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Kurse gegen Hate & Fake

Wer heute jünger ist als 20 Jahre, kennt Screens und Smartphones seit dem Kindesalter. Laut einer Marktforschung des BVDW aus 2018 gehen 74 Prozent der 14- bis 24-Jährigen hauptsächlich mit dem Smartphone online. 97 Prozent aller befragten Internetnutzer verwenden das World Wide Web, um sich Informationen zu verschiedenen Themen zu beschaffen. Da auf den digitalen Kanälen zunehmend auch Fake News und Hate Speech anzutreffen sind, wird der Weg zur differenzierten Meinung und zu fundierten Argumenten oft erschwert.

Die Grimme Akademie, Referat und Fortbildungsschmiede des renommierten Grimme Instituts, packt das Problem mit Bildung an: mit der Zentralstelle Politische Jugendbildung des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) wurde ein umfangreiches Lernkonzept mit vielen unterschiedlichen Modulen entwickelt, das die Jugendlichen für Fake News sensibilisieren soll.

Reflexion gegen Manipulation

In den Unterrichtseinheiten sollen die Schüler verschiedene Medienkompetenzen erlernen. Zum Beispiel sollen sie systematisch ihr eigenes Medienverhalten reflektieren. Gleichzeitig soll kreativ erarbeitet werden, was Falschnachrichten und gezielte Manipulationen im Internet in der Gesellschaft bewirken können. Die dafür entwickelte Modulbox ist in sechs Unterrichtseinheiten á 45 Minuten aufgeteilt.

Der Verbandsdirektor des DVV Ulrich Aengenvoort betont, man müsse Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in der digitalen Welt begleiten. Erfreulicherweise finden die Module auch in der Praxis Anklang bei den Lehrenden. „Wir haben verschiedene Elemente in einem Workshop mit Jugendlichen ausprobiert und sind je nach Interesse der Teilnehmenden tiefer in einzelne Bereiche gestiegen. Das ist bei allen sehr gut angekommen.“, berichtet Felicitas Sieweck von der Volkshochschule Meppen. 


Image by Grimme Akademie.

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Faktencheck gegen Fake News!

DAS FINDEN WIR GUT: Das unabhängige Recherchezentrum CORRECTIV, das mit einer eigenen Redaktion falsche Informationen im Internet bekämpft! Ihr Projekt  CORRECTIV.Faktencheck hat es sich zur Aufgabe gemacht Meldungen, die eventuell Falschmeldungen sein könnten,  sachlich, neutral und faktenbasiert zu überprüfen. Übrigens versucht die Redaktion die Bezeichnung „Fake News“ zu vermeiden, da sie den Begriff oft politisch instrumentalisiert sieht. 

Es geht also um gezielte Falschinformationen, die zum Teil aus wirtschaftlichen, zum Teil aus politischen Zwecken verbreitet werden. Dabei versuchen solche Fake News so auszusehen wie die News etablierter Medien, was den Verbraucher täuschen soll. Insbesondere die Sozialen Medien eignen sich offenbar hervorragend, um solche falschen Informationen zu verbreiten. Ein populäres Beispiel für die Wirkung von Fake News ist der letzte US-Wahlkampf. Auf Facebook verbreiteten sich besonders in der Endphase des Wahlkampfs vermehrt falsche Informationen. Laut Spiegel Online richteten sich diese mehrheitlich gegen die Verliererin Hillary Clinton

Journalismus ohne wirtschaftliche Zwänge

CORRECTIV ist ein gemeinnütziges Recherchezentrum mit Büros in Essen und Berlin und wurde 2014 gegründet. Das Zentrum hat sich den unabhängigen und wahrheitsgemäßen Journalismus auf die Fahne geschrieben. Die gemeinnützige GmbH finanziert sich dabei hauptsächlich über Spenden und darf aufgrund ihrer Unternehmensform keine Gewinne erwirtschaften. Neben den Faktenchecks betreibt CORRECTIV auch unabhängige Recherchen zu aktuellen Themen und stellt diese Kooperationspartnern, Bürgern und Bloggern zur Verfügung. Das Ziel der Organisation ist es, eine aufgeklärtere Gesellschaft durch ihren gemeinnützigen Journalismus zu fördern.

Das Unternehmen ist dabei transparent, was seine eigene Arbeitsweise angeht. Für seine eigenen Recherchen, hat sich CORRECTIV zum Beispiel ein Statut verfasst, das öffentlich einsehbar ist. Auf der Webseite findet ihr außerdem Beschreibungen zu der Vorgehensweise bei den Recherchen sowie den Faktenchecks des Recherchezentrums.

Wie kommen die Beiträge zu CORRECTIV.Faktencheck?

Die Beiträge, die das Recherchebüro prüft, kommen über mehrere Wege. Zum einen gibt es für Nutzer die Möglichkeit Artikel oder Posts, die dubios erscheinen bei Facebook, oder direkt an CORRECTIV.Faktencheck zu melden. Zum Anderen ist CORRECTIV.Faktencheck Teil einer Kooperation mit Facebook. Dadurch schlägt ein Algorithmus von Facebook der Redaktion Videos, Bilder und Posts mit Links zu Artikeln vor, die potenziell falsch sein könnten. Häufig handelt es sich dabei um Posts, die Nutzer als Falschmeldung gemeldet haben. Andere Aspekte, wie die Kommentare unter einem Post, beleuchtet der Algorithmus dabei vermutlich auch. Es ist aber nicht ganz klar wie der Algorithmus genau funktioniert.

Zu den geprüften Meldungen veröffentlicht CORRECTIV.Faktencheck auf seiner Seite Artikel, in denen die Redaktion die Meldung einordnet und bearbeitet. Solltet ihr also im Internet oder sonst wo irgendwelche Fakten aufschnappen, die euch unglaubwürdig erscheinen, könnte es sich lohnen einen Blick auf die Seite zu werfen. Falls es zu der Meldung noch keinen Artikel gibt, könnt ihr sie direkt an CORRECTIV.Faktencheck weitergeben.

Die Kooperation mit Facebook

Facebook hat 2016 eine Kooperation mit 35 Faktencheckern aus 24 Ländern ins Leben gerufen, um Falschmeldungen entgegenzuwirken. CORRECTIVE.Faktencheck ist Teil davon. Die  teilnehmenden Organisationen sind dabei alle von dem unabhängigen International Fact Checking Network (IFCN) verifiziert und müssen dementsprechend unparteiisch sein und strenge Auflagen an ihre Transparenz erfüllen.

Im Rahmen dieser Kooperation veröffentlicht die Redaktion auf ihrer Website ebenfalls Artikel zu den Facebook-Meldungen und verknüpft diese mit den entsprechenden Facebook-Beiträgen. Die Facebook-Posts bewertet das Redaktionsbüro dabei als „Wahr“, „Gemischt“, „Falsch“, „Meinung“, „Satire“ oder „Falsche Überschrift“. Laut Facebook werden die mit „Falsch“ markierten Beiträge nun seltener ausgespielt oder erscheinen weiter unten im Newsfeed. Außerdem erhalten Nutzer, die den Beitrag teilen wollen einen Hinweis, dass es sich dabei um eine falsche Meldung handelt. Sehen Nutzer den entsprechenden Post, zeigt Facebook ihnen darunter direkt den Artikel von CORRECTIV.Faktencheck. Dabei geht schon aus der Überschrift hervor, ob es sich um eine Falschmeldung handelt oder nicht.

Wie läuft die Prüfung eines Beitrags?

Hat CORRECTIV.Faktencheck eine Meldung über eine potenzielle Falschinformation erhalten, beginnt die eigentliche Überprüfung des entsprechenden Artikels. Das Recherchebüro geht dabei verschiedene Punkte durch. So zum Beispiel, um welchen Verfasser es sich bei einer Meldung handelt und ob sich dieser verifizieren lässt. Auch beleuchtet man die Intention des Beitrags. So gelten satirische Beiträge zum Beispiel nicht als Falschmeldungen. Die Frage wer von einem Artikel betroffen ist sowie der Kontext, indem Aussagen getroffen werden, spielen ebenfalls eine Rolle. Schlussendlich werden aber auch die harten Fakten, Zahlen und Quellen überprüft. Eine detailliertere Ausführung dazu findet ihr hier.

Die Bewertungskala

Um eventuelle Falschmeldungen richtig einordnen zu können, benutzt CORRECTIV.Faktencheck eine Skala aus sieben Punkten. Diese reicht von „gänzlich richtig“, über „in einigen Teilen falsch“ bis hin zu „gänzlich falsch“. Eine genauere Aufschlüsselung der Bewertung findet ihr dann jeweils in den dazugehörigen Artikeln.

In Zeiten in denen Falschmeldungen teilweise als Instrument zur Meinungsbildung dienen, ist es in meinen Augen wichtig, dass es unparteiische Prüfer wie CORRECTIVE.Faktencheck gibt. Ich hoffe dieser Artikel erinnert euch daran, nicht alles, was ihr im Internet lest, zu glauben! (Bis auf diesen Artikel natürlich)


Image by Corrective Presse

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Google sagt den Fake News den Kampf an

Das Wort „Fake News“ hat inzwischen eine so negative Behaftung wie nur irgend möglich. Sofort kommen einem Berichte zu der Manipulation der US-Wahlen oder des Brexits in den Sinn. Doch auch hierzulande machen Parteien wie die AfD oder Bewegungen wie Pegida Stimmung mit Falschaussagen und fehlerhaften Berichten. Dass es an der Zeit ist, die Bürger vor diesen Fake News zu schützen, oder sie zumindest kenntlich zu machen, ist inzwischen vielen klar geworden. Genau aus diesem Grund hat sich die Organisation Poynter, in Zusammenarbeit mit Google, das Ziel gesetzt, den Fake News entgegenzuwirken. Sie setzen dort an, wo die Digital Natives zu Hause sind: Bei den Jugendlichen.

Aufklärung statt Verklärung

Im Rahmen des Projektes „MediaWise“ sollen Schüler aus den USA den bewussten Umgang mit Google und anderen Informations-Medien lernen. In speziellen Unterrichtseinheiten lernen die Jugendlichen zum Beispiel, wie sie die Echtheit von Bildern im Internet überprüfen können. Zudem bekommen sie Seiten gezeigt, auf denen sich unbeeinflusste Fakten zu bestimmten Themen finden lassen. Darüber hinaus können die Schüler auf den Social Media Kanälen von MediaWise an Umfragen und ähnlichem teilnehmen. Das schult zusätzlich das Auge für Fake News.

Drei Millionen Dollar hat Google Poynter zukommen lassen, um bis 2020 einer Million Schüler den Zugang zu dem Projekt zu ermöglichen. Außerdem sollen mindestens 50 Prozent der teilnehmenden Schüler aus einkommensschwachen Umfeldern sein, da erfahrungsgemäß gerade diese Kinder anfälliger für Fake News sind.

Was steckt dahinter?

Poynter selbst ist eine renommierte Journalisten-Schule in den USA. Auf ihrer Website betonen sie, dass sie sich zur Demokratie bekennen und allen Bürgern den Zugang zu Informationen ermöglichen möchten. Neben ihrer Zusammenarbeit mit Google veranstalten sie jährlich zahlreiche Fortbildungen und Schulungen für Journalisten und die, die es noch werden wollen. Das gesamte Projekt wird zusätzlich unterstützt von der Local Media Association und der Stanford Graduate School of Education. Aus Stanford stammen auch einige der Studien zu Fake News, mit denen im Projekt MediaWise gearbeitet wird.

Dieses Projekt ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung und damit sicher eine Idee, die auch in Deutschland Anklang finden würde.


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Kommt ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz für Europa?

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Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist ein typisches Beispiel dafür, dass ein wichtiges und ehrenwertes Ziel nicht automatisch ein kluges Gesetz bedeutet. Beim Versuch, Lügen und Hasspropaganda zu bekämpfen, schafft das NetzDG (Netzwerkdurchsetzungsgesetz) eine gigantische Zensurinfrastruktur und sorgt für Rechtsunsicherheiten. Umso bedenklicher ist es, dass sich andere europäische Länder diesen deutschen Irrweg nun zum Vorbild zu nehmen scheinen. Frankreich plant nicht nur ein eigenes NetzDG, sondern will sich auch für eine entsprechende Regelung auf EU-Ebene einsetzen.

Kritik am NetzDG

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll helfen, gefälschte Nachrichtenmeldungen („Fake News“) und Hasskommentare einzudämmen. Zu diesem Zweck verlangt es von den Betreibern von Online-Portalen entsprechende Inhalte innerhalb von kurzer Zeit zu löschen. Offensichtlich strafbare Inhalte müssen innerhalb von 24 Stunden, kleinere Verstöße innerhalb von einer Woche entfernt werden. Wird das versäumt, drohen empfindliche Strafen.

So lobenswert das angestrebte Ziel auch ist, erntete das NetzDG  zu Recht viel Kritik. Die Regierung drängt Infrastruktur-Betreiber in die Rolle des Zensors. Das führt zu laienhaften und von Furcht um die eigene finanzielle Situation gelenkten Entscheidungen. So ist also das Risiko einer Überregulation sehr groß. Es besteht nämlich die Gefahr, dass man aus Angst vor einer Strafe jeden auch nur ansatzweise kontroversen Beitrag vorsichtshalber löschen muss. Deswegen ist das NetzDG ein denkbar ungeeignetes Mittel für ein freies Internet, in dem Wissen ausgetauscht und diskutiert werden kann.

Deutschland als Vorbild?

Umso bedenklicher ist es, dass sich andere europäische Länder diesen deutschen Gesetzgebungs-Irrweg nun zum Vorbild nehmen. Frankreich kündigte vor Kurzem an, selbst ein entsprechendes Gesetz verabschieden zu wollen. Und dies ebenfalls mit dem lobenswerten Ziel Hass im Netz, vor allem Rassismus und Antisemitismus, zu bekämpfen. Allerdings sind diesbezüglich geplanten Maßnahmen ähnlich kurzsichtig.

Frankreich will EU-Regelung

Doch der französischen Regierung um Staatspräsident Emmanuel Macron reicht es nicht, solche Gesetze nur für das eigene Land zu fordern. Sie kündigte außerdem an, sich auch auf EU-Ebene für eine entsprechende Gesetzgebung einzusetzen. So läuft die im NetzDG geforderte Vorgehensweise Gefahr, dass die EU sie auch auf europäischer Ebene gesetzlich verankert.

Wohin es führen kann, wenn problematische Sicherheitsgesetze ins EU-Recht eingehen, zeigt das Beispiel der Vorratsdatenspeicherung. Diese Maßnahme fasste man schon vor über zehn Jahren in EU-Recht. Doch trotz bewiesener Ineffektivität und einer Vielzahl von ablehnenden Richtersprüchen, ist sie nur schwer zu bekämpfen. Jahrelang beriefen sich Befürworter der Vorratsdatenspeicherung auf die zugrunde liegende EU-Richtlinie und mögliche Vertragsverletzungsverfahren. Dieses Argument ist erst hinfällig, seit die EU eindeutig entschied, dass diese Maßnahme grundrechtswidrig ist. Besiegt ist die Vorratsdatenspeicherung trotzdem noch lange nicht.

Um eine ähnliche Entwicklung im Falle des Netz-DG zu verhindern, dürfen diese Maßnahmen gar nicht erst Einzug ins EU-Recht erhalten. Fake News und Hate Speech zu bekämpfen, ist ein lobenswertes Ziel. Die Betreiber sozialer Netzwerke als Zensoren einzusetzen, ist aber zum Erreichen dieses Ziels das denkbar schlechteste Mittel. Das müssen Bürgerrechts-Aktivistinnen und -Aktivisten nun auch auf EU-Ebene klar machen.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • INTERNET 4.0 faz: Quantencodes spuken aus dem All: Ob beim Online-Banking, beim Bestellen im Internet oder beim Austausch von internem Firmenwissen – vertrauliche Informationen sollte man stets verschlüsselt weitergeben, damit sie nicht in falsche Hände geraten. Diese Maxime haben sich kürzlich der Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Chuli Bai, und sein österreichischer Amtskollege Anton Zeilinger sowie der Direktor der Universität Wien, Heinz Engl, sehr zu eigen gemacht, als sie per Videokonferenz über zwei Kontinente hinweg miteinander konferierten.

  • FAKE NEWS horizont: Wie Fake News das Image beschädigen können: Im US-Wahlkampf und der folgenden Politik schon allgegenwärtig, haben Fake News nun auch Wirtschafts- und Finanzwesen erreicht. Bewusst geschönte Hotel- oder Restaurantbewertungen im Netz sind seit Längerem bekannt, nun sehen sich allerdings vermehrt auch Großkonzerne, Investoren aber auch kleinere Betriebe mit Fake News konfrontiert. Die Möglichkeiten, den Markt zu manipulieren, reichen von gefakten Kampagnen, Empfehlungen von Krypto-Accounts bis zu bezahlten Aktientipps.

  • GOOGLE t3n: Hybrid-Cloud: Google kooperiert mit Cisco: Google will zukünftig gemeinsam mit Cisco Hybrid-Cloud-Lösungen anbieten. Das gaben die beiden Konzerne in übereinstimmenden Pressemitteilungen bekannt. Verfügbar sollen die ersten Angebote in der ersten Jahreshälfte 2018 sein. Der Fokus liegt auf Googles quelloffener Container-Orchestrierungslösung Kubernetes. Kunden sollen eine konsistente Container-Umgebung für On-Premise-Lösungen und den Einsatz in der Google-Cloud erhalten.

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  • APPLE Chip: Apple veröffentlicht iOS 11: Darum sollten Sie das Update sofort installieren: Apple hat die finale Version von iOS 11 nun zum Donwload für iPhone, iPad und iPod touch freigegeben. Das Betriebssystem ist zwar keine Revolution, jedoch bringt es spannende Neuerungen mit, die eine Installation lohnenswert machen: Neu ist unter anderem das Kontrollzentrum, das optisch modernisiert wurde sowie die App „Dateien“ die Zugriff auf alle Dokumente erlaubt, die auf dem iPhone oder der iCloud liegen – jedoch auch auf anderen Cloudspeichern wie Google Drive und One Drive. Auch die Kamera strahlt mit neuen Effekten und Filtern. So können Live-Fotos mit drei unterschiedlichen Effekten animiert werden: der Endlosschleife, mit Hüpfen und einem Verwisch-Effekt.

