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Von der Fiktion in die Wirklichkeit: Diese Dinge aus dem Roman QualityLand sind schon Realität

„Come to where the quality is! Come to QualityLand”, sind die ersten Worte aus dem Reiseführer für QualityLand, die uns in Marc-Uwe Klings Bestseller aus 2017 begrüßen. Die in diesem Buch libertär-dystopische Zukunftsversion einer Welt, in der nur noch Gewinnmaximierung und Fortschritt zählt, hat viele Leser regelrecht vor dem Buch gefesselt. Wohl auch aufgrund der gewohnt sympathischen Figuren Klings, die sich oft einem beinahe kafkaesken System gegenübersehen. Erst kürzlich verkündete der Autor selbst auf Twitter, der amerikanische Fernsehprogrammanbieter HBO würde seinen Roman in eine Serie umwandeln. Wir sind in jedem Fall gespannt auf das Endergebnis. Gleichzeitig kommen wir nicht umhin, uns zu fragen: Wie realistisch sind die dystopischen Vorstellungen im Roman? Oder anders ausgedrückt: Wie viel QualityLand steckt in unserer Realität? Wir haben einmal fünf Zukunftstechniken aus QualityLand zusammengetragen, die sich bereits in der Wirklichkeit anbahnen.

Die Zukunft des Online-Shopping

„Exakt in dem Augenblick, als Peter zu Hause ankommt, trifft eine Lieferdrohne von TheShop ein. Über Zufälle dieser Art wundert sich Peter schon lange nicht mehr. […] Wer sich durch nur einen Kuss auf sein QualityPad für OneKiss anmeldet, bekommt fortan alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, zugeschickt, ohne sie bestellen zu müssen.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 17-18)

Dass Drohnen Pakete liefern ist nicht unbedingt eine Neuigkeit. Amazon arbeitet schon seit geraumer Zeit an einer zuverlässigen Technik, die das Liefern mit Drohnen ermöglichen soll. Drohnen sollen dann den Kunden innerhalb von 30 Minuten ihr Wunsch-Produkt liefern. Auch deutsche Unternehmen wie DHL probieren sich im Moment in Beta-Tests an den Drohnen aus. Wirklich interessant ist aber der zweite Teil des Zitats. Google und Co werten schon heute unser User-Daten aus und auch Onlineshops speichern genau, was wir auf ihren Websites angucken. Aus all diesen Daten lassen sich schon heute sogenannten Predictive Analysen erstellen, die schon jetzt herausfinden können, ob jemand schwanger ist, oder an einer Krankheit leidet. Diese Technik ist natürlich auch für Online-Händler höchst interessant. Sie könnten mit diesen Verhaltens-Analysen vorhersagen, was ihre Kunden wann kaufen wollen.

Online-Shopping wird interaktiver

„Denise guckt ihre Lieblingsserie. Es ist eine alte Show über vier Frauen, die in einer Stadt namens New York leben. „Stopp“, sagt sie, und das Bild friert ein. „Die Bluse von Carrie Bradshaw.“ Auf dem Bildschirm wird die Bluse markiert, die die Schauspielerin trägt. Produktname, Markenname und aktueller Preis bei TheShop […] werden eingeblendet.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 126)

Nicht nur künstliche Intelligenzen und Predictive Analysen werden das Online-Shopping beeinflussen, sondern auch die Art wie wir einkaufen wird sich verändern. Erst kürzlich integrierte Instagram in den USA ein Bezahlsystem, das es ermöglicht, sofort in der App zu shoppen. Bei Snapchat soll es bald sogar eine Funktion geben, mit der man zum  Beispiel ein Bild von einer Handtasche machen, und sofort Online-Shops vorgeschlagen bekommen kann, wo es diese Handtasche zu kaufen gibt. Die neue Funktion Google Lens für Smartphones schlägt ebenfalls in diese Kerbe. Wenn der User seine Kamera auf Gebäude oder Gegenstände richtet, erkennt Google Lens die Objekte und gibt Informationen und bei Produkten auch Online-Shops vor. Hier sind wir der Idee in QualityLand also schon fast ebenbürtig.

Fokussieren auf die wichtigen Dinge

„Eine neue Frage erscheint auf Sandras Brille: „Möchtest du, dass QualityPartner automatisch Ort und Termin für ein Rendezvous mit deinem Partner ausmacht?“ Sandra fokussiert ihre Pupillen wieder auf „OK“.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 49)

Es ist vielleicht eher ein kleines Detail, auf das wir uns hier stützen. Aber die Technologie hinter Eyetracking ist einfach zu interessant, um sie an dieser Stelle nicht einmal zu erwähnen. Gerade für Menschen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten durch Alter, Unfälle oder Behinderung gibt es schon heute technische Geräte, die sich komplett mit der Eyetracking-Technologie steuern lassen. Ein Beispiel gefällig: Der Tobii Eye Tracker 4C ist ein Gerät, das für 150 Euro online gekauft und dann mit einem PC mit Windows 10 verbunden werden kann. Das längliche Board erkennt anhand von Infrarot-Strahlen, wie sich die Augen des Benutzers bewegen und ermöglichen Laut Test der COMPUTER BILD eine komplette Benutzung der Windows Oberfläche, nur mit den Augen.

KIs übernehmen die Kunstszene

„Ich bin Kalliope 7.3. Die weltbekannte E-Poetin. Verfasserin des erfolgreichen historischen Romans „Die Praktikantin und der Präsident.“ […] „Es ist Ihnen vielleicht auch bekannt, dass schon seit geraumer Zeit die erfolgreichsten Romane von E-Poeten verfasst werden, also von künstlichen Intelligenzen, die die marktkonformste Zusammenstellung von Wörtern ausrechnen?“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 65)

Wir berichteten vor Kurzem von AICAN, der ersten KI, die eigenständig Gemälde erstellt und diese für bis zu 18.000 US-Dollar verkauft. So weit hergeholt ist die Idee hinter Kalliope 7.3 also nicht. Denn auch aus der Welt der Literatur gibt es inzwischen schon einige KIs, die ihre Fähigkeiten als „E-Poeten“ unter Beweis stellen wollen. Der Autohersteller Lexus ließ sich vor Kurzem zum Beispiel das Drehbuch für seinen Werbespot von einer künstlichen Intelligenz schreiben. Auch die KI der Firma OpenAI versucht sich jetzt an kreativen Geschichten, und damit ist sie erfolgreicher, als die meisten anderen ihrer Art. Trotz all diesen Fortschritten stehen künstliche Intelligenzen, die kreativ sein sollen, aber noch vor einigen Herausforderungen, wie wir bereits einmal erörtert haben. Auf eine ausgeklügelte KI wie Kalliope 7.3 müssen wir also noch ein wenig warten. Diese leidet im Buch übrigens an einer Schreibblockade, übernimmt also sogar menschliche Fehler.

Autos übernehmen bei Unfällen

„Als sich Peter Arbeitsloser in einem autonomen Fahrzeug auf dem Weg nach Hause befindet, beginnt er eine Unterhaltung mit der KI des Autos. Diese teilt ihm mit, dass sie bei Autounfällen selbst die Kontrolle übernimmt und ausrechnet, welcher Ausgang des Unfalls den kleinstmöglichen Schaden verursachen würde. Daraus resultiert die KI: „Eine Maschine reagiert viel schneller und hat Zeit für genau diese komplexe Überlegung. Für uns beinhaltet fast jeder Unfall eine moralische Entscheidung.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 154)

Ja, auch in diese Richtung wird im Moment schon geforscht. In einem Experiment des nature-Wissenschafts-Magazines wurde getestet, wie sich autonome Autos im Falle eines Unfalls verhalten würden. Wie sie sich zum Beispiel entscheiden würden, wenn entweder die Insassen des eigenen Fahrzeuges sterben müssten, oder drei Rentner, die die Straße gerade überqueren. In dem Experiment versuchten die Wissenschaftler zu analysieren, welche Moralvorstellungen überhaupt in die KIs implementiert werden sollten. Sie fanden heraus, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auch unterschiedliche Moralvorstellungen vertreten. Diese einer künstlichen Intelligenz beizubringen dürfte eine große Herausforderung der Zukunft sein.

Es ist erstaunlich zu sehen in welchem Tempo sich im Moment die Technik weiterentwickelt. Dabei kommen wir der Fiktion des Sci-Fis und fiktionalen Zukunftsszenarien aus allen Genres immer näher. Bei der Recherche wurde ich selbst ein wenig überrumpelt, wie viele Dinge aus dem Roman von Marc-Uwe Kling inzwischen schon in der Realität auffindbar sind. Dass die technische Revolution in der Zukunft unseren Alltag umkrempeln wird, dessen sind sich viele sicher. Bleibt zu hoffen, dass wird dafür, anders als die Charaktere in QualityLand, nicht unsere Demokratie und Freiheit aufgeben müssen.

Das Buch von Marc-Uwe Kling bestellen (Provisionslink)


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Die Künstliche Intelligenz scheitert an der Sprache

Von allen Seiten des Internets sieht man gefühlt nur Artikel, die uns davor warnen, wie gefährlich uns künstliche Intelligenz in der Zukunft werden kann. Es geht darum, dass Deep-Learning Techniken letztendlich dazu führen würden, dass Maschinen sich ohne unser Wissen selbst verbessern, bis wir nicht mal mehr verstehen, was genau sie dort lernen. Auch von einem großen Arbeitsplatzverlust, durch das Ersetzen aller möglichen Stellen mit intelligenten Systemen, ist die Rede. Man spricht von „Superintelligenzen“, die in den Augen einiger Autoren die Weltherschafft an sich reißen könnten. Doch sind viele dieser Ansätze realistisch? Sieht so wirklich unsere Zukunft aus? Ein gerade veröffentlichter Artikel der Website MIT Technology Review zeigt ein deutlich „gemildertes“ Bild der künstlichen Intelligenzen von heute. Eines, wo diese noch starke Probleme aufweisen, bei so vergleichsweisen simplen Aufgaben wie dem Interpretieren von Sprache.

Binär-Code ist nicht gleich humanistische Sprache

Die künstlichen Intelligenzen, die heute entwickelt werden, kommunizieren auf einem ganz anderen Level als wir. Wenn sie untereinander kommunizieren, tun sie das durch das Übertragen von Datensätze. Die Daten werden 1:1 von der anderen Maschine gelesen und ausgeführt. Wenn es jedoch darum geht mit dem Benutzer aus Fleisch und Blut zu kommunizieren, stehen die künstlichen Intelligenzen vor ganz anderen Herausforderungen. Das Online-Magazine MIT Technology Review hat nun ein wenig gefiltert, woran es im Moment noch bei den künstlichen Intelligenzen harkt.

Künstliche Intelligenzen wissen nicht, was sie tun

Und das ist wohl das größte Problem. Viele sprach-basierte KIs sind darauf programmiert, aus ihnen zugeführten Texten zu analysieren, welche Wörter wie oft, in welchem Kontext, verwendet werden. Daraus ziehen sie einfach Schlüsse und versuchen dann, die Sprachwiedergabe nachzuahmen. Aber dabei verstehen sie selbst den Sinn hinter ihren eigenen Sätzen nicht und bemerken somit auch offensichtliche Fehler nicht. Was dabei rauskommen kann, sieht man an dem Beispiel, als eine KI versuchte, eigenständig ein Harry Potter-Buch zu schreiben.

Aber es gibt schon Beispiele wo KIs erfolgreich mit Menschen interagieren! Wie zum Beispiel bei Alexa. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass sie einzig darauf programmiert ist, aus gesprochenen Sätzen die Eckpfeiler „was, wann, wo und wer“ herauszufiltern. Wenn sie in ihrem System diese Fragen beantworten kann, gibt sie eine Antwort, die Sinn macht. Ihr Vorteil ist also, dass sie Sätze in Bausteine zerlegen und diese separat analysieren kann. Nuancen kann sie jedoch bis heute noch nicht erkennen und kreatives Schreiben ginge erst recht nicht.

Die Nuancen der Semantik

Dann gibt es in der menschlichen Kommunikation aber auch noch die sogenannte Model-theoretische Semantik. Diese ist für das Übermitteln einfacher Informationen von Mensch zu Mensch verantwortlich. Künstliche Intelligenzen, die dieses Wissen wiedergeben sollen, sind basierend auf der Annahme programmiert, dass alles menschliche Wissen einfach in einen Code umgeschrieben und den KIs gefüttert werden kann. Allerdings verhalten sich künstliche Intelligenzen hier wie ein Kleinkind: Man muss ihnen buchstäblich alles eigenhändig beibringen. Der Artikel des MIT Technology Review führt hier einen sehr guten Vergleich an. Wenn man einer KI beibringt: Adler sind Vögel, Vögel können fliegen, also können Adler fliegen, wird das spätestens bei den Pinguinen wieder zu einem Problem. Die sind schließlich auch Vögel, sie können aber nicht fliegen. Unterm Strich: Es gibt zu viele Ausnahmen in der Welt, als dass man einer KI alle Nuancen beibringen könnte.

Und schließlich für die Hobby-Psychologen hier noch ein Extra: Sprache ist auch immer sehr stark abhängig vom jeweiligen Kontext. Selbst wenn wir nur im Englischen bleiben würden, und somit zunächst die Bedeutung verschiedener Wörter/Betonungen in anderen Sprachen außer Acht lassen würden, ist Sprache ein sich ständig veränderndes Feld. Sie wird von jedem Individuum, selbst innerhalb einer Kultur, unterschiedlich verstanden und benutzt. Sprache ist immer auch ein Ergebnis unsere eigenen Erfahrungen, unseres eigenen sozialen Umfelds und letztlich auch unserer individuellen Prägung. Und gerade in der kreativen Literatur wird sie oft aus dem Kontext genommen, abgewandelt und umgeändert, damit etwas Neues und eben Kreatives dabei entsteht.

OpenAI versucht sich am kreativen Schreiben

Bis die Maschinen sich den Menschen soweit annähern, dass sie alle diese Nuancen und Bedeutungen verstehen, sodass von künstlicher Intelligenz geschriebene Manuskripte Sinn ergeben, wird es also wohl noch dauern.

Ursprung für den Artikel von MIT Technology Review war der Durchbruch der Firma OpenAI, die eine KI erschaffen hat, die fast perfekte Texte verfassen kann. Aber eben nur fast. In diesem Test hat ein Mensch die „Rahmenhandlung“ erfunden, Wissenschaftler hätten Einhörner entdeckt. Daraufhin sollte die KI die Geschichte weiterspinnen. Was sie daraus gemacht hat, ist zumindest unterhaltsam.


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Netzpiloten @newTV Kongress

Der newTV Kongress ist Hamburgs prominentes Event der Bewegtbild-Branche und zählt mittlerweile zu den gefragten Veranstaltungen in der Multi-TV-Industrie. Am 28. März findet der Kongress bereits zum zehnten Mal statt. Wir Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei und sind gespannt darauf, welche aktuellen Trends und Entwicklungen die visuelle Bewegtbild-Szene bewegen. Die Veranstalter nextMedia.Hamburg und newTV Focus Group warten mit einer Reihe an Panels auf und versprechen viele spannende Vorträge. Neue mediale Formate und Variationen erfordern innovative Strategien. Content, Technology und Distribution werden im Bewegtbild-Bereich daher immer wichtiger. Wie sieht die Zukunft des Bewegtbilds aus? Welche innovativen Content-Formate können begeistern? Branchen- und Medienvertreter können sich also auf einen spannenden Konferenztag mit tollen Gästen freuen.

Welche Speaker werden da sein?

All diese Fragen und mehr werden beim newTV Kongress unter dem Motto „Business Innovation on Screen“ von nationalen und internationalen Branchenexperten diskutiert. Zu den exzellenten Keynote Speakern gehört der beliebte Trendforscher und Visionär Henry Mason, CEO von TrendWatching. Sein Thema lautet „2020: Will AI enslave or entertain us?“. Spannend wird es sicherlich auch mit Dominik Schilling von der ARD. Er ist für die ARD Mediathek zuständig und koordiniert darin die SmartTV-Distribution. Er wird über On-Demand-Plattformen referieren.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Masterclasses
  • Interaktive Workshops
  • Startup Pitches
  • Experten und internationale Keynotes
  • Mobiles FOODBOOM Studio
  • Innovation, Networking & Aftershow

Und sonst noch?

Das Event bietet ein buntes Programm mit exklusiven Masterclasses und interaktiven Sessions. Bewegtbildkunst & Digitales sorgen für ein kreatives Ambiente. Lasst euch dieses spannende Branchen-Event nicht entgehen! Tickets für den newTV Kongress gibt es hier. Wenn ihr wissen wollt, was euch erwartet, dann werft doch einen Blick auf den newTV Kongress des letzten Jahres. Wir sehen uns in Hamburg!


Image via Netzpiloten

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Netzpiloten @Chatbot Summit

Auf vielen Digital-Konferenzen dieses Jahres ist das Thema „Voice“ emminent wichtig. Es scheint der kollektive Zukunftstraum der Tech-Enthusiasten zu sein, dass wir alle mit unserer Sprache jede Menge technischer Geräte steuern und mit digitalen Services kommunizieren. Kein Wunder also, dass es bereits einen eigenen Summit für Chatbots und Voice Assistants gibt: der Chatbot Summit am 23. und 24. Oktober in Berlin. Bereits zum vierten Mal findet die bislang einzige Bot Conference der Welt statt (veranstaltet von Sunrize Digital). Wir Netzpiloten sind mit dabei.

Welche Speaker werden da sein?

Die Eröffnungs-Keynote kommt vom Chef und Gründer des Chatbot Summit, Yoav Barel. Er kennt den derzeitigen Entwicklungsstand der Bots. Spannend wird sicherlich der Vortrag von Daniel Whaley, Senior Architect für künstliche Intelligenz bei der BBC. Er referiert über das Medium der Stimme in der medialen Landschaft. Wir freuen uns auch auf die Ausführungen von Stéphanie Charlaix Meyer, Vice President Digital Product and Innovation bei Air France, über das Thema „Reinventing Costumer Relationships Using AI Powered Chatbots“.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Zukunft der Chatbots
  • Kundenbeziehungen und Chatbots
  • Whatsapp und andere Personal Messenger
  • Marketing-Strategien in Zusammenarbeit mit Bots

Und sonst noch?

 Tickets gibt es für General Attendees, für Startups und für VIPs, Executives und CEOs. Noch sind Early Bird Tickets zu haben. Genaueres erfahrt ihr hier.

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Cooles Kinder-Coden in Hamburg!

Vom 6. bis 21. Oktober findet in Hamburg wieder die außergewöhnliche Code-Week statt. Sie ist Teil einer europäischen Initiative, die Kinder und Jugendliche für das Programmieren und das Experimentieren mit Technik begeistern will. Ins Leben gerufen wurden diese Veranstaltungen im Jahr 2013 und sie erfreuen sich seither einer regen Beteiligung.

In über 80 verschiedenen Workshops können Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren Spiele programmieren, mit dem 3D-Drucker arbeiten oder eigenen Apps entwickeln. Veranstaltet wird das Ganze zum einen von der Körber-Stiftung und den Bücherhallen Hamburg, sowie zum anderen von Initiativen der Hamburger Coding und Making-Szene und einigen engagierten Vertretern von Hochschulen und Unternehmen.

Eröffnungsveranstaltung und Anmeldung

Für interessierte Kinder, Jugendliche und Eltern gibt es am Samstag, den 6. Oktober, eine Auftaktveranstaltung in der Zentralbibliothek von 11 Uhr bis 17 Uhr. Dort gibt es dann auch die ersten aufregenden Projekte. So können Besucher der Eröffnung der Code-Week im Untergeschoss der Bücherhallen mithilfe von Luftballonketten selbst Computer-Geheimcodes schreiben und auch wieder dekodieren. Zudem gibt es viele offene Mitmachstationen an denen man zum Beispiel LED-Schmuck selbst gestalten, oder Roboter durch ein Labyrinth steuern kann. Außerdem kann man hier in einem Informatik-Test sein Wissen auf die Probe stellen. Darüber hinaus gibt es nicht nur am ersten Tag der Code-Week, sondern auch an jedem anderen Tag tolle Workshops. Wie man sich für diese anmelden kann, steht hier.

Wer sonst Interesse an der Code-Week hat, kann sich hier die Übersicht zu allen Workshops ansehen. Und wer genaueres zu der Auftaktveranstaltung wissen will, der sollte hier vorbeischauen.

