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Schluss mit Kinkerlitzchen: Die einzige sichere E-Mail besteht aus reinem Text

Kontrolle, Tastatur, E-Mail (adapted) (Image by antonynjoro [CC0 Public Domain] via pixabay)

Es ist ein beunruhigender Gedanke: Man könnte jederzeit eine E-Mail öffnen, die aussieht, als käme sie vom Arbeitgeber, einem Verwandten oder der Bank. In Wirklichkeit könnte es sich jedoch um PhishingScams handeln. Jede der vielen unschuldigen E-Mails, die wir den ganzen Tag über erhalten, könnte uns dazu kriegen, unsere Zugangsdaten herauszurücken und Verbrechern die Kontrolle über unsere vertraulichen Daten oder Identität zu geben.

Die meisten Leute gehen davon aus, dass es die Schuld der Benutzer selbst ist, wenn sie auf Phishing-Betrügereien hereinfallen. Jemand könnte einfach auf das falsche Feld geklickt haben. Um das Problem zu beheben, sollten Benutzer einfach damit aufhören. Als Sicherheitsexperten, die sich mit Malware-Techniken beschäftigen, glauben wir jedoch, dass hier der Falsche beschuldigt wird.

Das wirkliche Problem besteht darin, dass die heutigen webbasierten E-Mail-Systeme elektronische Minenfelder ähneln, die mit Anforderungen und Verlockungen angefüllt sind, um zu klicken und sich in einer zunehmend reaktionsschnellen und interaktiven Online-Erfahrung zu engagieren. Es sind nicht nur Google Mail, Yahoo-Mail und ähnliche Dienste. Desktop-basierte E-Mail-Programme wie Outlook zeigen Nachrichten auf die gleiche unsichere Art und Weise an.

Einfach ausgedrückt, ist die einzig sichere E-Mail eine reine Text-Mail. Sie zeigt nur den nackten Text an, ohne eingebettete Links oder Bilder. Webmail ist für Werbetreibende praktisch – und erlaubt gutaussehende E-Mails mit Bildern und netten Schriften zu schreiben, birgt aber unnötige und ernsthafte Gefahren in sich. Denn eine Webseite – oder eine E-Mail – kann leicht das Eine zeigen, aber auch das Andere tun.

Die Rückkehr von E-Mails zu ihrem Ursprung mag radikal erscheinen, bietet aber eine deutlich höhere Sicherheit. Sogar die besten Experten für Cybersecurity der US-Regierung kommen zu dem erschreckenden, aber wichtigen Schluss, dass jede Person, die ernsthaft mit Web-Sicherheit zu tun hat, egal, ob es sich hierbei um Organisationen oder Regierungsmitglieder handelt – zu Text-E-Mails zurückkehren sollte:

„Organisationen sollten sicherstellen, dass sie HTML in E-Mails nicht mehr verwenden können und Links deaktivieren. Alles sollte zu Klartext gezwungen werden. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, dass potenziell gefährliche Skripte oder Links im Text der E-Mail versendet werden. Außerdem wird die Gefahr gebannt, dass ein Benutzer einfach nur auf etwas klickt, ohne darüber nachzudenken. Mit Text-Mails müsste der Benutzer den Link selbst eingeben oder die Kopierfunktion nutzen. Dieser zusätzliche Schritt ermöglicht dem Benutzer eine weitere Gelegenheit zum Nachdenken und zur Analyse, bevor er auf den Link klickt.“

Das Problem falsch verstehen

In den letzten Jahren wurden Webmail-Nutzer strengstens angewiesen, auf jeden verdächtigen Hinweis in E-Mails zu achten. Sie durften keine E-Mails von Leuten öffnen, die sie nicht kannten. Sie sollten keine Anhänge öffnen, ohne den Absender vorher sorgfältig zu prüfen. Viele Unternehmen bezahlen Sicherheitsfirmen mehr als fürstlich, um zu prüfen, ob ihre Angestellten auf diesen Versprechungen gut machen. Aber das Phishing geht weiter – und kommt immer häufiger vor.

Die Berichterstattung zu dem Thema kann hier noch verwirrender erscheinen. Die New York Times bezeichnete den Verstoß gegen die E-Mail-Sicherheitsvorschriften des Democratic National Committee als „dreist“ und „schamlos“. Man wies auf eine Vielzahl möglicher Probleme hin – alte Netzwerksicherheitsausrüstung, hoch entwickelte Angreifer, gleichgültige Ermittler und unaufmerksame Mitarbeiter des Supports – bevor es eine weitere Schwäche aufdeckte. Des Pudels Kern ist allzu oft ein eifriger Benutzer, der „ohne viel nachzudenken“ handelt.

Aber das eigentliche Problem mit Webmail – der Sicherheitsfehler, der schon viele Millionen Dollar gekostet hat – war die Idee, dass, wenn E-Mails über eine Website versendet oder empfangen werden könnten, sie mehr als nur reiner Text sein könnten, selbst wenn die Webseiten von einem Webbrowser-Programm angezeigt werden. Dieser Fehler hat erst die Möglichkeit für eine kriminelle Phishing-Branche geschaffen.

Entwickelt für Gefahren

Ein Webbrowser ist das perfekte Werkzeug für Unsicherheit. Browser sind so konzipiert, dass sie Inhalte aus mehreren Quellen nahtlos zusammenfügen: Text von einem Server, Anzeigen von einem anderen, Bilder und Videos von einem dritten Server, Buttons, die dem Benutzer nachverfolgen, und so weiter. Eine moderne Webseite ist ein Flickenteppich von dutzenden Drittanbieter-Seiten. Damit diese Zusammenstellung von Bildern, Links und Buttons einheitlich und integriert dargestellt wird, zeigt Ihnen der Browser nicht an, woher die einzelnen Teile einer Webseite stammen – oder wohin sie führen, wenn sie angeklickt werden.

Schlimmer noch, sie erlaubt es Webseiten – und damit E-Mails – ihre Herkunft zu verschleiern. Wenn man „www.google.com“ in die Browserzeile eingibt, kann man ziemlich sicher sein, dass man auf die Google-Hauptseite gelangt. Klickt man jedoch auf einen Link oder Button mit der Bezeichnung – wird man dann tatsächlich zum echten Google geleitet? Man müsste bei jedem Link sorgfältig den zugrunde liegenden HTML-Quellcode der E-Mail lesen. Es gibt darüberhinaus noch dutzende weitere Möglichkeiten, wie Browser manipuliert werden können, um uns zu täuschen.

Das ist das Gegenteil von Sicherheit. Die Nutzer können die Folgen ihres Handelns nicht vorhersagen und auch nicht im Voraus entscheiden, ob die möglichen Ergebnisse akzeptabel sind. Ein absolut sicherer Link wird möglicherweise direkt neben einem bösartigen Link angezeigt, ohne, dass ein Unterschied zwischen diesen erkennbar ist. Wenn ein Benutzer mit einer Webseite konfrontiert ist, muss er sich entscheiden, ob er auf etwas klicken will.

Hier gibt es keine gangbare Möglichkeit, vorher zu erfahren, was nach dem Klick passieren könnte oder mit welcher Firma oder anderen Teilnehmern der Nutzer zu tun haben wird. Der Browser verbirgt diese Informationen. Immerhin können wir uns, wenn wir selbst aktiv im Internet surfen, entscheiden, auf welche Website unseres Vertrauens wir uns begeben wollen. Kommt ein Link per Webmail, liefert er uns jedoch eine von einem Angreifer erstellte Webseite direkt in unsere Mailbox!

Der einzige Weg, um die Sicherheit im heutigen Webmail-Umfeld zu gewährleisten ist, sich die Fähigkeiten eines professionellen Web-Entwicklers anzueignen. Erst dann werden die Ebenen von HTML, Javascript und anderem Code klar; erst dann werden die Konsequenzen eines Klicks im Voraus bekannt. Natürlich ist dies ein unangemessen hoher Grad an Raffinesse, den die Benutzer zum Schutz ihrer selbst an den Tag legen müssen.

