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Apple Pay startet in Deutschland: Das müsst ihr wissen

Apple Pay Symbolbild

Knapp vier Jahre nach dem Start in den USA ist Apple Pay seit heute auch in Deutschland verfügbar. Konzernchef Tim Cook hat Deutschland-Launch bereits zuvor vage für das Jahresende angekündigt. Die tatsächliche Einführung kam heute Morgen überraschend. Bisher lässt sich Apple Pay nur auf einem Umweg in Deutschland nutzen. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr den mobilen Bezahldienst einrichtet und mit welchen Banken, Karten und Geräten er funktioniert.

Was muss man über den neuen Bezahldienst Apple Pay wissen?

Mit Apple Pay könnt ihr ganz einfach ohne Bargeld oder EC-Karte bezahlen. Hierfür müsst ihr lediglich ein iPhone ab der Version iPhone SE beziehungsweise iPhone 6 oder eine Apple Watch mit euch führen. Um Apple Pay nutzen zu können, benötigt ihr zudem eine Kreditkarte einer Bank, die mit Apple kooperiert.

Sofern die Technik des Kassensystems das kontaktlose Bezahlen per NFC-Funk (Near Field Communication) unterstützt, könnt ihr euer Gerät einfach an den Terminal der Kasse halten. Rund 475.000 Kassenterminals in Deutschland besitzen die erforderliche Technik. Außer im stationären Handel könnt ihr mit Apple Pay auch in Onlineshops oder Apps bezahlen.

Welche Banken und Karten unterstützen Apple Pay?

Folgende Banken unterstützen Apple Pay zum Start: Boon, Bunq, Comdirect, Deutsche Bank, Fidor Bank, Hanseatic Bank, Hypo Vereinsbank, N26 (ehemals Number 26), O2 Banking und VimPay.

In Zukunft kommen noch diese Banken hinzu: Consors Bank, Crosscard, DKB, Fleetmoney, ING (ehemals Ing DiBa), Revolut und Viabuy.

Ferner zu beachten ist, das nur Kreditkarten genutzt werden können. Hierbei ist es aber egal, ob es sich um eine Prepaid-Karte (im Voraus aufgeladen), Debit-Karte (wird direkt vom Konto abgebucht) oder Kredit-Karte (wird am Monatsende vom Konto abgebucht) Kreditkarte handelt. Maestro, Vpay und Girocards werden leider nicht unterstützt.

Apple Pay nicht unterstützte Karte
Noch werden längst nicht alle Karten unterstützt. Image by Timo Brauer

Auf welchen Geräten funktioniert Apple Pay?

Apple Pay funktioniert auf dem iPhone 6, 6s, SE, 7, 8, X, Xs, Xr und allen Plus– oder Max-Modellen. Außerdem werden alle Versionen und Varianten der Apple Watch unterstützt. Für Zahlungen im Internet oder in Apps funktioniert Apple Pay auch auf iPads und Macs.

Bei den iPads sind folgende Modelle dabei: iPad Air 2, iPad 5G (2017), iPad 6G (2018), iPad mini 3, iPad mini 4 und alle iPad Pros. Bei den Macs ist die Liste etwas übersichtlicher. Es werden lediglich die MacBook Pro Modelle mit Touchbar sowie das 2018er MacBook Air unterstützt. Allerdings lässt sich Apple Pay auch auf älteren Macs (ab 2012) verwenden, wenn ein unterstütztes iOS-Gerät sich in der Nähe befindet.

Wo kann ich mit Apple Pay bezahlen?

Bezahlen könnt ihr mit Apple Pay überall dort, wo kontaktloses Bezahlen mit Bankkarten möglich ist. In Deutschland ist das an beinahe jedem Kartenterminal der Fall. Somit könnt ihr in eigentlich jedem Geschäft, das Kartenzahlungen unterstützt, auch mit Apple Pay bezahlen. Bittet beim Bezahlen einfach um die Bezahlung per Karte und haltet euer iPhone an das Terminal statt eine Karte zu benutzen.

Wie richte ich Apple Pay ein?

Zum Einrichten von Apple Pay öffnet ihr auf dem iPhone die Wallet App (auf dem iPad die Einstellungen, für die Apple Watch die Watch-App und auf dem Mac die Systemeinstellungen jeweils unter dem Punkt „Wallet und Apple Pay“) und klickt auf „Karte hinzufügen“.

Anschließend wählt ihr den gewünschten Kartenanbieter. Dann werdet ihr aufgefordert, die Karte in die Kamera zu halten, damit Karteninhaber, Nummer und Ablaufdatum gelesen werden können. Dann bittet euch Apple Pay je nach Bank die CCD (dreistellige Nummer auf dem Unterschrift-Feld auf der Kartenrückseite) einzugeben oder einen Bestätigungscode per SMS, Mail oder App zu empfangen und einzugeben. Schon ist Apple Pay fertig eingerichtet.

Diese Schritte könnt ihr auch mit weiteren Karten wiederholen. Außerdem ist es möglich, in den Einstellungen unter dem Punkt „Wallet & Apple Pay“ festzulegen, welche Karte bevorzugt verwendet werden soll. Auf diese Weise lassen sich je nach Gerät 8 bis 12 Kreditkarten hinterlegen.

Wie zahle ich mit Apple Pay?

Mit Apple Pay in einem Geschäft zu bezahlen unterscheidet sich je nach verwendetem Gerät.

Mit Touch-ID (Fingerabdruck): Doppelklickt auf den Home Button und lasst euren Finger liegen, bis die Karte entsperrt wurde. Haltet nun das obere Ende des iPhones gegen das Kartenterminal bis auf dem Display „Fertig“ und ein Häkchen angezeigt wird.

Mit Face-ID (Gesichtsscan): Doppelklickt auf die Seitentaste und blickt auf euer iPhone, bis die Karte entsperrt wurde. Haltet nun das obere Ende des iPhones gegen das Kartenterminal bis auf dem Display „Fertig“ und ein Häkchen angezeigt wird.

Auf der Apple Watch: Doppelklickt auf die Seitentaste und haltet das Display der Apple Watch gegen das Kartenterminal bis ihr eine Bestätigung per Vibration erhaltet.

Zum Bezahlen benötigt euer Gerät übrigens keine funktionierende Internetverbindung. Außerdem fallen keine zusätzlichen Kosten an und es gibt seitens Apple keinen Mindestumsatz. Bei Beträgen über 25 Euro kann es sein, dass ihr eure Karten-PIN auf dem Bezahlterminal eingeben müsst. Alternativ fordert das System euch auf eine Unterschrift zu leisten.

Apple Pay bezahlen im Internet
Auch im Internet könnt ihr mit Apple Pay bezahlen. Image by Apple

Auch im Internet oder in Apps lässt sich Apple Pay verwenden. Wenn diese Möglichkeit verfügbar ist, seht ihr neben den üblichen Bezahlmethoden (Kreditkarte, PayPal etc.) auch einen schwarzen Apple-Pay-Button. Klickt ihr diesen an, öffnet sich ein Fenster in dem ihr eure Karte und Lieferadresse auswählen könnt. Zum Bestätigen der Zahlung legt ihr euren Finger auf den Home-Button oder drückt zwei Mal auf die Seitentaste.

Wie sicher ist Apple Pay?

Apple Pay ist sicherer als die Bezahlung per Karte, da auch bei Kleinstbeträgen eine Authentifizierung per Touch-ID oder Face-ID erfolgt. Dabei liegt der Bezahlung nicht die eigentliche Kreditkartennummer zugrunde, sondern ein sogenannter Token.

Die tatsächliche Kreditkartennummer speichert euer Gerät nicht, sondern nur eine Geräte-Account-Nummer, über welche das System beim Bezahlen eine Transaktionsnummer generiert. Diese sieht für das Bezahlterminal aus wie eine normale Kreditkartennummer und lässt keine Rückschlüsse auf eure eigentliche Kreditkartennummer zu.

Bei Zahlungen in Apps und im Internet wird eine Adresse, Mail und Telefonnummer übertragen. Welche das sein soll, kann in den Einstellungen unter „Wallet & Apple Pay“ eingestellt werden.

Dieser Artikel erschien zuerst am 2. August 2018 und wurde seitdem aktualisiert.


Images by Apple, Timo Brauer

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Apple Watch 3 mit LTE: Das Telefon fürs Handgelenk im Test

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Händler waren skeptisch, ob genügend Menschen eine Apple Watch 3 mit LTE möchten. Doch der Erfolg gibt Apple recht. Vor allem wegen der Nachfrage nach der Cellular-Variante ist die dritte Generation der Computeruhr laut Marktforscher Canalys derzeit ein Kassenschlager. Im dritten Quartal 2017 verkaufte Apple demnach 3,9 Millionen Apple Watches, davon 800.000 mit LTE-Chip. Damit ist der Tech-Gigant aus Cupertino abermals der erfolgreichste Wearable-Hersteller und die Apple Watch die populärste Computeruhr-Serie. Ohne Smartphone-Zwang telefonieren und Apple Music streamen zu können, trifft offenbar einen Nerv bei den Nutzern. Wie praktisch die Entfesselung vom iPhone im Alltag ist, habe ich anhand der Sport-Variante mit Aluminiumgehäuse und 38-Millimeter-Display getestet.

Telefonie an der Apple Watch 3 mit LTE einrichten

Geht es nur um die Optik, sind die Neuerungen der dritten Watch-Generation vernachlässigbar. Dass das schicke und hochwertige Gehäuse um einen Bruchteil dicker ist und die Krone eine rote Deckplatte hat, entdecken nur Kenner. Die wichtigste Neuerung ist für das Auge hingegen unsichtbar.

Im Gehäuse der Apple Watch 3 mit LTE ist eine sogenannte eSIM-Karte fest verbaut. Dadurch kann sie sich selbst dann ins Mobilfunknetz einwählen, wenn sie vom iPhone entkoppelt ist. Aber einen Handyvertrag brauchen Nutzer der Apple Watch 3 mit LTE hierzulande trotzdem. Und zwar zwingend einen von der Deutschen Telekom. Gemäß einer Exklusivvereinbarung mit Apple darf nur dieser Provider in Deutschland die eSIM für die Smartwatch freischalten.

Wer wie ich die Apple Watch 3 mit LTE online bei der Telekom bestellt hat, erhält die nötigen Zugangsdaten gleich mitgeliefert. Daher war die Einrichtung in wenigen Minuten erledigt. Watch mit dem iPhone koppeln, Aktivierungsprozedur der eSIM folgen, fertig.

Apple Watch 3 mit LTE
Der rote Punkt auf der Krone ist die markanteste optische Neuerung. Image by Berti Kolbow-Lehradt

So ganz ohne iPhone kommt die Apple Watch 3 mit LTE letztlich noch nicht aus. Denn mit einem anderen Mobilgerät außer einem iPhone 6 oder jünger gelingt die Aktivierung der eSIM nicht. Außerdem teilt sich die Watch mit dem iPhone die gleiche Mobilfunknummer. Bei der eSIM-Lösung der Telekom handelt es sich nämlich um eine MultiSIM-Karte. Sie wird zum Hauptvertrag als Option dazu gebucht und zerrt vom gleichen Datenvolumen wie das iPhone. Das ist insofern praktisch, als dass ihr nur eine Rechnung erhaltet, egal ob ihr mit einem iPhone, einem iPad oder eben der Apple Watch Daten verbraucht.

Für die eSIM-MultiSIM-Karte berechnet die Telekom derzeit aktionsweise die ersten sechs Monate nichts. Danach werden 4,95 Euro monatlich fällig. Es sei denn, eine oder zwei MultiSIM-Karten zählen ohnehin zu den Inklusivleistungen eures Telekom-Vertrags. Bei sehr teuren Tarifen ist das der Fall.

Tolle Sprachqualität

Anrufe zu führen und entgegenzunehmen erlaubt zwar schon die Apple Watch Series 2. Allerdings dient sie dann nur als Nebenstation des iPhone. Die eigentliche Verbindung baut Apples Mobiltelefon auf. Nicht nur deswegen konnte mich die zweite Modellgeneration als vollwertige Telefonie-Option nie überzeugen. Auch die bisweilen schlechte Sprachverständlichkeit vermieste mir so manches Gespräch. Das ist bei der Apple Watch 3 mit LTE nun anders.

Bei der Cellular-Variante der dritten Watch-Generation hat Apple die Sprachverständlichkeit drastisch verbessert. Zum Test versetze ich das iPhone in den Flugmodus und schalte bei der Apple Watch 3 das WLAN aus. Lediglich der Mobilfunk bleibt auf der Uhr aktiv. Über alle Durchläufe hinweg verstehen mein Gegenüber und ich mich einwandfrei. Keine abgehakten Sätze mehr wie noch bei der Apple Watch 2. Das Gesagte kommt deutlich rüber. Der Lautsprecher überzeugt mit klarem Klang und guter Lautstärke. Welchen Beitrag Apples ausgefeiltes Antennendesign zur Übertragungsqualität leistet, kann ich nicht überprüfen. Die Empfangs- und Sendeeinheit steckt direkt im Display, was eine Besonderheit darstellt.

Die Apple Watch 3 mit LTE ist praktisch für alle, die gern erreichbar sein möchten, ohne das iPhone dabei haben zu müssen. Jedoch als vollwertiges Kommunikationsgerät kann die Computeruhr ein ausgewachsenes Smartphone nicht ersetzen. Denn leider hat Apple nichts am Bedienkomfort geändert. Das Menü der Telefon-App ist in der aktuellen Betriebssystemversion von watchOS genauso fummelig wie beim vorherigen Modell. Auf dem 38-Millimeter-Display eine Nummer mit dem Ziffernblock zu wählen ist umständlich und anfällig für Vertipper. Idealerweise rufen Nutzer also nur eingespeicherte Nummern aus dem Kontaktbuch oder per Siri-Kommando auf.

Keine Messaging-Alternative zum iPhone

Als E-Mail- und Messaging-Gerät taugt die Apple Watch 3 mit LTE nur in eine Richtung. Natürlich können Nutzer über die LTE-Verbindung selbst dann Nachrichten empfangen, wenn das iPhone nicht gekoppelt ist. Das klappt auch ziemlich gut. Doch das Antworten ist umständlich. Die vorgefertigten Satzbausteine, Emojis oder die Spracheingabe genügen nur zum Erstellen kurzer Nachrichten. Längere Antworten lassen sich viel schneller und fehlerfreier mit dem iPhone texten. Selbst wenn Apple auch in der Watch eine Software-Tastatur integrieren würde, wäre diese angesichts der geringen Displayfläche kaum praxistauglich.

Apple Music ohne iPhone streamen

Weil ihr über die Mobilfunk-Verbindung nicht nur telefonieren, sondern ebenfalls aufs Internet zugreifen könnt, eignet sich die Apple Watch 3 mit LTE auch prima fürs Musik-Streaming. Zum Marktstart war nur das Abspielen von vorher per iPhone überspielter Musik möglich. Seit dem Update auf watchOS 4.1 haben Abonnenten von Apple Music eine viel größere Auswahl. Nun können sie den ganzen Katalog von Apples eigenem Musikdienst streamen, inklusive dem Radioangebot von Beats 1.

Was großartig klingt, erweist sich in meinem Test als noch nicht zu Ende gedacht. In der Musik-App kann ich als Apple-Music-Abonnent über Schaltflächen aus meiner gesamten persönlichen Mediathek wählen. Das umfasst alle Songs, Alben, Künstler und Playlists, die ich bislang zu meiner Sammlung hinzugefügt habt.

Apple Watch 3 LTE
Die Apple Watch 3 mit LTE ist ideal fürs Joggen, wenn man das iPhone nicht dabei haben möchte.

Möchte ich neue Musik hören, die nicht Teil meiner Mediathek ist, kann ich sie per Siri-Sprachbefehl abspielen lassen. Doch anders als bei iPhone, iPad, Apple TV oder Mac, kann ich nicht in einer grafischen Oberfläche durch den Katalog stöbern. Das ist unpraktisch, zumal es Siri im Test immer wieder schwerfällt, meine englische Aussprache zu verstehen. Weil sie unter „Looking for Frieden“ oder ähnlichem Kauderwelsch keine Treffer findet, bleiben meine Musikwünsche oft unerfüllt.

Um neue Musik zu euer Sammlung hinzufügen, nutzt ihr daher am besten weiterhin ein anderes Apple-Gerät. Wer ein kuratiertes Radioprogramm bevorzugt, hat es leichter. In den Senderlisten der Radio-App zu blättern, ist ein Leichtes. Sofern ich mich auf meine bestehende Mediathek beschränke oder Apples vorkonfektionierte Radio-Playlists höre, funktioniert das Streaming von Apple Music auf der Apple Watch 3 mit LTE ausgezeichnet.

