Innovation auf dem Buchmarkt – Worüber sich die digitalen Leser freuen können

Auf dem Buchmarkt konnten in den letzten Jahren einige Veränderungen beobachtet werden. Immer mehr Leser greifen auf E-Books zurück – vor allem dann, wenn unterwegs nicht viel Stauraum in der Tasche vorhanden ist. E-Books werden mittlerweile von vielen Online-Händlern angeboten. Weltbild.de, Thalia.de und Amazon sind die üblichen Verdächtigen, an die man sich wenden kann, wenn neuer E-Book-Lesestoff hermuss.

Neben den Kaufangeboten für Einzelexemplare gibt es für die Vielleser unter uns noch die Flatrate-Variante. Auch da ist Amazon mit seinem Programm Kindle Unlimited oder dem neuen Prime Reading ganz oben mit dabei. Auch Verlage ziehen in der digitalen Welt nach und gründen digitale Imprints, die die verschiedensten Zielgruppen mit einer Vielzahl an E-Books versorgen. Gute Beispiele sind dafür Feelings von Holtzbrinck ePublishing GmbH oder Forever by Ullstein.

Die Digitalisierung bietet aber noch weitere Möglichkeiten, den Leser an sich zu binden. Eine eigene Verlagsapp ist eine Möglichkeit, den Verkauf von Büchern anzukurbeln. Der Carlsen Verlag setzt hier auf Modelle für Kinder.

Dennoch gibt es die überwiegende Masse, die auf Print nun einmal nicht verzichten möchte, wie diese Statistik genauer zeigt:
Infografik: Die Deutschen und das E-Book | Statista Quelle: Umfrage „Die Deutschen und das E-Book“ via Statista

Dank dieser Umfrage wird klar, dass E-Books deutlich öfter auf Reisen oder unterwegs im Bus oder der Bahn genutzt werden, abends auf dem Sofa greifen die Vielleser noch immer lieber zum Printbuch.

Aber nicht nur das neue Lesefutter auf den smarten Geräten an sich, ist für die Verlage interessant. Immer öfter schauen die Verlage auch in bestehende Online-Communitys, die sich mit den Themen rund um Bücher beschäftigen, diese bewerten, rezensieren und darüber diskutieren. Für Autoren und Verlage bieten diese Plattformen eine gute Möglichkeit, die Reichweite ihrer Werke zu erhöhen.

Lesen unterwegs mit Read ’n‘ Go

Das Angebot ‚Read’n’Go‘ hat die Verlagsgruppe Random House entwickelt. Die Startseite ist sehr übersichtlich und kommt ohne großen Schnickschnack daher. Hier finden sich einige Titel, von denen bereits eine interaktive Leseprobe zur Verfügung gestellt wurden. Der Leser sucht sich sein Wunschbuch heraus und klickt auf den jeweiligen Titel. Sofort wird er auf die Seite weitergeleitet, bei der es dann wirklich interessant wird.

Die erste Seite zeigt das Cover und leitet den Leser direkt zum Shop, wo er das Buch erwerben kann. Außerdem kann die Leseprobe direkt per E-Mail, auf Facebook und Twitter geteilt werden.

Read'n'Go Startseite Buch (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Bücher Startseite (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Die eigentliche Leseprobe erfolgt dann ganz einfach durch Scrollen. Die wichtigsten Ausschnitte werden nach und nach angezeigt. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Schaubilder mit Zitaten oder Videos, die zum Denken anregen und Lust auf mehr machen.

Read'n'Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Diese interaktive Leseprobe hat mir schon einmal gut gefallen. Der Leser bekommt hier wirklich Lust auf mehr, denn mit jedem Scrollen erwartet den Leser etwas Neues. Bilder, Sprüche und kleine Textpassagen aus einzelnen Kapiteln verraten dabei nicht zuviel. Die Autoren werden zudem auf einer separaten Seite vorgestellt. Nach ein wenig Stöbern habe ich mich schnell darin verloren und sogar dabei erwischt, wie ich kurz davor war, den Online-Shop zu besuchen. Eine wirklich gute Gelegenheit für die Leser, neue Bücher kennenzulernen und für die Verlagsgruppe, den Leser neugierig zu machen.

Read'n'Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Für Freunde des gedruckten Buches: Papego macht den Mix

Mit der App von Papego wird dem Leser das Schleppen und das schwere Mittragen von Büchern um einiges leichter gemacht. Wer die Taschen schon voll, aber eine lange Bahnfahrt vor sich hat, kann das Buch einfach auf dem Smartphone weiterlesen. Hierfür muss die zuletzt gelesene Seite im Buch fotografiert werden. Der Nutzer kann anschließend bis zu 25 Prozent des Buches weiterlesen. So wird nicht nur eine Menge Platz gespart. Der Leser kann die Kombi-Variante wählen und muss nicht völlig auf das herkömmliche Printbuch verzichten.

Wer ein Papego-Buch lesen möchte, muss auf den Sticker achten, der sich auf dem Cover befindet. Ohne diesen ist das Lesen mit der Papego-App nicht möglich. Die kostenlose App gibt es bei iTunes oder im Google App Store zum Download.

