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Borderliners: Irland, Trump & Brexit

Kolumnen_Rainer

Am Anfang kommt erst mal das Ende. Ich hatte in meiner Reihe “CheckUp Ireland” für die Netzpiloten über irische Tech-Themen geschrieben. Als die “Chefpiloten” dann wegen einer neuen Kolumne an mich herantraten, lag das Thema Brexit als eine Art Bogen für die Kolumne auf der Hand. Und warum “Borderliners”? Erinnert Ihr Euch noch an den Film “Flatliners” mit einem Kiefer Sutherland, bevor er mit „24“ omnipräsenten war? Dort wurde mit dem Tod gespielt und mit immer riskanteren Wiederbelebungen Grenzen überschritten.

In dieser Kolumne wird es auch um Grenzen und um Tod gehen. Zwar sehen viele in England, Wales, Schottland, Nordirland (na ja) und sogar hier in Irland Chancen im Brexit. Aber es gibt auch zahlreiche Beobachter in Irland (und in Nordirland, wenn sie nur ehrlich sind), die den Tod ganzer Industrien vorhersehen und sogar Tote befürchten, wenn es wieder Grenzkontrollen geben sollte. Ich komme also gar nicht umhin, am Anfang erst mal wieder zum Ende zurückzukommen.

Da wir gerade vom Ende reden…

Während ich hier so tippe, läuft im Hintergrund CNN live aus Davos und der Mann, der den größeren Atomknopf als der andere Irre hat, aber gemeinsam mit ihm unser aller Ende ein bischen näher bringt, läuft durch’s Bild, was ich persönlich als Störung desselben empfinde. Da schaue ich mir doch lieber “Friends” auf Comedy Central an. Diese Möglichkeit hat aber nicht jeder und so mancher Entscheider kann dem pompösen Präsidenten gar nicht entgehen. Trumps Steuer-“Reform”, die im Grunde nichts anderes als eine radikale Steuersenkung ist, erzeugte in Dublin bei denen, die US-Multinationals nach Irland bringen, Herzkasper bis fast schon hin zum Stillstand (womit wir wieder bei den “Flatliners” wären).

Aber zurück zu den “Borderliners”. Nordirland hatte zwar mehrheitlich gegen Brexit gestimmt. Die Regional-Regierung in Belfast ist aber wegen Streitereien zwischen der pro-irischen nationalistischen Partei Sinn Féin und der unionistischen und stolz am lautesten “God save the Queen” singenden DUP seit über einem Jahr suspendiert. Es kann also zumindest nicht gemeinsam Einfluss auf Brexit-Entscheidungen in London genommen werden. Böse Zungen behaupten, dass das der DUP gar nicht mal unrecht ist, hält sie doch die Minderheitsregierung der Tories (noch) unter Theresa May davon ab, Kiefer Sutherlands “Flatliners” beizutreten. Aber die Briten bauen ja eh auf all die verbesserten Handelsverträge, die nach Brexit ohne die böse EU mit der ganzen Welt abgeschlossen werden.

Vor allem der “besondere Freund” im Weissen Haus stehe bereit, versucht Theresa May die Zweifler in Belfast zu beschwichtigen. In Belfast? Das Belfast, in dem der kanadische Flugzeugbauer Bombardier Teile für Flugzeuge von tausenden “stolzen Briten” bauen lässt? Teile, die für Kunden in den vom besonderen Freund regierten USA bestimmt sind? Der Freund kündigte nach einer Intervention des Bombardier-Konkurrenten Boeing mal eben an, Strafzölle in Höhe von 292 Prozent auf die Teile aus Belfast zu knallen.

Zwar entschied die US-Handelskommission gerade erst in dieser Woche gegen die radikale Maßahme, dennoch bekam Theresa May hier einen Vorgeschmack darauf, dass “America First” auch zwischen Freunden nicht als “Britain First” missverstanden werden darf. “Britain First” ist für Trump halt nur dann interessant, wenn er hetzerische Videos der Anti-Immigrations-Bewegung gleichen Namens retweetet.

Tja, wer solche Freunde hat …

Kein Wunder also, dass es immer mehr Stimmen gibt, die ein zweites Referendum der Briten ins Spiel bringen. Dass zu diesen Stimmen neben den bereits erwähnten herzkranken Iren und einigen Londoner Labour-Abgeordneten auch immer mehr Mitglieder von Theresa Mays Tories zählen, darf eigentlich nicht verwundern. Vielen Konservativen wird schlecht, wenn sie den eigenen Ministern dabei zuhören müssen, wie sie sich gegenseitig widersprechen, was die Brexit-Strategie der Regierung anbetrifft. Dass aber ausgerechnet Nigel Farage, der ehemalige Anführer der UK Independence Party und Freund von Donald Trump, neulich im BBC-Interview mit Andrew Marr ein zweites Referendum ins Spiel brachte, ließ nicht nur den Kiefer seines Gastgebers nach unten sinken. Nur dieser arrogante Nigel, der seinem pompösen Buddy Donald sehr nahe kommt, was die Verachtung von Umfragen (und Einwanderern) anbetrifft, konnte es fertig bringen, Andrew Marr und der britischen Öffentlichkeit bei einem eventuellen Referendum noch höhere Prozente für Brexit vorherzusagen.

Ob nach einem zweiten Referendum oder ohne eine erneute Abstimmung (aber dafür ohne einen Plan) – Theresa May gab sich dennoch in Davos weiterhin zuversichtlich, was die Zukunft des Empire anbetrifft. Klar, die Wege dort wurden ja für Staatsoberhäupter und Konzernchefs gut gestreut. Derweil schlittert das Königreich aber weiter ins Ungewisse, was die Zukunft nach Brexit anbetrifft. Und gegenüber, auf der anderen Seite der irischen See, verschlingt man lieber “24” im Boxset, als sich so am Brexit zu verschlucken, dass statt dessen “Flatliners” auf dem Programm steht.

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Chelsea Manning kandidiert für den US-Senat

Image US Congres by Gang via Adobe_Stock_com

Chelsea Manning, bekannt als Whistleblowerin und als Aktivistin, will sich für den US-Bundesstaat Maryland in den Senat wählen lassen. Das kündigte sie in Form eines Videos an. Mannings Kandidatur zeugt von bemerkenswertem Mut. Sie könnte die gesellschaftlichen Anliegen, für die sie sich seit Jahren einsetzt, erheblich weiter bringen. Zudem sollte Mannings Bereitschaft, sich nach den Regeln des Systems für ihre Werte und Ziele einzusetzen, deutlich zeigen, was von einem großen Teil der an ihrem Verhalten geäußerten “Kritik” zu halten ist.

Whistleblowerin und Häftling

Chelsea Manning ist vor allem als Whistleblowerin bekannt. Im Jahr 2010 leitete die damalige US-Armeeangehörige zahlreiche Geheimdokumente, die Fehlverhalten der Army und anderer US-Behörden aufdeckten, an die Leaking-Website WikiLeaks weiter. WikiLeaks verdankt Manning einige seiner spektakulärsten Leaks.

Allerdings wurde Manning verraten und in einem Aufsehen erregenden Prozess zu einer 35-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Erst Anfang 2017 wurde sie als eine der letzten Amtshandlungen von Präsident Barack Obama begnadigt.

Aktivismus

Ihr Leben in Freiheit widmete Chelsea Manning vor allem dem Aktivismus. Auf Instagram und Twitter verbreitet die 30-Jährige Fotos aus ihrem Leben, aber immer wieder auch politischem Content an ihre große Anhängerschaft. Auch wenn sie nach den spektakulären Leaks von 2010 nicht mehr viel mit WikiLeaks zu tun zu haben schien, steht sie nach wie vor zur Notwendigkeit von mehr politischer Transparenz. Vor allem aber ist sie eine entschlossene Kämpferin für die Rechte der LGBTQ-Gemeinde.

In den letzten Monaten wurde Manning zu einer der größten Kritikerinnen von US-Präsident Donald Trump. Die Abneigung basiert auf Gegenseitigkeit – bereits kurz nach der Entscheidung seines Amtsvorgängers, Manning vorzeitig aus der Haft zu entlassen, tat Trump auf Twitter seinen Unmut über diesen Entschluss und über Mannings Handlungen kund.

Manning gegen die Mächtigen

Ihren Entschluss, für den Senat zu kandidieren, gab Manning auf Twitter in Form eines Videos bekannt. Darin bezeichnet sie die aktuellen Zeiten als „herausfordernd“, als „Zeiten von Unterdrückung und Hass“. „Wir brauchen nicht mehr oder bessere Anführer – wir brauchen jemanden, der bereit ist, zu kämpfen,“ so Manning in ihrer Botschaft, die sich vor allem gegen Machtmissbrauch der Mächtigen richtet.

Kandidatur für die Demokraten

Manning will für die Partei der Demokraten antreten. Ihr Gegner in den demokratischen Vorwahlen dürfte der angesehene, seit zwölf Jahren im Senat sitzende Ben Cardin werden. Es wird sich zeigen, ob Manning mit ihrem Kampfgeist und ihrer Social-Media-Präsenz die Wählerinnen und Wähler ausreichend von sich überzeugen kann, um diesen erfahreneren Gegner zu schlagen.

Ein mutiger Schritt

Mannings Kandidatur für den Senat zeigt deutlich, wie unsachlich und dumm ein Teil der gegen sie geäußerten Kritik ist. Wer auf diese Weise ein politisches Amt anstrebt, ist weder unpatriotisch noch eine Verräterin noch lediglich an unkonstruktiver Kritik interessiert. Er macht sich die Dinge auch bestimmt nicht übermäßig einfach, indem er vorhandene und sinnvolle legale Möglichkeiten, ein Problem zu lösen, ignoriert. All diese Dinge sind Manning schon vorgeworfen worden. Und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer wussten schon lange, was davon zu halten war.

Vor allem aber ist Mannings Kandidatur ein Zeichen der Hoffnung. Vor allem für die LGBTQ-Gemeinde, aber auch für alle, die sich gesellschaftliche Veränderungen wünschen. Eine Aktivistin, die wegen ihrer Überzeugungen im Militärgefängnis saß und nun versucht, die Mächtigen in ihrem eigenen Spiel zu schlagen. Das ist in jedem Fall eine spannende, inspirierende Geschichte. Ob Mannings Mut von Erfolg gekrönt wird, wird sich nun zeigen.


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  • BITCOIN faz: Nobelpreisträger fordert Bitcoin-Verbot: Joseph E. Stiglitz ist ehemaliger Chef der International Economic Association und 2001 wurde ihm der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Stimmen wurden kürzlich laut über ihn, da der Nobelpreisträger nun ein Bitcoin-Verbot fordert. Die Kryptowährung erlebt gerade einen regelrechten Hype und wer sich früh damit eingedeckt hat, kann im digitalen Geld schwimmen. Stiglitz spricht Bitcoin jedoch jeglichen Nutzen ab und plädiert daher über ein Verbot. Der US-Amerikaner hält das Konzept nur aus zwei Gründen für erfolgreich. So ist es nicht reguliert und umgeht staatliche Kontrollen, Stiglitz sieht die Aufgabe der Schaffung einer Währung eher in den Händen einer Regierung.

  • MACOS heise: Root-Lücke in macOS High Sierra: Sicherheits-Update hat Nebenwirkungen: Der Schock war erstmal groß, als Experten am Dienstag eine dramatische Sicherheitslücke im neuen MacOs High Sierra von Apple entdeckt haben. Das Update, das die Lücke schließen soll, ist jetzt verfügbar und wird von allen Rechnern mit Online-Verbindung automatisch heruntergeladen. Zwar wurde die Lücke nun geschlossen, so kommt das Update gleichzeitig aber auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Das Update führt unter Umständen zu Problemen bei der Dateifreigabe. Nutzer berichten, dass der entfernte Zugriff auf die per File Sharing geteilten Verzeichnisse des Macs nicht länger funktionieren. Einen manuellen Workaround hat Apple zur Abhilfe bereits veröffentlicht.

  • TWITTER zeit: Ein Deutscher will Donald Trump gelöscht haben: Für ungefähr 11 Minuten war es in Twitter regelrecht ruhig – ungewohnt ruhig. Wie sich herausstellte war der Account des US-Präsidenten Donald Trump – @realdonaldtrump – auf der Kurznachrichten-Plattform für die Dauer des Zeitraums offline. Trump nutzt Twitter nur zu gerne für seine geistigen Ergüsse und verbrachte gefühlt auch einen Großteil seines Wahlkampfes auf der Plattform. Jetzt soll sich ein Deutscher dazu bekannt haben. Das Ganze ist angeblich unabsichtlich und als “Verkettung unglücklicher Zufälle”, aber gleichzeitig auch am letzten Arbeitstag des zuständigen Mitarbeiters geschehen.

  • SNAPCHAT wired: Ein Redesign soll Snapchat retten: Nachahmung ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Im Geschäft kann das allerdings schnell zum unverhofften Aus des Konkurrenten führen. So geschieht das derzeit auch langsam zwischen Snapchat und Instagram. Das Story-Feature der Plattform Instagram hat Snapchat fast den Garaus gemacht. Ein Update soll die App jetzt doch noch vor dem Aus bewahren. Das neue Design soll über getrennte Feeds für News und Freunde verfügen. Dieser Schritt soll auch der Verbreitung von Fake News entgegenwirken, wie Snap-Chef Evan Spiegel erklärt.

  • WHATSAPP t3n: Whatsapp down: Messenger auch in Deutschland mit Störungen: Über Nacht trendet #whatsappdown mit derzeit fast 48.000 Tweets auf Twitter. Auch die Whatsapp-Alternative Telegram schafft es dank des Ausfalls bei dem Branchenprimus in die Trending Topics. Denn am vergangenen Donnerstagabend ging bei dem Kurznachrichtendienst WhatsApp erstmal gar nichts mehr. Der letzte Totalausfall des Messengers ist dabei noch gar nicht mal lange her. Diesmal klagten Benutzer weltweit, vor allem aber in Europa und Südamerika, über Störungen bei der App.

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Wie Plattformen Politik machen: USA und Deutschland im Vergleich

USA (adapted) (Image by Zoltan Kovacs [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Vor allem Facebook, aber auch Google und Twitter stehen unter dem Druck der Politik: Welche Rolle haben ihre Dienste bei der Wahl von Donald Trump gespielt? Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Auch Protagonisten russischer Provenienz haben die Plattformen dazu genutzt, um durch Falschmeldungen die öffentliche Meinung zu manipulieren. Im Fokus steht dabei die direkte Adressierung von Nutzern durch Anzeigen mit politisch relevanten Inhalten. Wie und in welchem Umfang die Unternehmen diese Einflussnahme ermöglicht haben, dazu mussten Vertreter der Firmen bei parlamentarischen Anhörungen aussagen.

Citizen Zuckerberg

Facebook hatte schon vor den Hearings bestätigt, dass solche Anzeigen platziert wurden und Twitter bereits publik gemacht, dass für die russische Regierung tätige Medien wie Russia Today und Sputnik seit 2011 global Werbung für 1,9 Millionen $ geschaltet haben. Diese Summe will das Unternehmen nun für Forschung über zivilgesellschaftliches Engagement auf der Plattform einerseits und ihre manipulative Nutzung andererseits spenden.

Gründer und Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg hat sich hingegen in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und Schritte angekündigt, „um die Integrität des demokratischen Prozesses zu schützen.. So die Diktion des mächtigen Medienunternehmers, der eine verlegerische Verantwortung für Inhalte doch kategorisch ausschließt. Die New York Times resümiert die Aktivitäten mit Blick auf eigens angeheuerte PR-Berater und ganzseitige Zeitungsanzeigen so: Facebooks Hauptquartier sei seit Monaten im Krisen-Modus um den Image-Schaden einzudämmen.

Freilich geht es dabei nicht nur um das öffentliche Ansehen des Social Network. Vielmehr versuchen die Strategen aus dem Silicon Valley eine weitergehende staatliche Regulierung ihrer Geschäftsmodelle zu verhindern. Denn inzwischen haben drei Senatoren eine Gesetzesinitiative ergriffen und den „Honest Ads Act“ für mehr Transparenz bei der politischen Online-Werbung auf den Weg gebracht: Es soll in Zukunft nachvollziehbar sein, wer inhaltlich und finanziell für die Veröffentlichung einer Polit-Anzeige verantwortlich ist.

Dieser Forderung sind Facebook und Twitter bereits mit Ankündigungen zuvorgekommen. Sie beinhalten die Kennzeichnung und Offenlegung der Anzeigen, die von einem Akteur geschaltet werden. Die betreffenden Inhalte werden dann in einem öffentlich zugänglichen Archiv vorgehalten. Darüber hinaus sollen verausgabte Summen und erreichte Zielgruppen genannt werden. Facebook stellt sogar in Aussicht, diejenigen Inserenten politisch relevanter Inhalte, die sich nicht als solche zu erkennen geben, durch Maßnahmen des maschinellen Lernens automatisch zu identifizieren.

Dark Posts und Silicon Valley Embeds

Damit wird nicht nur auf die aktuelle Diskussion um eine auswärtige Intervention reagiert. Bereits während des US-Wahlkampfs wurde kritisiert, dass insbesondere die Trump-Kampagne bei Facebook unzählige Varianten von Anzeigen für die unterschiedlichsten Zielgruppen lanciert hat. Diese sogenannten „Dark Posts“ sind nicht auf der für alle zugänglichen Präsenz von Donald Trump bei Facebook sichtbar gewesen, sondern wurden nur im News Feed von jeweils für relevant erachteten Nutzersegmenten ausgespielt. Insofern konnten sich Beobachter keinen Überblick über die Gesamtheit der getätigten Aussagen verschaffen, um beispielsweise Inkonsistenzen oder schmutzige Varianten von Wahlwerbung zu entdecken.

Die angekündigten Maßnahmen sind zwar weitgehend, doch sie adressieren nur einen Aspekt der Problematik, die mit der durch die Plattformen konstituierten politischen Öffentlichkeit verbunden ist. Eine aktuelle Studie von Daniel Kreiss und Shannon McGregor enthüllt nämlich das immense Ausmaß, mit dem “Technology Firms Shape Political Communication”. Die Kommunikationswissenschaftler zeigen, wie eng Facebook und Twitter, aber auch Google (und Microsoft) mit den Wettbewerbern zusammengearbeitet haben.

Die Technologie-Firmen haben mit eigens dafür abgestelltem Personal den Politikern, die ihre Dienste nutzen wollten, aktiv unter die Arme gegriffen. Sie stellten ihre Instrumente vor und machten Vorschläge zu deren Einsatz. Dies gilt vor allem für die Identifizierung und Adressierung relevanter Zielgruppen durch Anzeigen, von denen die Plattformen am ehesten finanziell profitieren. Insofern wurden nicht nur die Digital-Strategien der kollaborierenden Kandidaten direkt beeinflusst.

Gerade die Kampagne von Donald Trump hat davon profitiert, insofern sie mit minimalem Personaleinsatz operierte. Dieses Defizit gegenüber der personell aufwändig aufgestellten Organisation von Hillary Clinton konnte also durch die Kompetenz aus dem Silicon Valley kompensiert werden.

Plattformen: Der Blick nach Deutschland?

In den USA stehen Facebook, Google und Twitter unter politischem Druck, weil sie Anzeigen von Akteuren aus Russland mit manipulativen Inhalten publiziert haben. Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Gibt es vergleichbare Erkenntnis für die Rolle der Technologie-Firmen beim Bundestagswahlkampf?

Die Macht der Informationsintermediäre“ ist zwar auch in der deutschen Debatte ein Thema und ein Forschungsnetzwerk des Hans-Bredow-Instituts widmet sich sogar den Algorithmed Public Spheres. Doch die politische Kommunikationsforschung in Deutschland überlässt das Thema eher dem Datenjournalismus oder einer ebenfalls quantifizierenden Political Data Science.

Demgegenüber bewegen sich die Autoren der US-Studie über den direkten Einfluss großer Digital-Unternehmen auf die datenbasierte Kampagnenführung in der Tradition der qualitativen Sozialforschung. Sie haben sich in das Feld begeben, in dem die Kontakte zwischen Technologie-Firmen sowie politischen Kandidaten und Kampagnen in den USA angebahnt werden. Dort präsentieren die Firmen ihre Dienstleistungen und Produkte auf den Parteitagen der Kontrahenten. Mit dem betreffenden Personal wurden dann Interviews geführt, die Ausmaß und Inhalt der Kollaborationen zu Tage förderten.

Digitale Doppelgänger

Anhaltspunkte für ähnlich enge Kooperationen gibt es auch in Deutschland. Ende September berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Online-Wahlkampf der Alternative für Deutschland: „The German Far Right Finds Friends Through Facebook“. Die AfD habe die auch für rechtspopulistische Parteien und Kandidaten in anderen Ländern tätige US-Agentur Harris Media angeheuert. Deren Vertreter habe bei seinem Deutschland-Aufenthalt direkt Facebooks Berliner Dependance aufgesucht, um eine Arbeitsbeziehung zur Anzeigenabteilung zu etablieren.

In den Fokus sei dabei das von Facebook angebotene Marketing-Instrument der Lookalike Audiences geraten: Ausgehend von bekannten Angaben zu den Abonnenten der AfD-Präsenz bei Facebook wurde eine gleich große Gruppe mit ähnlichen Eigenschaften aus der Gesamtheit der deutschen Nutzer gebildet, die dann für Werbemaßnahmen der Partei ins Visier genommen wurde.

Abgesehen von dieser Episode haben sich die Plattformen allen Parteien als relevanter Partner für die Kommunikation mit der Wählerschaft angedient. Instrument dieser Annäherung waren vor allem Informationsangebote über die politischen Positionen von Kandidierenden und Parteien. Diese Formate wurden den Nutzern von Facebook und Google bei algorithmisch passender Gelegenheit prominent angezeigt. Die Angaben zu Personen und Positionen konnten die betreffenden Akteure dabei selbst verfassen.