Abo, Daten, Bluetooth-Kopfhörer: Was ihr fürs Streaming braucht

Neben einem Abo für Apple Music ab 9,99 Euro solltet ihr auch über einen Handyvertrag verfügen, der ein üppiges Datenkontingent beinhaltet. Alternativ könnt ihr auch die Telekom-Option StreamOn für 9,95 Euro hinzu buchen. Damit könnt ihr Apple Music und andere Streaming-Angebot nutzen, ohne dass der Traffic auf das Datenvolumen angerechnet wird.

Außerdem spielt die Apple Watch keine Musik über Lautsprecher ab, sondern verlangt nach Bluetooth-Kopfhörern. Sind noch keine verknüpft, fragt die Musik-App nach den Apple AirPods. Ihr müsst aber nicht Apples hauseigenes Kopfhörer-Modell verwenden, sondern könnt auch jedes beliebige andere Lauscherpaar koppeln. Dazu geht ihr mit der Krone in die App-Übersicht, öffnet die Einstellungen und wechselt dort in den Bluetooth-Eintrag. Das Pairing mit dem Kopfhörer-Modell Jaybird Run gelingt mir dort im Test auf Anhieb.

Apps gehen schneller auf, Akku schneller leer

Äußerlich unterscheidet sich die Apple Watch 3 kaum von der Vorgängerin. Unter der Haube hat Apple hingegen die Rechenhardware kräftig getuned. Die aktuelle Generation von Apples hauseigenem Prozessor namens S3 sorgt mit einem schnelleren Dual-Core-Prozessor für deutlich kürzere Ladezeiten bei App-Starts. Anwendungen wie Feedly, Instagram, DB Navigator oder Runtastic benötigen zum Öffnen einige Sekunden weniger als mein Exemplar der Apple Watch 2. Zwar soll die Rechenkonfiguration auch für eine flüssigere Grafikdarstellung sorgen, doch in diesem Punkt erkenne ich keine spürbaren Vorteile. Die Apple Watch 3 harmoniert sehr gut mit dem watchOS-Betriebsystem in Version 4.1. Das tut das Vorgängermodell aber auch.

Schnellere Hardware und das großzügige Angebot an Funkverbindungen fordern ihren Tribut beim Energieverbrauch. LTE, WLAN und GPS sind so stromhungrig, dass ich die Cellular-Variante der Apple Watch 3 zwingend jeden Abend an der Ladestation auftanken muss. Lasse ich das iPhone liegen und nutze ausschließlich die Computeruhr, erhöht sich der Verbrauch noch. Hingegen mit der Vorgängergeneration sind 1,5 Tage ohne Steckdosenkontakt bei mir die Regellaufzeit.

Neues Armband Sport Loop

Zusätzlich zum herkömmlichen Sportarmband hat Apple mit der dritten Watch-Generation nun ein Modell namens „Sport Loop“ eingeführt. Bei meinem Exemplar der Apple Watch 3 habe ich mich für den Armband-Neuzugang entschieden. Wie unterscheidet er sich von der Standard-Variante?

Apple Watch 3 Sport Loop
Das Sport Loop Armband ist weicher und atmungsaktiver als das herkömmliche Sportarmband. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Statt aus weichem Kunststoff besteht das Sport-Loop-Modell aus einem weichen Stoffgewebe. Am Handgelenk befestigt ihr es mit einem Klettverschluss statt mit einem Druckknopf. Wie schmutzanfällig der Klettmechanismus ist, wird sich erst über die Zeit zeigen. Als One-Size-Modell konzipiert, lässt sich das Band in seiner Länge über eine Schlaufe verstellen. Dadurch ist es leichter an den Umfang des Handgelenks anzupassen. Schließlich müsst ihr euch nicht für eine kleinere oder größere Armbandöffnung entscheiden.

Das Sport-Loop-Modell ist atmungsaktiver als die Standard-Variante und klebt daher nicht so schnell schweißnass auf der Haut. Leider geht die Funktion zulasten des Designs. Zumindest meine „muschelgraue“ Farbvariante sieht kein bisschen schick aus, sondern bricht mit dem edlen Look des Uhrengehäuses aus Metall.

Fazit: Apples beste Computeruhr bietet ein bisschen mehr Freiheit

Die Apple Watch 3 mit LTE ist sinnvolle Modellpflege und erweitert die ohnehin schon vorzügliche Smartwatch um einen unabhängigen Telefon- und Internetzugang. Das ist attraktiv für alle Nutzer von Apple-Computeruhren, die ein iPhone beim Sport zu sperrig finden, aber trotzdem erreichbar sein und unterhalten werden möchten. Die Sprachqualität beim Telefonieren und das Musik-Streaming mit Apple Music sind auf hohem Niveau. Als Kommunikations- und Entertainment-Gerät hat die Apple Watch daher an Wert gewonnen.

Vollständig emanzipieren kann sie sich nicht. Denn allein die Einrichtung und die Verfügbarkeit einer Mobilfunknummer setzen weiterhin ein iPhone mit Vertrag voraus. Und weil sich zwar Kontaktdaten nutzen, Nachrichten lesen und Songs hören aber nicht editieren lassen, bleibt die Watch auch weiterhin letztlich nur eine Verlängerung eines Mobiltelefons.

Apple Watch 2 und Apple Watch 3
Die Apple Watch 3 (rechts) ist minimal dicker als die Vorgängerin. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wer außerdem schon aus Gewohnheit nie mehr ohne iPhone das Haus verlässt, kann getrost zur Variante ohne LTE greifen. Auf diese Weise sparen sich Nutzer Akkufresser und etwas Geld. Denn neben dem Aufpreis von 80 Euro für die Cellular-Version fallen je nach Handytarif auch 4,95 Euro monatlich für die eSIM-Karte an.

Die Apple Watch 3 mit LTE ist als Variante mit Sport-Loop-Armband und Aluminiumgehäuse im Apple Store ab 449 Euro (38-Millimeter-Display) bzw. ab 479 Euro (42-Millimeter-Display) erhältlich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


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Gießen war gestern: Smarter Pflanzentopf Parrot Pot im Test

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Wer sich im Urlaub beim Sprung ins Meer oder in den Bergsee abkühlt, möchte sicher nicht, dass derweil die Zimmerpflanzen daheim in der Sonne vertrocknen. Scheiden Gießbesuche von Nachbarn aus, könnt ihr allerlei automatische Bewässerungssysteme einsetzen. Mit dem vernetzten Pflanzentopf Parrot Pot gibt es sogar schon eine smarte Variante. Sensoren messen den Zustand der Pflanze und bewässern sie selbsttätig. Per Bluetooth sendet der Pflanzentopf die Sensordaten ans iPhone und iPad, wo Pflanzenfreunde sie ausführlich analysieren können. Mein Praxistest zeigt, dass das in Weiß, Rot und Schwarz erhältliche Gadget jedoch nur relativ wenig Mehrwert gegenüber konventionellen Lösungen bietet.

Wenig Pflanze, viel Topf

Mit 31 Zentimetern Höhe und 20,5 Zentimetern Durchmesser verfügt der Parrot Pot über eine stattliche Größe. Viel Pflanze passt aber nicht in den Topf. Gut die Hälfte des Gehäusevolumens ist für Wassertank und Wasserzuführung, Sensorik sowie vier AA-Batterien reserviert. Der Wurzelballen sollte daher laut Hersteller-App nicht üppiger als 16 Zentimeter im Durchmesser ausfallen. In meinem Testexemplar fand ein junger Drachenbaum ausreichend Platz. Das Gehäuse ist nach IPX5 wasserfest und erlaubt daher sowohl einen Innen- als auch einen Außeneinsatz. Die Kunststoffoberfläche verleiht dem Parrot Pot eine sterile Ästhetik, die an Wohnlichkeit zu wünschen übriglässt. Der halbtransparente Überflussbehälter im Topfboden meines weißen Parrot Pot stört ebenfalls die Optik, weil bräunlich verfärbtes Pflanzenwasser deutlich durchscheint. Beim roten und schwarzen Modell ist diese Komponente blickdicht. Im Zweifelsfall spielen bei diesem Blumentopf ohnehin eher die inneren Werte eine entscheidende Rolle für den Kauf.

Parrot Pot Farbauswahl
Den Parrot Pot gibt es in drei Farbvarianten, rot, schwarz und weiß. Image by Parrot

Wasser für einen ganzen Monat

Die verbaute Technik ermöglicht, dass vier Sensoren kontinuierlich die Feuchte und den Nährstoffgehalt des Bodens sowie Temperatur und Lichteinfall messen. Einzig auf den Wasserbedarf kann der Parrot Pot jedoch reagieren. Befindet sich der Parrot Pot im automatischen Bewässerungsmodus, benetzen vier Düsen die Erde so, dass die Pflanze bestmöglich wächst. Steht der Betrieb hingegen auf „Pflanzensitter“, streckt der Parrot Pot die Gießintervalle so, dass der 2,2 Liter fassende Wassertank einen Monat ohne Nachschub auskommt. Dank des sparsamen Energieverbrauchs soll eine Batterieladung für ein Jahr genügen. Nach drei Monaten Einsatz beträgt die Kapazität bei meinem Testexemplar noch 92 Prozent. Die automatische Bewässerung funktionierte während meines Testzeitraums überwiegend unauffällig und einwandfrei. Sie setzt aber voraus, dass der Feuchtigkeitssensor korrekt arbeiten kann. Er verhielt sich recht divenhaft und verlangte, dass die Pflanzenerde sehr fest in Richtung Topfboden gepresst wird. Ist das Erdreich zu locker, erfolgt keine oder eine fehlerhafte Messung.

Flower Power mit großer Pflanzendatenbank

Welche Pflege die jeweilige Pflanze erfordert, zieht sich der Parrot Pot aus einer Datenbank, die in der zugehörigen App namens Flower Power hinterlegt ist. Die Anwendung ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Über eine Mini-Anwendung für die Apple Watch lässt sich der Parrot Pot ebenfalls steuern. In der Datenbank wählen Nutzer das im Parrot Pot verpflanzte Gewächs aus. Anschließend können sie die Messdaten ablesen, solange sich das Smartphone oder Tablet in Bluetooth-Reichweite befindet. Ein Fernzugriff aus dem Südseeurlaub ist nicht möglich. Denn mit Smart-Home-Plattformen wie HomeKit ist der Topf nicht kompatibel. Die Pflanzendatenbank der App ist sehr umfangreich und bietet viele interessante Info-Häppchen. Als jemand mit einem nicht sehr ausgeprägten grünen Daumen kann ich dort viel lernen. Ferner ist Flower Power ansprechend und intuitiv gestaltet. Die Sensorwerte lassen sich übersichtlich ablesen und anschaulich als Datenhistorie in einer Grafik veranschaulichen.

Mankos unter iOS und watchOS

An anderer Stelle leistet sich die Software (getestet in App-Version 4.6.2) im Zusammenspiel mit dem Parrot Pot (getestet mit Firmware 1.2.0) ärgerliche Schwächen. So konnte sich die App, installiert auf einem iPhone 7 Plus, immer wieder mal nicht mit dem Parrot Pot verbinden. Zum Teil erst das Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen unter iOS sorgte dann wieder für eine funktionierende Bluetooth-Verbindung. Dieses Problem besteht in Verbindung mit dem iPhone 7 oder 7 Plus offenbar häufiger, wie ein Blick in die App-FAQ verrät. Als geradezu brenzlig erwies sich eine Eigenart der Push-Benachrichtigungen, die die App in bestimmten Fällen aufpoppen lässt.

So soll die App vor zu geringer Bodenfeuchte warnen. Aber nur, wenn der Pflanzentopf sich im manuellen Modus befindet, bei dem der Nutzer die Bewässerungsdüsen händisch in der App auslöst. Hingegen für den automatischen Betrieb, in dem sich mein Testexemplar durchgehend befand, ist in diesem Fall keine Warnung vorgesehen. Dennoch wäre dies angebracht gewesen. Denn nur durch Zufall entdeckte ich, dass die Bodenfeuchte unter einen kritischen Wert gefallen war. Wie ich herausfand, stellte die Bewässerung ihren Dienst ein, weil die Messung der Bodenfeuchtigkeit nicht korrekt funktionierte. Vermutlich, weil das Erdreich zu locker war. Aber auch darauf hätte mich die App eben gern hinweisen können. Die App für die Apple Watch betrachte ich in dieser Form als überflüssig. Neben einer sehr groben Übersicht zum Zustand der Pflanze, bietet sie zwei Touch-Buttons für den Betriebsmodus und das manuelle Gießen. Jedoch lassen sich diese nur aktivieren, wenn die iPhone-App parallel aktiv ist. Dann kann ich diese Funktionen aber genauso gut auf dem Smartphone-Display ausführen. Läuft die iPhone-App lediglich im Hintergrund, sind alle Schaltflächen auf der Apple Watch ausgegraut und somit funktionslos.

Test-Fazit Parrot Pot

Parrot Pot weiß Rendering
Parrot Pot im Profil. Image by Parrot

Der Parrot Pot ist ein interessantes Produkt für Technik-Enthusiasten, die ihr Smart Home gern begrünen, sich aber weitestgehend nicht um das Gießen kümmern möchten. Dafür eignet sich der smarte Blumentopf im Alltag genauso wie während des Urlaubs. Per App können sie zudem vom Smartphone aus prüfen, ob es dem Gewächs gut geht. Zumindest, wenn sie sich in Bluetooth-Reichweite befinden. Im Test erwies sich die automatische Bewässerung als überwiegend zuverlässig.

Völlig fehlerfrei blieb der Parrot Pot jedoch nicht. Messfehler und Verbindungsprobleme trübten das Gesamtbild. Klar, auch bei einer Nachbarschaftshilfe oder einem herkömmlichen Bewässerungskegel kann etwas schiefgehen. Im Vergleich zum Parrot Pot sind diese Alternativen aber preisgünstiger. Da zudem die Begleit-App Flower Power nur Live-Daten zum Zustand der Pflanze liefert, wenn der Anwender so dicht daneben steht, dass er sie eigenen Auges begutachten kann, ist der smarte Mehrwert gegenüber einer analogen Lösung gering. Zwar hat Parrot den ursprünglichen Listenpreis von 150 Euro schon um fast die Hälfte reduziert. Doch vor dem genannten Hintergrund halte ich selbst einen Online-Preis von 80 Euro für ambitioniert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Images by Parrot, Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FISKER golem: Fisker-Elektroauto soll in 9 Minuten Strom für 200 km laden: Wie zu erwarten bekommt Tesla jetzt Konkurrenz. Im Januar soll auf der CES 2018 ein neues Elektro-Auto von Fisker vorgeführt werden, welches insgesamt um die 640 Kilometer schafft. Durch eine Graphen-Batterietechnik soll es dem Auto möglich sein in nur 20 Minuten auf 200 Km aufgeladen zu sein. Eine autonome Fahrtechnik sei laut dem Hersteller auch schon geplant, stecke jedoch derzeit noch in der Entwicklung. Das Modell ist zukünftig ab 130.000 US-Dollar zu haben, wer sich jetzt schon ein Modell reservieren möchte, zahlt 2000 US-Dollar als Anzahlung. Gute Neuigkeiten für alle, die noch warten können: Ein kostengünstigeres Modell für 34.000 US-Dollar soll 2020 folgen.

  • ROBOTIK heise: Robotik- und KI- Experten warnen vor autonomem Kriegsgerät: Damit KI und Robotik in Zukunft nicht für autonome Kriegsgeräte missbraucht werden, wollten sich eine zusammengestellte Expertengruppe, in der auch Tesla-Chef Elon Musk sitzt, zum Montag das erste Mal treffen, welches jedoch bedauerlicherweise nicht stattfand. Dennoch sind ihre gemeinsamen Bedenken bezüglich Künstlicher Intelligenz als Waffe nicht ganz unbegründet, so könnte diese nämlich zukünftig in den Händen von Terroristen einen großen Schaden anrichten. Dass Elon Musk Mitglied der neuen Expertengruppe angehört, ist nicht weiter verwunderlich, da er schon vor einiger Zweit begann auf die Gefahren durch den Missbrauch von KI aufmerksam zu machen.

  • ADIDAS t3n: Automatisierte Sneaker-Fabrik: Adidas startet Serienfertigung eines Schuhs aus dem 3D-Drucker: Das Adidas zukunftsorientiert ist, zeigt die Marke indem sie mit dem Silicon-Valley-Startup Carbon jetzt an Schuhen aus dem 3D-Drucker arbeitet. Schon dieses Jahr werde die ersten 5.000 Serienmodelle geliefert, wenn es nach Plan läuft. Doch ist nicht nur die Produktionstechnik zukunftsweisend, auch die Mitarbeit bei der Verarbeitung der Schuhe, da die knapp 160 Mitarbeiter nun auch mit Robotern des deutschen Herstellers Kuka zusammenarbeiten. Durch diese neue Technologie wird es Adidas nicht nur möglich sein seinen Kunden individuellere Ware liefern zu können, sondern das auch schneller. Die übliche Produktionsdauer von über einem Jahr würde sich auf eine Woche verkürzen. Ein Preis wurde für dieses Produkt bis dato noch nicht genannt.