Die Code-Week bietet eine tolle Möglichkeit, junge Menschen an diese wichtigen Berufsfelder heranzuführen. Jährlich finden bundesweit 425 solcher Veranstaltungen statt. Und mit so vielen verschiedenen Workshops und Initiatoren, die an dieser Code-Week beteiligt sind, ist Hamburg ganz vorne mit dabei.


Image by Pressebilder / Code Week Hamburg

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Neue KI von Deezer erkennt Emotionen in Musik

Sobald ich meine Musikmediathek öffne, springen sie mir entgegen: Hunderte Playlists, Alben, Künstler und einzelne Titel. Wer auch nur ansatzweise so ein Playlist-Messie ist wie ich, der kennt das Problem: Welche Musik will ich jetzt hören? Zumal ich nicht nur „aufgeräumte“ Playlists habe, für bestimmte Interpreten oder Situationen. Sondern auch Playlists, in denen sich einfach alles Mögliche befindet. Ein einziges Chaos also, das oft darin mündet, dass ich ständig Songs skippe oder durch verschiedene Playlists nach genau diesem einen Song suche, von dem ich mir sicher war, er wäre hier irgendwo…

Der französische Streamingdienst Deezer hat nun einen großen Schritt getan, Playlist-Messies wie mir in Zukunft unter die Arme zu greifen. In einem kürzlich veröffentlichten Dokument haben die Forscher des Musik-Streamingdienstes ein Experiment vorgestellt, in dem sie ihre neue KI zur automatischen Emotions-Erkennung in Songs mit bisher „herkömmlichen“ Methoden vergleichen.

Die bisherigen Methoden

Bisherige Versuche, große Datensätze an Musik mithilfe von Computern eindeutigen Stimmungen und Emotionen zuzuordnen, verliefen eher schleppend. Denn die meisten Experimente in diese Richtung basierten auf festen Datenvorgaben. Betrachtet werden dabei bei jedem Track das Audio-Signal und die Songtexte. Für jeden Song wird vorher festgelegt, ob er eine negative oder positive Stimmung hat, und ob er ruhig oder aufbrausend ist. Doch durch diese einfache Kategorisierung ist nicht genug Differenzierung zwischen einzelnen Tracks möglich gewesen. Somit waren auch die Playlists, die von vorherigen Systemen zusammengestellt wurden, immer noch chaotisch.

Was die KI von Deezer besser macht

Deezer stützt seine KI nun auf ein zweidimensionales Stimmungs-System. Das bedeutet, dass ein Song nun auf einem Skala-Feld liegt. Ein Song kann dann z.B. als 85 Prozent positiv, 15 Prozent negativ, 30 Prozent ruhig und 70 Prozent aufregend eingestuft werden. Aus diesen Daten ergibt sich der genaue Punkt des Songs, den er auf dieser zweidimensionalen Skala einnimmt. Und aus diesem individuellen Punkt lässt sich dann die Emotion bestimmen. Das ermöglicht der KI deutlich mehr zu differenzieren und zudem repräsentiert dieses System die Emotionen-Vielfalt eines Menschen deutlich besser.

Das erste Experiment mit dieser neuen KI wurde mithilfe der Daten von 18.000 Songs durchgeführt. Das Ergebnis dessen war, dass die KI durchaus besser darin ist, zu erkennen ob ein Song eher positiv oder negativ ist. Allerdings ist die Trefferquote bei der Einteilung in ruhige und aufregendere Songs vergleichbar niedrig, wie bei älteren Methoden. Noch hat das Deezer-Team also einige Fehler zu beheben.

Wie diese KI die Art wie wir Musik hören beeinflussen könnte

Jedoch ist der Ansatz, eine KI für die Einteilung von Musik zu verwenden, gar nicht so verkehrt. Die Forscher von Deezer meinten, sie bräuchten Datensätze von synchronisierten Texten zu den Audio-Stücken, um die KI zu verbessern. Sollte diese oder ähnliche KIs dann aber irgendwann ausgereift sein, könnten sie die Art, wie wir Musik konsumieren, revolutionieren. Denn die Idee hinter diesen Vorhaben ist, dass man eines Tages in der Lage ist, die Stimmung von Musikkonsumenten automatisch zu erfassen und genau passende Playlists vorzuschlagen. Individualisiert man diesen Prozess noch weiter, könnten wir irgendwann ein perfekt auf unsere Hörgewohnheiten abgestimmtes Netzwerk aus Künstlern, Playlists und Titeln vorgeschlagen bekommen. Dann würden wir auch automatisch zu den besten Songs, die zu unserer derzeitigen Stimmung passen, geleitet. Und das Playlist-Chaos hätte ein Ende.


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Netzpiloten @Medientage München

Ihr wollt bei den Medientagen in München dabeisein? Dann macht bis zum 15. Oktober mit bei unserer Verlosung und gewinnt ein Ticket!


Es wird wieder Zeit darüber zu sprechen, was die sich nach wie vor rasant verändernde Mediengesellschaft in den nächsten Jahren prägen wird. Hierfür öffnen die renommierten Medientage München vom 24. bis 26. Oktober ihre Tore. Das dritte Mal sind wir Netzpiloten als neugierige Medienpartner mit dabei, wenn im Kongress und auf der Expo (mit rund 80 Ausstellern) die Zukunft der Medien im Mittelpunkt steht: „Engage! Shaping Media Tech Society“

Auf welche Speaker dürfen sich Kongressbesucher freuen?

Auf dem Kongress werden dem Fachpublikum viele interessante Einblicke geboten in Bereiche wie TV- und Radio, Medienunternehmen, Produktion und Medientechnologie. Hierfür stehen über 400 Experten auf der Bühne, um ihr Wissen in Vorträgen und anregenden Diskussionen weiterzugeben. Wir sind gespannt auf den scheidenden Spiegel Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Auch auf die französische Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin Dr. Ariane Fornia sowie die Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II Heike Hempel, die über ihre Erfahrungen in der Medienwelt sprechen werden. Nicht zuletzt wird durch die Moderation von Klaas Heufer-Umlauf der MEDIENTAGE Gipfel am 24. Oktober sicherlich ein Highlight werden.

Themen der Medientage München

  • Wie die Medien neue Technologien nutzen können
  • Wie die Medien zukünftig ihr Publikum erreichen
  • Wie sich die Medien verändern müssen
  • Welche Auswirkungen diese Vorgänge auf die Gesellschaft haben

Was müsst ihr noch wissen?

Die Medientage München stecken voller Highlights. Nicht nur, dass die große Expo Party am 24. Oktober in guter Erinnerung bleiben wird, sondern auch die Expo Ausstellung und der Kongress an sich werden viel Stoff zum Nachdenken geben. Vernetzung und Austausch werden beim großen Medienmacher-Klassentreffen auch nicht zu kurz kommen. Um diese drei Tage nicht zu verpassen, solltet ihr euch schnell noch die Tickets sichern!

Psst! Bis zum 19. Oktober ist das Expo-Ticket gratis!

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Netzpiloten @Servus KI!

Warum der Zukunft nicht einfach mal ein zünftiges „Servus!“ entgegenrufen! Wir sind dabei wenn am 28. September im schönen Nürnberg das Servus KI! Festival steigt. Alles dreht sich um das Trendthema „Künstliche Intelligenz“ – stark bezogen auf die Region. Veranstaltet von Deutschlands erste Akademie für digitale Transformation sind wir schon mal sehr gespannt, welche Impulse von diesem Herbsttag ausgehen werden. 

Was gibt es auf der Servus KI! zu entdecken?

Die Teilnehmer erwartet neben aufschlussreichen Vorträgen von Wissenschaftlern, Strategen oder Gründern auch viel Interaktives mit Paneldiskussionen, Workshops und sogar einer Erlebnisfläche mit sechs Ausstellern. Alles steht unter dem Motto „Verbinden, erleben, inspirieren“. Freut euch zum Beispiel auf den Vortrag der Gründerin von datanizing, Stephanie Fischer, den Innovationsmanager Daniel Betsche (Fiducia & GAD IT AG) und auch auf Prof. Dr. Ulf Pillkahn von der FOM University for Economy and Business.

Welche Themen erwarten euch?

  • Machine Learnig
  • Industrie 4.0
  • AI in the wild
  • KI trifft auf Altbewährtes, wie könnte die Zukunft aussehen?
  • Gesundheitsanalyse per KI
  • Risiken und Chancen von KI
  • selbstfahrende Autos
  • digitale Sprachassistenten 
  • künstliche und organische Intelligenz

Das wars noch nicht!

Wir wären ja nicht im freundlichen Frankenland, wenn es sich hier nicht bei angenehmster Atmosphäre (und Bier und Brotzeiten) bestens vernetzen ließe. Sichert euch jetzt die Tickets. Wir sehen uns in Nürnberg!

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State of Mind: Transhumanismus-Thriller als Videospiel

state of mind daedalic

Berlin, 2048. Journalist Richard Nolan erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sein Kind und seine Frau sind spurlos verschwunden und die Stadt, grau und dunkel, ist voller Roboter und Drohnen. So fängt das Spiel State of Mind der Hamburger Entwickler Daedalic an. Doch das ist nicht die einzige Erzählebene. Es gibt noch einen spielbaren Charakter, Adam Newman. Er lebt in einer utopischen modernen Stadt, die den Namen CITY 5 trägt. Dort scheint die Sonne, dort leben Menschen in einer Symbiose mit den Robotern.

Was erwartet uns bei State of Mind?

Die Entwicklergruppe aus Hamburg ist kein Blockbuster-Unternehmen. Der Name Daedalic Entertainment ist keine Marke, die jeder Spieler kennt. Ein begrenztes Budget zwingt die Firma ihr Spiel möglichst einfach zu halten. Auf den Zocker wartet keine Grafik, die der von Konsolen-Blockbustern gleicht. Für die wählerischen unter euch kann das Spiel langweilig sein. Denn es ist nicht kompliziert, man stockt nicht bei den Aufgaben, es gibt keine Levels, die man stundenlang entziffern muss. Durch eine Reihe an Minispielen statt Rätseln, spielt es sich sehr fließend.

Doch State of Mind fordert den Spieler, regt zum Nachdenken an. Es zeigt ein mögliches Szenario, eine potentielle Realität, eine Dystopie und eine Utopie. Berlin gegen CITY 5. Im weiteren Spielverlauf werden die Beobachter unter den Spielern merken, dass auch an der Utopie nicht alles stimmt.

Man darf aber nicht vergessen, dass State of Mind ein Thema anspricht, das uns seit Jahren beschäftigt. Künstliche Intelligenz, Zukunft mit Androiden, die Angst als Mensch überflüssig zu werden. Allein durch die Themenwahl finde ich das Spiel einen Versuch wert.

Verglichen wird es mit „Detroit: Become Human“ von der Blockbuster-Konkurrenz. Doch genau die Vielfalt an verschiedenen Spielen zum scheinbar gleichen Thema ist das, was das Spielerlebnis so spannend macht. Laut Hersteller bietet State of Mind 20 Stunden Spieldauer. Eindrücke vom Spiel ergänzen wir in Kürze.

Das Videospiel ist zum Preis von rund 40 Euro für PC, Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch bei Amazon erhältlich (Provisions-Link)


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Netzpiloten @Campfire 2018

Journalismus ist lebenswichtig für unsere Gesellschaft! Deshalb finden wir es toll, dass es jetzt ein innovatives, offenes und charmantes Open-Air-Festival zu diesem Thema gibt. Auf dem Campfire 2018 vom 31. August bis 02. September in Düsseldorf wird Journalismus erfahrbar gemacht und viele Macher, Experten und Medien-Interessierte tauschen sich aus und lernen sich kennen.

Drei volle Tage geht es unter anderm um solche Fragen: Wie wird unsere Arbeit, unser Leben, die Kommunikation und die Gesundheitsindustrie in der Zukunft aussehen? Was passiert mit uns, wenn alle diese Bereiche, die uns umgeben von der Digitalisierung durchdrungen sind?

Auf dem Campfire soll die Zukunft des Journalismus beleuchtet werden. Hierbei sind nicht nur Experten oder Journalisten angesprochen, sondern auch Schüler und Studenten sind herzlich willkommen. Namhafte Speaker aus renommierten Unternehmen und Zeitungsverlagen wie beispielsweise Markus Feldenkirchen – Spiegel Journalist und Autor – oder Wiebke Möhring – Professorin für Print- und Onlinejournalismus – werden zudem ihr Expertenwissen auf zwei Hauptbühnen oder aber in mehreren Programmzelten an die Teilnehmer weitergeben.

Tiefere Einblicke in zahlreichen Workshops

Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, für den bieten sich zahlreiche Workshops mit spannenden Themen an, wie unter anderem:

  • Über alle Grenzen hinweg – wie wir weltweite Themen recherchieren
  • Wie ihr Menschen für eine gemeinsame Aktion begeistert
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen „Design Thinking“ und „Lean Startup“
  • So organisierst du ein Barcamp

Wir finden: Dabei sein lohnt sich auf jeden Fall! Freut euch auf 150 Programmpunkte in 15 Programmzelten, 10.000 tolle Besucher, zahlreiche Speaker und Experten und einen spannenden Austausch. Was das Wichtigste ist, ist natürlich auch die Möglichkeit sich untereinander zu vernetzen und drei lehrreiche und innovative Tage auf dem Festival Campfire 2018 zu verbringen. Und das Allerbeste: das Festival ist kostenlos!

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Die Netzpiloten sind Partner der Rise of AI

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Lust dabei zu sein? Wir verlosen dreimal je ein Ticket für die Rise of AI! Füllt einfach das Teilnahmeformular aus und gewinnt mit etwas Glück! Hier geht’s zu den Teilnahmebedingungen.


Seid bei der wichtigsten Konferenz, wenn es um Künstliche Intelligenz geht, dabei. Am 17. Mai findet die Rise of AI – The Golden Age of Artificial Intelligenz statt. In Berlin finden sich dazu alle TeilnehmerInnen ab 09.00 Uhr in der Französischen Straße zusammen.

Verstehen, lernen und verbessern. Auf der Konferenz können die Besucher alles Wissenswerte über Künstliche Intelligenz und dessen Anwendungen lernen. 40 weltbekannte Experten werden ihr Wissen zu den verschiedensten Themen teilen und die richtigen Antworten auf die vielen Fragen der Teilnehmer haben. Hierfür werden namhafte Speaker wie unter anderem Dr. Albert Wenger – Partner der Union Square Ventures – oder auch Thomas Jarzombek – Mitglied des Deutschen Bundestages – auf die Bühnen geholt.

Drei Bühnen für drei Themenschwerpunkte

Auf der Konferenz können die Besucher zwischen drei Bühnen wählen, zu dessen Schwerpunkten sie ihr Wissen bereichern möchten:

  • Die AI Future Stage bietet alles über die Hauptthemen zur Künstlichen Intelligenz. Hier können Besucher unter anderem etwas über die Risiken und Herausforderungen, über die Fortschritte im Jahr 2018 und über die KI Sicherheit erfahren.
  • Die Applied AI Stage steht für diejenigen bereit, die mehr aus dem Unternehmensalltag erfahren möchten. Konzerne werden hier KI-Anwendungen präsentieren, sowie Trends und innovative Ideen.
  • Auf der AI Startup Stage hingegen zeigen junge Nachwuchstalente ihre Ideen und KI-Anwendungen.

Aber auch der persönliche Austausch und das Networking mit anderen Teilnehmern, Besuchern und Experten sollen an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Dafür stehen auch in diesem Jahr die beliebten AI Topic Tables bereit.

Erstmalig findet in diesem Jahr die AI Expo statt. Dahinter verbirgt sich eine Fachausstellung angewandter Künstlicher Intelligenz, bei dem sich die Teilnehmer auf mehr Aussteller, Vorträge und Speaker freuen können. Freut euch außerdem auf ein umfangreiches Programm, tollen Besuchern und spannenden Speakern. Zudem könnt ihr euch hier Tickets sichern und direkt 100 Euro sparen!

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Die Zukunft der Arbeit könnte weiblich sein

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„Frauen können die Gewinnerinnen des digitalen Wandels werden, wenn wir es klug anstellen“, sagte Andrea Nahles 2015 auf der Konferenz zur Geschlechtergerechtigkeit der Internationalen Association for Feminist Economics (IAFFE) in Berlin – damals noch als Arbeitsministerin. Hat sie damit Recht? Ist die Zukunft der Arbeit weiblich?

Neue Jobmodelle, neue Möglichkeiten für Frauen

Nach Ansicht von Nahles liegen die Chancen für Frauen in der Arbeit 4.0 vor allem in der Digitalisierung. Diese verändert zum Einen die Art und Weise wie wir arbeiten. Das Internet und Cloud-Technologien führen zum Beispiel dazu, dass wir nicht mehr immer und jederzeit physisch am Arbeitsplatz sein müssen. Vieles wird heutzutage, statt im Büro, im Homeoffice erledigt. Resultate seien wichtiger als Anwesenheit, sagte Nahles.

Das gilt natürlich nicht nur für Frauen, jedoch könnte gerade dieser Wandel vor allem Frauen den Zugang zur Arbeitswelt erleichtern. Während sie bisher vielleicht zwischen Kind und Karriere wählen mussten, können sie nun beides ohne große Kompromisse haben.

Darüber hinaus verändern sich durch die Digitalisierung ebenfalls die Berufsbilder für Frauen. Während zum Beispiel Krankenschwester ein typischer Frauenberuf war, wird diese Arbeit wahrscheinlich bald komplett von Robotern erledigt. Das gäbe Frauen aber auch „ganz neue berufliche Perspektiven auf gut bezahlte, gut abgesicherte Industriearbeitsplätze“, sagt Nahles.

Ganz ähnlich sieht dies auch die prämierte US-Unternehmensberaterin und Digitalisierungsxpertin Cheryl Cran. Sie sieht ebenfalls in neuen Jobmodellen eine große Chance für Frauen. Denn Frauen können ihrer Meinung nach durch Freelancing, Homeoffice oder Telearbeit nun problemlos Familie und Job miteinander vereinen. Tatsächlich ist ein steigender Anteil der Freiberufler in den USA weiblich. Nach Zahlen der National Association of Women Business Owners wagen ebenfalls viele Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen eigene Unternehmen. So wurden 9,1 Millionen US-Firmen von Frauen gegründet, die zusammen beinahe 8 Millionen Menschen beschäftigen.

Auch Männer seien nicht mehr bereit, 14-Stunden-Tage zu schieben und suchen einen bessere Work-Life-Balance. Jobsharing-Modelle, in denen sich Männer und Frauen eine Managerposition teilen, seien gar nicht mehr so selten. Auch renommierte Tech-Unternehmen wie Facebook oder Tesla suchen laut Cran händeringend qualifizierte Frauen für Spitzenpositionen.

Roboter geben Frauen mehr Muskelkraft

In einem Kommentar für die irische Onlinepublikation Siliconrepublic.com geht Cheryl Cran sogar noch einen Schritt weiter. Sie behauptet: Gerade die sogenannten Soft Skills – Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Emotionale Intelligenz – die Frauen ihrer Meinung nach von Natur aus mitbringen – werden in Zukunft viel mehr gefragt als „männliche“ Arbeitsweltattribute wie Wille, Entschlossenheit, Egoismus und Aggressivität. Cran glaubt zwar, dass in Zukunft eine Kombination aus männlichen und weiblichen Attributen gefragt sein wird, doch dabei haben Frauen ihrer Meinung nach einen Vorteil: „Frauen werden erfolgreich sein in einer Zukunft, in der Jobs, die früher physische Stärke erforderten – Bau, Produktion, Landwirtschaft -, durch Roboter verbessert werden.

Sprich: Frauen haben nicht nur Vorteile aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften, sie können nun auch Jobs ausüben, die ihnen bisher aus rein physischen Gründen verwehrt waren. Cran nennt das Beispiel einer Roboter-Rüstung, die in Japan in der Pflege genutzt wird. Diese kann man sich als Mensch überziehen und damit die eigene Muskelkraft verstärken.