Solange Softwaredesigner und Entwickler keine Browser-Software und Webmail-Systeme reparieren und die Benutzer nicht in Kenntnis der Sachlage entscheiden lassen, wohin sie ihre Klicks führen können, sollten wir den Ratschlägen von C. A. R. Hoare folgen, einem der ersten Pioniere der Computersicherheit: Der Preis für Zuverlässigkeit ist das Streben nach höchster Einfachheit.“

Die sicherste E-Mail ist die reine Text-E-Mail

Unternehmen und andere Organisationen sind noch anfälliger als Einzelpersonen. Eine einzelne Person braucht sich nur um ihre eigenen Klicks zu kümmern – viele Mitarbeiter in einer Organisation sind ein viel größeres Risiko. Es ist eine einfache Gleichung: Wenn jeder Mitarbeiter die gleiche Chance hat, auf einen Phishing-Betrug hereinzufallen, ist das Risiko für das Unternehmen insgesamt viel höher, dass auch etwas passiert. Tatsächlich besteht bei Unternehmen mit 70 oder mehr Angestellten eine um 50 Prozent erhöhte Chance, dass jemand mit einer Phishing-Mail getäuscht wird. Die Unternehmen sollten Webmail-Anbieter, um deren Sicherheitsaspekt es theoretisch schlechter bestellt ist als die Chance, bei einem Münzwurf zu gewinnen, sehr kritisch betrachten.

Als Technologen haben wir uns längst damit abgefunden, dass manche technischen Entwicklungen einfach eine schlechte Idee sind, auch wenn sie zunächst spannend aussehen. Die Gesellschaft muss dasselbe tun. Sicherheitsbewusste Nutzer müssen von ihren E-Mail-Providern eine Klartext-Option verlangen. Leider sind solche Optionen noch nicht sehr verbreitet und mühsam durchzusetzen, aber sie sind ein Schlüssel zur Eindämmung der Gefahrenwelle.

Mail-Anbieter, die sich weigern, dies zu tun, sollte man schlichtweg meiden – genauso wie man dunkle Gassen für ein florierendes Ladengeschäft meiden sollte. Diese Hintergassen des Internets können mit ihren bunten Anzeigen, Bildern und Animationen attraktiv aussehen – sicher sind sie allerdings nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kontrolle, Tastatur, E-Mail“ by antonynjoro (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Netzpiloten sind Partner der WebSuccess

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Gewinnt für die WebSuccess Online-Marketing Messe für mittelständische Unternehmen, am 15. März 2018 in Köln, ein Ticket und seid Teil dieses spannenden Events. Teilnahmebedingungen.


Am 15. März 2018 dreht sich wieder alles um Online-Marketing für den Mittelstand. Auf der Marketing-Messe WebSuccess in Köln können Teilnehmer sich voll und ganz auf das Thema Erfolg in ihren Unternehmen konzentrieren, denn genau darum geht es auf dieser Messe.

Online-Marketing ist ein Thema, was auch für mittelständische Unternehmen überaus wichtig ist. Die Konkurrenz schläft nicht und auch nicht in Sachen Online-Marketing. Wichtig ist es daher mit all den neuen Möglichkeiten Schritt zu halten und das Beste aus seinem Unternehmen herauszuholen.

Für jeden Unternehmer genau das Richtige

Auf der WebSuccess geht es mit einem vielseitigen Programm genau darum. Mit zahlreichen Workshops und praxisorientierten Fallstudien, ist für jeden das Richtige dabei, um das neu gewonnene Wissen mit ins Unternehmen zu bringen. Zudem werden spannende Speaker wie unter anderem Sarah Braun – Sales Enabler bei Google Deutschland – aus ihren Erfahrungen berichten.

Außerdem gibt es auf der Messe hilfreiche Antworten auf Fragen wie:

  • … mithilfe von SEO und SEA mehr potenzielle Kunden über den eigenen Webauftritt generiert werden können.
  • … soziale Medien, Video- oder E-Mail-Marketing erfolgreich für Werbung sowie die Unternehmens- und Kundenkommunikation eingesetzt werden können.
  • … unter anderem Web Analytics-Tools zur effektiven Marketing-Analyse, -Steuerung und Erfolgskontrolle genutzt werden können.

Wer Teil dieser spannenden Messe sein möchte, der sollte sich unbedingt Tickets sichern.

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Die Netzpiloten sind Partner der Nürnberger Web Week

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In Nürnberg findet vom 15. bis zum 22. Mai die Nürnberger Web Week statt. Hier kommen alle Business Professionals und all die, die ihre berufliche Heimat im Internet gefunden haben. Zu den Themen, zu denen es bei der Nürnberger Web Week Vorträge geben wird, gehören:

  • Online Marketing
  • Webentwicklung
  • Social Media
  • E-Commerce
  • SEO
  • Programmierung

Die Nürnberger Web Week bietet als Veranstaltung selbst nur einen Rahmen für viele kleine, einzelne Events, z.B. das 9. Barcamp Nürnberg 2017, das Devops Camp 17 oder das Coderdojo Nürnberg #8. Deshalb könnt ihr euch nicht allgemein für alle Events, die im Rahmen der Nürnberger Web Week stattfinden, anmelden, sondern müsst euch für alle Veranstaltungen anmelden, die euch interessieren. Grund hierfür ist, dass die einzelnen Veranstaltungen zu verschieden in der Art der Organisation sind.

Zu den Hauptaspekten der Nürnberger Web Week gehören die fachliche Expertise und Networking. Ihr trefft Experten und Entscheider der Webszene aus der Metropolregion Nürnberg. Nutzt die entspannte Atmosphäre und kommt mit kreativen Köpfen ins Gespräch. Interessierte, Professionals, Nerds and Geeks und alle, die sich im Internet zuhause fühlen sind auf der Nürnberger Web Week genau richtig.

Bei Twitter bleibt ihr unter dem Hastag #NUEWW auf dem Laufenden. Hier kommt ihr zum Programm und zu den einzelnen Anmeldungen. Wir wünschen euch viel Spaß!

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APPLE heise: Entwickler verlassen restriktiven Mac App Store: Der Mac App Store hat weitere Entwickler verloren: Das altgediente Mac-Entwicklerstudio St. Clair Software hat zwei Programme aus Apples Software-Laden genommen – und sich damit komplett von der Vertriebsplattform zurückgezogen. Es habe wirtschaftlich einfach keinen Sinn ergeben, die beiden Programme für Apples Sandboxing-Vorgaben anzupassen, erklärt der Entwickler Jon Gotow, der seit fast 30 Jahren Mac-Software schreibt. Der Mac App Store sei zwar bequem für Nutzer, erfülle aber nicht die Anforderungen der Entwickler, führt Gotow aus: „Trotz vieler Jahre an konstruktiver Kritik von Entwicklern hat Apple einige der großen Probleme nicht behoben“.

  • SOCIAL MEDIA t3n: Heiko Maas droht sozialen Netzen mit Millionenstrafen wegen Hasskommentaren: Die großen sozialen Netzwerke löschen zu wenig strafbare Inhalte, die von Nutzern gemeldet werden. Das geht aus einem Bericht von Jugendschutz.net hervor, der vom Bundesfamilienministerium und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unterstützt wird. Um das zu ändern, will Bundesjustizminister Heiko Maas jetzt den Druck auf die sozialen Netzwerke erhöhen. Dazu hat Maas am heutigen Dienstag, den 14. März 2017 einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt. Der Entwurf sieht vor, dass Netzwerke wie Facebook oder Twitter Strafen von bis zu 50 Millionen Euro bezahlen müssen, wenn sie strafbare Inhalte nicht zeitnah löschen.

  • VISA golem: Visa will Sonnenbrillen zu Kreditkarten machen: Visa hat auf dem SXSW 2017 im texanischen Austin den Prototyp einer Sonnenbrille mit NFC-Modul vorgestellt, mit dem der Träger bezahlen kann. Die Brille wird dazu an ein Zahlungsterminal gehalten. Die Sonnenbrille beziehungsweise der Chip sind mit dem Kreditkartenkonto des Besitzers verknüpft. Der Sonnenbrille ist nicht anzusehen, dass in ihrem Bügel eine Zahlungsfunktion integriert ist. Wann die Sonnenbrille auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt.

