All posts under revolution

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • WHATSAPP t3n.de: Neue WhatsApp-Funktion bringt endlich Ruhe in Gruppenchats: Jeder kennt die Masse an Informationsfluss, sobald man in mehr als einer WhatsApp-Gruppe Mitglied ist. Dem will WhatsApp ein Ende setzen. Mit der neuen Option kann der Administrator einer Gruppe manuell auswählen, welche Nutzer aktiv Nachrichten verschicken können. Dem Rest bleibt dann nichts mehr übrig, als stumm zuzusehen. Die Funktion ist bisher nur für Android-User verfügbar.

  • NETFLIX golem.de: Netflix bringt aktuell kein neues teureres Abo: In letzter Zeit sorgt Netflix für Verwirrung bei seinen Zuschauern. Bei vielen Nutzern erscheint die Möglichkeit, eine neue vierte Abo-Variante auszuwählen. Nämlich das Ultra-Abo mit HDR-Option für 17 Euro. Der Anbieter klärt auf und sagt es sei nur ein Test. Dieser soll bestätigen, dass Nutzer bereit wären noch mehr Geld für Videostreaming-Dienste bei Netflix zu zahlen. Der Streaminganbieter kommentierte die Frage einer möglichen Preisänderung nicht.

  • LG handy.de: Patent gewährt: LG plant faltbares Smartphone: LG wird mal wieder zu einem Gesprächsthema bei den Technik-Junkies. Grund dafür ist ein faltbares Handy, für welches das Unternehmen ein Patent erhalten hat. Das neue Smartphone soll über ein flexibles Full-Screen-Display verfügen. Das Gerät faltet sich nach innen, was unerwünschte Kratzer am Display verhindern würde. Der Hersteller möchte außerdem eine Fotokamera auf der Außenseite anbringen, damit man auch Bilder schießen kann, ohne das Handy vorher aufklappen zu müssen. Leider steht noch kein Datum fest, zu dem wir das revolutioäre Smartphone erwarten könnten.

  • FACEBOOK heise.de: Facebook sperrt US-Unabhängigkeitserklärung als Hate Speech: „Indian Savages“ wird von Facebook-Algorithmen als eine hassvolle Äußerung eingestuft. Aus dem Kontext gerissen: zu Recht. Nur leider taucht dieser Begriff auch in einem Teil der US-Gründungsurkunde auf, die die Tageszeitung The Vindicator im Vorfeld des Nationalfeiertages auf Facebook zitiert hat. Dieser Fehler wurde in der Zwischenzeit behoben. Facebook hat den Beitrag erneut freigegeben. Die Situation mag zwar frustrierend sein, aber man kann die Ironie nicht übersehen: Die Worte von Thomas Jefferson werden in den Staaten zensiert.

  • REVOLUTION welt.de: E-Reader-Trick bringt Werbespots auf fahrende LKW: Bewegte Bilder auf Fahrzeugen sind in Deutschland verboten. Doch das Start-Up-Unternehmen Road Ads hat es geschafft diese gesetzliche Hürde zu überwinden. Die Firma synchronisiert vier große E-Reader miteinander und setzt diese anschließend auf die Hecktüren von LKW-Fahrzeugen. Die Werbung ändert sich alle 30 Sekunden, was genau in die gesetzlichen Rahmen passt und keine Gefahr für Fahrende darstellt. Bis 2020 können wir also mit etwa 1.000 Lastwagen rechnen, die auf den deutschen Autobahnen rollen und digitale Unterhaltung mit sich tragen.

Weiterlesen »

@ Native Advertising Konferenz

Partnergrafik_2018_800x800_nativeads-camp

Es geht in die dritte Runde! Die Native Advertising Konferenz öffnet am 19.04. bereits zum dritten Mal seine Pforten. Die Konferenz lädt Fachleute, Interessierte, Brancheninsider und Neueinsteiger herzlich ein. Informiert euch über die aktuellen Trends des Native Advertising, deren Entwicklungen und Perspektiven. Tauscht euch über eure Erfahrungen aus und erlebt einen ganzen Tag voller spannender Themen rund um Native Ads im Kino Cinenova im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Hier werden Speaker die Kinoleinwände nutzen, um allen Teilnehmern ihre Vorträge zu präsentieren. Alles, was die Teilnehmer dafür tun müssen, ist, sich in den gemütlichen Kinosesseln zurückzulehnen und die Native Advertising Konferenz genießen.

Spannende Vorträge erwarten euch

Lernt an diesem Tag alles Wissenswerte über aktuelle Studien, Trends, Strategien und innovativer Platzierung von Content in Form von spannenden Vorträgen in den Kinosälen und den Podiumsdiskussionen. Euch erwarten Vorträge wie unter anderem:

  • Evolution! Transformation! Revolution? Über den Wandel im Bereich der Premium-Vermarktung
  • Kongruent oder Komplementär? Eine Studie zum emotionalen und inhaltlichen Fit
  • Podiumsdiskussion: Verlage oder Agenturen – Wer macht die besten Inhalte für Native Advertising?
  • Für Native Advertising texten wie ein „richtiger Texter“
  • Podiumsdiskussion: Native Advertising der Zukunft

Lasst euch von namhaften Speakern wie beispielsweise Kim Robertz vom Ebner Verlag, Nina Kennedy von VICE Media oder Matthias Wesselmann von fischerAppelt interessante Einblicke und Cases in ihren Bereichen geben. Euch erwarten die unterschiedlichsten Eindrücke aus zahlreichen Unternehmen. Zudem liefern Fallbeispiele, Anleitungen, Erfolgsgeschichten, Neuigkeiten und Analysen viel Inspiration. Ein umfangreiches Programm bietet für jeden die Möglichkeit das Beste mit in sein Unternehmen zu nehmen, um dies direkt in den Projekten und Kampagnen zu integrieren.

Schnell zugreifen

Wer Native Advertising aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und ein Teil dieser informativen Konferenz sein möchte, der sollte sich hier unbedingt Tickets sichern. Ihr habt die Möglichkeit noch ein Early Bird-Ticket abzugreifen. Schnell sein lohnt sich, denn in diesem Jahr ist die Teilnehmeranzahl auf 250 Personen begrenzt. Also, ran an die Tickets!

Weiterlesen »

New Work-Eiertanz zur Gewissensberuhigung – 85 Prozent der Beschäftigen sind mit ihrer Arbeit unzufrieden

Asien (adapted) (Image by sasint [CC0 Public Domain] via pixabay)

In den vergangenen Jahren lieferte ich in Beiträgen viele Anregungen für die Formierung einer digitalen APO, um das Inzest-System des Top-Managements der Konzerne, von autoritär geführten mittelständischen Unternehmen und von korrumpierbaren Elite-Hochschulen zu durchbrechen. Wie kann man mit politischen Mitteln den Gehorsamskäfig in Organisationen aufbrechen? Wenn wir in der digitalen Sphäre von Partizipation, Transparenz und einer Kultur der Beteiligung reden und auch danach handeln, darf das in Wirtschaft und Politik nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Wenn ich mir die Inflation von Beiträgen und Kongressen über Unternehmensdemokratie, New Work und diese bescheuerte 4.0-Brabbelei über das Arbeiten von morgen anschaue, müssten wir schon längst in Zeiten der Glückseligkeit leben. Es sind Schönwetter-Diskurse, die sich an der Realität vorbeimogeln.