  • FALSCHMELDUNGEN Motherboard: Welche deutsche Nachrichtenseite verbreitet die meisten Falschmeldungen auf Facebook?: Falschmeldungen haben zurecht einen schlechten Ruf: Doch vor welchen Nachrichtsenseiten sollte man sich auf Facebook schützen, wenn man sie umgehen möchte? Dafür hat Motherboard fast 2000 Facebook-Posts nachrecherchiert. Ein Ergebnis: Es sind nicht die absurden Posts, sondern die „nicht ganz korrekten, hoch emotionalen und reißerischen News sind, die falsche Vorurteile fördern und den Leser weniger informiert als vorher zurücklassen.“ Zudem versteckt jedes Medium auf seine eigene Art und Weise Halbwahrheiten in Artikeln und man sollte auch den wirtschaftlichen Anreiz immer im Kopf behalten – denn knallige News bringen Viralität und Reichweite auf Facebook. Ein sehr lesenswerter Artikel!

  • AMAZON Welt: Alexa assistiert künftig auch auf dem Tablet: Auf einen Schlag gibt es Alexa auf Millionen weiteren Geräten: Die Sprachassistentin wird man in Zukunft auf allen Tablets des Internetkonzerns nutzen können, die seit Ende des Jahres 2014 verkauft wurden. Alexa hat bislang 2300 Skills erworben – das sind neue Funktionen, wie z.B. das Bestellen eines Taxis bei MyTaxi über Zuruf. Somit holt Amazon gegen Apples Siri und dem Google Assistant im Kampf um die digitalen Assitenzen auf: Bislang war Alexa nur auf wenigen Smartphones verfügbar, jetzt sorgt Amazon nicht nur für die Verfügbarkeit auf den Tablets, sondern drückt auch den Preis für Geräte mit Alexa-Funktionen weiter nach unten.

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Fake News: „Soziale Medien sind Emotionsmedien“

Browser Fake News (adapted) (Image by Pexels) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Fake News. Der Begriff ist den meisten mittlerweile bekannt, aber definitiv kein ausschließlich aktuelles Phänomen. Die Bezeichnung Fake News gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert, aber seit einigen Jahren ist der Begriff aus der Internet und Nachrichtensprache kaum noch wegzudenken. Gründe dafür sind besonders soziale Medien und die Berichterstattung um den US-Präsidenten Donald Trump, der in seinem Wahlkampf öfter mit „alternativen Fakten“ argumentierte.

Nun gibt es Internetseiten, mit welchen man selbst eine Nachrichtenmeldung fälschen kann. Facebook hat kürzlich angekündigt, dass die Seiten, die Falschmeldungen verbreiten, den Zugang zu Werbung verbieten. Das ist ein weiterer Schritt des sozialen Netzwerks im Kampf gegen Fake News.

Aber wie gefährlich sind Fake News für unser Mediensystem und was können Nutzer tun, um Fake News aus dem Weg zu gehen? Darüber haben wir mit der Journalistin und Fernsehproduzentin Michaela Hummel gesprochen.

Doclights_Michaela Hummel
Michaela Hummel / Doclights

Sie entwickelte und produzierte verschiedene Factual-Entertainment-Formate und Dokumentationen, wie die Dokumentation „Auf der Flucht“ für die sie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Weitere Produktionen sind u.a. der ZDFdonnerstalk mit Dunja Hayali, die NDR-Reportagen mit Judith Rakers, die ZDFneo Dokumentation „Der Rassist in uns“. Ihr neustes Projekt dreht sich rund um das Thema Fake News.

Frau Hummel, sie haben gerade in Zusammenarbeit mit Sascha Lobo die Dokumentation, der offizielle Titel ist Social Factual, ein Einzelstück „Manipuliert“ mit dem Thema Fake News produziert. Haben sie sich davor bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt?

Ich habe mich schon seit Jahren mit dem Thema Fake News beschäftigt, was auch einen privaten Grund hat. Ich habe einige Jahre in den USA gelebt und ein Teil meiner Verwandtschaft dort ist eher im konservativen Spektrum angesiedelt. Aufgefallen ist mir, dass sie als einzige Nachrichtenquelle Breitbart News genutzt haben. Natürlich hat jeder das Anrecht auf eine eigene Meinung, aber dadurch habe ich mich früh sehr intensiv mit dem Thema Manipulation von Informationen, Emotionalisierung und Polarisierung beschäftigt. Das hat (in der Familie) nicht zu wenig Streit geführt.

Man hat über die Zeit hinweg gemerkt, dass sich der Begriff „Fake News“ gewandelt hat vom rein beschreibenden Begriff, zum Anglizismus des Jahres und schlussendlich zum politischen Kampfschrei. Wie definieren Sie den Begriff „Fake News“?

Ich denke die meisten wissen, was es im wahrsten Sinne heißt, „Falschmeldung“. Über die eigentliche Bedeutung  müssen wir uns nicht unterhalten. Aber mir ist eine Veränderung aufgefallen. Beispielsweise Donald Trump, der in Pressekonferenzen die Medien mittlerweile schon mit „Fake News“ anspricht. Damit bekommt das Ganze einen stark politischen Charakter.

Zudem deckt es für mich das ganze Thema der Verschwörungstheorien, falsche Fakten und Propaganda ab. Fake News gibt es an und für sich schon lange. Aber durch das Internet haben sie eine neue Wirkmacht erreicht.

Interessant ist, was wir im Rahmen der Sendung „Manipuliert“ im Februar 2017 über eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen herausgefunden haben: 82 Prozent der Befragten kennen das Phänomen „Fake News“, 47 Prozent der Deutschen halten es für ein großes oder sehr großes Problem und fast ein Drittel der Wahlberechtigten denkt, dass es einen starken oder sehr starken Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben kann. Und hierbei machen sich Frauen mehr Sorgen als Männer. Ich nenne diese Zahlen, da sie eine statistische Sicht auf das Thema zeigen und unterstreichen, wie brandheiß es ist.

Herrscht ihrer Meinung nach zu wenig Transparenz und Aufklärung im Umgang mit Fake News?

Meiner Meinung nach gibt es jede Menge Transparenz und Aufklärung, man muss sie natürlich nur finden. Und bei Fake News geht es oft um Geschwindigkeit. Wenn man etwas wiederholt liest, hält man es eher für wahr und durch sharing (das Teilen in Sozialen Medien) erreicht eine solche Nachricht vielleicht eine Millionen Menschen oder mehr –  und von der späteren Richtigstellung erfährt dann keiner.

Es gibt im Netz zwei sehr gute Tools, um Falsche Fakten im Netz zu entlarven: die Rechercheeinheiten MimiKama oder Hoax Map. Aber letztlich bleibt es eine Frage der Geschwindigkeit. Man braucht eine Menge Ressourcen, um am Ball zu bleiben und dagegen anzugehen.

Nehmen Menschen alles, was sie im Internet lesen, zu ernst?

Ich denke nicht, dass die Leser alles zu ernst nehmen.  Ich glaube eher, dass sie oft zu wenig nachdenken. Der Like ist quasi die Währung des Internets und viele denken: „Was meine Freunde geliked haben kann ich in der Hinsicht auch direkt übernehmen“ – meist auch ungefiltert. Die Sozialen Medien sind eben ein sehr schnelles Medium. Daher denke ich, dass viele Nutzer sich nicht die Mühe machen,  den Wahrheitsgehalt der Posts und News zu prüfen.

Was haben Filterbubbles in Sozialen Medien mit Fake News zu tun?

Das Phänomen Filterbubbles gilt für alle Seiten – auch für Journalisten. Jeder kann sich im Internet seine eigene Welt bauen und dann sehen wir nur, was wir selber mögen. Alles was nicht unserem Weltbild entspricht, wird aus der Timeline herausgefiltert. Journalisten sollten allerdings diejenigen sein, die durch Recherche und kritische Prüfung für Meinungsvielfalt sorgen.

Diese Filterblasen bestätigen also letztlich  nur die eigenen Perspektiven und Meinungen. Wenn diese Blasen nur noch aus Fake News bestehen oder von einem Algorithmus entsprechend bestückt werden, kann das fatale Folgen haben.

Finden Sie, die Einrichtung von Löschzentren von beispielsweise Facebook ist der richtige Weg?

Das ist eine schwierige Frage. Allein das Wort Löschzentrum empfinde ich bereits als sehr stark und hart. Erstens ist es traurig, dass wir diese Wege gehen müssen und dass sich solche Abgründe auftun.  Wie ein Artikel in der SZ aufgezeigt hat, müssen auch die Mitarbeiter einiges mitmachen. Mir wäre es lieber, dass die Menschen, die das Netz nutzen, wissen was sie tun. Denn für eine funktionierende Netiquette und einen konstruktiven Austausch in Interessengruppen und Communities gibt es ja sehr viele positive Beispiele.

Aber zweitens, sind wir ja bereit, eine grundsätzliche Kontrolle zu akzeptieren. Und das nur, weil Menschen nicht in der Lage sind, mit dem Medium vernünftig umzugehen. Das ist schon ein großer Schritt. Eigentlich müsste es Social Media Schulen geben und wir müssten ganz früh mit der Aufklärung beginnen.  Dadurch wird es letzendlich zu einer Bildungsfrage.

Sie plädieren für die Einführung von Social Media Workshops schon im Kindesalter?

Absolut. Wir kennen alle kleine Kinder, die schon in der Lage sind, das Smartphone zu bedienen und damit unreflektiert umzugehen.

Sie haben zu Beginn bereits erwähnt, dass sie eine Zeit in den USA gelebt haben. Wie schätzen sie den Umgang der Medien mit Fake News in Amerika im Gegensatz zu Deutschland ein?

Ich hab damals beim Fernsehen gearbeitet und die Sozialen Medien spielten noch keine große Rolle. Aber zum Fernsehen kann ich sagen:  Es wird mehr polarisiert und provoziert, es gibt viel mehr schwarz-weiß Malerei. Wir Deutschen sind da eher in Grautönen unterwegs. Vergangenen November, zur Zeit der Wahlen, war ich zuletzt in den USA, wo sich dieses Bild bestätigte: DieSender greifen sich gegenseitig an. Ich denke Fake News sind auch deshalb ein größeres Thema, weil in den USA mit viel mehr reißerischen Schlagzeilen gearbeitet wird. Das ist mehr Show als Information. Die ausgewogene Information gibt es dort eher im Print. Und man darf nicht vergessen: Soziale Medien sind Emotionsmedien. Es geht um Klicks! Und letztlich sind sie auch ein Kommerz-Medium.

Wie gefährlich denken Sie können Fake News noch werden?

In Deutschland stellen sie in meinen Augen keine große Gefahr dar. Wir haben ein sehr gut funktionierendes Mediensystem, dass die Meinungsvielfaltn abdeckt. Wir haben auch die Möglichkeit, Sendeformate wie Manipuliert mit Unterstützung eines öffentlich-rechtlichen Senders zu entwickeln und damit Aufklärung zu leisten. Deswegen sehe ich Fake News nicht als Gefahr für das deutsche Mediensystem.

Dazu muss man sagen: Wir verteufeln bei unserer Sendung die Sozialen Netzwerke nicht und sind auch nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs.  Schließlich nutzen wir alle Facebook und Co und wollen Spaß damit haben. Es ist also wichtig, dass Aufklärung nicht als belehrend angesehen wird.

Hat sich durch das Aufkommen von Fake News Verbreitung ihr eigenes Bild der Medien oder ihr Medienkonsum verändert?

Ich denke wirklich, dass wir in Deutschland und auch in vielen Ländern Europas den Luxus der Qualitätsmedien haben. Das gilt nicht für jedes Land.

Aber heute benötigen wir viel mehr Zeit als früher, um alles zu lesen und richtig zu erfassen. Die Medien sind so schnell geworden, dass es manchmal kaum möglich, ist die Menge an Informationen überhaupt zu verarbeiten. Und wenn dann in dieser Masse Falschmeldungen dabei sind, die man eigentlich recherchieren, vergleichen und nachverfolgen sollte, können sie als wahre Meldungen aufgefasst werden. Der Zeitaufwand im Umgang mit den Medien und die Informationsflut haben sich also definitiv erhöht.

Was ist ihr letzter Rat an Leser im Umgang mit Fake News?

Man kann es mit Humor nehmen, wie zum Beispiel die Satireseite „Der Postillion“ immer wieder zeigt. Abgesehen davon, sollte jeder sofort alles hinterfragen und nicht nur schnell klicken, sofort alles liken oder anhand der Überschrift kommentieren. Man sollte sich die Nachrichten genauer anschauen. Aber dabei immer eine Prise Humor behalten.


Image „Browser“ by Pexels (CC0 Public Domain)

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Spieleentwickler gegen Fake News

Spiele (adapted) (image by Pexels [CC0] via pixabay)

Was ich toll an dem Spiel finde, ist, dass ich sehr schlecht darin bin und dass andere Leute sehr schlecht darin sind.“ Möchtest du deine eigenen Fake News erstellen? Ja, dafür gibt es eine App. Möchtest du Spaß dabeihaben, wenn du lernst, wie du Fake News von deinem Medienkonsum entfernst? Zum Glück gibt es dafür auch einige Apps.

Die Epidemie von Fake News während und nach der Präsidentschaftswahl in den USA brachte mehrere Spieledesigner und Journalisten dazu, über den Tellerrand hinauszuschauen, um gegen das Problem anzugehen. Sie sagen, dass große Geister ähnlich denken – und drei verschiedene Gruppen haben drei ähnliche Apps entwickelt, um Usern zu helfen, wie sie den Unterschied zwischen marktschreierischen Schlagzeilen und tatsächlichen Fakten erkennen können.

„Es ist heutzutage anstrengend, politisch aufmerksam zu sein”, meint Christopher Cinq-Mars Jarvis, der Entwickler eines Spiels, das auf überprüften Behauptungen von PolitiFact basiert. „Etwas, das es etwas erreichbarer macht und Hilfe anbietet. Dies funktioniert nicht nur mit Politik, sondern mit einer Vielzahl an Dingen.“

Nach der Wahl war Jarvis inspiriert, sich mit PolitiFact zusammenzutun, um das Handyspiel PolitiTruth zu entwickeln. Die Agentur für Digitale Medien ISL mit Sitz in Washington D.C. kreierte ‚Fake News: The Game‘ und veröffentlichte es als eine App und als Handyspiel für Spielautomaten, wie sie in manchen Bars stehen. Und Maggie Farley, ein Mitglied der JoLTan der American University und ehemalige L.A. Times-Korrespondentin, entwickelte das Konzept eines Fake News-Spiels mit Lindsay Grace, der Geschäftsführerin von AU Game Lab, sogar noch vor der Wahl – obwohl das Labor kurz vorher die Version 2.0 von Factitious veröffentlichte. Dabei handelte es sich um ein browserbasiertes Spiel.

Die Spiele haben alle etwa das gleiche Setup: Der Spieler bekommt eine Überschrift, einen Artikel oder eine Behauptung und muss dann den Wahrheitsgrad erraten. Nichts davon ist ausgedacht – alles ist irgendwo online veröffentlicht worden, entweder auf einer Website, die bekannt für Fake News ist, oder auf einer Seite einer wirklich existierenden Organisation. ‚Fake News: The Game‘ zeigt nur eine Überschrift und Facticious bezieht einen kleinen Ausschnitt eines Artikels mit einer Überschrift und einer Quelle ein, wenn man dies auswählt. (Factitious ist ein Open Source-Projekt, das mit der Knight Foundation entwickelt wurde, die für Gaming im Journalismus gewährt wird. Knight unterstützt auch das Nieman Lab.)

PolitiTruth bezieht aus dem Archiv von PolitiFact aus überprüften Behauptungen bestimmte Zitate und den Namen der Person, von der es stammt. Auch wird drn Kontext, der besagt, wann und wo das Zitate entstanden ist, angegeben. Der Spieler muss dann den Wahrheitsgrad der Behauptung des Zitats erraten. Man erhält Punkte für richtige Antworten. Bei manchen Spielen werden die auf einer weltweit einsehbaren Liste angezeigt.

Machen diese Spiele so süchtig wie Pokemon Go oder Candy Crush? Das ist zu hoffen. „Die globale Pandemie von falschen Informationen ist offensichtlich unvermeidbar und wahr und wenn wir auch nur eine winzige Rolle spielen können, um dagegen angehen zu können, dann sind wir erfreut und gespannt, dass wir etwas für die gute Seite tun können“, sagt D.J. Saul, Marketingchef und Geschäftsführer von ISL.

Gaming im Journalismus ist ein Konzept, das zunehmend Erfolg hat. Das bestätigt zumindest Rose Eveleth kürzlich in unsererem Schwestermagazin, den Nieman Reports:

Da die digitale Technologie es ermöglicht, immer mehr aus unserem Leben als Kunden mit einzubringen, zu spielen, Punkte zu sammeln oder gegen andere anzutreten, haben sämtliche Firmen Dinge wie Spiele in ihre Strategien eingebunden. Energielieferanten bewerten deine Energieeffizienz im Vergleich zu anderen Haushalten in deiner Nachbarschaft; Krankenversicherungen motivieren dich, Punkte zu sammeln, indem du Sport machst und aktiv bleibst. Foursquare motiviert seine Nutzer, regelmäßig ihre Lieblingsorte zu besuchen, um zu „gewinnen“ und Bester zu werden.

