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  • iOS 12 t3n: iOS 12: Apple will, dass ihr eure iPhones weniger nutzt: Ab Montag findet in San José, Kalifornien die Worldwide Developers Conference 2018 statt. Apple soll auf dem Event wohl in einer Keynote iOS 12 ankündigen. Mit dem Software-Update sollen iPhone-Nutzer dazu angehalten werden, ihre Smartphone-Nutzung besser unter Kontrolle zu halten. Das neue Feature wird sich darum drehen nicht mehr Zeit am Smartphone zu verbringen, sondern weniger und gezielter. Am Montag wird in der Keynote bekannt gegeben, welche Features bis zum Release noch erwartet werden können.

  • GAMES welt: Dürfen Androiden aus Notwehr Menschen töten?: Mit „Detroit: Become Human“ wurde jetzt das neuste Spiel des Entwicklers Quantic Dream veröffentlicht. In dem düsteren Setting des Spiels sind Androiden die Sklaven der Menschen – sie müssen die schweren und unangenehmen Arbeiten der Menschen verrichten. Das dystopische Game wirft fragen über die Zukunft von künstlichen Intelligenzen auf und trifft den Zeitgeist. Die ganze Review zum Game könnt ihr bei Welt.de nachlesen.

  • ARBEIT politik-digital: Mit dem Turing-Bus durch die Arbeitswelten der Zukunft: Alan Turing war einer der einflussreichsten Theoretiker der frühen Computerentwicklung und Informatik. Die Gesellschaft für Informatik e.V. hat ihr mobiles, digitales Bildungsprojekt nach dem Urvater des Computers benannt – der Turing-Bus. Das Bildungsangebot reist unter dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ zu Schulen, Jugendclubs und lokalen Institutionen in kleine und mittelgroße Städte in Deutschland. Heute, am 1. Juni, wird die zweite Station Rangsdorf angesteuert.

  • DIGITALISIERUNG gründerszene: Warum die Hypo-Vereinsbank ihre Digital-Pläne zurückdreht: Die Hypovereinsbank stellt Innovationsprojekte ein. Einst wurde beispielsweise der Einstieg beim Finleap-Startup Moneymap hoch angepriesen. Diese Beteiligung wurde jetzt allerdings verkauft. Damit hat die HVB binnen kurzer Zeit ihre beiden offenbar einzigen direkten Fintech-Beteiligungen abgestoßen. Wie kann es sein, dass sich eine der wichtigsten deutschen Banken aus ihren Fintech-Beteiligungen zurückzieht – während die übrige Branche, darunter inzwischen auch die Deutsche Bank, in die entgegengesetzte Richtung steuert?

  • KI handelsblatt: Merkel will Deutschland für KI-Forscher flexibler machen: Viele Forscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz verlassen Deutschland. Die Kanzlerin möchte den Trend aufhalten. In einer Diskussionsrunde mit dem portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Costa äußerte sich die Kanzlerin, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung und Zukunftstechnologien flexibler und wettbewerbsfähiger werden soll.

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Zwischen Konsolen, Cosplayern und der Kanzlerin – die Gamescom 2017!

Gamescom 2017 (adapted) (Image by Sergey Galyonkin [CC BY-SA 2.0] via Flickr

Zwischen Konsolen, Cosplayern und der Kanzlerin hat vom 22. bis 26. August 2017 die nunmehr 9. Gamescom in Köln stattgefunden. Auf über 200.000 Quadratmetern öffnete die Messe unter dem diesjährigen Motto “The Heart of Gaming” ihre Tore für einen neuen Besucherrekord von über 350.000 Menschen. Meine Reise begann für viele andere Fachbesucher schon am Montag vor dem ersten Messetag. Meinen noch „jungfräulichen“ Füßen grauste es bereits vor den 123.124 Schritten, die sie in den nächsten fünf Tagen auf der Gamescom 2017 laufen würden.

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Merkel lobt die Videospielbranche als kulturell wertvoll. Image by Lisa Kneidl.

Bereits an ihrem ersten Tag sollte die Gamescom 2017 bereits historisch sein, denn zum ersten Mal eröffnet ein deutsches Regierungsoberhaupt die Messe. Gegen 13 Uhr trifft Angela Merkel in der Messe ein, eröffnet die Messe offiziell und begibt sich nach der obligatorischen Pressekonferenz sogar auf einen offiziellen Rundgang. Neben üblichen politischen Floskeln – Frau Merkel hatte es irgendwie geschafft, im Kontext von Videospielen auch Schiller zu zitieren – und der Ermahnung zu mehr Medienkompetenz wurde aber auch beschlossen, dass Videospiele nun doch Kulturgut seien. Da dachten wir noch, das Internet wäre doch Neuland.

Gamescom 2017: Meine Presse-Premiere

Zwar bin ich seit 2012 begeisterte Privatbesucherin der Gamescom, aber erst in diesem Jahr konnte ich die “heiligen Hallen” erstmals auch mit meiner Akkreditierung um den Hals betreten. Der Consumer-Bereich ist trotz Fachbesuchertag dennoch bereits gut gefüllt, aber im Vergleich zu den folgenden 4 Tagen eine brachliegende Landschaft. Nachdem ich mir einen Überblick über die altbekannten Hallen verschafft hatte – Ubisoft, Blizzard und Co. platzieren sich meist in der gleicher Formation an den üblichen Stellen – war ich gespannt auf den Business-Bereich.

Wo der Consumer-Bereich mit Farben, Figuren und allgemeiner Reizüberflutung klotzt, hält sich der Business-Bereich eher zurück. In meiner bisherigen journalistischen Laufbahn habe  ich schon ein paar Tech-Messen mitgemacht und muss die Gamescom für ihren Elan und das tolle Feeling loben. Das Lob war allerdings auf den Consumer-Bereich bezogen. Der Business-Bereich enttäuschte mich dementsprechend ein wenig. Es lockten die immergleichen steril-weißen Messestände mit Keksen und Kaffee, die Spiele wurden in kleinen, versteckten Räumen hinter verschlossener Tür vorgestellt – alles top secret eben.  Business und professionelles Networking ist wichtig, aber es ist nicht meine Welt – zumindest nicht auf der Gamescom.

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Der Blizzard-Hit Overwatch ist auch auf der diesjährigen Gamescom ein Besuchermagnet. Image by Lisa Kneidl.

Der Reiz war für mich anderswo: Die Messe lebt von ihren extravaganten Ständen, den lauten Shows und den vielen tollen Cosplays. Würde alles exakt so wie im Business-Bereich ablaufen, hätte die Messe sicher keinen derartigen Erfolg. Bleibt nur die Frage, wieso die Messe den Consumern dann den Messe-Sonntag genommen hat und stattdessen einen Werktag mehr ins Programm genommen hat.

The Hype is real, or is it?

Vermeintliche Sensationen hatte die Gamescom einige, mit Neuankündigungen und Weltpremieren hält sich die Messe aber zurück. Dafür gibt es ja noch die circa zwei Monate vorher stattfindende E3 in Kalifornien. Blizzard hat sogar eine eigene Convention, für die sie sich die richtigen großen Happen aufheben. Maximal das neue Anno 1800 vom französischen Entwickler Ubisoft durfte in Köln jetzt Premiere feiern.

Auch Virtual Reality ist nach wie vor ein großes Thema, auch auf der Gamescom 2017 kam man kaum daran vorbei. Bei fast jedem zweiten Stand musste man in Deckung gehen, um nicht von den ausladenden Gesten eines temporär blinden VR-Spielers erschlagen zu werden. Eigentlich hatte VR seinen Durchbruch bereits, dennoch scheint es noch fast nur ein Messe-Gimmick zu sein. In den wenigsten Wohnzimmern die ich kenne liegt bereits eine VR-Brille.

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Maximale Immersion: Ein Fallout-Cosplayer beim Fallout-VR spielen. Image by Lisa Kneidl.

Außerdem regnet es Triple-A-Fortsetzungen: Far Cry 5, Assassins Creed: Origins, Call of Duty XYZ, Star Wars: Battlefront 2, Destiny 2, Uncharted: The Lost Legacy und wie sie nicht alle heißen. Davon wirkten nur die wenigsten wirklich innovativ. Weitaus mehr Spaß hatte ich dabei mit neuen, eigenständigen Titeln wie dem Open-World-Action-RPG Biomutant von THQ Nordic oder Detroit: Become Human vom Entwickler Quantic Dream, die schon Spieleblockbuster wie Heavy Rain herausbrachten.

Mehr Indie braucht das Land!

Zu meinen persönlichen Highlights zählt in jedem Jahr der Indie Arena Booth. Die Idee stammt vom Entwickler Oliver Eberlei und das Ganze wird heute vordergründig von dem Hamburger Entwicklerstudio THREAKS auf die Beine gestellt. Was im Jahr 2013 noch gerade mal bescheidene 40 Quadratmeter Fläche umfasste, hat sich bis zum Jahr 2017 geradezu exponentiell vergrößert und nimmt nun mit über 1.000 Quadratmetern etwa ein Viertel einer Gamescom-Halle ein. Hier präsentieren internationale und unabhängige Entwicklerstudios ihre Titel – eine Möglichkeit, die sie anderweitig oder alleine auf der Messe mit den entsprechend hohen Standpreisen nicht hätten.Bleibt nur die Frage, ob das nun noch Indie ist.

Wem die zum Teil bis zu sechs Stunden Wartezeit an den Triple A-Titeln in den anderen Hallen zu anstrengend sind, ist auf der Gamescom 2017 in der Indie-Arena bestens aufgehoben. Kurze Wartezeiten, clevere und charmante Spiele und ausgedehnte Gespräche mit den erklärfreudigen Entwicklern wirken um einiges ansprechender als stundenlanges Warten für wenige Minuten immergleiche Balllerei!

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Ein kleiner Teil des Indie Arena Booth. Image by Lisa Kneidl.

Mein persönlicher Favorit: Rite of Ilk, ein Co-op Titel aus dem niederländischen Hause der Turtleneck Studios, der bei den Indie Arena Booth Awards auch direkt doppelt ausgezeichnet wurde. Nach einem kurzen Plausch mit dem Game-Designer Jori Kamp entpuppte sich das Game als Notlösung und Ersatz für das Abschlussprojekt des Entwicklerteams. Das Gameplay erinnert stark an den Videospiel-Klassiker Ico – die beiden Spielfiguren sind das gesamte Spiel hinweg mit einem Seil verbunden. Das stellt die Spieler vor einige Schwierigkeiten, bietet aber manchmal auch eine genial Lösung für Probleme in dem Puzzle-Plattformer.

 

Mehr als 80 Entwickler-Teams aus 26 Ländern waren in diesem Jahr vertreten – und der Trend nimmt nicht ab! Ein paar sehenswerte Stellvertreter aus der deutschen Indie Szene sind “Orwell” von Osmotic Games, “The Inner World” von Studio Fizbin und “All I Have Is Time” von THREAKS.

“The Heart of Gaming” lässt Gamer-Herzen höher schlagen

Immer gern gesehen sind auf der Gamescom zudem die Cosplayer, also kostümierte Fans, die in liebevoller Handarbeit ihre Verkleidungen herstellen, um so einen fiktiven Charakter nachzustellen. Umso erfreulicher ist es dabei, dass auch die Gaming-Branche langsam Wind von dieser Subkultur bekommt und sie fürs Marketing entdeckt. Langsam aber sicher lösen die kostümierten Fans die sogenannten “Booth Babes” an den großen Ständen ab. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien: Cosplayer erhalten die verdiente Anerkennung für Ihre Arbeit und Publisher erhalten für Marketing begeisterte und zum Produkt informierte Werbe-Models.

Auch wenn gerade von den großen Entwicklern meiner Meinung nach die Innovationen ausblieben, ist die Gamescom ein Erlebnis, das ich Jahr für Jahr nicht missen möchte. Ich gehe schon lange nicht mehr nur für die Spiele zur Gamescom. Ich gehe für das Feeling, die Leute, darunter vor allem auch die Rocket Beans, die dieses Jahr erstmals die offizielle TV-Berichterstattung der Messe übernommen haben – kurz: Für das Gesamterlebnis. Fünf geballte Tage mit Hunderttausenden gut gelaunten Nerds an einem Fleck – die Gamescom 2017 war das Woodstock der Nerds!


Header (adapted) „Gamescom 2017“ by Sergey Galyonkin (CC BY-SA 2.0)
Images by Lisa Kneidl


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  • GAMESCOM Handelsblatt: Gaming wird zum Breitensport: Was für Themen sind auf der Gamescom in diesem Jahr besonders wichtig? Nachdem gestern die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gamescom eröffnete, dreht sich alles um das Social Gaming oder aber auch um E-Sports. Dennoch gibt es viele weitere Trends, die vor allem die Gamer derzeit begleiten. Spannende Virtual Reality-Welten warten auf die Besucher, sowie die ewig lebende Spielkonsole Nintendo. Aber in diesem Jahr spielt auch die Politik eine wichtige Rolle, da sich hier unter anderem die Frage stellt, ob man sich künftig auf eine finanzielle Förderung in der Gaming-Branche freuen kann oder nicht.

  • ANDROID 8 Welt: Google veröffentlicht Android 8 Oreo: Die meisten haben es schon vermutet: Das neue Betriebssystem Android 8 wurde nach dem berühmten Oreo Keks benannt. Nutzer können sich auf einige Neuerungen freuen. Für jede App können Benachrichtigungen jetzt individuell gesteuert werden. Zudem können Bild-in-Bild-Videos auf dem Smartphone abgespielt werden. Hier kann der Nutzer beispielsweise während eines Videochats zur gleichen Zeit ein anderes Video auf seinem Display aufrufen. Auch der Stromverbrauch lässt sich im neuen Update gut in den Griff bekommen, da Nutzer auf eine stromsparende App-Bremse zugreifen können.

