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just.me als Knotenpunkt im Sharing-Dschungel

WhatsApp ist eine der meistgenutzten Apps für mobile Endgeräte. Genau wie Facebook, Twitter und die E-Mail-Apps. Der nächste Renner könnte just.me werden.

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Wer viel SMS, Mails oder WhatsApp-Nachrichten schickt und zudem seine Kontakte via Twitter und Facebook auf dem Laufenden hält, der dürfte sich über die neuste App aus dem Hause vom Unternehmer Keith Teare freuen. just.me heißt das Programm, das aktuell nur für iOS-Geräte verfügbar ist und anders als die ganzen Twitter-, Facebook- oder WhatsApp-Kopien tatsächlich eine neue Komponente in den Sharing-Dschungel bringt.

Takeback-Feature

Das erste Mal gestartet, muss man sich mit seiner E-Mail-Adresse registrieren und das eigene Profil einrichten. Zudem benötigt just.me Zugriff auf das Adressbuch, da auch Nachrichten über SMS oder E-Mail gesendet werden können. Im t3n-Gespräch beruhigt Chef Keith Teare aber die nun skeptisch werdenden Nutzer: „Wir speichern keine Informationen aus dem Telefonbuch auf unseren Servern. Außerdem findet die gesamte Übertragung der Daten über eine verschlüsselte Verbindung statt“, erklärt er. Zudem soll es bald eine Funktion geben, die es erlaubt, einen abgeschickten Beitrag restlos aus dem just.me zu löschen. Teare nennt es „Takeback-Feature“.

Vom Tagebuch bis zum Gruppenchat

Bei just.me muss man zwischen drei Veröffentlichungsstufen unterscheiden. Einmal „öffentlich“, „freigegeben“ und „privat“. Im öffentlichen Bereich fließen alle Nachrichten, Bilder, Videos oder Audiodateien der just.me-Community zusammen. Teilt man einen Beitrag öffentlich, so kann er von jedem eingesehen werden – hier ähnelt just.me beispielsweise Twitter im nicht geschützten Modus. Die Beiträge können zudem auch über Twitter und Facebook an die Follower und Freunde auf den anderen Plattformen geteilt werden.

Im freigegebenen Bereich kommt das anfangs hinzugefügte Adressbuch zum Einsatz. Hier kann eine SMS oder E-Mail an einen oder mehrere Kontakte gesendet werden, die nur von diesen Kontakten auf just.me eingesehen werden können. Der Nutzer kann also eine Rund-SMS schreiben, die jeder Empfänger privat auf sein Handy empfängt und zudem können alle Empfänger untereinander auf just.me multimedial diskutieren – hier knüpft man an den WhatsApp-Gruppenchat an, lässt dem Nutzer aber die Freiheit, eine Nachricht auch zu erhalten, wenn man kein Konto beim Dienst hat. Im Newsfeed finden sich dann alle Diskussionsbeiträge, zu denen man selbst eingeladen wurde – oder eingeladen hat.

Der private Modus erinnert an eine Art digitales Tagebuch. Hier können Beiträge, Bilder oder Videos reingeladen und später angesehen werden – ohne Öffentlichkeit, ohne Empfänger.

Schöne Ansätze

Grundsätzlich ist just.me eine Diskussionsplattform, die alle gängigen Chat- und Social Media-Dienste vereint und für den gestrigen Start auf iOS erstaunlich fehlerfrei und problemlos funktioniert. In spätestens drei Monaten soll zudem eine Android-App folgen. Die Nutzung am Desktop-PC ist bisher allerdings wenig praktikabel und laut Teare auch weniger für die Diskussion denn für das Verfolgen der neusten Updates gedacht.

just.me vereint WhatsApp, SMS, E-Mail, Twitter, Facebook und Multimedia-Apps und zeigt gute Ansätze. Abzuwarten bleibt aber, wie es sich mit steigender Nutzerbasis entwickelt und ob es überhaupt von den Nutzern als Knotenpunkt im Sharing-Dschungel der vielen Dienste akzeptiert wird. Auch die Refinanzierung ist bisher noch nicht abschließend geklärt, aktuell sind keine Werbepläne erkennbar.

Ausprobieren sollte man just.me definitiv und auch zukünftig auf dem Zettel haben. Hier könnten sich spannende Ideen ergeben.


Teaserimage is a screenshot from Just.me


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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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