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US-Behörden überwachen weiter – auch ohne gesetzliche Grundlage

Good Things Come to Those Who Hustle (adapted) (Image by Hannah Wei [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Die US-Behörden, namentlich die NSA und das FBI, dürfen weiterhin ohne Richterbeschluss die Telekommunikation überwachen, auch wenn das zugrunde liegende Gesetz Ende des Jahres ausläuft und der Kongress es nicht rechtzeitig verlängert. Das hat die US-Regierung um Präsident Donald Trump kürzlich verkündet. Demnach sollen die Überwachungsprogramme bis Ende April auch ohne gesetzliche Grundlage weiterlaufen dürfen. So lange hätte der Kongress Zeit, das zugrunde liegende Gesetz, §702 des „FISA Amendments Act“, zu verlängern.

Massive Telekommunikations-Überwachung

Das fragliche Gesetz erlaubt es den US-Behörden, von US-Unternehmen (wie etwa Google, Facebook und US-amerikanischen Telekommunikations-Providern) die Telefongespräche, E-Mails, SMS und andere Telekommunikation von Ausländerinnen und Ausländern ohne Richterbeschluss einzusehen, selbst wenn diese mit US-Bürgerinnen oder -Bürgern kommunizieren. Schon von Anfang an stand es in der Kritik der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

„Höchste legislative Priorität“

Schon seit über einem Jahr hatten Vertreter der Ermittlungsbehörden und Sicherheitsexperten den Kongress angehalten, den FISA Amendments Act schnellstmöglich zu verlängern. Sie betonten, die Herstellung einer gesetzlichen Grundlage für anlasslose Überwachung auch über den Jahreswechsel hinaus, habe „höchste legislative Priorität„, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten.

Der Kongress allerdings hat bislang kein solches Gesetz verabschiedet. Das liegt einerseits daran, dass er mit anderen politischen Maßnahmen, unter anderem den von Donald Trump vorangetriebenen Steuersenkungen, beschäftigt war. Andererseits konnten sich die Abgeordneten bislang noch nicht darauf einigen, wie genau ein neues Überwachungs-Gesetz aussehen sollte.

Um nicht ohne Überwachungs-Befugnisse dazustehen, traf die US-Regierung nun eine folgenschwere Entscheidung. Demnach können die Behörden bis Ende April weiterhin anlasslos überwachen, ohne dass es eine neue gesetzliche Grundlage gibt.

„Wertvoll für den Schutz des Landes“

Vielen Geheimdienst-Vertreterinnen und -Vertretern ist das allerdings nicht genug. Sie befürchten, dass es mit der nun umgesetzten kurzfristigen Lösung im Frühjahr zu Problemen kommen könnte. „Wir sind vollkommen überzeugt, dass der Kongress dieses wichtige Statut vor Jahresende verlängern wird. Es nicht zu tun, wäre undenkbar angesichts des beträchtlichen Wertes, den Sektion 702 für den Schutz des Landes hat,“ erklärte Brian Hale, Sprecher des NSA-Direktors.

Schleichende Ausweitung der Überwachung

Das nun ablaufende Gesetz entstand aus dem geheimen „Stellarwind“-Abhörprogramm, das kurz nach dem 11. September von der Bush-Regierung eingeführt wurde. Nachdem das Wissen über das Programm öffentlich geworden war, verabschiedete die US-Regierung 2008 den „FISA Amendments Act“, der es in leicht abgewandelter Form legalisierte. Ursprünglich vor allem für die Terrorismus-Bekämpfung gedacht, wird das Gesetz nun für die verschiedensten Ermittlungszwecke eingesetzt.

Der Werdegang des Gesetzes ist ein prägnantes Beispiel dafür, wie rücksichtslos bei der Durchsetzung von Überwachungs-Befugnissen oft vorgegangen wird. Zunächst geheim, also ohne das Wissen der Bevölkerung, wurde ein Überwachungsinstrument geschaffen, das kaum demokratischer oder juristischer Kontrolle unterliegt. Es wurde, wie die meisten solcher Gesetze und Programme, auch Jahre und Jahrzehnte nach der ursprünglichen Bedrohung keineswegs überprüft oder eingeschränkt, sondern im Gegenteil weiter ausgeweitet und schleichend auf eine Vielzahl weniger akuter Bedrohungen erweitert. So entsteht schrittweise eine Situation, in der Überwachung normal und an keine konkrete Bedrohung mehr geknüpft ist.

Wünschenswert wäre, dass der Kongress die Gelegenheit nutzt, um dieses problematische Überwachungsinstrument kritisch zu überprüfen. Angesichts der Richtung, die die US-Politik diesbezüglich in den letzten Jahren eingeschlagen hat, ist das aber mehr als unwahrscheinlich. Zudem zeigt schon das nun erfolgte Einschreiten der Regierung, aus welcher Richtung der politische Wind weht. Ein kritischer und vorsichtiger Umgang mit derartigen behördlichen Befugnissen scheint keineswegs gewünscht zu sein. Stattdessen wird die nationale Sicherheit wieder einmal als General-Argument für jegliche Einschränkung der Bürgerrechte verwendet.