Elitärer Scheiß

Menschen, die es eigentlich betreffen sollte, die Menschen also, deren Jobs durch die nächste Automatisierungswelle mal eben vernichtet werden, die Menschen also, die tagein tagaus 40 Wochenstunden ihrer Lebenszeit in Krankenhäusern, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Kindergärten und Altenhilfeeinrichtungen verbringen, also die Menschen, die vielleicht wirklich einen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft leisten, bekommen von dem ganzen Tamtam gar nichts mit“ , kritisiert Hendrik Epe in einem Beitrag unter dem trefflich formulierten Titel „New Work zwischen Spiritualität, elitärem Scheiß und dringender Notwendigkeit“ .

Anstatt Verbesserungen in der Zusammenarbeit, in der Wertschätzung ihrer Arbeit, in der Möglichkeit, menschenwürdige Arbeit menschenwürdig leisten zu können, erfahren diese Menschen, dass durch zunehmende Detailregelungen, Prozesssteuerung und Bürokratismus das genaue Gegenteil passiert. Sie erfahren digitale Käfighaltung mit einem scheinheiligen Anstrich von Wohlfühl-Maßnahmen.

Wirkungslose Canapé-Events

Die New Work-Bewegung betreibt in Deutschland wirkungslose Canapé-Events zur Gewissensberuhigung. Supermarkt-Verkaufspersonal, Personal von Pflegediensten, Betriebsräte, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, schlecht bezahlte Clickworker oder Vertreter der rund 1,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich mit Arbeitsverträgen auf Abruf herumschlagen müssen, von fiesen Chefs am Arbeitsplatz mit Webcams überwacht und in Echtzeit dirigiert werden, sucht man bei den hochpreisigen Veranstaltungen in cool wirkendem Ambiente vergeblich. Änderungen im Gallup-Zufriedenheitsindex sind auch nicht feststellbar.

So unternehmen angeblich viele Arbeitgeber große Anstrengungen, um Mitarbeiter an sich zu binden. Dennoch stagniert der Anteil der Arbeitnehmer, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber aufweisen bei mageren 15 Prozent. Ebenso viele Arbeitnehmer haben innerlich bereits gekündigt. 70 Prozent der Beschäftigten sind emotional gering gebunden und machen lediglich Dienst nach Vorschrift. Rechnet man die 85 Prozent Unzufriedenen auf die erwerbstätige Bevölkerung hoch, sind das rund 30 Millionen Menschen. Und dieser Wert hat sich seit dem Start des Index vor 17 Jahren kaum verändert. Der Anteil der Zufriedenen lag damals bei 16 Prozent.

Graswurzelbewegung über Dorfcamps

Beim deutschlandweit ersten Dorfcamp ist das intensiv mit Ute Schulze, Mike Schnoor, Tim Ebner und Christian Bartels in einer Session unter dem Thema „New Work – Mehr Schein als Sein“ diskutiert worden. Resümee: Menschen müssen sich in der Dienstleistungs- und Netzökonomie besser organisieren. In der industriellen Revolution ist das durch Arbeitervereine und Gewerkschaften geschehen. Die zersplitterte und hoch moderne Arbeitswelt unserer Tage hat den Organisationsgrad der Beschäftigten dramatisch reduziert.

Mike Schnoor verwies auf die Startup-Szene und auf Agenturen. Als Indikator könnte die Zahl der Betriebsräte in solchen Unternehmen herangezogen werden. Sie wird wohl erschütternd niedrig ausfallen. Bei den sogenannten Leiharbeitern und den Beschäftigten auf Abruf werden die Ergebnisse auch nicht besser abschneiden. Wie kann man das ändern?

Wie wäre es, eine Vielzahl von Dorfcamps durchzuführen, um irgendwann in der Fläche eine Graswurzelbewegung auszulösen. Verbunden mit dem spontihaften Aufruf von Soziopod-Blogger Patrick Breitenbach zum Machteliten-Hacking. Man müsse Gegen-Narrative in die Organisationen bringen. Die alten Eliten sind von einer Blase der Ja-Sager umgeben. Wie wäre es mit einer subversiven Injektion für kritisches Denken?

Wie könnte eine Graswurzelbewegung die Werkzeuge des Social Webs einsetzen, um Verkrustungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufzubrechen? Eine Möglichkeit sehe ich in der Ideen-Infiltration, die der Jesuit Michel de Certeau in seinem Band „Kunst des Handelns“ für listenreiche Konsumenten aufgebracht hat.

Es geht um normale User, die beim Surfen durch die Warenwelt in den Nischen des Konformismus auf ungeahnte Autonomiemöglichkeiten stoßen, ohne sich der Aufgabe des aufopfernden Heldentums widmen zu müssen. Wer ist schon gerne Märtyrer? Es reichen kleine Regelverletzungen. Man könnte während der Arbeitszeit unauffällig anderen Tätigkeiten nachgehen, Meetings mit endlosen Monologen ad absurdum führen, Vorgesetzte mit falschen Excel-Tabellen in den Wahnsinn treiben und Macho-Manager bei der nächsten Weihnachtsfeier mit scharfsinnigen Witzen als eitle Trottel bloßstellen.

Zweckentfremdung von digitalen Werkzeugen

Die Zweckentfremdung von digitalen Werkzeugen bietet eine Vielzahl von dadaistischen Möglichkeiten des Anarchentums: Powerpoint-Präsentationen für den Vorstand und selbst das Intranet sind ein ergiebiges Feld für Sticheleien. Klaut der eigene Boss regelmäßig seine Führungsweisheiten aus einschlägig bekannten Ratgeberbüchern der prahlerischen Beraterzunft, empfehle ich als Fußnote schlichtweg die Quellen-Angabe. In meiner Zeit beim Telefonie-Unternehmen o.tel.o ergänzte ich die Durchhalteparolen des Kommunikationsdirektors, die er aus einem Opus von Reinhard Sprenger abkupferte, mit einer Rezension des besagten Werkes.