  • WEBWELT Welt: Er erfand das Internet – und benennt nun dessen größte Probleme: Fast 30 Jahre ist es her, als Sir Tim Berners-Lee die Büchse der Pandora öffnete: Der Computerwissenschaftler reichte seine Pläne für das World Wide Web ein. Er hatte eine offene Plattform erdacht, auf der alle Menschen Informationen austauschen konnten – jenseits von geographischen und kulturellen Grenzen. In einem Artikel für den britischen „Guardian“ beschreibt der Wissenschaftler, dass vor allem drei Entwicklungen zu massiven Problemen werden können. Das sei zum einen der Kontrollverlust der persönlichen Daten, zum anderen „Fake-News“ und außerdem die politische Einflussnahme.

  • BAHN mobiFlip: Gratis-WLAN im Regionalverkehr: Bahn startet Testphase: Ende 2016 verkündete die Bahn, dass man das Gratis-WLAN zukünftig auch im Regionalverkehr anbieten möchte. In einer Pressemitteilung heißt es nun, dass das Projekt in die Testphase übergegangen ist. Zwei Züge der Linie RE 42 wurden mit Internetzugang ausgestattet. DB Regio NRW plant, insgesamt vier Züge des Typ ET 1428, die zwischen Mönchen-Gladbach und Münster verkehren, zu Testzwecken mit WLAN zu versehen. Um an Bord des Zuges ins WLAN zu kommen, muss man sich nicht registrieren, man muss lediglich im Browser die AGB akzeptieren.

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  • APPLE t3n: Apples Airpods verzögern sich: Die Auslieferung von Apples neuen schnurlosen Kopfhörern Airpods wird laut eines Berichts von Techcrunch nicht mehr wie geplant im Oktober möglich sein. Apple teilte dem Webmagazin mit, dass die Ohrhörer noch etwas Zeit bräuchten. Wann sie auf den Markt kämen, ließ das Unternehmen offen und nannte auch keine Gründe. Auf der deutschen und englischsprachigen Website von Apple wird weiter ein Liefertermin im Oktober angegeben. Das Interesse an den Geräten soll einer Umfrage zufolge aber hoch sein.

  • GEHEIMDIENSTE golem: Snowden hält keine Verschlüsselung für absolut sicher: US-Whistleblower Edward Snowden hat Journalisten vor einem technischen Verschlüsselungswettlauf mit den Geheimdiensten gewarnt. „Ich kann Euch Tipps geben, Eure Kommunikation zu schützen. Aber Ihr lasst Euch dabei auf ein Wettrüsten ein, das Ihr einfach nicht gewinnen könnt“, sagte Snowden in einem Videointerview mit Investigativjournalisten bei der Süddeutschen Zeitung. Der Kampf um die Pressefreiheit müsse auf den Titelseiten ausgetragen werden. „Und er muss gewonnen werden, wenn Ihr in der Lage bleiben wollt, auf dieselbe Weise wie in früheren Jahrhunderten zu berichten“, fügte der frühere CIA- und NSA-Mitarbeiter hinzu.

  • SNAPCHAT handelsblatt: Snapchat plant den Börsengang: Snapchat, die App, die verschickte Fotos verschwinden lässt, ist ein Hit bei Jugendlichen und Mitzwanzigern. Wirtschaftlich will das dahinter stehende Start-up Snap künftig aber bei den ganz Großen mitspielen.Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, plant das Unternehmen spätestens im März an die Börse zu gehen. Mit dem Gang aufs Parkett will Snap dem Bericht zufolge eine Bewertung von 25 Milliarden Dollar erreichen. Sprecher des Start-ups erklärten, sie wollten Gerüchte nicht kommentieren.

  • CYBER-ANGRIFF datenschutzbeauftragter-info: Von der Aufdeckung bis zur Aufklärung eines Delikts : Heutzutage steigt die Anzahl an Unternehmen, die von Cyber-Angriffen betroffen sind. Auch in den Medien wird das Thema immer präsenter. Laut dem Bundeskriminalamt Wiesbaden wird das Gefährdungs- und Schadenspotenzial ausgehend von Cybercrime auch in Zukunft weiterhin steigen. Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass allein schon die Aufdeckung einer solchen Tat sehr lange dauern kann. Dadurch bleibt dem Täter eine Menge Zeit Schaden anzurichten. Die Aufdeckungsdauer variiert sehr stark und ist von mehreren Faktoren abhängig. Eine große Rolle spielen hierbei die Art des Angriffs und die internen Sicherheitsmaßnahmen eines Unternehmens zur Aufdeckung von Cyber-Attacken. Laut der M-Trends Studie 2016 dauert es circa fünf Monate bis eine solche Tat aufgedeckt wird.

  • INTERNET heise: EU-Parlament beschließt Richtlinie für barrierefreies Web: Das EU-Parlament hat am Mittwoch für einen Richtlinienentwurf gestimmt, wonach vor allem blinde, gehörlose und schwerhörige Menschen barrierefrei auf Webseiten und Apps des öffentlichen Sektors zugreifen können sollen. Behörden, Krankenhäuser, Gerichte, Universitäten, Bibliotheken oder andere öffentliche Stellen müssen es demnach den rund 80 Millionen Behinderten in Europa sowie älteren Menschen einfacher machen, ihre Web-Dienste und mobilen Anwendungen zu nutzen.

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Wie Personifizierung unsere Identität verändern kann

identitaet(image by TheDigitalWay[CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wo auch immer wir online gehen, versucht jemand, unsere Weberfahrung zu personifizieren. Unsere Vorlieben werden vorweggenommen, unsere Absichten und Motivationen vorhergesagt. Der Toaster, den man sich vor drei Monaten kurz angeschaut hat, taucht immer wieder auf und geistert im Browser bei den Anzeigen in der Seitenleiste herum, die speziell auf uns angepasst wurden.

Und das passiert nicht nur auf diese Weise. Tatsächlich beeinflussen die ziemlich unpersönlichen Mechanismen mancher Personifizierungs-Systeme womöglich nicht, wie wir die Welt sehen, sondern wie wir uns selbst sehen.

Es passiert allen von uns, jeden Tag, wenn wir online sind. Der News-Feed auf Facebook versucht, speziell angepasste Inhalte zu liefern, die den individuellen Benutzer am meisten interessieren. Die Empfehlungsmaschine auf Amazon nutzt persönliche Datenverfolgung, kombiniert mit anderen Surfgewohnheiten der Benutzer, um relevante Produkte vorzuschlagen.

Google passt Suchergebnisse an und noch viel mehr: die Personifizierungs-App Google Now versucht zum Beispiel „uns die Informationen zu geben, die wir im Verlauf des Tages brauchen, bevor wir überhaupt danach fragen“. Solche Personifizierungs-Systeme zielen nicht einfach nur darauf ab, den Benutzern Relevanz zu liefern – mit Hilfe von genau geplanten Marketingstrategien erzielen sie durch viele der kostenlosen Webservice-Angebote auch Profit.

Die vielleicht bekannteste Kritik dieses Prozesses ist die sogenannte Bubblefilter-Theorie. Vorgeschlagen durch den Internet-Aktivisten Eli Pariser legt diese Theorie nahe, dass Personifizierung die Web-Erfahrung der Nutzer negativ beeinflussen kann.

Statt sich mit universellen und verschiedensten Inhalten auseinandersetzen zu müssen, wird den Nutzern über Algorithmen Material geliefert, dass zu ihren zuvor bestehenden, selbstbestätigenden Ansichten passt. Der Bubblefilter stellt deshalb ein Problem für das demokratische Engagement dar: indem man den Zugang zu herausfordernden und variierenden Ansichten einschränkt, sind Nutzer nicht dazu in der Lage, an kollektiven und kundigen Debatten teilzuhaben.

