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  • NETZNEUTRALITÄT t3n: USA schaffen Netzneutralität ab: Auch die massiven Proteste haben nichts genützt, jetzt ist es beschlossene Sache: die Netzneutralität in den USA ist Geschichte. Mit drei zu zwei Stimmen hat die Federal Communications Commission der USA das Aus der Netzneutralität beschlossen. Erst 2015 wurden unter der Obama Regierung strikte Regeln für die Durchsetzung der Netzneutralität eingeführt. US-amerikanische Internet-Nutzer bangen jetzt um das freie Internet. Bereits Anfang des Jahres wurde der Schritt vom FCC-Vorsitzenden Ajit Pai – für das Amt von Donald Trump persönlich vorgeschlagen – angekündigt. Netzneutralität-Befürwörter fürchten jetzt ein Zwei-Klassen-Internet, die Gegner sehen allerdings keine Gefahr um ein freies Internet.

  • APPLE t-online: Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam: Ihr mögt einen Song, wisst aber nicht wie er heißt – da kommt die App Shazam ins Spiel. Sie kann auf Knopfdruck erkennen, welcher Song zu hören ist. Mit der Musikerkennungs-App ist dem Konzern Apple jetzt eine wertvolle Übernahme gelungen. Rund 400 Millionen Dollar soll Apple für Shazam laut der Financial Times auf den Tisch gelegt haben. Das soll sich lohnen, denn durch die App verspricht sich Apple einen besseren Einblick auf den Musikgeschmack der User zu erlangen. Das macht Geschmacks orientiertes Marketing einfacher. Apple verspricht gemeinsame Pläne für die Zukunft und die hauseigene KI Siri greift bereits auf den Dienst zurück, wenn man sie nach einem Song fragt.

  • NETZDG handelsblatt: Angriff auf das Anti-Hass-Gesetz: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz – kurz NetzDG – ist umstritten. Die Fraktionen der Linken, FDP und der AfD arbeiten derzeit deswegen an eigenen Gesetzentwürfen, um am NetzDG zu rütteln. Das Gesetz soll gegen Hass-Kommentare in sozialen Medien schützen. Nicht überraschend also, dass die AfD dies torpedieren möchte. Das NetzDG war erstmals zum 1. Oktober in Kraft getreten. Es verpflichtet Online-Netzwerke strafbare Inhalte umfassender zu bearbeiten und sie schneller zu löschen.

  • GOOGLE zeit: Danach haben die Deutschen 2017 gegoogelt: Das Ende des Jahres nähert sich mit schnellen Schritten und da bleiben diverse Jahresrückblicke auch nicht fern. Der global am häufigsten gegoogelte Suchbegriff war Hurrikan Irma. Was haben die deutschen im Jahr 2017 am häufigsten in die Suchmaschine eingetippt? Ganz vorne bei den beliebtesten Suchanfragen sind dabei der G20-Gipfel, Bitcoin, die Bundestagswahl und die erst am 1. Dezember stattgefundene WM-Auslosung. Im vergangenen Jahr waren EM 2016 und Pokémon Go die Suchbegriffe des Jahres.

  • NETFLIX welt: Dieser Deal ist eine Kampfansage an Netflix: Der Deal ist durch und das Timing könnte nicht besser sein! Der Unterhaltungskonzern Disney hat jetzt angekündigt große Teile des Medienkonzerns 21st Century Fox zu übernehmen. Der Mega-Deal beschert dem Konzern hinter der Maus nicht nur die Rechte an den X-Men, die durch Fox bisher aus dem Marvel-Filmuniversum ferngehalten wurden, sondern auch an Serien wie den Simpsons oder Modern Family. Vor allem kann der Schritt aber als indirekte Kampfansage an Netflix und Co. angesehen werden. Erstkürzlich verkündigte Disney die Pläne eines eigenen Streaming-Dienstes. Mit den diversen, nun eigenen Lizenzen würde der dann ernsthafte Konkurrenz für andere Anbieter darstellen.

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  • DARKNET wired: Revierkrieg im Darknet – Jemand greift die Schwarzmärkte an: Das Darknet steht unter Beschuss. Die IT-Forscherin Emily Wilson bemerkte jetzt eine Angriffswelle auf Märkte des Darknets und beobachtete, wie sich das Chaos ausbreitete. Betroffen sind der Handel mit Kinderpornographie, Daten- und Waffen und vor allem aber das Drogengeschäft. Die aktuellen Angriffe sind der bisherige Höhepunkt einer Reihe von DDoS-Attacken auf die Märkte.Jetzt wird nach Ursachen und vor allem Verantwortlichen gesucht. Am wahrscheinlichsten halten Experten derzeit eine Art Darknet-Revierkrieg.

  • STARTUPS gruenderszene: Wie zwei Startups die Bahn zur Pünktlichkeit erziehen wollen: Die Deutsche Bahn ist leider nicht dafür bekannt, besonders pünktlich zu sein. Zwei Startups aus dem Mindbox-Accelerator haben sich dieses Problems angenommen und wollen Verspätungen künftig vermeiden. Beim Mindbox Accelerator Programm können sich innovative Startups bewerben, um durch die Deutsche Bahn unterstützt zu werden. Das Startup Konux will Sensoren in Eisenbahn-Schwellen einbauen, um so Reperaturen voraussagen zu können und Verspätungen zu vermeiden. Das Berliner Startup Siut will lästige Verspätungen mit einer Fahrgast-Ampel umgehen.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: US-Behörde will offenbar Netzneutralität stark einschränken: Unter der Trump-Regierung haben schon so einige Regulierungen gelitten. Nun will der vom US-Präsidenten neu ernannte Präsident der US-Kommunikationsbehörde Obamas Regeln zur Netzneutralität abschaffen. Der Präsident der Federal Communications Commission, Ajit Pai, verkündigte in einem Statement im Dezember eine Neu-Abstimmung zum Entwurf „Anordnung zur Wiederherstellung der Freiheit im Internet“. Die aktuellen Regulierungen würden aus Sicht der Republikaner Innovation hemmen, wohingegen sich Demokraten weitesgehend für Netzneutralität und Regeln für ein freies Internet aussprechen.

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  • TELEKOM t3n: Bundesnetzagentur untersagt Teile des Stream-On-Tarifs der Telekom: Der umstrittene Streamingdienst von Telekom – StreamOn – wurde jetzt von der Bundesnetzagentur geprüft und einige Details davon untersagt. Der Tarif ermöglicht es bestimmte Dienste wie Netflix oder Spotify nicht aufs Datenvolumen anrechnen zu lassen. Das Verbot geht auf die Kritik zurück, dass das Angebot nicht europaweit verfügbar ist. Entsprechende Aktivisten werfen der Telekom also eine Verletzung der Netzneutralität vor, die Roamingfreiheit wird also verletzt. Neben der Telekom ist auch Vodafone seit Ende September mit einem solchen Tarif auf dem Markt. Nach aktueller Aussage der Telekom teile man die Auffassung der Behörde aber nicht. Die Bundesnetzagentur hat hier ebenfalls eine Prüfung angekündigt.

  • SAMSUNG curved: Galaxy S9 soll im Februar vorgestellt werden: Das neue Modell der beliebten Samsung Galaxy Reihe – das Galaxy S9 – soll Gerüchten zufolge im Februar 2018 vorgestellt werden. Dieser Meinung ist zumindest der rusissche Redakteur Eldar Murtazin auf Twitter, der auch schätzt, dass das Smartphone mit dem Snapdragon 845 ausgestattet werden wird, dem Nachfolger-Chipsatz des Snapdragon 835. Mit einer Präsentation im Februar 2018 würde Samsung nach dem Galaxy Note 7 Akku-Disaster 2016 und der verspäteten Veröffentlichung des Galaxy S8 2017 wieder zum gewohnten Zeitplan von Präsentationen im Frühjahr zurückkehren. Eine Veröffentlichung während des nächsten Mobile World Congress scheint also wahrscheinlich.

  • GOOGLE t3n: Auch Google findet massenhaft Politik-Anzeigen aus Russland: Nicht nur Facebook sei zum US-Wahlkampf im Auftrag Russlands für Anzeigensysteme genutzt worden sein, auch Google-Dienste wären laut eines Zeitungsberichts der Washington Post von ähnlichen Anzeigen mit Falschinformationen betroffen gewesen. Der Konzern habe Hinweise auf entsprechende Werbung zum Beispiel bei Google-Tochter YouTube und beim E-Mail-Dienst Gmail entdeckt. Facebook hatte im September Stellung zu den Inhalten genommen und wird sich, ebenso wie Twitter, zum 1. November nochmals vor dem US-Kongress zu dem Thema äußern. Google hat sich bisher noch nicht zum Thema geäußert und ob der Konzern ebenfalls an der Anhörung teilnehmen wird, bleibt offen.

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Wir brauchen keine strengen Gesetze für Netzneutralität, um das Internet fair zu halten

Gerechtigkeit (adapted) (image by WilliamCho [CC0] via pixabay)

Es passiert nicht häufig, dass sich große Unternehmen für staatliche Regulierungen aussprechen. Aber genau das macht eine Reihe von weltweit führenden Technologie-Unternehmen, zu denen unter anderem Google und Facebook zählen. Sie wollen die US-Regierung dazu bewegen, ihre Pläne bezüglich der Regelungen zur Bewahrung von Netzneutralität fallen zu lassen. Der Entwurf beinhaltet die Vorgabe eines egalitären Internetzugangs, bei dem Internetdienstleister sämtliche Internetdienste gleich behandeln, ohne bestimmte Internetseiten oder Datennetze zu blockieren, ihre Übertragung zu verzögern oder sie in sonstiger Weise einzuschränken.

Die Federal Communications Commission erreichten bei der Beratung des Anliegens bereits zehn Millionen Kommentare, in denen das Vorhaben mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Bis jetzt scheint die Regulierungsbehörde entschlossen zu sein, die Gesetze zur Netzneutralität aufzuheben.

Es ist nicht zu leugnen, dass es gute Argumente auf beiden Seiten gibt, sodass es schwierig ist, einen Konsens zu finden. Doch das eigentliche Problem ist nicht, dass die gegenwärtigen Regeln zugunsten von Netzneutralität unausgeglichen sind. Vielmehr geht es um die grundlegende Frage, ob wir solche Gesetze überhaupt brauchen. Wenn dem nicht so ist, wird die Aufhebung der Regelungen keine schwerwiegenden Konsequenzen mit sich ziehen, wie Aktivisten aktuell befürchten. Tatsächlich würde es bedeuten, dass Netzneutralität größtenteils eine Lösung für ein Problem ist, das gar nicht vorhanden ist.

In der Anfangszeit des Breitbands verstand man unter der Idee von Netzneutralität, dass Internetdienstleister als Datenüberträger anzusehen sind, ähnlich wie Telefongesellschaften, die Telefonate übermitteln. Dies würde verhindern, dass Leistungen vom eigenen Unternehmen oder von Tochtergesellschaften bevorzugt werden. In der Vergangenheit hat die FCC mehrmals versucht, Gesetze zur Sicherstellung von Netzneutralität umzusetzen. Die aktuellen Regelungen, die nun von der Verwaltung unter US-Präsident Trump außer Kraft gesetzt werden sollen, wurden erst vor zwei Jahren verabschiedet. 2015 wurden ähnliche Gesetze in der EU in Form der Maßnahmen zum Zugang zum offenen Internet durchgesetzt.

Das Problem ist, dass nur sehr wenige Fälle dokumentiert wurden, in denen sich Internetdienstleister gegen die Prinzipien von Netzneutralität gewendet haben und dabei viele stichhaltige und überzeugende Argumente vorbringen konnten. So führte die FCC in ihrem Gesetzesentwurf über Netzneutralität von 2014 das Beispiel von AT&T an, die zeitweise die FaceTime-App von Apple blockiert hatten. Doch die anschließende Untersuchung entkräftete die Vorwürfe, indem AT&T legitime Gründe für das Blockieren vorweisen konnte.

In einem anderen Fall beschuldigte die FCC Verizon, bestimmte Tethering Apps blockiert zu haben. Verizon wies die Vorwürfe durch den Verweis auf Lizensierungsregelung anstatt Netzneutralität ab. Zudem liegen die beiden eklatantesten Verstöße gegen Netzneutralität, die die Diskussion um den Betreff in Gang gebracht hatten, bereits über ein Jahrzehnt zurück. Seitdem wurden keine vergleichbaren Verstöße mehr angeprangert.

Währenddessen hat sich die EU dem Thema der Netzneutralität verspätet angenommen, da in Europa der vermeintlich größere Wettbewerb zwischen Internetanbietern als Schutz vor Verstößen wahrgenommen wurde. Schließlich wurden 2015 Maßnahmen zum offenen Zugang zum Internet eingeführt, um damit auf den Report über eine alarmierend hohe Anzahl an europäischen Internetanbietern zu reagieren, die auf das Verfahren des Traffic-Shapings zurückgriffen.

Aber bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass die gemachten Beobachtungen nicht auf den Missbrauch von Netzneutralität zurückzuführen sind. In Wahrheit konnte die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom in Großbritannien nicht einen Fall von Missbrauch von Netzneutralität ausmachen, trotz der weiteren Verwendung von Traffic-Shaping.

Dagegen spricht die geringe Anzahl an beobachteten Vorfällen, die sich gerade durch die abschreckende Wirkung der bestehenden Gesetze für Netzneutralität begründen lassen. Dennoch lässt sich dieser Aspekt nur als schwaches Argument anführen, da von keiner Korrelation zwischen dem Zeitpunkt und der Häufigkeit von Netzneutralitäts-Missbräuchen sowie der Einführung der Regelungen ausgegangen werden kann.

Bessere Alternative

Das Aufheben von überflüssigen Maßnahmen ist generell ein guter Ansatz. Regelungen haben einfach ihren Preis. Doch wir müssen nicht einmal so weit gehen und sämtliche Gesetze für Netzneutralität außer Kraft setzen. Es gibt weniger beschwerliche Maßnahmen als die gegenwärtigen Gesetze, die geeigneter für die Risiken sind, die Verstöße gegen Netzneutralität momentan mit sich bringen.

Zum Beispiel können Verletzungen der Netzneutralität als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht gehandelt werden, statt dafür separate Gesetze heranzuziehen. Oder Autoritäten legen allgemeine Ziele fest, die von der Industrie durch Selbstregulierung einzuhalten sind. Ich persönlich favorisiere ähnliche Bestimmungen wie beim Wettbewerbsrecht, also eine einzige, allgemeine Regel für schlechtes Verhalten, die von den Behörden von Fall zu Fall angewandt wird. Dieser Ansatz verbindet die Expertise von sektorspezifischer Regulierung mit der Flexibilität des Wettbewerbsrechts.

