noch mehr zu allen Themen und Referenten erfahren – oder einfach bei Xing an der Veranstaltung teilnehmen und euch mit weiteren Gleichgesinnten austauschen. Sichert euch noch heute eure Teilnahme!

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Destination Check NEXT Conference 2017

Destination_Check_Next17

„Digital sucks“– das war das Thema der diesjährigen Next Conference 2017. Seit über zehn Jahren findet die NEXT einmal im Jahr statt und ist für jeden, der aktiv an der Gestaltung der Digitalen Transformation teilhaben möchte. Hier treffen Marketing- und Produktleiter, Führungskräfte der digitalen Wirtschaft, innovative Konzerne sowie innovative Startups aufeinander. Zum dritten Mal hat die NEXT nun in ihrer Gründungsstadt Hamburg stattgefunden und wurde von SinnerSchrader und Faktor3 ins Reeperbahn Festival integriert. 1300 Teilnehmer sind vor Ort, die in einem Bewerbungsverfahren selektiert wurden. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Und wie kommt das Thema an, das sich deutlich von dem üblichen Optimismus in der Branche abwendet? Wir haben bei Speakern und Besuchern nachgefragt.


Speaker: Sven Wedig, Founder und CEO von Vollpension Medien GmbH


Sven Weding (Image by Ania Kozlowska)

Wie ist dein Gesamteindruck von der NEXT17?

Ich habe einen sehr guten Eindruck! Ich war schon gestern bei der Next Minds dabei – also dem Vortrag der NEXT – das war sehr inspirierend. Vor allem gab es coole Formate: Man stand mit 20 – 30 Leuten zusammen und konnte Themen diskutieren. Hier bin ich jedoch erstaunt, wie hipster Hamburg sein kann, also wenn man sich die Hipster-Tische anschaut und die hochgekrempelten Jeans. Alles in allem ergibt sich eine sehr gute Stimmung, es sind viele gemischte Leute da, viel altes Coporate aber auch ein Haufen junger Leute – die Mischung zahlt sich aus. Zudem sind alle sehr offen und man kann gute Dialoge führen. Und man muss in Hamburg nicht die ganze Zeit Englisch sprechen – wie in Berlin zum Beispiel.

Welche Erwartung hattest du an die NEXT17 und wurden sie erfüllt?

Für mich schon. Ich hatte gestern die Erwartungen, gute und inspirierende Leute zu treffen und neue Sachen zu erfahren, die ich so vorher noch nicht gehört habe – das war auch der Fall. Für heute habe ich mir eine volle Hütte gewünscht und das hat auch gut geklappt. Die NEXT lebt einfach davon, dass viele Leute kommen und somit sind meine Erwartungen auch erfüllt.

Was genau war denn dein Highlight gestern?

Es ging zum Beispiel um das Thema Influencer-Marketing und war von den Kunden, die da waren, sehr breit gefächert: Von einem medizinischen-technischen Dienstleister, der sich die Frage gestellt hat, wie er mit seiner Zielgruppe umgehen kann, bis zu einem Coporate-Influencer. Da hieß die Fragestellung: Du bist du – aber auch ein Influencer für deine Company. In wie weit solltest du eine Anleitung bekommen, wie du ein Influencer für deine Firma sein kannst? Es geht also um Employer-Branding, Coporate-Branding, B2C und wie kann ich meine Angestellten auch zu einem Influcencer machen.

Und heute in Hamburg waren die Leute das Highlight und die Mischung der unterschiedlichen Branchen. Denn ich denke, das ist das Einzige, was die Leute noch weiterbringt. Die Leute in meinem Bereich zum Beispiel: Wir haben vielleicht noch nicht alles gehört, aber wir kennen uns schon gut aus und jeder Impact, der aus einem anderen Bereichen kommt – oder einer anderen Company, einem anderem Brand – ist wirklich spannend. Und oft findet man auch gemeinsame Nenner, die einem vorher nicht bewusst waren.

Was hältst du von dem Thema der NEXT dieses Jahr?

Ich finde es gut, es will provozieren. Aber man merkt auch, dass das Thema „Digital“ überhaupt nicht „sucked“, alleine wenn man sich ansieht wie viele Leute hier sind und dass alle an ihren Geräten unterwegs sind – jeder hängt am Handy, Laptop oder Tablet. Es „sucked“ halt Null, aber ich denke die Botschaft ist, dass man sich damit kritisch auseinandersetzt und nicht immer alles sofort als Gesetz annimmt, frisst und dann weitermacht. Und nur weil es andere machen, muss es auch nicht immer geil sein.

Wem würdest du die Veranstaltung weiterempfehlen?

Bei dem, was ich mitbekommen habe, würde ich es auf jeden Fall Marketing-Entscheidern empfehlen, egal ob B2C oder B2B, um einen Impuls zu kriegen, was in anderen Branchen passiert. Aber auch für viel klassische Kommunikation und Social Media ist es gut, auch für junge Leute, die sich in den verschieden Märkten orientieren wollen. In erster Linie sehe ich das Thema jedoch für Marketingleiter als ziemlich relevant an.


Speaker: Samuel West, Kurator des Museum of Failure


Was ist dein Eindruck der NEXT17?

Die Konferenz ist viel größer als ich es erwartet habe. Ich habe mit einem kleinen Innovationsevent gerechnet, da es weltweit viele solcher Konferenzen gibt und sie alle einem ähnlichen Format folgen. Aber diese Konferenz ist viel größer und cooler als ich gedacht habe. Und eigentlich verfolge ich die anderen Speaker nicht wirklich, aber diesmal finde ich es sehr interessant. Das haben die Organisatoren sehr gut gemacht.

Was sind deine Erwartungen an die NEXT17?

Ich möchte David Lee kennenlernen, der heute über die kollobrativen Innovationen in China geredet hat. Und dann werde ich ein paar Interviews führen und einfach die Zeit genießen.

Was ist anders an dieser Konferenz, als die Üblichen, die du besuchst?

Also einmal ist es die Größe der Konferenz und auch die Location, wie das schöne Schmidts Tivoli. Zudem findet die NEXT mitten im Rotlichtmilieu statt, was echt cool ist.

Was denkst du über das Thema „Digital sucks“?

Ich liebe es! Obwohl das Digitale natürlich nicht „sucked“, weil es auch einfach Teil unseres Lebens ist. Aber ich mag die alternative Meinung und dass nicht jeder nur „Halleluja“ sagt. Oft wird das Digitale auf Tech-Events angepriesen und gelobt, was eigentlich gar nicht stimmt. Dieses Umdenken finde ich somit sehr gut.

Hast du so eine Einstellung auf einer anderen Konferenz schon mal erlebt?

Ich habe den Eindruck, dass andere Organisatoren oftmals Angst haben und somit lieber alle glücklich machen wollen, sodass das Ganze im Endeffekt Mainstream wird – und keiner mehr glücklich ist. Es ist doch gut, ein bisschen zu riskieren! Es ist nur ein Event. Niemand wird sterben, wenn der Kaffee schlecht schmeckt. Ich bin froh, dass damit experimentiert wurde.

Wem würdest du dieses Event weiterempfehlen?

Jedem der an neuen Perspektiven interessiert ist, ob im Branding oder Product Development – es ist weder eine pure wissenschaftliche Konferenz noch eine CEO-Konferenz: Es ist ein guter Mix.

Das Thema deiner Rede war „Learning from Innovation Failure – Lessons from the Museum of Failure“. Was war dein größter Fehler bis jetzt?

Ich habe viele! Mein größter Fehler ist wahrscheinlich, dass ich viele kreative Ideen habe, die ich verwirklichen möchte, aber ich denke nicht an den finanziellen Aspekt. Somit habe ich am Ende kein Geld. Mit dem, was ich mache und kann meine Projekte nicht weiterführen, was sehr ärgerlich ist. Die letzten fünf bis sechs Jahre ging das jetzt so. Somit hoffe ich, dass es mit dem Museum of Failure in nächster Zeit finanziell besser laufen wird und ich das besser hinkriege.


Veranstalter: Volker Martens, Vorstand Faktor 3 AG Kommunikationsagentur


Volker Martens (Image by NEXTConf)

Wie ist dein Eindruck von der NEXT17 bis jetzt?

Best NEXT ever! Dieses Jahr sind 1300 Leute hier, davon 70 Prozent aus Corporates – und wir sind seit der ersten Veranstaltung ausverkauft. Hier sind also wirklich Leute, die in Unternehmen digitale Themen vorantreiben, viele Innovatoren, viele aus IT und Marketing Departments. Das Ganze wird ergänzt durch Kreativleute, Agency People, digitale Vordenker – das ergibt eine Mischung, die einfach sensationell ist und von Anfang an richtig gut funktioniert hat. Das hat sich nun rumgesprochen und deswegen sind wir meiner Meinung nach dieses Jahr eine fantastische Audience. Und das dann mit der Atmosphäre Reeperbahn, der Musik und dem Spirit hier – also mir geht’s gut!

Was habt ihr besser gemacht als im Vorjahr?

Wir haben jetzt vor allem ein Bewerbungsverfahren für die Tickets. Man kann sich nicht einfach ein Ticket kaufen, um auf die NEXT zu kommen, sondern man muss sich bewerben. Und wir haben ein Team, das sich intensiv darum kümmert, welche Leute das sind, die hier herkommen. Es wird also selektiert – passt die Person hier rein, ist sie ein inspirierender Mensch, kommt sie aus diesem Umfeld und passt sie zu der Idee der NEXT? Erst dann werden entsprechend die Tickets ausgestellt. Und das führt Stück für Stück dazu, dass wir uns immer weiter verbessern und qualitativ eine immer schönere, bessere Gruppe von Menschen zusammenkriegen. Das hat dieses Jahr noch besser geklappt.

Was dieses Jahr auch noch anders ist, ist, dass wir das Netzwerkzentrum ins Copper House in der Davidstraße verlegt haben – hier haben wir viel Energie reingesteckt. Hier gibt es Inhalte, ein Coworking-Space, eine gute Versorgungssituation – alles gleichzeitig. Das Ding hat eingeschlagen wie eine Bombe, man kann draußen sitzen und drinnen, abends gibt’s hier eine Party, sodass es als Netzwerk auch richtig gut funktioniert. Was auch neu ist, ist das Festival-Gelände auf dem Heiligengeistfeld. Damit haben wir auch ein neues Venue für Inhalte und Präsentationen und es ist auch ist von Beginn an voll gebucht. Somit haben wir viele kleine Dinge immer weiter optimiert.

Woher kam die Idee, das Digitale mit der Musikszene zu verbinden?