Versuche, Beweise für den Bubblefilter zu finden, haben unterschiedliche Resultate erzielt. Einige Studien haben gezeigt, dass Personifizierung in der Tat zu einer ‚kurzsichtigen‘ Ansicht zu einem bestimmten Thema führen kann. Andere Studien haben herausgefunden, dass Personifizierung in verschiedenen Kontexten sogar dabei helfen kann, gemeinsame und unterschiedliche Inhalte zu entdecken.

Meine Forschung suggeriert, dass die Personifizierung nicht einfach beeinflusst, wie wir die Welt sehen, sondern wie wir uns selbst sehen. Zusätzlich kann der Einfluss, den die Personifizierung auf unsere Persönlichkeit hat, möglicherweise nicht auf Bubblefilter des Verbrauchs zurückgeführt werden, sondern auf die Tatsache, dass Online-Personifizierung in einigen Fällen überhaupt nicht ‚persönlich‘ zugeschnitten ist.

Datenverfolgung und die Vorversorgung der Nutzer

Um dies zu verstehen, ist es sinnvoll, zu bedenken, wie Online-Personifizierung erreicht wird. Obwohl Personifizierungs-Systeme unsere individuellen Bewegungen im Web zurückverfolgen, sind sie nicht dafür geschaffen, unsere Identität als Individuum zu ‚kennen‘. Stattdessen sammeln diese Systeme die Echtzeit-Bewegungen der Nutzerin riesigen Datensätzen und suchen nach Mustern und Übereinstimmungen zwischen den unterschiedlichen Nutzerbewegungen.

Die gefundenen Muster und Übereinstimmungen werden dann in Identitätskategorien übersetzt, die wir möglicherweise wiedererkennen (wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, Sprache und Interessen) und in die wir möglicherweise passen könnten. Da man sich die Massenmuster anschaut, um relevante Inhalte für eine jeweilige Person zu finden, basiert Personifizierung tatsächlich auf einem eher unpersönlichen Prozess.

Als die Bubblefilter-Theorie erstmals im Jahr 2011 auftauchte, argumentierte Pariser, dass eines der größten Probleme mit Personifizierung die Tatsache wäre, dass die Nutzer gar nicht wissen, das diese passiert. Heutzutage sind sich viele der Nutzer, trotz der Einsprüche gegen die Datenverfolgung, bewusst darüber, dass sie verfolgt werden. Sie erhalte im Gegenzug kostenlose Dienstleistungen. Ihnen ist bewusst, dass diese Verfolgung eine Form der Personifizierung ist. Weniger klar sind hingegen die Einzelheiten, wann und wie wir verfolgt werden und was die Personifizierung für uns bedeutet.

Das „Persönliche“ finden

Meine Forschungen suggerieren, dass manche Nutzer vermuten, dass ihre Erfahrungen auf sehr komplexe Weise personifiziert werden. In einer tiefergehenden qualitativen Studie mit 36 Internetnutzern, bei der sie Werbung für Produkte zur Gewichtsabnahme auf Facebook sahen, berichteten einige weibliche Nutzer, dass sie vermuten, Facebook würde sie als übergewichtig oder zumindest als gesundheitsbewusst einstufen.

Tatsächlich wurden diese Gewichtsabnahme-Werbungen generisch allen Frauen im Alter von 24 bis 30 gezeigt. Dennoch können solche zugeschnittenen Werbungen einen schädlichen Einfluss darauf haben, wie die Benutzer sich selbst sehen, da diese über die unpersönliche Natur mancher Personifizierungs-Systeme nicht Bescheid wissen. Um es etwas flapsig auszudrücken: Man muss übergewichtig sein, weil Facebook bestimmt, dass man es ist.

Nicht nur angepasste Werbungen können diesen Effekt erzielen: in einer ethnographischen und längslaufenden Studie, die mit ein paar 18- und 19-jährigen Google-Now-Nutzern durchgeführt wurde, fand ich heraus, dass manche Teilnehmer annahmen, dass die App zu einer Personifizierung bis zu einem außerordentlich hohen Grad fähig wäre. Die Nutzer berichteten, dass sie glaubten, Google Now würde ihnen deshalb Aktienkurse zeigen, weil Google weiß, dass ihre Eltern Aktien besitzen oder dass Google (fälschlicherweise) ein Wort wie „pendeln“ in „arbeiten“ geändert hätte, weil die Teilnehmer einmal auf ihren YouTube-Konten gelogen hatten und angegeben hatten, dass sie nicht mehr im Schulalter seien.

Selbstverständlich muss nicht noch zusätzlich erwähnt werden, dass diese kleine Studie nicht sämtliche Google Now-Nutzer repräsentiert. Doch sie suggeriert durchaus, dass für diese Individuen die versprochenen Voraussagen von Google Now beinahe unfehlbar waren. Tatsächlich legen Kritiken des nutzerorientierten Designs nahe, dass die eigentlichen Schlussfolgerungen von Google sehr viel unpersönlicher sind: Google Now nimmt an, dass ihr idealer Nutzer ein gewisses Interesse an Aktien hat – oder zumindest haben sollte – und dass alle Nutzer erwerbstätig sind und pendeln.

Solche Kritiken heben hervor, dass es diese Vermutungen sind, die zu großen Teilen den Rahmen für die Personifizierung Googles strukturieren (zum Beispiel durch die Festhaltung der App an vorgefertigten Karten-Kategorien, wie etwa ‚Sport‘, die während meiner Studie den Nutzern lediglich erlaubte, Männer-Fußballclubs statt Frauen-Fußballclubs in Großbritannien zu folgen).

Statt die Annahmen der App in Frage zu stellen, legt meine Studie dennoch nahe, dass die Teilnehmer sich selbst außerhalb der erwarteten Norm platzierten: sie vertrauten Google, dass es ihnen sagen würde, wie ihre persönlichen Erfahrungen auszusehen haben. Obwohl dies möglicherweise wie extreme Beispiele für unpersönliche algorithmische Schlussfolgerungen scheint, ist die Tatsache, dass wir nicht sicher sein können, was Personifizierung ist und wie und wann sie stattfindet, das größere Problem.

Für mich heben diese Aussagen der Nutzer hervor, dass das Anpassen der Online-Inhalte Auswirkungen hat, die über die Schädlichkeit für die Demokratie hinausreichen. Wenn wir nicht damit anfangen, zu verstehen, dass Personifizierung manchmal über höchst unpersönliche Programmiergerüste operieren kann, könnten wir eventuell zu viel Hoffnung darin setzten, dass uns die Personifizierung sagt, wie wir uns verhalten sollen und wer wir sein sollen – statt andersherum.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image ”Identität” by TheDigitalWay (CC0 Public Domain)


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Netzpiloten sind Partner von Data Natives + Ticketverlosung

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Daten-Enthusiasten aufgepasst: Die Data Natives-Konferenz ist wieder mal in Berlin zu Gast, um euch über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things auf den neuesten Stand zu bringen!
Vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 erwarten euch spannende Vorträge und Workshops an verschiedenen Standorten in Berlin.

Ihr könnt gleich zum Aufwärmen an spannenden Workshops teilnehmen. Außerdem habt ihr hier die einzigartige Möglichkeit, mit Datenspezialisten und Business-Experten zu Themen und Trends wie Big Data, FinTech oder den neuesten Entwicklungen in der computergestützten Gesundheitsindustrie zu diskutieren und eure Fragen loszuwerden. Die Workshops werden am 26. Oktober im Ahoy Berlin, dem Coworking Space mit nautischem Motto, abgehalten.

Die Vortragsreihe findet im Anschluss vom 27. bis zum 28. Oktober in den Bolle-Festsälen statt. Mit über 70 Speakern ist hier die Expertise zu Datensicherheit, Machine Learning und der Gründerszene versammelt. Unter ihnen sind Expertinnen und Experten wie Andrew Clegg, Data Scientist bei Etsy, Julia Kloiber, Project Lead bei der Open Knowledge Foundation Germany und Elizabeth Press, Co-Founder von D3M Labs.

Wer sich also zum Teil der Netzgeneration zählt, zu den aktuellen Themen informieren von den Machern und Experten inspirieren lassen will, sollte die Data Natives nicht verpassen!