Damit möchte ich nicht andeuten, dass die Breitbandwirtschaft einwandfrei funktioniert und sie keinerlei Aufsicht bedarf. Aber die gegenwärtigen Netzneutralitätsregeln, vor allem angesichts des Mangels an dokumentierten Verstößen, erscheinen übertrieben.

Regulierungsbehörden haben bereits zu viel Zeit damit verbracht, über Netzneutralität zu streiten anstatt ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf aktuelle und drängende Themen zu lenken. Wir befinden uns an der Schwelle zur nächsten Mobilfunktechnologie (5G) und trotzdem haben Regierungen noch keine Politik und Maßnahmen ausgearbeitet, wie Funkfrequenzen passend genutzt werden, um diese Technologie möglich zu machen. Die Vernetzung zwischen Unternehmen für die Entwicklung einer Internet-Infrastruktur ist weiterhin ein Bereich, der weitgehend nicht reguliert wird und immer mehr zum zentralen Punkt gegenwärtiger Politik gemacht wird. Dieser Bereich erfordert dringend unsere Aufmerksamkeit. Denn dies ist das entscheidende Thema, das den Rahmen für zukünftige Diskussionen bildet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Gerechtigkeit“ by WilliamCho (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • NETZPOLITIK netzpolitik: Schulterklopfen 4.0: Digitalminister feiern ihre Digitale Agenda: Eine Pressekonferenz mit drei Bundesministern. Kurze Fragezeit. Da bleibt nicht viel Raum für Kritisches. Sondern nur für gemachte Hausaufgaben. Und wohlklingende Schlagworte. Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Logistik 4.0 und Plattformindustrie 4.0. Kompetenzzentren, Blockchain und intelligente Straßen. Roadmaps und Mobile Incident Response Teams. Bandbreite, die zu den Menschen gebracht wird. Mit der höchsten Dynamik in Europa. Da werden die Leuchtturm-Themen für die Startup-Szene fit gemacht. Dabei muss die Digitalisierung von Beginn an so ausgerichtet sein, dass der „böse Nachbar“ nicht die Haustüre des Smarthomes aufbricht. Denn es geht um Echtzeit-Internet und intelligente Netze und die Gigabit-Gesellschaft. Wenn man den drei Ministern glaubt, dann haben sie dafür gesorgt, dass Deutschland fit ist für die nächste Welle der Digitalisierung. Es geht um nichts weniger als die Meinungsführerschaft in der digitalen Revolution, die Deutschland wiedergewonnen hat. Was immer das auch sein soll.

  • DATENSCHUTZ taz: Gute Aussichten für Datensammler: Zum Nachteil für die Verbraucher und in Teilen europarechtswidrig – das ist die Kritik von Verbraucher- und Datenschützern an dem neuen Datenschutzgesetz, das der Bundestag abschließend beraten und verabschiedet hat. „Das ist ein Datenschutz-Verhinderungsgesetz“, kritisiert Volker Tripp vom Verein Digitale Gesellschaft. Die Reform war notwendig geworden, weil die EU im vergangenen Jahr die Datenschutz-Grundverordnung beschlossen hat. Im Frühjahr kommenden Jahres werden die neuen Regelungen wirksam. Mit ihrem Gesetz konkretisiert die Bundesregierung nun einige Punkte. Doch dabei bleibt sie, so die Kritik, hinter dem Schutzniveau der europäischen Regelung zurück – und widerspricht ihr teilweise sogar.

  • KI heise: RIE2017: Roboter unterrichten im Klassenzimmer – und im Swimming Pool: Die Bedeutung von Robotern für Ausbildung und Erziehung ist das Thema der Konferenz Robotics in Education, die sich in dieser Woche in Sofia im dortigen Sofia Tech Park trifft. Die einstige Militärbasis wurde vor fünf Jahren umgewidmet und beherbergt jetzt verschiedene Laboratorien zu Cyber Security, künstlicher Intelligenz und bietet jetzt parallel zur wissenschaftlichen Konferenz auch Raum für einen Roboterwettbewerb.

  • APPLE golem: App schaltet Touch Bar des Macbook Pro ab: Einigen Anwendern erscheint die Touch Bar auf dem neuen Macbook Pro überflüssig, andere fühlen sich von dem Display mit Touchscreen vom Geschehen auf dem Bildschirm abgelenkt. Diese Zielgruppe kann nun die kostenlose App Touchbar Disabler des Studenten Kay Yin nutzen. Die App kann nicht nur die Touch Bar des 2016er Macbook Pro abschalten, sondern kann sogar beim Touch Bar Simulator für MacOS oder der virtuellen Touch Bar von Xcode eingesetzt werden. Allerdings muss der Nutzer die System Integrity Protection (SIP) deaktivieren, damit das Programm arbeiten kann.

  • USA heise: USA: Auftakt zum Ende der Netzneutralität: Mit einer Brandrede gegen die verpflichtende Netzneutralität hat Ajit Pai, Vorsitzender der US-Telecom-Regulierungsbehörde FCC, am Mittwoch den Auftakt zur Abschaffung der Netzneutralität in den USA gesetzt. Details sollen Donnerstagnachmittag (Ortszeit) veröffentlicht werden. Pai sieht einen Rückgang der Netzinvestitionen und gibt der Netzneutralität die Schuld daran. Das Verfahren zu deren Abschaffung soll bei einer Sitzung am 18. Mai formell eröffnet werden.

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Wie Telekom mit der StreamOn-Funktion die Netzneutralität gefährdet

Telekom-StreamOn-Teaser-AP

Mobilfunkverträge mit inklusivem Datenvolumen sind hierzulande ja ein leidiges Thema. Während Anbieter in Nachbarstaaten wie Finnland mit Dutzenden Gigabytes um sich werfen, erhält der Otto Normalverbraucher in Deutschland nur ein mickriges Inklusiv-Volumen. Bei Verwendung von Streamingplattformen wie Spotify oder YouTube ist das schnell aufgebraucht. Abhilfe soll beim größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom die neue Option „StreamOn“ schaffen. Doch was gut gemeint ist, könnte den Streaming-Wettbewerb womöglich spürbar verzerren.

StreamOn: Streamingdienste vom Inklusivvolumen ausgenommen

Streaming ist der Trend der letzten Jahre. Songs und Videos müssen nicht mehr auf dem kostenbaren Speicher des mobilen Endgeräts gespeichert, sondern können unterwegs „on-the-fly“ von den Webservern abgerufen werden. Gerade das kostet allerdings eine Menge Bandbreite, die bei den meisten Verträgen rar ist. Der Netzanbieter Telekom hat diese Entwicklung erkannt und bietet ab 19. April eine neue Option mit dem Namen StreamOn an.

Dabei ist der Name Programm: Der Nutzer kann Musik hören und Videos schauen, ohne dass das im Tarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen belastet wird. Die Telekom selbst gibt sich selbstbewusst und Unternehmenssprecher Niek Jan van Damme tönt: „Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren. Das neue Angebot ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, unseren Mobilfunkkunden auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten.

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Spotify ist zum Marktstart von StreamOn noch nicht enthalten. (Image by Jonas Haller)

Doch uneingeschränkt gilt nicht ganz: Für die Aufnahme in die Liste der ausgewählten Dienste müssen die Anbieter Telekom-Partner sein oder werden. Zum Start werden im Audiosegment lediglich Apple Music, Amazon Music Unlimited, JUKE, Napster sowie radioplayer.de unterstützt. Verhandlungen mit Spotify laufen nach Unternehmensangaben, eine Einigung wurde aber noch nicht erzielt. Soundcloud oder Google Play Music wurden gar nicht angefragt. Auch im Videobereich sind zwar die Big Player wie YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, Sky Go oder das ZDF an Bord, allerdings fehlen Dienste wie Google Play Filme, Vimeo oder die ARD. Letzteres Angebot steht lediglich über den Telekom-eigenen Service EntertainTV live zur Verfügung.

Selektierung von Seiten der Telekom

Das Dilemma der kostenlos hinzubuchbaren Option ist die Willkürlichkeit des größten deutschen Netzbetreibers. Schlussendlich entscheidet er, welche Streaming-Dienste es wert sind, für StreamOn freigeschalten zu werden. Zwar verspricht Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland GmbH, dass keine Einschränkungen vorliegen und jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten Partner werden kann, allerdings müssen die Streaming-Unternehmen erst auf die Telekom zugehen. Und das ist die falsche Vorgehensweise. Der Mobilfunkanbieter bevorteilt einmal mehr die großen Content-Lieferanten und beschneidet etwaige Mitbewerber in ihrer Konkurrenzfähigkeit.

Fazit: Entweder alle oder keine

Auf dem ersten Blick ist StreamOn eine echte Revolution für den Mobilfunkmarkt. Gerade große Datenmengen bleiben von der Anrechnung an das Datenvolumen verschont. Der zweite Blick offenbart allerdings vielmehr einen Rückschritt – vor allem in Sachen Netzneutralität. Kooperierende Streaming-Anbieter werden durch die Funktion in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bevorteilt. Der Mobilfunkbetreiber sollte nicht die Schlüsselrolle spielen, warum ein Kunde genau diesen Streaming-Dienst nutzt. An die Telekom gilt deswegen der Appell: entweder alle oder keine. Entweder, man spendiert den Kunden echte Flatrates oder bleibt weiterhin im alten System der engen Datenvolumina.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image by Telekom


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  • FACEBOOK süddeutsche: Ein Selfie mit der Kanzlerin bringt Facebook in Bedrängnis: Trivialer geht es fast nicht – ein Selfie. Das im September 2015 aufgenommene Bild wurde dem jungem Syrer Anas Modamani allerdings zum Verhängnis. Als er gerade einen Monat in Deutschland war, posierte er zusammen mit Angela Merkel in Berlin. Jetzt steht er vor dem Würzburger Landgericht, Grund dafür ist Hetzte auf rechten Seiten, die den Teenager als Terroristen diffamieren. Inwieweit Facebook hier mitverantwortlich ist und ob eine gewisse Sorgfaltspflicht verletzt wurde, soll jetzt entschieden werden.

  • PAYPAL venturebeat: PayPal launches Slack bot for peer-to-peer payments: Chatbots sind gefühlt in aller Munde. Der Bezahl-Dienst PayPal hat jetzt auf der Team-Messaging-App Slack seinen eigenen Bezahl-Bot gelauncht. Der Bot lässt Nutzer mit dem Shortcode „/paypal“ peer-to-peer (P2P) Zahlungen von bis umgerechnet rund 9.300 Euro ausführen. PayPal hat rund 5 Millionen tägliche Nutzer und mit dem Bezahl-Bot nun ihren ersten dieser Art veröffentlicht. Auf Slack gibt es im Gegensatz rund 900 Bots für die Automatisierung von Aufgaben.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: Ein Deregulierer, wie Trump ihn mag: Ajit Pai ist der von Trump eingesetzte neue Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) und wartet nicht lange, um aktiv zu werden. Er beginnt direkt damit, seine eigene Behörde, die Regulierung zur Netzneutralität in den USA, zu entmachten. Bislang untersagte diese Providern, den Internetverkehr gegen Bezahlung zu bevorzugen. Die Sorge um ein „Zwei-Klassen-Internet“ ist jetzt groß.

  • YOUTUBE cnet: Youtube takes on Facebook Live with mobile live streaming: Youtube zieht, nach Facebook oder Instagram, nun auch mit bei der mobile Live-Streaming-Welle. Was im Juni verpsrohen wurde, soll jetzt bald verfübgar sein und zunächst für beliebte Youtuber, also mehr als 10.000 Abonennten, verfügbar sein. Neu ist Live-Streaming für die Video-Plattform allerdings nicht, seit 2015 ist es über die Sparte “Youtube Gaming” möglich, Gaming-Content zu streamen. Das neue Feature „Super Chat“ soll es zudem Zuschauern ermöglichen, direkt mit den Youtubern zu sprechen, allerdings gegen einen Preis.

  • ROBOTER heise: Fahrender Last-Roboter als Begleiter für Menschen: Gestern war “Liebe-deinen-Roboter-Tag”, klingt komisch, ist aber so. Dieser Tag soll sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Roboter fokussieren. Beispielsweise arbeitet derzeit eine US-Tochterfirma des Vespa-Herstellers Piaggio an einem kleinen Roboter, der als Helfer für Menschen fungieren soll und Lasten von bis zu 20 Kilogramm befördern kann. Der blaue, runde Helfer soll, ebenfalls wie der Aktionstag, dazu anregen, über die Rolle der Roboter in unserer Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken.

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  • APP STORE golem: iOS-Entwickler können auf Kundenbewertungen antworten: Schon länger bemängeln Kritiker die Vermarktungsmöglichkeiten im iTunes App Store: es sei nicht möglich, teure Anwendungen so zu verkaufen, wie es in der Softwarebranche üblich sei. Nun können Entwickler  mit Kunden direkt in Kontakt treten, da Apple eine Antwortfunktion für Kritiken im iTunes App Store eingerichtet hat. 

  • APPLE apfelpage: „Kino-Modus“: Apple Watch kann auch unauffällig: Die Apple Watch soll mit dem Betriebssystem WatchOS 3.2 einen Kinomodus erhalten. Die Funktion verhindert, dass Zuschauer durch das hell aufleuchtende Display gestört werden und ist vergleichbar mit dem Flugmodus, durch den bestimmte Verhaltensweisen der Hardware kurzfristig deaktiviert werden.

  • MICROSOFT heise: Microsoft erweitert OneDrive-Funktionen für Unternehmen: Im aktuellen Update des Cloud-Speicherdienstes OneDrive finden sich neue Funktionen für Unternehmen. So hat der Konzern das Synchronisieren von Daten zwischen OneDrive, OneDrive for Business und SharePoint Online freigeschaltet. Nutzer von Office 365 sollen so überall mit ihren Dokumenten arbeiten können.

  • NETZNEUTRALITÄT t3n: Trumps neuer FCC-Chef will Netzneutralität abschaffen: Der neue US-Präsident Donald Trump hat den Konservativen Ajit Pai zum Chef der Telekommunikationsaufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission) ernannt. Pai sieht die Regelung für eine Netzneutralität kritisch. Die Gefahr, die eine solche Regelung verhindern soll, existiere gar nicht. 

  • ANDROID golem: Android-Ransomware tarnt sich als Batteriespar-App: Eine Android-Malware mit dem Namen Charger verbreitet sich über Googles Playstore. Die App kopiert SMS und Kontaktinformationen, außerdem wird das Display des Nutzers gesperrt und mit einem Hinweis versehen. Darin werden die Nutzer erpresst, es wird gedroht, private Informationen „alle 30 Minuten auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen“. 

