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Netzpiloten @NKF Summit

Die Industrie 4.0 braucht den intensiven Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Startups. Das ist das Markenzeichen der Transformationshelfer NKF Media. In Dresden geht der NKF Summit am 8. März in seine fünfte Runde. Wir Netzpiloten freuen uns, wieder als Medienpartner der inspirierenden Konferenz mit dabei zu sein, wenn erneut etablierte Corporates auf visionäre Startups treffen. Die diesjährige Ausgabe findet in der Gläsernen Manufaktur statt, die sich als „Center of Future Mobilty“ versteht. 

Welche Speaker werden da sein?

In einer Produktionsstätte von Volkswagen stattfindend, darf die Automobilindustrie auf dem NKF Summit nicht fehlen. Daher gehören Porsche Digital CEO Thilo Koslowski und Volkswagens Head of New Mobility and Innovations Marco Weiß zur Riege der spannenden Referenten. Auf Startup Seite steht zum Beispiel Lawrence Leuschner, Co-founder des Berliner eScooter-Sharing Anbieters Tier Mobility. Mit New Mobility beschäftigt sich auch Gunnar Floh, Gründer und Geschäftsführer von Wunder Mobility. Auf dem Investor-Panel spricht zudem Dr Tanja Emmerling vom High-Tech Gründerfonds, einem der aktivsten Seedinvestors in Europa.

Wer sonst noch als Speaker auf dem NKF Summit dabei ist, könnt ihr euch hier sehen.

Welche Themen und Formate erwarten euch?

Auf dem NKF Summit steht dieses Jahr die Industrie 4.0, New Mobility und das Internet of Things im Vordergrund. Zu den zahlreichen Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Elektrische Mikro-Mobilität
  • Deutschland – zukunftsblinde Republik?
  • Industrielles Internet der Dinge

Teil des NKF Summit ist auch die Startup Expo, ein Ausstellungsbereich, in dem sich rund 50 Startups präsentieren. Hier gibt es unter anderem auch Speed-Networking Sessions.

Und sonst noch? – 25 % Netzpiloten-Rabatt!

Die Tickets für den NKF Summit könnt ihr direkt über die Website bestellen. Wer den NKF Summit als junges Startup besuchen will, kann auf Anfrage ein Startup-Ticket zum Sonderpreis von 190 Euro ergattern. Alle anderen profitieren von unserem Netzpiloten-Rabatt: 25 % mit diesem Code: NKF5-NETZPILOTEN. Wir freuen uns schon auf die inspirierende Konferenz in der Gläsernen Manufaktur.

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Insta360 ONE X: neue VR-Action-Kamera mit 5,7K ab sofort erhältlich

360-Grad-Foto- und Videokameras liegen voll im Trend. Auch beim jungen Unternehmen hardwrks aus Hannover gehören die Kameras von Insta360 schon längst zum Sortiment. Nun präsentiert das Startup als Premiumpartner von Insta360 mit der Insta360 ONE X eine VR-Videokamera mit beachtlicher 5,7 K-Auflösung und einem vielversprechenden Stabilisierung-Algorithmus. Dank der zugehörigen mobilen App können Nutzer ihre Videos professionell nachbearbeiten. Die App mit Visual Tracking soll dabei sogar Selfie-Sticks erkennen und sie im fertigen 360-Grad-Video ausblenden – mehr Immersion geht fast nicht.

Die Insta360 ONE X zeichnet Videos alleinstehend oder mit einem iPhone oder Android-Smartphone verbunden in einer höchstmöglichen Auflösung von 30 FPS auf. Darüber hinaus lässt sich die Framerate der Kamera variieren. So sorgen 50 FPS (4K) oder sogar 100 FPS (3K) auch in dynamischen Szenen für weiche Kamerabewegungen. Außerdem wird es möglich, die Bewegungen zu verlangsamen, um so die besten Momente hervorzuheben. 360-Grad-Fotos nimmt die Kamera mit einer Auflösung von 18 Megapixeln auf.

Videostabilisierung ohne Hardware

Die ONE X verwendet den sogenannten Insta360 FlowState Stabilisierung-Algorithmus, der Bewegungen in alle Richtungen analysiert. FlowState soll für stabile Bilder und weiche Kamerafahrten sorgen, auch wenn die ONE X auf einem Helm, einem Selfie-Stick oder einem Fahrzeug befestigt ist. Apropos Selfie-Stick, die verschwinden in den Aufnahmen ganz automatisch, so dass man den Eindruck einer fliegenden Kamera wie bei einer Drohne erhalten kann.

Aufnahmen wie im Flug: Den Selfie-Stick blendet die Videosoftware automatisch aus. Image by hardwrk

Datenübertragung auf das Smartphone

Nutzer können sich die Aufnahmen der ONE X über 5G-WiFi anschauen oder die Aufnahmen mit dem Smartphone steuern. Zur Übertragung aufs Smartphone stehen ebenfalls Kabel zur Verfügung. So sind Lightning-, USB Type-C- und Micro-USB-Kabel im Lieferumfang der ONE X enthalten. Darüber hinaus gibt es die Kamera in zwei verschiedenen Gehäusen. Zum einen im Venture Case, einer robusten Hülle, die die Kamera vor Spritzwasser schützt und die Kamera bis fünf Meter wasserdicht hält. Zum anderen das Dive Case, speziell für Unterwasser-360-Aufnahmen, das die Kamera bis zu 30 Metern Tiefe schützt.

Die Insta360 ONE X ist ab sofort zum Preis von 459,95 Euro erhältlich. 

Der insta360-Premiumpartner hardwrks vertreibt die Kamera zum Verkaufsstart in Deutschland über Amazon (Partnerlink)


Image by Hardwrk

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Netzpiloten @Gründen, Fördern, Wachsen 2018

Am 15. November findet im Capitol Theater in Offenbach die Veranstaltung Gründen, Fördern, Wachsen statt. Wir, Netzpiloten, sind wieder als Partner mit dabei. Das Event ist sozusagen der hessische Beitrag zur bundesweiten „Gründerwoche Deutschland“, bei der mit über 1.000 Workshops, Seminaren und vielen weiteren Veranstaltungen für die berufliche Selbstständigkeit geworben wird. Es sollen Impulse gesetzt werden für eine neue Gründungskultur in Deutschland! Das finden wir als Startup der 2000er New Economy Welle natürlich gut.

Bereits seit 2012 richtet der F.A.Z.-Fachverlag in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern die Veranstaltung aus. Ein Partner ist unter anderem das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Die Zielgruppe sind Gründer, Startups und Gründungsinteressierte. Die Veranstaltung richtet sich aber auch an Investoren und Coaches. 

Welche Experten werden auf der Veranstaltung sein?

Zu den Speakern gehört unter anderem die Managerin Rachel Demant. Sie wird eine Einführung in die Virtual Reality geben. Zudem wird der Chefredakteur des Magazins Markt und Mittelstand, Christian Preiser dabeisein und ein Interview über Startups moderieren. Der Unternehmer Patrick Brienen erklärt, was es braucht für ein erfolgreiches Startup Scaleup. Des Weiteren verrät die Unternehmerin Sabrina Spielberger welche Fehler ihr beim Firmengründen passiert sind und worauf man unbedingt achten soll beim Startup-Abenteuer.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Impulsvorträge
  • ein Diskussionsforum
  • Workshops, in denen intensiv an einem Thema gearbeitet wird
  • eine Themenlounge, in der ein Gründungsthema diskutiert wird
  • ein Coachingcafé mit exklusiven Coaching-Gesprächen, sowie eine Ausstellung der Partner und Startups.

Macht mit beim Tech-Pitch!

Startups und Gründer aus den Bereichen innovativer Technologien haben die Chance beim Tech-Pitch eine Auszeichnung zu bekommen. Hierfür müssen sie eine Fachjury und das Publikum von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Es winken 1.000 Euro. Bewerben könnt ihr euch bis 30. September hier.

Und hier noch unser Ticket-Gewinnspiel für Unternehmer:

Ihr seid Unternehmer (1. oder 2. Führungsebene) und wollt beim Event Gründen, Fördern, Wachsen dabeisein? Dann macht mit bei unserem Gewinnspiel und gewinnt eines von drei Tickets!

Wir wünschen allen eine spannende Zeit beim Gründen, Fördern, Wachsen!

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  • ROOMBAS wired: Roombas sollen private Wohnungen für Google und Amazon scannen: Das Unternehmen iRobot hat seit seiner Gründung schon viele Haushaltsroboter verkauft, am erfolgreichsten die der Reihe Roomba, die die Wohnungen autonom reinigen können und durch Infrarotsensoren Hindernisse, wie Möbel und Kanten, in der Wohnung erkennen. Seit 2015 gibt es eine kleine Neuerung, wobei die Roombas über ein Karten- und Visualisierungssystem verfügen, so kann die Wohnung kartografiert werden und die Reinigung geht noch schneller und hindernisloser. Interessant sind diese Lagepläne für Google, Apple und Co., die ihre intelligenten Assistenten wie Alexa damit optimieren könnten. Ein Problem be dem Datenschutz könnte es jedoch geben, da private Raumaufzeichnungen bestehen.

  • CHROME t3n: Chrome hat den Browser-Krieg gewonnen – sagt der ehemalige Technikchef von Mozilla: Der ehemalige Technikchef Andreas Gal nimmt Stellung zu dem Konkurrenzkampf um Chrome und Firefox. Firefox habe demnach keine Chance mehr gegen Chromes Marketing gehabt. Messen kann man den Verlust von Firefox daran, dass im Vergleich zu den Jahren davor 22 Prozent weniger Firefox-Installationen aktiv waren. Die genauen Zahlen des Verlaufes veröffentlichte Andreas Gal zuletzt auf Github. Eine Verbesserung für Firefox scheint nicht in Sicht zu sein, da Goole und Chrome es verstehen würden ihre Monopolstellung geschickt zu nutzen um Eigenwerbung zu betreiben.

  • EPLAYER horizont: ProSiebenSat.1 Puls 4 und 4Sports vermarkten ePlayer von Perform Media Germany: Ab jetzt investieren ProSiebenSat.1 Puls 4 und 4 Sports in die Online Vermarktung des ePlayers der Perform Group, die monatlich um die 120 Millionen User erreicht. Der Inhalt von ePlayer bezieht sich unter anderem auf digitale Sportinhalte und ihre Zusammenarbeit sei ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft, so die Leitung 4Sports, Sportvermarktung bei ProSiebenSat.1 Puls 4. Zu unterschätzen ist der ePlayer nicht, denn er ist im deutschsprachigen Raum der mit dem attraktivsten Videocontent, der einer der größten europäischen Fußball-Ligen wie die LaLiga, die Premier League und die Serie A mit innehat.

  • UBER NGIN: Japanischer Tech-Konzern will Milliarden-Anteil an Uber übernehmen: Der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank soll jetzt bei Uber einsteigen, etwa ein neuer Großinvestor? Spekulationen blieben offen, bis jetzt hat sich keiner der beiden Parteien dazu geäußert und auch das Wall Street Journal beruft sich auf Insiderwissen. Genauere Pläne seien nach dem Wall Street Journal zwischen den beiden Konzernen sowieso erst zu machen, wenn der Vortsnad neu besetzt worden ist. Aufgrund der Anschuldigungen im Thema Sexismus und Diskriminierung schadet der Mitgründer Travis Kalanick dem Ruf des Unternehmens zunehmend.

  • GROUPIFY gruenderszene: Dieser Gründer liefert Onlineshops mit einer smarten Idee deutlich mehr Kunden: Gemeinsam shoppen? Das hat der Groupify-Gründer Alex von Harsdorf erfunden. Mit dem neuen Start-up können Freunde zu einem Onlineshop eingeladen werden, so sollen sich unter anderem die Versandkosten geteilt werden. Trotz des großen Potenzials hat das Unternehmen bis jetzt auf Investoren oder Investitionen in das Marketing von außerhalb verzichtet, ein Gespräch mit einigen Investoren schien aber bereits schon gemacht worden zu sein.

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  • CHIP heise: Chip-Implantat zur Idenfifikation: Firma will Mitarbeitern Chips einsetzen: Den Mitarbeitern der amerikanischen Firma Three Square Market soll ab dem 1. August ein Chip eingesetzt werden, der unter anderem dem Öffnen von Türen und Computer dient, sowie als neue Zahlungsmethode. Inspiration für diese revolutionäre Idee gab ein schwedisches Unternehmen mit Namen BioHax. Diese hat ihre Angestellten schon bereits vollkommen verchipt und gilt als Vorreiter einer zukunftsweisenden Innovation. Eine Zusammenarbeit der beiden visionären Unternehmen soll den Marktanteil der Firma Three Square Market revolutionieren.

  • DB t3n: Exklusiv: Deutsche Bahn steckt Millionen in Berliner Taxi-Startup: Das Berliner Start-Up Talixo vermittelt sowohl Taxis, als auch Limousinen zu einem fairen Preis. Gesponsert wird das seit 2012 bestehende Unternehmen jetzt von der Deutschen Bahn. Der siebenstellige Betrag der Bahn dient dem Unternehmen um nach Asien und in die USA zu expandieren. Bisher ist Talixo in 95 Ländern und über 700 Städten bekannt. Da die Konkurrenz in dieser Branche jedoch sehr hoch ist, kommt eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn nicht schlecht und auch die profitiert von einer Verbindung. Nach dem Geschäftsführer Manuel Gerres der DB Digital Ventures ist ein großes Wachstumspotenzial in diesem Bereich zu sehen.

  • AUTONOM golem: Autonomes Containerschiff soll elektrisch fahren: Erst autonomes Fahren von Autos und jetzt das! Ein Containerschiff soll fortan elektrisch fahren und somit seine Ladungen emissionsfrei transportieren können. Zwar wird es noch einige Jahre dauern, die Pläne für das Schiff Yara Birkeland stehen aber fest- 2020 soll das erste, emissionsfreie und autonom fahrende Containerschiff in See stechen. Erste Testläufe starten voraussichtlich im Jahr 2018, bis dahin tüfteln die Firma Yara International und Kongsberg Gruppen noch fleißig an ihrem Zukunfstprojekt. Ein weiteres Projekt in diese Richtung entwickelt derzeit der Automobilhersteller Rolls Royce mit mehreren finnischen Universitäten und Unternehmen aus der Schiffahrtsbranche.

  • CYBERSPIONAGE n24: Jedes zweite deutsche Unternehmen wird sabotiert und bestohlen: Mit Cyberspionage und zuweilen auch Sabotage haben deutsche Unternehmen jedes Jahr aufs neue zu kämpfen, doch aufgedeckt werden solche Vorfälle meist nur durch Zufall. Jedes zweite Unternehmen soll nach einer Studie des Digitalverbands Bitkom und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Deutschland schon einmal ausspioniert oder beklaut worden sein. Die finanziellen Schäden, die dabei entstehen, sind immens. Eine Investition in die digitale Sicherheit ist somit unabkömmlich, wie die neuen Zahlen wieder deutlich zeigen.

  • PROZESS horizont: Prozess beginnt: Terrorvorwürfe gegen „Cumhuriyet“-Mitarbeiter: Insgesamt wurden 17 frühere Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ verhaftet. Grund hierfür waren Terrorvorwürfe.
    Am Montag soll nun der Prozess in Istanbul stattfinden. Viele Reporter von Ohne Grenzen zweifeln an der Schuld der Angeklagten und halten die Vorwürfe für politisch motiviert. Derzeit droht den Angeklagten nach den Reportern eine Haftstrafe von 43 Jahren.

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  • LG golem: LG bringt Monitor mit 42,5-Zoll-Panel für vier Signalquellen: LG bringt den neuen Monitor mit 42,5 Zoll-Panel heraus für einen unglaublichen Multibildbetrieb dank seiner vielen HDMI-Eingänge. Die neue Software bietet außerdem die Möglichkeit, die Steuerung des Monitors per Maus zu managen. Doch keine Angst, es handelt sich bei diesem neuen Schatz nicht nur um einen geschäftlichen Einsatz, auch für Gamer bietet LG einen extra Gaming-Monitor. Nachdem das Gerät schon in den USA angeboten wurde, kommt es nun auch mit einer Garantie von zwei Jahren auf den deutschen Markt mit einem Preis von ca. 800 Euro.

  • FBI heise: FBI warnt vor vernetzten Spielzeug: Der Feind im Kinderzimmer. Erst 2016 wurde die Puppe „My Friend Cayla“ von der Bundesnetzagentur als Spionagegerät bestimmt und auch jetzt warnt das FBI offiziell vor Spielsachen, die vernetzt sind. Die Sensoren bei diesem Spielzeug enthalten Mikrophone, Kameras und weitere Multimediafunktionen, die die Sicherheit und Privatsphäre der Kinder in erheblichem Maße einschränken könnten. Ob die gespeicherten Daten als Marktforschung von Unternehmen oder aber von Kriminellen als Erforschung des Kindes dienen, das Aushorchen der Kinder sollte keinen Platz im Spielzimmer haben. Aus diesem Grund sind solche Spionagegeräte in deutschen Kinderzimmern auch illegal, sagte die Bundesnetzagentur im Dezember.

  • AMAZON t3n: Hinter den Kulissen von Amazon Fresh: Wie Picker und clevere Software deinen Einkaufskorb füllen: Amazon Fresh ist mehr als nur ein ganz normaler, zukünftiger Supermarkt. Es began in Berlin und Potsdam mit 85.000 Artikeln und weitet sich jetzt auch auf Hamburg aus mit mittlerweile 300.000 Artikeln. Amazon Fresh könnte eine erhebliche Konkurrenz für andere Supermärkte werden, weil sie zum einen ihren Fokus explizit auf die Kunden legen, zum anderen durch ihre Kombination aus Lebensmitteln und Haushaltsgeräten, die dank dem breitgefächerten Angebot möglich wird. Noch müssen jedoch die Kunden in Deutschland überzeugt werden, dass die Lebensmittel genau so frisch wie im Supermarkt bei ihnen zuhause ankommt.