+++ Gewinnspiel +++

Wer jetzt Lust bekommen hat, in Berlin bei diesem spannenden Event dabeizusein, sollte nicht länger zögern! Schreibt einfach eine Mail mit dem Betreff „Data Natives 2016“ an gewinn@netzpiloten.de und gewinnt ein 3-Tages-Ticket für die Veranstaltung. Ihr habt Zeit bis zum 07. Oktober um 16 Uhr. Viel Glück!


Image by Data Natives


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  • BIG DATA egovernment-computing: Vereinte Nationen setzen auf Big Data: Das United Nations Environment Programme (UNEP) hat ein Live-Portal gestartet, das als Quelle für aktuelle, integrierte Umwelt-Informationen dient. Als Basis kommt Web-Intelligence-Technologie der Modul University Vienna zum Einsatz.
  • POLITIK carta: Trumps Spiel mit den Medien: Trump führt die Medien am Nasenring durch die Manege der Öffentlichkeit. Das gelingt, weil diesen Selbstreflexion oder gar Selbstkorrektur abgehen und Einschaltquoten das Maß der Dinge sind. Derweil machen sich die Medien zu Komplizen des politischen Populismus.
  • WLAN golem: Qualcomm bringt das Dreifach-WLAN: Im Wettbewerb um immer höhere Geschwindigkeiten bringt auch Qualcomm eine Chip-Plattform, die als Gegenstück zu den Tri-Band-Routern auf Broadcombasis gedacht ist. Gemeint ist damit die Verwendung einer Funkeinheit im alten 2,4-GHz-Band und zwei Funkeinheiten im 5-GHz-Band (low/high). Damit konkurriert Qualcomm mit Broadcom, die auf der vergangenen Computex 2015 ihre Tri-Band-Plattform vorgestellt hatten.
  • DIGITALISIERUNG e-book-news: Printed Electronics: Elektronik auf Papier statt elektronischem Papier? Wie wäre es mit einem Buch aus Papier, das sich auf Fingertipp selbst vorliest? Oder sich per Fingertipp via Bluetooth als E-Book auf das Smartphone beamt? Oder gleich selbst zoombare Schriftgrößen besitzt? „Printed Electronics“ könnten all das zukünftig möglich machen — sie verbinden hochwertiges Industrie-Papier und elektronische Schaltkreise, die mit einem speziellen Verfahren direkt von der Rolle aufgedruckt werden. Neben verschiedenen Sensoren sind schon jetzt Funktionen wie etwa Lautsprecher oder Photovoltaik-Module zur Stromversorgung realisierbar, weitere könnten folgen.
  • START UP welt: „Silicon Valley ist der Ballermann der Tech-Szene“ Viele deutsche Konzernchefs reisen ins Silicon Valley, um von den gefürchteten IT-Riesen zu lernen oder spannende Start-ups zu entdecken. Manchmal stellen sie dabei fest, wie viel sie aufholen müssen.
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Brauchen wir eine Frist auf das Copyright von Micky Maus?

FIGHT CLUB (adapted) (Image by CHRISTOPHER DOMBRES [CC0 Public Domain] via flickr)

Im Jahr 1998 verabschiedete der US-Kongress den Copyright Term Extension Act (CTEA). Der CTEA verlängerte alle bestehenden Urheberrechte des Copyright Act von 1976 rückwirkend um 20 Jahre. Statt also Werke mit abgelaufenem Copyright in öffentlichen Besitz umzuwandeln, legte man fest, dass der CTEA zwischen Januar 1999 und Januar 2019 keine zusätzlichen urheberrechtlich geschützten Werke in die öffentliche Domain eintragen durfte.

So bescherte der CTEA den Besitzern wertvollen geistigen Eigentums, für welches das Copyright sonst verfallen wäre, einen erheblichen Geldsegen. Das von der CTEA auferlegte 20-jährige Moratorium nähert sich nun dem Ende. Der Kongress, welcher im November 2016 neu gewählt wird, wird entscheiden, ob er den CTEA auslaufen lässt oder die Dauer des Copyrights weiter verlängert. Welche Folgen wird es haben, wenn das Copyright erneut verlängert wird? Als wissenschaftlicher Bibliothekar und Kenner der Urheberrechtsgeschichte glaube ich, dass eine weitere Verlängerung des Urheberrechts dem Gemeinwohl schaden wird.

US-Gesetz und Copyright

Nehmen wir das Beispiel eines einzelnen, etwas unbedeutenden Buches. Am 21. Juli 1924 registrierte ein US-Armeeoffizier namens Walter C. Sweeney (sen.) das Copyright für das Sachbuch “Military Intelligence: A New Weapon of War”, welches auf seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg basierte. Unter den damals gültigen US-Gesetzen lag das Copyright für dieses Buch bei 28 Jahren, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 28 Jahre. Am 7. Juli 1952 verlängerte Major General Sweeney, der zu diesem Zeitpunkt im Ruhestand war, sein Copyright. Dadurch verlängerten sich seine exklusiven Rechte auf seine Arbeit bis zum 1. Januar 1981.

Auch wenn es nicht mit Sicherheit feststellbar ist, besteht doch die Möglichkeit, dass Sweeney bis 1952 Lizenzgebühren für “Military Intelligence” erhielt. Jedoch ist es genauso möglich, dass er jahrelang keine Lizenzgebühren bekam. Abgesehen von einer weitestgehend unbekannten Übersetzung ins Chinesische im Jahr 1946, wurde “Military Intelligence” nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 1924 nie wieder nachgedruckt.

Bis zum Jahr 1952 hätten alle neuen (das heißt, Lizenzgebühren erzeugenden) Kopien bereits über die üblichen Kanäle verkauft oder einfach entsorgt werden können, als der ursprüngliche Herausgeber, die Frederick A. Stokes‘ Company, von J.B. Lippincott im Jahr 1943 aufgekauft wurde.

Unabhängig davon ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Ende des Copyright von Sweeney zum Neujahrstag 1981 keinen finanziellen Schaden auf sein Erbe verursacht hätte. (Sweeney starb als Witwer im Jahr 1963, im Jahr 1981 war nur noch eins seiner drei Kinder am Leben.)

Wie die überwiegende Mehrheit von Werken, lief auch der wirtschaftliche Wert von „Military Intelligence“ Jahrzehnte vor dem Ablauf des Copyright ab. Für jeden “Great Gatsby”, der noch Jahrzehnte nach seinem Debüt Einnahmen generiert, gibt es Zehntausende Werke wie “Military Intelligence”, deren wirtschaftliche Haltbarkeit bestenfalls ein paar Jahre andauert.

Worin liegt also der Sinn?

Hier wendet sich das Blatt: Das Buch wurde im Jahr 1981 nicht in die öffentliche Domain eingetragen. Stattdessen verblieb es bis zum heutigen Tag ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Nach dem gültigen Gesetz wird es erst am 1. Januar 2020 gemeinfrei werden und somit mehr als 95 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung. Doch warum blieb “Military Intelligence” für fast vier Jahrzehnte länger urheberrechtlich geschützt, als sein Autor erwartet hatte?

Der Grund dafür ist, dass der US-Kongress die Schutzdauer des Copyright weiter verlängert. Im Jahr 1976 erhöhte sich Sweeneys Copyright von 1952 durch ein neues Urheberrechtsgesetz von 28 auf 47 Jahre. Im Jahr 1998 verlängerte der CTEA einseitig alle Copyrights der nach 1. Januar 1923 erstellten und noch immer urheberrechtlich-geschützten Werke. Die Hauptrechtfertigung des CTEA war, dass es zu einem Einklang des U.S. Copyright und des europäischen Urheberrechtes gekommen sei, welche in der Berner Konvention spezifiziert wurden und festlegen, dass das Urheberrecht mindestens 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers andauern soll.

Die Hauptkritik an dem Gesetz von Leuten wie dem Akademiker und Anwalt Lawrence Lessig ist, dass eine Handvoll von Unternehmen wie Disney und die Erben von kommerziell erfolgreichen Künstlern wie Irving Berlin von der rückwirkenden Verlängerung der Copyright-Bedingungen durch den Kongress profitieren. Dies geschieht unter Missachtung des Verfassungsmandats, welches besagt, dass das Urheberrecht die Rechte der Schöpfer für eine begrenze Zeit schützt, statt dies auf Dauer zu tun.