Für Journalisten bieten diese Art Spiele eine attraktive Möglichkeit, um Geschichten zu erzählen. Sie können komplexe System simulieren, bei denen verschiedene Entscheidungen unterschiedliche Enden bewirken können. Sie können Emotionen und Dringlichkeit in den Spielern hervorrufen. Und sie können die Menschen mit Erfahrungen in Verbindung bringen, die sie womöglich niemals im echten Leben haben werden. „Unser Job als Journalisten ist es, die Öffentlichkeit zu informieren“, sagt der Journalist und Spieledesigner Sisi Wie. „Indem wir Emotionen und Empathie nutzen, wird es durch das Spiel für den Leser möglich, sich auf eine neue Weise zu informieren, die die Leser sofort verstehen und sich auch später noch daran erinnern können.“

Nach links oder rechts zu wischen, um eine Entscheidung zu fällen, iwie es bei Dating Apps wie Tinder und Bumble üblich ist, kann hier genauso hilfreich sein. Ich habe mit Mitgliedern aus jedem Entwicklerteam gesprochen, um zu sehen, was sie wirklich aus ihren Fake News-Spielen gelernt haben. Dies haben sie herausgefunden:

Ein Fake-News-Spiel ist nicht so weit hergeholt

Lindsay Grace, der Geschäftsführer des AU Game Lab, ist fasziniert vom Konzept von Spielen in Nachrichtenproduktion. The Onion ist eine besondere Spieleform. Wo hat dies einen Platz im großen Mediensystem?“ sagt er. „Die Menschen verbinden Unterhaltungsnachrichten, Leute wie Jon Stewart und die vielen Daily Shows mit traditionellen Nachrichten und sie verschmelzen miteinander… Wir haben herausgefunden, dass es innerhalb der Spielewelt ebenfalls Verschmelzungen gibt. Wir haben das Konzept die ernsten Spiele verkauft. Hier glaubt man, dass Spiele uns helfen, uns anders zu entwickeln, Lernmöglichkeiten und Möglichkeiten bieten, um komplexe Systeme zu verstehen. Warum sollte man dies nicht miteinander verbinden?“

Jarvis, der Entwickler von PolitiTruth, ist als Programmierern geboren. Mit dem Journalismus hat er nicht so viel am Hut, obwohl PolitiFact ihm durchaus ein Begriff ist. „Es entstand eine abhängige Beziehung seit der letzten Wahl“, erzählt er. Seine Idee für ein Fake News-Spiel „entstand, als ich sah, dass sie eine offene Programmierschnittstelle haben. Ich dachte, dass dies eine optimale Gelegenheit ist, um etwas zu erschaffen, wo man die Menschen motivieren kann, sich diesem tollen Journalismus zu stellen und sie in gewisser Weise auszutricksen, indem es in einen Wettkampf umwandelt.“

Manchmal braucht man mehrere Versuche, um das richtige Spieledesign zu schaffen

Factitious von AU begann vor der Wahl als Gameshow Spiel. Aber es wurde schnell klar, dass für Personen, die nichts mit Nachrichten zu tun haben, das Spiel zu steuern, erläutert Grace. „Die erste Version dieses Spiels passte nicht wirklich zu dem, was wir über die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen wissen, wie die Interaktion Spaß macht und wie man eine schnelle mobile Erfahrung designt. Die zweite Version hat all diese Punkte bereits eingebaut.“ Die Änderung zahlte sich aus: das erste Spiel hatte nur ein paar hundert Spieler, aber Grace meint, dass Factitious mehrere Millionen Mal in den wenigen Monaten gespielt wurde, in denen es live erreichbar ist.

Das Wischen wie bei Tinder funktioniert

Grace gab zu, dass die Einführung vom „Wischen nach links oder nach rechts, um zu sehen, ob ein Artikel echt ist oder unter Fake News fällt“, einen entscheidenden Unterschied für das neue Design machte. Jarvis von PolitiTruth bemerkte einen ähnlichen Erfolg: „Als wir das Spiel bei der E3 [die Electronic Entertainment Expo in Los Angeles] bekanntgaben, nannten die Menschen es gerne ‚Tinder für Fake News‘.“

Informationen wollen aufgesaugt werden

In den ersten drei Tagen von Factitious spielten sich die Teilnehmer laut Grace durch 1,6 Millionen Artikel. Das durchschnittliche Ergebnis für Menschen, die die 15 Artikel des Spiels durchspielten, liegt bei 82 Prozent richtigen Antworten. „Wenn man gut spielen möchte, kann man den Inhalt jedes Artikels überprüfen, bevor man wischt“, sagt er. „Das ist eine Verhaltensänderung, die sonst nur durch Twitter oder Facebook scrollen und nur teilen, ohne zu überprüfen, ob es wahr ist.“

Saul von ISL führt aus, dass die Daten von ‚Fake News: The Game‘ zeigen, dass die Menschen immer akkurater werden, je öfter sie spielen. Die Spieler haben einen Durchschnitt von 65 Prozent in der korrekten Identifizierung von realen oder falschen Überschriften.

Die Nutzer von PolitiTruth haben eine weltweite Erfolgsrate von 70 Prozent, meint Jarvis. „Das Spiel wäre kein nützliches Mittel, wenn man immer 100 Prozent erreichen würde.“ Er merkte an, dass die Ausschnitte in dem Spiel tatsächlich manche Nutzer informieren. „Die Menschen sollen nicht denken, sie müüssen den ganzen Artikel lesen, aber sie können es tun. Wenn etwas merkwürdig erscheint, können sie direkt auf die Nachrichtenseite weitergeleitet werden. Sie können sogar sehen, wie Kommentarschreiber und andere Menschen auf diese journalistische Erhebung geantwortet haben“, sagte er.

Die Menschen sind davon überrascht, wie schlecht sie abschneiden

“Es macht viel Spaß, den Menschen dabei zuzuschauen, wie sie das Spiel spielen. Sie können nicht glauben, dass manche Ergebnisse tatsächlich wahr sind. Sie glauben jedoch auch nicht, dass etwas falsch ist – auch wenn sie die Antwort bereits kennen“ berichtet Saul. (Zusätzlich zur App reist ‚Fake News: The Game‘ durch verschiedene Bars in der Region von D.C. im Stile eines Arcade-Spiels aus den Neunzigrn.)

“Was ich an dem Spiel wirklich toll finde, ist, wie schlecht ich darin bin und wie schlecht andere Menschen darin sind”, schlussfolgert Jarvis über PolitiTruth. „Sogar Menschen, die insgeheim denken, dass sie wissen, was passiert, wischen nach links und liegen komplett falsch. Es ist eine große Herausforderung für das politische Bewusstsein.“

Jedoch kann es Menschen frustrieren, weswegen sie das Spiel schnell verlassen. Grace schloss daraus, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen Menschen gibt, die Zeit damit verbringen Factitious durchzuspielen und denen, die das Spiel vorzeitig verlassen. „Die Menschen, die aufgeben, erzielen meistens schlechte Ergebnisse und verlassen das Spiel vor dem vierten ALevel,“ erläutert er und bemerkt, dass diese Gruppe rund 20 bis 30 Prozent der Spieler ausmacht. „Sie sind frustriert und kriegen nicht die Antwort, die sie erwarten.“

Auch die Entwickler lernen – aus den Daten der Spieler

„Wir führen detaillierte Statistiken, die wir hoffentlich demographisch analysieren können, um gezielt zu sehen, woher die Fake News kommen und wer dafür am anfälligsten ist,“ fasst Jarvis zusammen. Aaron Sharockman, Geschäftsführer von PolitiFact, führt aus, dass diese Einblicke in das Verhalten der Nutzer dem zukünftigen Faktencheck behilflich sein können. „Die Menschen spielen das Spiel gerne, aber wir kriegen viele Informationen nebenbei, die wir nutzen können“, sagte er.

„Wir können darüber nachdenken, was wir auf Fakten überprüfen und wie wir das machen.“ Als Teil der Knight Foundation, die die Produktion des Spiels unterstützt, hat das Factitious Team vor, die Daten mit verschiedenen Nachrichtenorganisationen zu teilen. „Wir können es dort auslegen und unsere Zielgruppe das Spieldurchspielen lassen“, erklärt Grace. „Nachrichtenorganisationen können Dinge machen, wie das Bild tauschen… Überschriften bearbeiten, den Haupttext einsehen.“

Diese Spiele sind nicht das Ende

ISL überlegt, seine Sets zu verkaufen, sodass die Menschen die Arcadeversion von ‚Fake News: The Game‘ selbst aufbauen können, aber auch, dass Spieler das Spiel mit Alexa von Amazon mit einem von ISL entwickelten Skill zu nutzen. Saul erklärte, dass ein vorgeladener O-Ton von Donald Trump den Nutzern mitteilt, ob sie richtig oder falsch liegen.

Da Factitious ein Open-Source-Projekt ist, ist AU Game Lab vorsichtig in Bezug auf Fake News-Produzenten, die falsche Versionen des Spiels anbieten. „Wir haben es so gestaltet, dass es leicht erreichbar ist. Die Herausforderung ist, dass wir auch in Bezug auf Branding vorsichtig sein müssen,“ sagt Grace. „Wenn jemand ein Fake News Spiel entwickeln möchte und sämtliches schädliches Material einbauen möchte, müssen wir aufpassen.“ Andererseits ist PolitiFact gespannt PolitiTruth als ein neues Mittel für Reichweite zu haben. “Während wir alles versuchen, um so transparent und objektiv wie möglich zu sein, gibt es Teile in der Bevölkerung, die uns als voreingenommen betrachten,“ sagt Sharockman. „Das Spiel wäre ein neuer Weg, um Leser in einem anderen Format zu erreichen, mit ihnen in einer neuen Weise zu interagieren und langzeitig zu sehen, ob wir das Vertrauen in den Faktencheck und PolitiFact selbst verbessern können.“

Sharockman fügte in diesem Herbst hinzu, dass PolitiFact verschiedene Experimente veröffentlichen wird, um die Verbreitung von Fake News mit der Unterstützung der Knight Foundation zu bekämpfen. Dieses Spiel ist einer dieser Experimente und Sharockman hofft auch, dass das Spiel Einzug in die Schulen halten wird, um für mehr Nachrichtenkompetenz sorgen zu können.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „NiemanLab“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Spiel“ by Pexels (CC0 Public Domain)


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Facebook bezahlt seine Partner für Faktenchecks – und die haben derzeit gut zu tun!

Facebook (adapted) (image by geralt [CC0] via pixabay)

Facebook bezahlt seine Partner für Faktenchecks. Seit dem Update von Facebook vor wenigen Tagen folgen auf beliebte Artikel im Newsfeed nun auch Vorschläge von ähnlichen Artikeln – „ein Teil von Facebooks Strategie, den Schaden von Falschmeldungen zu minimieren, ohne dabei zensieren zu müssen“, sagt Deepa Seetharaman vom Wall Street Journal. Der Artikel weist auch darauf hin, dass Facebook ab jetzt seine Partner für Faktenchecks, wie beispielsweise Snopes und PolitiFact, zwar bezahlt, die nun aber auch „mehr Artikel abzuarbeiten haben“.

„Weder wollen noch können wir die Prediger der einzigen und echten Wahrheit sein. Die Faktenchecker können uns darauf hinweisen, ob eine Geschichte wahr oder erfunden ist“, führt Tessa Lyons, Produktmanagerin bei Facebook, Josh Constine von TechCrunch, aus. Die schiere Menge an Arbeit, die die Faktenchecker für Facebook erledigen, scheint zu variieren. Rachel Sandler von USA Today hat mit einigen von ihnen gesprochen:

„Aaron Sharockman, Geschäftsführer von Politifact, sprach von etwa 200 markierten Artikeln pro Tag. Ein kleiner Anteil davon sei schlicht und einfach falsch. Der Rest sei dann meistens entweder eine wahre Geschichte, die geschrieben wurde, um zu provozieren, oder eine irreführende und stark parteiische, wenn auch nicht zwingend falsche Geschichte, die einfach nur Clickbaiting betreiben…“

Laut Lori Robertson, der Chefredakteurin bei FactCheck.org, würde die Organisation innerhalb der Partnerschaft mit Facebook ungefähr zwei bis drei Artikel pro Woche widerlegen. Sie erzählte USA Today außerdem, dass die Non-Profit-Organisation seit der Partnerschaft mit Facebook mehr Ressourcen in die Aufdeckung falscher Aussagen im Internet stecken muss.

Ebenso sagte auch Sharockman, dass Politifact gut eine oder zwei Falschmeldungen täglich für Facebook aufdecken würde. The Associated Press kümmert sich um „eine Hand voll pro Woche, manchmal noch viel mehr“, meint der Onlineredakteur Eric Carvin. ABC News hat seit Januar insgesamt zwei Dutzend Geschichten entlarvt.

„Wir sind insgesamt sieben Leute und müssen auch die vielen neuen Berichten aus dem Weißen Haus unter die Lupe nehmen. Wir kümmern uns also um ein oder zwei Dinge, aber dann auch nur diese ein oder zwei“, erklärt Sharockman. „Das bedeutet, dass es ein paar Tage dauern kann, bis wir uns überhaupt die beliebten Geschichten vornehmen können.“

Es scheint aber zu funktionieren. „Das Ganze hat eine dramatische Wendung genommen. Ich musste einige Verluste einstecken. Besonders jetzt ist es schwierig geworden, etwas digital in Umlauf zu bringen. Die Leute stempeln bestimmte Geschichten sehr schnell als Fake News ab“, erzählt Paul Horner, der mehr als ein Dutzend bekannte Fake News-Seiten wie die St. George Gazette, ABC.com.de, und CNN.com.de betreibt.

Also wirklich, Leute – habt ihr etwa nicht zugehört? Es ist wirklich ziemlich einfach, Fake News zu verbreiten. Deutsche Forscher waren überrascht, wie einfach man einen rechtsextremen Nachrichtenblog erstellen und damit Fuß fassen konnte: „Eine der erfundenen Geschichten behauptete, dass Flüchtlinge mit Unterstützung des Gemeinderates kostenfrei Sex mit Prostituierten hatten“). „Es war wirklich erstaunlich, dass unser Facebook Profil nicht ein einziges Mal hinterfragt wurde – weder von der Plattform selbst, noch von seinen Nutzern“, so Professor Wolfgang Schweiger zur BBC. Vielleicht sollte er mal ein Wörtchen mit Paul Horner wechseln.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „NiemanLab“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Facebook“ by geralt (CC0 Public Domain)


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  • WINDOWS Chip: Erstes Update seit 20 Jahren: Microsoft renoviert wichtigen Teil von Windows: Kann man Windows 10 demnächst lediglich anhand der Augen bedienen? Eye Control nennt sich dieses Feature, welches Windows in einer Insider-Version von Windows 10 erneuert hat. Diese Funktion soll vor allem Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind, dabei helfen, einen Computer zu bedienen. Außerdem soll es weitere Neuerungen geben, wie unter anderem das Design der Kommandozeile oder Anpassungen am Browser Edge.

  • E-COMMERCE t3n: 5 Tipps: Besser werben auf Google und Amazon: Heutzutage werden in der Amazon-Suche und in den Google-Product-Listings sämtliche Produkte angeboten. E-Commerce Marketer nutzen diese Plattform immer intensiver – was auch durchaus Sinn macht. Sobald der Kunde das gewünschte Produkt in der Suche der beiden Plattformen eingibt, ist seine Kaufbereitschaft ziemlich sicher. Wie aber kann man sich diese Art zu werben zunutze machen? Hier gibt es fünf wertvolle Tipps, wie man auf Amazon und Google werben kann.

  • APPLE Heise: iPhone per iCloud von Erpressern gesperrt: Was Sie tun können: Lösegeld bezahlen, um sein eigenes iPhone, iPad oder iPod touch wieder benutzen zu können? Kriminelle haben sich die iPhone Fernsperr- und Ortungsfunktion „Mein iPhone suchen“ zunutze gemacht, um die iPhone-Besitzer zu erpressen. Erst nach Zahlung eines geforderten Lösegeldes wollen die Erpresser wieder die Geräte freigeben. Selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung beugt dem Ganzen nicht vor. Eine eigene PIN für das iPhone ermöglicht jedoch dem Nutzer auch trotz Fernsperre das Gerät zu benutzen und die Code-Sperre aufzuheben.

  • FAKE NEWS Süddeutsche: Facebooks Lügendetektor: Jetzt ist auch Facebook mit von der Partie, wenn es darum geht, Fake News aufzudecken. Hierzu möchte das soziale Netzwerk eine selbstlernende Software einsetzen, die die Beiträge anhand von verschiedenen Kriterien überprüft und in bestimmten Fällen auch anschlägt. Zudem will Facebook externe Journalisten einsetzen, um das Ganze zu unterstützen. Diesen Vorgang testet das Netzwerk vorerst an kleinen Nutzergruppen in vier Ländern, unter anderem auch in Deutschland.

  • AMAZON ECHO Spiegel: Experte zeigt Lauschangriff mit Amazons Echo: Amazon Echo als Abhörgerät. Wie ein Sicherheitsexperte herausgefunden hat, können Hacker mit ein paar einfachen Hackerwerkzeugen den intelligenten Lautsprecher von Amazon in eine Wanze umwandeln. Diese können dann ganz einfach von außen auf das Mikrofon zugreifen und die Nutzer abhören. Der Sicherheitsexperte Mark Barnes hat sich das Verfahren genauer angesehen und erklärt, wie leicht es für ihn gewesen ist Amazon Echo zu manipulieren. Anfällig für diese Hackerangriffe sind vor allem die Geräte aus den Baujahren 2015 und 2016.

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Die wahren Konsequenzen von Fake News

feedly (adapted) (image by Startup Stock Photos [CC0] via pexels)

Fake News, oder fehlerhafte Inhalte, die als tatsächliche Nachrichten verbreitet werden, haben seit der US-Präsidentenwahl im vergangenen Herbst viel Aufmerksamkeit erlangt. Auch wenn es kein neues Phänomen darstellt, kann durch den weltumspannenden Charakter dieser webbasierten Informationen internationaler Einfluss genommen werden. Infolgedessen ist dieses Thema nicht nur in den vereinigten Staaten, sondern auch in Frankreich, Italien und Deutschland relevant.

Auch wenn die Zunahme von Fake News in den letzten Monaten unverkennbar war, sind die Auswirkungen differenziert zu betrachten. Viele argumentieren, dass Fake News, die oft höchst parteiisch sind, Donald Trump dabei geholfen haben, gewählt zu werden. Es existieren sicherlich Beweise, dass Fake News hoch im Umlauf waren und zuweilen sogar wirkliche Nachrichten übertroffen haben. Jedoch zeigt nun eine nähere Analyse, dass die am meisten verbreiteten fehlerhaften Nachrichtenbeiträge lediglich von einer kleinen Anzahl von Amerikanern gesehen wurde. Die Überzeugungskraft dieser Beiträge wurde nicht getestet.

Es ist wahrscheinlich, dass diese vor allem geteilt wurden, um seine Unterstützung für einen der Kandidaten auszudrücken und nicht als Beweis, dass Nachrichtenkonsumenten den Inhalt des Nachrichtenbeitrags tatsächlich glauben. Dies wirft die Frage auf, ob Fake News überhaupt irgendwelche Auswirkungen haben und ob wir als Gesellschaft uns darüber Sorgen machen müssen.

