Dokureihe „How to make it in Berlin“ – Den Berliner Traum leben

Wenn der amerikanische Traum, die preußische Arbeitsmentalität und die Berliner Freigeisterei aufeinander treffen, entsteht eine Dokumentationsreihe wie How to make it in Berlin. In 10 Mini-Folgen von rund fünf Minuten erzählen Justine Simonson und Marcus Lehmann die Geschichte von zehn innovativen Berliner Entrepreneurs:

Für uns ist Berlin einfach ein Spielplatz für Kreative und Menschen, die ihr Leben einfach in vollen Zügen genießen wollen. Du willst in Berlin vielleicht nicht Millionär werden und die Reise wird sicher nicht einfach, aber du machst genau das, wovon du immer geräumt hast. Und darum geht es doch schließlich im Leben, oder? sagt Justine Simonson im Gespräch mit den Netzpiloten.

Mit „make it“ ist dabei aber nicht unbedingt gemeint, dass die Entrepreneure das große Geld machen, sondern vielmehr, dass sie ihre Träume haben Realität werden lassen. Inspiriert von der Dokumentation „How to make it in America“ zog das Paar durch Berlin und fand dabei viele innovative Menschen mit bizarren bis leicht verrückten Geschäftsideen, die alle tatsächlich ihren Berliner Traum leben.

Inspirierende Macher-Mentalität

Simonson und Lehmann, ursprünglich aus den USA, zog es gleich mehrmals nach Berlin. Sie kamen nicht nur wegen der inspirierenden Atmosphäre, sondern auch, weil Lehmann die deutsche Staatsbürgerschaft hat und es ihn schon immer gereizt hatte, das Leben in Deutschland kennen zu lernen. Hinzu kam, dass sie das Berlin-New York Media Residency Fellowship erhielten: „Damit war klar, wir fahren nach Berlin,“ lacht Justine Simonson. Fasziniert von der Macher-Mentalität der Menschen, die sie in der Hauptstadt kennen lernten, entstand nach und nach ihre Dokumentation, erklärt Lehmann:

Die Dokumentation entstand auch aus unserer Liebe zum Reisen und unserer Faszination für alles was lokale Kultur ist. Wir wollten das in unseren Folgen festhalten, aber auch zeigen, dass Selbstständigkeit zwar riskant ist, aber auch sehr lohnenswert.

Das trifft nicht nur auf ihre Protagonisten, sondern auch auf die beiden Filmemacher zu. Beide sind seit vielen Jahren in der Filmindustrie tätig, fanden aber, dass es Zeit wurde, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. So ist „How to make it in Berlin“ auch ein wenig die Erfolgsgeschichte dieser beiden Filmemacher, die es nun selbst „schaffen wollen.

Eine Liebeserklärung an Berlin

In den Folgen geht es beispielsweise um einen traditionellen Barbershop, um eine Lichtdesignerin, um einen Feinkostladen oder um zwei Eismacher, die sich „Zwei dicke Bären“ nennen. So unterschiedlich ihre Geschäftsmodelle sind, so haben die dokumentierten Entrepreneure doch eins gemeinsam. Sie haben sich getraut, ihre Ideen, so verrückt sie auch schienen, einfach in die Tat umzusetzen – wobei die Reise sicherlich bei keinem einfach war. Sie alle haben viel Arbeit, Schweiß und unzählige schlaflose Nächte in ihre Unternehmen gesteckt. Die Angst und Panik gemischt mit Euphorie, die ein selbständiges Leben mit sich bringen, wird in jeder Folge deutlich – meistens dann, wenn sich die Protagonisten mit einem Lachen an ihre chaotischen Anfänge erinnern. Jede Folge macht dabei deutlich: Es ist nicht einfach, seinen Träumen zu folgen, aber es lohnt sich.

Obwohl dabei Berlin als Stadt nur im Hintergrund fungiert, wird auch klar: Es ist genau die kreative Atmosphäre, das inspirierende Umfeld dieser Stadt, was all diese Menschen angetrieben hat und es ihnen letztlich ermöglicht hat, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Nicht umsonst gilt Berlin auch als die Startup-Metropole. Somit wirkt „How to make it in Berlin“ auch wie eine Liebeserklärung an die Stadt.

Berlin soll dabei nur der Anfang sein. Das Paar möchte mit ihrem Konzept in weitere Länder reisen und andere Entrepreneure von Norwegen bis Australien vorstellen. Die letzte Berliner Folge „Big Stuff Smoked BBQ“ kam passend zum Hochsommer heraus und macht definitiv Hunger auf mehr!


Image „Badstrasse Gewachsen auf Beton“ by OTFW (CC BY SA 3.0)


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Marinela Potor

Marinela Potor

begann ihren journalistischen Werdegang bei kleinen Lokalzeitungen und arbeitete dann während ihres Studiums als Reporterin für den Universitätsradiosender. Ihr Volontariat machte sie bei Radio Jade in Wilhelmshaven. Seit 2010 hat sie ihren Rucksack gepackt und bereist seitdem rastlos die Welt – und berichtet als freie Journalistin darüber. Über alle „inoffiziellen“ Geschichten schreibt sie in ihrem eigenen Blog fest. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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