In diesem Verfahen werden Millionen von Werken, die nicht mehr oder nie wirtschaftliche Vorteile für ihre Urheber oder deren Erben brachten, heute an die gleichen Gesetze gebunden, die kommerziell erfolgreiche Werke, wie den ersten Micky-Maus-Film “Steamboat Willie” und Irving Berlins “Puttin’ on the Ritz” schützen. (Beide wären heute lizenfrei, wenn nicht der CTEA gelten würde.)

Warum das wichtig ist?

Also, wen interessiert es, wenn sich ein unbekanntes und hoffnungslos veraltetes Buch über den Militärgeheimdienst in den gierigen Tentakeln des Copyright-Oktopus verheddert? Abgesehen von ein paar Militärhistorikern wohl niemanden. Würde sich aber herausstellen, dass der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass “Military Intelligence” einige Fakten, Weisheiten oder Einsichten beinhaltet, die die Welt zu einem sicheren, glücklicheren oder gerechteren Platz machen können, dann sollte es die gesamte Welt kümmern.

Wie es aussieht, kann die Welt nicht wissen, was “Military Intelligence” zu bieten hat. Außer jene, welche bereits eine Kopie besitzen, Zugang zu einem der rund 100 in verschiedenen Bibliotheken verstreuten Kopien haben oder gewillt und fähig sind, einen Preis zwischen 25 bis 70 US-Dollar für ein gebrauchtes Exemplar zu bezahlen (kein Cent davon fließt in das Vermögen des Autors). Gemeinnützige Einrichtungen wie HathiTrust und Internet Archive können den digitalisierten Volltext von “Military Intelligence” (eine Arbeit ohne jeglichen wirtschaftlichen Wert) nicht frei zugänglich machen.

Und was wäre, wenn entgegen aller Vernunft jemand von “Military Intelligence” zu einem Spiel, Film, Comic-Roman oder einer anderen Arbeit inspiriert worden wäre? Im schlimmsten Fall ist es unmöglich, den aktuellen Rechteinhaber zu finden, um die Erlaubnis für die Erstellung eines abgeleiteten Werkes zu erhalten; im besten Fall wäre der Prozess zeitaufwändig und kostspielig. Selbst wenn der aktuelle Rechteinhaber gefunden wird, könnte jeder Versuch unterdrückt werden, “Military Intelligence” umzufunktionieren, indem eine exorbitante Gebühr für die Erlaubnis verlangt oder einfach die Zusammenarbeit verweigert wird. Wenn sie auf eine Premiere von “Military Intelligence: An American Musical” warten, tun sie das vergebens.

Natürlich ist nicht die Tatsache, dass ein bestimmtes Buch unter Verschluss liegt, das Problem des aktuellen Urheberrechtsgesetz. Das Problem ist die ständig verlängerte Sperrung einer Masse von Arbeiten, die frei verfügbar sein sollten, um die Schaffung neuer Werke zu inspirieren.

Ein unbefristetes Copyright?

Werden die Unternehmen und Individuen, die zwar alte, aber immer noch wertvolle Urheberrechte besitzen, ihr Privateigentum Jahr für Jahr in den Besitz der Allgemeinheit übergeben wollen? Oder werden sie den Kongress beeinflussen, damit es zu einer 20 oder 40 oder 100 Jahre langen Erweiterung des Urheberrechts kommt?

Es ist anzunehmen, dass die Eigentümer wertvoller Copyrights den 115. Kongress beeinflussen werden, damit er die Bedingungen des Urheberrechts verlängert. Sicherlich waren auch Lobbyisten daran beteiligt, den CTEA in den späten 90ern voranzutreiben – ein Sieg, den sie der insgesamt schwachen und desorganisierten Opposition verdankten.

Ich glaube, dieses Mal werden es die Lobbyisten, die auf ein längeres Copyright drängen, nicht ganz so leicht haben. Das Aufkommen digitaler Information im Alltag hat einen umfangreichen Bestand an Akademikern, Rechtsgelehrten, Bibliothekaren und Verbrauchern geschaffen, die viel über die Auswirkungen der Copyright-Gesetzgebung auf ihr Leben nachdenken.

In der Vergangenheit haben Organisationen, zum Beispiel die Electronic Frontier Foundation, die American Library Association und Creative Commons aus Sorge über die öffentliche Beteiligung an der Urheberrechtspflege damit begonnen, sich anderen unfairen Copyright-Gesetzen wie den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den PROTECT IP Act (PIPA) zu widersetzen. Sollte der 115. Kongress zu einer erneuten Verlängerung des Copyright gedrängt werden, brauchen diese Organisationen und deren Verbündete eine aktive öffentliche Unterstützung. Es ist nicht genug, sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass Internet-Petitionen und Facebook-Schimpftiraden siegen werden.

Obwohl der Kongress die zeitliche Begrenzung des Copyright nicht abschaffen kann, könnten die Bedingungen so geändert werden, dass das Copyright selbst nahezu unendlich verlängert wird. Wenn das geschehen sollte, würden Millionen von Werken, die für aktuelle und zukünftige Generationen von Wissenschaftlern, Künstlern und Neugierigen frei verfügbar sein sollten, im Schatten des Urheberrechts verborgen bleiben – unzugänglich und nahezu unsichtbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „FIGHT CLUB“ by CHRISTOPHER DOMBRES (CC0 Public Domain)


The Conversation

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5 Lesetipps für den 31. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um die App Cymbal, eine Internet-Drohne von Facebook, eine Videokamera von Canon, Google und eine Neuerung in der Web-Version von Instagram. Ergänzungen erwünscht.

  • CYMBAL Digital Trends: Cymbal wants to be the social media platform for sharing music: Es ist wohl kein Geheimnis, dass man lieber durch Freunde oder Künstler neue Musik entdeckt, als sich welche von einem Computer-Algorithmus vorschlagen zu lassen – genau das hat die App Cymbal vor: Um die besagte App zu nutzen, erstellt man sich dort einen Account, indem man sich mit Facebook oder Twitter einloggt. Nachdem man Freunde und Künstler, denen man folgen will, auswählt, wird die Startseite mit einer Liste von “Cymbals”, also vorgeschlagenen Songs, gefüllt, die man sich dann entweder auf Soundcloud oder Spotify anhören kann.

  • FACEBOOK DIE WELT: Internet-Drohne: Facebook stellt “Aquila” vor: “Aquila” – so heißt die Drohne von Facebook, die die Spannweite einer Boeing 737 hat. Mit ihr möchte das Unternehmen das Überall-Internet, somit auch in entlegenen Gebieten, ermöglichen. Die Drohne ist solarbetrieben, etwas 35 Meter breit und wiegt trotzdem weniger als ein Auto, außerdem könne sie monatelang in der Luft bleiben. Facebook hat noch dazu ein sehr präzises Laser-System entwickelt, mit dem Daten mit einer Geschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde übertragen werden können.

  • CANON Golem.de: ME20F-SH: Canons Camcorder mit ISO 4 Millionen kann im (fast) Dunklen filmen: Um in kaum beleuchteten Höhlen, bei Vollmond oder an anderen dunklen Orten ist es meist sehr aufwendig, dort zu fotografieren und erst recht zu filmen. Mit dem ME20F-SH will Canon das nun ändern: Die Canon ME20F-SH ist eine Videokamera mit Aufnahmen in Full-HD, die mir Wechselobjektiven arbeitet – klingt erst einmal nicht sehr besonders. Die Kamera schafft es aber, bei geringem Licht, noch farbige Bilder aufzunehmen, da sie auf eine Lichtempfindlichkeit von unglaublichen ISO 4 Millionen kommt.

