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Warum Drohnen in Zukunft zur Gefahr werden könnten

Drone (Image by Harald_Landsrath[CC0Public Domain] via Pixabay)

Drohnen werden aufgrund ihrer tollen Luftaufnahmen immer beliebter. Sie bieten eine neue Perspektive,  mit der man hinter Zäune schauen und die Welt von oben betrachten kann. Zudem werden sie technisch immer ausgefeilter und durch die sinkenden Preise auch für durchschnittliche Verbraucher interessant. Außerdem werden sie für viele praktische Einsätze wie zur Paketzustellung oder zur Inspektion von Brücken genutzt. Doch neben den vielen positiven Aspekten muss man sich auch über ihre Gefahren bewusst sein. Sie werden nämlich auch häufig unsachgemäß genutzt oder sogar missbraucht, vor allem in der Nähe von Flughäfen kann ihre Verwendung sehr gefährlich werden.

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Christian Caballero findet die Kennezeichnungspflicht für Drohnen sinnvoll.(Image by Christian Caballero)

Christian Caballero ist Geschäftsführer der Caballero & Hesselbarth Consulting GmbH. Seine Leidenschaft sind Entrepreneurship und Innovationen im Bereich unbemannte Luftfahrt. Vor seinem Studium zum Sicherheitsmanagement war er Offizier bei der Bundeswehr. Dort erlangte er durch seine internationale Ausbildung Spezialwissen aus den verschiedensten Bereichen der Luftfahrt.

Caballero weiß, dass ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr schwerwiegende Folgen haben kann und sich dessen nur wenige Nutzer bewusst sind. „Ein Gefährdungspotential geht dennoch vom Gerät selbst und vom Nutzer aus. Betrachten wir es sachlich, können die Propeller eines ,Multikopters‘ verheerende Verletzungen hervorrufen.“, sagt er.

Auch deutsche Sicherheitsbehörden betrachten Drohnen mit Skepsis, da sie für terroristische Angriffe verwendet werden könnten. Laut einem Sprecher des Bundeskriminalamtes (BKA) reichen denkbare Szenarien, die von Drohnen ausgeführt werden können, von Störungen von Veranstaltungen über Ausspähungen bis hin zu möglichen terroristischen Anschlägen, zu denen auch Großveranstaltungen gehören können. Das BKA verfügt bereits über eine Stelle, die den Markt für Drohnenabwehrsysteme beobachtet und Erkenntnisse über das Aufspüren und Abwehren der Länder und des Bundes bündelt.

Drohnen können ohne Probleme mit explosivem Material, giftigen Gasen oder nuklearen, chemischen und biologischen Stoffen ausgestattet werden. Es gab in Deutschland bisher zwar noch keine Terrorangriffe mit Drohnen, aber das BKA hält Großveranstaltungen jeglicher Art für ein wahrscheinliches Ziel. Auch Caballero geht davon aus, dass eine Drohne in Deutschland missbräuchlich für einen Anschlag genutzt werden kann. Jedoch lässt sich seiner Meinung nach die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen solchen Fall in Deutschland schwer ermitteln. Sie korreliere jedoch mit der stetig wachsenden terroristischen Bedrohung in unserem Land.

Um dem missbräuchlichen Gebrauch von Drohnen entgegenzuwirken, werden zurzeit viele Drohnen-Abwehrmaßnahmen getestet. Laut Caballero ist die Vision einiger Entwickler ein umfassendes  „Geofencing“ und diese trifft als virtueller Zaun die Sicherheitsbedürfnisse einiger außenstehender Parteien. „Weiterhin wird an einem neuen ,Air-Traffic-Management-System‘ gearbeitet, um den Luftverkehr auch in den unteren Höhen kontrollieren oder besser gesagt leiten zu können.“, erklärt Caballero.

Aufgrund der vielen Zwischenfälle mit Drohnen möchte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Nutzung nun strenger regeln. Deshalb müssen zukünftig alle Geräte ab 250 Gramm mit einem Kennzeichen ausgestattet werden, auf dem der Name und die Adresse des Eigentümers stehen. Dadurch sollen die Eigentümer bei Missbrauch oder Unfällen identifiziert werden können.

