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Mit 11 Jahren bei facebook?

Mein Sohn ist erst elf, also zu jung für Facebook, das eine Anmeldung erst ab 13 Jahren gestattet. Nun hat er schlicht gelogen, um sich ein Profil einzurichten. Ich habe es bemerkt und verlangt, dass er die Seite löscht. Er weigert sich. Soll ich ihm jetzt den Computer ganz verbieten?

Das ist vermutlich keine gute Idee. Wenn Sie ihrem Sohn das Benutzen des Computers zu Hause verbieten, wird er ganz sicher Wege finden, sich woanders Zugang zu verschaffen. Und ist es einmal in den „Untergrund“ abgetaucht, bemerken Sie erst mal gar nichts mehr von dem, was das Kind online tut…

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Das Web ist das Cafehaus des 3. Jahrtausends?

Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den „emerging democraties“, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem „großen“ Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung… Weiterlesen »

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Cyberquark: Daten sind das neue Öl

Es gibt einen Kongress namens Online Handel. Da hat der Zukunftspapst Gerd Leonhard mal die ganz dicke Kristallkugel mitgebracht und uns allen verkündet, dass es ab jetzt nicht mehr reiche, in einer Suchmaschine gefunden zu werden, man müsse auch im Social Web auffindbar sein. Offenbar existiert dieses Social Dingsbums abgekoppelt von den Crawlern, Robots und Spider-Technologien von Larry und Sergey. Und sogar das brandneue Thema Cyberwar darf auf so einer Konferenz nicht fehlen (anyone stuxnet?). Und auch Amir Kassaei hat eine Zukunftsvision mit facebook. Aber beginnen wir mit dem Wiedergängner namens Cyberwar…

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Miriam Meckel: “Das Netz ist auch die Welt”. Aha.

Miriam Meckel gehört zu meinen Lieblingsexperten, wenn es um „das Web“ geht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, all den Leuten, die seit Jahren Google, E-Mail und Excel nutzen, die ganz neue Welt von twitter, blogs, wikis und sozialen Netzwerken zu erklären. Aktuell im Focus als Auftakt für die DLD. Ersteres ist nicht SMS an und für viele, Blogs sind nicht digitale Tagebücher und Wikis sind nicht gemeinsame Seminarhefte und soziale Netzwerke sind nicht offene Poesialben mit Adressliste. Nein. Es sind Teile der Welt. Das ist seltsam, da sie doch alle von Menschen erschaffen wurden. Und da der Mensch den Begriff Welt erschuf, wird immer alles, was er sagen wird, Teil der Welt sein. Bei Frau Meckel ist das einen ganzen Artikel wert. Was ist neu an dem Gemeinplatz, dass die Werkzeuge der Menschen teil der Welt sein sollen? Neu wäre es, wenn das Netz Teil der Heringwelt wäre oder Teil der Welt der Polarfüchse.

Ich habe den Eindruck, dass eines Tages so viele Loblieder auf das gemeinsame Lesen und Schreiben im Web gesungen werden, dass keiner mehr Lust hat, es wirklich zu nutzen. Aber der Reihe nach: Die Frau ging zu David Weinberger an das Berkman Center an der Harvard Uni, um dort über das Web zu forschen. Sie kommt wieder mit einem Text über crowdsourcing und Journalismus. Das erinnert mich an die Tage, als noch über die HuffPost oder spot.us diskustiert wurde – das war 2009. Worum geht es Ihr?

Journalistische Medien sind per se sozial, weil sie zur Verständigung der Menschen in einer Gesellschaft beitragen, indem sie etwas leisten, was auch in einer vernetzten und globalisierten Gesellschaft unerlässlich ist: die sachliche, zeitliche und soziale Synchronisation.