Auch die Soziologin Christiane Funken sagt in ihrem Buch „Sheconomy“: Die Arbeitswelt der Zukunft ist weiblich. Allerdings zögert die Wissenschaftlerin, dies wie Cran auf angeborene Eigenschaften zurückzuführen. Vielmehr stellt sie klar: „Frauen werden traditionellerweise auf Fähigkeiten hin erzogen, die der Arbeitsmarkt dringend braucht.“ Da Frauen also in vielen Kulturen eher dazu erzogen werden, diplomatisch, zurückhaltend, zuvorkommend, freundlich und schon gar nicht aggressiv zu sein, könnte ihnen dies in einer Arbeitswelt, die genau diese Eigenschaften verstärkt, sucht und fördert, zugute kommen.

Neue Chancen gibt es nur dann, wenn Frauen sie nutzen

Doch ganz so rosig, wie die Expertinnen die Zukunft sehen, ist sie nicht. Nur weil Frauen neue Chancen haben, bedeutet dies nicht, dass sie diese auch nutzen werden. Frauen haben zum Beispiel mehr Angst vor der Digitalisierung als Männer. Nach einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos misstrauen Frauen dem digitalen Wandel mehr als Männer.

Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) glaubt sogar, dass Frauen die großen Verlierer der Digitalisierung sein werden. Seiner Ansicht nach werden Tätigkeiten wie Verkauf, Terminpflege und Organisation oder Dienstleistungen in der Gastronomie in Zukunft zu 80 Prozent von Robotern ausgeführt. Das sind aber genau die Jobs, die aktuell mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden.

Während Expertinnen wie Cran oder Funke hier eine neue Möglichkeit sehen, warnt Grabka vor dem besonders hohen Risiko auf Jobverlust für Frauen. Tatsächlich ist der Arbeitsalltag derzeit für Frauen nicht gerade rosig – trotz Digitalisierung. Die DGB-Studie „frau geht vor“ hat beispielsweise ermittelt, dass Frauen schwierigere Arbeitsbedingungen als Männer beklagen. 52 Prozent der Frauen, aber nur 43 Prozent der Männer klagen über höhere Arbeitsbelastung, mehr Kontrolle, Überwachung und Stress. Das zeigt auch, dass die Macho-Kultur in Unternehmen immer noch verbreitet ist, auch in Start-ups.

Auch wird der Kampf um begehrte Arbeitsplätze härter, und es ist nicht anzunehmen, dass Männer sich in Zukunft weniger um gute Jobs bemühen werden.

Nicht alle Männer sind machtgierige Egoisten

Bei der ganzen Debatte ist es aber auch nicht unbedingt förderlich, grundsätzlich alle Männer als machtbesessene Egoisten darzustellen und alle Frauen als hilflose Opfer. Denn es ist nicht notwendigerweise die Schuld der männlichen Kollegen, wenn der Arbeitsplatz keine Flexibilität bietet, um das Kind morgens in die Kita zu bringen oder am Nachmittag abzuholen – was übrigens auch Väter tun. Klar ist: Wenn sich mit dem digitalen Wandel Unternehmensstrukturen nicht verändern und sich besser an aktuelle Lebensweisen von Männern UND Frauen anpassen, verlieren am Ende alle.

Deswegen betont Sheconomy-Autorin Christiane Funken auch, dass es ihr nicht darum geht, Frauen gegen Männer aufzuspielen. Vielmehr sei es so, dass Geschlechterrollen sich ohnehin immer mehr verschieben und verändern. Männer wollen genau so mehr Freizeit haben oder Zeit mit der Familie verbringen wie Frauen.

Das bestätigen auch Zahlen des Zukunftsinstituts in einer Untersuchung zum „Female Shift“ in der Arbeitswelt. Demnach glauben 65 Prozent der Männer, dass beide Elternteile gleichberechtigt für die Kindererziehung verantwortlich sind. Oft gehen Wunsch und Realität noch auseinander, doch immerhin nimmt bereits jeder vierte Mann in Deutschland Elternzeit in Anspruch. Frauen wiederum nehmen Machtpositionen selbstbewusster an als noch vor 20 Jahren. So birgt die Arbeitswelt der Zukunft idealerweise nicht mehr Chancen für Männer oder für Frauen, sondern für alle.


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Studie: Diese digitalen Business-Trends kommen 2018

Business (adapted) (Image by Olu Eletu [CC0 Public Domain] via Unsplash

Die digitale Arbeitswelt ist bereits Realität. Doch welche digitalen Business-Trends bringt die Zukunft? Der Telekommunikationsanbieter NTT Group mit Sitz in Südafrika hat in einer aktuellen Studie, „Top IT trends in 2018: digital business“, fünf Kernthesen für die Business-Trends 2018 herausgearbeitet.

Was erwartet Unternehmen mit Blick auf den digitalen Wandel im kommenden Jahr? Die NTT Group hat in ihrer aktuellen Studie zu IT-Trends 2018 auch auf die Businesswelt geschaut und prognostiziert fünf große Trends für das kommende Jahr:

  • Die Kopplung von künstlicher Intelligenz und virtueller Realität (VR)
  • Blockchain in Unternehmen
  • Cloud-Technologien
  • Die Dominanz von Wireless
  • Wer als Unternehmen im digitalen Wandel nicht smart agiert, wird untergehen
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Business Trends (Screenshot by Dimensiondata)

KI ist Chance, nicht Bedrohung

Während Unternehmen und vor allem Arbeitnehmer in Deutschland sich vor künstlicher Intelligenz fürchten, betont der NTT-Report, dass sowohl KI als auch VR die Trends in Unternehmen im Jahr 2018 werden. Vor allem die Kopplung von künstlicher Intelligenz und Robotik mit virtueller Realität und erweiterter Realität habe großes Zukunftspotential, sagen die Experten: „Wir sehen verstärkt wie diese Technologien gemeinsam das Potential haben, disruptive Ergebnisse zu liefern.”

Beispiel DHL. Der Paketlieferdienst hat seinen Lagerhausmitarbeitern Smart Glasses verpasst, die den Mitarbeitern genau zeigen, wo die Ware in welcher Reihenfolge am besten verstaut wird. Das hat laut DHL sowohl die Produktivität der Mitarbeiter erhöht als auch die Genauigkeit der Auslieferungen verbessert.

In Deutschland experimentiert zum Beispiel die Airline Lufthansa mit VR-Brillen. Die möglichen Anwendungen sind dabei vom Erleben eines Urlaubsziel bis hin zu 360-Grad-Ansichten des Flugzeugs sehr vielfältig. Um etwa Passagiere zu einem Upgrade ihrer Flugklasse zu ermuntern, können Kunden im Vorfeld mit den Brillen sehen, wie das Fliegen in der ersten Klasse eigentlich aussieht.

Air New Zealand wiederum stattet seine Flugbegleiter mit VR-Brillen aus. Während sie mit den Brillen durch den Gang gehen, können sie mit der Technologie Informationen zu den Fluggästen sehen: was das Flugziel ist, welche  Essensvorlieben der Passagier hat oder ob er an Duty-Free-Einkäufen interessiert ist.

All das könnte, laut NTT-Studie, zu einem besseren Kundenservice führen. Ähnlich sieht es mit Robotern aus, die, mit AI ausgestattet, Kunden viel besser helfen könnten. „Das wahre Versprechen der Robotik beginnt sich zu zeigen”, heißt es im Report. Mehr und mehr Unternehmen werden diese Technologien 2018 einsetzen, so die Prognose.

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Business Trends VR (Screenshot by Dimensiondata)

Nicht nur für Kriminelle: Blockchain in Unternehmen

Der zweite große Trend 2018 sind nach Ansicht der NTT-Experten Blockchain-Technologien. Je mehr Transaktionen online stattfinden, je mehr das Internet der Dinge sich verbreitet, umso sicherere Technologien brauchen Unternehmen, um die Daten ihrer Kunden zu sichern.

Blockchain im Business sei daher der nächste große Trend im kommenden Jahr, heißt es in der Studie. Die Tatsache, das Kriminelle die Kryptowährung Bitcoin aufgrund der dahinter stehenden Blockchain-Technologie als sicherste Transaktion sehen und nutzen, sollte nach Meinung der Experten Unternehmen ermuntern, nicht abschrecken. Wenn es so sicher ist, dass Hacker sie nutzen, warum sollten Unternehmen Blockchain nicht nutzen? „Wir glauben, dass Blockchain das Potential hat Cybersicherheit völlig neu zu strukturieren, doch die Industrie muss noch lernen, damit umzugehen.

Gerade im Hinblick auf das Wachstumspotential im Internet der Dinge brauchen Nutzer mehr Sicherheit. Blockchain sei in der Lage, dieses Sicherheitsversprechen zu erfüllen – wenn Unternehmen den Mut hätten, diese Technologie einzusetzen.

Unternehmen wollen die Cloud „einfach nutzen”

Auch die Cloud-Technologien in Unternehmen sind nach NTT-Studie im kommenden Jahr nicht mehr aufzuhalten. Die Vorteile einer zentralen Datenbank für alle Mitarbeiter seien ersichtlich, Unternehmen setzen daher auf die Cloud in der Arbeitswelt. Tatsächlich gehören Speicherdienste per Cloud zu den größten Wachstumssegmenten in der IT-Branche. Denn mit der Digitalisierung der Arbeitswelt, werden auch die Arbeitsprozesse an sich, öfter von Ort und Zeit entkoppelt – wie zum Beispiel beim Home Office oder bei international agierenden Unternehmen. Cloud-Lösungen sind deshalb immer gefragter.

Unternehmen wollen sich dabei aber nicht mehr darum kümmern müssen, ob die Cloud sicher sei, wo diese stehe und wie sie funktioniere, „sie wollen sie einfach nur nutzen.” Ganz so einfach wie die Studie es darlegt, mag es für Unternehmen in der Praxis dennoch nicht sein. Denn wer mit empfindlichen Daten arbeitet, muss natürlich sicherstellen, dass diese entsprechend gesichert werden.

Doch mit einem hat der Report sicher Recht: Wenn es eine sichere und unkomplizierte Cloud-Lösung gäbe, wären Unternehmen sicher dankbar, diese „einfach“ nutzen zu können.

Wireless ist nicht mehr aufzuhalten

Dies geht einher mit dem vierten Business-Trend 2018, den die Experten voraussagen: dem Durchbruch von Wireless in Unternehmen.

Mit dem Internet of Things, Cloud-Lösungen und automatisierten Prozessen sei der Boom von Wireless in Unternehmen nicht mehr aufzuhalten. Vom Einkaufszentrum über smarte Geräte im Haushalt bis hin zum Universitätscampus sei das kabellose Internet bereits jetzt schon Teil unseres Alltags. In der Arbeitswelt könnten so in Zukunft mehr Applikationen automatisiert und damit Arbeitsprozesse beschleunigt werden.

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Business Trend Wireless (Screenshot by Dimensiondata)

Nur Unternehmen, die den digitalen Wandel smart umsetzen, werden profitieren

All die Vorteile, die diese digitalen Trends Unternehmen bringen können, seien aber nur dann spürbar, wenn der digitale Wandel in Unternehmen mit der richtigen Infrastruktur einhergehe, so die fünfte Prognose der NTT-Experten für 2018. Das mag als Aussage eines Telekommunikationsanbieters nicht weiter überraschen. Dennoch ist es im Kern nachvollziehbar, dass Digitalisierung von Prozessen an sich noch keine Vorteile bringt. Es kommt vor allem darauf an, wie IT im Unternehmen eingesetzt wird.

Welche Technologie bringt meinem Unternehmen wirklich etwas? Inwieweit können automatisierte Prozesse Mitarbeiter unterstützen? Welche Software ist am besten geeignet? Das sind Fragen, die Unternehmen sich in Zukunft verstärkt stellen werden müssen, wenn sie vom digitalen Wandel nicht überrollt, aber auch nicht überfordert werden wollen. Die NTT-Studie tippt deshalb darauf, dass dies 2018 vor allem einem neuen Geschäftsfeld zum Durchbruch verhelfen könnte: IT-Beratung für Unternehmen.


Image (adapted) „Business“ by Olu Eletu [CC0 Public Domain]


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Wie Blade Runner 2049 uns auf eine Zukunft mit Robotern vorbereitet

Blade Runner (adapted) (Screenshot by Warner Bros. Pictures)

Die Vorstellung von einer äußerst gefährlichen künstlichen Intelligenz, die unsere Welt übernimmt, ist den meisten unter uns dank abschreckenden Filmreihen wie Matrix oder Terminator mittlerweile nicht allzu fremd.

Aber wie sieht es mit mitfühlenden Darstellungen von Robotern aus? Während die gutmütigen Züge von Arnold Schwarzeneggers Charakter in den späten Teilen der Terminator-Filmreihe eine absolute Ausnahme dieser Zeit darstellten, werden menschenähnliche Maschinen in gegenwärtigen Kinofilmen oft hilfsbereit und in einer positiven, unterhaltsamen Weise inszeniert. Ex Machina, Chappie oder A.I. Artificial Intelligence sind nur wenige der zahlreichen Beispiele.

Der Wandel in den Darstellungsweisen von damals zu heute steht höchstwahrscheinlich auch in Verbindung mit der Art, wie sich unsere Denkweise und Beziehung zu derartigen Technologien verändert hat. Blade Runner 2049, die langersehnte Fortsetzung des Originalfilms aus dem Jahr 1982, ist Teil dieser Veränderung.

Die Fähigkeit von Science Fiction, technische Erfindungen zu inspirieren, dürfte weithin bekannt sein. Eine Vielzahl von Schriftstellern und Technologen – wie beispielsweise Arthur C. Clarke und Geoffrey Landis – sowie unterschiedliche Einfälle aus der Welt des Science Fiction regten zu den wissenschaftlichen Nachforschungen an, denen wir moderne Innovationen wie Touch Screen-Bildschirme oder Tablet-Computer verdanken. Aber das Genre erfüllt noch andere Zwecke. Im fiktiven Umfeld können nämlich mögliche Lebensweisen der Zukunft ausgetestet und die gesellschaftlichen und ethischen Begleiterscheinungen heute entwickelter Technologien entdeckt werden. Auf diese Weise kann uns Science Fiction auf den Umgang mit derartigen Ereignissen in der realen Welt vorbereiten.

Jacques Ellul, ein Philosoph und Kritiker moderner Technologien, zog nach näherer Betrachtung eine eher pessimistische Schlussfolgerung aus Science Fiction. Bereits 1980 äußerte er, dass das Genre uns einen übermäßigen und unkontrollierten Umgang mit Technik aufzeigt, um uns als Zuschauern nahezulegen, uns mit der momentanen technischen Entwicklung zufrieden zu geben.

Die negativen Aspekte der Technologie, von der wir heute Gebrauch machen, sind gewissermaßen durchtriebener als solche, die in Orwells Film von 1984 dargestellt werden – wobei sie natürlich dennoch missbraucht werden können. Selbstverständlich sind Ausführungen solcher Art zutreffend für alle Arten von dystopischer Fiktion. Einige Wissenschaftler haben die wichtige Rolle, die Science Fiction in der Haltung der Öffentlichkeit zur modernen Technologie spielt, längst erkannt und flehen entsprechende Autoren daher regelrecht an, keine dystopischen Werke mehr zu publizieren. Erfolgreich waren sie hierbei allerdings weniger, innerhalb der letzten Jahre wurde vor allem die Jugendliteratur mit Science Fiction geradezu überschwemmt.

Blade Runner

Blade Runner basiert auf Philip K. Dicks Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? aus dem Jahr 1968. Gestaltet wird die im Jahr 2019 erschöpfte Erde, welche von den meisten Menschen zugunsten eines besseren Lebens in außerirdischen Kolonien verlassen wurde. Künstliche Menschen (Androiden), auch bekannt als „Replikanten“ wurden für die Sklavenarbeit innerhalb solcher Kolonien konstruiert. Rick Deckard (Harrison Ford) ist ein sogenannter „Blade Runner“ – Sein Job besteht darin, aufsässige Androiden zu verfolgen und sie „zur Ruhe zu setzen“ (zu töten). Erst als Deckard Rachel kennenlernt, eine Replikantin, die durch implantierte Erinnerungen manipuliert wurde und nun glaubt, ein Mensch zu sein, beginnt unsereins daran zu zweifeln, dass die Androiden sich von den Menschen unterscheiden. In Wahrheit sind sie nicht anders als die Menschen.

Teil der Intrige des originalen Blade Runner-Films – für alle, die den Director’s Cut nicht gesehen haben – ist die dauernde Diskussion, ob Deckard selbst auch ein Replikant ist. Buch und Film ziehen hier unterschiedliche Schlüsse über Deckards Identität beziehungsweise Zugehörigkeit. Die verschiedenen Aussagen von Harrison Ford und Regisseur Ridley Scott bestärken diese Spekulationen seit Veröffentlichung des Films zusätzlich.

Doch spielt die Tatsache, ob Deckard ein Replikant ist, wirklich eine Rolle? Wir alle haben bereits mit Rachel sympathisiert und fühlten eine tiefe Erleichterung, als sie und Deckard im Originalfilm ihrem persönlichen ‚Happy End‘ entgegenfahren. Wir sind an ihrer Seite, als die beiden sich gegen die unbestreitbar menschlichen Blade Runner zur Wehr setzen, welche sie ohne zu zögern „zur Ruhe setzen“ wollen.

Blade Runner 2049 greift die Handlung 30 Jahre später auf. Neue Regeln und Gesetze, um die Replikanten zu kontrollieren, wurden mittlerweile erlassen und sollen ihre eindeutige Unterscheidung von den Menschen sicherstellen. „K“ (Ryan Gosling) ist ein Blade Runner soll verdächtige Vorfälle untersuchen, die mit Deckard und Rachel aus dem früheren Film in Verbindung stehen. Er deckt Informationen auf, die große Bedeutung für die Zukunft der Replikanten und ihrer dystopischen Gesellschaft tragen – und wir alle fiebern mit, als die menschlichen Emotionen Überhand nehmen und er gegen seinen Zwang zum Gehorsam ankämpft.

Je mehr die fiktiven Roboter unser Mitgefühl erregen, desto mehr können wir uns ihre Existenz im wirklichen Leben vorstellen. Zugegebenermaßen erkennen wir Deckard und K auf der Kinoleinwand weniger als menschenähnliche Maschinen, jedoch als wirkliche Schauspieler an. Unsere Sympathie hängt größtenteils also auch mit den menschlichen Zügen des jeweiligen Darstellers zusammen. Die Sympathie, die wir mit den äußerlich menschlichen Charakteren empfinden, legt uns gleichzeitig auch eine gegensätzliche Ansicht nahe, laut welcher es sich lediglich um menschenähnliche Gestalten handelt. Ob solche Maschinen menschliche Emotionen tatsächlich so überzeugend darstellen könnten, bleibt immerhin eine andere Frage.

Die unheimliche Stadt

Eine Fragestellung von enormer Tragweite bleibt letztendlich die, wie wir tatsächlich auf die Existenz menschenähnlicher Maschinen reagieren würden. Forscher, die auf dem Gebiet der Robotik arbeiten, entwickelten hierzu das sogenannte Phänomen der „unheimlichen Stadt“, welches beschreibt, dass wir auf Roboter, die Menschen zunehmend in Erscheinungsbild und Ausdruck ähneln, genauso einfühlsam wie auf echte Menschen reagieren. Gleicht das Erscheinungsbild jedoch weniger der humanen Gestalt, schwenkt die besagte Empathie jedoch augenblicklich wieder in Ekel und Unwohlsein um.

Diese unheimliche Stadt, die zwischen den Maschinen, welche „nahezu menschlich“ – und Abscheu hervorrufen – und solchen, die „vollkommen menschlich“ – und somit eine vertraute Erscheinung abgeben – existiert, könnte von evolutionärer Bedeutung sein. Wir sind darauf eingestellt. Lebewesen, die uns ähneln, jedoch auf bestimmte Weise „fehlerhaft“ oder „mangelhaft“ aussehen mit einer ansteckenden Krankheit oder einem genetischen Defekt in Verbindung zu bringen. Oder es handelt sich um das psychologische Unwohlsein, etwas, das menschlich scheint, wie einen Roboter fortbewegen zu sehen – Menschen können Dinge gut in unterschiedliche Kategorien einordnen, reagieren allerdings irritiert, sobald diese Kategorien sich überschneiden.

