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Kollaboration: Microsoft Teams jetzt kostenlos erhältlich

Microsoft Teams

Microsoft hat eine kostenlose Version von Microsoft Teams vorgestellt. Die Kollaborations-Software bietet Microsoft seit November 2016 an, jedoch bisher nicht als freie Variante. Interessant ist die neue kostenlose Version wohl besonders für Freelancer oder kleine Unternehmen, die bislang auf die Freemium-Version der Konkurrenz Slack gesetzt haben. Slack bekommt also mit der Einführung des kostenlosen Teams-Angebots etwas Druck von Microsoft.

Mit der kostenlosen Variante erhalten Teams mit bis zu 300 Personen unbegrenzten Zugriff auf die Chat- und Suchfunktionen von Microsoft. Allerdings beschränkt auch Microsoft den Team-Dateispeicher auf zehn Gigabyte und den persönlichen Speicher auf zwei Gigabyte für jedes Mitglied.

Microsoft Teams Interface
Die Kollaborations-Software Teams von Microsoft gibt es ab sofort in einer kostenlosen Version. Image by Microsoft

Microsoft Teams: App-Integration für noch mehr Funktionen

Zudem bietet die kostenlose Version integrierte Audio- und Videoanrufe für Gruppen sowie unbegrenzte App-Integrationen. Damit lassen sich nicht nur hauseigene Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und OneNote in Microsoft Teams nutzen, sondern auch Drittanbieter-Apps hinzufügen, wie etwa die Kreativwerkzeuge von Adobe. Microsoft hat sogar an einen Gastzugang gedacht, sodass sich wirklich jeder auf einem kostenlosen Server von Microsoft Teams anmelden kann.

Darüber hinaus hat Microsoft mit der neuen Team-Software noch ein paar Verbesserungen hinzugefügt. Die betreffen unter anderem die Cloud-Aufzeichnungen von Meetings oder die automatischen Übersetzung für Chat-Nachrichten. Die kostenlose Version von Microsoft Teams steht als Download hier zum Abruf. In gewisserweise soll die Gratis-Software natürlich Lust auf kostenpflichtige Abos von Microsofts Office-Paketen machen. Die Upgrades auf Office 365 Business Essentials oder Office 365 Business Premium kosten rund fünf beziehungsweise 25 US-Dollar im Monat.

Mit dem neuen Angebot weicht Microsoft scheinbar eine ursprüngliche Strategie wieder auf. Demnach sollte Microsoft Teams als Bezahl-Software für große Unternehmen positioniert werden, währen Skype als kostenloses oder zumindest günstigeres Kollaborationstool für den Privatbereich und für kleine Unternehmen reserviert war. Nur rückt auch Microsoft Teams in diesen Bereich vor.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • BITCOIN Trending Topics: Bitcoin-News: JPMorgan, Südafrika und Japan – das war übers Wochenende los: Dem Bitcoin wurde es in den letzten Tagen nicht leicht gemacht: Das ICO-Verbot in China sowie die eindeutigen Aussagen von JPMorgan-CEO Jamie Dimon haben einen Kursbruch von 20 Prozent hervorgerufen – doch der Bitcoin-Preis erholte sich schnell und ist momentan wieder auf 3.675 Dollar. Übers Wochenende hatte sich unter anderem MacAfee gegen die Meinung von Jamie Dimon ausgesprochen und Japan ist durch seine rechtlich gute Situation für Kryptowährungen und dem Exodus aus China nun das Land mit dem größten Handelsvolumen.

  • E-MOBILITÄT SpiegelOnline: „2026 kommt das Aus für den Verbrennungsmotor“: Ein deutscher Physiker hat nun berechnet, in welchem Jahr sich das E-Auto gegenüber Benziner und Diesel durchsetzen wird: So soll im Jahr 2022 jeder zehnte Neuwagen weltweit ein E-Auto sein. Auf diese Prognose kam der Physiker unter anderem durch die Errechnung des Wachstums der Verkaufszahlen für reine Batterie-Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren. Die Trendlinie zeigt an, dass im Sommer 2026 genug E- Autos für die ganze Weltproduktion hergestellt werden.

  • SLACK t3n: 250 Millionen Dollar für Slack: Microsoft-Konkurrent verkündet Hammer-Finanzierung: Nach einer Finanzierungsrunde wird der der Business-Messenger Slack auf rund 5,1 Dollar bewertet – damit ist Slack für den Kampf gegen andere geschäftliche Messenger wie Microsoft Team oder Facebooks Worspace gewappnet. Das Investment wird angeführt von dem japanischen Telekommunikationsunternehmen Softbank, das eine hohe Glaubwürdigkeit in Japan genießt. So hat sich das Unternehmen einen strategischen Investor mit ins Boot geholt.

  • BESTEUERUNG Finanzen.net: Steuerpläne für Internet-Riesen in EU umstritten: Deutschland und Frankreich wollen Internet-Riesen wie Google und Facebook höher Besteuern – und stoßen damit auf Widerstand in der EU. Der dänische Finanzminister betont beim EU-Treffen, dass Europa mit dem Verstoß innovative Unternehmen vergraulen könnte. Im Visier steht unter anderem Apple, da das Unternehmen 2014 nur 0,005 Prozent Steuern auf seine Gewinne in Europa und Irland gezahlt hatte und somit 13 Millionen Euro wegen illegalen Steuerdeals nachzahlen musste.

  • SCHADSOFTWARE T-Online: 50 Android-Apps wegen Betrug gelöscht: Mehr als 50 Apps mussten aus dem Play Store von Google entfernt werden, da Experten eine Malware entdeckt haben, die Android-Systeme befällt und von Geräten der Nutzer kostenpflichtige Premium-SMS verschickt. Es soll sich dabei um Schätzungsweise 4,2 Millionen Infektionen handeln. Die Schadsoftware „Expensive Wall“ gehört zu einer Malware-Familie, die insgesamt bis zu 21 Millionen Mal gedownloadet wurde.

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Autokraten können mit Tools wie Slack & Co. nicht viel anfangen

Break (adapted) Image by rawpixel (CC0 Public Domain) via Pixabay

McKinsey hat eine neue Studie zum Thema ‚Advanced social technologies and the future of collaboration‘ veröffentlicht. Fazit: Unternehmen, die Messaging-Plattformen einsetzen, haben den Eindruck, dass sie öfter kommunizieren und ihre Teams sich besser selbst organisieren. Arbeit werde mehr projekt- statt team- oder funktionsbasiert. „Um aber die Kirche im Dorf zu lassen: Rund Dreiviertel der Befragten bauen am Arbeitsplatz noch auf ältere Technologien wie E-Mail, Telefonate oder Textnachrichten“, schreibt Stefan Pfeiffer vom CIO-Kuratorium.

Einseitige Technologie-Sicht

Aber – so die Umfrage – soziale Technologien sind trotzdem mehr denn je in den Arbeitsalltag integriert. Und dafür seien gerade besagte Messaging-Plattformen verantwortlich. In diesen Unternehmen verlasse man sich nicht mehr so stark auf E-Mail und Telefon. „Na ja, der Unterschied beträgt wenige Prozentpunkte, aber jeder kleine Fortschritt in der Verwendung sozialer Technologien hilft, wenn dadurch unter dem Strich für Unternehmen und Mitarbeiter etwas rauskommt“, kommentiert Pfeiffer. Ihm fehlt die kritische Betrachtung in solchen Erhebungen. Das Ganze sei einseitig auf Technologie ausgerichtet: „Messaging Platforms werden sehr naiv als Allheilsbringer positioniert. Aber überfordern wir eventuell die Anwender? Die Mehrheit – die Generation E-Mail – arbeitet noch in ihrem traditionellen Posteingang. Dort sitzt die Information, isoliert und nicht von anderen nutzbar.“

Generation E-Mail

Das passt zu den Erfahrungen des Livestreaming-Experten Sebastian Greiner: „Ich habe versucht, mich in einem Team von drei Leuten mit Slack zu organisieren. Nach einer Woche habe ich nix mehr gefunden, war ständig am Suchen. Die E-Mail ist immer noch der Kanal, wo ich meine Kommunikation wiederfinde und aufbewahrt habe. Daneben laufen diverse Messenger sowie Twitter und Facebook. Sie tragen zwar zur schnellen Kommunikation bei, zerfasern diese aber leider auch gehörig.“ Und Oliver Marquardt kommt zu der Schlussfolgerung, dass die technologischen Werkzeuge immer nur so intelligent seien wie seine Benutzer.

Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung wertet die McKinsey-Ergebnisse positiv: „Es klingt vielleicht technokratisch. Jedoch: Slack fördert Kommunikation, wohingegen die Standardware SharePoint sie eher behindert. Auch das technokratische Tool hat eine innewohnende soziale Implikation.“

Tools und die kommunikative Vertrauensbasis

Schaut man sich aber die Arbeitsweise der Führungskräfte in vielen Unternehmen an, so kann von einer kollaborativen Organisationskultur nicht gesprochen werden. „Wenn der Kern der Kommunikation nicht vorhanden ist, also Vertrauensbasis, Bindung etc., dann sind Tools so oder so ungeeignet. Vor allem Textkommunikation ist bei mangelnder Beziehungsebene schwierig, weil immens viel Interpretationsraum vorhanden ist. Slack & Co. sind Tools von vielen. Manchmal ist es weitaus einfacher zum Telefonhörer zu greifen, als immensen Text reinzukloppen. Für konkrete Arbeitsschritte, wie Korrekturen oder als internes soziales Netzwerk sind Slack & Co wiederum sehr gut“, sagt Patrick Breitenbach, Head of Brand Consulting & Strategic Innovation bei ZDF Digital.

Ellenbogen und Hierarchie

Wer offline nicht zusammenarbeitet, werde das online auch nicht tun, meint der Berater Alexander Kluge. Wenn im Top-Management Ellenbogen und Hierarchie den Alltag beherrschen, könne auch ein Tool nicht weiterhelfen. Organisationen neigen nach Auffassung von Professor Lutz Becker dazu, neue Dinge oben drauf zu setzen, ohne den Mut zu haben, das Alte abzuschaffen. „Jedes Problem braucht in einer idealen Welt sein eigenes Format. Gut wäre ein System, dass die unterschiedlichen Formate bündelt und auf das jeweilige Problem übersetzt“, so der Studiendekan der Hochschule Fresenius in Köln. „Die Herausforderungen fangen schon bei unterschiedlichen Archivierungs- und Suchstrategien an. Manchmal braucht man eine Volltextsuche, manchmal eine hierarchische, manchmal eine assoziative Suche“, sagt Becker.

Nach Ansicht des Schweizer Bildungsethikers Christoph Schmitt ergehen sich viele Firmen in einem Toolbox-Fetischismus. Das habe viel mit der Bauchladenmentalität klassischer Organisationen zu tun. Der Shitstorm-Analytiker Tim Ebner fragt sich, ob solche Systeme überhaupt eine gute Orga der Kommunikation ersetzen können. Dem Ganzen werde meist viel zu viel Bedeutung zugemessen, bevor die eigentlichen Hausaufgaben erledigt sind. Und das Notiz-Amt fragt sich, welche Freiheitsgrade in Unternehmen überhaupt zugelassen werden, um mit kollaborativen Tools zu experimentieren.

Am Ende versinken offene Konzepte in der Firmenautokratie von CEOs mit Generaldirektoren-Habitus. Selbstorganisation, Autonomie, Individualität, Partizipation, die Ökonomie des Gebens und Nehmens sind mit den Kontrollsehnsüchten vieler Chefs nicht gerade kompatibel. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?


Image (adapted) „Break“ by rawpixel (CC0 Public Domain)


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Stowe Boyd über Slack, Coworking und die Zukunft der Arbeit


Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld der internationalen Tech-Konferenz Viva Technology, zu der vom 15. bis 17. Juni 2017 rund 50.000 Teilnehmer und über 5.000 Startups nach Paris kommen. Die Netzpiloten werden als Medienpartner der Viva Technology mit vor Ort sein. Und hier gibt es Tickets für das Event zu gewinnen.


Der Futurist und Forscher Stowe Boyd hat schon den ein oder anderen Trend in der vermeintlichen Arbeitswelt von morgen aufgespürt, getestet und kommentiert – und manche davon dann auch wieder spurlos verschwinden sehen. Nicht alles, was die Zukunft der Arbeit sein soll, hat dann auch die Macht, wirklich etwas zu verändern. Wir haben uns mit ihm im Vorfeld der VivaTech, auf der er auch als Redner auftreten wird, über Slack, Coworking, und wie Künstliche Intellligenz die Zukunft der Arbeit verändern wird, etwas genauer unterhalten: 

Tobias Schwarz: Vor beinahe neun Jahren haben Sie ein Interview mit einem meiner Vorgänger, Peter Bihr, bei Netzpiloten durchgeführt und erklärt, warum die E-Mail nicht mehr funktioniert. Was denken Sie heute über die E-Mail?

Stowe Boyd (adapted)
Image by Stowe Boyd

Stowe Boyd: Ich wette, dass ich so etwas Ähnliches wie das Folgende gesagt habe: Wir wollen die E-Mail für ein weites Spektrum von Anwendungsfällen anwenden, es stellt sich jedoch heraus, dass es am besten für Applikationen, die Spaminhalten sehr ähnlich sind, geeignet ist, wie beispielsweise E-Mail-Newsletter. Die Stelle, an der E-Mail nur schlecht funktioniert, ist exakt dieselbe wie die, bei der die Menschen eine Art der Arbeitskommunikation anwenden wollen – wie beispielsweise Slack, Hipchat und Microsoft Teams –, speziell rund um Kommunikationen in kleinen Gruppen. Die E-Mail ist geschäftlich, während ein Chat dialogorientiert ist.

Die E-Mail ist überhaupt nicht tot, die sofortige Nachrichtenübermittlung nimmt jedoch zu. Diese Veränderung geschah sogar in Unternehmen mit Programmen wie Slack, Circuit und Microsoft Teams. Ist das lediglich ein Trend der Kommunikation – oder wird dies der neue Standard sein?

Ja, dies sind Arbeitskommunikationsprogramme. Sie sind chatraumbasiert und unterscheiden sich etwas gegenüber sofortiger Nachrichtenübermittlung, basierend auf Freundeslisten. Arbeitskommunikation ist grundsätzlich eine Ablehnung der dominanten Entwurfsmetapher der vorangegangenen Ära, der seriellen Datenübertragung auf der Arbeit, wie sie mit den Programmen Yammer, Chatter und IBM Connections gefunden werden kann.

Die Arbeitskommunikation agiert hauptsächlich auf der Basis eines kleineren Teams, also mit weniger als zehn bis zwölf Mitarbeitern, während sich die serielle Datenübertragung an die Arbeit auf einer höheren sozialen Ebene, wie mit dutzenden oder hunderten von Menschen  orientiert. Man muss dabei bedenken, dass die meiste Arbeit in kleinen Teams vollbracht wird.

Vor einigen Monaten kritisierten Sie Slack aufgrund der geringeren Effektivität der  Gruppenchats mit einer Gruppe, die größer als zehn Leute ist. Wie können sich Ihrer Meinung nach, auf die Bürokommunikation zugeschnittene Programme, verbessern?

Sie stellen den Sinn des Gesagten falsch dar. Zunächst wies ich darauf hin, dass die optimale Gruppengröße bei der Arbeitskommunikation – wie bei Slack – bei unter zwölf Personen liegt. Zweitens vermerkte ich das Phänomen der „sozialen Vermengung“, die in Organisationen passiert, die Slack-Kanäle offen lassen. Eine Menge Leute von Außerhalb fangen an, den Chaträumen beizutreten und die Arbeit des Kernteams zu unterbrechen, indem sie zu viele Fragen stellen und eine Menge Lärm machen. Drittens passieren eine Menge verborgener Sachen in Chaträumen, weil diese Räume intransparent sind. Intransparent kann jedoch, abhängig vom Kontext, sowohl gut als auch schlecht sein.

