All posts under E-Book

Innovation auf dem Buchmarkt – Worüber sich die digitalen Leser freuen können

Auf dem Buchmarkt konnten in den letzten Jahren einige Veränderungen beobachtet werden. Immer mehr Leser greifen auf E-Books zurück – vor allem dann, wenn unterwegs nicht viel Stauraum in der Tasche vorhanden ist. E-Books werden mittlerweile von vielen Online-Händlern angeboten. Weltbild.de, Thalia.de und Amazon sind die üblichen Verdächtigen, an die man sich wenden kann, wenn neuer E-Book-Lesestoff hermuss.

Neben den Kaufangeboten für Einzelexemplare gibt es für die Vielleser unter uns noch die Flatrate-Variante. Auch da ist Amazon mit seinem Programm Kindle Unlimited oder dem neuen Prime Reading ganz oben mit dabei. Auch Verlage ziehen in der digitalen Welt nach und gründen digitale Imprints, die die verschiedensten Zielgruppen mit einer Vielzahl an E-Books versorgen. Gute Beispiele sind dafür Feelings von Holtzbrinck ePublishing GmbH oder Forever by Ullstein.

Die Digitalisierung bietet aber noch weitere Möglichkeiten, den Leser an sich zu binden. Eine eigene Verlagsapp ist eine Möglichkeit, den Verkauf von Büchern anzukurbeln. Der Carlsen Verlag setzt hier auf Modelle für Kinder.

Dennoch gibt es die überwiegende Masse, die auf Print nun einmal nicht verzichten möchte, wie diese Statistik genauer zeigt:
Infografik: Die Deutschen und das E-Book | Statista Quelle: Umfrage „Die Deutschen und das E-Book“ by Frauke Suhr via Statista

Dank dieser Umfrage wird klar, dass E-Books deutlich öfter auf Reisen oder unterwegs im Bus oder der Bahn genutzt werden, abends auf dem Sofa greifen die Vielleser noch immer lieber zum Printbuch.

Aber nicht nur das neue Lesefutter auf den smarten Geräten an sich, ist für die Verlage interessant. Immer öfter schauen die Verlage auch in bestehende Online-Communitys, die sich mit den Themen rund um Bücher beschäftigen, diese bewerten, rezensieren und darüber diskutieren. Für Autoren und Verlage bieten diese Plattformen eine gute Möglichkeit, die Reichweite ihrer Werke zu erhöhen.

Lesen unterwegs mit Read ’n‘ Go

Das Angebot ‚Read’n’Go‘ hat die Verlagsgruppe Random House entwickelt. Die Startseite ist sehr übersichtlich und kommt ohne großen Schnickschnack daher. Hier finden sich einige Titel, von denen bereits eine interaktive Leseprobe zur Verfügung gestellt wurden. Der Leser sucht sich sein Wunschbuch heraus und klickt auf den jeweiligen Titel. Sofort wird er auf die Seite weitergeleitet, bei der es dann wirklich interessant wird.

Die erste Seite zeigt das Cover und leitet den Leser direkt zum Shop, wo er das Buch erwerben kann. Außerdem kann die Leseprobe direkt per E-Mail, auf Facebook und Twitter geteilt werden.

Read'n'Go Startseite Buch (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Bücher Startseite (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Die eigentliche Leseprobe erfolgt dann ganz einfach durch Scrollen. Die wichtigsten Ausschnitte werden nach und nach angezeigt. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Schaubilder mit Zitaten oder Videos, die zum Denken anregen und Lust auf mehr machen.

Read'n'Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Leseprobe (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Diese interaktive Leseprobe hat mir schon einmal gut gefallen. Der Leser bekommt hier wirklich Lust auf mehr, denn mit jedem Scrollen erwartet den Leser etwas Neues. Bilder, Sprüche und kleine Textpassagen aus einzelnen Kapiteln verraten dabei nicht zuviel. Die Autoren werden zudem auf einer separaten Seite vorgestellt. Nach ein wenig Stöbern habe ich mich schnell darin verloren und sogar dabei erwischt, wie ich kurz davor war, den Online-Shop zu besuchen. Eine wirklich gute Gelegenheit für die Leser, neue Bücher kennenzulernen und für die Verlagsgruppe, den Leser neugierig zu machen.

Read'n'Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Read’n’Go Werbung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Für Freunde des gedruckten Buches: Papego macht den Mix

Mit der App von Papego wird dem Leser das Schleppen und das schwere Mittragen von Büchern um einiges leichter gemacht. Wer die Taschen schon voll, aber eine lange Bahnfahrt vor sich hat, kann das Buch einfach auf dem Smartphone weiterlesen. Hierfür muss die zuletzt gelesene Seite im Buch fotografiert werden. Der Nutzer kann anschließend bis zu 25 Prozent des Buches weiterlesen. So wird nicht nur eine Menge Platz gespart. Der Leser kann die Kombi-Variante wählen und muss nicht völlig auf das herkömmliche Printbuch verzichten.

Wer ein Papego-Buch lesen möchte, muss auf den Sticker achten, der sich auf dem Cover befindet. Ohne diesen ist das Lesen mit der Papego-App nicht möglich. Die kostenlose App gibt es bei iTunes oder im Google App Store zum Download.

Social Reading mit Goodreads

Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Reading Challenge (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Bei Goodreads handelt es sich um eine englischsprachige Social-Reading-Plattform, auf der sich jeder wohlfühlt, der sich gerne über Bücher austauscht. Hier kann der Leser zu Challenges antreten, bei der die Anzahl von zu lesenden und gelesenen Büchern im Vordergrund steht. Der Leser legt eine Zahl an Büchern fest, die dieser innerhalb eines Jahres lesen möchte.

Goodreads hilft seinen Nutzern außerdem dabei, Bücher zu finden, für die sie sich interessieren. Auf dieser Plattform kann man sehen, was die eigenen Freunde gerade lesen, oder man markiert Bücher, die man selbst gerade liest, lesen möchte oder gelesen hat. Goodreads bietet seinen Lesern zudem persönliche Leseempfehlungen, wenn einem selbst gerade die Ideen ausgehen. Aufgrund meiner Leseinteressen zeigt Goodsreads mir vor allem englischsprachige Empfehlungen, da die Plattform nur auf Englisch ist. Dennoch sind auch deutsche Autoren mit deutschen Inhaltsangaben auf der Plattform unterwegs.

Goodreads Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Leseempfehlung von Goodreads (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Hat man sich in dieser Plattform erst einmal zurecht gefunden, dann macht sie wirklich Spaß. Das eigene Bücherregal virtuell nachzustellen und sich Leseziele zu setzen, finde ich als Bücherbegeisterte sehr spannend.

Deine Stimme für das Buch: Lovelybooks

Nicht nur die Aufmachung und das Design ist einer der Gründe, warum ich mich auf Lovelybooks angemeldet habe, sondern auch die zahlreichen Funktionen, die diese Plattform bietet. Dieses Portal ist von den Funktionen her sehr ähnlich wie Goodreads und mehr oder weniger die deutsche Antwort auf die Goodreads-Plattform. Hier können sich Leser ebenfalls mit anderen Lesern austauschen, vernetzen und rund um die Themen Bücher, Autoren, Neuigkeiten und Neuerscheinungen diskutieren. Gewinnspiele, Leserunden – alles was das Bücherwürmerherz begehrt, sind hier möglich. Auch Leseempfehlungen mit Leserstimmen sind ganz oben im Programm von Lovelybooks, sodass die Nutzer immer auf das für sie passende Buch aufmerksam gemacht werden.

Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovelybooks Empfehlung (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Besonders gut gefallen mir die Rankings, bei denen die Leser mitvoten können. Es gibt viele verschiedene Rankinglisten, wie beispielsweise der Lovelybooks-Leserpreis oder das Abstimmen für die persönlichen Lesehighlights, um das Lieblingsbuch nach ganz oben auf die jeweilige Liste zu bringen. Hierbei erhält jeder Leser 30 Punkte, die er an die jeweiligen Bücher vergeben darf.

Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Voting bei Lovelybooks (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Der Nutzer kann zudem seine eigene Bibliothek erstellen und die einzelnen Bücher darin anhand von Sternen bewerten und diese rezensieren. Außerdem kann er seinen Lesestatus mit anderen Nutzern teilen und sogar die Seitenzahl angeben, auf der er sich im aktuellen Buch befindet.

Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Lovleybooks Bibliothek (Screenshot by Jennifer Eilitz)

Auch Autoren haben die Möglichkeit, aktiv auf der Plattform mitzuwirken. Allerdings muss der Autor mindestens ein Werk veröffentlicht haben, um an diesem Autorenprogramm teilzunehmen. Hier kann er unter anderem Leserunden und Gewinnspiele veranstalten und vor allem mit seinen Lesern direkt in Kontakt treten. Für das Marketing eines Autors bietet sich eine solche Social-Reading-Plattform besonders gut an, da die Werke direkt mit dem Autorenprofil verbunden sind und auch auf anderen sozialen Kanälen die neuesten Aktivitäten geteilt werden können.

Auf den Autorenseiten kann der Leser Feedback hinterlassen. Aber nicht nur begeisterte Leser tummeln sich auf Lovelybooks, sondern auch Blogger, die auf der Suche nach neuen Inhalten und Themen für ihre Buchblogs sind.