Christian Caballero findet diese Kennzeichnungspflicht sehr sinnvoll. Er fügt hinzu, dass auf dem Markt und unter den tragenden Verbänden dieser Branche große Einigkeit bestehe, dass es auch eine Ausbildung für die Nutzer geben soll. Seiner Meinung nach sollte es für die Integration in den zivilen Luftraum vor allem Aufklärungsarbeit und präventive Maßnahmen geben, sodass Nutzer eine Art Luftfahrtbewusstsein entwickeln und sich umfänglich mit den Regeln und Pflichten vertraut machen.

Eine andere Abwehrmaßnahme ist das Fangen von Drohnen mithilfe von Greifvögeln. In den Niederlanden wird dies bereits von dem Projekt „Guards from Above“ ausprobiert. Der Vorteil an der Maßnahme ist, dass die Drohne sofort außer Gefecht ist, sicher von dem Adler entfernt wird und nicht unkontrolliert vom Himmel stürzt.

Drone interception (Imagy via Guard From Above- Maarten van der Voorde)
Drone interception (Image via Guard From Above- Maarten van der Voorde)

Der tierische Instinkt von Greifvögeln ist einzigartig, sie können mühelos schnelle Beute überwältigen. „Die Greifvögel haben Schuppen auf ihren Krallen, die sie auf natürliche Weise vor den Bissen ihrer Opfer schützen. Es besteht also keine Gefahr beim Fangen von COTS Drohnen (Commercial off-the-shelf drones).“, erklärt Sjoerd Hoogendoorn, CEO und Gründer des Projekts. Für das Fangen von besonders großen und professionellen Drohnen sucht das Unternehmen bereits nach einer zusätzlichen Möglichkeit, die Vögel zu beschützen. Inzwischen wurden hunderte Drohnen während der Trainingseinheiten gefangen. Dabei wurde kein einziger Vogel verletzt – einige Drohnen aber durchaus.  

Die Vögel werden jeden Tag von Experten trainiert. Bis ein Vogel eine Drohne erfolgreich fängt, vergeht im Schnitt ein Jahr. Dies sei aber von Vogel zu Vogel unterschiedlich, so Hoogendoorn. Er führt aus, dass man die Vögel nicht dazu zwingen kann, Drohnen zu fangen. Wenn sie keinen Spaß daran hätten, würden sie es nicht machen. Wird eine Drohne erfolgreich gefangen, werden die Vögel mit Futter belohnt.

Ein Aspekt, der bei der zunehmenden Nutzung von Drohnen ebenfalls sehr wichtig ist, ist der Schutz der Privatsphäre. Fakt ist, dass diese Geräte den Benutzern Einblicke ermöglichen, die man sonst nicht so einfach bekommt. Daher scheint es schon fast eine logische Schlussfolgerung, dass es immer mehr Drohnen geben wird, so Caballero. Derzeit würden in Deutschland etwa 400.000 Drohnen genutzt und nach Angaben des Instituts für unbemannte Systeme (IuS) werden es bis 2020 vermutlich noch mal 2 Millionen sein.

Caballero ist überzeugt, dass diese Problematik auch Auswirkungen auf unsere Privatsphäre haben wird: „Die Nutzer müssen den Begriff ,Privatgrundstück‘ einfach nur respektieren und diese Bereiche meiden oder sich für dort eine Genehmigung erteilen lassen. Der grundsätzliche Überflug über ein Grundstück ist nicht verboten, jedoch kann dies schnell zu einer Irritation führen, da für den Nutzer nicht klar ist, was die Kamera gerade anschaut“. Denn schließlich, fasst Caballero zusammen, will sich niemand einer fremden Beobachtung ausgesetzt wissen. Neugierige sollten sich über die Geldstrafen für diese Handlungen bewusst sein. Man darf gespannt sein, wie sich die Haltung hierzu in Zukunft entwickelt.


Image „Drone“ by Harald_Landsrath (CC0 Public Domain)


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Dokureihe „How to make it in Berlin“ – Den Berliner Traum leben

Badstr Gewachsen auf Beton (Image by OTFW [CC BY SA 3.0] via Wikimedia Commons

Wenn der amerikanische Traum, die preußische Arbeitsmentalität und die Berliner Freigeisterei aufeinander treffen, entsteht eine Dokumentationsreihe wie How to make it in Berlin. In 10 Mini-Folgen von rund fünf Minuten erzählen Justine Simonson und Marcus Lehmann die Geschichte von zehn innovativen Berliner Entrepreneurs:

Für uns ist Berlin einfach ein Spielplatz für Kreative und Menschen, die ihr Leben einfach in vollen Zügen genießen wollen. Du willst in Berlin vielleicht nicht Millionär werden und die Reise wird sicher nicht einfach, aber du machst genau das, wovon du immer geräumt hast. Und darum geht es doch schließlich im Leben, oder? sagt Justine Simonson im Gespräch mit den Netzpiloten.