  • GOOGLE GWB: Recht auf Vergessen: Google lehnt weltweite Löschung von Links ab und riskiert hohe Strafen: Letztes Jahr wurde auf Drängen des Europäisches Gerichtshofs das sogenannte Recht aus Vergessen eingeführt, welches besagt, dass jeder Nutzer in den EU-Ländern Links zu Angeboten und Webseiten entfernen darf, die die eigene Privatsphäre angreifen oder Persönlichkeitsrechte verletzen. Soweit hält sich Google auch daran, außerhalb der EU-Länder sind diese Links aber immer noch vorhanden und somit problemlos zu finden. Der Konzern hat es jetzt offiziell abgelehnt, daran etwas zu ändern und legt sich so mit der französischen Datenschutzbehöre CNIL an.

  • INSTAGRAM The Verge: Instagram finally brings search to the web: Wenn man Instagram im Web benutzen möchte, kann man – sind wir mal ganz ehrlich – nicht wirklich viel machen. Jetzt gibt es für diese Version ein Update, womit sie schon etwas nützlicher wird: Es wird ein Such-Feature geben, mit dem man Hashtags, Orte und User-Accounts suchen kann. Außerdem verfeinert Instagram die Landing-Pages für Hashtags und Orte, sodass man, wenn man auf einen Link auf Instagram klickt, eine Seite mit den beliebtesten Ergebnissen, über den neuesten Bildern, sieht.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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20 große Web-Momente in einem Suchbild – Findest du sie?

20 große Web-Momente in einem Suchbild – Findest du sie?

Was 2012 so im Web passierte gilt es in diesem Suchbild der Kommunikations-Agentur SYZYGY zu finden. Gar nicht so einfach oder?

Der in Paris lebende Illustrator Niark1 hat im Auftrag von SYZYGY eine Grafik entworfen in der die 20 größten Web-Momente aus 2012 aufgeführt sind. Findest du alle News-Events, Memes und Star Wars-Charaktere? Wer zudem die ursprüngliche Webseite mit dem Hashtag #20things twittert, der kann ein limited-edition-Poster, welches vom Illustrator selbst signiert wurde, gewinnen. Das macht doch gleich doppelt so viel Spaß.

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 6)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Thilo Specht und Jürgen Kuri.

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 5)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Martin Giesler und Tilo Jung.

Web-Highlights 2012 - Im Gespräch mit Deutschlands Webbies

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 4)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Leander Wattig und Inken Meyer.

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 3)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Jürgen Vielmeier und Dirk von Gehlen.

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 2)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Richard Gutjahr und Tobias Gillen.

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Web-Highlights 2012 – Im Gespräch mit Deutschlands Webbies (Teil 1)

Im aktuellen Netzpiloten Boarding Call fragen wir Experten, was deren Web-Highlight im Jahre 2012 gewesen ist. Heute mit dabei: Dennis Horn und Victoria Gorgs.

Das Jahr 2012 war wieder einmal ein bewegendes Jahr. Der Viral „Kony 2012“, war das erste Internetvideo, das innerhalb von fünf Tagen 70 Millionen Mal aufgerufen wurde. Facebook hat die Nutzer-Milliarde durchbrochen und Redbull zusammen mit Felix Baumgartner sämtliche YouTube-Rekorde auf einen neuen Höchststand katapultiert. Doch was hat deutsche Webbies, neben diesen Meldungen der Superlative noch so bewegt? Wir haben einige Web-Influencer gefragt: „Was war dein diesjähriges Highlight im Web?“

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Zum Abschied: Still ruht der See

Rückblick und Ausblick auf Web 2.0 und social media aus der Sicht des scheidenden Netzpiloten-Autoren Jörg Wittkewitz.

Zum Abschied: Still ruht der See

Das Web 2.0 ist in die Jahre gekommen. Diejenigen, die in seinem Kielwasser zu Ansehen und Reichtum kamen, haben sich abgewandt. Sie verkaufen bestenfalls ein funktionales Verständnis dessen, was eine soziale Bewegung des global vereinigten Individuums hätte werden können. Das Tröstende daran ist, dass alle staunenden Zuschauer jetzt live bei der Entzauberung dabei sind. Offenbar ist die Ära der Projektionen zuende. Das lange bestaunte Web ist zum Alltag geworden.

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Drei interaktive Visualisierungen, die dir das Web erklären können…

Das Internet ist nun schon einige Jahre alt. 1969 ging es aus dem sogenannten ARPANET hervor, welches als Projekt des US-Verteidigungsministeriums, Universitäten und Forschungseinrichtungen mit einander verbinden sollte. Aus dieser anfangs relativ subtil-erscheinenden Vernetzung sollte Jahre später eine der größten technischen Errungenschaften der Menschheit werden, die zur umfangreichsten Veränderung des Informationswesens seit Beginn des Buchdruckes geführt hat.

Den anfänglich kleinen Schritten des Webs, welches erst nur für wenige Geeks und Hacker interessant war, folgte eine extreme Kommerzialisierung, die am Ende dazu führte, dass sich inzwischen über 2 Milliarden Menschen darin bewegen und es beruflich sowie privat für ihre Zwecke nutzen.

Im Laufe der letzten Monate haben sich nun einige digitale Visualisierungen im Internet präsentiert, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Netz ein Stück weit interaktiv zu erklären. Drei dieser Visualisierungen zeigen wir euch hier.

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Meinungsmacher im Medienzirkus – Der Erklär-Grizzly

Jetzt, da die schreckliche Tat ein Jahr alt ist, schließen sie wieder die Reihen, die wackeren Lordsiegelbewahrer der lupenreinen Demokratien: Wir sind noch immer offen. Unsere Gesellschaft ist verletzlich, aber wir kennen keine Tabus. Und weil das so ist, schleichen auch schon wieder die Erklärbären der Normalität durch die öffentlichen Medien.

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Im Land der Korinthenzähler

Deutschland steht neuen Entwicklungen allzu gerne skeptisch gegenüber und hemmt damit Wandel und Innovation. Dabei zeigt die eigene Geschichte, dass es lohnt, voranzugehen.

Wir müssen uns in Deutschland neu erfinden und sollten die Digitalisierung des Lebens sowie der Wirtschaft viel stärker als Chance sehen und nicht als Bedrohung, fordert der Netzwerkspezialist Bernd Stahl. „Es ist ein Dreiklang aus Technik, sozialer Kompetenz und Inspiration gefragt. So sucht die Bundesregierung nach einem Konzept, um eine alternde Gesellschaft kostengünstig und würdevoll zu betreuen. Die grundlegende Erkenntnis: zu Hause in der Familie geht das einfach besser und billiger als in einem Altersheim.

Ein Lösungskonzept fängt mit dem Smartphone in der Armbanduhr, Sensorik, Robotik und der Vernetzung mit Gesundheitsportalen an. Schließt aber Sozialverbände, Kirchen und Nachbarschaftshilfe mit ein. Gleiches gilt im Bildungswesen. Elektronische und vernetzte Medien können Wissen oft besser vermitteln als der Pauker. Was die Pads aber nicht können, ist Charakterbildung, soziale Kompetenz, Erlebnispädagogik. Hier gibt es das menschliche Alleinstellungsmerkmal. Wieder geht es um Computer, „Internet in der Kombination mit sozialer Kompetenz“, so Stahl. Diese Liste lasse sich fortsetzen: Energie, Wohnen, Transport, Nahrungsmittel oder Landwirtschaft.

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Ideenlos im Netz

Noch befindet sich die digitale Technik im Embryonenzustand, wie es Christoph Kappes ausdrückt, aber schon jetzt verspüren Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Eruptionen der neuen Netzwirklichkeit. In der Musikindustrie bleibt kein Stein auf dem anderen. Politische Machtkünstler ergeben sich den Shitstorms im Internet, Informationstechnologie wandert in die Computerwolke, Hardware-Produzenten erleben die Pulverisierung ihrer Geschäftsgrundlage und die klassische Telefonie verliert den Boden unter den Füßen, weil Skype und die verschriftete Kommunikation in sozialen Netzwerken die Oberhand gewinnen.