And the winners are…

Eins vorweg: Alle vier Portale haben mir sehr gut gefallen. Mein absoluter Favorit, wenn es um die Social-Reading-Plattformen geht, ist jedoch eindeutig Lovelybooks. Der Aufbau ist überschaubar und überhaupt ist die Bedienung sehr einfach. Auf dem zweiten Platz folgt Read’n’Go, denn hier habe ich mich selbst ganz schnell beim Stöbern verloren und war bestens über die jeweiligen Bücher informiert. Ich würde mir wünschen, dass die Anzahl der angebotenen Read’n’Go-Bücher noch weiter steigt, denn nun bin ich gespannt auf die nächsten interaktiven Leseproben.

So, ich werde dann mal bei Lovelybooks mein virtuelles Bücherregal sortieren müssen…


Image (adapted) „lesen-ebook“ by haderer17 (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Lesen, bis der Akku leer ist: Die neuesten E-Reader im Test

Lesen (adapted) (Image by Arcaion [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Bücher sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. So auch für mich. Habe ich ein Buch beendet, beginne ich direkt mit dem nächsten – was natürlich immer ein tolles Gefühl ist, wenn man das Bücherregal mit einem weiteren Werk schmücken kann. Da ich wegen meines Studiums viel Zeit mit vollen Taschen in Zügen verbringe, muss ich mich immer wieder entscheiden: Passt zwischen die dicken Uniwälzer noch genug Essen und die Wasserflasche – oder sollte ich lieber auf ein paar Snacks verzichten und doch noch das spannende Buch für die Rückfahrt hineinquetschen? Mein Rücken meckert auch, und ich beschließe: Es wird Zeit für eine digitale Revolution in meiner Tasche.

Natürlich ist der E-Book-Trend nicht völlig an mir vorbeigegangen, hin und wieder lese ich ein paar E-Books auf meinem zu groß geratenen Tablet. Für einen E-Book-Reader konnte ich mich nicht so sehr erwärmen – bis jetzt! Denn nachdem ich die folgenden drei E-Reader getestet habe, weiß ich, dass ich nie wieder auch nur ein Wort mehr als nötig auf meinem Tablet lesen möchte. Ich habe drei aktuelle Geräte auf Laufzeit, besondere Merkmale und Vielseitigkeit getestet: Den neuen Amazon Kindle Oasis, den herkömmlichen Amazon Kindle und den Tolino Vision 4 HD.

Der Neuling: Tolino Vision 4 HD

Am Tolino Vision 4 HD gefiel mir auf den ersten Blick sein schlichtes Design. Er liegt mit seinen 175 Gramm und seiner Gummibeschichtung sehr leicht und angenehm in der Hand. Mit einer Bildschirmgröße von gerade einmal sechs Zoll ist er zum Lesen genau richtig. Der Tolino bringt neben seiner Wasserresistenz einige coole Features mit, die mich als E-Reader-Neuling beeindruckt haben.

Tolino schläft (Image by Jennifer Eilitz)
Tolino schläft (Image by Jennifer Eilitz)

Als ich den Tolino aus der Verpackung genommen habe, fiel mir als erstes das schlafende Gesicht auf dem Display ins Auge mit der Bildunterschrift: „Psst… Tolino schläft“. Das verleiht dem Ganzen einen niedlichen Charakter und macht Tolino zu einer Art begleitendem Maskottchen, das man gerne bei sich trägt.

Das erstmalige Verbinden mit WLAN hat reibungslos geklappt und verlief ziemlich schnell. Was mir allerdings nicht gut gefallen hat, war die ständige Erinnerung an ein neues Update, was gefühlt bei jeder Benutzung aufpoppte.

Auf dem Tolino findet sich der Shop auf der Startseite, bei dem man das Gerät gekauft hat, in diesem Fall war es der Onlineshop von Hugendubel. Wollte ich meine Bücher lieber bei Thalia oder einem anderen Shop aussuchen, dann musste ich das über den Webbrowser tun. Das Scrollen und Surfen im Web über den Reader gestaltete sich leider als weniger angenehm, da die Reaktionen des Readers sehr langsam, zögerlich und flackernd waren.

Wer allerdings den Dreh raus hat und Kunde bei Hugendubel, Thalia und Co. ist, hat ein angenehmes Lesevergnügen vor sich. Denn hier hat der Tolino ein besonderes Feature, bei dem man nicht mehr zwangläufig mit dem Finger auf dem Bildschirm tippen muss, um zu blättern, sondern man kann dies bequem auf der Rückseite tun, indem man auf das Logo tippt. Allerdings muss der Nutzer hier eine Menge Fingerspitzengefühl beweisen – bei mir wollte das nicht immer auf Anhieb klappen.

Ansprechend fand ich auch die Option, Bücher über eine Leihbibliothek auf seinen Reader zu laden. Auch das geht ganz einfach, ohne dass man erst das E-Book auf den PC laden muss. Außerdem braucht der Leser auch das Buch nicht fristgerecht zurückzugeben, denn das passiert am Ende der Leihfrist ganz von selbst, indem sich das E-Book vom Reader entfernt.

Wie bei allen getesteten E-Readern kann der Leser beim Tolino seine Leseeigenschaften individuell einstellen. Ob Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand oder sogar die Randbreite – die Möglichkeiten sind sehr vielseitig und können das Lesen noch angenehmer gestalten.

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf eine wirklich gute Funktion des Tolino Vision 4 HD aufmerksam machen: Das smartLight. Hier verändert der Reader automatisch die Beleuchtung, um sich entsprechend des Tageslichts und des Leseverhaltens der Nutzer anzupassen. Morgens strahlt er im kaltweißem Licht, abends leuchtet er warmweiß, um den Leser nicht vom Einschlafen abzuhalten. Diese Funktion hat natürlich Einfluss auf die Akkulaufzeit, die aber mit etwa zwei bis dei Wochen für meine Bedürfnisse absolut ausreicht.

Der Tolino Vision 4 HD ist in vielen Shops erhältlich und unter anderem auch bei Hugendubel für ca. 180,00 Euro online zu bestellen.

Der Klassiker: Amazon Kindle

Ich muss zugeben, dass ich ein absoluter Amazon-Fan und Prime-Kunde bin und gerne auf die Produkte und Bücher des Onlinehändlers zugreife. Daher wollte ich es mir auch nicht nehmen lassen, den altbewährten Amazon Kindle zu testen. Dazu gibt’s jeden Monat ein E-Book gratis.

Genau wie beim Tolino war auch hier die WLAN-Anmeldung sehr einfach und schnell. Ich mochte den Kindle auf Anhieb und war gespannt, was er alles zu bieten hat. Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Es gibt eine digitale Bibliothek, in der sich alle Bücher befinden, die ich lese oder bereits gelesen habe. Außerdem kann man eine Liste mit Büchern erstellen, die man noch lesen möchte und erhält exklusive Empfehlungen.

Amazon Kindle Startbildschirm (Image by Jennifer Eilitz)
Amazon Kindle Startbildschirm (Image by Jennifer Eilitz)

Der Kindle ist mit seinen 161 Gramm und seinem Bildschirm, der sechs Zoll misst, sehr leicht und praktisch. Allerdings würde ich eine Schutzhülle mit Gummibeschichtung empfehlen, da dieser E-Reader – anders als der Tolino – durch die Plastikhülle hin und wieder mal aus der Hand rutscht. Was ich allerdings zu bemängeln habe, ist, dass die Beleuchtung nicht reguliert werden kann. Sobald es dunkler wird, wird es also auch schwieriger mit dem Lesen und man muss wie in analogen Zeiten eine Leselampe zu Hilfe nehmen.

Ich habe mir zum Test ein E-Book auf den Reader geladen, was als Prime-Kunde sehr einfach und schnell ging. Auch das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich in verschiedenen Situationen getestet habe: Im Wartezimmer beim Arzt, als Beifahrer auf einer längeren Autostrecke, gemütlich auf dem Sofa, oder im Bett kurz vor dem Schlafengehen. Er hat mich immer überzeugt. Sowohl mit der langen Akkulaufzeit, die mit eine Länge von mehr als drei Wochen beachtlich ist, als auch mit der riesigen Auswahl an E-Books, die Amazon seinen Kunden bereitstellt.

Ich hatte jedoch zu Beginn ein paar Probleme, mit der Funktionsweise der Seitenanzeige. Anfangs wurde mir immer wieder die Positionsangabe aufgezeigt, die ich nicht praktisch fand. Ich weiche zwar mit einem E-Reader von einem physischen Buch ab, möchte aber dennoch das Buch-Gefühl, so gut es eben geht, nachempfinden. Kurz: Mich interessieren Seitenzahlen einfach mehr als Daten. Ich fand schließlich heraus, dass ich für die Darstellung auf die linke unterste Ecke tippen musste. Die Option, erfahren zu können, wie viele Minuten für ein Kapitel noch benötigt werden, hat mir gefallen – solange es eine Option bleibt.

Den klassischen Kindle kann man schon für kleines Geld kaufen und so ist er bei Amazon für ca. 69,99 Euro in schwarz und weiß erhältlich.

