Der Bot macht’s möglich: Personalisierte News per Benachrichtigung auf Slack

Personalisierung ist eines der zentralen Features der Breaking News-App. Nutzer können über 90.000 Themen verfolgen und Push-Benachrichtigungen erhalten – von den Panama Papers über NBA-News bis hin zu anderen interessanten Themen. Der Service „Breaking-News“, der zu NBC gehört, bietet jetzt für Nutzer eine neue Möglichkeit an, Nachrichten zu verfolgen. Seit Mitte April 2015 können Nutzer, die die Integration der Breaking News-App für Slack installiert haben, einen Bot für topaktuelle Nachrichten beauftragen, um spezifischen Themen zu folgen. Breaking News hat die erste Integration für Slack im August 2015 gestartet, jedoch war es damit zunächst nur möglich, größere Nachrichtenthemen per Benachrichtigung zu verfolgen und erlaubte es den Nutzern nicht, diesen Service zu personalisieren. Das Integrations-Feature wurde auf ca. 1.700 Slacks erweitert, seit es eingeführt wurde. Viele davon sind Nachrichtenagenturen, bei dem das Personal einen Großteil ihres Tages auf Slack zubrachte. Die meisten „größeren Nachrichtenagenturen“ nutzen das Slack-Integrations-Feature, sagte Cory Bergman, der Manager von Breaking News, und fügte hinzu, dass Sicherheits- und Finanzfirmen ebenso unter den häufigen Nutzern sind. 

Die Unternehmen beginnen, dies als ihre Echtzeit-Kommunikations-Plattform zu nutzen, und so liegt es nahe für uns, daran beteiligt zu sein – besonders, wenn Firmen es so personalisieren können, dass es sich ihren Bedürfnissen anpasst.

Der Bot versteht Kommandos , die nach Themengebiet geordnet sind. Um also einem Thema zu folgen, gibt der Nutzer die Kommandos /breakingnews follow Donald Trump oder /breakingnews follow Hillary Clinton in die Slack-Kommandozeile ein. Der Service erkennt, dass der Nutzer diesen Kandidaten folgen möchte und hält ihn auf dem Laufenden – sogar, wenn es sich um Alltägliches handelt. Man kann Themen auch abwählen, so kann man beispielsweise die Updates für die Wahlen ausschalten, sobald ein Gewinner im November feststeht. Natürlich geht dies auch früher. Die Firma möchte dies letztendlich in eine zweigleisige Angelegenheit verwandeln, sagte Bergman. Er würde gerne sehen, wie Nachrichtenagenturen eventuell in der Lage wären, Slack zu nutzen, um Artikel zu Breaking News zurückzusenden, damit diese dann in Benachrichtigungen eingebunden werden können. Breaking News ist natürlich nicht der einzige Anbieter, der Nachrichten über Slack vermittelt. Die New York Times hat bereits einige Berichterstattungen über den Präsidentschaftswahlkampf auf Slack vorgenommen und lud seine Leser ein, ihre Fragen an die Redaktion über die Chatplattform zu senden. Digg veröffentlichte ebefalls einen Bot, der Nutzer nach Artikeln per Keywords, Domainnamen und mehr suchen lässt. Der Nachrichtendienst Storyful stellte letztes Jahr auch ein Slack-Produkt vor. Der Bot von Storyful zielte auch auf Nachrichtenagenturen ab – sehr ähnlich dem Angebot von Breaking News. Zu dieser Zeit sagte mir Brian Ries, der Redakteur für Echtzeitnachrichten von Mashable, bei denen neulich als Folge davon, dass sie sich aus der Berichterstattung zurückzogen, rund 30 Mitarbeiter entlassen wurden, dass sie Benachrichtigungen von der Associated Press, Reuters, Breaking und Storyful in einen extra eingerichteten Slack-Channel gepackt hätten. (Update: Nachdem dieser Artikel veröffentlicht wurde, erhielt ich eine Mail von einem Sprecher von Mashable, der mir mitteilte: „Wir entfernen uns nicht von der Berichterstattung, wie Sie sagen…Was wir tun, ist, dass wir uns von der Berichterstattung von Weltnachrichten und Politik als eigenständigem Channel zurückziehen. Es hat den Entdeckungsprozess komplett modernisiert und hat den Inhalt von Storyful viel näher an den Arbeitsfluss der Editoren gebracht“) Breaking News möchte sich auch in der Workflow der Nutzer integrieren, um die Produkte so besser nutzbar zu machen. Die Firma wird von einem eigenen CMS geführt, Velocity genannt, der auf einem API aufbaut. „Da wir komplett auf einem API aufgebaut sind, mit voll strukturierten Dateien, macht es das Aufsetzen von Bots sehr einfach“, sagte Bergman. Der Facebook Messenger ist die nächste Nachrichten-App, in die Breaking News mit einem Chat Bot vorstoßen möchte, aber Bergman sagte, dass er glaube, dieses Feature werde dort anders genutzt, weil der Messenger persönlicher sei und nicht arbeitsbezogen, da es sich um eine Smartphone-App handelt. Facebook gab bekannt, man wolle einen Chat Bot-API bei seiner F8 Entwicklerkonferenz vorstellen. Vor wenigen Wochen stellte Breaking News auch eine Integration für Microsoft Office 365 vor, und Bergman sagte, dass in den nächsten paar Wochen von der Firma geplant sei, eine Verteilung auf ziemlich beträchtliche Plattformen vorzunehmen, die keine Botform haben, sondern eher die Form eines Flusses. Bots bieten neue Möglichkeiten für Breaking News. Bergman sagte, dass er sich vorstellen könne, dass eines Tages Nutzer Benachrichtigungen von Breaking News über ihr Auto erhalten, wenn in ihrer Nähe etwas passiert oder einen persönlichen Assistenten beauftragen , wie bei Amazon Echo, das Nachrichten-Updates bereitstellt.