Das stimmt, aber wie wir arbeiten, ändert sich grundlegend – es wird mehr dezentralisiert und miteinander verbunden sein, wenn es nicht jetzt schon der Fall ist. Welches sind Ihrer Meinung nach die anderen Veränderungen, abgesehen von Bürokommunikation, die wir in den nächsten zehn Jahren sehen werden?

Wir haben die vollen Auswirkungen der etablierten Erfindungen des 21. Jahrhunderts – wie beispielsweise mobile, soziale und Kommunikationstechnologien, die das menschliche Leben umorganisiert haben – nicht voll integriert und der Durchbruch zu dem, was als digitale Transformation im Unternehmenssektor bezeichnet wird, ist eine direkte Konsequenz aus diesen Megatrends.

Wir werden allerdings nicht die Zeit haben, um diese Welle zu Ende zu reiten, weil wir von einer Vielzahl anderer Technologien getroffen werden, die wahrscheinlich gleichwertige oder größere Auswirkungen auf uns haben werden: Künstliche Intelligenz, erweitere Realität und das Internet der Dinge. Insbesondere die KI stellt außergewöhnliche Herausforderungen für die Zukunft der Arbeit dar. Gerade die KI kann zu einer Zukunft ohne Jobs führen, wenn sie sich in jeder Ecke und Nische ansiedelt, während die Welt immer „führerloser“ wird. Ich arbeite an einem Buch zu diesem Thema, es trägt auch den Arbeitstitel „Führerlos“.

In einem Interview, das Sie mit Jennifer Magnolfi geführt haben, sagten Sie einmal, dass Sie fasziniert sind von der Vorstellung, dass Unternehmen sich Coworking und Räume wie Nährböden anschauen – Sie nannten das den „Laufstall des Coworking“. Da ging es um Tischtennisplatten, Nerf-Waffen und so weiter. Was wurde zur modernen Antwort des Cubes und dem Arbeitsbereich des 21. Jahrhunderts, der sich durch geschlossenen Türen auszeichnet? Was denken Sie heutzutage über Coworking?

Ich denke, dass Coworking als ein Element der modernen Umwelt des Arbeitsplatzes fest etabliert ist. Die Ökonomie ist für Freiberufler, Startups, kleine Teams und sogar in größeren Unternehmen gerade sehr spannend. Zur selben Zeit ist Coworking ein Teil des Trends, weil es überall vorkommt. Die Ästhetik, die jeden Arbeitsplatz auf dieselbe, unpersönliche und entmenschlichte Weise ausschauen und funktionieren lässt. Der Umstand, dass ich für ein paar Stunden mit wenig Ausrüstung und geringen Kosten zu einem Coworking-Space kommen kann, oder einem Café oder einer öffentlichen Bibliothek, erscheint wie ein Schnäppchen.

Auf der anderen Seite: wenn ich gehe, ist es so, als ob ich nie da gewesen wäre. Ich bin nicht davon überzeugt, dass alle unserer Arbeitsplätze – und zu einem wachsenden Umfang gehört auch unser Zuhause dazu – keine Spur von uns aufweisen sollten, wenn wir einmal gehen.

Auf der jährlichen deutschen Coworking-Konferenz COWORK wurde diskutiert, dass Coworking als ein kleiner Trend zu einer kleineren Industrie kommerzialisiert wird und ersetzt, was davor war. Denken Sie, dass Coworking im Unternehmensbereich oder Lösungen des  Büro-Sharings von Immobilienunternehmen wie WeWork die Zukunft dieser Bewegung darstellen?

Kommerzielles Coworking ist eine Antwort auf die fehlende Verwurzelung und die geringen Margen, die mit der Ökonomie von Freiberuflern und Startups verbunden wird. Die Zahl der Freiberufler nimmt zu, zumindest in den vereinigten Staaten, und zwar aufgrund der Verschiebung der Arbeitsstruktur von Vollzeitangestellten zu auftragsbasierten „Arbeitnehmern“ und Unternehmen. Also wird der Trend weitergehen.

Vor einigen Wochen beriet ich eine Gruppe, die von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeladen wurden, um darüber nachzudenken, wie die Zukunft der Arbeit im Jahr 2030 aussehen wird. Sie beschrieben Dinge, die sie im Jahre 2030 haben möchten, die bereits Realität sind – von denen sie nur nichts wussten. Wie wird Arbeit im Jahr 2030 aussehen?

Alfred North Whitehead sagte einmal: „Es ist das Geschäft der Zukunft, gefährlich zu sein“. Tatsächlich zu erraten, wie die Zukunft aussehen wird, kann erschreckend sein. Die Leute werden angehalten, keine weiteren Änderungen vorzunehmen, selbst wenn sie danach gefragt werden. Sie tun lieber so, als wäre morgen genau wie gestern, obwohl sie es nicht wirklich glauben. Die Alternative wäre, ihre grundlegenden Prämissen zu hinterfragen, die unsere heutigen Gesellschaft darstellt.


Image by Stowe Boyd


Die Netzpiloten sind Partner der Viva Technology und werden vor Ort berichten. Wir verlosen Tickets für das Event, das vom 15. Bis 17. Juni 2017 in Paris stattfindet. Um an der Verlosung teilzunehmen, macht einfach mit und nutzt eure Chance auf Tickets for free für die Viva Technology! Zeit habt ihr dafür bis Dienstag, den 06. Juni. Viel Glück!

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Business-Apps: Wie ich mein Startup mit dem Smartphone führe

Business-Apps-Smartphone-Anton-Knoblach

Eine gute Idee, die richtigen Leute und eine Portion Mut. Viel mehr braucht es nicht, um das eigene kleine Unternehmen zu gründen. Bei aller kreativen Energie und Tatendrang schadet es dennoch nicht, eine solide Struktur für die tägliche Arbeit zu schaffen. Ich stelle euch fünf kostenlose Business-Apps vor, mit denen sich Startup und Selbstständigkeit auch bequem von unterwegs managen lassen.

Producer-Alltag statt Hollywood-Klischee

Das Skateboard unter dem Arm, mit dem Hoodie im Meeting und durchfeierte Nächte in der Großstadt. Die Startup-Welt ist ähnlich klischeeträchtig wie die Filmbranche. Doch auch dort besteht der Alltag unbedingt nicht aus roten Teppichen, schicken Empfängen und wahnsinnig viel Kohle. Ein Punkt stimmt aber: Sein eigener Chef zu sein und volle Verantwortung zu übernehmen ist ein befreiendes Gefühl, in das sich zurecht junge und jung gebliebene Leute auf der ganzen Welt voller Hingebung hineinstürzen. Mir geht es auch so.

Mein Alltag ist dennoch meist unspektakulär: Ich entwickele meine Idee, treffe mich mit Leuten, sitze am Schreibtisch. Ein Filmproducer kommt auch mit einem Telefon, Zettel und Stift aus. Es gibt aber ein paar Business-Apps, die das Tagesgeschäft erheblich komfortabler machen.

Struktur schützt vor schlaflosen Nächten

Viele frische Teams benutzen zunächst die Kommunikationsmittel, die sie gewöhnt sind. Müssen mehr als zwei Personen gemeinsam kommunizieren, liegt es nahe, direkt eine WhatsApp-Gruppe mit einem flippigen Titel zu gründen. Will ich nur kurz durchgeben, dass ich jetzt beim Inder bestelle und die anderen gerne mitmachen können – keine Einwände. Sobald es aber um konkrete Aufgaben geht, birgt dieser Kommunikationsweg schnell ein hohes Frustrationspotenzial. Innerhalb kürzester Zeit geht der Überblick verloren. Was dazu führt, dass sich die Aufgaben ein neues Zuhause suchen.

Dieses neue Zuhause ist entweder das Nirwana oder der eigene Kopf. Bei erster Möglichkeit habe ich verloren, die Information ist weg. Bei der zweiten hat man auch verloren, denn das Gehirn ist zwar extrem leistungsfähig, denkt aber in Verknüpfungen und nicht in Listen. Doch sogar, wenn man sich alles merken kann, hat diese Methode einen riesigen Nachteil: Der Kopf wird spürbar „voll“. Das Ziel einer soliden Struktur ist für mich, möglichst viel Information sinnvoll aus dem Kopf und in die richtigen Tools, sprich in die richtige Business-Apps, zu bekommen.

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Screenshot by Anton Knoblach

Das hat zwei Vorteile. Nummer 1: ist eine Aufgabe in irgendeiner Form gelistet, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie vergessen wird. Nummer 2: sortiere und organisiere ich meine Projekte und deren Aufgaben diszipliniert, weiß ich, dass mein Projektmanagement immer auf dem bestmöglichen aktuellen Stand ist. Was zu einem dritten Vorteil führt: Ich kann nachts besser schlafen und grüble nicht stundenlang, ob ich an alles gedacht habe.

Ich möchte euch fünf kostenlose Business-Apps vorstellen, die meinen Alltag erheblich erleichtern.

#1: Der Kommunikator – Slack

Slack bringt den Chat als Kommunikationsweg ins 21. Jahrhundert. Innerhalb eines Teams gibt es Channels (Gruppenchats) und Direktnachrichten. Erstere sind zum Beispiel thematisch gegliedert, bei meiner Produktionsfirma unfourseen etwa gibt es unter anderem die Channels „#mustwatch“, „#projektmanagement“ und „#anfragen“.

Die Nachrichten-Threads selbst sind hübsch aufbereitet und übersichtlicher als bei WhatsApp oder dem Facebook-Messenger. Eines der vielen praktischen Features ist, sich für einzelne Nachrichten Erinnerungen setzen zu können – zum Beispiel, um am nächsten Abend an einen geteilten Link erinnert zu werden. Slack ist im kleinsten Feature-Paket kostenlos im Google Play Store verfügbar.

#2: Die Stoppuhr – Toggl

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Screenshot by Anton Knoblach

Ob ich meine Leistungen pro Stunde in Rechnung stelle oder einfach nur wissen will, welchen Anteil bestimmte Tätigkeiten und Projekte an der gesamten Arbeitszeit haben – es lohnt sich eigentlich immer, während der Arbeit die Uhr mitlaufen zu lassen.

Für das Time-Tracking gibt es eine Vielzahl an guten Business-Apps, ein Beispiel dafür ist Toggl. In Toggl kann die Arbeitszeit in Projekte und Tätigkeiten kategorisiert werden.

Für die Auswertung lassen sich schöne Reports erstellen. Mit diesen Reports habe ich eine gute Kontrolle, ob sich der zeitliche Aufwand für das Ergebnis gelohnt hat.

Ein Beispiel: Wenn ich in der Angebotsphase bis zum Auftrag durchschnittlich zehn Stunden brauche und aber nur jedes zehnte Angebot zu einem Auftrag führt, muss ich mir gut überlegen, wie ich meinen Workflow optimieren kann. Toggl für Android ist mit den Basis-Funktionen für Teams bis zu 5 User kostenlos.

#3: Das digitale Rückgrat – Asana

Asana ist mein Inbegriff für das, was ich mit „Struktur“ meine. Das Programm selbst ist relativ simpel aufgebaut: Angelegte Projekte bestehen aus Aufgaben, die wiederum Eigenschaften wie Deadline und verantwortlichem User haben.

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Screenshot by Anton Knoblach

Der Clou: Eine Aufgabe kann auch Unteraufgaben haben, die wiederum Unteraufgaben haben können. Zum Beispiel: Ich brauche für einen Werbespot eine Fabrikhalle. Die Firma X hat so eine, bei der ich einen Ansprechpartner Y habe. Aufgaben lassen sich also gut ordnen und wie in einer Kaskade abarbeiten.

Asana kommt eigentlich aus der Tech-Welt, lässt sich aber leicht auch für andere Branchen anpassen. Die Grundregel: Die im Tool angelegte Struktur und die individuelle Arbeitsweise des Teams müssen sich gegenseitig so lange näherkommen, bis der perfekte Workflow gefunden ist. Das kann durchaus ein weiter Weg sein und es lohnt sich, für die erste Zeit einen erfahrenen Asana-User dazu zu holen. Ist der aber mal Workflow eingespielt, werdet ihr euch fragen, wie ihr es vorher aushalten konntet.

Ich persönlich liebe an Asana die vielen Möglichkeiten, eine sinnvolle Struktur aufzubauen – sowohl für konkrete Projekte als auch für Dinge wie Selbstorganisation, Akquise oder Marketing. Asana für Android ist mit den wichtigsten Features für Teams bis zu 15 User kostenlos.

#4: Der Social-Media-Profi – Hootsuite

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Screenshot by Anton Knoblach

Eine Facebook-Page und die Profile bei Twitter und Instagram sind schnell erstellt und werden genauso schnell unübersichtlich.

Hootsuite unterstützt euch mit verschiedenen Features dabei, euch einen Überblick über die Aktivitäten im Social Web zu vermitteln. Neben den eigenen könnt ihr auch fremde Kanäle wie von anderen Produktionsfirmen oder neuen Talenten im Auge behalten.

Ihr könnt die Benutzung von Hashtags überwachen und zu guter Letzt könnt ihr von zentraler Stelle aus alle eigenen Kanäle bespielen. Gerade diesen Punkt finde ich extrem praktisch, weil er die operative Social-Media-Arbeit stark erleichtert. Hootsuite für Android ist mit den wichtigsten Funktionen mit bis zu drei Kanälen kostenlos.

#5: Die eigene Cloud – Owncloud

Die Festplatte ist abgeschmiert, die Daten-DVD zerkratzt und der Laptop geklaut? Es gibt viele gute Gründe, die eigenen Daten einer Cloud anzuvertrauen. Die Server von iCloud, Google Drive Co. stehen in riesigen ausfallsicheren Rechenzentren und werden regelmäßig gesichert. Einen großen Nachteil haben die vielen Anbieter aber: Die Daten liegen meist im Ausland, wo andere Rechte und Gesetze gelten.

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Screenshot by Anton Knoblach

Wer die volle Kontrolle haben will, muss es selbst machen. Eine der verschiedenen Lösungen für den eigenen Server ist Owncloud. Die Software ist modular aufgebaut. Sie kommt standardmäßig mit Filesharing, einer Kalender- und einer Kontakte-App, die jeweils mit den gängigen mobilen Betriebssystemen synchronisiert werden können.

Über das Filesharing-Modul kann ich beispielsweise Videos zur Kundenabnahme teilen und habe die volle Kontrolle, wer Zugriff hat und wer nicht. Auch das Kontakte- und Kalender-Management im Team ist extrem praktisch. Erweiterungen bringen zum Beispiel einen Passwort-Manager und eine eigene Verschlüsselung dazu. Aber Vorsicht: Alles selbst einzurichten ist nur etwas für IT-Versierte.

Owncloud ist Open Source und ohne Support uneingeschränkt kostenlos. Wie ihr Owncloud auf eurem Android-Smartphone einrichtet, erklärte ich in diesem Text.

Dieser Text erschien zuerst bei Applepiloten.de.


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Box World Tour: Neue Arbeitsweisen durch neue Technologien

Box World Tour (adapted) (Image by Box.com)

Dass Datensicherheit ein europäisches Gut ist und auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann, war für mich lange immer mehr Wunschdenken als Realität. In den letzten drei Jahren hat mich aber der Anbieter für Cloud-Content-Management, Box, davon überzeugt, dass man diese bisher sehr leer wirkenden Phrasen auch mit Business füllen kann.

Vor allem die allein in den letzten zwölf Monaten eingeführten Dienste – wie Box Zones, KeySafe, Governance und Binding Corporate Rules – zeigen, dass man mit sicheren und sogar auf Europa zugeschnittenen Angeboten, erfolgreich sein kann. Laut eigenen Aussagen hat das Unternehmen dadurch ein bedeutendes Wachstum verzeichnet.

Box hatte früh den Status als der Speicherdienst der Fortunate-500-Unternehmen. Auch heute noch sind unter den mehr als 71.000 Kunden rund 64 Prozent Unternehmen des Fortunate-500-Rankings. In den letzten Jahren verwandelte sich aber das Unternehmen zur grundlegenden Plattform für den digitalen Wandel dieser Firmen.