Social Reading mit Goodreads

Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Bei Goodreads handelt es sich um eine englischsprachige Social-Reading-Plattform, auf der sich jeder wohlfühlt, der sich gerne über Bücher austauscht. Hier kann der Leser zu Challenges antreten, bei der die Anzahl von zu lesenden und gelesenen Büchern im Vordergrund steht. Der Leser legt eine Zahl an Büchern fest, die dieser innerhalb eines Jahres lesen möchte.

Goodreads hilft seinen Nutzern außerdem dabei, Bücher zu finden, für die sie sich interessieren. Auf dieser Plattform kann man sehen, was die eigenen Freunde gerade lesen, oder man markiert Bücher, die man selbst gerade liest, lesen möchte oder gelesen hat. Goodreads bietet seinen Lesern zudem persönliche Leseempfehlungen, wenn einem selbst gerade die Ideen ausgehen. Aufgrund meiner Leseinteressen zeigt Goodsreads mir vor allem englischsprachige Empfehlungen, da die Plattform nur auf Englisch ist. Dennoch sind auch deutsche Autoren mit deutschen Inhaltsangaben auf der Plattform unterwegs.

Goodreads Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Leseempfehlung von Goodreads (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Hat man sich in dieser Plattform erst einmal zurecht gefunden, dann macht sie wirklich Spaß. Das eigene Bücherregal virtuell nachzustellen und sich Leseziele zu setzen, finde ich als Bücherbegeisterte sehr spannend.

Deine Stimme für das Buch: Lovelybooks

Nicht nur die Aufmachung und das Design ist einer der Gründe, warum ich mich auf Lovelybooks angemeldet habe, sondern auch die zahlreichen Funktionen, die diese Plattform bietet. Dieses Portal ist von den Funktionen her sehr ähnlich wie Goodreads und mehr oder weniger die deutsche Antwort auf die Goodreads-Plattform. Hier können sich Leser ebenfalls mit anderen Lesern austauschen, vernetzen und rund um die Themen Bücher, Autoren, Neuigkeiten und Neuerscheinungen diskutieren. Gewinnspiele, Leserunden – alles was das Bücherwürmerherz begehrt, sind hier möglich. Auch Leseempfehlungen mit Leserstimmen sind ganz oben im Programm von Lovelybooks, sodass die Nutzer immer auf das für sie passende Buch aufmerksam gemacht werden.

Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Besonders gut gefallen mir die Rankings, bei denen die Leser mitvoten können. Es gibt viele verschiedene Rankinglisten, wie beispielsweise der Lovelybooks-Leserpreis oder das Abstimmen für die persönlichen Lesehighlights, um das Lieblingsbuch nach ganz oben auf die jeweilige Liste zu bringen. Hierbei erhält jeder Leser 30 Punkte, die er an die jeweiligen Bücher vergeben darf.

Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Der Nutzer kann zudem seine eigene Bibliothek erstellen und die einzelnen Bücher darin anhand von Sternen bewerten und diese rezensieren. Außerdem kann er seinen Lesestatus mit anderen Nutzern teilen und sogar die Seitenzahl angeben, auf der er sich im aktuellen Buch befindet.

Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Auch Autoren haben die Möglichkeit, aktiv auf der Plattform mitzuwirken. Allerdings muss der Autor mindestens ein Werk veröffentlicht haben, um an diesem Autorenprogramm teilzunehmen. Hier kann er unter anderem Leserunden und Gewinnspiele veranstalten und vor allem mit seinen Lesern direkt in Kontakt treten. Für das Marketing eines Autors bietet sich eine solche Social-Reading-Plattform besonders gut an, da die Werke direkt mit dem Autorenprofil verbunden sind und auch auf anderen sozialen Kanälen die neuesten Aktivitäten geteilt werden können.

Auf den Autorenseiten kann der Leser Feedback hinterlassen. Aber nicht nur begeisterte Leser tummeln sich auf Lovelybooks, sondern auch Blogger, die auf der Suche nach neuen Inhalten und Themen für ihre Buchblogs sind.

And the winners are…

Eins vorweg: Alle vier Portale haben mir sehr gut gefallen. Mein absoluter Favorit, wenn es um die Social-Reading-Plattformen geht, ist jedoch eindeutig Lovelybooks. Der Aufbau ist überschaubar und überhaupt ist die Bedienung sehr einfach. Auf dem zweiten Platz folgt Read’n’Go, denn hier habe ich mich selbst ganz schnell beim Stöbern verloren und war bestens über die jeweiligen Bücher informiert. Ich würde mir wünschen, dass die Anzahl der angebotenen Read’n’Go-Bücher noch weiter steigt, denn nun bin ich gespannt auf die nächsten interaktiven Leseproben.

So, ich werde dann mal bei Lovelybooks mein virtuelles Bücherregal sortieren müssen…


Image (adapted) „lesen-ebook“ by haderer17 (CC0 Public Domain)


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Jennifer Eilitz

Jennifer Eilitz

kommt aus der Lüneburger Heide, hat Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW in Hamburg studiert und arbeitet jetzt bei den Netzpiloten als Social Media Managerin. Wenn sie nicht gerade für die Netzpiloten schreibt, dann schreibt sie an ihren Romanen, die im Bookshouse und Edel Elements Verlag erscheinen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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