Vielleicht lässt sich diese Praxis am ehesten als freiwilliges Äquivalent zur kostenfrei ausgestrahlten Wahlwerbung im Rundfunk verstehen. Eine Parallele zum TV-Duell drängt sich darüber hinaus bei einem weiteren Angebot auf: YouTube veranstaltete zunächst mit Angela Merkel und später mit Herausforderer Martin Schulz für Internet-Verhältnisse epische Einzelinterviews. Bei diesem kamen diverse YouTube-Influencer zum Einsatz, die die beiden Kandidaten im firmeneigenen Berliner YouTube-Space befragten.

Dazu gab es im Gegensatz zu dem von der Kanzlerin in ein ihr genehmes Format verhandelten TV-Duell redaktionelle Einspieler und sogar Wortmeldungen von Zuschauern der beiden Livestreams, die von Google und YouTube auf der jeweiligen Startseite beworben wurden. Auch wenn auf diesem Weg noch keine enorme Reichweite erzielt wurde, dürfte den Kommunikationsstrategen in den Parteizentralen doch klar geworden sein, welcher Kanal in Zukunft den Draht zu Erstwählern herzustellen vermag.


Image (adapted) „USA“ by Zoltan Kovacs [CC0 Public Domain]


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280 Zeichen bei Twitter: Eine riskante Strategie

Tweet up (adapted) (Image by Maryland GovPics [CC BY 2.0] via flickr)

Das soziale Netzwerk Twitter hat seine Tweets nun auf 280 Zeichen angehoben, um den Nutzern zu ermöglichen „sich leichter auszudrücken“. Auf den ersten Blick sieht dies bloß nach einem netten, neuen Feature aus. Aber dieser Schritt zeigt zwei Möglichkeiten auf, wie Twitter dem schmalen Grat zwischen Erfolg und Scheitern folgt.

Erstens zeigt dieser Schritt, wie schwierig es ist, die richtige Balance zu finden, um sich sowohl zu unterscheiden und sich zugleich dem anzupassen, was die Konkurrenten bietet. Zweitens birgt diese neue Maßnahme Gefahren für das instabile Businessmodell, so dass Twitter weiterhin kein Profitgeschäft ist. 

In der Ankündigung, dass es mehr Platz für längere Nachrichten gibt, argumentierten Aliza Rosen, die Produktmanagerin bei Twitter, und der Softwareingenieur Ikuhiro Ihara, dass manche Sprachen mehr Zeichen als andere brauchen, um eine Nachricht auszudrücken. In der Annahme, dass die meisten Nutzer keine Vergleichsgrundlage haben, schlugen sie vor, dass Frustration über die  traditionelle Begrenzung aufkommen wird, wenn man einigen englischsprachigen Nutzern mehr Platz für Nachrichten bietet. Aber ihr Post beinhaltet einen Widerspruch:

„Bei Twitter geht es darum, sich kurz zu fassen. Dies ist es, was es zu einem tollen Mittel macht, um am Ball zu bleiben. Die Tweets kommen direkt zum Punkt. Man kann sofort auf alle erforderlichen Informationen oder Gedanken, die von Bedeutung sind, zugreifen. Das ist etwas, was wir niemals ändern werden.“

Dieser Widerspruch ist das Kernstück des Dilemmas, dem sich alle Plattformen der sozialen Medien stellen müssen. Wenn sie erfolgreich Nutzer anziehen wollen, müssen sie etwas Besonderes bieten. Doch wenn neue Konkurrenzunternehmen auftauchen, müssen sie etwas Neues liefern. Das bedeutet meistens, dass sie Features von anderen Services eingebinden. Man vergisst leicht, dass es nur wenige Jahre nach dem Beginn von Twitter im Jahr 2006 noch nicht möglich war, ein Bild in einen Tweet einzubinden – man konnte nur auf ein Bild verweisen, dass sich woanders befindet. Außerdem musste man auf die Länge der URL achten.

 

Als sich die Menschen an die größere Flexibilität von Facebook und später auch Instagram gewöhnten, musste auch Twitter Möglichkeiten bieten, um Bilder, Links und Videos einzubeziehen. Die Wahrheit ist, dass die Begrenzung auf 140 Zeichen längst der Vergangenheit angehört hat.

Nichtsdestotrotz bietet Twitter auch weiterhin ein Format, das viele anspricht. Man kann eine kurze Nachricht verfassen, begleitet von Links, Bildern und einem kurzen Video und es für andere Twitter-Nutzer veröffentlichen. Man muss keine „Freunde“ festlegen. Und obwohl man nicht alle Reaktionen und Antworten mag, die man bekommt, bringt man seinen Post wahrscheinlich erfolgreich an das Publikum, das man sich wünscht.

All diese Features zeigen, warum Twitters Businessmodell von Natur aus instabil ist. Es kostet eine Menge Geld, um die Leistungen anzubieten, für die sich die Menschen gratis anmelden, die jedoch nicht unbedingt gewillt sind, Werbungen und bezahlten Content zu akzeptieren. Die Menschen wenden sich von Twitter ab, wenn ihr Feed zu viele Sachen beinhaltet, die sie nicht ausgewählt haben. Deswegen konnte Twitter noch nie genug Einkommen generieren, um die Ausgaben zu decken. Es ist noch immer nicht rentabel, genau wie früher.

 

 

Twitter und Trump

Vor zwei Jahren, als ich einen Kurs mit dem Titel ‚Understanding Media‘ unterrichtete, habe ich oft in den Diskussionen angebracht, dass sich Twitter in einer prekären Situation befindet. Dann kam Trump. Ein Vorteil, den Twitter schon seit seinen Anfängen hat, ist, dass es immer ein Thema in den Medien war – ob im Sport, in Unternehmen, im Fernsehen oder in Online-Zeitschriften. Nichtsdestotrotz konnte die Anziehung des neuen Präsidenten zu dieser spezifischen Plattform nicht vorhergesehen werden. Dies führte zu einem exponentiellen Wachstum an Artikeln, bei denen Twitter erwähnt wird. Aber dies war nicht genug, um grundliegende Probleme zu korrigieren.

Wie der Technik-Journalist Charles Arthur im Guardian im Februar schrieb, könnte noch nicht einmal Donald Trump Twitter aus dem Loch herausholen, in dem es steckt. Die Quartalsergebnisse des Unternehmens zeigten einen Verlust von 167 Millionen US-Dollar – im Vergleich zu 90 Millionen US-Dollar im Vorjahr – bei einer Umsatzentwicklung von 638 Millionen US-Dollar an. Es gab nirgendwo eine eindeutige Idee, wie man den Profit steigern könne – trotz der Tatsache, dass die häufigen Ausbrüche des US-Präsidenten halfen, die Zahl der Nutzer von zwei Millionen auf 319 Millionen zu steigern. 

Twitter existiert in einer höchst kompetitiven Welt und schaut ständig Mitbewerbern wie Sina Weibo auf die Finger. Das Unternehmen behauptete Anfang des Jahres, Twitter bei den Nutzerzahlen übertroffen zu haben. Sina Weibo bietet mehr Platz in den Postings als Twitter. Aber seit für alle die Zeichengrenze auf das Doppelte angehoben wurde, wirkt es, als wäre der Fehdehandschuh aufgenommen worden. Allerdings tut diese Veränderung zunächst nur wenig dafür, um die grundlegenden Probleme zu lösen, die hier noch immer bestehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Tweet up“ by Maryland GovPics (CC BY 2.0)


The Conversation

 

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  • REDDIT t3n: Kein Reddit für Nazis: Onlineplattform schließt rechtsradikale Foren: Die Onlineforen-Plattform Reddit ist ein wahrer Pool an verschiedenen Themen, Gruppierungen und Meinungen. In sogenannten Subreddits kann sich zu allerlei möglichen Themen ausgetauscht werden, manchmal sucht man in diesen Unterforen aber vergeblich nach Moral wie man sie im richtigen Leben erwarten würde – und manchmal sind solche Inhalte sogar gesetzeswidrig, gewaltverherrlichend etc.. Reddit hat jetzt aber einen bedeutenden Schritt gegen Hassbotschaften im Netz gestartet und seine Richtlinien dementsprechend geändert. Denn zuvor waren rechtsradikale Inhalte auf der Plattform zumindest geduldet. Etliche Hass- und Nazi-Foren, wie /r/NationalSocialism und /r/ Rechtsradikalismus – sogenannte „Subreddits“ – wurden jetzt geschlossen. Ex-Chef Yishan Wong lehnt eine solche Art der „Zensur“ – selbst bei solchen Inhalten – jedoch ab.

  • EPRIVACY wired: Die ePrivacy-Verordnung macht das Netz datenschutzfreundlicher: Das EU Parlament hat sich gestern mit 318 gegen 280 Stimmen für besseren Schutz gegen Tracking und für verschlüsselte Kommunikation entschieden. Netz- und Werbeunternehmen müssen jetzt strengere Richtlinien befolgen und das Surfen im Interent und der Umgang mit Apps wie WhatsApp, Google Mail etc. sollte jetzt ein Stück weit sicherer sein. Ein Stück mehr ePrivacy für Europa, jedoch erst einer von vielen, die noch getätigt werden müssen.

  • TWITTER zeit: Twitter verbannt RT und Sputnik als Werbekunden: Wer, wie, wo, was bei der US-Wahl 2016 beeinflusst oder manipuliert hat ist nicht ganz klar. Vor allem russischen Medienquellen werden Beeinflussugnsversuche vorgeworfen. Auch die beiden Medienunternehmen RT und Sputnik sollen mutmaßlich manipuliert haben. Twitter zieht jetzt zur Verantwortung und last beide Medienhäuser nicht länger Werbung auf ihrer Plattform schalten. Twitter bestätigte im Vorfeld, dass zur US-Präsidentschaftswahl im letzten November gezielt russisch finanzierte Inhalte zugunsten des Kandidaten Donald Trump platziert wurden.

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Fake News: „Soziale Medien sind Emotionsmedien“

Browser Fake News (adapted) (Image by Pexels) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Fake News. Der Begriff ist den meisten mittlerweile bekannt, aber definitiv kein ausschließlich aktuelles Phänomen. Die Bezeichnung Fake News gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert, aber seit einigen Jahren ist der Begriff aus der Internet und Nachrichtensprache kaum noch wegzudenken. Gründe dafür sind besonders soziale Medien und die Berichterstattung um den US-Präsidenten Donald Trump, der in seinem Wahlkampf öfter mit „alternativen Fakten“ argumentierte.

Nun gibt es Internetseiten, mit welchen man selbst eine Nachrichtenmeldung fälschen kann. Facebook hat kürzlich angekündigt, dass die Seiten, die Falschmeldungen verbreiten, den Zugang zu Werbung verbieten. Das ist ein weiterer Schritt des sozialen Netzwerks im Kampf gegen Fake News.

Aber wie gefährlich sind Fake News für unser Mediensystem und was können Nutzer tun, um Fake News aus dem Weg zu gehen? Darüber haben wir mit der Journalistin und Fernsehproduzentin Michaela Hummel gesprochen.

Doclights_Michaela Hummel
Michaela Hummel / Doclights

Sie entwickelte und produzierte verschiedene Factual-Entertainment-Formate und Dokumentationen, wie die Dokumentation „Auf der Flucht“ für die sie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Weitere Produktionen sind u.a. der ZDFdonnerstalk mit Dunja Hayali, die NDR-Reportagen mit Judith Rakers, die ZDFneo Dokumentation „Der Rassist in uns“. Ihr neustes Projekt dreht sich rund um das Thema Fake News.

Frau Hummel, sie haben gerade in Zusammenarbeit mit Sascha Lobo die Dokumentation, der offizielle Titel ist Social Factual, ein Einzelstück „Manipuliert“ mit dem Thema Fake News produziert. Haben sie sich davor bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt?

Ich habe mich schon seit Jahren mit dem Thema Fake News beschäftigt, was auch einen privaten Grund hat. Ich habe einige Jahre in den USA gelebt und ein Teil meiner Verwandtschaft dort ist eher im konservativen Spektrum angesiedelt. Aufgefallen ist mir, dass sie als einzige Nachrichtenquelle Breitbart News genutzt haben. Natürlich hat jeder das Anrecht auf eine eigene Meinung, aber dadurch habe ich mich früh sehr intensiv mit dem Thema Manipulation von Informationen, Emotionalisierung und Polarisierung beschäftigt. Das hat (in der Familie) nicht zu wenig Streit geführt.

Man hat über die Zeit hinweg gemerkt, dass sich der Begriff „Fake News“ gewandelt hat vom rein beschreibenden Begriff, zum Anglizismus des Jahres und schlussendlich zum politischen Kampfschrei. Wie definieren Sie den Begriff „Fake News“?

Ich denke die meisten wissen, was es im wahrsten Sinne heißt, „Falschmeldung“. Über die eigentliche Bedeutung  müssen wir uns nicht unterhalten. Aber mir ist eine Veränderung aufgefallen. Beispielsweise Donald Trump, der in Pressekonferenzen die Medien mittlerweile schon mit „Fake News“ anspricht. Damit bekommt das Ganze einen stark politischen Charakter.

Zudem deckt es für mich das ganze Thema der Verschwörungstheorien, falsche Fakten und Propaganda ab. Fake News gibt es an und für sich schon lange. Aber durch das Internet haben sie eine neue Wirkmacht erreicht.

Interessant ist, was wir im Rahmen der Sendung „Manipuliert“ im Februar 2017 über eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen herausgefunden haben: 82 Prozent der Befragten kennen das Phänomen „Fake News“, 47 Prozent der Deutschen halten es für ein großes oder sehr großes Problem und fast ein Drittel der Wahlberechtigten denkt, dass es einen starken oder sehr starken Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben kann. Und hierbei machen sich Frauen mehr Sorgen als Männer. Ich nenne diese Zahlen, da sie eine statistische Sicht auf das Thema zeigen und unterstreichen, wie brandheiß es ist.

Herrscht ihrer Meinung nach zu wenig Transparenz und Aufklärung im Umgang mit Fake News?

Meiner Meinung nach gibt es jede Menge Transparenz und Aufklärung, man muss sie natürlich nur finden. Und bei Fake News geht es oft um Geschwindigkeit. Wenn man etwas wiederholt liest, hält man es eher für wahr und durch sharing (das Teilen in Sozialen Medien) erreicht eine solche Nachricht vielleicht eine Millionen Menschen oder mehr –  und von der späteren Richtigstellung erfährt dann keiner.

Es gibt im Netz zwei sehr gute Tools, um Falsche Fakten im Netz zu entlarven: die Rechercheeinheiten MimiKama oder Hoax Map. Aber letztlich bleibt es eine Frage der Geschwindigkeit. Man braucht eine Menge Ressourcen, um am Ball zu bleiben und dagegen anzugehen.

Nehmen Menschen alles, was sie im Internet lesen, zu ernst?

Ich denke nicht, dass die Leser alles zu ernst nehmen.  Ich glaube eher, dass sie oft zu wenig nachdenken. Der Like ist quasi die Währung des Internets und viele denken: „Was meine Freunde geliked haben kann ich in der Hinsicht auch direkt übernehmen“ – meist auch ungefiltert. Die Sozialen Medien sind eben ein sehr schnelles Medium. Daher denke ich, dass viele Nutzer sich nicht die Mühe machen,  den Wahrheitsgehalt der Posts und News zu prüfen.

Was haben Filterbubbles in Sozialen Medien mit Fake News zu tun?

Das Phänomen Filterbubbles gilt für alle Seiten – auch für Journalisten. Jeder kann sich im Internet seine eigene Welt bauen und dann sehen wir nur, was wir selber mögen. Alles was nicht unserem Weltbild entspricht, wird aus der Timeline herausgefiltert. Journalisten sollten allerdings diejenigen sein, die durch Recherche und kritische Prüfung für Meinungsvielfalt sorgen.

Diese Filterblasen bestätigen also letztlich  nur die eigenen Perspektiven und Meinungen. Wenn diese Blasen nur noch aus Fake News bestehen oder von einem Algorithmus entsprechend bestückt werden, kann das fatale Folgen haben.

Finden Sie, die Einrichtung von Löschzentren von beispielsweise Facebook ist der richtige Weg?

Das ist eine schwierige Frage. Allein das Wort Löschzentrum empfinde ich bereits als sehr stark und hart. Erstens ist es traurig, dass wir diese Wege gehen müssen und dass sich solche Abgründe auftun.  Wie ein Artikel in der SZ aufgezeigt hat, müssen auch die Mitarbeiter einiges mitmachen. Mir wäre es lieber, dass die Menschen, die das Netz nutzen, wissen was sie tun. Denn für eine funktionierende Netiquette und einen konstruktiven Austausch in Interessengruppen und Communities gibt es ja sehr viele positive Beispiele.

Aber zweitens, sind wir ja bereit, eine grundsätzliche Kontrolle zu akzeptieren. Und das nur, weil Menschen nicht in der Lage sind, mit dem Medium vernünftig umzugehen. Das ist schon ein großer Schritt. Eigentlich müsste es Social Media Schulen geben und wir müssten ganz früh mit der Aufklärung beginnen.  Dadurch wird es letzendlich zu einer Bildungsfrage.

Sie plädieren für die Einführung von Social Media Workshops schon im Kindesalter?

Absolut. Wir kennen alle kleine Kinder, die schon in der Lage sind, das Smartphone zu bedienen und damit unreflektiert umzugehen.

Sie haben zu Beginn bereits erwähnt, dass sie eine Zeit in den USA gelebt haben. Wie schätzen sie den Umgang der Medien mit Fake News in Amerika im Gegensatz zu Deutschland ein?

Ich hab damals beim Fernsehen gearbeitet und die Sozialen Medien spielten noch keine große Rolle. Aber zum Fernsehen kann ich sagen:  Es wird mehr polarisiert und provoziert, es gibt viel mehr schwarz-weiß Malerei. Wir Deutschen sind da eher in Grautönen unterwegs. Vergangenen November, zur Zeit der Wahlen, war ich zuletzt in den USA, wo sich dieses Bild bestätigte: DieSender greifen sich gegenseitig an. Ich denke Fake News sind auch deshalb ein größeres Thema, weil in den USA mit viel mehr reißerischen Schlagzeilen gearbeitet wird. Das ist mehr Show als Information. Die ausgewogene Information gibt es dort eher im Print. Und man darf nicht vergessen: Soziale Medien sind Emotionsmedien. Es geht um Klicks! Und letztlich sind sie auch ein Kommerz-Medium.

Wie gefährlich denken Sie können Fake News noch werden?

In Deutschland stellen sie in meinen Augen keine große Gefahr dar. Wir haben ein sehr gut funktionierendes Mediensystem, dass die Meinungsvielfaltn abdeckt. Wir haben auch die Möglichkeit, Sendeformate wie Manipuliert mit Unterstützung eines öffentlich-rechtlichen Senders zu entwickeln und damit Aufklärung zu leisten. Deswegen sehe ich Fake News nicht als Gefahr für das deutsche Mediensystem.

Dazu muss man sagen: Wir verteufeln bei unserer Sendung die Sozialen Netzwerke nicht und sind auch nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs.  Schließlich nutzen wir alle Facebook und Co und wollen Spaß damit haben. Es ist also wichtig, dass Aufklärung nicht als belehrend angesehen wird.

Hat sich durch das Aufkommen von Fake News Verbreitung ihr eigenes Bild der Medien oder ihr Medienkonsum verändert?

Ich denke wirklich, dass wir in Deutschland und auch in vielen Ländern Europas den Luxus der Qualitätsmedien haben. Das gilt nicht für jedes Land.

Aber heute benötigen wir viel mehr Zeit als früher, um alles zu lesen und richtig zu erfassen. Die Medien sind so schnell geworden, dass es manchmal kaum möglich, ist die Menge an Informationen überhaupt zu verarbeiten. Und wenn dann in dieser Masse Falschmeldungen dabei sind, die man eigentlich recherchieren, vergleichen und nachverfolgen sollte, können sie als wahre Meldungen aufgefasst werden. Der Zeitaufwand im Umgang mit den Medien und die Informationsflut haben sich also definitiv erhöht.

Was ist ihr letzter Rat an Leser im Umgang mit Fake News?

Man kann es mit Humor nehmen, wie zum Beispiel die Satireseite „Der Postillion“ immer wieder zeigt. Abgesehen davon, sollte jeder sofort alles hinterfragen und nicht nur schnell klicken, sofort alles liken oder anhand der Überschrift kommentieren. Man sollte sich die Nachrichten genauer anschauen. Aber dabei immer eine Prise Humor behalten.


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  • SPACEX golem: SpaceX startet geheimen Militärsatelliten: Am gestrigen Montag fand der erste Start einer Falcon-9-Rakete unter erheblichen Geheimhaltungsmaßnahmen statt. Die Falcon 9 ist der erste Satellit, der dem amerikanischen Militär durch das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX – einem weiteren Standbein von Unternehmer Elon Musk – vorgestellt wurde. In welchen Orbit die Rakete fliegen soll ist nicht bekannt gegeben worden, soll aber schon bald durch Amateure aufgespürt werden können.

  • SNAPCHAT horizont: Snapchat feiert erste deutsche “Our Story” zum Maifeiertag: Erst kürzlich gab das Unternehmen Snap – Mutterkonzern der Messaging-App Snapchat – Partnerschaften mit großen deutschen Medienkonzernen bekannt – Bild, Vice, Sky Sport und Spiegel Online. Das Unternehmen weitet sich auf dem deutschen Markt zusätzlich aus und hat seit gestern auch das „Our Story“-Feature in Deutschland verfügbar gemacht. In der „Discover“-Rubrik von Snapchat werden dabei Inhalte von welweiten Nutzern kuratiert und als orts- und themenbezogene Story zusammengeführt, beispielsweise zu besonderen Aktionstagen oder Festivals.