Box als Grundlage strategischer Partnerschaften

Aaron Levie (Image by Box.com)
Aaron Levie. Image by Box.com

Unternehmen suchen heute nach einfachen und sicheren Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter, Informationen und Anwendungen zu vereinen und so ihre Arbeit zu revolutionieren“, erklärt Aaron Levie, Mitbegründer und CEO bei Box, auf dem heute in London stattfinden Event der Box World Tour Europe (BWT), an dem die Netzpiloten ebenfalls teilnahmen.

Schon in den letzten zwei Jahren konnte Box auf seiner stets in San Francisco stattfindenden Konferenz BoxWorks zeigen, dass es die Plattform für strategische Partnerschaften wird, wie sie lange Zeit in der Welt der Tech-Unternehmen verpönt waren. Heutzutage arbeitet Apple, Google und Microsoft zusammen – mit und auf Box.

Mit einer robusten Verwaltung von Cloud-Inhalten können die weltweit größten Unternehmen verknüpfter und kooperativer als jemals zuvor arbeiten – damit wird der Weg für völlig neue Arbeitsweisen frei“, sagt Levie. Dies macht Box zu einem der wichtigsten Akteure in der Debatte um die Zukunft der Arbeit.

Box und IBM ermöglichen bereits heute automatisierte Prozesse in Unternehmen, Box und Google ermöglichen Zusammenarbeit von Teams in der Cloud, überhaupt die Stoßrichtung des neuen Box, und Box und Microsoft arbeiten sowieso schon seit Jahren zusammen. Für Levie liegt die Zukunft in der Cloud, dort werden Innovationen stattfinden.

Die Zukunft der Arbeit findet auf Box statt

Mit Google, IBM Watson und Slack nahmen auch gleich Vertreter dieser neuen, Cloud-fokussierten Ansatzes an einem Podiumsgespräch auf der Box World Tour mit Aaron Levie teil. Sie alle waren sich darin einig – wenig überraschend – dass neue Technologien auch vollkommen neue Arbeitsweisen hervorbringen.

„Cognitive hat die Arbeitsweise von Mitarbeitern verändert – in kleinen und großen Unternehmen. Das liegt unter anderem daran, dass ein Zugriff auf tief im Unternehmen verborgenes Wissen möglich ist und es blitzschnell bereitgestellt werden kann“, erklärt Christopher C. Crummey von IBM Watson, als ein Beispiel.

Johann Butting von Slack, die intensiv in Lösungen für maschinelles Lernen investieren, betonte im Gespräch auf dem Panel, wie die „Zusammenführung von Cloud-Computing, immer leistungsstärkeren mobilen Geräten, Bots und künstlicher Intelligenz könnte die Produktivität wesentlich verändern“ wird.

Box vereinfacht für mehr als 71.000 Unternehmen weltweit die Freigabe von, den Zugriff auf und die Zusammenarbeit an Dateien auf sichere Art und Weise. Den Einfluss auf das Verhalten und den Anspruch der dies nutzenden Menschen, ist eine treibende Kraft im Wandel der Arbeit. Immer mehr Menschen werden weniger Möglichkeiten zur digitalen Kollaboration, wie sie sie durch Box kennengelernt haben, akzeptieren.


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  • USA süddeutsche: Tausche USA-Visum gegen Facebook-Passwort: Die Themen USA und die Einreise nach ebenda waren in letzter Zeit ohnehin bereits schwierig – jetzt will der US-Heimatschutzminister Visa-Antragsteller noch gründlicher beleuchten. Zu solchen Überprüfungsmaßnahmen einer Person könnte unter anderem auch die Abfrage von Passwörtern für Konten in sozialen Medien zählen. Bereits seit Ende 2016 können USA-Urlauber freiwillig ihre Nutzernamen bei Facebook oder Twitter angeben. Noch ist die Passwort-Abfrage nur eine Idee, wie in vielen Aspekten sollte man aber unter der Regierung auf alles gefasst sein.

  • SOCIAL MEDIA heise: Steckt in jedem ein Troll?: Jeder der schon mal in den Kommentarsektionen von Social Media Kanälen unterwegs war hat wahrscheinlich Begegnung mit ihnen gemacht – Trolle. Keine Monster unter Brücken, sondern Kommentatoren deren einziges Ziel es ist, ein Maximum an Störung zu verursachen und Streit anzuzetteln. Forscher der Universitäten Stanford und Cornell behaupten in jedem von uns könnte ein solcher Troll stecken. Zu deren Studie soll nun Ende Februar ein Fachaufsatz auf der CSCW 2017 vorgestellte werden.

  • CROWDFUNDING golem: Protonet ist insolvent: Das Server-Startup Protonet aus Hamburg ist insolvent. Einst hatte die Firma über Crowdfunding eine, für deutsche Verhältnisse, Rekordfinanzierung von 3,2 Millionen Euro erhalten. Laut eigener Aussage habe Protonet intern nicht erfolgreich gewirtschaftet und neue Investoren blieben auch aus. Vor fünf Jahren wurde das Unternehmen mit dem Ziel gegründet, sichere und unkompliziert zu betreibende Server für Kunden herzustellen, bei denen Daten nur in Deutschland gespeichert werden sollten.

  • SLACK t3n: Chatbot fürs Firmenwissen: Obie bringt Confluence, Evernote und mehr in eure Slack-Kanäle: Obie zeigt, wie viel Arbeit uns Chatbots schon heute in der Teamkommunikation abnehmen können. Wichtige und arbeitsrelevante Informationen liegen oft genug auf einer Unzahl von verschiedenen Diensten verstreut, von Cloud-Speichern über Notizdienste hin zum firmeneigenen Wiki. Der Bot führt diese jetzt aus diversen Tools zusammen und setzt sich so zum Ziel, Ordnung und Übersicht im Kommunikations-Verlauf zu schaffen. Der Chatbot kann kostenlos zu Slack hinzugefügt werden.

  • WEARABLES googlewatchblog: Smartwatches: Google stellt Android Wear 2.0 sowie LG Watch Style & LG Watch Sport vor: Am gestrigen Abend hat Google sein neues Smartwatch Line-up inklusive neuem Betriebssystem präsentiert. Wofür benutzen Menschen Wearables wie Smartwatches eigentlich? Für diese Frage hat sich der Konzern für den Nachfolger des Android Wear Betriebssystems knapp drei Jahre Zeit gelassen und stellt jetzt das Modell 2.0 in den Fokus. Besonderes Feature ist beispielsweise die Option, mehrere Watch Faces gleichzeitig anlegen zu können, beispielsweise für eine Oberfläche für die Arbeit oder für zu Hause.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Ein Selfie mit der Kanzlerin bringt Facebook in Bedrängnis: Trivialer geht es fast nicht – ein Selfie. Das im September 2015 aufgenommene Bild wurde dem jungem Syrer Anas Modamani allerdings zum Verhängnis. Als er gerade einen Monat in Deutschland war, posierte er zusammen mit Angela Merkel in Berlin. Jetzt steht er vor dem Würzburger Landgericht, Grund dafür ist Hetzte auf rechten Seiten, die den Teenager als Terroristen diffamieren. Inwieweit Facebook hier mitverantwortlich ist und ob eine gewisse Sorgfaltspflicht verletzt wurde, soll jetzt entschieden werden.

  • PAYPAL venturebeat: PayPal launches Slack bot for peer-to-peer payments: Chatbots sind gefühlt in aller Munde. Der Bezahl-Dienst PayPal hat jetzt auf der Team-Messaging-App Slack seinen eigenen Bezahl-Bot gelauncht. Der Bot lässt Nutzer mit dem Shortcode „/paypal“ peer-to-peer (P2P) Zahlungen von bis umgerechnet rund 9.300 Euro ausführen. PayPal hat rund 5 Millionen tägliche Nutzer und mit dem Bezahl-Bot nun ihren ersten dieser Art veröffentlicht. Auf Slack gibt es im Gegensatz rund 900 Bots für die Automatisierung von Aufgaben.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: Ein Deregulierer, wie Trump ihn mag: Ajit Pai ist der von Trump eingesetzte neue Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) und wartet nicht lange, um aktiv zu werden. Er beginnt direkt damit, seine eigene Behörde, die Regulierung zur Netzneutralität in den USA, zu entmachten. Bislang untersagte diese Providern, den Internetverkehr gegen Bezahlung zu bevorzugen. Die Sorge um ein „Zwei-Klassen-Internet“ ist jetzt groß.

  • YOUTUBE cnet: Youtube takes on Facebook Live with mobile live streaming: Youtube zieht, nach Facebook oder Instagram, nun auch mit bei der mobile Live-Streaming-Welle. Was im Juni verpsrohen wurde, soll jetzt bald verfübgar sein und zunächst für beliebte Youtuber, also mehr als 10.000 Abonennten, verfügbar sein. Neu ist Live-Streaming für die Video-Plattform allerdings nicht, seit 2015 ist es über die Sparte “Youtube Gaming” möglich, Gaming-Content zu streamen. Das neue Feature „Super Chat“ soll es zudem Zuschauern ermöglichen, direkt mit den Youtubern zu sprechen, allerdings gegen einen Preis.

  • ROBOTER heise: Fahrender Last-Roboter als Begleiter für Menschen: Gestern war “Liebe-deinen-Roboter-Tag”, klingt komisch, ist aber so. Dieser Tag soll sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Roboter fokussieren. Beispielsweise arbeitet derzeit eine US-Tochterfirma des Vespa-Herstellers Piaggio an einem kleinen Roboter, der als Helfer für Menschen fungieren soll und Lasten von bis zu 20 Kilogramm befördern kann. Der blaue, runde Helfer soll, ebenfalls wie der Aktionstag, dazu anregen, über die Rolle der Roboter in unserer Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken.

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Jive-CEO Elisa Steele über Social Collaboration

ElisaSteele Headshot (Image by Jive)

Über Portland gibt es nicht viel zu erzählen, wenn man über die Zukunft der Arbeit nachdenkt. Wirtschaftlich interessant ist der von hier gestartete Trend der Mikrobrauereien. Die Stadt hat, bezogen auf die Einwohnerzahl, die meisten Brauereien in den USA. Dass der Softwarehersteller Jive Software hier gleich zwei Zentren für Software-Engineering unterhält, überraschte mich, als Jive-Geschäftsführerin Elisa Steele dies im Interview für die Netzpiloten erwähnte. Ende des letzten Jahres traf ich sie in Berlin zum Gespräch über ihr Unternehmen.

„Portland war eine der ersten Standorte für Jive. Die beiden Gründer kamen früh nach der Gründung des Unternehmens hierher und so wuchs der Standort über die Jahre. Unser Büro in Portland ist nun unser größter Technologie-Standort weltweit und ein Zentrum für exzellente Softwareentwicklung.“– Elisa Steele

Jive Software entwickelt Programme zum Wissensmanagement und zur Kollaboration von Teams in Unternehmen sowie zum Aufbau von Online-Communities. Volkswagen nutzt beispielsweise die auf Jive basierende Social-Collaboration-Plattform „Group Connect“.

Was die Hipsten unter den hipsten Startups weltweit mit Programmen wie Slack oder HipChat lösen, versuchen Großkonzerne mit Social-Collaboration-Plattformen wie Microsoft Teams, Unify oder eben Jive. Nur eben skalierbar und mit der nötigen Brise Corporate.

Digital Workplace für interdisziplinäre Teams

Chat-based Workspaces kommen in den Unternehmen an, wie das unabhängiges IT-Research- und Beratungsunternehmen Crisp Research schreibt:

„In diesem noch jungen Marktumfeld wird sich 2017 einiges tun. (…) Bestehende Anbieter aus verwandten Märkten, wie beispielsweise Citrix/LogMeIn, Unify oder Jive, haben schon sehr ähnliche Lösungen und hohe Synergie-Potentiale, diese auch als Chat-based Workspace-Hub aufzubauen.“– Max Hille

Dieser neuen Tools sind Ausdruck, dass sich mit der Digitalisierung eines Unternehmens auch die Zusammenarbeit ändert. In Zukunft werden wir mehr interdisziplinäre Teams im Digital Workplace sehen. Wenn die Unternehmenskultur diesen Wandel mitmacht. Jive lebt als Unternehmen die Möglichkeiten des ortsunabhängigen Arbeitens mit interdisziplinäre Teams vor, die wie die von ihnen entwickelten Produkte ermöglichen. Doch dies ist kein Selbstzweck fürs eigene Marketing, sondern fast schon eine Notwendigkeit.

Jive_CEO_Elisa Steele_Portrait (Image by Jive)
Digitales Arbeiten und Kommunikation passt gut zusammen, findet Jive-Geschäftsführerin Elisa Steele (Image by Jive)

“Ich würde nicht sagen, dass es [ortsunabhängiges Arbeit] bei uns eine Vorgabe ist, sondern mehr unserem kulturellen Umfeld entspricht. Wir stellen gerne die besten Leute für den Job ein und manchmal bedeutet das, dass die beste Person nicht im Silicon Valley oder im Zentrum von Portland sitzt.“– Elisa Steele

Wir sollten arbeiten wie wir leben – gemeinsam mit anderen

Selbstverständlich kann nicht jeder bei Jive von wo auch immer arbeiten, genauso wenig wie das bei Yahoo ging oder das Microsoft heutzutage praktiziert.

Auch Steele weiß, dass nur ganz bestimmte Positionen und Menschen im Unternehmen dafür geeignet sind. Dass Teams sich treffen, also miteinander arbeitende Menschen persönlich begegnen und miteinander von Angesicht zu Angesicht kommunizieren, ist die Grundlage dafür, dass ein Digital Workplace überhaupt funktionieren kann, dass Team miteinander arbeitet.

“Wir wollen die Leute ziemlich regelmäßig zusammenbringen, denn Arbeit ist wie das Leben. Es geht um Beziehungen, den Austausch mit anderen und sich gegenseitig zu unterstützen, um seine Arbeit zu schaffen. Deshalb ist es wichtig, dass die Leute zusammenkommen und sich persönlich kennen.“– Elisa Steele

Unternehmen müssen oft noch ihre bisherigen Arbeitsweisen den neuen Anforderungen und Möglichkeiten anpassen. Schnelligkeit, Agilität und Vernetzung sind die neuen Maßstäbe für Zusammenarbeit.

Persönliche Freiheit des Einzelnen im Miteinander

Zum Schluss reden Elisa Steele und ich über Coworking und wie dieses noch relativ junge Konzept erst ortsunabhängiges Arbeiten ermöglicht, indem es Menschen einen offenen Raum anbietet, der zugleich ein professionelles Arbeitsumfeld darstellt. Genau für solche Konzepte sind ihrer Meinung nach Social-Collaboration-Plattformen wie Jive geschaffen wurden. Es geht für Steele darum, dass Menschen miteinander vernetzt sind, egal wo auf der Welt, um miteinander Ideen auszutauschen und zusammen zu arbeiten.

“Ich mag das Konzept, dass verschiedene Leute für unterschiedliche Unternehmen im selben Raum arbeiten. Dies passt zu unserer Vorstellung von Community, die von unterschiedlichen Menschen geprägt wird, die verschiedene Herkunft, Hintergründe und Wegen zu Denken haben. Das ist ein Ort, an dem man seine beste Leistung schafft.“– Elisa Steele

Für Elisa Steele zählt dabei aber das Ergebnis des Einzelnen, nicht Kategorien wie Produktivität. Diese Form von Arbeit und neue Tools sollen dem Einzelnen helfen, etwas zu erreichen, was vorher nicht möglich gewesen wäre.


Images by Jive


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Zeitgeist Technik: „Sie haben Post!“– Wer braucht denn heute noch E-Mails?

email (image by philippechazal[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Das Internet der frühen Neunziger und seine berühmteste Erfindung, die E-Mail, hat einen Sound. Ich meine nicht das ohrenbetäubende Modem-Piepen, sondern den Klang der kühlen Frauenstimme, wie sie standfest verkündet: „Sie haben Post!“. Als das Internet bei uns so richtig durchstartete – das war damals, als noch kostenlose Installations-CDs von AOL oder CompuServe verteilt wurden wie geschnitten Brot – hatte jeder, den ich kannte, so ein elektronisches Postfach und die Frauenstimme war das Synonym für die Zukunft der Kommunikation.

