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Freiheit 4.0: Rettet die Bürgerrechte!

Protest (adapted)( Image by Hans [CC0 Domain] via Pixabay)

Die schlechte Bilanz der scheidenden Bundesregierung in Sachen Bürgerrechte und Datenschutz verärgert viele Aktivistinnen und Aktivisten. Kurz vor der Wahl wollen sie deswegen noch einmal ein Zeichen setzen. Am Samstag, den 9. September 2017, gehen die Bürgerrechts-Aktivistinnen und Aktivisten daher in Berlin und Karlsruhe für ihre Anliegen auf die Straße. Dabei sind einige amüsante und überraschende Programmpunkte geplant, die aber nichtsdestotrotz auf ernste und wichtige Anliegen aufmerksam machen sollen.

Beunruhigende Bilanz

Ob Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner, Verschärfung der Video-Überwachung oder BND-Gesetz: Die nun scheidende schwarz-rote Bundesregierung zählte die Bürgerrechte nicht zu ihren größten Prioritäten. Im aktionistischen Versuch der Kriminalitätsbekämpfung wurden Datenschutz-Bedenken und Kritik an der schrittweisen Einschränkung der Bürgerrechte meist schlichtweg ignoriert. Das geschah wohl durchaus mit System: Die meisten der derart problematischen Gesetze wurden in Rekordzeit und mit der geringstmöglichen Vorwarnzeit für die Öffentlichkeit verabschiedet.

Nun wird neu gewählt, doch aktuelle Hochrechnungen deuten nicht darauf hin, dass sich allein dadurch im Bereich der Bürgerrechte alles zum Guten wenden wird.

Bündnis ruft zum Protest auf

Angesichts dieser beunruhigenden Situation haben sich Aktivistinnen und Aktivisten entschlossen, vor der Wahl noch einmal ein Zeichen zu setzen. Ein breites Bündnis von fast 50 Organisationen, darunter NGOs, Gewerkschaften und Oppositionsparteien, hat den Demo-Aufruf unterzeichnet. Unter dem Motto „Freiheit 4.0: Rettet die Bürgerrechte“ wollen sie am 9. September in Berlin und Karlsruhe gegen Überwachungs-Exzesse und für mehr Achtung persönlicher Freiheiten demonstrieren.

Sie fordern vor allem eine Einschränkung staatlicher Überwachungsprogramme, aber auch eine größere Achtung anderer Bürgerrechte. So ist auch eine größere Achtung der Pressefreiheit und ein besserer Schutz von kritischen Journalistinnen und Journalisten Teil der Demo-Forderungen.

Spaß und Informatives

Die Aktion soll sich nicht auf einen klassischen Demozug beschränken. Daneben soll es Musik, Tanz, Essen und Party geben – schließlich muss der Einsatz für Grundrechte nicht spaßbefreit sein.

Aber auch einige informative Aktionen werden rund um „Freiheit 4.0“ angeboten. So können Besucher im Rahmen einer Ausstellung eine Timeline invasiver Sicherheitsgesetze anschauen. Es dürfte beeindruckend sein, wie viel sich hier in den letzten knapp 20 Jahren zum Schlechten verändert hat. Auch Lesungen gegen Überwachung wird es geben. Wer Interesse an digitaler Selbstverteidigung hat, kann seinen Laptop oder sein Mobilgerät mitbringen, denn auch die Cryptoparty wird vor Ort sein. Hier lernen interessierte Menschen, wie sie sensible Daten effektiv schützen können, und erhalten praktische Hilfestellung.

Demokratie lebt von der Mitwirkung

Der Einsatz für die Bürgerrechte lebt von der aktiven Mitwirkung der Menschen und vom politischen Druck, der nur durch öffentliche Stellungnahme ausgeübt werden kann. Wer die aktuellen Entwicklungen in der Sicherheitspolitik mit Besorgnis und Ärger betrachtet, hat daher mit „Freiheit 4.0“ eine gute Gelegenheit, aktiv zu werden und mit Gleichgesinnten auf die Straße zu gehen. Wir brauchen unsere individuellen Freiheiten – und die Freiheit braucht uns alle!


Image (adapted)“Protest“ by Hans [CC0 Public Domain]


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • BITCOIN t3n: Bitcoin knackt 2.000 Dollar: Darum boomt die Kryptowährung jetzt: Nach dem ersten Allzeithoch Anfang Mai folgt jetzt der Nächste Meilenstein. Die Kryptowährung Bitcoin steigert erneut seinen wert. Seit Beginn des Jahres zieht das Unternehmen viele internationale Investoren an. Wenn der Wert von Bitcoin weiterhin steigt, könnte die Währung demnächst doppelt so viel Wert haben wie eine Feinunze Gold. In Japan ist Bitcoin seit Anfang Mai ein offizielles Zahlungsverfahren. Eine weitere Erklärung des Aufschwungs kann auch das Wissen über die Funktionsweise sein, welches bei Investoren zu vertrauen führt.

  • WINDOWS heise: Windows 10 S: Nur Apps, aber kein Linux: Windows 10 soll demnächst um eine Schüler und Studenten Version erweitert werden, welche nur die Installation von Apps aus dem Microsoft Store erlaubt und deutlich bessere Administrationsfunktionen aufweisen soll. Allerdings sollen unter anderem Linux-Distributionen oder andere Kommandozeilen Zugänge nicht auf Windows S laufen. Grund dafür sei, dass sich die Schülervaritante an ein nicht technikaffines Publikum wende. Wen diese Grundlage stört, muss sein Windows S auf Windows 10 Pro umwandeln.

  • Protest wired: Twitter and Tear Gas: How Social Media changed Protest Forever: Der Wandel der Protestorganisation begann 2011 mit dem Arabischen Frühling, der es schaffte sich über Soziale Medien wie Twitter zu organisieren. Proteste heutzutage haben durch die Vernetzung durch das Internet deutliche Unterschiede zu Protesten der Vergangenheit, und zeigen spannende Veränderungen auf. Zeynep Tufekci schreibt über Vor- und Nachteile des Protests mit Sozialen Medien.