Hintergrundinfos über prahlerische Vorgesetzte

Die angeberischen Exkurse des Top-Managers mit dem Charme eines Autoverkäufers über seine Karriere als Bundesliga-Torwart konterte der zuständige Mitarbeiter für das Sport-Sponsoring mit einem Zitat aus dem Bundesliga-Jahrbuch: Die fußballerische Karriere des Vokuhila-Schwätzers währte nur kurz, weil der Protagonist den Anforderungen des Profivereins nicht gewachsen war. Um so mehr redete er von seinen Kitzbühl-Begegnungen mit Franz Beckenbauer und Konsorten. Alle Mitarbeiter, die unter diesem Zwergen-Regime dienen mussten, konnten mit den vermittelten „Hintergrundinfos“ die Auftritte des Direktoren-Würstchens besser ertragen.

Das Notiz-Amt plädiert für eine Vielfalt von Maßnahmen, um jenseits der New-Work-Kuschel-Wuschel-Projekt-Schwafelei Denkanstöße für eine Verbesserung der Arbeitswelt auszulösen.


Image (adapted) „Asien“ by sasint (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

Medikamente aus Insekten – Auf sechs Beinen zur medizinischen Revolution?

caterpillar (adapted) (Image by Josch13 [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Seit Tausenden von Jahren wenden sich die Menschen an die Natur, wenn es darum geht, Krankheiten zu lindern und zu heilen. Die moderne Wissenschaft baut auf diese altbewährten Grundlagen auf. Diese „Naturprodukt-Entdeckungsprogramme“ von Pharmaunternehmen versorgen uns mit Medikamenten, die Krebs, Infektionen und anderes behandeln könnten.

Aber natürlich vorkommende Medikamente zu entdecken, ist bei weitem nicht unkompliziert. Es ist schwierig genug, ausreichend nützliche Organismen zu finden, sei es eine Baumwurzel oder eine Giftschlange, und es ist noch weitaus schwerer, die exakte medizinische Komponente zu extrahieren und in großen Mengen zu produzieren.

Mit all diesen Stolpersteinen ist es kein Wunder, dass Pharmaunternehmen ihren Schwerpunkt von der Natur ins Labor verschoben und damit begonnen haben, massenhaft Wirkstoffe von Grund auf zu entwickeln, die dann auf vielversprechende Effekte getestet wurden. Seit den 1990ern stellten die Pharmaunternehmen ihre Entedeckungsprogramme ordnungsgemäß ein und die riesige Palette von Testextrakten, die sie gesammelt hatten, wurden verkauft oder verworfen.

Trotzdem haben neuste Genetik-Entwicklungen eine Rückkehr zu den Naturprodukten ausgelöst. Wissenschaftler können inzwischen die gesamte DNS eines Organismus durchforsten, um nach nützlichen Komponenten zu suchen. Es hat sich herausgestellt, dass wir kaum erst an der Oberfläche der natürlichen Molekulardiversität gekratzt haben, die durch mehr als drei Milliarden Jahre ds Ausprobierens verfeinert wurde. Und es gibt noch viele weitere unentdeckte Medikamente, die in Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien schlummern. Diese Erkenntnis – und sich anbahnende Gesundheitskrisen wie beispielsweise die Resistenz gegen Antibiotika – haben das Interesse in die Suche nach nützlichen natürlichen Wirkstoffen erneuert, auch Biosprospecting genannt.

Die meisten natürlich gewonnenen Medikamente kommen heutzutage von Pflanzen, Pilzen und Bakterien. Diese Medikamente auf Tierbasis stammen größtenteils aus ein paar wenigen Quellen: giftige Wirbeltiere wie die Gila-Krustenechse oder der Jararaca-Lanzenotter, dem Speichel von Blutegeln oder die Gifte und Sekrete von Organismen wie Schwämmen und Weichtieren. Aber Tiere sind extrem vielseitig und wir haben kaum das pharmazeutische Potential der vielseitigsten Gruppe angetastet: den Insekten.

Insekten stecken voller nützlicher Wirkstoffe

Insekten bewohnen auf der Erde jede erdenkliche Nische im Wasser und zu Land. Daher gibt es eine verblüffende Vielfalt des Zusammenspiels mit anderen Organismen, was bedeutet, dass sie eine enorme Bandbreite an Wirkstoffen entwickelt haben, um sich selbst zu schützen oder andere zu jagen.

Bei dem geringen Anteil der Insekten, der untersucht wurde, wurden eine Menge interessanter Wirkstoffe identifiziert. Zum Beispiel wird Toxiferin, ein antimikrobieller Wirkstoff, der von Schmeißfliegenlarven produziert wird, in Südkorea und Russland als Mittel gegen Viren eingesetzt und soll Tumoren vorbeugen. Die Larven einiger anderer Insektenarten werden auf potente antimikrobielle Stoffe untersucht. Im Gift der Wespe Polybia paulista wurde darüberhinaus ein Wirkstoff gefunden, der Krebszellen tötet, ohne die gesunden Zellen zu beschädigen.

Wieso haben die Medikamentenforscher den Insekten relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Teilweise ist die schiere Vielfalt daran Schuld – bei den Millionen von zu untersuchenden Arten ist die erfolgreiche Suche nach einem nützlichen Insekt wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und obwohl wir überall Insekten vermuten, ist der Großteil dieser gigantischen Menge auf ein paar gewöhnliche Arten zurückzuführen. Die meisten Insekten sind schwierig zu finden und nur unter aufwändigen Bedingungen in Gefangenschaft zu züchten.

Und selbst wenn eine nützliche Spezies identifiziert und erfolgreich gezüchtet wurde, ist es noch immer unglaublich schwierig, eine ausreichende Menge des relevanten Materials zu gewinnen. Insekten sind in der Regel sehr klein und ihre Drüsen, die die für die Forschung interessanten, potentiell nützlichen Wirkstoffe produzieren, sind noch viel kleiner.

Die Suche nach freundlichen Insekten

Die gute Neuigkeit ist, dass wir manche dieser Probleme überwinden können, indem wir unsere Erkenntnisse aus der Naturkunde anwenden. David Wilcockson von der Aberystwyth Universität und ich nennen diese Vorgehensweise „ökologiegeführte Entdeckung von Medikamenten“.

Viele Insekten zeigen die Produktion von potentiell nützlichen Wirkstoffen in der Art und Weise auf, wie und wo sie leben. Manche produzieren potente, komplexe Gifte, um ihre Beute zu bändigen und für ihre Nachkömmlinge frisch zu halten. Andere sind Meister darin, schmutzige Mikrohabitate wie Fäkalieren und Kadaver auszunutzen, in denen sie regelmäßig von unzähligen Mikroorganismen herausgefordert werden. Die Insekten in diesen beiden Beispielen haben eine Reihe antimikrobieller Wirkstoffe, um mit krankheitserregenden Bakterien und Pilzen zurechtzukommen, die eventuell als neue Antibiotika für Menschen dienen könnten.

Obwohl unsere Kenntnisse der Naturkunde uns in die richtige Richtung weist, löst es nicht die Probleme, die mit der geringen Größe von Insekten und den winzigen Mengen der produzierten Wirkstoffe zusammenhängen. Glücklicherweise ist es jetzt möglich, die DNS-Stränge zu identifizieren und diejenigen auszusondern, die die Informationen für die interessanten Wirkstoffe tragen. Die betreffenden Stränge werden in Zellen hingegeben, die dafür sorgen, dass größere Mengen produziert werden können.