Viele sagen, das ist so ein bisschen wie die South by Southwest in Texas: Die Idee aus dem Merch aus Musik, Popkultur und digitalen Vordenkern. Den Anspruch jetzt auf Hamburg zu übertragen, ist natürlich sehr ambitioniert, aber im Kern kann man diese Idee hier zum Leben erwecken, was uns natürlich auch motiviert.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Tricia Wang “Why corporate “innovation” doesn’t work — and how to fix it“ und was es eigentlich bedeutet, diesen Innovationsprozess in bereits etablierten Unternehmen voranzutreiben und wie schwer das ist. Es gibt ja Ideen und Innovationslabore sowie viele junge Leute mit viele tollen Einfällen. Aber diese Ideen und dieses Neue, Innovative in das alte System reinzukriegend, damit sich der Laden verändert und die Konzerne Geschwindigkeit aufnehmen – diesen Gap hat sie super gut dargestellt und erklärt, warum es so kompliziert ist. Sie hat aber auch Ideen geliefert, wie man sich darauf vorbereiten und es beschleunigen kann. Ansonsten führe ich hier sehr viele Gespräche, da wir von Faktor3 auch viele Kunden eingeladen haben, genauso wie SinnerSchrader.

Wem würdest du die NEXT empfehlen?

Eigentlich geht es in ganz viele verschiedene Richtungen, es gibt nicht den einen Typus Mensch oder Unternehmenslenker, der hierhergehört. Ich kann somit nicht eine spezielle Gruppe ansprechen, denn der Charme der NEXT entsteht aus dem Zusammensetzen von verschiedenen Leuten aus Unternehmen, Incorporates, Leuten, die Innovationen vorantreiben, kreativen Geistern, digitalen Vordenkern. Dieser Mix bis hin zum Designer oder Programmierer, macht die NEXT aus und erschafft Ideen und Inspirationen. Wir wollen eigentlich nicht nur eine Konferenz für eine spezielle Zielgruppe sein, das würde uns nicht gerecht werden.


Besucher: Réne Dreske, Geschäftsführer von Hans Soldan GmbH


René Dreske (Image by Ania Kozlowska)

Was war deine Intention zur NEXT17 zu kommen?

Digitale Themen sind bei uns in der Firma ganz oben auf der Liste und ich bin häufig auf Konferenzen in dem Kontext, aber hier war ich noch nie.

Was war dein Highlight bis jetzt?

Ein Rede darüber, wie sich Demokratie durch das Internet verändern wird, fand ich bis jetzt toll. Leider ist hier im Copper House jedoch der Raum ziemlich klein und man versteht kaum etwas.

Wie findest du das Thema der NEXT17?

Ich finde das Thema cool gewählt. Es ist tatsächlich so, dass nicht jeder ein Gewinner dieser Entwicklung ist – es gibt viele Verlierer. Dass man auch mal diese Perspektive beleuchtet, finde ich gut. Jeder hat sich wahrscheinlich schon mal gefragt: „Komm ich da mit?“ „Krieg ich das hin in den Firmen?“ oder „Sind die Entwicklungen zu schwierig umzusetzen?“.

Denkst du, man kann in Zukunft dem Digitalen noch entfliehen?

Ich bin überzeugt, dass es in jeder Branche die Spielregeln verändern wird. Es gibt einige Branchen da, da hat es schon angefangen, aber das ist erst der Anfang, es wird weiter exponentiell ansteigen.


Besucher: Bendetik Lecheler, UX-Designer bei Aperto/IBM IX


Bendetik Lecheler (Image by Ania kozlowska)

Mit welcher Intention bist du auf die NEXT17 gekommen?

Zum einen bin ich wegen der Arbeit hier. Ich bin aber auch hergekommen, weil das Thema der Next17 den negativen Aspekt beleuchtet und ich das gut finde. Denn ich denke, es ist auch ein Zeichen der Zeit, dass man von diesem Optimismus – der immer vorherrschend war in der Tech-Branche – abweicht und kritisch hinterfragt. Die Leute merken mittlerweile, dass viele Dinge einfach nicht funktionieren oder zum Bösen genutzt werden. Daher denke ich, dass das in den nächsten zehn Jahren ein großes Thema sein wird und auch eine realistische Einstellung vermittelt.

Was war dein Hightlight bis jetzt?

Der Rede von David Mattin „We need to talk about Optimism“ hat mir sehr gut gefallen. Er hat nicht einfach alles schlecht geredet – so soll es ja auch nicht sein – sondern auch einen positiven Spin reingebracht. Es ging also darum, dass man schaut, wie die Dinge besser machen kann, indem nicht nur alles unkritisch produziert wird.

Wem würdest du diese Veranstaltung weiterempfehlen?

Jeder, der irgendwie technisch interessiert ist, kann die Topics hier verstehen. Egal, ob du Content im Web produzierst oder sonst irgendwas –  es ist auf jeden Fall keine reine Tech-Konferenz.


Images by Ania Kozlowska

Teaser (adapted by NextConf)

Image (adapted) „Volker Martens“ by NextConf [CC0 Public Domain]


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Check-Up Ireland: Im Nordwesten was Neues

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Diesmal geht es nach Sligo.

Auf dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle gab es mal ein Lied „Wissenswertes über Erlangen“ von Foyer des Arts. Die Hitsingle fand sich auf dem Album mit dem tollen Namen „Von Bullerbü nach Babylon“. Fakt! So manch ein Leser fragt sich jetzt natürlich: „Ist der nun vollkommen durchgeknallt? Zu viel Guinness, oder was?“ Kein Grund zur Panik – der Song ist mir nur in den Sinn gekommen, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema (oder der Stadt) für die neueste Ausgabe meiner Kolumne zu beschäftigen. Was gibt es also Wissenswertes über Sligo? Ich könnte mit meinem Wissen „protzen“, dass der Torwart des abstiegsbedrohten Fußballclubs Sligo Rovers den irischen Vornamen Michéal und den deutschen Nachnamen Schlingermann (Opa aus Duisburg) trägt, was aber nur wieder zu Fragen über Guinness führen würde. Stattdessen möchte ich davon berichten, dass nach Jahrzehnten, in denen Sligo von schmutzigen Fabriken und von der Pharmaindustrie geprägt wurde, es nun etwas Neues im Nordwesten gibt – digitale Startups.

Selten hat ein Coworking-Space so einen treffenden Namen gehabt wie diesen: „Building Block“. Und auch das Motto passt: „Move in. Move up.“ Firmen, die an einem Tisch im Erdgeschoss begonnen haben, setzen ihr Wachstum in den oberen Stockwerken fort. Zur Zeit beherbergt das Erdgeschoss 32 (demnächst 38) Fulltime-Desks und 7 Hotdesks. Im ersten Stock stehen 60 Desks und im zweiten Stock finden bis zu 80 Leute Platz. Noch wird der zweite Stock zwar nicht genutzt, was aber nur noch eine Frage der Zeit ist, denn Sligo hat Momentum. Viele junge, gut ausgebildete Fachkräfte, stemmen sich gegen den zuvor Jahrzehnte anhaltenden Trend der Auswanderung und versuchen ihr Glück in der Heimat.

Ein Beispiel ist Noel Dykes und sein Startup „Frankli“, das Software für das Personalwesen entwickelt. Nach Jahren, die er als Software Consultant in Neuseeland verbracht hatte, entschied sich Noel für die Heimat als Standort für sein eigenes Unternehmen. Und das aus mehreren Gründen: Niedrige Kosten (etwa im Vergleich zu Dublin, Cork oder Galway), kurze Wege, aber auch schöne Wege – die Stadt Sligo ist hübsch wenn es darum geht, sich mal kurz die Füße zu vertreten und eine kurze Autofahrt führt in malerische Landschaften in der umliegenden Grafschaft mit gleichem Namen.

Dass Noel nicht allein mit seinem Denken und Enthusiasmus ist, zeigen auch die monatlichen Startup Meetups in Sligo. Die Organisatoren der Meetups hatten festgestellt, dass es zwar eine gute Anzahl von Startups in Sligo gibt, es aber an Struktur und Networking mangelte. Mittlerweile tauscht man sich aus und lernt von Fehlern oder Errungenschaften – entweder von Nachbarn oder von Gästen, die nach Sligo kommen, um von ihren Erfahrungen zu berichten und Tipps zu geben. Im Durchschnitt versammeln sich jetzt 30 Gründer bei den Meetups.

Auch das „North West Regional Assembly“ – kurz NWRA, das staatliche und EU-Fördergelder koordiniert – ist voll des Lobes über Institutionen wie den „Building Block“ oder Veranstaltungen wie die „Startup Meetups“. Die Region Sligo hat gerade den begehrten „Entrepreneurial Region Award“ der EU für 2018 gewonnen und man ist beim NWRA fest entschlossen, dies als weiteren Schub zu nutzen, um Innovation in der Region voranzutreiben. Die Infrastruktur der Region kann sich sehen lassen: Neben den privatwirtschaftlichen Elementen, die ich oben genannt habe, gibt es auch noch die Fachhochschule „IT Sligo“ und der von der staatlichen Wirtschaftsförderung IDA betriebenen Business Park in Finisklin und Ballina – wo das transatlantische Glasfaser-Kabel aus den USA irisches Licht erblickt – ist auch nicht weit.

Die besten Voraussetzungen sind also gegeben, um Tech-Startups, die nach dem Motto „Think globally, act locally“ handeln, eine Basis für eine Zukunft mit stetem Wachstum zu ermöglichen. Und wer weiß? Vielleicht wächst eines dieser digitalen Startups zum globalen Tech-Giganten, wird die Sligo Rovers finanziell unterstützen und am Ende dem „Moving up“ im „Building Block“ auch sportliche Höhenflüge in Sligo folgen lassen. Und beim Champions League Spiel gegen die Bayern lassen wir dann „Foyer des Arts“ singen.


Image (adapted) „CliffofMoher“ by weareaway (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Medienpartner der dmexco 2017

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Sie verspricht Einblicke, spannende Speaker und viele Aussteller: am 13. und 14. September findet wieder die dmexco in Köln statt. Die Digital Marketing Exposition & Conference ist der Treffpunkt für die internationale digitale Branche, Marken, Medien, Agenturen, Influencer sowie Vertreter aus Industrie und Technik und viele Mehr. Der Kongress findet nun schon zum neunten Mal statt.

Auf den ingesamt 15 Bühnen stellen Unternehmen digitale Trends vor, egal ob Startup oder CEOs führender Unternehmen. Über 570 Speaker werden in den acht Formaten erwartet. Dieses Jahr unter dem Motto: Lightening the Age of Transformation. It’s not a Trend – it’s a Movement!