  • NEWSTORE gruenderszene: Newstore erhält 50-Millionen-Finanzierung: Die Shopping-Plattform Newstore ist weiter auf Erfolgskurs, indem es erfolgreich auf das mobile Bezahlen von Smartphones und Tablets setzte. Der Gründer Stephan Schambach und sein Unternehmen bekamen im Mai vergangenen Jahres 38 Millionen Dollar, jetzt nimmt es weitere 50 Millionen Dollar ein. Der erste europäische Kunde ist derzeit Adidas, mal sehen welche Kunden in Zukunft noch folgen werden.

  • SOCIAL MEDIA spiegel: Geschrei? Wir verbessern gerade die Welt!: Durch “Fake News”, “Shitstorms” und “Trump-Tweets” gerät schnell in Vergessenheit welche enorme Hilfe soziale Medien sein können, wenn es darum geht die Welt zu verbessern. Randgruppen finden endlich Gehör, kollektive Beteiligung an wichtigen Entscheidungen kommt zustande und Misststände werden öffentlich gemacht. Ein Beispiel in dem der mediale Aufschrei zu etwas geführt hat, gab es im Sommer 2015. Eine Gruppe protestierte via social media gegen Projekte wie ABA, die die autistischen Mitmenschen auf Sozialverträglichkeit bringen wollen. In diesem genannten Beispiel handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen “Shitstorm”, sondern um eine Ungerechtigkeit, die öffentlich angeprangert wurde und uns im Gedächtnis bleibt, weil sie immer und immer wieder sozial sichtbar gemacht wurde und zum Nachdenken aufrief.

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Check-up Ireland: Das irische Startup-ABC (Teil 2) von M bis S

Bücher (adapted) (Image by jenikmichal [CC0 Public Domain] via pixabay

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die „Tech-Insel“ ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Nachdem ich schon im April ein paar Startups in verschiedenen Regionen Irlands vorgestellt habe, folgt heute der zweite Teil.


In Cork im Südwesten Irlands sind viele große Pharma-, Biotechnologie- und Medizintechnik-Unternehmen beheimatet. Kein Wunder also, dass sich auch Startups solchen Clustern angliedern. Ein Beispiel aus dem Bereich Medizintechnik ist die Firma „Mirai Medical„, ein junges Unternehmen, das sich der effektiven Behandlung von Krebs verschrieben hat. Firmengründer Dr. Declan Soden kann auf 15 Jahre Erfahrung in der Krebsforschung zurückblicken und ist zur Zeit auch General Manager des „Cork Cancer Research Centre„. Bei „Mirai Medical“ hat er eine Energietechnologie namens Electroporation entwickelt, die es möglich macht, minimal-invasiv gegen Krebs im Darmbereich vorzugehen. Klinische Studien der Technologie werden zur Zeit in der Uni-Klinik in Kopenhagen vorgenommen.

Cyber Security ist in aller Munde. Dass Hacker auch vor dem Bereich Gesundheitswesen nicht Halt machen, war beim globalen „WannaCry“-Angriff nur zu offensichtlich als die britische NHS besonders stark betroffen war und es auch einige Probleme beim irischen Gegenstück HSE gab. Das in Dundalk an der Ostküste ansässige Unternehmen „Nova Leah“ hat sich schon seit einer Weile dem Bereich Cyber Security in der Medizintechnik verschrieben. Das Nova Leah-Produkt „SelectEvidence“ ist ein System für Cyber Security-Risikoanalyse bei Geräten, die in Krankenhäusern eingesetzt werden. In einem Bereich mit stets größer werdender Vernetzung bei sich gleichzeitig rapide wandelnder Cyber Security sorgen die „SelectEvidence“-Lösungen dafür, dass Schutzmechanismen stets auf dem neuestem Stand sind, sodass Ärzte und Pfleger sich auf die Gesundheit ihrer Patienten konzentrieren können.

Von M wie „Mirai Medical“ bis S wie „Skytango“

Ein „Plynk“-Geräusch auf dem Smartphone bedeutet nicht immer eine gute Nachricht – bei „Plynk“ aber schon, denn hier hat die Nachricht mit Geld zu tun. Der Money Messenger des Startups ist eine App, die es Usern möglich macht, innerhalb eines Chats (1-2-1 oder in einer Gruppe) Geld zu verschicken oder zu erhalten. Wartezeiten und Gebühren sollen hierbei eliminiert werden, sodass die User Kontrolle über ihre Zahlungen haben. Bei diesem „Instagram meets Money“-Konzept verbindet sich „Plynk“ mit den Facebook-Kontakten des jeweiligen Nutzers, der dann die Möglichkeit hat, mit einer Zahlung Bilder zu senden oder zu empfangen. So kann eine Geschichte zum Geld erzählt werden und einer finanziellen Transaktion der notwendige Kontext gegeben werden.

Ein weitaus schrilleres Geräusch verbunden mit einem Smartphone-Alarm an Familie und Freunde kommt von „Run Angel“ in Cork. Jogger, die sich auf einmal in Gefahr befinden, lösen per Knopfdruck einen 120-Dezibel-Alarm aus und senden gleichzeitig über ihr Smartphone eine Nachricht mit ihrem Aufenthaltsort an Familie und Freunde. Die Idee zum Wearable-Tech „Run Angel“ kam Firmengründer David Caren beim Joggen. Caren wurde von jemandem über den Haufen gerannt, der eine Joggerin verfolgte.

Die Gründer von „Skytango“ haben gemeinsam 30 Jahre Filmerfahrung vorzuweisen. Von Susan Talbot und Steve Flynn, nach ihrer Rückkehr aus den USA im Jahr 2012 gegründet, bietet „Skytango“ Drohnen-Piloten eine Plattform, um ihre Arbeit zu kuratieren und zu verkaufen. Zuzüglich wird es durch die Partnerschaft mit „Audio Network“ noch möglich, die Filme mit lizensierter Musik zu verknüpfen. Das Thema Lizenzen wird bei „Skytango“ generell sehr ernst genommen – Flugdaten und Informationen zu bestehenden Lizenzen von Landbesitzern, die Piloten den Überflug erlauben, geben den Käufern die Garantie, einen legalen Film zu erwerben. Selbstredend muss jeder Pilot auch eine Lizenz besitzen. Am Himmel über Irland wird nicht aus der Reihe getanzt.


Image (adapted) „Bücher“ by jenikmichal (CC0 Public Domain)


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Zwischen Selbstoptimierung und Cyborg: Kann Biohacking unsere Produktivität steigern?

Technologie (adapted) (Image by Tumisu [CC0 Public Domain] via pixabay)

Ein gesünderes Leben, mehr mentale Stärke, bessere Konzentration und eine bessere Performance. Das sind einige der Ziele der Biohacking-Bewegung. Der Trend aus dem Silicon Valley ist längst auch in Deutschland angekommen. Doch ist Biohacking tatsächlich eine gesunde Form der Selbstoptimierung oder werden wir damit über kurz oder lang zu arbeitsoptimierten Cyborgs?

Zwei Monate hat er durchgehalten. So lange hat Fabian Foelsch kaum feste Nahrung zu sich genommen. Foelsch will damit aber nicht etwa ein paar Kilo abspecken oder eine Detox-Kur machen. Er will testen, ob ihn sein Nahrungsverzeicht produktiver macht. Er gehört zu den Menschen, die medizinisches und biologisches Wissen nutzbar machen wollen, um die eigene Leistung und sich selbst zu optimieren. Fabian Foelsch ist ein Biohacker.

Wenn man sich selbst zum Versuchskaninchen macht

Damit sind nicht unbedingt die DIY-Biologen gemeint, die in Garagenlabors Bakterien zur Verhütung züchten oder Mikrochips entwickeln, die wir uns unter die Haut einpflanzen. Bei der neuen Generation der Biohacker steht vor allem eines im Zentrum: Selbstoptimierung. Diese soll aber nicht etwa über genetische Experimente erfolgen, sondern vielmehr über die optimale Nutzung unserer körperlichen Funktionen. Biohacking light also. Maximilian Gotzler, Gründer der Marke Flowgrade, gilt in Deutschland als Biohacking-Experte. Er definiert den Begriff folgendermaßen: „Biohacking ist die Kunst, die neuesten Erkenntnisse aus Technologie und Natur so zu kombinieren, dass wir uns selbst weiterentwickeln und ein besseres Selbstverständnis entwickeln können.“

Im Zentrum steht dabei die Selbstvermessung. Überspitzt könnte man auch sagen, dass wir uns beim Biohacking selbst zu Versuchskaninchen machen. Gemeint ist damit das intensive Beobachten des eigenen Körpers nach wissenschaftlichen Methoden. Das kann so etwas Simples sein wie ein Ernährungstagebuch oder auch das Messen von Blutwerten, Körperfett oder komplexere Methoden wie etwa der Einsatz von Messtechnologien wie Schlaftrackern. Mit solchen Daten wollen Biohacker herausfinden und letztendlich messbar machen, was dem Körper gut tut und was ihn leistungsfähiger macht. Und sie wollen daraus Produkte für den Massenmarkt entwickeln.

Businessmodell Biohacking

Biohacking dient also nicht nur der Selbstoptimierung, es ist ein Geschäftsmodell. Das hat auch der temporäre Nahrungsverweigerer Fabian Foelsch vor einigen Jahren erkannt. Er kommt aus dem Leistungssport, hat dann aber eher klassisch BWL studiert – „also ganz langweilig“, wie er im Gespräch mit den Netzpiloten gesteht. So richtig warm wurde er denn auch nie mit seiner Arbeit im Bereich der Finanzen. So beschloss er schließlich, sein eigenes Wissen um die Performanceverbesserung aus dem Sport für den Massenmarkt zu skalieren – und startete so 2016 sein Start-Up BRAINEFFECT.

Sein aktuelles Nahrungsexperiment ist dabei nur einer der vielen Selbsttests, die er und seine Mitarbeiter im Start-Up ausprobieren. Ziel ist es dabei, Nutzern nicht nur hilfreiche Tipps wie etwa über das hauseigene Magazin zu geben.

Dazu gehören etwa Ratschläge wie weniger Kaffee trinken oder öfter an die frische Luft gehen. Das klingt nach recht banalen Tipps, die man mit ein wenig gesundem Menschenverstand wahrscheinlich auch ohne viel Geld für teure Produkte selbst umsetzen kann. Dennoch haben Biohacking-Unternehmen und Food-Brands wie BRAINEFFECT offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Denn das Start-Up entwickelt auch eigene Biohacking-Produkte. Gemeinsam mit einem Team aus Leistungssportlern, Ärzten, Lebensmittelchemikern und Ernährungswissenschaftlern bietet das Unternehmen verschiedene Food-Produkte zur Selbstoptimierung an. Diese haben Namen wie „Sleep“, „Mood“ oder „Focus“ und sollen – durch rein natürliche Zutaten, wie das Unternehmen versichert – den Schlaf, die Laune oder die Konzentrationsfähigkeit verbessern.

Diese Produkte sind sehr gefragt. „Wir richten uns mit unseren Produkten an eine Vielzahl von Menschen. Unsere Kunden sind Sportler, Gründer, Banker, aber auch Mütter oder schlichtweg Menschen, die ihr Wohlbefinden verbessern wollen“ , sagt Foelsch. Diese Kunden nennt er auch „Alltagshelden“ oder „Büroathleten“. Damit ist auch klar, dass jeder von uns ein potentieller Biohacking-Kunde ist. Wer will denn schließlich nicht fitter, ausgeschlafener, entspannter und leistungsfähiger sein?

Tatsächlich könnte man dies in Eigenarbeit und durch Selbstbeobachtung wahrscheinlich auch ohne Start-Ups wie BRAINEFFECT erreichen. Doch die Biohacker profitieren dabei auch von einer grundlegenden menschlichen Eigenschaft: der Faulheit. Anstatt uns mit Schlaftrackern oder Blutdruckmessgeräten selbst zu beobachten, ist es natürlich simpler, einfach eine Melatonin-Kapsel für besseren Schlaf einzunehmen. Auch wenn hinter diesen Produkten wissenschaftliche Erkenntnisse und fundierte Studien stecken: Im Prinzip wird damit – wie schon seit Jahrhunderten – Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit aus der Flasche verkauft.

Fabian Foelsch (2)
Fabian Foelsch (Image by BRAINEFFECT)

Medizinisches Wissen demokratisieren

Das wäre dann vielleicht einfach nur geschicktes Marketing und nicht weiter bemerkenswert. Doch wird mit solchen Start-Ups nicht auch das Bild der optimierten Supermenschen, passend zur Always-On-Mentalität propagiert? Nur, wenn man Selbstoptimierung einseitig definiert, findet Fabian Foelsch.

Natürlich klingt Biohacking für viele nach der Heranzüchtung von Cyborgs oder optimierten Fließbandmenschen für Unternehmen. Doch das ist eigentlich genau das Gegenteil von dem, was wir anstreben. Wer bei Leistung an Energiedrinks und durchgepowerte Nächte denkt, hat das Konzept nicht wirklich verstanden. Tot-Optimierung ist nicht das Ziel. Uns geht es nämlich genau darum, Burnout zu verhindern. Es geht beim Biohacking um nachhaltige Leistungsfähigkeit, also eher um den Marathon als um den Sprint“ . Denn – und das ist Fabian Foelsch sehr wichtig – Leistung kann nur dann optimiert werden, wenn wir uns auch ausreichend Ruhe und Entspannung gönnen. Kein Wunder also, dass gerade gesunder und erholsamer Schlaf für ihn im Zentrum der Selbstoptimierung steht.

Dahinter steckt aber auch das Wissen um die stetig wachsende Digitalisierung unserer Arbeit, sagt Foelsch. „Je mehr traditionelle Jobs wegfallen, desto mehr müssen wir Arbeit neu definieren. Es geht nicht mehr darum, Dinge auswendig zu lernen oder Fließbandarbeiter zu schaffen. Wir müssen vor allem an unserer Kreativität arbeiten.“

Genau dabei soll uns Biohacking helfen. Denn mit den Methoden der Selbstbeobachtung und der Selbstoptimierung können wir demnach nicht nur produktiver sein, aber auch mental fitter und somit kreativer. Wie viele Biohacker sieht Foelsch seine Arbeit auch ein Stück weit als Demokratisierung von medizinischem Wissen. Analysen und Befunde, die früher nur von Ärzten durchgeführt werden können, kann man heutzutage ganz einfach selbst machen. Dieses Wissen kann dann positiv genutzt werden. Denn je mehr wir von unserer Biologie verstehen, desto selbstbestimmter können wir leben.

Es geht Biohackern wie Foelsch also nicht darum, aus Menschen Duracell-Hasen zu machen, sondern darum, dass wir unser eigenes Leben in die Hand nehmen. Nach Meinung von Foelsch sollten uns Methoden wie Biohacking dabei helfen, bewusstere Lebensentscheidungen treffen zu können. „Dazu gehört auch, dass ich auch mal abends Pizza essen gehe. Selbst, wenn ich weiß, dass ich danach schlechter schlafe, ist mir dann in dem Moment der schöne Abend mit meiner Freundin wichtiger. Aber es war dann eine bewusste Entscheidung, die auf fundiertem Wissen über mich selbst basiert“.

Andersherum können wir mit diesem Wissen auch Dinge vermeiden, die uns schaden. Wenn wir beispielsweise wissen, dass das Licht am Smartphone Gift für unseren Schlaf ist, können wir vor dem Zubettgehen stattdessen einfach ein Buch lesen. Wie weit man bei der Selbstbeobachtung und Selbstoptimierung geht und inwieweit man sich auf bestimmte Maßnahmen versteift, ist dabei jedem selbst überlassen. Doch fest steht, dass Biohacking uns immerhin eine Tür zu einem ausgeglichenerem, gesünderen Leben öffnen kann.


Image (adapted) „Technologie“ by Tumisu (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Das irische Startup-ABC (Teil 1: Von A wie “AventaMed” bis L wie “Lowflo”)

Dogpatch Labs Dublin (adapted) (Image by Heisenberg Media [CC BY 2.0] via flickr)

Das Medizintechnik-Unternehmen AventaMed beweist, dass interessante Startups nicht unbedingt in Dublin beheimatet sein müssen. Die Firma hat ihren Sitz in Cork. Das Team um CEO Olive O’Driscoll und CTO John Vaughan hat es sich zum Ziel gemacht, den Bereich der Ohr-Chirugie zu transformieren. Bisher verlangten chirugische Eingriffe, um Infektionen oder Hörverlust zu behandeln, das Einführen einer Röhre unter Vollnarkose. Weltweit müssen sich jährlich zwei Millionen Kinder dieser Prozedur unterziehen – ein fünf Milliarden Euro-Markt. “AventaMed” hat ein Handgerät entwickelt, dass das Einführen der entsprechenden Röhre innerhalb weniger Minuten möglich macht – und das ohne Vollnarkose.