  • APPLE wired: Kommt Apple Pay schon im September nach Deutschland?: Einige Gerüchte, dass der mobile Zahldienst Apple Pay bereits im September rauskommt, stützen sich auf die Informationen, dass die Zusammenarbeit mit den Direktbanken bereits abgeschlossen werden konnte. Praktisch wäre dies für das Unternehmen schon, da auch demnächst das iPhone 8 herauskommt und mit diesem bzw. einer Apple Watch bezahlt werden kann. Doch die Gerüchte bleiben fraglich, denn bei der Bekanntgabe welche neuen Länder einen Apple Pay-Start bekommen könnten, war Deutschland noch nicht genannt worden.

  • NETFLIX N24: Netflix weiß schon genau, was Sie sehen wollen: Man hat sich öfter eine Komödie angeschaut und bei Action-Filmen nach zwei Minuten abgebrochen? All das kann der Streaming-Anbieter für seine Recherche nutzen, um so seinem Kunden spezifische Film- und Serienvorschläge zu machen. Doch Netflix-Manager Todd Yellin ist sich auch bewusst, dass es so einfach nicht ist. Würde man dieser Analyse stur folgen, würde dem Kunden keine Abwechslung mehr geboten, sein Horizont nicht erweitert werden. Zudem sei es wichtig für das Unternehmen attraktiv und abwechslungsreich zu bleiben, da auch die Konkurrenz wie Amazon schon längst Daten nutzen könnten um wiederum ihre Kunden an sie zu binden. Der Wettstreit der Streaming-Anbieter hat also schon längst begonnen.

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HomeKit im Praxistest: Apples Smart Home wird endlich bewohnbar

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Seit zwei Jahren versucht Apple mit HomeKit einen Fuß ins vernetzte Heim zu bekommen. Nach langer Bauphase nimmt die Smart-Home-Plattform endlich brauchbare Konturen an. So kündigte Apple auf der WWDC 2017 an, die Anforderungen für die Entwickler zu lockern und die Einrichtung für Konsumenten zu erleichtern, wie 9to5Mac berichtet. Schon jetzt ist die Auswahl an Apple-kompatibler Haustechnik deutlich größer als noch zum Marktstart. Mittlerweile gibt es viele smarte Produkte, die auch dann in Frage kommen, wenn ihr – so wie ich – als Mieter keine baulichen Veränderungen an Haus und Wohnung vornehmen dürft. Welche Möglichkeiten und welchen Mehrwert bietet Smart Home mit Apple HomeKit inzwischen? Eine Bestandsaufnahme.

Das steckt dahinter: Apple HomeKit kurz erklärt

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HomeKit-Geräte lassen sich über das Kontrollzentrum des iPhone steuern. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Kurzer Crashkurs für Einsteiger, die erstmals intensiver mit Smart Home á la Apple befassen. Mit HomeKit möchte Apple einen Standard etablieren, mit dem sich vernetzte Haustechnik bequem im Alltag bedienen lassen soll. Denn heutzutage lässt sich allerlei Haushaltseinrichtung per WLAN oder Bluetooth fernsteuern. Das gilt etwa für Lampen, Sicherheitskameras und Steckdosen, aber auch für Thermostate, Schlösser oder Türklingeln.

Doch lange Zeit war das nicht mehr als eine umständliche Spielerei, weil die Hersteller auf eigene Steuer-Apps und Funkprotokolle setzten. HomeKit schlägt eine Brücke und macht aus all diesen Insellösungen eine vernetzte Technik-Landschaft. So können Nutzer seit iOS 10 ihre HomeKit-fähigen Geräte zentral über Apples Home-App auf iPhone, iPad und Apple Watch steuern.

In iOS ist sie besonders tief integriert. Dort ermöglicht sie auch im Kontrollzentrum den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, wenn ihr zweimal nach links wischt. Für den Apple TV gibt es keine eigene Home-App. Dennoch spielt die Set-Top-Box als Steuerzentrale eine wichtige Rolle, sofern ihr eure HomeKit-Geräte auch von unterwegs aus fernsteuern wollt. Dazu muss lediglich iCloud aktiviert sein. Natürlich stellt sich dabei die Frage nach der Sicherheit der Daten und deren Angreifbarkeit. Zum Glück gehört das Datensammeln an sich – anders als etwa bei Google – nicht zum Geschäftsmodell von Apple.

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Mittels Siri könnt HomeKit-Geräte per Sprachbefehl ein- oder ausschalten. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Eine App-Bedienung ist übrigens nicht die einzige Option. Alternativ leitet Apples Sprachassistenz Siri eure Kommandos an die entsprechenden Geräte weiter. Wem es auf der Couch zu dunkel zum Lesen wird, der geht nicht mehr zum Lichtschalter, sondern bleibt sitzen und ruft in sein iPhone: „Siri, mach das Licht im Wohnzimmer an.“ Ähnlich wie Amazon und Google möchte Apple mit dem angekündigten HomePod bald auch einen Lautsprecher bieten, der Sprachkommandos entgegennimmt.

„Szenen“ helfen bei der Heimautomatisierung

Ein weiteres Feature: Weil sich die Geräte dank der gemeinsamen Plattform über die Hersteller-Grenzen hinweg verstehen, lässt sich eine respektable Heimautomatisierung realisieren. Mit der „Szenen“-Funktionen können Nutzer mehrere Geräte auf einmal ein- oder ausschalten. Beispielsweise aktiviert eine iPhone-Nutzerin in einem Werbeclip gleichzeitig die Jalousien und Kaffeemaschine, einfach, indem sie Siri einen „Guten Morgen“ wünscht.

Auch komplexere Automatisierungsroutinen sind möglich. In solchen Fällen lösen definierte Sensor-Werte vorgewählte Aktionen aus. Einen Ventilator automatisch anspringen zu lassen, wenn die Temperatur einen definierten Wert übersteigt, ist auf diese Weise ein Leichtes.

Diese Geräte verstehen sich mit HomeKit

Nach einem schleppenden Start in 2015 ist die Zahl mit der Home-App steuerbaren Geräte auf eine Größe gestiegen, die den Aufbau eines Smart-Home-Netzwerks aus HomeKit-Produkten sinnvoll macht. Apple zählt 17 Produktkategorien und 113 erhältliche oder angekündigte Produkte, die viele Einsatzzwecke abdecken (Stand Juni 2017). Leider ist davon hierzulande erst rund die Hälfte der Produkte erhältlich. Ob ein Gerät mit Apple Home kompatibel ist, verrät das „Works with HomeKit“-Logo auf der Verpackung.

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Anhand dieses Logos erkennt ihr, ob das Gerät mit Apples Smart-Home-Plattform zusammenarbeitet. Image by Berti Kolbow-Lehradt

In Sachen Beleuchtung verstehen sich zum Beispiel die Leuchtmittel und Lampen von Philips Hue ebenso mit Apple Home wie die LED-Panels von Nanoleaf Aurora. Der deutsche Hersteller Elgato bietet in seiner Connected-Home-Produktreihe Eve einen breiten Strauß vernetzter Sensoren und Steckdosen. Neben Elgato haben auch Honeywell, Tado und Netatmo HomeKit-taugliche Heizthermostate im Programm. Zudem misst Netatmo mit seinem Healthy Home Coach das Raumklima sowie den Lärmpegel und leitet diese Werte an die Home-App weiter.

Eine erste HomeKit-fähige Indoor-Überwachungskamera ist auch erhältlich: Die Omna 180 Cam von D-Link. Im Gegensatz dazu soll Logitechs gerade vorgestellte Sicherheitskamera Circle 2 soll erst in Kürze ein HomeKit-Update erhalten. Schade: Viele andere vielversprechend klingende Kategorien wie smarte Türschlösser und Ventilatoren sind vorerst nur den Nutzern von Apple Home in den USA vorbehalten.

Die kompakteste, aber keine vollständige Übersicht über hierzulande erhältliche HomeKit-Produkte bietet der deutsche Apple Store. Auch Apple-Händler Gravis ist in Sachen HomeKit gut sortiert. Eine erschöpfende HomeKit-Liste inklusive Preisvergleich ist bei Tink zu finden.

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Es gibt immer mehr passende Geräte für Apple HomeKit, zum Beispiel von Elgato, Philips, Netatmo und D-Link

HomeKit in der Praxis

Ein Praxistest mit aktueller Apple-Hardware auf jüngstem OS-Stand sowie einer Reihe von HomeKit-kompatiblen Geräten führt zu einem erfreulichen Ergebnis – allerdings mit Verbesserungspotenzial. Zum Einsatz kommen dabei Hue-Glühbirnen von Philips, außerdem die Klimasensoren Eve Room und Eve Weather sowie die Steckdose Eve Energy und der Bewegungsmelder Eve Motion von Elgato. Ferner habe ich die Überwachungskamera Omna 180 von D-Link und den Healthy Home Coach von Netatmo getestet. Die Test-Exemplare stellten mir die Hersteller sowie der Apple-Händler Gravis zur Verfügung.

Ihre Kernaufgabe als Bindeglied erfüllt die HomeKit-Plattform einwandfrei. Das getestete Zubehör lässt sich mühelos hinzufügen. Entweder gelingt das über die herstellereigene App oder – noch einfacher – über Apples Home-App. Im zweiten Fall liest die Kamera einen HomeKit-Code auf dem Produkt oder dessen Verpackung ein.

Anschließen im normalen Betrieb die jeweiligen Geräte per App ein- oder auszuschalten, klappt

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Per HomeKit-Code liest die Kamera das Gerät und bindet es in die Apple-Home-App ein. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

reibungslos. Auch die Szenen-Funktion, mit der ich mehrere Geräte auf einmal steuere, macht ihren Job einwandfrei. Nachdem ich meinen Apple TV als Steuerzentrale richtig konfiguriert habe, kann ich sogar aus der Ferne mit dem iPhone auf die vernetzten Geräte zugreifen. Noch einfacher als die App-Bedienung ist jedoch die Sprachfunktion.

Ich finde es einfach cool, mit einem „Hey Siri“-Zuruf das Licht zu bedienen oder die Temperatur abzufragen. Mein liebster Life-Hack bisher: Weil ich meinen nicht-smarten Standventilator mit der HomeKit-Steckdose Elgato Eve Energy verbunden habe, brauche ich ihn nicht mehr von Hand einzuschalten. Stattdessen kann ich per Sprachkommando einfach die Steckdose aktvieren, um mir kühle Luft um die Ohren pusten zu lassen.

Das darf noch besser werden

So gut die App- und Sprachsteuerung über Apple Home auch funktioniert – die App-Gestaltung selbst dürfte gern übersichtlicher und selbsterklärender sein. Ein großes Manko in Sachen Oberflächendesign ist die Kachel-Optik. In die Zeilen der kleinen Quadrate passt zu wenig Schrift, sodass sie viele Begriffe unvollständig anzeigen. Dadurch lässt sich zum Teil nur erraten, welche Geräte und Sensoren gerade gemeint sind. Möchte ich Sensorwerte abrufen, sind die herstellereigenen Apps mitunter übersichtlicher.

Auch den Assistenten für automatisierte Vorgänge finde ich nicht benutzerfreundlich genug. Er ist unter

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Was soll das bedeuten? Die Anleitung in im Automations-Menü ist zum Teil sehr kryptisch. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

dem Punkt „Automation“ unten rechts in der Menüleiste der Home-App zu finden. Darüber lassen sich ereignisbasierte Aktionen programmieren. Etwa, dass sich die mit dem Ventilator verbundene Steckdose startet, wenn die Raumtemperatur einen Schwellenwert übersteigt oder wenn die Omna 180 registriert, dass ich den Raum betrete.

Jedoch sind die Oberflächen-Elemente des Automationsmenüs zum Teil leider so kryptisch beschriftet, dass es mich mehrere Versuche kostet, die korrekte „If this, then that“-Regel zu erstellen. Intuitiv geht anders. Allerdings nervt diese Fummelei nicht allein in der Home-App von Apple, sondern auch in der Eve-App von Elgato, in der sich mittels HomeKit ebenfalls solche Routinen programmieren lassen. Das ist bedauerlich. Denn erst mit solchen Automationsregeln wird ein vernetztes Zuhause auch im Wortsinne zu einem Smart Home.

Fazit

Mit der HomeKit-Plattform macht Heimvernetzung richtig Spaß! Einrichtung und manuelle Bedienung per App oder Siri funktionieren einwandfrei. Wer bereits als Apple-Nutzer über ein iPhone oder ein iPad verfügt, findet leichten Zugang zum Thema Smart Home. Er braucht dann nur noch passende Haushaltstechnik, die mit dem HomeKit-Label versehen ist. Das Zubehörsortiment ist hierzulande noch klein, aber es wächst kontiniuerlich. Zudem genügt die Auswahl, um sich ein alltagstaugliches HomeKit-Szenario zusammenzustellen.

Nachbessern darf Apple gerne noch in bei der Oberfläche der Home-App und bei der Automatisierungsfunktion. Mehr Übersichtlichkeit und Verständlichkeit würden den Mehrwert der Plattform nochmals deutlich steigern. Beim derzeitigen Stand werden viele entnervt darauf verzichten, komplexere Routinen vorzuplanen. Insgesamt hat sich Apple HomeKit nach zweijähriger Reifezeit zu einer ordentlichem Plattform entwickelt, die das Smart-Home-Thema einen breitenwirksamen Schub geben dürfte.

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Apple Home-App. Image by Berti Kolbow-Lehradt

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DXO One im Test: Diese iPhone-Kamera ist besser als deine iPhone-Kamera

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Klar, mit dem iPhone können tolle Bilder gelingen. Aber manchmal reicht es eben nicht, was Apples Mobiltelefon als Fotoapparat zu bieten hat. Mehr fotografischen Gestaltungsspielraum soll die zusätzliche Mini-Kamera namens DxO One aus dem iPhone herausholen. Ihr verbindet die Kamera per Lightning-Anschluss oder WLAN und steuert sie über das Smartphone-Display. Dank ihres vergleichsweise großen Sensors ist die Bildqualität der 500 Euro teuren DxO One der des iPhone überlegen. Vor einer Weile hatte ich die Kamera im Hands-on. Wie macht sie sich in der Praxis?

Warum die iPhone-Kamera manchmal nicht reicht

Zwar wirbt Apple mit den tollen Nacht-Fotos des iPhone. Aber die Leistung eines Smartphones bei schwachem Licht ist nun mal begrenzt. Die Mini-Kamera das französisch-amerikanischen Unternehmens DxO Labs bietet mehr Reserven. Der 1 Zoll in der Diagonale messende Sensor ist um mehr als doppelt so groß wie der des iPhone 7 (1/2,6 Zoll). Daher verursacht die DxO One schon bauartbedingt weniger Bildrauschen bei höheren ISO-Zahlen.

Wer Fotos gern mit mehr Dynamikumfang als Raw-Datei abspeichern möchte, muss zu einer der beiden jüngsten iPhone-Generationen greifen. Mit der DxO One können Besitzer älterer iPhones ebenfalls die Vorteile von Raw-Dateien nutzen. Auch der beliebte Unschärfeeffekt im Hintergrund gelingt mit der Mini-Kamera unabhängig vom gekoppelten Gerät und Datei-Format. Diesen vermag Apple nur im JPG-Modus mit der Dual-Kamera des iPhone 7 Plus zu leisten. Außerdem verzerrt die DxO One mit 32 Millimeter Brennweite Gesichter bei Porträtaufnahmen weniger als das 28-Millimeter-Weitwinkel der iPhone-Standardkamera.

Außerdem bietet die DxO One mit einer Auflösung von 20 Megapixeln mehr Potenzial für Ausschnittsvergrößerungen als das iPhone (8 bzw. 12 MP). Freunde von Langzeitbelichtungen freut, dass die DxO One mit F1.8 nicht nur eine lichtstarke Offenblende hat, sondern sich auch auf F5.9 abblenden lässt. Hingegen Geschmacksache ist es, dass die DxO One Bilder im klassischen DSLR-Seitenverhältnis von 3:2 statt wie beim iPhone in 16:9 abbildet.