Diese Vorstellung einer unheimlichen Stadt wird bedeutsam, sobald wir die Existenz von menschenähnlichen Robotern in Betracht ziehen, mit welchen wir ansonsten ausschließlich in fiktiven Geschichten in Kontakt kommen. Mit einer solchen emotionalen Dissonanz müssen wir kaum rechnen, sobald Maschinen ins Spiel kommen, die ausschließlich auf Zerstörung aus sind – wir rufen uns ihre unheimlich vertraute Erscheinung ins Gedächtnis zurück, hassen sie aber für ihre gewaltsamen Handlungen und wollen uns ihnen keineswegs ergeben. Dennoch können wir ihnen gegenüber Zuneigung, Freundschaft und sogar kameradschaftliche Gefühle empfinden.

Blade Runner 2049 regt uns an, die emotionale Grenze hinüber in die unheimliche Stadt zu überwinden. Eine Irritation erzeugt dieses Werk auf gelungene Art und Weise: Klaffende Wunden verschließen sich nicht von selbst durch eine sanfte Berührung – und niemand sollte einfach zu töten sein. Aber die offensichtlich nicht-humanen Eigenschaften von K schützen uns nicht davor, seine ebenso menschliche Seite zu akzeptieren oder gemeinsam mit den unterdrückten Replikanten zu leiden. Diese beiden Tatsachen bleiben in der trostlosen Welt von Blade Runner erhalten.

Würden Roboter also jemals eine autarke Annäherung an die menschliche Psyche erzeugen, könnten sie offen von uns Menschen empfangen und in unsere Gesellschaft aufgenommen werden. Wenn sie nur menschlich genug erscheinen und agieren, würden wir ihre weniger menschlichen Eigenschaften schlichtweg hinnehmen und ignorieren. Immerhin haben wir diese fiktiven Erscheinungen in Geschichten seit Jahren willkommen geheißen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Conversation unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Screenshot (adapted) „Blade Runner“ by Warner Bros. Pictures


The Conversation

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Wie Roboter den Mangel an Pflegekräften beenden könnten

Altenpflege(adapted)(Image by StockSnap [CCo Public Domain] via Pixabay

Es gibt bereits einige Erfindungen, die es Senioren einfacher machen, eigenständig zuhause zu leben, damit sie nicht in ein Altersheim oder eine anderweitige Pflegeeinrichtungen übersiedeln müssen. Dennoch können die meisten Älteren weitere Hilfsmittel bei täglichen Hausarbeiten und anderen anfallenden Erledigungen gebrauchen.

Freunde und Verwandte können hier oft nicht die gesamte Arbeit erledigen. Viele Studien deuten außerdem darauf hin, dass dies weder nachhaltig noch gesund ist – weder für die Senioren, noch für ihre Liebsten. So steigt die Nachfrage nach professionellen Pflegekräften stetig an und es gibt bei Weitem weniger Pflegekräfte als nötig wären. Experten sind überzeugt, dass sich diese Knappheit in Zukunft verschlimmern wird.

Es stellt sich also die Frage: Wie wird unsere Gesellschaft diese Lücke schließen? Die Antwort lautet: Mithilfe von Robotern. Die Automatisierung und Technologisierung haben bereits mehrere Arbeitsbereiche abgelöst, die zuvor von Menschen besetzt waren, wie zum Beispiel das Verladen von Gütern in Warenhäusern. In Zukunft werden Roboter jedoch auch euren älteren hilfsbedürftigen Verwandten unter die Arme greifen. Als Forscherin auf dem Feld der Robotik bin der Meinung, dass künstliche Intelligenz nicht nur das Potential hat, Senioren zu pflegen – ich bin überzeugt, dass Maschinen dies darüber hinaus auf eine Art und Weise tun könnten, die die Unabhängigkeit stärken und die soziale Isolation von Senioren reduzieren könnte.

Personalisierte Roboter

In dem Film „I, Robot“ aus dem Jahr 2004 entdeckt der technikfeindliche Protagonist Del Spooner (gespielt von Will Smith) zu seinem großen Erschrecken, wie ein Roboter in dem Haus sein Großmutter Kuchen bäckt. So mancher von uns wird ein ähnliches Bild vor Augen haben: Stellt man sich heute einen Roboter vor, sieht er am Ehesten aus wie eine Art mechanischer Putzfraue, die Hausarbeiten in mehr oder weniger menschlicher Art und Weise erledigen.

In Wirklichkeit jedoch werden viele der Roboter, die Alte und Senioren bei ihren täglichen Arbeiten zuhause unterstützen sollen, nicht wie Menschen aussehen. Stattdessen wird es sich dabei um spezielle Systeme handeln, wie beispielsweise die Staubsauger aus dem oben genannten Film. Es handelt sich hierbei um kleine Geräte mit spezifischen Funktionen, die nicht nur einfach designbar und einsetzbar sind, sondern auch eine stufenweise Anpassung an die sich veränderten Voraussetzungen ermöglichen.

Senioren brauchen verschiedene Dinge, wie alle anderen auch. Viele brauchen Hilfe bei den alltäglichen Aktivitäten, wie essen, baden, anziehen und aufstehen. Beim täglichen Kochen und der Verwaltung ihrer Medikamente könnten sie viele Vorteile aus der Hilfe des Roboters ziehen, der zudem auch bei gelegentlich anfallenden Dingen wie Wäschewaschen oder Arztbesuche helfen kann.

Vielleicht hört sich das weit hergeholt an, aber schon heute können Roboter nicht nur Staubsaugen, sondern auch unseren Boden wischen oder unseren Rasen mähen. Roboter helfen dabei, Menschen in Stühle und Betten zu befördern, etwas nach Rezept zuzubereiten, Handtücher zu falten und ihre Pillen rechtzeitig einzunehmen. Und bald werden autonome, selbstfahrende Autos die Menschen zu ihren Terminen kutschieren.

Die Roboter, die heute bereits auf dem Markt sind, umfassen unter anderem Modelle, die fahren, haustierähnliche Gesellschaft bereitstellen und Gäste begrüßen. Einige dieser Geräte befinden sich bereits zu Testzwecken in Pflegeheimen – so können sich einige Senioren auf ihre eigenen Roombas verlassen.

Außerdem können Roboter-Gefährten vielleicht schon bald Einsamkeit lindern oder vergessliche ältere Herrschaften daran erinnern, regelmäßig zu essen. Wissenschaftler und andere Erfinder sind dabei, Roboter zu entwickeln, die diese und viele andere Aufgaben in Zukunft erledigen werden.

Pflege rund um die Uhr

Natürlich bleiben einige Aufgaben, wie beispielsweise das Schneiden von Fußnägeln, nach wie vor den Menschen vorbehalten. Trotzdem können mechanische Pflegekräfte einige Vorteile gegenüber ihren menschlichen Gegenstücken vorweisen. Am offensichtlichsten ist, dass sie in der Lage sind, rund um die Uhr zu arbeiten. Wenn sie zuhause zum Einsatz kommen, können sie eine ganzheitliche Pflege und die Möglichkeit, zuhause zu altern, unterstützen.

Ein weiterer Vorteil: Wenn man sich auf die Technik verlässt, um täglich anfallende Aufgaben zu erledigen – zum Beispiel die Bodenpflege – kann dies zum Zeitmanagement beitragen. Senioren können die gesparte Zeit nun mit Freunden und Familie verbringen. Mühselige Hausarbeiten auf Roboter zu übertragen, lässt den älteren Personen außerdem mehr Zeit, in der Gesellschaft der Leute zu sein, die sich um sie sorgen – und nicht nur für sie.

Zudem besteht ein großer Unterschied zwischen der Gerätenutzung und dem Bitten um Hilfe. Die Tatsache, dass man sich auf Roboter als Haushaltshilfe verlässt, kann dazu führen, dass die ältere Person sich dadurch autonomer fühlt, als wenn sie um Hilfe hätte bitten müssen.

Interagieren mit Robotern

Doch diese schöne neue Welt der Roboter-Pflegerkräfte wird nicht Wirklichkeit, wenn wir die Roboter nicht benutzerfreundlich und intuitiv machen. Das heißt, dass die Art und Weise der Interaktion von großer Bedeutung ist. In meinem Labor arbeiten wir an Robotern, die durch Sprache mit Menschen interagieren können. Glücklicherweise zeigen neuste Forschungen des Pew Research Center, dass Alte die neue Technik mehr und mehr annehmen und verinnerlichen, so wie alle anderen auch.

Da es jetzt Roboter gibt, die einige Aufgaben komplett übernehmen können, versuchen Forscher wie Jenay Beer, Professorin für Informatik und Ingenieurswissenschaften an der Universiät in South Carolina, herauszufinden, bei welchen Aktivitäten die Senioren die meiste Hilfe brauchen und welche Art von Roboter sie dabei am ehesten akzeptieren würden.

Bis dahin müssen sich die Forscher folgendes fragen:

Fakt ist, dass wir nicht alle Antworten auf diese Fragen brauchen, um älteren Menschen zuhause die Hilfe durch Roboter zur Verfügung zu stellen.

Ein Blick in die Zukunft

Es gibt keine Zeit zu verlieren. Das Volkszählungsbüro schätzt, dass 15 Prozent der Amerikaner – also fast jeder sechste – im Jahr 2016 um die 65 Jahre alt oder älter war. Im Jahr 2000 waren es lediglich 12 Prozent. Demografen schätzen, dass im Jahr 2060 bereits jeder vierte in diese Altersklasse fallen wird. Das bedeutet, dass es dann 48 Millionen mehr ältere Menschen in den USA geben wird als jetzt.

Ich glaube, dass in diesem Zeitalter Roboter viele Aufgaben der Altenpflege übernehmen werden. Für einige Aufgaben wird dennoch menschliches Personal von Nöten sein und natürlich gibt es auch Menschen, für die die Hilfe von Robotern nie in Frage kommen wird. Aber wir können darauf wetten, dass Roboter den Menschen in Zukunft dabei helfen werden, zuhause zu altern – auch wenn sie dabei nicht wie Dienstboten oder Küchenhilfen aussehen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted)“Altenpflege“ by StockSnap [CC0 Public Domain]


The Conversation

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Zurück aufs Land – dank selbstfahrender Autos?

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Selbstfahrende Autos werden verändern, wie wir leben, und das in jeder möglichen Hinsicht. Doch sie werden nicht nur uns Menschen beeinflussen – die nahende Revolution in autonomem Verkehr hat auch signifikante Folgen für Tiere und Pflanzen. Naturschützer und Landschaftsplaner müssen sich mehr Gedanken über die Wirkung selbstfahrender Autos machen, und zwar ganz besonders, wenn es um die erneute Zersiedlung der Landschaft geht.

In mancher Hinsicht verheißen die vielseitigen Entwicklungen bei der Automobiltechnik Gutes für die Umwelt. Elektrische Autos werden vermehrt den Verbrennungsmotor ersetzen, womit zumindest theoretisch die Kohlenstoffdioxid-Emissionen und gesundheitsschädliche Luftverschmutzung verringert werden dürften.

Durch die Verringerung von Staus könnten selbstfahrende Autos auch unseren Energieverbrauch senken. Im Gegensatz zu menschlichen Fahrern können Computer den „Ziehharmonika“-Effekt“ des unnötigen Beschleunigens und Abbremsens vermeiden, der Verkehrsstaus verschlimmert. Sie würden sich nicht dazu hinreißen lassen, zu „gaffen“, wenn sie an einem Unfall vorbeikämen. Und da autonome Fahrzeuge nicht durch menschliche Reaktionszeiten eingeschränkt werden, könnte es sinnvoll sein, die Höchstgeschwindigkeit für sie auf größeren Strecken im Stadtbereich anzuheben.

Daher können selbstfahrende Autos eine Zukunft schnellerer Reisezeiten mit stark verringerter Beeinträchtigung der Umwelt bedeuten. Sie können sogar dafür sorgen, dass weniger Tiere überfahren werden. Aber es ist ebendiese Effizienz der selbstfahrenden Autos, die Raumplaner und Naturschützer vor eine Herausforderung stellt. Es könnte sein, dass die Städte immer dünner besiedelt werden.

Streben ins Ländliche

Autonome Fahrzeuge versprechen eine Zukunft, in denen Fahrgästen freisteht, ihre Zeit produktiv zu nutzen – beispielsweise zum Arbeiten. Die Fahrzeuge können sich selbst parken oder Teil eines Sharing-Fuhrparks sein, was noch mehr Zeit im Berufsverkehr einspart. Wenn nun auch die Fahrtzeiten immer kürzer werden, wird es immer mehr Gründe geben, außerhalb der Stadt zu leben.

Hier spielen sowohl Push- als auch Pull-Faktoren eine Rolle: Schwindelerregende Preise in den meisten Städten verdrängen die Bevölkerung aus den Stadtzentren, während gesunde Umgebung und grünes Leben die Menschen ins Hinterland ziehen. Der begrenzende Faktor der Ausbreitung in die Vorstädte ist meistens die Fahrtzeit, ob im öffentlichen Verkehr oder mit privaten Fahrzeugen. Selbstfahrende Autos sorgen dafür, dass diese Gleichung grundsätzlich nicht mehr so aufgeht, wie gewohnt.

Bestehende Planungsvorschriften orientieren sich an unserem derzeitigen Verkehrssystem. So sind zum Beispiel grüne, weitläufige Flächen darauf ausgelegt, eine Zerstädterung zu verringern, indem die Entwicklung innerhalb einer Pufferzone um ein Stadtgebiet eingeschränkt wird. Dennoch macht es der geringere Verkehr, der durch selbstfahrende Autos ermöglicht wird, leichter, außerhalb des grünen Gürtels zu leben und weiterhin im Innern zu arbeiten. Diese Flächen sind also in Gefahr, eine dünne Schicht in einem Sandwich aus immer weiter fortschreitender Suburbanisierung zu werden.

Das ist natürlich eine Herausforderung, die wir seit dem Aufstieg des Autos in den 1940er Jahren nicht mehr erlebt haben. Die von Raumplanern erdachten Lösungen sind jedoch auf menschengesteuerte Autos ausgerichtet worden – nicht auf die Zukunft mit einem fahrerlosen Verkehr.

Andere Beispiele, wie die Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden kann, schließen Naturschutzgebiete, Nationalparks und diverse “Gebiete herausragender natürlicher Schönheit” mit ein. Solche Gebiete haben entweder strikte Kontrollen für Bauprojekte oder lassen diese überhaupt nicht zu. Trotzdem sind es schöne Gebiete, um dort oder in der Nähe zu wohnen. Die nahende Revolution in der Automobilindustrie und die Möglichkeit, hinterm Steuer des computerisierten Fahrzeugs zu arbeiten, werden das Leben in solchen Gebieten vermehrt mit der Pendelei in die nächste Stadt in Verbindung bringen.

Überdruss der Stadt-Auswüchse

Das komplette Verschwinden von natürlichen Lebensräumen oder ihre Zersplitterung in immer kleinere Fragmente sind seit langem als einige der Hauptgründe für das Artensterben auf der ganzen Welt bekannt. Erneute Zersiedlung könnte dafür sorgen, dass das Ausmaß von Lebensraumverlust und -zerteilung immer größer wird. Diese Bedrohungen sind unter Naturschützern weit bekannt, aber es gibt unterschiedliche Ansichten, wie am besten darauf reagiert werden sollte.

Zum Beispiel empfehlen Öko-Modernisten eine Strategie des “land sparing”, bei der sich die Menschen auf die Stadtgebiete konzentrieren sollen und weite Landstriche unter Naturschutz gestellt werden. Es gibt viele kulturelle und ethische Probleme, die mit dem Einpferchen von Menschen in Städten einhergehen, aber die kurzfristigen Planungsschwierigkeiten durch autonome Fahrzeuge werden die Herausforderungen sogar noch verschärfen. Sie werden den Anspruch verstärken, in Gebieten leben zu wollen, die nicht geschont werden.

Als Alternative befürworten einige Naturschützer „Land-Sharing“, also das Teilen von Grundstücken, bei dem die Gemeinden die Art, wie wir landwirtschaftlich arbeiten und leben, neu anpassen, um mit Pflanzen und Tieren Seite an Seite zu leben. Autonome Fahrzeuge stellen erhebliche Herausforderungen für jeden der Ansätze dar, weil sie auf Straßen angewiesen sind, die wiederum die Landschaft zerpflügen.

Welcher Ansatz auch immer gewählt wird, wir müssen existierende Systeme und Vorschriften überarbeiten, um die vergrößerte Reichweite zu berücksichtigen, die den Verkehr für selbstfahrende Autos ermöglicht. Dies kann bedeuten, dass wir neue Regelungen für verschiedene Gebiete benötigen, um größere Landstreifen zu schützen als bisher. Mit Sicherheit werden weitere Entwicklungen grüner Infrastruktur, Lebensraum-Korridore und Grünstreifen verlangt werden.

Auch technische Lösungen können erforderlich sein. Dies wird wichtig, weil autonome Fahrzeuge auch unterirdisch gefahren werden müssten. Es ist möglich, sich eine Zukunft vorzustellen, in der die berühmten Bärenbrücken von Banff kleine Vorzeichen eines großen Programms sind, in dem Autobahnen mit jeder Menge Grün bewachsen sind. Das Umverlegen von Straßen in Tunnel wird nicht billig sein, aber es wird leichter werden, wenn menschliche Fahrer nicht mitgerechnet werden. Software-Fahrer sind weniger genervt von künstlichem Licht und effizienter darin, die Beeinträchtigung während der Bauarbeiten abzuschwächen.

Viele Naturschutzvorschriften basieren auf Planungen für die Welt, in der wir gerade leben. Strategische Planung von Naturschutz muss stattdessen wahrscheinliche Zukunftsszenarien berücksichtigen. Und in einer Zukunft der selbstfahrenden Autos ist es gut möglich, dass die Mega-Städte des 20. Jahrhunderts zu den Mega-Stadtwucherungen des 21. Jahrhunderts werden. Natürlich nur, solange sich nicht Raumplaner und Naturschützer diesen neuen Herausforderung stellen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Autos“ by Pexels (CC0 Public Domain)


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Die Industrielle Revolution lehrt uns die Zukunft der Automatisierung von Arbeit

Kohlekraftwerk (adapted) (Image by 526663 [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Während sich die Automatisierungstechnik und die künstliche Intelligenz stetig verbessert, sorgen sich viele Menschen über die Zukunft der Arbeit. Was werden die Menschen tun, sorgt sich so mancher, wenn Millionen Menschen keinen Job mehr haben? Wie werden sie sich und ihre Familien versorgen und welche Veränderungen werden eintreten (oder sind nötig), damit sich die Gesellschaft anpasst?

Viele Ökonomen sagen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Sie weisen darauf hin, dass große historische Veränderungen der Arbeit an sich und des Arbeitsmarktes – vor allem die Industrielle Revolution zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert – nicht zu wesentlichen sozialen Umbrüchen oder weit verbreitetem Leiden geführt haben. Diese Ökonomen sagen, dass die Menschen andere Jobs finden, wenn die Technologie Jobs zerschlägt. So lautet die Aussage eines Wirtschaftswissenschaftlers:

„Seit dem Beginn des industriellen Zeitalters besteht die wiederkehrende Angst, dass der technische Wandel eine Massenarbeitslosigkeit hervorbringen wird. Neoklassische Ökonomen sagten voraus, dass dies nicht geschehen wird, weil die Menschen andere Jobs finden werden, wenn auch möglicherweise erst nach einer langen Phase der schmerzhaften Anpassung. Im Großen und Ganzen hat sich diese Voraussage als korrekt erwiesen.”

Und sie haben Recht, wenn sie von der langen Phase der schmerzhaften Anpassung reden. Die Nachwirkungen der Industriellen Revolution beinhalteten zwei große kommunistische Revolutionen, die Zahl der Todesopfer betrug hier nahezu 100 Million. Der stabilisierende Einfluss des modernen Wohlfahrtsstaats zeichnete sich erst nach dem zweiten Weltkrieg ab, fast 200 Jahre nach dem Beginn der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert also.

Heutzutage, wo die Globalisierung und Automatisierung die Unternehmensproduktivität dramatisch steigern, stagnieren die Löhne. Die zunehmende Leistung der Automatisierungstechnologie und künstlicher Intelligenz bedeutet, dass noch mehr Schmerz folgen könnte. Bagatellisieren diese Ökonomen die historischen Aufzeichnungen, wenn sie die Zukunft voraussagen, indem sie uns im Wesentlichen sagen, wir sollen uns keine Sorgen machen, weil sich die Dinge in ein oder zwei Jahrhunderten bessern werden?