So gern ich auch an der Entwicklung einer neuen Trendmedizin auf Insektenbasis teilhaben würde, ist meine Hauptmotivation, die Konservierung zu untersuchen, die Insekten betreiben. Ich möchte Wirkstoffe aus den Insekten als Mittel für die Grundforschung, Artenentdeckung und Naturgeschichte gewinnen. Alle Arten, egal wie klein und scheinbar unwichtig, haben ein Recht darauf, um ihrer selbst Willen zu existieren.

Aber diesem Empfinden fehlt die politische Schlagkraft, die man braucht, um für den dringenden Schutz der Natur zu kämpfen. Wir brauchen etwas, das man anfassen kann, etwas, das direkten Nutzen für die Menschen hat. Es ist schwierig, etwas zu finden, das so viel Gewicht hat wie unsere Gesundheit.

Wenn wir die Untiefen des Medizinschränkchens der Natur beleuchten können, wenn wir also die durchaus nützliche Zusammensetzung der facettenreichsten Tiere dieses Planets erforschen können, glaube ich, dass wir die Denkweise der Menschen über den Wert der Natur verändern könnten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „caterpillar“ by Josch13 (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Superschnelle „Quantencomputer“ – Das Ende der sicheren Verschlüsselung?

Coding (image by negativespace.co [CC0 Public Domain] via Pexels

Es bahnt sich eine Computer-Revolution an, auch wenn niemand weiß, wann sie genau stattfinden wird. Was als „Quantencomputer“ bekannt ist, wird wesentlich leistungsfähiger sein als die Geräte, die wir heute benutzen. Diese Maschinen werden in der Lage sein, viele Arten der Berechnung vorzunehmen, die auf modernen Geräten unmöglich sind. Aber während schnellere Computer in der Regel mit Freuden erwartet werden, gibt es einige Rechenoperationen, bei denen wir uns darauf verlassen, dass sie nur mühsam (oder langsam) ausgeführt werden.

Im Besonderen vertrauen wir darauf, dass es einige Codes gibt, die Computer nicht knacken können – oder zumindest würde es zu lange dauern, sie zu knacken, um uns von Nutzen zu sein. Verschlüsselungsalgorithmen bringen Daten in eine Form, die sie für jeden unbrauchbar machen, der nicht den entsprechenden Codes zur Entschlüsselung besitzt – in der Regel sind dies lange Abfolgen von zufälligen Zahlen. Mit deren Hilfe können wir Informationen sicher über das Internet versenden. Aber könnten Quantencomputer dazu führen, dass wir nicht länger Verschlüsselungstechniken entwickeln können, die nicht geknackt werden können?

Für ein System, bekannt als symmetrische Verschlüsselung, stellen Quantencomputer keine besonders große Bedrohung dar. Um eine symmetrische Verschlüsselung zu brechen, muss man herausfinden, welcher von vielen möglichen Schlüsseln benutzt wurde. Alle denkbaren Kombinationen auszuprobieren, würde eine unvorstellbare Menge Zeit kosten. Es zeigt sich, dass Quantencomputer all diese Schlüssel in einem Viertel der Zeit testen könnten, die von heutigen Computern benötigt wird – oder anders gesagt, in etwas weniger Zeit, aber nicht so dramatisch viel, als dass dies uns Kopfzerbrechen bereiten müsste.

Für einen anderen Typ der Verschlüsselung hingegen, die asymmetrische oder Public-Key-Verschlüsselung, sieht es nicht so gut aus. Public-Key-Systeme werden benutzt, um beispielsweise die Daten zu sichern, die durch unseren Webbrowser geschickt werden. Diese verschlüsseln Daten, indem sie einen Schlüssel nutzen, der für jeden verfügbar ist, aber zur Entschlüsselung einen anderen, persönlichen Schlüssel benötigt.

Der persönliche Schlüssel ist mit dem Public Key verwandt, also muss man zur Entschlüsselung eine sehr komplizierte Berechnung durchführen, um den persönlichen Schlüssel zu erhalten. Einen herkömmlichen Computer würde dies eine enorme Menge Zeit kosten. Aber was die beiden am weitesten verbreiteten Arten der Public-Key-Verschlüsselung betrifft, die heute Verwendung finden, wäre ein Quantencomputer in der Lage, die Berechnungen schnell genug durchzuführen, um sie fast völlig unsicher werden zu lassen.

Glücklicherweise haben wir dieses drohende Desaster bereits vorausgesehen. Forscher aus Hochschulen, Regierungen und der Industrie arbeiten im Moment hart daran, neue Public-Key-Verschlüsselungstechniken zu entwickeln, welche auf anderen, schwierigeren Berechnungen beruhen, welche gegen die Rechenleistung der Quantencomputer immun sind. Ich bin sicher, dass diese Bemühungen erfolgreich sein werden – insbesondere, da wir bereits einige Verfahren kennen, die zu funktionieren scheinen. Wenn die Zeit der Quantencomputer kommt, werden wir bereit sein.

Quantencomputer stehen für eine neue Arbeitsumgebung, in der viele fantastische Dinge möglich sein werden. Aber wenn es um Verschlüsselung geht, wird sich nicht viel verändern. Die Entwicklung neuer Verschlüsselungstechniken wird keine ungewöhnliche Quantenspielerei benötigen, sondern lediglich ein Bewusstsein dafür, was mit Quantencomputern alles möglich ist. Wahrscheinlich wird es auch eine lange Übergangsphase geben, in der sie nur einigen spezialisierten Organisationen zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass quantensichere Verschlüsselungstechniken auf den zeitgenössischen Computern funktionieren müssen, die der Rest von uns weiter benutzen wird.

Neues Schloss, neues Haus

Ich vermute, dass wir in einer zukünftigen Welt der Quantencomputer sicherlich neue Verschlüsselungstechniken nutzen werden, aber dass die Sicherheit dieser Methoden weitestgehend mit der heutigen Sicherheit vergleichbar sein wird. Der Hauptgrund, warum ich mit dessen sicher bin, liegt darin, dass die Schwachstellen, die mit Verschlüsselung in Verbindung gebracht werden, höchstwahrscheinlich dieselben sein werden wie heute. Der Grund dafür ist folgender:

Verschlüsselung ist im Kern ein Verriegelungsmechanismus. Ein Schloss benötigt einen Schlüssel. Wenn Sie das beste Schloss, das für Geld zu haben ist, an der Tür eines Hauses anbringen, können Sie sicher sein, dass das Schloss selbst nicht aufgebrochen werden wird. Quantencomputer stehen für eine neue Art von Haus, quantensichere Verschlüsselung für eine neue Art Schloss, die zu diesem Haus passt.