Image (adapted) „Good Things Come to Those Who Hustle“ by Hannah Wei (CC0 Public Domain)

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  • BITCOIN faz: Nobelpreisträger fordert Bitcoin-Verbot: Joseph E. Stiglitz ist ehemaliger Chef der International Economic Association und 2001 wurde ihm der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Stimmen wurden kürzlich laut über ihn, da der Nobelpreisträger nun ein Bitcoin-Verbot fordert. Die Kryptowährung erlebt gerade einen regelrechten Hype und wer sich früh damit eingedeckt hat, kann im digitalen Geld schwimmen. Stiglitz spricht Bitcoin jedoch jeglichen Nutzen ab und plädiert daher über ein Verbot. Der US-Amerikaner hält das Konzept nur aus zwei Gründen für erfolgreich. So ist es nicht reguliert und umgeht staatliche Kontrollen, Stiglitz sieht die Aufgabe der Schaffung einer Währung eher in den Händen einer Regierung.

  • MACOS heise: Root-Lücke in macOS High Sierra: Sicherheits-Update hat Nebenwirkungen: Der Schock war erstmal groß, als Experten am Dienstag eine dramatische Sicherheitslücke im neuen MacOs High Sierra von Apple entdeckt haben. Das Update, das die Lücke schließen soll, ist jetzt verfügbar und wird von allen Rechnern mit Online-Verbindung automatisch heruntergeladen. Zwar wurde die Lücke nun geschlossen, so kommt das Update gleichzeitig aber auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Das Update führt unter Umständen zu Problemen bei der Dateifreigabe. Nutzer berichten, dass der entfernte Zugriff auf die per File Sharing geteilten Verzeichnisse des Macs nicht länger funktionieren. Einen manuellen Workaround hat Apple zur Abhilfe bereits veröffentlicht.

  • TWITTER zeit: Ein Deutscher will Donald Trump gelöscht haben: Für ungefähr 11 Minuten war es in Twitter regelrecht ruhig – ungewohnt ruhig. Wie sich herausstellte war der Account des US-Präsidenten Donald Trump – @realdonaldtrump – auf der Kurznachrichten-Plattform für die Dauer des Zeitraums offline. Trump nutzt Twitter nur zu gerne für seine geistigen Ergüsse und verbrachte gefühlt auch einen Großteil seines Wahlkampfes auf der Plattform. Jetzt soll sich ein Deutscher dazu bekannt haben. Das Ganze ist angeblich unabsichtlich und als “Verkettung unglücklicher Zufälle”, aber gleichzeitig auch am letzten Arbeitstag des zuständigen Mitarbeiters geschehen.

  • SNAPCHAT wired: Ein Redesign soll Snapchat retten: Nachahmung ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Im Geschäft kann das allerdings schnell zum unverhofften Aus des Konkurrenten führen. So geschieht das derzeit auch langsam zwischen Snapchat und Instagram. Das Story-Feature der Plattform Instagram hat Snapchat fast den Garaus gemacht. Ein Update soll die App jetzt doch noch vor dem Aus bewahren. Das neue Design soll über getrennte Feeds für News und Freunde verfügen. Dieser Schritt soll auch der Verbreitung von Fake News entgegenwirken, wie Snap-Chef Evan Spiegel erklärt.

  • WHATSAPP t3n: Whatsapp down: Messenger auch in Deutschland mit Störungen: Über Nacht trendet #whatsappdown mit derzeit fast 48.000 Tweets auf Twitter. Auch die Whatsapp-Alternative Telegram schafft es dank des Ausfalls bei dem Branchenprimus in die Trending Topics. Denn am vergangenen Donnerstagabend ging bei dem Kurznachrichtendienst WhatsApp erstmal gar nichts mehr. Der letzte Totalausfall des Messengers ist dabei noch gar nicht mal lange her. Diesmal klagten Benutzer weltweit, vor allem aber in Europa und Südamerika, über Störungen bei der App.

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  • DARKNET wired: Revierkrieg im Darknet – Jemand greift die Schwarzmärkte an: Das Darknet steht unter Beschuss. Die IT-Forscherin Emily Wilson bemerkte jetzt eine Angriffswelle auf Märkte des Darknets und beobachtete, wie sich das Chaos ausbreitete. Betroffen sind der Handel mit Kinderpornographie, Daten- und Waffen und vor allem aber das Drogengeschäft. Die aktuellen Angriffe sind der bisherige Höhepunkt einer Reihe von DDoS-Attacken auf die Märkte.Jetzt wird nach Ursachen und vor allem Verantwortlichen gesucht. Am wahrscheinlichsten halten Experten derzeit eine Art Darknet-Revierkrieg.