Wir können Ihnen nicht nur sagen, was bei einem ausgewählten Thema vor sich geht, sondern können auch die Brisanz als Einschätzung nutzen, wir können den Standort als Einschätzung nutzen, und wir können Ihre Interessen als Einschätzungen nutzen, basierend auf den Themen, denen Sie folgen. Das schafft eine große Menge an Nutzungsmöglichkeiten in der Welt der Bots. Das ist aufregend für uns.

Bergman sagte, dass Breaking News nach Wegen suche, Bots zu bauen, die über mehrere Plattformen hinweg anwendbar seien: „Das könnte sehr unhandlich werden, verschiedene Bots, auf verschiedene Arten für verschiedene Dinge zu programmieren.“ Die Welt der Nachrichten-Bots ist immer noch in der Entwicklung und Bergman sagte, dass er sie als „Langzeitanwendung von Wert“ für Breaking News sehe, um fähig zu sein „spezifische Informationsfragen zu beantworten und spezifische Informationen für Leute mit den entsprechenden Bedürfnissen zur Verfügung zu stellen“, und zwar auf eine Art und Weise, mit der es für sie einfacher ist, auf diese zuzugreifen. Er fügt hinzu: „Wir haben eine Menge Zeit auf Push-Benachrichtigungen verwendet… und Bots haben in manchen Anwendungsfällen die Fähigkeit, zu weniger Unannehmlichkeiten zu führen als Push-Benachrichtigungen. Sie müssen keine App herunterladen und die Push-Benachrichtigungen aktivieren. Sie können sich einfach unterhalten.“ Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Nachrichten“ by hzv_westfalen_de (CC0 Public Domain)

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Joseph Lichterman

Joseph Lichterman

schreibt für das an der Harvard Universität angesiedelte Nieman Journalism Lab über Innovation in der Medienbranche. Davor arbeitet er für die Nachrichtenagentur Reuters und berichtete über den wirtschaftlichen Niedergang von Detroit.

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