Aber wenn jemand in Ihr Haus einbrechen will, und er weiß, dass das Schloss gut ist, wird er nicht versuchen, das Schloss überhaupt aufzubrechen. Stattdessen wird er nach anderen Möglichkeiten suchen. Beispielsweise könnte er den Schlüssel stehlen oder einen Ziegelstein durch das Fenster werfen. Allgemein gesagt ist das genau das, was heute bei den meisten Sicherheitsvorfällen im Internet geschieht. Moderne Verschlüsselung ist hervorragend, aber wir sind weniger kompetent, wenn es um den Schutz der Schlüssel zur Entschlüsselung geht, und noch schlechter beim angemessenen Integrieren von Verschlüsselung in größere Systeme. Ich glaube nicht, dass sich das in einer Welt der Quantencomputer, wie wunderbar sie auch immer sein mag, ändern wird – wann auch immer das sein wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Coding“ by negativespace.co (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • VIRTUAL REALITY heise online: Bitkom: „Virtual Reality hat riesiges Potenzial“: Auch wenn Virtual Reality noch in den Kinderschuhen steckt, darf man sich Marktforschern zufolge viel von der neuen Technologie erwarten. „Das hat riesiges Potenzial“, sagte Timm Lutter vom Branchenverband Bitkom am Mittwoch in Berlin. Speziell im Spielebereich wartet man seit Jahren auf eine neue Revolution, welche mit Virtual Reality nun bald vor der Tür stehen könnte. Sony präsentierte beispielsweise auf der IFA seine VR-Brille für die Playstation. Eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von VR nehmen Smartphones ein.

  • KI Golem: Googles KI soll Strahlentherapie bei Krebs optimieren: Das aktuelle Verfahren zur Unterscheidung von gut- und bösartigem Gewebe ist sehr aufwendig. Googles KI-Sparte Deepmind will dies nun mit maschinellem Lernen wesentlich verbessern. Bereits seit mehreren Monaten arbeitet das Deepmind Team von Google mit dem staatlichen Gesundheitssystem Großbritanniens (NHS) zusammen. Die Bestrahlung von Krebszellen soll ebenfalls maschinell unterstützt werden. Deepmind hofft die bisherige Behandlungszeit von etwa vier Stunden auf eine Stunde senken zu können.

  • SOCIAL MEDIA Spiegel online: Politische Diskussionen im Netz: Gemeinsamkeit gesucht, Abgrenzung gefunden: Noch nie war es einfacher sich verschiedenste Meinungen anderer einzuholen. Fragen können offen und unkompliziert auf Facebook, Twitter oder anderen sozialen Netzwerken an die Öffentlichkeit oder eine spezifische Gruppe gestellt werden. Andererseits lesen wir ständig Meinung von Personen, um die wir vielleicht gar nicht gebeten haben. Sascha Lobo schreibt in seiner Kolumne zur Reizüberflutung an Meinungen in sozialen Netzwerken und was sie mit uns machen.

  • APPLE t3n: iPhone: Apple könnte bald eigenen Iris-Scanner haben: Laut Vermutungen von MacRumors soll Apple das iPhone 8 schon 2017 mit einem Iris-Scanner ausstatten. Der altbekannte Home-Button mit Fingerprint wird wohl früher oder später nicht mehr existieren und von neueren Identifizierungs-Features abgelöst werden. Es ist aber unwahrscheinlich, dass ein Iris-Scan alleinig zum Einsperren des Smartphones genutzt wird. Möglich wäre es einen Fingerabdruck-Erkenner direkt ins Display zu integrieren.

  • ZENWATCH Giga: ZenWatch 3 vorgestellt: Asus‘ dritte Smartwatch begeistert mit rundem Display und edlem Design: Asus präsentiert mit der Zenwatch 3 erstmals auch eine Smartwatch mit rundem Display. Das neue Modell soll in drei Farben und zu einem, im Vergleich zur Apple Watch erschwinglichen Preis auf den Markt kommen. Die Uhr weist eine Pixeldichte von 287 Pixel pro Zoll auf, ist durch das Gehäuse aus Chirurgenstahl widerstandsfähig und der verbaute 340-Milliamperestunden-Akku soll zudem eine Laufzeit von bis zu zwei Tagen ermöglichen. Anders als ihre Vorgänger soll die Zenwatch 3 neben Android-Smartphones auch mit iOS kompatibel sein.

Weiterlesen »

Eine dritte Welle des Feminismus erhebt sich

SlutWalk NYC October 2011 Shankbone 25 (adapted) (Image by David Shankbone [CC BY 2.0] via flickr)

Wellen muss man reiten – das trifft quasi auch auf den Feminismus zu, der sich im neuen Gewand aktuellen Problemen stellt.

Wir sind Zeugen des Aufkommens einer dritten Welle des Feminismus. Den Kampf der viktorianischen Sozialreformer, der Suffragetten und der revolutionären Feministen der 1970er Jahre aufnehmend, kämpfen Feministen heute wieder für eine gleichberechtigte Behandlung und für ein Ende sexueller Gewalt in einer weiterhin patriarchischen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Es ist eine bewegte Zeit für Feministen in Großbritannien. Ende Oktober hat die neue Women’s Equality Party (WEP) ihr Grundsatzprogramm verabschiedet. Es drängt auf eine gleichmäßige Vertretung in der Politik, in Firmen und in der Industrie; gleiche Bezahlung und Gleichstellung in der Kindererziehung; die gleiche Behandlung von Frauen durch die Medien; und eine Beendigung sexueller Gewalt.

Wenige Tage nachdem ich der Verabschiedung beiwohnte, ging ich zu der “Feminismus in London”-Konferenz, die mehr als 1.000 Männer und Frauen angezogen hatte. Sie waren gekommen, um einer Reihe von Sprechern zu Themen wie Handel mit inländischen Arbeitern, Gleichheit und Einschränkungen, sowie über die Kampagne zur 50:50-Vertretung im Parlament, zuzuhören. Ich war sehr aufgeregt Teil einer feministischen Bewegung “in Bewegung” zu sein.

Es ist unklar, wie viele Frauen oder Männer sich selbst als Feministinnen oder Feministen sehen und möglicherweise könnte sich die Mehrheit der Menschen auf die eine oder andere Weise nicht weniger dafür interessieren. Welchen Standpunkt auch immer Sie annehmen, die Geschichte des Feminismus zeigt, dass er das private und öffentliche Leben verändert – unabhängig davon, ob sich jeder dessen bewusst ist oder nicht, oder diese Veränderung begrüßt.

Ein geschichtlicher Überblick zu feministischer Historie

Die letzten zwei Jahrhunderte wurden Zeugen von drei Wellen des Feminismus. Unglücklicherweise folgten die ersten zwei einem vertrauten Muster: Anfänglicher Widerstand gegen feministische Ziele, gefolgt von einer Phase der sozialen Akzeptanz dessen, was ursprünglich als eine unangemessene Forderung erschien.