Die Digitale Transformation ist ein fortlaufender Prozess

Themen die unter diesen Bereich fallen sind zum Beispiel das Internet of Things, zunehmende Automatisierung, die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen oder auch der Einsatz von Virtual Reality für alle. Aber was wäre eine digitale Transformation ohne die treibende Kraft dahinter: der digitalen Branche. Und so stellen die Speaker ihre Ideen und Vorschläge für die Zukunft in diesen Formaten vor:

  • Congress Hall:
    Hier ist der Ort für Keynotes, Interviews und Panels. Die Congress Hall wird der Mittelpunkt der Veranstaltung werden und spannende Insights zu allen aktuellen Themen und Trends geben. Dieses Jahr hat die dmexco erneut ein hochkarätiges Programm an Speakern zusammengestellt, unter anderem mit Sheryl Sandberg, CCO von Facebook, Jack Dorsey, CEO von twitter, Marc Pritchard, CBO von Procter & Gamble, Claudia Willvonseder CMO IKEA Global und dem ehemaligen ESA Astronaut Dr. Thomas Reiter.
  • Debate Hall
    Nah am Geschehen können Zuschauer in dieser Diskussionsarena Debatten zu aktuellen Themen verfolgen und sogar mitgestalten. Mit einem Voting Tool diskutiert das Publikum live mit.
  • Motion Hall
    Im letzten Jahr feierte die Motion Hall ihre Premiere, jetzt gehört sie schon zum festen Programm. In der Motion Hall dreht sich alles um die führenden Videoproduzenten, Bewegtbildtrends und innovative Marketingmöglichkeiten. In diesem Jahr wird es erneut 13 Casestudies geben zu internationalen Unternehmen, unter anderem CNN, Facebook, RTL, National Geographic, Walt Disney Company und YouTube.
  • Experience Hall
    Hier steht das Verbrauchererlebnis im Mittelpunkt. Hier treffen Visionäre und Vordenker zusammen um über die Zukunft zu sprechen. Unternehmen und Marken stellen innovative Kommunikationsmöglichkeiten und Technologien vor und berichten von ihren Erfahrungen. So können Trends veranschaulicht werden.
  • Außerdem:
    Über 100 Seminare, Work Labs, das Speakers Forum und das Startup Village für Business Pitches, Case Studies und nahen Austausch mit Unternehmen wie: Amazon, Facebook, Spotify, ebay, ProSiebenSat.1 Media, CNN, Snapchat, Gruner +Jahr, Twitter, Mozilla, BILD, Nestlé, BBC World News oder Google.

Dabei sein

Abends hat die dmexco ebenfalls ein Programm aufgestellt, mit der offiziellen dmexco Pure Partyin der Wolkenburg in der Kölner Innenstadt oder verschiedenen Standparties. 

Egal ob junger Unternehmer oder etabliertes Unternehmen, die dmexco hält für jeden etwas bereit. Alle die dabei sein wollen, können sich hier bis zum 29. August noch Frühbuchertickets sichern, danach geht der Verkauf in die nächste Preisstufe. Wir wünschen euch viel Spaß.

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Die Netzpiloten sind Partner der me Convention

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Die me Convention feiert in diesem Jahr seine Premiere und ihr könnt dabei sein. Unter unseren Lesern verlosen wir 2×2 Tickets für die Konferenz von Mercedes-Benz und South by Southwest. Nehmt bis zum 04.September teil und gewinnt mit etwas Glück zwei Tickets für die Konferenz. Wir wünschen euch viel Erfolg! Teilnahmebedingungen


#CreateTheNew ist das Motto der ersten „me Convention“ in der Festhalle in Frankfurt am Main. Gemeinsam haben South by Southwest und Mercedes-Benz  vom 15. Bis 17. September während der Internationalen Automobilausstellung eine Konferenz organisiert, die eine Diskussion über Zukunftsthemen anregen soll. Die Konferenz soll Kreativen aus verschiedensten Bereichen eine Plattform für Dialog, Interaktion, Networking aber auch Unterhaltung bieten. Denn neben Keynotes und Expertentalks sind auch Filmvorführungen, ein Musikalisches Programm und verschiedene Kulinarische Events geplant. Auftreten werden unter anderem Beth Ditto und das Hamburger Kollektiv Beginner.

Mit South by Southwest hat Mercedes-Benz einen etablierten Partner gefunden, das Veranstaltungsformat aus Austin, Texas ist seit 1987 ein Anlaufpunkt für Kreative weltweit. SXSW ist bekannt für seine Messen und Festivals rund um die Interaktions-, Film- und Musikindustrie.

Die fünf Leitthemen

Aus dem CASE-Zukunftskonzept von Mercedes-Benz – Connected, Autonomous, Shared & Electric – wurde für die me Convention ein vielseitiges Themenkonzept entwickelt:

  • New Creation dreht sich um neue Herangehensweisen, Produktionswege und neue Technologien, die zu einer neuen Art des Denkens führen können. Das Thema soll Teilnehmer inspirieren und zeigen was mit neuen Technologien möglich gemacht werden kann.
  • New Leadership zeigt die sich verändernde Beziehung zur Arbeit, wie neue Führungsstile Risiken eingehen, wie Flexibilität zu Innovation innerhalb von Unternehmen führen kann.
  • New Realities beschreibt die Verschmelzung von analogem und digitalem Leben, dem Schaffen einer neuen Realität, einer neuen Art zu leben, kommunizieren und zu arbeiten. Hier stehen Themen wie künstliche Intelligenz, Gen-biologie und vieles Weiteres auf dem Programm.
  • New Urbanism steht im Zeichen von Infrastruktur bis hin zu Architektur und behandelt alles was die Entwicklung von Lebensräumen einschließt, soziale Probleme oder Versorgung.
  • New Velocity zeigt wie sich unsere Entwicklung beschleunigt in einer sich immer verändernde Welt. Gesellschaften und technische Neuerungen gibt es täglich, wie wir damit umgehen wird in diesem Thema behandelt.

Bring your pens

Mehr als 150 Speaker werden in den verschiedenen Panels, Talks und Workshops erwartet. Außerdem wird unter anderem Kurator und künstlerischer Direktor der Londoner Serpentine Galleries, Hans Ulrich Obrist, seine aktuelle Ausstellung „The Handwriting Project“ als Zeichen gegen den Verlust der Handschrift im digitalen Zeitalter präsentieren.

Viele spannende Speaker aus verschiedenen Bereichen werden einen Beitrag zum Dialog über die Gestaltung der Zukunft leisten, unter anderem der ehemalige Astronaut der Apollo 11 und Raketenforscher Buzz Aldrin, Avangarde-Künstler und erster staatlich annerkanter Cyborg Neil Harbisson, der tibetanische Mönch Gelong Thubten, Nick Foster, Head of Design bei X – Googles „Moonshot Technology“ Fabrik und viele weitere internationale Entrepreneure, Forscher und Futuristen. Dazu sei gesagt: Alle Vorträge und Veranstaltungen werden auf Englisch sein.

Wenn die Convention schließt, beginnt das prall gefüllte Abendprogramm in den Urban Hotspots Frankfurts. Drinks, Essen, Konzerte, Ausstellungen und Kinobesuche – die Möglichkeiten sind zahlreich.

Wer dabei sein möchte, kann sich auf der Webseite von South by Southwest sein Ticket sichern. Studierende aufgepasst! Für Studenten ist ein besonderer Rabatt eingeplant, über den man sich auf der Website informieren kann. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, also seid dabei schreibt sie mit. Wir wünschen euch viel Spaß!

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Destination Check: VivaTechnology 2017

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Vergangene Woche ging die Technik-Messe VivaTechnology in die zweite Runde. Unsere Redakteurin Lisa hat sich nach Paris begeben, sich unter die Menge gemischt und mal unter den Besuchern, Ausstellern und Speakern nachgefragt, wie die Messe so ankommt und ob die VivaTech den Trip wert ist – Paris ja sowieso! Hier könnt ihr zudem nochmal ihren Kommentar zum Event nachlesen und die Artikelreihe, die im Vorfeld zur VivaTech entstanden ist. Jetzt geht’s aber um die Stimmen aus dem – internationalen – Volk!


Speakerin: Rahaf Harfoush, Digitale Anthropologin, Panel „New ways to attract women to science and technology“


Rahaf Harfoush

Wie war dein Gesamteindruck?

Meine allgemeiner Eindruck der VivaTech ist großartig. Ich liebe die Diversität unter den Speakern, dem Content und den Startups, darunter viele Frauen und Menschen verschiedener Nationen. Es ist wunderbar, unter solch internationalen Einflüssen, Ideen, Unternehmern und Experten zu sein.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ja, ich liebe es zu solchen Events zu kommen, weil ich mich immer darauf freue, mit neuen Tools und Technologien herumzuspielen. Virtual Reality macht großen Spaß und ich mag es, herauszufinden, woran Startups gerade arbeiten. Ich finde es toll, Leute zu treffen, die am Rand der innovativsten Bereiche dieser Branche arbeiten und ich liebe es einfach auch, mit ihnen zu reden und dazuzulernen. Ich habe viel über Probleme erfahren, mit denen sich die Unternehmen im Technikbereich ausgesetzt sehen. Sie haben alle möglichen technischen, kulturellen und personelle Probleme. Sie haben sich hier ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, all diese Themen in drei Tage Messe zu packen, aber es ist ihnen gelungen!

Wofür interessierst du dich hier und was war dein persönliches Highlight?

Ich interessiere mich vor allem für Themen wie die, wie man mehr Frauen in die Technikbranche bekommt. Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, mehr Frauen für diese Bereiche zu begeistern. Außerdem interessiere ich mich auch sehr für die Zukunft der Arbeit und wie Dinge wie Algorithmen und künstliche Intelligenz unsere Arbeit zukünftig verändern werden und wie sie neue Jobs schaffen und alte beseitigen werden und was wir in der Übergangszeit machen.

Ich arbeite an einer Pariser Uni als Dozentin zu den Themen Innovation und Businessmodelle und ich liebe es, die verschiedenen Businessmodelle und die Experimente, die  die Leute ausprobieren, zu untersuchen. Dieses Jahr war in der Hinsicht besonders toll, da viele große Unternehmen angekündigt haben, kleinere Startups zu unterstützen und ich denke, dass das eine gute Sache für das Ökosystem ist, um Leuten Innovation in kleineren Formaten zu ermöglichen.

Und zu meinem Highlight – es gab einen Stand mit Virtual Reality, bei dem man in solche Zylinder ging, die VR-Brille aufsetzte und sich in einer Simulation unter Wasser befand. Das war sehr bizarr und verwirrend. Ich kann schon jetzt sehen, wie disruptiv diese Technologie für die Zukunft sein wird. Ich bin mir auch sicher, dass unsere Enkelkinder uns für diese großen „Helme“ auslachen werden, aber es fühlt sich auch wirklich so an, als ob wir da am Beginn von etwas Großem und Aufregendem sehen würden.

Wie hat sich die VivaTech seit dem letzten Mal verändert?

Ich denke, weil sich durch Innovation alles so schnell bewegt, können wir viel mehr auf Dinge wie KI und Chatbots erkennen. Diese Themen haben die Agenda in diesem Jahr quasi übernommen, aber es gefällt mir, dass dieses Thema so wichtig ist. 