Die Trennung von Fakt und Fiktion

Die wahre Auswirkung des steigenden Interesses in Fake News ist die Realisierung, dass die Öffentlichkeit nicht gut ausgestattet ist, um qualitativ hochwertige Informationen von falschen Informationen zu trennen. Tatsächlich ist eine Mehrheit der Amerikaner zuversichtlich, dass sie Fake News erkennen können. Als Buzzfeed amerikanische High-School-Schüler dazu befragte, waren diese überzeugt, dass sie in der Lage seien, Fake News online zu erkennen und zu ignorieren. In der Realität mag dies allerdings schwieriger sein, als die Leute denken.

Ich begann, diese Annahme in einer aktuellen Studie, die ich mit 700 Bachelorstudenten an der University of British Columbia durchgeführt habe, zu testen. Das Muster war einfach: ich zeigte Studenten eine Anzahl von Screenshots verschiedener Banner auf Webseiten – von etablierten Nachrichtenquellen wie dem Globe and Mail, eher parteiischen Quellen wie Fox News und der Huffington Post, Online-Aggregatoren wie Yahoo! News und Portalen auf sozialen Medien wie Upworthy. Ich habe sie gebeten, die Nachrichtenquellen auf einer Skala von null bis 100 auf ihre Legitimität zu prüfen.

Ich habe auch Screenshots von echten Webseiten, die Fake News verbreiten, mit aufgenommen. Einige von ihnen wurden während der US-Wahl 2016 recht schnell sehr beliebt. Eine dieser Quellen war eine Webseite mit dem Namen ABCnews.com.co. Sie sah der Webseite des Nachrichtenportals ABC News sehr ähnlich. Einige Fake-Inhalte gingen hier ziemlich schnell durchs Netz – wie beispielsweise die, die von Eric Trump retweetet wurden. Die anderen waren News zum Boston Tribune und World True News.

Die Erkenntnisse sind besorgniserregend. Obwohl die Probengruppe nach deren eigenen Angaben hauptsächlich aus politisch informierten und engagierten Nachrichtenkonsumenten bestand, sprachen die Befragten den Quellen wie ABCnews.com.co oder dem Boston Tribute mehr Legitimität zu als Yahoo! News, einer tatsächlichen Nachrichtenorganisation. Auch wenn diese Ergebnisse nur vorläufig und ein Teil einer größeren Studie sind, ergibt sich auch im Einklang mit anderen Studien folgendes Bild: Viele Menschen, besonders junge Leute, tun sich schwer daran, gute Nachrichtenquellen von fragwürdigen zu unterscheiden und ebenso zu unterscheiden, ob ein Foto authentisch ist oder nicht.

Darüber hinaus scheint Ideologie die Bewertung der Legitimität einer Nachrichtenquelle in einem besorgniserregenden Ausmaß zu beeinträchtigen. Linksorientierte Studenten sehen keinen Unterschied zwischen extremistischen Quellen wie Breitbart und Fox News. Hier werden von rechtsorientierten parteiischen Kommentaren bis hin zu den klassischen Nachrichten alle möglichen Ereignisse auf eine bestimmte Art und Weise präsentiert, die keineswegs mit journalistischen Normen im Einklang sind.

Als Ergebnis wird etwas, das wahr aussieht und sich vertrauenswürdig anfühlt – wie beispielsweise dem Boston Tribune – mehr Legitimität zugebilligt als einer tatsächlichen Nachrichtenquelle, mit der die Studenten vertraut sind, die sie aber aus ideologischen Gründen ablehnen. Im Gegenzug dazu wird etwas, das falsch aussieht und sich falsch anfühlt, wie die World True News, weniger Legitimität zugebilligt als eine richtige Nachrichtenquelle.

Doch auch wenn wir uns hier in Kanada größtenteils glücklich schätzen können, dieser Verbreitung von Fake News nicht ausgesetzt zu sein, die die aktuellen Wahlen in anderen Ländern beeinflusst haben, bedeutet dies nicht, dass wir diesem Phänomen gegenüber immun sind. In vielen Fällen wurde das Fundament dazu bereits gelegt.

Kanadier ebenso polarisiert

Studien zufolge, die von meinem Kollegen Eric Merkley durchgeführt wurden, sind Kanadier entlang ideologischer Linien zunehmend polarisiert. Diese affektierte Polarisierung hat die Auslösung von motivierter Argumentation zur Folge – eine unbewusste, beeinflusste Art, Informationen zu verarbeiten welche dazu führt, dass sogar intelligente Menschen an Unwahrheiten glauben, weil sie ihre ideologischen und parteiischen Veranlagungen unterstützen.

Darüber hinaus ist die Fragmentierung und Digitalisierung der Nachricht kein amerikanisches Phänomen, sondern weltweit vertreten. Der aktuellsten Studie zufolge beziehen 80 Prozent der Kanadier ihre Nachrichten online und nahezu 50 Prozent beziehen ihre Nachrichten auf sozialen Netzwerken, einer Plattform, welche für die Verbreitung von Fehlinformationen in den vereinigten Staaten größten verantwortlich gemacht wird. Zusammengenommen sind die Bedingungen gegeben, dass Fake News auch in Kanada Fuß fassen.

Leider gibt es keine einfache Lösung für das Problem. Die Optimierung von Algorithmen – hier versuchen Facebook und Google gerade, damit klarzukommen – kann helfen, die wahre Lösung muss allerdings von den Nachrichtenkonsumenten kommen. Sie müssen skeptischer und ebenso besser ausgerüstet sein, um die Qualität der Information, die sie antreffen, zu bewerten.

Ein wichtiger Teil dieser Strategie sollte eine gewisse Medienkompetenz beinhalten. Wir müssen die Nachrichtenkonsumenten mit Werkzeugen ausrüsten, mit denen sie die Legitimität der Nachrichtenquelle messen können. Sie müssen sich aber genauso ihrer kognitiven Voreingenommeneinheit bewusst werden. Das Problem wird ohne geeignete Maßnahmen nur größer werden, weil immer mehr Menschen ihre Nachrichten online beziehen und die politischen Strömungen sich immer mehr spalten und ins Extreme gehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Feedly“ by Startup Stock Photos (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Die Netzpiloten sind Partner der Jugendmedientage 2017

Partnergrafik_Jugendpresse-Deutschland

In München finden vom 02. bis zum 05. November die Jugendmedientage 2017 statt. Das diesjährige Motto lautet „Behind the Scenes“. Die Teilnehmenden erwarten spannenden Diskussionen, Medientouren, Erzählcafés sowie praxisnahe Workshops und darüber hinaus intensives Netzwerken mit Medienprofis und Gleichgesinnten. Die Jugendmedientage werden seit 2002 von der Jugendpresse Deutschland, dem Bundesverband junger Medienmacher, in immer wechselnden Städten veranstaltet.

Hinter dem Motto verbirgt sich die Mission, hinter die Kulissen zu schauen und Vorhänge zu lüften. Einige Fragen, die wegweisend für den Kongress sein werden, sind: Sind wir noch Puppenspieler in der eigenen, medialen Welt oder zappeln wir bereits am Ende der Strippe herum? Wer zieht wie die Fäden? Was für Zukunftsvisionen gibt es? Und was für eine Rolle spielt Populismus im Medienbereich?

In Zeiten von alternativen Fakten

Laut Oskar Vitlif, Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland, sind Fake-News, alternative Fakten und stetig sinkendes Vertrauen in die Medien Entwicklungen, denen wir uns stellen müssen. Eine Möglichkeit, um das zu tun, ist Transparenz. Er freue sich daher sehr, „mit den Jugendmedientagen 2017 nach München zu kommen, um an einem der wichtigsten Medienstandorte Deutschlands gemeinsam mit den Teilnehmenden hinter die Kulissen der Medienlandschaft zu blicken.

Zu den Speakern, auf die ihr euch freuen könnt, gehören:

Die Location ist die Berufsoberschule Wirtschaft München (BOS).

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Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist kurzsichtig und gefährlich

Zensur (adapted) (Image by stevepb [CC0 Public Domain] via pixabay)

Das kürzlich verabschiedete Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll der effektiveren Bekämpfung von strafbaren Inhalten wie Fake News und Hate Speech in sozialen Medien und Kommentarspalten dienen. Während dies jedoch ein lobenswertes und wichtiges Ziel ist, ist das Endresultat, das eigentliche, nun verabschiedete Gesetz, ein höchst bedenkliches und problematisches Werk. Es steckt voller handwerklicher Schwächen und – versehentlicher oder gewollter – Unklarheiten. Zudem kommen Infrastruktur-Betreiber in eine Position, die sie, in ihrem eigene Interesse wie dem der Allgemeinheit, nicht haben sollten.

Ein Gesetz gegen Hass und Fake News

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz oder „Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken“ soll die Bekämpfung von strafbaren Äußerungen in sozialen Netzwerken und anderen Online-Diskussionsplattformen erleichtern. Insbesondere richtet sich das Gesetz gegen hasserfüllte, diskriminierende und verhetzende Äußerungen („Hate Speech“) sowie bewusste, manipulative Falschaussagen („Fake News“).

Wie viele Sicherheitsgesetze der letzten Zeit (darunter das neue Staatstrojaner-Gesetz) wurde auch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz mit wenig öffentlicher Diskussion und zudem kurz vor der Sommerpause verabschiedet. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesetzesentwurf fand so kaum statt.

Eine problematische Diskussionskultur

Einige der im Gesetzesentwurf angebrachten Punkte sind durchaus richtig und bedenkenswert. So ist es leider tatsächlich zu beobachten, dass sich die Diskussionskultur im Internet in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hat und viele beleidigende oder sogar verhetzende Aussagen ihren Weg auch auf Mainstream-Plattformen finden. Im Sinne des sozialen Friedens sollte für diese Problematik eine Lösung gefunden werden.

Auch auf die Verlässlichkeit von Nachrichten und scheinbar faktenbasierten Aussagen kann man sich häufig nicht verlassen. Von Beginn an fanden sich im Internet neben hilfreichen Wissensquellen auch Falschmeldungen, Hoaxes und wilde Verschwörungstheorien. In den letzten Jahren hat diese Problematik jedoch eine neue Qualität angenommen. Staatliche oder anderweitig politisch motivierte Akteure verbreiten ganz bewusst Falschaussagen und Propaganda, die sich als sachliche Berichterstattung tarnen, sogenannte „Fake News“. Für Laien ist der Unterschied oft kaum zu erkennen. Auch dieses Problem harrt einer Lösung.

Gefahr einer Überregulierung

Während jedoch die dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz zugrunde liegende Problematik durchaus zutreffend beschrieben wird, ist die durch das Gesetz präsentierte „Lösung“ des Problems von der denkbar schlechtesten Sorte. Das Gesetz sieht vor, dass den Betreibern sozialer Netzwerke eine kurze Frist – 24 Stunden bei „offensichtlich strafbaren“ Inhalten, eine Woche bei weniger klaren Fällen – eingeräumt wird, problematische Inhalte zu löschen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, drohen empfindliche Bußgelder.

Innerhalb dieser kurzen Frist ist es kaum möglich, jeden Fall einzeln mit der gebotenen Sorgfalt zu prüfen. Das gilt umso mehr, als es ja die Betreiber der Infrastruktur sind, die diese Prüfung vornehmen müssen. Ihnen fällt somit eine Rolle zu, die niemals vorgesehen war. Einerseits bedeutet das für die Diensteanbieter eine große zusätzliche Belastung, die nichts mit ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich eine Plattform bereitzustellen, auf der andere Menschen sich austauschen können, zu tun hat. Andererseits bringt es sie in eine unpassende Machtposition. Über die Strafbarkeit von Inhalten sollte normalerweise ein Richter entscheiden, nicht irgendein Angestellter eines Online-Diensteanbieters. Natürlich können und dürfen Plattform-Betreiber unerwünschte Inhalte löschen – sie dürfen dabei aber nicht, wie es mit dem neuen Gesetz der Fall sein wird, unter massiven Druck von außen kommen.

Ein wahrscheinliches Szenario, das auch viele Kritiker bereits angesprochen haben, ist, dass die Provider auf Nummer sicher gehen wollen. Um keine problematischen Inhalte zu übersehen und dafür belangt zu werden, könnten sie einfach alle auch nur potentiell anstößigen oder kontroversen Äußerungen löschen. Es ist bekannt, dass viele Unternehmen, wenn sie politischen Druck fürchten, in vorausschauendem Gehorsam auch legale, aber umstrittene oder politisch missliebige Inhalte löschen. Ein ähnliches Verhalten als Reaktion auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist also durchaus nicht unwahrscheinlich. So aber wird eine der großen Stärken des Internet, die Möglichkeit einer offenen, kontroversen Diskussion, stark beschnitten und somit das Potential des Mediums, Freiheit und Demokratie zu fördern, massiv eingeschränkt.

Ein hoher Preis für fragwürdigen Erfolg

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist, wie so viele deutsche Gesetze der letzten Jahre gerade im Bereich der Telekommunikation, kurzsichtig und gefährlich. Es versucht ein reales Problem durch ungeeignete und dabei übermäßig restriktive Maßnahmen zu lösen.

Eine alternative Patentlösung für den Umgang mit Hate Speech und Fake News gibt es nicht. Allerdings existieren sehr wohl einige lobenswerte Ansätze, die dabei die Meinungsfreiheit ungefährdet lassen. So erzielen einige Aktivistinnen und Aktivisten im Umgang mit Hate Speech gute Ergebnisse mit sachlicher, höflicher Gegen-Argumentation. So werden zwar selten die geistigen Brandstifter, aber in vielen Fällen doch die mitlesende, noch unsichere Mehrheit erreicht. Auch eine Strafverfolgung derartiger Äußerungen kann natürlich eine sinnvolle Antwort sein – aber unter Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien und ohne Zensur oder eine verdachtsunabhängige Überwachung heranzuziehen. Gegen Fake News hilft Aufklärung und die Vermittlung von mehr Medienkompetenz, verbunden womöglich mit Einrichtungen wie einem Rating-System für die Verlässlichkeit bestimmter Quellen. Auch der im Netzwerkdurchsetzungsgesetz geforderte neue Posten eines Ansprechpartners, bei dem problematische Inhalte gemeldet werden können, ist eine gute Idee. Last but not least gilt es natürlich auch, die sozialen Probleme anzugehen, die derzeit eine Reihe von Menschen zur Flucht in dumme und hasserfüllte politische Positionen treiben.

Die genannten alternativen Lösungen können das Internet zwar nicht auf magische Weise von seiner problematischen Diskussionskultur befreien. Das aber wird das Netzwerkdurchsetzungsgesetz auch nicht. Dafür zahlen wir für die scheinbare Verbesserung, die das Gesetz bringt, den Preis einer problematischen Zensur-Infrastruktur, die das Potential hat, die Meinungsfreiheit im Netz massiv einzuschränken.


Image (adapted) „Zensur“ by stevepb (CC0 Public Domain)


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  • GOOGLE süddeutsche zeitung: Warum Google sich wie die Kirche im Mittelalter verhält: Pfingsten bringt die Menschen näher durch den heiligen Geist so heißt es, welcher die Verständigung aller ermöglichte. Und auch heutzutage feiern wir eine neue Art des Pfingsten, das technische Pfingsten. Durch moderne Netzwerke wird die weltweite Verständigung mithilfe von Übersetzungssoftwaren und Glasfaserkabeln ermöglicht. Doch was bedeutet es für uns, wenn mächtige Konzerne wie Google und Facebook nun göttliche Attribute wie Allwissenheit übernehmen? Werden sie unsere neue katholische Kirche, die die Menschheit statt durch Beichten, fortan mithilfe von exzessivem Datensammeln kontrolliert? Ein spannender Artikel über die Frage nach dem Umgang mit Monopolisten und der Notwendigkeit einer erneuten Reformation.

  • FACEBOOK gruenderszene: Warum ich weiter Fox News, Breitbart und Russia Today folge: Der Chef von Facebook möchte für eine sichere Plattform beitragen, Adé also zu Fake News und Hate Speeches. Im Kampf gegen diese Probleme soll hierbei die eigens engagierte Organisation News Integrity Initiative des US-Journalisten Jeff Jarvis helfen. Diese wird zusätzlich von zwei deutschen Instituten unterstützt, das Hans-Bredow-Institut in Hamburg und die Hamburg Media School. Kosten lässt sich Facebook diesen Spaß satte 14 Millionen Dollar. Der Kommentar von Frank Schmiechen setzt sich mit der Frage auseinander, welche Folgen ein solcher Eingriff haben könne und ob es sich hierbei schon um eine konkrete Zensur der Medienberichterstattung handle. Denn besteht nicht gerade in der Vielfältigkeit der Quellen die Stärke des Netzwerkes?

  • ANDROID 7 golem: Das Warten auf Android 7 könnte vergebens sein: Das Update Android 7.0 alias Nougat, darauf warten die Besitzer des Oneplus Two nun schon seit einem Jahr und jetzt angeblich doch keins? Die offizielle Rückmeldung blieb bis jetzt noch aus, doch die Gerüchteküche via Twitter und Co. brodelt. Zu dem Oneplus Five, welches bald erwartet wird, meldete sich der Oneplus-Unternehmenschef dafür schon, demnach soll es Apps schnell verfügbar machen und eine hohe Geschwindigkeit aufweisen. Informationen über den Preis sind noch nicht gegeben, sollte sich aber im vertretbaren Rahmen befinden.

  • ADBLOCKER heise: Verlegerverband warnt vor Googles Adblocker: Google will mit einem eigenem Adblocker in Chrome gegen die störende Werbung vorgehen. Heuchlerisch empfinden das die Mitglieder des Verlegerbandes, denn Googles Adblocker würde gegen die eigene Werbung weniger intensiv vorgehen. Nun stellt sich die Frage nach einem generellen Adblocker-Verbot.

  • DARKNET gruenderszene: Der bekannteste Gründer aus dem Darknet kommt lebenslang hinter Gitter: Der Prozess geht für Ross Ulbricht nicht gut aus. Der Gründer von Silk Road, eine Plattform im Darknet, die sich unter anderem mit dem Verkauf von Drogen befasst, wird nun zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Hoffnung auf eine mildere Strafe aufgrund des Umstandes, dass sich zwei seiner im Prozess beteiligten Regierungsmitarbeiter selbst straffällig gemacht haben, empfand das Berufungsgericht Second Circuit als keinen ausreichenden Grund die Strafe zu minimieren.