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Die DxO One ist schön designt und passt bestens zum Look von Apple-Geräten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Ein Schmuckstück für die Hosentasche

Was in ihr steckt, sieht man der DxO One von außen nicht an. Aber ein Hingucker ist Kamera auf jeden Fall. Das rechteckige Gehäuse aus Kunststoff und Aluminium ist so edel designt und hochwertig verarbeitet, wie Apple-Nutzer es erwarten. Stylische Akzente setzen die geschliffenen Kanten um Objektivdeckel und Auslöseknopf. Die Formsprache ist angenehm minimalistisch.

Mit 108 Gramm wiegt die DxO One zwar nur etwas weniger als ein iPhone 7 selbst (138 Gramm). Immerhin sind die Maße mit weniger als 7 x 5 x 3 Zentimetern gerade noch kompakt genug, um die Kamera einigermaßen diskret in der Hosentasche zu verstauen. Befestige ich die mitgelieferte Trageschlaufe, kann ich die DxO One auch an der Hand spazieren tragen – wie damals zu Zeiten von Kompaktkameras.

Standalone geht, als iPhone-Zubehör besser

Als eigenständiger Fotoapparat ohne Smartphone lässt sich die DxOne tatsächlich verwenden. Insofern passt der Vergleich mit der Kompaktkamera. Mit dem grobpixeligen, monochromen Kleinstdisplay auf der Rückseite kann ich das Motiv zur Not auch ohne Smartphone anvisieren. Dank eines eigenen Akkus, den ich via microUSB lade, ist die DxO One nicht auf die Energie des iPhone angewiesen. Mittels des microSD-Kartenschachts lassen sich Aufnahmen ohne Umweg mit dem Computer austauschen. Eine 8-GB-große Karte gehört sogar zum Lieferumfang.

DxO One
Der Lightning-Stecker ist etwas tricky. Toll: Der Hersteller packt auch eine microSD-Karte in den Lieferumfang. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Im Team mit einem Smartphone-Display macht die DxO One aber mehr Spaß. Für den gemeinsamen Einsatz mit einem iPhone (oder iPad) ab iOS 9 und mit Lightning-Anschluss hat der Hersteller die Kamera ja schließlich auch entwickelt. Um den eingeklappten Lightning-Stecker auszufahren und wieder einzuklappen, schiebe ich den Objektivdeckel ganz nach unten. Leider erklärt sich dieser wichtige Mechanismus nicht ohne einen Blick ins Handbuch. Einen intuitiveren Ansatz halte ich für wünschenswert.

Die Verbindung zwischen DxO One und iPhone ist zwar schon recht stabil, dennoch empfiehlt der Hersteller eine beidhändige Bedienung. Das Ensemble ist auch zu sperrig, um es nur in einer Hand zu halten. Habe ich die DxO One mit dem iPhone verbunden, startet die zuvor installierte, herstellereigene Kamera-App automatisch. Erst mit ihr kann ich auf alle Bedienmöglichkeiten der DxO One zugreifen.

Funktionsreiche Kamera-App

In der hervorragend durchdachten DxO-App in der Version 2.1 finde ich mich schnell zurecht. Ihr Layout ist fürs Querformat gestaltet. Auf der linken Seite der Live-Bildvorschau wechsele ich zwischen Foto- und Video-Modus. Zudem verändere ich dort Blende, Verschlusszeit, ISO, Belichtungskorrektur, Belichtungsmessung und Weißabgleich. Auf der rechten Seite entscheide ich mich mit dem Button unten für P, A, S, M oder einen szenenbezogenen Aufnahmemodus.

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Die gut durchdachte Kamera-App ist eine Freude! Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Der Button rechts oben führt mich zu den Einstellungen. Dort kann ich viele Parameter zur Bildqualität und zu den Metadaten nach meinen Vorlieben konfigurieren. In dieser Hinsicht bietet die DxO One eine Optionsvielfalt, die auch Profis erfreuen dürfte. Zurück im Hauptbildschirm komme ich mit dem Thumbnail oben links in die Galerie. Dort kann ich die Fotoausbeute betrachten und an Nachrichten- sowie Social-Media-Apps weiterreichen.

DxO One per WLAN oder per Apple Watch fernsteuern

In vielen Situationen gelingen Fotos besser oder überhaupt erst, wenn der Fotograf die Kamera nicht direkt in der Hand hat. Mit der DxO One lässt sich das prima realisieren, denn ich kann sie auch per Funk fernsteuern.

Dazu rufe ich das Einstellungsmenü auf und verbinde die DxO One mit dem iPhone per WLAN. Entweder füge ich beide Geräte in ein bestehendes Drahtlosnetz ein oder stelle eine Direktverbindung zwischen ihnen her. Während der Einrichtung muss die DxO One per Lightning-Stecker mit dem iPhone kommunizieren. Danach kann ich sie abziehen.

Ohne spürbare Verzögerung konnte ich per WLAN Fotos auslösen oder die Videoaufnahme starten. Zwar hinkte die Übertragung des Live-Bildes bei schnellen Schwenks punktuell und minimal hinterher. Im fertigen Video ist davon aber nichts zu sehen.

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Die DxO One lässt sich per Apple Watch fernauslösen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Alternativ kann ich den Fotoauslöser der DxO One auch mit einer Begleiter-App für die Apple Watch fernsteuern. Dafür muss die Kamera aber am iPhone stecken, per WLAN funktioniert das nicht. Weil auf dem kleineren Smartwatch-Display außer dem Auslöseknopf weder Live-Bildvorschau noch andere Optionen eingeblendet sind, lassen sich Bilder bei dieser Option jedoch nur „aus der Hüfte schießen“.

Fotografieren mit der DxO One in der Praxis

Mit der DxO One zu fotografieren ist eine Freude. Dank der vorbildlich gestalteten DxO-App kann ich die Belichtung viel schneller und intuitiver verändern als in der nativen iPhone-App oder in dem an sich auch recht guten Kamera-Modul von Lightroom.

Die DxO One fokussiert und knipst ebenso verzögerungsfrei wie das iPhone. Aber sie bietet darüber hinaus noch einen coolen Trick, den ich sonst nur von ausgewachsenen Systemkameras kenne. So kann ich mit dem halb gedrückten physischen Auslöser am Kameragehäuse ein Objekt fokussieren und dann trotzdem den Bildausschnitt verändern, ohne dass sich die Schärfeebene verschiebt.

Ein Segen für Fotos aus der Käfer- oder Vogelperspektive ist der beweglich gelagerte Sockel des Lightning-Steckers. Er lässt sich um 45 Grad nach oben und unten drehen, sodass ich auch noch das iPhone-Display betrachten kann, wenn ich die Blickrichtung der DxO One ändere. Im WLAN-Betrieb könnte ich die Kamera getrennt vom iPhone natürlich noch freier bewegen. Meistens bevorzuge ich aber den gekoppelten Modus, weil ich das System dann stabiler halte und weniger verwackle.

Hingegen ein No-Go ist für mich die lange Einschaltzeit. Selbst wenn die DxO One bereits gekoppelt ist, dauert es mindestens geschlagene fünf Sekunden vom Öffnen des Objektivdeckels bis zum automatischen Start der App. Da ist jede Schnappschuss-Gelegenheit längst vorbei. Den Sperrbildschirm des iPhones zu deaktivieren und die Kamera-App zu starten, gelingt mir schneller. Wenn es schnell gehen muss, nutze ich dann doch die interne Kamera, obwohl ich die DxO One dabei habe.

Ein weiteres Manko ist die Ergonomie im Standby. Dann liegt das sperrige Duo nicht besonders angenehm in der neben mir baumelnden Hand. Wünschenswert wäre, wenn DxO Labs die Kamera so geschmeidig an den iPhone-Body anpassen könnte, wie es bei der 360-Grad-Kamera Insta360 Nano gelungen ist.

Mit dieser Bildqualität kann das iPhone nicht mithalten

In punkto Bildqualität macht die DxO One eine erstklassige Figur. Schon die JPGs sind scharf und detailreich. Zudem bieten sie einen hohen Dynamikumfang, der viel Spielraum bei Lichtern und Schatten lässt. Die Abstimmung ist so gut, dass ich aus den Raw-Dateien im DNG-Format nicht viel mehr rausholen kann. Nur bei sehr hohen Empfindlichkeiten ist der Raw-Entwicklung der Vorzug zu geben.

DxO One
Der Raw-Vergleich zeigt, dass die DxO One wegen des größeren Sensors deutliche Vorteile beim Rauschverhalten hat. Images by Berti Kolbow-Lehradt

Gerade bei schlechtem Umgebungslicht spielt der 1 Zoll große Sensor seine Stärke aus und lässt das iPhone in punkto Bildrauschen und Detailreichtum hinter sich. Wegen der höheren Auflösung des Sensors der DxO One bleibt die Bildqualität selbst bei etwas größeren Ausschnitten dann noch passabel, wenn es bei iPhone-Fotos schon etwas pixelig wird.

Auch den Schärfeverlauf mag ich sehr. Anders als beim Software-Filter im iPhone 7 Plus handelt es sich um einen natürlichen optischen Effekt, der auch entsprechend authentischer wirkt. Allerdings ist ein Direktvergleich wegen der unterschiedlichen Brennweiten schwierig.

Mini-Manko: Für meinen Geschmack sind die Bilder etwas zu entsättigt und zu dunkel, wenn sie direkt aus der Kamera kommen. Daran ändert auch die „Mobile Smart Lighting“-Funktion wenig, die Schatten in verschiedenen Stärken aufhellt. Aber der Look lässt sich mit einer Bildbearbeitungsapp ja nach Belieben anpassen.

Testfotos aus der DxO One

Bilder übertragen und bearbeiten

Eine Bearbeitungsfunktion bringt die App von DxO Labs selbst nicht mit. Stattdessen kann ich mit einer beliebigen anderen App wie etwa Lightroom oder Snapseed im Fotos-Ordner des iPhone auf die Bilder zugreifen und diese bearbeiten.

JPGs lädt die Kamera automatisch aufs Smartphone oder Tablet. Hingegen die 25 MB großen Raw-Dateien muss ich händisch übertragen, was nur über eine versteckte Funktion gelingt. Dazu wechsle ich aus dem Aufnahmefenster der DxO-App in die Galerie, tippe das gewünschte Bild an, wische nach unten in die Exif-Ansicht und aktiviere den „Raw übertragen“-Knopf.

Per microSD-Karte oder microUSB-Kabel kann ich die Bilder natürlich auch auf den Mac spielen. Mit DxO Connect stellt der Hersteller eine kostenlos nutzbare aber sehr schmalbrüstige Transfer- und Editor-Software zur Verfügung. Eine kostenpflichtige aber deutlich mächtigere Alternative ist DxO Optics Pro. Sie lässt sich per Plug-in auch in macOS Fotos und in Lightroom einbinden.

Warum die DNG-Dateien der DxO One in meiner Lightroom-CC-Installation seltsame Störstreifen und andere Artefakte auf den Bildern anzeigt, ließ sich bisher nicht klären. Weil aber Camera Raw in Photoshop CC und die Lightroom-Installation eines Kollegen die Raw-Fotos einwandfrei darstellen, dürfte es sich um einen Einzelfall handeln.

Fazit

Viele Fotografen wünschen sich eine möglichst kompakte Kamera, die qualitativ hochwertige Bilder erlaubt und diese auch gleich ins Social Web verschicken kann. Die DxO One ist in diesem Sinne eine gelungene „Connected Camera“ fürs iPhone oder iPad. Ihre Möglichkeiten erweitern den Spielraum für anspruchsvolle Fotografie mit den Apple-Geräten erheblich. Die Bildleistung spielt in einer Liga klar oberhalb des iPhones. Auch die Bedienung der Mini-Kamera bietet erheblich mehr Optionen als die native iPhone-App und macht anspruchsvolle Fotografen glücklich.

Hingegen die lange Einschaltzeit bekommt der Hersteller hoffentlich mit einem kommenden Update in den Griff. Wünschenswert wäre es zudem, dass sich die DxO in einer etwaigen künftigen Generation im gekoppelten Zustand noch etwas angenehmer in einer Hand transportieren ließe. Außerdem dürfte das Ensemble aus DxO One und iPhone generell gern etwas weniger sperrig und mehr aus einem Guss wirken. Begeistert wäre ich auch, wenn DxO Labs künftig noch Aufstecklinsen für Telebrennweiten veröffentlichen würde. Das gibt das kleine aber wachsende Zubehörsortiment noch nicht her.

Unter dem Strich ist die DxO One ein mächtiges Foto-Zubehör für iPhone-Fotografen. Als unauffällige Reportage-Kamera eignet sie sich hervorragend. Allerdings ist der Preis von rund 500 Euro im Hersteller-Shop an der Schmerzgrenze angesetzt.

DxO One
Stativadapter, Gegenlichtblende und Filteradapter bietet DxO Labs bereits an. Aufstecklinsen wie bei Zeiss wären auch toll. Image by Berti Kolbow-Lehradt

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Test: Apple AirPods klotzen mit smarter Technik, geizen mit Bass

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Um Apples groß angekündigte kabellose Kopfhörer AirPods herrschte lange Zeit viel Lärm um nichts. Erst mit monatelanger Verspätung kamen die Kopfhörer auf den Markt. Und auch zum Erscheinen dieses Artikels müssen Online-Käufer sich noch gedulden, bis sie das 180 Euro teure Lauscherpaar in den Händen halten. Die Wartezeit im Apple Store beträgt sechs Wochen. Mir lag inzwischen bereits ein Test-Exemplar vor. Vor meinem geistigen Ohr erklang die Frage: Lohnen sich Kaufpreis und Wartezeit? Am liebsten möchte ich mit einem Sprachbefehl antworten: „Siri, sag’ mal Apple, die AirPods sind nicht schlecht, da geht aber noch mehr.“

Warum Apple einen Bluetooth-Kopfhörer bringt

Die Auswahl an kabellosen Kopfhörern mit Bluetooth ist groß. Auch Apples Tochterfirma Beats mischt in diesem Bereich mit. Warum bringt Apple dann unter eigener Marke ein eigenes Modell heraus? Das lässt sich nur mit einem Blick auf die aktuelle iPhone-Generation 7 (Plus) verstehen (hier zu Test). Sie verzichtet auf einen Klinkenstecker. Ist der Lightning-Port fürs Aufladen belegt, kann das iPhone nur noch mit Funkkopfhörern kommunizieren. Die AirPods sollen als Referenz dafür herhalten, wie sich Apple smarte, kabellose Kopfhörer von heute vorstellt.

Das Design: Ein Griff ins Klo

Die Formsprache schauen sich andere Hersteller aber bitte gefälligst nicht ab. Die weißen Kopfhörer sehen einem Mundstück für eine Elektro-Zahnbürste täuschend ähnlich. Und die im Lieferumfang enthaltene weiße Transportbox mit den abgerundeten Ecken mutet wie ein Spender für Zahnseide an. Das Transportgehäuse lässt sich ja außer Sichtweite in der Hosentasche verstauen, aber diese Kopfhörer empfinde ich in der Öffentlichkeit als ästhetisch total indiskutabel. Beim Praxistest in der U-Bahn habe ich mich geradezu geniert.

Apple AirPods Toothbrush
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Gut vernetzt im Apple-Ökosystem

Immerhin erfüllt das Verlängerungsstück der Ohrknöpfe einen höheren Zweck. Sie bieten Platz für die ganzen Chips, Mikros und andere Sensoren, die in den AirPods stecken. Diese Technik-Innereien ermöglichen ein paar ziemlich clevere Funktionen.

Apple hebt besonders den selbst entwickelten W1-Chip hervor. Damit lassen sich die AirPods in meinem Praxistest mit einem iPhone 6 so einfach und schnell verbinden, wie zuvor mit keinem anderen Bluetooth-Kopfhörer. Einfach Bluetooth auf dem iPhone aktivieren, die AirPods in die Nähe des iPhones halten und – zack – bestätigt ein eingeblendetes Fenster die erfolgreiche Kontaktaufnahme.

iMac Apple AirPods
Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Ist dieses Pairing mit einem Apple-Gerät einmal vollzogen, kann ich die AirPods sogar an meinem iPad und iMac oder meiner Apple Watch verwenden – ohne weitere Einrichtung. Die Einstellungen wurden einfach automatisch per iCloud übernommen. Etwa im Bluetooth-Menü des iMac tauchen die AirPods dann bereits auf. Wähle ich sie aus, ist die Verbindung umgehend hergestellt.

Ob ich die AirPods im Ohr trage, erkennt ein Infrarotsensor. Entferne ich die Kopfhörer, unterbricht die Musik selbständig. Praktisch!