  • PASSWORT Golem: Angriffe auf Microsoft-Konten um 300 Prozent gestiegen: Der IT-Sicherheitsbericht von Microsoft zeigt auf, dass Angriffe auf Microsoft-Nutzerkonten im ersten Halbjahr 2017 um 300 Prozent gestiegen sind im Gegensatz zum Vorjahr. Ein Grund dafür sei unter anderem die schlechte Wahl von Passwörtern. Oftmals sind diese unsicher und zu einfach gewählt. Zudem sind viele veröffentlichte Passwörter durch Hacks im Netz verfügbar. Microsoft empfiehlt seinen Nutzern daher Passwörter zu benutzen, die eine angemessene Länge aufweisen und am besten nur einmal genutzt werden. Außerdem zeigt der IT-Sicherheitsbericht die steigende Zahl von Loginversuchen, die von bösartig eingestuften IP-Adressen ausgehen.

  • ALDI Mobilegeeks: ALDI life wird jetzt auch zur Gaming-Plattform, startet am 22. August: Wie passen Gaming und Aldi zusammen? Seit gestern sogar ziemlich gut, denn Aldi vertreibt auf seiner Online-Plattform „ALDI life“ jetzt auch Games. Vorher gab es für die Nutzer eine Flatrate des Partners Napster, bei der sie eine Vielfalt an Songs und Hörbücher hören oder auch günstig E-Books erwerben konnten. In der Zusammenarbeit mit dem Partner Medion gibt es hier jetzt auch Spiele für sämtliche Spielkonsolen, wie beispielsweise die PlayStation, Xbox oder für aber auch für den PC. Wer sich hier ein Spiel kauft, erhält dabei einen Online-Code, mit dem das Spiel auf der jeweiligen Konsole oder auf dem PC aktiviert werden kann.

  • WHATSAPP Netzwelt: WhatsApp: So nutzt ihr die neue Status-Funktion unter iOS und Android: Auf WhatsApp gibt es mittlerweile immer mehr Funktionen für die Nutzer, um den Messenger-Dienst stets interessant zu halten. Hier kann ein eigener Status anhand von Bildern oder kurzen Videos mitgeteilt oder auch die Datenschutzeinstellungen beliebig angepasst werden. Und mit dem neuen Update kommen auch wieder neue Funktionen. Nutzer finden schon bald farbenfrohere Status-Updates, bei denen neben dem Schriftstil auch die Hintergrundfarbe geändert werden kann. Für die neuen Funktionen gibt es hier eine genaue Anleitung.

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Der coole Kanal: Youtuber als Wahlhelfer

YouTuber (adapted) (Image by StockSnap) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Bei der Bundestagswahl 2017 spielt YouTube als Plattform für die Kommunikation mit jüngeren Zielgruppen eine besondere Rolle. Auch Kanzlerin Merkel macht mit.

Bereits bei der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten wurde die gestiegene Bedeutung von Youtubern für die Politik sichtbar. In die Bundesversammlung, die das deutsche Staatsoberhaupt wählt, entsenden die Landesparlamente neben Berufspolitikern gerne auch Prominente, die Mitglied einer Partei sind oder ihr nahe stehen. Nach Kulturschaffenden, Stars aus Film und Fernsehen sowie Sportlern hat sich 2017 eine neue Klientel für die Mitarbeit in diesem Verfassungsorgan qualifiziert. Dafür verantwortlich ist nicht nur die Piratenpartei, in deren Fraktion gleich zwei Youtuber mit politischem Profil vertreten waren: Rayk Anders und Tilo Jung. Auch Julien Bam, einer der populärsten deutschen Youtuber, war auf Betreiben der damaligen Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen zum Mitglied der Bundesversammlung gewählt worden. Wobei Hannelore Kraft (SPD) sich selbst schon an einem Video-Blog über ihre Arbeit als Regierungschefin versucht hat. Ihr Oeuvre ist aber nach der Löschung des Profils bei der Video-Plattform nicht mehr verfügbar.

Die neuen Meinungsmacher

Nachdem die Bundeskanzlerin 2015 unter dem Titel “#NetzFragtMerkel” LeFloid im Kanzleramt eine Audienz für ein halbstündiges Interview gewährt hat, wird es im Wahljahr nun eine Nummer größer. Angela Merkel (CDU) trifft am 16. August im YouTube Space Berlin in einem einstündigen Livestream nacheinander auf vier Fragesteller, die unterschiedliche Facetten repräsentieren. Mirko Drotschmann behandelt als MrWissen2go „Allgemeinwissen zu aktuellen und historischen Themen.

Dazu gehört auch die aktuelle Bundestagswahl, zu der er bereits einige Erklär-Clips produziert hat. Lisa Sophie liefert in ihrem Kanal “ItsColeslaw” eher Persönliches aus der Perspektive einer jungen Frau. AlexiBexi präsentiert ein Potpourri vom Technik-Test bis zur Comedy. Und schließlich Ischtar Isik, die laut Pressemitteilungmit gerade einmal 21 Jahren eine der erfolgreichsten deutschen Social-Media-Expertinnen im Bereich Fashion, Beauty und Lifestyle” ist. Formuliert hat diese Einschätzung das Studio71, das das Event produziert und redaktionell betreut. Das Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE vermarktet zahlreiche Youtuber international insbesondere im Rahmen kommerzieller Kampagnen des Influencer-Marketings.

Das gesamte Setting der Veranstaltung reflektiert einerseits die Kritik an der eher harmlosen Aufzeichnung von LeFloid und entspricht andererseits in etwa dem, was das Weiße Haus unter Obama etabliert hat. Beim US-Präsident war das Format allerdings klar als Regierungskommunikation im Anschluss an seine jährliche Rede zur Lage der Nation ausgerichtet. Hier wie da fungieren die Youtuber als Katalysatoren und Multiplikatoren, die sich im Vorfeld der Veranstaltung mit der durch die Abonnenten ihrer Kanäle konstituierten Community über relevante Themen austauschen und unter dem Hashtag #DeineWahl auch deren Fragen erheben.

So sollen Zielgruppen erreicht werden, die nicht mehr dort anzutreffen sind, wo sie einst Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) vermutet hat, als er die Parole ausgab: „Zum Regieren brauche ich nur BILD, BamS und Glotze.“

Nun hat allerdings gerade die heiße Phase des Wahlkampfs begonnen, und da würde ein Interview ausschließlich mit der Amtsinhaberin ihr doch Vorteile verschaffen. Sei es durch die exklusive Ansprache des Publikums der Youtuber oder dadurch, dass sie ihr Image damit aufpolieren kann, dass über das Event eben bei “BILD, BamS und Glotze” berichtet wird. Die Verantwortlichen scheinen sich dieser Problematik bewusst zu sein und stellen weitere Events dieser Art mit Politikern anderer Parteien in Aussicht.

TV-Duelle und Wahlabend bei YouTube

Unabhängig davon werden am 17. September rund 15 Youtuber in einem mehrstündigen „Community Live Stream“ mit ihren Fans zum Thema “Wahlen” in Dialog treten. Und auch die TV-Duelle am 4. und 5. September werden bei YouTube im Livestream zu sehen sein. Schließlich produziert Studio71 am Abend der Bundestagswahl für das öffentlich-rechtliche Online-Outlet funk.net unter dem Titel “Wahlgemeinschaft” eine mehrstündige Show: “Mehrere Moderatoren (…) führen durch den Abend und begrüßen prominente Youtuberinnen und Youtuber sowie aufstrebende Nachwuchs-Politikerinnen und -Politiker zum Talk. Das Format soll politische Inhalte für 14- bis 29-Jährige interessant aufbereiten, Informationen zum Wahlausgang vermitteln und natürlich unterhalten. Neben den Talks sind Auftritte von Musikerinnen und Musikern und spannende Live-Showelemente geplant.

Challenge und Comedy als politische Bildung

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) bedient sich der Influencer und platziert eine zehnteilige ‚YouTube-Reihe zur Sensibilisierung für demokratische Wahl- und Entscheidungsprozesse‘: „Das Angebot ‚#erstewahl2017‚ richtet sich primär an Menschen, die zu ihrer Informations- und Meinungsbildung über gesellschaftliche und politische Zusammenhänge primär Ressourcen der Sozialen Netzwerk-Dienstleister und des Social Web nutzen.”. Dabei wird das Format der “Challenge” genutzt. In der Pilotfolge von Fitness-Vloggerin Sofia Martinez werden verschiedene Optionen vorgestellt. Die Zuschauer können abstimmen, welcher Herausforderung sie sich stellen muss. Es geht also um die Konsequenzen von Abstimmungen. Weitere Beiträge zu diesen und ähnlichen Aspekten des Wählens liefern Alycia Marie, Moritz Garth, Malternativ, Salomé Sylvana und Silvi Carlsson.

Ab dem 11. September 2017 beschäftigt sich dann das Comedy-Duo Space Frogs in ihrer „Space Cabin“ im Auftrag der BpB mit unterschiedlichen Themen der Wahl. “In fünf Folgen, die täglich vom 11.-15. September 2017 auf ihrem YouTube-Kanal ‘Space Radio’ erscheinen, fragen sie etwa: Wie funktioniert die Bundestagswahl überhaupt? Welchen Stellenwert nehmen Bildung oder Digitalisierung in den Programmen der Parteien ein? Und welche Gestaltungsideen haben die Parteien für die Zukunft der Rente oder Europas?

Abseits solcher koordinierten Aktivitäten wird Tilo Jung zur Bundestagswahl wieder mit exponierten Vertretern von Parteien in seinem bekannten “Jung & Naiv”-Format reden. Pointiert setzt er dabei einen Kontrapunkt zum Kanzlerinnen-Interview indem er mit dem Spitzenkandidaten der AfD, Alexander Gauland, gestartet ist. Und dem “Alex” fast zwei Stunden lang “naive” Fragen stellt.


Image (adapted) „YouTube“ by StockSnap (CC0 Public Domain)


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  • #DEINEWAHL spiegel: Vier YouTuber befragen die Kanzlerin: Im September ist in Deutschland wieder Bundestagswahl und alle Parteien sind im Wahlkampf. Wie wichtig Influencer, besonders auf die junge Erstwähler sind, weiß auch Kanzlerin Angela Merkel und stellt sich erneut den Fragen von mehreren Webstars im Interview. Bereits vor zwei Jahren gab es ein großes Interview mit YouTuber „LeFloid“, das einige Kontroversen aufwarf. Dieses Mal sind vier Webstars aus verschiedenen Bereichen vertreten. Das Interview wird per Livestream übertragen, Zuschauer können im Voraus Fragen unter dem #DeineWahl einreichen – und werden dem Kanzleramt vorab nicht zur Freigabe zur Verfügung gestellt.

  • HEYTWITTER t3n: Shahak Shapira: „Wenn es witzig ist, feiere ich das ja auch, so ist es ja nicht“: Der deutsch-israelische Satiriker Shahak Shapira hat Twitter über 300 Hasskommentare gemeldet, das Unternehmen reagierte nur auf einen Bruchteil davon. Der Satiriker kritisierte dieses Verhalten und sprühte kurzerhand die Hasskommentare vor die Twitterzentrale in Hamburg, damit das Unternehmen sie nicht mehr ignorieren kann. In der Bevölkerung sind die Meinungen zwiegespalten. Die einen nennen die Aktion Volksverhätzung, da einige antisemitische und rassistische Beiträge so in der Öffentlichkeit zu lesen waren, andere unterstützen die Aktion. Twitter hat noch nicht reagiert.

  • ÜBERWACHUNG netzpolitik: Berliner Polizei hat letztes Jahr zwei Telefongespräche pro Minute abgehört: Aus dem Aktuellen Bericht der Berliner Polizei geht vor, dass letztes Jahr über eine Millionen Telefonate abgehört wurden. Der häufigste Grund sind Drogen oder ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Neben der Abhörung von Telefonaten hat sich auch die Überwachung von Internet-Anschlüssen verdoppelt. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Jahresbericht hervor. Netzpolitik.org hat die Zahlen aus dem Bericht gesammelt und Visualisiert.

  • ALGORITHMEN wired: Google’s New Algorithm Perfects Photos Before You Even Take Them: Google Forscher haben kürzlich einen neuen Alortihmus vorgestellt, der Bilder in kürzester Zeit optimieren kann, wie ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm. Das Programm erkennt alle Teile des Bildes die Verbesserungsmöglichkeiten bieten und kann sie innerhalb von 20 Millisekunden ändern. Diese Schnelligkeit ermöglicht, dass dem Nutzer das schon bearbeitete Bild im Bildsucher angezeigt werden kann, bevor das Foto überhaupt gemacht wurde. Die Software ist außerdem so gestaltet, dass sie sogar auf Smartphones eingearbeitet werden kann.

  • ANDROID O heise: Android O: Diese Geräte bekommen ein Update: Bisher haben nur wenige Hersteller sich dazu geäußert, ob ihre Geräte ein Systemupdate zu Android O erhalten werden. Gerüchten zufolge soll das Update bald veröffentlicht werden. Bekannt sind unter anderem die Flagschiff-Smartphones von Samsung und LG. Neuster Zugang sei das neue Sony Xperia. Jedoch müssen sich viele Android Nutzer selbst nach Release des Neuen Systems gedulden, da zum Zeitpunkt der Sourcecode von Google noch nicht freigegeben ist. Für viele Herrsteller muss die Oberfläche noch auf ihr Gerät angepasst werden.

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  • E3 heise: E3-Konferenz von Sony: Blockbuster-Show für die PS4: Die E3 – also die Electronic Entertainment Expo – ist seit über 20 Jahren eines der Highlight-Events in der Gamingszene, auf dem jährlich die aktuellsten Neuerungen vorgestellt werden. Nach Ankündigungen von neuen Konsolen wie der Xbox One X von Microsoft, ziehen auch andere Entwickler und Publisher wie Ubisoft. Aus dem Hause Sony werden den geneigten Zocker vor allem diverse Eigenproduktionen und mehr Material für die Playstation VR – die hauseigene Virtual-Reality-Brille – erwarten. Bei diversen Spielen wird sich allerdings noch bedeckt gehalten, dafür soll es erst auf der Gamescom im August weitere Infos geben.

  • DIGITALISIERUNG sueddeutsche: Deutschland braucht einen Digitalminister: Man lachte noch über Bundeskanzklerin Angela Merkel’s Aussage “das Internet sei für uns alle Neuland”, aber tatsächlich passiert in Deutschland zu wenig. Am gestrigen Tag reiste die halbe Bundesregierung zum Digitalgipfel in die Rhein-Neckar-Region. Ein Punkt, in dem Deutschland vor allem hinterherhinkt, ist der Ausbau der Glasfaserleitungen und der steht immerhin schon in der neuen Agenda des Wirtschaftsministeriums. Was jetzt wichtig ist, damit das Land innerhalb der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleibt, ist eine digitale Agenda mit harten Zielen und idealerweise einem Staatsminister im Kanzleramt, der die Aktivitäten der Fachministerien mit einem entsprechenden Mandat koordiniert.

  • DATENSCHUTZ handelsblatt: Gesichtsscan im Supermarkt ist unbedenklich: Kürzlich machte die News die Runde, dass in Real-Supermärkten die Gesichter von Kunden an den Kassen gescannt und digital erfasst werden sollten. Die Software erfasst demnach, wie lange der Kunde auf den Werbebildschirm schaut, unterscheidet nach Geschlechtern und schätzt das Alter. Bei Datenschützern klingelten da erst mal die Alarmglocken, aber laut dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht sei datenschutzrechtlich alles in Ordnung.

  • PODCASTS wired: Apple gibt Podcastern mehr Daten – doch die sind skeptisch: Es wird von Produzenten als Meilenstein angesehen – Apples neue Podcasting-Analytics soll es Podcastern möglich machen, zu wissen, wie lange der Hörer mithört und welche Teile möglicherweise übersprungen werden. Aus Previews geht hervor, dass die Podcast Analytics wie die Analytics für iOS Apps dargestellt werden und dass Apple Nutzerdaten anonymisiert. Inhalte und Werbung können demnach nicht zielgruppengerecht auf die Hörer zugeschnitten werden.

  • WORDPRESS Quelle: Zu wenige Mitarbeiter anwesend: WordPress-Firma schließt Büro: Das WordPress-Büro in San Francisco macht dicht. Grund dafür: Mitabreiter der Firma hinter WordPress.com – Automattic – seien zum großen Teil schlichtweg nicht regelmäßig anwesend. Wie das sein kann? Automattic stellt es seinen Mitarbeitern frei, wo sie arbeiten wollen. Dem Firmensprecher Mark Armstrong zufolge war das Büro in San Francisco — ähnlich wie weitere Offices in Kapstadt und Portland – eine Art Coworking-Space.

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  • HACKING Süddeutsche Zeitung: Deutschland plant Cyber-Gegenschläge: Die Bundesregierung will Voraussetzungen schaffen, unter denen es möglich ist, im Falle von Cyber-Attacke zum Gegenangriff überzugehen. Das Verfahren hierfür ist die Zerstörung des feindlichen Servers. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR beschloss der Bundessicherheitsrat unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel, zu analysieren, welche technischen Fähigkeiten hierfür vonnöten wären. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Notwenigkeit der Maßnahmen und füge erklärend hinzu, ein Polizist trage im Einsatz ja nicht nur eine Schutzweste, sondern auch eine Pistole.

  • OPEN SOURCE heise: Black Duck: Open Source ist allgegenwärtig – und gefährlich: Black Duck Software, ein Spezialist für Open-Source-Audits hat über 1. 000 kommerzielle Anwendungen untersucht. Das Ergebnis liegt nun in Form der Open-Source-Sicherheits- und Risikoanalyse 2017 vor. Demnach kommt kaum noch eine Software ohne Open-Source-Komponenten aus. Gut ein Drittel des Codes stammt durchschnittlich aus Open-Source-Projekten, die am häufigsten genutzten sind jQuery, Bootstrap, JUnit, Apache Log4j sowie Software aus dem Apache-Commons-Projekt. Die verbleibenden zwei Drittel der Anwendungen nutzen allerdings Komponenten in Versionen mit bekannten Sicherheitslücken. Ausgerechnet die Branchen Handel, E-Commerce, Internet und Software-Infrastruktur sowie Finanzdienstleister und Fintechs sollen laut der Studie betroffen sein.

  • APPLE golem: Weiter Lieferprobleme bei den Apple Airpods: Auch vier Monate nachdem die Apple Airpods auf den Markt kamen, gibt es weiter Probleme bei der Auslieferung. Sechs Wochen muss man derzeit warten, wenn man jetzt ein Paar der kabellosen Kopfhörer bestellt. Im Appel Retail Store am Ku’damm in Berlin ist es bisher sogar so, dass man mit größter Wahrscheinlichkeit keine Airpods erhalten hat, ohne sie in das Geschäft vorzubestellen. Über die Gründe für die schlechte Verfügbarkeit kann nur spekuliert werden. Möglicherweise hat Apple im Vorfeld falsch kalkuliert und die Nachfragen nach den rund 180 Euro teuren Geräten unterschätzt.

  • FACEBOOK Welt: Facebook-App soll das Gedankenlesen lernen: Es klingt wie Science-Fiction, aber Facebook arbeitet wirklich daran: Das weltgrößte Online-Netzwerk will Menschen direkt aus dem Gehirn heraus Worte in Computer schreiben lassen. Es gehe zum Beispiel um die Möglichkeit, einem Freund eine Textnachricht zu schicken, ohne dafür das Smartphone herausholen zu müssen, sagte Facebook-Managerin Regina Dugan auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José. Das aktuelle Ziel sei, auf 100 Worte pro Minute zu kommen. Dies könne in einigen Jahren erreicht werden.

  • MICROSOFT t3n: Microsoft killt das Passwort: Das Eingeben von Passwörter ist bei fast allen Nutzern unbeliebt, egal ob man immer dasselbe Passwort verwendet oder ein sicheres und immer anderes. Microsoft hat sich dem Problem angenommen und eine neue Art der Authentifizierung entwickelt, die nun an alle Nutzer ausgerollt wird. Statt das Passwort stationär auf dem PC einzugeben, kann man stattdessen sein Smartphone mit dem Konto verknüpfen. Ist es notwendig, dass sich der Nutzer identifiziert, hat er nun die Wahl, sich einen Code auf sein Smartphone schicken zu lassen. Dort kann er den Code bestätigen und so die Eingabe des Passworts umgehen.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Ein Selfie mit der Kanzlerin bringt Facebook in Bedrängnis: Trivialer geht es fast nicht – ein Selfie. Das im September 2015 aufgenommene Bild wurde dem jungem Syrer Anas Modamani allerdings zum Verhängnis. Als er gerade einen Monat in Deutschland war, posierte er zusammen mit Angela Merkel in Berlin. Jetzt steht er vor dem Würzburger Landgericht, Grund dafür ist Hetzte auf rechten Seiten, die den Teenager als Terroristen diffamieren. Inwieweit Facebook hier mitverantwortlich ist und ob eine gewisse Sorgfaltspflicht verletzt wurde, soll jetzt entschieden werden.

  • PAYPAL venturebeat: PayPal launches Slack bot for peer-to-peer payments: Chatbots sind gefühlt in aller Munde. Der Bezahl-Dienst PayPal hat jetzt auf der Team-Messaging-App Slack seinen eigenen Bezahl-Bot gelauncht. Der Bot lässt Nutzer mit dem Shortcode „/paypal“ peer-to-peer (P2P) Zahlungen von bis umgerechnet rund 9.300 Euro ausführen. PayPal hat rund 5 Millionen tägliche Nutzer und mit dem Bezahl-Bot nun ihren ersten dieser Art veröffentlicht. Auf Slack gibt es im Gegensatz rund 900 Bots für die Automatisierung von Aufgaben.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: Ein Deregulierer, wie Trump ihn mag: Ajit Pai ist der von Trump eingesetzte neue Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) und wartet nicht lange, um aktiv zu werden. Er beginnt direkt damit, seine eigene Behörde, die Regulierung zur Netzneutralität in den USA, zu entmachten. Bislang untersagte diese Providern, den Internetverkehr gegen Bezahlung zu bevorzugen. Die Sorge um ein „Zwei-Klassen-Internet“ ist jetzt groß.

  • YOUTUBE cnet: Youtube takes on Facebook Live with mobile live streaming: Youtube zieht, nach Facebook oder Instagram, nun auch mit bei der mobile Live-Streaming-Welle. Was im Juni verpsrohen wurde, soll jetzt bald verfübgar sein und zunächst für beliebte Youtuber, also mehr als 10.000 Abonennten, verfügbar sein. Neu ist Live-Streaming für die Video-Plattform allerdings nicht, seit 2015 ist es über die Sparte “Youtube Gaming” möglich, Gaming-Content zu streamen. Das neue Feature „Super Chat“ soll es zudem Zuschauern ermöglichen, direkt mit den Youtubern zu sprechen, allerdings gegen einen Preis.

  • ROBOTER heise: Fahrender Last-Roboter als Begleiter für Menschen: Gestern war “Liebe-deinen-Roboter-Tag”, klingt komisch, ist aber so. Dieser Tag soll sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Roboter fokussieren. Beispielsweise arbeitet derzeit eine US-Tochterfirma des Vespa-Herstellers Piaggio an einem kleinen Roboter, der als Helfer für Menschen fungieren soll und Lasten von bis zu 20 Kilogramm befördern kann. Der blaue, runde Helfer soll, ebenfalls wie der Aktionstag, dazu anregen, über die Rolle der Roboter in unserer Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken.

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  • IBM horizont: IBM und Accenture eröffnen Zentrum für künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz und IoT nehmen in den nächsten Jahren enorm zu. Sowohl im privaten, als auch beispielsweise im Dienstleistungsbereich. Gerade da gäbe es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für KI. Allein die Beantwortung von Kundenfragen durch virtuelle Agenten oder die Automatisierung von dokumentationspflichtigen Abläufen, könnte durch KI einen enormen Vorsprung erleben. Deshalb eröffnet IBM, in Zusammenarbeit mit Accenture, ein Zentrum für künstliche Intelligenz in Frankfurt. Als starker Industriestandort werde Deutschland von der Nutzung intelligenter Roboter und selbstlernender Maschinen profitieren.

  • GOOGLE googlewatchblog: Vom Hoffnungsträger zum Mega-Flop: Kaum jemand nutzt Googles Messenger Allo & Duo: Für Google läuft es dieser Tage schlecht, zumindest aus der Sicht von Social Media und Messaging. Bis auf Gmail konnte Google kein einziges Produkt hervorbringen, was gegen Facebook, Whatsapp und Co. nur im Geringsten ankommen könnte. Auch die Hoffnungsträger Allo & Duo konnten an dieser Sache nichts ändern. Zwar stieg die Nutzerzahl in den ersten fünf Tagen schon auf fünf Millionen Downloads. Allerdings passierte danach auch nicht mehr viel. 60 Tage nach Relaunch verharrte Allo zwischen 5-10 Millionen Downloads. Duo kam zwar etwas besser weg, verbesserte die Laune des Unternehmens aber auch nicht wirklich. Was sollte Google also tun?

  • ARBEIT 4.0 deutschlandfunk: Nahles macht Vorschläge zur Arbeit 4.0: Es ist ein neuer Kompromiss zwischen Sicherheit und Flexibilität, den Arbeitsministerin Andrea Nahles mit ihrem „Weißbuch Arbeiten 4.0“ anstrebt. Gedacht als Diskussionsentwurf, Ergebnis eines zweijährigen Diskussionsprozesses zwischen Politik, Praxis und Wissenschaft. Es sind vor allem die Folgen der Digitalisierung, auf die die Arbeitswelt und ihr rechtlicher Rahmen reagieren müssen, versucht die SPD-Politikerin am Beispiel von Großunternehmen aufzuzeigen.

  • TELEKOM zeit: BSI: Bei Angriff auf Telekom „noch einmal Glück gehabt“: Seit Sonntagnachmittag waren rund 900.000 Router der Telekom ausgefallen. Angblich wurde der Schadcode durch eine Sicherheitslücke im Router eingeschleust. Doch die Software sei offenbar nicht in der Lage gewesen, sich selbst in das Dateisystem zu schreiben. Deshalb habe sie einen Neustart nicht überlebt. Seit Dienstag wollte die Telekom die Störungen wieder weitestgehend in den Griff bekommen. Doch wenn so eine Attacke schon der Telekom passieren kann, wie steht es dann um „kleinere““ Unternehmen oder gar Privatpersonen, sind wir Attacken damit schutzlos ausgeliefert?

  • HACKER faz: Merkel: Hacker-Angriffe werden zum Alltag: Werden Hacks nun zum Alltag? Dieser Meinung ist zumindest Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die russische Strategie von „hybrider Auseinandersetzung“ setze sich mit dem Ausfällen der Router der Deutschen Telekom gleich. „Solche Cyber-Angriffe, auch solche wie es in der Doktrin ja auch Russlands heißt, hybride Auseinandersetzungen, gehören heute zum Alltag“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. „Wir müssen lernen, damit umzugehen.“

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • D21-DIGITAL-INDEX heise: Deutsche fallen bei Internetkompetenz zurück: Zum Tag des IT-Gipfels der Bundesregierung vermasselt ihr die neue Online-Studie die Laune: Deutschland verliert ein paar Meter auf dem Weg in die digitale Gesellschaft, droht die Anforderungen nicht zu meistern. 79 % der Deutschen sind online – das ist aber nur ein Prozentpunkt mehr als noch vor einem Jahr.Der Gesamtindex gibt an, wie digital eine Gesellschaft im Privat- und im Arbeitsleben ist. Dieser hat sich sogar verschlechtert, von 52 auf 51 von möglichen hundert Punkten.

  • FIREFOX golem: Firefox 50 startet schnell und bringt Emoji: Dank Veränderungen am Addon-SDK startet die aktuelle Version 50 des Firefox-Browsers schneller, auch ohne installierte Addons. Diese sind in der neuen Version sozusagen integriert, sodass man zwei Sekunden spart, wenn man den Browser öffnet. Zudem enthält Firefox Emojis für Systeme, die dafür keine nativen Fonts haben. Genutzt wird dafür Emoji One, das in vielen weiteren Anwendungen zum Einsatz kommt. Außerdem ist die Suche ein bisschen intelligenter geworden. Sucht man auf der Seite, werden nur noch Treffer angezeigt, die explizit den gesuchten Begriff wiedergeben und wo dieser nicht nur einen Wortteil darstellt.

  • FACEBOOK t3n: Kein Geld für Lügenverbreiter: Google und Facebook gehen gegen Falschmeldungen vor: Google und Facebook haben angekündigt, schmerzvolle Maßnahmen gegen Websites durchzuführen, die Falschmeldungen veröffentlichen. Sie wollen Fake-News-Verbreiter aus ihren Werbenetzwerken werfen. So wirft Facebook Falschmeldungen verbreitende Websites aus dem Audience-Network. Auf diesem Wege ist den Websites die Möglichkeit, Geld auf der Plattform zu verdienen, abgeschnitten. Google hat am Montag ähnliche Schritte angekündigt: Das Unternehmen wird Websites, die Informationen über den Betreiber falsch darstellen oder verbergen, aus dem Adsense-Netzwerk ausschließen.

  • Tengelmann Welt: Rewe und Edeka einigen sich über Aufteilung von Tengelmann-Filialen: Die beiden Supermarktketten haben sich über die Aufteilung der Filialen von Kaiser’s Tengelmann in Berlin geeinigt. Offen sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen nun noch der Kaufpreis und die Lastenverteilung. Vor zwei Wochen haben die beiden Unternehmen Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hinzugezogen, der als Schlichter fungiert hat.

  • IT-GIPFEL FAZ: Ist Deutschland bereit für die Digitalisierung?: Viele Beschäftigte plagt die Sorge, von Robotern und Algorithmen verdrängt zu werden. Wie lässt sich das verhindern? Die Plattform Industrie 4.0 hat ein Paket mit Handlungsempfehlungen geschnürt, das Politikern wie Angela Merkel und Sigmar Gabriel auf dem heutigen IT-Gipfel in Saarbrücken überreicht werden soll. Es enthält die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe mit Empfehlungen und Praxisbeispielen für Unternehmen und Beschäftigte, wie die Anforderungen der Digitalisierung bewältigt werden können. Dabei folgt es einem 4-Schritte-Prinzip.

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Netzpiloten sind Partner von Medientage München

Es wird wieder Zeit für die Medientage in München – Europas größter Medienkongress. Am 25. Oktober öffnet die Gipfelveranstaltung im ICM München seine Tore für zahlreiche Gäste und schließt diese wieder am 27. Oktober. In der Zeit erwarten euch spannende Vorträge und Events rund um das Thema Medien, denn das Motto in diesem Jahr lautet: „Mobile & Me – Wie das Ich die Medien steuert“.

Bereits seit 30 Jahren finden die Medientage statt und dieses Mal hält die Eröffnungsrede keine Geringere als die Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich. Gastgeber der Veranstaltung sind zudem der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Außerdem werden die Keynotes von Professor Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz gehalten und die Fernsehredakteurin Dunja Hayali wird den Medientage-Gipfel moderieren.

Neben diesen starken Persönlichkeiten werden zusätzlich rund 400 Speaker die Veranstaltung abrunden und dafür sorgen, dass Fragen geklärt, Innovationen ans Tageslicht und neue Möglichkeiten aufgezeigt werden. Interessierte können sich einbringen, diskutieren und eine Menge spannender Vorträge unter anderem über die Top-Themen Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und Virtual Reality erleben.

Neben aufschlussreichen Vorträgen gibt es aber auch am Tag der Eröffnung eine anschließende Jubiläumsfeier und auch Themenspecials zu Frauen in Medienberufen, Virtual Reality und Startups auf der MEDIENTAGE-Messe. Das genaue Programm könnt ihr hier noch einmal einsehen.

Also, seid dabei und besorgt euch Tickets für die wohl spannendsten Tage rund um das Thema Medien in München!

+++ Das Gewinnspiel ist beendet +++

Hat jemand Lust auf München und die Medientage? Dann schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff „Medientage München“ an gewinn@netzpiloten.de und gewinnt ein Tagesticket für die Veanstaltung. Zeit habt ihr dafür bis zum 05. Oktober – 17 Uhr. Viel Glück!

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Traut euch! Leaks sind unsere beste Waffe gegen die NSA

wikileaks truck capitol hill (adapted) (Image by Wikileaks Mobile Information Collection Unit [CC BY 2.0] via flickr)

WikiLeaks hat einige neue Diplomaten-Depeschen veröffentlicht. Diese belegen, wie umfassend die NSA Spitzenpolitiker aus der EU und Israel sowie auch die UN abgehört hat. Bei der Verfolgung ihrer geopolitischen Interessen ließen es die USA massiv an Respekt vor ihren nominellen Verbündeten und auch der etablierten UN (die nicht in dieser Weise zu behandeln sind, da sie auch Verträge unterzeichnet haben) vermissen. Dieser Machtmissbrauch macht deutlich, wieso wir Leaks und Whistleblower so dringend brauchen.

NSA-Überwachung von Politikern umfassender als bisher angenommen

Die neueste Veröffentlichung von WikiLeaks besteht aus einigen Diplomaten-Depeschen der USA, die in den Jahren 2002 bis 2006 verschickt wurden. Sie sind als “Top Secret” eingestuft und damit, wie WikiLeaks in einer Pressemitteilung betont, die geheimsten Dokumente, die jemals von einer Medien-Organisation veröffentlicht wurden.

In den Telegrammen sind Gespräche zwischen einflussreichen Politikern dokumentiert. Dort finden sich Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Klimawandel. Auch die Staatsoberhäupter Israels, Italiens und Frankreichs wurden bei ihren – teils streng vertraulichen – Besprechungen von der NSA überwacht. Dabei wurden nicht nur die Treffen als solche dokumentiert, sondern auch deren genaue Inhalte. Das bedeutet eine weitaus umfassendere Überwachung ranghoher Politiker als bislang bekannt.

Spionage aus geopolitischen Interessen

Angesichts der abgehörten Personen und der Inhalte der Gespräche ist eindeutig sichtbar, dass es hier nicht um Sicherheit oder Verbrechensbekämpfung – die so gern und oft genannten, vermeintlich legitimen Gründe für massive Überwachung – geht. Vielmehr versuchen die USA, ihre geopolitischen Interessen zu stärken, indem sie die NSA die politischen Pläne anderer Länder und auch internationaler Gremien ausspionieren lassen. Allzu sehr zu verwundern vermag das nicht mehr bei einem Geheimdienst, bei dem mittlerweile so gut wie sicher ist, dass er auch Wirtschaftsspionage betreibt, aber empörend ist es dennoch.

Respekt vor der UN? Fehlanzeige

Auch vor der UN als internationaler Institution zeigen die USA keinerlei Respekt. Nicht nur, dass sie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei vertraulichen Besprechungen abhörten. US-Außenministerin Hillary Clinton soll außerdem – das belegen ältere Leaks – den Befehl gegeben haben, die DNA des Generalsekretärs zu beschaffen. WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange kommentierte das Verhalten der USA mit den Worten: “Wenn der UN-Generalsekretär, dessen Kommunikation und Person rechtlich unantastbar sind, wiederholt und ohne Konsequenzen angegriffen werden kann, ist jeder bedroht.”

Die US-Überwachung macht vor nichts und niemandem halt

Assange lässt sich mitunter zu provokanten und undurchdachten Aussagen hinreißen, aber hier trifft er eindeutig den Nagel auf den Kopf. Die USA machen mit diesem Verhalten eines ihrer wichtigsten Geheimdienste wieder einmal deutlich, wie wenig sie sich in ihrem Umgang mit ihren ausländischen Verbündeten oder internationalen Institutionen an die Regeln gebunden fühlen. Ob Freund, ob Feind, ob nominell unantastbare internationale Instanz – die NSA überwacht absolut jeden. Spitzenpolitiker sind davon ebenso wenig ausgenommen wie jeder beliebige deutsche Bürger, dessen Telekommunikation am Internet-Knotenpunkt abgegriffen wird. Massive gesellschaftliche Verantwortung der Betroffenen interessiert die NSA ebenso wenig wie internationale Abkommen oder die Tatsache, dass die meisten der Überwachten sich absolut nichts zu Schulden kommen lassen haben.

Whistleblowing als Korrektiv

Die neuesten Enthüllungen zeigen, warum wir dringend Whistleblower und Plattformen wie WikiLeaks oder The Intercept brauchen, die sich trauen, das geleakte Material zu veröffentlichen und journalistisch aufzubereiten. In einer Welt, in der sich einige Mächtige an keine Regeln mehr gebunden fühlen, in der weder die Privatsphäre der Einflussreichen noch die der unbekannten Normalos respektiert wird, in der Herrschaftswissen illegal und heimlich angehäuft und rücksichtslos zum eigenen Nutzen eingesetzt wird, ist das Öffentlichmachen dieser Exzesse der einzige mögliche Weg, die Situation zu verbessern. Nur, wenn die Zivilgesellschaft erfährt, wie die NSA und ihre Komplizen internationales Recht ebenso wie sämtliche Regeln von Ethik und Fairness mit Füßen treten, kann es womöglich irgendwann genug politischen Druck geben, um eine wirksamere Kontrolle dieser Geheimdienste – oder noch besser, deren letztendliche Abschaffung – durchzusetzen.

Whistleblower, die Dinge aus dieser schmutzigen und gefährlichen Welt offen legen, gehen ein erhebliches persönliches Risiko ein – und sie liefern uns in diesem ungleichen Kampf, bei dem Wissen eine Waffe ist, die einzige Möglichkeit zur Verteidigung. Deswegen verdienen sie unseren Respekt, und deswegen sollten wir auch Projekte wie WikiLeaks unterstützen. Erst wenn die Welt eine zivilisiertere geworden ist, werden wir auf solche mutigen Taten verzichten können.


Image (adapted) “wikileaks truck capitol hill” by Wikileaks Mobile Information Collection Unit (CC BY 2.0)


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Überwachung: Die Bundesregierung zeigt sich lernresistent

Critical Mass (adapted) (Image by Matthias Ripp [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Bundesregierung will die Überwachung hierzulande weiter ausbauen. Zwei Jahre nach den Snowden-Leaks wurden wichtige Lektionen nicht gelernt. Aktuelle Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner und sonstige Formen der Überwachung lesen sich teilweise so, als sei man in eine Zeitschleife geraten. Die Befürworter von mehr Überwachung bringen immer wieder die ewig gleichen (und größtenteils widerlegten) Argumente vor. Aktivisten versuchen dagegen anzugehen und leiden teilweise selbst unter Ermüdungserscheinungen. Spätestens aus den Snowden-Enthüllungen hätte die Bundesregierung wichtige Lektionen lernen müssen. Das aber hat sie versäumt.

Massive Überwachung: Die Skepsis steigt

Edward Snowden, der die weltweiten Überwachungs-Programme des US-amerikanischen und britischen Geheimdienstes offenlegte – beziehungsweise das bis heute tut, denn nach wie vor kommen durch Analyse von Snowdens enormem Daten-Paket neue Details über die Arbeit der NSA und des GCHQ ans Licht – hat vielen Menschen die Augen geöffnet für das Ausmaß, in dem westliche Regierungen sie überwachen und kontrollieren.

So ergab eine Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom im vergangenen Jahr, dass sich die Zahl der Menschen in Deutschland, die E-Mails verschlüsseln, innerhalb nur eines Jahres von 6 Prozent auf 16 Prozent fast verdreifacht hatte.

Dabei spielten Snowdens Enthüllungen zweifellos eine Rolle: “Die stärkere Nutzung von Diensten zur Verschlüsselung und Anonymisierung ist eine direkte Folge der Abhöraffäre”, sagte Bitkom-Chef Dieter Kempf damals.

Ähnliche Umfragen gibt es zuhauf. Sie zeigen, dass viele Menschen sich unwohl fühlen bei der extremen, staatlichen Überwachung, die derzeit auch in Demokratien praktiziert wird und sie ihre private Kommunikation gern schützen wollen. Viele zuvor eher unpolitische Menschen wurden durch die große mediale Aufmerksamkeit, die Snowdens Enthüllungen erfahren, für die Überwachungs-Problematik sensibilisiert.

Zudem war Deutschland schon zuvor in Sachen Datenschutz sensibler als viele andere Länder. Schon in den 1980er Jahren führten massive Proteste gegen die Volkszählung zur Anerkennung eines neuen Grundrechts, des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung. Dieses besagt, dass Menschen grundsätzlich selbst entscheiden dürfen, was mit ihren privaten Daten geschieht und wem gegenüber diese offen gelegt werden.

Auch die erste Auflage der Vorratsdatenspeicherung, die in fast allen EU-Ländern eingeführt wurde, stieß in Deutschland auf besonders heftige Kritik. Zehntausende Menschen demonstrierten, über 30.000 unterzeichneten eine Verfassungsbeschwerde gegen das Überwachungsgesetz, die schließlich zur Aufhebung des Gesetzes führte.

Die Bundesregierung macht weiter wie gehabt

All das zeigt, dass die deutsche Bevölkerung die massive Überwachung schon lange mit Misstrauen betrachtet und dieses Misstrauen durch die aktuellen Enthüllungen weiter wächst. Eigentlich sollte das für die Bundesregierung ein Signal zum Umdenken sein. Bislang ist aber das Gegenteil der Fall.

Die Bundesregierung schafft es nicht, dem Überwachungs-Treiben der Verbündeten Einhalt zu gebieten; bestenfalls kommen halbherzige Lippenbekenntnisse. Der NSA-Untersuchungsausschuss wird behindert, wo es nur geht, und hat es so schwer, wirklich lückenlos aufzuklären.

Parallel dazu setzt die Bundesregierung alles daran, ihr eigenes Überwachungs-Arsenal weiter aufzustocken, sei es durch Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung (nachdem diese selbst auf EU-Ebene massiv in die Kritik geraten ist und die entsprechende Richtlinie gekippt wurde, ein Arsenal an Staats- und Landestrojanern, Erweiterungen der Geheimdienst-Befugnisse oder andere Maßnahmen.

Offensichtlich wurde von Seiten der Regierung versäumt, einige wichtige Lektionen aus den Debatten der letzten Jahre zu lernen. Das mag teilweise daran liegen, dass sich diese Klientel größtenteils mit moderner Technik im Allgemeinen schwer tut (man denke nur an Angela Merkels berüchtigte Neuland-Aussage).

Eine größere Rolle dürfte aber schlichtes Machtbewusstsein spielen – Überwachung macht es nicht nur leicht, zu wissen, was die Bevölkerung denkt und plant, dabei werden die Menschen abgehalten offen für kontroverse Meinungen einzustehen.

Zudem taugt Überwachung gut als aktionistische Pseudo-Lösung für Kriminalität aller Art, von Terrorismus über Kindesmissbrauch bis hin zum Cyber-Betrug. Auch wenn Studien nahe legen, dass beispielsweise die Vorratsdatenspeicherung die Aufklärungsquote bei schweren Verbrechen nicht signifikant erhöht, stellt die Law-and-Order-Fraktion diese und andere Überwachungsmaßnahmen gerne als unabdingbaren Teil der Sicherheitspolitik dar. Nach wie vor fallen, trotz der oben angesprochenen Sensibilisierung, viele Menschen auf dieses Narrativ herein.

Die Informationsgesellschaft braucht die informationelle Selbstbestimmung

Die Informationsgesellschaft bietet Chancen, auf die wir nicht verzichten sollten. Damit wir in dieser Gesellschaft aber dauerhaft zufrieden und harmonisch leben können, brauchen wir ein Mindestmaß an Privatsphäre – nicht nur aus sozialen und psychologischen Gründen, sondern auch, um angstfreie, kritische Debatten über wichtige Themen zu ermöglichen.

Die meisten Menschen haben das mittlerweile begriffen. Leider ist die gesellschaftliche Realität nach wie vor eine andere. Es wird Zeit, durch politischen Druck, dieses Ungleichgewicht zu ändern und eine Gesellschaft zu fordern und mitzugestalten, in der nicht alle paar Jahre dieselben Überwachungsmaßnahmen gefordert (und mit den immer gleichen, wenig überzeugenden Argumenten begründet) werden.


Image (adapted) “Critical Mass” by Matthias Ripp (CC BY 2.0)


 

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Dörner kritisiert: Merkel trennt nicht zwischen Partei und Staat

Katja Dörner MdB (adapted) (Image by Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen [CC BY 2.0] via Flickr)

Mitte Juli interviewte Vlogger Florian Mundt, besser bekannt als LeFloid, die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Thema “Das Gute Leben“ war vorgegeben, die Fragen sammelte Mundt unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel auf Twitter. Das Interview löste viel Kritik an der naiven Herangehensweise von Mundt aus, aber auch weil Merkel das kritiklose Gespräch nutzte, um Parteipositionen der CDU zu platzieren. Die Grünen-Politikerin Katja Dörner wollte wissen, wie das die Bundesregierung sieht.

In einer schriftlichen Anfrage an die Bundesregierung fragte Katja Dörner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, in wieweit diese ihre Einschätzung teilt, “dass die Trennung von Partei- und Staatstätigkeit nicht gewahrt“ wurde. Dies ist eine relevante Frage, denn im Gegensatz zur Regierungspolitik, fehlt Parteiprogrammen die Legitimation durch eine Wahl der gesamten Bevölkerung. Was die CDU in ihren Parteiprogrammen schreibt, kann deshalb und ist nicht gleich die Position der Bundesregierung sein.

Tilman Seeger, stellvertretender Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, antwortete Dörner darauhin in einem Netzpiloten.de vorliegenden Brief: “Die Bundesregierung teilt weder diese Einschätzung noch die Darstellung des Sachverhalts. Die Bundeskanzlerin gibt dem Interviewer erkennbar ein Beispiel für vielfach verfügbare Informationen zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP.

Schaut man sich das Interview an, erkennt man keine Beispiele für vielfach verfügbare Quellen. Auf die Frage von Mundt, warum das Freihandelsabkommen “so unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt“ und “warum darüber nicht viel mehr informiert“ wird, antwortete Bundeskanzlerin Angela Merkel im Wortlaut: “Also ich kann Ihnen gleich drei Broschüren der CDU schicken, wo wir über das Freihandelsabkommen informieren.“ Mehr dazu nicht.

Etwas später im Interview wiederholt sie beschwichtigend, dass das Freihandelsabkommen “nicht so im Verborgenen verhandelt wird“, denn “die Verhandlungsseiten stehen im Internet von der Europäischen Kommission“, als eine akzeptable Informationspolitik seitens der Bundesregierung kann dies aber nicht gewertet werden. So bleibt einzig und allein der Verweis auf die Parteiprogramme der CDU.

Katja Dörner bleibt deshalb bei ihrer grundsätzlichen Kritik an Merkels Aussagen. Auf Nachfrage sagte sie gegenüber unserer Redaktion:

Nicht nur, dass Bundeskanzlerin Merkel die Auswirkungen von TTIP verharmlost, sie macht auch noch Werbung zu CDU-Broschüren. Ganz klar eine Vermischung der Kanzlerschaft mit dem CDU-Parteivorsitz. Das darf Angela Merkel nicht passieren! Ihr sollte klar sein, wann sie als Regierungs- und wann als Parteichefin agiert.


Image (adapted) „Katja Dörner MdB“ by Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 7. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um das untote Leistungsschutzrecht, LeFloid interviewt Merkel, ein Gesetz gegen Trolle, Journalismus und Rape Culture. Ergänzungen erwünscht.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Julia Redas Blog: In letzter Minute soll das Leistungsschutzrecht in den Urheberrechtsbericht gemogelt werden: An mein halbes Jahr als Praktikant in Brüssel erinnere ich mich eigentlich sehr gerne zurück, auch wenn solche Abende wie die der VG Media in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel zur “Bedeutung von Leistungsschutzrechten für die europäische Medienvielfalt“ eher gefühlte zwei nicht enden wollende Stunden zwischen mir und dem kostenlosen Feierabendbier waren. Für die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler war es aber wohl eine ganz informative Veranstaltung, denn seitdem, obwohl der Vorstoß eines europäischen Leistungsschutzrechts für Presseverlage bereits im Rechtsausschuss gescheitert ist, setzt sich Niebler vehement dafür ein, wie ihre Parlamentskollegin Julia Reda bloggt. Mit einem Änderungsantrag möchte Niebler den Bericht von Julia Reda für eine Urheberrechtsreform unterminieren. So traurig das ist, daran kann man ganz transparent das allabendliche Einmaleins des Brüssler Lobbyismus erkennen. Und wie sich vom Thema nichts wissende Abgeordnete ausnutzen lassen.

  • BUNDESKANZLERIN Netzfeuilleton.de: LeFloid interviewt Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die “Social-Media-statt-Journalismus“-Strategie des Bundespresseamts erfährt einen neuen Höhepunkt, denn wie Jannis Kucharz mit Verweis auf ein YouTube-Video des Vloggers Florian Mundt berichtet, darf dieser am Freitag der Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragen zum Thema “Gutes Leben“ stellen, die er gerade in seiner Community unter dem Hashtag #NetzfragtMerkel sammelt. Wenn der sich LeFloid nennende Mundt nicht ganz blöd anstellt bzw. zu kritisch wird, dann sind die Sommerinterviews der Fernsehsender wohl bald Geschichte, denn mit ihrem eigenen Video-Podcast beweist die Kanzlerin ja schon, dass nicht hinterfragtes Senden von Botschaften ihr und dem Regierungssprecher liegen.

  • TROLLE The National Business Review: Harmful Digital Communications Bill passes: Chris Keall berichtet auf der neuseeländischen Website “National Business Review“ über das sehr absturs wirkende Gesetz namens “Harmful Digital Communications“, mit der in Neuseeland gegen “schädliche digitale Kommunikation“ vorgegangen werden soll. Trotz Kritik von Bürgerrechtsorganisationen nahm das Parlament den Gesetzesentwurf mit 116 zu 5 Stimmen an. Ob Debatten im Netz jetzt wesentlich konstruktiver ablaufen und Trolle erfolgreich verboten werden, bleibt wohl mehr als unwahrscheinlich. Sicher ist nur, dass ein beinahe willkürlich zu interpretierendes Zensur-Werkzeug geschaffen wurde, das Raum für Missbrauch bietet.

  • GOOGLE NEWS LAB medienMITTWEIDA: Journalismus, Qualitätsjournalismus, News Lab!: “Letztendlich macht das ‚News Lab‘ (…) die bestehenden Abhängigkeiten an einem Fleck sichtbar“, zitiert Laura Krämer in ihrem Artikel für Medien-Mittweida.de den Leiter der Mitteldeutschen Journalistenschule, Marcus Jänecke. In einem Blogpost wies ich Ende April auf die Initiative von Google hin, das damit im Umgang mit den Medien auf Kooperation statt Konfrontation setzt. Mit Erfolg, zumindest für das Unternehmen aus Kalifornien, aber nicht unbedingt zum Vorteil für die großen Presseverlage, die sich ihren Platz am Tisch gesichert haben und nun mit dem fremden Geld, das sie nicht übers Leistungsschutzrecht für Presseverlage erpressen konnten, in aufzusaugende Innovation Dritter investieren wollen.

  • RAPE CULTURE taz.de: Hotpantsverbot an Schulen: Gestern rutschte auf Twitter der Hashtag #hotpantsverbot in meine Timeline. Was seltsam wirkt, ist alles andere als nachvollziehbar. An einigen Schulen in Deutschland kamen Schulleiter auf die Idee, freizügig gekleideten Mädchen vorzuschreiben, was sie tragen dürften, denn sonst “schauen die Jungs eher auf die Beine der Mädchen denn an die Tafel“. Margarete Stokowski findet dafür in der taz deutliche Worte: Rape Culture und Victom Blaming. An einer brandenburgischen Schule in Michendorf kommt auch noch Rassismus dazu, denn laut dem Direktor könnte die Freizügigkeit der Schülerinnen von Asylbewerbern “falsch verstanden werden“. Man möge mir das abgewandelte Liebermann-Zitat an dieser Stelle verzeihen, aber manchmal kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

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5 Lesetipps für den 18. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um das Versagen der Merkel-Regierung, Verantwortung auf YouTube, Streaming, den Medienwandel bei Condé Nast und Lyft. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Süddeutsche.de: Das große Merkel-Versagen: Thorsten Denkler hat den Text geschrieben, der rückblickend wohl das Ende der Regierung von Angela Merkel bedeuten könnte. Es ist der Text, der in klaren Worten aufzeigt, dass sämtliche Affären dieser Bundesregierung, immer auch Merkel-Affären waren. Mit dem Unterschied, dass sie jetzt zum ersten Mal, durch die direkte Verantwortung des Bundeskanzleramts für den Bundesnachrichtendienst, sich nicht aus der Verantwortung stehlen kann. Es wird wohl ein Abgang mit einem großen Knall.

  • YOUTUBE Broadmark: Verantwortung durch Reichweite: Mit großer Reichweite geht auch eine gewisse Verantwortung einher. Diese an Spidermans Motto orientierte Aussage mag in ihrer Logik selbstverständlich sein, doch gerade in den Medien muss darum jeden Tag neu gekämpft werden. Auf YouTube ist dies nicht anders, weshalb dieser Meinungsbeitrag von Lisa Haala auf Broadmark ein sehr wichtiger Text für eine Community ist, die oft in sehr jungen Jahren „was mit Medien“ machen, ohne je darüber nachgedacht zu haben, was das bedeutet.

  • STREAMING Fast Company: Why I’m Giving Up Streaming Music And Going Back To MP3s: Jared Newmans Abgesang auf Streaming-Dienste hat mich mein eigenes Musiknutzungsverhalten hinterfragen lassen. Mit dem Ergebnis: Streaming von Musik kann sehr nützlich sein. Während ich früher versuchte, alles auf MP3 zu bekommen und Stunden damit verbrachte, die Dateien mit Informationen zu versehen, zu ordnen und zu sichern, höre ich heute viel bewusster Musik und wenn mir etwas gefällt, dass ich gestreamt habe, kaufe ich mir die Vinyl (die entweder via Amazon auch gleich als MP3 kommt oder bei Erwerb in einem Plattenladen dann von mir digitalisiert werden muss). Newman mag mit seiner persönlichen Beobachtung Recht haben, doch das habe ich auch mit meiner persönlichen Beobachtung. Die Nützlichkeit von Diensten kommt daher, wie sie genutzt werden.

  • MEDIEN Digiday: Digital drives culture change at Condé Nast: Während die klassische Zeitung wohl dem Untergang geweiht ist, was auch das Verhalten der meisten Presseverlage erklärt, haben Magazine wohl eine vielversprechende Zukunft als Printprodukte vor sich, was man wiederum auch am Verhalten dieser Verlage erkennt. Condé Nast ist ein internationales Beispiel dafür, welches Bob Sauerberg im Interview mit Ricardo Bilton verdeutlicht. Hier lohnt sich der Kulturwandel noch, den die Digitalisierung ausgelöst hat und er wird mit gut begründetem Optimismus angegangen.

  • LYFT Handelsblatt: US-Großanleger Icahn investiert in Uber-Konkurrenten Lyft: Geld soll ja angeblich glücklich machen, aber wenn es dir der New Yorker Finanzinvestor Carl Icahn gibt, kann dies bezweifelt werden. Icahn, der milde gesagt als ungemütlich gilt, hat für 100 Millionen US-Dollar Anteile am Uber-Konkurrenten Lyft erworben. Das Unternehmen wird jetzt mit etwa 2,5 Milliarden US-Dollar bewerten (Uber: 41 Milliarden US-Dollar). Bemerkenswert ist dies, da es nicht Icahns Art ist, in Startups zu investieren. Das Geschäftsmodell beider Unternehmen wird als äußerst lukrativ angesehen.

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5 Lesetipps für den 18. März

In unseren heutigen Lesetipps geht es um die CeBIT 2015, die SXSW 2015, Microsoft, Apple und Flüchtlinge. Ergänzungen erwünscht.

  • CEBIT WDR: Spezialdienste und „freies Internet“ gleichzeitig – das geht: Eine der wichtigsten Eigenschaften des Internets ist die Netzneutralität. Alle Daten sollen gleich behandelt werden. Doch in unserer heutigen Zeit wird es immer wichtiger, dass bestimmte Daten zuverlässig übertragen werden. Auf der CeBIT 2015 sprachen sich Angela Merkel und Sigmar Gabriel für eine Einführung von Spezialdiensten aus. Sie betonen, wie wichtig diese in der Zukunft für beispielsweise Telemedizin oder autonome Autos seien.

  • SXSW Slate: Google chairman called out for interrupting female panelist Megan Smith: Die Diskriminierung von Frauen spielt auch in der Technikbranche eine große Rolle. Ein Beispiel hierfür wurde auf der SXSW 2015 deutlich. Während einer Diskussion zum Thema Vielfalt zwischen Googles Vorstandsvorsitzenden Eric Schmidt und dem Autor der Steve-Jobs-Biographie Walter Isaacson wurden diese von einem Zuschauer ermahnt, da beide wiederholt die vorherige Rednerin Megan Smith unterbrachen.

  • MICROSOFT Horizont: Die unglaubliche Begegnung eines kleinen Jungen mit Iron Man Robert Downey Jr.: Microsoft hat im Zuge des „Collective Projects“ dem siebenjährigen Alex eine bionische Armprothese geschenkt, welche ihm von Iron Man Robert Downey Jr. höchstpersönlich übergeben wurde. Alex wurde mit einem unterentwickeltem Rechten Arm geboren und ist großer Superheldenfan. Der eigentliche Erfinder der Prothese ist Albert Manero, der es mit Hilfe eines 3D-Druckers schaffte, die Kosten von Kinderprothesen deutlich zu verringern.

  • APPLE Süddeutsche.de: Apple lockt Android-Nutzer mit Austausch-Programm: Apple bietet Kunden nun an, ihre alten Android-Smartphones in einem Apple-Store gegen Gutscheinkarten für ein neues I-Phone umzutauschen. Schon seit 2013 konnte man alte PCs und I-Phones umtauschen. Experten sehen diese Neuerung als einen Angriff auf die Marktführerschaft von Android. Das Programm soll in den nächsten Wochen in den USA starten. Infos über eine Ausweitung der Aktion bis nach Europa gibt es bisher nicht.

  • FLÜCHTLINGE Politik Digital: WG gesucht: Portal vermittelt Wohnraum für Flüchtlinge: Die drei Berliner Mareike Geiling, Jonas Kakoschke und Golde Ebding haben eine Website namens „Flüchtlinge Willkommen“ gegründet. Sie versuchen, zwischen Flüchtlingen und WGs zu vermitteln, um so den Flüchtlingen die Chance auf eine komfortable Bleibe zu ermöglichen. Die Mieten der zusätzlichen Bewohner sollen durch Mikrospenden gezahlt werden. In den Medien hat die Website viel Präsenz.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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5 Lesetipps für den 16. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Islam in den Medien, den YouTube-Star LeFloid, Merkel auf der CeBit, Kreativität in der Musik und Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • ISLAM taz: Muslime in deutschen Medien: Der Journalist Eren Güvercin schreibt auf taz.de über das Bild von Muslimen in hiesigen Talkshows, Zeitungen und Magazinen, dass oft genug einen negativen Eindruck vermittelt. Ein lesenswerter Beitrag mit persönlicher Note, der zeigt, wie deutsche Medien mit der zweitgrößten Religion in Deutschland berichten und wie damit die Gesellschaft beeinflusst wird.

  • YOUTUBE Broadmark: LeFloid im Portrait: Der Berliner Student Florian Mundt ist besser bekannt als LeFloid, einer der größten und erfolgreichsten Vlogger auf YouTube. Man sieht ihn (inzwischen) oft im Fernsehen, auch auf Podien. Pauline Claass erklärt in einem Portärt auf Broadmark, wie sich LeFloid entwickelt hat, welche Bedeutung er für die hiesige YouTube-Szene hat und was seinen Erfolg ausmacht.

  • CEBIT Golem: Merkel für Kooperationen mit chinesischer IT-Industrie: Auf der gerade eröffneten CeBit traf Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Chinas Vizepremierminister Ma Kai und Alibaba-Gründer Jack Ma. Die Betonung auf die digitale Wirtschaft und das Partnerland China hätte kaum besser durch Gäste ausgedrückt werden können. Merkel wirbte deshalb gerade für mehr Kooperation mit China, allerdings bei klaren Spielregeln, wie sie hofft. Warten wir es ab, wie fair das Land aus dem Alibaba kommt mit dem Land sein wird, dass so etwas wie die De-Mail entwickelt hat und das auch noch gut findet.

  • KREATIVITÄT F.A.Z.: Warum das Urteil gegen „Blurred Lines“ falsch ist: Im Feuilleton der F.A.Z. erklärt Thomas Lindemann angenehm nüchtern für diesen Ort, warum das Urteil gegen „Blurred Lines“ falsch ist. Es gefährdet die Popmusik als Kunst, für die zum einen wissenschaftlich bestätigt ist, dass je erfolgreicher das Genre wurde, umso einfacher und ähnlicher wurden auch die Songs, zum anderen genau darauf die Kreativität heutzutage aufbaut. Auf Carta.info nahm ich das Gerichtsurteil als Anlass, um zu erklären, warum es ein Recht auf Remix geben muss.

  • FACEBOOK The Next Web: Facebook Updates its Community Standards for Clarity: Was man auf Facebook darf und was nicht, ist oft unklar. Das jeweilige nationale Gesetz der Nutzer gilt nämlich nur bedingt. Facebook hat eigene Vorstellungen, was er laubt sein soll. Rechtes Gedankengut findet leider oft genug Schutz eines zweifelhaften Begriffs von Meinungsfreiheit, während Meldungen von Nachrichtenmagazinen aufgrund harmloser Nacktheit gelöscht werden. Nun versucht Facebook aber in die Erkläroffensive zu gehen und die neuen Regeln vorzustellen.

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5 Lesetipps für den 2. März

In unseren Lesetipps geht es heute um die Industrie 4.0, was Netzneutralität ist, das Freihandelsabkommen TTIP und den Krieg in der Ukraine. Ergänzungen erwünscht.

  • INDUSTRIE 4.0 Ich sag mal: Offener Brief an die Bundeskanzlerin: Mein Beitrag von letzter Woche über die die Industrie 4.0 wieder einmal verschlafende Politik hat zwei Arten von Reaktionen hervorgerufen: Zustimmng und Ablehnung. Größter Unterschied in der Reaktion war vor allem das Verständnis von Industrie 4.0 und welche Rolle die Politik dabei spielt. Netzpiloten-Autor Gunnar Sohn hat zu dem Thema Industrie 4.0 einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst, indem er die Bundesregierung ermahnt, beim Thema Industrie 4.0 nicht schon wieder die digitalen Herausforderungen zu verpassen. Seine lesenswerte Kritik geht in eine ähnliche Richtung.

  • NETZNEUTRALITÄT I The Oatmeal: Dear Senator Ted Cruz, I’m going to explain to you how Net Neutrality ACTUALLY works: In einem neuen Beitrag auf seinem Comic-Blog „The Oatmeal“ erklärt Matthew Inman das Prinzip der Netzneutralität und setzt sich mit der Debatte in den USA auf seine ganz eigene Art und Weise auseinander. Nach John Olivers Netzneutralität-Beitrag ist das jetzt mein zweitliebstes Erklärstück, welches ich meiner Frau Mutter zeigen kann, ohne sie zu langweilen.

  • NETZNEUTRALITÄT II CNET: Nokia CEO Rajeev Suri knocks Net neutrality: In der Debatte um eine gesetzlich vorgeschriebene Netzneutralität – die sowohl in den USA als auch Europa geführt wird – hat sich der CEO von Nokia, Rajeev Suri, auf die Seite der Kritiker eines solchen Vorhabens gestellt. Seiner Meinung nach müssen priorisierte Dienste möglich sein, um neuen Technologien wie selbstfahrenen Autos ausreichend Konnektivität zu garantieren. Langfristig, so Suri, werden Konsumenten also nicht von Netzneutralität profitieren.

  • FREIHANDEL The Conversation: Beyond TTIP’s false choices and tall tales of free trade: Anfang 2013 berichtete ich auf Carta.info über ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA, das damals noch mitdem Akronym TAFTA abgelkürzt wurde – heute TTIP. Seitdem wurde die Debatte auf beiden Seiten mit einer großen Emotionalität geführt. Viashaal Kishore hat den meiner Meinung nach seit langem sachlichsten Text über TTIP veröffentlicht und bricht es auf die von der Gesellschaft zu beantwortenden Frage herunter, was sie von ihrer Wirtschaftspolitik erwartet.

  • UKRAINE taz: Ukrainischer Blogger Igor Bigdan: „Uns eint das Misstrauen der Macht“: Wer schon einmal Urlaub in der Ukraine gemacht hat weiß, wie nah dieses Land ist und der wirkt der dort vorherrschende Krieg hierzulande so weit weg. Er ist es aber nicht und trotzdem wissen wir wenig darüber, was im Osten der Ukraine genau vor sich geht. Im Interview mit der taz redet Igor Bigdan, eine Größe in der ukrainischen Bloggerszene, über die Gründe dafür: Politik und Propaganda.

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Die Politik begreift die Herausforderungen der Industrie 4.0 nicht

Müllverbrennung (adapted) (Image by JuergenPM [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich heute ein Bild von der Industrie 4.0 in Deutschland, doch wird es unvollständig bleiben. Für die Bundesregierung hat die Digitalisierung der Industrie eine entscheidende Bedeutung für den Wohlstand in Deutschland. In Bayern will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb heute einen Überblick darüber verschaffen, wie die Industrie 4.0 hierzulande aufgestellt ist. Doch ihr Konzept für einheitliche Standards auf europäischer Ebene ist nur auf die unambitionierten Belange der deutschen Unternehmen ausgelegt, nicht aber der globalen Realität.

Es fehlt ein Verständnis für die Industrie 4.0

Auf der Bundespresskonferenz am vergangenen Freitag, kündigte die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Christiane Wirtz, den heutigen Besuch der Bundeskanzlerin beim Maschinenbauunternehmen KUKA AG und des Siemens Elektronikwerk in Amberg an. Angela Merkel möchte sich laut Wirtz einen „Überblick darüber verschaffen, wie die Industrie 4.0 in Deutschland aufgestellt ist„. Auf die naive Frage des Vloggers Tilo Jung, ob Frau Wirtz kurz den Begriff „Industrie 4.0“ definieren könne, kam die stellvertretende Regierungssprecherin etwas aus dem Konzept. „Es geht ja darum„, erklärt Wirtz, „dass es sozusagen ein bestreben der Industrie gibt, auch Roboter und Steuerungstechnologien durchaus in konventionellen oder altgewohnten Verfahrensweisen zu etablieren. Eben genau darum geht es, dass man sozusagen auch neue Technologien, die computergestützt sind, in herkömmlichen Produktionsweisen etabliert. Dafür gibt es ja verschiedene Ansätze, und das wird sich die Bundeskanzlerin eben am Montag wie erötert ansehen.

Aus dieser einseitigen Antwort strömt geradezu die sehr deutsche Denkweise über den Begriff „Industrie 4.0“. Es geht um Produktionsmittel, um Infrastruktur und die physische Kontrolle über Prozesse. Die Smarter-Service-Initiative kritisiert das seit Jahren und benennt mit einem nachvollziehbaren Beispiel den Fehler im deutschen Denken: „Wer sich beispielsweise das Geschäftsmodell von iTunes anschaut, wird verstehen, dass bei Apple der angeschlossene Service-Umsatz bis zum achtfachen den Produktumsatz je iPhone-Kunde übersteigt.“ Dies wird vor allem beim „Internet der Dinge“ offensichtlich: „Während in Deutschland intensiv an komplexen Netzwerkplänen gebastelt wird, betrachten viele amerikanische Unternehmen den vernetzten Kunden als Ausgangspunkt für die Entwicklung von smarten Services. Sie nehmen sich einen Markt nach dem anderen vor, anstatt alles mit allem vernetzen zu wollen. Statt komplizierter Steuerung wird die einfache, elegante und spielerische Bedienung per App zum Dreh- und Angelpunkt jedes Service Designs.

Das Betriebssystem für die Industrie 4.0 entwickeln andere

Netzpiloten-Autor Gunnar Sohn kommentiert dieses spürbare Unverständnis für die tiefgreifende Digitalisierung der Wirtschaft folgendermaßen: „Die innere Uhr der politischen Entscheider ist immer noch auf die industrielle Produktion gepolt. Man merkt es an der wenig ambitionierten Digitalen Agenda der Bundesregierung, man erkennt es an den lausigen Akzenten, die in der Bildungspolitik gesetzt werden, und man hört es bei den Sonntagsreden der Politiker, wenn es um Firmenansiedlungen geht. Es gibt keine Konzeption für eine vernetzte Ökonomie jenseits der industriellen Massenfertigung aus den Zeiten des Fordismus.

Auch die Bundeskanzlerin hat keinen besseren Weitblick als ihre stellvertretende Regierungssprecherin oder die deutsche Industrie. In ihrem Videopodcast lässt sich Angela Merkel von Dipl.-Ing. Eckhard Hohwieler, Abteilungsleiter für Produktionsmaschinen und Anlagenmanagement im Berliner Fraunhofer-Indstitut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), interviewen und erklärt, dass es in Deutschland um die „Digitalisierung der Produktion“ gehen muss und „Standards zu entwickeln“ sind, damit „Unternehmen eine einheitliche Plattform“ nutzen können. Gemeinsame Standards sind wichtig, aber die Bundeskanzlerin, und mit ihr die deutsche Industrie, verkennt dabei die Rolle von Software. Das Betriebssystem für die Infrastruktur wird nämlich in den USA und China entwickelt.

Die von Wirtz angesprochenen „Roboter und Steuerungstechnologien„, aber auch Autos, Kaffeemaschinen, Waschmaschinen und Geschirrspüler, zum Beispiel das Google-Betriebssystem Android installiert, um die Vernetzung voranzutreiben. „Man wartet, bis Google über die Unterhaltungselektronik ausliest, welche Fehler ein Auto hat – da ist in Deutschland keiner dran„, warnt der ehemalige IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck. Merkel verweist nur darauf, dass zwar „in der klassischen Produktion sehr vielmehr Softwarefähigkeiten brauchen“ wird, ihre Antwort darauf sind aber erst in frühestens einem Jahrzehnt greifende Bildungskonzepte, die aber gleichzeitig in der Digitalen Agenda noch viel zu kurz kommen.

Die Politik ignoriert den digitalen Wandel – wieder einmal

Das die Bundeskanzlerin in einem nicht-journalistischen Video-Podcast des Bundespresseamt viele eigene und gut formulierte Ansichten unterbringt, die auch sehr industriefreundlich sind, ist kein Grund zur Verwunderung. Standards und Plattformen für die deutsche Industrie zu entwickeln, klingt ambitioniert und schaffbar – einem vermeintlichen Erfolg steht also kaum noch etwas im Wege. Doch die Dampfmaschinen der Zukunft zu entwickeln, ihnen stählerne Räder zu verpassen und sie auf hier produzierte Gleise zu setzen, wird nicht ausreichen, um auch die nächste industrielle Revolution zu meistern. Der Grund ist einfach, denn wenn – um im Bilde von der Eisenbahn zu bleiben – der alles antreibende Dampf in Südkorea, China oder dem Silicon Valley entwickelt wird, kann hier schnell alles zum Stillstand kommen.

In seiner Hangout-Sonntagsmatinee diskutierte Gunnar Sohn gestern Vormittag mit Winfried Felser von Competence Site und Karl Tröger von der PSI AG über die Titel gebende Frage, wie Regierung und Wirtschaft den „Industrie 4.0“ Vorsprung versemmeln. Die Arbeitswelt von morgen braucht nicht nur vernetzte Maschinen und Produkte in einer Smart Factory, erklärt Tröger und verweist, dass es noch immer an Innovation auslösenden Richtlinien und Anwendungsbeispielen fehlt. Um diese zu erreichen, plädiert er dafür, dass heute vorhandene Technologien und marktführende Systeme, neu kombiniert und weiterentwickelt werden müssen, um durch die Nutzung schrittweise ein Basissystem 4.0 entstehen lassen, denn „wir müssen Beispiele finden, um eine Idee zu zeigen, wie man so etwas hinbekommen kann.“ Ein funktionierendes Beispiel würde eine Vision von der Zukunft wahrscheinlich wirklich am besten erklären.


Image (adapted) „Müllverbrennung“ by JuergenPM (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 8. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um #JeSuisCharlie, Facebook und die Pegida, Google und das Urheberrecht, einen neuen Meilenstein für WhatsApp und einen Hacker-Angriff auf die Websites von Angela Merkel und dem Bundestag. Ergänzungen erwünscht.

#JeSuisCharlie

  • JE SUIS CHARLIE Irgendwie jüdisch: #JeSuisCharlie – Gedanken zum Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris: [Linktipp von Tobias Schwarz] Worte können den Verlust nicht beschreiben, den wir gestern in Paris erlitten. 12 Menschen wurden umgebracht, weil sie Meinungsfreiheit nicht nur forderten, sondern tagtäglich praktizierten oder Menschen schützten, damit sie dies tun können. Die ermorderten Journalisten und Polizisten standen schon durch ihre Berufswahl symbolisch für Freiheit, ihr Schicksal hat dies nur unterstrichen. Viel wird über den Terroranschlag geschrieben, doch keine Meldung oder Analyse war es meiner Meinung nach wert, wirklich gelesen zu werden. Ganz anders die Worte einer meiner liebsten Bloggerinnen, die es in dieser dunklen Stunde schafft, sich für mehr Freiheit auszusprechen und damit zumindest mir mehr Mut machte. Diese Worte habe ich gestern gebraucht. Vielleicht helfen sie dem ein oder anderen Leser auch heute noch. Je suis Charlie.

  • SOCIAL MEDIA Spiegel Online: Sascha Lobo über Facebook, Pegida und die AfD: Mehr als 120.000 „Gefällt mir“-Angaben kann Pegida auf Facebook versammeln und erreicht damit fast 50.000 Likes mehr als die SPD. Das soziale Netzwerk entwickelt sich so zum Forum der politisch Unzufriedenen, meint Sascha Lobo auf Spiegel Online. So erweist sich Facebook als ein guter Kanal, um politische Massenunzufriedenheit zu bündeln. Damit zeigt Pegida, dass durch die sozialen Medien Politik beeinflusst werden kann. 

  • URHEBERRECHT FAZ: Urheberrecht im Internet: Google und Piraten: Im vergangen Jahr erhielt der Suchmaschinengigant Google so viele Anfragen zur Löschung von Links wie noch nie. Ganze 345 Millionen Links zu Downloads von urheberrechtlich geschützten Materials wurden zur Löschung von den Rechteinhabern angefragt. Ein neuer Höchststand, sind alleine vom Jahr 2013 zu 2014 die Anfragen um 75 Prozent gestiegen. Doch auch, wenn Google so stark in die Suchergebnisse eingreift, fordern viele Urheberrechteinhaber eine höher Verantwortung und ein höheres Zuständigkeitsgefühl des amerikanischen Unternehmen.

  • WHATSAPP Golem: Messenger: Whatsapp hat 700 Millionen Nutzer: Mit nun insgesamt 700 Millionen Nutzern kann WhatsApp einen weiteren Meilenstein vorweisen. Gleichzeitig zeigt dieser aber auch, dass das Wachstum damit langsamer wird. So habe der Messaging-Dienst für den Sprung von 600 auf 700 Millionen Nutzern sechs Monate gebraucht, von 500 auf 600 Millionen jedoch nur vier Monate. Bis Mark Zuckerberg mit WhatsApp Geld verdienen möchte, wird es somit noch ein wenig dauern. Der Facebook-Gründer hatte angekündigt erst ab einer Milliarde Nutzer zu versuchen, WhatsApp zu monetarisieren.

  • HACK Spiegel Online: Bundestag und Angela Merkel: Websites wegen Hackern nicht erreichbar: Zum Besuch des ukrainische Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin hat die pro-russische, ukrainische Hackergruppe CyberBerkut die Websites von Bundeskanzlerin Angela Merkel, des Auswärtigen Amtes und des Bundestags mit einer DDoS-Attacke lahmgelegt. Ein „schwerer Angriff“ wie Regierungssprecher Steffen Seibert betont, der aber nicht der Erste ist. Bereits letztes Jahr hatte das Hackerkollektiv, welches zu den größten Hackergruppen im Ukrainie-Konflikt gilt, die Website der Nato lahmgelegt.

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5 Lesetipps für den 5. Dezember

In unseren Lesetipps geht es um die sogenannten Spiegel-Oper, Cybersecurity, das Ende der Netzneutralität, was eine Plattform ist und den Dark Traffic. Ergänzungen erwünscht.

  • SPIEGEL-OPER Newsroom.de: Christian Jakubetz über Wolfgang Büchner, den „Spiegel“ und einen bösen Fußtritt als Abschiedsgeschenk: Auf Newsroom.de versucht Christian Jakubetz etwas Ordnung in die „Spiegel-Oper“ zu bringen, die seit Monaten das bekannte Printmagazin und seine erfolgreiche Online-Version wie ein lächerlicher Haufen von zerstrittenen Menschen, die was mit Medien machen, aussehen lässt. Warum möchte man da eigentlich noch arbeiten?

  • CYBERSECURITY PandoDaily: The military’s techno-fetishism reaches new heights with Silicon Valley outreach: Die Entwicklung des Silicon Valley war stets durch eine enge Verbindung mit dem US-Militär geprägt. Und das US-amerikanische Verteidigungsministerium will diese Tradition fortführen und noch intensiviere. Zusammen mit der Tech-Industrie soll hier die Zukunft der digitalen Kriegsführung entwickelt werden. Nathaniel Mott schreibt auf PandoDaily über das Regierungsvorhaben.

  • NETZNEUTRALITÄT Zeit Online: Merkel sieht Ende der Netzneutralität: Mit dem verstärkten Interesse von Angela Merkel an Netzpolitik ist die Netzneutralität im Internet gefährdeter als je zuvor. Auf einer Veranstaltung des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation sprach sich die Bundeskanzlerin für die Einführung von Spezialdiensten aus, um Innovationen wie fahrerlose Autos oder die Telemedizin mit entsprechend sicherer Verbindungsqualität zu garantieren. Das kann man auch anders sehen, weshalb die nächsten Monate in der Debatte entscheidend sein werden.

  • PLATTFORM Digiday: The many definitions of the term ‚platform‘: Ein oft in Debatten verwendeter Begriff ist „Plattform“. Vor allem traditionelle Medienformen sollen sich durch den digitalen Medienwandel hin zu Plattformen entwickeln. Auf Digiday stellt Lucia Moses die grundlegende Frage, wie eigentlich die Definition des Begriffs ist und hat acht Medienvertreter – von Gawker bis Forbes Media – gefragt. Und siehe da, alle haben sehr unterschiedliche Ansichten, was eine Plattform ist und was sie können muss.

  • DARK TRAFFIC Fusion: Dark social traffic in the mobile app era: Alexis C. Madrigal schreibt auf Fusion.net über den Traffic auf Websites, dessen Herkunft nicht identifizierbar ist. Er hat dafür den Begriff Dark Traffic geprägt und in seinem Artikel gezeigt, dass dieser Traffic vor allem Facebook von Facebook kommt. Das bedeutet, dass das soziale Netzwerk noch relevanter für die Verbreitung von Medieninhalten ist als das sowieso schon der Fall ist. Das hat laut Madrigal auch viel mit dem mobilen Internet zu tun.

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#cnight: Angela Merkel interessiert sich fürs Neuland

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der #cnight (Fotograf: Tobias Koch, www.tobiaskoch.net)

Zusammen mit Oliver Samwer diskutierte Angela Merkel den digitalen Wandel – die CDU entdeckt das Thema Netzpolitik für sich. // von Tobias Schwarz

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der #cnight (Fotograf: Tobias Koch, www.tobiaskoch.net)

Beim netzpolitischen Abend der CDU zeigte vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel neugieriges Interesse am digitalen Wandel, das sie im Gespräch mit Zalando-Gründer Oliver Samwer, bei einem seiner seltenen Auftritte, unterstrich. Ihre Minister überraschten weniger und vervollständigten das sich langsam verbessernde, netzpolitische Gesamtbild der Regierungspartei. Doch die Partei ist nicht die Regierung, wie vor allem Angela Merkel verdeutlichte.

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5 Lesetipps für den 22. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um das Jubiläum von Spiegel Online, die Frage, ob Kinder programmieren lernen müssen, Merkels Rede auf dem IT-Gipfel, das Startup Magic Leap und eine Studie zur Social Media-Nutzung. Ergänzungen erwünscht.

  • JUBILÄUM SPIEGEL ONLINE: Geschichte und Entwicklung des Online-Journalismus: Vor 20 Jahren, im Jahr 1994, begann der Spiegel-Verlag, als eine der ersten Medien mit Spiegel Online auch eine Online-Präsenz aufzubauen. Nun feiert das Nachrichtenportal zwanzigjähriges Jubiläum, wozu die Redaktion einen multimedialen Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte erstellt hat. In diesem wird gezeigt, was zum einen bei Spiegel-Online passiert ist und zum anderen, was in der Welt geschah. Durch den übersichtlichen Aufbau und die zahlreichen multimedialen Elemente auf jeden Fall empfehlenswert, sich den Rückblick einmal genauer anzuschauen.

  • PROGRAMMIEREN Heise Online: Kommentar: Müssen Kinder das Programmieren lernen?: Auf Heise Online äußert sich der Philosoph und IT-Unternehmer Jörg Friedrich zu der strittigen Frage, ob Kinder in der Schule das Programmieren lernen sollen. Zuletzt hatten sich dafür unter anderem Microsoft, SAP und Facebook stark gemacht und einen öffentlichen Brief veröffentlicht. Friedrich stimmt diesen zwar zu, dass Programmieren wichtig sei und gerne Teil der Schule sein dürfe, doch ist er der Meinung, das dieses bei weitem nicht das Wichtigste, was Kinder über die digitale Welt lernen sollten, sei. Vielmehr ist es wichtiger, dass diese lernen würden, wie Netze und Computer funktionieren und aufgebaut sind. So solle die Schule praktisches Orientierungswissen anstatt stumpfe Programmierbefehle vermitteln.

  • IT-GIPFEL Golem: Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig: Am Dienstag startete der achte nationale IT-Gipfel in Hamburg, auf dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Digitalisierung stark machte und über Netzneutralität und Big Data sprach. So dürfe es laut Merkel keine völlige Regulierungslosigkeit im Netz geben, wobei sie die europäische Datenschutzverordnung als ein schwieriges Unterfangen sieht. Zu dem Thema der Netzneutralität vertrat Merkel die Ansicht, dass diese erst bei schnellen Internetverbindungen ab 50 Mbit/s eine Rolle spielen würde. Zudem outete sie sich als Unterstützer von Big Data und meinte scherzhaft, dass Big Data-Mining gewinnträchtiger als der Steinkohleabbau werden könne. Neben Merkel besuchten auch sechs weitere Mitglieder des Bundeskabinetts den IT-Gipfel.

  • STARTUP The Verge: Google leads $542 million funding of mysterious augmented reality firm Magic Leap: Google hat sich an einer 542 Millionen US-Dollar starken Investitionsrunde für das mysteriöse Startup Magic Leap beteiligt. Mysteriös deswegen, weil bislang nicht viel über die Arbeit des amerikanischen Startups bekannt ist. So weiß man lediglich, dass Magic Leap an der Zukunft von interaktiven Schnittstellen unter dem Namen „Cinematic Reality“ arbeitet. Mithilfe dieser Technologie soll es laut der Aussage von Thomas Tull, CEO von Legendary Pictures, möglich sein, dass Bilder direkt auf das Auge projiziert werden können, sodass es wirkt, als ob sich diese Bilder in der echten Welt befinden. Was Google mit dem Startup genauer plant, ist bislang aber noch unklar. Schon bald soll aber ein erstes Produkt von Magic Leap erscheinen.

  • SOCIAL MEDIA Studie zu Social-Media-Nutzung: Geplatzte Blase – Digital – Süddeutsche.de: Eine Studie zeigt, dass wir bei Facebook und Twitter nicht unter einer Filterglocke, sondern sogar politisch heterogener als im normalen Leben leben. So werden die Nutzer in ihrer Timeline mit politischer Vielfalt konfrontiert, was dazu führe, dass sich die Wahrscheinlichkeit, eine extreme politische Position zu beziehen, verringere. Ebenfalls ermöglichen es die sozialen Netzwerke, auch mit entfernteren Bekannten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dadurch erhalten Social Media-Nutzer Informationen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, sodass es keine Spur einer Filterblase gebe.

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5 Lesetipps für den 12. November

In unseren Lesetipps geht es heute um die Gefahren eines deutschen Internets, wie die Bundeskanzlerin die Medien kontrolliert, den Begriff „Marktanteil“, einen seine Generation erklärenden Digital Native und eine durch eine App ausgelöste Debatte um Wissenschaft und Ethik. Ergänzungen erwünscht.

  • DEUTSCHES INTERNET Zeit Online: Rein deutsches Internet schützt nicht vor Überwachung: In einer spontan auftretenden und von Angst getriebenen Reaktion denken konservative Politiker über ein rein deutsches Internet nach, gebaut mit deutschen Leitungen und deutschen Routern im deutschen Boden innerhalb deutscher Grenzen, in denen deutsches Recht gilt. Klingt doch gut, oder? Die Telekom ist auch schon ganz begeistert und das aus weniger patriotischen Gründen, wie Kai Biermann und Marin Majica auf Zeit Online erklären.
  • ANGELA MERKEL Carta: Merkel und die Medien: Die Kommunikationsstrategie der Bundeskanzlerin ist auf Kontrolle ausgerichtet. Und die Presse macht mit. Merkel weicht mit ihrem Propaganda-Podcast dem Kontakt mit der vierten Gewalt aus und die Medien stören sich daran kaum und zitieren fleißig daraus anstatt sich zur wehr zu setzen. Am ende nützt es Merkel, die das mediale Bild über ihre Person gekonnt beherrscht. Ein lesenswerter Warnschuss von Michael Spreng auf Carta.
  • MARKTANTEIL Neunetz: Was “Marktanteil” bedeutet, und was es nicht bedeutet: Charles Arthur, Redakteur beim beim Guardian, hat sich in seinem jüngsten Artikel mit der Kennzahl ‚Marktanteil’ auseinandersetzt und anhand mobile Betriebssysteme und Endgeräte lesenswert erklärt, dass Marktanteile ohne Kontext bedeutungslos sind. In einem eigenen Blogpost greift Marcel Weiss den Artikel auf und ergänzt ihn um lesenswerte Beispiel, weshalb wir in unseren Lesetipps zum Neunetz-Blog verlinken.
  • DIGITAL NATIVE NZZ: Manager suchen Rat bei 19-Jährigem: Philipp Riederle hat mit 8 Jahren seine erste Website programmiert, mit 13 hackte er das frisch erschiene iPhone und wurde zum YouTube-Star, seitdem er 15 ist berät er Unternehmen, denn die Manager wollen sich von dem 19-Jährigen erklären lassen, wie seine mit Internet, iPhone und Datenflatrate aufgewachsene Generation tickt. Ein lesenswertes Interview über Wahrnehmungen und Entwicklungen.
  • WISSENSCHAFT taz.de: Kontroverse über ferngesteuerte Schaben: In der Kindheit werden viele Grundlagen für die Zukunft gelegt – auch das Interesse an Neurowissenschaften. Das US-Unternehmen Backyard Brains setzt in der Marketingstartegie für ihre Smartphone-App genau darauf, doch Tierschützer und Ethiker sind trotzdem entsetzt. Denn was Backyard Brains neben der App noch verkauft, ist ein Chip, der Kakerlaken in den Rücken gesetzt und durch Elektroden mit ihren gestutzten Fühlern verbunden wird. So lassen sich die Insekten per App fernsteuern. Ist das der Ausgangspunkt der Wissenschaftler von morgen?

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5 Lesetipps für den 24. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Kritik an der deutschen Huffington Post, warum Pinterest so wertvoll sein könnte, wie Google Android kontrolliert, das Ende des Musikfernsehens und die Überwachung von Bundeskanzlerin Merkel. Ergänzungen erwünscht.

  • HUFFINGTON POST blickgewinkelt: Warum ich nicht mehr für die Huffington Post schreibe: Die Bloggerin Inka Cee hat sich gefreut, für die deutsche Huffington Post zu schreiben, doch die Freude währte nicht lange. Geänderte Nutzungsbedingungen, kein persönlicher Kontakt seitens der Redaktion zu ihr als Autorin und eine generelle Unprofessionalität haben sie wieder vertrieben. In ihrem Blog erklärt sie, warum sie nie wieder für die Huffington Post schreiben wird.
  • PINTEREST PandoDaily: Why Pinterest makes no money but it’s now worth $3.8 billion: Das eine soziale Plattform wie Pinterest, die noch nie Geld verdient hat, mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar wert sein soll, ist wirklich schwer zu erklären. Carmel Deamics findet diesen Fakt aber gar nicht so verkehrt, denn Pinterest ist das ideale Umfeld für Online-Marketing von Luxusgütern. Nirgendswo sonst zeigen wir so offen, was wir eigentlich selber gerne besitzen wollen.
  • ANDROID Neunetz.com: Wie Google Android verschließt und Hersteller knebelt: Mit Android hat Google ein Open Source-Betriebssystem zur Marktführerschaft im Bereich der mobilen Telefonie und Internetnutzung gemacht. Doch Google verdient mit der Kontrolle von Daten Geld. Marcel Weiss zeigt die schrittweise Entwicklung auf, mit der Google die strategische Leistung vollbringen will, eine komplette Industrie mit einem Open Source-Projekt zu kontrollieren.
  • MUSIKFERNSEHEN W&V: Musikfernsehen wird vom Internet abgelöst: Gut jeder zweite Internetnutzer schaut online zumindest hin und wieder Musikvideos. Das sind fast 30 Millionen Menschen in Deutschland, wie der Branchenverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermitteln ließ. Das Musikfernsehen wird vom Internet abgelöst, was weniger mit der schlechten Qualität der Sender als mit dem Umstand, dass digitaler Konsum einfach besser ist, zu tun hat.
  • ÜBERWACHUNG Süddeutsche.de: US-Überwachung von Merkels Handy: Die Aufregung ist groß, aber nicht weil US-amerikanische und britische Geheimdienste weltweit das Internet überwachen, sondern weil scheinbar das Handy der Bundeskanzlerin abgehört wurde. Robert Roßmann stellt in seinem Kommentar klar, dass das Handy Merkels politische Schaltzentrale ist, eine Überwachung für sie extrem empfindlich. Das herunterspielen der anlasslosen Massenüberwachung seitens der Bundesregierung könnte zu Ende sein, denn es betrifft die jetzt selber.

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Steinmeier muss gewinnen

Der Kandidat der SPD: Der Wahlkampf hat längst begonnen

Frank-Walter Steinmeier punktet nicht. Zwar holt er in Umfragen auf, die Kanzlerin liegt aber noch rund 20 Prozentpunkte vor ihm. Gewinnt die SPD mit dem derzeitigen Außenminister nicht die Wahl und das Kanzleramt, droht sein Gastspiel an der Spitze der traditionsreichen Sozialdemokratie ein kurzes Gastspiel zu werden.

Auch und vielleicht gerade weil er dem glücklosen Kurt Beck nachgefolgt ist, der die SPD auf links und damit in Richtung der Konkurrenz unter Oskar Lafontaine gedreht hat. Steinmeier ist und bleibt, auch im Wahlkampf, dem Realo-Flügel seiner Partei (Mitte-Rechts) verpflichtet. Einer Reichensteuer, die die Parteilinken gefordert haben, hat er deshalb ins Leere laufen lassen. Als Mann des Mitte-Rechts-Flügels steht er für die Agenda-Politik von Gerhard Schröder, die Kurt Beck revidieren wollte. Die Parteilinken, Andrea Nahles und Klaus Wowereit, halten sich im Moment bedeckt. Das wird nach einem nicht siegreichen 27. September anders aussehen.

Dass der Wahlkampf eröffnet ist, ist mittlerweile überdeutlich. Franz Müntefering übt sich schon seit Längerem in der Kritik an der Kanzlerin, deren Vize er immerhin zwei Jahre lang in der Großen Koalition war. Steinmeier vermeidet die direkte Konfrontation, aber spricht doch klar und gezielt in seinen Reden dieser Tage die Sprache des Wahlkampfs.

In Zweiten der Krise setzen die Deutschen gerne auf Beharrung, nicht auf Wandel. Die Kanzlerin wird des deshalb wohl noch eine Legislatur im Amt halten. Ihr würde im Falle einer verlorenen Wahl dasselbe blühen, wie Frank-Walter Steinmeier: Das Ende der aktiven Polit-Karriere und der Verlust ihrer Ämter.

Mehr Infos auf www.cicero.de:

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Angela in der Krise

Nicht umsonst sprechen viele in der Union von einer Versozialdemokratisierung ihrer Partei und der Regierung unter Kanzlerin Merkel. Denn zum ordnungspolitischen Denken der CDU hat es bislang eher nicht gehört, Banken zu verstaatlichen oder mit Hilfspaketen angeschlagene Branchen und Unternehmen dergestalt zu stützen, dass der Spielraum kommender Regierungen auf Jahrzehnte hinaus nur noch aus der Tilgung von Schulden bestehen wird. Weiterlesen »

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