  • STARTUPS gruenderszene: Wie zwei Startups die Bahn zur Pünktlichkeit erziehen wollen: Die Deutsche Bahn ist leider nicht dafür bekannt, besonders pünktlich zu sein. Zwei Startups aus dem Mindbox-Accelerator haben sich dieses Problems angenommen und wollen Verspätungen künftig vermeiden. Beim Mindbox Accelerator Programm können sich innovative Startups bewerben, um durch die Deutsche Bahn unterstützt zu werden. Das Startup Konux will Sensoren in Eisenbahn-Schwellen einbauen, um so Reperaturen voraussagen zu können und Verspätungen zu vermeiden. Das Berliner Startup Siut will lästige Verspätungen mit einer Fahrgast-Ampel umgehen.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: US-Behörde will offenbar Netzneutralität stark einschränken: Unter der Trump-Regierung haben schon so einige Regulierungen gelitten. Nun will der vom US-Präsidenten neu ernannte Präsident der US-Kommunikationsbehörde Obamas Regeln zur Netzneutralität abschaffen. Der Präsident der Federal Communications Commission, Ajit Pai, verkündigte in einem Statement im Dezember eine Neu-Abstimmung zum Entwurf „Anordnung zur Wiederherstellung der Freiheit im Internet“. Die aktuellen Regulierungen würden aus Sicht der Republikaner Innovation hemmen, wohingegen sich Demokraten weitesgehend für Netzneutralität und Regeln für ein freies Internet aussprechen.

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280 Zeichen bei Twitter: Eine riskante Strategie

Tweet up (adapted) (Image by Maryland GovPics [CC BY 2.0] via flickr)

Das soziale Netzwerk Twitter hat seine Tweets nun auf 280 Zeichen angehoben, um den Nutzern zu ermöglichen „sich leichter auszudrücken“. Auf den ersten Blick sieht dies bloß nach einem netten, neuen Feature aus. Aber dieser Schritt zeigt zwei Möglichkeiten auf, wie Twitter dem schmalen Grat zwischen Erfolg und Scheitern folgt.

Erstens zeigt dieser Schritt, wie schwierig es ist, die richtige Balance zu finden, um sich sowohl zu unterscheiden und sich zugleich dem anzupassen, was die Konkurrenten bietet. Zweitens birgt diese neue Maßnahme Gefahren für das instabile Businessmodell, so dass Twitter weiterhin kein Profitgeschäft ist. 

In der Ankündigung, dass es mehr Platz für längere Nachrichten gibt, argumentierten Aliza Rosen, die Produktmanagerin bei Twitter, und der Softwareingenieur Ikuhiro Ihara, dass manche Sprachen mehr Zeichen als andere brauchen, um eine Nachricht auszudrücken. In der Annahme, dass die meisten Nutzer keine Vergleichsgrundlage haben, schlugen sie vor, dass Frustration über die  traditionelle Begrenzung aufkommen wird, wenn man einigen englischsprachigen Nutzern mehr Platz für Nachrichten bietet. Aber ihr Post beinhaltet einen Widerspruch:

„Bei Twitter geht es darum, sich kurz zu fassen. Dies ist es, was es zu einem tollen Mittel macht, um am Ball zu bleiben. Die Tweets kommen direkt zum Punkt. Man kann sofort auf alle erforderlichen Informationen oder Gedanken, die von Bedeutung sind, zugreifen. Das ist etwas, was wir niemals ändern werden.“

Dieser Widerspruch ist das Kernstück des Dilemmas, dem sich alle Plattformen der sozialen Medien stellen müssen. Wenn sie erfolgreich Nutzer anziehen wollen, müssen sie etwas Besonderes bieten. Doch wenn neue Konkurrenzunternehmen auftauchen, müssen sie etwas Neues liefern. Das bedeutet meistens, dass sie Features von anderen Services eingebinden. Man vergisst leicht, dass es nur wenige Jahre nach dem Beginn von Twitter im Jahr 2006 noch nicht möglich war, ein Bild in einen Tweet einzubinden – man konnte nur auf ein Bild verweisen, dass sich woanders befindet. Außerdem musste man auf die Länge der URL achten.

 

Als sich die Menschen an die größere Flexibilität von Facebook und später auch Instagram gewöhnten, musste auch Twitter Möglichkeiten bieten, um Bilder, Links und Videos einzubeziehen. Die Wahrheit ist, dass die Begrenzung auf 140 Zeichen längst der Vergangenheit angehört hat.

Nichtsdestotrotz bietet Twitter auch weiterhin ein Format, das viele anspricht. Man kann eine kurze Nachricht verfassen, begleitet von Links, Bildern und einem kurzen Video und es für andere Twitter-Nutzer veröffentlichen. Man muss keine „Freunde“ festlegen. Und obwohl man nicht alle Reaktionen und Antworten mag, die man bekommt, bringt man seinen Post wahrscheinlich erfolgreich an das Publikum, das man sich wünscht.