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  • SOCIAL MEDIA Business2community: Which Social Networks are Right for My Business?: Weltweit betrachtet sind die größten Social Media Plattformen Facebook, Twitter, LinkedIn und Google+. Welche Social Media Plattform die Richtige für ein Unternehmen ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Es gibt zahlreiche Parameter, die zuvor abzuwägen und zu bedenken sind. Jede Plattform legt dabei verschiedene Schwerpunkte und weist unterschiedliche Charakterista auf.

  • AWARD Horizont: Netzwerk Recherche verleiht Negativpreis an Facebook: And the „Verschlossene Auster“ goes to: FACEBOOK! Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche verlieh dem US-Unternehmen einen Negativpeis für den intransparenten Umgang mit Hasskommentaren. Es sei nicht nachvollziehbar nach welchen Anhaltspunkten Facebook Hasskommentaren und Terror-Propaganda bewertet und solche Kommentare löscht. Facebook nahm die Verschlossene Auster nicht entgegen und bezeichnete einige Kritikpunkte als unzutreffend.

  • NETZNEUTRALITÄT Spiegel Online: Kampagne zur Netzneutralität: Muss das Internet wirklich gerettet werden?: Für die Gründer der Kampagne „Save the Internet“ zum Schutz der Netzneutralität ist dies keine Frage mehr. Das Projekt ins Leben gerufen hat eine Vereinigung von zwölf NGOs, die sich auf ganz Europa verteilen. Sie sehen das in Oktober 2015 von der EU beschlossene Gesetz zur Netzneutralität kritisch. „Einige Bestimmungen seien so unklar formuliert, dass sie zuungunsten der Netzneutralität ausgelegt werden könnten.“ Alexander Sander, Geschäftsführer des Vereins Digitale Gesellschaft e.V. unterstützt das Projekt „Save the Internet“ und erläutert seine Sicht der Dinge in einem Interview.

  • FACEBOOK Frankfurter Allgemeine: Tod vor Publikum: Mit der Freischaltung von Facebook-Liveübertragung wurde den Usern eine weite Möglichkeit der Kommunikation eröffnet. Welche Folgen es haben kann, wenn 1,6 Millionen Facebook-Nutzer unabhängig von Zeit und Ort Live-Videos senden können, zeigte sich bereits an den Polizistenmorde von Paris. Ein hoher Preis, der dabei für virtuelle Nähe gezahlt wird, denn Kontrollmechanismen, die rasch eingreifen, wenn jemand ein Massaker in den Newsfeed überträgt, gibt es nicht.

  • POKÉMON Gründerszene: Was ist dran am Hype um Pokémon Go?: Nichts für Couch-Potatoes ist die neue Gaming-App Pokémon Go. Sie löst innerhalb kürzester Zeit einen Hype aus und verleiht seiner Fangemeinde nicht nur bildlich gesprochen einen Energieschub. Wer die beliebten Monster fangen will, muss Sportsgeist beweisen, denn sie befinden sich in der realen Welt und wollen gefunden werden. Mit Faulenzen auf der Couch kommt man dabei nicht weit. Dies führt dazu, dass auch Sportmuffel den Fußweg der öffentlichen Verkehrsverbindung vorziehen und auf Jagd gehen.

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Netzneutralität: Indien verbietet Gratis-Internet von Facebook

Wifi Router (adapted) (Image by Sunil Soundarapandian [CC BY 2.0] via flickr)

Eigentlich hätte Mark Zuckerberg Indiens Internetnutzern etwas Gutes tun wollen – mit dem Dienst Free Basics wollte seine Firma Facebook in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Erde ein Bündel an Internet-Diensten kostenlos anbieten. Doch die Telecom Regulatory Authority of India (TRAI) sieht dadurch das Prinzip der Netzneutralität verletzt und dreht Facebook den Saft ab.

Free Basics ist ein Bündel an Internet-Diensten, bestehend aus Facebook und 37 weiteren Webseiten, die Nutzern in Ländern wie Sambia, Kenia, Kolumbien, Indonesien, Bangladesch oder Pakistan kostenlos zur Verfügung stehen. Weil Facebook mit etwa 35 lokalen Mobilfunkern in 30 Ländern zusammenarbeitet, müssen die User nicht für die geladenen Daten bezahlen. Gebühren entstehen ihnen nur, wenn sie außerhalb des “Free Basics”-Angebots surfen. Insgesamt sollen etwa 19 Millionen Menschen weltweit das Angebot verwenden. Die große Idee von Zuckerberg: Er will Menschen in armen Ländern, die sich Internetzugang nicht oder nur schwer leisten können, auf diese Art und Weise online bringen. “Besser wenig Internet als gar keins”, argumentierte Zuckerberg.

Und genau dieser Umstand schmeckt der TRAI nicht. Sie bezeichnet Free Basics als diskriminierenden Tarif, der die kostenlosen Web-Dienste bevorzugt und jene, nicht nicht in dem Bündel sind, benachteiligt, weil ihre Nutzung Kosten verursacht. Dies verstieße gegen die Prinzipien der Netzneutralität, der zufolge alle Daten gleich behandelt werden müsse – es dürfe kein Zwei-Klassen-Internet entstehen, in dem kostenlose Dienste gegenüber Diensten, die Kosten verursachen, bevorzugt werden. Würde Facebook Free Basics weiter in Indien anbieten, würden Strafzahlungen drohen. Diese wären allerdings durchaus bezahlbar, denn Verstöße werden mit 50.000 Rupien (etwa 660 Euro) bestraft.

Für Zuckerberg, der Free Basics unter dem Namen Internet.org startete, bedeutet die Entscheidung von TRAI einen herben Rückschlag. Indien ist ein sehr wichtiger Wachstumsmarkt für Facebook, und Free Basics hätte der Firma geholfen, viele Menschen mit seinen Diensten, die im Kern des Bündels stecken, in Kontakt zu bringen. Immerhin lautet Zuckerbergs ambitioniertes Ziel, bis 2030 fünf Milliarden Mitglieder in seinem Online-Netzwerk zu haben.

Dass ein Rückschlag droht, war Facebook bereits Ende letzten Jahres bewusst geworden. Vor allem Netzaktivisten hatten gegen Free Basics wegen der Verletzung der Netzneutralität mobil gemacht. Deswegen versuchte Facebook, das Blatt mit PR-Maßnahmen doch noch zu wenden. Mit einer Studie wollte man zeigen, dass die Mehrheit der Inder Free Basics begrüßen würden – mit rund 3000 Befragten war diese Untersuchung aber wohl kaum repräsentativ für ein Land mit fast 1,3 Milliarden Einwohnern.

Außerdem öffnete man das Programm für Entwickler, die ihre Dienste für die Aufnahme einreichen konnten und dazu einige technische Anforderungen (kein JavaScript, kein Flash, mobil für Feature-Phones optimiert, Fotos mit maximal 200 kb, etc.) erfüllen mussten. Wer bei Free Basics aufgenommen wurde, wird dann aber immer von Facebook entschieden – eine Gate-Keeper-Rolle, die nicht jedem behagt.


Image (adapted) “Wifi Router” by Sunil Soundarapandian (CC BY 2.0)


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Netzneutralität: Ein bisschen neutral?

NYC Rolling Rebellion Advocates for Net Neutrality and Takes on TPP & Fast Track (adapted) (Image by Backbone Campaign [CC BY 2.0] via Flickr)

Die am Dienstag von der EU beschlossene Regelung zur Netzneutralität ist unklar und lässt Hintertüren offen – zum Schaden des freien Internet. Die EU-Politiker bekannten sich zwar grundsätzlich zur Netzneutralität. Gleichzeitig wurden jedoch auch Ausnahmen beschlossen. Nicht näher definierte “spezielle Dienste” höherer Qualität sollen bevorzugt behandelt werden dürfen, wenn dies “notwendig” ist und sie damit die sonstige Datenübertragung nicht beeinträchtigen. Das lässt natürlich viel Spielraum für Interpretationen – und wirft die grundsätzliche Frage auf, ob ein bisschen Neutralität überhaupt möglich ist oder ob das freie Internet hier gerade stillschweigend geopfert wurde.

Netzneutralität: Freiheit und Gleichheit für Datenpakete

Unter Netzneutralität versteht man das gleichberechtigte Behandeln aller Datenpakete. Das heißt, dass alle Daten, seien es private Urlaubsfotos, kommerzielle Video-Streams oder das Programm professioneller Nachrichtenagenturen, so schnell weitergeleitet werden, wie es die technischen Möglichkeiten erlauben. Keine Übertragung hat gegenüber einer anderen Priorität.

Von Beginn des Internet an herrschte dort Netzneutralität. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung hing von technischen Faktoren ab, nicht davon, ob ein Paket als wichtig eingestuft wurde, oder nicht. Die nun getroffene Einigung, könnte das erste großflächige Abweichen von diesem Prinzip darstellen.

In einem Internet, das nicht mehr neutral ist, drohen gleich in mehrerer Hinsicht negative Konsequenzen. Einerseits gibt natürlich die Möglichkeit, seinen Daten eine bevorzugte Behandlung zu erkaufen, großen, finanzstarken Konzernen viel Macht in die Hand. Die Leidtragenden wären Privatpersonen, kleine Startups, NGOs, und alle anderen, die sich die Überholspur auf der Datenautobahn nicht leisten können oder wollen. Einer der Vorzüge des Internets war immer, dass seine Nutzer dort gleichberechtigt kommunizieren und Informationen austauschen konnten. Eine Abkehr von der Netzneutralität untergräbt diese Vorzüge.

Andere Bedenken sind eher technischer Natur. Um zu wissen, welche Pakete eine Vorzugsbehandlung erhalten sollen, müssen die bei einem Netzwerk-Knotenpunkt ankommenden Daten zunächst einmal überprüft und gefiltert werden, etwa mit der sogenannten “Deep Packet Inspection”. Es liegt auf der Hand, dass diese Filter und die von ihnen gesammelten Daten leicht auch missbräuchlich verwendet werden könnten. In einer Zeit, in der sich die Meldungen über massive Internet- und sonstige Telekommunikationsüberwachung derart häufen, sollte das zu denken geben.

Die Netzneutralität ist also ein durchaus wichtiges Prinzip im Internet – dem Medium, ohne das heute nur noch die wenigsten Menschen ihr Arbeitsleben und ihre Freizeit gestalten. Leider ist das öffentliche Bewusstsein für dieses Thema noch immer schwach ausgeprägt. Allerdings tragen Kampagnen wie etwa die Petition von netzpolitik.org-Chefredakteur Markus Beckedahl in letzter Zeit dazu bei, diesen Zustand schrittweise zu ändern.

Neutral mit Ausnahmen

In der Nacht von Montag auf Dienstag einigten sich das EU-Parlament, die EU-Kommission und die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten, nicht nur auf die Abschaffung der Roaminggebühren für mobiles Internet-Surfen bis zum Jahr 2017. Außerdem wurde, von nicht-technikaffinen Menschen weniger beachtet, auch eine Regelung zur Netzneutralität beschlossen.

Dieser Regelung zufolge, soll das Internet zwar weiterhin grundsätzlich neutral sein, es gibt jedoch Ausnahmen für “spezielle Dienste”, die, wenn sie einen nicht näher bezeichneten Bedarf nachweisen können, Sonderrechte erhalten sollen.

Kritik von Experten und Aktivisten

Wenig überraschend sorgte der EU-Beschluss bei Befürwortern der Netzneutralität für Kritik. “Das ist eine Ja/Nein-Frage, entweder haben wir ein neutrales Netz oder nicht. Wir haben keines mehr”, so der Grünen-Abgeordnete Michel Reimon, der bei den nächtlichen Diskussionen dabei war. Auch der europäische Aktivisten-Dachverband “European Digital Rights” (EDRi) kritisierte die Einigung. In einer Stellungnahme spricht EDRi von einer “chaotischen, unscharfen und mehrdeutigen” Regelung, die erst durch Zusatzklauseln oder Richterurteile eine gewisse Klarheit erlangen könnte. Noch kritischer ist der deutsche Verein “Digitale Gesellschaft”. “In den Trilog-Verhandlungen wurde Europas digitale Zukunft zu Grabe getragen. Das Parlament hat nun die historische Chance, das Steuer in letzter Sekunde herumzureißen und sich der Abschaffung der Netzneutralität mit Nachdruck entgegen zu stemmen”, erklärte Geschäftsführer Alexander Sander.

Ein bisschen neutral ist sehr unfrei

Die Kritik ist berechtigt. Nicht nur ergibt es, wie von Reimon angemahnt, konzeptionell und rhetorisch keinen Sinn, einerseits Neutralität zu proklamieren, andererseits dieses Prinzip dann aber sofort wieder aufzuweichen; nicht nur ist die nun gefundene Regelung uneindeutig und chaotisch. Die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass einmal in derartige Gesetze eingebaute Hintertüren und Ausnahmeregelungen nur allzu oft die erste Bresche sind, durch die dann der Angriff auf die Freiheitsrechte weitergeführt wird. Mit der Zeit könnte die Notwendigkeit für die digitale Überholspur immer großzügiger ausgelegt werden, ebenso wie die Definition spezieller Dienste. Der Text des Beschlusses gibt das her, und es gibt gerade in der Digitalpolitik genug Präzedenzfälle, um eine solche Entwicklung nicht nur denkbar, sondern sogar wahrscheinlich erscheinen zu lassen.

Noch gibt es die Hoffnung, dass der nun getroffene Beschluss nicht endgültig ist oder dass er zumindest durch Zusatzklauseln entschärft wird. Wem die Netzneutralität wichtig ist, der sollte sich dafür einsetzen, dass es so kommt – bevor aus “einem bisschen Neutralität” schnell sehr wenig Freiheit im digitalen Raum wird.


Image (adapted) “NYC Rolling Rebellion Advocates for Net Neutrality and Takes on TPP & Fast Track” by Backbone Campaign (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 15. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um das Silicon Valley, Netzneutralität in den USA, das Blog neu gedacht, Kunst auf Instagram und Twitter. Ergänzungen erwünscht.

  • SILICON VALLEY Wired: From Tech Reporter to Silicon Valley Writer and Back Again: In den USA ist gerade die zweite Staffel der Serie „Silicon Valley“ zu Ende gegangen, die den ganz normalen Alltag eines Startup behandelt. Wie Tim Moynihan auf Wired schreibt, kann man sich manche dieser Geschichten nicht ausdenken, sie müssen einfach echt sein und das sind sie auch. Einer der Drehbuchautoren ist Dan Lyons, der seit Ende der 90er Jahre als Journalist tätig war und über Technologien und Startups publizierte. Moynihan widmet ihm einen interessanten Artikel.