Ebenfalls in Cork zuhause ist “Blink”, ein Startup im Bereich Versicherungs-Tech, das trotz der Tatsache, dass es erst ein paar Monate alt ist, bereits ein Partnerschafts-Abkommen mit der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re. abgeschlossen hat. Gemeinsam entwickeln die beiden Unternehmen nun eine neue Technologie für die britische Versicherungs-Industrie. Im Zuge dieser Kooperation wird “Blink” auch ein Büro in London eröffnen. Im Bereich Flugversicherung wird “Blink” schon in naher Zukunft ein Produkt auf den Markt bringen, das Kunden in Real Time signalisiert, wenn ein Flug verspätet oder gar abgesagt ist. Das System bucht auch gleich um – ohne dass Kosten für den Kunden anfallen und ohne dass ein Versicherungs-Anspruch geltend gemacht wird. Das Produkt wird in Zusammenarbeit mit Reisebüros, Geschäftsreise-Agenturen, Flugbuchungs-Plattformen und Fluglinien auf den Markt gebracht.

In Dublin, aber auch an den Flughäfen der Welt, ist “Coindrum” zuhause. Das Startup hat eine Maschine entwickelt, mit der Münzen, die nach einer Reise übriggeblieben sind, in Duty Free Gutscheine umgewandelt werden. Neben Dublin und Belfast findet man “Coindrum” auch an den Flughäfen in Venedig, Mailand Malpensa, Faro, Larnaca und Schönefeld. Das Team um Gründer Lukas Decker ist noch sehr klein und hat vom ersten Tag in 2014 an seinen Sitz im Coworking Space “Dogpatch Labs”, ist aber gut aufgestellt für die weitere Expansion. Im letzten Jahr wurden zwei Millionen Euro von Privatinvestoren eingesammelt und das Team um Lukas Decker hofft, demnächst auch den ersten US-Flughafen als Kunden gewinnen zu können.

In Irland kommt Tech nicht an Kühen vorbei. Der Agrarsektor exportiert, egal ob lebend, geschlachtet oder zu Milchpulver verarbeitet, Milliardenwerte in alle Welt. In Mullingar in der Grafschaft Westmeath hat “Efficient Farm Solutions” ein Produkt entwickelt, das Bauern die Kontrolle des Prozesses des Kalbens erleichtert. Das System beobachtet die Temperatur und die Fruchtbarkeit der Kühe und schickt dem Bauern ein Signal, wenn die Geburt eines Kalbs näher kommt. Das Produkt richtet sich vor allem an Teilzeit-Farmer, von denen es aufgrund der auf dem Land weiterhin angespannten wirtschaftlichen Situation immer mehr gibt. Viele Farmer sind gezwungen, Zweit- oder gar Drittjobs anzunehmen und können nicht immer nah bei ihren Kühen sein.

Was für “Immersive VR Education” in Waterford vor zwei Jahren mit einem Crowdfunding von 36.500 Euro begann, setzte sich vor kurzem mit einer Investitionsrunde fort, die eine Million Euro einbrachte. Das Unternehmen entwickelt VR-Lern-Produkte für Schulen und Universitäten, aber auch für Unternehmen und im Bereich Gesundheitswesen. Hier entwickelt man gemeinsam mit den Partnern “Royal College of Surgeons” in Dublin und der “Oxford University” VR-basierende Trainingsmethoden für Ärzte.

Wassergebühren sind hier seit Jahren ein Dauerthema. Die viel zu alten Leitungen lecken überall und laut des neuesten Kompromisses, der gefunden wurde, um Neuwahlen rund um das Thema Wasser zu vermeiden, sollen nur diejenigen bezahlen, die ihre Lecks nicht fixen lassen. Kein Wunder also, dass “Lowflo” mehrere Standorte über das ganze Land verteilt hat. Die Technologie des Unternehmens findet Lecks im Auftrag von Privatleuten, Stadtverwaltungen und Unternehmen.

Zu den namhaften Klienten, die auf “Lowflo”-Technologie setzen, zählt interessanterweise auch “Irish Distillers”, die den weltbekannten, köstlichen Jameson-Whiskey brennen. Whiskey heisst auf irisch “Uisce Beatha”, also “Wasser des Lebens”. Lecks bei Jameson? Das käme hier einer Todsünde gleich!


Image (adapted) „Dogpatch Labs Dublin“ by Heisenberg Media (CC BY 2.0)


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Die Netzpiloten sind Partner der Viva Technology

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+++ Verlosung +++

Wir verlosen nämlich Tickets. Um an der Verlosung teilzunehmen, macht einfach mit und nutzt eure Chance auf Tickets for free für die Viva Technology! Zeit habt ihr dafür bis zum 06.06. Viel Glück!

Teilnahmebedinungen


In Paris findet vom 15. bis zum 17. Juni 2017 die Viva Technology statt. Zum zweiten Mal kommen in der französischen Hauptstadt Start-Ups und große Unternehmen und deren Ökosysteme zusammen, um miteinander zu verschmelzen. Die Publicis Groupe und Les Echos Groupe ermöglichen als Co-Organisatoren das Event und haben damit einer Veranstaltung erschaffen, die Start-Ups und kleinen Unternehmen aus aller Welt zugutekommt.

Das Programm sieht vor, dass die ersten beiden Tage den Medien sowie Menschen und Meinungsführern der Branche vorbehalten sind, die mit den Unternehmen, Start-Ups, VCs, Medien und Investoren in Dialog gehen wollen. Am dritten Tag dann ist die Messe für jedermann geöffnet, der sich für Unternehmensideen und neuste Entwicklungen interessiert.

Bedeutende Unternehmen

Einer der Speaker auf der diesjährigen Veranstaltung ist Valentin Stalf, CEO und Gründer von N26. Zu den Unternehmen, die auf Viva Technology vertreten sind und die interessiert sind an einer Zusammenarbeit mit Start-Ups, gehören unter anderem:

Die Location ist die Paris Expo Porte de Versailles. Wenn ihr euch bis zum 30. April anmeldet, erhaltet ihr dank Early-Bird-Tickets bis zu 30 Prozent Rabatt.

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Check-up Ireland: Niamh Bushnell – die Zarin dankt ab

GRAND CANAL DOCK AREA OF DUBLIN [JUNE 2016]-117259 (adapted) (Image by William Murphy [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Als ich die Dubliner Startup-Beauftragte Niamh Bushnell Ende 2015 zum ersten Mal besuchte, war „The Commish“ von einer irischen Zeitung gerade als Zarin bezeichnet worden. Da die Zarin gerade abgedankt hat, ist nun ein guter Zeitpunkt für ein „Netzpiloten revisited“.

Wenn es um Tech-Themen geht, ist Dublin nicht nur Hauptstadt, sondern gleichzeitig auch ein Dorf. Man hat oft das Gefühl, dass jeder jeden kennt und das ist meistens und eigentlich auch gut so. Kein Wunder also, dass seit Monaten viel geredet, spekuliert und in der Gerüchteküche gearbeitet wurde, was die Zukunft der Dubliner Startup Commission anbetrifft.

Was im Oktober 2014 als Pilotprojekt (oder laut Niamh Bushnell als „Experiment“) begann, wurde von Anfang an sowohl von der Ryan Academy der Dublin City University als auch von der Dubliner Stadtverwaltung tatkräftig und finanziell unterstützt. Hinzu kamen unzählige Unterstützer aus der Tech Community selbst.

Ein Jahr nach meinem Interview mit Niamh Bushnell in ihrem Büro an den „Silicon Docks“ fand an gleicher Stelle ein Boardmeeting statt, nach dessen Abschluss Veränderungen angekündigt wurden. Nicht etwa, weil die Kommission schlechte Arbeit geleistet hatte, sondern gerade weil Niamh Bushnell und ihre Mitarbeiter so viel bewegt hatten, machte es Sinn, Dinge zu verändern. Alle Beteiligten waren sich einig, dass „The Commish & Co.“ etwas erreicht hatten, was für Irland neu und wichtig war – den Charakter und die internationale Reputation Dublins einer Tech- und Innovationsmetropole zu verbessern. Zweifelsohne ein Erfolg vieler Mütter und Väter.

Mit dem Rückblick auf die Erfolge ging sofort der Ausblick auf die Zukunft einher. Zugleich mit ihrem Rücktritt Ende März begann Niamh Bushnell mit der Analyse der verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Kommission, verbunden mit einem Plan zur weiteren Entwicklung der einzelnen Felder. Soviel war schon zu Beginn des Jahres klar – auch ohne Niamh Bushnell würden die Startups in Dublin nicht vernachlässigt und wertvolle Arbeit würde unter neuen Dächern fortgeführt werden. Die Publikationen Dublin Globe, The Brekkie und der Tech Concierge-Service gehören nun zum „Digital Hub“, während das Mentoring for Scale-Programm  Teil der DCU Ryan Academy wurde.

Niamh Bushnell (Image by Niamh Bushnell)
Niamh Bushnell (Image by Niamh Bushnell)

Fiach Mac Conghail, der als Geschäftsführer des „Digital Hub“ nunmehr auch die Arbeit von Niamh Bushnell fortführen wird, sprach vom „wichtigen Erbe“, das man angetreten habe. Man sei aber zuversichtlich, dass man der Verpflichtung gerecht werden würde. Niamh Bushnell selbst hat keinen Zweifel daran, dass die Erben um Fiach Mac Conghail weiterhin Erfolg haben werden: „Fiach hat die Visionen und die Energie dazu.“ Visionen und Energie – genau das, was zu spüren war, als ich Niamh Ende 2015 zum ersten Mal für „Netzpiloten“ interviewt habe. Damals sprach sie auch davon, wie sie im April 2014 eine Gruppen-E-Mail über einen „faszinierenden Job“ erhalten und sich sofort beworben hatte. Wie sagt man so schön? „And the rest is history.“

Im Rückblick nennt Niamh Bushnell die Frage, warum es Dublin sein sollte und nicht Startup-Beauftragte für Irland, als eine der am häufigsten gestellten. Heute wie auch damals ist sie davon überzeugt, dass ganz Irland davon profitiert, wenn Dublin in internationalen Rankings weit oben zu finden ist. Sie selbst wird in ihrer neuen Rolle bei TechIreland von ihrer Arbeit im alten Job profitieren können. TechIreland hat eine nationale Agenda – Innovation soll eine irische Marke werden – wie z.B. Kerrygold oder Guinness.

Bei einer der letzten Veranstaltungen, an der Niamh Bushnell als „Commish“ teilnahm, sprach Paschal Donohoe, der Minister für Öffentliche Ausgaben, unter anderem auch über den innovativen Geist Irlands. Sein Zitat aus einem Roman von Donal Ryan ist für sie so etwas wie ein Bogen zwischen alter und neuer Aufgabe: „Gerede ist doch irgendwie nichts anderes als Lügen. Nur, wenn man es wirklich macht, wird es zur Wahrheit.“ Sie habe als Startup-Beauftragte viel darüber geredet, wie toll Dublin doch sei. „Was jedoch als nächstes passiert – da geht es darum, Dinge zu tun. Es geht darum, etwas zu bewegen – für Dublin und zum Wohle des ganzen Landes.“ Große Worte, denen aber, da sie von Niamh Bushnell gesprochen wurden, mit Sicherheit auch Taten folgen werden.


Image (adapted) „GRAND CANAL DOCK AREA OF DUBLIN [JUNE 2016]“ by William Murphy (CC BY-SA 2.0)


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Die Netzpiloten sind Partner der CUBE Tech Fair

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Die CUBE Tech Fair feiert vom 10. Bis zum 12. Mai 2017 Premiere in Berlin. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Weltausstellung der Moderne. Prominente Gäste werden bei der Eröffnung dabei sein, darunter Apple Co-Founder Steve Wozniak, US-Schauspielerin Robin Wright und Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Ab 2018 wird die CUBE Tech Fair jedes Jahr in der Hauptstadt stattfinden.

Im Vorfeld der Veranstaltung konnten sich 200 der weltweit innovativsten Startups qualifizieren, um ihre Ideen einem geladenen Publikum zu präsentieren. Die Firmen kommen aus dem B2B-Bereich, unter anderem aus den Branchen Digital Health & Life Sciences, Infrastructure & Interconnectivity sowie Machinery & Manufacturing. Weiterhin sind auf der CUBE Tech Fair über 200 Konzerne auf C-Level vertreten, außerdem 100 internationale Journalisten und Blogger sowie insgesamt rund 3.000 Gäste.

Innovatives Live-Programm

Auf dem Programm stehen Vorträge, Diskussionsrunden und Interviews mit internationalen Experten aus Industrie 4.0, der Digitalbranche und der Start-up-Welt. Live auf der Bühne und an den Messeständen werden konkrete Innovationen vorgestellt:

  • StoreDot & DHL zeigen ihr gemeinsames Projekt erstmalig der Öffentlichkeit
  • der gedruckte 3D Olli Bus von Local Motors wird ausgestellt
  • Team Uniti wird ihre Kuka Robots auf der Tech Fair ausstellen

Ein weiterer Programmpunkt ist das Finale der CUBE Challenge, ein Wettbewerb, bei dem das innovativste Startup eine Million Euro gewinnt, einer der höchstdotierten Preise für Startups weltweit. Der Gewinner wird von einer Expertenjury gekürt, zu der unter anderem Steve Wozniak zählt.

Der Veranstaltungsort ist der CityCube in Berlin. Hier könnt ihr euch Tickets für die Veranstaltung sichern.

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Business-Apps: Wie ich mein Startup mit dem Smartphone führe

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Eine gute Idee, die richtigen Leute und eine Portion Mut. Viel mehr braucht es nicht, um das eigene kleine Unternehmen zu gründen. Bei aller kreativen Energie und Tatendrang schadet es dennoch nicht, eine solide Struktur für die tägliche Arbeit zu schaffen. Ich stelle euch fünf kostenlose Business-Apps vor, mit denen sich Startup und Selbstständigkeit auch bequem von unterwegs managen lassen.

Producer-Alltag statt Hollywood-Klischee

Das Skateboard unter dem Arm, mit dem Hoodie im Meeting und durchfeierte Nächte in der Großstadt. Die Startup-Welt ist ähnlich klischeeträchtig wie die Filmbranche. Doch auch dort besteht der Alltag unbedingt nicht aus roten Teppichen, schicken Empfängen und wahnsinnig viel Kohle. Ein Punkt stimmt aber: Sein eigener Chef zu sein und volle Verantwortung zu übernehmen ist ein befreiendes Gefühl, in das sich zurecht junge und jung gebliebene Leute auf der ganzen Welt voller Hingebung hineinstürzen. Mir geht es auch so.

Mein Alltag ist dennoch meist unspektakulär: Ich entwickele meine Idee, treffe mich mit Leuten, sitze am Schreibtisch. Ein Filmproducer kommt auch mit einem Telefon, Zettel und Stift aus. Es gibt aber ein paar Business-Apps, die das Tagesgeschäft erheblich komfortabler machen.

Struktur schützt vor schlaflosen Nächten

Viele frische Teams benutzen zunächst die Kommunikationsmittel, die sie gewöhnt sind. Müssen mehr als zwei Personen gemeinsam kommunizieren, liegt es nahe, direkt eine WhatsApp-Gruppe mit einem flippigen Titel zu gründen. Will ich nur kurz durchgeben, dass ich jetzt beim Inder bestelle und die anderen gerne mitmachen können – keine Einwände. Sobald es aber um konkrete Aufgaben geht, birgt dieser Kommunikationsweg schnell ein hohes Frustrationspotenzial. Innerhalb kürzester Zeit geht der Überblick verloren. Was dazu führt, dass sich die Aufgaben ein neues Zuhause suchen.

Dieses neue Zuhause ist entweder das Nirwana oder der eigene Kopf. Bei erster Möglichkeit habe ich verloren, die Information ist weg. Bei der zweiten hat man auch verloren, denn das Gehirn ist zwar extrem leistungsfähig, denkt aber in Verknüpfungen und nicht in Listen. Doch sogar, wenn man sich alles merken kann, hat diese Methode einen riesigen Nachteil: Der Kopf wird spürbar „voll“. Das Ziel einer soliden Struktur ist für mich, möglichst viel Information sinnvoll aus dem Kopf und in die richtigen Tools, sprich in die richtige Business-Apps, zu bekommen.

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Screenshot by Anton Knoblach

Das hat zwei Vorteile. Nummer 1: ist eine Aufgabe in irgendeiner Form gelistet, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie vergessen wird. Nummer 2: sortiere und organisiere ich meine Projekte und deren Aufgaben diszipliniert, weiß ich, dass mein Projektmanagement immer auf dem bestmöglichen aktuellen Stand ist. Was zu einem dritten Vorteil führt: Ich kann nachts besser schlafen und grüble nicht stundenlang, ob ich an alles gedacht habe.

Ich möchte euch fünf kostenlose Business-Apps vorstellen, die meinen Alltag erheblich erleichtern.

#1: Der Kommunikator – Slack

Slack bringt den Chat als Kommunikationsweg ins 21. Jahrhundert. Innerhalb eines Teams gibt es Channels (Gruppenchats) und Direktnachrichten. Erstere sind zum Beispiel thematisch gegliedert, bei meiner Produktionsfirma unfourseen etwa gibt es unter anderem die Channels „#mustwatch“, „#projektmanagement“ und „#anfragen“.

Die Nachrichten-Threads selbst sind hübsch aufbereitet und übersichtlicher als bei WhatsApp oder dem Facebook-Messenger. Eines der vielen praktischen Features ist, sich für einzelne Nachrichten Erinnerungen setzen zu können – zum Beispiel, um am nächsten Abend an einen geteilten Link erinnert zu werden. Slack ist im kleinsten Feature-Paket kostenlos im Google Play Store verfügbar.