Der Luxuriöse: der Amazon Kindle Oasis

Der wohl wichtigste Punkt des großen Bruders von Amazon ist das optische Erscheinungsbild: Er liegt durch seine ergonomische Haltefläche, in die der Akku integriert ist, bequem in der Hand. Der Kindle Oasis lässt sich sowohl per Berührung als auch anhand von zwei Knöpfen umblättern, was das Lesen und Halten des Readers noch einfacher macht. Der Kindle Oasis ist der bislang leichteste und dünnste Reader des Anbieters und hat mich optisch angenehm überrascht

Oasis ergonomische Form (Image by Jennifer Eilitz)
Oasis ergonomische Form (Image by Jennifer Eilitz)

Auch er mit einem Bildschirm von sechs Zoll ausgestattet, jedoch ist er mit seinem einmaligen Design kaum mit dem Tolino Vision 4 HD oder dem herkömmlichen Amazon Kindle vergleichbar. Der Menüaufbau gleicht dem Kindle in beinahe allem, nur dass ich hier zusätzlich an der Helligkeit stellen kann, was ich mir beim klassischen Kindle gewünscht hätte. Daher testete ich überwiegend den klassischen Kindle am Tag und den Oasis abends im dunklen Schlafzimmer – und ich muss sagen, dass es meine Augen nicht im Geringsten angestrengt hat.

Besonders gefallen hat mir hier die Idee, die Anzeige drehbar zu gestalten – solche Features sind wir mittlerweile vom Smartphone gewöhnt, bei den E-Book-Readern suchte man sie allerdings bisher vergeblich. Das macht es auch für Linkshänder oder Bequemlichkeitsfanatiker gut nutzbar, denn so kann die Knopfleiste sowohl links als auch auf der rechten Seite genutzt werden.

Amazon Oasis mit Ladehülle (Image by Jennifer Eilitz)
Amazon Oasis mit Ladehülle (Image by Jennifer Eilitz)

Ein sehr praktisches Feature ist die Ladefunktion über die Hülle, die man mit durch Magnete am Kindle befestigen kann. Dadurch kann die Laufzeit des Kindle Oasis, die in anderen Produkttests bereits deutlich kritisiert wurde, ordentlich verlängert werden. Der Trick steckt in der Verpackung: Solange die Lederhülle, die man in verschiedenen Farben erhält, am Kindle befestigt ist, wird der Akku darüber verbraucht und das eigentliche Gerät wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.

So kann der Leser den Reader laut Hersteller über mehrere Monate benutzen, ohne ihn aufladen zu müssen. Ganz so viel Zeit hatte ich leider nicht zum Testen, aber drei gute Wochen hielt das Gerät ohne Probleme durch. Wie handlich das Ganze dann mit Hülle noch ist, daran scheiden sich die Geister. Mich hat es nicht so sehr gestört, die Idee geht aber auf Kosten des Gewichts.

Die Hülle kann aber noch mehr: Da sie den Reader wie ein richtiges Buch verschließt, wacht der Reader auf, wenn man sie aufklappt. Das Gerät wird in den Ruhemodus versetzt, wenn man die Hülle wieder schließt.

Dem Nutzer wird noch mehr geboten – und das fand ich genial: Man kann sich wie auch bei den anderen beiden E-Readern über WLAN anmelden, aber hier wird von Amazon zusätzlich 3G bereitgestellt, sollte man sich nicht direkt über WLAN anmelden können. Die Kosten für die Drahtlosverbindung übernimmt Amazon, dem Nutzer entstehen so keine zusätzlichen Kosten oder Verpflichtungen. So kann das Lesen und Herunterladen von Büchern direkt beginnen. Der einzige Nachteil dabei ist, dass das Gerät beim Kauf teurer ist, als wenn man nur auf die herkömmliche WLAN-Funktion zurückgreift.

Für den Kindle Oasis muss der Leser schon etwas tiefer in die Tasche greifen: Zu einem Preis ab 289,99 Euro kann er bei Amazon bestellt werden. Die mitgelieferte Ladehülle ist in drei verschiedenen Farben erhältlich: Walnuss, Schwarz oder Bordeaux.

Fazit

Nachdem ich also drei Wochen damit verbracht habe, auf den verschiedensten E-Readern zu lesen, bin ich wirklich positiv überrascht. Die Tests haben mir gezeigt, wie praktisch diese Reader sind und wie bequem man sie zu jeder Zeit nutzen kann.

Am besten haben mir die Kindle-Modelle gefallen. Die Funktionen, wie beispielsweise die Leseflatrate Kindle Unlimited für zehn Euro im Monat, fand ich ziemlich überzeugend. Prime-Nutzer können sich sogar monatlich ein Buch kostenlos ausleihen. Zudem verlief das Durchstöbern der Bücher auf der Amazon-Plattform viel schneller und auch die Reaktionen waren sowohl beim klassischen Kindle als auch beim Oasis besser als beim Tolino.

Aber muss der Leser nun in jedem Fall auf das teurere Produkt zugreifen? Für meine Zwecke reicht der klassische Kindle vollkommen aus. Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, kann ich dort auf die Beleuchtung zurückgreifen, die mir beim Kindle am Abend oder wenn es dunkel wird, fehlt.

Die Luxus-Variante Kindle Oasis hat zwar auch vieles zu bieten, dennoch ist er mir schlichtweg zu teuer – und auch wegen des Preises würde ich ihn nicht überall mitnehmen. Von den Leseoptionen unterscheiden die beiden Geräte sich bis auf die Beleuchtung nicht. Der klassische Kindle erscheint mir sehr robust – und selbst, wenn er einmal in meiner Tasche zwischen all den Uniwälzern landet und vielleicht auch mal einen Kratzer abbekommt, wäre das zwar ärgerlich und schade, aber bei Weitem nicht so schlimm wie bei einem Gerät, für das ich knapp 300 Euro bezahlt habe und das ich mit Samthandschuhen anfassen muss.

Da ich auch in Zukunft viel in Zügen unterwegs sein werde, wird in mein Regal und vor allem in meine Tasche demnächst der klassische Kindle einziehen, denn hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis auf jeden Fall.


Image (adapted) „Lesen“ by Arcaion (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Wattpad rückt Bücherschreiben in den Fokus

Devices (Image by Wattpad)

Wer gerne viel Zeit vor dem Laptop verbringt und Geschichten schreibt, allerdings keinen Verlag für seine Bücher findet oder einfach nur Wert auf Feedback und eine tolle Community legt, der sollte sich Wattpad genauer ansehen. Ich selbst bewege mich mittlerweile beinahe täglich auf der E-Book-Plattform und kann bislang nur von den besten Erfahrungen berichten.

Bei Wattpad handelt es sich um eine Webseite, die es auch als App für das Smartphone gibt. Die E-Book-Plattform gibt es bereits seit 2006, sie ist kostenlos und für jeden zugänglich. Wattpad hat bereits 40 Millionen Nutzer.

Jeder kann seine Geschichte hier hochladen – Kapitel für Kapitel, ein Cover und einen Klappentext erstellen, sowie seine Geschichte bewerten und kommentieren lassen.

Wem das nicht reicht, der kann an zahlreichen Wattpad-internen Wettbewerben teilnehmen oder sogar einen Verlagsvertrag, beispielsweise vom Piperverlag, ergattern.

Seit über einem Jahr bin ich als Autorin auf der Plattform aktiv und bin nach wie vor begeistert von der Community. Spaßeshalber habe ich angefangen, eine Geschichte zu schreiben und merkte schnell, dass meine Motivation stetig wuchs, je mehr Feedback ich dafür bekommen habe. Schließlich wurde es mir immer wichtiger, regelmäßig ein neues Kapitel hochzuladen und so entstand am Ende eine Geschichte mit etwa 380 Seiten.

Die vielen Kommentare und Votes haben mir dabei geholfen, meine Geschichte von Tag zu Tag wachsen zu lassen. Inzwischen arbeite ich an meinem dritten Buch und habe mit keinem Tag die Lust am Schreiben verloren. Im Gegenteil – mir hat es sehr geholfen, mich zu verbessern, auf bestimmte Kriterien zu achten und eine Community aufzubauen, die dabei zusieht, wie eine Geschichte immer größer wird.

Kleine Anreize – große Wirkung

Statistiken verraten ungefähr, welche Leserschaft man mit seiner Geschichte anspricht, in welchem Alter sie sich befindet und ob es überwiegend Männer oder Frauen, Jungs oder Mädchen sind, die man erreicht. Dies stellt eine weitere sinnvolle Stütze beim Schreiben von Geschichten dar.

Auch die zahlreichen Wettbewerbe, die auf Wattpad stattfinden, sind ein super Anreiz, sich ein paar Schritte weiter zu trauen. Genau hier erkennt man, ob die eigene Geschichte wirklich Potenzial hat. Inzwischen versuche ich mehrmals in der Woche, meine Geschichte zu schreiben, mir produktive Anregungen und Kritik zu sammeln, um anschließend den Schritt in die Verlagssuche zu wagen.