Mit „make it“ ist dabei aber nicht unbedingt gemeint, dass die Entrepreneure das große Geld machen, sondern vielmehr, dass sie ihre Träume haben Realität werden lassen. Inspiriert von der Dokumentation „How to make it in America“ zog das Paar durch Berlin und fand dabei viele innovative Menschen mit bizarren bis leicht verrückten Geschäftsideen, die alle tatsächlich ihren Berliner Traum leben.

Inspirierende Macher-Mentalität

Simonson und Lehmann, ursprünglich aus den USA, zog es gleich mehrmals nach Berlin. Sie kamen nicht nur wegen der inspirierenden Atmosphäre, sondern auch, weil Lehmann die deutsche Staatsbürgerschaft hat und es ihn schon immer gereizt hatte, das Leben in Deutschland kennen zu lernen. Hinzu kam, dass sie das Berlin-New York Media Residency Fellowship erhielten: „Damit war klar, wir fahren nach Berlin,“ lacht Justine Simonson. Fasziniert von der Macher-Mentalität der Menschen, die sie in der Hauptstadt kennen lernten, entstand nach und nach ihre Dokumentation, erklärt Lehmann:

Die Dokumentation entstand auch aus unserer Liebe zum Reisen und unserer Faszination für alles was lokale Kultur ist. Wir wollten das in unseren Folgen festhalten, aber auch zeigen, dass Selbstständigkeit zwar riskant ist, aber auch sehr lohnenswert.

Das trifft nicht nur auf ihre Protagonisten, sondern auch auf die beiden Filmemacher zu. Beide sind seit vielen Jahren in der Filmindustrie tätig, fanden aber, dass es Zeit wurde, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. So ist „How to make it in Berlin“ auch ein wenig die Erfolgsgeschichte dieser beiden Filmemacher, die es nun selbst „schaffen wollen.

Eine Liebeserklärung an Berlin

In den Folgen geht es beispielsweise um einen traditionellen Barbershop, um eine Lichtdesignerin, um einen Feinkostladen oder um zwei Eismacher, die sich „Zwei dicke Bären“ nennen. So unterschiedlich ihre Geschäftsmodelle sind, so haben die dokumentierten Entrepreneure doch eins gemeinsam. Sie haben sich getraut, ihre Ideen, so verrückt sie auch schienen, einfach in die Tat umzusetzen – wobei die Reise sicherlich bei keinem einfach war. Sie alle haben viel Arbeit, Schweiß und unzählige schlaflose Nächte in ihre Unternehmen gesteckt. Die Angst und Panik gemischt mit Euphorie, die ein selbständiges Leben mit sich bringen, wird in jeder Folge deutlich – meistens dann, wenn sich die Protagonisten mit einem Lachen an ihre chaotischen Anfänge erinnern. Jede Folge macht dabei deutlich: Es ist nicht einfach, seinen Träumen zu folgen, aber es lohnt sich.

Obwohl dabei Berlin als Stadt nur im Hintergrund fungiert, wird auch klar: Es ist genau die kreative Atmosphäre, das inspirierende Umfeld dieser Stadt, was all diese Menschen angetrieben hat und es ihnen letztlich ermöglicht hat, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Nicht umsonst gilt Berlin auch als die Startup-Metropole. Somit wirkt „How to make it in Berlin“ auch wie eine Liebeserklärung an die Stadt.

Berlin soll dabei nur der Anfang sein. Das Paar möchte mit ihrem Konzept in weitere Länder reisen und andere Entrepreneure von Norwegen bis Australien vorstellen. Die letzte Berliner Folge „Big Stuff Smoked BBQ“ kam passend zum Hochsommer heraus und macht definitiv Hunger auf mehr!


Image „Badstrasse Gewachsen auf Beton“ by OTFW (CC BY SA 3.0)


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