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der das hier spannend findet. Ich habe hier viele Studenten gesehen, Investoren, Startups – einfach jeder, der sich für das Ökosystem interessiert. Was mir an dieser Veranstaltung wirklich gut gefällt, ist, dass es die Probleme innerhalb des Ökosystems anspricht – es ist nicht nur für Startups oder die Uni oder nur für Führungskräfte. Die Tatsache, dass alle diese verschiedenen Player miteinander interagieren, spiegelt die echte Welt wieder, und das ist wichtig. Ich würde das Event also jedem empfehlen, der sich auch nur irgendwie für Technik interessiert – egal, ob er von einer großen Firma, einem Startup oder als Investor kommt. Hier werden neue Perspektiven zu anderen Parts des Ökosystems eröffnet, von denen man vielleicht nie wusste, dass sie existieren.


Besucherin: Lisa Boisneault, Communication Officer, IGN


Lisa Boisneault

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist mein zweites Mal hier und ich mag die Atmosphäre und das Ökosystem der VivaTech sehr, sie ist sehr groß – ich mag das Event!

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Die Konferenzen und Panels interessieren mich sehr. Ich arbeite in der Kommunikation, deswegen interessieren mich Themen wie Video Advertising oder wie man mehr Frauen in die Branche bringen kann. Ich erinnere mich an eine Konferenz aus dem letzten Jahr, in der es um Frauen im Business und großen Unternehmen ging, und das fand ich sehr interessant. Ich interessiere mich auch sehr für das Thema Mobilität, also Transport und so weiter. Für diese Themen gibt es hier viele interessante Startups. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde an der Messe toll, dass sie sehr international ist. Es gibt hier nicht viele solcher internationaler Events – die VivaTech ist für mich wie die CES in Las Vegas. Es ist toll, hier Englisch zu hören und zu sprechen und internationale Speaker mitzubekommen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Allen, die sich für Technologie interessieren – hier geht es um so viele verschiedene Themen: Transport, Shopping, Banking – also wirklich etwas für Leute aus allen Bereichen.


Aussteller: Henry Harris-Burland, VP of Marketing, Starship


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist fantastisch. Hier ist so viel los, das Event ist erstaunlich. Und sehr viele Leute sind an unseren Lieferrobotern interessiert.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir sind nur für einen Tag hier, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen.

Welche Themen interessieren dich besonders?

Alles, was mit selbstfahrenden Autos zu tun hat und alles über Liefer- und Versorgungsketten, egal, ob es um Lebensmittel, Pakete oder Essen geht. Das sind meine Hauptinteressen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event Startups empfehlen, die Menge an Ausstellern ist groß und übertrifft meine Erwartungen.


Besucher: Alexander Demling, Journalist, Handelsblatt


Alexander Demling

Wie war dein Gesamteindruck?

Mich beeindruckt, dass hier neben vielen Franzosen – was ja selbstverständlich ist – auch viele chinesische oder überhaupt asiatische Unternehmen sind, was ich von Konferenzen in Europa eigentlich wenig kenne. Das ist dann immer sehr europazentrisch, so viel Amerika, wie es geht, aber man guckt eigentlich ganz wenig nach Osten, wo ja gerade die neuen Internetgiganten entstehen. Hier ist der Alibaba-CEO und viele andere, auch viele Aussteller, das find ich ganz beeindruckend.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Es ist zwar noch ein bisschen kurz, aber als Journalist hab ich natürlich die Erwartung, dass ich hier viele Leute treffen kann, die das Internet der Zukunft erfinden und vordenken. Das ist hier definitiv möglich. Hier trifft man die erste, zweite und dritte Reihe: beeindruckende CEOs, von Eric Schmidt über Benedict Evans bis hin zu Andreessen Horowitz. Der ist zwar auch als Technologie-Vordenker bekannt, aber man sieht, man hat sich nicht nur bemüht, ein paar große Köpfe für das Marketing zu bekommen, sondern es gibt durch die Bank spannende Internetvordenker.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich leitete ein Panel zu „Music meets Tech“, mit einem Musikproduzenten, der Gründerin einer musikbasierten Messaging-App und der CFO des größten Radiokonglomerats der USA. Darauf habe ich mich natürlich sehr gefreut. Und generell finde ich es toll, dass man hier mit sehr vielen unterschiedlichen Themen in Kontakt kommt. Es reicht von Machine Learning, KI, Blockchain, also eher technischen Themen, bis hin zu wirklich sehr anwendungsnahen Themen wie zum Beispiel das Musikthema. Man findet alles und es ist wirklich sehr gut besetzt.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Bestimmt, auf jeden Fall. Im Vergleich zu Konferenzen in Berlin ist die VivaTech viel größer, viel internationaler und auch thematisch einfach abwechslungsreicher. Ich kann noch nicht sagen, wie ich die Diskussionsformate finde und wie gehaltvoll das ist, weil ich noch nicht viel gesehen hab, aber wenn sie die Qualität dieses Line-ups halten können, dann auf jeden Fall.


Aussteller: Nicolas Lozancic, Head of Marketing & Communication, Speedernet


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Mein Eindruck ist sehr positiv! Hier sind viele Besucher vor Ort. Die Viva Technology findet jetzt zum zweiten Mal statt und ich finde, es ist sehr wichtig, ein Event wie dieses in Europa zu haben.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ich habe einige Erwartungen. Vor der Show ist es wichtig, unsere Präsenz hier zu zeigen. Während der Show ist es wichtig, mit vielen Menschen zu kommunizieren, es ist selbstverständlich ebenso wichtig, viele Kontakte zu knüpfen und ihnen unsere Lösungen zu präsentieren. 

Was war dein persönliches Highlight?

Es gibt hier viele spannende Teilnehmer und viele Dinge in den unterschiedlichen Bereichen der Technologie. Wir haben ähnliche Techniken, außerdem gibt es hier immer Unternehmen, mit denen wir Partnerschaften verhandeln und unser Wissen teilen können. Besonders für kleine Unternehmen ist es wichtig, dass man sich mit anderen kleinen Unternehmen zusammentut.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Ich würde die VivaTech auf jeden Fall empfehlen. Für alle Startups, denn hier sind Vertreter fast jedes Marktes vertreten, außerdem für die Themen HR, Sales und Energie. Und ich finde es wichtig, dass Unternehmen, egal aus welchem Teil Europas sie sind, zeigen können, was sie tun.


Images by Lisa Kneidl


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„Innovation ist eine Geisteshaltung“ – Interview mit VivaTech-Managing Director Maxime Baffert

Viva-Technology_01.06

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld der internationalen Tech-Konferenz Viva Technology, zu der vom 15. bis 17. Juni 2017 rund 50.000 Teilnehmer und über 5.000 Startups nach Paris kommen. Die Netzpiloten werden als Medienpartner der Viva Technology mit vor Ort sein. Und hier gibt es Tickets für das Event zu gewinnen.


In etwas weniger als zwei Wochen öffnet die Tech-Konferenz VivaTechnology im Konferenzort Porte de Versailles zum zweiten Mal ihre Tore. Was Ende 2015 als spontanes Projekt startete, soll nach der erfolgreichen ersten Auflage im letzten Jahr 2017 nun bis zu 50.000 internationale Besucher versammeln. Ein selbstbewusstes Vorhaben, aber Managing Director Maxime Baffert ist zuversichtlich.

Maxime Baffert arbeitet für die Publicis Groupe, ist CEO von Proximedia und ist seit mehr als 10 Jahren im digitalen Marketing tätig. Im letzten Jahr war er Teil des Teams, das die VivaTech aus dem Nichts startete. Er beschreibt diese Zeit als sehr dynamisch und spaßig. Zusammen mit Yael Kusch-Stassart – sie ist Head of Communication and Media Partnerships der VivaTech – konnten wir ihn im Vorfeld der VivaTech zum Interview einladen.

Lisa Kneidl: Die VivaTech ist schon bald – In welcher Phase der Vorbereitung seid ihr gerade?

Maxime: Das Gute ist, dass wir sehr zuversichtlich hinsichtlich der Konferenz sind und hinsichtlich der Sachen, die wir in die Veranstaltung einbringen wollen. Wir haben eine großartige Reihe an Rednern und viele Innovationen, die vorgeführt werden. Mehr als 1.000 Startups werden mit großen Unternehmen während der drei Konferenztage zusammenarbeiten, um Workshops anzubieten. Inhaltlich steuern wir wirklich auf etwas Großartiges zu, aber bevor wir das erreichen, müssen wir eine Million Details klären, arrangieren, vorbereiten und ausführen – es ist schon ein bisschen stressig.

Letztes Jahr war die erste Auflage der VivaTech. Wie kam das alles zusammen?

Maxime: Es war eine Idee, die Maurice Lévy, der CEO der Publicis Groupe, schon seit Jahren im Hinterkopf hatte. Wir wollten etwas haben, das eine große und globale Veranstaltung sein sollte und in Paris stattfinden könnte. Wir wollten diese Art von Treffen erschaffen, die mit dem Web Summit, sowie dem CES in Las Vegas konkurrieren kann. Wir wollten mit dem Standort Paris eine neue Anlaufstelle für die großen Veranstaltungen schaffen. Ende 2015 haben wir uns mit unserem Geschäftspartner, der Wirtschaftszeitung Les Échos, getroffen und sie hatten die gleiche Idee. Also haben wir uns dazu entschlossen, den Weg gemeinsam zu gehen und unsere Kräfte zu bündeln, um dieses Event auf die Beine zu stellen. Es war komplett verrückt, weil wir uns erst Anfang Dezember 2015 getroffen haben und überzeugt waren, dass diese Veranstaltung im Juni 2016 stattfinden sollte. Wir hatten viele Leute dabei, die dachten, dass das verrückt sei, aber das hat uns erst recht motiviert, schneller daran zu arbeiten. Letztendlich haben wir es geschafft, während der drei Konferenztage insgesamt 45.000 Leute zu versammeln und ein Event zusammenzustellen, das interessant ist und sich von den anderen unterscheidet. Jetzt wollen wir dieses Niveau übertreffen, es sogar noch weiter vorantreiben und daraus ein jährliches Treffen für die digitale Welt machen.

Wie würdet ihr die letztjährige VivaTech beschreiben?

Yael Kusch-Stassart (adapted)
Image by Yael Kusch-Stassart

Yael: Für die erste Auflage hatten wir 45.000 Teilnehmer und für die zweite Auflage nehmen wir uns 50.000 Teilnehmer vor. Wir wollen es noch nicht zu groß machen.

Maxime: Wir wollen in diesem Jahr internationaler werden und Leute aus den wichtigsten Ländern, die für digitale Entwicklung stehen, erreichen. Daher sind wir sehr an dem deutschen und dem britischen Markt interessiert. Israel und natürlich China sind auch stark vertreten.

Wo sind Frankreich und Paris in der Tech-Gemeinde positioniert, was können sie anbieten? Ist Paris das Silicon Valley Frankreichs oder gar Europas?