  • ALEXA golem: Amazon verbietet fast alle Werbung in Alexa-Skills: Ein neues Start-Up plante die Einbindung von Werbebotschaften durch die Voice Funktion des Amazon Assistenten Echo. Burger King hatte vor Kurzem für Nachrichten gesorgt, nachdem ein Werbespot einen Befehl für sprachgesteuerte Geräte wie Alexa Echo oder Google Home beinhaltete. Amazon selbst sieht allerdings keine Notwendigkeit, Skills-Entwicklern generell die Möglichkeit von Werbeeinnahmen zu erlauben und hat nun die Richtlinien für die Zulassung zu dieser Funktion gestrafft. Strenge Regeln gibt es besonders für Alexa Skills mit Bestellmöglichkeiten.

  • DROHNEN handelsblatt: Schöne neue Pharma-Welt: Amazon erwägte bereits einen Einstieg in die Pharmaindustrie, durch Drohnenlieferung von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Diese Neuerung wäre eine Veränderung besonders für Apotheken und weitere Ketten. Eine weitere Neuerung in der Pharmaindustrie könnten Forschungen im Bereich der Sensorenüberwachung an. Diese Sensoren würden Ähnlich wie Kontrollleuchten im Auto Patienten niedrigen Blutzucker oder Blutdruck melden.

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China: Das Reich der Internetzensur

Zensur (adapted) (Image by stevepb [CC0 Public Domain] via pixabay)

Knapp jeder fünfte Internetnutzer auf der Welt sitzt hinter dem weltweit größten und ausgeklügelten System für Netzzensur. Im Internet-Freiheits-Ranking der Nichtregierungsorganisation Freedom House belegt China dank massiver Anstrengungen, bestimmte Inhalte aus der Wahrnehmung der eigenen Bürger zu streichen, weltweit den letzten Platz. Aufgrund Chinas ökonomischer Stärke und dem ausgeprägten politischen Willen, neueste Technik zur Verhinderung von Protesten zu nutzen, ist das chinesische System zum – wie es beschönigt heißt – „sozialen Management“ durchaus bemerkenswert.

Vor allem seit den Aufständen des Arabischen Frühlings, bei denen Social Media durchaus eine wichtige Rolle spielte, ist die chinesische Führung aufgrund der potenziellen Macht digitaler Kanäle besorgt. Hinzu kommt ein schwach ausgeprägtes Bewusstsein für Menschenrechte im Land, sodass die Zensurhürden für das Regime vor allem technischer Natur sind. Schon die Enthüllungen von Edward Snowden zeigten, dass selbst in liberalen Demokratien eine umfassende Überwachung möglich ist – und der öffentliche Aufschrei und die politischen Konsequenzen sich in Grenzen halten.

The Great Firewall of China

Selbst unternehmerische Riesen wie Google kommen nicht gegen die Macht des chinesischen Regimes an, das bereits wenige Monate nach dem Start des Internet im Land mit dem Blockieren von Websites begonnen hat. Schon 1997 prägte das Magazin Wired einen plakativen Begriff für die chinesischen Zensurmaßnahmen im Netz: „The Great Firewall of China“ – in Anlehnung an die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Das heutige System existiert in seiner Form jedoch erst seit Anfang der 2000er und setzt sich auch verschiedenen Komponenten zusammen. Die Blockade von unerwünschten Webseiten ist ein Standbein chinesischer Zensurbemühungen: von den 1.000 meistbesuchten Internetseiten der Welt werden laut der Nonprofit-Organisation Greatfire.org 176 in China blockiert. 15 der 18 global operierenden Nachrichtenseiten sind ebenfalls nicht zugänglich.

Dasselbe Bild ergibt sich bei sozialen Netzwerken. Von den 15 Diensten mit der weltweit größten Nutzerbasis werden sieben blockiert – davon profitiert natürlich vor allem die chinesische Internetindustrie. Fünf dieser acht nicht gesperrten Social Media-Anbieter stammen aus China. Prinzipiell hat man in China als Social Media-Anbieter nur zwei Möglichkeiten: sich aus dem aufgrund seiner Größe attraktiven Markt zurückziehen oder im Sinne des Regimes für das Verschwinden unerwünschter Inhalte sorgen.

Allerdings lässt sich die „Great Firewall“, die auch die Blockade bestimmter Ausdrücke wie „Tiananmen“ bzw. „June 4“ (Keyword Blocking) beinhaltet, durchaus mithilfe von VPN-Diensten oder schlicht der Nutzung anderer Ausdrücke für geächtete Begriffe umgehen. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele VPN-Nutzer wie in China. Zwar werden auch diese regelmäßig blockiert, jedoch lässt die chinesische Regierung auch Freiräume zu. Darüber hinaus gibt es für sämtliche amerikanische Social Media-Dienste chinesische Pendants, auf denen die Bürgerinnen und Bürger weitgehend unbeeinflusst von der Blacklist der Behörden kommunizieren können. Der Einfluss der „Great Firewall“ auf die öffentliche Meinungsäußerung ist laut Forschern entsprechend gering. Hierfür hat das chinesische Regime ein deutlich effektiveres System entwickelt.

Kritik zulassen, Proteste verhindern

Interessanterweise fand die Sperrung großer sozialer Netzwerke oft nach aufsehenerregenden Aufständen statt: YouTube im Nachgang der Proteste in Tibet, Facebook und Twitter nach den Unruhen in Xinjiang. Hinter diesem Vorgehen der chinesischen Regierung steckt ein größerer Zusammenhang: denn letztlich dürfte die größte Angst des kommunistischen Regimes darin liegen, dass sich Menschen im Internet organisieren und es dadurch zu Protesten kommt. Die entsprechende Handlungsmaxime: solche „kollektiven Handlungen“ („collective action“, wie es in der Forschung heißt) sollen um jeden Preis verhindert werden. Hierfür hat der Staat ein aufwändiges System der Nachzensur kreiert, das beinahe mit militärischer Präzision funktioniert. Der Großteil der Nachzensur erfolgt innerhalb von nur 24 Stunden, die das Potenzial zu „kollektiven Handlungen“ haben. Vor allem die Betreiber sozialer Netzwerke sind hier in der Pflicht: beim chinesischen Twitter-Pendant Weibo sind laut Berichten 150 Mitarbeiter in Zwölf-Stunden-Schichten für die Zensur verantwortlich.