#2: Die Stoppuhr – Toggl

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Screenshot by Anton Knoblach

Ob ich meine Leistungen pro Stunde in Rechnung stelle oder einfach nur wissen will, welchen Anteil bestimmte Tätigkeiten und Projekte an der gesamten Arbeitszeit haben – es lohnt sich eigentlich immer, während der Arbeit die Uhr mitlaufen zu lassen.

Für das Time-Tracking gibt es eine Vielzahl an guten Business-Apps, ein Beispiel dafür ist Toggl. In Toggl kann die Arbeitszeit in Projekte und Tätigkeiten kategorisiert werden.

Für die Auswertung lassen sich schöne Reports erstellen. Mit diesen Reports habe ich eine gute Kontrolle, ob sich der zeitliche Aufwand für das Ergebnis gelohnt hat.

Ein Beispiel: Wenn ich in der Angebotsphase bis zum Auftrag durchschnittlich zehn Stunden brauche und aber nur jedes zehnte Angebot zu einem Auftrag führt, muss ich mir gut überlegen, wie ich meinen Workflow optimieren kann. Toggl für Android ist mit den Basis-Funktionen für Teams bis zu 5 User kostenlos.

#3: Das digitale Rückgrat – Asana

Asana ist mein Inbegriff für das, was ich mit „Struktur“ meine. Das Programm selbst ist relativ simpel aufgebaut: Angelegte Projekte bestehen aus Aufgaben, die wiederum Eigenschaften wie Deadline und verantwortlichem User haben.

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Screenshot by Anton Knoblach

Der Clou: Eine Aufgabe kann auch Unteraufgaben haben, die wiederum Unteraufgaben haben können. Zum Beispiel: Ich brauche für einen Werbespot eine Fabrikhalle. Die Firma X hat so eine, bei der ich einen Ansprechpartner Y habe. Aufgaben lassen sich also gut ordnen und wie in einer Kaskade abarbeiten.

Asana kommt eigentlich aus der Tech-Welt, lässt sich aber leicht auch für andere Branchen anpassen. Die Grundregel: Die im Tool angelegte Struktur und die individuelle Arbeitsweise des Teams müssen sich gegenseitig so lange näherkommen, bis der perfekte Workflow gefunden ist. Das kann durchaus ein weiter Weg sein und es lohnt sich, für die erste Zeit einen erfahrenen Asana-User dazu zu holen. Ist der aber mal Workflow eingespielt, werdet ihr euch fragen, wie ihr es vorher aushalten konntet.

Ich persönlich liebe an Asana die vielen Möglichkeiten, eine sinnvolle Struktur aufzubauen – sowohl für konkrete Projekte als auch für Dinge wie Selbstorganisation, Akquise oder Marketing. Asana für Android ist mit den wichtigsten Features für Teams bis zu 15 User kostenlos.

#4: Der Social-Media-Profi – Hootsuite

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Screenshot by Anton Knoblach

Eine Facebook-Page und die Profile bei Twitter und Instagram sind schnell erstellt und werden genauso schnell unübersichtlich.

Hootsuite unterstützt euch mit verschiedenen Features dabei, euch einen Überblick über die Aktivitäten im Social Web zu vermitteln. Neben den eigenen könnt ihr auch fremde Kanäle wie von anderen Produktionsfirmen oder neuen Talenten im Auge behalten.

Ihr könnt die Benutzung von Hashtags überwachen und zu guter Letzt könnt ihr von zentraler Stelle aus alle eigenen Kanäle bespielen. Gerade diesen Punkt finde ich extrem praktisch, weil er die operative Social-Media-Arbeit stark erleichtert. Hootsuite für Android ist mit den wichtigsten Funktionen mit bis zu drei Kanälen kostenlos.

#5: Die eigene Cloud – Owncloud

Die Festplatte ist abgeschmiert, die Daten-DVD zerkratzt und der Laptop geklaut? Es gibt viele gute Gründe, die eigenen Daten einer Cloud anzuvertrauen. Die Server von iCloud, Google Drive Co. stehen in riesigen ausfallsicheren Rechenzentren und werden regelmäßig gesichert. Einen großen Nachteil haben die vielen Anbieter aber: Die Daten liegen meist im Ausland, wo andere Rechte und Gesetze gelten.

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Screenshot by Anton Knoblach

Wer die volle Kontrolle haben will, muss es selbst machen. Eine der verschiedenen Lösungen für den eigenen Server ist Owncloud. Die Software ist modular aufgebaut. Sie kommt standardmäßig mit Filesharing, einer Kalender- und einer Kontakte-App, die jeweils mit den gängigen mobilen Betriebssystemen synchronisiert werden können.

Über das Filesharing-Modul kann ich beispielsweise Videos zur Kundenabnahme teilen und habe die volle Kontrolle, wer Zugriff hat und wer nicht. Auch das Kontakte- und Kalender-Management im Team ist extrem praktisch. Erweiterungen bringen zum Beispiel einen Passwort-Manager und eine eigene Verschlüsselung dazu. Aber Vorsicht: Alles selbst einzurichten ist nur etwas für IT-Versierte.

Owncloud ist Open Source und ohne Support uneingeschränkt kostenlos. Wie ihr Owncloud auf eurem Android-Smartphone einrichtet, erklärte ich in diesem Text.

Dieser Text erschien zuerst bei Applepiloten.de.


Image & Screenshots by Anton Knoblach


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Windhunde und Cargo-Kulte schaden dem digitalen Wandel

network-1762507_960_720 (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via pixabay)__

Gestern habe ich mich zum wiederholten Male über Berater-Luftpumpen geäußert, die einem jeden Tag irgendwelche Tschakka-Botschaften zum digitalen Wandel an den Kopf knallen. 

Es sind merkwürdige und zumeist nicht sehr geistreiche Gestalten. Sie hämmern Begriffe, PowerPoint-Folien, Best Practice-Beispiele, Benchmarks, Empfehlungen für das Prozessmanagement und technokratisch-ganzheitliche Werkzeuge in den Raum und bleiben dabei Diener des alten Systems. In ihrer Wissensanmaßung vermitteln sie Gewissheiten und goldene Erfolgsregeln mit der Halbwertzeit von Hustinetten-Lutschpastillen. Allein bin ich mit diesem Hilferuf nicht. LinkedIn sortierte den Beitrag zumindest in die Kategorie „Favoriten der Redaktion“ ein. Ein Bruder im Geiste ist auch der Capital-Kolumnist Martin Kaelble, dem das disruptiv-transformatorische-Startup-Gemurmel in Deutschland auf die Nerven geht. 

Hurra, wir haben ein Kreativ-Lab

Bald dürfte wirklich jedes größere Unternehmen eine Digital-Konferenz veranstaltet oder ein Kreativ-Lab etabliert haben. Kein Zweifel: Der Innovations-Hype ist in vollem Gange. Genau genommen hat er seinen Peak längst erreicht. Und ich bin mir ziemlich sicher: viele Manager haben langsam die Nase voll von dem ganzen Alles-Neu-Machen-Gequatsche.“ Die Digital-Dauerschwätzer hinterlassen verbrannte Erde. Und das ist eine gefährliche Gemengelage. Denn es ist ja nicht weniger wichtig geworden, sich damit auseinanderzusetzen.

Was macht man gegen den digitalen Flachsinn?

Gunter Dueck macht sich in seinem neuen Buch „Flachsinn – Ich habe Hirn, ich will hier raus“ Gedanken, wie man das ändern könnte. So einfach ist das nicht, denn jeder giert nach Aufmerksamkeit: „Berater verkünden uns den Segen ihrer Patentrezepte, die absolut nur sie selbst gegen Geld erklären können“, bei sich selbst aber nicht zur Entfaltung bringen. Shops wollen verkaufen, auch wenn es nur Luftmatratzen in Form von Orangen sind. Propheten und Idealisten missionieren uns. Event-Manager locken uns. Trolle hassen uns. Hohepriester retten uns. Einzelkämpfer bitten um Unterstützung, um das eigene Personal Branding nach vorne zu bringen. Motivationskünstler bringen auf Facebook Appetithäppchen, die man in voller Blüte nur in einer eBook-Serie mit 30 Folgen erlebt.

In Etappen kann man dann noch Zertifikate erwerben und sich zum Master der Motivation ausbilden lassen in sündhaft teuren Workshops in Schweizer Nobelhotels. Erste Qualifikationsstufe „Fürst“, dann folgt „König“, dann „Kaiser“, „Papst“ und irgendwie das Universum. Klar ist, der Mentor und Guru erfindet immer wieder neue Kategorien, um an frisches Geld der Jünger zu kommen, die auf der Suche nach dem Heiligen Gral der Coaching-Laufbahn sind und passives Einkommen in einer 4-Stunden-Woche verdienen wollen. Motto: „Lass andere arbeiten und werde reich im Schlaf“.  Es wimmelt von Opportunisten, „denen jedes Mittel recht ist, naive Marktteilnehmer auszunehmen“, kritisiert Dueck.

Jeder hat das gleiche Musterbeispiel-Unternehmen

Eine besondere Spezies sind die Prediger der so genannten „Cargo-Kulte“, die der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman in seinem Opus „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman“ metaphorisch einsetzt. Die neu-religiösen Heilsbewegungen der Südsee gehen mit diesen Kulten schon etwas tiefsinniger um. In der Auslegung von Feynman kennzeichnet es Versuche von Menschen, bestimmte Umstände genau so einzurichten, wie sie einmal waren, „als ein Wunder geschah“. Dann erwartet sie ein Wiedererscheinen des Wunders, was aber nicht eintritt, weil etwas Wesentliches beim Beobachten des Wunders nicht beachtet wurde. Also die Verwechslung von Ursache und Wirkung.

Im Kampf der Meinungen und Gegenmeinungen im Netz wimmelt es von Cargo-Kulten. Hoch bezahlte Berater leben von dieser Täuschung. Sie definieren zusammen mit dem Top-Management beispielsweise einen Soll-Status. „So soll es sein! Die hoch bezahlten Berater kennen nämlich irgendein kleines oder großes Unternehmen, wo es mit einer neuen Methode recht gut läuft. Den dortigen Status empfehlen sie allen anderen Unternehmen als ‚BEST PRACTISE“. Ich bin jetzt ein bisschen gallig, weil die verschiedenen Beratungsfirmen alle gleichzeitig auf dasselbe Musterbeispiel-Unternehmen verweisen“, schreibt Dueck.

Helden der Arbeit im Jahres-Kick-off

Schon hier müsste man stutzig werden. Gibt es wirklich nur dieses eine Unternehmen? Kennen alle Berater dieses eine Beispiel oder schreiben sie nur voneinander ab? Irgendwann geht es dann um ein Reifemodell, um Ist-Analysen in unendlichen Workshop-Sitzungen. Zum Schluss winken dann Strategie-Meetings mit folgenden Punkten: Wellness – Work-Life-Balance – Positives Umgehen mit Stress – Begeisterung für das Unternehmen empfinden – Erfolg macht glücklich und sichert die Arbeitsplätze. Im Jahres-Kick-off wird dann die Begeisterung in den Mittelpunkt des Managements gestellt, dazu werden Trommler und Paralympics-Sieger eingeladen, die den Mitarbeitern demonstrieren, wie praktisch jeder trotz extremer Widrigkeit noch Gold gewinnen kann. „Glückliche Helden der Arbeit werden im Video festgehalten. Die Gesundheit wird in Newslettern thematisiert. Jeder Woche erklärt ein gesunder Mitarbeiter, wie er sich durch begeisterte Leistung fit hält und selbst motiviert“, so Dueck. Auf den neuen Kaffeepötten in den Büroküchen steht „Success makes cool & happy“.

Digitales Placebo-4.0-Management

Man wird überflutet mit Placebo-Maßnahmen, die nichts anderes sind als billig Taschenspieltricks oder eben Cargo-Kulte. Datenbanken mutieren zu Big Data, alles Externe ist Cloud, gemeinsames Arbeiten tauft man „Collaboration“ und neue Jobtitel wie „Leader Mobile Work 4.0“ untermauern die weltweit führende Ausrichtung des Unternehmens. Jede Kritik an der digitalen Camouflage wird mit Nebel- und Blendgranaten bekämpft. Politik, Unternehmen und Beratung sind mit Cargo-Priestern durchsetzt, „mit Leuten, die sich als Auserwählte eines Cargo-Kults empfinden und ständig auf dem Tower zu ihren Ahnen beten“, führt Dueck in seinem neuen Buch aus. Dabei sei es nicht so einfach, die Windhunde zu erkennen. „Die professionellen Signalisierer sind oft schon verdammt gut.

Stream Smarts suchen

Dueck liefert Vorschläge, wie man sich von diesem sinnentleerten Wettlauf um Aufmerksamkeit verabschieden kann. Beispielsweise über „Stream Smarts“. Das sind Menschen, die gewisse Netzzentren von Diskursen bilden. „Sie stehen in dauerhafter Verbindung mit einer größeren Community und tauschen Wissen und praktische Erfahrungen aus. Wer sich in einem ‚Stream’ an den Diskussionen beteiligt und vielen anderen hilft, wenn diese Probleme haben, macht sich langsam einen Namen – in dieser Region des Netzes.

Gute Stream Smarts seien so etwas wie Vereinspräsidenten oder Gildenmeister im Netz, ohne dass je ein Verein, eine Zunft oder Gilde gegründet worden wäre. „Am besten spannen mehrere ‚Community Meister’ ein Netzwerk von tief Interessierten auf.“ Leider sind solche Stream Smarts rar. Aber man bekommt ziemlich schnell ein Gefühl dafür, in welchen Netzwerken solche Qualitäten geboten werden.

Ein weiterer Gedanke, den Dueck ins Spiel bringt,  ist viel schwieriger zu realisieren. Er gilt jenen Protagonisten, die mal schnell ein Digital Hub ins Leben rufen, subventionierte Büroflächen für Gründer freischaufeln und irgendwelche Startup-Kolonien in neuen Gewerbegebieten erschließen. Alle bauen irgendwelche Landebahnen und reden aufgeregt über die kommenden Flugzeuge. Es werde planlos mit Hoffnungen gehandelt. „Wir stehen natürlich noch am Anfang, aber die ersten Schritte sind gemacht. Die Richtung stimmt. Dies ist natürlich erste die erste Konferenz, wie wollen noch viel verbessern.“. Blablablub. Ohne Goethe und Schiller wäre aus Weimar nichts geworden. Ohne die Modersohns und Mackensens gelingt kein Künstlerdorf Worpswede. Ohne Qualität und digitale Exzellenz schafft man halt nur profane Cargo-Kulte. Hektischer Aktionismus – hohl und folgenlos. Das Notiz-Amt wird das weiter dokumentieren.


Image (adapted) network by geralt (CC0 Public Domain)


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Netzpiloten sind Partner der HEUREKA

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Am 20. Juni findet in Berlin zum sechsten Mal die HEUREKA – The Founders Conference statt. Die englischsprachige Konferenz richtet sich an Early Stage Start-Ups, Investoren und Corporates. Der Veranstalter ist der Digitalverlag Vertical Media. Das Ziel der Konferenz ist, junge Gründer und Startup-­Interessierte zu inspirieren und sie auf ihren steinigen Gründerweg vorzubereiten, sowie sie mit Kapitalgebern und anderen Gründern auf internationalem Level zu vernetzen. Es werden mehr als 800 Besucher erwartet. Auf der Konferenz werdet ihr sowohl auf alte Bekannte als auch auf neue Gesichter treffen.

HEUREKA 2017: Gründergeschichten

Die Konferenz steht dieses Jahr unter dem Motto „Gründergeschichten“. Im Vordergrund sollen sowohl Erfahrungen von erfolgreichen als auch von gescheiterten Unternehmensgründungen stehen. Wie fühlt es sich beispielsweise an, zehn Jahre lang am Markt zu bestehen? Und was ist das für ein Gefühl, wenn man am Ende einer langen Reise einsehen muss, dass es nicht funktionieren wird und man sein Unternehmen für die Planinsolvenz anmelden muss?

Die HEUREKA ist eine Application-only-Konferenz. Die Qualifikation erfolgt dabei über ein Bewerbungsformular auf der Website des Veranstalters. Zugelassen werden alle, die gründen wollen, die gerade gründen oder die bereits gegründet haben, außerdem alle, die investieren oder einen Mehrwert für die Digitalszene bieten. Vergünstigte Early-Bird-Tickets erhaltet ihr noch bis zum 31. März. Nach der Konferenz gibt es dieses Jahr noch eine Aftershow-Party. Für die Besucher stehen ein DJ Line-up und kühle Getränke bereit.

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Nach einem Jahr Filmfestival Futurale: Was haben wir über die Zukunft der Arbeit gelernt?

futurale-image-by-tom-maelsa-via-bmas

Zwölf Monate, 25 Städte und 175 Diskussionrunden: Ein Jahr lang zog das Filmfestival Futurale des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch Deutschland. Knapp 9000 Besucher schauten sich in dieser Zeit sieben Filme zur Zukunft der Arbeit an – und diskutierten im Anschluss darüber. In der vergangenen Woche ging das Festival zu Ende. Welche Erkenntnisse bleiben?

Filme hinterfragen Ideen der Arbeitswelt

Das Festival war ein weiterer Baustein des Grünbuchs Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Ziel war es, die Bürger aktiv in den Dialog um die Zukunft der Arbeit mit einzubinden. Was bedeutet eigentlich Arbeiten 4.0? Ist Technologie unser Freund oder unser Feind? Werden wir alle unsere Häuser in Zukunft mit einem 3D-Drucker bauen? Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Diese und viele weitere Fragen wurden bei der Futurale thematisiert und vor allem diskutiert. Das BMAS hatte dafür bewusst aktuelle Filme herausgesucht oder solche, die noch nicht in deutschen Kinos gezeigt wurden und natürlich Produktionen gewählt, die auch genügend Gesprächsstoff lieferten. Die sieben ausgewählten Filme thematisieren so auf unterschiedliche Weise aktuelle und zukünftige Herausforderung unserer Arbeitswelt.