Der Wendepunkt ist erreicht

Um von der Industriellen Revolution zu lernen, müssen wir sie in den richtigen historischen Kontext setzen. Die Industrielle Revolution war ein Wendepunkt. Über viele tausend Jahre vorher war wirtschaftlicher Wachstum praktisch vernachlässigbar, grundsätzlich folgte er dem Bevölkerungswachstum: Die Bauern bauten mehr an als vorher, die Schmiede stellten mehr Werkzeuge her, aber die Menschen der frühen Ackerbaugesellschaften Mesopotamiens, Ägyptens, Chinas und Indiens hätten ihre Welt im Europa des 17. Jahrhunderts durchaus wiedererkannt.

Als aber Dampfkraft und industrielle Maschinen im 18. Jahrhundert hinzukamen, hob die wirtschaftliche Aktivität ab. Das Wachstum, das hier in einigen wenigen Jahrhunderten stattfand, war auf einer ganz anderen Skala wiederzufinden als alles, das vorher geschehen war. Jetzt gerade könnten wir an einem ähnlichen Wendepunkt, der von manchen als „vierte Industrielle Revolution“ bezeichnet wird, stehen. Jetzt erscheint alles, was in der Vergangenheit passiert ist, unbedeutend im Vergleich zu der potenziellen Produktivität und Profitabilität der Zukunft.

Eine falsche Vorhersage

Schnell unterschätzt man die Auswirkung von Globalisierung und Automatisierung, die da kommen mag – ich habe das selbst auch getan. Im März 2000 erreichte der NASDAQ Composite Index einen Höchststand und brach dann ein, womit er acht Billionen US-Dollar an Marktbewertungen innerhalb der folgenden zwei Jahre mit sich riss. Zur selben Zeit ermöglichte die globale Ausbreitung des Internets das Offshore-Outsourcing von Softwareproduktionen, was zu der großen Angst führte, dass Jobs in der Informationstechnologiebranche im großen Stil verschwinden könnten.

Die Association for Computing Machinery machte sich Sorgen darüber, was diese Faktoren für die Computerausbildung und Beschäftigung in der Zukunft bedeuten könnten. Ihre Studiengruppe, bei der ich Mitvorsitzender war, berichtete im Jahr 2006, dass es keinen wirklichen Grund gäbe, zu glauben, dass die Jobs in der Computerindustrie aus höher entwickelten Ländern abwandern würden. Die vergangene Dekade hat diesen Schluss untermauert.

Unser Bericht gestand aber zu, dass „Handelsgewinne unterschiedlich verteilt werden könnten“, was bedeutet, dass manche Individuen und Regionen Gewinn und andere Verlust machen würden. Außerdem war es eng auf die Informationstechnologieindustrie fokussiert. Hätten wir auf die Breitenwirksamkeit von Globalisation und Automatisierung in der Wirtschaft geachtet, hätten wir die größeren Veränderungen, die damals schon um sich griffen, möglicherweise gesehen.

Ausbreitung in der Herstellung

In beiden Industriellen Revolutionen, der ersten und der heutigen, schlugen sich die ersten Effekte in der Herstellung in der entwickelten Welt nieder. Durch den Austausch von Arbeitern durch Technologie verdoppelte sich die amerikanische Fertigungsproduktivität ungefähr zwischen 1995 und 2015. Als Ergebnis daraus erreichte die Beschäftigungsrate einen Höchststand um 1980 und nahm seit 1995 steil ab, während das Produktionsvolumen heutzutage ein Rekordhoch verzeichnet.

Anders als im 19. Jahrhundert aber verbreiten sich die Auswirkungen von Globalisierung und Automatisierung in den Entwicklungsländern. Die „Elephantenkurve“ des Ökonomen Branko Milanovic zeigt, wie Menschen, die 1998 nach ihrem Einkommen geordnet wurden, ein steigendes Einkommen bis zum Jahr 2008 erleben durften. Während das Einkommen der Armen stagnierte, führten die steigenden Einkommen in Schwellenländern hundert Millionen Menschen aus der Armut. Menschen, die an der Spitze der Einkommensskala standen, profitierten ebenfalls von der Globalisierung und Automatisierung

Das Einkommen der Arbeiter- und Mittelklasse in den entwickelten Ländern stagnierte allerdings. In Amerika ist beispielsweise das Einkommen von Produktionsmitarbeitern heutzutage inflationsbereinigt genauso hoch wie um das Jahr 1970. Nun kommt die Automatisierung auch in die Entwicklungsländer. Ein aktueller Bericht der International Labor Organization fand heraus, dass mehr als zwei Drittel der 9,2 Million Jobs in der südostasiatischen Textil- und Schuhbranche durch die Automatisierung gefährdet sind.

Das Ausmaß der Probleme anerkennen

Automatisierung und künstliche Intelligenz breiten sich nicht nur über die Welt aus, sie durchdringen auch ganze Wirtschaftssysteme. Buchhalter, Anwälte, Berufskraftfahrer und sogar Bauarbeiter – deren Jobs im Großen und Ganzen von der ersten Industriellen Revolution unbeeinträchtigt blieben – werden miterleben, wie sich ihre Arbeit wesentlich verändert, wenn sie nicht ganz von Computern übernommen wird.

Bis vor kurzem erkannte die gut ausgebildete berufliche Klasse, die auf der ganzen Welt vertreten ist, nicht, was mit der Arbeiter- und Mittelklasse in entwickelten Ländern geschah. Aber jetzt wird es auch mit ihnen geschehen. Die Ergebnisse werden alarmierend sein, zerstörerisch und unter Umständen lange anhalten. Die politischen Entwicklungen des letzten Jahres machen deutlich, dass das Thema des gemeinsamen Wohlstands nicht ignoriert werden kann. Es ist inzwischen offensichtlich, dass die Brexit-Abstimmung im Vereinigten Königreich und die Wahl des Präsidenten Donald Trump in Amerika zu einem Großteil durch sozioökonomische Missstände angetrieben wurden.

Unsere aktuelle Lage in Wirtschaft und Gesellschaft wird sich in bedeutender Weise verändern, ohne dass wir die Möglichkeit einfacher Abhilfen oder Anpassungenen haben, um ihre Auswirkungen zu verringern. Wenn man aber versucht, wirtschaftliche Vorhersagen zu treffen, die auf der Vergangenheit basieren, lohnt es sich, sich die Zurückhaltung des angesehenen israelischen Ökonomen Ariel Rubenstein aus seinem Buch „Economic Fables“ (2012) in Erinnerung zu rufen und diese zu praktizieren:

„Ich bin sehr damit beschäftigt, jede Interpretation zu verleugnen, dass ökonomische Modelle Schlussfolgerungen mit echtem Wert erzeugen.“

Rubinsteins Grundbehauptung, dass ökonomische Theorie uns mehr über ökonomische Modelle als über die wirtschaftliche Wirklichkeit verrät, ist eine Warnung: Wir sollten nicht nur auf Wirtschaftswissenschaftler hören, wenn es darum geht, die Zukunft der Arbeit vorherzusagen; wir sollten auch den Historikern zuhören, die ihren Vorhersagen oftmals eine tiefere historische Perspektive geben. Die Automatisierung wird das Leben vieler Menschen erheblich verändern, und zwar auf möglicherweise schmerzhafte und langanhaltende Weise.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kohlekraftwerk“ by 526663 (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Wir brauchen das Digitalministerium für den großen Sprung #BTW17

Flagge (adapted) (Image by karlherl [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wir wollen, wir werden, es gilt, es muss, wir möchten, es soll. Die Inflation der Unverbindlichkeiten in der Politik der Bundesregierung zur digitalen Agenda hatte in den vergangenen vier Jahren Wackelpudding-Niveau.

Mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck wird die Digitalisierung in den verschiedensten Ministerien nur mit minimaler Sauerstoffzufuhr versorgt. Im Tagesgeschäft blockiert man sich mit Ressort-Eitelkeiten. Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Wird sich das ändern? Schaut man sich das Wahlprogramm der CDU an, kann das bezweifelt werden.

„In den nächsten Jahren entscheidet sich, welche Länder bei der Digitalisierung erfolgreich und ganz vorne mit dabei sind. Dafür stellen wir die Weichen: Digitalisierung ist Chefsache. Deshalb wird im Bundeskanzleramt die Position eines ‚Staatsministers für Digitalpolitik’ neu geschaffen. Wir werden einen Kabinettsausschuss ‚Digitalpolitik’ einrichten, damit die Koordinierung zwischen den Ministerien weiter verbessert wird. Die Bundeskanzlerin wird einen ‚Nationalen Digitalrat’ berufen, der einen engen Austausch zwischen Politik und nationalen sowie internationalen Experten ermöglicht. Wir wollen, dass die klügsten Köpfe sich in den Dienst dieser Umgestaltung stellen“, heißt es hier.

Laber-Rituale auf Staatsminister-Niveau

Es geht wieder nur um interne Koordinierung, um Sitzungen, Konferenzen, Gremien und Posten – Laber-Rituale. Auf Bundesebene ist der Titel „Staatsminister“ eine auf Vorschlag des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin im Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesminister vom Bundespräsidenten verliehene Bezeichnung, an einen parlamentarischen Staatssekretär des Bundes für die Dauer seines Amtsverhältnisses oder für die Wahrnehmung einer bestimmten Aufgabe, ohne dass damit eine größere Machtfülle verbunden wäre. Und bei den Etats sieht es wohl auch eher mager aus. Wie viel wird wohl in den Haushaltsplan eingestellt für den Breitband-Ausbau – ohne auf die ausbau-unwillige Telekom oder die Wettbewerber zu verweisen? Was im CDU-Programm steht, sind Placebo-Maßnahmen.

Politik wird mit Etats gemacht

Die Relevanz von politischen Themen lässt sich abmessen an den Finanzgrößen im Haushaltsplan der Bundesregierung. Mit Etats wird Politik gemacht. Internet Governance-Experte Professor Wolfgang Kleinwächter hält ein Digitalministerium für unwahrscheinlich. Sollte es funktionieren, wäre es ein Superministerium, das in Kernbereiche nahezu aller anderen Ministerien hineinregieren müsste. „Auch im Verteidigungs- und im Entwicklungshilfeministerium sind ‚Cyber’ und ‚Digital’ mittlerweile Führungsschwerpunkte. Sinnvoller wäre es, einen mit entsprechenden Kompetenzen ausgestatteten Internet-Koordinator im Bundeskanzleramt anzusiedeln – das geht in die Richtung des CDU-Vorschlags. Eine solche Koordinierung haben die Chinesen 2013 eingeführt, wo die sogenannte ‚Cyber Administration of China’ (CAC) als Scharnier zwischen dem Präsidenten und den einzelnen Ministerien fungiert.“

Wir benötigen die Internet Plus-Schubkraft

Ich schätze Kleinwächter sehr. Aber der Vergleich mit China hinkt. Entscheidend ist die KP China – der Regierungskoordinator hat nichts zu melden. Die Parteinormen regieren das Land. Und hier ist das Programm Internet Plus entscheidend beim Umbau des Landes. Was Kleinwächter und die Merkel-Partei ins Spiel bringen, ist nach Ansicht von Professor Tobias Kollmann vom Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eindeutig zu wenig. „Wir brauchen ein eigenständiges Digitalministerium, um das Tempo der Digitalisierung zu erhöhen. Zur Zeit laufen wir international hinterher. Wir müssen jetzt aber doppelt so schnell laufen, um wieder nach vorne zu kommen.“

Gründung des Umweltministeriums war ein programmatisches Statement.

Deshalb sei eine zentrale Kraft vonnöten, die dieses Thema mit den entsprechenden Budgets anzieht. Man dürfe sich nicht wieder in verschiedenen Ressorts verlieren. „Es dauert viel zu lange, in allen Ministerien die digitale Kompetenz auf der Arbeitsebene einzuziehen. Wir brauchen ein starkes Digitalministerium, das diese Misere beseitigt und eine eigene politische digitale Identität entwickelt. Die haben wir im Moment nicht. Wir haben auch keine zentrale Stimme in Brüssel zu dieser Thematik.“

Kollmann vergleicht die Sogwirkung einer solchen Entscheidung mit der Schaffung des Umweltministeriums im Jahr 1986. Auch Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ökologie sind Querschnittsthemen – von Verkehr, Bauen, Landwirtschaft, Wirtschaft bis Bildung. Als Klaus Töpfer sein Amt als Bundesumweltminister antrat, war das ein klares programmatisches Statement für die Relevanz des Umweltschutzes. „Wenn man sieht, was sich danach entwickelt hat und wie wichtig die Umweltpolitik geworden ist, dann war es auch eine richtige Entscheidung“, erläutert Kollmann im StudioZ-Interview auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal.

Man müsse die Digitalisierung gleichberechtigt an den Kabinettstisch bekommen. „Ein Staatsminister darf zuhören, aber nicht viel entscheiden. Das ist zu wenig. In dieser Funktion wird mit einem überschaubaren Thema nur koordiniert. Deswegen hoffe ich inständig, dass man sich besinnt und das Thema größer denkt und den großen Sprung für eine große Vision wagt. Das geht nur aus einer Hand“, so Kollmann.

Das Notiz-Amt findet vor allem den Vergleich mit dem Bundesumweltministerium einleuchtend. Die neue Bundesregierung sollte dem Rat von Kollmann folgen.


Image (adapted) „Flagge“ by karlherl [CC0 Public Domain]


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Check-Up Ireland: Im Nordwesten was Neues

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Diesmal geht es nach Sligo.

Auf dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle gab es mal ein Lied „Wissenswertes über Erlangen“ von Foyer des Arts. Die Hitsingle fand sich auf dem Album mit dem tollen Namen „Von Bullerbü nach Babylon“. Fakt! So manch ein Leser fragt sich jetzt natürlich: „Ist der nun vollkommen durchgeknallt? Zu viel Guinness, oder was?“ Kein Grund zur Panik – der Song ist mir nur in den Sinn gekommen, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema (oder der Stadt) für die neueste Ausgabe meiner Kolumne zu beschäftigen. Was gibt es also Wissenswertes über Sligo? Ich könnte mit meinem Wissen „protzen“, dass der Torwart des abstiegsbedrohten Fußballclubs Sligo Rovers den irischen Vornamen Michéal und den deutschen Nachnamen Schlingermann (Opa aus Duisburg) trägt, was aber nur wieder zu Fragen über Guinness führen würde. Stattdessen möchte ich davon berichten, dass nach Jahrzehnten, in denen Sligo von schmutzigen Fabriken und von der Pharmaindustrie geprägt wurde, es nun etwas Neues im Nordwesten gibt – digitale Startups.

Selten hat ein Coworking-Space so einen treffenden Namen gehabt wie diesen: „Building Block“. Und auch das Motto passt: „Move in. Move up.“ Firmen, die an einem Tisch im Erdgeschoss begonnen haben, setzen ihr Wachstum in den oberen Stockwerken fort. Zur Zeit beherbergt das Erdgeschoss 32 (demnächst 38) Fulltime-Desks und 7 Hotdesks. Im ersten Stock stehen 60 Desks und im zweiten Stock finden bis zu 80 Leute Platz. Noch wird der zweite Stock zwar nicht genutzt, was aber nur noch eine Frage der Zeit ist, denn Sligo hat Momentum. Viele junge, gut ausgebildete Fachkräfte, stemmen sich gegen den zuvor Jahrzehnte anhaltenden Trend der Auswanderung und versuchen ihr Glück in der Heimat.

Ein Beispiel ist Noel Dykes und sein Startup „Frankli“, das Software für das Personalwesen entwickelt. Nach Jahren, die er als Software Consultant in Neuseeland verbracht hatte, entschied sich Noel für die Heimat als Standort für sein eigenes Unternehmen. Und das aus mehreren Gründen: Niedrige Kosten (etwa im Vergleich zu Dublin, Cork oder Galway), kurze Wege, aber auch schöne Wege – die Stadt Sligo ist hübsch wenn es darum geht, sich mal kurz die Füße zu vertreten und eine kurze Autofahrt führt in malerische Landschaften in der umliegenden Grafschaft mit gleichem Namen.

Dass Noel nicht allein mit seinem Denken und Enthusiasmus ist, zeigen auch die monatlichen Startup Meetups in Sligo. Die Organisatoren der Meetups hatten festgestellt, dass es zwar eine gute Anzahl von Startups in Sligo gibt, es aber an Struktur und Networking mangelte. Mittlerweile tauscht man sich aus und lernt von Fehlern oder Errungenschaften – entweder von Nachbarn oder von Gästen, die nach Sligo kommen, um von ihren Erfahrungen zu berichten und Tipps zu geben. Im Durchschnitt versammeln sich jetzt 30 Gründer bei den Meetups.

Auch das „North West Regional Assembly“ – kurz NWRA, das staatliche und EU-Fördergelder koordiniert – ist voll des Lobes über Institutionen wie den „Building Block“ oder Veranstaltungen wie die „Startup Meetups“. Die Region Sligo hat gerade den begehrten „Entrepreneurial Region Award“ der EU für 2018 gewonnen und man ist beim NWRA fest entschlossen, dies als weiteren Schub zu nutzen, um Innovation in der Region voranzutreiben. Die Infrastruktur der Region kann sich sehen lassen: Neben den privatwirtschaftlichen Elementen, die ich oben genannt habe, gibt es auch noch die Fachhochschule „IT Sligo“ und der von der staatlichen Wirtschaftsförderung IDA betriebenen Business Park in Finisklin und Ballina – wo das transatlantische Glasfaser-Kabel aus den USA irisches Licht erblickt – ist auch nicht weit.

Die besten Voraussetzungen sind also gegeben, um Tech-Startups, die nach dem Motto „Think globally, act locally“ handeln, eine Basis für eine Zukunft mit stetem Wachstum zu ermöglichen. Und wer weiß? Vielleicht wächst eines dieser digitalen Startups zum globalen Tech-Giganten, wird die Sligo Rovers finanziell unterstützen und am Ende dem „Moving up“ im „Building Block“ auch sportliche Höhenflüge in Sligo folgen lassen. Und beim Champions League Spiel gegen die Bayern lassen wir dann „Foyer des Arts“ singen.


Image (adapted) „CliffofMoher“ by weareaway (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner der me Convention

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Die me Convention feiert in diesem Jahr seine Premiere und ihr könnt dabei sein. Unter unseren Lesern verlosen wir 2×2 Tickets für die Konferenz von Mercedes-Benz und South by Southwest. Nehmt bis zum 04.September teil und gewinnt mit etwas Glück zwei Tickets für die Konferenz. Wir wünschen euch viel Erfolg! Teilnahmebedingungen


#CreateTheNew ist das Motto der ersten „me Convention“ in der Festhalle in Frankfurt am Main. Gemeinsam haben South by Southwest und Mercedes-Benz  vom 15. Bis 17. September während der Internationalen Automobilausstellung eine Konferenz organisiert, die eine Diskussion über Zukunftsthemen anregen soll. Die Konferenz soll Kreativen aus verschiedensten Bereichen eine Plattform für Dialog, Interaktion, Networking aber auch Unterhaltung bieten. Denn neben Keynotes und Expertentalks sind auch Filmvorführungen, ein Musikalisches Programm und verschiedene Kulinarische Events geplant. Auftreten werden unter anderem Beth Ditto und das Hamburger Kollektiv Beginner.

Mit South by Southwest hat Mercedes-Benz einen etablierten Partner gefunden, das Veranstaltungsformat aus Austin, Texas ist seit 1987 ein Anlaufpunkt für Kreative weltweit. SXSW ist bekannt für seine Messen und Festivals rund um die Interaktions-, Film- und Musikindustrie.

Die fünf Leitthemen

Aus dem CASE-Zukunftskonzept von Mercedes-Benz – Connected, Autonomous, Shared & Electric – wurde für die me Convention ein vielseitiges Themenkonzept entwickelt:

  • New Creation dreht sich um neue Herangehensweisen, Produktionswege und neue Technologien, die zu einer neuen Art des Denkens führen können. Das Thema soll Teilnehmer inspirieren und zeigen was mit neuen Technologien möglich gemacht werden kann.
  • New Leadership zeigt die sich verändernde Beziehung zur Arbeit, wie neue Führungsstile Risiken eingehen, wie Flexibilität zu Innovation innerhalb von Unternehmen führen kann.
  • New Realities beschreibt die Verschmelzung von analogem und digitalem Leben, dem Schaffen einer neuen Realität, einer neuen Art zu leben, kommunizieren und zu arbeiten. Hier stehen Themen wie künstliche Intelligenz, Gen-biologie und vieles Weiteres auf dem Programm.
  • New Urbanism steht im Zeichen von Infrastruktur bis hin zu Architektur und behandelt alles was die Entwicklung von Lebensräumen einschließt, soziale Probleme oder Versorgung.
  • New Velocity zeigt wie sich unsere Entwicklung beschleunigt in einer sich immer verändernde Welt. Gesellschaften und technische Neuerungen gibt es täglich, wie wir damit umgehen wird in diesem Thema behandelt.