Die E-Mail stellte eine der revolutionärsten Ideen dar, die das 21. Jahrhundert kommunikationsgeschichtlich hervorgebracht hat: Jederzeit und überall Nachrichten empfangen und senden, weltweit, sekundenschnell und ohne Wartezeit.

Trotzdem gibt es seit einigen Jahren immer wieder Experten, die den endgültigen Untergang der E-Mail prophezeien. Aber wieso eigentlich? Was ist an der einst so guten Idee plötzlich schlecht?

Komplett ausgestorben: Die Mail als persönlicher Briefkontakt

In den Anfangszeiten der Kommunikation über das Internet hatte ich eine Art E-Mail-Freundschaft mit einem Gleichgesinnten. Wir lernten uns in einem rege besuchten Musikforum kennen und tauschten uns aus. Bald reichte das Forum nicht mehr aus und wir schrieben uns E-Mails – sehr, sehr lange E-Mails. Seine Mails waren tatsächlich so lang, dass meine damals noch begrenzte Internetzeit (damals noch reglementiert durch Minutentaktung und Aufzeichnen der Internetzeit ins Muttiheft) rasch zur Neige ging, wenn ich seine Gedanken online verfolgen wollte. Ich musste also bald zu einer eher bei meinen Großeltern bewährten Praxis greifen und die E-Mail ausdrucken, um sie in Ruhe lesen zu können.

Einige dieser Briefe, denn nichts anderes waren sie eigentlich, habe ich heute noch – was ich von den wenigsten anderen E-Mails behaupten könnte, die ich seitdem bekommen habe. Doch bei ihm war es anders. Das Antwort-Prozedere war mindestens ebenso langwierig, schliesslich sollte die Antwort keine mal eben schnell hingeworfene Nachricht, sondern etwas „Richtiges“ sein. Heute muss ich über den Gedanken eher schmunzeln, denn der Umgang mit der elektronischen Post hat sich heute völlig geändert.

Was aus dem Freund geworden ist, weiss ich leider nicht. Irgendwann wurde uns das Geschreibe wohl einfach zu mühsam und der Kontakt schlief ein. Und das sind E-Mails für mich heute eigentlich am Ehesten: mühsam. Die Bedeutung des blinkenden Briefumschlages wandelte sich mit der Zeit, von einer frohen Erwartung wurde es langsam Alltag, bis fast nur noch Spam das Postfach verstopfte.

Extra einloggen? Ist mir zu umständlich!

Dabei sind E-Mails eigentlich so viel praktischer als die sozialen Medien: man muss nicht einmal miteinander „befreundet“ sein, um sich Nachrichten schicken zu können, sondern kann sich ganz einfach und ohne große Ankündigung Texte und Anhänge schicken, verabreden, informieren – eben alles, was Kommunizieren im Netz heute so kann. Aber nutzt heute noch jemand ausschließlich E-Mails? Irgendwo in meiner Wohnung habe ich einen Zettel herumliegen, auf dem alle meine Mailadressen stehen. Die Passworte kann ich mir schon länger nicht mehr merken. Und wozu auch? Meine Freunde erreiche ich viel bequemer per App – und kann hier spontan alles schicken, was ich auch per Mail geschickt hätte. Und hier kann ich sicher sein: sie lesen es sofort.

Denn nach der E-Mail kamen andere Dienste, über die ich schneller – und ja, leider auch unkonzentrierter – kommuniziere: Ich schreibe mit Freunden in Gruppenchats bei WhatsApp, einen Großteil meines Arbeitsalltags bestreite ich mithilfe der Dienste Skype oder Slack, und immer sind mehrere Personen beteiligt.

Zwar schicken wir uns selten mehr als nur einen Satz, der eigentlich Anweisung ist – oder Emojis. Einen ganzen Abend nur für eine Person nehme ich mir eigentlich nur am Telefon oder wenn wir uns direkt gegenübersitzen. Alles andere ist und bleibt: oberflächlich.

Nur selten nehme ich mir heute die Zeit, in mein privates Mailpostfach zu schauen – dabei habe ich, seit ich das erste Mal im Internetcafé meiner Heimatstadt war, also seit ziemlich genau 17 Jahren, die selbe E-Mail-Adresse, die ich auch heute noch nutze. (Möge der Anbieter noch lange bestehen bleiben!) Man kann mich also durchaus erreichen, wenn man will. Aber dass ich die Nachrichten gespannt und mit voller Aufmerksamkeit lese, ist eher unwahrscheinlich. Denn: Wir haben uns das Aufmerksamsein durch die permanente Erreichbarkeit ziemlich gut abtrainiert.

E-Mail-Schwemme im Büro – gibt es keine andere Lösung?

Wenn ich meinen E-Mail-Account im Büro öffne, werde ich oft als erstes mit einer Ladung Spam, überflüssiger Kommentare zu bereits geklärten Problemen und jeder Menge Zeug überspült, das gar nicht für mich bestimmt war. Ich bin kurz genervt, scrolle mich durch die größtenteils unwichtigen Nachrichten und wundere mich, wie lange es in traditionellen Strukturen wohl noch dauert, ein System durchzusetzen, mit dem jeder Mitarbeiter nur mit dem ihn betreffenden Thema behelligt wird. Bis dahin lösche ich wohl weiterhin alte Mails.

Laut einer Untersuchung von McKinsey, die bereits aus dem Jahr 2012 stammt, müssen wir uns jeden Tag um durchschnittlich 122 Nachrichten kümmern. Klingt viel? Ist es auch. Ausserdem wirkt sich die mangelhafte Filterung der nicht für uns bestimmten Nachrichten sogar direkt auf unseren Arbeitsalltag aus: „Mehr als zwei Stunden kostet uns das Freischaufeln der Inbox, Tag für Tag neu“ heisst es in der Studie. Seitdem werden es kaum weniger Spam-Mails und fehlgeleitete Nachrichten geworden sein. Die Berechnungen reichen auch in die Zukunft: „Bis 2019 sollen es laut Marktforscher Radicati Group 126 Nachrichten täglich werden, und jede verlangt Aufmerksamkeit, die anderswo verloren geht.“, heisst es zusammenfassend.

Kein Wunder also, dass ich nach Feierabend eher selten Muße habe, mich dem eigenen Postfach zuzuwenden – nachdem das Tagwerk getan ist, schalte ich an manchen Tagen nur ungern noch einmal den Computer an. Und auch in den Firmen soll nach neuen Lösungen gesucht werden, die übersichtlicher und besser zu händeln sind. Denn die Nachrichtenwut hat sich, trotz schwindender Nutzung der klassischen Mailing-Dienste, eigentlich nur verlagert.

Messenger sind die neuen Mails

Für die Gruppen- und Firmenorganisation haben sich in einigen Firmen bereits Chat-artige Messenger wie Slack durchgesetzt. Die Systeme haben einen entscheidenden Vorteil: Alle können die Unterhaltung zeitgleich verfolgen, mitkommentieren und direkt reagieren – so kann nicht nur ein besseres Gruppengefühl geschaffen werden, sondern auch die Arbeitsabläufe werden deutlich effizienter gestaltet.

Das bedeutet zwar das Ende der endlose Kettenmails mit lyrischen Betreff-Betitelungen wie beispielsweise „Re: Fwd: Re: Fwd: LETZTE DURCHSAGE!! Der Letzte räumt die Spülmaschine aus!!“, aber auf die Meisten dieser Nachrichten können wir sicherlich auch verzichten.
Und überhaupt: alberne Witzchen lassen sich im Messenger genauso reißen – so begrüßt mich ein Kollege jeden Tag im Firmenchat in einer neuen, exotischen Sprache, die wir erst einmal erraten (oder ergooglen) müssen. Nicht zu vergessen: die kleinen Bilderrätsel, die man sich per Emoji stellen kann. Man kann schon seinen Spaß haben mit den neuen Diensten.

Bei Messengern mit VoIP-Funktionen wie Skype, Facetime oder WhatsApp kommt noch die bequeme Funktion des Gruppenanrufes hinzu, die man nutzen kann. Manchmal geht, bei aller Digitalität, Besprechen doch einfacher als Tippen. Und ich höre auch meine Kollegen, die oft über die ganze Welt verteilt sind, gern ab und zu persönlich.

DE-Mail und Verschlüsselungen: Eine gute Idee verläuft im Sande

Doch war da nicht vor ein paar Jahren noch was? Gab es nicht mal die Idee, die E-Mail wiederzubeleben? Allerdings! Ein (letztes?) Aufbäumen hat die E-Mail mit der Initiative der Bundesregierung bereits im Jahr 2008 erlebt: Die als besonders sicher beworbene De-Mail sollte dafür sorgen, dass Behördengänge verringert und Dokumente verschlüsselt (auf Wunsch sogar Ende-zu-Ende) versendet werden können. Doch bisher hat sich wenig getan.

Das Unternehmen scheiterte, weil die Deutsche Post mit ihrem ganz ähnlichen Konzept des E-Postbriefes eine entsprechende Gesetzesänderung des Post-Gesetzes verzögerte. Und tatsächlich: bis heute kenne ich niemanden, der je einen E-Postbrief verschickt hat.

Das DE-Mail-Projekt hat sich wohl wegen des langwierigen Zertifizierungsprozesses nicht weiterführend durchgesetzt, auch wenn seit einiger Zeit die zu 1&1 gehörenden Mailanbieter GMX und web.de den Service von verschlüsselten Emails nach erfolgter Akkreditierung anbieten. Keine allzu schlechte Voraussetzung also für eine Verbreitung einer eigentlich sicheren Idee – zumindest sollte man das meinen. Wenn es nicht so umständlich wäre.

Viele dieser Dienste sind zudem kostenpflichtig – soweit ich weiß, nutzt nur ein einziger Mensch in meinem Umfeld den verschlüsselten E-Mail-Dienst Posteo. Mit einem Euro im Monat ist der Dienst zwar ziemlich günstig – aber, werden viele im Stillen denken, wozu brauche ich etwas nur günstig, wenn ich es auch umsonst haben kann?

Verschlüsselung ist die neue Währung?

Bisher sind nur sehr wenige Leute in meinem Umfeld auf den Verschlüsselungszug aufgesprungen. Ein Grund ist sicherlich schlichtweg die Bequemlichkeit, ein anderer die Umstellung – so banal es klingt, der Mensch gewöhnt sich nicht gern an neue Systeme, vor allem dann nicht, wenn er von deren Nutzen nicht sonderlich überzeugt ist.

Ein grundsätzliches Problem bei den traditionellen Mailanbietern hat mein Kollege Sebastian Haselbeck schon vor einigen Monaten kommentiert: Sie sind miteinander nicht kompatibel und daran hat sich noch immer nichts geändert.

Der siebte Tag ist E-Mail-Tag

Stattdessen gibt der Marktführer WhatsApp die bisher garantierte Verschlüsselung auf und verscherbelt seine Daten an die Datenkrake Facebook. Für datenbewusste Nutzer, zu denen auch ich mich zumindest halbwegs zähle, bedeutet das also wieder einmal, auf die Suche nach einem neuen, sicheren, kompatiblen Messenger gehen zu müssen. Die E-Mail als alleiniger Kommunikator fällt dabei aber – wenig überraschend – erneut hinten über. Nachdem ich mich so schnell und intuitiv an WhatsApp und seine Kollegen gewöhnt habe, sieht die Kommunikation per E-Mail noch viel umständlicher und unübersichtlicher aus als ohnehin schon – und eine Gruppenfunktion gibt es hier eben nicht.

Aber behalten wir im Hinterkopf: Nur durch diesen Schritt der Kommunikation konnten sich die Messenger erst entwickeln, deren Vorteil wir jetzt nutzen. Unsere E-Mails können wir ja dann in Ruhe am Wochenende lesen. Übrigens ist auch der Sonntag statistisch gesehen der beste Tag für Newsletter– der Trend setzt sich, trotz aller Unkerei, weiter durch, da lesen die Leute nämlich viel entspannter. Und ich auch. Bis zum Sonntag dann!


Image ”Posteingang” by philippechazal (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • INSTAGRAM mashable: Instagram is killing photo maps: Instagram hat die „Photo Map“ entfernt, eine Landkarte auf der man sehen konnte wo die Nutzer ihre Fotos aufgenommen haben. Man kann diese Funktion nun nicht mehr bei anderen Nutzern sehen, sondern nur noch auf dem eigenen Profil. Jedoch soll auch die eigene Karte bald entfernt werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten Nutzer die Funktion garnicht verwendet haben.
  • SNAPCHAT maclife: Snapchat will in den Hardware-Markt: Snapchat ist nun Mitglied im Bluetooth Konsortium. Unternehmen müssen mehr oder weniger Mitglied in dieser Gemeinschaft sein, wenn sie Bluetooth-Geräte auf den Markt bringen wollen. Dass Snapchat nun Mitglied davon ist, bestärkt die Gerüchte um die Entwicklung eines eigenen Gerätes. Wie das Produkt aussehen wird und welche Funktionen es haben wird, ist bisher noch unklar. Ein weiterer Hinweis ist, dass das Unternehmen vor kurzer Zeit mehrere Hardware-Spezialisten für Kamera-Technologie eingestellt hat.
  • MICROSOFT t3n: Skype Teams: Microsoft entwickelt eine Slack-Alternative: Slack bekommt nun Konkurrenz von Microsoft. Der Konzern baut ein neues Tool mit dem Namen Skype Teams. Dieser Dienst soll die Kommunikation in Unternehmen erleichtern. Mit Skype Teams kann man Dateien und Notizen teilen. Außerdem gibt es eine Funktion, welche Slack noch nicht hat – die „Threaded Conversations“. Kommentare werden also ähnlich wie bei Facebook untereinander angeordnet. Microsoft wollte Slack eigentlich für acht Milliarden US-Dollar kaufen, aber Bill Gates und CEO Satya Nadella lehnten das ab und empfahlen Skype für die Kommunikation in Unternehmen auszubauen.
  • INTEL heise: Internet der Dinge: Intel übernimmt Spezialist für maschinelles Sehen Movidius: Intel hat das Computer-Vision-Startup Movidius übernommen. Die Produkte des Unternehmens werden zukünftig mit Intels Realsense-Technologie verbunden. Geräte wie Roboter, Drohnen und Smartphones sollen mithilfe der performanten Chips von Movidius in der Lage sein Dinge perspektivisch zu sehen. Durch den Gebrauch der Technologie möchte man eine neue Entwicklungsstufe starten. Die Geräte werden dann durch maschinelles Lernen erkennen und das Umfeld verstehen können, sodass sie gewissermaßen wie ein Mensch sehen.
  • UNITYMEDIA golem: Erste Analogabschaltung bei Unitymedia in diesem Monat: Hanau wird die erste Stadt ohne analoges Kabelfernsehen von Unitymedia sein. Bereits am 20.September wird das analoge TV-Angebot des Kabelnetzbetreibers dort enden. Die Digitalnutzungsquote im Kabel liegt laut dem Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zurzeit bei 82,1 Prozent, das sind etwa zehn Prozent mehr als 2015. Für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg hat Unitymedia das Ende der analogen Verbreitung für den 30.Juni 2017 angekündigt. In Bayern und Sachsen wird die analoge Kabelverbreitung 2018 auslaufen.
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Die Washington Post nutzt Slack für die Erschaffung von Lesergemeinschaften

Washington Post (adapted) (Image by Esther Vargas [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Der Messagedienst Slack ist ein unverzichtbares Tool innerhalb der Nachrichtenredaktion. Nun ist Slack überraschenderweise auch zu einem effektiven Kommunikations-Tool für Herausgeber geworden. Im April hat die Washington Post den Dienst Pay Up gestartet, eine auf Slack basierende Gemeinschaft, die sich an Frauen im technischen Sektor richtet. Ein Teil davon bildet eine karriereunterstützende Gruppe, ein anderer Teil ist das Networking-Tool, mit dem innerhalb der Gruppe schnell Diskussionen über die Themen, wie Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, Gehaltsverhandlungstaktiken und neue Jobangebote aufkommen.  „Frauen haben diese Diskussionen schon lange untereinander geführt, deshalb dachten wir, wir können diese Diskussionen unterstützen und daraus etwas Größeres machen“, sagte die Social Media-Leiterin Alex Laughlin von der Washington Post.

