Faktencheck gegen Fake News!

DAS FINDEN WIR GUT: Das unabhängige Recherchezentrum CORRECTIV, das mit einer eigenen Redaktion falsche Informationen im Internet bekämpft! Ihr Projekt  CORRECTIV.Faktencheck hat es sich zur Aufgabe gemacht Meldungen, die eventuell Falschmeldungen sein könnten,  sachlich, neutral und faktenbasiert zu überprüfen. Übrigens versucht die Redaktion die Bezeichnung „Fake News“ zu vermeiden, da sie den Begriff oft politisch instrumentalisiert sieht. 

Es geht also um gezielte Falschinformationen, die zum Teil aus wirtschaftlichen, zum Teil aus politischen Zwecken verbreitet werden. Dabei versuchen solche Fake News so auszusehen wie die News etablierter Medien, was den Verbraucher täuschen soll. Insbesondere die Sozialen Medien eignen sich offenbar hervorragend, um solche falschen Informationen zu verbreiten. Ein populäres Beispiel für die Wirkung von Fake News ist der letzte US-Wahlkampf. Auf Facebook verbreiteten sich besonders in der Endphase des Wahlkampfs vermehrt falsche Informationen. Laut Spiegel Online richteten sich diese mehrheitlich gegen die Verliererin Hillary Clinton

Journalismus ohne wirtschaftliche Zwänge

CORRECTIV ist ein gemeinnütziges Recherchezentrum mit Büros in Essen und Berlin und wurde 2014 gegründet. Das Zentrum hat sich den unabhängigen und wahrheitsgemäßen Journalismus auf die Fahne geschrieben. Die gemeinnützige GmbH finanziert sich dabei hauptsächlich über Spenden und darf aufgrund ihrer Unternehmensform keine Gewinne erwirtschaften. Neben den Faktenchecks betreibt CORRECTIV auch unabhängige Recherchen zu aktuellen Themen und stellt diese Kooperationspartnern, Bürgern und Bloggern zur Verfügung. Das Ziel der Organisation ist es, eine aufgeklärtere Gesellschaft durch ihren gemeinnützigen Journalismus zu fördern.

Das Unternehmen ist dabei transparent, was seine eigene Arbeitsweise angeht. Für seine eigenen Recherchen, hat sich CORRECTIV zum Beispiel ein Statut verfasst, das öffentlich einsehbar ist. Auf der Webseite findet ihr außerdem Beschreibungen zu der Vorgehensweise bei den Recherchen sowie den Faktenchecks des Recherchezentrums.

Wie kommen die Beiträge zu CORRECTIV.Faktencheck?

Die Beiträge, die das Recherchebüro prüft, kommen über mehrere Wege. Zum einen gibt es für Nutzer die Möglichkeit Artikel oder Posts, die dubios erscheinen bei Facebook, oder direkt an CORRECTIV.Faktencheck zu melden. Zum Anderen ist CORRECTIV.Faktencheck Teil einer Kooperation mit Facebook. Dadurch schlägt ein Algorithmus von Facebook der Redaktion Videos, Bilder und Posts mit Links zu Artikeln vor, die potenziell falsch sein könnten. Häufig handelt es sich dabei um Posts, die Nutzer als Falschmeldung gemeldet haben. Andere Aspekte, wie die Kommentare unter einem Post, beleuchtet der Algorithmus dabei vermutlich auch. Es ist aber nicht ganz klar wie der Algorithmus genau funktioniert.

Zu den geprüften Meldungen veröffentlicht CORRECTIV.Faktencheck auf seiner Seite Artikel, in denen die Redaktion die Meldung einordnet und bearbeitet. Solltet ihr also im Internet oder sonst wo irgendwelche Fakten aufschnappen, die euch unglaubwürdig erscheinen, könnte es sich lohnen einen Blick auf die Seite zu werfen. Falls es zu der Meldung noch keinen Artikel gibt, könnt ihr sie direkt an CORRECTIV.Faktencheck weitergeben.

Die Kooperation mit Facebook

Facebook hat 2016 eine Kooperation mit 35 Faktencheckern aus 24 Ländern ins Leben gerufen, um Falschmeldungen entgegenzuwirken. CORRECTIVE.Faktencheck ist Teil davon. Die  teilnehmenden Organisationen sind dabei alle von dem unabhängigen International Fact Checking Network (IFCN) verifiziert und müssen dementsprechend unparteiisch sein und strenge Auflagen an ihre Transparenz erfüllen.

Im Rahmen dieser Kooperation veröffentlicht die Redaktion auf ihrer Website ebenfalls Artikel zu den Facebook-Meldungen und verknüpft diese mit den entsprechenden Facebook-Beiträgen. Die Facebook-Posts bewertet das Redaktionsbüro dabei als „Wahr“, „Gemischt“, „Falsch“, „Meinung“, „Satire“ oder „Falsche Überschrift“. Laut Facebook werden die mit „Falsch“ markierten Beiträge nun seltener ausgespielt oder erscheinen weiter unten im Newsfeed. Außerdem erhalten Nutzer, die den Beitrag teilen wollen einen Hinweis, dass es sich dabei um eine falsche Meldung handelt. Sehen Nutzer den entsprechenden Post, zeigt Facebook ihnen darunter direkt den Artikel von CORRECTIV.Faktencheck. Dabei geht schon aus der Überschrift hervor, ob es sich um eine Falschmeldung handelt oder nicht.

Wie läuft die Prüfung eines Beitrags?

Hat CORRECTIV.Faktencheck eine Meldung über eine potenzielle Falschinformation erhalten, beginnt die eigentliche Überprüfung des entsprechenden Artikels. Das Recherchebüro geht dabei verschiedene Punkte durch. So zum Beispiel, um welchen Verfasser es sich bei einer Meldung handelt und ob sich dieser verifizieren lässt. Auch beleuchtet man die Intention des Beitrags. So gelten satirische Beiträge zum Beispiel nicht als Falschmeldungen. Die Frage wer von einem Artikel betroffen ist sowie der Kontext, indem Aussagen getroffen werden, spielen ebenfalls eine Rolle. Schlussendlich werden aber auch die harten Fakten, Zahlen und Quellen überprüft. Eine detailliertere Ausführung dazu findet ihr hier.

Die Bewertungskala

Um eventuelle Falschmeldungen richtig einordnen zu können, benutzt CORRECTIV.Faktencheck eine Skala aus sieben Punkten. Diese reicht von „gänzlich richtig“, über „in einigen Teilen falsch“ bis hin zu „gänzlich falsch“. Eine genauere Aufschlüsselung der Bewertung findet ihr dann jeweils in den dazugehörigen Artikeln.

In Zeiten in denen Falschmeldungen teilweise als Instrument zur Meinungsbildung dienen, ist es in meinen Augen wichtig, dass es unparteiische Prüfer wie CORRECTIVE.Faktencheck gibt. Ich hoffe dieser Artikel erinnert euch daran, nicht alles, was ihr im Internet lest, zu glauben! (Bis auf diesen Artikel natürlich)


Image by Corrective Presse

Moritz Stoll

studiert Medieninformatik an der HAW und ist Teil der Netzpiloten-Redaktion. Nebenbei arbeitet er als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.


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