All diese Features zeigen, warum Twitters Businessmodell von Natur aus instabil ist. Es kostet eine Menge Geld, um die Leistungen anzubieten, für die sich die Menschen gratis anmelden, die jedoch nicht unbedingt gewillt sind, Werbungen und bezahlten Content zu akzeptieren. Die Menschen wenden sich von Twitter ab, wenn ihr Feed zu viele Sachen beinhaltet, die sie nicht ausgewählt haben. Deswegen konnte Twitter noch nie genug Einkommen generieren, um die Ausgaben zu decken. Es ist noch immer nicht rentabel, genau wie früher.

 

 

Twitter und Trump

Vor zwei Jahren, als ich einen Kurs mit dem Titel ‚Understanding Media‘ unterrichtete, habe ich oft in den Diskussionen angebracht, dass sich Twitter in einer prekären Situation befindet. Dann kam Trump. Ein Vorteil, den Twitter schon seit seinen Anfängen hat, ist, dass es immer ein Thema in den Medien war – ob im Sport, in Unternehmen, im Fernsehen oder in Online-Zeitschriften. Nichtsdestotrotz konnte die Anziehung des neuen Präsidenten zu dieser spezifischen Plattform nicht vorhergesehen werden. Dies führte zu einem exponentiellen Wachstum an Artikeln, bei denen Twitter erwähnt wird. Aber dies war nicht genug, um grundliegende Probleme zu korrigieren.

Wie der Technik-Journalist Charles Arthur im Guardian im Februar schrieb, könnte noch nicht einmal Donald Trump Twitter aus dem Loch herausholen, in dem es steckt. Die Quartalsergebnisse des Unternehmens zeigten einen Verlust von 167 Millionen US-Dollar – im Vergleich zu 90 Millionen US-Dollar im Vorjahr – bei einer Umsatzentwicklung von 638 Millionen US-Dollar an. Es gab nirgendwo eine eindeutige Idee, wie man den Profit steigern könne – trotz der Tatsache, dass die häufigen Ausbrüche des US-Präsidenten halfen, die Zahl der Nutzer von zwei Millionen auf 319 Millionen zu steigern. 

Twitter existiert in einer höchst kompetitiven Welt und schaut ständig Mitbewerbern wie Sina Weibo auf die Finger. Das Unternehmen behauptete Anfang des Jahres, Twitter bei den Nutzerzahlen übertroffen zu haben. Sina Weibo bietet mehr Platz in den Postings als Twitter. Aber seit für alle die Zeichengrenze auf das Doppelte angehoben wurde, wirkt es, als wäre der Fehdehandschuh aufgenommen worden. Allerdings tut diese Veränderung zunächst nur wenig dafür, um die grundlegenden Probleme zu lösen, die hier noch immer bestehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Tweet up“ by Maryland GovPics (CC BY 2.0)


The Conversation

 

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US-Regierung fragt Daten Trump-kritischer Facebook-Accounts ab

Facebook (adapted) (Image by Simon [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wie sich nun herausstellte, forderte die aktuelle US-Regierung zahlreiche Daten über Menschen an, die mit einer Trump-kritischen Facebook-Seite interagiert haben. Dieses Vorgehen ist ein weiteres besorgniserregendes Beispiel dafür, wie auch in Demokratien Überwachungstechnologie zur Identifizierung missliebiger politischer Meinungen eingesetzt wird. Bürgerrechts-Aktivistinnen und -Aktivisten protestieren nun energisch gegen das Vorhaben der US-Behörden. Sie halten es für äußerst undemokratisch und verfassungswidrig.

Geheimer Durchsuchungsbefehl

Dass die US-Behörden mit Hilfe von Durchsuchungsbefehlen Informationen über Nutzerinnen und Nutzer von Websites und Online-Diensten anfordern können, ist schon seit Jahren bekannt, ebenso die Tatsache, dass sie von diesem Recht gern und häufig Gebrauch machen. Das zeigen schon die Transparenzberichte der Plattform-Betreiber. Hinzu kommt, dass derartige behördliche Eingriffe häufig der Geheimhaltung unterliegen – die betroffenen Provider dürfen weder den Betroffenen noch der Öffentlichkeit mitteilen, dass ein Zugriff der Behörden stattgefunden hat.

Eine solche Anfrage traf nun auch die Betreiber des sozialen Netzwerks Facebook. Die US-Behörden forderten umfangreiche Informationen über drei auf Facebook registrierte Personen sowie die Nutzergemeinde einer Facebook-Seite an. Den Konten und der Seite war gemeinsam, dass dort Äußerungen getätigt wurden, die sich sehr kritisch mit US-Präsident Donald Trump befassen, und Demonstrationen gegen Trump und seine Regierung organisiert werden.