  • WIKIPEDIA heise: Türkei blockiert Wikipedia und verbietet Datingshows: In der Türkei ist das Online-Lexikon Wikipedia nicht mehr erreichbar, seit Samstagmorgen ist die Seite blockiert. Laut Berichten sollen die Webseiten-Betreiber nicht auf Forderungen der türkischen Regierung reagiert haben. Die Seite solle laut des türkischen Kommunikationsministeriums Texte zur Verfügung gestellt haben, die Terror propagieren und die Türkei mit Terroristen gleichstellen sollen. Nachdem Forderungen zur Entfernung nicht beachtet wurden, wurde die Seite gesperrt.

  • US-REGIERUNG recode: President Trump is launching a new tech group to ‘transform and modernize’ the U.S. government: US-Präsident Donald Trump will mit Hilfe des Silicon Valley die US-Regierung modernisieren. Trump nutzt seien Verbindungen und will mit dem „American Technology Council“ und Silicon-Valley-Unternehmen wie Apple, Facebook und Google Innovation in die Bürokratie bringen. Im Juni lädt Trump außerdem wieder zu einem Gipfeltreffen. Washingtons Digitalisierung war schon für Obama eine große Herausforderung – er startete das Projekt des „U.S. Digital Service“ -, Trump hat es mit wachsender Unbeliebtheit auch nicht leichter.

  • APPS spiegel: Das sind die spannendsten Apps des Monats April: Spiegel Online stellt zum Ende des Monats April ihre zehn belibetesten App-Entdeckungen vor. Darunter „Giphy Says“, das Bilder zum Sprechen bringt, der Laser-Shooter „Virexian“ und eine abgespeckte Version des Facebook Messengers. Der Messenger Lite nimmt nur etwa 15 Megabyte Speicherplatz ein und hat die App auf die wichtigsten Chatfunktionen reduziert. Auch Skype und Facebook bieten solche Lite-Versionen ihrer Apps an.

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  • TWITTER zeit: Twitter verklagt US-Regierung: Dass Twitter eine mehr oder minder wichtige Rolle im US-Wahlkampf- und Regierungszirkus einnimmt, ist nicht abzustreiten. Jetzt verklagt das Unternehmen hinter dem Social-Media-Kanal gar die US-Regierung. Das Heimatschutzministerium hatte Nutzerdaten eines Trump-kritischen Accounts eingefordert, woraufhin Twitter sich weigerte und nun juristische Schritte einleitet. Besagter Account hat rund 100.000 Follower und ruft zum Widerstand gegen Trumps Einwanderungspolitik auf. Twitter will die Daten nicht herausgeben, solange die Regierung keine Beweise für straf- oder zivilrechtliche Verstöße vorlegt.

  • ROAMING spiegel: EU-Parlament besiegelt Ende der Roaminggebühren: Es ist endlich beschlossene Sache – pünktlich zum Sommer und der Urlaubszeit fallen Roaminggebühren in Europa endgültig weg. Ab Mitte Juni sollen Reisende im EU-Ausland endlich mobil telefonieren und surfen können, ohne anfallende Zusatzkosten. Am Donnerstag wurde in Straßburg ein Kompromiss über Roaming-Großhandelspreise beschlossen. Die Abschaffung der Roaminggebühren ist allerdings für Reisende gedacht, die sich nur zeitweise im europäischen Ausland aufhalten. Wer sich dauerhaft im Ausland aufhält, muss mit Extragebühren rechnen.

  • PLAYSTATION heise: PlayStation Experience (PSX) 2017: Prey, 360-Grad-Filme und Controller-Experimente: Die PlayStation Experience ist das hauseigene, alljährliche Event zu Sonys Mutterschiff-Konsole. Seit 2015 findet das Event ebenfalls in München statt. Headliner der Veranstalter war der Ego-Shooter Prey. Selbstverständlich durften auf der PSX auch brisante Themen wie Virtual Reality und 360 Grad nicht fehlen. Gerade mit letzterem experimentiert Sony derzeit verstärkt. Die Veranstaltung ist nicht dafür da, Plattform für große Neuankündigungen zu sein, vielmehr soll an die Sony Hardware herangeführt und begeistert werden.

  • SOCIAL MEDIA gruenderszene: Dieses neue soziale Netzwerk zieht gerade scharenweise Twitter-Nutzer an: Mastodon – so der Titel des Twitter-Konkurrenten, benannt nach den prähistorischen Mammuts – ist ein neues soziales Medium, das seit Anfang der Woche rund 40.000 neue Nutzer verbuchen konnte. Anders als bei kommerziellen Anbietern gebe es kein Risiko, dass „ein einzelnes Unternehmen unsere Kommunikation monopolisiert“, heißt es auf der Seite. Entwickler ist der 24-jährige Eugen Rochko aus Jena, der das Projekt über die Funding-Plattform Patreon finanziert.

  • NINTENDO chip: Harmlos oder verwerflich? PETA will dieses Nintendo-Spiel stoppen: Denkt man an ein Videospiel – speziell in diesem Fall an den Titel 1-2-Switch – würde man nicht darauf kommen, was daran verwerflich in Bezug auf Tierschutz sein könnte. Besagter Titel ist eine Minispiel-Sammlung auf der Nintendo Switch, erst mal nichts Verwerfliches. Die Tierschutzorganisation PETA ist da allerdings anderer Meinung. Sie prangern das Spiel dafür an, im Segment ‚Wettmelken‘ die Milchindustrie und den Melkprozess zu verharmlosen. Ob man dies nun für harmlos oder verwerflich hält, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

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Privatsphäre nicht nur für Donald Trump

Video (adapted) (Image by endus3r [CC0 Public Domain] via pixabay)

US-Präsident Donald Trump beschuldigt seine demokratischen Widersacher, ihn während des Wahlkampfs abgehört zu haben. Damit reiht er sich in die Reihe von Politikern ein, die rechtswidrige Überwachung nur dann als Problem anerkennen, wenn sie selbst betroffen sind. Dabei hilft gegen derartige Bespitzelung nur eines: eine Gesellschaft, in der es nicht an der Tagesordnung ist, Menschen ohne den Nachweis eines konkreten Verdachts zu überwachen.

Überwachung auf Watergate-Niveau?

Donald Trumps Twitter-Account ist berüchtigt für spektakuläre Angriffe, Ausfälle und Rants. Anfang März erhob Trump auf dem Kurznachrichtendienst einen Vorwurf gegen die Vorgängerregierung unter Barack Obama, der für Aufsehen (nicht nur) bei Datenschützern sorgte: Obama, so Trump, habe sein Team und ihn während des Wahlkampfs abgehört. Trump verglich die Geschehnisse sogar mit dem Watergate-Skandal in den 1970er Jahren, der durch massiven Machtmissbrauch des damaligen Präsidenten Richard Nixon und unter anderem das Abhören von Journalisten gekennzeichnet war.

Einen Beweis für seine Vorwürfe blieb Trump bislang schuldig. So ist schwer zu sagen, ob es sich um die Wahrheit oder eher um eine der für Trump typischen „postfaktischen“ Aussagen – also Halbwahrheiten, Übertreibungen oder schlichte Lügen – handelt. Kritiker haben zurecht angemerkt, dass angesichts der vermeintlichen Schwere der Vergehen – der Watergate-Skandal, mit dem Trump den Vorfall vergleicht, führte immerhin zum Rücktritt der damaligen US-Regierung – bislang sehr wenig Taten gefolgt sind, was die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe nicht gerade erhöht. Der bloße Vorwurf und die Diskussion darum allerdings sind in gewisser Hinsicht schon interessant.

Mit zweierlei Maß gemessen

Wie viele Politikerinnen und Politiker vor ihm scheint Trump der Ansicht zu sein, dass Überwachung nur dann ein Problem darstellt, wenn sie die Mächtigen selbst betrifft. Den Deutschen ist diese Argumentation wohl am besten vertraut von Angela Merkel, deren abgehörtes Mobiltelefon der einzige Teil des NSA-Skandals zu sein schien, der die Bundesregierung und auch Teile der deutschen Presse wirklich zu interessieren schien. Aber auch im Umfeld anderer Hacking- und Überwachungsvorfälle waren es stets die Angriffe gegen Politikerinnen und Politiker, insbesondere Regierungsangehörige, die als Skandal dargestellt wurden, während die Überwachung anderer Bürgerinnen und Bürger oftmals bagatellisiert wurde.

Nun ist das vermeintliche Opfer also Donald Trump. Nur geht es ihm, selbst wenn an seinen Vorwürfen etwas Wahres ist, nicht anders als einer Vielzahl anderer Menschen in den USA und andernorts, die anlasslos oder mit fadenscheinigen Begründungen zum Ziel der NSA wurden und deren Telekommunikation überwacht und bespitzelt wurde.

Grundrechte müssen uns alle schützen

Ob Donald Trump im Recht damit ist, der Obama-Regierung illegale Überwachung vorzuwerfen, muss sich noch herausstellen. Zweifellos ist er im Recht damit, zu fordern, dass sein Team und er nicht in dieser Weise überwacht werden. Um das zu gewährleisten, gibt es allerdings – wie auch NSA-Whistleblower Edward Snowden bemerkt – nur einen überzeugenden Weg: es muss eine Gesellschaft geschaffen werden, in der die Privatsphäre aller Menschen ebenso respektiert wird wie ihre sonstigen Grundrechte und in der die Geheimdienste nicht im Verborgenen, beinahe unkontrolliert und ohne Rechenschaft abzulegen, agieren können.

Wenn Donald Trump will, dass wir das hier ernst nehmen, muss er das Problem beheben, dass die Kommunikation von jedem Menschen in Amerika aktuell gesammelt wird, ohne Richterbeschluss, und in einen großen Eimer kommt und die Menschen nur durch sehr lasche interne Vorschriften geschützt sind, die einfach nicht ausreichen,“ erklärte Snowden zu diesem Thema, „Das Problem ist nicht ‚Oh, armer Donald Trump.‘ Sie sind der Präsident. Sie sollten Fragen stellen wie, ‚Warum war das überhaupt möglich?‘ und ‚Warum habe ich es nicht behoben?'“

Der Whistleblower trifft den Nagel auf den Kopf: Politiker, die ihre eigene Kommunikation schützen wollen, müssen das Problem grundsätzlich angehen. Ein teures Krypto-Handy – das wahrscheinlich die Mehrheit der Politikerinnen und Politiker angesichts ihrer bisherigen Kompetenz in diesen Dingen nicht oder falsch nutzen würde – ist keine Lösung. Die einzige Lösung, die uns langfristig weiter bringt, ist eine Gesellschaft, in der die Grundrechte weitaus effektiver als bisher geschützt werden. Wenn ausgerechnet Donald Trump diese Gesellschaft voran brächte, wäre dies zwar angesichts seines autoritären Verhaltens zutiefst ironisch, doch wäre es eine Ironie, aus der immerhin etwas Gutes erwächst. Wer weiß – in der Geschichte sind schon merkwürdigere Dinge geschehen.


Image (adapted) „Video“ by endus3r (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Von Schlangenvertreibern und Rattenfängern – Gedanken zum St. Patrick’s Day

St Patrick's Day Shamrock on bald head (adapted) (Image by k4dordy [CC BY 2.0] via flickr)

Schon wieder Donald Trump! Mea culpa, aber selbst dann, wenn es hier eigentlich um den irischen Nationalfeiertag “St. Patrick’s Day” gehen soll, der am Freitag weltweit gefeiert wird, kommt man um den Rassisten und Rattenfänger von Washington nicht herum. Das gilt für mich und andere Kolumnisten, für Arbeiter und Angestellte von US-Multinationals in Irland und für zehntausende von illegalen, irischen Einwanderern in den USA. Die “undocumented Irish” blicken besorgt nach Washington und hoffen, dass der irische Ministerpräsident Enda Kenny am Rande der Feierlichkeiten zum Tag des Heiligen, der einst die Schlangen aus Irland vertrieb, Donald Trump davon abhalten kann, massenhaft Iren aus den USA zu vertreiben.

Gleichzeitig hofft “Ireland Inc”, dass die nationalistische Wirtschaftspolitik der neuen Administration nicht zu viele US-Unternehmen aus Irland zurück in die Heimat vertreibt. Als vor einigen Wochen HP seinen 500 Beschäftigten seiner Drucker-Sparte in Leixlip in der Grafschaft Kildare mitteilte, dass ihre Arbeitsplätze Opfer der globalen Sparmaßnahmen werden würden, sprachen manche Beobachter bereits von “Trumps ersten Opfern”, konnten aber schnell beruhigt werden. Dass die Druckersparte die problematischere bei HP ist, war schon lange klar und außerdem sind die rund 2.000 Arbeitsplätze nebenan bei Hewlett Packard Enterprise nicht gefährdet. Im Gegenteil – für einige der 500 Kollegen bestehen sogar gute Chancen, beim Schwesterunternehmen unterzukommen. Kein Grund zur “Panik auf der Titanic” wegen des Trump-Effekts? Die Titanic startete ihre letzte Reise in Cobh in der Grafschaft Cork. Cork ist heute Standort von zahlreichen Pharmafirmen. Dazu zählt auch Eli Lilly, die an sich 200 Millionen Euro in eine Erweiterung am Standort Cork investieren und hunderte von Arbeitsplätzen schaffen wollten. Das Investment liegt nun erstmal auf Eis. Der Grund ist zweifelsohne der Druck, den Trump auf Vertreter der Pharmaindustrie ausübt, Neu-Investitionen doch bitte patriotisch in den USA zu tätigen.

Bereits unmittelbar nach dem Wahlsieg von Donald Trump war der irische Finanzminister Michael Noonan nach Silicon Valley gereist, um mit Managern von Tech-Firmen sowohl über die Steuerreformen, die Trump angekündigt hatte, als auch die Steuersicherheit, die Irland weiter garantieren könne, zu sprechen. Die Tatsache, dass der Minister sich so schnell in den Flieger setzte, um persönlich Sicherheit zu vermitteln, zeigt wie wichtig die Investoren aus dem Silicon Valley für den Erhalt des Status Quo an den Dubliner Silicon Docks sind. Und mit der Hauptaufgabe, Sicherheit zu vermitteln, reisen in dieser Woche gleich mehrere irische Minister anlässlich der Feierlichkeiten zum “St. Patrick’s Day” in die USA.

Für den Ministerpräsidenten Enda Kenny, der schon seit dem Wochenende in den USA weilt, ist das Ganze auch so etwas wie eine Abschiedstour. Seine Ablösung als Chef der Haupt-Regierungspartei Fine Gael steht unmittelbar bevor und die Meuterer in Dublin haben ihm die Reise zu Trump “aus Respekt vor seinen Verdiensten” gerade noch gewährt. Viele glauben, dass Trump ihm zuhören wird, wenn es um die Zukunft sowohl der US-Investitionen in Irland als auch um die “undocumented Irish” in den USA geht. Dass Enda Kenny bereits in dem Brief, mit dem er Donald Trump zur Wahl gratulierte, Druck im Namen der vielen irischen Einwanderer ausgeübt habe, wie er der heimischen Presse gegenüber behauptete, wurde von dieser aber schon als FAKE NEWS entlarvt. Kein Wort fand sich darüber in dem Schreiben, das via “Freedom of Information”-Anfrage veröffentlicht wurde.

Aber wer erwartet schon ausgerechnet am Tag des Schlangenvertreibers Ehrlichkeit von Politikern? Von Trump schon mal gar nicht, aber wohl auch kaum von Kenny. Wie jeder irische Ministerpräsident vor ihm wird auch Enda Kenny aus illegalen Einwanderern “undocumented Irish” machen. Gleichzeitig bleiben tausende von Asylbewerbern, die oft seit über 10 Jahren in Auffanglagern leben und auf den Bescheid der irischen Ausländer-Behörde warten, für Kenny und seine Minister weiterhin illegale Einwanderer. “Undocumented” sind nur Iren. Auch das ist Rassismus. Zu Beginn dieser Kolumne sprach ich ja von Schlangenvertreibern und Rattenfängern. Der irische Agrarminister Michael Creed wird bei seinem “St. Patrick’s Day”-Besuch unter anderem nach Berlin, Stuttgart und Köln reisen. Hameln steht nicht auf der Liste.


Image (adapted) „St Patrick’s Day Shamrock on bald head“ by k4dordy (CC BY 2.0)


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Muss man wissen: So twittert @realdonaldtrump

Donald Trump (adapted) (Image by Gage Skidmore [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Ein neuer Tag, ein neuer Tweet, ein neuer Vorfall. Bei einem der neuesten Ereignisse schädigte Donald Trump – der reiche und scheinbar wahllose Twitterer, der zufällig auch noch der Anführer der freien Welt ist – die diplomatischen Beziehungen zu Australien, indem er gegen ein Abkommen bezüglich der Umsiedlung von Flüchtlingen wetterte, das in den letzten Tagen der Präsidentschaft Obamas beschlossen worden war.

Als Malcolm Turnbull, der australische Premierminister, Präsident Trump kontaktierte, um sich Klarheit über das Abkommen, das die Umsiedlung in die USA von bis zu 1.250 Asylsuchenden, die Australien in einem Gefangenenlager auf offener See hält, beinhaltete, war Trump unfreundlich und schroff, sodass er den Anruf unerwartet bereits nach weniger als der Hälfte der vereinbarten Stunde beendete.

Wie üblich nutze er später Twitter, um seine Gedanken weiterzugeben:

Die Ausdrucksweise, Zeichensetzung, Wortwahl und der Tonfall dieses einen Tweets sind ein Beispiel für den gesamten Kommunikationsstil, mit dem die Trump-Anhänger mittlerweile vertraut sind.

Zuerst gibt es die faktischen Ungenauigkeiten – es handelt sich um Asylsuchende, nicht illegale Einwanderer. Dann ist da der Stil der Ansprache. Trump twittert häufig, als würde er sich an jemanden persönlich in einem Gespräch richten („Kannst du das glauben?“). Dies hilft natürlich dabei, die Illusion von Vertrautheit und gemeinsamer Erfahrung zu erschaffen. Der Punkt ist, dass es so weit weg von der herkömmlichen, politischen Diskussion sein soll, dass es als erfrischend und anders angesehen wird. Wir erwarten in den meisten Fällen nicht, dass Staatsmänner so herablassend in Bezug auf den politischen Prozess sind und Umgangssprache verwenden – das heißt, die Sprache („blödes Abkommen“), die normalerweise mit ’normalen‘ Menschen assoziiert wird.

Dann haben wir noch Trumps übermäßige Nutzung von Großbuchstaben und Ausrufungszeichen. Stilistische Leitfäden zeigen uns, dass dies Unreife und maßlose Aufregung kennzeichnen – aber Ausrufungszeichen wurden durch die Verbreitung von Emails und Texten ein universeller Ausdruck für die Stimmung des Autors. Wie Jean Berko Gleason herausstellt: „Sie können die Schroffheit einer kurzen Antwort mäßigen, indem sie den Enthusiasmus, die Ehrlichkeit, die Überraschung des Autors ausdrücken – es hängt alles von der Situation ab.“

Mediale Vermittler übergehen

Diese Tweets sind keinesfalls wahllos und unüberlegt. Es ist klar, dass Trump und seine Berater den Wert verstehen, der darin liegt, die „betrügerischen“ etablierten Medien zu umgehen und direkt das Fundament dieser mit einer verständlichen Sprache zu adressieren. Er ist ein Präsident, dem die Macht der sozialen Medien äußerst bewusst ist. Im November erzählte er im 60 Minuten Programm des Senders ABC:

Ich finde es unglaublich. Es ist eine moderne Art der Kommunikation. Es sollte nichts geben, wofür Sie sich schämen sollten… Die Tatsache, dass ich solch eine zahlenmäßige Macht durch Facebook, Twitter, Instagram, etc. habe, hat mir geholfen, all diese Rennen, in denen sie so viel mehr Geld ausgegeben haben als ich, zu gewinnen.

Auf Twitter verhält sich Trump wie die Berühmtheit, die er ist – er übergeht lästige Mittelsmänner, um sich selbst und seine Grundsätze ohne die Unannehmlichkeiten langer Erklärungen zu vermarkten. Die Begrenzung auf 140 Zeichen ist perfekt geeignet für die Übermittlung von Gefühlen, statt eine eventuelle Ausgewogenheit darzustellen. Der bekannte Akademiker und Medien-Kommentator Jay Rosen sieht es meiner Meinung nach richtig. Das, was Trump kommuniziert, nur als Tweets abzutun, ist eine Illusion, die sie nicht ernst genug zu nehmen droht:

Dies sind öffentliche Aussagen des gewählten Präsidenten. Amtliche Bekanntmachungen von ganz oben. Diese nach ihrer Verbreitungsmethode (Twitter) zu benennen, hilft nicht. Sie können nicht mehr ignoriert werden, genauso wie eine Ankündigung auf whitehouse.gov nicht außer Acht gelassen werden kann.

Wer Trump folgt

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels hat Trump 23,3 Millionen Anhänger auf Twitter – und während viele von diesen offensichtlich nicht zu seinen Unterstützern zählen, ist es dennoch klar, dass eine riesige Menge seine Basis bildet und viele von ihnen seine Gedanken an ein sogar noch größeres Publikum weiterleiten. Wer braucht also noch die herkömmlichen Medien?

Trump merkt offensichtlich, dass er diese nicht braucht – es ist aufschlussreich, wenn man feststellt, dass unter den mageren 40 Leuten, denen @realdonaldtrump folgt, nur wenige Journalisten sind. Vielleicht sollte man diese zutreffender als „Medienarbeiter“ bezeichnen. Unter den Familienmitgliedern und Vertretern der verschiedenen Geschäftsinteressen von Trump finden sich Leute wie Bill O’Reilly, Laura Ingraham, Sean Hannity und Eric Bolling, die alle auf die eine oder andere Weise mit Fox News in Verbindung gebracht werden.