  • NETZNEUTRALITÄT Mashable: Net Neutrality rules roll out to keep Internet a one-lane highway: Seit Freitag gelten in den USA das neue Gesetz für Netzneutralität im Internet. Samantha Murphy Kelly fasst in einem Artikel für Mashable mit sehr vielen Worten den Fakt zusammen, dass jetzt einfach alle Nutzer das Internet gleichberechtigt nutzen können. Das bedeutet Netzneutralität, das ist das Wesentliche worauf es ankommt, und in unserer westlichen Gesellschaft ist dies elementar, damit sich neue Dienste entwickeln und gegenüber etablierten Anbietern behaupten können. Und Nutzer nicht für die Verwaltung eines Mangels an Infrastruktur zahlen müssen.

  • BLOG Medium: Are You Thinking About Your Blog All Wrong?: Auf Medium zeichnet Jay Baer eine interessante Parallele zwischen einem Musikalbum und dem klassischen Blog – beide sind seiner Meinung nach nicht mehr relevant. Wie die Musiksingle bzw. der Download heutzutage relevanter als das Album ist, stellt es sich auch beim Blog dar, der von dem einzelnen Blogbeitrag in der Bedeutung überholt wurde. Und wie bei der Single geht es vor allem auch um die Veramrktung um den Beitrag herum.

  • INSTAGRAM Mashable: How to use Instagram to invest in art: Laut der sogenannten Hiscox-Studie entdecken rund 41 Prozent der Käufer von Kunst bei Online-Aktionshäusern die Plattformen via Social Media. Und diese werden in den sozialen Medien besonders aktiv, wie der interessante Fall des Dänen Peter Ibsen zeigt. James Tarmy stellt seinen Fall auf Mashable vor und wie die Kunstszene sich mehr Verkäufe durch das Internet erhofft. Und wie manche Künstler direkt von Instagram profitieren.

  • TWITTER t3n: „Twitter wird zum BlackBerry im Social-Media-Sektor: Nach dem Abgang von Dick Costolo bei Twitter hat Jack Dorsey als neuer CEO jede Menge zu tun. Die Erhöhung des Zeichenlimits bei Direktnachrichten wird nicht die einzige Veränderung sein. Und das ist auch dringend nötig, wie Harvard-Professor Bill George in einem Fernsehinterview erklärt. Wenn Twitter seine seit fünf Jahren an sich unveränderten Probleme nicht bald löst, drohe Twitter das BlackBerry-Schicksal. Harte Worte, die hoffentlich auch an der richtigen Adresse ankommen.

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5 Lesetipps für den 2. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um Netzpolitik, Politik via Facebook, Google+, Informationsfreiheit und die Macht von Screenshots. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPOLITIK t3n: Das Elend der deutschen Digitalpolitik: In seiner aktuellen Kolumne auf t3n.de zeigt der ehemalige Netzpiloten-Projektleiter Andreas Weck anhand der Vorratsdatenspeicherung und Forderung nach Netzneutralität, dass die deutsche Digitalpolitik seit Jahren feststeckt. Bewegt sich etwas, geht es in eine katastrophale Richtung, siehe Vorratsdatenspeicherung. Passiert nichts, siehe Netzneutralität, wird aus dem Mangel ein zu lukratives Geschäftsmodell für Telekommunikationsanbieter. Eine Verbesserung ist nicht in Sicht.

  • FACEBOOK Digital Trends: Millennials Depends On Facebook For Political News: Hmm, was soll man zu einer Studie sagen, nach der über 61 Prozent der Facebook nutzenden Millennials ihre politischen Informationen über das soziale Netzwerk beziehen? Zum einen dachte man ja, dass die da gar nicht mehr sind, sondern das Profil ähnlich einem Ausweis nur pflichtbewusst mit sich rumschleppen, zum anderen hat man den Millennials ja ein allgemeines Desinteresse an Politik unterstellt, und außerdem ist der Newsfeed jawohl der schlechteste Ort im Internet, um sich über etwas relevantes zu informieren. Die Studie ist auf die USA beschränkt, aber auch auf dieser Seite des Atlantiks macht sie mich ratlos.

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Quo Vadis – Wie geht es mit Google+ weiter?: „Googles Problem mit Google+ ist, das man es vielleicht mittlerweile als ungeliebtes Stiefkind betrachtet, aber eben auch nicht ohne klar kommt„, fasst Jens Minor seine lesenswerte Zusammenfassung der möglichen Zukunft des sozialen Netzwerkes zusammen. Google braucht Google+, es kann/sollte/muss ein attraktiver Ort sein, an dem den eigenen Nutzern die Möglichkeit gegeben wird, Profile mit persönlichen Daten zu füllen und den Stream mit anderen Diensten von Google zu befüllen.

  • INFORMATIONSFREIHEIT Politik Digital: Informationsfreiheit mit Ausnahmen: Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist eine gute Idee gewesen. Bürger erhielten den Zugang zu staatlichen Informationen, die für sie relevant waren. Der Staat wurde etwas transparenter, zumindest auf dem Papier. Die versprochene „Kultur der Transparenz“ ist dann doch nicht eingetreten, denn nach wie vor sind deutsche Amtsstuben alles andere als mitteilungsfreudige Orte. Eine Reaktion darauf war die Initiative FragDenStaat, mit denen sich Alexander Löser von Politik Digital über den dringenden Kulturwandel im Umgang mit Informationen unterhalten hat.

  • SCREENSHOT 500ish Words: The Power of the Screenshot: Nein. Nein. Ja. Vielleicht. Ich werde mir immer unsicherer, ob ich sogenannte Screensho(r)ts wirklich mag. Das Ende des Bloggings bedeuten sie bestimmt nicht, aber diese nicht durchsuchbaren Fotos von Texten, die nebenbei quasi auch noch das digitale Heiligtum des Links zerstören, sind einfach eine irgendwie falsche Art von Kommunikation. Und doch nutze ich Screenshots genauso wie M.G. Siegler, beispielsweise bei Tickets oder Offline-Karten. Aber Texte zu screenshorten und dann zu teilen, würde ich wiederum nicht machen. Was meint Ihr? Daumen hoch, Daumen runter?

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Mobilfunkanbieter greifen Netzneutralität an

Rolling Rebellion Sparks in Seattle to Defend Internet & Stop the TPP (adapted) (Image by Backbone Campaign [CC BY 2.0] via Flickr)

Der auf mehr Wettbewerb setzende EU-Kommissar Günther Oettinger und die die Kosten scheuenden Mobilfunkanbieter gefährden die Netzneutralität. Mit immer neuen Vorstößen versuchen Mobilfunkanbieter Diensten wie Netflix, Google & Co. für die Nutzung ihrer Infrastruktur an den Kosten des Netzausbaus zu beteiligen. In der Politik gibt es derweil Tendenzen, ein Zwei-Klassen-Internet für bestimmte Bereiche zu ermöglichen und die Netzneutralität zugunsten eines verstärkten Wettbewerbs zu opfern.

Vor einer Woche hat die Initiative „Save the Internet“ auf der re:publica das Video „Netzneutralität tötet“ vorgestellt, in dem die Debatte über das Thema Netzneutralität sehr anschaulich dargestellt und mit einigen Fehlinformationen aufgeräumt wird. Dass noch viele dicke Bretter zu bohren sind, zeigt auch ein heute in der Wirtschaftswoche veröffentlichtes Interview mit „Digital“-Kommissar Günther Oettinger, der sich allem Anschein nach inzwischen vollkommen von der Idee der Netzneutralität abgewandt hat.

Nachdem Oettinger Anfang März den Befürwortern einer gleichberechtigten Übertragung aller Daten noch Talibanartiges Verhalten vorgeworfen hatte, unterstreicht er in dem Interview seine Forderung, bestimmten Diensten aus dem Gesundheits- und Mobilitätsbereich Vorrang bei der Datenübermittlung einzuräumen. Der Rat der EU und das Europäische Parlament sind, wie bereits berichtet, in der Frage der gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität gespalten. Das Parlament beharrt aber auch nach der Positionierung des Ministerates im März auf der Festschreibung der Netzneutralität.

Während Europa in der Frage auf der Stelle tritt, zeigen die jüngsten Ankündigungen und Überlegungen von Telekommunikationsunternehmen, welche Entwicklungen ohne eine gesetzlich garantierte Netzneutralität in Aussicht stehen.

Heute wurde bekannt, dass mehrere europäische Mobilfunkanbieter den Einsatz einer Software planen, die Online-Werbung auf Smartphones blockieren soll. Das ist natürlich kein selbstloser Akt der zuvorkommenden Kundendienste, sondern soll in Form eines kostenpflichtigen Zusatzservices angeboten werden. Die Maßnahme richtet sich offensichtlich gegen Internetfirmen wie Google und Netflix, deren Services davon betroffen sein würden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann „The Bomb“ gezündet werden, mit der auf einen Schlag die angezeigte Online-Werbung für alle Mobilkunden blockiert würde. Davon ausgenommen sein soll In-App-Werbung, zum Beispiel bei Facebook oder Twitter. Die Mobilfunkkonzerne begründen das Vorhaben mit den großen Datenmengen, die durch Online-Werbung anfallen und für die immer mehr Datenvolumen benötigt wird. Mit der Blockierung von Werbung sollen Firmen wie Google dazu gebracht werden, sich an den Kosten für die notwendige Infrastruktur zu beteiligen. Der Vorschlag wird als Angriff auf die Netzneutralität gewertet, da er eine Ungleichbehandlung von Datenpaketen vorsehen würde.

Streit um die Kosten des Netzausbaus

Am Rande der re:publica erteilte Netflix-Chef Reed Hastings den Telekommunikationsunternehmen in der vergangenen Woche bereits eine Absage. Diese hatten gefordert, Netflix solle sich künftig an den Kosten für den Ausbau der notwendigen Breitbandinfrastruktur beteiligen, die durch Video-on-Demand-Dienste immer stärker gefordert wären. Aktuell ist allein Netflix für ein Drittel des übertragenen Datenvolumens in den USA verantwortlich. Der Chef des beliebten Streamingdienstes lehnte die Forderung der Konzerne ab, da sie bereits vonseiten der Nutzer durch die Buchung größerer Daten- und schnellerer Internetpakete zusätzliche Einnahmen erzielen würden.

Die aktuell diskutierten Vorschläge zeigen einerseits, dass ohne eine gesetzliche Regelung der Netzneutralität dem Einfallsreichtum der Telekommunikationsunternehmen keine Grenzen gesetzt sind. Noch richten sich die Forderungen vor allem gegen die Anbieter von Online-Services und -produkten, doch eine stärkere Fokussierung auf den Verbraucher ist zu erwarten. Andererseits rückt wieder die Frage in den Mittelpunkt, wer die Kosten für den Ausbau der Breitbandnetze und den Erhalt der Infrastruktur tragen soll. Die eigentlich zuständigen Netzinhaber bringen mit ihren Forderungen nun auch die Onlinedienstleister wieder ins Spiel. Damit dieser Konflikt nicht bald schon zu Lasten der Verbraucher geht, wäre dringend die Regierungskoalition gefragt, die sich in diesem Punkt aber ebenfalls uneinig ist.

Zuerst erschienen auf politik-digital.de und steht unter CC BY-SA 3.0.


Image (adapted) „Rolling Rebellion Sparks in Seattle to Defend Internet & Stop the TPP“ by Backbone Campaign (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 6. März

In unseren Lesetipps geht es heute um neue Werbemöglichkeiten auf Instagram, das Plus des Rundfunkbeitrag, Native Advertising, Netflix‘ Einstellung zur Netzneutralität und die App „Reach Me“. Ergänzungen erwünscht.

  • INSTAGRAM B2C: Instagram Releases New Visual Storytelling Ad Format: Instagram hat jetzt eine neue Art der Werbefläche auf ihrer Plattform vorgestellt: In Zukunft wird es, ähnlich wie bei Facebook, „Carousel Ads“ geben. Das ist eine Fotostrecke in einem gesponsorten Post, bei der der User die Möglichkeit hat, zur Seite wechzuscrollen, um sich weitere Bilder anzugucken. Auf der letzen Seite kommt ein „Learn more“ Link, auf dem sich der User weiter über das beworbene Produkt informieren kann. Für private User ist das momentan noch nicht möglich. Instagram vergleicht diese Art der Werbung mit mehrseitigen Print-Kampagnen.

  • RUNDFUNKBEITRAG heise online: Rundfunkbeitrag bringt 1,5 Milliarden Euro mehr: Weitere Senkung?: Dank dem Datenabgleich und automatischen Anmeldungen, bringt der Rundfunkbeitrag 1,5 Milliarden Euro mehr in die Kassen bis 2016 als geplant. Ursprünglich hieß es, dass es nur ein Plus von 1,2 Milliarden Euro geben werde. Da die öffentlich-rechtlichen Sender, wie ARD und ZDF, das Geld nicht behalten dürfen, ist jetzt die Frage nach dem wohin damit? Einerseits werden die Beiträge auf 17,50 Euro im Monat gesenkt, bisher betrugen sie 17,98 Euro. Auch soll damit weniger Werbung im öffentlich-rechtlichen Radio ermöglicht werden. Trotzdem sei die Werbefinanzierung eine Entlastung für den Beitragszahler und bleibe damit Bestandteil der Rundfunkfinanzierung.

  • NATIVE ADVERTISING HORIZONT: Mobile Werbung: Der Run auf Native Advertising: Native Advertising hat enorm an Bedeutung gewonnen. Die Ausgaben für mobile Werbung können noch lange nicht mit denen der klassischen Werbung mithalten. Doch das Wachstum von 67 Prozent im letzten Jahr macht deutlich, dass das Potential da ist, dass sich das ändern wird. 2015 sollen sich die Budgets für Native Advertising weltweit mehr als verdoppeln. Auch der Automated-Guaranteed-Einkauf von mobiler Werbung soll zulegen. Damit erhalten die Kunden der Werbefläche die Garantie über eine bestimmte Reichweite der jeweiligen Kampagne.

  • NETZNEUTRALITÄT CNET: Netflix says it still supports Net neutrality, despite CFO’s comments: Netflix betont weiterhin seine pro Netzneuneutralität-Haltung. Obwohl der CFO des Unternehmens vor kurzem gesagt hat, dass Unternehmen wie Netflix scheinbar mit Regulationen im Internet arbeiten müssen. Allerdings wird jetzt korrigiert, dass das komplett außerhalb jeden Kontext zitiert werde. Die Tatsache, dass Netflix gerade in Australien einen Vertrag mit einem Netzanbieter geschlossen hat, wird damit erklärt, dass der australische Markt durch gewöhnliche Datenvolumenseinschränkungen ein anderer sei, als der in den USA.