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Aus dem Werkzeug der Befreiung wurde ein Werkzeug der „Alt Right“ – Über die Okkupation von Utopien

Journalism (adapted) Image by John Mark Kuznietsov (CC0) via Unsplash

Die massenmedialen Gatekeeper werden durch die Zersplitterung der Netzöffentlichkeit vom Thron gestoßen und es wächst die Ratlosigkeit, wie dieses Vakuum sinnvoll gefüllt werden kann. Die Türwächter konnten früher entscheiden, was in die Öffentlichkeit weiterbefördert und was zurückgehalten wird. „Jede Zeitung, wenn sie den Leser erreicht, ist das Ergebnis einer ganzen Serie von Selektionen“, so der Medienkritiker Walter Lippmann in seinem Buch „Public Opinion“, erschienen 1922 (!).

Die Auswahlkriterien der Gatekeeper erzeugten bewusst oder unbewusst eine Vereinheitlichung der Berichterstattung und eine gewisse Berechenbarkeit. Diese Deutungshoheit zerbröselt mit den Möglichkeiten des Netzes, eigene Öffentlichkeiten zu erzeugen. Die Mediennutzer sind keine neutralen ‚Transmissionsriemen‘ für journalistische Produkte, sondern liefern ihrem Publikum auch individuelle Schemata für die Auslegung der Beiträge. Das war allerdings schon in analogen Zeiten so. Nur beschränkte sich die Multiplikator-Funktion auf Arbeitskollegen, Familie und Freunde.

Reichweite der persönlichen Öffentlichkeiten steigt

In den persönlichen Öffentlichkeiten der Netzwerke ist die Reichweite größer. Das von der Demoskopin Noelle-Neumann beobachtete „doppelte Meinungsklima“ – also das Auseinanderdriften von Bevölkerungsmeinung und Medientenor – kommt immer häufiger vor. „Die Dynamik in sozialen Netzwerken ist nicht so sehr geprägt von tradierten Hierarchien und Jahrzehnte alten Rollenmustern, sondern von den kurzfristig aufsummierten Handlungen vieler Menschen“, so der Wiener Kommunikationsforscher Axel Maireder.

Die Potenziale, Deutungsmacht zu erlangen, sind sehr viel breiter verteilt als früher, nicht nur auf klassische Öffentlichkeitsberufe wie Journalisten und Politiker. Eigentlich das perfekte Szenario, um die emanzipativen Utopien der Schriftsteller Bertolt Brecht und Hans-Magnus Enzensberger mit Leben zu füllen.

Der Rundfunk wäre nach Meinung von Brecht der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. Seine Gedanken brachte Brecht zwischen 1927 und 1932 zu Papier und sie bezogen sich natürlich „nur“ auf den Hörfunk. Er dachte an direkte Interaktion mittels Radio über ein funkbasiertes Telefonkonferenzsystem, das die Enträumlichung der Kommunikation möglich machen sollte und zwar live. Visionäre Gedanken in einer Zeit, wo man über Jedermann-Technologie für den Rundfunk noch nicht einmal in Ansätzen verfügte.

Aber selbst im Jahr 1970, als Enzensberger seinen „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ entwickelte, war man noch weit entfernt von den Bedingungen, die wir heute vorfinden. Wie auch Brecht fordert er, dass die Distributionsapparate in Kommunikationsapparate umgewandelt werden. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ungehindert zu informieren und auszutauschen. Und das gehe nur, wenn man die Trennung zwischen Produzenten und Rezipienten überwindet.

Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand diverse TV-Piratensender in den 70er Jahren mit simpler Videorekorder-Technik treiben mussten, um über „Open Channel“ einige Häuser im eigenen Stadtviertel erreichen zu können, wird man den Unterschied zu den Optionen von Diensten des Social Webs schnell erkennen – für Audio, Video und für die verschriftete Kommunikation. Damals reichte der Radius nur bis zu regionalen Initiativen, Protestaktionen und Nachbarschaftsfesten. Heute ist beides möglich: Hyperlokale Formate, und Formate mit internationaler Ausrichtung.

Reaktionäre entdecken die Jedermann-Medien

Mobil und stationär sind die Möglichkeiten zum Senden und Empfangen nahezu unbegrenzt. Eine emanzipatorische und aufgeklärte Öffentlichkeit war nicht nur das Ziel von Brecht und Enzensberger. Nun erleben wir die Okkupation der Jedermann-Medien durch reaktionäre, nationalistische und autoritäre Kräfte – wir erleben nicht nur Gegenteil-Tage, sondern eine Gegenteil-Epoche: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“, so heißt es in der Ballade des Zauberlehrlings aus der Feder von Goethe. Ähnlich ratlos reagieren die Medienprofis auf die veränderte Gemengelage neuer Öffentlichkeiten. In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dominierte eine eher linke kritische Öffentlichkeit. Angefangen bei der Gruppe 47, der APO-Bewegung bis zur Friedens- und Ökologie-Szene. „Sich gegen eine rechte Öffentlichkeit zu positionieren, stand gar nicht zur Debatte“, so Stephan Porombka, Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der UdK Berlin.

Die Medien seien dazu da, die Macht zu beobachten, zu kritisieren, einen öffentlichen Diskurs aufzubauen, möglichst viele Stimmen zu beteiligen und damit das politische Geschäft durch Beobachtung zu beflügeln. „Jetzt hat sich das völlig geändert. Wir erleben das erste Mal das Phänomen einer rechten Öffentlichkeit und die hat zu tun mit den niedrigen Eingangsschwellen des Social Webs“, erläutert Porombka im ichsagmal.com-Gespräch. Fest steht: Die Hürden der kritischen und intellektuellen Öffentlichkeit waren früher viel höher.

Wie die Utopien des Social Webs gekapert wurden – Gespräch mit Stephan Porombka

Posted by Gunnar Sohn on Dienstag, 30. Mai 2017

Ringen um die kulturelle Hegemonie

„Jetzt gibt es die Möglichkeit, in öffentliche Diskurse einzusteigen und mit kleinsten Beiträgen den größten Effekt zu erzielen und Streit vom Zaun zu brechen.“ Eine plurale und offene Gesellschaft bietet die Werkzeuge, um geschlossene, autokratische und nationalistische Verhältnisse hervorzubringen. Es gehen nach Auffassung von Porombka eine Menge Utopien den Bach runter oder werden gar von rechten Bewegungen okkupiert. Begriffe und Ideen werden von rechts besetzt, um kulturelle Hegemonie zu erlangen. „Im politischen Diskurs müssen wir diese Begriffe wieder feiner schleifen und auf ihre Potenziale überprüfen. Wir dürfen sie nicht als folgenlose Buzzwords benutzen, sondern müssen sie inhaltlich neu justieren“, fordert der UdK-Wissenschaftler. Wie kann man verhindern, dass man zum Lautsprecher von rückwärtsgewandten Kräften degradiert wird?

Relativismus stärkt die Feinde der Demokratie

Folgt man dem amerikanischen Philosophen Paul Boghossian, hat der konstruktivistische Relativismus den populistischen Trittbrettfahrern die Erlangung der Diskurshoheit erleichtert. Die Protagonisten dieser Denkschule, die sich in fast allen Wissenschaftsdisziplinen und in Medien ausbreitet, werden mit ihren eigenen Waffen geschlagen. „Aus dem Werkzeug der Befreiung wurde ein Werkzeug der ‚Alt Right’“, sagt Boghossian im Interview mit der Zeitschrift „Hohe Luft“.

Der Relativismus sage ja, jede Überzeugung ist gleich richtig und wichtig. Aber man müsse doch fragen, ob man erwiesenermaßen falschen Überzeugungen wie dem Kreationismus wirklich Sendezeit geben sollte. „Mich persönlich berührt das, wenn es um den Völkermord an den Armeniern geht, weil meine Familie ihn überlebt hat. Aber die Türkei bestreitet ihn. Und obwohl die Beweise erdrückend sind, heißt es im Fernsehen ‚einerseits, andererseits’“, so Boghossian. Man könnte es auch unter die ironische Überschrift stellen: Gesellschaft, die alle Wahrheit für relativ erklärt hat, ist plötzlich besorgt über Fake News.

Man müsse sich stärker an den Fakten ausrichten und über das Richtige und Falsche hart ringen. Es gibt Tatsachen, an denen sich jeder messen lassen muss. Gerade das ist die Essenz des Pluralismus. Das Notiz-Amt sieht hier Nachholbedarf. Wenn wir beispielsweise mehrheitlich davon überzeugt sind, dass die Mütter und Väter mit dem Grundgesetz eine gute und robuste Verfassung (!) im Bonner Museum König erarbeitet und beschlossen haben, dann sollten wir das in aller Deutlichkeit sagen und uns im Diskurs nicht im Negieren der gegnerischen Positionen verlieren.


Image (adapted) „Journalism“  by John Mark Kuznietsov (CC0 Public Domain)


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  • NETZWELTsüddeutsche zeitung: Fadi spielt um sein Leben: Eine Freundschaft über alle Grenzen. Kennengelernt haben die beiden Männer sich über das Spiel „Plants vs. Zombies Heroes“. Der eine aus Damaskus, der andere aus Cobur. Zwischen den Beiden beginnt sich eine Art Freundschaft zu entwickeln. Der Austausch über Musik und Hobbies weicht dem Austausch über Familie und Lebensumstände. So kommt die Idee Ayan nach DEU zu bringen…

  • ÜBERWACHUNG mashable: Teachers are using facial recognition to see if students are paying attention Eine Schule in Frankreich überrascht mit einem Programm, welches unaufmerksame Schüler entlarvt. Mithilfe von Psychologen werden nun Webcams entwickelt, die die Augenbewegung und Gesichtsausdrücke der Schüler untersuchen. Diese Errungenschaft soll selbstverständlich kein Ersatz für die Lehrer werden, sondern diene der Unterstützung von Kindern aus sozial schwächeren Verhältnissen in ihrer schulischen Laufbahn. Die Daten werden zwar nicht gesammelt, dennoch wird sich die Schule die Frage stellen müssen, wie sie mit diesen sensiblen Daten umzugehen haben werde.

  • TWITTERthe new york times: How Twitter Is Being Gamed to Feed Misinformation: Facebook stand in harter Kritik aufgrund der „Fake News“, Twitter, als weiteres soziales Netzwerk wurde hierbei jedoch bis jetzt übergangen. Denn auch Twitter beeinflusst die Medienwiedergabe, unwichtige Themen werden über wichtige gestellt und die Gefahr in der Verbreitung von Propaganda und Falsch-Informationen besteht genau sowie bei Facebook auch bei Twitter. Die Plattform kann kleine Gruppen als sehr groß darstellen, beispielsweise durch Bots. So können Falschinformationen durch große Like und Retweet Anzahlen bedeutsamer wirken. Twitter als eine neue Oase für Manipulatoren?

  • FACEBOOK gründerszene: Mit dieser Unternehmenskultur wurde Facebook groß
    Der einstige Facebook-Manager Antonio García Martínez verrät die Geheimnisse des Erfolgs von sozialen Netzwerken. Neben einem enormen Durchhaltevermögen, sei auch Mark Zuckerbergs Marketing Grund für Facebooks Berühmtheit. Zu Zuckerbergs Marketing gehörten zum Einen das Ausprobieren über „Hackathons“, Veranstaltungen bei denen neue Produkte entwickelt und ausprobiert werden, zum anderen die spätere Vermarktung des Produktes, von dessen Erfolg man schon von Anfang überzeugt war.

  • REKORDhorizont: Facebook zählt mehr als 30 Millionen Nutzer in Deutschland a> Facebook ist und bleibt eines der wichtigsten sozialen Netzwerke. Dies zeigt sich bei der aktuellen Verkündung-, mehr als 30 Millionen Deutsche nutzen Facebook, mobil sind es 27 Mio. Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook bedankt sich im Namen von Facebook für dieses Engagement unter anderem bei 30 deutschen Gruppen.

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Leaks und Fake News bei der Frankreich-Wahl

Frankreichleaks

Im Umfeld der französischen Präsidentschaftswahl wurden angebliche Leaks über den Kandidaten Emmanuel Macron gepostet. Den Wahlausgang konnten sie nicht nachhaltig beeinflussen. Sie zeigen aber zweifellos, wie kompliziert das Internet und die Suche nach der Wahrheit mittlerweile geworden sind. Das sollte uns natürlich nicht dazu bewegen, die Suche nach der Wahrheit aufzugeben – wohl aber dazu, Informationen und die Motive ihrer Urheber und derjenigen, die sie weiter verbreiten, stets kritisch zu hinterfragen.

Leak gegen Emmanuel Macron

In Frankreich wurde gewählt. Nachdem der parteilose Kandidat Emmanuel Macron und Marine Le Pen von der rechtspopulistischen Front National aus dem ersten Wahlgang als stärkste Kandidaten hervorgegangen waren, kam es zwischen ihnen am 7. Mai 2017 zu einer Stichwahl. Diese konnte Macron deutlich für sich entscheiden und wird somit nun das höchste Staatsamt in Frankreich bekleiden.

Das Wahl-Wochenende wurde allerdings von einigen spektakulären und chaotischen Meldungen überschattet. Im Internet tauchten große Mengen geleakter Dokumente über Macron, erbeutet in einem „spektakulären Hacker-Angriff“. Publiziert wurden diese von der „En Marche!“-Bewegung. Deren Identität ist unklar – Verbindungen zu WikiLeaks stellten sich bald als Gerücht heraus – doch es wird vermutet, dass sie rechtspopulistischen Bewegungen nahe stehen. Weiter verbreitet wurden die Dokumente jedenfalls ganz gezielt von Macrons politischen Gegnern.

Spekulationen, dass der Hack von russischen Kräften initiiert wurde – womöglich von denselben, die auch die US-Wahlen durch gezielte Leaks gegen Hillary Clinton zu beeinflussen versuchten – haben eine gewisse Plausibilität, lassen sich aber aktuell nicht endgültig beweisen.

Veröffentlichungs-Verbot

Den französischen Medien wurde untersagt, über die Leaks zu berichten. Auch Macron selbst und seine politische Gegnerin Le Pen durften sich nicht dazu äußern. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine sinistere Zensurmaßnahme. In Frankreich hat es vielmehr Tradition, dass in den letzten Stunden vor der Wahl keine politische Diskussion mehr stattfinden darf.

Zudem, so die französische Wahlkommission, enthalte der Leak falsche oder zumindest auf die Schnelle nicht überprüfbare Informationen. Das ist zweifellos richtig. In dem gigantischen Datenpaket finden sich sogar Dokumente, die Macron gar nicht direkt betreffen. Andere bedürfen einer wochen- oder gar monatelangen Recherche, um die Relevanz und den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Ein taktisch günstiger Moment?

Was also bezweckte dieser Leak – und warum wurde er so kurz vor der Wahl an die Öffentlichkeit gebracht, obwohl der dahinter stehende Hackerangriff wahrscheinlich bereits Anfang April erfolgte?

Die wahrscheinlichste Antwort lautet, dass es sich um eine taktische Entscheidung von Leuten handelte, die Macron nicht gerade wohl gesonnen sind. Auch und gerade, wenn der Leak wenig inkriminierendes Material hergibt, stiftet seine Präsentation so kurz vor der Wahl und ohne Möglichkeit zur Stellungnahme reichlich Verwirrung. Dass Macron sich – wie viele andere Akteure in Zeiten des Internet – bereits zuvor mit Fake News und Desinformation herumschlagen musste – so wurde ihm ohne belastbare Anhaltspunkte Steuerhinterziehung unterstellt – macht dieses Szenario noch wahrscheinlicher.

Rund um die Vorfälle entwickelten sich schnell allerhand abstruse Theorien. Gerade über die Rolle der Russen wurde hitzig diskutiert. In vielen Fällen waren die vertretenen Thesen wohl eindeutig ins Reich der Verschwörungstheorien einzuordnen. Für eine sachliche politische Diskussion sorgte all das nicht gerade.

Kritisch bleiben – auch gegen Leaks

Auch wenn der Ausgang der Wahl letztendlich nicht beeinflusst wurde, sind die Geschehnisse in Frankreich sowohl interessant als auch Besorgnis erregend. Klar ist: Leaks sind eine effektive Waffe gegen Machtmissbrauch und unangemessene Geheimnistuerei von Regierungen und anderen Führungspersönlichkeiten.

Wie jedes Werkzeug kann allerdings auch dieses missbräuchlich eingesetzt werden. Genau das ist wohl im vorliegenden Fall geschehen. Wo Leaks nicht mehr der Suche nach der Wahrheit, sondern im Gegenteil nur noch der Desinformation und dem Anschwärzen missliebiger Personen dienen, verfehlen sie ihren eigentlichen Zweck meilenweit. Das müssen wir anprangern.

Der Fall Macron zeigt, wie wichtig es ist, Nachrichten kritisch zu hinterfragen und angeblichen Leaks ebenso wie jeder anderen Information zunächst mit Skepsis zu begegnen. Medienkompetenz war nie schwerer – doch sie war auch nie wichtiger.


Image (adapted) „227710“ by Gandosh Ganbaatar (CC0 Public Domain)


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  • ROBOTER heise: Wir sollten vorbereitet sein: Laut einer US-Studie soll jeder Roboter rund 3 menschliche Arbeitskräfte ersetzen. Zwei Ökonomen hatten sich mit dieser Thematik im Zuge der Debatte um die Auswirkungen von intelligenten Maschinen auf den Arbeitsmarkt auseinander gesetzt. Daron Acemoglu vom MIT und Pacual Restrepo von der Boston University haben anhand von Daten aus der Vergangenheit ermittelt, dass Roboter bis zu 6,2 Prozent menschlicher Arbeitskräfte ersetzen können. Was das über die Zukunft der Arbeit aussagt, ist aber noch ungewiss.