Die US-Regierung forderte praktisch alle von Facebook archivierten nicht-öffentlichen Informationen über die drei Benutzerkonten für den Zeitraum von November 2016 bis Februar 2017 an. Sogar bereits gelöschte Daten sollte Facebook herausgeben. Abgefragt wurden Passwörter samt Sicherheitsfragen und -antworten, hinterlegte Kreditkartendaten, Adressen, genutzte Apps und deren Daten, Fotos, Videos, gepostete Links, Chats und Videoverbindungen. Außerdem wurden Messenger-Mitteilungen untersucht und alle durchgeführten Suchen gescannt. Es wurden Freundeslisten in Augenschein genommen, es wurde untersucht, welche anderen User blockiert wurden oder eine Freundesanfrage abgelehnt haben. Schließlich wurden Postings und weitere Daten der drei betroffenen Nutzerinnen und Nutzer untersucht. Bei der fraglichen Facebook-Seite, der Seite „disruptJ20“, wurde abgefragt, welche Facebook-Nutzerinnen und Nutzer im betreffenden Zeitraum mit der Seite interagiert hatten. Dies wurde geprüft, indem sie etwa die Seite abonnierten, „Likes“ oder andere Reaktionen hinterließen, Kommentare posteten oder Postings der Seite mit ihren Freunden teilten. Insgesamt dürften mehrere tausend Menschen von dieser Suche erfasst worden sein.

Ursprünglich unterlag diese Anfrage, wie viele andere, der Geheimhaltung. Facebook setzte sich gegen diese Verpflichtung zur Geheimhaltung jedoch zur Wehr – und das letztendlich erfolgreich. Die Plattform-Verantwortlichen durften die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer informieren. Diese wandten sich daraufhin an die US-Bürgerrechtsorganisation „American Civil Liberties Union“ (ACLU), die ihre Unterstützung zusagte.

Kritisch – aber nicht verdächtig

Die US-Regierung begründet die Anfrage mit Ermittlungen wegen Ausschreitungen bei Anti-Trump-Protesten am 20. Januar. Damals war es am Rande friedlicher Proteste zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen. Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten sind wegen der Auseinandersetzungen angeklagt und müssen sich vor Strafgerichten verantworten.

Die drei von der Facebook-Datenabfrage betroffenen Personen gehören indes nicht zu den Angeklagten. Sie waren lediglich an der Organisation der friedlichen Proteste und der Mobilisierung für diese beteiligt.

Gegen die Meinungsfreiheit

Die ACLU hält das Vorgehen der US-Regierung für verfassungswidrig. Unter anderem fürchtet sie, dass durch derartig einschüchternde Vorgehensweisen der Behörden andere Menschen in den USA an der Ausübung ihrer im ersten Zusatzartikel der Verfassung garantierten Meinungsfreiheit eingeschränkt werden.

Diese Befürchtung ist keineswegs unbegründet. Die „Chilling Effects“ einer massiven Überwachung, ihre lähmende und einschüchternde Wirkung und dadurch bedingte Einschränkung der Meinungs-und Pressefreiheit, sind mittlerweile gut dokumentiert.

Die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer sind vollkommen unschuldig und keiner Straftat verdächtig – sie haben lediglich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest wahrgenommen. Dafür traf sie die volle Härte der US-Überwachungsgesetze. Ein solches Vorgehen ist einer Demokratie vollkommen unwürdig. Es bleibt zu hoffen, dass die Proteste der Betroffenen und der ACLU Erfolg haben. Anderenfalls wird sich die schrittweise Einschränkung der Bürgerrechte und des offenen politischen Diskurses in den USA weiter fortsetzen.


Image (adapted) „Facebook“ by Simon [CC0 Public Domain]


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  • GESICHTSERKENNUNG heise: Face++: Das Gesicht als Universalschlüssel: Ein chinesisches Startup aus Peking hat ein Face-Scanning entwickelt. Demnach funktioniert Vieles in China jetzt nur noch via Gesichtserkennung. Ob der Zugang zum Bahnsteig, ins Büro oder aber zum Geld abheben, überall muss man nur sein Gesicht vor die Kamera halten. Das Unternehmen, das hinter diesem Konzept steckt wurde 2011 gegründet und heißt Megvii und scheint Erfolg zu haben, da sich das Gerücht, dass auch das neue iPhone 8 mit dieser Technik ausgestattet sein wird, hartnäckig hält. Können iPhone-Nutzer demnach ab jetzt ihren Bildschirm nur mit ihrem Gesicht entsperren? Es bleibt weiterhin spannend.

  • TWITTERgruenderszene: Ex-CIA-Agentin will Twitter kaufen und Trump verbannen: Er polarisiert und ist Meister des Twitters, Donald Trump. Wie man seine Tweets zukünftig stoppen könnte, möchte eine ehemalige CIA-Agentin zeigen. Sie will nämlich Twitter aufkaufen um somit Trumps Account schließen zu können. Die speziell dafür ins Leben gerufene Crowdfunding-Kampagne soll dies finanzieren. Sieben Tage wird sie noch genau laufen und als gewünschtes Ergebnis schließlich verhindern, dass weiterhin Journalisten beschimpft werden und sich der Konflikt mit Nordkorea weiterhin aufheizt.