So geht es bei „Silicon Wadi“ um die Startup-Szene von Technologieunternehmen in Tel Aviv. Die Dokumentation begleitet vier junge Unternehmer und geht dabei der Faszination aber auch den Herausforderungen der Gründerszene nach. Auch der Dokumentarfilm „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“ begleitet junge Menschen in Deutschland auf ihrem Weg in eine neue ortsunabhängige Arbeits- und Lebenswelt.

Please Subscribe“ zeigt dabei an vielen Praxisbeispielen wie eine solche Arbeit im Internet heutzutage aussehen kann und wie junge Menschen durch YouTube-Videos reich werden. An solch neue Formen der Arbeit knüpft auch die Produktion „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ an, der die aktuelle Führungskultur in Unternehmen hinterfragt. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Deine Arbeit, dein Leben“. Die WDR-Produktion zeigt, was Arbeit heute in einer ehemals so industriell geprägten Region wie Nordrhein-Westfalen bedeutet.

Unsere Ideen von Arbeitsform und Arbeitsraum werden damit herausgefordert. Ähnliches wird im Film „Ik ben Alice“ thematisiert, wenn es darum geht, wie unsere Arbeitswelt durch Roboter revolutioniert werden könnte. Wie weit Technologie gehen und sein darf ist auch eine Frage, die in „Print the Legend“ aufgegriffen wird, einer Dokumentation über die Entwicklung der 3D-Drucker in den USA.

Futurale offenbarte großes Diskussionspotential

Nach den Vorführungen gab es eine Gesprächsrunde zwischen Zuschauern und regionalen Experten rund um die Themen der Filme. Das Feedback war dabei, je nach Veranstaltung, sehr unterschiedlich, erklärt das BMAS gegenüber den Netzpiloten: „Wir hatten Veranstaltungen mit 300 Gästen, aber auch welche mit 15. Das hat aber Qualität und Intensität der Diskussionen nicht beeinflusst. Bei einer eher gering besuchten Spätvorstellung des Films „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“ lief die Diskussion im Anschluss zwei Stunden und wurde letztendlich nur durch die Schließung des Kinos durch den Betreiber beendet.“

Das BMAS hat dabei beobachtet, dass gerade die digitalen Nomaden und die Thematik von Robotern, die menschliche Arbeiten übernehmen, die Zuschauer besonders bewegt hat: „Bei den digitalen Nomaden war das Publikum häufig gespalten in eine Hälfte, die sofort in den Flieger steigen würde, um es den Nomaden gleichzutun und die andere Hälfte, die die Nomaden eher als egoistische Selbstoptimierer empfand. Der Film „Ik bin Alice“ wiederum, eine holländische Produktion über ein Modellversuch, bei dem ein Pflegeroboter auch zur sozialen Interaktion bei drei alten Damen eingesetzt wird, wurde überall heiß diskutiert. Viele Gäste fanden das Konzept eines Social Robots verstörend und erschreckend.“

Dabei wurden die Filme nicht nur bei den eigentlichen Vorführungen diskutiert, der Diskurs wurde auch auf der Webseite der Futurale oder bei Twitter unter dem #Futurale weitergeführt.

Screenshot by Marinela Potor

Dabei gab es vor allem zwei große Themenfelder, die die Zuschauer beschäftigten. Das war einmal die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit durch ständige Erreichbarkeit – möglich gemacht durch moderne Technologie.

Das andere Thema ist die Angst vor der Automatisierung von Arbeitsprozessen und somit dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Screenshot by Marinela Potor
Screenshot by Marinela Potor

Interessant war dabei zu beobachten, wie anfangs futuristisch anklingende Themen für die Zuschauer durch das Festival viel nahbarer wurden. Vielen war beispielsweise gar nicht klar, dass es auch in Deutschland das Geschäftsmodell YouTube gibt oder wo überall schon Roboter eingesetzt werden. Hier konnten die regionalen Experten Aufklärungsarbeit leisten und so die Diskussion anregen, erklärt das BMAS im Rückblick: „Durch die regionalen Experten auf den Podien wurden die Themen geerdet und konkretisiert. Wenn beispielsweise ein Geschäftsführer eines 3D-Druckunternehmens aus der Region über seine Arbeit berichtet, wird das Thema des amerikanischen Films Print the Legend schnell vor Ort fassbar.”

Die Zukunft der Arbeit bietet Chancen

Insgesamt hat die Futurale gezeigt, dass Arbeiten 4.0 ein Thema ist, das Menschen im ganzen Land beschäftigt. Dahinter steckt nicht nur Angst und Sorge, sondern auch Zuversicht und Hoffnung auf neue, gerechtere Arbeitswelten, die wir mit unserer Kreativität und mithilfe von Technologien selbst mitgestalten können.

Dahinter stecken Herausforderung, aber auch Chancen glaubt das BMAS: „Erwerbsbiographien werden in Zukunft wahrscheinlich dynamischer sein, als das heute meistens der Fall ist. Klassische Nine-to-five-Jobs, die man sein Leben lang beim selben Arbeitgeber verrichtet, werden seltener. Deshalb werden wir immer wieder auch Lernphasen brauchen, um unser Know-how auf dem neuesten Stand zu halten, oder auch um ganz neue Kompetenzen aufzubauen. Auch hier ist jeder Einzelne gefragt und muss offen bleiben für Neues.“

Die Ergebnisse der Futurale sollen bis zum Ende des Jahres in einem Weißbuch veröffentlicht werden.


Image by Tom Maelsa


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Destination Check: VDZ Tech Summit 2016

Zum bereits vierten Mal hat am 22. und 23. November der VDZ Tech Summit stattgefunden. Die VDZ Akademie begrüßte als Teilnehmer vor allem Vertreter aus den IT-Bereichen von Verlagshäusern und Entscheidungsträger aus Medienhäusern im Empire Riverside Hotel Hamburg. An zwei Konferenztagen wurden den Teilnehmern zahlreiche, auch internationale Vorträge, Startup-Pitches und Workshops zu den Leitthemen IT, Daten und Publishing geboten.

Den Startschuss des Events gab eine Keynote vom Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda. Die Konferenz-Kulisse des Hamburger Hafens stellte auch gleich eine perfekte Vergleichsfläche zur IT- und Medienwelt dar. Brosda lobte es als eines der größten Digitalisierungsprojekte Deutschlands und erstellte so ein Gleichnis zu Verlagshäusern, die sich ebenfalls immer mehr mit dem digitalen Wandel konfrontiert sehen und diesem immer einen Schritt voraus sein sollten. Die Digitalisierung und Algorithmisierung der redaktionellen Arbeit war häufiges Thema verschiedener Vorträge, aber Brosda stellte schon zu Beginn klar: „Ein Diskurs kann nicht digitalisiert werden. Journalistische Sprache muss so stark sein, dass sie sichtbar bleibt“.

Zu den einprägsamsten und beliebtesten Vorträgen zählte Peter Buhrs (Senior Consultant Digital & Innovations Axel Springer SE) unkonventionelle, energetische Präsentation zum Thema „Digitalen Journalismus erfolgreich machen“. „Man gewinnt den Krieg in den Köpfen nur mit Wörtern, nicht über Technologie!“, plädiert Buhr. Man solle den Kern der Elemente finden und mit den besten Formulierungen gegen die Konkurrenz angehen. Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa untermauerte dies mit seiner Aussage, dass „journalistische Inhalte zu produzieren […] kein aussterbendes Gewerbe“ sei. Die Riege der Online-Redakteure darf also noch getrost aufatmen!

Eindrücke gab es viele, Begrifflichkeiten wie Big Data, B2B oder e-Commerce fielen links und rechts, als „Key-Takeaway“ formulierten die Moderatoren allerdings, dass die Technologie in Verlagshäusern von den Anwesenden zu verantworten ist und die sich in einem Dilemma zwischen dem gestern, heute und morgen befindet. Technologen sollen „out of the box“ denken, aber auch das gemeinsame Lernen voneinander stehe als Motto der Veranstaltung im Vordergrund. Zusammengefasst heißt es also, um dem berühmten Technologie-Journalisten Nicholas Carr zu wiedersprechen: „IT does matter!“.


Moderator: Stephan Huegel, IDG


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Image by IDG

Stephan Huegel hat auf dem VDZ Tech Summit mit seinem Kollegen Jannis Moutafis die Moderation übernommen und ist selbst begeisterter Techie. Bei IDG ist er Chief Technology Officer.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Der Gesamteindruck ist ein vor allen Dingen positiver. Am Ende des Tages steht das vor allem die Erkenntnis, dass Technologie viel tun kann für Publisher. Und sie kann nicht nur viel tun, sie ist auch in der Pflicht, gewisse Dingen zu treiben. Wie die Daseinsberechtigung der Online-Journalisten zu definieren, Geschäftsmodelle zu erschließen und auch neue Monetarisierungs-Modelle zu finden, abseits der Monetarisierungen über Werbeerlösmodelle. Also insofern habe ich als Technologe selber einen sehr positiven Eindruck dieses Tages, weil ich weiß, Technologie ist tatsächlich Bestandteil der DNA der Verlagshäuser.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, teilweise sogar übertroffen. Ich fand uns Referenten nur teilweise etwas holprig, aber das ist eben der Veranstaltung der Größenordnung zu verschulden, da spielte ein bisschen Nervosität mit. Aber ich war sehr angetan, die Qualität war super, alle Referenten haben sich wirklich auch bemüht, aus der Praxis zu berichten und Einblicke in die eigene verlegerische oder technologische Arbeit zu gewähren – also genau so, wie das eigentlich sein sollte. Ich habe mir die Reaktionen der Teilnehmer hier vor Ort angehört, ich habe es mir auch auf Twitter durchgelesen und glaube, erkennen zu können, dass wir da in Summe eine Punktlandung gemacht haben und die Erwartungen auch erfüllt haben.

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand den Vortrag von Nils Wollny ganz visionär und interessant, der skizziert hat, wie die digitale Strategie bei AUDI aussieht. Ansonsten haben wir den Peter Buhr gehabt und das war ja sowohl vom Inhalt als auch vom Format her sehr disruptiv, ein engagierter Vortrag. Auf so etwas stehe ich sowieso immer.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem Technologen, der ein besseres Verständnis dafür generieren möchte, welche Anforderungen das Business in Verlagshäusern an Technologie stellt und jedem Geschäftsführer oder Business-Verantwortlichen in Verlagshäusern, der mehr darüber lernen will, welchen Wertbeitrag Technologie in Vertragshäusern erbringen kann.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Ich sehe Verlagshäuser nach wie vor als ein Quality- und Gatekeeper für qualitativ hochwertige Inhalte, denke das ist der primäre Informationsauftrag und die primäre Daseinsberechtigung für Marken. Wir haben das auch am Beispiel von AUDI oder dem Beitrag von Burda, die über Thunder referiert haben. Es geht auch darum, Alternativen oder Optionen – ich will nicht von Gegengewicht reden – zu großen, marktbestehenden digitalen Playern zu definieren. Facebook, Twitter, die großen Netzwerke wie Amazon oder Apple, da müssen Verlage noch viel tun, um sich zu positionieren. Aber ich bin vollkommen zuversichtlich, dass wir das können – nicht zuletzt durch Technologie.


Start-up Trend-Pitcher: Evgeni Kouris, Gamewheel


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Image by Evgeni Kouris

Evgeni Kouris ist Gründer und CEO des Startups Gamewheel, welches er zusammen mit dem Stichwort der „Gamification“ den Teilnehmern des VDZTS im Rahmen eines fünfminütigen Startup Trend-Pitches in einer Präsentation vorgestellt hat.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Also auf jeden Fall gab es sehr viele neue Impulse für die Industrie, die aus meiner Startup-Sicht auch sehr klassisch ist und auch eine gewisse Konservativität besitzt. Ich glaube, dass die meisten Leute hier sehr daran interessiert sind, neue Dinge zu erfahren, es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und alle tauschen sich aus, ein echt cooles Event!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin nicht unbedingt mit Erwartungen gestartet, eher mit Neugier auf die Themen, die in der Industrie gerade sehr spannend sind. Wir arbeiten mit Gamewheel eher mit Markenwelten zusammen. Wir helfen auch dabei, Geschichten zu erzählen und das ist natürlich für uns sehr spannend, wohin sich die Publishing-Industrie bewegt und welche Fragen gestellt werden. Natürlich wurde ganz viel Big Data und Daten, Daten, Daten erwähnt, das ist nicht überraschend. Es gab aber auch ein paar spannende Vorträge wie der von DuMont Net mit Patrick Wölke, das fand ich sehr interessant. Also insgesamt ein gutes Niveau!

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand gerade den Vortrag von DuMont spannend. Dort wurde die Mediennutzung sehr stark heruntergebrochen. Wir beschäftigen uns viel mit der Frage, auf welchen Kanälen man die Menschen erreicht. Das wurde auch mit eigenen Daten belegt, dass beispielsweise morgens die Leute mit mobilen Daten eher zu erreichen sind und wir helfen Mobile First Content zu bauen. Das ist für uns gut zu wissen, dass auch die Publishing-Industrie tatsächlich sehr gezielt auf verschiedenen Kanälen Content aufbaut.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich empfehle sie jedem, der sich um Content-Erstellung oder Technologie in dem Bereich bemüht oder auch einfach mit der Industrie zusammenarbeiten möchte. Ich hab ja auch einige der Start-ups empfohlen, die für dieses Event dazu gekommen sind. Beispielsweise 12k, die sich mit Randanalysen beschäftigen, die sind auch aus dem Berliner Inkubator von Project Flying Elephant dazugekommen. Es ist schon für beide Welten sehr spannend, sich auszutauschen. Durch Diskurs entstehen ja dann auch neue Ideen!

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Da kann ich natürlich, wie in meinem Vortrag, nur sagen: Gamification! Wir glauben daran, dass durch diese Änderung des Nutzerverhaltens, wenn die meisten auf mobilen Geräten Games nutzen und das tagtäglich, dann wird sich natürlich auch irgendwann der Content wandeln müssen. Das ist immer so, wenn der Nutzer darüber entscheidet was der Publisher produziert.

Das wird zwar deutlich langsamer geschehen als bei Social Media, wo Instant oder Social Games auch schon immer ein Teil davon sind, aber ich glaube, es kann auch im Storytelling oder im klassischen, konservativen Content mehr Verspieltheit oder leichte Gamification-Prinzipien geben, damit man ein höheres Engagement erzielt. Da gibt es im Advertising-Umfeld immer mehr Premium-Formate, die dann mit diesen Stories mehr zusammenhängen und ein Ganzes ergeben, damit einem nicht mehr einfach ein bisschen fremdgesteuert die ganze Ad-Deck vors Gesicht gesetzt wird.


Aussteller: David Best, Kirchner + Robrecht


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Image by Kirchner + Robrecht

David Best ist Consultant bei Kirchner + Robrecht und war auf dem VDZTS als Aussteller vertreten.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Die Startup-Kurzvorstellungen waren durchweg spannend, zudem einige Vorträge. Einiges kennt man schon, manches war neu und vieles hat gut illustriert, wie man IT-Themen zukunftsfähig angehen kann.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine dedizierten Erwartungen an das Programm oder die Vortragenden, da ich mit Kirchner + Robrecht in erster Linie als Aussteller vor Ort war. Dennoch nehme ich die Erkenntnisse zu den IT-Themenfeldern, mit denen wir uns regelmäßig als Beratung auseinandersetzen, sehr gerne mit!

Hatten Sie einen Favoriten?

Peter Buhr von Axel Springer fand ich jedenfalls am unterhaltsamsten.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Letztlich schon der vertretenen Kernzielgruppe, also IT-Führungskräfte und Verlagsmanager. Die Veranstaltung wäre sicherlich auch für Redakteure interessant, die dadurch einen noch stärkeren Einblick in IT-Trendthemen bekommen können – die sie bereits betreffen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Es wird weiterhin für Verlage herausfordernd bleiben. Die Verlage müssen sehr genau darauf schauen, was die Zielgruppen benötigen und ob und mit welchen digitalen Produkten und Services man für die Zielgruppen Wert und Nutzen schafft. Hierbei kann die Technologie ein Mittel sein, die „Assets“ sind Daten und Content. Die durch die Tech-Player vorangetriebenen Ansätze (Big Data, Cognitive Computing, Deep Learning, Chatbots, um nur ein paar zu nennen) dürfen nicht als „Buzzwords“ abgetan werden, sondern müssen auf strategische Relevanz und konkrete Einsatzfelder für das eigene Geschäft betrachtet und bearbeitet werden.


Besucher: Lorenz Zehetbauer, verlag moderne industrie


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Image by verlag modern industrie gmbh

Lorenz Zehetbauer ist Head of Digital Products bei verlag moderne industrie und war als Besucher auf dem VDZTS.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Lorenz Zehetbauer: Gut! Spannende Vorträge, interessante Pitches!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, ich bin mit vielen Erwartungen gekommen! Insbesondere die Pitches haben mich interessiert! Da waren auch zwei, drei Sachen dabei, die man so dann auch nochmal nachrecherchieren wird.

Hatten Sie einen Favoriten?