Fox News und der aktuelle Vorsitzende und CEO Rupert Murdoch setzte sich über die letzten fünf Jahre aktiv für die politischen Ziele Trumps ein – und trotz gelegentlicher Streits ist die Bewunderung beiderseits vorhanden. Vor wenigen Tagen erklärte Trump während einer Rede, die eigentlich den Black History Month thematisieren sollte: „Ich schaue kein CNN… Ich mag es nicht, falsche Nachrichten zu sehen… Aber Fox hat mich sehr nett behandelt, wo auch immer Fox ist, danke.“

Dies ist von großer Bedeutung, denn, wie Politico berichtet, ist Fox News seit 15 Jahren der am besten bewertete Kabel-Nachrichtensender der USA. Durchschnittlich hat er 2,8 Millionen Zuschauer zur Hauptsendezeit und 1,8 Millionen Zuschauer über den gesamten Tag hinweg. Seine Bewertungen steigen ebenfalls im zweistelligen Bereich, verglichen mit den Zahlen aus dem Vorjahresmonat.

Der Journalist, der vielleicht Trump zu dieser Zeit am nächsten ist, ist Sean Hannity. Es war dieser zuverlässige Unterstützer, dem Trump sein erstes Interview als Präsident im Kabel-Fernsehen gewährte – und es ist eindeutig Hannity, der energisch und auf wirksame Weise Trumps Gesamtbild der herkömmlichen US-Medien darstellte. Hannity sieht die Wahl 2016 als einen Wendepunkt in der Geschichte, durch den die Glaubwürdigkeit der herkömmlichen Medien zerstört wurde. Er sieht den Berufszweig, dessen Teil auch er ist, mit gänzlicher Verachtung an. In einem Interview mit Politico erklärte er: „Die Medien bestehen aus einem Haufen aus überbezahlten, abgehobenen, faulen Millionären, die nichts als Verachtung für die Menschen, die dieses Land großartig machen, verspüren. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen.“

Die sozialen Medien sind jedoch der Bereich, in dem Trump unangefochten an erster Stelle steht, und wie Gavin Fernando schrieb, hat er das Spiel der sozialen Medien für Politiker revolutioniert. Jetzt liegt es in der gemeinsamen Verantwortung der Journalisten (wer auch immer dann das Weiße Haus besetzt), den Inhalt der Tweets der Politiker genauso eingehend wie jede andere politische Aussage zu untersuchen.

Eine letzte Sache, die von Interesse für Leser aus Großbritannien sein könnte: Trump folgt nur einem einzigen britischen Journalisten – und das ist der ehemalige CNN-Reporter Piers Morgan.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Donald Trump“ by Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0)


The Conversation

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  • WHATSAPP spiegel: Whatsapp wird Snapchat ähnlicher: Imitation ist die höchste Form der Schmeichelei, so wohl auch zwischen App-Entwicklern. So sollen jetzt auch die Grenzen zwischen Whatsapp und Snapchat verwischen. Nach dem Status-Update ist es dem Whatsapp-Nutzer möglich, Bilder und Videos mit mit einer Lebensdauer von 24 Stunden an ihre Kontakte zu verschicken. Whatsapp scheint immer mehr den Weg vom Messenger zum sozialen Netzwerk zu gehen.

  • TRUMP merkur: #lastnightinsweden: Trumps Fox-Bericht war voller Fehler: Es ist wirklich tragisch was da letzte Woche in Schweden geschehen ist – nur, was denn eigentlich? Über solche Aussagen wie Trumps #LastNightInSweden kann man mittlerweile nur noch schmunzeln. Auch das Internet beweist mal wieder seinen Galgenhumor und nimmt die Aussage des US-Präsidenten grandios aufs Korn. Auch die schwedischen Medien lassen diese Farce nicht auf sich sitzen und berichtigen einige der Fehler in dem Fox-News-Bericht, den Trump gesehen hatte.

  • FACEBOOK netzpolitik: Mark Zuckerberg stellt die Machtfrage und antwortet mit: „Mehr Facebook“: Angesichts Trump oder dem Brexit und dem Hehl um Dinge wie Fake News braucht es in der globalen Gesellschaft Lösungen für solche neuen Probleme. Ansätze für Lösungen im Bereich Kommunikation machte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg letzte Woche in einer Art „Manifest“ klar. Ausgangspunkt ist die Rolle der Facebook-Plattform in der Bildung einer globalen Gesellschaft. Zuckerbergs Aussage ist klar: Mehr Facebook zur Bildung einer digitalen Gesellschaft.

  • SNAPCHAT computerbild: Snapchat-Brille: Regulärer Verkauf gestartet: Wo Google Glass scheiterten wittert Snapchat mit ihren Spectacles eine Chance. Das Wearable ist in der Lage zehn Sekunden lange Snaps aufzunehmen, dadurch muss die Brille einfach an der Seite angetippt werden. Die Kamera nimmt die Umgebung in einem Winkel von 115 Grad auf und schickt die Videos per Bluetooth ans Smartphone. Nachdem der Verkauf bereits mit einem fahrenden Verkaufsautomaten und einem temporären Verkaufsstand in New York startete, wird die Brille ab sofort auch online vertrieben.

  • COPYRIGHT heise: Kim Dotcom darf in die USA ausgeliefert werden: Neues im Fall Megaupload und dessen Gründer Kim Dotcom. Im neuseeländischen Recht wurde jetzt eine Lücke im Fall Dotcom gefunden, demnach könne der deutsche Internetunternehmer in die USA ausgeliefert werden. Die US-Ankläger hatten dem Gründer der Internet-Tauschplattform Megaupload und seinen Mitarbeitern ursprünglich Copyright-Betrug im großen Stil vorgeworfen. Dadurch ist für die Copyright-Besitzer ein Schaden von rund einer halben Milliarde US-Dollar entstanden.

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Edward Snowden braucht Asyl in einer Demokratie

Schwarz und Weiß (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wieder einmal gibt es beunruhigende Gerüchte über NSA-Whistleblower Edward Snowden. Es heißt, Russland wolle den IT-Fachmann, dessen Asyl gerade verlängert wurde, womöglich an die USA ausliefern, um sich bei der neuen US-Regierung unter Donald Trump beliebt zu machen. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist schwer feststellbar. Sicher ist jedoch: Es ist unwürdig, dass Snowden sich überhaupt in dieser gefährlichen Position befindet. Er braucht endlich eine sichere Bleibe in einem demokratischen Land.

Will Russland Edward Snowden ausliefern?

Edward Snowden harrt seit 2013 in Russland aus. Vor Kurzem wurde sein Asyl dort erneut verlängert. Allerdings ist er in Russland womöglich nicht so sicher, wie es zeitweise den Anschein hatte. Vor Kurzem tauchten neue Gerüchte über eine mögliche Auslieferung an die USA auf.

Die US-Geheimdienste, so berichtet der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf mindestens zwei verschiedene Quellen aus Behördenkreisen, haben Hinweise darauf gefunden, dass Russland erwägt, Snowden an die USA auszuliefern. Demnach sei eine Auslieferung Snowdens eines von mehreren Szenarien, die die russische Regierung in Erwägung zieht, um sich bei der neuen US-Regierung beliebt zu machen.

Politik und Spekulationen

Der Wahrheitsgehalt der aktuellen Spekulationen ist schwer zu beurteilen. Snowdens Anwälte zeigen sich skeptisch, ebenso wie viele Beobachter im Netz. Schließlich könnten derartige Behauptungen auch bewusst von den US-Behörden gestreut werden – oder schlichtweg ein Fall von Sensationsgier sein.

Es ist allerdings ebenso gut möglich, dass Russland tatsächlich einen solchen Schritt in Betracht zieht – zumal Edward Snowden in letzter Zeit lautstarke Kritik an russischen Plänen für neue Überwachungsgesetze äußerte, eine Tatsache, die er selbst als mögliche Ursache dafür sieht, dass Russland versuchen könnte, sich seiner zu entledigen.

Snowden bleibt gelassen

Edward Snowden selbst begegnet der Ungewissheit mit demonstrativer Gelassenheit – obwohl er sich der Gefahr durchaus bewusst ist, wie seine Aussage im Interview mit der Journalistin Katie Couric zeigt: „Nun, wem würde [eine Auslieferung an die USA] nichts ausmachen? Das ist offensichtlich etwas, das mir etwas ausmachen würde. Es wäre offensichtlich etwas, das meine Freiheit und mein Leben gefährden würde.“

Statt über diese Gefahr für Freiheit und Leben nachzudenken, betont Snowden lieber, dass das Verhalten der Russen seiner Ansicht nach beweist, dass er nicht mit Russland gemeinsame Sache macht. Seine politischen Gegner hatten ihm teilweise vorgeworfen, mit der russischen Regierung zu kooperieren oder ihr gar US-amerikanische Staatsgeheimnisse zu verraten. Indes: wäre das so, hätte Russland keinerlei Grund, Snowden ausliefern zu wollen. „Endlich: Ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass ich niemals mit den russischen Geheimdiensten kooperiert habe. Kein Land verkauft Spione ins Ausland, da der Rest befürchten würde, sie könnten die nächsten sein“, schrieb der Whistleblower auf Twitter.

In einem früheren Interview hatte Snowden außerdem gesagt, er sehe dem Risiko einer Auslieferung mit Gelassenheit entgegen, da er sicher sei, das Richtige getan zu haben. Ähnlich äußerte er sich auch jetzt noch einmal: „Ich weiß nicht, ob die Gerüchte wahr sind. Aber ich kann euch eines sagen: Ich habe keine Angst. Es gibt Dinge, die gesagt werden müssen, egal, wie die Folgen sind.“

Asyl für Snowden, Respekt für Whistleblower

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt und davon, wie sich die russische Regierung letztendlich entscheidet, zeigt die aktuelle Situation auf, wie abhängig Snowden von Russland ist. Mangels Alternativen musste er in ein Land fliehen, in dem Demokratie und Pressefreiheit nicht eben großgeschrieben werden – und das nur, weil die europäischen Demokratien zu feige waren, die USA zu verärgern, indem sie Snowden Asyl gewähren. Die Wahl Donald Trumps hat die Situation weiter zugespitzt, da er einerseits ein großer Gegner Snowdens ist, andererseits eher als seine Amtsvorgänger versuchen wird, zu einem besseren Verhältnis mit Russland zu finden.

Edward Snowden hat uns allen einen großen Dienst erwiesen, indem er uns geholfen hat,denn zu erkennen, wie die moderne Überwachungsgesellschaft funktioniert. Er hat sein Leben riskiert und eine Vielzahl von Privilegien aufgegeben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Im Gegenzug schulden wir ihm nun Sicherheit vor politischer Verfolgung. Denn um nichts anderes handelt es sich beim Verhalten der USA – Snowden ist ein Whistleblower, kein Verräter.

Schon seit Jahren fordern viele Aktivistinnen und Aktivisten Asyl für Snowden. Nun ist diese Forderung wieder dringlicher geworden. Es ist an der Zeit, Whistleblowern den Respekt entgegen zu bringen, den sie verdienen und im Falle Snowdens bedeutet dies, trotz eventueller Unannehmlichkeiten seine Sicherheit zu garantieren.


Image (adapted) „Schwarz und Weiß“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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  • FACEBOOK süddeutsche: Ein Selfie mit der Kanzlerin bringt Facebook in Bedrängnis: Trivialer geht es fast nicht – ein Selfie. Das im September 2015 aufgenommene Bild wurde dem jungem Syrer Anas Modamani allerdings zum Verhängnis. Als er gerade einen Monat in Deutschland war, posierte er zusammen mit Angela Merkel in Berlin. Jetzt steht er vor dem Würzburger Landgericht, Grund dafür ist Hetzte auf rechten Seiten, die den Teenager als Terroristen diffamieren. Inwieweit Facebook hier mitverantwortlich ist und ob eine gewisse Sorgfaltspflicht verletzt wurde, soll jetzt entschieden werden.

  • PAYPAL venturebeat: PayPal launches Slack bot for peer-to-peer payments: Chatbots sind gefühlt in aller Munde. Der Bezahl-Dienst PayPal hat jetzt auf der Team-Messaging-App Slack seinen eigenen Bezahl-Bot gelauncht. Der Bot lässt Nutzer mit dem Shortcode „/paypal“ peer-to-peer (P2P) Zahlungen von bis umgerechnet rund 9.300 Euro ausführen. PayPal hat rund 5 Millionen tägliche Nutzer und mit dem Bezahl-Bot nun ihren ersten dieser Art veröffentlicht. Auf Slack gibt es im Gegensatz rund 900 Bots für die Automatisierung von Aufgaben.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: Ein Deregulierer, wie Trump ihn mag: Ajit Pai ist der von Trump eingesetzte neue Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) und wartet nicht lange, um aktiv zu werden. Er beginnt direkt damit, seine eigene Behörde, die Regulierung zur Netzneutralität in den USA, zu entmachten. Bislang untersagte diese Providern, den Internetverkehr gegen Bezahlung zu bevorzugen. Die Sorge um ein „Zwei-Klassen-Internet“ ist jetzt groß.

  • YOUTUBE cnet: Youtube takes on Facebook Live with mobile live streaming: Youtube zieht, nach Facebook oder Instagram, nun auch mit bei der mobile Live-Streaming-Welle. Was im Juni verpsrohen wurde, soll jetzt bald verfübgar sein und zunächst für beliebte Youtuber, also mehr als 10.000 Abonennten, verfügbar sein. Neu ist Live-Streaming für die Video-Plattform allerdings nicht, seit 2015 ist es über die Sparte “Youtube Gaming” möglich, Gaming-Content zu streamen. Das neue Feature „Super Chat“ soll es zudem Zuschauern ermöglichen, direkt mit den Youtubern zu sprechen, allerdings gegen einen Preis.

  • ROBOTER heise: Fahrender Last-Roboter als Begleiter für Menschen: Gestern war “Liebe-deinen-Roboter-Tag”, klingt komisch, ist aber so. Dieser Tag soll sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Roboter fokussieren. Beispielsweise arbeitet derzeit eine US-Tochterfirma des Vespa-Herstellers Piaggio an einem kleinen Roboter, der als Helfer für Menschen fungieren soll und Lasten von bis zu 20 Kilogramm befördern kann. Der blaue, runde Helfer soll, ebenfalls wie der Aktionstag, dazu anregen, über die Rolle der Roboter in unserer Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken.

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Sherlock Holmes und der seltsame Fall des Antiintellektualismus

Sherlock Holmes Statue (adapted) (Image by Justin Ennis [CC BY 2.0] via flickr)

Weder Sherlock Holmes noch Donald Trump sind gegenwärtig vom Fernsehbildschirm wegzudenken. Die Ereignisse um Trumps Präsidentschaft mussten sich die Sendezeit mit der neuesten Sherlock-Staffel teilen, die am 15. Januar zu Ende ging. Die beiden sind jedoch überraschenderweise nicht nur durch die Präsenz im Fernsehen, sondern auch durch die Idee des Antiintellektualismus verbunden.

Trumps Einzug in das Weiße Haus gründete sich auf der von den Populisten hervorgerufenen Verachtung von Fachleuten aus der gebildeten, liberalen Elite, sowie einer Überbewertung des gesunden Menschenverstandes. Doch der Antiintellektualismus durchdringt unseren Kulturkreis auch an anderer Stelle: Werbeanzeigen für Erfrischungsgetränke zeigen, wie sich langweilige Universitätsvorlesungen in freudiges Leben verwandeln, sobald jemand eine Getränkedose öffnet. Die kürzlich initiierte Kampagne mit dem Titel „Welche Universität?“ suggeriert, dass höhere Bildung eine ähnliche Entscheidung ist wie die, sich eine neue Waschmaschine zuzulegen.

Wie ist das bei Sherlock Holmes? Sicherlich repräsentiert der Detektiv den Höhepunkt des Intellektualismus, den rational denkenden Experten. Als Leser und Zuschauer vertrauen wir auf Holmes‘ Expertise, das Rätsel zu lösen und die Ordnung wieder herzustellen. Allerdings suggerieren Doyles Geschichten und deren Adaptionen ebenso, dass Holmes‘ Intellekt beinahe schon ungeheuerlich ist. Zugleich ist die Darstellung des Sherlock in der BBC-Serie immer mit dem Stichwort des „hoch-funktionalen Soziopathen“ verknüpft. Die Serie stellt damit klar, dass intellektuelle Werte vermeintlich nicht denen der sozialen Menschlichkeit entsprechen.

Der viktorianische Holmes

Holmes als rationaler Superheld ist ein vertrautes Narrativ in der Popkultur. Der sich stets beschleunigende Takt des Lebens im viktorianischen Zeitalter, so die These, verlangte nach einer neuen Art eines fiktionalen Helden, der die überwältigenden Zeichen der urbanen Moderne zu entschlüsseln vermag. Jedoch übersieht dieser Ansatz einen essentiellen Punkt: Die intellektuellen Qualitäten, die Holmes zum Helden gemacht haben, machten ihn auch zu einer Figur des Misstrauens.

Die Erzählungen rund um den Detektiv waren kein unmittelbarer Erfolg. Die ersten beiden Romane aus der Feder von Arthur Conan Doyle, „Eine Studie in Scharlachrot“ (1887) und „Das Zeichen der Vier“ (1890) erhielt zunächst eine begrenzte Aufmerksamkeit und unbegeisterte Kritiken, teilweise verschuldet durch den abgehobenen und überspezialisierten Helden. In diesen Romanen schläfert Holmes einen betagten Terrier ein, um eine Theorie zu testen. An anderer Stelle beschreibt ihn Watson als „eine Rechenmaschine“, die etwas „angenehm Unmenschliches“ an sich hat. Und als Watson Holmes‘ Wissen auf den verschiedneen Gebieten untersucht, beschreibt er dieses als umfassend in einigen und merkwürdig mangelhaft in anderen Bereichen. Holmes hat durchaus Ahnung von Chemie und Anatomie, weiß aber nichts über Literatur, Astronomie oder Politik.

Die mangelhaft ausgebildeten Wissensgebiete des frühen Holmes gelten hier gewissermaßne als dekadent. Der spätviktorianische Psychologe und Kriminologe Havelock Ellis beschreibt die Dekadenz als den Teil, der das Ganze verschleiert. Moralische Gesundheit findet sich in einem Allrounder, wie bei Doyle selbst (er war zugleich praktizierender Allgemeinmediziner, schrieb für verschiedene Genres und hatte eine Begabung für so ziemlich jede Sportart, die im frühen 20. Jahrhundert gespielt wurde). Holmes ist ein Experte in oft obskuren Themengebieten. Seine Ablehnung der Tatsache, dass die Erde sich um die Sonne dreht, reflektiert auf satirische Weise seine intellektuelle Absonderlichkeit.

Der erste Erfolg kam im Jahre 1891, als Doyle sich dem Kurzgeschichtenformat des Strand Magazine widmete. Und so veränderte sich auch Holmes. Sein Wissen wurde abgerundeter, sein Charakter weniger harsch und sein Kokainkonsum verschwand weitestgehend. Dennoch bliebt das Gefühl bestehen, dass sein unbestechlicher Intellekt nur teilweise menschlich war.

Es ist kein Zufall, dass Holmes seine Fangemeinde in den Momenten für sich gewinnt, in denen er mit seinem Intellekt scheitert. In der ersten Geschichte „Ein Skandal in Böhmen“ wird Holmes von der Opernsängerin Irene Adler überlistet – einem Charakter, der in der BBC-Umsetzung „Sherlock“ vielsagend als Domina neuentwickelt wird. In „Das gelbe Gesicht“ interpretiert Holmes die Geschehnisse in Norbury vollkommen falsch. Er sagt zu Watson: „Sollte es Ihnen jemals so vorkommen, dass ich meiner Fähigkeiten ein wenig zu selbstbewusst werde, flüstern Sie leise ‚Norbury‘ in mein Ohr.“ Diese Szene wird in der aktuellen „Sherlock“-Episode „Die sechs Thatchers“ erneut aufgegriffen. Genau wie in den aktuellen politischen Kampagnen muss dem Publikum nahegebracht werden, dass man sich nicht immer auf Experten verlassen kann.

Unser Monster

Die aktuellsten Holmes-Adaptionen sprechen aus, was bei Doyle unausgesprochen blieb. Während Doyle Holmes gelegentlich mit einer Maschine vergleicht, macht Sherlock ihn zu einem Monster. „Aber es ist unser Monster“, sagt Mary Watson, wobei sie den Film „Ed Murrow – Reporter aus Leidenschaft“ aus dem Jahr 1986 zitiert. Seitdem erscheint die Phrase regelmäßig im Internet im Zusammenhang mit Trump.

Der „Sherlock“ der BBC ist die jüngste Erscheinung eines Trends, der seit den Siebzigern ersichtlich ist, als Autoren auf das Heldentum des kriegsgebeutelten Holmes von Basil Rathbone reagierten. Rathbones Holmes repräsentierte den Respekt einflößenden, englischen Helden, mit dem sich das Publikum auf Kosten des vergleichsweise schwachköpfigen Watson, dargestellt von Nigel Bruce, identifizieren sollte (einer Charakterisierung, die einen Großteil der Subtilität des Doyle’schen Watson übersieht). Im Gegensatz dazu versuchen postmoderne Adaptionen, Holmes einzuschränken und einfache Heldenbilder in Frage zu stellen: Filme wie „Kein Koks für Sherlock Holmes“ (1976) und „Das Geheimnis des verborgenen Tempels (Der junge Sherlock Holmes)“ (1985) zeigen einen traumatisierten oder noch sehr jungen Holmes.

Das soll nicht heißen, dass Holmes‘ Fähigkeiten geschmälert werden, sondern dass sich die aktuelleren Darstellungen auf einen antiintellektuellen Subtext verlassen, der verdeutlicht, dass herausragende geistige Fähigkeiten stets mit einem hohen Preis einhergehen. Die Eröffnungsszenen der BBC-Serie zeigen einen Holmes, der unfähig ist, sozial zu funktionieren, weil er damit beschäftigt ist, zahlreiche Rätsel zu lösen – eine Szene, die in Doyles urbanerem Original  undenkbar wäre.