Bring your pens

Mehr als 150 Speaker werden in den verschiedenen Panels, Talks und Workshops erwartet. Außerdem wird unter anderem Kurator und künstlerischer Direktor der Londoner Serpentine Galleries, Hans Ulrich Obrist, seine aktuelle Ausstellung „The Handwriting Project“ als Zeichen gegen den Verlust der Handschrift im digitalen Zeitalter präsentieren.

Viele spannende Speaker aus verschiedenen Bereichen werden einen Beitrag zum Dialog über die Gestaltung der Zukunft leisten, unter anderem der ehemalige Astronaut der Apollo 11 und Raketenforscher Buzz Aldrin, Avangarde-Künstler und erster staatlich annerkanter Cyborg Neil Harbisson, der tibetanische Mönch Gelong Thubten, Nick Foster, Head of Design bei X – Googles „Moonshot Technology“ Fabrik und viele weitere internationale Entrepreneure, Forscher und Futuristen. Dazu sei gesagt: Alle Vorträge und Veranstaltungen werden auf Englisch sein.

Wenn die Convention schließt, beginnt das prall gefüllte Abendprogramm in den Urban Hotspots Frankfurts. Drinks, Essen, Konzerte, Ausstellungen und Kinobesuche – die Möglichkeiten sind zahlreich.

Wer dabei sein möchte, kann sich auf der Webseite von South by Southwest sein Ticket sichern. Studierende aufgepasst! Für Studenten ist ein besonderer Rabatt eingeplant, über den man sich auf der Website informieren kann. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, also seid dabei schreibt sie mit. Wir wünschen euch viel Spaß!

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • BACKUP-TOOLS t3n: 10 Backup-Tools für Unternehmen: Wir kennen das alle, der PC stürzt ab, ein Mitarbeiter hat die wichtigen Unterlagen mit in den Urlaub genommen oder das Horror-Szenario, jemand stiehlt den Laptop. Ärgerlich wenn dann auf einmal die schönen Urlaubsfotos weg sind, noch ärgerlicher, wenn es sich um wichtige Unterlagen für die Firma handelt. Damit man vor so etwas geschützt ist, stellt dieser Artikel jetzt die wichtigsten Backup-Tools für Unternehmen vor. Unter anderem wird der Horizon Driver Clone gezeigt, der ganze System-Backups ermöglicht, sowie Mozy, der auch einzelne, spezifische Daten speichert. Ob die Daten dann über eine Cloud oder doch lieber direkt im Unternehmen festgelegt werden sollen, bleibt dann jedem selbst überlassen.

  • APPLE golem: iOS 11 bekommt Polizei-Taste: Apple hat jetzt in iOS 11 eine Funktion eingebaut, die das Wählen von Notrufnummern vereinfacht. Einfach fünfmal den Einschaltknopf drücken und schon ist die Notrufnummer eingeblendet. Eine zusätzliche Hilfestellung, gerade für Strafbehörden, ist das automatische Deaktivieren von dem Touch-ID-Fingerabdruckscanner. So können Behörden in Mordfällen schneller an wichtige Daten herankommen, die der Aufklärung des Falles dienen. Noch ist diese Funktion nur bei dem aktuellen Beta 6 von iOS 11 vorhanden, dem iPad fehlt sie derzeit.

  • HACKING GADGETS heise: Gefahr durch frei verkäufliche Hacking-Gadgets: Wird Hacking denn nun für jeden möglich? Hackerangriffe gehen derzeit dauernd durch die Medien und die passenden Werkzeuge dazu scheinen jetzt auch in Online-Shops erhältlich. Ob das Abgreifen von Daten oder das Zerstören von der Hardware, diese Hacking-Gadgets können in den falschen Händen die neue Cyber-Waffe werden. Gefährlich ist zum einen der geringe Preis, der viele dazu motivieren könnte, solche Gadgets „auszuprobieren“, zum anderen die Gewissheit, dass nicht einmal die aktuellsten Virenscanner schützen können. 15 von diesen Werkzeugen hat c’t im Labor getestet und stellt sie jetzt vor.

  • KARRIERE gruenderszene: „Du musst doppelt so hart arbeiten wie ein Mann“: Anne Boden ist Managerin und gründete 2013 ihre eigene Bank Starling in London. Damals, als sie in den 80ern Computerwissenschaften studierte, war es als Frau schwierig im Bereich von Banking und Tech Fuß zu fassen, doch daran hat sich nichts geändert. Dabei sei es wichtig, dass auch Frauen die Möglichkeit haben in solchen Unternehmen erfolgreich sein zu können. Und es sei auch wichtig, dass sich die Frauen dafür nicht verändern bzw. anpassen müssen, meint sie, sondern einfach einen guten Job machen, wie jeder andere. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung waren die Quoten, die zwar auch viele Frauen als überflüssig empfinden, ohne die sich jedoch nichts ändern werde, so Anne Boden.

  • SIRI wired: Drei Fragen an den Siri-Erfinder über die Zukunft smarter Assistenten: Wie wird sich unsere Zukunft mit den smarten Assistenten bei uns zuhause entwickeln? Drei Fragen an den Siri-Erfinder bieten uns einen kleinen Einblick in das, was kommen könnte. Derzeit sei Siri zwar noch etwas primitiv, eine lernfähige Künstliche Intelligenz sei laut Siri-Erfinder Adam Cheyer jedoch in der Entwicklung und er ist sich sicher, wird es dazu kommen, werden sie eine genau so große und flächendeckende Umstellung bedeuten, wie heute die Smartphones. Dennoch sagt er auch, dass sich nicht alles ändern muss, viel eher werden Künstliche Intelligenzen helfen, unseren Alltag noch mehr zu erleichtern, indem mehrere Funktionen, die jetzt über verschiedene Apps getätigt werden, zusammengefasst werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg auf dem die Firmen fleißig investieren werden.

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Länderregeln: Das ‚Splinternet‘ ist vielleicht die Zukunft des Internets

Studie (adapted) (image by varunkul01 [CC09 via pixabay)

Die beiden Magazine “The Economist” und “WIRED” sind wegen des “Splinternet” besorgt. Die britische Forschungsorganisation NESTA denkt, dass es das World Wide Web, so wie wir es kennen, zerbrechen könnte. Was aber steckt hinter der Idee mit dem seltsamen Namen? Das Konzept dahinter ist, dass die Erfahrungen der Nutzer aus verschiedenen Ländern, beispielsweise in der Türkei und Australien, sich deutlich unterscheiden.

Reisende, vor allem in China, werden dieses Phänomen kennen. Dank der strikten Kontrolle der Regierung, müssen sie dir Suchmaschine Baidu benutzen und können nicht auf Facebook oder Nachrichtenseiten, wie beispielsweise den „Economist“ oder die New York Times, zugreifen.

Wir beobachten einen zunehmenden Splinternet-Effekt durch regional geblockte Inhalte. Auch müssen sich Firme an unterschiedliche und oftmals widersprüchliche länderspezifische Praktiken, Regeln und Gerichtsentscheidungen halte.

Diese Art von Spannungen ist besonders bei Firmen wie Google, Facebook und Twitter erkennbar. Diese Plattformen werden in fast jedem Land benutzt. Die einzelnen Regierungen bestehen immer stärker darauf, dass sich die Firmen an lokale Gesetze und kulturelle Normen halten, wenn es um Fragen wie den Zugang oder die Inhalte geht.

Das Internet war nie wirklich offen

Die Idee des Internets als unabhängige, globale und unkontrollierte Plattform war schon immer eher eine Idealvorstellung. Selbst am Höhepunkt, der Techno-Futuristischen Rhetorik über das Potential des Internets nationale Grenzen zu übersteigen, gab es immer Ausnahmen.

Die Kommunistische Partei in China verstand schon am Anfang, dass das Internet nur eine neue Medienform war. Und Medienkontrolle war ein Kernpunkt für die nationale Souveränität und deren Autorität. Aber das Splinternet verweist auf eine stärkere Tendenz Gesetze und Regulierungsbefugnisse innerhalb territorialer Zuständigkeiten einzusetzen, um digitale Aktivitäten einzuschränken.

Einen Anfang stellten Edward Snowdens Enthüllungen imJahr 2013 dar. Die Dokumente, die er veröffentlichte, legten nahe, dass die NSA mit ihrem Überwachungsprogramm PRISM Informationen der Benutzer weltweit von Google, Facebook, Apple und Yahoo sammelte. In Ländern wie Brasilien, wo die Kommunikation zwischen Spitzenpolitiker abgefangen wurde, beschleunigte diese die Entwicklung von nationalen Internetkontrollen. Brasiliens “Marco Civil da Internet law” verpflichtetweltumspannende Firmen, sich an brasilianische Datenschutzgesetze zu halten.

Ist das schlecht?

Bis jetzt bestand ein großer Teil der Anziehung des Internets daraus, dass es durch den Inhalt der Benutzer und deren Präferenzen angetrieben wurde und nicht durch Regierungen. Aber die Leute werden immer Aufmerksamer in Hinblick auf Volksverhetzung, gezielten Missbrauch, Extremismus, Fake News und anderen unangemessenen Aspekten der Online Kultur. Frauen, Menschen mit anderen Hautfarben und bestimmte Religionen werden überdurchschnittlich oft im Internet angegriffen.

Akademiker wie Tarleton Gillespie und Prominente wie Stephen Fry sind Teil einer wachsenden Ablehnung von typischen Antworten der Plattformbetreiber: Dass diese nur Technologiefirmen und -Vermittler sind und sich deswegen nicht in die Meinungsäußerung einmischen können.

Ein Bericht des britischen House of Commons über Hassverbrechen und die gewalttätigen Folgen gibt an: Es gibt eine Vielzahl von Beweisen, dass diese Plattformen benutzt werden um Hass, Missbrauch und Extremismus zu verbreiten. Dieser Trend wächst weiterhin mit einer alarmierenden Rate, aber wird nicht kontrolliert. Und selbst dort, wo es illegal ist, wird es größtenteils nicht überwacht.

 

Wenn wir sagen, dass Volksverhetzung online überwacht werden sollte, kommen zwei offensichtliche Fragen auf: Wer würde es tun – und auf welcher Grundlage? Aktuell werden Inhalte auf den größten Plattformen von den Firmen selbst überwacht. Die „Facebook Files“ des „Guardian“ zeigen den Umfang und die Grenzen einer solchen Moderation auf. Wir werden vielleicht sehen, dass Regierungen immer mehr bereit dazu sind einzuschreiten und so die Benutzer Erfahrungen weiter fragmentieren werden.

Faires Spiel für alle

Es gibt weitere aktuelle Sorgen im Splinternet. Eine ist die Frage der Gleichheit zwischen Technologie Firmen und traditionellen Medien. Marken wie Google, Apple, Facebook, Microsoft, Netflix und Amazon verdrängen traditionelle Mediengiganten. Und trotzdem sind Film, Fernsehen, Zeitungen und Magazine immer noch stärkerer länderspezifischen Regeln und öffentlicher Überwachung ausgesetzt.

So muss das australische Netzwerk für Fernsehwerbung sich in Hinblick auf Material und jugendfreie Inhalte immer noch an ortsspezifische Regulierungenn halten . Allerdings gelten diese nicht für YouTube oder Netflix, obwohl immer mehr Zuschauer und Werber zu diesen Anbietern wechseln. Es wird immer offensichtlicher für Mediengesetzgeber, dass bereits bestehende Regelungen nutzlos sind – es sei denn, sie weiten sich auch auf den Onlinebereich aus.

In Australien versuchte die “Convergence Review” dies bereits 2012 anzusprechen. Diese empfahl, dass Medienregulierungen auf “Content Service Enterprises” angewandt werden sollten welche eine bestimmte Größe erreichen, anstatt die Regeln auf einer spezifischen inhaltstragenden Plattform aufzubauen.

Brauchen wir überhaupt ein Splinternet?

Wir werden uns auf ein Splinternet zubewegen – es sei denn, wir schaffen es, dass neue globale Regeln geschaffen werden können. Diese müssen die Vorteile der Offenheit und den Wunsch kombinieren, dass Onlineplattformen im Interesse der Öffentlichkeit handeln. Trotzdem riskieren wir den Verlust der nahtlosen Onlinekommunikation, wenn Plattformbetreiber sich durch ein Dickicht komplexe nationaler Gesetze und Regelungen kämpfen müssen.

Der Druck, hierfür möglichst bald eine passende Lösung zu finden, liegt nicht nur bei den Regierungen und Regulierern, sondern auch bei den Plattformen selbst. Deren Legitimität in den Augen der Benutzer ist, um es mit den Worten von Mark Carney, dem Vorstand der Bank of England zu sagen, eine “social licence to operate”. Obwohl Google, Facebook, Apple, Amazon, Netflix und andere weltweit arbeiten, sollten sie sich im Klaren sein, dass die Öffentlichkeit von ihnen erwartet, eine Macht für die soziale Vorsorge vor Ort zu sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Studie“ by varunkul01 (CC0 Public Domain)


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Künstliche Intelligenz: Wovor die Forscher sich fürchten

Roboter (adapted) (image by Ramdlon CC0] via pixabay)

Als KI-Forscher begegne ich oft dem Umstand, dass viele Menschen Angst haben, was KI für die Zukunft bedeuten könnte. Angesichts der Geschichte und der Unterhaltungsindustrie ist es wohl wenig überraschend, dass wir Angst vor einer kybernetischen Machtübernahme haben, die uns zwingt, eingesperrt zu leben wie in der „Matrix“ – als eine Art menschliche Batterie.

Und doch ist es schwer für mich, von den evolutionären Computermodellen aufzusehen, die ich nutze, um die KI zu entwickeln. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die unschuldigen, animierten Kreaturen auf meinem Bildschirm die Ungeheuer der Zukunft werden könnten. Könnte ich „der Zerstörer der Welten“ werden, wie Oppenheimer klagte, nachdem er die Konstruktion der ersten Atombombe leitete?

Ich würde den Ruhm mitnehmen, denke ich, aber vielleicht liegen die Kritiker tatsächlich richtig. Vielleicht sollte ich aufhören, mich um die folgende Frage zu drücken: Habe ich, als KI-Experte Angst vor künstlicher Intelligenz?

Angst vor dem Unvorhergesehenen

Der Supercomputer HAL 9000, der von dem Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke erdacht und von dem Filmregisseur Stanley Kubrick in „2001: Odyssee im Weltraum“ zum Leben erweckt wurde, ist ein gutes Beispiel für ein System, das wegen unbeabsichtigter Auswirkungen fehlschlägt. Bei vielen komplexen Systemen – der RMS Titanic, dem Space Shuttle der NASA und dem Kernkraftwerk in Tschernobyl, verbinden Ingenieure viele verschiedene Komponenten miteinander. Die Konstrukteure haben wohl gewusst, wie jedes Element einzeln gearbeitet hat, aber sie wussten nicht genug darüber, wie sie alle zusammen arbeiteten.

Das führte zu Systemen, die niemals vollständig verstanden werden konnten und daher auf unvorhersehbare Weise versagten. Bei jeder Katastrophe – ein Schiff versenken, zwei Shuttles zur Explosion bringen und radioaktive Kontaminationen in ganz Europa und Asien freisetzen – wirkte eine Reihe von relativ kleinen Fehlern zusammen, um eine Katastrophe zu verursachen.

Ich sehe die Gefahr, dass wir in der KI-Forschung in die gleiche Falle laufen könnten. Wir betrachten die neuesten Forschungsergebnisse aus der Kognitionswissenschaft, übersetzen das in einen Algorithmus und fügen diesen zu einem bestehenden System hinzu. Wir versuchen, KI zu konstruieren, ohne Intelligenz oder Kognition vorher zu verstehen.

Systeme wie Watson von IBM und Alpha von Google statten künstliche neuronale Netze mit enormer Rechenleistung aus und machen Unmögliches möglich. Doch wenn diese Maschinen Fehler machen, verlieren sie bei „Jeopardy!“ oder scheitern daran, einen Go-Meister zu besiegen. Das wird nicht die Welt verändern – in der Tat ist das Schlimmste, was dabei passieren könnte, dass man etwas Geld beim Wetten verliert, wenn man auf den Computer gesetzt hat.

Aber da KI-Konstruktionen noch komplexer und Computer-Prozessoren noch schneller werden, werden sich ihre Fähigkeiten weiter verbessern. Wir werden ihnen mehr Verantwortung übergeben, auch wenn das Risiko von unbeabsichtigten Konsequenzen dabei steigt. Wir wissen, dass irren menschlich ist, somit ist es wohl unmöglich für uns, ein wirklich sicheres System zu entwickeln.

Angst vor Missbrauch

Ich bin nicht sehr besorgt über unbeabsichtigte Konsequenzen bei den künstlichen Intelligenzformen, die ich entwickle, indem ich einen Ansatz namens Neuro-Evolution nutze. Ich generiere virtuelle Umgebungen und entwickle digitale Lebewesen und deren Gehirne, um immer komplexere Aufgaben zu lösen. Die Leistungen der Geschöpfe werden dann ausgewertet. Diejenigen, die die beste Leistung bringen, werden ausgewählt, um sich zu reproduzieren und die nächste Generation zu erschaffen. Über viele Generationen entwickeln diese Maschinen-Kreaturen kognitive Fähigkeiten.

Im Moment machen wir nur winzige Schritte, um Maschinen zu entwickeln, die einfache Navigationsaufgaben erledigen können, einfache Entscheidungen treffen oder sich an ein paar Bits erinnern. Aber bald werden wir Maschinen entwickeln, die komplexere Aufgaben ausführen können und eine viel bessere allgemeine Intelligenz haben werden. Letztlich hoffen wir, Intelligenzen von menschlichem Niveau zu erschaffen.

Auf dem Weg dorthin finden und beseitigen wir Fehler und Probleme durch den Prozess der Evolution. Mit jeder Generation werden die Maschinen besser in der Handhabung der Fehler, die in früheren Generationen aufgetreten sind. Das erhöht die Chancen, dass wir ungewollte Auswirkungen in der Simulation finden werden, die dann eliminiert werden können, bevor sie jemals in der realen Welt eingesetzt werden.

Eine andere Möglichkeit, die in entfernterer Zukunft auftreten wird, besteht darin, evolutionäre Prinzipien zu nutzen, um die Ethik der künstlichen Intelligenzsysteme zu beeinflussen. Es ist wahrscheinlich, dass menschliche Ethik und Moral, wie Vertrauenswürdigkeit und Altruismus, ein Ergebnis unserer Evolution sind – und ein Faktor unseres Fortbestehens. Wir könnten unsere virtuellen Umgebungen so aufbauen, dass sie evolutionäre Vorteile für Maschinen bieten, die Güte, Ehrlichkeit und Empathie zeigen. Dies könnte ein Weg sein, um sicherzustellen, dass wir mehr gehorsame Diener oder vertrauenswürdige Begleiter und weniger rücksichtslose Killer-Roboter entwickeln.

Obgleich die Neuro-Evolution die Wahrscheinlichkeit von unbeabsichtigten Auswirkungen verringern könnte, verhindert sie keinen Missbrauch. Aber das ist eine moralische Frage, keine wissenschaftliche Frage. Als Wissenschaftler muss ich meiner Verpflichtung zur Wahrheit folgen und berichten, was ich bei meinen Experimenten herausfinde, ob ich die Ergebnisse nun mag oder nicht. Mein Fokus liegt nicht darauf, zu bestimmen, ob ich etwas mag oder akzeptiere; es kommt nur darauf an, dass ich es aufdecken kann.