Sprachsteuerung per Siri nicht zu Ende gedacht

Die smarte Sensorik ist auch deshalb so wichtig, weil es keine physischen Bedienelemente an den Kopfhörern selbst gibt. Bei der Musiksteuerung kommt Apples Sprachassistentin Siri eine große Rolle zu. Habe ich mir bei Siri Gehör verschafft, stellt sie für mich auf Wunsch die Musik lauter und leiser oder ruft bestimmte Titel und Playlisten auf. Das klappt zuverlässig. Siris Dienstantritt gelingt jedoch nicht immer. Ein Doppeltipp auf die AirPods soll sie eigentlich aktivieren, führt aber in meinem Test nur in etwa der Hälfte der Fälle zum Erfolg.

Daher betrachte ich die Sprachsteuerung der AirPods als unausgereiftes Konzept. Selbst wenn Siri in neun Fällen reagiert und nur im zehnten nicht, wäre sie der Zuverlässigkeit einer physischen Fernbedienung an der Ohrmuschel immer noch unterlegen.

Außerdem ist es natürlich eine groteske Vorstellung, in der U-Bahn oder anderen öffentlichen Räumen die AirPods per Sprache zu steuern. Stattdessen dürften die meisten Nutzer das iPhone aus der Tasche holen und die Aktion am Gerät selbst vornehmen. Besteht keine Internetverbindung, müssen sie das sogar. Denn als cloud-basierter Dienst benötigt Siri auch für die Musiksteuerung Zugriff auf Apples Sprachserver. Sorry Apple, diese Idee ist in Sachen Usability nicht zu Ende gedacht.

AirPods sitzen gut, geizen mit Bass, schirmen nicht ab

Bei der Passgenauigkeit geht Apples „Keep it simple“-Credo immerhin auf. Die AirPods gibt es in genau einer Größe, Silikonaufsätze für den maßgefertigten Einsatz im Ohr sind nicht vorgesehen. Dennoch sitzen die Knöpfe stabil in meinen Ohren. Dem Vernehmen nach ist das bei der Mehrheit der Träger der Fall.

Apple AirPods
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Dass Apple auf eine klassische In-Ear-Bauweise mit tiefer Verankerung im Gehörgang verzichtet, hat aber auch gravierende Nachteile. Die AirPods schirmen so gut wie gar nicht ab. Weder halten Umgebungsgeräusche fern, noch schützen sie meine Sitznachbarn davor, durch meine Musik belästigt zu werden.

Angesichts dieses Formfaktors überrascht es auch nicht, dass die AirPods sehr bass-arm klingen. Gerade bei den kleinen Treibern von In-Ears hängen Bassintensität und die Position im Gehörgang eng zusammen.

In anderen klanglichen Teildisziplinen überzeugen die AirPods. Sie machen auf mich einen sehr detailreichen, räumlichen Eindruck. Die Bluetooth-Verbindung hatte auf naher Distanz in meinem Testzeitraum keinen einzigen Aussetzer. Weil die AirPods dabei aber eben so unfassbar dünn klingen, ist das nur ein schwacher Trost.

Das perfekte Telefonie-Headset

Die einwandfreie Detailwiedergabe in den Mitten und Höhen kommt den AirPods beim Einsatz als Telefonie-Headset zugute. Zudem filtern die integrierten Richtmikrofone störende Umgebungsgeräusche souverän heraus. Ich kann mich an keinen Bluetooth-Kopfhörer mit besserer Sprachqualität erinnern. Auch meine Gegenüber verstanden mich einwandfrei, so, als säße ich am Hörer eines Festnetztelefons.

Akkulaufzeit nur mit Transportbox brauchbar

In den kleinen Knöpfen ist natürlich nicht viel Platz für einen Akku. Und all die smarten Funktionen zehren auch noch vom knappen Energievorrat. Mit bis zu fünf Stunden Laufzeit bis zur nächsten Aufladung sind die AirPods daher akkumäßig etwas kurzatmig aufgestellt.

Apple AirPods
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Nur in Kombination mit der Transportbox ist die Akkulaufzeit praxistauglich. Sie beinhaltet einen eigenen Akku, der die AirPods bis zu vier Mal aufladen können soll, ehe sie selbst per Lightning-Kabel neue Energie tanken muss. Rund 24 Stunden maximale Akkulaufzeit sind ein gehobener Wert. In meinem Praxistest kam ich mit dieser Größenordnung prima über die Runden, ohne überraschend mit leeren Kopfhörern dazustehen.

Fazit: AirPods als Technologie-Demo für Apple-Fans

Unterm Strich bietet Apple mit den AirPods einen viel versprechenden Ausblick darauf, wohin die Reise bei smarten Kopfhörern geht. Das Pionier-Produkt teilt jedoch das Schicksal vieler anderer Modelle der ersten Generation. Für den Einsatz im Alltag einer breiten Masse taugen sie nicht. Das ungewöhnliche Design mit seinem Zahnhygiene-Flair ist sozial kaum akzeptabel, die Sprachbedienung ist nicht ausgereift, der bass-arme Klang ist nicht standesgemäß in dieser Preiskategorie.

Die einfache Vernetzung mit Apple-Geräten ist hingegen prima gelungen. Und als Telefonie-Headset machen die AirPods eine Top-Figur. Dies allein reicht aber nicht für eine Kaufempfehlung. Zur Anschaffung der AirPods ist nur Apple-Fans zu raten, die sich ihr Exemplar einer historisch bedeutsamen Technologie-Demo sichern wollen.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APP STORE golem: iOS-Entwickler können auf Kundenbewertungen antworten: Schon länger bemängeln Kritiker die Vermarktungsmöglichkeiten im iTunes App Store: es sei nicht möglich, teure Anwendungen so zu verkaufen, wie es in der Softwarebranche üblich sei. Nun können Entwickler  mit Kunden direkt in Kontakt treten, da Apple eine Antwortfunktion für Kritiken im iTunes App Store eingerichtet hat. 

  • APPLE apfelpage: „Kino-Modus“: Apple Watch kann auch unauffällig: Die Apple Watch soll mit dem Betriebssystem WatchOS 3.2 einen Kinomodus erhalten. Die Funktion verhindert, dass Zuschauer durch das hell aufleuchtende Display gestört werden und ist vergleichbar mit dem Flugmodus, durch den bestimmte Verhaltensweisen der Hardware kurzfristig deaktiviert werden.

  • MICROSOFT heise: Microsoft erweitert OneDrive-Funktionen für Unternehmen: Im aktuellen Update des Cloud-Speicherdienstes OneDrive finden sich neue Funktionen für Unternehmen. So hat der Konzern das Synchronisieren von Daten zwischen OneDrive, OneDrive for Business und SharePoint Online freigeschaltet. Nutzer von Office 365 sollen so überall mit ihren Dokumenten arbeiten können.

  • NETZNEUTRALITÄT t3n: Trumps neuer FCC-Chef will Netzneutralität abschaffen: Der neue US-Präsident Donald Trump hat den Konservativen Ajit Pai zum Chef der Telekommunikationsaufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission) ernannt. Pai sieht die Regelung für eine Netzneutralität kritisch. Die Gefahr, die eine solche Regelung verhindern soll, existiere gar nicht. 

  • ANDROID golem: Android-Ransomware tarnt sich als Batteriespar-App: Eine Android-Malware mit dem Namen Charger verbreitet sich über Googles Playstore. Die App kopiert SMS und Kontaktinformationen, außerdem wird das Display des Nutzers gesperrt und mit einem Hinweis versehen. Darin werden die Nutzer erpresst, es wird gedroht, private Informationen „alle 30 Minuten auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen“. 

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  • AIRBUS Gründerszene: Selbstfahrende Autos? Airbus denkt noch ein paar Nummern größer: Selbstfahrende Autos sind, wenn es nach Airbus geht, bereits Schnee von gestern. Der Flugzeughersteller kündigt nun an selbstfliegende Taxis produzieren zu wollen. Dies soll dazu führen, dass die in Großstädten ohnehin schon verstopften Straßen entlastet werden. Bereits im nächsten Jahr will Airbus die ersten selbstfliegenden Taxis abheben lassen. Getüftelt wird im Silicon Valley an einer Plattform mit dem Codenamen Vahana, die fähig ist, Flugmaschinen für Personen- und Güterverkehr herzustellen.

  • APPLE WATCH Giga: Apple Watch 2: Ohne eigenen Mobilfunkchip, dafür mit GPS: Die Unabhängigkeit der Apple Watch vom iPhone lässt weiter auf sich warten. Die zweite Generation der Smartwatch soll zwar über GPS verfügen, jedoch ohne eigenen Mobilfunkchip bleiben. Ausschlaggebender Faktor soll eine zu geringe Akkulaufzeit sein. Dafür soll es Verbessrungen bei Gesundheits- und Fitness-Anwendungen geben. An der Entwicklung eines Mobilchips für spätere Generation wird aber auf Hochtouren gearbeitet.

  • TWITTER t3n: Qualitätsfilter: So will Twitter Trollen weniger Platz geben: Der Spruch „Don’t feed the troll!“ – sollte allen Social Media affinen Personen geläufig sein. Twitter hielt es aber bis vor kurzen nicht sonderlich wichtig gegen die zahlreichen Störenfriede vorzugehen. Nach den Vorwürfen des Nachrichtenportals Buzzfeed reagiert Twitter nun endlich auf das Problem. Wurden Trolle bisher ignoriert, führt Twitter nun zwei Qualitätsfilter ein. Einerseits ist es User nun möglich, sich nur mehr Nachrichten von Profilen denen sie folgen anzeigen zu lassen. Andererseits sollen Tweets anhand von bestimmten Kriterien automatisch gefiltert und ausgeblendet werden.

  • INFLUENCER MARKETING Horizont: Diese drei Instagram-Kampagnen verdienen Gold: Bei einem Mega-Event wie den Olympischen Spielen in Rio heißt es für Marken und Werbetreibende besonders kreativ zu sein, um in der Masse hervorzustechen. Vor allem um die jüngere Zielgruppe zu erreichen, stellt Influener-Marketing über beispielsweise Instagram eine gute Möglichkeit dar. Adidas, Diesel und Edeka haben sich laut Philipp John, COO und Mitgründer der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero, besonders ins Zeug gelegt. Hier ein Kurzportrait der Kampagnen.

  • DATENSICHERHEIT Handelsblatt: Twitter sperrt Hunderttausende Konten: Es ist stets ein Balanceakt zwischen Meinungsfreiheit und Regulierungen zum Schutz vor Terror und Datenmissbrauch. Auch Social Media Plattformen wie Facebook und Twitter haben mit diesem Problem zu kämpfen. So sperrte der Microblogging-Dienst Twitter im vergangenen Halbjahr 235.000 Nutzerkonten wegen Terror-Verherrlichung. In einem Blog-Beitrag äußert sich Twitter dazu folgend: „Wir verurteilen diese Taten scharf und bleiben verpflichtet, die Förderung von Gewalt oder Terrorismus auf unserer Plattform zu eliminieren.“

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  • APPLE t3n: Apple Watch 2: Mehr Power und längere Laufzeit bei gleicher Größe: Vor ungefähr zwei Jahren wurde die erste Apple Watch eingeführt. Nun ist es Zeit für eine neue Version, diese wird noch Ende dieses Jahres vorgestellt. Die Apple Watch 2 wird das gleiche Design wie ihr Vorgänger haben, jedoch wird sie ein eigenes GPS-System, einen schnelleren Prozessor und ein Barometer haben. Außerdem wird sie über eine längere Akkulaufzeit verfügen und sie soll besser gegen Wasser geschützt sein.
  • Facebook horizont: Facebook testet Snapchat-ähnliche Kamerafunktion: Nach der neuen Funktion Instagram Stories testet der Konzern von Chef Mark Zuckerberg nun eine neue Kamerafunktion im Newsfeed, welche Snapchat sehr ähnelt. In der App gibt es jetzt ein Kamerafenster, welches zum produzieren und teilen von Bildern und Videos animieren soll. Außerdem gibt es auch neue Bildbearbeitungsfunktionen und Gesichts-Filter, diese sind den Filtern von Snapchat ebenfalls sehr ähnlich. Die neuen Funktionen sollen die Nutzer dazu animieren mehr Inhalte zu produzieren, da die App mittlerweile fast nur noch passiv genutzt wird.
  • GOOGLE golem: Hinweise auf neue Software-Funktionen kommender Nexus-Geräte: Google möchte nun seine Nexus-Reihe mit mehr Funktionen versehen. Die Smartphones sollen über einen Support-Modus, einen Nachtmodus und einen verbesserten Standby-Screen verfügen. Der Support-Modus ermöglicht es den Nutzern einem Google-Mitarbeiter per Screen-Sharing den Zugriff auf das Gerät zu ermöglichen. Ob auch ältere Nexus-Smartphones über ein Update neue Funktionen erhalten ist nicht bekannt.
  • YAHOO handelsblatt: Yahoo startet neue TV-Plattform: Yahoo weitet seine Partnerschaft mit dem Streamingdienst Hulu aus. Der Internetkonzern hat nun die TV-Plattform Yahoo View eröffnet. Dort sind kostenlos tausende Serienfolgen, Filme und Trickfilme von Hulu zu sehen. Jedoch werden nur Serien und Filme zu sehen sein, die auch bei Hulu kostenlos abrufbar sind.
  • GOOGLE MAPS skift: Google Maps Comes to Rio’s Favelas for a 360-Degree Video Project: Google startet ein neues Projekt in Rio. Zusammen mit der lokalen Organisation Grupo Cultural AfroReggae wurden in den letzten zwei Jahren viele der Favelas mit der Google Street View Technologie aufgenommen. Auf der neuen Videoplattform Rio: Beyond the Map kann man nun 360 Grad Videos sehen. Diese Videos beinhalten verschiedene Geschichten aus den Favelas. Sie sollen eine bessere und rücksichtsvollere Ansicht auf die Armenviertel vermitteln, welche nicht nur Gewalt und Kriminalität beinhaltet.
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Push-Benachrichtigungen, die mich kennen

Apple Watch Sport (adapted) (Image by LWYang Folgen [CC BY 2.0] via flickr)

Jeder mit einer Apple Watch wird dir das selbe sagen: es geht nur um die Benachrichtigungen, nicht um die Apps. Das Vibrieren an meinem Handgelenk machen glasklar, wie dumm manche Benachrichtigungen sind.” Vor einigen Wochen saß ich in einem etwas anstrengenden Meeting auf der Arbeit. Meine Apple Watch vibrierte an meinem Handgelenk und so wie ich es immer tue wenn ich eine Benachrichtigung erhalte, werfe ich einen kurzen Blick darauf, um mich zu versichern, dass es meiner Tochter gut geht und die Welt nicht in völligem Chaos kollabiert.

Die Benachrichtigung kam von NYT Cooking über Notify, der Facebook-App. Diese sagte, “Du wirst viele von diesen brauchen – und essen: ab nächster Woche gibt es zarte hausgemachte Kekse.” Ich war teils überrascht, teils genervt. Aber vor allem war es mir mehr als klar, dass Benachrichtigungen noch einen langen Weg vor sich haben, bis sie mich wirklich ergründet haben.

Ich liebe alles, was NYT Cooking produziert. Ich liebe ihre Benachrichtigungen. Ich finde es toll, Kekse zuzubereiten. Aber ich möchte nicht mitten am Arbeitstag von ihnen gestört werden. Facebook weiß, dass ich arbeite und an der Ostküste der USA lebe, somit ist es kein großer Aufwand für die App, anzunehmen, dass ich mich um 16:52 Uhr bei der Arbeit befinde und jegliche Nachrichten – außer es handelt sich um etwas wirklich Weltbewegendes – durchaus bis später warten können.

Jedoch sind wir noch nicht an dem Punkt, an welchem die meisten Benachrichtigungen unseren Standort, unseren Terminplan, unsere Leseangewohnheiten und unsere Freunde kennen und diese für intelligent für sich nutzen. Ich sage voraus, dass 2016 ein Jahr wird, in welchem wir Durchbrüche an dieser Front erleben werden.

Da Neuigkeiten und andere Inhalte immer kleinteiliger heruntergebrochen und von den Apps oder Herausgebern, die sie veröffentlicht haben, abgetrennt werden, wird es immer wichtiger, dass die Benachrichtigungsebene intelligenter wird. Die Erwartung, dass Menschen ihre Präferenzen, darüber was sie wollen und was sie nicht wollen, editieren würden, ist ein Gedanke, der eher dem Web 1.0 entspricht. Nachrichtenorganisationen wissen was wir lesen, somit sollten diese Gewohnheiten registriert werden, bevor sich Apps dazu entscheiden, etwas zu pushen.