Ideenlos im Netz

„Vergleicht man den Lebenszyklus mit anderen Techniken, befinden wir uns in einem vermutlich noch sehr unausgereiften Stadium. Zehn Jahre nach Erfindung der Radiowellen gab es noch sogenannte ‘Knallfunkensender’, die ohrenbetäubenden Lärm machten und nur wenige Kilometer Reichweite hatten. Der elektrische Strom kam erst in den 1930er Jahren in deutsche Haushalte, 60 Jahre nach der Erfindung des Dynamos durch Siemens und 250 Jahre nach der Entdeckung elektrischer Ladung. Die Automobilindustrie macht auch seit 1970 noch gewaltige Fortschritte bei der Sicherheit, sogar die Schifffahrt wird in den letzten 40 Jahren durch Containerschifffahrt enorm verbessert“, schreibt Kappes in seinem Papier für  Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft”.

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Interview BLN.FM: „Ach, Sie machen so ein Radioprojekt?“

BLN.FM

Zehdenicker Straße im Januar. Der Berliner Winter paralysiert die Stadt. Kaum Jemand ist im Eisesdunkel unterwegs. Wenig Verkehr. Kerzen schimmern aus Küchenfenstern. Eine fast ländliche Stille am frühen Abend.
Fast scheint es, als hätten ein paar hundert Quadratmeter Wendezeit den Sanierungswahn überlebt. Und tatsächlich, hier, in einem unverputzten Mitte-Altbau nahe des Prenzlauer Berges findet sich das Studio des Internetradios BLN.FM: Die Produktionsstätte und deren Macher verströmen Aufbruchsstimmung und Pioniergeist.

Der Ort erinnert an die Experimentierfreude der Berliner Clubszene zur Zeit des Mauerfalls. In jener Umbruchphase begannen Tim Thaler und Alexander Koenitz, die heutigen Geschäftsführer bzw. Vorstandsvorsitzenden von Bln.Fm, bereits die Berliner Musiklandschaft zu erkunden. Diese Erfahrungen bildeten bis heute das Rüstzeug, aus welchem Thaler, Koenitz und das BLN.FM – Team ihren Innovationsgeist speisen.

Im Folgenden Interview spricht Tim Thaler (TT) über die ereignisreiche Geschichte, Gründung und Positionierung von BLN.FM, Musik + Kultur im Netz und die Zukunft des Radios…

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Jugendliche wollen Musik

Eltern und Web - Medienlotse

Katrin Viertel von Medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Musikhören und -beschaffen.

Wenn es um Filme und Musik aus dem Netz geht, sind mir meine Kinder (14 und 16 Jahre) weit voraus. Sie wissen, was es wo zu streamen, runterzuladen und zu tauschen gibt. Was davon legal oder illegal ist, interessiert sie nicht. Ich gestehe, dass es mich zwar interessiert, dass ich aber schlicht nicht mehr Bescheid weiß. Immerhin frage ich mich noch, ob sich die Kinder strafbar machen. Muss, kann, sollte ich verhindern, dass sie sich ihre Lieblingsstücke aus dem Internet holen?

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Spielen statt reden: Kommunikationsproblem?

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es darum, wie Kinder beim Videospielen kommunizieren.

Meine Tochter (11) trifft sich gern mit ihren Freundinnen zum Nintendo-Spielen. Dann sitzen sie zu dritt oder viert im Kinderzimmer, jede hat ihre Konsole in der Hand, und sie spielen – allerdings nicht miteinander: Die Konsolen sind nicht vernetzt. Es daddelt jede für sich, gesprochen wird kaum, offenbar sind aber alle ganz zufrieden. Alle außer mir. Ich frage mich, ob das wirklich eine sinnvolle Freizeitgestaltung ist und ob ich diese Treffen weiter erlauben soll. Wäre es nicht viel besser, die Kinder würden etwas miteinander tun?

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Für Kinder irritierend: Werbung

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht sie der Frage nach, wie man Kindern hilft, mit Werbung im Internet richtig umzugehen.


Als Schulanfänger macht mein Sohn (7) nun die ersten Schritte im Internet. Er kann zwar lesen, aber natürlich ist sein Textverständnis noch begrenzt. Wenn er im Netz surft, stößt er immer wieder auf Werbung, deren Inhalt und Form er nicht versteht. Bereits häufiger ist er auf Seiten gelandet, auf denen Kinder seines Alters nichts zu suchen haben. Können wir die Werbung im Web umgehen? Wenn nein: Wie kann ich ihm helfen, Werbung als solche zu erkennen und einzuordnen?
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Fernsehen, fomerly known as the internet

AppleTV gibt es ja schon etwas länger. Und auch dass Google mit einem eigenen Angebot mitmacht, ist kein Geheimnis. Youtube ist ja jetzt schon für viele unter 30 ein prima Ersatz für das besonders dröge Programm, dass entweder auf halbdebile Akoholkranke abzielt oder vor allem am Wochenende ganze Salven absondert an Dreitonmusik und Romanzen der unterdurchschnittlichsten Sorte mit einer Staffage aus insgesamt 25 Schauspielern und Moderatoren.

Dass GoogleTV nun via Youtube Dutzende Kanäle startet, darunter Tanz-Channel im Madonna (sic!) und Comedy mit The Shaq (O’Neal) ist sicher ein schlaue Idee, denn bisher sind noch keine webfähigen Fernseher bekannt, die mit einem youtube2mp3-Werkzeug aus dem Laden kommen. Und so lächeln auch fast alle Jugendlichen über P2P-Portale wo sich jeder Idiot beim Saugen der Lieblings-CD schnappen lässt. Die Songs die man mag, saugt man sich einfach bei Youtube. Und die grottenschlechte Qualität der MP3-Songs hört eh niemand auf seinem Smartphone. Wenn dann noch Netflix und Hulu in Deutschland Fuß fassen und alle Serienjunies dort ihrer Sucht frönen, dann kann die Werbeindustrie sich schon mal darauf einstellen, dass Fernsehsender eine Reichweite von 55 bis 95 Lenzen abbbilden. Wieviele Privatsender das überleben werden, steht in den Sternen. Ich bin mir sicher, dass bei Bertelsmann noch keiner weiß, dass RTL in 10 Jahren denselben Nimbus haben wird, wie heute 9Live: „Kenn ich, sehe ich bei meiner Oma manchmal beim Durchzappen. Ist das ein Regionalsender?“

Denn selbst wenn das stimmt, was die Auguren sagen, dass im Fernseher Internet und normale Sender gleichberechtigt nebeneinander bestehen bleiben werden, sollte man bedenken, dass der demografische Wandel nicht jede Einbahnstrasse im Zeitalter digitaler Distribution von Massenmedien retten wird.

Mit dem gerade angekündigten Software-Update will GoogleTV aber nicht nur 100 Channels starten, sondern nun endlich bedienerfreunlicher werden. Wer mehr über die Neuerungen erfahren will, schaut auf das GoogleTVblog

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Lernspiele für Grundschüler

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es darum, ob Grundschüler ihre Schulleistungen durch Lernspiele verbessern können.

Meine beiden Söhne, 8 und 9 Jahre alt, sind nicht gerade Spitzenschüler. Vor allem in Rechtschreibung und Mathe könnten sie besser sein, aber zum Lernen haben sie wenig Lust. Jetzt haben wir gesehen, dass es viele Lernspiele gibt, die wie für uns gemacht scheinen. Das Spielen am Computer macht ihnen Spaß – könnten wir sie also womöglich mithilfe des Computers motivieren?

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Ein Fernseher im Kinderzimmer?

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es darum, ab wann Eltern einen Fernseher im Kinderzimmer erlauben sollen.

Meine Tochter ist 9 Jahre alt und möchte gern einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer haben. Ich kann das verstehen, denn es gibt immer wieder Ärger: mit uns wegen der erlaubten Nutzungszeit, mit den jüngeren Brüdern wegen der Programmauswahl. Wir wollen eigentlich schon länger einen neuen Flachbildschirm anschaffen. Das wäre für uns eine Gelegenheit, ihr das alte Gerät zu schenken. Aber ist ein eigener Fernseher im Kinderzimmer sinnvoll? Weiterlesen »

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