Angst vor falschen sozialen Prioritäten

Ein Wissenschaftler zu sein, entbindet mich allerdings nicht von meiner Menschlichkeit. Ich muss mich auf irgendeiner Ebene wieder mit meinen Hoffnungen und Ängsten auseinandersetzen. Als moralisches und politisches Wesen muss ich die möglichen Implikationen meiner Arbeit und ihre möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft berücksichtigen.

Als Forscher und als Gesellschaft haben wir noch keine klare Vorstellung davon, was die KI tun oder werden soll. Zum Teil natürlich, weil wir noch nicht wissen, wozu sie fähig ist. Aber wir müssen entscheiden, worin die gewünschte Auswirkung fortgeschrittener KI besteht. Ein großer Bereich, dem die Menschen ihre Aufmerksamkeit widmen, ist die Erwerbstätigkeit. Roboter können bereits harte Arbeit wie Autoteile schweißen selbständig durchführen. Eines Tages könnten sie auch kognitive Aufgaben übernehmen, die wir einst für eindeutig menschlich hielten. Selbstfahrende Autos könnten Taxifahrer ersetzen; autonome Flugzeuge könnten Piloten ersetzen.

Anstatt medizinische Hilfe in einer Notaufnahme von potenziell übermüdeten Ärzten zu bekommen, könnten die Patienten eine Untersuchung und Diagnose von einem Expertensystem mit sofortigem Zugriff auf alle medizinischen Kenntnisse erhalten, die jemals gesammelt wurden – und die Operation von einem unermüdlichen Roboter mit einer vollkommen ruhigen „Hand“ durchführen lassen. Rechtsberatung könnte aus einer allwissenden juristischen Datenbank kommen; Anlageberatung könnte aus einem Markt-Vorhersage-System kommen.

Vielleicht werden eines Tages alle menschlich besetzten Arbeitsplätze von Maschinen übernommen. Sogar mein eigener Job könnte von einer großen Anzahl von Maschinen, die unermüdlich erforschen, wie man noch intelligentere Maschinen herstellt, schneller erledigt werden.

In unserer heutigen Gesellschaft verdrängt die Automatisierung Menschen aus ihren Arbeitsplätzen und macht die Leute reicher, die die Maschinen besitzen – und alle anderen ärmer. Das ist kein wissenschaftliches Problem; es ist ein politisches und sozioökonomisches Problem, das wir als Gesellschaft lösen müssen. Meine Forschung wird das nicht ändern, obwohl mein politisches Selbst – zusammen mit dem Rest der Menschheit – möglicherweise in der Lage sein wird, Umstände zu schaffen, in denen die KI einen vorteilhaften Effekt für die Masse haben wird, anstatt die Diskrepanz zwischen dem einen Prozent und dem Rest von uns zu erhöhen.

Angst vor dem Albtraum-Szenario

Es gibt eine letzte Angst, verkörpert von HAL 9000, dem Terminator und einer unüberschaubaren Anzahl von anderen fiktiven Superintelligenzen: Wenn die KI sich weiter verbessert, bis sie die menschliche Intelligenz übertrifft, wird dann ein superintelligentes System (oder mehrere davon) zu der Erkenntnis gelangen, dass Menschen nicht mehr gebraucht werden? Wie werden wir unsere Existenz im Angesicht einer Superintelligenz rechtfertigen, die Dinge tun kann, die Menschen niemals tun könnten? Können wir vermeiden, dass wir von den Maschinen, die wir selbst erschaffen haben, ausgelöscht werden?

Die zentrale Frage in diesem Szenario ist: Warum sollte eine Superintelligenz uns erhalten? Ich würde so argumentieren, dass ich ein guter Mensch bin, der vielleicht sogar dazu beigetragen hat, die Superintelligenz zu erschaffen. Ich würde das Mitgefühl und die Empathie ansprechen, um die Superintelligenz zu veranlassen, mich, eine mitfühlende und einfühlsame Person, am Leben zu halten. Ich würde auch argumentieren, dass die Vielfalt einen Wert an sich hat, und dass das Universum so absurd groß ist, dass die Existenz der Menschheit in ihm wahrscheinlich überhaupt keine Rolle spielt.

Aber ich spreche nicht für die ganze Menschheit, und ich finde es schwer, für uns alle ein überzeugendes Argument zu liefern. Wenn ich einen scharfen Blick auf uns alle zusammen werfe, sehe ich viel Falsches: Wir hassen uns gegenseitig. Wir führen Krieg gegeneinander. Wir gewähren keinen gleichberechtigten Zugang zu Essen, Wissen oder medizinischer Hilfe. Wir verschmutzen den Planeten. Es gibt viele gute Dinge in der Welt, aber all das Böse schwächt die Argumente für unsere Existenzberechtigung.

Glücklicherweise müssen wir unsere Existenz noch nicht rechtfertigen. Wir haben noch etwas Zeit – etwa 50 bis 250 Jahre, je nachdem wie schnell sich die KI entwickelt. Als Spezies können wir zusammen kommen und eine gute Antwort darauf finden, warum eine Superintelligenz uns nicht auslöschen sollte. Aber das wird schwierig werden: Zu sagen, dass wir Vielfalt begrüßen, und danach zu handeln, sind zwei verschiedene Dinge – genau so, wie zu sagen, dass wir den Planeten retten wollen, und es dann erfolgreich umzusetzen.

Wir alle – jeder für sich und wir als Gesellschaft, müssen uns auf dieses Albtraum-Szenario vorbereiten, indem wir die Zeit nutzen, die wir noch haben, um zu zeigen, warum unsere Kreationen uns weiterhin leben lassen sollten. Oder wir könnten uns entschließen, daran zu glauben, dass das nie passieren wird, und aufhören, uns Sorgen zu machen. Aber unabhängig von den physischen Bedrohungen, die Superintelligenzen darstellen können, stellen sie auch eine politische und ökonomische Gefahr dar. Wenn wir keinen Weg finden, unseren Reichtum besser zu verteilen, werden wir den Kapitalismus weiter anheizen, indem wir KI-Arbeitskräfte beschäftigen, die nur den wenigen Menschen dienen, die alle Produktionsmittel besitzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Roboter“ by Ramdlon (CC0 Public Domain)


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Google Translate & Co: Wie wir in Zukunft übersetzen werden

stift (adapted) (image by TeroVesalainen [CC0] via pixabay

Stellen wir uns eine Welt vor, in der jeder den anderen perfekt verstehen kann. Die Sprache wird übersetzt, während wir sprechen, und unangenehme Momente bei dem Versuch, verstanden zu werden, gehören der Vergangenheit an.

Diese unglaubliche Idee verfolgen die Entwickler nun schon seit Jahren. Kostenlose Tools wie Google Translate, das genutzt wird, um über 100 Milliarden Worte pro Tag zu übersetzen, sowie andere Apps und Hardware, die übersetzen können sollen, noch während sie gesprochen werden, sind jetzt verfügbar – aber etwas fehlt dabei noch.

Klar, wir können uns jetzt diese Hörmuscheltechnologie kaufen, die an den Babelfisch aus ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ erinnert – ein kleiner Ausrüstungsgegenstand, der einen ausgebildeten und erfahrenen Übersetzers erstetzen soll. Doch so einfach ist das alles nicht.

Im Jahr 1958 wurde behauptet, dass die Übersetzung an sich eine Erfindung der Römer sei. Man nimmt jedoch an, dass es diese Kunst schon so lange gab wie das geschriebene Wort – und das direkte Dolmetschen soll sogar noch länger existieren. Wir haben Nachweise für die Existenz von Dolmetschern, die von antiken Zivilisationen eingesetzt wurden. In Griechenland und Rom lebte die bevölkerung, wie viele andere Gebiete der antiken Welt auch, mehrsprachig zusammen. Die Menschen damals brauchten sowohl Übersetzer als auch Dolmetscher.

Die Frage, wie genau man denn nun übersetzen sollte, ist ebenso alt. Der römische Dichter Cicero gab an, dass eine Übersetzung „non verbum de verbo, sed sensum exprimere de sensu“ sein sollte – nicht Wort für Wort, sondern sinngemäß. Diese kurze Abschweifung in die Welt der Theorie hat einen einfachen Zweck: Man wolle betonen, dass es bei der Übersetzung nicht nur um die Worte an sich geht, und dass der automatisierte Prozess, ein Wort durch ein anderes auszutauschen, niemals ein Ersatz für die menschliche Übersetzung sein kann. Bei der Übersetzung geht es um die Bedeutung der Worte. Es geht hierbei um ihren konnotativen als auch um ihren denotativen Sinn, und darum, wie man diese Bedeutung so ausdrücken kann, dass es sowohl lesbar als auch verständlich ist.

Von der Bedeutung zur Entschlüsselung

Warum also hängen wir immer noch der Idee nach, dass unsere Geräte irgendwann Sprache annehmbar übersetzen können werden? In den 1930er Jahren, als die Erforschung der maschinellen Übersetzung gerade erst begonnen hatte, glaubten die Entwickler noch, dass das mechanische Ersetzen eines Wortes mit einem anderen – mit einem vorhergehenden minimalen syntaktischen Sprung – eine akzeptable Möglichkeit wäre, um zu übersetzen. Viele glauben das bis heute.

Diese Entwickler waren in ihren Spezialbereichen brillant – aber Linguisten waren sie nicht. Warren Weaver, ein talentierter Wissenschaftler und Mathematiker, fasste dieses frühere Denken bereits im Jahre 1949 zusammen: „Man fragt sich natürlich, ob das Problem der Übersetzung als Kryptographieproblem lösbar wäre. Wenn ich einen Artikel auf Russisch betrachte, sage ich: ‚Das ist eigentlich auf Englisch geschrieben, aber es wurde mit ein paar seltsamen Zeichen codiert. Ich werde sie jetzt entschlüsseln.’“

Für Weaver bestand die Übersetzung lediglich daraus, ein Zeichen durch ein anderes zu ersetzen. Die eigentliche Bedeutung dieser „seltsamen Zeichen“ wurde als irrelevant angesehen. Übersetzer und Übersetzungsforscher lesen oft darüber, wie die Automatisierung die Zukunft bestimmen könnte – manche glauben schon, dass das bereits passiert sei, wie es in so vielen anderen Bereichen der Fall ist. Wir haben allerdings noch nicht einmal ansatzweise eine unfehlbare Technologie dafür.

Es gibt beispielsweise in Wales viele Beispiele, wo Menschen, die des Walisischen nicht mächtig sind, Online-Übersetzungsdienste genutzt haben und dann Texte publizierten, ohne sie noch einmal Korrektur zu lesen. Über die Ergebnisse wird meistens mit Humor berichtet, aber sie haben vor allem Verwirrung gestiftet. Und sie führten dazu, dass ein menschlicher Übersetzer eingeschaltet wurde, um das Problem zu lösen.

Aber das heißt nicht, dass die Automatisierung nicht ihren Sinn und Zweck hat. Maschinen helfen zum Beispiel Anwälten, Ärzten und Lehrern – ohne sie deshalb gleich zu ersetzen. In der gleichen Weise helfen die Maschinen uns Übersetzern dabei, besser zu arbeiten, und sie helfen, die Genauigkeit zu verbessern, doch solange kein unglaublicher technologischer Durchbruch gelingt, können wir nicht durch sie ersetzt werden. Die Maschinen sind beim Übersetzen von Texten tatsächlich ziemlich gut geworden, aber wenn es um Bedeutungen zwischen den Zeilen geht, brauchen sie Hilfe.

Maschinen korrigieren

Meine eigene Arbeit über die Übersetzung vom Englischen ins Walisische, die in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, zeigt, dass ein Übersetzer, der so arbeitet, dass er die Ergebnisse der Maschinenübersetzung korrigiert, produktiver und schneller sein kann.

Weitere Untersuchungen haben auch gezeigt, dass dieser Korrekturprozess zu Texten führt, die genauso gut lesbar sind wie Übersetzungen, die von Grund auf neu erstellt wurden. Bei Gesellschaften wie beispielsweise den Walisern, wo die Übersetzung eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, zweisprachige Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, ist diese Produktivitätssteigerung wichtig. Mehr als 350.000 Menschen kommunizieren täglich auf Walisisch, während die britischen Behörden vor Ort auch in diverse andere Sprachen übersetzen. Es ist enorm wichtig, dass man sie schnell und effektiv verstehen kann.

Heute kann die maschinelle Übersetzung erste Entwürfe von relativ einfach geschriebenen Texten erstellen. Die Forschung zeigt, dass die Korrektur dieses Entwurfs in der Regel effizienter ist als eine Neuübersetzung durch einen Menschen. Aber Maschinen können noch nicht das Gehirn eines Übersetzers ersetzen – und es ist fraglich, ob sie es jemals können werden. Egal, wie komplex der Code dahinter ist: Ein automatisiertes System hätte immer Schwierigkeiten damit, ein vergleichbares Gespür für Worte zu entwickeln.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Stift“ by TeroVesalainen (CC0 Public Domain)


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Bitcoin & Co: Alternative Währungen sind die Zukunft

Bitcoin (adapted) (image by MichaelWuensch [CC0] via pixabay

Als ich 2012 zu unterrichten begann, beschloss ich, meinen Kurs mit einer Analyse darüber zu beginnen, wie Geld die Ordnung der Gesellschaft beeinflusst. Was meine Schüler besonders faszinierend fanden, war die damals aufkommende Welt der Krypto-Währung, die ich schon ausführlich als wesentlichen Bestandteil in der Zukunft von Währung beschrieben habe.

Einige Kollegen kritisierten meine Herangehensweise. Sie beschuldigten mich, meine Studenten indirekt dazu zu ermutigen, in eine, wie sie es sahen, düstere, vom Verbrechen heimgesuchte, finanzielle Unterwelt zu investieren. Aber ich enthüllte lediglich jungen Köpfen ein sich schnell entwickelndes, komplexes Phänomen, das in meinen Augen einen großen Einfluss auf die Machtverteilung in der Weltwirtschaft haben würde.

Hinter den meisten Krypto-Währungen verbirgt sich eine einfache Technologie, die als “Blockchain” bekannt ist. Es handelt sich um ein System, das es peer-to-peer-Finanzkonten über mehrere Quellen ermöglicht, alle Transaktionen, die innerhalb eines Netzwerkes auftreten, aufzuzeichnen. Das führt zu einer transparenten Open-Access-Registry von Geldströmen, die die Vermittlung durch Finanzbehörden überflüssig macht. Dies fordert die allgemeine Annahme heraus, dass ein Geldsystem nur durch zentrale Planung funktionieren kann.

Wie ich in meinen Buch „Wellbeing Exonomy: Success in a World Without Growth“ erkläre, machen Geldsysteme einen beispiellosen Wandel von einer zentralen Behörde zu einem dezentralisierten Netzwerk durch. In der Regel wird Geld von Staaten und Banken verwaltet. Dabei befinden sich die Nutzer auf der Empfängerseite finanzieller politischer Entscheidungen. Im Gegensatz dazu sind die meisten alternativen Währungen peer-to-peer. Das bedeutet, sie werden von den Nutzern selbst verwaltet und benötigen niemanden, der hier Mittler ist. Einige davon haben dank der Technik eine internationale Reichweite, während andere sich ausschließlich an einem bestimmten Ort befinden.

Schauen wir uns einmal BitCoin an, die bekannteste peer-to-peer-Währung der Welt. Sie verfügt über ein Börsenkapital von über 40 Milliarden US-Dollar. Eine Person, die im Jahr 2009 das Äquivalent von einem US-Dollar in BitCoin gekauft hat, würde jetzt ungefähr 25 Millionen US-Dollar besitzen. Ein BitCoin ist aktuell genauso viel Wert wie zwei Unzen Gold. Andere mögliche Währungen, die in Zukunft enorm an Wert gewinnen werden, sind Ethereum, Litecoin und Ripple.

Die Welt im Sturm erobern

Viele dieser Währungen sind ziemlich unbeständig. Ihre Höhen und Tiefen erreichen über zehn Prozent des Wertes auf einer wöchentlichen Basis. Aber der längerfristige Trend ist beeindruckend. Viele Länder können sich dafür begeistern. Im April diesen Jahres akzeptierte Japan die Währung BitCoin als legale Bezahlmöglichkeit im Einzelhandelsmarkt. Nachdem man noch im vergangenen Jahr vor digitalen Währungen zurückschreckte, machte die russische Regierung eine 180-Grad-Wende. Präsident Wladimir Putin traf sich mit den Entwicklern von Enthereum und versprach, Krypto-Währungen bereits im Jahr 2018 anzuerkennen.

Nach anfänglichem Zögern ließ die People’s Bank of China Abhebungen in BitCoin im Juni 2017 wieder zu, was die Währung in neue Höhen katapultierte. In den USA werden Krypto-Währungen immer mehr sowohl als Zahlungsmethode als auch als Wertanlage akzeptiert.

Die Regierung von Australien hat ebenfalls beschlossen, neue innovative digitale Währungsunternehmen zu fördern, indem man Händler und Investoren von Steuern ausgenimmt. Es ist klar, dass Kryptowährungen in naher Zukunft als Zahlungsmethode für viele Transaktionen deutlich öfter genutzt werden – vom Online-Shopping bis hin zum Supermarkt um die Ecke.

Entwicklungsländer sind auf der Überholspur

Immer mehr aufstrebende Wirtschaftsysteme öffnen sich den Krypto-Währungen. In Venezuela ist BitCoin bereits zur Parallelwährung geworden. Sie bietet Millionen von Bürgern die Möglichkeit, Transaktionen durchzuführen und Unterhalt zu verdienen. In einem Land, wo die offizielle Währung fast nichts wert ist, können die Bürger ihr Essen und andere grundlegende Notwendigkeiten bezahlen. Es erlaubt ihnen zudem, Waren aus dem Ausland zu kaufen und dabei die noch strengeren Finanzkontrollbestimmungen zu überwinden.

Im Osten Afrikas haben heimische Erfinder Krypto-Währungssysteme vorgestellt, um grenzübergreifende Transaktionen zu unterstützen, wie beispielsweise Initiativen wie BitPesa unterstützen.

In Südafrika sind Krypto-Währungen besonders beliebt. In Nigeria setzen einheimische Händler und Aktivisten darauf, dass dieses neue Geld eine Möglichkeit schafft, die Wirtschaft zu demokratisieren. Dieser Wunsch wird dadurch verstärkt, dass Nigeria bisher mit konventionellem Geld gescheitert ist.

Laut meinem Kollegen Verengai Mabika, Gründer von BitFinance in Simbabwe, hat der Zusammenbruch des offiziellen Finanzsystems seines Landes die Währung Bitcoin zu einer attraktiven Alternative gemacht. Das ist besonders bei Online-Zahlungen der Fall, die von Banken eingeschränkt sind. Ebenso gilt dies für Überweisungen, die das Rückgrat der Wirtschaft darstellen.

Eine wachsende Anzahl der Bevölkerung in Simbabwe benutzen Krypto-Währungen auch als eine Art Sparschwein (37 Prozent aller Bitfinance-Kunden nutzen den Service für diesen Zweck), erzählt mit Verengai. Das geschieht vor allem nach dem massiven Verlust der eigenen Ersparnisse während der Hyperinflation im Jahr 2008, die zum Kollaps von Banken im ganzen Land geführt hat.

Dezentralisierung und lokale wirtschaftliche Entwicklung

Die Dezentralisierung des Geldes befindet sich tatsächlich im Zentrum dieses neuen Trends und kann sich möglicherweise auch auf andere Bereiche auswirken. Die Vertragsplattform Ethereum ist als intelligentes System designt und stellt ein Handelssystem dar, das komplett auf peer-to-peer-Besitzrechten basiert. FairCoin wurde für Genossenschaften, Sozialwirtschaften und Fair-Trade-Netzwerken weltweit entwickelt.

Krypto-Währungen sind nur die Spitze eines Eisberges. Laut neuesten Schätzungen gibt es über 6.000 komplementäre Währungen weltweit, 50mal so viel wie bei konventionellen Geldsystemen. Die meisten davon sind nutzerkontrolliert und zinsfrei. Man kann kein Geld verdienen, indem man einfach mit ihnen handelt. Geld anhäufen macht in dieser Welt keinen Sinn. Das ist so, weil der Wert nicht in der Anhäufung, sondern im Austausch liegt.

Der Anwendungsbereich ist oft auf gewisse Gebiete oder Transaktionstypen begrenzt, beispielsweise für Körperpflege, nachhaltige Mobilität und lokalen Handel. Das schafft einen Anreiz, einheimische ökonomische Entwicklung und Möglichkeiten des Geldwechsel, die von Nutzer-Communities bewertet sind, zu unterstützen.