  • GAMESCOM golem: Aufstand der Androiden: Für die Playstation 4 arbeitet das Entwicklerstudio Quantic Dream an dem Adventure-Thriller Detroid Become Human. Getestet wurden kleine Sequenzen bereits auf der Gamescom 2017. Unter anderem besteht das Spiel aus dem Android Markus, der wundersamerweise menschliche Gefühle entwickelt hat und von dem Wunsch nach Unabhängigkeit getrieben wird. Spannend ist, dass er außerdem die Fähigkeit besitzt diese Gefühle auch auf andere Androiden zu übertragen. Sein Gegner wird von dem wirklichen Androiden Connor gespielt, der Markus und seine Pläne unscharf machen soll. Durch die sehr emotionalen Bilder soll ein hautnahes und menschliches Spielgefühl entstehen. Wann genau das Spiel erhältlich sein wird, ist noch nicht genannt worden, dennoch ist sicher, dass es nicht nur allein für die Playstation 4 erscheinen wird.

  • DROHNEN wired: In Island startet der erste echte urbane Drohnenlieferdienst: In Island ist es jetzt soweit; der erste Drohnenlieferdienst startet. Vorerst dient diese Funktion Lieferdienst Restaurants und Geschäften bei Bestellungen. Aufgrund der Zeiteinsparung, die bei der Benutzung von Drohnen ermöglicht wird, erhoffen sich die Geschäftsführer eine Kosteneinsparung von 60 Prozent. Demnächst soll zudem auch nach Festlandeuropa und Südamerika expandiert werden, so das Unternehmen. In Gebieten wie Ruanda beispielsweise können mit den Drohnen bereits sogar Blutkonserven transportiert werden.

  • CHATBOT gruenderszene: Fünf Millionen Euro für Münchner Chatbot-Spezialist: WhatsBroadcast hilft Unternehmen besser mit ihren Kunden über Messenger zu kommunizieren, über 800 sind es seit der Gründung 2015 nach eigenen Angaben. Das Münchner Startup bekam jetzt wieder fünf Millionen Euro um seine Dienste weiterhin ausbauen zu können. Dass sich diese Investition lohnt, zeigen die derzeitigen Entwicklungen, denn WhatsApp, WeChat und Facebook Messenger ermöglichen den Unternehmen den direkten Kundenkontakt. Auch für Startups lohnt sich das Anbieten dieser Dienstleistung, da nach der Investmentmanagerin Tanja Emmerling vom HTGF der Messenger-Bereich in Zukunft ein Milliardenmarkt werden könnte.

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Chelsea Manning: Niemand hat mich zu Leaks angestiftet

Chelsea E. Manning auf Instagram (adapted) (image by xychelsea87 [CC BY-SA!] via instagram)

Chelsea Manning, Whistleblowerin und WikiLeaks-Informantin, hat erstmals nach ihrer Entlassung aus dem US-Militärgefängnis am 17. Mai ein ausführliches Interview gegeben. Darin betonte sie, dass das WikiLeaks-Team sie keineswegs aufgefordert habe, geheime Dokumente weiterzugeben. Dies habe sie vielmehr aus eigenem Antrieb getan. Anders lautende Gerüchte, die immer wieder aufgebracht und auch von der US-Regierung zitiert wurden, sind somit wahrscheinlich ein Versuch, WikiLeaks zu diskreditieren und seinen Status als journalistische Publikation in Zweifel zu ziehen.

Erstes Interview seit der Haftentlassung

Manning gab dem US-TV-Sender ABC ein Interview, das aufgezeichnet und am Freitag, den 9. Juni, im Rahmen der Sendung „Good Morning America“ ausgestrahlt wurde. Es handelt sich um ihr erstes großes Interview seit ihrer Entlassung aus der Haft am 17. Mai. Zuvor hatte die Whistleblowerin allerdings bereits per Twitter und Instagram der Öffentlichkeit einige Einblicke in ihr Leben in Freiheit gegeben.

„Niemand hat mich aufgefordert“

In politischer Hinsicht besonders wichtig und interessant ist Mannings Aussage, dass sie die Geheimdokumente, unter anderem das als ‚Collateral Murder‘ bekannt gewordene Video eines US-Helikopterangriffs, bei dem mehrere Zivilisten zu Schaden kamen, Dokumente über die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan sowie eine Vielzahl diplomatischer Telegramme der USA aus mehreren Jahrzehnten, nicht auf Aufforderung des WikiLeaks-Teams weitergegeben habe. „Alles, was ich getan habe, das bin ich. Es gibt niemand anderen. Niemand hat mich aufgefordert, das zu tun. Niemand hat mich angewiesen, das zu tun. Das bin ich. Es ist meine Verantwortung,“ erklärte die 29-jährige Ex-Militäranalystin.