Alleine der Gedanke, dass es auch nur einem Leser gefällt, der mitfiebert, der kommentiert, votet – meiner Meinung nach lohnt es sich schon allein für ihn, weiter zu schreiben. Das Gefühl, dass jemandem gefällt, was man selbst fabriziert hat, ist einfach unbeschreiblich.

Aus diesem Grund kann man auch anderen Autoren auf Wattpad dieses Gefühl zurückgeben. Eine eigene Bibliothek und Leselisten mit vielen verschiedenen Storys aus 22 verschiedenen Genres – hier findet jeder etwas, was ihm gefällt. Es macht Spaß, sich durch die Massen an tollen Storys durchzuklicken und auch selbst Leser zu sein, seine Meinung abzugeben und zu voten, in der Bahn, auf dem Sofa – überall.

Meiner Meinung nach ist Wattpad ein spannendes Portal mit vielen Möglichkeiten. Jeder, der sich gerne die Zeit mit Lesen vertreibt und offen für neue Storys ist oder gerne seine eigenen Geschichten mit anderen teilt, hat hier seinen Platz. Gemeinsam Geschichten aufzubauen, zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, ist für mich eine schöne Art, Bücher zu schreiben.


Image „Devices“ by Wattpad


Weiterlesen »

Electric Book Fair 2014: Erste deutsche E-Book-Messe

Kindling (adapted) (Image by Windell Oskay [CC BY 2.0] via Flickr)

Am Samstag, dem 21. Juni 2014 findet in Berliner ‚Supermarkt‘ die erste E-Book-Messe Deutschlands statt. Leander Wattig ist der Typ im Internet, der was mit Büchern macht, wobei er eigentlich führende Medienunternehmen bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen im Internet berät. Da ich ihm deshalb auch auf verschiedenen sozialen Netzwerken folge, habe ich gelesen, dass Leander Wattig auf Facebook nun die erste Büchermesse für E-Books angekündigt hat, die im Juni in Berlin stattfinden soll. Die Veranstaltung wird vom Berliner Senat unterstützt. Ansgar Warner hat auf E-Book-News auch schon über die angkündigte Veranstaltung berichtet.

Leander Wattig: Am Samstag, dem 21. Juni 2014 findet in den Räumen des ‚Supermarkt‚, Brunnenstr. 64, 13355 Berlin, die Electric Book Fair statt. Es ist die erste E-Book-Messe Deutschlands. Gefördert wird die Veranstaltung vom Berliner Senat. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung wurde Förderung beantragt. Der Eintritt ist frei.

Das Kuratorium der Messe besteht aus Christiane Frohmann, (Frohmann Verlag), Nikola Richter (mikrotext), Fabian Thomas (shelff) und Andrea Nienhaus (Kommunikationsdesignerin). Projektleiterin ist Nikola Richter. Beratend wirkt ein aus Wolfgang Farkas (shelff), Jiannis Koudounas (Internet & Gesellschaft Collaboratory) und Leander Wattig (leanderwattig.de) bestehender Beirat mit.

Als Aussteller bewerben können sich bis zum 15.04.2014 Verlage, die ausschließlich E-Books veröffentlichen sowie klassische Verlage mit eigenen digitalen Reihen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber die Ausstelleranzahl ist begrenzt. Ausgewählte Digitalverleger aus anderen Ländern werden per Skype-Konferenz ‚dazugeholt’.

Die Veranstaltung nennt sich „Fair“ („Messe“), weil sie sich als auf das neue Lesemedium E-Book zugeschnittene Ergänzung zu den klassischen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig versteht. Gleichzeitig will sie als Veranstaltung das Konzept einer an einen bestimmten Ort und Zeitpunkt gebundenen Messe hinterfragen.

Auf der Electric Book Fair wird es keine Stände und Hostessen geben. Grenzen zwischen Ausstellern und Besuchern werden vorsätzlich verwischt. Es gibt zwei dynamische Bereiche.

  • 1. Das ‚Electric Café’: Dieses besteht aus über einen großen Raum verteilten Tischen, an denen Verleger und Autoren mit Lesern über einen bestimmten Bereich des E-Book-Verlegens ins Gespräch kommen. Zu diesen Themen gehören u. a. Neue Literaturen, Lesegeräte und -apps, digitale Gestaltung, politische Bildung und Verantwortung.
  • 2. Die ‚Electric Enquete’: Bei dieser ganztägig parallel zum Electric Café stattfindenden Konferenz tauschen sich Experten über den aktuellen Stand digitalen Verlegens sowie eine ästhetisch und politisch verantwortliche Mitgestaltung der Zukunft aus. Anders als bei anderen Digitalkonferenzen kann hier jeder Messebesucher uneingeschränkt und kostenfrei zuhören.

Ziel der Electric Book Fair ist es, E-Books als das sichtbar werden zu lassen, was sie sind: konkurrenzlos zugängliche Speichermedien für Texte, Bilder und Videos. In ihrer Offen- und Schnelligkeit ideale Biosphären und Vermittler neuartiger Literaturen und anderer kultureller Formen.


Image (adapted) „Kindling“ by Windell Oskay (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Privat ist anders – Urheberrecht und Datenschutz auf Facebook

The Art of Facebook (adapted) (Image by mkhmarketing [CC BY 2.0] via Flickr)

iRights.Media startet eine E-Book-Reihe zu den Umwälzungen und Herausforderungen der digitalen Welt. Im ersten Teil geht es um Facebook.

Facebook ist in Deutschland das meistgenutzte soziale Netzwerk. Aber viele Nutzer stellen sich Fragen: Wie privat ist mein Facebook-Profil? Was darf ich posten, ohne die Urheberrechte zu verletzten? Welche Daten erfasst Facebook? Was ist mit dem Datenschutz? Privat ist anders erklärt, was beim Veröffentlichen auf Facebook beachtet werden muss, welche Rechte man abgibt, wenn man eigene Werke hochlädt, was Facebook mit den Daten macht, die es sammelt, und was die Datenschutzregeln in Deutschland dazu sagen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Die Trends des Monats – Dezember

Tastatur, keyboard, hand, produktivität, trend

Gemeinsam mit der Standortinitiatve der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, nextMedia.Hamburg, stellen wir euch ausgewählte Trends des Monats vor. // von Lukas Menzel

Tastatur, keyboard, hand, produktivität, trend

Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es ein neues, innovatives Medienprojekt, ein praktisches Gadget oder ein neues digitales Geschäftsmodell. Wir stellen euch dieses Mal Google Contributor, den intelligenten Homepagebaukasten The Grid, Journalismus auf Plakaten mit Tonic, Informations-Snacks via Vine und Product Placements in E-Books vor.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 4. November

In den Lesetipps geht es heute um die die Finanzierung und Beteiligung der Digitale Agenda, den Preis für E-Books, Yo und einen YouTube-Verein.

  • 301+ Krautreporter: Die Emanzipation der YouTuber: Die deutsche YouTube-Szene wirkt manchmal wie ein sehr bunter Haufen, in der alles Schrille gut ankommt, während gesellschaftliche Themen nur ab und zu Gehör finden. Denn vor allem geht es um die Vermarktung der Videos, mit denen schon heute viel Geld verdient werden kann. Ein paar YouTuber wollen aber mehr als das bzw. in Rahmen der Professionalisierung nicht das opfern, was für sie einmal den Reiz ausgemacht hat, mit den Videos anzufangen und haben in Berlin einen Verein gegründet, den Stefan Niggemeier für die Krautreporter vorstellt.

  • DIGITALE AGENDA I Handelsblatt: Bundesländer verlangen Finanzierungskonzept für Digitale Agenda: Donata Riedel berichtet im Handelsblatt von einem Zwölf-Punkte-Papier der Bundesländer, in dem sie von der Bundesregierung ein Finanzierungskonzept für die Digitale Agenda verlangen. Laut der kurzen Meldung geht es wohl vor allem um Technologieförderung, Anpassungen und Erforschung des digitalen Wandels im Beruf, sowie den schnellen Ausbau der Breitbandnetze gehen. Letzteres ist bisher nur durch eine Milchmädchenrechnung von Alexander Dobrindt gedeckt, die wohl so nicht aufgehen wird. Vom Länderthema Nr. 1, der Bildung, liest man in Riedels Meldung leider nichts. Das Papier an sich ist nicht verlinkt.

  • E-BOOKS Wired Germany: Warum kostet ein E-Book, was es kostet?: Auf Wired.de schreibt Kai Wels über die Entstehung des Preises für E-Books. Und wie verschieden die von der Buchbranche herausgegebenen E-Books sind, denn von „Plain Text oder Enhanced, Flowed oder Fixed Layout, ePub1, ePub2 oder ePub3, mit hartem DRM, Soft-DRM oder ganz ohne Kopierschutz“ ist alles dabei. Dazu kommt der Innovationsdruck, die neuen technologischen Entwicklungen nicht nur mitzugehen, sondern vielleicht auch selber zu entwickeln. Das größte Problem der Branche ist aber, E-Books zu akzeptieren und diese Wertschätzung auch zu zeigen, damit sie bei den Lesern auch nicht mehr als das wahrgenommen werden, was E-Books gerade nur sind: „Beiwerk zu gedruckten Büchern“.