  • GOOGLE spiegel: Google will Fake News in Suchergebnissen bekämpfen: “Project Owl” ist ein neues Projekt von Google, welches gestern angekündigt wurde und “minderwertigen Content” aus den Suchergebnissen und anderen Diensten verbannen soll. Damit geht Google gezielt gegen Fake News und Hassbotschaften vor. Websiten sollen demnach zunächst von Testpersonen bewertet werden, um auch die Treffsicherheit des Algorithmus zu verbessern. Google wird bei Autocomplete-Vorschlägen künftig auf Begriffe verzichten, die als sexuelle Beschimpfung, Hassrede oder als Bedrohung bestimmter Gruppen empfunden werden können. Die Begriffe können zudem bewertet und gemeldet werden.

  • FACEBOOK zeit: Facebook darf WhatsApp-Daten weiterhin nicht nutzen: In Hamburg hat ein Gerichtsbeschluss Facebook darin eingeschränkt, auf personenbezogene Daten deutscher WhatsApp-Nutzer zuzugreifen. Facebook hat den Messaging-Dienst zwar 2014 gekauft, das Urteil schützt jetzt jedoch Telefonnummern und personenbezogene Daten, wenn die Betroffenen nicht eingewilligt haben. Auch zu den verschlüsselten Kurznachrichten wird Facebook weiterhin keinen Zugang haben, da diese verschlüsselt sind.

  • GEAR 360 curved: Samsung Gear 360 (2017) im Test: Schon die erste Gear 360 machte vieles richtig, aber die neue 2017er Version will noch vieles besser machen. 360-Grad-Fotos und –Livestreams sollen noch besser gemacht werden und vor allem soll sie mit fast allen Smartphones funktionieren – der Vorgänger war nur mit Galaxy-Geräten von Samsung kompatibel. Verwendbar ist sie aber selbstverständlich auch gänzlich ohne Smartphone. Die neue Gear verfügt über einen Griff, die Kugelform und ein benötigtes Stativ entfallen also. Fotos erreichen eine maximale Auflösung von 15 Megapixeln.

  • UBER watson: Uber stellt Pläne für fliegende Taxis vor – erste Tests ab 2020: Uber hebt ab und hat eingies vor! Das Unternehmen stellte gestern Pläne vor, ab 2020 erste Tests für fliegende Taxis durchzuführen. In den jeweiligen Städten sollen dann sogenannte “Vertiports” die Fluggeräte starten und landen lassen können. Das Projekt ist zunächst nur für Dallas und Dubai geplant. Das Unternehmen argumentiert, dass die Straßen vollgestopft mit Autos und teuer im Unterhalt seien und man deshalb in die Luft ausweichen müsse. Beförderungskosten sollen zudem zeitnah mit denen von heutigen Fahrdiensten vergleichbar sein. Aber Uber ist nicht das einzige Unternehmen, das hoch hinaus will.

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Du bist der neue Gatekeeper der Nachrichten

strategy (adapted) (Image by PDPics [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Als Nachrichtenkonsument sieht man sich heutzutage mit einer Flut sogenannter Fake News und falscher Informationen konfrontiert. Zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden, wird dabei zunehmend schwieriger.

Früher durchsiebten Nachrichtenagenturen die Nachrichten und versuchten, deren Stichhaltigkeit und Wahrheitsgehalt zu ermitteln. Vertrauen in die von ihnen berichteten Inhalte wurde ein wichtiger Teil der Reputation eines Journalisten. Aber das war einmal.

Du bist Teil des Problems

Die Rolle des Gatekeepers, die die traditionellen Zeitungs- und Fernsehnachrichten einst innehatten, fällt heute uns allen zu. Heutzutage nimmt jeder die Position eines Herausgebers ein. Neue Technologien haben den Prozess des Nachrichtenverbreitens oder -ausdenkens demokratisiert. Es entscheiden nicht länger die Journalisten, was publik gemacht wird. Informationen fließen ungehindert und unkontrolliert durch das Internet. Dabei füllen sie eine Vielzahl von Webseiten, Blogs und Tweets.

Das alles gelangt über soziale Netzwerke auf unsere Laptops, Tablets und Smartphones. Jeder, der auf Facebook eine Nachrichtenmeldung postet, teilt oder auf Twitter einen Link retweetet,  nimmt eine Rolle ein, die früher nur mächtige Medienmitarbeiter innehatten. Das heutige Problem liegt darin, dass die meisten „Herausgeber“ in sozialen Netzwerken ihre Verantwortung für das, was sie posten, nicht bedenken.

Fake News sind allerdings nichts Neues. Thomas Jefferson klagte schon 1807: „Nichts, das in einer Zeitung steht, kann heute noch geglaubt werden.“ Jeffersons Kommentar zeigt nur eine von vielen Sichtweisen bezüglich Nachrichten, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Fake News gab es bereits im Jahr 1475 in Italien, als ein Priester falsche Behauptungen über das Verschwinden eines Kindes verbreitete. Sogar in der politische Schlacht zwischen Marcus Antonius und Octavian um die Nachfolge des ermordeten Julius Cäsar wurden Fake News genutzt: Octavian nutzte Fake News, um Cäsars Nachfolge anzutreten.

Es ist nicht so, dass die früheren Gatekeeper unfehlbar oder konsequent unpolitisch waren. Aber in der heutigen digitalisierten Welt befinden wir uns in Hinblick auf Informationen in einer Verkettung unglücklicher Umstände. Die Gleichung, die ich dafür anstellen würde, wäre: Geschwindigkeit + Menge = Unbeständigkeit. All die Nachrichten im Internet verbreiten sich so schnell und überrennen uns mit so viel, dass das Ergebnis unberechenbar gefährlich wird.

Einige Leute, die soziale Netzwerke nutzen, überprüfen, was sie veröffentlichen. Andere retweeten oder leiten Informationen einfach weiter, ohne sie genau zu lesen oder sie gar mit angemessener Sorgfalt auf Richtigkeit zu überprüfen. Das spielt denjenigen in die Karten, die Fake News produzieren. Während einige glauben, dass es ihr Ziel sei, den Leuten etwas vorzumachen, erklärt der Pressekritiker Tom Rosenstiel: „Das Ziel von Fake News ist nicht, dass die Leute sie glauben sollen. Es geht darum, sie alle Nachrichten anzweifeln zu lassen.“

Manche mögen glauben, dass junge Menschen mit ihrem Verständnis für soziale Medien besser in der Lage sein könnten, die Informationen, die sie konsumieren, zu bewerten. Eine Studie der Universität Stanford kam zu dem schockierenden Ergebnis, dass viele von ihnen nicht in der Lage waren, „die Glaubwürdigkeit solcher Informationen zu beurteilen“. Die Studie stellte heraus, dass mehr als 80 Prozent der Schüler der sechsten bis achten Klasse gesponsorte Inhalte als tatsächliche Nachrichten wahrnahm. Oberstufenschüler überprüften Bilder nicht. Die meisten Hochschulstudenten erwarteten keine Voreingenommenheit in Tweets von Aktivistengruppen.

Verbessere deine Fähigkeiten

Was sollen Nachrichtenkonsumenten also machen? Wie können sie als ihre eigenen Gatekeeper handeln und Wachsamkeit und Prüfung walten lassen wie die besten Herausgeber und Journalisten der alten Schule?

So kann es klappen:

  1. Überprüfe die Quelle. Das scheint vielleicht sehr grundlegend, aber es ist leicht, nur die Überschrift zu lesen, ohne darauf zu achten, wer der Verfasser ist. Autoren und Webseiten nutzen ihre eigenen Sichtweisen. Manche wollen einen ausgeglichenen Einblick geben, manche vertreten eine bestimmte Meinung, wieder andere wollen dich täuschen.

Informiere dich über Autor und Inhalt. Kennst du die Quelle, den Twitter-Account oder den Blog? Hast du dort schon einmal etwas gelesen? Lies andere Werke von ihnen. Schau, ob Autoren, denen du vertraust, auch darauf verweisen.

  1. Überprüfe die Informationen. Bestätigen andere Quellen, was du liest, siehst oder hörst? Hast du Überprüfungsseiten wie Snopes, Politifact oder FactCheck.org benutzt?

Snopes berichtete beispielsweise, dass  ein paar der vertwitterten Bilder der Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2017 bereits Wochen oder Jahre früher aufgenommen wurden. Eines war ein Bild vom Treffen des Kansas Royal-Baseball-Teams. Politifact wies darauf hin, dass die Behauptung von Trumps Pressesprecher, die Amtseinführung hätte das größte Publikum gehabt – und hier durfte es keine Widerrede geben – von anderen Messungen wiederlegt wurde. FactCheck.org stellte fest, dass der frühere Präsident Barack Obama „fälschlicherweise behauptet hat, dass ein Vertrag, den er 2011 mit Russland unterzeichnet hat‚ ‚unsere nuklearen Bestände wesentlich reduziert hat, sowohl die von Russland als auch die der USA.'“

Dick Grefe, Bibliothekar an der Washington und der Lee University, wies mich darauf hin, dass zwei Professoren an der University of Washington beabsichtigen, einen Kurs mit dem Titel „So sieht Blödsinn aus: Im Zeitalter von Big Data“ anzubieten. Der Kurs hätte „den Schwerpunkt, den Bullshit, der verkleidet als wissenschaftlicher Diskurs daherkommt“. Fakes beschränken sich nicht auf Nachrichten.

  1. Hüte dich vor deiner eigenen Voreingenommenheit. Denke daran, dass wir dazu neigen, Nachrichten mit unseren eigenen vorhandenen Vorurteilen zu lesen, zu hören und anzusehen. Wir bewerten Informationen danach, ob sie das unterstützen, was wir bereits glauben. Es kann leicht sein, das abzuwerten, was unser Weltbild durcheinanderbringt oder in Frage stellt. Berichte über den Confirmation Bias sind reichlich vorhanden. Wie Studien und Autoren festgestellt haben, glauben wir hauptsächlich das, was wir glauben wollen.

Die Sorge darüber, wie irreführend und verwirrend Nachrichten sein können, hat einige Journalisten dazu veranlasst, ihre eigenen Richtlinien zum Umgang mit Fake News anzubieten. Journalistin und Medienexpertin Alice Shepard hat mehrere Vorschläge, um zu vermeiden, auf Fakes hereinzufallen. Alan Miller, Pulitzer-Preis-Gewinner und Gründer des News Literacy Projekts, geht den Confirmation Bias frontal an. Steve Inskeep vom öffentlichen Hörfunk in den USA bietet eine Anleitung für Fakten an.

Bekämpfe deine eigenen Confirmation Bias damit, dass du deine Quellen ausweitest. Sei offen gegenüber verschiedenen Standpunkten. Lies viel und viel unterschiedliches. Lies auch Gegendarstellungen. Sieh dich nach Medieninnovationen um. Eine kürzlich veröffentlichte Studie auf MarketWatch platziert zum Beispiel verschiedene Nachrichtenquellen auf einer „Wahrheits“-Skala. Ein anderer, älterer Beitrag auf businessinsider.com könnte dir helfen, die gedankliche Richtung, die deiner Lieblings-Nachrichtenquelle zu Grunde liegt, zu identifizieren.

Es gibt keinen Grund, den Zugang zu den Nachrichten zu verschließen, aber man sollte sicherstellen, dass man weiß, was dort hineingelangt. Das ist wirklich wichtig.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „strategy“ by PDPics (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • CEBIT gruenderszene: Die Cebit will zum hippen Tech-Festival werden: Noch ist die CeBit in vollem Gange – da wird schon ein Paradigmenwechsel für das nächste Jahr angekündigt: die CeBit 2018 wird in den Sommer verlegt. Grund dafür ist das Bedürfnis der Veranstaltung sich neu zu erfinden, die Besucherzahlen gehen seit Jahren nach unten und die Messe steckt in der Krise. Ob es die verstärkte B2B-Ausrichtung des Events oder die internationale Konkurrenz ist (bspw. Findet der Mobile World Congress kurz vor der CeBit statt) – fakt ist, es muss sich etwas ändern. Nur ob die neue Ausrichtung daran etwas ändert, ist fraglich.

  • FACEBOOK zeit: Facebook führt Anfechtungstool für Falschmeldungen ein: Facebook gegen Fake News. In der US-amerikanischen Facebook-Version ist jetzt ein Warnfeature gegen Fake News eingeführt worden. Ein Warndreieck markiert Facebookinhalte, die im Verdacht stehen, Fake-News zu sein. Facebook-Nutzer können fragwürdige Inhalte melden und diesen so „anfechten“. Auch in Deutschland könnten die Faktenchecks bald eingeführt werden.

  • WORKFLOW appgefahren: Automations-App von Apple übernommen & jetzt kostenlos: Apple hat jetzt die ehemals kostenpflichtige App Workflow gekauft und jetzt kostenlos im App Store erhältlich gemacht. Workflow geht aus einem kleinen Entwicklerteam hervor und der Deal mit ihnen wurde nun gestern finalisiert. Mit Workflow lassen sich Makros erstellen, die komplexe Arbeitsabläufe auf Knopfdruck ausführen. So können beispielsweise Termine aus dem Kalender abgefragt oder auch neue Termine eingetragen, Fotos automatisch bearbeitet oder sogar der Akkustand des Geräts abgefragt werden.

  • LET’S PLAY golem: Medienanstalten drohen mit Einstellung von Piet Smier TV: Für die Streamer von PietSmiet TV könnte es jetzt teuer werden. Die fünf Let’s Player senden rund um die Uhr Inhalte auf Twitch. Die Landesmedienanstalten drohen jetzt mit Strafe beziehungsweise Verbot, denn nach Ansicht der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten ist der 24-Stunden-Stream ein zulassungspflichtiges Rundfunkangebot. Die ZAK will PietSmietTV daher untersagen, wenn die Betreiber bis zum 30. April keinen Zulassungsantrag stellen.

  • LINKEDIN t3n: Trending Storylines: LinkedIn startet kuratierten Zweit-Newsfeed: LinkedIn möchte jetzt eure neue go-to Quelle für kuratierte News sein. Die Plattform für Fachpersonal führt jetzt die sogenannten „Trending Storylines” ein. Der kuratierte Newsfeed wird zuerst in den USA und mit Fokus auf Themen wie Technologie, Finanzen und Gesundheitswesen operieren. Trending Storylines nutzt machine learning und andere Algorithmen, um Cluster für die User zu erstellen.

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  • APPLE heise: Entwickler verlassen restriktiven Mac App Store: Der Mac App Store hat weitere Entwickler verloren: Das altgediente Mac-Entwicklerstudio St. Clair Software hat zwei Programme aus Apples Software-Laden genommen – und sich damit komplett von der Vertriebsplattform zurückgezogen. Es habe wirtschaftlich einfach keinen Sinn ergeben, die beiden Programme für Apples Sandboxing-Vorgaben anzupassen, erklärt der Entwickler Jon Gotow, der seit fast 30 Jahren Mac-Software schreibt. Der Mac App Store sei zwar bequem für Nutzer, erfülle aber nicht die Anforderungen der Entwickler, führt Gotow aus: „Trotz vieler Jahre an konstruktiver Kritik von Entwicklern hat Apple einige der großen Probleme nicht behoben“.

  • SOCIAL MEDIA t3n: Heiko Maas droht sozialen Netzen mit Millionenstrafen wegen Hasskommentaren: Die großen sozialen Netzwerke löschen zu wenig strafbare Inhalte, die von Nutzern gemeldet werden. Das geht aus einem Bericht von Jugendschutz.net hervor, der vom Bundesfamilienministerium und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unterstützt wird. Um das zu ändern, will Bundesjustizminister Heiko Maas jetzt den Druck auf die sozialen Netzwerke erhöhen. Dazu hat Maas am heutigen Dienstag, den 14. März 2017 einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt. Der Entwurf sieht vor, dass Netzwerke wie Facebook oder Twitter Strafen von bis zu 50 Millionen Euro bezahlen müssen, wenn sie strafbare Inhalte nicht zeitnah löschen.

  • VISA golem: Visa will Sonnenbrillen zu Kreditkarten machen: Visa hat auf dem SXSW 2017 im texanischen Austin den Prototyp einer Sonnenbrille mit NFC-Modul vorgestellt, mit dem der Träger bezahlen kann. Die Brille wird dazu an ein Zahlungsterminal gehalten. Die Sonnenbrille beziehungsweise der Chip sind mit dem Kreditkartenkonto des Besitzers verknüpft. Der Sonnenbrille ist nicht anzusehen, dass in ihrem Bügel eine Zahlungsfunktion integriert ist. Wann die Sonnenbrille auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt.

  • WEBWELT Welt: Er erfand das Internet – und benennt nun dessen größte Probleme: Fast 30 Jahre ist es her, als Sir Tim Berners-Lee die Büchse der Pandora öffnete: Der Computerwissenschaftler reichte seine Pläne für das World Wide Web ein. Er hatte eine offene Plattform erdacht, auf der alle Menschen Informationen austauschen konnten – jenseits von geographischen und kulturellen Grenzen. In einem Artikel für den britischen „Guardian“ beschreibt der Wissenschaftler, dass vor allem drei Entwicklungen zu massiven Problemen werden können. Das sei zum einen der Kontrollverlust der persönlichen Daten, zum anderen „Fake-News“ und außerdem die politische Einflussnahme.

  • BAHN mobiFlip: Gratis-WLAN im Regionalverkehr: Bahn startet Testphase: Ende 2016 verkündete die Bahn, dass man das Gratis-WLAN zukünftig auch im Regionalverkehr anbieten möchte. In einer Pressemitteilung heißt es nun, dass das Projekt in die Testphase übergegangen ist. Zwei Züge der Linie RE 42 wurden mit Internetzugang ausgestattet. DB Regio NRW plant, insgesamt vier Züge des Typ ET 1428, die zwischen Mönchen-Gladbach und Münster verkehren, zu Testzwecken mit WLAN zu versehen. Um an Bord des Zuges ins WLAN zu kommen, muss man sich nicht registrieren, man muss lediglich im Browser die AGB akzeptieren.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiß: Auf Facebooks Servern lebt ein Doppelgänger von jedem seiner Nutzer. Vergangenen Woche stellten die beiden Programmiererinnen Hang Do Thi Duc und Regina Flores Mir eine Erweiterung für Googles Chrome-Browser mit dem prägnanten Namen „Data Selfie“ vor. Data Selfie ist eine Browser-Erweiterung, die dem User die Machine-Learning-Algorithmen vor Augen halten soll und uns zeigt, welche Informationen über uns gesammelt werden, ob bewusst oder unbewusst. Durch diese Daten erstellt Facebook ein digitales Abbild von den Nutzern und ihrer angenommenen Persönlichkeit, Data Selfie hält uns demnach den digitalen Spiegel vor.