Tatsächlich stellen Serien wie „Sherlock“ oder die Filme von Guy Ritchie den Intellekt Holmes‘ paradoxerweise weit weniger bedrohlich dar, indem sie diesen  auf absurde Weise überhöhen. Beispielsweise ist Sherlock in „Der lügende Detektiv“ in der Lage, komplexe Geschehnisse über Wochen im Voraus vorherzusagen. Wenn Doyles Fähigkeit darin bestand, Holmes‘ Vermögen gerade noch im Rahmen des Plausiblen darzustellen, definiert „Sherlock“ den Detektiv als allwissenden Gott neu – als eine Phantasiefigur, die uns in unserer Realität nicht irritieren soll.

Holmes‘ Intelligenz hilft, die Welt zu ordnen. In den modernen Adaptionen ist sie jedoch zu einem Fluch oder einem Krankheitsbild geworden. Nicht jeder kann wie Holmes sein. In dieser monströsen, allumfassenden Ausprägung möchte wohl allerdings auch niemand wie Holmes sein. Fragt man sich, wieso eine Person wie Holmes für uns heute noch interessant ist, ist es vielleicht ein Fehler, sich auf Sherlock selbst zu konzentrieren. Es ist nicht der Intellekt von Holmes, der sich ändern sollte, sondern die Art, wie andere darauf reagieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Sherlock Holmes Statue“ (adapted) by Justin Ennis (CC BY 2.0)


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  • JOURNALISMUS medienpolitik: „Journalismus braucht Zeit für Recherche“: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Spiel mit der Aufmerksamkeitsspirale zum Kalkül der Terroristen gehört. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, Menschen einschüchtern und unseren ‘way of life‘ dadurch zerstören. Medien, die unter dem Druck von Wettbewerb und Geschwindigkeit alle Distanz aufgeben, machen das Geschäft der Terroristen“, analysiert Peter Frey in einer Reflektion der Terroranschläge 2016 und der Berichterstattung der Medien. „Wir dürfen uns von der schrillen Stimmungsmache einer Minderheit nicht so sehr treiben lassen“, so der ZDF-Chefredakteur weiter. Die große Mehrheit schätze und vertraue dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber es gelinge einer kleinen Gruppe von Leuten, via Social Media und politisch verstärkt durch Rechtspopulisten das Klima insgesamt zu vergiften.

  • POLITIK heise: Wie das Silicon Valley auf Trumps Einreiseverbot reagiert: Nach Trumps Einreiseverbot für Bürger von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten haben sich Vertreter der Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley an die Spitze der Proteste gestellt. Netflix-CEO Reed Hastings bezeichnete Trumps Entscheidung als „so unamerikanisch, dass es uns alle schmerzt.“ Manager von Slack, Box, Twitter und weiteren Firmen äußerten sich ähnlich deutlich – nachdem zuvor einige andere wie Mark Zuckerberg, Satya Nadella und Tim Cook den US-Präsidenten nur vorsichtig kritisiert hatten.

  • DIGITALISIERUNG t3n: Digitale Transformation: Unternehmen im Drift-Modus: Wenn es um die digitale Transformation von Unternehmen und Organisationen geht, lautet eine der häufigsten Management-Aussagen: „Digitale Transformation ja, aber wir müssen die Menschen mitnehmen.“ Erstens: Im „Müssen“ klingt viel Fremdbestimmung an – statt Gestaltungswille. Und zweitens: Ein „Aber“ ist immer eine Relativierung des zuvor Gesagten. Passender erscheint mir daher ein „Und“. Verändert man die Interpunktion noch leicht, dann wird aus dem Satz: „Digitalisierung? Ja, und wir wollen die Menschen mitnehmen.“ Was dieses Vorhaben mit Querbeschleunigung zu tun hat, möchte ich hier ausführen.

  • WHATSAPP sueddeutsche: Deutsche Verbraucherschützer verklagen Whatsapp wegen Datenweitergabe: Deutsche Verbraucherschützer ziehen in ihrem Streit mit Whatsapp vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) verklagt Whatsapp, weil das Unternehmen angekündigt hatte, Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook weiterzugeben. Im August änderte Whatsapp seine Datenschutzbestimmungen. Das Unternehmen räumte sich damit das Recht ein, Daten von Verbrauchern mit Facebook zu teilen. Betroffen sind etwa Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern, aber auch Informationen darüber, wie häufig diese den Messenger verwenden. Die Verbraucherschützer halten diese Änderung für rechtswidrig und haben deshalb Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht.

  • NOKIA golem: Neues Nokia-Handy kommt für 40 Euro nach Deutschland: Das finnische Unternehmen HMD Global vertreibt das Handy Nokia 150 auch in Deutschland. Das Mobiltelefon ist bei Mobilcom-Debitel für 40 Euro erhältlich. Der Preis liegt etwas höher als die bei der Präsentation im Dezember 2016 angekündigten 26 US-Dollar, was unter anderem am Wechselkurs, an Steuern und Gema-Abgaben liegen dürfte.

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Trump-Ideologie hinter der Bubblegum-Hippie-Fassade im Silicon Valley

startup (adapted) (Image by StartupStockPhotos [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In der Wirtschaft geht es immer um Wertentscheidungen. Jeder ökonomische Formelkonstrukteur ist gefordert, seine Weltsicht zu erklären. Das gilt auch für jene, die auf Bühnen über die Notwendigkeit der Digitalisierung schwätzen, aber sich in Wirklichkeit hinter Begriffskaskaden verstecken. Die Keynote-Dauerredner sprechen von Digitaler Transformation, Digitalem Darwinismus (sozusagen die Donald Trump-Variante des Business-Darwinismus), Disruption oder Innovation, erläutern aber nicht, welche Programmatik dahinter steckt.

„Wenn wir wirklich eine inklusive, nachhaltige und verantwortliche Gesellschaft und Ökonomie wollen, müssen wir unsere Bilanzen und Logiken ändern. Ich halte das für fundamental. Was sind die grundlegenden Paradigmen und Theorien der Ökonomie? Die sind implizit normativ. Am Ende ist Digitalisierung kein Selbstzweck. Es gibt auch keinen Determinismus* (*=Die Anschauung, dass alle Ereignisse im Voraus festgelegt sind und es keinen freien Willen gibt, Anm. des Autors). Wir haben gestalterische Freiheiten. Wohin führen unsere Denkansätze?“, fragt sich Winfried Felser in der netzökonomischen Ideenrunde.

Wie gerecht ist die Netzökonomie?

Darüber denkt in der digitalen Technologieszene kaum einer nach. Umso mehr müsste sich die Wirtschaftswissenschaft mit diesen Fragen beschäftigen, fordert Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts.

Die Ökonomik sollte etwas zu möglichen und wünschenswerten Szenarien in der Zukunft sagen. Sie muss wieder Möglichkeitswissenschaft werden: Wie könne eine Ökonomie aussehen, die die Produktivitäts­fortschritte der Informationswirtschaft für einen Wohlstand nutzt, der bei möglichst vielen Menschen ankommt? „Sind Postwachstums­gesellschaften denkbar, die dennoch eine hohe Lebensqualität für zehn Milliarden Menschen innerhalb der planetaren Grenzen schaffen? Wie sehen Perspektiven für einen zeitgemäßen Kapitalismus aus? Ein solches Zielwissen ist normativ, die zugrunde liegenden Normen bedürfen der Explizierung und der Begründung“, so Schneidewind.

Tschakka-Weisheiten im Killermodus

Im Silicon Valley ist davon wenig zu spüren. Da findet man eher eine Menge Donald Trump-Ideologie, auch wenn die kalifornischen Protagonisten der Netzökonomie das empört zurückweisen würden: Das Dasein sei ein Dschungel, in dem man bereit sein muss, zu kämpfen – das ist das Credo von Trumps „kontrollierter Paranoia“. Überleben werde nur der Stärkere. Für den neuen Präsidenten der USA gibt es nur zwei Sorten von Menschen: Gewinner und Verlierer, man ist entweder das eine oder das andere. „Sei ein Killer“, so der „pädagogische“ Leitspruch seines Vaters.

Den ideologischen Überbau für den donaldistischen Siegeszug lieferte der evangelikale Tschakka-Wanderprediger Norman Vincent Peale, Autor des Bestsellers  „The Power of Positive Thinking“: „Formuliere und präge deinem Verstand ein mentales Bild von dir selbst als jemand ein, der Erfolg hat. […] Halte hartnäckig daran fest. Lass es niemals verblassen. Denk nie von dir selbst als jemand, der versagt“, so die anarcho-kapitalistischen Phrasen von Peale. Bei Trump wird das Prinzip zur Manie: „Ich gewinne, ich gewinne, ich gewinne immer. […] Am Ende gewinne ich immer, ob nun beim Golf, beim Tennis oder im Leben, ich gewinne einfach immer. Und ich sage den Leuten, dass ich immer gewinne, weil ich eben immer gewinne.“ Und wenn er nicht gewinnt, straft er die Leute eben ab, die nachweisen, dass er nicht immer gewonnen habe. Oder er empfiehlt gar die Übernahme oder gar Schließung von Institutionen, die seinem Siegeswahn im Wege stehen.

Hütchenspieler im Tal der Zukunft

Plappern die Papageien im „Tal der Zukunft“ einen anderen Sound? Hinter der sektenhaften New-Age-Wir-verbessern-die-Welt-Fassade steckt doch sehr viel Sieger-Gequatsche und Aufgeblasenheit á la Trump.

Ein Großteil der Silicon-Valley-Gründergeneration besteht aus ziemlich unangenehmen Typen, schreibt der Journalist und Drehbuchautor Dan Lyons in seinem Opus „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“. „Frühere Hightech-Unternehmen wurden von Ingenieuren und MBAs gegründet, heutige von jungen, moralfreien Hütchenspielern, von der Art Jungs (und es sind fast alles junge Männer), die sich im Kino ‚The Social Network‘ angesehen haben, in dem Mark Zuckerberg als diebischer, heimtückischer Lügner dargestellt wird, und die danach genauso werden wollen wie er. Viele haben gerade erst das College abgeschlossen – oder sich nicht einmal die Mühe gemacht, es abzuschließen.“ In ihren Unternehmen gehe es zu wie im Hauptquartier einer Studentenvereinigung. Twitter habe wirklich einmal eine Betriebsfeier mit dem Thema Fraternity (Studentenverbindung) gegeben.

Frauen begrapschen und Wasserpfeifen mit Bier befüllen

„Seit 2012 gibt es im Silicon-Valley-Wörterbuch den Begriff brogrammer – ein Programmierer vom Typ bro, ein jugendlicher Macho, der seine Wasserpfeife mit Bier füllt und Frauen begrapscht. Bald kommen die unvermeidlichen Skandale und Prozesse, die Geschichten über schleimige Gründer, die weibliche Angestellte belästigen oder, in einem extremen Fall, ihre Freundin zusammenschlagen. Solche Leute stehen an der Spitze der neuen Generation Hightech-Unternehmen, solchen Leuten vertrauen viele Menschen sehr viel Geld an. Man möchte sich ja gerne vormachen, dass die Zeche, wenn diese Blase platzt, von den Risikokapitalgebern der Sand Hill Road in Menlo Park gezahlt wird, aber ein Großteil des Geldes, das man diesen Kids jetzt nachwirft, stammt aus Pensionsfonds“, warnt der frühere Newsweek-Technologieredakteur. Die Zeche werden sehr viel mehr Leute zahlen müssen als nur ein paar Berufsinvestoren, die Risiken gewohnt seien.

Gierige Investoren und unmoralische Gründer

„Wenn ich mich in San Francisco umsehe, fürchte ich, dass das alles nicht gut gehen kann. Diese Kombination aus Wunschdenken, billigem Geld, gierigen Investoren und unmoralischen Gründern ist das Rezept für eine Katastrophe“, so Lyons. Gute Gründe, um auch den netzökonomischen Diskurs mit normativer Brille zu führen. Fernab von den Hurra-Meldungen über neue Gadgets, Apps und Plattformen.

Das Silicon Valley ist ethisch betrachtet kaum hübscher als die Wall Street, mit deren Milliarden aus dem Derivatenhandel es reich geworden ist, bemerkt Zeit-Autor Alard von Kittlitz. Wenn es nicht sogar noch unangenehmer sei, wegen seiner grell geschminkten Bubblegum-Hippie-Fassade. Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit eines kritischen Rationalismus im Umgang mit den „Helden“ der Digitalisierung.


Image „startup“ by StartupStockPhotos (CC0 Public Domain)


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Immer sicher bleiben: Wie ihr eure Daten im Netz schützen könnt

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Das Bedürfnis, seine Privatsphäre vor Eingriffen der Regierung zu schützen, hat eine längere Tradition als die der amerikanischen Demokratie. Im Jahr 1604 sagte schon Sir Edward Coke, der Justizminister von England, dass das „Haus eines Mannes“ sein Schloss sei. Dies sagte aus, dass ein Hausbesitzer sich und seine Privatsphäre vor den Agenten des Königs schützen konnte. Diese Einsicht übertrug sich in das heutige Amerika – dank unserer Gründer und ihrer Abscheu gegenüber der unbefugten Durchsuchungen und das Bemächtigen von persönlichen Dokumenten durch das imperialistische Großbritannien.

Ihnen war klar, dass jeder etwas zu verbergen hat – weil menschliche Würde und Intimität nicht existieren würden, wenn wir unsere Gedanken und Taten nicht privat sein lassen können. Als Bürger des digitalen Zeitalters ist das allerdings schwieriger. Hinterhältige Hacker und Regierungen können unsere privaten Gespräche  überwachen, genauso wie unsere Browser-Aktivitäten und andere Dateien, die sie finden, solange man ein Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer besitzt.

Unser zukünftiger Präsident Donald Trump kritisierte die Verschlüsselungstechnologie und will die Regierungsüberwachung weiter ausbauen, was Technologen und zivile Liberalisten beunruhigt. Als ethischer Hacker ist es mein Job, diejenigen zu beschützen, die es nicht schaffen, oder nicht das nötige Wissen haben, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Menschen, die wie Hacker denken, haben einige gute Ideen, wie man die digitale Privatsphäre schützen kann – auch und vor allem in diesen turbulenten Zeiten. Wir haben unsere Empfehlungen aufgelistet. Ich habe weder ein Arbeitsverhältnis noch einen Bezug zu den Firmen, die im Folgenden genannt werden. In manchen Fällen betrachte ich die Services allenfalls als normaler User.

Anrufe, SMS und E-Mail

Wenn ihr mit Menschen kommuniziert, ist es ihnen wahrscheinlich wichtig, dass nur ihr und die Menschen, die es etwas angeht, lesen können, was geschrieben wird. Das bedeutet, dass ihr eine ‚Ende-zu-Ende-Verschlüsselung‘ benötigt, bei der eure Nachricht verschlüsselt übermittelt wird. Wenn sie andere Systeme passiert, wie ein E-Mail-Netzwerk oder die Computer eines Handyanbieters, dann sehen diese nur die verschlüsselte Nachricht. Wenn die Nachricht ankommt, entschlüsselt der Computer oder das Handy des Angeschriebenen die Nachricht, aber nur für den gewünschten Empfänger.

Wenn es um Anrufe oder SMS ähnliche Nachrichten geht, sind Messengerprogramme wie WhatsApp und Signal empfehlenswert. Beide nutzen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und können kostenlos für iOS- und Android-Geräte heruntergeladen werden. Damit die Verschlüsselung für beide Nutzer gelingt, müssen beide auch die gleiche App benutzen.

Private E-Mails verschickt man am besten mit Tutanota oder ProtonMail. Beide sind im Stil von GoogleMail gehalten, benutzen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und speichern nur verschlüsselte Mails auf ihren Servern. Man sollte aber bedenken, dass, wenn ihr Mails an Menschen schickt, die diesen Sicherheitsservice nicht nutzen, die Mails eventuell nicht verschlüsselt sind. Im Moment unterstützt keiner der Anbieter die PGP/GPG-Verschlüsselung, was es den Sicherheitsdiensten ermöglichen würde, sich auf andere Anbieter auszuweiten. Anscheinend arbeiten sie bereits daran. Beide Anbieter sind zudem kostenlos und kommen aus Ländern mit strengen Datenschutzgesetzen (Deutschland, Schweiz). Beide können auf PCs und mit mobilen Anbietern genutzt werden. Das einzige Manko ist, dass keiner von beiden eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung für eine extra Sicherheitskontrolle beim Einloggen anbietet.

Nie mehr ausgespäht werden

Das private Browsen im Internet oder die Nutzung von Apps und Programmen, die mit dem Internet verbunden sind, greift indirekt zu. Webseiten und Dienste sind komplizierte Gebilde, die viele Informationen von verschiedenen Onlinediensten in sich vereinen.

Eine Nachrichtenseite nutzt zum Beispiel einen Artikeltext von einem Computer, Fotos von einem anderen und ein Video von einem dritten. Zudem möchte sich die Seite mit Facebook und Twitter verbinden, damit Leser die Artikel teilen, damit diese dort kommentieren können. Werbung und andere Dienste sind auch eingebaut, sodass die Seitenbesitzer (neben anderen Daten) herausfinden können, wie viel Zeit ein Nutzer auf der Seite verbringt.

Der einfachste Weg, Ihre Privatsphäre zu schützen, ohne ihre Aktivitäten komplett über den Haufen zu werfen, ist, eine kleine und kostenlose Software zu installieren, die sich „Browser-Erweiterung“ nennt. Diese bringt neue Funktionalität zu eurem Browser, wie Chrome, Firefox, oder Safari. Die zwei Softwares, die ich diesbezüglich empfehle, sind uBlock Origin und Privacy Badger. Beide sind kostenlos und arbeiten mit den meist genutzten Browser-Anbietern und verhindern, dass Seiten eure Aktivitäten verfolgen können.

Verschlüsselt eure gesamte Online-Aktivität

Wenn ihr noch sicherer sein wollt, müsst ihr euch davon überzeugen, dass niemand eure direkten Internetaktivitäten verfolgen kann – das gilt sowohl für den Computer als auch für euer Handy. Hierbei kann ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) helfen. Bei einem VPN handelt es sich um eine Reihe vernetzter Computer, durch die man seinen Internetverkehr schickt.

Statt der herkömmlichen Art, bei der euer Computer eine Webseite mit offenen Kommunikationsprotokollen besucht, erschafft euer Computer nun eine verschlüsselte Verbindung  mit einem anderen Computer an einem anderen Standort (zum Beispiel auch in einem anderen Land). Dieser Computer sendet die Anfrage dann für euch. Wenn er von der Webseite, die ihr laden wollt, eine Antwort erhält, verschlüsselt er die Information und sendet sie zurück an euren Computer, wo sie dargestellt wird. Das alles passiert in Millisekunden, ist also meistens nicht langsamer als reguläres Surfen — und ist zudem wesentlich sicherer.

Für die einfachste Möglichkeit, privat zu surfen, empfehle ich Freedom von F-Secure, weil es nur ein paar Dollar im Monat kostet, einfach zu nutzen ist und sowohl auf Computern als auch auf mobilen Geräten läuft. Es gibt natürlich auch andere VPN-Dienste, diese sind aber meist komplizierter und würden ihre weniger technologiebegeisterten Familienmitglieder wahrscheinlich verwirren.

Zusätzliche Tipps und Tricks

Wenn ihr nicht wollt, dass jemand mitbekommt, was ihr im Internet sucht, dann benutzt DuckDuckGo oder F-Secure Safe Search. DuckDuckGo ist eine Suchmaschine, die keine Nutzerprofile erstellt oder ihre Suche danahc gestaltet. F-Secure Safe Search ist nicht ganz so privatsphärenfreundlich, weil sie mit Google zusammenarbeiten. Sie aber eine integrierte Sicherheitseinschätzung für jedes Ergebnis, was es zu einer tollen Suchplattform für Kinder macht.

Um noch mehr Sicherheit bei euren Mails, sozialen Netzwerken und anderen Online-Accounts zu bekommen, aktiviert eine „Zwei-Faktoren Authentifizierung“ oder „2FA“. Diese benötigt nicht nur einen Benutzernamen und ein Passwort, sondern auch eine andere Information – wie einen Zahlencode, der an euer Handy gesendet wird – bevor man sich einloggen kann. Die meisten Dienste  wie Google oder Facebook nutzen 2FA mittlerweile. Das solltet ihr auch tun.

Verschlüsselt die Daten auf eurem Handy und Computer, um eure Dateien, Bilder und andere Medien zu schützen. Apple iOS und Android-Handys haben Einstellungen, um eure mobilen Geräte zu verschlüsseln.

Dann bleibt noch der letzte Punkt des Privatsphäre-Schutzes: ihr selbst. Gebt nur persönliche Informationen an, wenn es wirklich nötig ist. Wenn ihr euch mit Accounts online anmelden, nutzt nicht eure Haupt-E-Mail-Adresse oder eine bestehende Telefonnummer. Erschafft stattdessen eine E-Mail-Adresse, die ihr nicht weiter nutzt und erstellt eine Telefonnummer bei Google Voice. Sollte der Anbieter dann gehackt werden, kommen eure echten Daten nicht ans Licht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Sicherheit“ by TBIT (CC0 Public Domain)


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Vom Gefühl zur Nachricht: Was tun gegen Fake News?

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Barack Obama glaubt, dass Fake News eine Bedrohung für die Demokratie darstellen. Der scheidende US-Präsident sagte, er sei besorgt über die Art und Weise, wie „so viele Fehlinformationen sehr gut verpackt“ und in den Social-Media-Feeds der Menschen als Tatsachen dargestellt werden können. Auf einer Konferenz in Deutschland sagte er:

Wenn es uns nicht ernst ist mit den Tatsachen und damit, was stimmt und was nicht, wenn wir nicht unterscheiden können zwischen ernsthaften Argumenten und Propaganda, dann haben wir ein Problem.