Die Washington Post richtet diese Diskussionen ums Gehalt eher selten selbst aus – stattdessen gibt es den Mitgliedern die Möglichkeit, eine Unterhaltung zu beginnen, indem sie Slack-Kanäle erstellen, um darin zu diskutieren.

Mitglieder haben bereits Kanäle erstellt, die bestimmte Themen behandeln, wie beispielsweise Städte, Musik und auch das Smartphone-Spiel „Neko Atsume“. Die Idee besteht daraus, „dass Frauen herkommen und über sich selbst sprechen“ – und nicht nur über ihre Identifikation mit dem Arbeitsplatz, sagte Laughlin. Zusätzlich zu diesen offenen Gruppendiskussionen organisiert Pay Up regelmäßig Podiumsdiskussionen mit Experten über verschiedene wichtige Themen wie Gehaltsverhandlungen und Vielfalt am Arbeitsplatz.

Diese Gruppe ist nicht offen. Frauen, die daran interessiert sind, teilzunehmen, müssen ein Formular ausfüllen. Darin wird abgefragt, wer sie sind, wo sie arbeiten, wer sie angeworben hat und warum sie teilnehmen wollen. (Im Formular werden auch potentiellen Mitgliedern Fragen über ihr Gehalt gestellt, die Angaben sind jedoch unabhängig von einer Aufnahme). Bisher haben Laughlin und ihre Washington Post-Kollegin, die Social Media-Leiterin Julia Carpenter, eine beschränkte Mitgliedschaft nur für Frauen im technischen Sektor eingerichtet, obwohl sie planen, die Teilnahmeberechtigung auch auf Frauen aus anderen Industriezweigen zu erweitern.

In den letzten paar Monaten haben sich bereits rund 1.000 Bewerber für die Gruppe interessiert und die Gruppenmitgliederanzahl ist derzeit bei „knapp unter 500“, sagte Laughlin. Ihr Fokus und der von Carpenter liegt hauptsächlich darauf, wie viele der neuen Mitglieder von bereits bestehenden Mitgliedern geworben wurden. Neben dieser Gemeinschaft ist Pay Up auch rasch zu einer Quelle herangewachsen, aus der heraus Mitglieder Inspirationen oder sogar direkte Beiträge veröffentlichen. Während alles in der Gruppe gesagte als inoffiziell und vertraulich gilt, verwendet die Washington Post Kommentare von Pay Up-Mitgliedern in Artikeln wie beispielsweise zum Thema Work-Life-Balance. Laughlin und Carpenter veröffentlichen auch regelmäßig Zusammenfassungen von Pay Up-Diskussionen auf dem Medium.

Der Gruppenersteller sagt, dass das Pay Up-Modell auch auf andere Gemeinschaften, wie alleinerziehende Mütter oder Einwanderer der ersten Generation, erweitert werden kann. Hätte die Washington Post diese Gruppen erstellt, hätten sie dasselbe Ziel gehabt wie Pay Up: Eine starke, selbsterhaltende Gemeinschaft zu erschaffen, während sie mit den Inhalten von der Washington Post gefüttert wird. “Das Beste ist, dass wir sehen können, wie Menschen eine Unterhaltung beginnen, ohne dass wir eingreifen müssen”, sagte Carpenter. „Das ist die Art von Raum, die wir schaffen wollten.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Washington Post“ by Esther Vargas (CC BY-SA 2.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FACEBOOK sueddeutsche: Mutmaßlicher Betreiber der Hetzseite Anonymous.Kollektiv taucht unter: Rund zwei Millionen Follower hatte eine Facebook-Seite mit dem Namen „Anonymous.Kollektiv“. Der Betreiber nutzte seine Reichweite, um Hass gegen Flüchtlinge und Muslime zu schüren. Seit dem 21. Mai ist die Seite nun offline. Grünen-Politiker Volker Beck wurde auf die Seite aufmerksam und erstattete Anzeige gegen Betreiber Mario Rönsch. Ein Haftbefehl blieb aus, da Rönsch, der eine Galionsfigur der neurechten Szene sein soll, untergetaucht ist und für die Behörden unauffindbar ist. Mit der Hacker Bewegung „Anonymous“ hatte die rechte Facebook-Seite nichts zu tun. Diese hatten sich mehrfach von der Hetze gegen Flüchtlinge und den Islam distanziert.

  • SOCIAL MEDIA thenextweb: Facebook, Twitter and other Silicon Valley giants agree to new hate speech rules: Plattformen wie Facebook und Twitter wurden ursprünglich gegründet, um die Mensch über große Entfernungen miteinander zu verbinden und am Leben des Anderen teilhaben zu lassen. Doch vor allem in den letzten Jahren wurden diese Plattformen benutzt, um die Gedanken von Usern durch radikale Propaganda zu vergiften. Zum Beispiel hat der sogenannte Islamische Staat eine unfassbare Reichweite auf Twitter und rekrutiert so seine zukünftigen Soldaten und Attentäter. Rassismus und Hass regieren in vielen Facebook-Diskussionen die Kommentare. Was sehr umstritten und bis jetzt öfter als freie Meinungsäußerung galt, wollen Facebook, Twitter und andere Tech-Giganten innerhalb von 24 Stunden von ihren Seite löschen. Grund dafür sind die neuen EU-Richtlinien zu diesem Thema.

  • START-UP gruenderszene: Von Chemnitz nach New York: Mitarbeiter-App Staffbase bekommt zwei Millionen: Der Messenger „Slack“ erfährt gerade einen großen Boom. Viele Unternehmen nutzen das Programm, um so einfach zu kommunizieren. Ein Start-UP aus Chemnitz hat sich darauf konzentriert, diese Funktionen nun mobil für Nutzer zu machen. „Staffbase“ lautet der Name der Mitarbeiter-App. Ende 2014 wurde das Unternehmen gegründet und konnte als einen der ersten Kunden Siemens gewinnen. Von Kizoo Technology Ventures und Capnamic Ventures erhält Staffbase nun zwei Millionen Euro an Investitionen. Das Unternehmen möchte es so schaffen auch auf dem US-amerikanischen Markt einzuschlagen.

  • GADGETS mashable: Australia is putting traffic lights in the ground because you’re glued to your phone: Was im April an manchen Stellen in Augsburger Straßen integriert wurde, soll nun auch in Australien angewendet werden. Ampellichter im Boden. Grund dafür sei der Anstieg an Unfällen mit Verletzen und sogar Todesfolgen bei Fußgängern, die ihre Augen nicht von ihrem Smartphone lösen konnten. Die Regierung von New South Wales will an gefährlichen Kreuzung diese Signale investieren und hat dafür 250.000 Dollar kalkuliert.

  • MESSENGER digitaltrends: Microsoft’s Project Florence turns a plant’s electrical impulses into messages: Wer seine Pflanzen liebt und sich manchmal fragt, was diese eigentlich ab und zu denken, den wird diese Nachricht erfreuen. Microsoft forscht mit dem Projekt „Florence“ an einer Möglichkeit, durch elektrische Impulse Pflanzen mit uns reden zu lassen. Vielleicht sind die grünen Mitbewohner also bald in der Lage den Menschen mitzuteilen, dass sie gar nicht so auf klassische Musik stehen, wie einige Gerüchte besagen, sondern eher mal etwas rockiges hören möchten.

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Der Bot macht’s möglich: Personalisierte News per Benachrichtigung auf Slack

Nachrichten (adapted) (Image by hzv_westfalen_de [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Personalisierung ist eines der zentralen Features der Breaking News-App. Nutzer können über 90.000 Themen verfolgen und Push-Benachrichtigungen erhalten – von den Panama Papers über NBA-News bis hin zu anderen interessanten Themen. Der Service „Breaking-News“, der zu NBC gehört, bietet jetzt für Nutzer eine neue Möglichkeit an, Nachrichten zu verfolgen. Seit Mitte April 2015 können Nutzer, die die Integration der Breaking News-App für Slack installiert haben, einen Bot für topaktuelle Nachrichten beauftragen, um spezifischen Themen zu folgen. Breaking News hat die erste Integration für Slack im August 2015 gestartet, jedoch war es damit zunächst nur möglich, größere Nachrichtenthemen per Benachrichtigung zu verfolgen und erlaubte es den Nutzern nicht, diesen Service zu personalisieren. Das Integrations-Feature wurde auf ca. 1.700 Slacks erweitert, seit es eingeführt wurde. Viele davon sind Nachrichtenagenturen, bei dem das Personal einen Großteil ihres Tages auf Slack zubrachte. Die meisten „größeren Nachrichtenagenturen“ nutzen das Slack-Integrations-Feature, sagte Cory Bergman, der Manager von Breaking News, und fügte hinzu, dass Sicherheits- und Finanzfirmen ebenso unter den häufigen Nutzern sind. 

Die Unternehmen beginnen, dies als ihre Echtzeit-Kommunikations-Plattform zu nutzen, und so liegt es nahe für uns, daran beteiligt zu sein – besonders, wenn Firmen es so personalisieren können, dass es sich ihren Bedürfnissen anpasst.

Der Bot versteht Kommandos , die nach Themengebiet geordnet sind. Um also einem Thema zu folgen, gibt der Nutzer die Kommandos /breakingnews follow Donald Trump oder /breakingnews follow Hillary Clinton in die Slack-Kommandozeile ein. Der Service erkennt, dass der Nutzer diesen Kandidaten folgen möchte und hält ihn auf dem Laufenden – sogar, wenn es sich um Alltägliches handelt. Man kann Themen auch abwählen, so kann man beispielsweise die Updates für die Wahlen ausschalten, sobald ein Gewinner im November feststeht. Natürlich geht dies auch früher. Die Firma möchte dies letztendlich in eine zweigleisige Angelegenheit verwandeln, sagte Bergman. Er würde gerne sehen, wie Nachrichtenagenturen eventuell in der Lage wären, Slack zu nutzen, um Artikel zu Breaking News zurückzusenden, damit diese dann in Benachrichtigungen eingebunden werden können. Breaking News ist natürlich nicht der einzige Anbieter, der Nachrichten über Slack vermittelt. Die New York Times hat bereits einige Berichterstattungen über den Präsidentschaftswahlkampf auf Slack vorgenommen und lud seine Leser ein, ihre Fragen an die Redaktion über die Chatplattform zu senden. Digg veröffentlichte ebefalls einen Bot, der Nutzer nach Artikeln per Keywords, Domainnamen und mehr suchen lässt. Der Nachrichtendienst Storyful stellte letztes Jahr auch ein Slack-Produkt vor. Der Bot von Storyful zielte auch auf Nachrichtenagenturen ab – sehr ähnlich dem Angebot von Breaking News. Zu dieser Zeit sagte mir Brian Ries, der Redakteur für Echtzeitnachrichten von Mashable, bei denen neulich als Folge davon, dass sie sich aus der Berichterstattung zurückzogen, rund 30 Mitarbeiter entlassen wurden, dass sie Benachrichtigungen von der Associated Press, Reuters, Breaking und Storyful in einen extra eingerichteten Slack-Channel gepackt hätten. (Update: Nachdem dieser Artikel veröffentlicht wurde, erhielt ich eine Mail von einem Sprecher von Mashable, der mir mitteilte: „Wir entfernen uns nicht von der Berichterstattung, wie Sie sagen…Was wir tun, ist, dass wir uns von der Berichterstattung von Weltnachrichten und Politik als eigenständigem Channel zurückziehen. Es hat den Entdeckungsprozess komplett modernisiert und hat den Inhalt von Storyful viel näher an den Arbeitsfluss der Editoren gebracht“) Breaking News möchte sich auch in der Workflow der Nutzer integrieren, um die Produkte so besser nutzbar zu machen. Die Firma wird von einem eigenen CMS geführt, Velocity genannt, der auf einem API aufbaut. „Da wir komplett auf einem API aufgebaut sind, mit voll strukturierten Dateien, macht es das Aufsetzen von Bots sehr einfach“, sagte Bergman. Der Facebook Messenger ist die nächste Nachrichten-App, in die Breaking News mit einem Chat Bot vorstoßen möchte, aber Bergman sagte, dass er glaube, dieses Feature werde dort anders genutzt, weil der Messenger persönlicher sei und nicht arbeitsbezogen, da es sich um eine Smartphone-App handelt. Facebook gab bekannt, man wolle einen Chat Bot-API bei seiner F8 Entwicklerkonferenz vorstellen. Vor wenigen Wochen stellte Breaking News auch eine Integration für Microsoft Office 365 vor, und Bergman sagte, dass in den nächsten paar Wochen von der Firma geplant sei, eine Verteilung auf ziemlich beträchtliche Plattformen vorzunehmen, die keine Botform haben, sondern eher die Form eines Flusses. Bots bieten neue Möglichkeiten für Breaking News. Bergman sagte, dass er sich vorstellen könne, dass eines Tages Nutzer Benachrichtigungen von Breaking News über ihr Auto erhalten, wenn in ihrer Nähe etwas passiert oder einen persönlichen Assistenten beauftragen , wie bei Amazon Echo, das Nachrichten-Updates bereitstellt.

Wir können Ihnen nicht nur sagen, was bei einem ausgewählten Thema vor sich geht, sondern können auch die Brisanz als Einschätzung nutzen, wir können den Standort als Einschätzung nutzen, und wir können Ihre Interessen als Einschätzungen nutzen, basierend auf den Themen, denen Sie folgen. Das schafft eine große Menge an Nutzungsmöglichkeiten in der Welt der Bots. Das ist aufregend für uns.

Bergman sagte, dass Breaking News nach Wegen suche, Bots zu bauen, die über mehrere Plattformen hinweg anwendbar seien: „Das könnte sehr unhandlich werden, verschiedene Bots, auf verschiedene Arten für verschiedene Dinge zu programmieren.“ Die Welt der Nachrichten-Bots ist immer noch in der Entwicklung und Bergman sagte, dass er sie als „Langzeitanwendung von Wert“ für Breaking News sehe, um fähig zu sein „spezifische Informationsfragen zu beantworten und spezifische Informationen für Leute mit den entsprechenden Bedürfnissen zur Verfügung zu stellen“, und zwar auf eine Art und Weise, mit der es für sie einfacher ist, auf diese zuzugreifen. Er fügt hinzu: „Wir haben eine Menge Zeit auf Push-Benachrichtigungen verwendet… und Bots haben in manchen Anwendungsfällen die Fähigkeit, zu weniger Unannehmlichkeiten zu führen als Push-Benachrichtigungen. Sie müssen keine App herunterladen und die Push-Benachrichtigungen aktivieren. Sie können sich einfach unterhalten.“ Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Nachrichten“ by hzv_westfalen_de (CC0 Public Domain)

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Messaging-Apps wollen die E-Mail ablösen

Social Media Pillows (adapted) (Image by Nan Palmero [CC BY 2.0] via Flickr)

WhatsApp, Slack und Co bringen immer mehr Funktionen, die die gute alte E-Mail in Bedrängnis bringen. Doch in einem wichtigen Punkt können sie nicht mit dem Standard mithalten. Über das Ende der E-Mail wird schon seit Jahren spekuliert. Als Google 2009 den Online-Dienst Wave vorstellte, gab es so einen Moment – doch aus den Visionen wurde nichts. 2016, also sieben Jahre später, sind wir wieder bei so einem Moment angelangt. Denn jetzt schicken sich Messaging-Apps, allen voran Facebooks Messenger, die Facebook-Tochter WhatsApp und das aufstrebende Start-up Slack an, der guten (schlechten?) alten E-Mail den Garaus zu machen. „Nutzer können heute schon PDF-Dateien per WhatsApp verschicken. Künftig fügen wir weitere Dateiformate hinzu, auch für Mitarbeiter in Firmen, um Geschäftsdateien auszutauschen“, sagte WhatsApp-Gründer Jan Koum kürzlich im Interview mit Focus Online. Solche Aussagen stellen das Bild, das man von Messaging-Apps hat, auf den Kopf. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit sind sie eine Erweiterung der SMS auf Smartphones, doch tatsächlich werden sie immer intensiver am Desktop-Computer zu beruflichen Zwecken genutzt. Denn User sind schließlich nicht nur mit Freunden und Familie via WhatsApp in Kontakt, sondern eben auch mit Kollegen oder Geschäftspartnern. Auch Dropbox spielt in dem Spielchen mit: Seit kurzem kann man Dateien direkt über Facebooks Messenger teilen, was das Versenden der Download-Links via E-Mail nicht mehr notwendig macht.