Maxime: Ich denke, dass wir zunächst in Paris wirklich einen „Boom“ in Bezug auf Startups und die digitale Wirtschaft sehen. Wir haben jetzt eine riesige Zusammenstellung, die sich auf dem gleichen Niveau abspielt wie Konferenzen in London oder Berlin. Wir haben viele Startups, die hier gegründet worden sind, sowie viele große, besonders amerikanische, Firmen, die in Frankreich vor allem in die Qualität der Belegschaft investieren. Facebook gründet gerade sein „Artificial Intelligence Lab” in Paris.

Es gibt eine wirkliche Dynamik, die heutzutage in Paris und in ganz Frankreich stattfindet und wir spiegeln das mit der VivaTech-Konferenz wieder. Wir sind keine französische Veranstaltung, wir werden Redner sowie Sponsoren aus der ganzen Welt haben – aber ich denke, wenn wir nicht dieses dynamische Personal aus dem französischen Ökosystem hätten, hätten wir auch keine Konferenz.

Du hast Startups erwähnt. Wie wichtig sind sie für die VivaTech?

Maxime: Neben den 1.000 Startup-Ausstellern sind zudem 4.000 zu Besuch. Es ist tatsächlich eine Veranstaltung, die für Startups entworfen wurde. Unsere Spezialität ist, dass wir an das Modell der offenen Innovation glauben und wir glauben, dass es einen europäischen Weg für Startups gibt, sich zu entwickeln. Dieser europäische Weg beruht darauf, die Stärken von großen Firmen, die eine digitale Wandlung durchlaufen, zu vermischen. Startups können ihr Wachstum auf diesen großen Unternehmen gründen, weil sie Kunden oder Anteilseigner der Startups werden. Natürlich haben wir in Europa weniger Geld als in Kalifornien oder im Rest der Vereinigten Staaten zur Verfügung, aber wir glauben, es gibt eine Art Übereinstimmung zwischen großen Firmen und Startups, die sie schnell wachsen lassen.

„Innovation“ ist ein zentraler Begriff in Bezug auf Startups – Was ist „Innovation“ für dich?

Maxime: Ich denke, es erstreckt sich auf Bereiche außerhalb der Technologie, die natürlich ein großer Teil von Innovation ist, aber man kann auch Innovation in einem Geschäftsmodell erreichen. Ich denke, Innovation ist eine Geisteshaltung, die besagt, dass man sich nicht mit der Art und Weise zufrieden geben sollte, wie etwas gerade durchgeführt wird. Bei Innovationen geht es wirklich um den Versuch, um das Scheitern und darum, immer wieder zu experimentieren, bis man Erfolg hat.

Was können Besucher von der diesjährigen VivaTech erwarten?

Maxime Baffert (adapted)
Image by Maxime Baffert

Maxime: Wir haben wirklich gute Talks und tolle Redner wie Eric Schmidt von Alphabet, Daniel Zhang von Alibaba, Oliver Samwer von Rocket Internet und viele CEOs unserer Top-Sponsoren wie beispielsweise die Telekommunikationsfirma Orange. Es werden Verleger da sein, die aus den USA, Israel, Großbritannien und so weiter kommen. Mit unseren mehr als 250 Talks decken wir ein unglaublich breites Spektrum an Themen ab. Von Technologiethemen über Virtuelle Realität, künstliche Intelligenz, Robotik und Handelsthemen – wir haben einen sehr generalistischen Ansatz.

Mein Lieblingsdetail ist folgendes: Wir organisieren eine Reihe mit dem Namen „#nextechs“ und hier werden alle Themen angesprochen, von der jeder in ein paar Jahren reden wird, so wie wir heute von der Blockchain sprechen. Wir haben quantengestützte Informatik und all diese Technologien, die auf genetischer Manipulation basieren. Wir haben auch Vorträge zu Nanorobotik – die Leute, die wirkliche Tech-Nerds sind, werden wohl zufrieden sein, weil wir versuchen, detailliert auf Technologie als Themengebiet einzugehen. Das passt auch für Leute, die einfach nur wissen wollen, was in einem Bereich gerade los ist.

Was sind die drei hauptsächlichen Trendthemen der diesjährigen VivaTech?

Maxime: Das erste beinhaltet alles, was mit Data und künstlicher Intelligenz verbunden ist. Wir haben viele Vorträge dazu, weil es gerade ein wirklich heißes Thema ist. Wir haben einen sehr überzeugenden Vortrag über Fintechs. Es ist eines der Themen, an dem unsere Besucher am meisten interessiert sind. Der dritte Aspekt ist unsere Reihe mit dem Namen „#positiveimpact“, was bedeutet, dass wir zu verstehen versuchen, wie Technologien unserer Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes helfen kann. Zum Beispiel haben wir ein Panel namens „Techfugee“ das die Kernfrage bedient, wie Technologie den Flüchtlingen helfen kann.

Welches Thema ist für dich eine Herzensangelegenheit und auf was freust du dich?

Maxime: Mir gefällt das „#nextechs“-Projekt am besten, das ich gerade erwähnt habe. In diesem Jahr haben wir ein sehr wichtiges Ziel: Wir wollen das Problem der technischen Vielfalt und den Technologie-Konferenzen in Angriff nehmen – 40 Prozent der Referenten sollen Frauen sein. Unser Konferenzteam arbeitet intensiv daran, sicherzustellen, dass dieses Ziel erreicht wird. So haben wir beispielsweise alle Panels, in die sich ausschließlich Männer eingetragen hatten, abgeschafft. Bei Tech-Konferenzen hat man üblicherweise 10 Prozent oder maximal 20 Prozent Frauen – wir wollen darüber hinauskommen und zeigen, dass man, wenn man sich die Zeit nimmt, wirkliche Vielfalt auf der Bühne haben kann.

Bewerbt ihr die Veranstaltung auch aktiv auf diese Weise?

Yael: Es ist sehr wichtig und um ehrlich zu sein, gibt es kaum weibliche Hauptredner oder überhaupt Frauen in hohen Positionen mit wirklich interessanten Jobs. Noch seltener ist es, wenn sie auch noch auf der Bühne oder in der Öffentlichkeit sein wollen. Wir werben also aktiv mit weiblichen Speakern, weil uns das besonders wichtig ist.

Wer sollte an dem Event teilnehmen?

Maxime: Wir haben zwei Tage, die auf B2B ausgelegt und die wirklich für Fachleute sind. Der letzte Tag ist für B2C-Kunden gedacht. Demnach besteht unser Publikum innerhalb der ersten zwei Tage mehr aus Startups, Gründern, CEOs, Investoren und Journalisten. Am letzten Tag zielt es mehr auf Studenten und Projektverantwortliche ab, die ihre eigene Firma gründen wollen.

Yael: Es wird eine „Entdeckerzone“ geben, wo viele neue Projekte vorhanden sind, die sie entdecken können und die sie noch nicht im TV oder anderswo gesehen haben. Die zwei Tage, die B2B beinhalten, sind für uns der Schlüssel. Während des B2B-Teils wird alles auf Englisch sein und am Tag, an dem es um B2C geht, wird alles auf Französisch sein, weil wir denken, dass es eher die französischen Besucher als die internationalen Medien anzieht.

Was wollt ihr mit der diesjährigen VivaTech erreichen?

Maxime: Das erste Ziel ist, dass wir Leute anziehen, die aus mehr als 50 Ländern zur VivaTech kommen. Wir wollen uns weltweit aufstellen können. Unser zweites Ziel ist, dass wir unseren Besuchern auf der VivaTech etwas bieten, das sie noch nicht zuvor gesehen haben. Das kann ein Redner sein, den sie vorher noch nicht gehört habe oder eine Idee, über die sie vorher noch nicht nachgedacht haben. Dann wollen wir auch, dass die Leute sehen, dass die Technik etwas Positives ist. Besonders während des Wahljahres in Frankreich ist das wichtig. Wir hören viel über negative Folgen der Technik, aber wir glauben, dass die Chancen, die die Technik uns bietet, wichtiger sind als mögliche negative Auswirkungen.

Danke euch!


Images by Maxime Baffert, Yael Kusch-Stassart


Die Netzpiloten sind Partner der Viva Technology und werden vor Ort berichten. Wir verlosen Tickets für das Event, das vom 15. Bis 17. Juni 2017 in Paris stattfindet. Um an der Verlosung teilzunehmen, macht einfach mit und nutzt eure Chance auf Tickets for free für die Viva Technology! Zeit habt ihr dafür bis Dienstag, den 06. Juni. Viel Glück!

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„Irgendwann kommen die ganz Großen auch aus Deutschland.“ – Gespräch mit Dr. Alex von Frankenberg

Titelbild_Dr.Alex von Frankenberg

Gründen ist schick. Viele junge Unternehmer entscheiden sich zu gründen, während sich der digitale Wandel zunehmend beschleunigt. Deswegen ist es besonders für Investoren wichtig, disruptive Innovationen rechtzeitig zu erkennen. Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), finanziert mit seinem Team seit über zehn Jahren junge Startups in der Startphase der Gründung. Das Portfolio zeigt eine Vielzahl erfolgreicher Exits auf, unter anderem das Berliner Startup 6 Wunderkinder, das 2015 für eine dreistellige Millionensumme von Microsoft übernommen wurde.

In Bonn hat Frankenberg im Rahmen des Family Day 2017 vor mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Startup-Szene das First Closing des HTGF III mit einem Volumen von 245 Millionen Euro verkündet. Zu den Investoren gehören neben öffentlichen Partnern wie dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und der KfW derzeit 26 Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft. Der High-Tech Gründerfonds III investiert damit ab Herbst 2017 bis zu drei Millionen Euro, in Ausnahmefällen auch mehr Risikokapital, pro Unternehmen.

Wie schwer es ist, erfolgreiche Innovationen zu erkennen, die richtigen Unternehmen zu finanzieren und wie es um die deutsche Startup-Szene steht, erzählt er im Interview.

Melina Mork: Sie haben mit 6 Wunderkinder und ihrer App „Wunderlist“ eines der populärsten deutschen Startups finanziert. Wann finden Sie das nächste „Wunderlist“?

Alexander von Frankenberg: Ich glaube, wir haben ganz viele „Wunderlists“ im Portfolio. Das kann man an verschiedenen Dingen festmachen. Zum Beispiel mit den Bewertungen im dreistelligen Millionenbereich, wie Mister Spex, Outfittery und vielen anderen. Ich glaube die Zeiten sind so, dass sich immer mehr neue Wunderkinder zur Gründung entscheiden und ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen.

Startups gelten besonders dann als erfolgreich, wenn sie eine Branche nicht nur ein kleines bisschen, sondern gleich fundamental durchschütteln. Wie erkennt man eine solche disruptive Innovation?