Aber wie unterscheiden wir zwischen Tatsachen, legitimer Debatte und Propaganda? Seit der Brexit-Abstimmung und dem Wahlsieg Donald Trumps ist sehr viel darüber geschrieben worden, inwiefern die Auswirkungen sozialer Medien und der Verbreitung von Fake News auf den politischen Diskurs, das Funktionieren der Demokratie und den Journalismus zu erklären sind. Detaillierte sozialwissenschaftliche Forschung ist noch im Entstehungsprozess begriffen, doch es kann bereits eine Menge aus bestehenden Studien zu Online- und Offline-Verhalten gelernt werden.

Vertrauenssache

Beginnen wir mit einer allgemeinen Definition von Fake News als Informationen, die über ein Medium verbreitet werden – oft zugunsten bestimmter sozialer Akteure – und sich dann als unüberprüfbar oder im Wesentlichen falsch erweisen. Wie bereits erwähnt, hat man Fake News bislang als Propaganda bezeichnet. Und es gibt umfangreiche sozialwissenschaftliche Literatur über Propaganda, ihre Geschichte, Funktion und Verbindungen zum Staat – sowohl zu demokratischen als auch diktatorischen.

Tatsächlich ist Russland, wie die Untersuchungen aus den USA und Italien zeigen, eine der wichtigsten Quellen der Fake News. Full Fact, eine Website aus Großbritannien, untersucht die Quellen der Medienberichte, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen – und an solchen mangelt es nicht.

Man könnte argumentieren, dass die „Mainstream“-Medien in den Augen ihres Publikums als weniger vertrauenswürdig (ob gerechtfertigt oder nicht) wahrgenommen werden, und es dadurch schwerer geworden ist, zwischen Medien zu unterscheiden, die vermeintlich ein echtes Interesse daran haben, die Wahrheit zu sagen, und solchen, die nicht unbedingt dieselbe ethische Grundlage haben. Wie kann der Mainstream-Journalismus, der von allen Seiten politisch voreingenommen ist, die moralische Deutungshoheit behalten? Dieses Problem geht sicherlich noch auf die Zeit vor der digitalen Technologie zurück.

Filterblasen und Echokammern

Hier stellt sich die Frage, ob Social Media das Problem noch schlimmer macht. Fast ebensoviel wurde über die Diskussionen der sogenannte „Filterblasen“ in den sozialen Medien geschrieben – wir neigen alle dazu, uns eher mit Menschen zu umgeben, die unsere Perspektive teilen. Das gilt nicht unbedingt nur für das digitale Zeitalter und funktioniert auf zwei verschiedene Weisen:

Filterblasen sind ein Produkt der Klasse und der kulturellen Position. Eine aktuelle britische Studie über gesellschaftliche Schichten geht weiter darauf ein. Ein wichtiges Detail ist hierbei, dass sich diejenigen mit einem höheren sozialen Status sehr wahrscheinlich am ehesten zusammenfinden, dabei aber dennoch vielfältigere soziale Kontakte haben werden als diejenigen, die sich in den niedrigeren Einkommens- und Statusgruppen befinden. Sie werden wahrscheinlich auch eine größere Vielfalt von Medien, vor allem Internet-Angebote, nutzen. Nicht alle Blasen sind gleich groß oder gleichartig und unsere Social-Media-Blasen spiegeln unsere alltäglichen „Offline“-Blasen wieder.

Und tatsächlich können Social-Media-Blasen für Interaktionen zwischen Journalisten und Politikern sehr relevant sein, denn eine der am klarsten definierten Twitter-Blasen ist die, die Politiker und Journalisten umgibt. Damit werden ältere Modelle von Medieneffekten in den Fokus gerückt, wie etwa das Kommunikationsmodell nach Lazarsfeld, demzufolge wichtige „Meinungsführer“ – einflussreiche Knotenpunkte in unseren sozialen Netzwerken – einen beträchtlichen Einfluss auf unseren Medienkonsum haben. Analysen eines Fake-News-Artikels deuten darauf hin, dass es nicht um Social Media an sich geht, sondern darum, wie Geschichten, die in den sozialen Medien kursieren, von führenden Seiten und Akteuren mit vielen Anhängern aufgegriffen und verbreitet werden können.

 

 

Eine falsche Annahme in einem Tweet von einer Einzelperson wird zu Fake News auf einer ideologisch motivierten Nachrichten-Website oder ein Tweet von einem Präsidentschaftskandidaten wird für viele automatisch zu einer „Tatsache“. Wir sorgen uns heute mehr denn je darüber, da die sozialen Medien sowohl die Nachricht an sich als auch die Art und Weise ihrer Verbreitung sehr sichtbar machen.

Fake News aufdecken

Was ist hilfreich und wie können wir da herangehen? Erstens, die Ökonomie der sozialen Medien favorisiert Klatsch, Neues, Geschwindigkeit und „Teilbarkeit“. Sie verwechselt Belustigung mit sozialem Wert. Es gibt Hinweise darauf, dass Fake News, die bestehenden Vorurteilen in die Hände spielen, eher geliked werden und somit mehr Umsatz für die Schöpfer erzeugen. Das ist das gleiche Prinzip wie bei den sogenannten Promi-Magazinen. Hier ist es unwahrscheinlicher, dass man mit gut recherchierten und dokumentierten Nachrichten eine vergleichbare Reichweite erreicht.

Der andere wichtige Punkt ist hier, dass es – auch laut Obama – schwierig ist, die ‚Fakes‘ von den echten Nachrichten zu unterscheiden, und viele Leute scheinen ihre Schwierigkeiten damit zu haben. Wie meine Kollegen und ich bereits vor fast 20 Jahren argumentierten, machen digitale Medien es schwieriger, die Wahrhaftigkeit von Inhalten einfach durch das physikalische Format zu unterscheiden (Printzeitung, qualitativ hochwertige Nachrichtenübertragung, Lehrbuch oder Boulevardzeitung). Online-Nachrichten sind schwerer zu unterscheiden.

Das nächste Problem besteht darin, dass die Rücknahme von Fake News in den sozialen Medien derzeit von der Technologie eher unzureichend unterstützt wird. Obwohl Beiträge gelöscht werden können, ist dies ein passiver Akt, sogar noch weniger wirksam als die aus einem kleinen Absatz bestehenden Richtigstellungen in Zeitungen. Um eine Wirkung zu erzielen, wäre es notwendig, nicht nur Beiträge zu löschen, sondern sie sichtbar zu markieren und zu verlangen, dass Nutzer bestimmte Elemente als Fake News erkennen und dies bestätigen.

Ob Fake News nun eine Erscheinung des digitalen und sozialen Medienzeitalters sind oder nicht – es ist zumindest wahrscheinlich, dass soziale Medien dazu neigen, die Verbreitung von Fehlinformationen zu verstärken. Ihre Ökonomie begünstigt Teilbarkeit gegenüber Wahrhaftigkeit und Verbreitung gegenüber Richtigstellung. Dabei handelt es sich nicht um technologische „Gegebenheiten“, sondern um Entscheidungen – und zwar seitens der Systemdesigner und ihrer Regulatoren, wo immer es dann solche gibt. Darüber hinaus haben Mainstream-Medien ihren eigenen Ruf durch „Falschmeldungen“ und sichtbar ideologische Berichterstattung getrübt und somit die Tür für andere Nachrichtenquellen geöffnet.

 

 

Das Verständnis dieser komplexen Mischung von Faktoren ist die Aufgabe der Sozialwissenschaften. Aber vielleicht ist die eigentliche Botschaft hier, dass wir uns als Gesellschaft und als Individuen der Frage zu stellen haben, wie wir die Menschen zum verantwortungsvollen Nachrichtenkonsum erziehen können – und ob wir nicht die Wahl haben, unser eigenes Verhalten zu ändern, statt die sozialen Medien zu regulieren, wie wir es mit Printmedien und Fernsehen tun. Fragen Sie sich doch einmal: Wie oft prüfen Sie die Faktenlage einer Nachricht, bevor Sie sie verbreiten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


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  • DATENKLAU FAZ: Datendiebstahl bei über einer Milliarde Yahoo-Nutzerkonten: Erneut gab der Internet-Konzern Yahoo bekannt, dass Kriminelle an die Daten von Nutzern gelangt sind. Betroffen sind dieses Mal mehr als eine Milliarde Konten. Bereits im September kam heraus, dass mindestens 500 Millionen Nutzerprofile betroffen sind. In Einzelfällen soll den Hackern sogar die Kombination aus Sicherheitsfrage und passender Antwort vorliegen, die gebraucht wird, um ein vergessenes Passwort zu ändern. Die Attacken fanden im August 2013 sowie Ende 2014 statt. Der Telekom-Konzern Verizon hatte geplant, das Yahoo-Webgeschäft zu kaufen, angesichts der aktuellen Nachrichtenlage komme der Deal jetzt aber auf den Prüfstand.

  • TRUMP Stern: Donald Trump umgarnt plötzlich Internet-Giganten: Noch während des Wahlkampfes hatten sich die CEOs von Internet-Giganten wie Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook fast geschlossen gegen Trump gestellt und stattdessen für seine Konkurrentin Hillary Clinton geworben. Bei einem Gipfeltreffen in New York mit dem designierten Präsidenten gab sich Trump nun gönnerhaft. Er bot den Geschäftsmännern an, jederzeit für sie erreichbar zu sein. Außerdem sei er für sie da, um ihnen zu helfen, damit es ihnen gut ginge. Zudem seien sie eine unglaubliche Gruppe von Leuten, die es so nur einmal auf der Welt gäbe.

  • APPLE heise: Apple warnt vor Netzteilen und Akkus von Drittanbietern: Apple warnt auf der firmeneigenen Website vor Netzteilen und Akkus von Drittanbietern. Die Geräte könnten „Sicherheitsrisiken bergen“. In einer Klage gegen eine Firma, die auf Amazon nachgemachte, als echt deklarierte Produkte verkauft, heißt es, die gefälschten Lade-Accessoires könnten überhitzen, Feuer fangen und tödliche Stromschläge verursachen. Tatsächlich konnte eine unabhängige Studie nachweisen, dass von 400 im Online-Handel bezogenen Geräten 397 Stück durch einen einfachen Sicherheitstest fielen, da die mangelnde Isolierung zu Stromschlägen führen kann.

  • UBER t3n: US-Behörde verbietet selbstfahrende Autos in San Francisco: Das DVM (Department of Motor Vehicles) in Kalifornien geht gegen Uber vor. Das Unternehmen hatte ohne Erlaubnis angefangen, selbstfahrende Autos auf die Straße zu bringen. Die Behörde wies Uber jetzt an, diese wieder zu entfernen. Daraufhin erwiderte der Taxi-Konkurrent, dass stets ein Fahrer an Bord sei, weswegen der Befehl hinfällig sei. Zum Thema Verkehrssicherheit tauchte jüngst ein YouTube-Video auf, das ein Uber-Fahrzeug dabei filmt, wie es eine rote Ampel überfährt. Dies sei eine Gefährdung des Straßenverkehrs, weshalb die Anordnung der Behörde laut San Francisco Examiner sehr wohl begründet sei.

  • AMAZON golem: Amazon liefert Paket mit Drohne aus: Im englischen Cambridge ist es Amazon gelungen, einem Kunden die Bestellung mittels einer Drohne zu liefern. In dem Paket enthalten waren eine Fire-TV-Box und eine Tüte Popcorn. Die Drohne legte das Paket auf einer Landemarkierung im Garten des Bestellers ab und flog zurück. In den USA ist dieses System bislang nicht gestattet, da der Piloten Sichtkontakt mit der Drohne halten muss, wodurch sich der Einsatz bisher praktisch unmöglich gestaltet. In Großbritannien sind die Lieferungen testweise und nur in einem bestimmten Gebiet in der Region Cambridge erlaubt. Auch in Deutschland werden solche Tests durchgeführt, DHL erprobt den Einsatz von Paketkopters in dritter Generation.

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Twitters unsichere Zukunft

Donald Trump und Twitter – es ist eine dieser Beziehungen, ohne die der US-Wahlkampf wohl ein anderer geworden wäre. Es verging kaum ein Tag, an dem sich der künftige US-Präsident mithilfe seiner beleidigenden und beleidigten Tweets nicht wieder in die Medienberichterstattung katapultiert hat. Der Kurznachrichtendienst ist nicht nur für Journalisten ein wichtiges soziales Netzwerk – am Wahltag äußerten sich die Menschen weltweit auf Twitter.  Über 75 Millionen Tweets wurden im Laufe des 8. November bis zur Siegesrede von Trump abgesetzt.

Twitter ist aus der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr wegzudenken und hat die Welt oft verändert, doch den Kurznachrichtendienst plagen derzeit ernsthafte wirtschaftliche Sorgen. Vor allem in den vergangenen Jahren zeigt der Trend für Twitter nur noch in eine Richtung: nach unten. Seit dem Börsengang Ende 2013 und dem Spitzenwert der Aktie einen Monat später, der bei 69 Dollar lag, sank der Wert des Papiers kontinuierlich: heute steht Twitter pro Aktie bei nur noch 18 Dollar. Hinzu kommt, dass die Umsätze von Twitter nicht mehr so schnell wachsen wie einst. Verbuchte die soziale Plattform im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 58 Prozent und im Frühjahr 2016 immerhin noch um die 20 Prozent, waren es im dritten Quartal nur noch 8 Prozent. Damit verzeichnete Twitter zwischen Juli und September das geringste Umsatzwachstum seit dem Börsengang.

Die zahlreichen Baustellen von Twitter

Weiterhin schreibt der Kurznachrichtendienst rote Zahlen – erst kürzlich entschied Twitter, den Videodienst Vine.co demnächst zu schließen. Da schwingt nicht nur der verlorene Kampf gegen Konkurrent Facebook im Video-Segment mit, sondern vor allem die große Sparkeule. Ende Oktober kamen 300 Entlassungen hinzu, im November wurde bekannt, dass Chief Operating Officier Adam Bain das Unternehmen verlassen wird. Laut der Financial Times war er der Kopf hinter dem Umsatzwachstum von Twitter.

Zwar sammelte das Unternehmen unter anderem beim Börsengang genug Geld ein, um noch bis Juni 2020 überstehen zu können, doch im Moment ist noch nicht wirklich klar, woher die Einnahmen eines Tages kommen sollen, um Twitter in absehbarer Zeit profitabel zu machen. In letzter Zeit versucht sich der Dienst auch zunehmend zu diversifizieren – beispielsweise mithilfe des Livestreamings einiger NFL-Spiele, das vor allem neue User anlocken soll. Denn das Nutzerwachstum ist eines der Kernprobleme von Twitter: in den USA stagnieren die Zahlen schon länger, während die weltweiten Wachstumsraten überschaubar sind. Seit Mitte 2015 stieg die Zahl monatlich aktiver User nur um drei Prozent. 317 Millionen Nutzer hat Twitter laut eigener Angabe derzeit, in Deutschland ist die soziale Plattform weiterhin ein Nischenphänomen.

Einnahmenquelle Nummer eins: Werbung

So ambitioniert die Suche nach alternativen Einnahmequellen auch sein mag: das Gros des Umsatzes macht Twitter immer noch mit Werbung. 89 Prozent nach aktuellem Stand – das entsprach im dritten Quartal 545 Millionen US-Dollar. Und genau in diesem Kernbereich des Geschäftsmodells irritierte der Kurznachrichtendienst im November viele User im deutschsprachigen Raum. Dubiose gesponserte Tweets sexueller Natur wurden in den Timelines vieler Nutzer angezeigt – mehrmals. Eigentlich verbietet Twitter solche Werbeanzeigen in seinen Richtlinien, doch hier scheint vieles durch das Kontrollnetz von Twitter geschlüpft zu sein. Auf eine Anfrage diesbezüglich reagierte das Unternehmen bisher nicht.

Letztendlich überraschen die zahlreichen aufgekommenen Übernahme-Gerüchte also kaum. Mehrere Unternehmen wie Cloud-Anbieter Salesforce oder Medien-Riese Disney sollen schon Interesse an Twitter bekundet haben, sind aber durch die Bank weg abgesprungen. Zweiterer soll sich vor allem an einer weiteren Twitter-Baustelle gestoßen haben: Hatespeech. Twitter zeichnete sich in den vergangenen Jahren nicht durch besonders engagiertes Vorgehen gegen Hass und Trolle aus, hat aber mittlerweile eine neue Leitlinie ausgegeben. Seit kurzem ermöglicht Twitter das Stummschalten bestimmter Schlüsselwörter in den Benachrichtigungen und man führte eine neue Melde-Kategorie ein, mit deren Hilfe Diffamierungen bezüglich Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion gezielter benannt werden können. Solche Maßnahmen werden das Problem nicht grundsätzlich lösen können, sind zumindest aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Sprengt die Fesseln der Wall Street

Aber nicht nur börsennotierte Unternehmen sind an der Übernahme von Twitter interessiert. Zuletzt formierte sich eine kleine Initiative unter den Hashtags #WeAreTwitter und #WeBuyTwitter, die die „Fesseln der Wall Street“ sprengen möchte. Die Idee, angestoßen von Guardian-Autor Nathan Schneider: die Nutzer kaufen Twitter und überführen es in ein genossenschaftliches Modell, um das soziale Netzwerk von seinen wirtschaftlichen Zwängen zu befreien.

Diese Vorstellung ist zwar eine schöne Utopie, aber wohl unrealistisch. Denn die Zukunft des Kurznachrichtendienstes steht auf wackeligen Füßen – und bisher hat sich noch keine Perspektive aufgetan. Solche Initiativen zeigen aber vor allem eines: viele Menschen wollen Twitter und dessen Grundidee nicht missen, ein Scheitern wäre ein großer Verlust. Denn wo sonst sollte Donald Trump dann seine Kritiker beleidigen?


Image „Twitter“ by WDnetStudio (CC0 Public Domain)


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Die Leimspur des Donald Trump – Wer selbst Phrasen sät, erntet phrasendreschende Populisten

Haben die klassischen Medien im amerikanischen Wahlkampf um das Präsidentenamt wirklich keine Rolle mehr gespielt, sondern die konstruierte Filterblasen-Realität der Kampagne von Donald Trump? Zu dieser Schlussfolgerung gelangt etwa Jan Fleischhauer, der sich auf Facebook unter dem Namen seiner Frau und einer Berglandschaft von Caspar David Friedrich in die Echokammer des nationalistischen Lagers einsortierte.  Es sei erstaunlich, wie sich die Wahrnehmung verdüstert, wenn Facebook einen als AfD-Sympathisanten identifiziert hat. „Man tritt in eine Welt, in die selten ein Sonnenstrahl fällt.“ Man liest Meldungen, dass in der Stadt Neuss auf Druck der Muslime an einem ersten Kiosk statt Bockwurst nur noch Hühnchenspieße verkauft werden. Man sieht Schockbilder von Tierschlachtungen, verbunden mit dem Aufruf, sich für einen Bann der Schächtung einzusetzen.

Mit Bockwurst-Verbot und Sparschwein-Alarm

„So geht es immer weiter, Tag für Tag. Auf die Meldung über das Bockwurst-Verbot folgt die Nachricht, dass jetzt die Sparschweine verschwinden, nach dem Sparschwein-Alarm kommen neue Schlägervideos. Wer das länger mitmacht, muss unweigerlich zu dem Schluss gelangen, dass Deutschland vor die Hunde geht, wenn sich nicht bald etwas ändert. Und das Irrste ist: Nichts davon findet sich in den herkömmlichen Medien“, schreibt Fleischhauer. So ähnlich hat dann wohl auch der US-Wahlkampf funktioniert. In den seriösen Medien sei über die Lügen und Wahrheitsverdrehungen von Donald Trump berichtet worden, über seine Vergangenheit als Konkurskünstler und Steuervermeider, über die Klagen und Gerichtsverfahren, weil er Leute übervorteilt hat, die ihm vertraut hatten.

„Das Problem ist: Die Leute, die Trump wählen, scheren sich nicht darum, was in der ‚New York Times’ oder der ‚Washington Post’ steht. Sie sehen auch nicht CNN oder MSNBC“, schreibt der Spiegel-Redakteur. Sie würden ihr Wissen aus dem Internet beziehen. „Und wenn sie den Fernseher einschalten, dann gehen sie zu einem Sender ihres Milieus wie Fox News“, so Fleischhauer. Ist damit alles erklärt? Erleben wir ein Meinungsklima, das sich immer mehr vom Medientenor entfernt?

 Meinungsklima versus Medientenor

Klaffen veröffentlichte und öffentliche Meinung auseinander, spricht man von einem doppelten Meinungsklima. In der Regel folgte das Meinungsklima dem Medientenor. Nur in Ausnahmefällen wich die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung vom Medientenor ab. Gibt es jetzt gar ein dreifaches Meinungsklima? Diese Frage stellte ich übrigens schon vor fünf Jahren. Gute Antworten dazu gibt es nur wenige. Wohl eher Schockstarre.

Der Rhetorik-Trick von Trump & Co.

Vielleicht sind wir aber gerade dabei, Donald Trump und seinen nationalistischen Kollegen in Europa gewaltig auf dem Leim zu gehen, bemerkte Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen beim NRW-Journalistentag in Duisburg.

Journalisten unter Druck #jnrw16

Posted by Gunnar Sohn on Samstag, 19. November 2016

Der rhetorische Trick von Trump funktioniert wie der Verkauf von warmen Semmeln – übrigens war das in den 1960er Jahren bei den Rassisten des  Ku-Klux-Klan auch schon so: „Es gibt eine Geschichte, die Trump immer wieder erzählt hat und die ist unfassbar erfolgreich. Es existiere ein politisches und mediales Establishment in Washington, das eng zusammenarbeitet und dafür sorgt, dass Trump nicht Präsident werden soll. Das liegt hinter seinen Erzählungen. Damit stilisiert er sich zum Underdog und sorgt dafür, dass alle Berichte von der New York Times bis zur Washington Post ständig im Schein dieser Erzählung gesehen werden.