Firmen zahlen Geld dafür

Bestes Beispiel für den Trend ist das mit 3,8 Milliarden US-Dollar bewertete San-Francisco-Start-up Slack. Die ursprüngliche Idee war, Team-Mitglieder in Unternehmen miteinander chatten zu lassen, doch mittlerweile nutzen 2,3 Millionen Menschen monatlich die Apps und Web-Dienste von Slack, um firmenintern zu kommunizieren. Mit Slack lassen sich nicht nur Dokumente aller Art an Kontakte senden, sondern diese können direkt in der App kommentiert werden – das erspart das oft mühsame Hin und Her von E-Mails an einen Verteiler, wo die Kommunikation schnell unübersichtlich wird. Auch Facebook, WhatsApp oder Telegram haben das Potenzial erkannt: Nicht umsonst gibt es von ihnen Web-Versionen bzw. Desktop-Clients, die man somit auch am Arbeits-PC nutzen kann. Das beste Beispiel für die enorme Nachfrage ist die App Franz aus Wien, die Messaging-Apps in einer Desktop-Software bündelt und damit schon fast wie ein E-Mail-Client mit unterschiedlichen Kanälen fungiert. Die Kontaktaufnahme ist simpler: Man braucht nur mehr den Namen des Adressaten zu wissen und muss nicht mehr die E-Mail-Adresse aus dem Stapel der Visitenkarten heraussuchen. Das Geschäftsmodell von Slack wiederum nährt die Hoffnung, dass gerade Unternehmen (anders als Privatnutzer) für den E-Mail-Ersatz gewillt sind zu zahlen. Slack-Gründer Stewart Butterfield (Ex-Flickr) kann auf mehr als 675.000 Nutzer bauen, die für die kostenpflichtige Premium-Version monatlich Geld abdrücken (zwischen 6 und 12 US-Dollar).

Anbindung nach außen fehlt

Was die Messaging-Apps im Unterschied zur E-Mail allerdings nicht können: Sie sind nicht standardisiert. WhatsApp, Slack und Co sind geschlossene Systeme, für die jeder Nutzer einen Account braucht, um mit den anderen kommunizieren zu können – eine Draht nach draußen gibt es nicht. Das ist im Sinne der Geschäftsmodelle, weil so Netzwerkeffekte tragend werden und immer mehr neue Nutzer Konten anlegen. Je mehr Nutzer und Daten aus Unternehmen in die Messaging-Apps strömen, umso wichtiger wird das Thema Datensicherheit. Der österreichische Slack-Konkurrent Grape etwa setzt auf Rechenzentren des deutschen Spezialisten Hetzner und will es Firmen außerdem ermöglichen, die Chat-Software lokal auf eigenen Servern zu installieren. Auch die neue Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp spricht eine deutliche Sprache: Die Facebook-Tochter will nicht nur Privatnutzern ein Gefühl von digitaler Privatsphäre geben, sondern auch bei beruflichen Zwecken. Einen Zweck werden E-Mail-Adressen aber weiter haben: Man braucht sie, um sich bei den vielen Diensten anzumelden.


Image (adapted) „Social Media Pillows“ by Nan Palmero (CC BY 2.0)


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Storyful verwandelt Slack in eine Erweiterung seines Dienstes

Storyful_SLack_Image (image adapted by Tobias Schwarz)

Die Nutzung der Messaging-Anwendung Slack boomt. Das Unternehmen gibt an, es habe 1,25 Millionen tägliche Nutzer, eine Verzehnfachung in nur einem Jahr, und allerlei Nachrichtenagenturen – von der New York Times bis zu uns hier beim Nieman Lab – verwenden Slack. Storyful, die Social Media nutzende Nachrichtenagentur, ist dabei keine Ausnahme. Im Besitz der News Corp hat Storyful seinen Hauptsitz in Dublin, hat aber auch Firmensitze in New York, Hong Kong und Sydney, und es verwendet Slack, um über die Zeitzonen hinweg in Kontakt zu bleiben.

Anfang diesen Jahres war eine Gruppe Angestellter von Storyful in einer Bar, als sie zu der Erkenntnis gelangten, dass sie Slack für einen anderen Zweck verwenden könnten: Um Kunden Inhalte zu übermitteln.

“Es verpackt Inhalte in ein sehr nützliches vorgefertigtes Benachrichtigungsformat”, sagte Storyful Produktleiterin Alexandra Pressland. “Es gibt nichts, was sie noch machen müssen, denn sie haben es schon auf ihren Desktops und ihren Mobiltelefonen.

SlackStoryful11

 Storyful, das 2013 von der News Corp gekauft wurde, verwendet eine Mischung aus Software und einem Team von Journalisten, um Videos und Social-Media-Inhalte zu finden, zu verifizieren und zu lizensieren. Obwohl Storyful unlängst durch das Arbeiten mit Marken und die Hervorhebung von viralen Inhalten expandiert hat, bleiben Eilmeldungen das Kerngeschäft.

Das Unternehmen verteilt Inhalte mittels ihrer Nachrichtendienst-Plattform, doch es hat auch andere Mittel, wie etwa einen geschlossenen Twitter-Account, um Kunden auf Eilnachrichten oder Inhalte, die Storyful verifizieren konnte, aufmerksam zu machen. Die Integration von Slack ist eine weitere Möglichkeit für das Unternehmen, um mit seinen Kunden zu interagieren.

In Zusammenarbeit mit dem Entwickler Jon Hope hat das Unternehmen die Integration in etwa einem Monat erstellt und eine kleine Anzahl von Storyful-Klienten, einschließlich des Wall Street Journals, Mashable und AJ+, ersucht, um den Dienst zu testen.

Brian Ries, Mashables Echtzeit-Nachrichtenredakteur, sagte, dass so gut wie alle von Mashables Eilmeldungen von Slack ausgeführt werden. Mashable hat Bots eingerichtet, größtenteils RSS verwendend, die hereinkommende Nachrichten von der Associated Press, Reuters, Breaking News und anderen in einen dafür gedachten Slack-Kanal senden.

“Es hat den Entdeckungsprozess vollkommen optimiert und Storyfuls Inhalte viel näher zu unserem redaktionellen Arbeitsfluss gebracht”, erzählte mir Ries in einer E-Mail.

Zuvor war es auf ein Dashboard verwiesen, das von mir verlangte, mich anzumelden und nach Inhalten zu suchen, was ich selten tue – wir haben ein System errichtet, das uns meistens auf Neuigkeiten aufmerksam macht, über die wir Bescheid wissen sollten. Das bedeutet, dass wir weit mehr Angebote von Storyful sehen und nie eine Gelegenheit oder einen Bericht verpassen.

Storyful erstellte dieses Tool, um sich mit Slack zu verbinden, unter Verwendung von OAuth, welches Nutzern die Integration genehmigen lässt, auf die gleiche Weise, wie wenn sie einer Applikation Zugriff auf deren Facebook- oder Twitter-Accounts gewähren würden. Nutzer können dann den Slack-Kanal wählen, in dem sie ihre Updates zugestellt haben wollen und ebenso wählen, über welche Themen sie News-Updates erhalten wollen.

StoryfulSlackIntegration

Nutzer können jeden beliebigen Kanal, den sie abonnieren, in Storyfuls Nachrichtendienst nehmen – wie etwa virale Nachrichten, das Wetter oder eine Berichterstattung über die Wahl 2016 – und diesen Output in Slack integrieren. An dieser Stelle ist auch zu sagen, dass nur manche Videos, die Storyful in Slack teilt, tatsächlich innerhalb des Tools anschaubar sind.

Aufgrund der Art und Weise, wie Slack funktioniert, bekommen Nutzer eine Benachrichtigung für jeden Bericht, den Storyful sendet. Unabhängig davon ist, ob sie sich für diesen Bericht interessieren oder nicht, wenn sie sich dafür entscheiden, den Storyful-Bot zu einem Kanal hinzuzufügen, in dem sie Benachrichtigungen erhalten können. Doch sobald die Integration von Slack jenseits der ursprünglichen Tester auf den Markt gebracht wird, plant Storyful, weitere Funktionalität hinzuzufügen.

Storyfuls Ziel ist es, mehr differenzierte Angebote zu ermöglichen – beispielsweise könnte es Nutzern die Möglichkeit geben, spezifische Themen oder Nachrichtenmeldungen zu abonnieren, die an einem bestimmten Tag trenden. Und Pressland sagte, das Unternehmen arbeite gemeinsam mit Slack an Wegen, verbesserte Analytik oder bessere Benachrichtigungen zu integrieren.

“Falls es, zum Beispiel einen riesigen Eilmeldungsvorfall gibt, könnten wir einen Slack-Abonnenten ermutigen wollen, dieser [bestimmten Meldung] zu folgen”, sagte sie. “Slack arbeitet mit uns, um herauszufinden, wie man dies hinbekommt.

Storyful sucht außerdem einen Weg für die eigenen Angestellten, über die App mit Kunden zu chatten. “Das erste Anzeichen, dass wir von unseren Kunden bekommen ist, dass dies ein wirklich bedeutendes Tool für sie sein wird”, sagte sie.

Eines von Storyfuls Zielen mit der Slack-Integration ist es, mehrere Menschen in Nachrichtenabteilungen jener Art der Arbeit auszusetzen, die Storyful verrichtet. Pressland sagte, sie sei hoffnungsvoll, dass Menschen, die nicht auf Storyfuls eigenen Nachrichtendienstservice zugreifen mögen, es auf Slack sehen werden, nachdem sie ohnehin schon so viel Zeit dort verbringen.

Es ist in meinem Interesse, dass eine große Menge Leute Zugriff auf diese Inhalte haben, sagt sie. Es wird keinen besseren Weg für mich geben, dies zu tun, als sich Slack zunutze zu machen. Das Schöne dabei ist, dass es nicht so auffällig ist, denn die Organisationen selbst sind es, welche die Kanäle errichten, in die die Inhalte kommen.

Da Storyfuls Geschäft darauf aufgebaut ist, für die eigenen Kunden nützlich zu sein, erklärt Pressland, dass Storyful letztlich die eigenen Dienste zusätzlich zu Slack mit anderen weitverbreiteten Nachrichtentools verflechten möchte; welche dafür in Frage kommen, möchte sie jedoch nicht sagen.

Wir sind sehr darauf fokussiert, unsere Inhalte dorthin zu bekommen, wo es am einfachsten für unsere Kunden ist, sie zu konsumieren”, sagte Alexandra Pressland.

Dieser Artikel erschien zuerst auf  “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Teaser & Image by Storyful and Slack, combined by Tobias Schwarz


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Der Slack-Bot Blossom kann die Viralität von Artikeln vorhersagen

Mandelblüte (image by LoggerWiggler [CC0] via pixabay)

Die New York Times publiziert über 300 Artikel pro Tag. Welche davon sollten die Redakteure in den sozialen Kanälen bewerben? Während die Menschen hinter den Accounts der Times ihr Handwerk verfeinert haben, kann der handbetriebene Prozess der Artikelauswahl dennoch mühsam sein, denn man muss ein bisschen herumprobieren. Auf der Facebook-Seite der Times finden sich beispielsweise nur etwa 50 Artikel pro Tag, an den Wochenenden noch weniger.

Nun soll ein neues Tool des Wissenschaftsteams der Times ein paar Aspekte der Rätselei abbauen, indem es herauszufinden versucht, welcher der richtige Artikel für die sozialen Netzwerke sein könnte. Der intelligente Bot, der mit der Messaging-App Slack läuft, heißt Blossom und soll vorraussagen, wie sich die Artikel und Blogposts in den sozialen Netzwerken machen, außerdem soll herausgefunden werden, welche Artikel die Redakteure bewerben sollen. Die Datenmengen sind riesig, es gibt Infos über Artikelinhalte und Performance, wie beispielsweise das Engagement auf einen Post beiFacebook. Blossom kann auch herausfinden, wo die Postings schon erschienen und wie erfolgreich sie dort sind.

Screenshot NiemanLab
Screenshot NiemanLab

In genau diesem Moment können die Redakteure und eigentlich jeder in der Times-Redaktion, der Slack benutzt, Blossom per Direktnachricht oder über Slack fragen, um herauszufinden, welchen Artikel er oder sie auf Facebook posten soll. Man fragt einfach bei Slack nach „Blossom Facebook?“ und erhält eine Antwort, was dort gut funktionieren könnte. Der Bot hat auch ein „easter egg“-Feature (beispielsweise das Wetter), um die Times-Redakteure zu ermutigen, den Bot zu untersuchen und sich damit vertraut zu machen.

Das Backend des Blossom-Bots ist eine „ziemlich ausgeklügelte, lernende Maschine“, mit Hilfe von Java, Python und MapReduce, und das Frontend ist „ein wirklich freundlicher Chat-Bot“, erzählte mir der Chief Data Scientist der Times, Chris Wiggins. „Wie baut man all diese Daten in einen Algorythmus um? Was ist der beste Weg, um alle diese Daten zu repräsentieren, was sind die Eigenschaften, wie hat sich ein Artikel verhalten, was könnte da wichtig sein?“ so Wiggins. „Wie repräsentiert man Ausgangsdaten auf nachvollziehbare Art und Weise?“

Screenshot NiemanLab
Screenshot NiemanLab

Die Idee zu Blossom entwickelte sich in Gesprächen mit Alexandra MacCallum im vergangenen Herbst, nachdem sie zur stellvertretenden Redakteurin ernannt wurde, die sich um die Entwicklung im Publikumsbereich und weiterführende Dinge kümmerte. Ein Teil der Arbeit ihres Teams beinhaltet Werbeerstellung rund um einen Artikel, bevor er online geht, aber bei Hunderten neuer Artikel, die jeden Tag herausgebracht werden, war es schwierig, eine effektive Methode herauszufinden. Mit Blossom kann ein Redakteur, der sich in den sozialen Medien auskennt und einen bestimmten Artikel bewerben will, herausfinden, wie diese in den sozialen Medien abgeschnitten haben, oder um ein paar Vorhersagen bitten.

Das Tool funktioniert laut Entwickler Colin Russel soweit ganz gut. Er half damals, gemeinsam mit MacCallums Team, Blossom zu bauen. Wenn Blossom Facebookposts empfiehlt, werden diese im Durchschnitt 120 Prozent öfter angeklickt, als diejenigen, die Blossom nicht gefeatured hat. “Typische” Blossom-Posts kriegen sogar über 380 Prozent mehr Klicks als Postings, die nicht von Blossom gefeatured wurden. (Blossom schickt noch keine aktiven Benachrichtigungen darüber, was besonders bei Twitter erfolgreich sein könnte, aber die Redakteure fragten den Bot nach Twitter-Vorhersagen und fanden ein paar Überschneidungen zwischen Postings, die auf Facebook erfolgreich sind, und Twitter-Posts.)


Ein typischer Blossom-Post bekommt 380 Prozent mehr Klicks als ein Post, der nicht von Blossom gefeatured wird.


Unsere Redakteure für den Wachstums- und gesellschaftlichen Bereich haben sehr hektische Jobs, vor allem, wenn an manchen Tagen viel in den Nachrichten passiert, teilte mir Russel in einer Email mit. Es reicht nicht, etwas aufzubauen, von dem man hofft, dass es benutzt wird. Man muss sich umschauen und herausfinden, wie etwas wie Blossom eingebracht werden könnte. Man muss ein Werkzeug drumherum bauen, anstatt die Leute zu zwingen, ihr Verhalten dem Werkzeug anzupassen.