Dies wird bei tragbaren Geräten sogar noch wichtiger, obwohl diese, trotz gegensätzlicher Vorhersagen, noch nicht bei der breiten Masse angekommen sind. Jeder mit einer Apple Watch wird dir dasselbe sagen: es ginge nur um die Benachrichtigungen, nicht um die Apps. Das Vibrieren an meinem Handgelenk macht deutlich, wie stupide manche Benachrichtigungen sind. So wie Paul Adams, Vizepräsident der Produktabteilung bei Intercom, kürzlich schrieb: “Trotz all der Fortschritte der letzten 20 Jahre – Benachrichtigungen stecken noch immer im Jahr 1999 fest.

Aber es gibt einige Entwicklungen, welche die Fortschritte ankurbeln sollten. Beispielsweise beginnen Benachrichtigungen langsam, zu einem eigenständigen Kanal zu werden, mit Hilfe dessen man nach Informationen sucht. Ich habe darauf gewartet, dass das Benachrichtigungscenter auf meinem iPhone damit aufhört, sich wie verschwendeter Speicherplatz anzufühlen. Dies hat für mich nun endlich mit Slack und Facebook Notify begonnen. Nun gehe ich immer zum Benachrichtigungscenter, um mich darüber zu informieren, was ich alles verpasst habe. Das geht schneller und ist entspannter als die Nachrichten auf Facebook oder Twitter zu abzurufen.

Michael Cerda, Produktleiter bei Facebook, verkündete, dass Facebook seine Benachrichtigungen als eigenes Medium ansieht, getrennt von anderen Konsumplattformen. Wenn Facebook denkt, dass Benachrichtigungen immer noch ein sich entwickelndes Medium ist, auf das achtzugeben sich lohnt, kann man annehmen, dass wir große Verbesserungen von den Entwicklern sehen werden und es hierfür sein gesamtes Wissen und technisches Talent aufbringen werden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr einfach ist, zu verlangen, dass Benachrichtigungen intelligenter sein sollen, aber es ist zweifelsohne nicht einfach, dies dann auch umzusetzen. Bei Meetings haben wir ein Team, welches ein auf Mitglieder zentriertes Benachrichtigungssystem baut, um den Mitgliedern zu gewährleisten, dass diese nicht mit Benachrichtigungen zugeschüttet werden, so wie wir es von E-Mails kennen. Wir wollen sicher gehen, dass wir die Benachrichtigungen dann rausschicken, wenn sie auch von Nutzen sind, beispielsweise direkt vor oder nach dem Meeting.

Unser System bewertet jede Benachrichtigung und erfasst wie ein Nutzer mit Benachrichtigungen in der Vergangenheit umgegangen ist. Dies ermöglicht es uns die Inhalte festzulegen und das Timing zum Aussenden dieser zu bestimmen. Das vielleicht wichtigste hierbei ist wohl die Tatsache, dass dies die Chance erreicht, dass du dein Telefon nicht voller Wut durch den Raum schleudern willst, weil du dich gestört oder zugemüllt fühlst.

Unsere Produktmanager werden durchblicken lassen, dass dies ein hartes und kompliziert zu lösendes Problem ist. Und trotzdem ist das Potenzial riesig – wir gestalten die Apps mit dem Erlebnis der Benachrichtigungen im Mittelpunkt und nicht als Nebengedanke. Angesichts der enormen Zunahme im Datenverkehr, den die Nachrichtenorganisationen mit Push-Benachrichtigungen bereits erahnt haben, hoffe ich, dass diese genau das selbe tun. Denn das bloße Senden von mehr Benachrichtigungen wird das Problem nicht lösen. Sie müssen intelligent werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Apple Watch Sport” by LWYang (CC BY 2.0)


 

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Wie funktioniert der Journalismus am Handgelenk?

Apple Watch (Image: Sandro Schroeder)

Als die Apple Watch angekündigt wurde, haben nicht nur viele Medien den Hype mitgetragen – sondern sind auch direkt mit eigenen Nachrichten-Apps für die Smartwatch angetreten. Wie sehen die Konzepte aus und wie gut funktionieren die News am Handgelenk? Zwei Herangehensweisen kristallisieren sich bei den Medien heraus. Erstens, die Pflichtversion: Die Watch-App deckt einfach den Kanal “Smartwatch” ab und dient als Filterwerkzeug, mit dem der Nutzer sich hauptsächlich seine Artikel für das Smartphone vorsortieren kann. Zweitens, die spannende Kür: Die App versucht mit angepassten Inhalten der Smartwatch-Nutzung gerecht zu werden und zeitgleich die Verbindung zur Smartphone-App herzustellen.

Ein weiterer Nachrichtenkanal

Allen Nachrichten-Apps gemein: Die Push-Benachrichtigungen funktionieren anstandslos. Außerdem gilt auch das grundsätzliche Konzept aller Anwendungen auf der Apple Watch: Die Uhr spielt dem Smartphone zu. Alle Medien-Apps bieten dafür das Handoff-Feature an: Ist ein Artikel auf der Watch geöffnet, wird auf dem Sperrbildschirm des iPhone das entsprechende App-Symbol angezeigt. Durch Hochstreichen lässt sich dann die Komplettversion des Artikels auf dem Smartphone öffnen.

Die Ladezeiten beim Öffnen sind bei nahezu allen Apps noch immer eine Spur zu lang. Besonders beim Starten der App dreht sich der Ladekreis unangenehm lang. Ein grundsätzliches Problem der Watch, denn die eigentliche Arbeit macht das iPhone – und die Inhalte müssen dann erstmal an die Uhr übertragen werden. Trotzdem gibt es unter den Apps einen (gefühlten, nicht gestoppten) Spitzenreiter: Die minimalistische App des Guardian. Die meisten Watch-Apps setzen auf weißen Text auf schwarzem Grund, das ist angenehm für den Kontrast –und spart stromfressende weiße Pixel.

Die Pflicht: Zeit Online, Süddeutsche Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung hat sich gegen den allgemeinen Trend zum dunklen Hintergrund entschieden und bietet stattdessen schwarzen Text auf weißem Grund. Die Schriftart ist sowohl die kleinste als auch schmalste – und damit die größte Herausforderung für die Augen. In Sachen Lesbarkeit hinkt die schlichte App der SZ damit klar hinterher. Mit einem Tippen auf das Stern-Symbol unten rechts lassen sich Artikel für die iPhone-App vormerken. Mit einem festen Druck aufs Display (Force Touch) kann der Kompakt-Modus aktiviert werden, dann werden nur noch die Bilder und Überschriften angezeigt.

Die Watch-App von Zeit Online ist ebenfalls relativ unspektakulär gehalten und erfüllt ihre Aufgabe relativ leidenschaftslos: Den Ausspielweg Apple Watch abdecken und auf die iPhone-App verweisen. Bei einigen Artikeln fehlt das Artikel-Bild, die Force Touch-Geste wird gar nicht unterstützt. Stattdessen findet sich am Ende jedes der zehn Artikel der Hinweis auf die Handoff-Funktion: “Sie können diesen Artikel jetzt auf Ihrem Smartphone lesen”.

Im Mittelfeld: Spiegel Online, Buzzfeed News

Die App von Spiegel Online bietet als eine der wenigen Watch-Apps den Nutzern eine echte Wahlmöglichkeit, welche Inhalte sie sehen möchten. Beim Öffnen der App lassen sich entweder das Wichtigste, das Neueste oder die Leser-Favoriten anzeigen. Die App kann sich die Auswahl entweder dauerhaft merken oder bei jedem Öffnen erneut abfragen. Danach zeigt sich die App in der gewohnten Spiegel-Online-Optik aus breitformatigem Artikelbild, roter Themen-Überschrift und kurzem Teasertext.

Buzzfeed News hat sich bei seiner App für einen endlosen und vertikalen Nachrichten-Stream entschieden, der stark an die Watch-App von Twitter erinnert. Wird auf die einzelnen Nachrichten getippt, gibt es den selben Inhalt noch einmal: Nur mit den zusätzlichen Möglichkeiten, den Text in die Lese-Liste aufzunehmen und dem Thema (z.B. US Politics) nicht mehr zu folgen. Ähnlich wie bei den Push-Benachrichtigungen der Smartphone-App setzt Buzzfeed damit auf personalisierte Inhalte.

Die Kür: New York Times, The Guardian

Die New York Times hat sich bei ihrer schlichten Watch-App ein Ziel gesetzt: “Den Nutzer auf den Nachrichtenstand zu bringen, bevor ihr Arm müde wird.” Und das gelingt der New York Times mit den One-Sentence-Stories: Die Ultrakurz-Nachrichten haben noch weniger Zeichen als ein Tweet. Dabei werden keine Artikel-Überschriften kopiert, sondern Nachrichten auf die Quintessenz komprimiert. Viele One-Sentence-Stories passen somit vollständig auf das 38 Millimeter kleine Display – und können somit ohne scrollen gelesen werden. Die Ein-Satz-Geschichten entsprechen am ehesten der realistischen Watch-Nutzung im Alltag. Und wer mehr braucht, kann das Smartphone rausholen. Acht bunt gemischte Themen geben den Überblick, dann ist Schluss.

Das Watch-Konzept beim britischen The Guardian ist das mutigste: Statt viel Auswahl und Überblick zu bieten, entscheidet die App sich jedes Mal für genau einen Artikel, der bei jedem Öffnen der App gewechselt wird. Kein Scrollen, kein Wischen.

 

Dafür hat das Visuelle beim Guardian mehr Aufmerksamkeit bekommen: Stärker als bei anderen Apps weiß der Nutzer, wo er gerade liest: Die Optik der App hält sich mit dem Farbschema und Layout sehr nah an der Guardian-Optik – und hebt sich damit angenehm vom üblichen Watch-Schema “Weißer Text auf schwarzem Grund” ab, ohne an Lesbarkeit einzubüßen. Außerdem ist die Guardian-App die Einzige, die Werbung ausspielt – beispielsweise einen schmalen Ebay-Banner über den Empfehlungen am Wochenende.

Das Fazit:

Die Journalismus-Apps auf der Apple Watch zeigen deutlich, wie unterschiedlich die Medien das Potenzial und die Bedeutung der Apple Watch einschätzen. Dem Nutzer begegnet momentan die ganze Bandbreite: Von sehr schlichten bis zu sehr aufwendigen, durchdachten Anwendungen. Auch ein halbes Jahr nach Veröffentlichung steht aber noch nicht fest, inwiefern die Smartwatch aus Cupertino überhaupt Verbreitung findet und damit ein relevanter Kanal für die Medienhäuser wird. Somit steht ebenfalls noch aus, ob die schlichten Apps im Vergleich negativ auffallen oder sich die aufwendig entwickelten Watch-Apps tatsächlich lohnen werden.


Teaser & Images by Sandro Schroeder


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Wearables & Smartwatches: ist es wirklich an der Zeit?

Samsung Gear S smartwatch with Galaxy Note 4 (adapted) (Image by K?rlis Dambr?ns [CC BY 2.0] via Flickr)

Apple, Samsung, aber auch kleinere Hersteller wie Fitbit und Runtastic wollen die Handgelenke der Konsumenten erobern. Nicht alles spricht für einen Erfolg. Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, die morgen zu Ende geht, steht ganz im Zeichen von Smartwatches. Uhren und Fitness-Tracker, vollgepackt mit Sensoren, gibt es natürlich schon länger, aber der Start der Apple Watch dieses Jahr hat den Markt so richtig befeuert.

Eine neue IDC-Studie zeigt, dass Apples Hightech-Uhr mit etwa 3,6 Millionen abgesetzten Stück, in wenigen Monaten zum zweit meist verkauften am Körper tragbaren Computer hinter Fitbit aufgestiegen ist und im Wearable-Markt einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen konnte. Andere Hersteller wie Samsung müssen sich vorerst mit kleinen, einstelligen Prozentsätzen zufrieden geben.

Doch mit dem Gegenangriff ließ Samsung, weltweiter Marktführer bei Smartphones und Flat-TVs, nicht lange auf sich warten. Mit großer Show wurde die Smartwatch Gear S2 präsentiert, die ab Oktober für etwa 350 Euro zu haben sein wird (die Apple Watch kostet mindestens 400 Euro). Sie überzeugt vor allem mit einem (für Smartwatches) neuen Bedienkonzept: Ein drehbarer Ring rund um das Display lässt Apps anwählen oder durch Menüs navigieren. Mutig ist Samsung mit der Entscheidung, auf sein hauseigenes Betriebssystem Tizen, anstatt auf Android zu setzen. Das ist eine Kampfansage an Apple: Denn während Android Wear, das bei vielen anderen Smartwatches zum Einsatz kommt, in seiner neuesten Version auch im Zusammenspiel mit dem iPhone funktioniert, kann die Gear S2 nur mit Android-Handys betrieben werden. Der Apple Watch hat die Gear S2 voraus, dass sie auch in einer Version mit eingebautem GPS und integrierter SIM-Karte kommt, was sie unabhängiger vom Smarthpone macht. Die Apple Watch braucht hingegen fasst immer die Bluetooth-Verbindung zum iPhone, um Daten empfangen und verarbeiten zu können.

Doch nicht nur Samsung, Huawei, Sony oder Motorola raufen sich um den Wearables-Markt, sondern auch kleinere Player. Etwa die nunmehrige Adidas-Tochter Runtastic: Sie zeigte auf der IFA eine neue Kollektion analoger Uhren, die mit einem Fitness-Tracker zum Erfassen von Schritten, zurückgelegten Distanzen, verbrannten Kalorien oder Schlafphasen dienen soll. Die Daten werden an eine eigene App am Smartphone geschickt, wo sie zu Statistiken über die eigenen Körperleistungen zusammengefasst werden.

Welches Konzept (Sport-Tracker, vollwertige Smartwatch oder aufgemotzte Armbanduhr) sich letztlich durchsetzt, ist aus heutiger Sicht kaum vorauszusehen. Noch ist der Markt so neu, dass selbst Firmenvertreter noch nicht klar sagen können, welcher Anwendungsfall (Sport, Notifications am Handgelenk, Payment) sich letztendlich beim Konsumenten durchsetzen wird. Und da die Wearables nicht unbedingt billig sind, werden es viele vorerst dabei belassen, sich ein teures Smartphone zu kaufen, anstatt extra Geld für ein Gerät auszugeben, dessen Sinn und Zweck noch nicht wirklich gegeben ist.

Apple wird morgen Abend bei seiner großen Präsentation neuer Produkte vielleicht versuchen, mehr über den Nutzen seiner Watch zu sagen. Denn aller Voraussicht nach wird es sehr bald watchOS 2 zum Installieren geben, das neue Funktionen auf die Apple-Uhr bringen wird. Ob das aber reicht, um Konsumenten von dem teuren Gadget zu überzeugen, bleibt abzuwarten.


Image (adapted) „Samsung Gear S smartwatch with Galaxy Note 4“ by K?rlis Dambr?ns (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 30. April

In unseren Lesetipps geht es heute um TomTom Bandit, Windows Continuum, NASA, ein Interview mit der ersten Twitter-Mitarbeiterin Deutschlands und die Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

  • TOMTOM Golem.de: TomTom: Schütteln schneidet Filme in Actionkamera Bandit: Mit der TomTom Bandit Actionkamera funktioniert das Schneiden eines Videos jetzt ganz einfach: Durch Schütteln des mit der Kamera verbundenen Smartphones wird der geschnittene Filme erstellt. Die Kamera arbeitet per WLAN mit einer iOS-App zusammen. Über diese lässt sich das Video einfach schneiden und mit Musik vom Smartphone unterlegen. Letztlich wird das fertige Video einfach von der Kamera auf das Smartphone übertragen. Bearbeitung am PC ist somit nicht mehr notwendig. Außerdem zeichnet die Kamera neben den Full-HD-Videos auch Geschwindigkeit durch ein GPS-Modul und die Höhenmeter durch ein Barometer auf. Selbst die Herzfrequenz kann via Bluetooth und Kontakt zu einem Brustgurt erfasst werden. 

  • WINDOWS WIRED: Microsoft’s Plan to Convert All Our Gadgets to Windows: Microsoft hat jetzt den Plan entworfen, all unsere Gadgets zu verknüpfen und zu Einem zu machen. Auf Microsofts Build Developer Conference wurde Continuum vorgestellt, ein Feature von Windows 10. Es soll alle Geräte miteinander synchronisieren und verbinden. Zur Demonstration verband Joe Belfiore sein Handy mit einem Monitor und begann dieses wie einen Laptop zu benutzen, auch mit Maus und Tastatur. Es sah so ähnlich zu einem PC aus, dass er das Publikum immer wieder erinnern musste, dass er gerade mit seinem Smartphone arbeitet. Die Zukunft soll sein, dass man nicht mehr einen stationären PC hat, sondern überall und alles miteinander verbindet, und überall dieselben Daten und Apps hat, welche sich nur dem jeweiligen Device anpassen, und somit perfekt personalisiert sind, auf die jeweiligen Bedürfnisse des Users.