Ich würde sagen, Startups sind auch erfolgreich, wenn sie eine inkrementelle Innovation haben, die den Markt nicht komplett durchschüttelt oder verändert. Es gibt auch viele tolle Beispiele, wie disruptive Innovationen erst Jahre danach als solche erkannt wurden. Mein Lieblingsbeispiel ist der Strategiechef von Nokia, der Ende 2009 gesagt hat, dass das iPhone, ähnlich wie der Macintosh, irgendwo in einer Nische hängen bleiben wird. Er hat die disruptive Innovation damals nicht erkannt. Wie erkennt man diese Situationen also als Investor?

Mein Geheimnis ist: Man denkt, es sei vielleicht Quatsch. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es ist wirklich Quatsch oder es ist eine disruptive Innovation. Man denkt nur, dass es Quatsch ist, weil es etwas komplett Neues ist, das nicht in unser Weltbild passt. Oft erkennt man die Innovation erst Jahre danach.

30 bis 50 Prozent von geförderten Startups scheitern. Warum können selbst Profis wie Sie nicht immer die Spreu vom Weizen trennen?

Das ist eine gute Frage. Hierbei gibt es viele Sollbruchstellen und Punkte, an denen ein Startup scheitern kann. Erstens, das Team hat noch keine Betriebserfahrung, hat noch nie zusammengearbeitet oder hat noch nie ein Produkt verkauft. Zweitens, die Technologie ist noch nicht fertig und der Markt ist den Gründern noch unklar.

Auf dem Weg von der Gründung bis zum erfolgreichen Unternehmen gibt es so viele Dinge, die schief gehen können. Auch die besten Gründer schaffen es nicht immer, alle Sollbruchstellen erfolgreich zu passieren. Und dann scheitern auch Unternehmen, die eigentlich gut aussehen, weil es durch ein Risiko doch nicht klappt.

Haben Sie Fehlervermeidungsvorschläge für Gründer?

Man kann zum einen schauen, an welchen Dingen andere Unternehmen gescheitert sind. Das ist zu allererst Streit. Das ist natürlich, man ist sich nicht immer einig. Man streitet, aber man muss auch irgendwann damit aufhören. Ansonsten ist das Unternehmen zum Scheitern verurteilt. Die zweite Fehlerquelle ist die Gefahr, zu viel Geld auszugeben. Man ist optimistisch und plant auch die Umsätze zuerst sehr optimistisch. Das Geld geht allerdings ganz schnell aus, wenn die eingeplanten Umsätze erst später eintreffen. 

Ein weiterer Fehler ist, dass man etwas macht, von dem man nicht zu hundert Prozent überzeugt ist. Heutzutage ist es einfach schick zu gründen – meine Freunde haben gegründet, jetzt muss ich auch gründen. Das ist schwierig, weil dann die Innovation des Unternehmens so gering ist, dass es zu nichts führt. Man muss von seiner Idee auch wirklich überzeugt sein. Erst dann kann man auch andere davon überzeugen.

Auf dem dem PIV-Branchentalk haben Sie Bitcoin, KI (Watson) und Carsharing (Uber) als drei Bereiche mit besonders großem Disruptions-Potenzial bezeichnet. Warum empfehlen Sie in diese Bereiche zu investieren?

Ich glaube, diese Bereiche sind nicht die einzigen Felder, die man beobachten sollte. Aber sie sind mögliche Beispiele für disruptive Innovationen, für die ich mich durchaus auch aus dem Fenster lehnen würde. Ich glaube, Bitcoin und Blockchain kann unser System von Grund auf verändern, es kann aber auch scheitern. Es kann sein, dass wir in zwei Jahren gar nicht mehr davon reden. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Und das Schöne an Innovation und an der Zukunft ist, ist dass wir sie nicht kennen. Es ist nicht klar, was sie uns bringt – im Positiven wie im Negativen. Was bedeutet, dass es noch viele Möglichkeiten geben wird.

Die genannten Beispiele für Trends und Startups kommen nach wie vor aus den USA. Wird die deutsche Startup-Szene jemals aus dem Schatten des Silicon Valley treten können?

In der Tat kommen viele Innovationen aus den USA. Es gibt aber auch mehr Amerikaner, die offener sind, neue Dinge auszuprobieren. Das liegt an der Innovationsfreudigkeit, die dort höher ist als in Deutschland. Kommen diese Sachen irgendwann mal aus Deutschland? Mit Sicherheit. Ich glaube wir haben so eine derartige Dynamik, dass Unternehmer, die auch zum zweiten oder zum dritten Mal gründen, mehr Mut haben werden, neue Sachen auf den Markt zu bringen.

Tolles Beispiel ist Frank Thelen mit seiner Investition in ein fliegendes Auto. Noch ist unklar, ob es was wird. Es gibt positive Anzeichen, es gibt aber auch Skeptiker – aber Frank ist jemand, bei dem man merkt, wie er sich emanzipiert und den Mut hat, etwas ganz großes zu machen. Deswegen bin ich mir sicher, irgendwann kommen die ganz Großen auch aus Deutschland. Wir brauchen uns auch nicht vor der Geschichte verstecken, weil die großen Marken historisch aus Deutschland kommen. Auto erfunden, Computer erfunden – es gibt ganz viele Sachen, die aus Deutschland kommen und das wird wieder so sein.

Sie sagen, wie wichtig die Unterstützung von Startups ist, die Auslandstandorte aufbauen wollen. Heißt das, der deutsche Markt ist Ihrer Meinung nach gesättigt?

Wir reden ja immer vom deutschsprachigen Raum, der ist ja sehr groß. Es gibt 100 Millionen Menschen, die dort leben, was ein unheimlich großer Markt ist. Man kann auch sehr erfolgreich sein, wenn man sich nur in diesem Markt bewegt. 

Um wirklich richtig groß zu werden, um Weltmarktführer zu werden, oder in die Weltspitze vorzudringen, muss man natürlich aus Deutschland, wahrscheinlich sogar aus Europa raus. Es gibt DAX-Unternehmen, die Auslandsumsatzanteile von um die 80 Prozent haben, das ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Eigentlich steht es in der Tradition der deutschen Firmen, dass die Wirtschaft von hier kommt, und dass wir aber auch sehr erfolgreich im Ausland sind.

Nach Nokia und Kodak haben ja viele große Technologie-Firmen Angst davor, von disruptiven Startups aus dem Spiel genommen zu werden. Inwiefern könnte die Zusammenarbeit mit Startups auch innerhalb von großen Firmen Innovationen fördern? Welche Möglichkeiten haben Corporates dafür?

Die meisten Innovationen sind inkrementell. Und genau da ist das Potential für Zusammenarbeit. Firmen können davon profitieren. Durch die Startups haben sie Zugang zu Innovation und die Startups bekommen im Gegenzug Zugang zu Ressourcen, zu Know-How und die Möglichkeiten, Partnerschaften einzugehen. Aber es gab auch schon Fälle, in denen die Innovationen der Startups so stark waren, dass eine Firma vom Markt verdrängt wird. Aber der Normalfall ist, dass man sehr gut zusammenarbeiten kann.

Sie können über Startups alles im Netz recherchieren: Inwiefern bleibt das persönliche Beschnuppern auf Gründer-Konferenzen wie dem Family Day 17 weiterhin wichtig?

Solche Termine sind definitiv noch wichtig! Das persönliche Treffen, das Bild, das man sich durch das Treffen in einem Raum macht, ist gerade am Anfang einer Beziehung super wichtig. Auch mit vielen jungen Unternehmern, die auf mich zukommen, sage ich immer wieder, dass ich sie persönlich kennenlernen möchte, egal ob am Anfang oder auch zwischendrin bei Vertragsverhandlungen oder Kooperationen. Natürlich muss man nicht alles persönlich machen, man kann in den Arbeitsphasen den Kontakt per E-Mail oder Telefon halten. Aber ganz ohne persönlichen Kontakt wird es sehr schnell sehr schwer.

Nehmen wir an, ich bin Entrepreneurin mit einer bahnbrechenden Idee. Wo genau kann ich Sie antreffen und meine Idee vorstellen?

Den High-Tech Gründerfond kann man überall antreffen. Zum einen über die Investmentmanager, zum anderen sind wir, die Geschäftsführer Michael Brandkamp und ich, auch viel unterwegs. Wir geben viele Vorträge, sind auf Messen und Wettbewerben. Und wir sind auch immer bereit dafür, wenn uns junge Unternehmer ansprechen und sagen: „Hallo hier bin ich, das ist meine Idee, was haltet ihr davon?“. Wir schauen uns alle Unterlagen an, die wir bekommen. Und durch unseren neuen Fond, haben wir nicht nur mehr Partner aus der Wirtschaft und Industrie, sondern auch mehr Mittel zur Verfügung, um Unternehmen zu finanzieren, die bis zu drei Jahre alt sein können. 

Haben Sie auch schon Unternehmen finanziert, die neben einer guten Idee noch keine ausgereiften Pläne vorzuweisen hatten?

Ja, in der Tat.  Manche kommen schon mit kleinen Umsätzen, aber manche haben auch nur einen groben Businessplan. Natürlich ist es leichter zu finanzieren, wenn ein Unternehmen schon Umsätze hat, weil dann ein paar Risiken und Sollbruchstellen wegfallen. Aber als Seed-Investor muss man sich auch auf sehr unreife Konzepte freuen. Und wir haben auch schon Unternehmen finanziert, die noch nichts vorzuweisen hatten, außer einer sehr guten Idee und einem motivierten Team.


Image (adapted) by Alexander von Frankenberg

Image (adapted)“Gedanken“ by TeroVesalainen (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Das irische Startup-ABC (Teil 1: Von A wie “AventaMed” bis L wie “Lowflo”)

Dogpatch Labs Dublin (adapted) (Image by Heisenberg Media [CC BY 2.0] via flickr)

Das Medizintechnik-Unternehmen AventaMed beweist, dass interessante Startups nicht unbedingt in Dublin beheimatet sein müssen. Die Firma hat ihren Sitz in Cork. Das Team um CEO Olive O’Driscoll und CTO John Vaughan hat es sich zum Ziel gemacht, den Bereich der Ohr-Chirugie zu transformieren. Bisher verlangten chirugische Eingriffe, um Infektionen oder Hörverlust zu behandeln, das Einführen einer Röhre unter Vollnarkose. Weltweit müssen sich jährlich zwei Millionen Kinder dieser Prozedur unterziehen – ein fünf Milliarden Euro-Markt. “AventaMed” hat ein Handgerät entwickelt, dass das Einführen der entsprechenden Röhre innerhalb weniger Minuten möglich macht – und das ohne Vollnarkose.