Dann folgt eine Neuerung, die für gewöhnlich in Form eines Konsens darüber, dass der Feminismus erfolgreich war und sich damit selbst überflüssig gemacht hat, in Erscheinung tritt. Danach verstummen Frauen, zumindest in der Öffentlichkeit, hinsichtlich ihrer sozialen Umstände. Bis es zu einem Wendepunkt kommt und der Feminismus sich erneut erhebt wie ein Phönix aus der Asche. Dies könnte bald wieder geschehen.

Die erste Welle des Feminismus erhob sich während des 19. Jahrhunderts und dem beginnenden 20. Jahrhundert mit dem Streben nach sozialen Reformen. Frauen wie Josephine Butler beschäftigten sich mit Prostitution und mit der Doppelmoral hinsichtlich sexueller Moralvorstellungen. Harriet Martineau, eine Mitbegründerin der Soziologie, lehrte, dass jede soziologische Analyse von politischen, religiösen und sozialen Kerninstitutionen das Leben von Frauen einschließen sollte. Emmeline Pankhurst setzte sich indessen für das Recht der Frauen zu wählen und für das Recht auf eine vollwertige politische Staatsbürgerschaft ein.

Die zweite Welle des Feminismus erhob sich in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren und beschäftigte sich weniger mit sozialen Reformen als mit Revolution. Diese Periode brodelte vor politischer Aktivität. Die australische Schriftstellerin Germaine Greer führte an, dass die Sexualität der Frau vom Patriarchat unterdrückt und ausgeweidet würde, während die britische Theoretikerin Sheila Rowbotham die Wechselbeziehung zwischen Kapitalismus und Patriarchat in der Ausbeutung der Arbeitskraft der Frau beschrieb.

In den 1990er Jahren begann die Sprache des “Post-Feminismus” in den öffentlichen Diskurs Einzug zu halten. Glücklicherweise wurde behauptet, dass wir uns nun alle zurücklehnen können, da Frauen jetzt im Land der Sexual- und Geschlechterpolitiken gleichgestellt sind. Begriffe wie die individuelle “Verwirklichung” der Frau ersetzten die Idee der gemeinsamen Aktion. Auch wenn zeitweise bemerkt wurde, dass männliche sexuelle Gewalt weiterhin bestand, konzentrierte sich die Strategie des Widerstandes auf die Rechte der Frauen ohne Schuldzuweisungen aussehen und handeln zu dürfen, wie sie es mochten.

Die Selbstverwirklichung wurde jedoch auf geschlechtliche Verwirklichung reduziert: die Feministinnen der 60er und 70er Jahre wurden als “Geschlechter-negativ” umgedeutet. Anstelle dessen lehnten “Geschlechter-positive” Frauen den Feminismus ab und wurden durch den Schriftsteller Ariel Levy kulturell dazu veranlasst, Verwirklichung darin zu finden, wie ein Pornosternchen auszusehen und sich gleichermaßen zu verhalten.

Ein sich aus der Asche erhebender Phönix

Wenige Jahre nach Beginn des 21. Jahrhunderts kam es erneut zu einem Wendepunkt. Im Jahr 2005 behauptete Levy, dass, wenn Frauen sich und andere Frauen weiterhin zu sexuellen Objekten machen, dies nicht als Erfolg für den Feminismus und die Gleichstellung von Frauen und Männern anzusehen ist, sondern vielmehr als der Untergang des Feminismus.

Neue Bewegungen bildeten sich, die zu der Vorstellung zurückkehrten, dass es nicht zum Besten gestellt ist mit dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Laura Bates gründete online das Everyday Sexism Project und Kat Banyard begründete die Gruppierung UK Feminsta mit und schrieb über die Illusion der Gleichstellung der Frau. Sie ist nun die Sprecherin der End-Demand-Kampagne gegen Prostitution und eine ausgesprochene Kritikerin der Richtlinie von Amnesty International zur Dekriminalisierung von Prostitution. In ihren Augen handelt es sich hierbei um ein wenig mehr als die Charta eines Zuhälters.

Unglücklicherweise sind durch die politische Aktivität der Feministen die geschlechtlichen, rassischen und wirtschaftlichen Ungleichheiten einer patriarchalischen Gesellschaft nicht verschwunden. Diese sozialen Strukturen zeigen sich bemerkenswert beständig, auch wenn sie ihre Erscheinung entsprechend der historischen und politischen Umstände verändern. Nichtsdestotrotz, während die Wellen des Feminismus hochschwappen, werden tatsächliche rechtliche und politische Errungenschaften gemacht, die unser aller Leben zu einem besseren machen.

Die Geschichte des Feminismus scheint uns zu sagen, dass diese dritte Welle, die gerade Schwung aufnimmt, persönliche und öffentliche Veränderungen mit sich bringen könnte. Veränderungen, wie einen Anstieg weiblicher Unterhausabgeordneter, öffentliches Bewusstsein gegenüber männlicher Sexualgewalt, Sensibilität gegenüber Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern und die strukturelle Benachteiligung von Frauen. Allerdings weist uns die Geschichte dann darauf hin, dass der Feminismus selbst bedauerlicherweise wieder abebben wird.

Falls meine Vorhersage des endgültigen Zusammenbruchs der dritten Welle sich bewahrheiten sollte, so lasst uns schnell und mit glühender Leidenschaft voranschreiten. Die Leben von Frauen, Kindern und Männern werden unermesslich verbessert werden. Möge es lange andauern.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “SlutWalk NYC October 2011 Shankbone 25” by David Shankbone (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

Lektionen aus dem #Mobilegeddon

Dass die digitale Zukunft mobil ist, liest man nahezu überall – eine neue Searchmetrics-Studie belegt dies nun auch, klärt über die Gründe auf und zeigt, was im mobilen Internet funktioniert und was nicht. // von Tobias Schwarz

kb mobile-ranking-factors-2015-header

Die mobile Nutzung nimmt zu. Zwar liegt der gute alte Desktop noch auf Platz 1, allerdings zeigt die neueste Studie von Searchmetrics zu mobilen Ranking-Faktoren, dass der Trend zur mobilen Nutzung weiter ungebremst wächst. Unter anderem wird auch erklärt, worauf Webseiten-Betreiber achten müssen. Denn eines zeigt das Ergebnis der Studie genauso klar: Mobil und Desktop funktionieren grundlegend verschieden.

[too long ; won’t read]: “Mobile First” als nettes Add-on war gestern, wer in Zukunft noch im Internet mithalten will, sollte grundsätzlich auf die mobile Nutzung seiner Webseite vorbereitet sein. Warum genau und wie das geht, zeigt die Studie “Mobile Ranking Faktoren DE 2015” von Searchmetrics.