  • NASA CNET: Is NASA one step closer to warp drive?: Ist die NASA ein Schritt weiter Richtung „Warp Drive“? Auf jeden Fall arbeitet die Raumfahrtbehörde an einer Technologie, welche uns schneller zum Mond bringen könnte, als einmal mit dem Flugzeug durch Amerika. Angeblich hat die NASA einen revolutionären Weg durch das Vakuum im All zu Reisen: Electromagnetic drive, oder EM Drive. Die Wissenschaft hinter dem EM Drive ist sehr komplex und schwer zu erklären, aber die Grundidee ist elektrische Energie in einen Schub zu umwandeln, allerdings ohne ein Treibmittel zu benötigen, wie zum Beispiel in Raketen der Brennstoff . Nach dem Erhaltungssatz des Impulses müsste das eigentlich unmöglich sein. Sollte diese Technologie wirklich funktionieren, kämen wir ein Schritt näher, schneller als das Licht zu reisen.

  • TWITTER Edition F: „Ich war lange die One Woman Show für Twitter in Deutschland“: Isabelle Sonnenfeld, die erste Mitarbeiterin von Twitter in Deutschland, hat sich den Fragen von Nora Vanessa Wohlert gestellt. Ein Interview über den Werdegang Sonnenfelds, Twitter und die Förderung von Frauen. September 2011 bekam Isabelle Sonnenfeld das Angebot von Twitter, dieses in Deutschland zu etablieren und groß zu machen. Ohne mit der Wimper zu zucken, nahm sie das Angebot an und legte erstmal mit einer Marktanalyse los. Wie twittert eigentlich Deutschland? Auch wird im Interview das Thema Frauen in Techunternehmen behandelt, insbesondere die SWAT („Super Woman At Twitter“) Initiative von Twitter und die Frauenquote behandelt.

  • APPLE WATCH Golem.de: Pulssensor: Apple Watch macht Probleme mit Tattoos: Die Pulssensoren der Apple Watch könnten von Tattoos auf dem Handgelenk gestört werden. Vor diesen Einschränkungen warnt Apple allerdings nicht. Die Smartwatch arbeitet zur Pulsmessung mit einem Plethysmograph: Zwei unterschiedliche Sensorpaare auf der Rückseite der Smartwacht senden ein grünes und Infrarotlicht. Das Hämoglobin, der Stoff, welcher unser Blut rot färbt, reflektiert besonders gut einen Teil des Infrarotlichts, absorbiert aber weitestgehend das grüne Licht. Durch dieses Prinzip der Lichtreflexion misst die Apple Watch ca alle zehn Minuten den Puls. Das funktioniert nur wenn sie eng getragen wird – und nicht von Tattoos gestört wird. Durch die nicht ausreichende Reflexion durch die Tattoos denkt die Uhr, sie würde nicht eng genug getragen.

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5 Lesetipps für den 28. April

In unseren Lesetipps geht es heute um WordPress, Arbeitsklima, Facebook, Sehtests für Zuhause und die Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE WATCH SPIEGEL ONLINE: Apple Watch: Die besten Apps: Nach dem Erscheinen der Apple Watch, musste sich die heiß erwartete Uhr des iPhone Herstellers bereits diversen Tests unterziehen. Jetzt ist es an der Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Was kann die Apple Watch besonders gut, wo gibt es Verbesserungspotenzial, was hält sie aus, was taugt der Akku? Aber vor allem beschäftigt die Frage: Wie verhält es sich mit den Apps?

  • SMARTPHONE heise online: Augenuntersuchung mit dem Smartphone: Wenn Optiker und Augenärzte Tests bezüglich der Sehstärke vornehmen, dann kommen für gewöhnlich teure Gerätschaften zum Einsatz. In New York ist es jetzt möglich, eine solche Kontrolle außerhalb des Ärztezimmers vornehmen zu lassen. Nämlich mit dem eigenen Smartphone. Dafür reichen schon kleine Zusatzgeräte. Nach Angaben des Unternehmens sind die Tests so aussagekräftig wie eine normale Untersuchung beim Optiker.

  • FACEBOOK medienrauschen: Facebookgeddon? Facebook ändert den Algorithmus – Na und?: Gute Community Manager haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Facebooks Newsfeed-Algorithmus keine feste Konstante ist. Nun passt Facebook einmal mehr die Kriterien den Forderungen der Nutzer an. So verkündete Facebook in den Business News vor wenigen Tagen, dass künftig eine Ausgewogenheit zwischen den Meldungen von Freunden und Seiten in den Newsfeed einziehen soll. Die wohl stärkste Änderung diesmal: Gefällt mir-Angaben und Kommentare von Freunden will Facebook künftig weniger gewichten.

  • ARBEITSKLIMA DIE WELT: Ein Drittel des Umsatzes hängt vom Betriebsklima ab: Ein angenehmes Arbeitsklima, sollte für jedes Unternehmen ein erstrebenswertes Ziel sein. Denn ein gutes Arbeitsklima, macht einen nicht unerheblichen Teil des Geschäftserfolgs aus. Angeblich hängt ein Drittel des Umsatzes vom Betriebsklima ab. Dennoch ist es für viele Arbeitgeber ein Schönwetter-Thema. Allerdings ist das riskant.

  • WORDPRESS Golem.de: Cross-Site-Scripting: Offene Sicherheitslücke in WordPress: Wie ein finnischer IT- Sicherheitsspezialist herausfand, gefährdet zurzeit eine Sicherheitslücke die Nutzer von WordPress-Blogs. Mit Hilfe eines Kommentars, soll es Nutzern möglich sein, ein Javascript-Code auf der Seite unterzubringen und somit zum Beispiel den Zugang eines Administrators zu übernehmen. Auch WordPress-Plugins sind häufig ein Grund für Sicherheitslücken. Laut dem Entdecker der Lücken wurden die Warnungen von WordPress zunächst ignoriert.

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5 Lesetipps für den 27. April

In unseren Lesetipps geht es heute um das Erbeben in Nepal, digitale Bildung, die AppleWatch, Tidal, und einen Hackerangriff im Weißen Haus. Ergänzungen erwünscht.

  • NEPALGolem.de: Nepal: Facebook, Google und Openstreetmap helfen Erdbebenopfern: Facebook und Google haben ihre Personensuchfunktion für die Erdbebenregion in Nepal freigeschaltet. Nachdem Erbeben dort Tausende von Opfern gefordert haben, versuchen die Unternehmen Facebook, Google und Openstreetmap jetzt zu helfen. Mit dem Google Person Finder, zum Beispiel, kann man in einer öffentlichen Datenbank Menschen suchen oder Informationen zu den Schicksälen von Personen hinterlegen. Damit können Angehörige versuchen herauszufinden, was mit ihrem Verwandten, Freunden und Bekannten geschehen ist. Via Facebook können User mit dem Safety Check ihren Kontakten mitteilen, dass es ihnen gut geht. Außerdem möchte Google neues Kartenmaterial der Region zur Verfügung stellen. Openstreetmap rief seine Unterstützer auf, dass Kartenmaterial der Region zu verbessern.

  • BILDUNGheise online: Digitale Medien und die User: Von wegen dümmer! Studien zufolge ermöglichen digitale Medien ganz neue Lernformen und eine neue Art der Steigerung unserer kognitiven Fähigkeiten. Die Befürchtung von Kritikern, dass die digitale Technologie unsere Intelligenz beeinträchtigt, bestätigt sich damit nicht. Durch digitale Medien können Prozesse sichtbar gemacht und Lernen vereinfacht werden, wodurch der Mensch effizienter lernt und Vorgänge tiefer versteht. Bisher ist aufgrund von Horrorbildern wie Manfred Spitzers „Digitale Demenz“ die Digitalisierung in Deutschland mehr als ein Fluch gesehen worden. In mehreren Projekten wurde jetzt Untersucht, wie digitale Medien beim Lernen helfen können.

  • APPLE WATCH Mashable: A weekend in Australia with the Apple Watch: Is it worth the hype?: Lohnt sich eine Apple Watch? Jenny Ryall hat sich ein Wochenende mit der Apple Watch auf den Weg gemacht und getestet, was die Uhr alles kann. Auf jeden Fall bekommt man mit der Uhr neugierige Blicke, oohs und aahs zu hören. Positive an der Watch ist außerdem die Messanger-Funktion. Texte diktieren und Sprachnachrichten aufnehmen ist einfach und unkompliziert, genauso wie das Beantworten von kurzen Anrufen. Auch die Fitnesstracker-Funktion überzeugt die Autorin. Allerdings erscheint ihr der Bildschirmschoner zu häufig. Viele Apps müssen zusammen mit dem iPhone konfiguriert werden, und das ist eine lange und nervige Arbeit, dank langer Ladezeiten. Uber ist die am Besten funktionierende App auf der AppleWatch. Ryall vermisst allerdings eine App für Facebook, welche zum momentanen Zeitpunkt nicht verfügbar ist. Nach Testberichten zu weiteren Apps kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass für sie sich die Watch voll und ganz lohnt.

  • TIDAL Mashable: Jay Z goes on tweeting spree to defend his Tidal streaming service: Jay Z verteidigt seinen Streamingdienst Tidal. Via Twitter nimmt der Rapper Abstand von Kritik: Tidal würde sich gut machen, und die Followerzahl würde steigen. Weiter twittert Jay Z, dass auch der iTunes Store nicht in einem Tag erbaut worden sei und auch Spotify neun Jahre gebraucht habe, um erfolgreich zu werden. Mittlerweile hat Tidal nach Angabe des Rappers 770.000 Subscriber. Die Tweets wurden veröffentlicht kurz nachdem Tidal aus den 500 meist geladenen Apps im US Markt gefallen ist. Selbst nachdem ein Gerücht rumgegangen ist, welches behauptet, dass Jay Z und Beyonce ein Album rausbringen, das exklusiv auf Tidal veröffentlicht wird, kletterte der Streamingdienst nur auf Platz 664 der App Chats. Inzwischen hat Jay Z allerdings alle Verweise auf Tidal von seinem Twitter wieder gelöscht.

  • OBAMA Süddeutsche.de: US-Präsident – Hacker lasen Obamas Mails: Es ist russischen Hackern gelungen Einblick in Mails des US Präsidenten Barack Obama zu erhalten. Allerdings enthielten diese Mails keine Informationen der Hochsicherheitsserver. Das Computersystem des Weißen Haus ist in zwei Netzwerke unterteilt. Die Beamte in Obamas Umfeld nutzen somit zwei Computer: Einer ist mit einem Hochsicherheitsnetzwerk verbunden. Über diesen werden höchstvertrauliche Informationen ausgetauscht. Der andere Computer im weniger gesicherten Netzwerk diene zur Kommunikation zur Außenwelt. Die Angriff ist vor allem wegen der Spannungen zwischen Moskau und Russland, welche im vergangenen Jahr erheblich zugenommen haben, sehr kritisch zu sehen. Mittlerweile ist es allerdings gelungen, die Hacker aus dem Mailsystem herauszudrängen.

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5 Lesetipps für den 24. April

In unseren Lesetipps geht es heute um die NSA, den Freedom Day, Amazons Cloud-Geschäft, eine Analyse zu Facebook und die Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

 

  • NSA heise online: NSA-Skandal: BND im großen Stil von NSA unterwandert: Eine Neue Spionageaffäre erschüttert den BND. Die NSA hatte nämlich das Projekt Eikonal, mit dem der BND jahrelang Frankfurter Netzknoten der Deutschen Telekom ausspionierte und Daten an die NSA weitergab, in viel größerem Stiel gekapert als bislang bekannt. Offenbar hat der US-Geheimdienst somit über Jahre hinweg, Ziele in Westeuropa und Deutschland ausgespäht. Unter anderem handelt es sich dabei um IP-Adressen und Handynummern.

  • FREEDOM DAY Der offizielle Google Produkt-Blog: Auf den Spuren von Südafrikas Freiheitskämpfern: Der 27. April ist heute als Freedom Day bekannt und erinnert an das historische Ereignis der ersten demokratischen Wahlen nach dem Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika.Weltweit ist dieser Tag zum Symbol der Hoffnung geworden. Zur Erinnerung an dieses historische Datum hat sich Google mit dem Robben Island Museum zusammengetan, um die Geschichte und die Bilder dieses Unesco-Welterbes für die ganze Welt verfügbar zu machen.

  • AMAZON DIE WELT: Amazon legt erstmals Zahlen für Cloud-Geschäft vor: Amazon ist der weltweit größte Online-Einzelhändler. Allerdings ist der Konzern auch Anbieter von Cloud-Diensten. Erstmals präsentierte dieser nun Zahlen zu den Services aus dem Netz und enthüllte ein profitables Milliarden-Geschäft. Jetzt ist klar, dass die Sparte mindestens ähnlich so groß ist wie bei den Konkurrenten Google und Microsoft. Die Zahlen lassen sich als Kampfansage an die Konkurrenz verstehen.

  • FACEBOOK Online Marketing Rockstars Daily: Überraschend dürftige Entwicklung: Eine Analyse von Facebooks Q1-Bilanz: Das größte Social Net­work ist und bleibt die Instanz des Online-Marketings. Face­book bleibt neben Google frag­los der andere große Fix­stern im Kos­mos, um den sich auch in den nächs­ten Jah­ren alles bei der Online-Werbung dre­hen wird. Eine Analyse der Quartalsbilanz von Facebook macht deutlich, dass das Wachstum zwar längst noch nicht aufgereizt ist, aber es sich merklich verlangsamt.

  • APPLE WATCH heise online: Apple Watch: Verbraucherschützer warnen vor Körpersensoren: Die Verbraucherschutzzentrale Rheinland-Pfalz mahnt, dass die Aufzeichnung von Körperfunktionen durch Geräte wie die heute erschienene Apple Watch, Schaden anrichten könnte. Die Nutzer sollen die Tracker kritisch hinterfragen, besonders wenn Funktionen wie Herzfrequenzmessung oder Schrittzähler gar nicht benötigt werden. Laut der Verbraucherschutzzentrale sei es etwa denkbar, dass Nutzer dadurch Werbung und Angebote bekommen. Möglich sei es aber auch, dass es zu Verweigerung bestimmter Leistungen aufgrund des Gesundheitszustandes kommt.

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5 Lesetipps für den 10. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Datenschutz bei Gesichtserkennung, das Ende von Gigaom, Roboterjournalismus, den Umgang mit Shitstorms und die Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

  • DATENSCHUTZ Datenschutzbeauftragter: Software ermöglicht Identifizierung ohne Gesichtserkennung: Fujitsu hat jetzt eine Software entwickelt, welche Bewegungsprofile von Personen erstellt, aber dabei nicht die Gesichter dieser identifiziert. Selbst bei niedrig aufgelöstem Bildmaterial können Profile von Personen erstellt werden, wobei trotzdem die Privatsphäre dieser geschützt wird. Nur anhand von Körper- und Kopfformen und der Farbe der Kleidung werden Personen identifiziert. Das soll bei der Standortfindung und der Gestaltung von Geschäften helfen oder bei der Planung von Events und der Organisation des Nahverkehrs helfen.

  • GIGAOM The Verge: Pioneering tech blog Gigaom shuts down after running out of money: Der einflussreiche Technikblog Gigaom hat nach fast 10 Jahren seinen Dienst eingestellt. Das Unternehmen war nicht mehr in der Lage seine Schulden zu bezahlen. Montag noch war die Website gefüllt mit aktuellen Beiträgen, bis dann abends die Nachricht an die Leser rausging: „all operations have ceased“, also dass alle Tätigkeiten beendet wurden. Die Mitarbeiter teilten ihre Reaktionen dazu auf Twitter mit. Der Gigaom-Gründer Om Malik verließ das Unternehmen bereits vor einem Jahr.

  • ROBOTERJOURNALISMUS NYTimes.com: If an Algorithm Wrote This, How Would You Even Know?: Roboter sind mittlerweile so gut geworden, dass wir selbst nicht mehr unterscheiden können, was von Menschenhand kommt und was nicht. So kann es auch im Journalismus passieren: kommt dieser Artikel jetzt aus menschlicher Feder oder hat ein Roboter ihn verfasst? Die dafür benötigten Algorithmen und „natural language generator“, also der Generator für natürlich klingende Sprache, existieren bereits seit einer Weile, und sie werden besser und besser. Mittlerweile sprechen unsere Handys menschlich mit uns, unsere Autos parken für uns ein, wie wir es tun würden. Was bedeutet es dann noch, menschlich zu sein?