Ebenfalls in Cork zuhause ist “Blink”, ein Startup im Bereich Versicherungs-Tech, das trotz der Tatsache, dass es erst ein paar Monate alt ist, bereits ein Partnerschafts-Abkommen mit der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re. abgeschlossen hat. Gemeinsam entwickeln die beiden Unternehmen nun eine neue Technologie für die britische Versicherungs-Industrie. Im Zuge dieser Kooperation wird “Blink” auch ein Büro in London eröffnen. Im Bereich Flugversicherung wird “Blink” schon in naher Zukunft ein Produkt auf den Markt bringen, das Kunden in Real Time signalisiert, wenn ein Flug verspätet oder gar abgesagt ist. Das System bucht auch gleich um – ohne dass Kosten für den Kunden anfallen und ohne dass ein Versicherungs-Anspruch geltend gemacht wird. Das Produkt wird in Zusammenarbeit mit Reisebüros, Geschäftsreise-Agenturen, Flugbuchungs-Plattformen und Fluglinien auf den Markt gebracht.

In Dublin, aber auch an den Flughäfen der Welt, ist “Coindrum” zuhause. Das Startup hat eine Maschine entwickelt, mit der Münzen, die nach einer Reise übriggeblieben sind, in Duty Free Gutscheine umgewandelt werden. Neben Dublin und Belfast findet man “Coindrum” auch an den Flughäfen in Venedig, Mailand Malpensa, Faro, Larnaca und Schönefeld. Das Team um Gründer Lukas Decker ist noch sehr klein und hat vom ersten Tag in 2014 an seinen Sitz im Coworking Space “Dogpatch Labs”, ist aber gut aufgestellt für die weitere Expansion. Im letzten Jahr wurden zwei Millionen Euro von Privatinvestoren eingesammelt und das Team um Lukas Decker hofft, demnächst auch den ersten US-Flughafen als Kunden gewinnen zu können.

In Irland kommt Tech nicht an Kühen vorbei. Der Agrarsektor exportiert, egal ob lebend, geschlachtet oder zu Milchpulver verarbeitet, Milliardenwerte in alle Welt. In Mullingar in der Grafschaft Westmeath hat “Efficient Farm Solutions” ein Produkt entwickelt, das Bauern die Kontrolle des Prozesses des Kalbens erleichtert. Das System beobachtet die Temperatur und die Fruchtbarkeit der Kühe und schickt dem Bauern ein Signal, wenn die Geburt eines Kalbs näher kommt. Das Produkt richtet sich vor allem an Teilzeit-Farmer, von denen es aufgrund der auf dem Land weiterhin angespannten wirtschaftlichen Situation immer mehr gibt. Viele Farmer sind gezwungen, Zweit- oder gar Drittjobs anzunehmen und können nicht immer nah bei ihren Kühen sein.

Was für “Immersive VR Education” in Waterford vor zwei Jahren mit einem Crowdfunding von 36.500 Euro begann, setzte sich vor kurzem mit einer Investitionsrunde fort, die eine Million Euro einbrachte. Das Unternehmen entwickelt VR-Lern-Produkte für Schulen und Universitäten, aber auch für Unternehmen und im Bereich Gesundheitswesen. Hier entwickelt man gemeinsam mit den Partnern “Royal College of Surgeons” in Dublin und der “Oxford University” VR-basierende Trainingsmethoden für Ärzte.

Wassergebühren sind hier seit Jahren ein Dauerthema. Die viel zu alten Leitungen lecken überall und laut des neuesten Kompromisses, der gefunden wurde, um Neuwahlen rund um das Thema Wasser zu vermeiden, sollen nur diejenigen bezahlen, die ihre Lecks nicht fixen lassen. Kein Wunder also, dass “Lowflo” mehrere Standorte über das ganze Land verteilt hat. Die Technologie des Unternehmens findet Lecks im Auftrag von Privatleuten, Stadtverwaltungen und Unternehmen.

Zu den namhaften Klienten, die auf “Lowflo”-Technologie setzen, zählt interessanterweise auch “Irish Distillers”, die den weltbekannten, köstlichen Jameson-Whiskey brennen. Whiskey heisst auf irisch “Uisce Beatha”, also “Wasser des Lebens”. Lecks bei Jameson? Das käme hier einer Todsünde gleich!


Image (adapted) „Dogpatch Labs Dublin“ by Heisenberg Media (CC BY 2.0)


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Destination Check: VDZ Tech Summit 2016

Zum bereits vierten Mal hat am 22. und 23. November der VDZ Tech Summit stattgefunden. Die VDZ Akademie begrüßte als Teilnehmer vor allem Vertreter aus den IT-Bereichen von Verlagshäusern und Entscheidungsträger aus Medienhäusern im Empire Riverside Hotel Hamburg. An zwei Konferenztagen wurden den Teilnehmern zahlreiche, auch internationale Vorträge, Startup-Pitches und Workshops zu den Leitthemen IT, Daten und Publishing geboten.

Den Startschuss des Events gab eine Keynote vom Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda. Die Konferenz-Kulisse des Hamburger Hafens stellte auch gleich eine perfekte Vergleichsfläche zur IT- und Medienwelt dar. Brosda lobte es als eines der größten Digitalisierungsprojekte Deutschlands und erstellte so ein Gleichnis zu Verlagshäusern, die sich ebenfalls immer mehr mit dem digitalen Wandel konfrontiert sehen und diesem immer einen Schritt voraus sein sollten. Die Digitalisierung und Algorithmisierung der redaktionellen Arbeit war häufiges Thema verschiedener Vorträge, aber Brosda stellte schon zu Beginn klar: „Ein Diskurs kann nicht digitalisiert werden. Journalistische Sprache muss so stark sein, dass sie sichtbar bleibt“.

Zu den einprägsamsten und beliebtesten Vorträgen zählte Peter Buhrs (Senior Consultant Digital & Innovations Axel Springer SE) unkonventionelle, energetische Präsentation zum Thema „Digitalen Journalismus erfolgreich machen“. „Man gewinnt den Krieg in den Köpfen nur mit Wörtern, nicht über Technologie!“, plädiert Buhr. Man solle den Kern der Elemente finden und mit den besten Formulierungen gegen die Konkurrenz angehen. Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa untermauerte dies mit seiner Aussage, dass „journalistische Inhalte zu produzieren […] kein aussterbendes Gewerbe“ sei. Die Riege der Online-Redakteure darf also noch getrost aufatmen!

Eindrücke gab es viele, Begrifflichkeiten wie Big Data, B2B oder e-Commerce fielen links und rechts, als „Key-Takeaway“ formulierten die Moderatoren allerdings, dass die Technologie in Verlagshäusern von den Anwesenden zu verantworten ist und die sich in einem Dilemma zwischen dem gestern, heute und morgen befindet. Technologen sollen „out of the box“ denken, aber auch das gemeinsame Lernen voneinander stehe als Motto der Veranstaltung im Vordergrund. Zusammengefasst heißt es also, um dem berühmten Technologie-Journalisten Nicholas Carr zu wiedersprechen: „IT does matter!“.


Moderator: Stephan Huegel, IDG


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Image by IDG

Stephan Huegel hat auf dem VDZ Tech Summit mit seinem Kollegen Jannis Moutafis die Moderation übernommen und ist selbst begeisterter Techie. Bei IDG ist er Chief Technology Officer.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Der Gesamteindruck ist ein vor allen Dingen positiver. Am Ende des Tages steht das vor allem die Erkenntnis, dass Technologie viel tun kann für Publisher. Und sie kann nicht nur viel tun, sie ist auch in der Pflicht, gewisse Dingen zu treiben. Wie die Daseinsberechtigung der Online-Journalisten zu definieren, Geschäftsmodelle zu erschließen und auch neue Monetarisierungs-Modelle zu finden, abseits der Monetarisierungen über Werbeerlösmodelle. Also insofern habe ich als Technologe selber einen sehr positiven Eindruck dieses Tages, weil ich weiß, Technologie ist tatsächlich Bestandteil der DNA der Verlagshäuser.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, teilweise sogar übertroffen. Ich fand uns Referenten nur teilweise etwas holprig, aber das ist eben der Veranstaltung der Größenordnung zu verschulden, da spielte ein bisschen Nervosität mit. Aber ich war sehr angetan, die Qualität war super, alle Referenten haben sich wirklich auch bemüht, aus der Praxis zu berichten und Einblicke in die eigene verlegerische oder technologische Arbeit zu gewähren – also genau so, wie das eigentlich sein sollte. Ich habe mir die Reaktionen der Teilnehmer hier vor Ort angehört, ich habe es mir auch auf Twitter durchgelesen und glaube, erkennen zu können, dass wir da in Summe eine Punktlandung gemacht haben und die Erwartungen auch erfüllt haben.

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand den Vortrag von Nils Wollny ganz visionär und interessant, der skizziert hat, wie die digitale Strategie bei AUDI aussieht. Ansonsten haben wir den Peter Buhr gehabt und das war ja sowohl vom Inhalt als auch vom Format her sehr disruptiv, ein engagierter Vortrag. Auf so etwas stehe ich sowieso immer.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem Technologen, der ein besseres Verständnis dafür generieren möchte, welche Anforderungen das Business in Verlagshäusern an Technologie stellt und jedem Geschäftsführer oder Business-Verantwortlichen in Verlagshäusern, der mehr darüber lernen will, welchen Wertbeitrag Technologie in Vertragshäusern erbringen kann.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Ich sehe Verlagshäuser nach wie vor als ein Quality- und Gatekeeper für qualitativ hochwertige Inhalte, denke das ist der primäre Informationsauftrag und die primäre Daseinsberechtigung für Marken. Wir haben das auch am Beispiel von AUDI oder dem Beitrag von Burda, die über Thunder referiert haben. Es geht auch darum, Alternativen oder Optionen – ich will nicht von Gegengewicht reden – zu großen, marktbestehenden digitalen Playern zu definieren. Facebook, Twitter, die großen Netzwerke wie Amazon oder Apple, da müssen Verlage noch viel tun, um sich zu positionieren. Aber ich bin vollkommen zuversichtlich, dass wir das können – nicht zuletzt durch Technologie.


Start-up Trend-Pitcher: Evgeni Kouris, Gamewheel


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Image by Evgeni Kouris

Evgeni Kouris ist Gründer und CEO des Startups Gamewheel, welches er zusammen mit dem Stichwort der „Gamification“ den Teilnehmern des VDZTS im Rahmen eines fünfminütigen Startup Trend-Pitches in einer Präsentation vorgestellt hat.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Also auf jeden Fall gab es sehr viele neue Impulse für die Industrie, die aus meiner Startup-Sicht auch sehr klassisch ist und auch eine gewisse Konservativität besitzt. Ich glaube, dass die meisten Leute hier sehr daran interessiert sind, neue Dinge zu erfahren, es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und alle tauschen sich aus, ein echt cooles Event!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin nicht unbedingt mit Erwartungen gestartet, eher mit Neugier auf die Themen, die in der Industrie gerade sehr spannend sind. Wir arbeiten mit Gamewheel eher mit Markenwelten zusammen. Wir helfen auch dabei, Geschichten zu erzählen und das ist natürlich für uns sehr spannend, wohin sich die Publishing-Industrie bewegt und welche Fragen gestellt werden. Natürlich wurde ganz viel Big Data und Daten, Daten, Daten erwähnt, das ist nicht überraschend. Es gab aber auch ein paar spannende Vorträge wie der von DuMont Net mit Patrick Wölke, das fand ich sehr interessant. Also insgesamt ein gutes Niveau!