Vor allem der Kollege Peter Buhr von Axel Springer mit seinem Impulsvortrag, der auch mal bisschen lauter war zwischendrin, aber sehr interessant, spannend und unterhaltsam.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Redakteure haben ja heute ihr Fett wegbekommen! Also ich denke, die Veranstaltung richtet sich schon eher an Techies oder die Entscheidungsträger, die über Technologie entscheiden, es gibt ja dann auch andere Events, die speziell an Redakteure gerichtet sind.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Das kommt ein bisschen auf den Bereich an, sprich Fachzeitschriften oder tagesaktuelle und News-Bereiche. Ich denke, das sind schon sehr unterschiedliche Themen. Ganz interessant wird die Auseinandersetzung mit den großen amerikanischen Portalen. Wie das genau aussieht in fünf Jahren kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, es wird ein entscheidender Punkt sein, wie man mit Google, Facebook und den anderen umgeht. Alle reden von Snapchat, aber die meisten haben das gar nicht richtig verstanden – ist das was für die Medienhäuser – oder nicht?

In fünf Jahren gibt’s dann wahrscheinlich noch zehn, zwanzig andere, mit denen man sich auseinandersetzen muss und da sollte man grundsätzlich eine Lösung finden. Schön wäre natürlich auch, wenn so etwas aus Deutschland kommen würde. Aber das wäre dann auch keine Aufgabe der Publisher, sondern da müssten wahrscheinlich ganz andere Rahmenbedingungen in Europa geschaffen werden.

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Die Netzpiloten sind Partner des NKF Summit

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Am 7. Dezember findet in Berlin der NKF Summit Vol. 1 statt. Das ist die Veranstaltung, bei der Cooperates und Startups lernen, miteinander zu arbeiten. Eingeladen sind zahlreiche Experten, die Vorträge halten und Sessions leiten werden. Über 25 Speaker werden dabei ihre Kenntnisse präsentieren.

Mit dabei ist Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. Er referiert darüber, warum Startups und Corporates vor allem in Deutschland sich dringend annähern müssen. Olaf Koch, CEO der Metro AG, ist ebenfalls vor Ort. In seinem Vortrag geht es um die Startup-Strategie der Metro AG. Marius Swart, Global Innovation Director der Coca-Cola Company, spricht über die Fallstudie Coca-Cola Incubator. Jörg Rheinboldt, Managing Director der Axel Springer Plug and Play Accelerator GmbH gibt Einblicke in die Arbeitsweise und Strategie von Plug and Play. Einen Fireside-Check wird es bei Christoph Weigler, General Manager Germany der Uber Germany GmbH geben. Peter Lennartz, Head Startup Initiative Berlin + GSA EY erklärt das Erfolgsmodell „Lab“ der Firma.

Am 6. Dezember findet als Aufwärmübung schonmal die optionale Startup-Tour statt, außerdem der Lean-Startup-Workshop und die Reception, weiter geht es dann am 7. Dezember.

+++ Rabattaktion +++

Alle Netzpiloten-Fans erhalten 250 Euro Rabatt beim Ticketkauf. Gebt einfach den Code Netzpiloten beim Ticketkauf ein und spart, was das Zeug hält!

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • VIRTUAL REALITY dailymail: Controversial surgeon behind world’s first human HEAD transplant reveals virtual reality system to help prepare patients: Virtual Reality ist vor allem im Kontext der Unterhaltungsmedien ein gängiger und häufiger Begriff im Diskurs, doch auch immer wieder hört man von anderweitigen oder medizinischen Verfahren, die die Technologie nutzen. Der russische Chirurg Dr. Sergio Canavero plant im nächsten Jahr die erste Transplantation eines menschlichen Kopfes, als erster Patient hat sich Rollstuhlfahrer Valery Spiridonov freiwillig gemeldet. Um den Patienten an ein Leben mit einem neuen Körper vorzubereiten soll jetzt ein VR-System entwickelt werden, dass ihm Laufen beibringt. Für den Eingriff wird der Kopf des Patienten eingefroren, um die Gehirnzellen vom Absterben abzuhalten und die Wirbelsäule durchgeschnitten und reanimiert werden.

  • TESLA gizmodo: Elon Musk Explains How Trump Could Actually Help Tesla: Die Wahl Donald Trumps und seine Haltung des Klimawandels gegenüber ist für viele noch ein Schreckensgedanke, so eigentlich auch für viele “grüne” Unternehmen, wie beispielsweise den Markt der “Zero Emission Vehicles” (ZEV) oder emissionsfreien Fahrzeugen. Trump ist bekennender Verweigerer des Klimawandels und hat der Kohle- und Ölindustrie seine Unterstützung zugesagt. Tesla-Chef Elon Musk erklärt jetzt, wieso deswegen schwindende ZEV-Kredite den Konzern aber trotzdem nicht bedrohen können, der Marktwert soll sogar steigen und Tesla im Markt beinahe monopolisieren.

  • WLAN süddeutsche: Bahn will kostenloses Wlan in Regionalzügen: Wlan ist in Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn schon fast deutschlandweit verfügbar. Jetzt plant der Konzern den Reisenden auch in seinen Nahverkehrszügen einen kostenlosen Internetzugang. Rund 5,2 Millionen reisen täglich im Nahverkehr und sollen mit einem pro Tag und Nutzer begrenzten Datenvolumen surfen können. Finanzieren sollen das nicht die Kunden nicht selbst, sondern dies richtet sich an die Bundesländer und regionalen Verkehrsbünde. Für das Unternehmen sollen drei große Mobilfunkanbieter gekoppelt worden und auch in Bussen des DB Regio startet ein ähnliches Pilotprojekt.

  • SELF-DRIVING-CAR wired: NuTonomy startet Straßentests selbstfahrender Taxen in Boston: Das Startup nuTonomy bringt seine selbstfahrenden Autos jetzt auch nach Boston. Zuvor hatte die Firma diese bereits als Taxen in Singapur genutzt. Mit diesem Unternehmen stellt nuTonomy ernsthafte Konkurrenz für Kollegen wie Google, Lyft oder Uber dar. Zunächst sollen nur Ingenieure der Firma mit den selbstfahrenden Autos fahren, um die Straßen, Verkehrssituationen und Regeln der Stadt zu erlenen. Langfristig soll daraus ein kommerzielles Projekt entstehen.

  • GOOGLE spiegel: “Digitale Todesstrafe” für Pixel-Weiterverkäufer: Google geht, für Internet-Verhältnisse, radikal gegen den Weiterverkauf seines hauseigenen Smartphones “Pixel” vor. Durch ein Steuerschlupfloch konnten in den USA im Bundesstaat New Hampshire mehrere Geräte gewinnbringend weiterverkauft werden. Der Konzern sieht das nicht gern und reagiert sofort: sämtliche Google-Konten der Verkäufer wurden ohne Vorwarnung gesperrt.

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Check-up Ireland: Ein Jahr in Sachen Tech quer durch Irland

Irlande 3 (adapted) (Image by Werner Bayer [CC BY 20] via flickr)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die „Tech-Insel” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Von Apple und Birnen (oder Knoblauch)

Vor vier Jahren wurde der Inhaber eines der größten Frucht- & Gemüse-Unternehmen Irlands zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Sein Verbrechen – er hatte 1,6 Millonen Euro hinterzogen, in dem er über tausend Tonnen von importiertem Knoblauch als Äpfel deklariert hatte. Schon wenige Tage danach war sein Name wohl auch denen entfallen, die sich für Steuer-Themen interessieren. Auch ich musste erst einmal Google heranziehen, um Paul Begley als den Mann zu identifizieren, der zuletzt von Politikern vor allem linker Gesinnung im irischen Parlament als Beispiel dafür genannt wurde, wie ungerecht es im Staate Irland doch vonstatten gehe.

Auf der einen Seite rotte ein „Pfeiler der lokalen Gemeinschaft” im Knast dahin, weil er Knoblauch im steuerlichen Gegenwert von 16 Millionen Euro zu Äpfeln gemacht habe. Auf der anderen Seite könne Apple Irland und die Welt um 13 Milliarden Euro an Steuern betrügen und niemand müsse befürchten, wegen Steuervergehen angeklagt, geschweige denn verurteilt zu werden. Ganz im Gegenteil – die irische Regierung habe sich mit dem Einspruch gegen den Beschluss der EU-Kommission, dass Apple den enormen Betrag samt Zinsen nachzahlen müsse, zum Komplizen des unsozialen, multinationalen Unternehmens gemacht.

Die Minderheitsregierung der Mitte-Rechts-Partei Fine Gael machte, vertreten durch den Finanzminister Michael Noonan, gegenüber der EU-Kommission, den EU-Partnern, die das irische Steuersystem schon lange kritisieren, sowie gegenüber Kritikern des Einspruchs in der Opposition zwei Punkte unmissverständlich klar. Zum einen habe Apple niemals gegen Steuerrecht verstoßen, sondern vielmehr Flexibilität im Steuerrecht genutzt, die auch jedem anderen Unternehmen offen gestanden habe. Zum anderen würde das Nachgeben gegenüber der EU-Kommission bedeuten, dass Irland das Signal an die wichtige Gemeinschaft der multinationalen Konzerne aussende, dass das sprichwörtliche „Céad Míle Fáilte” (100,000 Willkommen), welches die Iren ihren Gästen darbringen, um ein paar Nullen verkürzt würde.

Oppositionspolitiker, die den Fall von Paul Begley in die Diskussion einbrachten, hätten Äpfel mit Birnen verglichen. Dass Michael Noonan für seine fruchtige Erklärung keinerlei Widerspruch aus den Reihen der größten Oppositionspartei erntete, war keine Überraschung. Der Wahlbezirk sowohl des Parteichefs von Fianna Fáil als auch des finanzpolitischen Sprechers der Partei ist Cork, wo Apple 5000 Mitarbeiter beschäftigt.

Und mag Apple noch so wenig an Körperschaftssteuer zahlen, so sind die 5000 Mitarbeiter und ihre Familien aber doch (neben potentiellen Fianna Fáil-Wählern) Einkommensteuerzahler, Käufer in Supermärkten und Autofahrer, die Kfz- und Benzinsteuer entrichten. Das ist die Realität im Zusammenhang mit multinationalen Unternehmen nicht nur in Cork, wo neben Apple auch viele Unternehmen in den Bereichen Pharma und Biotechnologie angesiedelt sind, sondern auch in Galway und Limerick, wo es ähnliche Cluster gibt. Vor allem gilt es natürlich auch für die Hauptstadt Dublin, wo Microsoft, IBM, Google, Facebook und Twitter Zehntausende beschäftigen.

Das Ding mit Apple und Knoblauch mag für manche zwar zum Himmel stinken, aber der Weg von der Realität des Förderns vor allem von multinationalen Konzernen hin zu einer Gesellschaft, in der auch Kleinstunternehmen und der Mittelstand ähnlich gute Chancen haben, wird ein langer sein. Die Ansiedlung von irischen Startups neben den Multinationals in den Clustern sind dabei Meilensteine, die durchaus Anlass zur Hoffnung geben sollten.


Image (adapted) „Irlande 3“ by Werner Bayer (CC BY 2.0)


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Netzpiloten sind Partner der „Gründen, Fördern, Wachsen“

Zum 5. Mal lädt die Gründen, Fördern, Wachsen Gründer, Start-ups und Gründungsinteressierte nach Frankfurt am Main ein. Die Veranstaltung findet am 16. November von 16:30 bis 21 Uhr im THE SQUAIRE und im Rahmen der „Gründerwoche Deutschland“ für Hessen statt.

In mehr als 1.000 Workshops, Seminaren oder Planspielen wird sich im Rahmen der Aktion bundesweit rund um das Thema berufliche Selbstständigkeit ausgetauscht. Die „Gründen Fördern, Wachsen“ entsteht unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung entsteht und richtet sich an Gründer, Start-ups und Gründungsinteressierte und potentielle Entrepreneure aus den Bereichen schnell wachsende Technologien und Dienstleistungen sowie Partner, Investoren, Coaches und Akteure der Gründerszene.

Die Teilnahme ist für Gründer, Start-ups, Studenten und Gründungsinteressierte kostenfrei und einen Überblick über das Programm gibt es auf der Website.

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Wie wir die Nachbarschaft digital verbessern können

washington (image by tpsdave [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Für viele Menschen ist es wichtig, eine gute Beziehung zu den Nachbarn zu haben. Wer auf dem Land wohnt, kennt seine Nachbarn meistens. Doch in Großstädten leben die Menschen oft sehr anonym und kennen ihre Nachbarn nur selten.

Mir geht es ähnlich. Ich wohne seit etwa einem Monat in einer Wohnung in Hamburg, wer in meiner Straße wohnt, weiß ich immer noch nicht.  Aber auch die meisten Leute in meinem Haus kenne ich nicht. Bis auf ein kurzes „Hallo“ im Flur hat man keinen Kontakt zueinander. Doch vor kurzer Zeit hatte ich plötzlich Post von meinen Nachbarn im Briefkasten – und zwar einen Flyer von der Plattform nebenan.de.

Soziale Netzwerke für Nachbarn

Plattformen wie nebenan.de, nachbarschaft.net, wirnachbarn.com und die App Roundhere setzten sich für bessere Nachbarschaften ein. Sie verbinden sich mit interessierten Nachbarn und verteilen Flyer. „Wir sind eine Gruppe von Anwohnern, die ihre Nachbarn besser kennenlernen und die Gemeinschaft untereinander stärken möchten“, stand auf meinem Flyer. Mithilfe meiner genauen Adresse und einem auf dem Flyer angegebenen Passwort konnte ich mich auf der Website anmelden. Durch das Passwort haben wirklich nur echte Nachbarn Zugang zu den Inhalten einer Nachbarschaft. 

Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken wie Facebook geht es bei den Nachbarschafts-Portalen nicht darum, sich mit der ganzen Welt zu vernetzten, sondern nur mit den direkten Nachbarn. „Wir denken den Begriff soziales Netzwerk anders und neu. Oft fallen einem zu dem Begriff Schlagwörter wie Datenschutz, Fakeprofile und Shitstorm ein. Die Währung unseres Konzepts heißt Vertrauen. Dass man sich bei uns nur unter richtigem Namen anmelden kann, hat immense Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Menschen miteinander umgehen“, bemerkt Ina Brunk, Mitgründerin von nebenan.de im Interview mit dem Netzpiloten- Magazin „Hello-Familie“.

Sharing Economy funktioniert auch in der Nachbarschaft

Aber es geht nicht nur darum, seine Nachbarn kennenzulernen. Die Nutzer geben sich Empfehlungen zu Ärzten oder Handwerkern, vermitteln Dienstleister wie Babysitter und leihen sich Gegenstände aus. Auch gemeinsame Veranstaltungen wie Grill- oder Straßenfeste können dort geplant werden.

„Wir dachten, dass das pragmatischer wird: dass man sich für bestimmte Themen und Interessen zusammenschließt – zusammen joggen, eine Leiter borgen. Aber die Menschen scheinen ein großes Bedürfnis nach nachbarschaftlichen Beziehungen zu haben, die darüber hinausgehen“, so Ina Brunk. Ihr Co-Gründer Christian Vollmann kam auf die Idee für diese Plattform, weil er schon ein Jahr in seiner Wohnung lebte und trotzdem noch keinen seiner Nachbarn kannte. Er klingelte einfach mal bei seinen Nachbarn und stellte sich vor – so wie man das früher eben machte. Weil das gut funktionierte, kam ihm die Idee zu dem Online-Netzwerk für Nachbarn.

„Wir wollen die Interaktion in der realen Welt nicht ersetzen, sondern sie wieder beleben – mithilfe des Internets. Und tatsächlich: Fast alles, das auf nebenan.de stattfindet, wird im echten Leben weitergeführt oder findet dort seinen Abschluss.“, stellt Ina Brunk fest. Die Motivation zur Gründung von nebenan.de war der häufig stiefmütterliche Umgang mit den Nachbarn. Denn gerade die Nachbarschaft gibt Antworten auf die großen gesellschaftlichen Themen wie demographischer Wandel, Anonymisierung der Gesellschaft und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Außerdem sind die Gründer überzeugt, dass die Nachbarschaft neben Familie, Freunden und dem Beruf die dritte wichtige soziale Säule für das menschliche Wohlbefinden ist.

„Diese Nachbarschaftsportale bezeugen ein Bedürfnis, irgendwo anzukommen in einer hektischen, rastlosen Welt, in der wir durch Studiengänge oder Jobs quer durch Europa geschleudert werden. Plötzlich ist der Wunsch nach Verankerung wieder da“, bestätigt Martin Herrndorf, Mitinitiator der Initiative Agora.

Es kommt Bewegung in die Nachbarschaften

In den USA haben sich diese Portale schon stark verbreitet. Im Vergleich dazu sind die Mitgliederzahlen in Deutschland noch relativ gering, aber vor allem in Großstädten ist die Tendenz steigend. „Mittlerweile gibt es mehr als 1000 Nachbarschaften in etwa 30 Städten in ganz Deutschland“, fasst Brunk zusammen.

In meiner Nachbarschaft kam das Netzwerk bisher sehr gut an. Es haben sich bereits viele Nachbarn angemeldet und Beiträge veröffentlicht. Außerdem freuten sich die Leute über neue Kontakte und den Austausch untereinander.

Hier geht es zur gesamten Edition rund um das Thema Nachbarschaft: Hello-Familie.de


Image „Washington“ by tpsdave (CC0 Public Domain)


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Neue Tools für Opinary-User: Einbetten und weiterverbreiten

compass(image by Unsplash [CC BY 1.0] via Pixabay)

Cornelius Frey hat mehr als 10 Jahre im Ausland gelebt, als er Weihnachten 2012 nach Deutschland zurückkehrte. Während er für McKinsey & Co. in Nigeria arbeitete, blieb er auf dem neusten Stand über die Neuigkeiten aus Europa und war frustriert darüber, wie schwierig es war, öffentliche Meinungen über verschiedene Themen, die in den Schlagzeilen waren, zu messen und einzuschätzen.