In einer bahnbrechenden Studie gelang es Forschern der Harvard University vor einigen Jahren den weitverbreiteten Irrglauben zu widerlegen, dass das Zensieren regimekritischer Stimmen das oberste Ziel sei. Gary King, Jennifer Pan und Margarete Roberts fanden mithilfe einer umfangreichen Vorher-Nachher-Analyse chinesischer Social Media-Posts heraus, dass sich die Zensur positiver und negativer Kommentare zum Regime über alle untersuchten Themen hinweg die Waage hält. Bei heiklen Sachverhalten wird im Schnitt gerade mal jeder vierte Post zensiert, über alle Themen hinweg 13 Prozent. Solche Themen allerdings, die potenziell zum Zusammenschluss von Menschen führen könnten, kommen auf eine 60-prozentige Zensurquote – egal ob Pro oder Contra. Vor allem nach bestimmten Ereignissen wie der Verhaftung des Dissidenten Ai Weiwei schießen die Zensurmaßnahmen entsprechend der höheren öffentlichen Aufmerksamkeit in die Höhe. Die Schlussfolgerung: schlecht auszusehen scheint für das Regime nicht schlimm zu sein, solange man kollektives Handeln unterbinden kann.

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Image by King/ Pan/ Roberts (2013), How Censorship in China Allows Criticism but Silences Collective Expression: S. 337

Gezielte Ablenkung

Einen weiteren Beweis dafür, dass das chinesische Regime die Mechanismen des Internet verstanden hat, ist eine erst kürzlich erschienene Studie, ebenfalls durchgeführt vom Harvard-Dreigespann rund um Gary King. Ein weiteres Standbein der Verhinderung kollektiver Handlungen ist das Prinzip der systematischen Ablenkung. Lange wurde die sogenannte „50c-Party“ verdächtigt, gegen Bezahlung (50 Cent pro Post) positive Kommentare über das Regime zu verfassen – dafür gab es jedoch keine Beweise, weshalb vor allem Gerüchte die Berichterstattung dominierten.

Die Harvard-Forscher analysierten vor kurzem einen umfangreichen Leak aus dem Büro für Internetpropaganda, wobei sich zwei Umstände offenbarten. Erstens, die „50c-Party“ existiert und besteht hauptsächlich aus Regierungsmitarbeitern. Zweitens, das Verfassen der geschätzt 448 Millionen Posts jährlich hat nicht das Ziel, gegen skeptische Stimmen zu argumentieren, sondern für Ablenkung zu sorgen. Das einfache Ziel: die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf andere Themen lenken und bloß nicht die Narrative aus der Hand geben. Hier schließt sich auch wieder der Kreis zur Zensur: solche Kommentare häufen sich ebenfalls nach Ereignissen, die Potenzial für „collective action“ haben.

Zuletzt darf man die Wirkung der Selbstzensur nicht unterschätzen. Social Media-Dienste müssen von ihren Nutzern Realnamen und die persönliche ID verlangen, die dann mit den Datenbanken der Behörden abgeglichen werden. Das Verbreiten von Gerüchten wird beispielsweise drakonisch bestraft, Aktivisten werden für ihre Handlungen verhaftet, Webseiten werden von Hackern angegriffen. Solche Maßnahmen führen natürlich dazu, dass Menschen sich auf Social Media-Kanälen eher zurückhalten.


Image (adapted) „Zensur“ by stevepb (CC0 Public Domain)


 

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Die Kritik am BND-Gesetz ist mehr als begründet

Surveillance (adapted) (Image by Jonathan McIntosh [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Das neue BND-Gesetz ist in vieler Hinsicht gefährlich und fehlgeleitet. Es legalisiert flächendeckende, vollkommen ungezielte Überwachung und untergräbt das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten. Vor allem aber unterminiert es die ohnehin schon defizitäre demokratische Kontrolle der Geheimdienste noch weiter – und das, nachdem die Skandale der letzten Jahre gezeigt haben, wie dringend die Dienste einer strengeren Aufsicht bedürften. Protest und Kritik gibt es reichlich, doch ignoriert die Regierung diese im Bestreben, ihren undemokratischen und gefährlichen Kurs fortzusetzen.

Ein Gesetzesentwurf voller Probleme

Schon im Juni wurde der aktuelle Gesetzesentwurf fertig gestellt. Von Anfang an wurde versucht, ihn als Versuch darzustellen, die parlamentarische Kontrolle des BND zu verbessern und diesen so demokratischer zu machen. Das eigentliche Dokument – schon bald vom Blog Netzpolitik veröffentlicht – gibt dies aber mitnichten her.

Das BND-Gesetz sieht vielmehr eine Menge höchst problematischer Änderungen vor, die den Agenten noch freiere Hand garantieren als es bislang der Fall ist. Möglichkeiten, angelehnt an die der US-amerikanischen NSA, soll die Behörde demnach eingeräumt bekommen.

Die wohl problematischste Klausel in einem Gesetz, das vor dummen und gefährlichen Ideen nur so strotzt: internationale Telekommunikationsnetze (namentlich das Internet) sollen zukünftig kurzerhand dem Ausland und somit dem Zuständigkeitsbereich des BND zugerechnet werden. Somit dürfte der BND in diesen Netzen den Datenverkehr nicht nur mitlesen, sondern auch bis zu sechs Monate lang speichern und gezielt durchsuchen. Ähnliche, bereits seit Jahren andauernde und höchst umstrittene Praktiken am Frankfurter Netzwerk-Knotenpunkt De-Cix würden durch das neue Gesetz legalisiert.

Skandale und Kompetenzüberschreitungen

Die letzten Jahre sollten auch denjenigen, die zuvor noch Vertrauen in unsere Geheimdienste hatten, deutlich gezeigt haben, dass dieses Vertrauen fehl am Platze ist. Spätestens die Snowden-Enthüllungen und der darauf folgenden Ermittlungsarbeit des NSA-Untersuchungsausschusses haben gezeigt, dass der BND häufig seine Kompetenzen überschreitet und dabei auch gegen die Interessen der deutschen Bevölkerung agiert. Auf Geheiß der NSA oder auf eigene Faust wurden zahlreiche unbescholtene Bürger überwacht und die Daten häufig an ausländische Behörden weitergegeben. Fehler und Kompetenzüberschreitungen wurden vertuscht, Kontrollmechanismen, so überhaupt vorhanden, umgangen.