Momentan konzentriert sich Blossom auf die Facebook- und Twitter-Accounts der Times. Es kann sich aber weiterentwickeln und alle sozialen Plattformen abdecken, auf denen die Times publiziert. Francesca Barber, Redakteurin für Wachstum am International Desk erfüllt die Funktionen eines Produktmanagers und hilft Russel dabei, herauszufinden, welche der vielen Funktionen von den verschiedenen Abteilungen der Times bevorzugt werden.

Erst in dieser Woche hat das Team neue Versionen von Blossom bereitgestellt, die für die einzelnen Facebook-Accounts der Redaktionsabteilungen zugeschnitten wurden. Jede Abteilung konnte ihre Quellen „optimieren und in vollem Umfang die Aufmerksamkeit nutzen, die manch andere Accounts schon erreicht haben.“ In diesen Fällen kann Blossom dabei behilflich sein, älteres Material zu finden, das wieder relevant geworden ist, es kann Artikel hervorheben, die das Publikum eventuell verpasst hat, als sie zum ersten Mal veröffentlicht wurden.

Die Technologie ersetzt natürlich nicht die gute alte Beurteilung von Nachrichten und es gibt große Unterschiede zwischen datengestützt und datengetrieben, sagt Wiggins. Niemand schreit nach der Automatisierung des Teilungsprozesses in den sozialen Medien, aber es wurde schon mehrfach nach anderen hilfreichen Funktionen gefragt, die man Blossom hinzufügen kann.

Wenn man ein Technologe ist, der in einem so großen Unternehmen wie der New York Times arbeitet, kann man den eigenen Markt ansprechen: Man kann in einen Raum gehen, in dem sich 20 Redakteure befinden und sie fragen, welcher Teil der Arbeit ihnen schwerfällt und wie die Technik ihnen helfen könnte, sagte Wiggins. Man kann mit einer Reihe Menschen sprechen, die das Tool eventuell anwenden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Teaser & Image (adapted) by LoggaWiggler (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 14. August

In unseren Lesetipps geht es heute um einen Slack-Bot, den GPS-Tracker Lightbug, das Galaxy S6 Edge+, Windows 10 und Gestensteuerung für jeden Fernseher. Ergänzungen erwünscht.

  • SLACK t3n: Dieser Slack-Bot bestimmt bei der New York Times, was auf Facebook geteilt wird: Jeden Tag werden bei der New York Times 300 Artikel veröffentlicht, wovon es nur 50 auf die Facebook-Seite schaffen. Nun haben die Social Media-Redakteure einen Weg gefunden, um Social Media-Kanäle effizienter einzusetzen. Das Team hat für das Enterprise Messaging-Tool Slack einen Bot entwickelt, der die Performance von Social Media-Beiträgen vorhersagt. Der Slack-Bot mit dem Namen “Blossom“, informiert die Redakteure darüber, welche Beiträge gut funktionieren werden und gibt Empfehlungen ab.

  • LIGHTBUG Golem.de: Lightbug: Solaranhänger mit GPS ermöglicht exakte Lokalisierung: Bei dem Lightbug handelt es sich um einen über Kickstarter finanzierten GPS-Tracker, durch dessen Hilfe verhindert werden soll, dass Koffer, Kleidung, Tiere oder auch Menschen abhandenkommen. Im Vergleich zu anderen Modellen die mit Bluetooth arbeiten, sind beim Lightbug GPS und Mobilfunk eingebaut, der Akku wird mit einer Solarzelle aufgeladen. Der Tracker passt an einen Schlüsselanhänger oder Koffer und kann seinen Aufenthaltsort speichern.

  • SAMSUNG heise online: Galaxy S6 Edge : Samsungs Spitzen-Smartphone mit 5,7-Zoll-Display: Nur wenige Monate nachdem der Verkauf des Galaxy S6 Edge begonnen hat, legt Samsung direkt nach. Das S6 Edge+ soll mit einem 5,7-Zoll-Display mit gebogenem Rand, neuen Funktionen für Video-Aufnahmen, einer besseren Audio-Wiedergabe und einer kürzeren Ladezeit punkten. In Deutschland soll das Smartphone mit Android Lollipop 5.1 am 4. September für 800 Euro zu haben sein. Auch ein neues Phablet aus dem Hause Samsung wurde angekündigt, allerdings wird dieses überraschenderweise zunächst nicht nach Deutschland kommen.

  • WINDOWS10 DIE WELT: Betriebssystem: Windows 10 sendet heimlich Daten an Microsoft: Wie ein US-Blog in Erfahrung brachte, soll sich Microsofts neue Windows-Version als äußerst geschwätzig erweisen. Erst vor kurzem haben deutsche Verbraucherschützer davor gewarnt, dass das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10, in den Voreinstellungen fleißig mit den Servern von Microsoft kommuniziert. Wie der US-Blog “Ars Technice“ nun zeigte, hält das Windows-10 nicht davon ab, einige Daten dennoch an den Software-Konzern zu senden. Demnach werden selbst dann Daten gesendet, wenn sämtliche Optionen diesbezüglich deaktiviert wurden.

  • TOUCHJETWAVE Golem.de: Touchjet Wave: Gestensteuerung für jeden Fernseher: Mit der Touchjet Wave lässt sich jeder Fernseher mit einer Gestensteuerung versehen. Dazu wird das Gerät in den HDMI-Eingang des Fernsehers gesteckt. Das Gerät überwacht den unmittelbaren Bereich vor der Displayoberfläche mit Infrarotkameras, wodurch Fingerabdrücke erkannt und in Befehle umgewandelt werden. Nachdem der Sensor kalibriert wurde, soll es möglich sein, so ziemlich jede Android-App per Finger zu bedienen. Dazu zählen Spiele, Streamingapps, Youtube sowie Anwendungen wie Microsoft Office oder Google Docs.

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Florian Rousselet über seine Slack-App fürs Windows Phone

Florian Rousselet 200x200 Image: Florian Rousselet

Im Interview spricht der französische Programmierer und App-Entwickler Florian Rousselet über seinen Slack-Client für das Windows Phone.

Florian Rousselet 650x363 Image: Florian Rousselet

Manchmal entwickeln sich die Dinge schneller als zunächst erwartet. Als ich mich an Florian Rousselet für ein Interview über seinen Slack-Client für das Windows Phone wandte, hatte ich die Information, dass Slack mehr Zeit benötige, um etwas eigenes zu entwickeln. Letzten Mittwoch wurde mir noch per Twitter mitgeteilt, dass sie bei ihren bisherigen Ansatz große Performance-Probleme aufgedeckt hätten. Das war neun Monate nachdem Slack in einem Tweet erwähnte, dass es eine Slack-App für das Windows Phone geben wird.

Aber während Florian meine Fragen beantwortete, twitterte Slack ein Foto von dere kommenden App für das Windows Phone. Wie es scheint wird es wohl nicht mehr lange dauern. Jetzt muss ich mich also beeilen, bevor Florians Slack-Client, nicht mehr der Einzige im Windows-Phone-Store ist.

Tobias Schwarz (TS): Ihr “Channel Messenger“ ist der einzige Slack-Client für das Windows Phone. Warum haben Sie sich dazu entschieden, eine App dafür zu entwickeln?

Florian Rousselet (FR): Wir haben angefangen auf unserer Arbeit Slack zu verwenden. Ich war ziemlich enttäuscht, dass es eine iOS- und Android-App gibt, aber keine für das Windows Phone. Also habe ich mich dazu entschlossen, als Herausforderung eine App in meiner Freizeit zu entwickeln. Ich bin Programmierer und ein Teil meines Jobs sind Windows-Phone-Apps. Die letzte die ich veröffentlicht habe, war “Eurosport.com.“

TS: Was denken Sie, warum gibt es keine weiteren Slack-Apps für das Windows Phone?

FR: Slack ist eine große Messenger-Applikation und hat viele Features. Der Versuch alles zu machen, ist sehr zeitaufwändig. Ich glaube, ich bin der Erste, weil vielleicht niemand sonst eine weitere Applikation machen wollte.

TS: Wie kooperativ ist Slack, um Applikationen von Drittanbietern möglich zu machen? Gab es da irgendwelche Probleme?

FR: Ich hatte am Anfang ein Problem mit Slack. Meine ersten Versionen trugen den Namen “Slack WP“ und anschließend “SL4CK“, für Slack war das leider zu nah an deren Marke angelehnt. Also änderte ich den Namen in “Channel Messenger“, was an die Channel-Idee von Slack erinnert. Sie waren ein wenig penetrant bezüglich des Marken-Problems und haben deutlich klar gemacht, dass ich zwar ihre API verwenden darf, aber nicht ihren Namen oder Logo.

TS: Slack arbeitet jetzt schon seit Monaten ohne Erfolg an einer eigenen App. Haben Sie vor mit Ihrem Client weiterzumachen, sobald es auch eine offizielle App gibt?

FR: Falls Slack letztendlich eine App für das Windows Phone veröffentlicht, werde ich wohl meine weiterhin bezüglich Fehlerbehebungen aktualisieren. Es wird aber niemals so gut sein wie bei einem großen Team, welches sich der Entwicklung einer App widmet.

TS: Nicht alles läuft zufriedenstellend mit Ihrem “Channel Messenger“. Was möchten sie als nächstes beheben oder aktivieren?

FR: Gewisse Fehler sind mir bekannt und ich versuche sie auch zu beheben, allerdings bin ich komplett abhängig von den Slack-Services und manchmal kann ich spezielle Dinge nicht testen, da ich nicht ausreichend Zugang habe. Jeder fragt mich, ich solle Benachrichtigungen machen, wie die echten Applikationen, aber ich kann nicht, denn das ist Slacks Bereich. Ich kann sagen, dass das neue Update Fehler beheben wird wie den “timestamp-error“, der auftaucht, wenn man alles als gelesen markiert und weitere.

TS: Die meisten Nutzer lieben Ihre App, auch wenn es noch Raum für Verbesserungen gibt. Gibt es eine Möglichkeit Ihre Arbeit zu unterstützen?

FR: Vielen Dank an alle, die mir und meiner Arbeit folgen. Als Unterstützung können die Leute Rezensionen über die App verfassen und sagen, was sie mögen und was nicht. Ich versuche jede Rezension zu lesen und die Applikation zu verbessern, aber es ist sehr leider sehr zeitaufwändig.

TS: Sie haben bereits diverse andere Apps für das Windows Phone entwickelt. Warum haben Sie sich für dieses Betriebssystem entschieden?

FR: Seitdem das Windows Phone 7 im jahr 2010 rausgekommen ist, bin ich ein großer Fan. Besonders das Design hat mir sehr gut gefallen, es ist vollkommen anders als iOS und Android.

TS: Wie ist es so als App-Entwickler in Frankreich? Ist das Windows Phone relevant in Frankreich?

FR: Microsoft ist sehr präsent in Frankreich. Wir haben hier eine große Community an Entwicklern und Microsoft veranstaltet eine große Anzahl an Events, fast jeden Monat, plus ein großes Event im Jahr, die Microsoft Techdays in Paris, drei Tage nur über Microsoft-Technologien. Die letzten Zahlen in Frankreich haben gezeigt, dass das Windows Phone rund 14 Prozent Marktanteil hat. Vielleicht den Besten in ganz Europa.

TS: Zu guter Letzt noch: Was ist Ihre liebste Windows-Phone-App?

FR: Ich habe keine Lieblings-App, aber ich benutze Facebook und Twitter jeden Tag.


Auf Isarmatrose.com findet sich das Interview auf Englisch.

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Slack: Interne Kommunikation im Wandel

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Mit Slack wird die Kommunikation im Team effektiver und trotzdem sorgt der Erfolg der App im erfolgsverwöhnten Silicon Valley für offene Kinnladen. // von Patrick Kiurina

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Ob E-Mail, Telefon oder per Skype, die interne Kommunikation in Büros besteht oftmals aus einer Vielzahl an Tools. In der Regel erfüllen diese Dienste auch ihren Zweck, allerdings kann es sich als umständlich gestalten, die verschiedenen Dienste effizient zusammenzuführen. Das Startup Slack aus San Francisco hat sich dieser Aufgabe angenommen und den Versuch gestartet, die verschiedenen Kommunikationsarten und Methoden zusammenzuführen. Rückblickend wahrscheinlich nicht die schlechteste Idee.

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5 Lesetipps für den 12. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um die Buchpreisbindung für E-Books, Computerspiele, die Störerhaftung, Slack und eine neue Suche auf Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • BUCHPREISBINDUNG Tagesspiegel: Sigmar Gabriel will eine Buchpreisbindung auch für E-Books: Die ganze letzte Legislaturperiode über muss der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel gesehen haben, wie die Bundesregierung am Digitalen verzweifelte, offensichtlich nichts vom gerade entdeckten Neuland verstand und sich für jedes von diversen Lobby-Vereinen ins Ohr gesetzte Vorhaben eine Ohrfeige abholte. Am Ende waren auch alle Initiativen wirkungslos. Ich verstehe deshalb nicht, wieso er jetzt als Bundeswirtschaftsminister da weiter macht, und jetzt eine Buchpreisbindung für E-Books durchsetzen will. Urusla Weidenfeld ist in ihrem Kommentar ähnlich ratlose, findet aber deutliche Worte über den Unsinn.

  • COMPUTERSPIELE The Next Web: Why we need violent video games: Der ehemalige Lehrer und Bildungsaktivist Greg Toppo hat ein Buch über Computerspiele geschrieben und wie sie Kinder smarter machen. Im Interview mit The Next Web über das Buch erklärt er auch den Sinn von gewalttätigen Computerspielen und warum wir diese nicht einfach verbieten sollten.

  • STÖRERHAFTUNG Süddeutsche.de: Schluss mit der Störerhaftung für offene Wlan-Netzwerke: Auf Sueddeutsche.de erklärt Prof. Dr. Thomas Hoeren noch einmal die Geschichte und Absurdität der Störerhaftung, ein deutsches Rechtskonstrukt, durch das Betreiber offener Wlan-Netzwerke riskieren, für die Rechtsverstöße Dritter abgemahnt zu werden. Diese juristische Grauzone muss endlich geklärt werden, findet Hoeren, und kommentiert den aktuellen Gesetzgebungsprozess.

  • SLACK Backchannel: Shut Down Your Office. You Now Work in Slack.: Um die schnelle Verbreitung von etwas zu vergleichen, dass sehr schnell sehr vielen Leuten etwas Unverzichtbares wird, sind oft Vergleiche zu Drogen passend. Bei den meisten Drogen ist das zumindestens für mich nur reine Theorie. Sollte demnächst der Vergleich angestellt werden „…so gut wie Slack“, wüsste ich schon, was gemeint ist. Dieses an sich simple Stück Software hat meinen Büroalltag erobert, fast täglich begegnen mir neue euphorische Nutzer. Der Blogpost von Scott Rosenberg ist dafür ein gutes Beispiel.

  • FACEBOOK PandoDaily: Facebook’s testing a search feature meant to trap both readers and publishers: Mit einem neuen Tool versucht Facebook weiterhin ein allumfassendes Internet zu werden, das Nutzer nicht verlassen müssen, und welches für die Medien interessanter wird. Mit einer neuen Suche sollen auch Artikel innerhalb von Facebook gefunden werden, Nutzer müssten dann nicht mehr mit einer Suchmaschine oder News-Aggregator ihrer Wahl auf die Suche nach Content gehen. Dies erhöht die Kontrolle über die Distribution von Informationen noch einmal ungemein.

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5 Gründe, warum Slack die Lernplattform der Zukunft ist

Eingabe Tastatur (adapted) (Image by StartupStockPhotos [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Aktuell kann man in Echtzeit beobachten, wie eine zeitgemässe, moderne Schnittstelle entsteht, bei der man die ganze Zeit denkt: Warum gibt es das nicht schon längst? Jeder Mensch, der gewohnt ist, agil zu arbeiten, weiss es: Am besten qualifiziert man sich, wenn man sich auf den Weg macht und versucht, ein sehr konkretes Problem zu lösen. Mit Slack steht nunmehr Teams und Communities eine agile Umgebung zur punktgenauen, aktiven Weiterbildung zur Verfügung.

Hier meine 5 Gründe für Smarter Working Learning

Grund Nr. 1: Arbeiten, Leben und Lernen wachsen zusammen.