  • YO Medium: Yo, Mid-Term Elections: Über die Rolle von Suchmaschinen bei den in den USA anstehenden Mid-Term-Wahlen haben wir schon berichtet, in den gestrigen Lesetipps auch noch über die Rolle von Facebook. Heute geht es um Yo, die auf Medium eine Partnerschaft mit der Zeitung USA Today bekannt gaben, welche über die Benachrichtigungs-App Informationen zur Wahl verschicken wollen, ähnlich wie es die BBC bereits mit WhatsApp in Indien und Kenia getestet hat. Ach ja, und „ElectYOns“ ist wohl der Wortwitz des Tages.

  • DIGITALE AGENDA II Bundestag Digital: Onlinebeteiligungstool des Ausschusses „Digitale Agenda“ startet: Gestern startete der Ausschuss „Digitale Agenda“ das erste Onlinebeteiligungstool, um die interessierte Öffentlichkeit einzubinden. Schon das morgen stattfindende Fachgespräch zu Open Data kann hier diskutiert werden. Kritiker bemängeln, dass die Beteiligung nur bei sowieso öffentlichen Terminen möglich ist und dann auch nur zu den Bürozeiten des Parlaments. Ob unter diesen Rahmenbedingungen das erst einmal nur bis Sommer 2015 geplante Projekt ein Erfolg wird, bleibt offen. Nach dem enttäuschenden Umgang mit den ebenfalls schon durch Partizipation entstandenen Ergebnissen der Enquete sind viele Engagierte vielleicht etwas enttäuscht.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Sobooks: Die Verschmelzung von Buch und Internet

Sascha Lobo im Interview auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Julian Heck)

Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse ihre Bücher-Plattform „Sobooks“ gelauncht. Über die Hintergründe und ihre Ziele sprach Sascha Lobo mit uns im Interview. // von Julian Heck

Sascha Lobo im Interview auf der Frankfurter Buchmesse (Bild: Julian Heck)

eBooks und Selfpublishing – das waren die Trendthemen der Frankfurter Buchmesse, die in den letzten Tagen in Frankfurt stattfand. Geht es nach Sascha Lobo und Christoph Kappes, sind Social Books das Trendthema des Buchmesse 2015. Die beiden haben am Freitag ihre Plattform „Sobooks“ – die Abkürzung für Social Books – gelauncht. Dort verkaufen sie Bücher, die im Browser oder in der Sobooks-App gelesen und direkt im Buch kommentiert werden können. Wie das funktioniert, welchen Mehrwert das hat und was wir von Sobooks in der nächsten Zeit erwarten können, das hat Sascha Lobo im Gespräch mit Julian Heck verraten.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 7. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Qualität dank Flatrate, Creative Commons, Joss Whedon, die Idee des Knopfdrucks und Stefan Niggemeier im Interview. Ergänzungen erwünscht.

  • FLATRATE Süddeutsche.de: Alle Macht dem Kunden: Die Kulturflatrate war eine der besten Ideen, die in den letzten Jahren als Reaktion auf den digitalen Wandel diskutiert wurden. Doch analoge Denkweisen in der Politik und ihre Pfründe sichernde Rechteinhaber zerstörten erfolgreich jeglichen Fortschritt dieses Gedankens. Mit dem Ergebnis, dass wir heute für verschiedene Flatrates bezahlen, die Gelder allerdings auf die Konten von Technologieunternehmen gehen und nur Cent-Beträge bei den Künstlern ankommen. Matthias Huber erklärt auf Süddeutsche.de (für die meisten leider zehn Jahre zu spät), warum Flatrates auch für Qualität sorgen können und zeigt, wie toll eigentlich ein Flatrate-Konzept à la Kulturflatrate „made in Germany“ gewesen wäre.

  • CREATIVE COMMONS Politik Digital: Creative Commons in der ARD: Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt, die ich in einem Gastbeitrag auf Politik Digital kommentiert habe.

  • KREATIVITÄT Co.Create: Life And Work Lessons From Joss Whedon’s Biography: Selten bin ich der Meinung, dass über eine Person eine Biographie geschrieben werden muss, die nicht mindestens 70 Jahre alt ist, was heutzutage ja fast schon kein Alter mehr ist, in dem man schon ein Fazit ziehen kann. Bei dem Regisseur Joss Whedon möchte ich da fast eine Ausnahme machen, obwohl er in diesem Jahr erst 50 Jahre alt geworden ist. Doch sein Schaffen ist, wie es seine Biographin Amy Pascale treffend heraus gearbeitet hat, eine nahezu perfekte Anleitung für Kreative, besonders wie man mit dem Scheitern umgehen sollte. Jackie Snow erklärt auf Fastcocreate.com was wir alles vom Schaffer von „Buffy“ und „Firefly“ lernen können.

  • TECHNOLOGIE Berliner Gazette: Alles auf Knopfdruck? Wie Technik unsere Fantasien von Ermächtigung beflügelt: In der Politik verspricht man Wandel per Knopfdruck. Demokratie soll zum Computerspiel werden und einem Whistleblower wie Edward Snowden wird nachgesagt, die Welt mit einer „gewitzten Tastenkombination“ verändert zu haben. Auch Parteien haben diesen Traum. Doch können wir die Welt tatsächlich per Knopfdruck verändern? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser interessanten Frage auf eine sehr lesenswerte Art und Weise nach.

  • INTERVIEW Horizont: „Die Huffington Post ist im Vergleich zur Bild…“: Für Horizont hat Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden den Medienjournalisten und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier interviewt. In dem Interview gehen beide die komplette Checkliste an zu besprechenden Themen des Medienwandels durch – von C wie Clickbaiting. über K wie Krautreporter bis P wie Paywalls. Dazu spendiert Niggemeier die wohl beste Einordnung der deutschen Ausgabe der Huffington Post: „Es ist keine Bereicherung des deutschen Medienmarkts. Die deutsche Huffington Post macht nichts anderes, als Inhalte, die andere schon haben, nochmal zu überdrehen und eine übertriebene Überschrift zu geben.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 24 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: „Durchgedreht mit…„.

Weiterlesen »

E-Books im Denknebel des Literaturbetriebs

Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen – und trotzdem teurer verkauft. Und die neuen Schreibweisen der Netzzeit warten nicht auf den alten Literaturbetrieb. // von Gunnar Sohn.

Ebook (Bild: Vedat Demirdöven  [CC BY-SA 2.0], via fotocommunity.de)

E-Books sind in Deutschland noch nicht der absolute Renner. Und wenn ich mir die Preispolitik für digitale Bücher hierzulande anschaue, wundert mich das überhaupt nicht. In der Regel liegt der Preis im Vergleich zur gedruckten Variante viel zu hoch. Das ist eine echte Barriere. Kleines Beispiel: „Meßmers Momente” von Martin Walser. Die Gebundene Ausgabe kostet 14,95 Euro und für die Kindle Edition muss ich 12,99 Euro berappen. Weiterlesen »

Weiterlesen »

Europas erste E-Book Messe macht Lust auf mehr

Auf dem Electric Book Fair fanden letzten Samstag mehr als zwanzig einzelne Veranstaltungen statt. Bis zu 300 Teilnehmer sprachen über die digitale Zukunft des Buches. // von Lars Sobiraj

ebf14_1.v01

Obwohl der Electric Book Fair außerhalb der eigenen Blase vergleichsweise wenig Beachtung fand, folgten der Einladung rund 300 Personen. Neben zahlreichen Laien und einigen Selfpublishern wurden dennoch einzelne Branchenvertreter größerer Verlage gesichtet. Der Grund für die mangelnde Beteiligung der Verlage ist schnell erklärt: E-Books führen hierzulande noch immer ein Nischendasein.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 20. Juni

In den Lesetipps geht es um Internet Governance beim EuroDIG, Crowdfunding und Journalismus, die Zukunft der Arbeit, eine Selfie-Diagnose und E-Books. Ergänzungen erwünscht.

  • EURODIG Politik Digital: Ist das Internet kaputt? „Es kommt darauf an“: Noch nie wurde so viel über das Wesen, die Struktur und die Zukunft des Internets gesprochen wie zurzeit. Auch auf dem European Dialogue on Internet Governance 2014 (EuroDIG) suchten sehr unterschiedliche Akteure Antworten auf die Frage, ob und warum das Vertrauen ins Netz verspielt ist und wie es wiederhergestellt werden könnte.
  • JOURNALISMUS PandoDaily: When it comes to crowdfunding, reporting is absolutely crushed by comic books: Paul Carr hat sich die neue Kategorie für journalistische Projekte auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter angesehen und festgestellt, das selbst die erfolgreichsten Projekte nur ein zehntel der Summe eingesammelt haben, die Comic-Projekte schaffen. Sein Fazit: Journalisten müssen Zeichnen lernen. So oder so sollte mehr über visuelle Elemente im modernen Journalismus nachgedacht werden.
  • ARBEIT 2.0 Somewhere’s Blog: Interview with Mike Pearce on the future of work: Ein lesenswertes Interview mit dem Development Manager von MOO, Mike Pearce, über die Zukunft der Arbeit und seine Ansichten darüber, wie eine kreative Unternehmenskultur in einer Firma etabliert werden kann.
  • SCHLAGANFALL CNET: Selfie diagnosis – Woman captures stroke on phone as it happens: Alle zwei Minuten hat jemand einen Schlaganfall in Deutschland. Nach Herz- und Krebserkrankungen sind Schlaganfälle hierzulande die dritthäufigste Todesursache. Eine Frau in Toronto hat einen vermeintlichen Schlaganfall mit ihrem Smartphone aufgenommen und so eine Verdachtsdiagnose bestätigen können. Die Selfie-Diagnose brachte Gewissheit über ihren Zustand.
  • E-BOOK Tarnkappe.info: Wie können wir aus Buchpiraten Konsumenten machen?: Morgen findet in Berlin die Electric Book Fair statt und unser Autor Lars Sobiraj wird ein Panel über Buchpiraten moderieren. Auf seinem Blog setzt er sich zur Vorbereitung mit der Zahlungsmoral im Internet auseinander und wie aus sogenannten Buchpiraten zahlende Konsumenten gemacht werden können.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Friede, Freude, Kopf in den Sand

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um den deutschen Buchhandel. Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Jaron Lanier war lange überfällig. Lange dachte man, die Musikindustrie hätte den Schuss nicht gehört und würde die Zukunft verschlafen, aber da haben die Herren der Plattenlabel die Rechnung ohne den Börsenverein des deutschen Buchhandels gemacht. Lange schon führt der Börsenverein einen Kampf gegen das Böse in Deutschland. Das Böse, das ist das Digitale.