Eine perfide Kampagne der US-Regierung

Die US-Regierung unter Donald Trump hatte WikiLeaks, insbesondere dessen Chefredakteur Julian Assange, zuvor vorgeworfen, die später veröffentlichten Geheimdokumente von Manning aktiv angefordert zu haben. WikiLeaks habe „Chelsea Manning bei ihrem Diebstahl spezifischer Geheiminformationen angeleitet“, erklärte CIA-Direktor Mike Pompeo im April. Über WikiLeaks sagte Pompeo: „Das sind Leute, die aktiv Agenten rekrutieren, um amerikanische Geheimnisse zu stehlen, mit dem einzigen Ziel, die amerikanische Lebensweise zu zerstören.“

Abgesehen von der konservativen bis nationalistischen Rhetorik – leider Standard bei der aktuellen US-Regierung – ist diese Behauptung auch faktisch falsch. Das haben Mannings Aussagen im ABC-Interview noch einmal bestätigt. Manning handelte auf eigene Faust und – wie sie immer wieder betont hat – aus idealistischen Motiven heraus. Die Behauptung, WikiLeaks habe sie angestiftet oder angeworben, ist schlichtweg ein Versuch, WikiLeaks zu kriminalisieren und eine Strafverfolgung seiner Aktivistinnen und Aktivisten zu ermöglichen. Obwohl Donald Trump WikiLeaks vor der Wahl sogar ausdrücklich lobte, ist es seit seinem Amtsantritt ein erklärtes Ziel seiner Regierung, WikiLeaks strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen. Das ist der Hintergrund der wiederholten Versuche, WikiLeaks die Legitimität als journalistische Publikation abzusprechen.

Verlogen und undemokratisch

Mannings Aussagen haben noch einmal bewiesen, was von der aktuellen Kampagne der US-Regierung zu halten ist: Es handelt sich schlichtweg um eine ebenso verlogene wie undemokratische Taktik, die einer Strafverfolgung von WikiLeaks den Weg bereiten soll. Ein derartiges Vorgehen gegen Vertreter der investigativen Presse ist ein weiteres Indiz dafür, wie verlogen, undemokratisch und autoritär die Trump-Regierung ist.


Image (adapted) „Chelsea-E.-Manning-auf-Instagram“ by xychelsea87 (CC BY-SA)


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  • FACEBOOK wired: Gerichtsurteil: Mit dem Tod erlischt auch der Facebook-Zugang: Am gestrigen Tag wurde bereits über den Fall vor dem Berliner Kammergericht berichtet, bei dem die Eltern einer Tochter auf deren Facebook-Profil zugreifen wollten, um eventuell aus Chatverläufen oder Ähnlichem Gründe für den Tod des Mädchens zu erschließen. 2012 wurde die 15-jährige von einer U-Bahn erfasst, die genauen Umstände bleiben bis heute rätselhaft. Das Gericht beschloss jetzt jedoch erneut in zweiter Instanz, dass Profile weiterhin nicht für Außenstehende zugänglich gemacht werden.

  • COVFEFE welt: Clinton zieht Trumps „covfefe“ gnadenlos durch den Kakao: Es scheint kaum ein Tag zu vergehen, an dem der 45. US-Präsident Donald Trump keine fragwürdige Bemerkung äußert oder sonderbares Verhalten an den Tag legt. So verfiel das Internet – vor allen Dingen Twitter – gestern in einen regelrechten Aufruhr, als Trump sich in einem Tweet mit “covfefe” verschrieb. Eigentlich erstmal nichts weltbewegendes, aber binnen kürzester Zeit häuften sich Reaktionen und Häme, so auch von Ex-Konkurrentin Hillary Clinton.

  • STREAMING curved: iTunes könnte Filme zeitgleich zum Kinostart zeigen: Anbieter von Video-on-Demand-Diensten wie Amazon, Google, Apple und Netflix stehen in ständiger Konkurrenz und Rennen miteinander, nicht nur wer welche Inhalte anbietet, sondern wer sich auch zuerst anbieten kann. Der Mitbegründer von Napster, Sean Parker, ist aktuell damit beschäftigt, Filmstudios von seinem neuen Unternehmen „Screening Room“ zu überzeugen. Die Idee ist es, Kinofilme, die so auch aktuell noch dort gezeigt werden, gegen eine entsprechend hohe Gebühr On-Demand bereit zu stellen. Dem Bericht zufolge laufen die Verhandlungen aber recht zäh.

  • NOKIA3310 spiegel: Endlich mal wieder „Snake“ spielen: Das Nokia 3310 ist Kult. Das Mobiltelefon aus den Nullerjahren ist ein wahrer Klassiker und vielen noch ein Begriff. Jetzt wurde der Handyklassiker neu aufgelegt und war in Großbritannien auch direkt ausverkauft. Mit gerade einmal 16 Megabyte – ja, Mega, nicht Giga – hat das Handy zwar 16-mal so viel Speicherplatz wie das Original damals, aber ob der Retrofaktor über die praktischen Abstriche hinwegtrösten kann ist fraglich. Die Kollegen von Spiegel haben das Nokia 3310 direkt auf Herz und Nieren getestet.

