Wahlkampf in StudiVZ

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Während man sich in den letzten Tagen kaum in der deutschen Blogosphäre tummeln kann, ohne über politische Beiträge zur Zensursula zu stolpern, wetteifern die Parteien nach wie vor um die Stimmen der Digital Natives. Der neueste Coup: Nachdem sich die Politiker bereits auf Facebook tummeln, öffnet nun auch StudiVZ seine Tore und integriert eine Wahlzentrale ins System, die von Mai bis September eingebunden sein soll. Auf der Wahlzentrale können Politiker Nachrichten schreiben und die Mitglieder grüßen, zudem soll die Zentrale mit Informationen aus renommierten Quellen bestückt werden. Schon heute können Politiker und Parteien Profile anlegen und Freundschaften pflegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bereits vertreten und zählt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags 1319 Fans. Herausforderer Steinmeier konnte bisher 492 Fans dazu bewegen, bei ihm auf „Finde ich gut!“ zu klicken.

Auf StudiVZ versammeln sich 13,5 Millionen Nutzer, davon 10 Millionen Wähler. Die Betreiber heben in einer Presseerklärung außerdem hervor, dass sie 70% der Erstwähler erreichen können. Informationen von Heise zu Folge soll die Wahlkampfzentrale lediglich Parteien offen stehen, die aktuell im Bundestag vertreten sind. Damit wolle man rechtsextreme Parteien aus dem VZ ausschließen. Ob sich die kleineren, nicht im Bundestag vertretenen Parteien angesichts dieser Regelung über Benachteiligung beklagen werden, bleibt abzuwarten.

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Björn Rohles

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide.

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