Jede wahre Geschichte, die publiziert wurde, zahlte immer auf seine Story ein: ‚Ich stehe außerhalb des Establishments. Seht mal, die versuchen mich fertig zu machen“, erklärt Schmiechen. Trump habe das sehr geschickt hinbekommen.

Klassische Medien machten Trump groß

Ist der prahlerische Bauunternehmer deswegen ein Held der sozialen Medien? Mitnichten. Es waren die klassischen Medien, die ihn groß gemacht haben und auf seine Erzählungen reingefallen sind. So investierte Trump bei den Vorwahlen der republikanischen Partei lächerliche zehn Millionen Dollar für klassische Fernsehwerbung. Die freiwillige Sendezeit der TV-Anbieter brachte dem reaktionären Parolenschwinger einen Gegenwert von 1,9 Milliarden Dollar. Jede Provokation, jeder Kalauer und jede Unverschämtheit, die Trump hinaus posaunte, fand den Weg in die Nachrichtenformate der Massenmedien. Trump bediente die Sucht nach krassen Sprüchen und skandalträchtigen Überschriften.

Die Sucht nach der schnellen Schlagzeile

Ähnlich agieren seine Gesinnungsfreunde und Gesinnungsfreundinnen in Europa. Man wirft den Journalisten haarsträubende Hass-Botschaften vor die Füße und erntet Schlagzeilen. Fragt man aber bei den besorgten abendländischen Schreihälsen nach, wie sie sachpolitisch vorgehen wollen, welche Gesetzgebungsvorschläge in der Pipeline sind oder welche haushaltspolitischen Überlegungen vorliegen, starrt man in leere Gesichter. Nur diese Themen eignen sich halt nicht für knackige Überschriften. Vielleicht leben ja auch die Chefinterpreten der öffentlichen Meinung in bequemen, anschauungsdichten und begriffsarmen Kapseln, in denen die Welt mehr Wille als Vorstellung ist, fragt sich Jürgen Kaube von der FAZ.

„Dass es nur Emotionen und Affekte wären, die diese Wahl erklären können, ist insofern ein wohlfeiles Besserwissen. Es führt zur Replik ‚Was heißt hier nur?’ und bestenfalls zu der Frage, weshalb es den Demokraten nicht möglich war, einer Mehrheit die angeblich irrationalen Globalisierungsängste, ihre angeblich irrigen Affekte gegen Washington und New York und ihren Zorn über eine Politik, die als verlogen wahrgenommen wird, zu nehmen.“ Den Wählern ihre Unbildung vorzuhalten, lenke davon ab, dass die Bereitschaft, von Trumps Redensarten nicht mehr als krasse Unterhaltung zu verlangen, auf Erfahrungen mit den Redensarten der anderen beruht und auf Erfahrungen mit der Wirklichkeit, die diesen Redensarten folgte.

Talkshows als Nährboden für Populisten

„Für Deutschland gilt, dass jede politische Talkshow den Populisten Wähler zuführt, weil viele die Phrasen nicht mehr anders als durch Affekte verarbeiten können. Man kann sich leicht ausrechnen, wie es in einem Land aussieht, das in puncto sozialer Ungleichheit und womöglich sogar in puncto Phrasen noch ganz anderes zu bieten hat“, kommentiert Kaube. Wer Phrasen sät, auf jede Phrase wie ein Pawlowscher Hund mit Sendezeit und Schlagzeile reagiert, darf sich nicht wundern, wenn Phrasendrescher Erfolg haben.

Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit für mehr Kompetenz und Relevanz in Politik, Medien und Wirtschaft.


Image “man” by ArtsyBee (CC BY 2.0)


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  • VIRTUAL REALITY dailymail: Controversial surgeon behind world’s first human HEAD transplant reveals virtual reality system to help prepare patients: Virtual Reality ist vor allem im Kontext der Unterhaltungsmedien ein gängiger und häufiger Begriff im Diskurs, doch auch immer wieder hört man von anderweitigen oder medizinischen Verfahren, die die Technologie nutzen. Der russische Chirurg Dr. Sergio Canavero plant im nächsten Jahr die erste Transplantation eines menschlichen Kopfes, als erster Patient hat sich Rollstuhlfahrer Valery Spiridonov freiwillig gemeldet. Um den Patienten an ein Leben mit einem neuen Körper vorzubereiten soll jetzt ein VR-System entwickelt werden, dass ihm Laufen beibringt. Für den Eingriff wird der Kopf des Patienten eingefroren, um die Gehirnzellen vom Absterben abzuhalten und die Wirbelsäule durchgeschnitten und reanimiert werden.

  • TESLA gizmodo: Elon Musk Explains How Trump Could Actually Help Tesla: Die Wahl Donald Trumps und seine Haltung des Klimawandels gegenüber ist für viele noch ein Schreckensgedanke, so eigentlich auch für viele “grüne” Unternehmen, wie beispielsweise den Markt der “Zero Emission Vehicles” (ZEV) oder emissionsfreien Fahrzeugen. Trump ist bekennender Verweigerer des Klimawandels und hat der Kohle- und Ölindustrie seine Unterstützung zugesagt. Tesla-Chef Elon Musk erklärt jetzt, wieso deswegen schwindende ZEV-Kredite den Konzern aber trotzdem nicht bedrohen können, der Marktwert soll sogar steigen und Tesla im Markt beinahe monopolisieren.

  • WLAN süddeutsche: Bahn will kostenloses Wlan in Regionalzügen: Wlan ist in Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn schon fast deutschlandweit verfügbar. Jetzt plant der Konzern den Reisenden auch in seinen Nahverkehrszügen einen kostenlosen Internetzugang. Rund 5,2 Millionen reisen täglich im Nahverkehr und sollen mit einem pro Tag und Nutzer begrenzten Datenvolumen surfen können. Finanzieren sollen das nicht die Kunden nicht selbst, sondern dies richtet sich an die Bundesländer und regionalen Verkehrsbünde. Für das Unternehmen sollen drei große Mobilfunkanbieter gekoppelt worden und auch in Bussen des DB Regio startet ein ähnliches Pilotprojekt.

  • SELF-DRIVING-CAR wired: NuTonomy startet Straßentests selbstfahrender Taxen in Boston: Das Startup nuTonomy bringt seine selbstfahrenden Autos jetzt auch nach Boston. Zuvor hatte die Firma diese bereits als Taxen in Singapur genutzt. Mit diesem Unternehmen stellt nuTonomy ernsthafte Konkurrenz für Kollegen wie Google, Lyft oder Uber dar. Zunächst sollen nur Ingenieure der Firma mit den selbstfahrenden Autos fahren, um die Straßen, Verkehrssituationen und Regeln der Stadt zu erlenen. Langfristig soll daraus ein kommerzielles Projekt entstehen.

  • GOOGLE spiegel: “Digitale Todesstrafe” für Pixel-Weiterverkäufer: Google geht, für Internet-Verhältnisse, radikal gegen den Weiterverkauf seines hauseigenen Smartphones “Pixel” vor. Durch ein Steuerschlupfloch konnten in den USA im Bundesstaat New Hampshire mehrere Geräte gewinnbringend weiterverkauft werden. Der Konzern sieht das nicht gern und reagiert sofort: sämtliche Google-Konten der Verkäufer wurden ohne Vorwarnung gesperrt.

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Wie sich Trump in das Weiße Haus getwittert hat

donald-trump-image-by-lisettebrodey-via-pixabay-[CC0 Public Domain]

Der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl wurde als atemberaubend und schockierend beschrieben und hat einen „Aufschrei“ in den Medien hervorgerufen. Der gewählte Präsident fand bei mehr als 59 Millionen Amerikanern genug Gehör, dass sie in der Wahlkabine für ihn den Ausschlag gaben und ihm zum Sieg verhalfen. Trump erreichte seine Unterstützer sowohl persönlich als auch über die Social-Media-Plattformen, vor allem über Twitter. Wenige Stunden, nachdem er seine Siegesrede gehalten hatte, war er schon wieder am twittern.

Trumps Twitter-Affinität ist gut dokumentiert. Ein Politiker charakterisierte die Präsenz des Kandidaten auf der Social-Networking-Seite als „eine kontinuierliche Trump-Kampagne, die rund um die Uhr auf Twitter statfindet.“. Angesichts seines Geschicks erklärten ihn einige Leute zum Gewinner in den sozialen Medien und in der Wahlkampfschlacht.

Aber wie viel Einfluss hatte Twitter während der Präsidentschaftswahl 2016? Als Rechtsprofessor, der die Auswirkungen des Internets auf die äußere Welt untersucht, glaube ich, dass die Antwort auf diese Frage durchaus die Art und Weise verändern könnte, wie politische Kandidaten ihre Kampagnen für die kommenden Jahre gestalten.

Politik im Taschenformat

Mit mehr als 300 Millionen aktiven Nutzern in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 ermöglicht Twitter den Menschen, mit Scharen von Freunden und Followern in 140 Zeichen oder weniger zu kommunizieren. Während Amerikaner dazu neigen, Diskussionen über Politik offline zu vermeiden, machen soziale Medienumgebungen wie Twitter es fast unmöglich, sich von politischen Interaktionen im Internet fernzuhalten. Obwohl die Forschung zeigt, dass nur wenige Clinton- oder Trump-Fans enge Freunde im gegnerischen Lager haben, weiten die sozialen Medien diese Kontakte erheblich aus. Vor allem auf Twitter neigen die Nutzer statistisch gesehen eher dazu, Menschen zu folgen, die sie nicht persönlich kennen, als das auf Facebook der Fall ist, wo sich die Nutzer oft mit denen anfreunden, die sie persönlich kennen.

Dies ist besonders entscheidend, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen soziale Medien auf politische Meinungen haben. Langanhaltende Konfrontationen mit politischen Diskursen können die Anteilnahme an der Politik verstärken, und die Kommunikation mit anderen elektrisiert politische Aktivitäten bezüglich gemeinsamer Anliegen. Einer von fünf Menschen berichtet, dass sich seine Ansichten über eine politische oder soziale Frage ändern, weil er etwas in den sozialen Medien gelesen hat, und fast die gleiche Anzahl an Menschen sagt, dass sie ihre Ansichten zu einem bestimmten Kandidaten auf Basis dessen, was sie dort gelesen haben, änderten.

Trumps unzensierte Tweets haben überzeugt

Trump war bemerkenswert effektiv darin, die meinungsbildende Macht der sozialen Medien zu nutzen. Seine Kampagne nutzte erfolgreich die Kenntnisse, Kontakte und Fähigkeiten seiner Anhänger im Verbreiten seiner Tweets, um mit dem Werkzeug des Crowdsourcings Wut und Angst zu verbreiten. Zum Beispiel erreichte Trump jeden Tag fast doppelt so viele Twitter-Erwähnungen wie Hillary Clinton, obwohl (oder vielleicht gerade weil) seine Meldungen viel negativer waren. Er brüstete sich auch mit etwa 40 Prozent mehr Twitter-Anhängern als seine demokratische Rivalin.

Trump baute eine Beziehung zu seinen Anhängern auf, indem er seinen eigenen Twitter-Account während eines Großteils seiner Kampagne selbst verwaltete. Clinton nutzte vor allem ein Medienteam – und das merkte man auch. Experten haben darauf hingewiesen, dass Trumps Tweets für seine Anhänger sehr überzeugend waren, weil man ihnen weitgehend anmerken konnte, dass sie direkt von ihm kamen – sie wirkten spontan und nicht so, als wären sie von Medien-Profis bearbeitet worden.

Auf diese Art eine Beziehung aufzubauen, erwies sich als entscheidend, da sich Fans und Follower der Trump-Bewegung anschlossen und sich zu großen Wahlblöcken entwickelten. Scott Adams, der den „Dilbert“-Comic erschuf, verbrachte den Großteil der Wahlkampfphase damit, über Trump als einen Meister der Überzeugung zu schreiben, der besonders das Mittel der Angst nutzt.

Trumps scheinbar ungefilterte Beiträge, die ihre Kernaussagen regelmäßig wiederholten, führten zu viel mehr quantitativem Twitter-Engagement für ihn, im Vergleich zu Clinton. Trumps Anhänger wiederholten und teilten seine Botschaften in Scharen. Manche beschrieben eine „emotionale Verbindung“ zu ihm und sagten, sie würden Stunden damit verbringen, seine Botschaft mit ihren eigenen Netzwerken zu teilen, obwohl sie keine offiziellen Mitarbeiter der Trump-Kampagne waren.

Darüber hinaus erzeugten Trumps Beiträge einen Rückkopplungseffekt, das heißt Social Media Beiträge schafften es in die Fernseh-Nachrichten – und das immer kostenlos in einem Umfang, dessen Äquivalent von medialer Berichterstattung und Werbung Kosten von 3 Milliarden US-Dollar aufgeworfen hätte. Er bezahlte letztlich weniger Geld pro Stimme und pro Delegiertem als jeder andere, der in diesem Jahr für die Präsidentschaft kandidieren wollte, erreichte dabei aber den höchsten Grat an Sichtbarkeit. Ich möchte damit nicht behaupten, dass Clinton keine eigenen Erfolge hatte. Als Reaktion auf eine Beleidigung von Trump, gelang ihr der Tweet, der im Laufe der Wahlkampfphase am meisten geteilt wurde, als sie vorschlug, dass Trump seinen Twitter-Account löschen solle.

Aber Trump monopolisierte Twitter und den Nachrichtenzyklus und erhielt schließlich die meisten Wählerstimmen.

Aktuelle Techniken nutzen

Historiker haben festgestellt, dass in den Alltag eindringende Technologien die Macht haben, politische Wahlen zu beeinflussen. Franklin D. Roosevelt verwendete das neue Medium des Radios, um seine Kamingespräche zu verbreiten, weil seine Konkurrenten viele der Zeitungen in den dreißiger Jahren kontrollierten und eine gewisse Voreingenommenheit durch Zeitungsberichte vermeiden wollte.

John F. Kennedy sagte vier Tage nach der knappen Niederlage von Richard Nixon: „Mehr als alles andere war es das Fernsehen, das das Blatt wendete.“ Das Fernsehen, das neue aktuelle Medium, hatte im Jahrzehnt vor der Wahl von 1960 massiv an Popularität gewonnen. Es scheint so, dass Trump einige Erfahrungen aus der Geschichte genutzt hat, um eine der größten Überraschungen in der modernen Wahlgeschichte zu bewirken.

Ich denke, die Forscher werden Trumps Wahlkampfstrategien noch jahrelang analysieren. In der Tat haben Analysen der Auswirkungen von Twitter auf die Präsidentschaftswahl von 2016 bereits begonnen. Die New York Times hat sogar kürzlich alle „Menschen, Orte und Dinge“ aufgelistet, die Trump auf Twitter beleidigt hat. Trumps unkonventionelle Methoden, die ursprünglich von traditionellen Experten als ineffektiv und wie ein „überstürztes Schulsprecherwahlprogramm“ klingend verspottet wurden, zeigten in dem schnellen und ungefilterten Universum von Twitter einen enormen Effekt. Mit seiner Kampagne konnte er die Wirkung schroffer Wortmeldungen beinahe in Echtzeit anhand seiner Follower testen, um festzustellen, ob sie ihm im weiteren Wahlkampf von Nutzen sein werden.

Traditionellen Politikern, die im Amt bleiben wollen, könnte bald einleuchten, dass Trumps unkonventioneller Aufstieg einen neuen Standart für Wahlkampfstrategien geschaffen hat. Es ist nicht überraschend, dass Twitter-Nutzer, deren Beiträge eine Menge von Aufmerksamkeit durch Likes, Retweets und Antworten bekommen, häufiger twittern als Benutzer, bei denen das nicht der Fall ist. Und die Forschung zeigt auch, dass Emotionen auf Twitter ansteckend sind – sowohl negative als auch positive Tweets erzeugen mehr von dem Gleichen auf der Plattform (positive Tweets sind ansteckender).

Da Emotionen im diesjährigen politischen Wahlkampf eine Rolle spielten, wird das Erlernen der Strategien zu einer weiten und dauerhaften Verbreitung für politische Kandidaten sehr wertvoll sein, um die Macht von Twitter und anderer sozialer Plattformen zu nutzen… zumindest, bis die nächste Innovation kommt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image Donald Trump” (adapted) by LisetteBrodey (CC0 Public Domain)


 

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  • NSA golem: Die NSA bin ich: Donald Trump ängstigt Menschen. Seine versöhnlich klingende Siegesrede macht nicht vergessen, dass der gewählte Präsident im Wahlkampf hemmungslos gegen Minderheiten hetzte, Überwachungsmaßnahmen gegen alle Muslime im Land ankündigte und seinen politischen Gegnern Vergeltung androhte. Schon kurz nachdem das Wahlergebnis feststand, tauchten Beiträge in sozialen Netzwerken auf, die sinngemäß lauteten: „Vielleicht sollte ich einiges von dem, was ich hier veröffentlicht habe, schnell löschen – ansonsten könnte ich ins Visier der neuen Regierung geraten“.

  • DATENSCHUTZ sueddeutsche: Aus Liebe zum Grundgesetz: Um nur mal ein aktuelles Beispiel zu wählen: Was passiert eigentlich, wenn ein neues Gesetz vom Telekommunikationsgeheimnis nicht mehr viel übrige lässt? Was geschieht dann? Ein paar kritische Artikel, eine Debatte, ja, aber wenn sich kein Parlamentarier überzeugen lässt, dann kommt das Gesetz und die Grundrechte der Bürger schrumpfen ein wenig zusammen. Es sei denn, jemand klagt. Dann landet das Gesetz in Karlsruhe und wird zumindest überprüft. Nur: Welche Privatperson klagt schon, wenn es um zwar wichtige, aber doch irgendwie diffuse Rechte geht? Wenn alle betroffen sind, fühlt sich oft keiner zuständig.

  • FACEBOOK zeit: Zuckerberg sieht keine Wahlhilfe für Trump: Der Papst soll ein Unterstützer von Donald Trump sein? Diese und andere Falschmeldungen waren jüngst bei Facebook zu lesen. Einfluss auf den Ausgang der Präsidentenwahl in den USA hätte das nicht gehabt, ist sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sicher: „Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten“, sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz Techonomy in Kalifornien. Die Wähler entschieden auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

  • MARKT e-book-news: Games schlagen E-Books: Ausgaben für’s Spielen im Schnitt 3,4 mal höher: E-Books, Games & PayPal — eine interessante Kombination, die nicht ganz zufällig … genau, der Zahlungsdienstleister PayPal mit internationaler Perspektive erforscht hat. Die Ergebnisse zeigen sowohl nationale Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten der globalen Gamer- und E-Leser-Population (Alter: über 18 Jahre). Die Bereitschaft, Geld für diesen oder jenen Content auszugeben, unterscheidet sich offenbar sehr stark. In den USA stehen Games nämlich an erster Stelle, in anderen Märkten wie Großbritannien oder Japan dagegen elektronische Bücher. Im angeblichen Leseland Deutschland ist das Verhältnis eher ausgeglichen.

  • GPS heise: GPS-Tracking: Möwen spüren illegale Mülldeponien auf: Wie Möwen illegaler Müllentsorgung auf die Spur kommen könnten, hat eine spanisch-französische Forschergruppe um Joan Navarro von der Estación Biológica de Doñana in Sevilla untersucht. Im Online-Magazin Plos One berichteten sie, dass sie 19 Mittelmeermöwen im südspanischen Nationalpark Doñana mit GPS-Sendern versahen. In den darauffolgenden Wochen konnte das Team genau verfolgen, wohin die Vögel zur Nahrungssuche flogen. Eine Luftaufnahme zeigte, was sich an den Zielorten befindet: Küste, eine Lagune, eine legale Müllkippe oder eben nichts, was Möwen besonders anziehen dürfte. Da die Stelle in zehn Kilometer Entfernung von der Kolonie aber wiederholt von fünf Vögeln aufgesucht wurde, kontrollierten die Forscher den Ort und fanden eine kleine illegale Deponie für Hausmüll.

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Kant statt Hobbes – Mehr Pflichtethik für Unternehmen

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In der Differenz zwischen der Nützlichkeitsethik des Staatstheoretikers Thomas Hobbes und der Pflichtethik des Philosophen Immanuel Kant liegt das Spannungsfeld fast aller Debatten über Wirtschaftsethik und Wirtschaftstheorie.

Nützlichkeit und Sittlichkeit haben nichts miteinander zu tun, sagen die Pflichtethiker. Verfechter der Nützlichkeitsethik kontern, Moral ist für nach Vorteil strebenden Menschen und nicht für Heilige da. Letztere Denkweise dominiert in der Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und auch im wirtschaftlichen Handeln. Das individuelle Wohlergehen wird addiert zu gesellschaftlichen Zuständen. Einfach gesagt: Eine Handlung ist dann moralisch, wenn die Folgen für mich und für viele optimal sind.

Vorstände und Aufsichtsräte achten auf die Liquidität

Wenn wir uns die Intrigen, Lügen, Manipulationen und Machenschaften im VW-Konzern anschauen, geht es wohl wenig um Pflichtethik. Was Aufsichtsräte und Vorstände interessiert, ist nicht beim Philosophen Kant anzusiedeln. Man will schlichtweg relativ ungeschoren davonkommen und handelt dabei rechtskonform. Nach der geltenden Rechtsprechung müssen die Aufsichtsräte in Deutschland vor allem auf die Liquidität der Unternehmen achten. Sie müssen Warnsignale frühzeitig wahrnehmen und im Krisenfall ohne Zeitverzögerung Sanierungen einleiten – ansonsten drohen den Kontrolleuren haftungsrechtliche Konsequenzen. Aber wie steht es mit unethischem Verhalten?