Regiogeld, ein Netzwerk einheimischer Währungen, die ich untersucht habe, als ich in Deutschland geforscht habe, hat sich bereits im ganzen Land verbreitet. Es gilt als das größte System lokaler Währungen, die kleine Unternehmen unterstützt und Gemeinschaften stärkt.

In naher Zukunft werden wir eine Vielzahl an Währungen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Zielen haben. Diese Entwicklungen wird die Wirtschaftssysteme in den verschiedenen Ländern gegenüber Krisen stärker machen und eine gerechtere und nachhaltigere Entwicklung fördern, denn die Nutzer werden mitbedacht und die lokalen Strukturen gestärkt.

Wie meine Untersuchungen zeigen, könnte eine Verquickung von regionalen, nationalen und einheimischen Währungen auch die beste Lösung nicht nur für Afrika, sondern auch für die Europäische Union sein, die sich noch immer mit dem instabilen und schwerfälligen Euro herumschlägt. Was auf anderen Kontinenten klappt, könnte auch hier funktionieren. Gilt das auch für jeden anderen Vorgang einer regionalen Integration von Afrika zu anderen Kontinenten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Bitcoin“ by MichaelWuensch (CC0 Public Domain)


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Internet immer, Schlafen nimmer: Die Menschheit im Jahr 2167

uge (adapted) (image by geralt [CC0] via pixabay)

Wir leben in einer von Technologie geformten Welt. In den kommenden 150 Jahren des Fortschritts und der Entdeckung wird sie sich noch mehr verändern. Das Leben im Jahr 2167 wird erstaunlich, aufregend, praktisch – und ist trotzdem noch vorstellbar für jemanden aus dem Jahr 2017.

Jede konkrete Vorhersage darüber wie das 22. Jahrhundert wohl aussehen wird, wird fast mit Sicherheit falsch sein. Dennoch könnten bahnbrechende Entwicklungen in der Wissenschaft und reine Annahmen aufzeigen, was die Zukunft bereithalten könnte. Es ist unausweichlich, dass wir mit unseren eigenen Körpern experimentieren werden. Die Wohlhabenden werden routinemäßig ihre Gene überarbeiten und ihre Babys designen. Ob reich oder arm, fast jeder wird einen implantierten Internet-Chip tragen, sodass wir innerhalb eines Wimpernschlags online sein können. Und nachdem wir die Notwendigkeit zu schlafen beseitigt haben, werden wir sowohl sehr viel produktiver sein als auch weit mehr Zeit für Freizeit haben.

Menschlichkeit

Wir werden sicherlich länger leben als jetzt und wir werden größtenteils gesund bleiben, bis wir unser Ende erreichen. Allerdings werden frühere Versprechen von Verjüngung oder Unsterblichkeit niemals verwirklicht werden. Und was ist mit den kryogenisch eingefrorenen Köpfen? Sie werden immer noch gelagert werden.

Mehr verwegene Experimente werden versuchen, die eigentliche Definition von Bewusstsein zu verändern: Computer werden ein Bewusstsein erlangen und viele (aber nicht alle) von uns werden akzeptieren, dass Maschinen die gleichen Rechte haben werden wie wir Menschen. Einige werden sogar damit beginnen, sich in die gegenteilige Richtung zu bewegen, indem sie ihr Bewusstsein auf Software überspielen, um sich selbst von den Einschränkungen des verfallenden menschlichen Körpers zu befreien. Kernfusionen oder andere Energiequellen werden unbegrenzte, billige Energie hervorbringen. Demzufolge kann das fliegende Auto wirklich existieren.

Keine Wunder

Kanada wird jedoch auch nach 300 Jahren kein Land der Wunder sein. Unser Leben findet mitten im permanenten Klimawandel statt – der Schaden wird dann bereits angerichtet sein. Kriege sind ausgefochten, Regierungen gefallen und die Schere zwischen arm und reich dramatisch auseinandergegangen. Aber in den großen Städten Nordamerikas, die wir dem Meer abgetrotzt haben werden, sieht die schonungslose Wirklichkeit so aus, dass Menschen sich anpassen werden und das Leben weitergehen wird.

Über den Tellerrand hinaus betrachtet, deutet die atemberaubende Anzahl an Sternen in unserer Galaxie, der Milchstraße, darauf hin, dass wir Kontakt mit anderem intelligenten Leben hergestellt haben werden – und wir werden mit den Konsequenzen ringen. Tatsächlich könnten wir in jenen Tagen damit begonnen haben, selbst mit langsamen, schwerfälligen Schiffen eine ewig lange Reise zu den Sternen zu machen.

Realitäts-Check

So futuristisch all das auch klingen mag – die utopische Zukunft im Star-Trek-Stil, wie sie viele von uns erhoffen, wird Fiktion bleiben. Teleporter könnten theoretisch möglich sein, sind aber absolut unpraktisch. Und egal ob Warp-Antrieb oder Wurmlöcher, wir werden nicht mit Überlichtgeschwindigkeit durch die Galaxie schwirren. Wir werden noch keine Post-Mangelgesellschaft erreicht haben, in der Geld nicht mehr länger existiert.

Und was ist abschließend mit dem besten aller Science-Fiction-Träume, dem Zeitreisen? Nun ja, es gibt einen Grund, warum jede Geschichte über Zeitreisen voll mit Widersprüchen ist: Weil es traurigerweise etwas ist, das (zumindest meiner Meinung nach) niemals in der echten Welt passieren wird.

Auch im Jahr 2167 wird es nur einen Weg geben, durch die Zeit zu reisen: Jahr für Jahr und mit allen zusammen – hinein in eine ungewisse Zukunft.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Auge“ by geralt (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • KI wired: Googles Künstliche Intelligenzen sollen mehr Mensch sein: Damit uns die KI in Zukunft noch besser verstehen und unterstützen kann, startet derzeit Googles Projekt People + AI Research initiative (PAIR), wie Google am Montag auf seinem Unternehmerblog ankündigte. Das Projekt arbeitet eng mit drei verschiedenen Gebieten zusammen, wobei eines die alltäglichen Nutzer, das Zweite Experten in verschiedensten Bereichen und das Dritte Ingenieure und Forscher beinhaltet. Zusammen haben sie sich zum Ziel gesetzt, dass sprachliche Assistenten beispielsweise noch besser und schneller verstehen, was der Anwender von ihnen möchte. Ein spannendes und zukunftsweisendes Projekt, was Google da starten will.

  • FEHLER t3n: Warum dein Design menschliche Fehler verzeihen muss: Fehler sind etwas ganz Menschliches und unabwendbar, umso wichtiger ist das verzeihende Design, damit solches eventuelle „menschliche Versagen“ abgefedert werden kann. Ein Beispiel zur Veranschaulichung ist die Double-Opt-In-Funktion beim Löschen von Daten. An alle Design-, wer seine Kunden glücklich machen möchte, sollte bei seinem Bedienkonzept immer darauf achten, dass es leicht zu bedienen ist und der Nutzer immer die Möglichkeit hat Dinge im schlimmsten Falle rückgängig zu machen. Auch Hilfestellungen, wie das Erinnern an eine unausgefüllte Spalte in einem Formular, bringen den Kunden glücklicher und entspannter ans Ziel.

  • FACEBOOK golem: „Wir retten Leben!“: Es ist das erste Mal, dass Facebook sein Löschzentrum für Journalisten öffnet und ihnen die Möglichkeit gibt, mit den Mitarbeitern zu sprechen. Doch im Gespräch fühlte sich keiner, wie in den letzten Medienberichten dargestellt, mit den seelischen Problemen alleingelassen. Die Verbesserungen, wie Kontaktdaten von psychologischen Betreuern und einem Feelgood-Manager, der sich um die Mitarbeiter kümmert, scheinen auf positive Resonanz zustoßen. Zudem sei es nach Angaben einiger Interviewten ein wertvoller Job, der verhindern würde, dass Menschen, insbesondere Kinder, im Netz schlimmen Situationen und Bildern ausgeliefert sind.

  • BAIDU heise: Baidu kündigt kostenlose Plattform zur Entwicklung autonomer Autos an: Das chinesische Unternehmen Baidu möchte fortan eine Plattform für autonomes Fahren bieten. Kostenfrei bekommen so gerade junge Unternehmen die Möglichkeit sich am Markt zu etablieren, dies sagte Baidu selbst auf einer Entwicklerkonferenz. Es ist hierbei auch gut zu wissen, dass westliche Unternehmen von diesem Angebot selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden. Dass das Projekt Apollo ein uter Schritt in Richtung Zukunft sei, dessen ist sich Qi Li, Vice Chairman von Baidu sicher und dass er damit nicht ganz falsch liegt, wurde auch sofort auf der Veranstaltung selbst vorgeführt. Das Start-up AutonomousStuff stellte eine Limousine vor, die zusammen mit der Apollo-Technologie innerhalb weniger Tage zu einem autonomen Auto wurde.

  • STROMNETZAUSBAU faz: Sind Stromleitungen ein Gesundheitsrisiko?: Da der Ausbau von Stromnetzen unabdingbar ist, um die Energiewende voranzutreiben, werden vorerst Versuche durchgeführt, die zeigen sollen, ob die elektrischen und magnetischen Felder womöglich doch Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger haben. Insbesondere werden die Vorkommnisse von Demenz, Parkinson oder ALS, sowie Leukämie bei Kindern im Gebiet der aufgebauten Stromnetze in den kommenden sechs Jahren analysiert. Falls kein Zusammenhang mit den Stromnetzen in Verbindung gebracht werden kann, sollen die neuen „Strom-Autobahnen“ von Nord- nach Süddeutschland dann endgültig verwirklicht werden.

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Die Netzpiloten sind Partner des INTERACTIVE Festival 2017

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In Köln findet am 16. und 17. August das INTERACTIVE Festival 2017 statt. Bei dieser Veranstaltung treffen die Themen digitale Kultur und Wirtschaft aufeinander. Zum fünften Mal kommen in der Rheinmetropole Experten und Interessierte zusammen und passend dazu gibt es dieses Jahr auch fünf Schwerpunkte der Veranstaltung: Retail, Community, Media/VR, Sports und Growth.

Das Wissen vermitteln euch die Experten mithilfe verschiedener Module. Es handelt sich um Vorträge, interaktive Panels und Workshops, bei denen euch geballtes Wissen und die neuesten Erkenntnisse aus unserer digitalisierten Gesellschaft erwarten.

Darum gibt es das Festival

Ins Leben gerufen wurde das INTERACTIVE Festival im Jahr 2012/ 2013. Ortsansässige Kreative und Macher stellten fest, dass Köln durchaus das Potenzial einer Digitalstadt besitzt. Allerdings gab es zu der Zeit noch kein Forum für diese Strömung. Aus der Not machten sie eine Tugend – und so fand schon im darauffolgenden Sommer, im Juni 2013, das erste Festival statt, damals noch unter dem Namen INTERACTIVE Cologne. Von Anfang an beeindruckte das Festival mit einem außergewöhnlichen Format-Mix, den es sich auch im fünften Jahr bewahrt hat.

Wer hier genau richtig ist

Das INTERACTIVE Festival spricht ein breites Publikum an. Alle, die Teil der Kreativ- und/ oder Digitalbranche sind, sollten sich das Festival nicht entgehen lassen, aber auch User und Bürger, die die digitale Transformation und Disruption verstehen wollen, kommen hier auf ihre Kosten.

Wie wird digitale Technologie unser Leben verändern? Macht sie Dinge einfacher oder komplizierter? Welche Auswirkungen hat sie auf die Wirtschaft, auf die Politik, oder auf jeden von uns? Das Festival wird Antworten auf diese Fragen liefern, indem es sie in Vorträgen, Workshops, bei Hackathons und Parties thematisiert.

Interessante Speaker und spannende Vorträge

Freut euch unter anderem auf diese Speaker:

Das INTERACTIVE Festival findet in der Industrie- und Handelskammer zu Köln statt. Hier bekommt ihr eure Tickets.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Statt 150 Euro zahlt ihr für euer Ticket nur noch 99 Euro. Gebt dazu einfach den Rabattcode „NETZ2017IAC“ ein und sichert euch eure vergünstigten Tickets.

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Die Netzpiloten sind Partner des scoopcamp 2017

Partnergrafik_Scoopcamp

Wir verlosen zwei Tickets für das scoopcamp 2017! Trag euch einfach hier in das Formular ein und gewinnt mit etwas Glück euer Ticket for free. Viel Glück!


In Hamburg findet am 28. September das scoopcamp 2017 statt. Es handelt sich dabei um eine Innovationskonferenz für Online-Medien. Seit 2009 lädt Hamburg@work und seit 2014 auch nextMedia.Hamburg einmal im Jahr zusammen mit der dpa zum scoopcamp ein. Der Verein Hamburg@Work e. V. ist das größte Unternehmensnetzwerk Deutschlands aus den Bereichen Medien, IT und Mobile mit regionalem Bezug sowie bundesweiten und internationalen Verbindungen. nextMedia.Hamburg ist eine Hamburger Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft.

Mehr als 250 Experten, Entscheider und Innovatoren der IT- und Medienbranche kommen zu einer Diskussion über Trends und Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung zusammen. Die Themen, die dabei im Fokus stehen, sind z. B. „Data Journalism“, „Social Media“ und „New Storytelling“ in digitalen Medien. Die freie Journalistin und Moderatorin Eva Schulz wird die Teilnehmer durch das Programm führen. Jigar Mehta (siehe unten)
wird dieses Jahr mit dem scoopcamp Award 2017 ausgezeichnet.

Spannende Themen und faszinierende Speaker

Zu den Speaker, die beim scoopcamp 2017 sein werden, gehören:

Die Location ist das Kehrwieder Theater in der Hamburger Speicherstadt. Hier bekommt ihr eure Tickets für das scoopcamp 2017. Seid schnell und sichert euch eure Early-Bird-Tickets zum reduzierten Preis! Nur bis zum 30. Juni.

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Digital Economy Compass: Was die Zahlen für Deutschland bedeuten – Teil 2

Smart Home (adapted) (Image by Pixaline [CC0 Public Domain] via pixabay


Was sind die aktuellen digitalen Trends weltweit? Wie entwickelt sich der Wettbewerb auf digitalen Plattformen? Diese Fragen versucht der „Digital Economy Compass“ von Statista in regelmäßigen Abständen zu beantworten. Wir haben in unserer Artikelreihe einen Blick auf die Trends geworfen.


Auch wenn die Digitalisierung der Wirtschaft für viele noch ein Mysterium sein mag, spielt sich für viele Unternehmen mittlerweile genau hier das Kerngeschäft ab. Die Digital Economy von E-Commerce bis E-Travel boomt. Zahlen und Prognosen zu den verschiedenen Branchen liefert der aktuelle Digital Economy Compass 2017 von Statista. In dieser Serie schauen wir genauer darauf, was diese Zahlen für Deutschland bedeuten. Diesmal im Visier: Der SmartHome-Markt.

Ein dynamischer Markt ist nicht dasselbe wie ein großer Markt

Zugegeben, SmartHome ist ein weites Feld. Statista blickt dabei auf die Bereiche Home Entertainment, Haussicherheit, Automatisierung des Hauses sowie auf das Energiemanagement und Ambient Assisted Living. Laut Statista können wir hier ein immenses Wachstum erwarten. Demnach wird sich der globale SmartHome-Markt bis zum Jahr 2021 mehr als vervierfachen.

Smart Home Markt weltweit
Screenshot: SmartHome-Markt weltweit (Quelle: Statista)

Insbesondere Deutschland scheint demnach mit einem erwarteten Wachstum von beinah 40 Prozent bis zum Jahre 2021 neben China einen der dynamischsten SmartHome-Märkte der Welt zu haben.

Smart Home Entwicklung
Screenshot: SmartHome Entwicklung (Quelle: Statista)
Thomas Köhler
Image by Thomas Köhler

Ein dynamischer Markt sei aber nicht das gleiche wie ein großer Markt, gibt Thomas Köhler, Experte für Digitalisierung und Technologietrends der Zukunft, gegenüber den Netzpiloten zu bedenken: „Deutschland hat in erster Linie Nachholbedarf. Man darf außerdem nicht vergessen, dass Wachstum von einem viel geringeren Niveau aus prozentual betrachtet immer gut aussieht. Absolut gesehen jedoch fällt der Vergleich insbesondere zwischen Deutschland und den USA wenig schmeichelhaft für Deutschland aus.“ Mit anderen Worten: Deutschlands SmartHome-Markt ist noch sehr klein und muss im globalen Vergleich kräftig aufholen.

Dabei gilt auch zu bedenken, dass die Märkte völlig unterschiedlich ticken und ein direkter Vergleich schwierig ist. Während die Statista-Zahlen zeigen, dass in den USA die größten Einnahmen im Bereich „Haussicherheitssysteme“ abfallen, ist dies in Deutschland kein großes Thema. Das könnte durchaus an den unterschiedlichen Sicherheitssituationen der beiden Länder liegen, vermutet auch Thomas Köhler. Während US-Amerikaner eher präventiv vorgehen, neigen Deutsche seiner Meinung nach eher dazu, erst dann Alarmanlagen und Sicherheitssysteme zu installieren, nachdem ein Einbruch erfolgt ist.

Viel bewegter ist in Deutschland dagegen das Segment der Energienachrüstung und Automatisierung von Häusern. „Bei Neubauten in Deutschland ist Hausautomatisierung vielfach ein Thema. Heizungs- und Lichtsteuerungen dominieren wiederum bei den Nachrüstlösungen. Die marktgängigen Angebote von Telekommunikationsunternehmen und Energieversorgern hierzulande zielen im Wesentlichen auf diese beiden Segmente ab“, sagt Köhler.

SmartHome: Ein klarer Marktführer fehlt in Deutschland

Laut Statista werden dabei – zumindest aus globaler Sicht – insbesondere Digital Assistants wie etwa Amazons Alexa in Häusern immer häufiger vorkommen.

Digital Assistants
Screenshot: Digital Assistants (Quelle: Statista)

Digitalisierungsexperte Thomas Köhler teilt diese Einschätzung. Auch in Deutschland sei Alexa die dominierende Lösung. Für die datenschutzbewussten Deutschen erstaunlich. Doch Köhler ist sich nicht sicher, ob dieser Trend in Deutschland lange anhalten wird: „Nach anfänglicher Euphorie klingt bei vielen Nutzergesprächen mittlerweile Enttäuschung heraus. Wir erleben da gerade einen ähnlichen Effekt wie bei der Einführung von Apples Siri vor einigen Jahren. Noch ist es aber zu früh für eine langfristige Einschätzung. Ich persönlich gehe davon aus, dass Sprachsteuerung mit Assistenzsystemen einen wichtigen Platz im Haushalt einnehmen und in zahlreiche Geräte integriert werden wird.“

Insgesamt scheint Deutschland im Bereich SmartHome noch am Anfang zu stehen, sodass konkrete Zukunftsprognosen noch zu gewagt erscheinen. Auch ein Blick auf die wichtigsten Unternehmen in diesem Markt bestätigt dies.

Smart Home Player
Screenshot: SmartHome Player (Quelle: Statista)

Sowohl Startups als auch etablierte Player dringen in Deutschland auf den Markt vor und besetzen dabei unterschiedliche Segmente. Während Startups sich eher auf den Nachrüstungsmarkt konzentrieren, haben große Konzerne wie Medion einfache SmartHome-Angebote im Petto. Dennoch finden Verbraucher in keinem Bereich wirklich überzeugende Lösungen, findet Thomas Köhler. „Bis jetzt sehe ich keine klare Marktführerschaft und bei den Kunden eher Verwirrung durch die Vielzahl an zumeist inkompatiblen Angeboten.“

Möglicherweise fehlt in Deutschland noch ein innovativer Player in diesem Bereich, der den SmartHome-Markt hierzulande wirklich inspirieren und antreiben könnte.

Sieht dies vielleicht in der digitalen Mobilitätsbranche besser aus? Was die Statista-Zahlen zu den Märkten „E-Travel“ und „Connected Cars“ für Deutschland bedeuten, werden wir im Detail im dritten und letzten Teil zum Digital Economy Compass 2017 erörtern.


Image (adapted) „Smart Home“ by Pixaline (CC0 Public Domain)


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