  • REACH ME Mashable: Libon lets you receive calls even when you’ve got no signal: Mit der neuen App „Reach Me“ von Libon ist es jetzt möglich immer und überall Anrufe zu empfangen, selbst wenn man gar keinen Empfang hat. Die App benötigt dazu lediglich WiFi. Möchte man nicht immer erreichbar sein, kann man die Anrufe auch ganz einfach in die Mailbox umleiten. Nach Worten des Libon-CEO kann man die App mit T-Mobiles WiFi Calling Service vergleichen. In über 100 Ländern wird die App erst für Android, bald dann auch für iPhone erhältlich sein.

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5 Lesetipps für den 2. März

In unseren Lesetipps geht es heute um die Industrie 4.0, was Netzneutralität ist, das Freihandelsabkommen TTIP und den Krieg in der Ukraine. Ergänzungen erwünscht.

  • INDUSTRIE 4.0 Ich sag mal: Offener Brief an die Bundeskanzlerin: Mein Beitrag von letzter Woche über die die Industrie 4.0 wieder einmal verschlafende Politik hat zwei Arten von Reaktionen hervorgerufen: Zustimmng und Ablehnung. Größter Unterschied in der Reaktion war vor allem das Verständnis von Industrie 4.0 und welche Rolle die Politik dabei spielt. Netzpiloten-Autor Gunnar Sohn hat zu dem Thema Industrie 4.0 einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst, indem er die Bundesregierung ermahnt, beim Thema Industrie 4.0 nicht schon wieder die digitalen Herausforderungen zu verpassen. Seine lesenswerte Kritik geht in eine ähnliche Richtung.

  • NETZNEUTRALITÄT I The Oatmeal: Dear Senator Ted Cruz, I’m going to explain to you how Net Neutrality ACTUALLY works: In einem neuen Beitrag auf seinem Comic-Blog „The Oatmeal“ erklärt Matthew Inman das Prinzip der Netzneutralität und setzt sich mit der Debatte in den USA auf seine ganz eigene Art und Weise auseinander. Nach John Olivers Netzneutralität-Beitrag ist das jetzt mein zweitliebstes Erklärstück, welches ich meiner Frau Mutter zeigen kann, ohne sie zu langweilen.

  • NETZNEUTRALITÄT II CNET: Nokia CEO Rajeev Suri knocks Net neutrality: In der Debatte um eine gesetzlich vorgeschriebene Netzneutralität – die sowohl in den USA als auch Europa geführt wird – hat sich der CEO von Nokia, Rajeev Suri, auf die Seite der Kritiker eines solchen Vorhabens gestellt. Seiner Meinung nach müssen priorisierte Dienste möglich sein, um neuen Technologien wie selbstfahrenen Autos ausreichend Konnektivität zu garantieren. Langfristig, so Suri, werden Konsumenten also nicht von Netzneutralität profitieren.

  • FREIHANDEL The Conversation: Beyond TTIP’s false choices and tall tales of free trade: Anfang 2013 berichtete ich auf Carta.info über ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA, das damals noch mitdem Akronym TAFTA abgelkürzt wurde – heute TTIP. Seitdem wurde die Debatte auf beiden Seiten mit einer großen Emotionalität geführt. Viashaal Kishore hat den meiner Meinung nach seit langem sachlichsten Text über TTIP veröffentlicht und bricht es auf die von der Gesellschaft zu beantwortenden Frage herunter, was sie von ihrer Wirtschaftspolitik erwartet.

  • UKRAINE taz: Ukrainischer Blogger Igor Bigdan: „Uns eint das Misstrauen der Macht“: Wer schon einmal Urlaub in der Ukraine gemacht hat weiß, wie nah dieses Land ist und der wirkt der dort vorherrschende Krieg hierzulande so weit weg. Er ist es aber nicht und trotzdem wissen wir wenig darüber, was im Osten der Ukraine genau vor sich geht. Im Interview mit der taz redet Igor Bigdan, eine Größe in der ukrainischen Bloggerszene, über die Gründe dafür: Politik und Propaganda.

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5 Lesetipps für den 27. Februar

In unseren Lesetipps geht es um Microsofts Future Vision Video, Netzneutralität in den USA, Social-Media-Multitasking, Gewerkschaften und New Work und die Zensur auf Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • FUTURE VISION Digital Trends: Microsoft reveals new 2015 Future Vision video: Microsoft hat ein neues „Future Vision“-Video veröffentlicht, welches an ein Video aus 2011 anschließt. In dem 6-minütigen Video folgt man einer jungen Akademikerin, welche einen Job sucht. Im Video werden viele komplexe, neuartige, intelligente, digitale Techniken benutzt, welche teilweise mobil waren. Verbindungen von überall zu allem werden aufgezeigt, Kinder lernen mit digitaler Technologie und die Jobsuche ist nur noch eine Frage an den Computer, welcher einem sofort Bewerber inklusive deren Stärken und Schwächen aufzeigt.

  • NETZNEUTRALITÄT Golem.de: Netzneutralität: FCC verbietet Überholspuren im Netz: Bezahlten Überholspuren im Internet ist in den USA ein Ende gesetzt worden. Die FCC hat in Washington beschlossen, dass es eine schärfere Regulierung des Breitbandnetzes geben werde, um eine bevorzugte Durchleitung von Daten gegen Gebühren verhindert wird. Damit übernimmt die USA eine Vorreiterrolle bei der Durchsetzung der Netzneutralität, was in Europa aufgrund schwächerer Regeln noch nicht ganz der Fall ist. Auch US-Präsident Barack Obama steht hinter dieser Entscheidung.

  • SOCIAL MEDIA B2C: Marketers- Stop Multi-Tasking Social Media: Multi-Tasking ist ein Mythos. Wir sind keine Multi-Tasker, wir sollten eins nach dem anderen machen, um unsere Effizienz pro Aufgabe um bis zu 40 Prozent steigern. Die Autorin Janet Fouts gibt hier klare Tipps, wie man mit Social Media-Marketing-Aufgaben umgehen sollte, um die Zeit effektiv zu nutzen und das für jede Plattform. Außerdem sind Pausen wichtig, um sich zu entspannen und dem Kopf Ruhe zu gönnen. Eine sogenannte „Brainstorm File“ kann hier auch helfen, um sich selber zu sortieren.

  • GEWERKSCHAFTEN XING spielraum: “Auch New Worker brauchen Gewerkschaften”: Passen Gewerkschaft und „New Work“ wirklich zusammen? Das hat Christiane Benner gefragt, ein Vorstandsmitglied der IG Metall. Es gibt viele neue Arbeitsformen, wie mobiles Arbeiten oder Crowdworking, und unterschiedliche Geschwindigkeiten, in denen die Einführung dieser erfolgt. Auch wünschen sich Arbeitnehmer mehr Demokratie, und denken dabei nicht mehr an Gewerkschaften. Denn laut Benner sind Unternehmen mit Betriebsräten nachweislich innovativer. Die Frauenquote ist auch ein Themenpunkt des Interviews, genauso wie die Frage, wie Gewerkschaften für die Generation Y wieder attraktiver werden wollen.

  • FACEBOOK t3n: Zensur auf Facebook: Meinungsfreiheit hört da auf, wo das Geschäft bedroht wird: Mark Zuckerburg, Begründer von Facebook, stellt seine Plattform gerne als Sprachrohr der einfachen Menschen da. Aber ist Facebook das? Mit der Zensur nimmt es das soziale Netzwerk nicht ganz so genau. Aus Angst in bestimmten Regionen abgeschaltet zu werden, zensiert Facebook bestimmte Inhalte, und das tausendfach. Trotzdem verkündet Mark Zuckerberg nach den Anschhlägen in Paris, dass die Meinungsfreiheit auf Facebook nicht Opfer von Fanatismus werde.

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Niederlande: Bußgeld wegen Verletzung der Netzneutralität

Wifi (adapted) (Image by tejasp [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In den Niederlanden wurden zwei Telekommunikationsunternehmen wegen Verletzung der Netzneutralität mit Bußgeld belegt. Im Januar 2013 traten die Bestimmungen zur Netzneutralität im Niederländischen Telekommunikationsgesetz in Kraft. Artikel 7.4a garantiert die Netzneutralität und verbietet prinzipiell den Anbietern der öffentlichen Kommunikationsnetzwerke, die den Zugang zum Internet liefern, den Zugriff von Internetabietern, die bestimmte Anwendungen und Dienste im Internet ermöglichen, zu drosseln. Es wurde ihnen außerdem verboten, die Gebühren für den Zugang zum Internet abhängig vom Serviceangebot und den Anwendungen zu gestalten, die diese anbieten oder nutzen.

Diese Bestimmungen setzte nun die ACM (Niederländische Verbraucherschutzbehörde) durch. Im Dezember 2014 veröffentlichte die Verbraucherschutzbehörde zwei Bescheide gegen die Telekommunikationsunternehmen KPN und Vodafone, die im Januar dieses Jahres an die Öffentichkeit gelangten.

KPN und WLAN-Hotspots – Vodafone und HBO

Die niederländische Telekommunikationsfirma KPN bot Internetzugang mittels WLAN-Hotspots an verschiedenen Orten an, wie beispielsweise dem Flughafen. Durch diese Hotspots hatten die Nutzer Zugang zu einem kostenlosen Basisnutzerzugangsservice. Dieser schloss bestimmten Datenverkehr wie BitTorrent, FTP, SSHA, Telnet oder Voice over IP aus. Wenn Nutzer diesen Datenaustausch nutzen wollte, mussten sie für ein Premiumserviceangebot zahlen, oder Kunde der KPN sein. Ein anderer Anbieter, der VoIP anbot, reichte hiergegen Beschwerde bei der ACM ein. Es wurde entschieden, dass diese Praxis dem Unternehmen schadete und daher nicht gerechtfertigt sei. Die KPN selbst räumte einen Fehler ein und akzeptierte die Geldstrafe von 250.000 Euro.

Vodafone warb damit, seinen Kunden einen dreimonatigen kostenlosen Zugang zur HBO-App freizuschalten. Diese App ermöglicht es, das Kabel- und Satellitenprogramm der HBO zu nutzen. Das Angebot verletze die Neutralitätsklausel aufgrund positiver Diskriminierung. Nutzer würden hierdurch zu einem bestimmten Service gelenkt, dies wirke sich nachteilig auf die Wahlfreiheit und Entwicklungen innerhalb der Internetproviderbranche aus. Vodafone wurde zu einer Strafe vo 200.000 Euro verurteilt.

Beide Unternehmen meinten hierzu, die Gesetzesgebung sei in diesen Fällen nicht eindeutig genug. Das niederländische Wirtschaftsministerium arbeitet seit 2014 an Leitlinien, die mehr Klarheit in die wichtigsten Angelegenheiten der niederländischen Netzneutralität bringen sollen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist das Konzept des Internetzugangsservice.

Unternehmen berufen sich auf unklare Rechtslage

KPN und Vodafone nahmen sich der Vorwürfe des Verbraucherschutzes an und erklärten zunächst, sie hätten die Geschäftsbedingungen dahingehend noch nicht geändert, weil sie noch auf eine Festlegung der Leitlinien warteten. Sie teilen mit, sie hättem nicht gewusst, ob sie einen derartigen Zugang zum Internet anbieten würden – ein reichlich überraschendes Statement, denn während der Debatten im Parlament wurde deutlich, dass das Konzept des Internetzugangs so offen wie möglich gestaltet werden sollte, was auch WLAN-Hotspots mit einschließt.

Besonders seltsam scheint hierbei, dass Vodafone aussagt, sie würden auf eine eindeutige Klärung warten, denn bereits im Vorfeld mussten sie sich den Konsequenzen in ganz ähnlichen Fällen stellen, als schon einmal eine kostenlose App angeboten wurde. Es handelte sich hierbei um eine App namens Sizz, die Zugang zum niederländischen Fernsehsender RTL erlaubte. Laut Vodafone war dies aber eine völlig andere Situation, da die App nur für Vodafone-Kunden zugänglich war, die HBO-App hingegen ist auch auf dem Markt frei erhältlich. Laut Vodafone bedeutete dies, dass der Service nicht ausschließlich in Kombination mit einer Mitgliedschaft aktiviert werden könne. Das scheint jedoch unlogisch, betrachtet man das Angebot mit dem HBO-Zugang, der ausschließlich für Mitglieder zugänglich war.

Rechtsdurchsetzung wirkt positiv

Die beiden Entscheidungen hatten einen direkten positiven Effekt auf den niederländischen Markt im Bereich Telekommunikation. Duch das Verbot der positiven Diskriminierung wurden die Anbieter gezwungen, mit den gängigen Preisen und Datenvolumen zu konkurrieren. KPN kündigte neulich an, das Datenvolumen zu erhöen, während gleichzeitig die Preise gesenkt werden sollen, um den Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket anzubieten.

Momentan warten alle auf die Leitlinien des Wirtschaftsministeriums und die Gesetzesfestlegungen der EU. Die momentanen Vorschläge, die darauf eingehen sollen, die Netzneutralität abzusichern, verhindern jedoch nicht eine mögliche positive Diskriminierung.

Das würde den Druck auf die niederländischen Bestimmungen deutlich erhöhen, obwohl die Anzahl der Länder, die diese Preisdiskriminierung erkennen und verbieten, weiter ansteigt. Es bleibt daher wahrscheinlich, dass die EU solche Möglichkeiten weiterhin erlaubt.

Dieser Artikel erschien zuerst im EDRi-gram vom 11. Februar 2015 und steht unter CC BY 3.0. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Wifi“ by tejasp (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 16. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um den digitalen Mob, Facebook vs. Netzneutralität, Open Source, E-Commerce in Deutschland und YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALER MOB NYTimes.com: How One Stupid Tweet Blew Up Justine Sacco’s Life: Auf NYTimes.com ist ein lesenswerter Artikel von Jon Ronson über Menschen erschienen, die sich mit einer unbedachten und meist sehr dummen Aussage das Leben zerstört haben. Vor allem Justine Sacco, die vor einem elfstündigen Flug einen rassistischen Tweet absetzte, der sich während des Fluges eine weltweite Spott- und Hass-Bewegung auslöste, ist ein gutes Beispiel für den digitalen Mob, der sich schnell bilden kann und genauso kritikwürdig agiert, wie meist seine Verursacher.

  • NETZNEUTRALITÄT The Verge: Facebook’s march to global domination is trampling over net neutrality: Was hierzulande vor allem die Telekommunikationsanbieter Telekom und Vodafone sind, stellt in den USA das soziale Netzwerk Facebook dar: ein gefährlicher Feind der Netzneutralität zu sein. Mit der Telefoniefunktion von Facebooks Messenger WhatsApp und der Initiative Internet.org, womit noch mehr Menschen ins Internet gebracht werden sollen, führt Facebook einen harten Kampf gegen das im Internet grundlegende Prinzip der Netzneutralität.