All das zeichnet kaum das Bild einer vertrauenswürdigen Behörde, die mit einem Mehr an Zuständigkeiten – und damit zwangsläufig auch an Macht – verantwortungsbewusst umzugehen wüsste. Vielmehr wird überdeutlich, dass nur eine vermehrte demokratische Kontrolle weiteres Fehlerverhalten effektiv unterbinden könnte. Genau diese Kontrolle aber ist – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz – im BND-Gesetz nicht vorgesehen.

Langfristig wäre zweifellos eine Abschaffung der Geheimdienste die beste und demokratischste Lösung. Solange dies aber nicht praktikabel ist, muss zumindest sichergestellt werden, dass diese Behörden nicht einfach nach eigenem Gutdünken handeln können. Ihr Aufgabenbereich muss eng beschränkt und ihr Handeln effektiv kontrolliert werden. Das wird im neuen Gesetzesentwurf fahrlässig versäumt. So laufen wir Gefahr, einen selbstherrlichen, undemokratischen Staat im Staate entstehen zu lassen, der unsere Menschenrechte verletzt und niemandem Rechenschaft schuldig ist.

Kritik und Protest: Wohl begründet, doch zu wenig gehört

Von Anfang an regten sich Proteste gegen den neuen Gesetzesentwurf. Diese nahmen rund um die parlamentarischen Verhandlungen deutlich zu. An der Organisation der Kundgebungen waren so namhafte NGOs wie Digitalcourage, Reporter ohne Grenzen und Amnesty International  beteiligt.

Der politische Prozess allerdings nahm diese teils sehr eloquenten und gut begründeten Proteste kaum zur Kenntnis. Stattdessen wurde – wie es in den letzten Jahren häufiger bei Überwachungsgesetzen geschehen ist – mit undemokratischer Hast versucht, das Gesetz möglichst schnell und ohne große Diskussionen zu verabschieden. Das ist ein Armuszeugnis und keineswegs dazu angetan, die Sorge über das BND-Gesetz zu verkleinern.

Stoppt das BND-Gesetz!

Beim BND-Gesetz handelt es sich zweifellos um eines der gefährlichsten Überwachungsgesetze der letzten Jahre. Die Kritik an diesem Machwerk ist wohl begründet und hätte mehr Beachtung verdient. Es sollte alles getan werden, um zu verhindern, dass der BND nach den Skandalen der letzten Jahre freie Hand bekommt. Die Erfahrung lehrt, dass er mit dieser Freiheit nicht verantwortlich umgehen wird – und das unsere Freiheiten dadurch massiv eingeschränkt werden. Das gilt es zu verhindern.


Image (adapted) „Surveillance“ by Jonathan McIntosh (CC BY-SA 2.0)


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Warum es falsch war, Facebook für seine Zensur zu tadeln

facebook(image by FirmBee[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die Entscheidung von Facebook, ein Posting eines Norwegers zu blockieren, das ein Bild beinhaltete, das einst den Pulitzerpreis gewann und ein verängstigtes und nacktes Mädchen zeigt, das vor einer Napalm-Attacke während des Vietnamkriegs flieht, wurde von Journalisten und anderen Vertretern der Meinungsfreiheit mir einem Aufschrei der Empörung aufgenommen.

Der norwegische Autor Tom Egeland hatte das Bild auf seiner Facebookseite als einen Teil der Reihe „Sieben Fotos, die die Geschichte der Kriegsführung veränderten“ gepostet. Sein Nutzerkonto auf Facebook wurde anschließend blockiert. Als die norwegische Aftenposten hierüber berichtete und dabei auch das Bild in der Berichterstattung zeigte und es auf Facebook postete, wurde das Bild auch hier geblockt. Facebook zitierte seine Richtlinien, die das Hochladen von Bildern, welche nackte Kinder zeigen, als Teil ihres Kampfes gegen die Kinderpornographie auf der Plattform verbieten.

Von nun an gerieten die Dinge vollends außer Kontrolle. Die Zeitung bildete das Foto quer über seiner Titelseite ab (das Gleiche taten auch andere Nachrichtenkanäle, einschließlich des Guardian in Großbritannien), gefolgt von einem Brief, der mit „Lieber Mark Zuckerberg“ betitel wurde, verfasst von dem Herausgeber Espen Egil Hansen. Hansen drückte seine Befürchtungen aus, dass „der mächtigste Herausgeber der Welt“, der verantwortlich ist für „das wichtigste Medium der Welt“, seiner Meinung nach „die Freiheit einschränkt, statt versucht, sie zu vergrößern.“

Norwegens Premierministerin Erna Solberg schaltete sich auch ein, indem sie die „zutiefst zu bedauernde“ Entscheidung einen Versuch nannte, „unsere gemeinsame Geschichte zu editieren.“ Der CEO des Index of Censorship, Jodie Ginsberg, drückte es noch unverblümter aus: „Absolut idiotisch“, verkündete sie. Journalisten, Politiker und andere Menschen auf der ganzen Welt publizierten das Bild erneut als eine Form des Protests und als ein Zeichen der Solidarität.

Nach ein paar Tagen machte Facebook einen Rückzieher. Es stellte das Foto wieder ein und zitierte seinen „ikonischen Status als Bild mit einer historischen Bedeutung“ was, wie gesagt wurde, „schwerer wiegt als der Schutz der Gemeinschaft durch seine Entfernung.“ Das Unternehmen versprach, „unsere Rezensions-Mechanismen anzupassen“ und sich mit „Herausgebern und anderen Mitgliedern unserer globalen Gemeinschaft bezüglich dieser wichtigen Fragen, die vor uns liegen“, zusammen zu tun. Es war eine gute, wenn auch verspätete Entscheidung. Aber war es ein Sieg für die Meinungsfreiheit? Nicht grundsätzlich.

Zweimal falsch über ein richtig

Facebooks ursprüngliches Argument, dass das Posten des ikonischen Fotos es anschließend schwerer machen würde, das Posten von Fotos anderer nackter Kinder zu verbieten, war wohl unaufrichtig, aber auch einfach falsch. Eine Firma mit den offensichtlichen und tatsächlich unglaublichen technischen Erfahrungen, über die sie sicher verfügt, kann bestimmt einen Algorithmus entwickeln, der solche Kennzeichen wie den Pulitzerpreis berücksichtigt, wenn eine Veröffentlichungs-Aufforderung gemacht wird.