  • FAKE NEWS horizont: ZDF startet Faktencheck-Projekt zur Bundestagswahl: #ZDFcheck17 – das ist der Hashtag zum neuen Anti-Fake-News-Projekt des ZDF zur Bundestagswahl 2017. Der Sender hatte bereits zu vergangenen Wahlen ähnliche Projekte aufgesetzt, aber das Thema Fake News ist bekanntlich derzeit brisanter denn je. Das Projekt soll nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai starten. Das Team wird sich aus Redakteuren aus verschiedenen Fachbereichen zusammen setzen, welches seine Erkenntnisse für TV, Online und Social Media aufbereiten soll und wird in der ZDF-Nachrichten-Redaktion angesiedelt sein.

  • WISSENSCHAFT golem: Angewandte Science Fiction: Das Science Fiction Genre ist dazu da technische Entwicklungen weiterzuspinnen und davon zu träumen, was einmal möglich wäre. Der Plan des britischen Unternehmens Tokamak Energy grenzt schon fast daran. Sie haben vor, bis 2025 Strom aus Kernfusion zu produzieren. Aussicht auf Erfolg gibt es kaum. Trotzdem ermöglichen die Pläne des britischen Unternehmens einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von praktisch nutzbaren Kernfusionsreaktoren.

  • UMWELT t3n: MIT-Forscher verwandeln Luftverschmutzung in Tinte- und verkaufen sie auf Kickstarter: Aus Luft Geld machen? Ein Team ehemaliger MIT-Wissenschaftler hat jetzt genau das vor! Die sogenannte „Air-Ink“ ist ein nachhaltiges Kickstarter-Programm des Graviky Labs, das sich mit Luftverschmutzung auseinandersetzt. Aus Abgasen, wie solchen aus Schornsteinen oder Auspuffen, soll demnach mittels einer neu entwickelten Methode Tinte gewonnen werden. Demnach reichen schon 30 bis 40 Minuten Auto-Abgase für eine Stift-Füllung. Es ist nicht die flächendeckende Lösung für das weltweite Problem der Luftverschmutzung, aber dennoch ein revolutionäres Konzept.

  • SMART HOME stern: “Alexa, wo ist der Schnuller?” – So veränderte Amazon Echo unseren Familienalltag: Das Internet of Things ist derzeit regelrecht omnipräsent in der Tech-Welt. Gerade “Smart Home” Artikel stehen dabei im Fokus, so auch allen voran Amazons “Alexa”-System auf dem Echo-Lautsprecher. Dieser ist seit gestern nun auch ohne Einladung frei verfügbar. So nützlich der sprachgesteuerte Lautsprecher auch sein mag, so verhängnisvoll ist er auch mit Kindern im Haus. Autor Malte Mansholt schildert sein Familienleben mit Alexa und wie die künstliche Intelligenz schon beinahe zum Familienmitglied wird.

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  • SNOWDEN derstandard: Bericht: Russland überlegt Auslieferung von Snowden an Trump: US-Präsident drohte Whistleblower mit der Todesstrafe – Anwalt: Keine Signale für eine Auslieferung. Die Meldung kommt überraschend. Unter Berufung auf Informationen aus US-Geheimdienstkreisen meldet NBC News, dass die russische Regierungsspitze derzeit ernsthaft darüber diskutiere, Edward Snowden an die USA auszuliefern. Quasi als Geschenk an den neuen Präsidenten Donald Trump, der den NSA-Whistleblower in der Vergangenheit als „Spion“ sowie „Verräter“ bezeichnet und ihm mit der Todesstrafe gedroht hat.

  • MICROSOFT golem: NSA bescheinigt Windows 10 und Surface hohe Sicherheit: Microsoft freut sich: Der US-Geheimdienst NSA hat Windows 10 und die Surface-Geräte als besonders sicher eingestuft. Beide Produkte dürfen somit im Hochsicherheitsbereich verwendet werden. Der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) hat Microsofts aktuelles Betriebssystem auf die CSfC-Liste gesetzt. Das steht für Commercial Solutions for Classified Programs und beschreibt kommerzielle Produkte, die für den geheimen Einsatz geeignet sind. Auch die Surface-Geräte von Microsoft wurden auf die Liste gesetzt, Windows-10-Geräte anderer Hersteller sind derzeit nicht dabei.

  • FAKE NEWS heise: Apple-Chef: Gegen „Fake News“ schon in der Schule vorgehen: Nachdem sowohl Google als auch Facebook bereits Maßnahmen zur Bekämpfung sogenannter Fake News im Internet angekündigt haben, meldet sich nun auch Apple zum Thema zu Wort. Konzernchef Tim Cook fand in einem Interview mit der britischen Zeitung The Telegraph scharfe Worte. Schulkampagne gegen Fake News? Die Epidemie von Falschmeldungen sei „ein großes Problem in großen Teilen der Welt“, welches „den Geist der Menschen umbringt“. Die Bekämpfung von Falschmeldungen muss laut Cook bereits in der Schule beginnen. Sie müsse dort „tief verwurzelt“ sein und auch „tief verwurzelt in der Öffentlichkeit“. Kinder könnten ihre Eltern antreiben, zu handeln, wie dies auch bei der Umweltbewegung gewesen sei.

  • HACKER zeit: Staatstrojaner auf Ernährungsforscher angesetzt: Was haben die Menschenrechte in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den Ernährungsgewohnheiten der Mexikaner gemeinsam? Nichts sollte man meinen. Doch gibt es eine Verbindung. Sie läuft über Kanada und Israel und hat etwas mit Aktivisten, ihren mächtigen Gegnern und raffinierten Hacks zu tun. Wer der Verbindung nachspüren will, muss zunächst nach Hamburg reisen. Dort halten Bill Marczak und John Scott-Railton Ende Dezember auf dem 33. Chaos Communication Congress (33C3) einen launigen Vortrag über die Überwachungsmethoden von staatlichen Organisationen und wie man sie aufdeckt. Marczak und Scott-Railton arbeiten für das Citizen Lab, eine weltweit einmalige Einrichtung an der Universität von Toronto, Kanada, die vor allem für eines bekannt ist: Dort werden Staatstrojaner aufgedeckt.

  • GADGETS wired: Die weltweit erste zertifizierte Verhütungs-App: Natural Cycles wurde als weltweit erste App offiziell als Alternative zu Kondomen und der Pille anerkannt – und könnte vom britischen Gesundheitssystem NHS unterstützt werden. Eine App, die mittels eines Algorithmus die weibliche Fruchtbarkeit misst, wurde als erste App offiziell als Verhütungsmethode zugelassen. In Großbritannien gibt es Pläne, sie in das Gesundheitssystem NHS zu integrieren. Sie könnte also sogar von Ärzten verschrieben werden – ebenso wie die Pille.

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Überwachung und Rechtsruck – vertrauen Sie Trump und Höcke?

sweden (adapted) (Image by tpsdave [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In den USA und auch in vielen Ländern Europas sind derzeit beunruhigende politische Tendenzen zu beobachten. Rechte Theorien setzen sich durch, Freiheiten werden eingeschränkt und bereits überwunden geglaubte Ressentiments auf einmal wieder salonfähig. Vor diesem Hintergrund müssen auch die laufenden Überwachungsprogramme noch einmal kritischer bewertet werden, denn die Frage, was passiert, wenn die gesammelten Daten Menschen in die Hände fallen, die in keiner Weise vertrauenswürdig sind, ist auf einmal keineswegs mehr hypothetisch.

Rechtsruck in den USA und Europa

US-Präsident Donald Trump ist derzeit in aller Munde. Der Milliardär ist ein Meister der provokanten Rhetorik. Und leider nicht nur das. Er steht auch für ein gnadenloses Recht des Stärkeren, gepaart mit Vorurteilen gegen eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Gruppen. Trump verhängte ein kontroverses Einreiseverbot für Muslime, baut den Sozialstaat ab, machte sich im Wahlkampf über einen behinderten Journalisten und die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten lustig und sieht Frauen eher als Sexobjekte denn als gleichberechtigte menschliche Wesen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Bei aller negativen Medienwirksamkeit des US-Präsidenten darf aber nicht vergessen werden, dass auch in Europa rechtspopulistische und freiheitsfeindliche Tendenzen auf dem Vormarsch sind. Allen voran natürlich in der Türkei, wo sich Präsident Erdogan von den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit schon weitgehend verabschiedet hat und aus taktischen Erwägungen heraus viel zu wenig Contra von der EU und insbesondere Deutschland erhält. Aber auch einige EU-Länder haben ein ernstzunehmendes Problem. In Großbritannien sorgten der „Brexit“ (also der Rückzug aus der europäischen Union) und die darum geführten Debatten nicht nur für eine vergiftete Diskussionskultur. Sogar die Anzahl menschenfeindlicher Übergriffe stieg merklich an, wobei nicht nur Ausländerinnen und Ausländer, sondern auch beispielsweise Homosexuelle betroffen waren. Auch in Frankreich erstarkt die rechte „Front National“ unter Marine Le Pen, während der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner PVV in den Umfragen vorne liegt und sich derzeit ein Beispiel an der Rhetorik Donald Trumps zu nehmen scheint.

Auch in Deutschland sind entsprechende Positionen derzeit, vor allem in Form der AfD, so stark wie lange nicht. Es besteht eine realistische Möglichkeit, dass die AfD bei der bevorstehenden Bundestagswahl nicht nur die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, sondern zu einer einflussreichen politischen Kraft wird.

Die politische Diskussion wird vielfach nicht sachlich und auf der Suche nach der besten Lösung geführt. Stattdessen wird versucht, um jeden Preis die eigene Meinung durchzusetzen und oftmals den politischen Gegner zu diskreditieren. Zweifel an der eigenen Position lässt man gar nicht erst aufkommen. Stattdessen wird direkt der Frontalangriff gewählt. Dabei werden auch Angriffe gegen diskriminierte Gruppen wieder salonfähig, die jahrelang aus gutem Grund aus dem Diskurs verbannt schienen, ebenso wie nicht minder bedenkliche extreme Positionen. Unter dem Deckmantel, sich gegen das Establishment zu stellen und für die Meinungsfreiheit einzutreten, greifen die Rechtspopulisten in den seltensten Fällen wirklich die Mächtigen, sondern meist Schwächere an.

Auch der Umgang mit Fakten wird dabei in beängstigender Weise zunehmend beliebig. Gefühlte Wahrheiten, die sogenannten alternative Fakten und Fake News bestimmen die öffentliche Diskussion.

Überwachung nützt immer den Mächtigen

All diese beunruhigenden Tendenzen haben auch einen direkten Bezug zur Netzpolitik, insbesondere zum Kampf gegen Überwachung. Immerhin bekommen diejenigen, die ein Land regieren, durch die laufenden Überwachungsprogramme eine Unzahl von Daten über ihre Bürger in die Hände. Diese Daten räumen ihnen eine erhebliche Macht über die Menschen ein. Was also geschieht, wenn diese Daten Menschen in die Hände fallen, die vom Schlage eines Trump, Wilders oder Höcke oder einer Le Pen sind? Schon unter demokratischen und gemäßigten Regierungen gab es bekanntlich zahlreiche Fälle, wo Überwachung exzessiv oder missbräuchlich eingesetzt wurde, am dramatischsten bewiesen durch den von Edward Snowden aufgedeckten NSA-Skandal. Es braucht wenig Fantasie, um sich auszumalen, dass sich dies, die nötige und von den genannten Personen bestimmt zu erwartende Skrupellosigkeit vorausgesetzt, noch bei Weitem übertreffen ließe. Dass Überwachung für allerlei Menschenrechtsverletzungen genutzt werden kann, zeigt sich bereits heute in autoritären Regimes.

Wer Überwachung gutheißt oder verharmlost mit der Begründung, seiner Regierung und deren Exekutive zu trauen, muss sich immer auch die Frage stellen, ob er auch deren noch unbekannten Nachfolgern dieses Vertrauen entgegen bringen will. Schließlich sind einmal gesammelte Daten in der Regel weiterhin archiviert und die Programme zu deren Erhebung laufen weiter. Wie gefährlich das sein kann, belegt die Geschichte.

Kampf gegen Rechts – und gegen Überwachung

Im heutigen politischen Klima müssen nicht nur menschen- und demokratiefeindliche Äußerungen und Positionen bekämpft werden. Auch der Einsatz gegen die Verschiebung von Machtverhältnissen weg von Bürgerinnen und Bürgern und hin zu staatlichen Organen, insbesondere durch Überwachung, muss höchste Priorität erhalten, denn diese Macht stünde im Ernstfall auch den Falschen zur Verfügung.


Image (adapted) „sweden“ by tpsdave (CC0 Public Domain)


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Mit Vertrauen gegen Fake News

hands (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Im Zeitalter von Fake News und „Alternativen Fakten“ ist es gerade online oft schwer, Richtiges von Unrichtigem, Wahrheit von Propaganda zu unterscheiden. Einige Pläne zur Bekämpfung dieses Phänomens werfen mehr Probleme auf, als sie lösen. Letztendlich kommt es vor allem auf eines an: Das (begründete) Vertrauen in den Urheber der Nachricht. Nicht umsonst setzen Internet-Pioniere schon seit Jahren auf „vertrauensbasierte Netzwerke“. Umso problematischer ist es, wenn sich die Autoritäten der Offline-Welt ihre Glaubwürdigkeit durch allzu großzügigen Umgang mit der Wahrheit selbst entziehen.

Schlechte Zeiten für die Wahrheit?

Wahrheit und Fakten, das legt der öffentliche Diskurs jedenfalls nahe, haben es derzeit schwer. Immer häufiger scheint es im politischen und gesellschaftlichen Dialog eher um Befindlichkeiten und „gefühlte Wahrheiten“ zu gehen. Schlimmer noch: obwohl wir noch niemals so einfachen Zugang zu so vielen großartigen Informationsquellen hatten, wurde wohl auch noch nie so viel getrickst, getäuscht, manipuliert und schlichtweg gelogen. Nicht umsonst wird sogar darüber diskutiert, ob wir ein Gesetz brauchen, um sogenannte „Fake News“ zu bekämpfen, und nicht umsonst hat die neu gewählte US-Regierung – zur großen Erheiterung der Netzgemeinde – versucht, unwahre (oder zumindest tendenziöse) Behauptungen als „alternative Fakten“ zu etablieren.

Der Propaganda Herr werden

Für diejenigen, die sich mit dieser Flut von Propaganda, Halbwahrheiten und Lügen konfrontiert sehen, ist es oft schwer, eine Unterscheidung zu treffen. Natürlich: mit viel Recherche-Aufwand lässt sich der Wahrheitsgehalt der meisten Aussagen durchaus nachprüfen, die notwendigen Fähigkeiten bei der Suche nach Informationen und dem Umgang mit Quellen vorausgesetzt. Diese demokratische Möglichkeit des Zugangs zu Wissen und Informationen ist einer der großen Vorzüge des Internet.

Das ist jedoch nicht immer praktikabel. Ebenso wenig ist es eine gute Idee, unwahre Aussagen mit Gesetzen und Vorschriften bekämpfen zu wollen. Das ist nicht nur schwierig, wenn nicht unmöglich wirksam umzusetzen. Der Versuch sorgt auch für eine gefährliche Machtkonzentration bei Behörden und Providern. Im Bemühen, Lügen und Propaganda einzudämmen, wird eine Zensur-Infrastruktur etabliert, die womöglich späteren, weniger demokratisch gesinnten Machthaberinnen und Machthabern durchaus ihrerseits zur effektiven Verbreitung ihrer Propaganda dienen könnte.

Vertrauen in Urheberinnen und Urheber

Wie also sollen Nutzerinnen und Nutzer unterscheiden können, welchen Nachrichten sie vertrauen (können)? Oftmals läuft es vor allem auf eines hinaus: das Vertrauen in den Urheber oder die Urheberin der Botschaft. Wer nicht weiß, was er inhaltlich von einer Nachricht zu halten hat, bewertet häufig die Glaubwürdigkeit des- oder derjenigen, die sie verfasst oder verbreitet haben. Häufig glauben Menschen eher an jemanden als an etwas.

Diese Verhaltensweise darf natürlich nicht zu Personenkult und blinder Gefolgschaft führen. Sie kann aber, richtig umgesetzt, durchaus viel Gutes bewirken. Zwar hat auch Anonymität im Internet ihren Platz und ist richtig und wichtig, schon allein, um Whistleblower zu schützen oder Minderheiten vor Repression zu bewahren. Dennoch kann es gut und richtig sein, mit seinem Namen und seinem Ruf für eine Aussage einzustehen.

Aus der Hackerszene ist, vor allem im Zusammenhang mit Verschlüsselung, das Konzept „vertrauensbasierter Netzwerke“ bekannt. Dabei können Menschen gegenseitig ihre für die Verschlüsselung benötigten Zertifikate signieren. So wird ersichtlich, wie viele Menschen einer bestimmten Person vertrauen und, wichtiger noch, ob es sich dabei auch um Personen handelt, denen man selbst vertraut. Dies könnte in entsprechend modifizierter Form auch eine Möglichkeit sein, Fake News von seriösen Nachrichten zu unterscheiden, etwa in Form einer Art Voting. Auf jeden Fall ist dieser Ansatz sinnvoller als dergleichen mit Gesetzen regeln zu wollen.

Der Trump-Effekt

Um so problematischer ist es natürlich, wenn sich diejenigen, die besonders auf ihre Glaub- und Vertrauenswürdigkeit angewiesen sind, diese in kürzester Zeit verspielen. Prominentestes Beispiel hierfür ist wohl der unvermeidliche Donald Trump mit seinem meinungsfreudigen, aber vor Seriosität nicht gerade strotzenden Twitter-Account und seinen in ähnlichem Ton gehaltenen Reden. Aber auch viele andere Politikerinnen und Politiker sowie ein Teil der Medienbranche verspielen durch allzu sorglosen Umgang mit der Wahrheit das Vertrauen der Bevölkerung.

Das ist ein großes Problem, denn so wird es denjenigen, die die allgemeine Verwirrung zur Verbreitung von Fake News, Propaganda oder Verschwörungstheorien nutzen, unnötig leicht gemacht. Wer dergleichen bekämpfen will, muss auch und zuallererst bei sich selbst hohe Maßstäbe anlegen, muss sich das Vertrauen der Menschen verdienen.