  • OPEN SOURCE Golem: Das Wir-Gefühl der Open-Source-Community und seine Probleme: Oft sprechen Entwickler der Open-Source-Community und Nutzer der Software vom „Wir“. Dieses Gemeinschaftsgefühl bewirkt, wenn nötig, einen starken Auftritt, doch noch öfters konkurrieren aber viele Interessen, wodurch das Wir zerrissen werden kann. Open Source ist ein wichtiger Bestandteil unserer digitalisierten Welt, aber eine zusammenhaltende Bewegung steht dahinter nicht, obwohl alle die gleichen Prinzipien vertreten (wollen).

  • E-COMMERCE etailment: Das deutsche Online-Handelsvolumina wird von US-Anbietern dominiert: In einem Gastbeitrag für etailment mahnt Gerrit Heinemann, Leiter eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, dass gerade eine Exportwirtschaft wie die von Deutschland keine eigenen Online-Umsätze geenriert, sondern von US-Anbietern abhängig ist. Mehr als 65 Prozent der deutschen Online-Handelsvolumniawerden von Amazon, eBay und Apple generiert, Ein Grund dafür ist die altbackene Infrastruktur und vor allem die Politik: „Die digitale Agenda ist eigentlich eher eine digitale Lüge.

  • YOUTUBE Mashable: The revolution wasn’t televised: Gestern vor zehn Jahren hat Chad Hurley die Domain YouTube.com registriert und den Grundstein für eine derheute wohl wichtigsten Online-Plattformen der Welt gelegt. Um die Bedeutung von YouTube wirklich zu verstehen, empfehle ich (und der Social Media Watchblog, wo ich den Artikel selber empfohlen bekommen habe) den Artikel von Todd Wassermann bei Mashable, in dem er die technologische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung beschreibt, die Youtube in den letzten zehn Jahren genommen hat.

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5 Lesetipps für den 5. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um Netzneutralität in den USA, Reaktionen auf das veraltete Urheberrecht, den Mindestlohn bei Startups, Blogger Relations und ein digitales Parlament in Großbritannien. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT FAZ: Teilsieg für ein offenes Internet in Amerika: In den USA hat die Netzneutralitätsdebatte nach Monaten eine überraschende und drastische Wendung genommen. Heute wird Tom Wheeler, Leiter der Regierungskommission für Kommunikation, ein Regelwerk zur Sicherung der Netzneutralität vorlegen. Bei jemanden wie Wheeler würde ich noch warten, bis ich das Regelwerk wirklich gesehen habe, bevor ich jubeln sollte, aber so oder so wird das Regelwerk auch Signalwirkung für Europa haben.

  • URHEBERRECHT Der Freitag: Man hat Recht: Die Geschichte um die Urheberrechtsverletzung von Jan Böhmermann durch das Twittern eines Bildes von Martin Langer hat, besonders in den Reaktionen, seltsame Züge angenommen. Jan Jasper Kosok versucht auf Freitag.de diese die sogenannte Netzgemeinde spaltende Miedengeschichte nachzuzeichnen.

  • MINDESTLOHN t3n: Der MIndestlohn ist keine Katastrophe für die deutsche Startup-Szene: Meine persönlichen Erfahrungen müssen nicht charakteristisch für eine ganze Branche sein, aber in den seltensten Fällen habe ich als Praktikant ein Umfeld zum Lernen vorgefunden, sondern viel mehr einen Arbeitsplatz, an dem ich mich als vollwertige Arbeitskraft einbringen musste. Ich kann deshalb den Kommentar von Lea Weitenkamp zum Mindestlohn auf t3n nur unterstützen, denn auch ich halte den Mindestlohn nicht, trotz der unbestreitbaren finanziellen Mehrbelastung, für alles andere als eine Katastrophe für die deutsche Startuip-Szene. Ich glaube, dass der Mindestlohn die Arbeitsverhältnisse gerade in diesem Bereich wesentlich verbessern kann.

  • BLOGGER RELATIONS BASIC thinking: Gebt euch Mühe, verdammt!: Es wird niemanden verwundern, dass man in der Medienbranche täglich an die Hundert Mails bekommt. Die meisten sind von Leuten aus PR-Agenturen, vermeintlich aufstrebenden Startups oder Marketingabteilungen, die einem zu einer Berichterstattung in ihrem Sinne bewegen wollen, unabhängig davon, ob die Themen überhaupt zum Medium passen. Ähnlich geht es Netzpiloten-Autor und Chefredakteur von BASIC thinking Tobias Gillen, der diese Situation kommentiert und die Absender der Mailflut zu einer besseren Blogger-Relations auffordert.

  • E-GOVERNMENT Politik Digital: Digital für mehr Demokratie: Ein Forum für politische Partizipation noch in diesem Jahr und ein vollständig interaktives und digitales Parlament samt E-Voting bis 2020 – die Ziele der neuen „Digital Democracy Commission“ in Großbritannien sind ehrgeizig. Mit Hilfe digitaler Technologien soll das britische Parlament in Zukunft effizienter arbeiten, damit jeder versteht, was es tut. Franziska Türk stellt das ambitionierte Vorhaben auf Politik-Digital.de vor.

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5 Lesetipps für den 4. Februar

In unseren Lesetipps geht es um Facebook vs. YouTube, Milliardäre und Zeitungen, FCCs Netzneutralitäts-Pläne, Social Bots und das drohende Ende der Beziehung zwischen Google und Uber. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Venture Beat: Facebook creamed Google at social networking. Now it wants to win at video, too: Dass Facebook den Kampf der sozialen Netzwerke gegen Googles Google + gewonnen hat, ist bekannt. Nun plant das Unternehmen den nächsten Angriff und hat YouTube im Visier. Dafür wurde in den vergangenen Monaten massiv die Videofunktion ausgebaut und gestärkt, sodass mittlerweile jeden Tag mehr als drei Milliarden Videoaufrufe auf Facebook verzeichnet werden. Darius Lahoutifard hat aus diesem Grund für VentureBeat analysiert, ob Facebook diesen Kampf gewinnen kann und wie YouTube auf Facebooks Vorstoß reagieren sollte.

  • ZEITUNG Handelsblatt: Milliardäre und die Zeitungen: Die Magie der Macht: Carlos Slim, Jeff Bezos, Warren Buffett sind nicht nur allesamt Milliardäre. Sie sind auch Zeitungseigner, die in den letzten Jahren Milliarden in diese investiert haben. Doch nicht etwa wirtschaftliches Kalkül ist der Grund für diese Investitionen – die Printbranche schwächelt bekanntlich – , sondern das Streben nach Macht. Dazu führen die reichen Käufer oft auch Tradition, Bewahrertum und Dienst an der Gemeinschaft als Gründe für ihre Käufe an. Axel Postinett hat nun für das Handelsblatt die Pläne der Milliardäre analysiert.

  • NETZNEUTRALITÄT Golem: Netzneutralität: FCC will mehr Einfluss auf Internetdienste durchsetzen: Mit neuen Regelungen macht die Federal Communications Commission (FCC) einen Vorstoß in Richtung Netzneutralität. So plant die FCC, dass das Internet nicht länger als Informationsdienst, sondern als Versorgungseinrichtung behandelt werden soll. Mit dieser Neudefinition könnte die amerikanische Regulierungsbehörde bewirken, dass alle Datenpakete gleich behandelt und somit die Netzneutralität durchgesetzt werden kann. Dabei erhält die Behörde prominente Unterstützung von Barack Obama, der sich in der Vergangenheit mehrfach für eine Stärkung der Netzneutralität eingesetzt hat.

  • SOCIAL BOTS Politik Digital: Der Feind in meinem Netzwerk: Social Bots: Auf Facebook, Twitter und Co. sind nicht alle Nutzer auch immer echte, menschliche Nutzer. Vermehrt tauchen sogenannte Social Bots auf, die gesteuert von komplexen Computerprogrammen versuchen, Daten und Informationen der Nutzer zu sammeln. Doch nicht nur, dass diese Social Bots Datensammler sind. Sie können auch in die Kommunikation und Meinungsbildung in den sozialen Netzwerken eingreifen. So können ganz einfach etwa Likes, Follower oder Retweets gekauft und gezielt zur Beeinflussung eingesetzt werden. Dies soll etwa im US-Wahlkampf geschehen sein.

  • UBER Gründerszene: Google und Uber – droht das Ende einer besonderen Beziehung?: Google plant angeblich eine eigene Ridesharing-App zu starten, die in Konkurrenz zu Uber und Co. treten soll. Hierbei möchte Google aber nicht auf menschliche Fahrer setzen, sondern plant einen Dienst mit selbstfahrende Autos. Interessant an der ganzen Sache ist dabei, dass Google an Uber beteiligt ist und mehr als eine Viertelmilliarde in Uber investiert hat. Ob durch Googles Pläne nun deswegen ein Ende der Beziehung zwischen Google und Uber droht, hat Gründerszene analysiert.

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Netzneutralität: WhatsApp lässt es bald klingeln

spy-whatsapp-messages (adapted) (Image by Sam Azgor [CC BY 2.0] via Flickr)

WhatsApp könnte schon bald seine 600 Millionen Nutzer kostenlos Telefonate via Internet führen lassen. Das ist Wasser auf den Mühlen der Telekoms, die sich die Aufweichung der Netzneutralität wünschen. Bald endlich könnte der Telefonhörer, den der populäre Kommunikations-Dienst WhatsApp im Logo trägt, Sinn machen. Schon vor einem Jahr hat Gründer Jan Koum, der seine Messaging-App um 22 Milliarden US-Dollar an Mark Zuckerberg verkaufte, kostenlose VoIP-Telefonate versprochen, jetzt dürfte der Start der Funktion kurz bevorstehen. Gratisanrufe sind dabei nicht nur ein Angriff auf konkurrierende Apps mit ähnlichen Funktionen, sondern werden die Diskussion rund um die Netzneutralität neu entfachen.

Bereits vor etwa einem Jahr angekündigt, mehren sich jetzt die Zeichen, dass die Facebook-Tochter WhatsApp demnächst eine Telefonie-Funktion (VoIP) in seinen Apps freischalten wird. Nutzer auf reddit berichteten, dass sie das Feature bereits ausprobieren konnten, und Ende Dezember hat der Android-Blog AndroidWorld.nl bereits entsprechende Screenshots gezeigt, die die Anruf-Funktion zeigen. Die VoIP-Anrufe soll dabei auch Funktionen wie automatische Antworten (z.B. “Kann gerade nicht antworten”) oder die einfache Koppelung mit Bluetooth-Geräten (Headset, Auto, etc.) beinhalten.

Aufholen auf die Konkurrenz

Innovativ ist WhatsApp nicht, sondern sieht sich eher gezwungen, mit konkurrierenden Messaging-Apps wie Line, WeChat oder Viber gleichzuziehen. Diese und andere Dienste (z.B. Skype) bieten schon lange kostenlose VoIP-Telefonate an. Auch bei Facebooks hauseigenem Messenger kann man Anrufe tätigen, allerdings nur zu anderen Facebook-Nutzern. Die Aufregung rund um die WhatsApp-Pläne resultiert eher aus der Marktmacht des Dienstes. Mit mehr als 600 Millionen monatlich aktiven Nutzern und Zuwachsraten von einer Million neuen Usern pro Tag liegt man deutlich vor der Konkurrenz, das Knacken der eine Milliarde Nutzer scheint noch 2015 möglich. Fraglich ist, ob die App künftig als Skype- bzw. Telefonie-Ersatz wahrgenommen wird oder eher weiter zum Text-basierten Chatten verwendet wird. Wie erste Nutzer berichten, wird die Funktion erst freigeschaltet, wenn man von einem anderen User angerufen wird. Diese Strategie könnte Früchte tragen, weil sich die VoIP-Möglichkeit dann viral im Netzwerk verbreiten würde.

WhatsApps Telefonie-Funktion wird Wasser auf den Mühlen der europäischen Telekomkonzerne sein. Sie wettern schon länger gegen die so genannten Over-the-Top-Dienste (OTT) wie WhatsApp, die Konkurrenzprodukte zu ihren Angeboten (Telefonie, SMS, etc.) kostenlos anbieten und damit ihre Geschäftsmodelle untergraben. Während sie die notwendige Infrastruktur bezahlen würden, könnten US-Firmen ihre Dienste über ihre Netze anbieten, ohne einen Cent in Funkstationen oder Breitbandnetze zu stecken.

Die Deutsche Telekom etwa wird in den kommenden fünf Jahren 23,5 Mrd. Euro in seine Netze (Breitband, Mobilfunk) investieren, die Telekom Austria steckt dieses Jahr etwa 400 Mio. Euro in sein Glasfasernetz.

Kampf um Einnahmen

Um diese massiven Aufwendungen kompensieren zu können, drängen Telekoms die Politik schon länger zu der Möglichkeit, Internetfirmen wie Google, Facebook, Spotify oder Netflix zur Kasse bitten zu können, wenn diese priorisierte Leitungen für ihre Services wollen. Facebooks neuer Chef für Messaging-Produkte, der ehemalige PayPal-Präsident David Marcus, argumentiert hingegen, dass man den Telekoms vielmehr helfen würde, Internetzugänge an die Konsumenten verkaufen zu können. Ein Smartphone samt Tarif würde ja erst Sinn machen, weil man dann all die tollen Dienste von Facebook und anderen nutzen könne. Was er nicht dazusagt: WhatsApp verlangt von seinen Nutzern eine Jahresgebühr von einem Euro, ist also nicht komplett kostenlos.

Damit wird sich die Diskussion rund um die Netzneutralität weiter zuspitzen. Der neue EU-Digitalkommissar Günther Oettinger sagt zum einen, dass keine Daten bevorzugt werden dürfen, spricht aber zum anderen von Diensten im öffentlichen Interesse, die Vorrang bekommen können sollen – welche das genau sind, ist derzeit Auslegungssache. Das EU-Parlament stimmte im April 2014 für die Beibehaltung der Netzneutralität, also die technische Gleichbehandlung des Datenverkehrs. Ob das so bleiben wird, ist fraglich.