Auch wenn es hier zunächst größere Schwierigkeiten mit den Algorithem gibt, die solche Entscheidungen über die Veröffentlichung treffen, mit der Hilfe von Menschen oder auch ohne, sollte das Problem in diesem speziellen Fall gar nicht erst aufgetaucht sein. Aber die Herausgeber stehen mit der Entscheidung auch auf tönernen Füßen, wenn sie Facebook vorschreiben wollen, was es veröffentlichen darf und was nicht. Es ist tatsächlich ironisch, dass sie denken, das zu tun wäre angemessen, wenn nicht sogar die richtige Verhaltensweise. Um zu verstehen, wieso dies geschehen ist, muss man sich die verständliche Wut vorstellen, wenn es andersrum wäre: wenn eine dritte Plattform (oder auch jeder andere) versuchen würde, einem Journalisten vorzuschreiben, welche Artikel er oder sie verfassen soll und wie diese wiedergegeben werden dürfen.

Die Pressefreiheit vermittelt das Recht, freie Entscheidungen darüber zu treffen, über was berichtet wird, wie berichtet wird und was mit den Informationen passiert, nachdem man über diese verfügt. Es ist die Freiheit zu entscheiden, was man sagt, genauso wie, wann und wo und wie man es sagt. Sie vermittelt auch das Recht, gar nichts zu sagen.

Jeder Herausgeber muss über diese Freiheit verfügen, wenn sie irgendeine Bedeutung hat – einschließlich, ja, einschließlich Facebook. Entgegen seiner kürzlichen, komplizierten Versuche, sich selbst als eine „Technikfirma“ oder Plattform zu definieren, statt als eine „Medienfirma“, ist es ganz klar beides.

Eine Entscheidung Facebooks, bestimmte Teile einer Information nicht erscheinen zu lassen, könnte eine schlechte Entscheidung sein – ob es auf den Richtlinien basiert oder eher auf einem Algorithmus, in den einige Kleinigkeiten noch eingebaut werden müssen – aber es ist weder Tyrannei noch Zensur. Das Unternehmen hat anderen Menschen nicht gesagt, was sie mit dem Foto machen können oder sollten. Es hat eher sein Recht ausgeübt, die Entscheidung in Verbindung mit dem Bild auf seiner eigenen Seite zu treffen.

Die Macht der Plattform

Was die Angelegenheit trotz allem noch verzwickter macht, ist, dass die Aftenposten mit ihrer umfassenden Anklage recht hat, dass Facebook über noch nie dagewesene globale Macht bei dem Fluss von Informationen verfügt. Aber diese Macht über die Presse, die von bedeutendem Ausmaß ist, unterscheidet sich eigentlich ziemlich von der Zensur, wie sie traditionellerweise und auch juristisch definiert wird.

Facebook kann es nicht verhindern, wenn etwas für die Öffentlichkeit sichtbar werden soll, da es keine Kontrolle darüber hat, was die Verfasser veröffentlichen oder was andere Nutzer über ihre eigenen Kanäle senden. (Selbst Einzelpersonen wie der Autor Egeland können Informationen unter anderem durch ihren Blog verbreiten, neben vielen weiteren Optionen.)

Die Macht, die Facebook dennoch hat, ist die, die Sichtbarkeit eines Inhalts auszudehnen, nachdem es veröffentlicht oder geschickt wurde. Im Gegenzug ist diese Sichtbarkeit, wenn Facebook sich dazu entschließt, die Macht der erweiterten Sichtbarkeit nicht einzusetzen – wie es ein Recht dazu hat – deutlich begrenzt. Und noch wichtiger: geschätzte 40 Prozent der Besucher einer Nachrichtenseite kommen ursprünglich von Facebook, die Prozentzahl ist somit sogar höher als die von Google. Das Problem für die kommerziellen Medien ist somit primär ein ökonomisches – ihre Fähigkeit, Einnahmen zu erzielen, hängt völlig davon ab, ob die Leute ihre Waren sehen (und sich im Idealfall auf diese einlassen) und von den Informationen, die sie produzieren und liefern – und nur im weiteren Sinn ein Problem der Editierung.

Die derzeitige Gesetzgebung tendiert dazu, die ökonomischen und die redaktionellen Bereiche separat zu behandeln: den ersten als eine primär kommerzielle Angelegenheit und den zweiten als eine Problematik der zivilen Freiheit, zu dem beispielsweise auch die Meinungsfreiheit gehört. Ein solches zwiespältiges Verständnis funktioniert gut genug, wenn die beiden Parteien zugleich die Schaffung der Inhalte sowie deren Verteilung kontrollieren. Aber im vergangenen Jahrzehnt veränderte sich die Situation mit der unaufhaltsamen Zunahme und dem exponentiellen Wachstum von externen Plattformen. Medienkonzerne produzieren ihre Inhalte nicht mehr alle selbst (zum Beispiel verlassen sie sich immer mehr auf Material, das durch die Nutzer geschaffen wurde) und sie kontrollieren eine abnehmende Anzahl der Art und Weisen, wie diese zugänglich sind.

Ihre Reichweite ist auf diese Weise eingeschränkt durch die Verfügbarkeit ihres Inhalts auf dem Informations-Lieferungs-Mechanismus einer anderen Person. Zusätzlich zu Facebook und Google umfassen diese Mechanismen Twitter, YouTube (das zu Google gehört), Yahoo! und ein schnell zunehmende Anzahl anderer Technologien des „social Sharing“. In anderen Worten liegt die Effektivität der Nachrichtenfirmen und möglicherweise auch ihr Überleben, zumindest bis zu einem gewissen Grad, nicht in ihren Händen. Die Situation ist beängstigend und frustrierend zugleich. Der Herausgeber der Aftenposten verkündete auf seiner Titelseite mit seinem „Brief“ an den Facebook-Chef: „Redakteure können mit dir als Meister-Redakteur nicht leben.“ Und obwohl er es nicht gesagt hat, als einen Meister-Herausgeber ebenfalls nicht.