Warum das Controlling-Gejodel in den Abgrund führt

Passt das in das monokausale Gefüge der Controlling-Pflichten mit dem Gejodel über Kennzahlen, Bilanzbewertungen und juristischen Kenntnissen über Gesellschaftsverträge? Wohl nicht. Was aber sind die Konsequenzen der Abgas-Betrügereien in Wolfsburg? Sie vernichten den Unternehmenswert, schädigen das Gemeinwohl, führen zu einem radikalen Stellenabbau sowie zu einer Zerschlagung des Volkswagen-Imperiums und belasten die Volkswirtschaft. Mit der reinen Lehre der Nützlichkeit kommen wir da nicht weiter. Hier liegt eine Schwäche der Wirtschaftspolitik, der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und des Managements vor.

Warum muss sich Menschlichkeit rechnen?

Mehrheitsfähig dürfte die Position des Unternehmers Stephan Brockhoff sein, die er im Interview mit Zeit Online äußert: Mit etwas mehr Menschlichkeit komme ein Veränderungsprozess in Gang, der gerade in der Marktwirtschaft gut funktioniert. „Denn mithilfe von Vertrauen und Empathie kann man das ungenutzte Potenzial von vielen Mitarbeitern in Unternehmen bergen – und letztlich auch monetarisieren. Menschlichkeit rechnet sich insofern.“

Thomas Hobbes würde jubeln. Es geht meistens um die Frage, ob moralisch oder ethisch relevante Sachverhalte sich für das Unternehmen positiv auswirken. Was Management-Zeitschriften und die Wirtschaftsforschung in der Corporate Social Responsibility-Debatte ins Zentrum rücken, ist der ökonomische Imperativ. Es muss sich rechnen. Mit der Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt hat das aber nichts zu tun: „Unternehmen publizieren oft schön formulierte Pressemitteilungen, CSR-Reports oder Codes of Conduct und errichten damit eine Imagefassade, während die eigentlichen Geschäftsprozesse unangetastet bleiben“, schreiben Andreas Georg Scherer, Guido Palazzo und Andreas Butz in einem Fachbeitrag für den Sammelband „Theorien der Wirtschafts- und Unternehmensethik“, erschienen im Suhrkamp-Verlag.

Mit Trickle-down in die Obdachlosigkeit

Die Mehrheit der Ökonomen sieht das wohl anders. Unternehmen sind Institutionen, die auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Jede soziale oder ökologische Verantwortung, die über gesetzliche Bestimmungen hinausgeht, sei abzulehnen. Eine solche Orientierung wäre kein Beitrag für die Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus sei das private Gewinnstreben aufgrund der Allokationsfunktion des Marktsystems der Katalysator für die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt.

In der vulgär-kapitalistischen Variante von Donald Trump heißt das dann Trickle-down-„Theorie“. These: Wenn die Reichen reicher werden, wird das Geld der Oberschicht über kurz oder lang nach unten durchsickern.

In der Realität „erfreuen“ sich über 15.000 Menschen allein im Silicon Valley an ihrer Obdachlosigkeit, verbunden mit der lukrativen Perspektive, bei den explodierenden Immobilienpreisen im Tal der Tech-Giganten irgendwann eine Einzimmerwohnung zu ergattern, die durchschnittlich bei 4.000 Dollar pro Monat liegt. Dickerchen Trump will das jetzt „verbessern“. Der Milliardär möchte den Reichen und Schönen weitere Steuergeschenke machen. Seine Reform würde das Einkommen der Vermögenden um rund 20 Prozent erhöhen und zu Einnahmeausfällen in der Staatskasse von zwei bis sechs Billionen Dollar führen. Da lohnen denn auch weitere Spekulationen mit Luxussanierungen sowie Neubauten in San Francisco und Umgebung.

Unternehmen sind politische Akteure

Wirtschaftstheoretiker werden jetzt einwenden, dass es sich hier wohl eher um die extremistische Variante eines Nützlichkeitsideologen handelt. Im Großen und Ganzen gehe ja das Renditestreben der Unternehmen auf das Konto gesamtwirtschaftlicher Prosperität. Ich halte das für dürftig und naiv. Unternehmen sollten auch in der Wirtschaftstheorie als politische Akteure betrachtet werden – besonders im globalen Maßstab. Wir erleben immer häufiger ein Versagen des Staates bei der Durchsetzung von Normen und Pflichten für das Allgemeinwohl. Prominentestes Beispiel ist die Steuerflucht von Konzernen wie Apple, die mit ihrem Heimatland und der EU Katz und Maus spielen. Unter diesen Bedingungen versagt häufig der ökonomische Imperativ.

Transnationale Demokratie

Die Autoren Scherer, Palazzo und Butz subsumieren das unter dem Begriff „Global Governance“. Es müssen neue Formen der politischen Steuerung gefunden werden, um die politische Ordnung mittels neuer demokratischer Institutionen und Verfahren wieder herzustellen. Das sei nicht nur eine Angelegenheit der nationalen Regierungen und internationalen Institutionen, sondern auch eine Sache der privaten Akteure wie Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftlichen Gruppen, Konsumenten, Arbeitnehmer und eben auch Unternehmen.

Runde Tische sollten im Lichte der Öffentlichkeit Standards für Arbeitsleben, Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung, Gesundheitswesen, Umweltschutz und Bildung entwickeln. Im transnationalen Diskurs kann man sich dann nicht mehr mit netten PR-Sprüchen, CSR-Hochglanzbroschüren und semantischen Nebelkerzen über Wasser halten.

In diesem Demokratiemodell sind Unternehmen dann Gegenstand demokratischer Mitentscheidung und Kontrolle. Genau das wollen die CETA- und TTIP-Konstrukteure vermeiden.

Zumindest die Wirtschaftstheorie sollte verstärkt die Legitimität unternehmerischen Handelns im Geiste des Pflichtethikers Immanuel Kant auf die Tagesordnung setzen. Von Unterhändlern, die im Hinterzimmer an den transatlantischen Freihandelsabkommen feilen, ist das nicht zu erwarten.


Image One Way Street by geralt (CC0 Public Domain)


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  • SILICON VALLEY wired: Thiel: We Must Talk ‘Frankly’ About America’s Problems: Der deutschstämmige Investor Peter Thiel zieht den Groll vieler Silicon Valley CEOs auf sich. Grund dafür ist seine Wahlkampfunterstützung für Kandidat Donald Trump. In einem offenen Brief haben sich nun über 100 hochrangige Personen der Tech-Welt gegen Donald Trump ausgesprochen. Im Brief sind unter anderem die Namen von Tech-Giganten wie Steve Wozniak, Ev Williams, Pierre Omidyar, Vinod Khosla und Dustin Moskovitz zu finden. Sie stellen sich gegen Trump, weil seine Wahlkampagne Angst und Hass fördere. „Wir haben Donald Trumps Ansichten über ein Jahr verfolgen können und kommen zu dem Entschluss: Trump wäre ein Desaster für Innovationen.“

  • MICROSOFT reuters: Microsoft wins landmark appeal over seizure of foreign emails: Microsoft feiert vor Gericht einen Sieg gegen die Überwachung von Nutzerdaten. Microsoft werte sich gegen einen Beschluss, in dem der Konzern gezwungen werden könne, Email-Daten von Nutzern bereitstellen zu müssen, die sich auf Servern außerhalb der USA befinden. Ein Bundesgericht in den Vereinigten Staaten hat in dem Streit dem Tech-Unternehmen recht gegeben.

  • GOOGLE golem: Google-Überwachungskamera nutzt Personenerkennung: Vor zwei Jahren hatte Google das Unternehmen Nest für 3,2 Milliarden Dollar übernommen. Kurz danach wurden 555 Millionen Dollar für den Überwachungskamerahersteller Dropcam bezahlt. Nun bringt Google eine Kamera raus, die mit einer Personenerkennung nur auf Menschen reagieren soll. Die „Nest Outdoor Cam“ ist mit einem 130-Grad-Weitwinkelobjektiv und einem Sensor mit 3 Megapixeln ausgerüstet und benötigt eine Steckdose für die Stromversorgung. In Full-HD sollen 30 Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Die Nest Cam Outdoor soll 200 US-Dollar kosten. Dazu kommen monatliche Kosten ab 10 US-Dollar für den Cloud-Service, damit die Videos dort für 30 Tage gespeichert werden. Die Aufnahme läuft rund um die Uhr.

  • FACEBOOK mashable: Facebook activates Safety Check for Nice after truck rams into parade: Nach dem terroristischen Anschlag in Nizza, bei dem über 80 Menschen getötet worden sein sollen, hat Facebook vor Ort seinen Sicherheitscheck aktiviert. So kann man über Facebook herausfinden, ob Freunde, die sich in der Nähe des betroffenen Gebietes aufhalten, in Sicherheit sind. Französische Behörden riefen die Leute sogar auf, über Facebook den Sicherheitsstatus ihrer Freunde oder Verwandten zu checken, wenn sie die Plattform benutzen.

  • T-MOBILE thenextweb: T-Mobile is giving Pokemon Go players free data through August 2017: Pokémon Go ist dabei das erfolgreichste Smartphone-Game zu werden. Der Aktienwert von Nintendo schoss unfassbar in die Höhe. Jetzt setzen auch andere Unternehmen auf den Hype um Pickachu und seine Kollegen. Günstigere Fahrten mit Lyft, spezielle Angebote auf mobile Akkuladestationen und vieles mehr. Und auch T-Mobile will Teil des Geschäfts sein. Wer sich die T-Mobile-App herunterlädt, der hat bis Mitte August die Chance auf kostenloses Datennetz, um die Pokémonsuche voll auszukosten.

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Endlich vorbei oder der Anfang vom Ende? Der Brexit aus der Sicht dreier britischer Wirtschaftsblogger

Brexit (adapted) (Image by freestocks.org [CC BY 2.0] via Flickr)

Aus und Vorbei. Der 24. Juni 2016 markiert das Ende einer turbulenten Liebesbeziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Nach einer 59-jährigen Achterbahnfahrt ist es nun kurz vor der goldenen Hochzeit offiziell: Es ist Schluss. Großbritannien hat die Scheidung eingereicht. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Brexit zur Debatte stand. Bereits 1975 gab es ein Referendum in Großbritannien über das Verbleiben in der damalig benannten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Damals stimmten 67 Prozent der Wähler für einen Verbleib in der Gemeinschaft. In diesem Jahr sah es anders aus, eine knappe Mehrheit (51,1 Prozent) stimmte für den Austritt aus der Europäischen Union.  

Ein Brexit, viele Meinungen

Seitdem überschlagen sich die Ereignisse wie bei einem Dominospiel: Großbritanniens Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt angekündigt, das britische Pfund befindet sich an der Börse scheinbar im freien Fall, Donald Trump nutzt die Abstimmung der Briten als Beleg für seine xenophoben Parolen und andere Politiker nehmen den Brexit als Vorbild für ein eigenes Ausscheiden aus der EU. Was viele bei der lauten Polemik dabei aus dem Blick verlieren, ist die Tatsache, dass der Brexit auch mal vorrangig ein wirtschaftliches Thema war. Hier ging es weniger um polnische Einwanderer und mehr um ökonomische Argumente für und gegen den Austritt aus der EU. Wie sehen also die Reaktionen der Wirtschaftsexperten im Netz aus? Was sagen Großbritanniens Blogger zum Referendum? Um das herauszufinden, haben die Netzpiloten deshalb mit drei der bekanntesten britischen Wirtschaftsblogger über ihre Meinung zum Brexit gesprochen – und sie dabei ausführlich zu Wort kommen lassen.

Warum stimmen Menschen für eine schlechte wirtschaftliche Zukunft ab?

Den Anfang macht dabei Robert Elliott, Wirtschaftsprofessor an der Universität Birmingham und seit Jahren renommierter Blogger zu Themen der Wirtschaft und Globalisierung. Seine Sicht auf den Brexit malt eine dunkle Zukunft für sein Land und die EU, in der beide Seiten ein bedeutendes Gegengewicht verloren haben: „Die wirtschaftlichen Konsequenzen des Brexits für das Vereinigte Königreich und die Wirtschaft der EU könnten sehr ernst sein, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die FÜR den Austritt aus der EU gestimmt haben, davon auch am härtesten getroffen werden. Wähler, die traditionell eher politisch links abgestimmt haben, haben nun eine Route gewählt, die zu einer eher rechtskonservativen Regierung führen wird. Das wird auch negative Auswirkungen auf das Arbeitsrecht sowie die Unterstützung der Ärmsten unserer Gesellschaft haben. Etwas weiter betrachtet ist es auch möglich, dass mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU, die EU sich politisch weiter nach links bewegt – was sich wiederum negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU auswirken und was zu weiterer wirtschaftlicher Stagnation in den ärmeren Regionen Europas führen wird. Kurzfristig führt die Unsicherheit nach der Brexit-Abstimmung zu weniger ausländischen Investitionen, rückläufigem Konsum und einem damit einhergehenden Preisverfall sowie Jobverlusten. Der Verlust Tausender gut bezahlter Stellen im Finanzsektor, der sich wohl in anderen Orten der EU niederlassen wird (Dublin, Frankfurt oder Paris) mag viele im Norden Englands nicht großartig Sorgen bereiten. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Verlust der wichtigen Steuern, die diese [Finanz-]firmen zahlen sowie das Konsumverhalten ihrer Angestellten gravierende Auswirkungen auf die Regierungsfinanzen haben werden.

Robert Elliott (Image by Robert Elliott_University of Birmingham)
Robert Elliott (Image by Robert Elliott/ University of Birmingham)

Die Vielzahl der Menschen, die jetzt eingestellt werden müssen, um die vielen Jahre der EU-Regulierung wieder aufzulösen, ist ebenfalls eine riesige Zeit- und Ressourcenverschwendung. Wenn unsere Wirtschaft so stark schrumpft wie viele es erwarten, werden wir das Geld, das wir durch die ausbleibenden EU-Beitragszahlungen einsparen, im höhren Maße durch reduzierte Steuereinnahmen wieder verlieren. Die EU-Subventionen für die ärmsten Regionen Englands werden nur sehr schwer anderweitig ersetzt werden können, sodass dies zu noch größeren Ungleichheiten im Vereinigten Königreich führen wird. Als Ökonom ist es für mich immer wieder erstaunlich, warum Menschen für eine solch schlechte wirtschaftliche Zukunft stimmen, obwohl Wirtschaftsexperten auf der ganzen Welt (IWF, Finanzministerien, Akademiker und andere) darauf vermehrt hingewiesen haben. Ich glaube, dass sowohl Europa als auch Großbritannien in naher Zukunft große wirtschaftliche Herausforderungen bevorstehen. Entgegen den Behauptungen von Michael Gove, dass Großbritannien genug von den Experten hat, vermute ich, dass Experten nun dringender als je zuvor benötigt werden, um das wirtschaftliche und politische Durcheinander zu entwirren, in das sich das Vereinigte Königreich selbst gebracht hat.

Endlich Draußen

Tim Worstall ist ein bekannter Wirtschaftsexperte und schreibt unter anderem bei Forbes über Wirtschaft und Finanzen. Anders als Elliott begrüßt Worstall den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er erklärt gegenüber den Netzpiloten seinen Standpunkt: „Ich bin wohl am ehesten als Wirtschaftsblogger bekannt und meine Sicht auf die EU ist dementsprechend auch wirtschaftlich geprägt. Wer will schon Mitglied eines Clubs bleiben, der sich auf einen so riesigen Blödsinn wie den Euro verständigt hat? Fast jeder Wirtschaftsexperte der Welt hat vorausgesagt, dass der Euro nicht so funktionieren würde wie vorhergesagt und viele sehen das immer noch so. Dennoch scheint die allgemeine Wegrichtung zu sein, die Idee einzuprügeln bis die Moral besser wird.

Tim Worstall (Image by Tim Worstall)
Tim Worstall (Image by Tim Worstall)

Meine eigene Sicht ist von meiner Zeit in der Politik geprägt. Das bedeutet auch, dass ich mit Brüssel zusammengearbeitet habe und mich so eines Tages im Europäischen Parlament wiederfand. Als ich mich in diesem Gebäude umschaute, kam mir bei der Sicht auf die Bewohner dieses Hauses die Erleuchtung: Ich will einfach nicht, dass mein Land von diesen Idioten angeführt wird. Wir sind endlich draußen, der Job ist erledigt – und Gott sei Dank dafür!

Die Unsicherheit ist das Schlimmste

Leigh Caldwell sieht die Zukunft seines Landes und der EU dagegen alles andere als rosig. Caldwell ist Datenwirtschaftler, Autor des Buches „The Psychology of Price“ sowie Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft INON und Wirtschaftsexperte für die Firma Irrational Agency. Auf seinem Blog schreibt er über Wirtschaft im Allgemeinen und die Psychologie dahinter im Besonderen. So sieht er auch mit Blick auf den Brexit eine wirtschafspsychologische Komponente: „Die direkten wirtschaftlichen Folgen sind klar – wahrscheinlich erhöhte Zölle und weniger Handel, eine Rezession in Großbritannien, sowie ein Umzug von Teilen der Londoner Finanzwelt nach Paris oder Frankfurt. Doch die größte Konsequenz ist die Ungewissheit. Was wird als nächstes passieren? Wir wissen es nicht! Psychologisch gesehen ist es für unser Gehirn schwerer, mit dem Unbekannten umzugehen (was entweder gut oder schlecht ausgehen kann) als mit einem garantiert schlechten Ausgang. Wenn du sicher weißt, dass etwas Schlechtes passieren wird, kannst du aufhören dir Sorgen zu machen und dich darauf vorbereiten.

Leigh Caldwell (Image by Leigh Caldwell)
Leigh Caldwell (Image by Leigh Caldwell)

Jedoch wissen wir nicht genau, ob Großbritannien die EU wirklich verlassen wird und unter welchen Bedingungen. Deshalb legen Unternehmen und Konsumenten ihre Ausgabenpläne erstmal auf Eis. Bürger der EU warten erstmal ab, bevor sie nach Großbritannien ziehen oder von hier wegziehen, wenn sie schon vor Ort sind. So kann die Angst vor einer Rezession zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Es ist doch so, dass Unternehmen Entscheidungen genau so treffen wie der Rest von uns: nicht auf harten Fakten basiert, sondern sie gehen nach dem, was sich richtig anfühlt. Wenn sie nicht wissen, ob sie für ihre Exporte Zoll zahlen müssen oder ob ihre Angestellten nach Großbritannien ziehen können, ist es für sie unmöglich, die beste Entscheidung zu treffen. Die einfachste Entscheidung ist daher, stattdessen in ein anderes Land zu investieren. Ungewissheit zerstört die Wirtschaft in einem Land und das ist im Moment die größte Gefahr für das Vereinigte Königreich. Der Austritt aus der EU sendet ebenfalls ein Signal: Großbritannien ist nun auf sich alleine gestellt. Unabhängig von den objektiven, wirtschaftlichen Fakten kommt es so zur unbewussten Wahrnehmung, dass das Vereinigte Königreich nun in einer anderen Kategorie ist – und das macht es weniger wahrscheinlich, dass europäische Firmen hier einkaufen, verkaufen oder investieren. Auch für den Rest der EU besteht Unsicherheit, auch wenn nicht ganz so stark. Es scheint sogar möglich, dass der Brexit den Rest der EU näher zusammen bringt. Mittelfristig gesehen kann eine enger verbündete EU besser dastehen als im Moment, aber langfristig gesehen ist es für Großbritannien definitiv besser auf der gleichen Seite zu stehen wie alle anderen.


Image (adapted) „Brexit“ by freestocks.org (CC0 Public Domain)

 

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  • BIG DATA egovernment-computing: Vereinte Nationen setzen auf Big Data: Das United Nations Environment Programme (UNEP) hat ein Live-Portal gestartet, das als Quelle für aktuelle, integrierte Umwelt-Informationen dient. Als Basis kommt Web-Intelligence-Technologie der Modul University Vienna zum Einsatz.
  • POLITIK carta: Trumps Spiel mit den Medien: Trump führt die Medien am Nasenring durch die Manege der Öffentlichkeit. Das gelingt, weil diesen Selbstreflexion oder gar Selbstkorrektur abgehen und Einschaltquoten das Maß der Dinge sind. Derweil machen sich die Medien zu Komplizen des politischen Populismus.
  • WLAN golem: Qualcomm bringt das Dreifach-WLAN: Im Wettbewerb um immer höhere Geschwindigkeiten bringt auch Qualcomm eine Chip-Plattform, die als Gegenstück zu den Tri-Band-Routern auf Broadcombasis gedacht ist. Gemeint ist damit die Verwendung einer Funkeinheit im alten 2,4-GHz-Band und zwei Funkeinheiten im 5-GHz-Band (low/high). Damit konkurriert Qualcomm mit Broadcom, die auf der vergangenen Computex 2015 ihre Tri-Band-Plattform vorgestellt hatten.
  • DIGITALISIERUNG e-book-news: Printed Electronics: Elektronik auf Papier statt elektronischem Papier? Wie wäre es mit einem Buch aus Papier, das sich auf Fingertipp selbst vorliest? Oder sich per Fingertipp via Bluetooth als E-Book auf das Smartphone beamt? Oder gleich selbst zoombare Schriftgrößen besitzt? „Printed Electronics“ könnten all das zukünftig möglich machen — sie verbinden hochwertiges Industrie-Papier und elektronische Schaltkreise, die mit einem speziellen Verfahren direkt von der Rolle aufgedruckt werden. Neben verschiedenen Sensoren sind schon jetzt Funktionen wie etwa Lautsprecher oder Photovoltaik-Module zur Stromversorgung realisierbar, weitere könnten folgen.
  • START UP welt: „Silicon Valley ist der Ballermann der Tech-Szene“ Viele deutsche Konzernchefs reisen ins Silicon Valley, um von den gefürchteten IT-Riesen zu lernen oder spannende Start-ups zu entdecken. Manchmal stellen sie dabei fest, wie viel sie aufholen müssen.
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