Lesetipp: 19 Tipps, die die Messaging-App WhatsApp erträglich machen


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Image (adapted) „spy-whatsapp-messages“ by Sam Azgor (CC BY 2.0)


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Große politische Schritte kündigen sich an für 2015

Free Internet (adapted) (Image by Thomas Galvez [CC BY 2.0] via Flickr)

2015 wird richtungsweisend sein in vielen politischen Bereichen des Internets und der digitalen Industrie. Doch was für uns logisch erscheint, muss nicht dabei herauskommen. Für uns in Europa ist Politik im Digitalen häufig europäisch. Das Internet hat wenige Grenzen und so müssen wir oftmals schauen, was sich in Brüssel oder gar auf der internationalen Ebene tut. Dieses Jahr wird es spannend bei so vielem. Gibt es endlich Konsequenzen aus den ganzen Überwachungsskandalen? Wie geht es bei der Netzneutralität weiter? Wird die Verwaltung des Internets transparenter und demokratischer? Und bekommen wir endlich ein zeitgemäßes Urheberrecht? Einige Fragen werden bleiben, aber viele werden 2015 beantwortet.

Überwachung und Privatsphäre

Es ist Anfang 2015 und wir sind schon im Jahr zwei nach Snowden. Nach unzähligen NSA Leaks gab es viel Empörung, aber wenig politische Taten. Momentan herrscht sogar wieder ein gegensätzlicher Trend. Der britische Premierminister hat sich am 13. Januar gegen Verschlüsselung und für mehr staatliche Überwachung ausgesprochen. Dieses Jahr muss es stärkere Positionen gegen Überwachung geben und wir können auf neue NSA Leaks hoffen, die diese unterstützen.

Unterstützung kommt auch von wirtschaftlicher Seite. Viele Firmen haben verstanden, dass Privatsphäre ein wichtiges Feature für Nutzende ist. Schon 2014 gab es viele Einführungen von starken Verschlüsselungen wie bei Apple iMessage oder von Facebook mit WhatsApp. Dieser Trend setzt sich hoffentlich fort und wir können gespannt sein, ob es auch mehr politische Unterstützung für Privatsphäre von den Firmen gibt.

Netzneutralität und Infrastruktur

Eine der großen Kampagnen letztes Jahr war savetheinternet.eu. Eine breite Koalition von NGOs rief auf, EU Parlamentariern in E-Mails, Faxen und Anrufen zur erklären, warum Netzneutralität wichtig ist. Daraufhin hat das Parlament ein starkes Statement für Netzneutralität abgegeben. Dieses Jahr gilt es, auch die Regierungsvertreter im europäischen Rat zu überzeugen. Mehr zum aktuellen Stand der Netzneutralität und Aktivitäten in 2015 gibt es in diesem Talk von Rejo Zenger und Thomas Lohninger. Wenn wir Glück haben, wird die Netzneutralität gerettet.

Infrastruktur ist seit vielen Jahren ein Thema. Jedoch betrifft es nicht nur den direkten Ausbau mit Breitband und Glasfaser zum Endkunden, sondern Zuteilung und Management von Domainnamen, IP-Adressen, Protokollen und anderen grundlegenden Techniken des Internets. ICANN ist die gemeinütze Organisation, welche dafür verantwortlich ist. Seit ihrer Gründung vor 17 Jahren hat sie viele Aufgaben übernommen, die vorher unter staatlicher Verwaltung der Vereinigten Staaten von Amerika standen. Bis September 2015 gibt das amerikanische Wirtschaftsministerium die Aufsicht für einen weiteren wichtigen Bereich ab, die IANA. Diese Abteilung ist für die Vergabe von IP-Adressen zuständig und eine der ältesten Institutionen des Internets. Wie wird es dann weitergehen?

Urheberrechtsreform

Der Satz „Dieses Video ist aufgrund von Urheberrechtsbeschränkungen in deinem Land nicht verfügbar“ verärgert seit Jahren viele Internetnutzer. Dies ist in der EU umso ärgerlicher, weil es eigentlich einen gemeinsamen Binnenmarkt geben sollte. Im Digitalen sind wir dabei noch weit entfernt.

Die Europäische Kommission hat für dieses Jahr den Start für die Überarbeitung der Urheberrechts-Richtlinie aus 2001 angekündigt. Schon letztes Jahr gab es eine öffentliche Konsultation, welche alle Erwartungen bei weitem übertroffen hatte. Normalerweise gibt es bestenfalls ein paar hundert Einsendungen. Diesmal waren es über 11.000. Dies zeigt, dass es ein bedeutendes Thema für die Menschen in Europa ist.

Um herauszufinden, welche Teile 14 Jahre später nicht mehr aktuell sind und überarbeitet werden müssen, gibt es einen Bericht vom Europaparlament. Am 20. Januar wird der erste Entwurf im Rechtsausschuss vorgestellt. Im Mai soll darüber abgestimmt werden. Es wird spannend, wie weit der Vorschlag gehen wird. Die zuständige Berichterstatterin Julia Rede gibt dazu viele Informationen auf ihrer Webseite. Werden wir endlich ein zeitgemäßes Urheberrecht bekommen?


Image (adapted) „Free Internet“ by Thomas Galvez (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 17. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Google News in Spanien, das Urheberrecht, CETA, Netzneutralität in den USA und Daten verabeitender Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE NEWS Gigaom: External traffic to Spanish news sites plummets after Google move: Klar wie Kloßbrühe war die Folge des Endes von Google News in Spanien (über die Lars Sobiraj gestern auf Netzpiloten.de berichtete), dass der externe Traffic auf die Seiten der Verlagsprodukte einbrechen würde. Innerhalb weniger Stunden bereits um 10 bis 15 Prozent, wie Chartbeat auf Grundlage von 50 Websites ermittelte. Dafür stieg aber der Anteil des internen Traffic an, der durch Verlinkungen zwischen spanischen Medien entsteht. Es wird spannend zu beobachten sein, ob die Medien sich weiterhin gegenseitig die Leser zu schieben oder weniger auf die direkte Konkurrenz verlinken.

  • URHEBERRECHT I taz: Freihandelsabkommen mit Kanada könnte Urheberrecht zementieren: Nach ACTA hat vor allem das Akronym TTIP eine breite Bekanntheit erlangt, allerings gibt es noch andere vier Buchstaben, die den Freihandel in seiner geplanten Form zu einer Bedrohung für unsere Gesellschaft machen könnten. Wie zum Beispiel CETA, dass geplante Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada. Ähnlich wie schon bei den anderen Vorhaben spielt auch das Urheberrecht eine entscheidende Rolle in dem Vertragswerk. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gab deshalb bei dem Völkerrechtsexperten Henning Lahmann von der Unternehmensberatung iRights.lab ein Gutachten in Auftrag, indem Lahmann zu dem Schluss kommt, dass CETA die notwendige Modernisierung des Urheberrechts vereiteln könnte und den Status Quo zementiert.

  • URHEBERRECHT II Julia Reda’s Blog: Mein Bericht zum EU-Urheberrecht: Auf ihrem Blog stellt die Europaabgordnete Julia Reda, die vom EU-Parlament zur Berichterstatterin für die kommende Urheberrechtsreform ernannt wurde, den Fahrplan für die Evaluation vor. Und das übrigens in nicht weniger als sieben verschiedenen Sprachen. Mit ihrem Bericht will die Abgeordnete der Grüne/EFA-Fraktion dazu beitragen, dass mit der Urheberrechtsreform den Zugang zu Wissen und Kultur für alle Menschen verbessert und die nationalen Grenzen in der EU überwunden werden.

  • NETNEUTRALITÄT Ars Technica: “Shadowy” anti-net neutrality group submitted 56.5% of comments to FCC: Erinnern Sie sich, wie die US-Kommunikationsbehörde FCC im Sommer dazu aufforderte, dass man ihr seine Meinung zur Netzneutralität mitteilte? Der britische Comiker machte die Aufforderung und das Thema Netzneutralität einer breiten Masse bekannt, als er darüber in seiner Sendung sprach und seine Zuschauer aufforderte, sich bei der FCC für Netzneutralität auszusprechen. Ähnlichen Einfluss versuchte auch Koch Industries zu nehmen, zweitgrößte nicht börsennotierte Gesellschaft in den USA und die libertär-konservative Tea-Party-Bewegung unterstützende Firma der Koch-Brüder, indem sie eine verdeckte Mail-Kampagne initierten, die für mehr als 56 Prozent der eingegangenen Kommentare verantwortlich war. Natürlich ist Koch Industries gegen die Netzneutralität. Davor unterstützen die übrigens die globale Erwärmung bzw. deren Ursachen leugnende Kampagnen.

  • DATA TO TEXT Golem: Maschinen können keine Krimis schreiben: Im April diesen Jares hat Lars Sobiraj auf Netzpiloten.de über Roboterjournalismus geschrieben und sich dafür auch mit Saim Alkan unterhalten, einen der treibenden Kräfte in Deutschland. Auf Golem findet sich jetzt ein Interview von Christoph Schön mit Alkan, indem er erklärt, wie die automatische Generierung von Texten funktioniert, wohin sich die Technologie entwickeln könnte und warum „Data to Text“ die bessere Bezeichnung als Roboterjournalismus ist.

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Freedom on the Net Report 2014

2009_06_20_132012 (adapted)(Image by zensursula [CC BY 2.0] viaFlickr)

Wie in jedem Jahr hat „Freedom House“ wieder den „Freedom on the Net Report“ veröffentlicht. Unter anderem wird über die Auswirkungen der NSA-Affäre und über Netzneutralität berichtet. Nach der Bundestagswahl am 22. September 2013 wurde Netzpolitik in seiner ganzen Breite zu einem wichtigen politischen Thema in Deutschland. Vor allem, da im letzten Jahr immer mehr Kritikpunkte an der Sicherheit und der Meinungsfreiheit im Internet offenbart wurden, die Philipp Otto und Henning Lahmann vom iRights.Lab in der deutschen Version des „Freedom on the Net-Reports“ dokumentieren.

Ungerechte Internet-Verteilung in Deutschland

In Deutschland herrscht eine ungleichmäßigere Verteilung an schnellem Internet als in anderen Staaten. Für ein modernes Industrieland, wie es Deutschland ist, liegt der Anteil der Internetnutzer, die über eine 10 Mbit/s Leitung verfügen, mit 31 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Das ist keine optimale Situation. Zwar wurde in der Koalitionsvereinbarung bei der Bundestagswahl versichert, dass man bis 2018 allen Bürgern Highspeed-Breitband Unterstützung ermöglichen wolle, aber das Ziel sehen Kritiker als nicht ambitioniert genug, um den Rückstand auf andere EU-Staaten aufzuholen, die im Schnitt bei 48 Prozent liegen.

Auch die Tatsache, dass die in den letzten Monaten viel diskutierte Netzneutralität bei der Bundesregierung offenbar nicht oberste Priorität besitzt, sorgte für weitere Kritik. Die Bundesnetzagentur unterstützt zwar die Idee, dass alle Daten im Internet, egal von welchem Nutzer, gleich behandelt werden sollen, möchte die Netzneutralität aber nicht gesetzlich sichern lassen, sondern favorisiert stattdessen neue Business-Modelle.

Erst als die Telekom bekanntgab, den Highspeed-Datentransfer ihrer Kunden limitieren zu wollen, um sich stärker auf eigene Services zu fokussieren, brachte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technik im Juni und Juli 2013 zwei Entwürfe für eine Netzneutralitätsverordnung heraus. Mit der neuen Legislaturperiode wurde der Plan verkündet,  Netzneutralität als eines der  Kernziele der Internetpolitik zu bewerben. Dennoch werden die Details dieses Plans offenbar als nicht ausreichend angesehen. Wohl auch, weil die Abstimmung des europäischen Parlaments im April 2014 für Netzneutralität weitgehend zu einem Erfolg wurde und dem deutschen Plan somit voraus ist.

Inhaltliche Einschränkungen

Der „Freedom on the Net“-Report hat sich auch inhaltlich mit den Nutzungsmöglichkeiten des Internets in Deutschland auseinandergesetzt. Festgehalten wurde dabei, dass die Bundesregierung zwar nur sehr selten selbst Online-Inhalte sperrt, jedoch zählt Deutschland zu den Ländern, in denen weltweit am häufigsten Anträge auf Löschung gestellt werden. 138 Anträge erhielt Google zwischen Januar und Juni 2013 von deutschen Gerichten; häufigster Grund: Diffamierung. Auch die GEMA hat ihren seit Jahren andauernden Streit mit YouTube weiterhin nicht ablegen können und fordert für die Freigabe der Lizenzen von der Videoplattform höhere Beträge. So bleibt es dabei, dass viele Videos auf YouTube für deutsche Nutzer unzugänglich bleiben. Google sieht darin eine Einschränkung der Ausdrucksfreiheit im Internet.

Auswirkungen der NSA-Affäre

Mit Bekanntwerden der Überwachungsaffäre durch die NSA im Juni 2013 gewannen die Diskussionen in Deutschland über Privatsphäre, Datenspionage und Meinungsfreiheit im Internet weiter an Bedeutung. Besonders die Tatsache, dass Deutschland als ein Zielland der NSA geführt wurde, und dass der deutsche Bundesnachrichtendienst mit der NSA kooperiert hatte, führte zu starker Kritik. Auch, weil die Bundesregierung die Vorgänge zunächst verteidigte und erst sehr spät auf die Vorwürfe reagierte. Die regierenden Parteien versicherten schließlich, die Bürger mit einem internationalen Vertrag fortan besser vor Überwachung schützen zu wollen. Dieser kam bis jetzt aber nicht zu Stande.

Nichtsdestotrotz wird es sehr schwer werden, das Vertrauen in die Datensicherheit im Internet wieder zu gewinnen, nicht zuletzt weil die Zahl der Cyberattacken in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Bei einer Untersuchung gaben 30 Prozent aller Firmen an, in den letzten zwei Jahren Opfer einer derartigen Attacke geworden zu sein, was das Gefühl der Sicherheit im Internet zusätzlich einschränken dürfte.

Den ganzen „Freedom on the Net“-Report kann man hier nachlesen.


Image (adapted) „2009_06_20_132012“ by zensursula (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 20. November

In unseren Lesetipps geht es um Apples Plan mit Beats Music, mobile Suchergebnisse von Google, erfolgreiche Blogs, Netzneutralität und den gescheiterten Freedom Act. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE New York Times: Apple’s Plans for Beats Music Start to Take Shape: Apple plant, Beats Music in seine Geräte einzubauen. Ziel des Unternehmens ist es, gegen den Wunsch der Musiklabels die Gebühren des Streaming Services für Konsumenten von zehn Dollar auf fünf Dollar im Monat zu senken. Wegen der hohen Menge an kostenloser Musik im Internet bei Spotify und YouTube haben zuletzt viele Musiker ihren Frust kundgetan. Wie die Financial Times berichtet, möchte Apple Beats ab März 2015 in iOS aufnehmen. Bislang hat das Unternehmen keine Stellungnahme zu diesem Vorhaben abgegeben.