Dennoch müssen sie mit Zuckerberg und seinen Kollegen leben – irgendwie. In der voraussehbaren Zukunft werden Inhalte geteilt, aber die Dimensionen, in diesen dieser geteilte Inhalt erscheint, wird der Kontrolle diverser Entitäten unterliegen, die über verschiedene Organisationskulturen und verschiedene Vorstellungen, was einen wertvollen Inhalt ausmacht und über verschiedene ökonomische Interessen verfügen. Der unvermeidbare Kampf um diesen höchst umstrittenen Schauplatz hat jede Menge Auswirkungen – nicht nur für die Medien- und Technologieunternehmen, welche direkt involviert sind, sondern auch für Millionen von Menschen, die sich darauf verlassen, dass beide ihre Arbeit verrichten – und zusammenarbeiten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Facebook“ by FirmBee (CC0 Public Domain)


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March4Me – Pariser demonstrieren virtuell mit

Mit der Webseite March4Me können sich Pariser Aktivisten während der COP21-Konferenz online mobilisieren und mit anderen Demonstranten solidarisieren. // von Maren Jentschke

Screenshot March4me Homepage

Die Webseite “March4Me”, die am 25. November 2015 online ging, erlaubt allen, die aus Sicherheitsgründen zum Auftakt des COP21 nicht auf die Straße gehen können, sich virtuell anderen Demonstranten anzuschließen. Von Berlin, über Kampala, Ottawa bis nach Sydney mobilisieren sich über 57 Demonstrationen weltweit. Per Mausklick kann nun symbolisch mitgelaufen werden.
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Vertrauen ist der Schlüssel zur digitalen Welt

Protest against ACTA - 2012-01-28 - Toulouse - 03 (adapted) (Image by Pierre-Selim [CC BY 2.0] via Flickr)

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Vertrauensverlust ins Digitale in der Post-Snowden-Ära und warum dies keine Lösung sein kann. Natürlich, eigentlich wussten wir alle es schon immer. Das Netz ist nicht sicher und die Geheimdienste können eh alles lesen, wenn sie es denn wollen, aber wenn interessiert schon irgendein Geschreibsel auf Facebook? Nach dem, was wir wissen, interessieren sich die NSA genau so dafür wie der britische und der französische Geheimdienst, aber auch der deutsche BND mischt munter mit beim Abhören des Internets.

Dieser Überwachungsskandal wird nicht ohne Folgen bleiben, denn er beendet quasi die naive Phase des Internets, in der zwar alle wussten, dass die digitale Kommunikation ungefähr so sicher ist, wie ein Gespräch im Bus, aber dennoch dem Netz und seinen Diensten und Plattformen vertrauten. Natürlich gab es schon immer skeptische Menschen, die ihre Daten nicht Plattformen anvertrauen wollen, vor allem nicht in fremden Ländern. Aber nun ist klar geworden, dass die eigenen Daten noch viel weniger sicher sind, als man stets angenommen hat.

Das ist fatal. Schon jetzt werden Umsatzverluste in Milliardenhöhe prognostiziert, weil insbesondere Firmen weniger Vertrauen in Cloud-Technologie haben werden, aber auch für staatliche Stellen oder die private Nutzung wird es ein Umdenken geben. So hat jüngst das Land Baden-Württemberg seinen Lehrern untersagt, amerikanische Social Media Plattformen für die Kommunikation mit den Schülern zu nutzen. Da wird eine diffuse Angst vor Überwachung vermischt mit einer Befürchtung, dass Daten auf Plattformen in fremde Hände geraten könnten.

Vertrauen ist der Schlüssel für die digitale Welt. Dadurch, dass das Digitale nicht greifbar ist, müssen wir Nutzer auf die Plattformen und Dienste vertrauen können, dass diese unsere Daten respektvoll behandeln. Es wird interessant sein, zu sehen, wie die Anbieter das Vertrauen der Nutzer wieder stärken wollen, nachdem durch PRISM klar geworden ist, dass Geheimdienste alles tun, um Zugriff auf unsere Daten zu bekommen. Insbesondere kommerzielle Anbieter dürften kein Interesse daran haben, dass die Nutzer befürchten, dass nicht ordentlich mit ihren Daten umgegangen wird. Es ist höchste Zeit, dass die Nutzer wieder mehr Vertrauen in die digitale Welt bekommen.


Image (adapted) „Protest against ACTA – 2012-01-28 – Toulouse – 03“ by Pierre-Selim (CC BY 2.0)


 

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Protest in unserer Gesellschaft: Wo Social Media versagt

Black Lives Matter (Bild: The All-Nite Images [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Proteste via Social Media verkommen immer mehr zum Störgeräusch statt wirkliche Veränderungen hervorzurufen. // von Imaani El-Burki

Black Lives Matter (Bild: The All-Nite Images [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Die öffentliche Reaktion auf die Morde an Michael Brown und Eric Garner haben diverse Vergleiche mit den Bürgerrechtsbewegungen der 1960er hervorgerufen. Es gibt aber eine Menge Unterschiede zwischen den Ereignissen vor rund 50 Jahren und heute – einer der wichtigsten ist hierbei das Vorhandensein des Internets.

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5 Lesetipps für den 14. November

In unseren Lesetipps geht es um das IT-Sicherheitsgesetz und Vorratsdatenspeicherung, die IT-Branche und Proteste, Twitters Plan für die Zukunft, Big Data im Gesundheitssektor und die Zukunft der Alibaba Group. Ergänzungen erwünscht.

  • VORRATSDATENSPEICHERUNG Golem: IT-Sicherheitsgesetz: Streit über „Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür“: Das IT-Sicherheitsgesetz soll nicht nur Mindeststandards für die IT-Sicherheit setzen, sondern scheint auch eine Art “Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür” zu beinhalten, was zu Verwirrung sowie Kritik von Datenschützern und Politikern führt. Anbieter von Telemediendiensten wie zum Beispiel Google oder Amazon dürfen Nutzerdaten erheben und verwenden – allerdings nur zum Beseitigen von Störungen und Missbräuchen. Die Debatte über den Gesetzesentwurf ist auf jeden Fall noch nicht zu Ende.

  • IT-BRANCHE Heise: Viel Arbeit, wenig Mitsprache? IT-Beschäftigte sind kaum organisiert: Am vergangenen Montag haben 200 Mitarbeiter von IBM für mehr Geld demonstriert. Eine Seltenheit, denn bislang sind solche Proteste in der IT-Branche kaum vorgekommen. Der Grund hierfür ist, dass nur wenige Mitarbeiter den Weg in Gewerkschaften suchen. Dadurch steigt der Organisationsgrad nur verhalten. Dies ist so, da der Großteil der Unternehmen in der IT-Branche kleine Unternehmen sind, zumal sich nur wenige Mitarbeiter mit den Gewerkschaften verbunden fühlen.