Das Böse wird verkörpert von Jeff Bezos und die E-Books sind schlimm, einfach nur schlimm. Na sicher, mit dieser Einstellung kann man einen Verband wie den Börsenverein des deutschen Buchhandels ganz wunderbar positionieren als vermeintlichen Gralshüter des Schönen, Wahren, Guten. Aber ehrlich gesagt wirkt die Führung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels wie ein Haufen Ewiggestriger, die nicht mehr verstehen können, welche Veränderungen ihre Branche erfassen und daher verzweifelt versuchen, am Status Quo Ante festzuhalten, denn früher war alles besser.

Jaron Lanier passt da natürlich ganz hervorragend ins Bild. Vom vermeintlichen Saulus zum vermeintlichen Paulus geläutert, verkündet Lanier so zielgerichtet Platitüden, dass man sich durchaus Gedanken über den Zustand deutscher Feuilletons machen muss, die einen derartigen kruden Krempel auch noch feiern. Ein Mahner ist heutzutage jemand, der die Vergangenheit verklärt und Panik vor der Zukunft schürt. Also genau so, wie der Börsenverein des deutschen Buchhandels seit Jahren agiert.

Man könnte ja auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels dafür nutzen, ein Zeichen zu setzen für die neuen Chancen, die sich in alternativen Publikationsformen wie dem Self-Publishing bieten. Immerhin waren im Mai erstmals alle Top-eBooks auf Amazon.de durch einen Selbstverlag entstanden und nicht durch Verlage auf den Markt gebracht. Aber, hey, wo kommen wir denn da hin? Veränderungen werden so lange ignoriert, bis auch der letzte kleine Buchhändler Pleite gegangen ist und die großen Ketten zwischen Nippes und Spielzeug nur noch vereinzelt Bücher anbieten, von Beratung mal ganz zu schweigen. Eigentlich müsste der Börsenverein des deutschen Buchhandels alles versuchen, um Bücher und Leser zusammenzubringen, aber stattdessen fokussiert man lieber auf das weitere Ausprägen von Vorurteilen gegenüber der Digitalsierung und feiert jemanden wie Lanier mit dem Friedenspreis.

 

Weiterlesen »

Alle tun es, das Urheberrecht schweigt: Remix

Remix gehört zum digitalen Alltag, aber das Gesetz erlaubt es eigentlich nicht. Ein neues Buch versammelt die Stimmen der Remix-Revolution.

 

Seit einem Jahr sammelt die Initiative „Recht auf Remix“ Interviews von Künstler, Musikern, Filmemachern, Medienwissenschaftlern und Veranstaltungsorganisatoren. Ihr Ziel ist es, ein Recht auf Remix im Urheberrecht einzuführen: „Remix und Remixkultur müssen als zentrale Ausdrucksform einer digitalen Gesellschaft anerkannt werden„. Das Buch „Generation Remix“ versammelt alle bisher erschienenen Interviews und ergänzt sie mit Aufsätzen von Künstlern und Rechtsexperten, die verschiedene Facetten des Themas vorstellen.

Künstlerische Formen analog und digital

Remix, Samples, Collagen, Cutups, Mashups – das Phänomen hat viele Namen und besteht nicht erst, seit Computer in den 1990er Jahren in die Haushalte einzogen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts experimentierten Künstler damit, vorgefundenes Material neu zusammenzustellen: Im Dadaismus und Surrealismus klebten sie Zeitungsausschnitte, Drucke, Tapeten, Stoffreste und was ihnen sonst noch in die Hände viel, zusammen und schufen draus etwas neues. Musiker experimentierten mit Tonband-Loops und vorhandenen Sounds, die sie neu arrangierten – das beschreibt zum Beispiel der Soziologe Georg Fischer in dem Buch. Auch in der Literatur entstanden Textcollagen, die Texte unterschiedlicher Herkunft – Zeitungstexte, Liedtexte, Werbung – neu zusammensetzten, um damit etwas von der Vielfalt der umgebenden (Medien-)Wirklichkeit darzustellen.
Mit digitalen Daten ist alles noch viel einfacher geworden, und Remixe und Mashups sind von einem Verfahren der Avantgardekunst zur Alltagshandlung geworden. Heute remixen nicht nur professionelle Künstler, mit Computer und Internet können auch Semiprofis und Laien ein weltweites Publikum erreichen. Auf Blogs und sozialen Netzwerken teilen Nutzer tausendfach animierte Bilder (sogenannte Gifs, nach dem Format, in dem sie gespeichert werden), auf denen Ausschnitte aus Filmen oder Fernsehserien zu sehen sind; auf Youtube veröffentlichen Hobbymusiker ihre Umarbeitungen bekannter Songs, um damit Aufmerksamkeit zu erregen; Medienfans veröffentlichen Zusammenschnitte der besten Szenen aus Harry Potter oder Twilight; Studierende untersuchen ihren Gegenstand mit Videoessays. Und das sind nur einige Bespiele.

Keine rechtliche Ausnahme für Remixe

So vielfältig die Remix, Mashup und Sampling-Szene auch ist, eines haben ihre Schöpfer gemeinsam: In Deutschland ist das, was sie tun, nicht erlaubt. Sie verletzen damit in den allermeisten Fällen das Urheberrecht, denn man darf fremde Werke nur benutzen – und das eigene Video oder Musikstück dann im Netz veröffentlichen –, wenn man die Erlaubnis des ursprünglichen Urhebers hat. Der darf ja oder nein sagen, aber auch Lizenzgebühren dafür verlangen.

Für viele Remixer – Laien und Profis – ist das nicht zu leisten, aus finanziellen und aus logistischen Gründen. Die Schülerin, die ein Musikvideo mit ihren Lieblingsszenen aus Harry Potter macht, kann weder bei der Filmproduktionsfirma noch beim Musikverlag nach den Rechten dafür fragen, noch wird sie sich diese leisten können. Genauso geht es der aufstrebenden Remix-Musikerin, die ihre Werke bei Soundcloud veröffentlichen möchte, damit das Publikum auf sie aufmerksam wird. Diese Tatsache verhindert massenhaft Kreativität – oder treibt Künstler und Nutzer zum Rechtsbruch.

Daher fordert die Initiative „Recht auf Remix“ eine Ausnahme im Urheberrecht in Deutschland und europaweit, die genau diese Praxis aus der Illegalität holen soll. Wie genau sie ausgestaltet werden könnte, bleibt der Debatte überlassen: Wann die ursprünglichen Urheber Vergütung erhalten, ob es eine Bagatellklausel für Nutzer generierte Inhalte gibt oder wie es mit den Persönlichkeitsrechten steht. Rechtsanwalt Till Kreutzer stellt ein solches Modell im Buch zur Diskussion.

 

Nachgefragt: Was ist ein Remix, Dr. Till Kreutzer?

Die Generation Remix meldet sich zu Wort

Solange ich am gesellschaftlichen Leben teilnehme, sind Massenmedien unausweichlicher Bestandteil der Wirklichkeit. Um künstlerischer Freiheit gerecht zu werden, muss die Wirklichkeit Fundament einer Auseinandersetzung sein“, sagt der Videokünstler Ulu Braun. Und tatsächlich: Wir leben in einer Wirklichkeit, die medial getränkt ist. Eine Auseinandersetzung damit entsteht nur auf der Basis der Transformation und Übernahme.

Tatsächlich leistet „Generation Remix“ etwas, was schon lange überfällig war. Es gibt den Protagonisten der Szene das Wort. Gerade in der elektronischen Musik hat sich Remix und Sampling als Standard herausgebildet. Erstaunlich daher, dass so wenig darüber geredet wird. „Don‘t ask, don‘t tell“ schreibt Leonhard Dobusch (einer der Herausgeber) in seinem Intro. Die Rechteproblematik sorgt dafür, dass kaum jemand reden will, um nicht am Ende abgemahnt zu werden.