  • GOOGLE PHP Magazin: Google überarbeitet seine mobilen Suchergebnisse: Google plant offenbar, für mobile Geräte designte Seiten speziell zu markieren. Auf diese Weise soll es Nutzern künftig möglich sein, sofort zu erkennen, ob eine Webseite für die Nutzung durch Smartphones optimiert wurde. Google hofft, dass Webdesigner fortan mehr Seiten speziell für mobile Geräte konzipieren, um den Smartphone Besitzern das Internet zu erleichtern. Es ist sogar eine Überlegung von Google, diese in das Suchmaschinenranking miteinzubeziehen.

  • JOURNALISMUS OSK: Mit Vergnügen: Matze Hielscher und Pierre Türkowsky haben 2010 in Berlin das digitale Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ gegründet. Darin empfehlen sie Partys, Ausstellungen, Filme und Musik in der Hauptstadt. Inzwischen schreiben über 20 Autoren an dem Projekt. Im Interview erzählt Matze Hielscher, wie es zu dem Blog gekommen ist, auf welche Weise man an seine Inhalte kommt und welche Art von Beiträgen die höchste Reichweite erzielt. Er berichtet weiter, wodurch man mit einer journalistischen Seite Geld verdient und warum die Art der Ausbildung für ihn dabei keine Rolle spielt.

  • NETZNEUTRALITÄT The Drum: Net neutrality could be ‘competitive advantage’ for Europe if ‚wrong‘ decision made in US, says Baroness Joanna Shields: Joanna Shields, die Digitalberaterin des britischen Premierministers, unterstützt Obamas Standpunkt zur Netzneutralität. Sie wünscht sich mehr Regeln, um die Offenheit des Internets weiterhin zu gewährleisten, denn anderenfalls könnte dies in eine falsche Richtung führen, was einen Wettbewerbsvorteil für Europa nach sich ziehen könnte. In der letzten Woche hat sich Präsident Obama für striktere Regeln zum Thema Netzneutralität stark gemacht, nachdem einige Provider die Möglichkeit verkündet hatten, besser bezahlten Datenverkehr zukünftig eventuell zu bevorzugen.

  • FREEDOM ACT Heise: NSA-Skandal: Republikaner verhindern „Freedom Act“ zur Beschränkung der NSA-Befugnisse: Die Republikaner haben den Versuch der Demokraten blockiert, mithilfe des Freedom Acts die Datenspionage der NSA zu begrenzen. Die Möglichkeit, Telefondaten zu sammeln, sollte mit dem Gesetz eingeschränkt werden, ebenso wie der Zugriff des US-Geheimdienstes auf die Standortdaten von Providern. Die Republikaner begründeten ihre ablehnende Haltung damit, dass die USA anderenfalls nicht mehr vor Terroranschlägen geschützt werden könnte. Datenschützer hielten das Gesetz sogar noch als zu schwach, da die NSA trotzdem weiter hätte Daten sammeln dürfen.

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5 Lesetipps für den 12. November

In den Lesetipps geht es um Netzneutralität, eine Mutter besucht ihre Tochter auf Arbeit, der Newsroom von Quartz, dbate und den Streaming-Dienst Spotify. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT Süddeutsche.de: Obamas Kampf gegen Giganten: US-Präsident Obama sucht den Freiheitsbegriff der digitalen Welt – mit großer Geste, wie Adrian Kreye lesenswert auf Süddeutsche.de aufzeigt. Obama spielt die Rolle des Helden gegen die übermächtigen Monopole. Und kämpft damit für die digitale Freiheit aller Nutzer weltweit. Was er damit meint und welche Auswirkungen das auf die weltweiten Debatten um Netzneutralität hat, ist aber noch offen.

  • GENERATIONEN The New Yorker: What My Mom Said on “Take Your Parents to Work” Day: In den letzten Wochen gab es diverse Texte zu irgendwelchen Generationen, die sich, laut den meist älteren und nicht dazu gehörenden Autoren, irgendwie mit diesem Internet und überhaupt ihren Entscheidungen selbst schädigen. Zu diesen Texten kann man stehen wie man will, aber wenn man die heutige Generation wirklich verstehen möchte, sollte sich diesen Dialog zwischen Caitlin Kelly und ihrer Mutter anhören, die ihre Tochter einen Tag auf Arbeit begleiten durfte.

  • MEDIENWANDEL Digiday: Quartz rethinks the newsroom for the digital age: Auf Digiday wirft Lucia Moses einen interessanten Blick in den Newsroom von Quartz, wo ja bekanntlich digitaler Journalismus stets etwas anders gedacht wird. Entwickler und Redakteure arbeiten eng zusammen, nerdige Spielereien gehören zum Redaktionsalltag dazu und der Fokus liegt nicht allein auf dem Erstellen von Inhalten. Ein vierköpfiges Team kümmert sich namentlich um die „Dinge“, die durch die Digitalisierung des Journalismus möglich geworden sind und diesen ergänzen.

  • DBATE Meedia: Produzent Stephan Lamby gründet Video-Portal dbate: Gestern startete die Video-Plattform dbate.de online, mit der die Produktionsfirma Eco Media in Kooperation mit Video-Bloggern Dokumentationen erstellt. Im Interview mit MEEDIA erklärt Geschäftsführer Stephan Lamby sein Konzept, neben dem TV-Geschäft auch im Internet Geld zu verdienen, spricht über die Herausforderung mit Fremdmaterial und die Zusammenarbeit mit TV-Sendern.

  • STREAMING Spotify Blog: $2 Billion and Counting: In der Debatte um Taylor Swifts Rückzug von der Streaming-Plattform Spotify meldet sich nun Spotify-Gründer Daniel Ek zu Wort und schreibt im firmeneigenen Blog über die zuletzt wieder verstärkt geführte Debatte über den Nutzen von Streaming-Plattformen und wie viel Geld sie abwerfen. Ek betont, dass Streaming für Einnahmen sorgt, die es ohne einfach nicht geben würde. Dabei räumte er auch Fehler in der transparenten Darstellung ein, zeigte aber auf, dass die Musikindustrie sich nun einmal wandelt und sie grundsätzlich die Wahl hat, sich für kein Geld aufgrund von Piraterie zu entscheiden oder lernt, mit Streaming Geld zu verdienen.

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5 Lesetipps für den 11. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Netzneutralität in den USA, Kommunikation ohne Internet, das Urheberrecht, Social Media im Wahlkampf und dem Studium. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT Re/code: What President Obama’s Net Neutrality Proposal Means: In einem Blogpost auf Medium erklärt der US-Präsident Barack Obama sein Vorhaben, wie er sich für ein offene Internet einsetzen möchte, indem die Netzneutralität ein wesentlicher Bestandteil der Ordnung darstellt. Amy Schatz und Peter Kafka kommentieren auf Re/code, wie realistisch die Pläne sind, wie die Entwicklung aussehen könnte und das es sich bei Obamas Statement in erster Linie um ein Statement handelt und noch nicht mehr.

  • KOMMUNIKATION Nieman Journalism Lab: Can mesh networks and offline wireless move from protest tools to news?: In Zeiten der Digitalisierung konzentriert sich unsere Kommunikation verstärkt auf das Internet, doch es ist auch (immer noch) die Zeit von politischer Unterdrückung und Folgen der Klimakatastrophe. Demonstranten werden online überwacht, während zum Beispiel Flutopfern keine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung steht. Für diese Menschen sind nicht auf das Internet setzende Wege der Kommunikation entscheidend. Susan E. McGregor vom Tow Center for Digital Journalism stellt im Blog des Nieman Journalism Lab einige Tools und die Entwicklung an sich vor.

  • WAHLKAMPF The Huffington Post: Wie Facebook künftig Wahlen entscheiden könnte: In den letzten Wochen haben wir in den Lesetipps verschiedene Artikel zum Einfluss von sozialen Netzwerken bei den kürzlich stattgefundenen Wahlen in den USA kuratiert. Auf der Seite der deutschsprachigen Huffington Post (am besten mit dem Browser-Add-on Clearly lesen) fasst Sebastian Christ die Entwicklungen gut zusammen, gibt einen lesenswerten Überblick zum Thema und ordnet am Beispiel eines historischen Wahlkampfmoments die Bedeutung von Social Media ein.

  • URHEBERRECHT Vox: How copyright law could get you killed: Das Urheberrecht ist im digitalen Zeitalter schon eine wirklich gefährliche Sache. Ein Fall von Wissenschaftlern in den USA zeigt jetzt, dass das Urheberrecht auch tödlich sein kann. Genauer gesagt geht es um das Patentrecht und der Unterschied zum Urheberrecht wird in den bekannten Vox-Cards auch erklärt, weshalb der Artikel trotz der etwas spitz formulierten Überschrift einen interessanten Einstieg in die Debatte um immaterielle Güter und ihren manchmal Schaden verursachenden Schutzgesetzen ist, die zum Wohle der Menschheit gelockert werden müssten.

  • SOCIAL MEDIA The Conversation: Why we banned laptops, iPads and smartphones in lectures: Im australischen The Conversation-Blog schreibt der dänische Professor Bent Meier Sørensen über den Bann von Laptops, iPads und Smartphones in seinem Unterricht. Bei allen Vorteilen von sozialen Netzwerken im Unterricht, zeigt sich in seinen Kursen, dass sich die Hälfte der Studierenden davon ablenken lassen, was wiederum Auswirkungen auf die andere Hälfte der Anwesenden hat. Sørensen steht nicht im Verdacht in Manier des F.A.Z.-Feuilleton die neuen Medien einfach zu verteufeln, viel mehr geht es darum, wie an Anwesenheit gebundener Unterricht in Zeiten der sozialen Netzwerke funktionieren kann, immer auch gekoppelt an ihren Nutzen außerhalb der Unterrichtsstunden.

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Schwimmbad-Analogie: Wie das Leben ohne Netzneutralität wäre

Mobilfunker und Netzbetreiber wollen die Gleichbehandlung aller Daten im Internet beseitigen. Wie sich das anfühlt, durfte ich kürzlich im Wiener Stadthallenbad erfahren. // von Jakob Steinschaden

Stadthallenbad in Wien (Bild: Jakob Steinschaden)

Ein Besuch im Wiener Stadthallenbad hat mir kürzlich gezeigt, wie ein Internet ohne Netzneutralität aussehen würde. Während sich Firmen Premium-Bahnen für ihre Mitarbeiter kaufen können, mussten sich die normalen Badegäste auf den anderen Schwimmbahnen drängen – obwohl sie alle schon Eintritt bezahlt haben. Das droht auch dem Netz: Wer viel Geld hat, kann sich die Überholspur leisten, die anderen müssen sich damit begnügen, was an Bandbreite für sie übrig bleibt.

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5 Lesetipps für den 16. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um HBOs eigenen Streamingdienst, eine Umfrage, die die Sichtweise des Silicon Valley zeigt, das mögliche Ende der Netzneutralität für Werbung, einen Dienst, der Gründerwissen sammelt, und Sascha Lobos neue Kolumne. Ergänzungen erwünscht.

  • STREAMINGDIENST: Golem: Netflix unter Druck: HBO plant eigenen Streamingdienst: Der amerikanische Kabelsender HBO macht Netflix Konkurrenz und kündigte an, ab 2015 einen eigenen Streamingdienst für Serien anzubieten. Der Grund hierfür ist, dass Time Warner, der Mutterkonzern von HBO, sich stärker um Kunden kümmern möchte, die zwar einen Internetanschluss von Timer Warner, aber kein Kabelfernsehen haben. Im Gegensatz zu Netflix hat HBO nicht nur eine Handvoll eigens produzierte Serien, sondern deutlich mehr eigenen Content als der ebenfalls amerikanische Konkurrent. Dadurch dürfte es HBO leicht haben, Kunden für das Zusatzangebot zu begeistern.

  • SILICON VALLEY: The Atlantic: The View From the Valley: The Atlantic hat seine erste Silicon Valley Insider-Umfrage veröffentlicht. In dieser wurden 50 Führungskräfte, Innovatoren und Denker insgesamt 19 Fragen wie “Welches Tech-Unternehmen ist am überbewerteten?” oder “Was ist das meist begehrteste Statussymbol im Silicon Valley?” gestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden von The Atlantic übersichtlich und anschaulich aufbereitet und liefern ein gutes Bild, was die Führungskräfte, Innovatoren und Denker aus dem Silicon Valley denken.

  • NETZNEUTRALITÄT: The Wall Street Journal: Naht das Ende der Netzneutralität für Werbung?: Wenn es nach dem israelischen Startup Shine geht, könnten sich in Zukunft die Telekommunikationsunternehmen mit einem dreisten Plan ihre Anteilen an den Werbeerlösen erkämpfen und somit die Netzneutralität bei Werbung im Internet kippen. Shine Technologies hat nämlich eine Technologie entwickelt, mit der sich Werbung anders behandeln lässt als andere Daten. Laut Roi Carthy, Marketingchef bei Shine, wollen einige große Telekommunikationsunternehmen in den nächsten Monaten Anzeigen blockieren. So sollen die Werbenden zu Verhandlungen gezwungen werden und anschließend einen Teil der Werbeeinahmen an die Telekommunikationsunternehmen abstottern.

  • STARTUPS: t3n: Lernen von Entrepreneuren: The How sammelt Gründerwissen: Mit The How gibt es nach Primer nun den nächsten Dienst, der Startups hilfreichen Content bieten möchte. Anders als Primer erscheint das Projekt der Lean Startup Production aber nicht als App, sondern als übersichtliches Sammelsurium an nutzerwertigem Content. Dieser soll zeigen, wie Startups aufgebaut sind und wie sich diese skalieren lassen. Zusätzlich zu dem kostenlosen Angebot soll The How auch mit Videobeiträgen in Form von Webcasts ergänzt werden.

  • EINFLUSS: Spiegel Online: Sascha Lobo über die Macht der Mädchen im Internet: In seiner neuen Kolumne schreibt Sascha Lobo bei Spiegel Online, warum Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren mit ihrem Smartphone “die Welt beherrschen”. Laut Lobo habe das Verhalten der weiblichen Teenager großen Einfluss auf die Netz- und Medienkonzerne, da diese durch die intensive Nutzung der sozialen Medien Trends entstehen lassen, die immer stärker sowohl die digitale als auch nicht-digitale Welt beeinflussen. An verschiedenen aktuellen Beispielen erläutert Lobo seine Position, wobei seine These, dass als Nächstes die Mädchen die Finanzwirtschaft umkrempeln werden, meiner Meinung nach dann doch ein bisschen überspitzt formuliert ist. Lobos Gedanken sind aber auch so erfrischend und lesenswert.

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