  • TWITTER Mashable: Behind Twitter’s big plan to grow revenue to $14 billion a year: Am Mittwoch hat Twitter nicht nur neue Features vorgestellt, sondern auch erklärt, wie das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren seinen Umsatz auf 14 Milliarden Dollar vervielfachen möchte. Dies hat Mashable nun genauer analysiert. So möchte Twitter die Zahl an aktiven Nutzern verdoppeln, die Einnahmen durch Werbung verfünffachen und das Verhältnis von täglich aktiven zu monatlich aktiven Nutzern steigern. Mit diesem Plan scheint Twitter nun ein wenig das Vertrauen bei Investoren zurückgewonnen zu haben.

  • BIG DATA Entrepreneur: Big Data Has the Potential to Transform Health Care: Stefan Groschupf hat für Entrepreneur untersucht, wie Big Data den Gesundheitssektor transformieren kann. Mit Hilfe der vielen medizinischen Daten soll es möglich sein, Krankheiten und Grippewellen vorherzusagen und die allgemeine Patientenversorgung zu verbessern. Aus diesem Grund ist Big Data sehr nützlich, weswegen viele Startups versuchen den Gesundheitssektor zu einem datengetriebenen Sektor zu entwickeln. Groschupf analysiert woher diese Daten kommen und welche Herausforderungen aber auch Chancen Big Data im Gesundheitssektor hat.

  • ALIBABA t3n: Die Zukunft von Alibaba: Gründer Jack Ma gewährt Einblicke: In einem Live-Interview auf der “WSJD Live” hat Jack Ma, CEO der Alibaba Group, über seine Ziele und die Strategie von der Alibaba Group gesprochen. So möchte Ma mit der Alibaba Daten Sammeln, kleinere Unternehmen stärken, den Import von Produkten nach China fördern und die Bildung von jungen, chinesischen Menschen beeinflussen. Um diese Ziele zu erreichen setzt Alibaba auf eine langfristige Strategie. Die Kollegen von t3n haben das Interview genauer analysiert.

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Der Spaziergang: Gemütlicher Protest gegen NSA-Spionage

In Deutschland und Österreich macht sich eine neue, ziemich friedliche Protestform via Internet breit: der Besuch von Orten der Überwachung.

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Wenn die NSA-Enthüllungen eines bewirkt haben, dann folgendes: Spazierengehen hat wieder Pepp. In Deutschland und in Österreich haben besorgte Bürger das Promenieren zu versteckten US-Einrichtungen, in denen vermutlich ausgespähte Daten verarbeitet werden, als neue Wochenendbeschäftigung für sich entdeckt. Ein Erlebnis-Bericht vom Besuch der Wiener NSA-Villa.

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Umsturz in Ägypten: Das Geheimnis der “Revolution der grünen Laser”

Grüne Lichtstrahlen haben die Bilder der Mursi-Proteste geprägt – aus demografischen, ökonomischen und technischen Gründen. Die Massenaufstände gegen das Mubarak-Regime in Ägypten 2011 wurden von Medien gerne als Facebook-Revolution bezeichnet, weil sich Demonstranten am Tahrir-Platz und anderswo auch über das Online-Netzwerk organisierten. Beim Sturz des Präsidenten Mursi im Sommer 2013 war aber keine Rede mehr von Facebook. Stattdessen schrieben Medien von der “Green-Laser-Revolution”, weil unzählige Demonstranten per Laser-Pointer grüne Lichtstrahlen durch die Luft beamten und damit die Bilder von den Protesten prägten, die um die Welt gingen. Ein Blick hinter das Phänomen der grünen Laser.

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“Occupy hat bewiesen, dass die Jugend noch protestieren kann”

Occupy Wall Street (adapted) (Image by Eden, Janine and Jim [CC BY 2.0] via flickr)

Im Herbst 2011 wurde der New Yorker Zuccotti Park das Zentrum der Occupy-Wall-Street-Protestaktion. Fast zwei Jahre später hat Jakob Steinschaden den Park und die Demonstranten besucht und geschaut, was aus den Protesten und Menschen geworden ist.

Und plötzlich ist das Schlagwort Occupy wieder da. In der Türkei ist der Gezi-Park in Istanbul zum Symbol für die Proteste gegen die Staatsgewalt und Polizeibrutalität geworden, in Frankfurt ging die Polizei hart gegen die Blockupy-Proteste vor. Doch was wurde eigentlich aus der Bewegung, die im Oktober 2011 auf der New Yorker Wall Street ihren Anfang nahm und weltweit für Schlagzeilen sorgte? Natürlich gibt sie noch. Sie ist nur nicht mehr so sichtbar wie vor eineinhalb Jahren, sondern vielmehr im sprichwörtlichen Untergrund unterwegs, wie mein Besuch bei einer Splittergruppe von Occupy Wall Street in New York zeigte.

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Menschen wie Automaten – Über Kapitalismus, Protest und Open Data

Wallstreet-Hacking-Proteste statt Camping: über die finanzkapitalistische Automatenherrschaft.

Jakob Augstein ist begeistert vom neuen Frank-Schirrmacher-Buch mit dem Titel „Ego“. Einen kleinen Vorgeschmack hat der „FAZ“-Herausgeber in der aktuellen „Spiegel“-Ausgabe als Essay veröffentlicht. Nach den eher schwachen neuronalen Gehirnerweichungsthesen, hat Schirrmacher diesmal wohl ins Schwarze getroffen. Weiterlesen »

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Instagram verliert die Hälfte der Nutzer – Daten falsch interpretiert?

Instagram reagiert auf die schlechte Presse zum Thema Nutzerschwund. Haben die Medien die Statistiken falsch interpretiert?

Instagram verliert die Hälfte der Nutzer – falsch interpretiert?

Wer in den letzten Wochen die Meldungen um Instagram verfolgt hat, der hat Zahlen der Superlative gelesen. Im negativen Sinne. Verschiedene Netz-Medien berichteten von einem Nutzerschwund. Laut Zahlen von Appstats zählte Instagram Mitte Dezember 2012 noch gut 16,3 Millionen Zugriffe. Mitte Januar 2013 waren es nur noch knapp 7,4 Millionen. Instagram rudert nun zurück. Alles ist gut und geht seinen Gang.