Den Trend zur mobilen Nutzung können wir alle an unserem eigenen Verhalten ablesen, Tag für Tag. Um etwas schnell im Internet nachzuschauen oder einfach nur seine Mails zu checken, werden mobile Endgeräte dem PC immer öfters vorgezogen. Mit einem Wisch und zwei Klicks lassen sich derartige Aufgaben wesentlich bequemer und schneller am Smartphone erledigen.

#Mobilegeddon: Die mobile Revolution

Dies gilt genauso für den Konsum von Nachrichten, Musik und Videos. Durch die mobilen Endgeräte wird die “mobile Revolution” gefördert. Was heutzutage technisch möglich ist, wird schnell angenommen und prägt unser Nutzungsverhalten. Darauf müssen sich Betreiber von Webseiten einstellen und ihre Seite für die mobile Nutzung optimieren, denn die Karten werden mobil neu gemischt.

Ende Oktober erklärte uns Spreadshirts technischer Leiter Guido Laures im Gespräch auf einer Veranstaltung der Leipziger Startup Safary, dass die Optimierung des Shops für die mobile Nutzung zu einem Nutzerwachstum führte, der an die stationäre Nutzung an Desktops nahezu aufschließt. Haben die Nutzer die Möglichkeit etwas mobil zu erledigen, ziehen sie diesen Weg vor.

tweet1
tweet2

Zalando-Gründer Robert Gentz beobachtet den gleichen Trend im Fashion-Bereich, indem Nutzer immer öfters durch mobile Messenger-Apps auf die Webseiten von Shops gelangen und dann mobil einkaufen. Dazu müssen aber Shops und Webseiten auch optimiert sein, denn nicht nur die Technik ist dafür entscheidend, sondern das komplette Nutzungserlebnis.

Google belohnt mobile Vorreiter

Google bereitet sich schon länger auf die “mobile Revolution” des Nutzungsverhaltens vor und startete das Mobile Update, das “mobile-friendly” Webseiten in den eigenen Suchergebnissen bevorzugt. Seitdem ist der Anteil von mobilfreundlichen Domains weiterhin kontinuierlich gestiegen, weil auch die meisten Betreiber von Webseiten umgestiegen sind und mobil optimierte Webseiten anbieten.

Diese Tatsache rührt daher, dass Google bereits im Vorfeld sehr transparent gearbeitet hat. Sogar Betreiber von Plattformen bekommen ein kleines Know-how verpasst, damit die Seite optimiert werden kann. Zeitgleich haben Seitenbetreiber die Möglichkeit, ihre Webseiten und Plattformen in der mobilen Ansicht zu testen.

Mit Big Data eine detaillierte Auswertung erzielen

Searchmetrics bezieht sich nicht auf Daten von Dritten, sondern nutzt die eigene historische Datenbank. Mit den darin enthaltenen, über 250 Milliarden Informationen verfügt das Unternehmen über einen enormen Datenpool. Mithilfe von gesammelten Daten bietet Searchmetrics nicht nur Agenturen, sondern auch SEO-Teams oder Content Marketern Tipps und Lösungen für Konzeptionierungen, Identifikation und die Optimierung relevanter Inhalte.

Die Vielzahl an Analysen macht deutlich, welche Inhalte in verschiedenen Ebenen performen. Wie funktionieren organisch oder bezahlte Suchergebnisse am besten? Wie kann der eigene Werbeaufritt aufgestellt werden und wie performen Inhalte eines Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz?

Relevanter Content muss schnell und mobil sein

In der Studie von Searchmetrics wurden speziell die mobilen Suchergebnisse von Google auf bestimmte Ranking-Faktoren hin analysiert, um aufzuzeigen, wie diese sich von Desktop-Suchergebnissen unterscheiden. Dazu hat Searchmetrics die ersten 30 Suchergebnisse für ein Keyword-Set von 10.000 Begriffen untersucht. Diese wurden später mit den entsprechenden Desktop-Werten und teilweise auch mit bereits von dem Mobile Update geholten Daten verglichen.

Die Ergebnisse zeigen mit einer überraschenden Klarheit auf, dass die Suche in Zukunft vor allem mobil stattfindet. Schon jetzt sieht Google in seinen Daten, dass in bestimmten Ländern, wie den USA oder Japan, mehr Suchanfragen mobil als am Desktop gestellt werden. Die im mobilen Suchmaschinenranking vorne liegenden Ergebnisse sind mobil optimierte Landing Pages.

Ein Punkt aus der Studie von Searchmetrics ist für uns Netzpiloten auch das erfreulichste Ergebnis der Untersuchung: Relevante Inhalte bilden in den mobilen Suchergebnissen eine Voraussetzung für Top-Rankings. Nicht nur die Anzahl der Backlinks oder die Viralität in den sozialen Medien sind entscheidend, sondern lesbare Texte mit höherer Wortanzahl.

Content schlägt Backlinks ist eine Lektion, die vor allem kleine Blogs und Webseiten erfreut. Große Medienhäuser weltweit, die per se oft besser ranken als kleinere Marken, werden dadurch hoffentlich zum Nachdenken angeregt, ihre eigenen Strategien zu überdenken und auf besseren statt mehr Content zu setzen.

Es sollte daher kein Wert auf die reinen Backlinks gesetzt werden. Die Bedeutung von Backlinks als Ranking-Faktor nimmt ab. Denn gerade beim Surfen mit Mobilgeräten werden Inhalte kaum noch aktiv auf den Seiten verlinkt.

Schnellere Ladezeiten sind bewiesen

Ein weiterer wichtiger Punkt der aus der Studie hervorgeht, sind die Ladezeiten. Die mobile Ladezeit unterscheiden sich deutlich zu der Zeit, die in der Desktop-Nutzung vergeht. URLs die in der mobilen Nutzung verwendet werden – bis auf URLs in den ersten beiden Suchergebnispositionen – sind etwa eine Zehntelsekunde schneller. Auch im Durchschnitt schneidet die mobile Nutzung besser ab. Vergleicht man die durchschnittliche Ladezeit, so beträgt diese in den mobilen Top30 nur 0,80 Sekunden, in den Desktop-Top30 sind es hingegen 0,87 Sekunden.

Um Ladezeiten ständig unter Kontrolle zu haben, kann mittels Google Page Speed oder der Searchmetrics Site Structure Optimization ein Auge auf Ladezeiten zwischen Landingpages in der mobilen bzw. Desktop-Nutzung geworfen werden.

Chart Ladezeit-Mobil deutlich schneller als Desktop

Studie: Mobile Ranking Faktoren DE 2015

Besonders wichtig sind die Ergebnisse für die Betreiber von Webseiten, Content-Marketer und jedem, der sich für Suchmaschinenoptimierung interessiert (was eigentlich jeder machen sollte). Mit der Studie von Searchmetrics können Handlungsempfehlungen und mobil spezifische Strategien für die eigenen Webprojekte erarbeitet werden.