Mit verdientem Vertrauen in die Zukunft

Wenn wir die Spaltung unserer Gesellschaft und die scheinbare Beliebigkeit im Umgang mit der Wahrheit bekämpfen wollen, führt der Weg nur über gegenseitiges Vertrauen – und über ein Verhalten, das dieses Vertrauen auch verdient. Es reicht nicht, für eine gute und richtige Sache einzutreten. Das muss auch so geschehen, dass die Menschen die Argumentation nachvollziehen und mittragen können. Intellektuelle Eitelkeit ist hier ebenso fehl am Platze wie ein „der Zweck heiligt die Mittel“ im Umgang mit Zahlen, Fakten und Statistiken. Wünschenswert ist es auch, dass die fortschrittlichen Journalistinnen und Journalisten des 21. Jahrhunderts Quellen und Rohdaten der eigenen Argumentation möglichst mitliefern. So kann, wer will und über die nötigen Ressourcen verfügt, sich selbst ein Bild machen. Stimmt dieses mit dem Präsentierten überein, wächst die Glaubwürdigkeit – und langfristig sinkt der Einfluss von Fake News und Desinformation auf unsere Gesellschaft.


Image (adapted) „hands“ by geralt (CC0 Public Domain)


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  • Whatsapp t3n: Whatsapp: Neue Funktion soll Tracking von Gruppenkontakten in Echtzeit ermöglichen: Praktische Funktion oder schon beängstigendes Feature? Schon Facebook hat seit kurzer Zeit ein neues Standort-Feature, das den Nutzern erlaubt sich lokal in Echtzeit mit Kontakten zu verknüpfen. Jetzt führt auch Whatsapp eine ähnliche Funktion ein. Sowohl in der Android- (Version 2.16.399) als auch der iOS-Beta-Version (Version 2.17.3.28) des Messengers konnte eine Funktion entdeckt werden, mit der Gruppenmitgliedern eines Chats der Standort in Echtzeit mitgeteilt werden kann. Die Funktion ist allerdings standardmäßig deaktiviert und muss durch die Gruppenteilnehmer aktiviert werden.

  • DNA gizmodo: First Genetic Results From Scott Kelly’s Year In Space Reveal DNA Mysteries: Ein One-Way-Ticket zum Mars klingt für viele angesichts der derzeitigen politischen Situationen erstaunlich verlockend. Die Zwillingsbrüder Scott und Mark Kelly haben sich für die NASA exakt solchen Tests unterzogen und wie ein Leben im Weltraum sich auf den Körper auswirken wird. Scott verbrachte zuletzt 340 Tage am Stück im Weltraum und erste Ergebnisse zu den Auswirkungen auf den menschlichen Körper wurden jetzt bekannt gegeben. Ein vollständiger Bericht der Ergebnisse wird wohl aber erst in ein oder zwei Jahren vorliegen.

  • GAMERGATE giga: Das sind side FBI-Akten aus der Gamergate-Affäre: Die Spielebranche war vor gut zwei Jahren in hegen Aufruhr versetzt. Das #Gamergate löste eine regelrechte Hexenjagd gegen weibliche Gamer aus, allen voran im Kreuzfeuer war Medienkritikerin Anita Sarkeesian. Jetzt hat das FBI die Akten veröffentlicht, die aus insgesamt 173 Seiten mit E-Mails, Artikeln und internen Memos besteht. Allerdings wurden die Untersuchungen des FBI ohne Anklage eingestellt.

  • DATENSCHUTZ netzpolitik: Drohender Datenschutz-Abbau: Bundesinnenministerium plant massive Abweichungen von europäischen Standards: Datenschutz scheint, wie wohl auch das Internet an sich, für das Bundesinnenministerium immer noch Neuland zu sein. Ein Einwurf eines neuen Datenschutzgesetzes, der in Kürze beschlossen werden soll, wurde jetzt harsch kritisiert. So sollen Vorstellungen umgesetzt werden, die auf eruopäischer Ebene nicht kompatibel sind. Heute soll das Bundeskabinett voraussichtlich den Entwurf für eine Datenschutzreform verabschieden. Das Datenschutzanpassungs- und Umsetzungsgesetz (DSAnpUG-EU) soll eigentlich nur Dinge regeln, die durch die im Frühjahr verabschiedete und ab Mai 2018 anzuwendende EU-Datenschutzgrundverordnung notwendig wurden.

  • FAKE NEWS digiday: The BBC is using “slow news” to fight fake news: Fake News sind in aller Munde, doch wie geht man gegen sie vor? Die BBC hat innerhalb ihres “Newsrooms” jetzt extra “lie-debunking-unit” eingesetzt. Das Team wird anhand des Traffics der Leser und deren Engagement mit dem Content wissen, wie sie ihre Arbeit fokussieren müssen. Der BBC News Redaktionsleiter James Angus betonte aber die Konzentration auf Qualität über Quantität bei dieser Maßnahme, ausgewählter Content soll ausreichend überprüft werden.

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  • CYBERSECURITY heise: Bundesregierung: Mit Verbeamtung IT-Fachkräfte für Cybersecurity gewinnen: IT-Sicherheitsspezialisten können jetzt möglicherweise von der Bundesregierung verbeamtet werden. Dies lies sie zumindest in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion verlauten. So soll das neu geschaffene Mobile Incident Response Team (MIRT) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus zehn IT-Fachkräften bestehen. An der Universität der Bundeswehr soll dazu bis 2019 der Studiengang „Cybersicherheit“ etabliert werden, der IT-Spezialisten direkt für den Dienst in der Bundeswehr qualifizieren soll.

  • FAKE NEWS netzpolitik: “Fake News kann Propaganda sein, Facebook kann Lügen sein” – die Social-Bots-Debatte bei CDU/CSU: In der von der CDU/CSU veranstalteten Diskussion zum Thema “Strategien gegen Hass im Netz” ging es um Themen wie Social Bots, Fake News und Hate Speech. Als sowohl analog, wie digitales „Grundrecht“ beschrieb Bundestagsfraktionsvorsitzender der CDSU/CSU, Volker Kauder, das Recht auf Meinungsfreiheit. Betont wurde, bei rund 29 Millionen Nutzern allein in Deutschlande, der Mitarbeitermangel bei Facebook, um gezielt gegen Fake News, Propaganda oder Hate Speech vorzugehen.

  • YAHOO horizont: Warum sich die Yahoo-Übernahme durch Verizon weiter verzögert: Zuletzt verließ Konzernchefin Marissa Mayer die Firma und nun steht die Übernahme durch Verizon immer noch auf der Kippe. Für Yahoo läuft es seit der Bekanntgabe des Milliardendeals im Juli 2016 und der Öffentlichmachung eines umfangreichen Datendiebstahls im Dezember 2016 eher durchwachsen. Die US-Börsenaufsicht SEC geht nun der Frage nach, ob Yahoo zu spät über die Cyber-Attacken auf den Internet-Konzern informiert hat.

  • APPLE giga: Apple und Foxconn wollen gigantische Fabrik in den USA errichten: Trump will die Produktion von Apple-Geräten ins eigene Land bringen. Auf einer Unternehmensfeier bestätigte Foxconn-Chef Terry Gou, dass es in den USA eine Apple Display-Fabrik geben soll. Ein solches Unternehmen könnte bis zu 60.000 Arbeitsplätze schaffen. Fraglich ist nur, inwieweit dies politischen Charakter hat und ob Apple sich diesem nun beugt. Der neu vereidigte Präsident hatte zuvor im Wahlkampf scharf gegen das Unternehmen geschossen und die Job-Auslagerung nach China kritisiert.

  • GESELLSCHAFT carta: Shahak Shapira und der #yolocaust: Warum nicht mit Bäm?: Das jüdische Denkmal in Berlin wird täglich von tausenden Menschen besichtigt und nicht selten als Plattform zur sozial-medialen Selbstinszenierung benutzt. Der jüdische Satiriker Shahak Shapira hat jetzt mit seinem Kunstprojekt #yolocaust darauf aufmerksam gemacht. Dafür nimmt er frei verfügbare und bestehende Selfies und Bilder von den öffentlich zugänglichen sozialen Medien der Besucher und inszeniert sie mittels Fotomontage drastisch neu.

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  • TESLA golem: Teslas Autopilot reduziert Unfallquote um 40 Prozent: Laut des Untersuchungsberichts der US-Behörde NHTSA trifft Tesla keine Schuld an dem tödlichen Verkehrsunfall, in dem das Tesla Model S, auf Autopilot geschaltet, beteiligt war. Des Weiteren lobt der Bericht Teslas Sicherheitsfunktionen: Um 40 Prozent soll die Unfallrate mit Tesla-Fahrzeugen nach der Aktivierung der Autopilotfunktion zurückgegangen sein.

  • TECHNIK heise: US-Künstler will Tarnkleidung gegen Gesichtserkennung herausbringen: Der Künstler Adam Harvey hat ein Muster entwickelt, das für das verbreitete Gesichtserkennungssystem OpenCV haarcascade aussieht wie Hunderte von Gesichtern. Für sein HyperFace-Projekt macht sich Harvey die Tatsache zunutze, dass Computer zwar riesige Datenmengen auswerten können, in vielen Fällen aber nur wenige Pixel eines Bilds analysieren, um Speicherplatz und Rechenzeit zu sparen.

  • FAKE-NEWS t3n: Fake-News im US-Wahlkampf: Einfluss scheint geringer als vermutet: Fake-News werden spätestens seit dem US-Wahlkampf diskutiert. Unklar bliebt, welchen Einfluss die Fake-News auf den Ausgang des US-Wahlkampfes hatten. Dieser Frage sind nun Wissenschaftler nachgegangen: Wenn Fake-News den Ausgang der Wahl verändert hätten, müsste jede Falschmeldung rechnerisch so viel Einfluss auf das Wahlverhalten eines Einzelnen haben wie 36 Wahlwerbespots.

  • DATENSCHUTZ datenschutzbeauftragter-info: Augen auf beim Onlinekauf – Kundendaten vom Online-Shop ausgespäht: Wie das BSI jüngst bekannt gegeben hat, sind zahlreiche deutsche Online-Shops vom sog. Online-Skimming betroffen. Schuld daran sind Sicherheitslücken in der bei Online-Shops weit verbreiteten Software Magento. Diese Sicherheitslücken ermöglicht es Kriminellen, Schadcodes einzuschleusen.

  • YOUTUBE googlewatchblog: YouTube überträgt die Amtseinführung von Donald Trump als 45. US-Präsidenten live: Die Inauguration Party des neu-gewählten Präsidenten wird seit Wochen mit Spannung erwartet und wird natürlich von allen großen Sendern und Netzwerken Live übertragen. Auch YouTube ist mit dabei und bietet in Zusammenarbeit mit den großen TV-Sendern gleich mehrere Streams an.

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  • TECHNOLOGIE Süddeutsche: Rauchmelder und Überwachungskameras von Google: Die Firma Nest, eine Tochter des Unternehmens Alphabet, unter welchem Namen der Konzern hinter der Suchmaschine Google seit Sommer 2015 firmiert, entwickelt Produkte für den Smart-Home-Markt. Auch bei uns in Deutschland sollen jetzt ein smarter Rauchmelder sowie eine Überwachungskamera eingeführt werden. Auf seiner Internetseite wirbt der Hersteller damit, dass durch die Überwachung schon Einbrüche verhindert werden konnten bzw. dass das aufgezeichnete Material hinterher bei der Aufklärung der Diebstähle half. Kunden in Deutschland haben vor allem Angst um die sensiblen Daten, die solche Geräte aufzeichnen können, obwohl gut die Hälfte von 1000 Teilnehmern einer Befragung sich vorstellen kann, einen smarten Assistenten zu Hause zu betreiben.

  • WIKILEAKS Spiegel: Obama lässt Whistleblowerin Chelsea Manning im Mai frei: Der US-amerikanische Noch-Präsident Barack Obama hat die Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt. Sie war zu einer 35-jährigen Haftstrafe wegen Spionage und Verrats verurteilt worden, nachdem sie 700.000 vertrauliche Dokumente über die US-Armee und Diplomaten an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte. Nun ist ihre Entlassung aus der Haft für den 17. Mai 2017 geplant. Julian Assange, Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, hatte sich vor einer Woche zur Auslieferung in die USA bereit erklärt, falls Manning begnadigt werden sollte. Das Weiße Haus betonte, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen diesem Zugeständnis und der Haftmilderung Mannings.

  • FAKE NEWS HORIZONT: Döpfner: „Fake News sind überbewertet“: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns Axel Springer, hält die Aufregung um Fake News für übertrieben. Fake News gäbe es, seit es Journalismus gibt. Durch die wachsende Bedeutung von Social-Media-Angeboten wie Facebook würden diese lediglich sehr transpartent. Döpfner hält die Diskussion über den Umgang mit den Falschmeldungen dennoch für hilfreich, da sie aufzeige, dass eine vertrauenswürdige Quelle ein Wert an sich sei. Der Vorstandsvorsitzende äußerte sich auf der Internetkonferenz DLD in München zu dem Thema.

  • ANDROID golem: Neue Smartwatches von LG: Anfang Februar wird LG die ersten Smartwatches mit der Smartwatch-Software Android Wear 2.0 vorstellen. Eines der Geräte wird mit LTE ausgestattet sein und wird über einen leistungsfähigen Akku verfügen. LG wird zwar der Hersteller sein, dennoch werden die Smartwatches unter der Marke Nexus zum Verkauf angeboten werden. Features, über die die vernetzten Uhren verfügen werden, sind außerdem WLAN, Bluetooth, GPS und NFC. Google Assistant, den Nachfolger von Google Now, wird es darüber hinaus auf beiden Geräten geben.

  • GOOGLE t3n: Google+ als Community-Plattform: Ab dem 24. Januar wird es die klassische Ansicht von Google+ nicht mehr geben. Derzeit besteht noch die Möglichkeit, die Ansicht zu wechseln. Gerüchten zufolge wurde schon vermutet, dass Google das soziale Netzwerk ganz fallen lassen wird. „Nur, weil wir uns vom klassischen Google+ verabschieden, heißt das nicht, dass wir nicht an der neuen Version weiterarbeiten.“, dementierte der Konzern allerdings. Es ist geplant, aus Google+ Stück für Stück eine Community-Plattform zu machen. Mit dem Ende der alten Ansicht bringt Google+ am 24. Januar ein Feature zurück: Mit „Events“ können Nutzer ähnlich wie bei Facebook Veranstaltungen erstellen und dazu einladen. Außerdem zeigt das Portal bei Diskussionen neuerdings nur die besten Kommentare an und versteckt minderwertigere Beiträge.

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  • FAKE NEWS heise: Facebook-Geschäftsführerin Sandberg über Fake News: „Wollen nicht entscheiden, was wahr ist“: Trotz harter Kritik will sich Facebook auch in Zukunft nicht selbst um das Löschen gefälschter Nachrichten kümmern, sondern externe Experten damit beauftragen. Angesichts von 1,79 Milliarden monatlichen Nutzern verfolge das größte soziale Netzwerk eine klare Linie, sagte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg im Interview mit der Bild-Zeitung. „Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun. Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind.“ Als Beispiel nannte Sandberg das kürzlich vorgestellte „Facebook Journalism Project“, das auf Zusammenarbeit mit Medienunternehmen und Journalisten abzielt.

  • FAKE NEWS HORIZONT: Fake News sind überbewertet: Die wachsende Bedeutung von Social-Media-Angeboten wie Facebook mache Fake News und ihre Verbreitung nun sehr transparent. Das Phänomen sei aber überbewertet, sagte Döpfner. Dennoch sei die Diskussion über den Umgang mit diesen Falschinformationen gut und hilfreich. Denn sie könne zeigen, dass eine vertrauensvolle Quelle ein Wert an sich sei. Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen sieht in Fake News eine sehr ernste Entwicklung. Der Wert der Wahrheit gerate immer mehr unter Druck. „Wir finden heraus, dass etwas gefälscht ist und die Leute reagieren nicht darauf.“ Und er denke darüber nach, woher das komme und warum die Wahrheit an Wert verliere.

  • GOOGLE golem: Google Nest kommt in deutsche Wohnzimmer: Nest bietet ab sofort Überwachungskameras und einen vernetzen Rauchmelder in Deutschland an, nachdem es die Produkte bisher nur per Eigenimport in hiesige Wohnungen und Häuser geschafft haben. Das ist Googles Mutterkonzern nicht unbekannt geblieben und so sieht das Unternehmen eine Chance, die Geräte auch hier abzusetzen. Die Smart-Home-Geräte sollen auch in Österreich, Italien und Spanien eingeführt werden. Bislang bot sie Google nur in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Kanada und den USA an.

  • BIG DATA zeit: Verschwiegenheit war gestern: Das Big-Data-Start-up Palantir Technologies gilt als eine der verschwiegensten Firmen des Silicon Valley. Interviews gibt Gründer Alex Karp selten. Und wenn doch Termine stattfinden, dann ist der Inhalt meist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Doch an diesem Donnerstag ließ es sich der 49-jährige Karp, der mit Wuschelkopf und grauer Jeans auftritt, nicht nehmen, die Neuigkeiten persönlich und öffentlich zu verkünden. Mit Stefan Oschmann, Firmenchef des deutschen Pharmakonzerns Merck, saß er im kleinen Konferenzraum in der Palantir-Zentrale, um über den neuen Kunden zu plaudern. Der Dax-Konzern will Palantir-Technologien einsetzen, um herauszufinden, welche Patienten am besten auf bestimmte Therapien ansprechen, oder bei der Entwicklung neuer Medikamente für die Krebstherapie.

  • DIGITALISIERUNG medienpolitik: Digitale Revolution: Zeitenwende: Es geht in der aktuellen Diskussion sehr grundsätzlich um den Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Gesellschaft, welche Leistungen muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Zukunft bringen, welchen Wert hat er für die Gesellschaft, wie sieht eine bedarfsgerechte Finanzierung aus und wie sichern wir die Akzeptanz des Beitrages in unserer Gesellschaft? Ich glaube, dass ein solidarisch finanziertes System gut beraten ist, sich diesen Fragen zu stellen. In Zeiten, in denen sich die Medienwelt so grundsätzlich und tief greifend verändert, sind diese Fragestellungen, aber auch die Herausforderung substantieller Natur.

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