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Video: Urheberrechts-Ungehorsam analog zum zivilen Ungehorsam

Nina Paley Video: Urheberrechts-Ungehorsam analog zum zivilen UngehorsamIm Interview mit O’Reilly (s.u.) erklärt die Künstlerin Nina Paley, auf die ich schon öfter hingewiesen habe, warum sie das Urheberrecht analog zum zivilen Ungehorsam künftig ganz bewusst verletzen möchte und nicht wie andere nachträglich entschuldigend oder mit versuchten Rechtfertigungen. Interessant finde ich ihre Künstler-Perspektive, die man nicht teilen muss, die aber gesellschaftlich wichtige Punkte berührt, über die diskutiert werden sollte.

Dass sich bezüglich des Urheberrechts grundsätzlich etwas ändern muss, erkennt inzwischen ja sogar der Buchbranchen-Verband an und lädt zur Diskussion konkreter Anpassungen ein. Selbst mit Extrem-Standpunkten wird sich anlässlich aktueller Buch-Publikationen differenziert auseinandergesetzt.

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Bild-Jubiläum: „Wir bleiben doof – auf die nächsten 60 Jahre“

60 jahre bild - wir sind enteBild: Screenshot Titelblatt Bild-Jubiläumsausgabe

Eine „Frei-Bild für alle“ wollte die Axel Springer AG den Deutschen zum 60. Geburtstag des Blattes schenken. Und damit eine Wohltat ohnegleichen vollführen. Eine „publizistische Reise durch die Themenvielfalt von Europas größter Tageszeitung“ wurde versprochen. Dafür haben sich auch die Großen der öffentlichen Bühne ein Stell-dich-ein gegeben. Darunter der „Medienkanzler“ Schröder, der Traum aller Schwiegermütter Til Schweiger mit Ex-Ehefrau Dana sowie Prinz Charming Jürgen „Kloppo“ Klopp. Bild lässt sich feiern und feiert sich selbst. Mit großer Torte, Spring(er)burg und seinem prominenten Streichelzoo.

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Occupy the URL bringt den Protest ins Web

occupy the urlDie Occupy Bewegung verdankt ihre Existenz und ihre rasante Verbreitung zum großen Teil dem Internet. Von hier aus wurde der Protest auf die Straßen der ganzen Welt getragen und hat für großes Aufsehen vor den Toren der Finanzwirtschaft in der Realwelt gesorgt. Doch die Occupy-Bewegung will mehr und macht sich nun auch daran die Tore der digitalen Welt zu besetzen. Zumindest in Form von Mashups, deren Links man im Netz verteilen kann.

Am Dienstag wurde das Programm Occupy the URL gestartet, das jede Website in einen Protest verwandelt. Dabei schiebt die Software einfach Bilder in Form von Pop-ups auf die Pages, die OWS-Demonstranten mit ihren Plakaten zeigen. Man muss nur die URL der Seite eingeben, auf die man es abgesehen hat. Anschließend erhält man einen neuen Link, den man im Netz verteilen kann.

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Protest gegen „fette Mieten“ auf St. Pauli (Doku)

recht auf stadtGentrifizierung ist eine Entwicklung, die mancher gerne als Chance, die betroffenen Anwohner aber als Problem ansehen. In dieser Dokumentation von ZDF Info besucht Wolf-Christian Ulrich die Akteure dieser Entwicklung sowie die Aktivisten von „Recht auf Stadt“ in Hamburg. Und er gerät auch zwischen die Fronten auf einer Demonstration.

Das alte Hafenviertel St. Pauli ist – wie viele andere Szeneviertel in Deutschland – stark bedroht von der Gentrifizierung. Aktivisten wie Jonas Füller, Julia Priani und Jenni Mahrun protestieren alle auf ihre Art und Weise gegen den Mietwahnsinn und der damit verbundenen Verbannung der Wenigverdienenden. Sei es mit einer „Fette Mieten Party“ oder mit Plakaten gegen die Modernisierung des Bernhard-Nocht-Quartiers. Wichtig ist der Protest allemal, egal wie er geführt wird.

Doch welche Argumente setzen Investoren wie Helmut Köhler und Institutionen wie das städtische Wohnungsbau-Unternehmen SAGA dem Protest entgegen? Diese Dokumentation beleuchtet beide Seiten und ist somit interessant für eine erste Meinungsbildung! Wie steht Ihr zu dem Thema?

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Spanischer Protest – eine neue soziale Kraft

In einem Interview äussert der spanische Journalist Amador Fernández-Savater Bemerkenswertes zum Charakter und sozialen Impuls der spanischen Protestbewegung 15-M. Als Chronist des Protestcamps und der Versammlungen auf der Puerta del Sol in Madrid ortet er in der Bewegung 15-M eine neuartige soziale Kraft, welche, wie er sagt, die Welt nicht verändern, sondern gegen jene verteidigen will, die sie zerstören.

Das Interview erschien Ende August in der argentinischen Zeitung «Página/12». Die Fragen stellte Verónica Gago… Weiterlesen »

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„Bekannt aus Funk und Facebook-Werbung“

So manch ein A-, B- oder C-Promi, der heute nur noch Baumärkte oder Möbelhäuser einweiht, ist – wie es in den Werbeblättchen dann immer so schön heißt – „bekannt aus Funk und Fernsehen“. So manch einem A-, B- oder C-List-Blogger und Facebook-User könnte es bald genauso ergehen. Der Spruch wäre dann Web 2.0-tauglich allerdings: „Bekannt aus Blog, Facebook und Google-Werbung“.

Der Aufreger zum Wochenstart ist die „Werbe-Aktion“ von Facebook Deutschland. Die Macher werben auf Google ganz unverhohlen mit Nutzerprofilen deutscher Blogger und Web 2.0-Sternchen. Nach „andere arbeiten lassen“ jetzt also „andere werben lassen“?

So geht das nicht! Ich würde mich in meinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlen. Der Protest formiert sich bereits (stilecht auf Facebook.com selbst). Mein Fazit: Nach Facebook-Beacon hat man schon wieder etwas gar nicht kapiert.

Weiter lesen hier, hier, hier, hier, hier und hier. Noch viel mehr zum Thema gibt es via Rivva.

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