Gerade deshalb ist „Generation Remix“ so wichtig: Das Buch zeigt, wie unterschiedlich die Künstler sind, aber auch dass sie an ihre Kunst ernsthaft herangehen. Von mangelnder Originalität kann keine Rede sein. Die Grenze zwischen Remix und Sampling auf der einen Seite und „originärer Schöpfung“ auf der anderen ist willkürlich – Kunst entsteht immer aus anderer Kunst. „Die wirklich guten Jungs haben kopiert und rekombiniert„, bringt es David Wessel, der als Mashup-Germany populäre Songs mit einander kombiniert, auf den Punkt.

Generation Remix. Zwischen Popkultur und Kunst. Herausgegeben von Valie Djordjevic und Leonhard Dobusch, Verlag iRights.Media Berlin. Das E-Book erscheint am 4. Mai 2014 und koset 5,99 Euro. Die Printversion erscheint voraussichtlich Anfang Juni und kostet 15,90 Euro. Ein Euro des Verkaufspreises geht als Spende an die „Recht auf Remix“-Kampagne. Mehr Info bei iRights.Media.

Dieser Beitrag steht unter der Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen ((CC BY 2.0))


 


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 11. April

In unseren Lesetipps geht es heute um gemeinfreie E-Books, Amazon kauft Comixology, Hashtag-Kapagnen, Google Glass und Journalismus sowie Heilmittel gegen Heartbleed. Ergänzungen erwünscht.

  • E-BOOKS e-book-news.de: „Pro Monat setze ich rund 30.000 E-Books ab“: Der Neusser Jürgen Schulze hat Deutschlands vermutlich erfolgreichsten Ein-Mann-Verlag auf die Beine gestellt: Null Papier. Schulze verkauft ausschließlich E-Books, mit dem Schwerpunkt auf gemeinfreien Klassikern, monatlich rund 30.000 Stück. Derzeit steht er mit einer Gesamtausgabe von Grimms Märchen bei Google Play auf Platz eins in den E-Book-Charts. Im Interview spricht er über Vorurteile gegen E-Books, den Unsinn von hartem Kopierschutz, die abnehmende Dominanz von Amazon, die Prüderie im iBooks Store und die Zukunft des digitalen Buchmarkts.
  • AMAZON CNET: Amazon snaps up digital comics retailer Comixology: Amazon hat den digitalen Comicladen Comixology gekauft. Was in erster Linie wie der Zukauf einer sehr tollen Firma in einem sehr speziellen Bereich für Publikationen aussieht, ist in Wahrheit eine viel tiefer gehender Akquise. Jeder, der eine Comic-App nutzt, die die von Comixology entwickelte Tap-To-Read-Methode nutzt, weiß was damit gemeint ist. Amazon hat sich hier Technologie eingekauft, die unser Leseverhalten auf Endgeräten verändern wird.
  • HASHTAG W&V: Warum wir momentan so viele Hashtag-Kampagnen sehen: Kaum eine Kampagne kommt heute mehr ohne einen Hashtag aus. Warum das so ist und wie der perfekte Hashtag aussieht, darüber hat W&V Online mit Michael Kamleitner gesprochen. Er ist Geschäftsführer und Mitgründer der Wiener Agentur Die Socialisten und hat zuletzt auf der AllFacebook Marketing Conference über das Thema gesprochen.
  • GOOGLE GLASS AJR.org: How Journalism Professors Are Bringing Google Glass into the Classroom: Die Datenbrille von Google namens Glass polarisiert, aber abseits von erdachten Worst-Case-Szenarien sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig. In den USA haben nun Professoren für Journalismus über den Einsatz von Google Glass in der Uni nachgedacht. Studenten könnten mit der Brille ganz neue Techniken der Reportage in der Erste-Person-Perspektive erlernen und weiterentwickeln.
  • HEARTBLEED Zeit Online: Heilmittel gegen Heartbleed im Test: Die simple Konsequenz aus dem Heartbleed-Bug in der Verschlüsselungssoftware OpenSSL ist, alle Passwörter (mindestens von Diensten, die bekannterweise betroffen sind) zu ändern. Das ist aber dann doch nicht so einfach für die Nutzer, sprich mühsam. Auf Zeit Online stelle Thorsten Schröder ein paar Programme vor, die helfen könnten, zumindest nach einem ersten Akt der Initiative zu mehr Sicherheit.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 11. März

In unseren Lesetipps geht es heute ePub3 für E-Books, die Suche nach dem Erfinder von Bitcoin, die neue Offenheit von Getty Images, ein Interview mit Alan Rusbridger und Journalismus mit Drohnen. Ergänzungen erwünscht.

  • EPUB3 Self-Publisher-Bibel: Die Zukunft des eBooks? Das ePub3-Format tut sich schwer: Das ePub3-Format für eBooks ist seit über zwei Jahren offizieller Standard des IDPF. Man sollte also meinen, dass die Hard- und Software-Hersteller seitdem genügend Zeit hatten, ihre Produkte anzupassen. Dass Amazon da nicht den Vorreiter spielt, überrascht nicht – aber wie sieht es bei den anderen Unternehmen aus? Matthias Matting schreibt in seinem Blog über den Status Quo von ePub3.
  • BITCOIN Zeit Online: Wie US-Medien den angeblichen Bitcoin-Gründer jagen: Mit der Pleite der Bitcoin-Bank Mt. Gox ist das Thema erst nach dem Hype in den großen Medien angekommen, die sich als erstes auf die vermeintlich journalistische Jagd nach dem Gründer der digitalen Währung Bitcoin machten und ihn wohl auch gefunden haben. Doch das ist höchst zweifelhaft und die Methoden der Journalisten sorgen für Empörung, wie Kim Bode für Zeit Online aus New York berichtet.
  • GETTY IMAGES Carta: Gratisbilder für alle – attraktiv oder gefährlich?: Die FAZ titelte euphorisch: “Gratisfotos für Blogger: Getty für alle!“ Hintergrund war die Ankündigung der Bildagentur Getty Images, es künftig Bloggern zu gestatten, unter gewissen Voraussetzungen Bilder aus dem Katalog der Bildagentur kostenlos einzubinden. Thomas Schwenke hat die Änderungen der Nutzungsbedingungen von Getty Images genauer unter die Lupe genommen und kommt zu einem gemischten Fazit. Thomas Stadler erklärt auf Carta.info fünf entscheidende Aspekte davon.
  • ALAN RUSBRIDGER NYTimes.com: Interview mit Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger im New York Times Magazine: Lesenswertes Interview mit Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger in der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine, in dem er über den Finanzierungsansatz des Guardian Auskunft gibt und wie sich dieser zum Beispiel von der New York Times unterscheidet, aber auch wie ein Medium eine Institution des öffentlichen Raums der Gesellschaft werden kann.
  • DROHNEN-JOURNALISMUS Vodafone Institut: Drone journalism – set for take-off: Auf einem ersten Workshop der Konferenzreihe „Groundbreaking Journalism“ wurde das Thema Drohnen-Journalismus behandelt, einem spannenden Anwendungsbereich für die immer preiswerteren Flugobjekte. Dabei drehte es sich nicht nur um die Frage, ob Medien in Zukunft Drohnen einsetzen werden, sondern ob es dazu einen moralischen Standard geben sollte. Zum einen steigen nämlich die Möglichkeiten des Storytelling, aber auch die Gefahren der Verletzung von Grundrechten wie das der Privatsphäre anderer Leute.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

E-Book: „Verschlüsselt! – Wie ich sichere Kommunikation im Netz lernte“

Tobias Gillen hat ein E-Book über die Verschlüsselung seiner eigener Kommunikation geschrieben. Im Interview erklärt, was ihn dazu bewegte // von Tobias Schwarz

banner4

In seinem ersten E-Book „Verschlüsselt! – Wie ich sichere Kommunikation im Netz lernte“ beschreibt Netzpiloten-Autor und freier Medienjournalist Tobias Gillen seinen persönlichen Weg zu verschlüsselten E-Mails, sicherem Online-Shopping und nahezu unknackbaren Passwörtern. Das Buch ist eine lesenswerte Vorlage für alle, die wie Gillen als ahnungslose Anfänger sich das Thema erschließen wollen. Im Interview spricht er sein Experiment, die Idee dahinter und warum er genau über dieses Thema ein Buch geschrieben hat.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

E-Books werden beliebter – die Buchpreisbindung nicht

Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut Ipsos sind E-Books voll im Trend – die Mehrheit der Deutschen will sie aber deutlich günstiger als gedruckte Bücher. Für die von der Gutscheinplattform Deals.com beauftragten Studie hat das Marktforschungsinstitut Ipsos über 1.005 Studienteilnehmer nach ihren Lesegewohnheiten gefragt. Interessant ist, dass im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent mehr Deutsche E-Books lesen, dass ihn aber der durch die Buchpreisbindung festgelegten Preis dafür zu teuer ist. In Deutschland wird sich dieser Preis nicht ändern, denn die Buchpreisbindung ist ein von den Verlagen hart verteidigtes Politikum.