Pia Frey, Cornelius’ Schwester, war Journalistin und Produktmanagerin in Deutschland und, wie viele im News-Business, unglücklich mit dem Stand herkömmlichen Kommentierens. „Ich war zutiefst verärgert über diese gestörte Beziehung zwischen den Herausgebern, den Redaktionen und den Nutzern. Die Herausgeber sagen nur immer zueinander: Lies nie die Kommentare“, erzählte mir Pia. Aus diesen Diskussionen erwuchs etwas, das später Opinary werden sollte, das von den beiden Frey-Geschwistern gegründete Start-up, das Herausgebern interaktive, einbettbare Tools zur Verfügung stellt, die die Meinungen der Nutzer messen. Max Meran ist der dritte Mitbegründer der Firma und Verantwortlicher für Partnerschaften. Cornelius ist der Vorstandsvorsitzende von Opinary und Pia ist Beraterin, die mit Herausgebern arbeitet.

Wie alles begann

Das Startup begann erstmals 2013 als Nebenprojekt mit dem Namen Pressekompass, was gleichzeitig der Name ihres ersten Produkts war. In den frühen Tagen von Opinary war Pia Studentin an der Axel Springer Akademie, einem Trainingsprogramm von Herausgebern. Sie nahm dann eine Rolle als Produktentwicklerin für Die WELT, ebenfalls bei Axel Springer, an. Die WELT war unter den ersten Anwendern von Pressekompass und den anderen Werkzeugen von Opinary.

Pia verbrachte den Sommer 2015 in der Bay Area, wo sie als Teil ihres Jobs bei Ozy, ebenfalls ein Unternehmen, in das Axel Springer investiert, arbeitete, um mehr über Strategien zu lernen, die Leser oder das Publikum mit einzubeziehen.  „Das war die erste Hilfe, die ich von ihnen bekam: Dass sie mich das haben machen lassen“, sagte sie. „Und dann haben sie es mich nicht nur machen lassen, sondern uns sogar massiv darin unterstützt, Kooperationen einzugehen und miteinander darüber nachzudenken: Wie können wir unsere Werkzeuge nutzen?“ Die Firma änderte vergangenen Januar ihren Namen in Opinary, weil sie weitere Werkzeuge über die ursprüngliche Kompassoberfläche hinaus einführte. Die Gründer wollten außerdem einen Namen, der für ein amerikanisches Publikum schmackhafter wäre, nachdem sie ihre Expansion in die USA planen.

Der interaktive Austausch von Gedanken

Von Beginn an ist es Opinarys Ziel, dass Nutzer ihre Meinungen zu bestimmten Themen ganz einfach und im Kontext zu dem, was andere darüber sagen, teilen können, während sie sich außerdem an laufenden Diskussionen über das Thema orientieren. Seine Überzeugungskraft für Herausgeber besteht darin, dass seine Werkzeuge es Nutzern ermöglichen, interaktiv Gedanken auszutauschen, ohne sich mit den Unannehmlichkeiten des Maßhaltens beim traditionellen Kommentieren herumschlagen zu müssen.

Das ursprüngliche Werkzeug, Pressekompass, veranschaulicht verschiedene Aspekte eines Themas – zum Beispiel ob eine rechtsorientierte Partei die jüngsten australischen Wahlen gewinnen könne – anhand eines Kompass und stellt dann die Positionen verschiedener Kommentatoren und Analysten basierend auf ihren Positionen grafisch dar. Leser können ihre eigenen Markierungen auf dem Kompass setzen um ihre eigen Position im Vergleich zu der anderer Nutzer zu zeigen. Das beliebteste Werkzeug von Opinary ist momentan das Speedometer, das ähnlich zum Pressekompass ist, es Nutzern aber nur erlaubt, Themen auf einer Achse zu bewerten. Nutzer können sich selbst auf dem Speedometer platzieren und zusehen, wie ihre Meinung den Durchschnitt verändert, der durch die Nadel repräsentiert wird.

Opinary hat einige verschiedene Schnittstellen eingeführt, darunter eine, die es Nutzern möglich macht, vorauszusagen, wie sich die Aktien entwickeln werden, eine, die sie sich selbst in einem politischen Spektrum platzieren lässt und einer, die die Leistung  von Fußballspielern bewertet. Außerdem werden laufend neue Werkzeuge entwickelt, so auch eines, dass Nutzer Filme oder Fernsehshows bewerten lässt. Zehn deutsche Nachrichtenzentralen nutzen Opinary derzeit und die Firma plant ihre Expansion in die USA. Cornelius hat diesen Frühling sechs Wochen in den USA verbracht und sich dort mit Investoren und Herausgebern getroffen. Er sagte, dass vier amerikanische Nachrichtenorganisationen die Werkzeuge in den nächsten Monaten nutzen werden, ihre Namen wollte er aber nicht verraten.

Über den Tellerrand von „Gefällt mir“-Angaben blicken

Typischerweise nutzen etwa 30 Prozent der Leser die Werkzeuge, die von Opinary auf einer Seite eingebettet sind, sagt Pia, bemerkt aber auch, dass dies von Seite zu Seite und von Thema zu Thema unterschiedlich ist. Sie arbeitet auch mit den Redaktionen an den besten Praxisumsetzungen, damit Herausgeber den Einsatz der Werkzeuge zu maximieren versuchen können. Ihre Seite umfasst insgesamt elf Mitarbeiter, darunter ein Redaktionsteam, das Grafiken entwirft, die Herausgeber auf ihren Seiten, basierend auf den Tagesneuigkeiten, einbetten können. Etwa zwei Drittel des Inhalts von Opinary wird von seinen eigenen Mitarbeitern entworfen, das andere Drittel wird von Herausgebern entworfen, die das CMS von Opinary nutzen.

Spiegel Online, die gesonderte digitale Präsenz der wöchentlichen Zeitschrift Der Spiegel in Deutschland, war der erste Abnehmer, der Opinary nutzte. Matthias Streitz, der Chefredakteur von Spiegel Online, sage, dass sich die Seite dazu entschieden hätte, Pressekompass zu nutzen, weil es fähig war, treffend zusammenzufassen, wie Kommentatoren und andere Abnehmer über Themen berichteten, während es außerdem eine einfache Beteiligung der Nutzer erlaubte.

„Es scheint banal, aber es ist eine Kombination von Elementen, die wir auf dem deutschen Markt zu dem Zeitpunkt so nicht hatten“, sagte Streitz. „Es machte intuitiv Sinn, als wir es sahen“. Spiegel nutzt die Schnittstellen von Opinary mit durchschnittlich 2,8 Artikeln pro Tag. Cornelius sagte, dass die frühe Partnerschaft mit Spiegel besonders hilfreich war, weil die Seite Rückmeldung über das Design zusammen mit Vorschlägen der Redaktion bot. Im März erhielt die Firma ihre erste Investition von außen: Eine Million Euro. Zuvor lief Opinary aus eigener Kraft; Cornelius sagte, dass die Gründer „nicht mehr als“ 50.000 Euro ihres eigenen Gelds investierten, weil die Firma begann, Einnahmen zu erzielen, als die Herausgeber anfingen für die Nutzung der Werkzeuge zu bezahlen.

Finanzierung mittels leserorientierter Werbung

Der nächste Schritt für Opinary ist die Monetarisierung. Als die Firma startete, mussten Herausgeber für die Nutzung der Werkzeuge zahlen, aber nun wird zu einem Umsatzanteil-Modell übergegangen, bei dem Herausgeber eine Kürzung an den Werbeanteilen jeder Werbung bekommen, die auf ihrer Seite gezeigt wird.

Nachdem ein Leser ein Werkzeug benutzt hat, erscheint eine Werbeanzeige, die zu dem Inhalt passt. Nutzt zum Beispiel ein Leser Opinary, um zu sagen, dass er einer Aktie optimistisch gegenüber steht, könnte eine Werbeanzeige für eine Online-Handelsplattform auftauchen, die dem Leser die Chance bietet, diese Aktie tatsächlich zu kaufen. Opinary bietet auch native Inhalte an, bei denen Marken ihre eigenen Ideen einbringen können.

Auf der anderen Seite versucht Opinary, Geld zu verdienen, indem es Marktrecherchen und Umfragen durchführt. Es arbeitet daran, Mechanismen zu entwickeln, die es Firmen oder Kampagnen erlauben, die anonymisierten Daten, die aus den Werkzeugen errechnet werden, zu verwerten, zusammen mit zusätzlichen Fragen über beispielsweise das Alter oder Geschlecht.

„Werden wir die Typen sein, die es schaffen, einen 50-minütigen Fragenkatalog mit 60 Fragen über ein superdetailliertes Thema abzufragen? Nein.“, sagte Cornelius. „Aber wir können Markenunternehmen ein breites, relevantes und interessantes Panel bieten, und das sehr schnell, weil wir jetzt schon jeden Tag mit Millionen Leuten reden.“

„Wenn sie erstmal die Werbung in das Werkzeug integriert haben, werden wir die Einnahmen teilen, aber im Moment funktioniert das noch nicht.“, sagte Streitz vom Spiegel Online. „Das ist vielleicht das große Fragezeichen, das über diesem Projekt hängt: Werden sie es schaffen, es zu monetarisieren? Ich finde die Idee prinzipiell gut, und ich mag die Leute, mit denen wir arbeiten, aber trotzdem habe ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht funktionieren sehen.“

Ganz oder gar nicht!

Das ist ganz offensichtlich eine der Schlüsselfragen. Nachdem die Nachfrage der Herausgeber zugenommen hat, haben die Gründer von Opinary festgestellt, dass es unhaltbar war, die Firma als Nebenprojekt oder Halbzeitbeschäftigung zu führen. Pia verließ die WELT und auch Cornelius gab seine Stelle auf und zog letzten Herbst zurück nach Deutschland. Meran, der für McKinsey in Südafrika arbeitete, kehrte ebenfalls nach Deutschland zurück. „Opinary ist in Hinsicht auf die Reichweite und das Potenzial für Herausgeber und das Interesse von Investoren und Marken sehr schnell gewachsen“, sagte Pia. „Es ist mein Baby. Ich könnte jemanden finden, der dieses Baby für mich großzieht oder ich könnte es selbst tun. Jemand anderen zu finden, war keine Option für mich.“

Jan-Eric Peters, der nun Upday führt, das gemeinsame Handyprodukt von Axel Springer und Samsung, führte damals die Axel Springer Akademie und war Pias Chef bei Die WELT. Er sagte, dass er sie das Start-up verfolgen ließ, während sie bei der Zeitung arbeitete, weil digitale Innovation wichtig für die Hinterlassenschaft von Abnehmern ist.

„Manche würden sagen, dass es schade ist, dass Pia die WELT verlassen hat, nachdem wir so viel Mühe in sie gesteckt haben“, sagte er mir in einer Email. „Meine Sicht darauf ist anders. Wir brauchen Menschen in unserer Industrie, die den (traditionellen) Medien helfen, im digitalen Zeitalter bessere Leistungen zu erbringen.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „compass“ by Unsplash(CC BY 1.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TELEGRAM gruenderszene: Sicherheitsdebakel bei Messenger-App Telegram: Die Messenger-App Telegram gilt als besonders sicher im Vergleich zu der Chat-App Whatsapp. Nun ist sie Opfer eines Hack-Angriffes geworden. Iranische Hacker haben die Accounts der Nutzer gehackt und 15 Millionen Nummern identifiziert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sie fingen SMS zur Verifikation eines neuen Accounts ab, sodass sie weitere Geräte für einzelne Profile autorisieren konnten. Dadurch konnten sie Chat-Archive und neue Nachrichten lesen.
  • TÜRKEI sueddeutsche: Türkische Reporterin hält GTA-Codes für geheime Putsch-Botschaften: Recep Tayyip Erdo?an und seine Anhänger haben den Schuldigen für den Putschversuch schon längst gefunden – Fethullah Gülen. Beweise gibt es nicht. Und auch die Nachrichtenagentur ATV, der öfter vorgeworfen wird Hand in Hand mit Erdo?an zu gehen, scheint diesem Beispiel zu folgen. Eine Reporterin ist nun die Hauptattraktion im Netz, weil sie in einer Live-Schaltung Codes auf einem Block für geheime Codes der Putschisten hält. In Wahrheit sind es Cheats aus dem Spiel GTA IV.
  • WALMART wsj: Wal-Mart in Talks to Buy Web Retailer Jet.com: Das Startup Jet.com ist erst seit einem Jahr auf dem Markt und hat bereits 500 Millionen Dollar einnehmen können. Kein Wunder, dass sich schon Interessenten bei den Gründer melden. Dazu gehört auch der Einzelhandelskonzern Walmart, der den Großteil des US-Marktes beherrscht. Der Konzern könnte in seinem Online-Auftritt etwas Hilfe gebrauchen. Jet.com wird auf einen Marktwert von 3 Milliarden Dollar geschätzt.
  • DATENSCHUTZ heise: Thüringen: Polizei zeichnet angeblich jahrelang Telefonate auf: Die Thüringer Polizei hat seit 1999 zehntausende Gespräche an Diensttelefonen ohne Wissen und Zustimmung der Gesprächsteilnehmer automatisch aufgezeichnet, berichtet der MDR Thüringen. Im Frühjahr dieses Jahres beschwerte sich ein Staatsanwalt über diese Vorgehensweise, sodass diese eingestellt wurde. Der Vorwurf richte sich gegen einen ehemaligen Befugten des Innenministeriums. Ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen sei eine Dienstanweisung aus dem Jahr 1999.
  • FLIXBUS gruenderszene: Flixbus auf dem Weg zum Monopolisten: Flixbus hat das Fernbusgeschäft der Deutschen Post übernommen und hat somit einen Marktanteil von rund 87 Prozent. Der letzte verbleibende Wettbewerber, die Deutsche Bahn mit den Marken BerlinLinienBus und IC-Bus, schränkt sein Fernbusgeschäft ein. Damit ist Flixbus fast konkurrenzlos – und Monopole sind schlecht für die Kunden.
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  • FACEBOOK sueddeutsche: Mutmaßlicher Betreiber der Hetzseite Anonymous.Kollektiv taucht unter: Rund zwei Millionen Follower hatte eine Facebook-Seite mit dem Namen „Anonymous.Kollektiv“. Der Betreiber nutzte seine Reichweite, um Hass gegen Flüchtlinge und Muslime zu schüren. Seit dem 21. Mai ist die Seite nun offline. Grünen-Politiker Volker Beck wurde auf die Seite aufmerksam und erstattete Anzeige gegen Betreiber Mario Rönsch. Ein Haftbefehl blieb aus, da Rönsch, der eine Galionsfigur der neurechten Szene sein soll, untergetaucht ist und für die Behörden unauffindbar ist. Mit der Hacker Bewegung „Anonymous“ hatte die rechte Facebook-Seite nichts zu tun. Diese hatten sich mehrfach von der Hetze gegen Flüchtlinge und den Islam distanziert.

  • SOCIAL MEDIA thenextweb: Facebook, Twitter and other Silicon Valley giants agree to new hate speech rules: Plattformen wie Facebook und Twitter wurden ursprünglich gegründet, um die Mensch über große Entfernungen miteinander zu verbinden und am Leben des Anderen teilhaben zu lassen. Doch vor allem in den letzten Jahren wurden diese Plattformen benutzt, um die Gedanken von Usern durch radikale Propaganda zu vergiften. Zum Beispiel hat der sogenannte Islamische Staat eine unfassbare Reichweite auf Twitter und rekrutiert so seine zukünftigen Soldaten und Attentäter. Rassismus und Hass regieren in vielen Facebook-Diskussionen die Kommentare. Was sehr umstritten und bis jetzt öfter als freie Meinungsäußerung galt, wollen Facebook, Twitter und andere Tech-Giganten innerhalb von 24 Stunden von ihren Seite löschen. Grund dafür sind die neuen EU-Richtlinien zu diesem Thema.

  • START-UP gruenderszene: Von Chemnitz nach New York: Mitarbeiter-App Staffbase bekommt zwei Millionen: Der Messenger „Slack“ erfährt gerade einen großen Boom. Viele Unternehmen nutzen das Programm, um so einfach zu kommunizieren. Ein Start-UP aus Chemnitz hat sich darauf konzentriert, diese Funktionen nun mobil für Nutzer zu machen. „Staffbase“ lautet der Name der Mitarbeiter-App. Ende 2014 wurde das Unternehmen gegründet und konnte als einen der ersten Kunden Siemens gewinnen. Von Kizoo Technology Ventures und Capnamic Ventures erhält Staffbase nun zwei Millionen Euro an Investitionen. Das Unternehmen möchte es so schaffen auch auf dem US-amerikanischen Markt einzuschlagen.

  • GADGETS mashable: Australia is putting traffic lights in the ground because you’re glued to your phone: Was im April an manchen Stellen in Augsburger Straßen integriert wurde, soll nun auch in Australien angewendet werden. Ampellichter im Boden. Grund dafür sei der Anstieg an Unfällen mit Verletzen und sogar Todesfolgen bei Fußgängern, die ihre Augen nicht von ihrem Smartphone lösen konnten. Die Regierung von New South Wales will an gefährlichen Kreuzung diese Signale investieren und hat dafür 250.000 Dollar kalkuliert.