Die Studie gibt dabei Antworten auf folgende Fragen:

  • Welche Ranking-Faktoren sind mobil am wichtigsten, insbesondere nach dem Google Mobile Update?

  • In Bezug auf welche Ranking-Faktoren unterscheiden sich Desktop- und Mobile-Ergebnisse am stärksten?

  • Welche Werte haben die Landing Pages, die in den mobilen Top10-Suchergebnissen zu finden sind, für diese Ranking-Faktoren?

Die komplette Studie findet ihr hier.

 


Teaser & Image by Serachmetrics


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Weiterlesen »

Die etwas andere Stabilität: Kameraführung leicht gemacht

Aufnahmen mit Gurt und Halterungssystem sind die Realtität. Mit der M?VI M10 kann dies bald der Vergangenheit angehören.

MOVi

Gerade Kameramänner und Kamerafrauen kennen das Problem. Schnelle Szenen, zu schwere Steadycam und Sommertemperaturen, die kaum auszuhalten sind. Verwackelte Bilder und unschöne Szenen würden da nur zu einem unvorteilhaften Ergebnis führen. Dies könnte sich nun ändern. Durch die M?VI M10 bahnt sich wohl schon bald eine Revolution an.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Spanischer Protest – eine neue soziale Kraft

In einem Interview äussert der spanische Journalist Amador Fernández-Savater Bemerkenswertes zum Charakter und sozialen Impuls der spanischen Protestbewegung 15-M. Als Chronist des Protestcamps und der Versammlungen auf der Puerta del Sol in Madrid ortet er in der Bewegung 15-M eine neuartige soziale Kraft, welche, wie er sagt, die Welt nicht verändern, sondern gegen jene verteidigen will, die sie zerstören.

Das Interview erschien Ende August in der argentinischen Zeitung «Página/12». Die Fragen stellte Verónica Gago… Weiterlesen »

Weiterlesen »

Das Medium ist die Botschaft: Nordafrika=Revolution.

Geburtstage sind nicht nur Anlass für Geschenke, oft sind sie mit Erinnerungen an die Vergangenheit verbunden. Das rückwärts gewandte Sinnen bringt so manch gern Vergessenes wieder ans Licht. In der Psychotherapie ist dies die Methode, um traumatische Erlebnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff der Vergangenheitsbewältigung, der in Deutschland und Österreich gewöhnlich die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet.

Bei den Geburtstag-Hymnen für den intellektuellen Popstar Marshall McLuhan war diese Begriffsvertauschung aber anzutreffen. So wurde vor einer Woche auf dem Titelblatt des Zeit-Feuilletons neben der Lobpreisung zum 100. Geburtstag die Vergangenheit von Marshall McLuhan ausgekramt. Denn mit Anfang 20 soll McLuhan Franco und Hitler gelobt haben: „Sie seien‚ auf dem richtigen Weg‘ zwischen der ‚Gier des Kapitalismus‘ und der ‚Entmännlichung durch den Sozialismus‘“. Das Hervorholen unliebsamer Erinnerungen scheint besonders zu einem runden Geburtstag Usus zu sein. So traf es auch den französischen Regisseur Jean-Luc Godard zu seinem 80. Geburtstag. Neben der Huldigungen für den glorreichen Vertreter der Nouvelle Vague fragte die FAZ, ob Godard ein Antisemit sei. Anlass dafür gaben verschiedene Hinweise in seinen Filmen. Die FAZ räumte selbst ein, dass die Frage nicht lösbar sei, aber interessant. Wohl interessant, aber nicht ernster zu nehmen als die Schlussfolgerung des dänischen Regisseurs Lars von Trier auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes: „Meine Vorfahren sind Deutsche, ich bin also ein Nazi.“… Weiterlesen »

Weiterlesen »

Hintergründe der spanischen Revolution

„Wenn man dem spanischen Stier seine Weide nimmt, wird aus dem gutmütigen Tier ein tobender Teufel und die Erde bebt“, hatte der Spanische Maler Francisco Goya einmal über seine Landsleute gesagt. Es war in der Zeit der französischen Revolution.

Madrid, Cádiz, Málaga, Mitte Mai 2011: Trotz Sonne keine Strandparty: Landesweit demonstrieren Spanier aus allen Bevölkerungsschichten, Akademiker, Bauarbeiter, Studenten, Rentner, Arbeitslose für einen Politik- und Strukturwandel. Zum den Kundgebungen hatte u. a. die Bürgerrechts – Organisation „Democracia Real YA!“ (= „Echte Demokratie JETZT!“), welche ihre Aktivitäten und Nachrichten, wie viele ähnliche Organisationen auch, stets über Facebook mitteilt… Weiterlesen »

Weiterlesen »

Wer ist der Souverän?

Dies ist ein Land, in dem Menschen, die das Geld ihrer Vorväter und ihrer Kunden verwalten als Leistungsträger gelten. Und diejenigen, die mit ihren Händen acht Stunden lang an den Maschinen Mehrwert erwirtschaften, werden als Kostenfaktor degradiert, der nachhaltig und medienwirksam als Störenfried profiliert wird. Dieser zweiwertige Umgang mit Menschen schlägt sich darin nieder, dass Erstere teilweise das 200fache Letzterer verdienen. Einige politische Lager wollen daraus Kapital schlagen und versuchen, den arbeitenden Teil der Bevölkerung aufzuhetzen. Andere freuen sich übe diese Hetze und versuchen „Sicherheit“ zu konstruieren vor diesen Hetzkampagnen mittels ideeller Diskussionen über Bürger, die Mitte, die Familie und uralte Traditionen, die vor allem deswegen so erstrebenswert sind, weil früher alles besser war. Das Bessere ist in diesem Fall das fast schon Abwesende.

Aber beide Lager akzeptieren stillschweigende die ungerechte Bewertung der Lebensleistung zweier am Wirtschaftsleben teilnehmender Brötchenverdiener. Wer aber hat entschieden, dass es nur diese beiden Lager zu geben hat? War es dieselbe Klasse, die auch bestimmt, welche Religion ein „ordentlicher Deutscher“ ausüben sollte? … Weiterlesen »

Weiterlesen »

Social Media Revolution – schlampig gut gemacht

Zugegeben: ein sehr stylisch gemachtes Video auf dem Socialnomic09-Youtube-Channel mit Fat-Boy-Slim-Sound. Den Stil kennt man: Statistiken schick grafisch aufbereitet oder visualisiert in ein Video packen und auf virale Verbreitung hoffen. Ja, es funktioniert. Aber, aber, aber: Die Daten sind in Teilen ziemlich dahingeschlampt, weil ohne Belege oder durch die Verkürzung der Aussage schlichtweg falsch. Insofern bitte auch die Comments auf YouTube beachten. Update: Danke an Wittkewitz für dne Hinweis, dass im Blog des Urhebers alle Quellen aufgelistet sind. Weiterlesen »

Weiterlesen »