  • SHITSTORM HAMBURGER WAHLBEOBACHTER: Keine Angst vor Social Media: Wie man als Behörde mit einem „Shitstorm“ umgeht: Kann man sich auf einen Shitstorm vorbereiten? Ja kann man, so Autorin Christiane Germann. Sie ist Media-Managerin in Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Im Artikel berichtet sie von einem Vorfall auf der Facebook-Seite des Bundesamts. Es ging um einen geteilten Artikel über eine 4-köpfige Familie, die aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe keine Wohnung fand. Darunter wurde ein rassistischer Kommentar gepostet, welcher offensichtlich von einem Mitarbeiter aus dem Hause stammt. Wie daraufhin mit dem Mitarbeiter und dem folgenden Shitstorm, als die User merkten wo dieser arbeitete, umgegangen wurde, berichtet Germann hier.

  • APPLE WATCH DIE WELT: Akkulaufzeit: Die Apple Watch geht nach 18 Stunden aus: Apple hat seine neue Smartwatch vorgestellt. Aber braucht man diesen Luxus wirklich? Luxus und Design sind die Punkte, die das Unternehmen sich besonders zu Herzen genommen hat: Mit der Uhr profiliert sich Apple endgültig zum Lifestyle-Unternehmen. Auch der Preis ist nicht ohne: Die günstigste Variante der Uhr liegt bei 400€, die teuerste Uhr kostet bis zu 18.000€. Abhängig ist der Preis je nach Modell, Größe und Armband, von letzterem gibt es eine Vielzahl. Damit ist es das persönlichste Gerät, was je entwickelt wurde, so Apple-Chef Tim Cook. Auch wurde ein neues Macbook vorgestellt, genauso wie eine neue Version des iOS-Betriebssystem.

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5 Lesetipps für den 11. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um Twitters Pläne, Facebooknutzer, die nicht wissen, dass sie das Internet nutzen, „Online to Print“, Dr. Google und den Erfolg der Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

  • TWITTER The Guardian: How Twitter plans to move beyond its 288 million monthly active users: Twitter hat in den letzten Wochen einige neue Funktionen und Änderungen eingeführt. So werden Tweets jetzt auch wieder in der Google Suche berücksichtigt, Twitter hat nun eine eigene Videofunktion und seit gestern gibt es mit Twitter Curator einen Konkurrenten zu Storify. Damit möchte der Dienst über seine 288 Millionen Nutzer hinauswachsen, meint Jerry Daykin, der für The Guardian die Entwicklung der letzten Wochen zusammenfasst und genauer analysiert hat.

  • INTERNET Quartz: Millions of Facebook users have no idea they’re using the internet: Facebook ist mit mehr als 1,3, Milliarden Nutzern DAS soziale Netzwerk schlechthin. Nun liefert eine Studie im asiatischen Markt aber ein interessantes Ergebnis. So gab es bei den Befragungen zu der Studie viele Fälle, wo die Probanden zwar sagten, dass sie Facebook nutzen, das Internet aber nicht. Ist Facebooks Plan, die Welt mit Internet zu versorgen somit ein Erfolg, wenn die Leute noch nicht mal wissen, dass sie das Internet nutzen? Quartz hat dies genauer analysiert.

  • JOURNALISMUS Das neue Handbuch des Journalismus: Joachim Braun: „Nordbayerischer Kurier“ ist eine der ersten Regionalzeitungen mit Online to print: Der Zeitungsmarkt verändert sich stetig und muss sich hierbei stets neuen Herausforderungen stellen. Eine dieser ist die Zusammenlegung von Online- und Printredaktionen, die bereits von einigen Zeitungen angewandt und zurzeit viel diskutiert wird. Für Joachim Braun ist es hierbei entscheidend, dass nach dem Motto „Online to Print“ gearbeitet wird, die Redakteure also für die digitalen Kanäle arbeiten und in das jeweilige Printmedium „nur“ eine Auswahl der Online-Artikel erscheinen. Er selbst praktiziert dies auch bei der Lokalzeitung Nordbayrischer Kurier.

  • GOOGLE Google Watch Blog: Dr. Google: US-Websuche zeigt jetzt ärztlich geprüfte Informationen zum Thema Gesundheit: Google möchte nicht mehr nur zur Suche von Informationen verwendet werden, sondern auch selber Informationen liefern. Dafür wurde in den vergangenen Monaten der Knownledge Graph ausgebaut und mit Informationen befüllt. Hierbei spielt das Thema Gesundheit für Google eine wichtige Rolle, weswegen mit Experten an der Beantwortung von Fragen zu Krankheiten und der allgemeinen Gesundheit gearbeitet wurde. So liefert Google nun zu 400 Stichworten geprüfte Informationen. Mit diesen will das kalifornische Unternehmen aber nicht zu Dr.Google werden, wie es versichert.

  • APPLE Digital Trends: Tim Cook Explains Apple Watch and Apple Pay Success: Noch sind Smartwatches nur einen Nischenprodukt und haben den Durchbruch noch nicht geschafft. Dies soll sich aber dieses Jahr ändern, denn mit Apple betritt ein weiterer großer Konzern den Markt der Wearables. Warum aber gerade die Apple Watch da erfolgreich sein soll, wo Google und Co. es nicht geschafft haben, hat Tim Cook, CEO von Apple, erklärt. Für ihn ist das ausschlaggebende Argument, dass Apple keine Hardwareunternehmen ist, sondern es schafft, die Hardware und Software zur Schaffung einer einzigartigen Erfahrung zu integrieren.

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Hat Apple seinen Olymp erreicht?

Apple Shadows (adapted) (Image by Brett Weinstein [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Glaubt man dem Analysten Abhey Lamba, so könnte der Apple Hype sein baldiges Ende erreicht haben. Apple könnte als wertvollste Firma der Welt seine Wertobergrenze erreicht haben. Mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus wurden Kassenschlager auf den Markt gebracht, die Apple in diesem Jahr wohl kaum noch toppen wird. Auch die Apple Watch kann diesen Ausfall wohl nicht retten, denn man rechnet mit nur mäßigen Erfolg. Alles in Allem könnte es ein schwieriges Jahr für Apple werden.

Das Rekordjahr 2014 wirft seinen Schatten voraus

Das Jahr 2014 war Apples Jahr! Mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus hat man Steve Jobs Vorgaben keines größeren Smartphones entsagt und sich dem Wunsch des Marktes gebeugt. Dies ging vor allem Zugunsten der Nutzer, die vom größeren Display profitieren, der Aktionäre und natürlich Apple selbst.

Dennoch befindet man sich nun in einer Position, in der der Markt, die Kunden und die Aktionäre weiterhin mehr verlangen. Doch ob Apple in diesem Jahr noch mehr liefern kann ist fraglich. Denn das iPhone 6S und iPhone 6S Plus werden voraussichtlich, wie schon immer, nur marginale Änderungen mit sich bringen. Doch dies wird für den anhaltenden Erfolg wohl kaum reichen. Auch bei Apples neuster Produktkategorie, den Smartwatches, rechnet man mit keinem wirklichen Durchbruch – die Rede ist hier von der Apple Watch.

Die Apple Watch reicht nicht

Erste Umfragen beweisen, dass die anfängliche Nachfrage nach einer Smartwatch aus dem Hause Apple deutlich geringer ausfallen könnte als bisher antizipiert. Zwar erfolgt in der Umfrage ein Vergleich von Fitnessbändern, welche die Umfrage im vorliegenden Falle der zahlreichen Funktionen der Apple Watch nicht vollständig repräsentativ macht, dennoch deutet das Ergebnis in eine klare Richtung: Die Apple Watch wird vermutlich nicht den erhofften Erfolg bringen. Im Gegenteil: Tim Cooks erstes eigenes Produkt könnte eventuell sogar zum Flop werden.

Apple steht ein schwieriges Jahr bevor

Alles in Allem steht Apple vor einer Aufgabe, die selbst für den kalifornischen Technikgiganten zu groß scheint: Alle Stakeholder erwarten nach dem Rekordjahr 2014 viel, teilweise sogar unrealistisches. Dass Apple dies jedoch liefern kann und auch wird, ist unwahrscheinlich. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Aktionäre des Risikos, welches auch so vom Analysten Abhey Lamba vorausgesagt wird, bewusst sind. 

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem renommierten Apple-Watchblog Appleunity.de. Appleunity ist auch auf Facebook, YouTube, Google+ und Twitter zu finden.


Image (adapted) „Apple Shadows“ by Brett Weinstein (CC BY-SA 2.0)


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Tim Cook tritt ins Rampenlicht – aber nicht aus Steve Jobs‘ Schatten

Apple CEO Tim Cook (adapted) (Image by Mike Deerkoski [CC BY 2.0] via Flickr)

Steve Jobs war schon immer das Gesicht von Apple und so recht kann und möchte man sich auch nicht von ihm trennen. Ein Faktor, der die Arbeit von Nachfolger Tim Cook nicht gerade leicht macht. Schon während der letztwöchigen Apple-eigenen Keynote zeigte sich der noch vorhandene Einfluss von Steve Jobs auf den neuen Apple Chef Tim Cook. Sei es begründet durch den Ursprung des Begriffs Keynote an sich, der Nähe zum Veranstaltungsort der Vorstellung des iPhones im Jahre 2007, der Nutzung der Phrase „One more thing“ oder gar der Vorstellung der Apple Watch, an der Steve Jobs noch maßgeblich mitgewirkt haben soll, die Omnipräsenz vom Apple Gründer scheint noch nicht verflogen zu sein.

Apple Watch – das letzte Jobs-Relikt?

Und wieder einmal begann die Vorstellung einer komplett neuen Produktkategorie aus dem Hause Apple mit den berühmten Worten „One more thing“, aber dennoch war es dieses Mal etwas Besonderes: Es war das erste Mal nach dem Tod von Steve Jobs, dass diese Worte öffentlich von Tim Cook ausgesprochen wurden.

Das Apple die Veröffentlichung einer eigenen Uhr plant, geht bereits auf Gerüchte aus 2010 zurück. Damals noch unter dem Namen iWatch vermutete man die Präsentation der ersten Smartwatch aus dem Hause Apple. Genauso revolutionär wie das iPhone sollte sie sein und vorgestellt von keinem anderen als Steve Jobs und das natürlich auf der Keynote im September.

Gerüchte kommen nicht von ungefähr und so hat sich Tim Cook in einem seiner jüngsten Interviews wohl selber im Namen geirrt und referierte zurück auf den Namen iWatch anstatt den offiziellen Namen Apple Watch zu verwenden.

Auch das Scroll Wheel war eines der größten Innovationen unter der Führung von Steve Jobs. Damals verwendet im iPod Classic und jetzt in der Apple Watch gewinnt es nun, als Funktion einer Digital Crown, eine neue Stellung im Smartwatch-Markt. Durch eine Kombination aus Gestensteuerung und Drehbewegungen am seitlich angebrachten Rad sollen lästige Zoom-Fingerspielchen, auf dem Mini-Display der Apple Watch, nicht zur Qual bei der Benutzung von Apples Smartwatch werden. Ein Feature, was sich wohl auch Steve Jobs nach dem Test anderer Smartwatches gewünscht hätte.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus – der erste Eindruck täuschte

Keiner wird ein großes iPhone kaufen„, so noch die Worte Steve Jobs während der Q&A-Session auf der Keynote 2010. Dass Tim Cook, damals noch links von ihm sitzend, genau jenes in gleich zwei größeren Varianten 4 Jahre später vorstellen wird, damit hätte der verstorbene Apple Chef wohl nicht gerechnet. Es ist das erste Zeichen einer neuen Ära, Tim Cooks Loslösen von Steve Jobs, das erste Mal, dass Tim Cook etwas Eigenes vorstellt, ein Produkt, welches unter seiner Regie produziert wurde.

Das iPhone 6 kommt gleich in zwei Varianten: Dem Standardmodell mit einem 4,7 Zoll Display statt den bisherigen 4,0 Zoll, wie es noch im iPhone 5 und 5S verbaut war, und dem Phablet-ähnlichem iPhone 6 Plus in der 5,5 Zoll Variante. Beides Geräte, die Steve Jobs wohl niemals veröffentlicht hätte, obwohl der Markt schon seit geraumer Zeit danach zu schreien scheint.

Und Tim Cook hatte Recht mit seinem Marktverständnis: Mehr als 4 Millionen Vorbestellungen sind am ersten Wochenende noch vor Verkaufsstart durchgeführt worden – ein neuer Rekordwert und doppelt so viel wie noch zum Verkaufsstart des iPhone 5 in 2012.

Dies machte sich auch im Aktienkurs bemerkbar, der nach der Apple Keynote erst einmal skeptisch behandelt wurde, um knapp 5 Euro sank der Kurs am Tag nach der Keynote. Doch die neuen Rekordprodukte zeigten Wirkung: Die Apple Aktie ist auf einem neuen Rekordhoch nach dem Aktiensplit im Juni diesen Jahres.

Tim Cook übt sich in Eigenständigkeit

Tim Cook ist am Puls, nicht nur der Zeit, sondern auch an dem der Nutzer: Erstmalig in Apples Historie werden Probleme offen und schnell angegangen und ggf. auch zugegeben, wie es bei den iPhone 5 Batterien erst kürzlich der Fall war.

Mit den berühmten Worten „One more thing“ übernimmt Tim Cook nicht nur endgültig seine offizielle Position als Apple CEO, sondern startet auch seine ersten eigenen Schritte als Chef des Technikgiganten. Es werden definitiv keine einfachen sein, wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat: Die Aktionäre sind skeptisch und der Markt hart umkämpft. Es scheint, als würde jeder auf einen Fehler des Anderen warten, doch mit seiner langsamen Art und Weise, die Führung Apples zu erlernen, ist Tim Cook auf dem richtigen Wege raus aus dem Schatten Steve Jobs‘, rein in das Rampenlicht.

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem renommierten Apple-Watchblog Appleunity.de. Appleunity ist auch auf Facebook, YouTube, Google+ und Twitter zu finden.


Image (adapted) „Apple CEO Tim Cook“ by Mike Deerkoski (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 10. September

In unseren Lesetipps geht es heute um die Fusion zweier Paywall-Anbieter, dem Freedom Act, der Apple Watch, die Ausbildung von Journalisten und den Bitcoin-Erfinder. Ergänzungen erwünscht.

  • PAYWALL Spiegel Online: Digitale Abo-Modelle: Paywall-Anbieter Piano Media und Press+ fusionieren: Um es Verlagen in Zukunft leichter zu machen, sind die beiden auf Paywalls spezialisierte Unternehmen Piano Media und Press+ miteinander fusioniert. Durch die Fusion sollen Paywalls und andere Lösungen in Zukunft noch schneller umgesetzt werden. Der größte Vorteil der nun neugeschaffenen Firma dürfte der riesige Bestand an Daten sein, der Aufschluss über das Kaufverhalten der Kunden geben könnte. 

  • FREEDOM ACT Heise: NSA-Reformentwurf offenbar vor dem Aus: Der Freedom Act sollte eigentlich die Telefonüberwachung von Amerikanern einschränken. Nun scheint es aber so, als ob es dieser nicht mehr vor den Wahlen durch den Senat schaffen würde, berichtet das National Journal. Der Freedom Act geht auf ein Reformversprechen von Obama zurück, welches er nun anscheinend nicht einlösen kann.

  • APPLE Golem: Apple Watch mit Krone: Am gestrigen Abend stellte Apple nicht nur zwei neue iPhones und einen neuen Bezahldienst namens Apple Pay vor. Highlight der Veranstaltung war die die lang erwartete Smartwatch namens Apple Watch. Neben einer Vielzahl an Personalisierungsmöglichkeiten in Bezug auf das Aussehen der Uhr bietet die Apple Watch ein neues Bedienelement, die Krone, und zahlreiche Sensoren.

  • JOURNALISMUS TAZ:  Ausbildung von Journalisten: Weiß, akademisch, bürgerlich: Die Henri-Nannen-Schule kürzt ihre Journalistenausbildung und bietet in Zukunft nicht nur weniger Plätze, sondern auch weniger Beihilfen an. Damit werde es inbesondere für Arbeiterkinder und Migranten schwerer, Journalist zu werden, denn diese könnten sich eine Ausbildung zum Journalist schlicht nicht leisten. Somit sei Journalismus heute für Viele existenzbedrohend.

  • BITCOIN Zeit: Unbekannter droht, Bitcoin-Schöpfer zu enttarnen: Ein Unbekannter behauptet, den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto enttarnt zu haben. So behauptet der Unbekannte, dass er das E-Mail Konto von Nakamoto übernommen habe, in dessen Postfach sich genügend Informationen befinden sollen, um Nakamoto zu enttarnen. Damit er dies aber tue, möchte er 25 Bitcoins, umgerechnet 9 800 Euro, erhalten. Solange dies nicht geschehe, wird voerst offen bleiben, ob der Unbekannte wirklich Zugriff auf das Konto hat.

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