  • MESSENGER digitaltrends: Microsoft’s Project Florence turns a plant’s electrical impulses into messages: Wer seine Pflanzen liebt und sich manchmal fragt, was diese eigentlich ab und zu denken, den wird diese Nachricht erfreuen. Microsoft forscht mit dem Projekt „Florence“ an einer Möglichkeit, durch elektrische Impulse Pflanzen mit uns reden zu lassen. Vielleicht sind die grünen Mitbewohner also bald in der Lage den Menschen mitzuteilen, dass sie gar nicht so auf klassische Musik stehen, wie einige Gerüchte besagen, sondern eher mal etwas rockiges hören möchten.

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Soeben gelandet – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • NSA sueddeutsche: US-Geheimgericht stoppt keinen einzigen Überwachungsvorgang: Das Foreign Surveillance Intelligence Court (FSIC) ist ein Gericht, das Anträge der US-Geheimdienste prüft. Bei den Anträgen geht es um die Überwachung von Telefonen und Email-Accounts im Ausland. Nun sind Zahlen veröffentlicht worden, die belegen sollen, dass das Geheimgericht in den letzten Jahren keinen einzigen Antrag abgelehnt habe. Kritiker fühlen sich nun durch diese Zahlen bestätigt.
  • APPLE faz: Warum Großinvestor Icahn bei Apple aussteigt: Kürzlich veröffentlichte der Konzern Apple seine Zahlen für das Anfangsquartal 2016. Die Bilanz war enttäuschend. Der erste Umsatzrückgang seit 13 Jahren. In China – ein enorm Markt wichtiger für Apple – gingen die Erlöse um ein Viertel zurück. Das war Großinvestor Carl Icahn zu viel. Er sammelte nun seine Milliardengewinne ein und trennte sich seiner Apple-Beteiligung. Zwei Milliarden Dollar soll Icahn an seinen Apple-Aktien verdient haben.
  • START-UP gründerszene: Studie erwartet Milliarden-Markt für Mobility-Startups: In den nächsten Jahren wird ein bestimmter Bereich wohl sehr attraktiv für Start-Ups werden. Die Service- und Dienstleistungssparte für autonomes Fahren soll ein Milliarden-Markt sein. Das ging nun aus einer Studie des Fraunhofer Instituts hervor.Laut Ralf Gaydoul würden drei Viertel der befragten Autofahrer für Mehrwertdienste in einem autonomen Fahrzeug bezahlen. BMW hatte letztes Jahr einen zweistellige Millionenbetrag in eine App investiert, die Parkplätze in Innenstädten sucht und reserviert.
  • SMARTWATCH mashable: The Apple Watch: Year One: Die Apple Watch feierte letzte Woche Geburtstag. Ein Jahr ist sie nun auf dem Markt. Versprochen wurde viel, doch konnte die Apple Watch diese Versprechen auch halten? Hat die Apple Watch das Leben der Besitzer verändert und ist sie im Alltag nützlich gewesen, oder war sie dann doch nur zum Ablesen der Uhrzeit gut?
  • FACEBOOK blick: Was Facebook-Zuckerberg wirklich will: Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, hat seine zukünftigen Aktienpläne veröffentlicht. Ein Stimmrecht für seine Aktionäre will er nicht. So behält er die Zügel in der Hand. Das hat Gründe. Zuckerberg sieht sich in der Verantwortung, die Lösung für viele Probleme der Welt zu bringen. Einer seiner Pläne: Die Menschheit soll bis zum Ende des Jahrhunderts von allen Krankheiten befreit werden. Seine Aktionäre sind not amused.
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MyTherapy – nie wieder eine Tablette vergessen

Drop da Diabetes Mic (adapted) (Image by Juhan Sonin [CC BY 2.0] via flickr)

Die Digitalisierung des Alltags sorgt für die Bequemlichkeit des Menschen, es wird versucht, das Smartphone und andere Techniken mit dem Alltag zu kombinieren. Dafür werden zahlreiche Apps entwickelt, die aber immer noch den Schwerpunkt Entertainment und Social Media haben. Wie sieht es aber mit den Gesundheitsapps aus? Immerhin ist die Gesundheit das A und O bei uns. Bisher fließen nur neun Prozent des Risikokapitals in E-Health Start-Ups ein. Das geschieht auf Grund der kritisch beäugten Geschäftsmodelle, in denen nur wenige Nutzer dafür zahlen möchten. Viele Investoren sind an den Ideen interessiert, aber trotzdem haben es die Start-Ups im Gesundheitsbereich schwer, die Investoren zu überzeugen.

24h Krankenschwester via App

Eine Tablette am Morgen, am Mittag und am Abend – so schwer kann das doch nicht sein! Leider ist die Wirklichkeit da anders. Wer täglich Tabletten zu sich einnehmen muss, kennt das Problem. Kommt ein Anruf, ein Termin oder sonst was dazwischen, ist schnell vergessen, für die eigene Gesundheit zu sorgen. Das fängt beim Einnehmen der Anti-Baby Pille an bis hin zur Bitte des Frauenarztes, um eine genaue „Tagebuchführung“ des Zyklus. Da hört schon der Fleiß der Menschen auf. Zum Glück gibt es zahlreiche Apps wie den Menstruationskalender, der per Klick alle Daten speichert und dokumentiert. Zusätzlich wird man per Push-Nachricht über den Beginn eines Zyklus benachrichtigt. Die Patienten können somit einen ausführlichen Bericht über ihren Zyklus für den Arzt vorlegen. Wie sieht es mit Medikamenten bei chronischen Krankheiten aus? Diabetes zum Beispiel ist eine Krankheit, die viel Disziplin erfordert. Neben dem täglichen Messen des Blutzuckerwertes kommt die Tabletteneinnahme und die dazugehörigen Dokumentationen der Werte hinzu. Das Start-Up SmartPatient hat eine App „MyTherapy“ entwickelt, die wie eine 24h-Krankenschwester fungiert. Die App benachrichtigt den Nutzer zur Einnahme von Tabletten, zukünftige Arzttermine oder einfach als Erinnerung für die tägliche Bewegung. Mit der App werden die Messwerte ganz einfach digital eingetragen und analysiert. Das ist zum Vorteil für den Patienten, der seine Routine nachverfolgen kann, aber auch für den Arzt, der Abweichungen und Werte bei dem nächsten Arztbesuch berücksichtigen kann.

Das Problem mit der aktiven Nutzung

Wenn wir ganz ehrlich sind: Wer kann denn schon genau sagen, wie das eigene Wohlbefinden vor zwei Wochen war, oder welche Tablette zu welcher Uhrzeit eingenommen wurde? Wer die App pflichtbewusst und aktiv nutzt, kann darüber durchaus Auskunft geben. Einen Haken hat sie Sache allerdings:  Zwar wurde die App schon auf ihre Wirksamkeit positiv getestet – man muss allerdings wirklich dran bleiben. Täglich Messwerte eintragen funktioniert bestimmt anfangs, wenn die Motivation noch vorhanden ist. Aber wie sieht es später aus? Der Wecker erinnert und täglich daran, irgendwas zu tun – aber ab und zu verschlafen wir am Morgen trotzdem, denn schließlich ist der Wecker mit nur einem Slide ruhig zustellen. Und was ist mit den Menschen, die ihr Smartphone nicht aktiv nutzen? Dass die Generation Y ständig mit ihrem Smartphone unterwegs ist und regelmäßig ihre Nachrichten oder Neuigkeiten prüft, ist offensichtlich. Jedoch gilt dies nicht unbedingt für die ältere Generation, die das Smartphone hauptsächlich benutzen, um Anrufe oder Nachrichten zu verschicken, damit sie mit der Generation Y in Kontakt bleiben. Aber gerade diese „Silent Generation“ ist es, die auf so eine App angewiesen wäre und davon profitieren würde. Mit dem Alter steigt auch die ständige Überprüfung der eigenen Gesundheit und der Gang zum Arzt. So praktisch ein Smartphone auch sein kann, die Nutzung ist für einige trotzdem ein großes Problem, angefangen mit den vielen Funktionen bis hin zu den kleinen Bildschirmen, die die Älteren abschrecken. Bisher nutzen noch sehr wenige Senioren ein Smartphone und das Internet. Aber die Zahl nimmt zu – es werden zahlreiche Benutzer-Kurse und seniorentaugliche Smartphones angeboten, um eine Digitalisierung auch im fortgeschrittenen Alter durchzuführen. Es ist also zu empfehlen, dass beide Komponenten zusammenarbeiten, um vorausschauend für eine gute Gesundheit bei Jung und Alt zu sorgen. Immerhin ist die Zukunft digital und sie ist unvermeidbar – warum dann nicht aktiv daran teilhaben?


Image (adapted) „Drop da Diabetes Mic“ by Juhan Sonin (CC BY 2.0)


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Soeben gelandet – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ÜBERWACHUNG Süddeutsche: Bundestrojaner scheitert an Whatsapp und Macs : Der neue Bundestrojaner, der deutschen Ermittlern die Möglichkeit geben soll Smartphones und Computer zu überwachen, ist anscheinend unbrauchbar. Mehrere Kriminalbeamte halten das umstrittene Programm aktuell für unnütz. Unter anderem scheitert die Software an dem Messenger „Whatsapp“, der vor kurzem alle Nutzerchats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versah. Daher nutzt der Bundestrojaner auch bei vielen Smartphones nichts.
  • TABLET Welt: Für wen sich das neue iPad Pro lohnt: Ende März stellte Apple das iPad Pro in kleinerer Version vor. Und es ist nicht nur im Hause Apple aktuell das beste Tablet, auch auf dem Markt scheint es einsam an der Spitze zu stehen. Mit mehreren exklusiven Funktionen sticht die kleine Version ihren großen Bruder aus. Öfter kommt die Frage auf, ob Tablets den Laptop in den Ruhestand versetzen werden. Bisher konnte diese Frage meist sehr schnell mit „nein“ beantwortet werden. Das lag unter anderem an den unterschiedlichen Betriebssystemen. Wie schlägt sich das kleine iPad Pro?
  • FACEBOOK faz: Privates auf Facebook? Muss nicht sein: Wer seinen Newsfeed durch klickt, der wird in den meisten Fällen eher auf Nachrichten oder Unterhaltungsvideos treffen, als auf persönliche Einträge. Das Mittagessen in Form eines Fotos mit seinen Facebook-Freunden zu teilen ist wohl aus der Mode. Diesen Mangel an persönlichen Einträgen versucht Facebook mit verschiedensten Ideen zu korrigieren. So zum Beispiel Erinnerungen an vergangene Momente, die die Nutzer vielleicht mal wieder posten möchten. Ist das ein Hilferuf des Social-Media-Riesen?
  • START-UP techcrunch: Lady Gaga’s startup Backplane burns out and sells assets: Das Start-up „Backplane“ wurde 2011 gegründet und von Lady Gaga finanziert. Fünf Jahre später ist Schluss und die finanziellen Ressourcen sind aufgebraucht. Es sollte ein Social Network für Brands werden, das sogar Google als Investor anlockte. Nun verkaufte das Start-up die Assests an Investoren, die das Portal aus der Asche auferstehen lassen wollen. Der Name wurde schon in „Place“ geändert.
  • NETFLIX heise: Videostreaming-Dienst Netflix buhlt um Aufmerksamkeit für Eigenproduktionen: Netflix wird in Paris eine Großveranstaltung stattfinden lassen. Hintergrund sind die Eigenproduktionen des Streaming-Dienstes, in die Netflix jedes Jahr hunderte Millionen steckt. Präsentieren werden unter anderem Schauspieler wie Ashton Kutcher und Kevin Spacey. Auch in Deutschland plant Netflix eine Großveranstaltung, die viele Journalisten anlocken soll.

Image chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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Panono: “Wir wollen die Spiegelreflex der 360-Grad-Fotografie werden”

Panono_Pfeil_Jakob Steinschaden

Jonas Pfeil steht auf einem Hochhaus in Tokio und wirft einen schwarz-grünen Ball in die Luft, nur um gleich darauf von einem Hauswächter ermahnt zu werden, dass das hier gar nicht gehe. Das 360-Grad-Foto, das die Kamerakugel im Flug mit 36 Einzelkameras und insgesamt 108 Megapixel aufgenommen hat, hat Pfeil aber natürlich trotzdem in der Tasche.

“Wir wollen die Spiegelreflex der 360-Grad-Fotografie werden”, sagt Pfeil später im Gespräch. Gemeinsam mit Björn Bollensdorff und Qian Qin hat er das Startup Panono in Berlin 2012 ins Leben gerufen und vier Jahre Entwicklungszeit in den mittlerweile weltbekannten Fotoball gesteckt. Bis Mitte März konnte die Jungfirma rund 650 Panonos (zum Stückpreis von 1500 Euro) verkaufen, mehr als 35.000 interaktive Panoramabilder wurden von den Nutzern auf die Server hochgeladen. Die Chancen auf die Marktführerschaft in der hochqualitativen 360-Grad-Fotografie stehen nicht schlecht: Laut Pfeil böte man eine fünf Mal bessere Auflösung als die Konkurrenz.

Fotos in der Cloud

Die Cloud – Panono hat sich bei den Amazon Web Services eingemietet – ist die zentrale Komponente des Startups. Denn während die Hardware von Jabil, einem der größten Auftragsherstellern der Welt neben Foxconn (Apple), in Polen hergestellt wird, liegt das eigentliche Know-how des Startups in seiner Software. Denn erst auf den Servern werden die 36 hochauflösenden Einzelbilder zu einem nahtlosen Gesamtfoto zusammenrechnet, auf dem man sich im Web, auf Smartphones, mit Tablets und natürlich auf Virtual-Reality-Brillen umsehen kann:

Was die Ball-Kamera nicht kann: Video. “Wir wollen keine Kompromisse eingehen. Wenn man Foto und Video macht, dann ist beides nicht optimal”, sagt Pfeil. Deswegen fokussiert sich Panono, das bis dato vor allem Hobby-Fotografen mit dem nötigen Kleingeld begeisterte (das Startup sammelte via Crowdfunding insgesamt 2,6 Millionen Euro ein), zunehmend auf den B2B-Markt. Versicherungen, Immobilienfirmen, Tourismusgesellschaften oder Bauunternehmen will man künftig gleich mehrere Panonos verkaufen, weil diese die 360-Grad-Kamera brauchen könnten, um detailreiche Aufnahmen von Häusern, Baustellen oder anderen Objekten zu schießen.

Aus diesem Grund ist Pfeil auch in Japan unterwegs gewesen., denn dort sitzen führende Kamerahersteller wie Nikon oder Canon, zu deren Portfolio und weltweiten Vertriebsnetzen eine 360-Grad-Kamera auch ganz gut passen würde. Ob es Panono geschafft hat, einen der großen Kamerahersteller als strategischen Partner oder gar als Käufer gewonnen zu haben, wird die nähere Zukunft weisen.

Image by Jakob Steinschaden


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  • MESSENGER Süddeutsche: Whatsapp, SMS, Apple und E-Mails im Sicherheitscheck: Seit einer Woche hat „Whatsapp“ die Chats all ihrer User komplett verschlüsselt. Das soll den Nutzer vor Hackern und Schnüfflern schützen. „Going Dark“ wird dieses Phänomen genannt. Die App wird von einer Milliarden Menschen genutzt. Wer den „Whatsapp“-Massenger nicht nutzt, fragt sich natürlich, ob seine Nachrichten auch verschlüsselt werden. Wie sicher ist die Konkurrenz?
  • DATENSCHUTZ ZEIT: Schrödingers Kryptogesetz: Wenn es um Datenschutz geht, scheiden sich die Geister. Nutzer wollen den größtmöglichen Schutz, der Staat oftmals gar keinen. Letzteres wurde nun ansatzweise in einem Gesetzentwurf zweier einflussreicher US-Senatoren entdeckt. In einem geleakten Entwurf, geht es um das Ende von Verschlüsselung in US-Produkten und darüber hinaus. Hersteller sollen der Regierung zeitnah, bei der Vorlage eines Gerichtsbeschlusses, alle Nutzerinformationen übergeben oder der bei der Entschlüsselung helfen.
  • STARTUP Welt: US-Start-up Yext macht den Sprung nach Deutschland: Wer hält eigentlich Öffnungszeiten, Adressen und andere Informationen von den verschiedensten Filialen auf Diensten, wie Google Maps, auf dem neuesten Stand? Unter anderem das Start-up „Yext“ aus New York. Ein steiler Umsatzwachstum ist der Grund dafür, dass „Yext“ expandieren möchte – nach Deutschland. Mögliche Niederlassungen könnte es in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München geben.
  • HACKER rp.online: DuMont schaltet Webauftritte vorübergehend ab: Am Wochenende ist die Mediengruppe „ DuMont“ möglicherweise Opfer eines Hackerangriffs gewesen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag seien Accounts, Passwörter und Emailadressen samt Namen von verschiedensten Medien, die zu „DuMont“ gehören, im Internet frei abrufbar gewesen. Wer gleiche Passwörter für private Dienste nutze, der wurde aufgerufen diese umgehend zu ändern, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.
  • CARSHARING techcrunch: BMW just jumped into the U.S. car-sharing biz, with the help of YC alum RideCell: Nun gibt es den Carsharing-Dienst DriveNow auch in Seattle. Dort zwar nicht unter dem gleichen Namen – in Seattle heißt der Anbieter ReachNow – allerdings mit dem gleichen Prinzip wie auch in Deutschland. Der Start des Programms hängt mit einem Investment zusammen, dass der Autobauer gerade gemacht hat. Der Software-Anbieter RideCell erhielt 11,7 Millionen US-Dollar, mit BMW als Lead-Investor.

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