 


 

  • 2 von 5 der Deutschen haben bereits ein E-Book gelesen – rund 10 Prozentpunkte mehr als 2012.
  • E-Reader und Tablets als E-Book-Medien stark im Kommen, dennoch: Jeder Vierte findet E-Books zu teuer.
  • Doch das Politikum Buchpreisbindung wird preiswertere E-Books auch in Zukunft verhindern.

E-Books werden immer beliebter

Das Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, Deals.com, hat bereits zum zweiten Mal das E-Book-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Fazit: E-Books werden immer beliebter. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein E-Book gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der E-Book-Nutzer liest E-Books mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er E-Books nutzt.

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten E-Readern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen E-Books auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Der Amazon Kindle wird von jedem vierten E-Book-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Das mobile Lesevergnügen scheint bei den Deutschen vor dem Zugang an sich zu E-Books entscheidend zu sein.

Politikum Buchpreisbindung

Die noch relativ geringe Nutzung von E-Books ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und E-Book-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm E-Books und E-Reader zu teuer sind (je 23 Prozent). Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: E-Books sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein E-Book entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose E-Books (14 Prozent). Rund 60 Prozent der Deutschen fordern also deutlich günstigere Preise bei E-Books. Doch dazu wird es nicht kommen.

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass von den Verlagen festgelegte Preise für sämtliche in Deutschland verlegten Bücher einzuhalten sind. Außerdem gilt die Buchpreisbindung für „Produkte, die Bücher, (…) reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet“, wie zum Beispiel E-Books. Still und leise wird deshalb bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD auch über die Buchpreisbindung geredet. Gegenüber Deutschlandradio Kultur nannte der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) auch „die Zukunft der Buchpreisbindung“ als ein Thema der laufenden Verhandlungen in der Arbeitsgruppe. Eine Änderung ist nämlich kaum zu erwarten.

Der Erhalt der Buchpreisbindung ist eine fast unumstößliche Forderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, für den „der feste Ladenpreise zum Erhalt einer intakten Buchhandelslandschaft“ beiträgt. Die Bundesregierung hat bisher, besonders unter dem scheidenden Kulturstaatsminister Bernd Neumann, daran auch nichts ändern wollen. Auch auf Europa-Ebene ist keine Initiative zu erwarten, wie die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti im Interview mit der FAZ bekräftigt. Laut Filippetti steht die Buchpreisbindung beim geplanten USA/EU-Freihandelsabkommen nicht zur Debatte: „Das ist nicht verhandelbar„.

Mauern statt Windmühlen?

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“ und der Wind stürmt regelrecht im Buchhandel, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die Buchpreisbindung stellt dabei eine Mauer dar, ein gesetzlicher Schutzmechanismus, der scheinbar den Kunden immer mehr ein Dorn im Auge wird, aber auch Internethändler, allen voran Amazon. Das die für das Unternehmen wertvollen E-Books in Deutschland trotz wachsender Verbreitung des eigenen E-Readers noch nicht wie in den USA die Verkaufszahlen gedruckter Bücher überholt haben, liegt vor allem an dieser ganz besonderen Mauer. Bisher um geht Amazon die Schranke mit der Veröffentlichung verlagseigener Bücher, bei denen Amazon die Preise selber festlegen kann.

Doch politisch ist die Sache wohl erst einmal nicht zu ändern. Zwar erkennt die EU-Kommission E-Books nicht als Kulturgüter an, sondern bewertet sie als Software-Dienstleistungen (weshalb übrigens in Deutschland der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt), doch Deutschland und Frankreich zeigen beim Thema Kulturpolitik keinerlei Sympathien für marktliberalere Vorstellungen. Eine fortschrittliche Veränderung ist zur Zeit nur denkbar, wenn Bücher in erster Linie als E-Book erscheinen, die Verlage dem Preiskampf gegen Amazon verlieren oder es eine Reform des Urheberrechts geben wird, die den Handel mit gebrauchten E-Books, ähnlich wie bei gedruckten Büchern, ermöglicht, denn so könnte die Preisbindung offiziell aufgehoben werden. Interessant wird zu beobachten sein, ob die Kunden auf unautorisierte Filesharing-Plattformen ausweichen, mehr fremdsprachliche E-Books kaufen oder Amazons niedrigen Preisen folgen. So oder so, der deutsche Buchhandel wird ohne eine alle Interessen berücksichtigenden Regelung wahrscheinlich hinter seiner Mauer ausgehungert werden.

 

Weiterlesen »

Vom Buch zum Byte – die Geschichte der E-Books

Es war ein weiter Weg vom Buch zum Byte, doch die heutigen E-Books sind noch nicht das Ende. Die dritte Phase der E-Book-Evolution beginnt bereits. // von Ansgar Warner

Kindle (Bild: mobilyazilar [CC BY 2.0], via Flickr)

Am heutigen Mittwoch lädt das Internet & Gesellschaft Co:llaboratory und die Staatsbibliothek zu Berlin zu einem Autorengespräch mit Ansgar Warner über die Zukunft des elektronischen Lesens ein. Ansgar Warner ist promovierter Literatur- und Kulturwissenschaftler und arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). In seinem Werk “Vom Buch zum Byte”, aus dem er lesen wird, erzählt er die spannende Geschichte der elektronischen Bücher – von den Anfängen bis in die Gegenwart. Für Netzpiloten.de gibt Ansgar Warner schon einen kleinen Einblick in die Geschichte der E-Books.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Überwachte Gesellschaft: Recht, Technik & Politik nach Prism & Tempora

Nichts hören, nicht sehen, nichts sagen. - Stop Watching us, Berlin, 27.07.2013 (adapted) (Image by mw238 [CC BY SA 2.0], via flickr)

Der Berliner Verlag für die digitale Welt, iRights.Media, veröffentlicht das erste E-Book zu Prism und Co. auf dem deutschsprachigen Markt und wird es regelmäßig aktualisieren.

 

Das Buch ‚1984‘ von George Orwell war nicht als Anleitung gedacht!“ skandieren Demonstranten in Berlin. Die Realität ist weit erschreckender. Der Geheimdienst NSA, sein britisches Pendant GCHQ und andere Dienste können digitale Kommunikation praktisch weltweit überwachen, Wie können Recht, Technik und Politik mit den Möglichkeiten der Total-Überwachung umgehen? Wie können die Grundrechte noch geschützt werden? Was bedeutet das für die Beziehungen der Staaten untereinander?

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 12. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um illegale Fans von Untertiteln, den unnötigen Grabenkampf zwischen Bloggern und Journalisten, wie der Guardian mit Digital-Abos Geld verdient, die US-amerikanische Diskussion um das Kulturgut Buch und Crowdfunding in Deutschland. Ergänzungen erwünscht.

  • ILLEGALE FANS iRights.info: Schwedische Untertitel-Seite vom Netz genommen: Die schwedische Polizei hat die Website undertexter.se, auf der Fans Untertitel von Film- und Fersehproduktionen getauscht haben, nach einer Durchsuchung offline genommen und den Server beschlagnahmt. Nach Ansicht der Rechteinhaber handelt es sich bei Fan-Untertitelungen um Bearbeitungen, die vergleichbar mit unautorisierten Übersetzungen Urheberrechte verletzen.
  • BLOGOSPHÄRE Medium Magazin: Lindner und Knüwer zum Lagerdenken von Print und Online: Das „Medium Magazin“ hat Christian Lindner (Chefredakteur der “Rhein-Zeitung”) und Thomas Knüwer (Blogger auf „Indiskretion Ehrensache“) um ein Kommentar gebeten, was Zeitungsmacher und Onliner aneinander kritisieren. Auffallend ist, dass der Pressevertreter eine Mischung von Blogging und Journalismus sieht und der Blogger immer noch an die digitale Spaltung glaubt.
  • THE GUARDIAN Media Week: Guardian set to report annual losses of around £35m: Der britische Guardian hat sich in den letzten Jahren zum Vorzeigeprojekt gewandelt, wenn es um neue digitale Wege und beeindruckenden Investigativ-Journalismus ging. Doch lukrativ war das bisher für die stark verschuldete Zeitung nicht. Im abgelaufenden Geschäftsjahr sind die Verluste um 20 Prozent zurückgegangen – auf „nur“ noch 40,5 Mio Euro Minus. Doch nicht allein Einsparungen, sondern vor allem die steigenden Digitalerlöse sind der Grund dafür.
  • E-BOOKS Wired.com: Apple’s Court Loss Could End the Book as We Know It: Es geht ums Buch. Auch in den USA gibt es jetzt eine gesellschaftliche Debatte um den (kulturellen) Wert des Buches. Die von Amazon vorangetriebene Digitalisierung des Buchmarktes und Apple’s Versuch der Preisabsprachen beim Buchpreis, befeuern die Debatte gleich von zwei Seiten: den gesellschaftlichen Nutzen und die gesellschaftlichen Kosten.
  • CROWDFUNDING FAZ: Crowdfunding liegt im Trend: Durch deutsche Crowdfunding-Plattformen wurden bereits mehr als ze Millionen Euro gesammelt. Im Vergleich mit den USA ist diese Zahl nicht nicht sehr beeindruckend, aber es ist erkennbar, dass alternative Finanzierungsmodelle auch in Deutschland im stetig wachsenden Trend liegen.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »