Alle wichtigen Informationen zu den olympischen Spielen in Peking gibt es auf
Peking2008.com, der offiziellen Website der Olympiade. Oder etwa doch nicht? Bei näherem Hinsehen zeigt sich, Peking2008.com ist ein Fake, mit den Organisatoren der Olympiade hat sie nichts zu tun. Statt dessen nutzt der
Betreiber der Website das Look & Feel der offiziellen Website
Beijing2008.cn, um Menschenrechtsverletzungen in China zu kritisieren.
Screenshot von Peking2008.com: Tarnt sich als offizielle Olympia-Website, um Menschenrechtsverletzungen in China zu kritisieren
Spannend dabei: Nicht nur sieht die Fake-Website tatsächlich höchst offiziös aus. Sie bedient sich auch noch der Dienste der semi-professionellen Serienfälscher von
A Fake Is A Fake (AFIAF). Das klingt zunächst schlimmer als es ist, hinter A Fake Is A Fake stecken die Medienkünstler Clemente Pestelli and Gionatan Quintini, die unter dem Namen
Les Liens Invisibles mit den "unsichtbaren Links zwischen Infosphäre, neuronalen Synapsen und dem echten Leben" spielen. Derzeit konzentrieren sie sich darauf, die Kluft zwischen der medialen Selbstinszenierung der chinesischen Regierung und der Menschenrechtsverletzungen vor Ort zu konzentrieren.
Dabei genügt es den beiden Italienern nicht, eigene Fake-Websites zu erstellen. Mit A Fake Is A Fake stellen sie anderen Aktivisten einen Baukasten zur Verfügung, der das Website-Fälschen einfacher kaum machen könnte. Einfach eine Domain registieren (AFIAF hilft),
Theme auswählen (was darf's sein: Beijing2008, New York Times oder doch lieber die Website der Bundeskanzlerin?), per Redaktionssystem entsprechende Inhalte einfüttern, fertig. Eine kurze Einführung gibt's
hier, wer Ernst macht findet wertvolle Tipps im
Tutorial.
Noch nicht überzeugt, warum du einen eigenen Fake ins Netz stellen solltest? Die A Fake Is A Fake gibt die
Antwort: "It's radical. It's subversive. It's creative. It's fun (most of the time)." Wenn das keine Argumente sind, was dann?
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