Es ist allseits bekannt: Man lernt am besten, wenn man ein konkretes Problem lösen WILL. Vielleicht bringt man schon etwas Vorerfahrung oder eine Übersicht über angrenzende Themenfelder mit ein. Richtig Spass macht ein Projekt aber erst, wenn es eine konkrete Herausforderung mitbringt, die man überwinden muss.

Eine Nuss, die man knacken muss. Eine Hürde. Hat man dann noch ein Team um sich oder kompetente Mitstreiter/innen im Zugriff, steht dem Flow kaum noch etwas im Wege. Man fragt sich durch und experimentiert im Verbund und fügt einen Baustein auf den anderen. Ist das Problem auf einmal gelöst, blickt man voller Stolz darauf und empfindet etwas Glück. Wenn man Glück hat.

Während diese Arbeitsweise schon eine ganze Weile state-of-the-art ist in Programmiererkreisen (und nebenbei die Dynamik erklärt, die in technologischen Entwicklungen steckt), realisieren auch andere Berufsgruppen jetzt im Zuge der Digitalisierung: Hoppla, wir müssen auf sämtlichen Baustellen unseres Lebens gerade immerfort weiterlernen. Nicht nur die Technik treibt uns. Auch die Kultur, die sich durch die sozialen Netzwerke und kollaborativen Werkzeuge verändert. Nicht nur bei denen, die sie nutzen, sondern überall.

Es gibt auf einmal kein Plateau mehr, auf dem man sich zurücklehnen und genussvoll das Erreichte betrachten kann. Es geht immer weiter. Immer bergauf.

Das klingt jetzt erst einmal für viele sehr anstrengend. Aber nehmen wir es für diesen Moment als Herausforderung. Als Aufforderung, in Flow zu kommen.

Grund Nr. 2: Austausch ist wichtiger als Content.

Und hier kommt auf einmal Slack ins Spiel. Eine kleine App mit mächtigem Wirkungskreis. Wobei Slack nur ein Platzhalter ist für all die kleineren Kommunikationstools, die derzeit im Arbeitskontext aufpoppen und diese sehr agilen, kommunikativen Prozesse unterstützen helfen. Man braucht als agiles Team (Amazon sagt 5-8 Personen sind ideal, andere Forschungen nennen 7 oder 9 als ideale Grösse) heutzutage keine Riesen-Firmenplattform mehr. Keine Software im eigentlichen Sinne.

Why No One Uses the Corporate Social Network

Man braucht eigentlich nur ein Mittelding zwischen Facebook, Twitter und Skype. Mit weniger Ablenkung und etwas mehr Kontrolle und Organisation. Boing: Auf einmal nutzen alle Slack. Slack ist der absolute Renner im Silicon Valley und entsprechend hoch dotiert. Die bereit gestellten Geldmengen wachsen in ähnlichem Tempo wie die Funktionalitäten. Sein Erfolg liegt in der radikalen User Experience begründet.

Und zwar von den sich gerade radikal verändernden Lebensumständen in der Arbeitswelt der User aus gedacht – oder besser: getrieben. Es ist ein wenig so wie in den Anfangsjahren von Twitter. Es geht nicht um sich anbiedernde Oberflächlichkeiten, die dem User gefallen, um ihm irgendwelche Konsumgüter anschliessend zu verkaufen. Keine Servicequalität. Da haben wir Deutschen Glück gehabt.

Es geht um die Bereitstellung einer optimalen Arbeitsumgebung, die sich selbstverständlich in den gewünschten Lebensalltag FLEXIBEL einfügt. Man braucht einen virtuellen Ersatz für das Gemeinschaftsbüro mit Kaffeemaschine und Raucherecke. Wenn man eben nicht an einem Ort sitzen will oder kann. Et voilà!

Dann braucht es lediglich einer Kommunikationsschnittstelle, die die dezentralen Prozesse koordinieren hilft. Und um sich wechselseitig zuzurufen, woran man gerade sitzt und diese beliebte Frage stellen zu können: „Hat irgendwer von euch auch schon mal dieses Problem gehabt?

Grund Nr. 3: Kollaboration ist die Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert.

Klar kann man das auch am Telefon lösen. Mühsam, weil man der Reihe nach die Leute durchtelefonieren muss. Zudem sind alle Wissensarbeiter/innen, die konzentriert einer Arbeit nachgehen, irgendwann genervt von diesen lauten Zwischenrufen. Und stellen das Telefon auf „abwesend“. Solche Anfragen mag man lieber beantworten, wenn man seinen aktuellen Micro-Flow (s.o.) gelöst hat. Eben asynchron.

Und so verbindet Slack auf einmal sehr leichtfüssig die Arbeit mit dem Lernen. Man legt einen geschlossenen Account für sein Team an, sortiert ein wenig die Kanäle und verbindet all seine Tools, die man ansonsten sowieso nutzt, mit der Umgebung. Klingt jetzt sehr technisch, ist es aber gar nicht. Die Umgebung wächst sehr smart entsprechend des Bedarfs – man benötigt keinen Techniker, um sie aufzusetzen. Maximal eine halbe Stunde Einarbeitung pro Person – los geht’s.

Kollaboration ist jetzt angesagt – und eine entsprechende Kompetenz gefordert. Das Überraschende an dieser Geschichte ist: Man muss diese Kompetenz nicht mühsam in einem Kurs lernen. Vielmehr entwickelt sie sich beim Tun. Es braucht dazu lediglich einer wertschätzenden, vertrauensvollen Arbeitsumgebung. Und eine verständige Projektleitung. Schon wächst man da rein. Es sei denn, man hat es mit blöden Egomanen zu tun. Dann wird’s etwas nervig.

Das Gros der Menschen aber, denke ich, bringt die persönlichen Voraussetzungen mit, sich in den kollaborativen Fluss an Informationen und Kommunikation einzubringen. Und wächst daran. Es geht um nicht weniger als einen transparenten, fairen, demokratischen, flexiblen Arbeitsalltag. Und wer will das nicht – ausser den (Bald-)Pensionären?

Grund Nr. 4: Lebenslanges Lernen ist keine Forderung, sondern Realität.

Das deutsche Arbeitsministerium hat die Zeichen der Zeit erkannt. Chapeau, möchte man sagen. Nicht noch 3-5 Jahre zugewartet, sondern verhältnismässig zeitig reagiert. Arbeiten 4.0, so heisst die Losung unserer Zeit. Vermutlich, weil es als schöner Counterpart zur Industrie 4.0 gedacht wird. Mitbestimmung 2.0 sozusagen. Aber anyway. Es ist ein wichtiger Schritt.

Grünbuch Arbeiten 4.0

Neben der Veränderung unserer volkswirtschaftlichen Grundlagen, wollen die Menschen mitgenommen werden und einen positiven Blick in die Zukunft erlangen. Das Arbeitsumfeld will neu gestaltet werden. Inklusive der Rahmenbedingungen.

Nun ist dies nicht mit einer politischen Direktive getan, sondern es gilt, einen ordnungspolitischen Rahmen zu spannen, der Möglichkeiten zur Gestaltung bietet. Arbeitgeber/innen und Erwerbstätige benötigen einen Raum, in dem sie flexibel und kreativ die Potenziale entfalten können. Niemand kennt ja derzeit in Gänze sämtliche denkbaren neuen Konstellationen, in denen Menschen und Maschinen zukünftig zusammen arbeiten und leben können – und wollen.

Denn vor diesem offenen Raum stehen wir derzeit. Alle dicht gedrängt. In der Eingangstür. Bislang befinden sich noch kaum Möbel drin. Geschirr, Werkzeuge und Spielzeuge liegen lose herum – und jetzt müssen wir uns alle darin neu positionieren. Als Gesellschaft den neuen Möglichkeitsraum bespielen.

Da wird es vorlaute Mitmenschen geben, die vorgeben, den Weg zu kennen, wie man zu einer sinnvollen Gestaltung gelangt. Und da wird es jede Menge Menschen geben, die sich hinten anstellen, weil es ihnen Angst macht, was da geschieht.

Aber durch diese Tür müssen wir ALLE durch. Dann die losen Teile aufheben, mit ihnen experimentieren, sie zusammen bringen, Neues aufbauen, uns einigen, gemeinsam überlegen, wo wir hin wollen. Das alles ohne einen einzigen Bescheidwisser. Ohne Führung, denn es ist für alle neu.

Es wird die frechen Bengel geben, die lässig an der Wand lehnen und alle Versuche böswillig kommentieren. Und es wird die Gruppen geben, die einfach im Raum stehen, alles blockieren und nichts tun. Alles dies wird es geben – und rund herum entsteht unsere neue Welt. So wie in Second Life, wo einige die alte Welt einfach nachbauten – und andere ihrer Fantasiewelt Ausdruck verliehen. So ähnlich wird unsere reale Welt morgen aussehen.

Wir alle: Mittendrin. Immer am lernen, was man denn so tun könnte in dieser neuen Welt. Mit Werkzeugen, die noch nie jemand gesehen hat. Mit Dynamiken, die niemand vorhersehen konnte. Mit Entwicklungen, die nun wirklich niemand braucht. Das ist unsere Welt von morgen. IN REAL LIFE !!! Herzlich willkommen! Seid ihr gut vorbereitet?

Grund Nr. 5: Zentraler Zugang zu dezentralen Aktivitäten schlägt alles.

Aber was, bittschön, hat dies mit Slack zu tun? Slack ist das derzeit angemessenste Werkzeug, das es schaffen könnte, diese Vielzahl an neuen Aktivitäten persönlich zu koordinieren. Zumindest mittelfristig.

Jeder arbeitet ja dann an unterschiedlichen Baustellen in diesem neu entstehenden Raum. Mitunter werden aber ähnliche Fragestellungen dort aufkommen. Da ist es einfacher, sich wechselseitig zu helfen, wenn man ein kleines Problem gelöst hat, vor dem der andere gerade steht.

Und hier kommt Slack ins Spiel. Gehackt ermöglicht es auch, sehr unterschiedliche Teams miteinander sich austauschen zu lassen. So bin ich in einer Startup-Community auf Slack, in der sich viele Teams aus dem Silicon Valley und aus anderen Hubs zu typischen Fragen im Startup-Alltag nicht unterhalten, sondern austauschen.

Das ist die Kaffeemaschine, unternehmensübergreifend. Nicht jeder muss das Rad immer wieder neu erfinden. Es kommt auch gar nicht darauf an, woran konkret die Einzelnen arbeiten – es geht hier nur um Mikroprozesse, über die man sich austauscht. „Jemand schon mal das Problem gehabt, …?“

Gut, werden jetzt manche fragen, dafür nutze ich bessere Foren oder Quora oder Twitter. Ja, kann man auch weiterhin. In Slack kann man diese ganzen Tools auch einfliessen lassen – es dient sozusagen als Dashboard für die komplette persönliche Arbeitsorganisation. Mit Team-Anbindung – und das ist entscheidend. Es ist damit die perfekte Umgebung für die persönliche Arbeits- und Lernumgebung im kollaborativen, dynamischen Verbund. Quod erat demonstrandum.

Jetzt ihr: Wer nutzt bereits Slack (o.ä.) in der Teamkommunikation?

Wer mag anderen mit seiner Erfahrung helfen?

Schenkt mir 5 Minuten eurer Zeit und beantwortet mir DIESE 5 FRAGEN. Wir von ununi.TV basteln daraus ein Starter-Kit als Open Educational Resource für alle interessierten Nicht-Nerds.

Thema: Wie man auch als normales Klein-Unternehmen die Potenziale der fortschrittlichen Startups für die Arbeitsorganisation selbst nutzen kann?!

Wer mitmacht, wird mit Firma oder Projekt auf einer Übersichtstafel genannt. Lasst uns die Welt ein kleines bisschen dynamischer machen! #merci


Image (adapted) „Eingabe Tastatur“ by StartupStockPhotos (CC0 Public Domain),

HBR.org und Grünbuch Arbeiten 4.0


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Podcast: Über Slack und modernes Arbeiten

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Im Podcast „a16z“ wird der Chat-Dienst Slack besprochen und sehr hörenswert über den Einfluss von Software auf modernes Arbeit nachgedacht. // von Tobias Schwarz

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Seit ein paar Wochen nutzen wir in der Netzpiloten-Redaktion Slack und sind von dem Programm sehr angetan. In den letzten zwei Jahren habe ich noch nicht erlebt, dass wir in so kurzer Zeit ein neues Tool so schnell und intensiv angenommen haben. Hinter Slack steckt der Flickr-Mitgründer Stewart Butterfield, der in diesem Podcast mit Steven Sinofsky und Benedict Evans von der Ventue-Capital-Firma Andreessen Horowitz, die wie Google und Kleiner Perkins in das Startup investiert hat.

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5 Lesetipps für den 3. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um uns Netzpiloten, den Blogger Andrew Sullivan, Journalismus, an Politik interessierte Jugendliche und Slack. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPILOTEN Brand Eins: Wir Netzpiloten sind Alt-98er: Uns Netzpiloten gibt es jetzt schon seit 17 Jahren. In der Januar-Ausgabe der Brand Eins durften wir zum Auftakt einer Artikelserie über die New Econmy einen Blick zurück und nach vorn werfen. Der Text von Mischa Täubner ist jetzt auch online auffindbar, weshalb wir ihn noch einmal ausdrücklich empfehlen wollen. Wer mehr über uns erfahren will, findet in dem Text viele spannende Anekdoten und Lehren, die wir als Unternehmen in den letzten Jahren gemacht haben.

  • ANDREW SULLIVAN Medium: What Andrew Sullivan taught us about paywalls and independent journalism: Für Blogger und Online-Journalisten war Andrew Sullivan eine Art Vorbild. Stefan Niggemeier widmet dem berühmten Politik-Blogger einen lesenswerten Artikel in der F.A.Z. und Simon Owens erklärt in einem Blogbeitrag auf Medium, was Andrew Sullivan uns über Paywalls und unabhängigen Journalismus lehrte, denn zu diesen beiden Punkten setzte er Maßstäbe.

  • JOUNALISMUS Fachjournalist: Urban Journalism Salon – „Von Angesicht zu Angesicht“: Am 1. August 2014 war ich bei der durchwachsenen Premiere des ersten „Urban Journalism Salon“ in Berlin. Die Idee überzeugte und das Team um den freien Journalisten Mark Heywinkel arbeitet schon an der nächsten Ausgabe und Ablegern für verschiedene Städte. Im Interview mit Felix Fischaleck erklärt Heywinkel, was es mit dieser innovativen Form des partizipativen Journalismus auf sich hat, welche Lehren aus der ersten Veranstaltung gezogen wurden und wann und wo der zweite Urban Journalism Salon stattfindet.

  • JUGENDLICHE Der Schreiberling: Nicht mal unsere Lehrer wissen, was ab geht: Im Tagesspiegel-Blog „Der Schreiberling“ kommen Berliner Jugendliche zu Wort, wie zum Beispiel Luise Böhm, die über den Umgang der Schule mit den Anschlägen von Paris schreibt. Die Schüler haben Redebedarf, doch keine der Lehrkräfte nimmt sich die Zeit, mit den teilweise sehr interessierten Schülern zu Reden. Andere Schüler interessiert es gar nicht, aber der Beitrag zeigt, dass zwar Jugendliche immer früher an politischen Tagesthemen interessiert sein können und sich über das Internet informieren, der Lehrplan diese Themen aber nur für die oberen Klassen vorsieht.

  • SLACK t3n: „Es ist fast ein Wunder, dass überhaupt jemand Slack nutzt!“: Jörgen Camrath hat sich für t3n mit Stewart Butterfield, den Gründer von Flickr, über sein neuestes Unternehmen unterhalten. Slack ist eine App, mit der vor allem Teams zusammen kommunizieren können und die nach zwei Jahren bereits mit einer Milliarde US-Dollar bewertet ist. Vollkommen zu Recht, denn auch bei uns Netzpiloten hat Slack die Kommunikation innerhalb der Redaktion wesentlich verbessert. Andere Kunden, wie Adobe, PayPal, BuzzFeed, Airbnb und die New York Times scheinen das ähnlich zu sehen.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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