Dieser Satz ist falsch, wenn man damit Massenmedien einschließt, denn der Begriff „Sozial“ beschreibt eine wechselseitige Beziehung. Das ist weder bei TV noch im Radio und schon gar nicht bei Zeitungen der Fall. Sehr oft wird der Begriff auch mit zugewandt oder fürsorglich assoziiert, auch das kann man keinem Medium unterstellen, das journalistisch aufbereitet wird. Außerdem werden nur die Informationen verteilt (synchronisiert), die bestimmten Kreisen sinnvoll erscheinen. Wer in einer Redaktion gesessen hat, weiß, dass bestimmte Infos über die Golffreunde des Verlegers nie in den Lokalteil kommen werden. Aber es kommt noch deutlich flacher:

Zum anderen ist „Social Media“ ein Übergangsbegriff. Er wird sterben, weil er zum Normalfall wird. Es gibt bald keine sozialen und nicht sozialen Medien im Netz. Es gibt nur noch das Netz.

Dazu gibt es Folgendes zu anzumerken: Weiterlesen »

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Interview mit Evgeny Morozov: Einfluß des Internets auf Politik

Auf der diesjährigen re:publica hatte uns Evgeny Morozov ein Interview gegeben, indem er seine Arbeit und seine Ansichten rund um Internet und Politik darlegt.
Interessant sind seine Ansichten über digitalen Aktivismus, Die Öffentlichkeit im Web und den Kontext zwischen Emanzipation und Transparenz.

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Gehirnvermanschung 2.0

Howard Rheingold wird etwas vorsichtiger bei den Themen attention, information und crap detection. Im Sommer sprach er darüber auf der PdF 2010. Es ist wirklich spannend zu erleben, wie er seine Meinung anpasst an die Änderungen im Web. Aber sein Thema bleibt: Es geht nicht um Technologien sondern um unsere Fähigkeiten, mit ihnen umzugehen. simple as that.

Sehr gute Einwände gegenüber den tradierten Methoden, mit Informationen umzugehen.

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Kostenlose Videothek im Netz

Die Amerikaner können schon lange im Web Fernsehen. Vor allem Serien und bestimmte Sitcoms oder tägliche Talkshows sind dort beliebt und hulu.com liefert die Plattform dafür – kanalübergreifend. Als in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Angebot im Netz ausweiteten, sahen die privaten Sender die Freiheit des Marktes beschränkt durch die gebührenfinanzierten Angebote. Denn anders als die öffentlich-rechtlichen Mediatheken mussten und müssen sich ihre Sendungsarchive im Netz via Werbung finanzieren. Jetzt schließen sich die RTL-Gruppe und ProSieben.Sat1 zusammen und wollen eine hulu-ähnliche gemeinsame Plattform ins netz bringen, wo man all die verpassten Sendungen und Serien im nachhinien (nochmal) sehen kann.

Vordergründig macht das Sinn, denn man muss nicht dieselbe Technologie des Archivierens, des Streamings und der Werbevermarktung mehrmals erfinden und umsetzen. Und sogar die öffentlich-rechtlichen Sender betrachten dieses Entwicklung mit Wohlwollen und schließen nicht grundsätzlich aus, dabei zu sein. Ob allerdings die Kartellwächter der EU dabei mitspielen bleibt fraglich. In England wurde so ein joint venture namens Kangaroo mit der BBC gerade gekippt und auch in den USA steht hulu vor einer kritischen Prüfung der kartellsensiblen Obama-Administration… Weiterlesen »

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Das unerbittliche Gedächtnis des WWW

In der WoZ, der „Wochenzeitung„, habe ich einen ausgezeichneten Artikel gelesen über die langfristige Speicherung von Informationen im Internet, insbesondere bei Google, und was das für die Nutzer und unsere Gesellschaft als Ganzes für Folgen haben kann.

Eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt

Unter dem Titel „Googles gnadenloses Gedächtnis“ wird der Leserin, dem Leser geradezu ein Lehrstück über Erinnerung und Vergessen geboten. Am Beispiel von Ireneo Funes, dem Protagonisten einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges, wird aufgezeigt, dass ein perfektes Erinnerungsvermögen, das Funes als Folge eines Reitunfalls erlangt, mehr Fluch denn Segen sein muss. Ohne Vergessen ist Denken nur schwer möglich, denn „Denken heisst, Unterschiede vergessen, heisst verallgemeinern, abstrahieren. In der vollgepfropften Welt von Funes gab es nichts als Einzelheiten.“