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand gerade den Vortrag von DuMont spannend. Dort wurde die Mediennutzung sehr stark heruntergebrochen. Wir beschäftigen uns viel mit der Frage, auf welchen Kanälen man die Menschen erreicht. Das wurde auch mit eigenen Daten belegt, dass beispielsweise morgens die Leute mit mobilen Daten eher zu erreichen sind und wir helfen Mobile First Content zu bauen. Das ist für uns gut zu wissen, dass auch die Publishing-Industrie tatsächlich sehr gezielt auf verschiedenen Kanälen Content aufbaut.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich empfehle sie jedem, der sich um Content-Erstellung oder Technologie in dem Bereich bemüht oder auch einfach mit der Industrie zusammenarbeiten möchte. Ich hab ja auch einige der Start-ups empfohlen, die für dieses Event dazu gekommen sind. Beispielsweise 12k, die sich mit Randanalysen beschäftigen, die sind auch aus dem Berliner Inkubator von Project Flying Elephant dazugekommen. Es ist schon für beide Welten sehr spannend, sich auszutauschen. Durch Diskurs entstehen ja dann auch neue Ideen!

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Da kann ich natürlich, wie in meinem Vortrag, nur sagen: Gamification! Wir glauben daran, dass durch diese Änderung des Nutzerverhaltens, wenn die meisten auf mobilen Geräten Games nutzen und das tagtäglich, dann wird sich natürlich auch irgendwann der Content wandeln müssen. Das ist immer so, wenn der Nutzer darüber entscheidet was der Publisher produziert.

Das wird zwar deutlich langsamer geschehen als bei Social Media, wo Instant oder Social Games auch schon immer ein Teil davon sind, aber ich glaube, es kann auch im Storytelling oder im klassischen, konservativen Content mehr Verspieltheit oder leichte Gamification-Prinzipien geben, damit man ein höheres Engagement erzielt. Da gibt es im Advertising-Umfeld immer mehr Premium-Formate, die dann mit diesen Stories mehr zusammenhängen und ein Ganzes ergeben, damit einem nicht mehr einfach ein bisschen fremdgesteuert die ganze Ad-Deck vors Gesicht gesetzt wird.


Aussteller: David Best, Kirchner + Robrecht


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Image by Kirchner + Robrecht

David Best ist Consultant bei Kirchner + Robrecht und war auf dem VDZTS als Aussteller vertreten.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Die Startup-Kurzvorstellungen waren durchweg spannend, zudem einige Vorträge. Einiges kennt man schon, manches war neu und vieles hat gut illustriert, wie man IT-Themen zukunftsfähig angehen kann.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine dedizierten Erwartungen an das Programm oder die Vortragenden, da ich mit Kirchner + Robrecht in erster Linie als Aussteller vor Ort war. Dennoch nehme ich die Erkenntnisse zu den IT-Themenfeldern, mit denen wir uns regelmäßig als Beratung auseinandersetzen, sehr gerne mit!

Hatten Sie einen Favoriten?

Peter Buhr von Axel Springer fand ich jedenfalls am unterhaltsamsten.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Letztlich schon der vertretenen Kernzielgruppe, also IT-Führungskräfte und Verlagsmanager. Die Veranstaltung wäre sicherlich auch für Redakteure interessant, die dadurch einen noch stärkeren Einblick in IT-Trendthemen bekommen können – die sie bereits betreffen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Es wird weiterhin für Verlage herausfordernd bleiben. Die Verlage müssen sehr genau darauf schauen, was die Zielgruppen benötigen und ob und mit welchen digitalen Produkten und Services man für die Zielgruppen Wert und Nutzen schafft. Hierbei kann die Technologie ein Mittel sein, die „Assets“ sind Daten und Content. Die durch die Tech-Player vorangetriebenen Ansätze (Big Data, Cognitive Computing, Deep Learning, Chatbots, um nur ein paar zu nennen) dürfen nicht als „Buzzwords“ abgetan werden, sondern müssen auf strategische Relevanz und konkrete Einsatzfelder für das eigene Geschäft betrachtet und bearbeitet werden.


Besucher: Lorenz Zehetbauer, verlag moderne industrie


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Image by verlag modern industrie gmbh

Lorenz Zehetbauer ist Head of Digital Products bei verlag moderne industrie und war als Besucher auf dem VDZTS.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Lorenz Zehetbauer: Gut! Spannende Vorträge, interessante Pitches!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, ich bin mit vielen Erwartungen gekommen! Insbesondere die Pitches haben mich interessiert! Da waren auch zwei, drei Sachen dabei, die man so dann auch nochmal nachrecherchieren wird.

Hatten Sie einen Favoriten?

Vor allem der Kollege Peter Buhr von Axel Springer mit seinem Impulsvortrag, der auch mal bisschen lauter war zwischendrin, aber sehr interessant, spannend und unterhaltsam.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Redakteure haben ja heute ihr Fett wegbekommen! Also ich denke, die Veranstaltung richtet sich schon eher an Techies oder die Entscheidungsträger, die über Technologie entscheiden, es gibt ja dann auch andere Events, die speziell an Redakteure gerichtet sind.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Das kommt ein bisschen auf den Bereich an, sprich Fachzeitschriften oder tagesaktuelle und News-Bereiche. Ich denke, das sind schon sehr unterschiedliche Themen. Ganz interessant wird die Auseinandersetzung mit den großen amerikanischen Portalen. Wie das genau aussieht in fünf Jahren kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, es wird ein entscheidender Punkt sein, wie man mit Google, Facebook und den anderen umgeht. Alle reden von Snapchat, aber die meisten haben das gar nicht richtig verstanden – ist das was für die Medienhäuser – oder nicht?

In fünf Jahren gibt’s dann wahrscheinlich noch zehn, zwanzig andere, mit denen man sich auseinandersetzen muss und da sollte man grundsätzlich eine Lösung finden. Schön wäre natürlich auch, wenn so etwas aus Deutschland kommen würde. Aber das wäre dann auch keine Aufgabe der Publisher, sondern da müssten wahrscheinlich ganz andere Rahmenbedingungen in Europa geschaffen werden.

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Check-up Ireland: Ein Jahr in Sachen Tech quer durch Irland

Irlande 3 (adapted) (Image by Werner Bayer [CC BY 20] via flickr)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die „Tech-Insel” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Von Apple und Birnen (oder Knoblauch)

Vor vier Jahren wurde der Inhaber eines der größten Frucht- & Gemüse-Unternehmen Irlands zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Sein Verbrechen – er hatte 1,6 Millonen Euro hinterzogen, in dem er über tausend Tonnen von importiertem Knoblauch als Äpfel deklariert hatte. Schon wenige Tage danach war sein Name wohl auch denen entfallen, die sich für Steuer-Themen interessieren. Auch ich musste erst einmal Google heranziehen, um Paul Begley als den Mann zu identifizieren, der zuletzt von Politikern vor allem linker Gesinnung im irischen Parlament als Beispiel dafür genannt wurde, wie ungerecht es im Staate Irland doch vonstatten gehe.

Auf der einen Seite rotte ein „Pfeiler der lokalen Gemeinschaft” im Knast dahin, weil er Knoblauch im steuerlichen Gegenwert von 16 Millionen Euro zu Äpfeln gemacht habe. Auf der anderen Seite könne Apple Irland und die Welt um 13 Milliarden Euro an Steuern betrügen und niemand müsse befürchten, wegen Steuervergehen angeklagt, geschweige denn verurteilt zu werden. Ganz im Gegenteil – die irische Regierung habe sich mit dem Einspruch gegen den Beschluss der EU-Kommission, dass Apple den enormen Betrag samt Zinsen nachzahlen müsse, zum Komplizen des unsozialen, multinationalen Unternehmens gemacht.

Die Minderheitsregierung der Mitte-Rechts-Partei Fine Gael machte, vertreten durch den Finanzminister Michael Noonan, gegenüber der EU-Kommission, den EU-Partnern, die das irische Steuersystem schon lange kritisieren, sowie gegenüber Kritikern des Einspruchs in der Opposition zwei Punkte unmissverständlich klar. Zum einen habe Apple niemals gegen Steuerrecht verstoßen, sondern vielmehr Flexibilität im Steuerrecht genutzt, die auch jedem anderen Unternehmen offen gestanden habe. Zum anderen würde das Nachgeben gegenüber der EU-Kommission bedeuten, dass Irland das Signal an die wichtige Gemeinschaft der multinationalen Konzerne aussende, dass das sprichwörtliche „Céad Míle Fáilte” (100,000 Willkommen), welches die Iren ihren Gästen darbringen, um ein paar Nullen verkürzt würde.

Oppositionspolitiker, die den Fall von Paul Begley in die Diskussion einbrachten, hätten Äpfel mit Birnen verglichen. Dass Michael Noonan für seine fruchtige Erklärung keinerlei Widerspruch aus den Reihen der größten Oppositionspartei erntete, war keine Überraschung. Der Wahlbezirk sowohl des Parteichefs von Fianna Fáil als auch des finanzpolitischen Sprechers der Partei ist Cork, wo Apple 5000 Mitarbeiter beschäftigt.

Und mag Apple noch so wenig an Körperschaftssteuer zahlen, so sind die 5000 Mitarbeiter und ihre Familien aber doch (neben potentiellen Fianna Fáil-Wählern) Einkommensteuerzahler, Käufer in Supermärkten und Autofahrer, die Kfz- und Benzinsteuer entrichten. Das ist die Realität im Zusammenhang mit multinationalen Unternehmen nicht nur in Cork, wo neben Apple auch viele Unternehmen in den Bereichen Pharma und Biotechnologie angesiedelt sind, sondern auch in Galway und Limerick, wo es ähnliche Cluster gibt. Vor allem gilt es natürlich auch für die Hauptstadt Dublin, wo Microsoft, IBM, Google, Facebook und Twitter Zehntausende beschäftigen.

Das Ding mit Apple und Knoblauch mag für manche zwar zum Himmel stinken, aber der Weg von der Realität des Förderns vor allem von multinationalen Konzernen hin zu einer Gesellschaft, in der auch Kleinstunternehmen und der Mittelstand ähnlich gute Chancen haben, wird ein langer sein. Die Ansiedlung von irischen Startups neben den Multinationals in den Clustern sind dabei Meilensteine, die durchaus Anlass zur Hoffnung geben sollten.


Image (adapted) „Irlande 3“ by Werner Bayer (CC BY 2.0)


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