Google stellt im Grossen eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt dar, die nicht vergessen kann. Dies musste Andrew Feldmar, ein Psychoptherapeut aus Vancouver bei seiner Einreise in die USA erfahren. Er hatte in einem wissenschaftlichen Artikel 2001 geschrieben, in früheren Jahren LSD probiert zu haben. Bei seiner Einreise in die USA fünf Jahre später googelte ein Grenzbeamter seinen Namen, worauf er auf den erwähnten Artikel stiess. Da Feldmar gegenüber dem Beamten seine Aussage im Artikel bestätigte, wurde ihm beschieden, er gelte hiermit als Drogenkonsument und dürfe deshalb nicht in die USA einreisen. Auch später war ihm die Einreise in die USA nur mit einer Sondergenehmigung möglich…

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Geschichte des Internet und Ursprung des Web

Anläßlich der Diskussion um das Web und dessen Auswirkungen nicht zuletzt im öffentlichen Fernsehen, ist es offenbar an der Zeit, einige Vorurteile und Legenden zu beleuchten. Denn um eine profunde Diskussion darüber zu führen, was es kann das weltweite Datennetz, wäre es hilfreich, seine Anfänge und Vorhaben in den Blick zu nehmen, da die primäre Gestaltung dieses Netzes Folgen hatte, die wir heute zumindest teilweise in den Menschen oder die Gesellschaft verlegen.
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Die Säulen der digitalen Gesellschaft

Die Initiative D21 und tns infratest geben ja bekanntlich den (N)Onliner-Atlas heraus, in dem minutiös das Web-Nutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung abgebildet sein soll. Die Wahrheit erblickt das Licht der Welt über den Umweg von telefonisch abgefragten Daten bei rund 1000 Menschen.
Aktuell handelt es sich in diesem Rahmen um eine Studie über eine Typologisierung der Webnutzer anhand einiger Kriterien des Umgang mit dem Web. Man unterscheidet dabei das sogenannte „digitale Potenzial“, das auf Infrastruktur, Kompetenz und Wissen lädt sowie der „Einstellung und Nutzung“, welches auf Nutzungsinstensität und -vielfalt sowie auf Einstellung lädt. Wie seinerzeit die Sinusmilieus ist hier wieder ein Schubladendenken am Werk, das dem exceltrunkenen Budgetverantwortlichen Argumente für oder gegen eine (Werbe)Aktion an die Hand geben soll. Oder präziser: Wer im Internet Millionen machen will, möge doch bitte erstmal die reine, empirische Wahrheit der Segmentierung der Webnutzer goutieren. Es treten auf:
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Digitale Seuche: Plaque im Netz



Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken. Weiterlesen »

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Medien: Das Web frisst Zeit und Raum

Immer dann, wenn ich eine Zeitung in die Hand bekomme, überfliege ich die mühsam neu gestalteten, aber immer selben Agenturnews, die ich ein oder zwei Tage zuvor im Netz schon gelesen habe. Dann suche ich den Teil, der eigentlich eine Zeitung ausmachen sollte und finde in deutschen Zeitungen zumeist wenig Erbauliches. Früher habe ich jede Zugfahrt genossen, weil ich die Zeit hatte, anspruchsvolle und tiefschürfende Texte in den Zeitschriften zu lesen. Leider waren sie damals immer zu kurz, weil jeder Verleger unbedingt general interest adressieren wollte. Seither lese ich nur noch die “DU” aus der Schweiz und untersuche die andere Blätter, wenn sie irgendwo rumliegen oder ich mich auf dem Flughafen frei bedienen kann. Es hat sich eine Menge verändert. Weiterlesen »

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Blind im Web: Ein Hürdenlauf

Relaunch ist ein beliebtes Wort im Web. Kündigt ein Onlineshop, ein Nachrichtenportal oder ein soziales Netzwerk einen Relaunch an, hält sich meine Begeisterung meist in Grenzen. Stattdessen frage ich mich, ob ich die Seite zukünftig noch werde nutzen können. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Bewegen im Netz nicht Surfen, sondern ein Hürdenlauf. Denn schließlich muss der Screenreader die Website so umsetzen, dass sie mit Vergrößerungssoftware, Braillezeile oder Sprachausgabe gelesen werden kann.

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