  • WEBVIDEOPREIS rp-online: Der Kampf um die Zuschauer: Wenn aus einer Szene eine Branche wird. Am heutigen Abend wird in Düsseldorf der bereits 7. Webvideopreis verliehen. Moderiert wird die Veranstaltung von Barbara Schöneberger und ehrt Content-Creator und Influencer von Video-Plattformen wie Youtube. Der nach Angaben des Veranstalters größte Social-Media-Award verstärkt den Branchen-Status des ehemals eher als “Szene” bezeichneten Mediums. Die schnelllebige Welt der Webvideos stecke jedoch derzeit in einer Krise – Grund dafür: der Youtube-Algorithmus.

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  • E-BAN sueddeutsche: Laptop-Verbot auf USA-Flügen zeichnet sich ab: Reisende in die USA dürfen wahrscheinlich in Zukunft ihren Laptop nicht mehr im Handgepäck mitführen. Das Verbot für Elektronikgeräte betraf zuvor nur eine zehn Flüghäfen in Nah Ost, soll jedoch auch auf Europäische Flughäfen ausgeweitet werden, so die Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten. Die folgenden Sicherheitskontrollen können nicht nur zu erheblichen Verspätungen führen, sondern auch einem Buchungsrückgang für Fluggesellschaften. Derzeit ist noch unklar wann genau der E-Ban eintritt, es müssen noch viele Fragen geklärt werden.

  • FACEBOOK golem: Facebook geht gegen Ad-Schleudern vor: Beiträge von Webseiten, die mit minimalem Inhalt und viel Werbung, sollen demnächst durch einen neuen Algorithmus aus dem Newsfeed der Nutzer herausgefiltert und weniger angezeigt werden. Einige Beispielseiten wurden in eine künstliche Intelligenz eingespeist und diese soll ähnliche Webseiten identifizieren und filtern. Für Contentproduzenten, die Wert auf Inhalte legen könnte das einen Zuwachs von Lesern bedeutet, da ihre Posts deutlich häufiger angezeigt werden sollen.

  • POWERPOINT t3n: Powerpoint kann Präsentationen jetzt in Echtzeit übersetzen: Ab sofort keine Sprachbarrieren mehr bei Powerpoint Präsentationen. Microsoft stellte auf der Entwicklerkonferenz Build eine neue Funktion für das Präsentationsprogramm vor, mit der Folien in Echtzeit übersetzt werden können. Die Übersetzungen sollen als Untertitel angezeigt werden. Bis jetzt kann die Erweiterung insgesamt zehn Sprachen verstehen, unter anderem auch Deutsch. Die Funktion soll nicht nur Übersetzungsschwierigkeiten beheben, sondern auch für Hörgeschädigte eine Erleichterung sein.

  • STREAMING welt: Amazon veranstaltet künftig exklusive Konzerte: Wo sind die Grenzen für die Angebote des Internetriesen aus Seattle? Nach Tablets, E-Readern, Smart-Homes und Streaming will Amazon zukünftig auch Konzerte über seinen Prime Service übertragen. Die Konzerte sollen eine begrenzte Zuschauerzahl haben, um eine Exklusivität zu garantieren. Andere Streaming Services wie Netzflix haben ebenfalls damit begonnen Shows von Stand-Up Comedians über ihre Plattform zu übertragen, Apple veranstaltet ebenfalls seit Jahren das Apple Music Festival – Live gestreamt für Nutzer. Ob Amazon in diesem Markt sein nächstes Standbein findet, wird sich zeigen.

  • UBER spiegel online: EU-Generalanwalt ergreift Partei für Taxibetriebe: In den USA ist der Fahrdienstvermittler Uber schon etabliert, in Europa hat sich der EU-Generalanwalt nun für die Taxi-Betriebe ausgesprochen. Da die App dem Verkehrssektor zuzuordnen sei, stehe es den Staaten frei, die Tätigkeit der Firma zu reglementieren, erklärte der zuständige Generalanwalt. Das Unternehmen selbst sieht sich als reiner Online-Vermittlungsdienst, und wollte sich somit den Regelungen für Taxi-Unternehmen entziehen. Das Urteil des EuGH folgt.

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  • SPACEX golem: SpaceX startet geheimen Militärsatelliten: Am gestrigen Montag fand der erste Start einer Falcon-9-Rakete unter erheblichen Geheimhaltungsmaßnahmen statt. Die Falcon 9 ist der erste Satellit, der dem amerikanischen Militär durch das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX – einem weiteren Standbein von Unternehmer Elon Musk – vorgestellt wurde. In welchen Orbit die Rakete fliegen soll ist nicht bekannt gegeben worden, soll aber schon bald durch Amateure aufgespürt werden können.

  • SNAPCHAT horizont: Snapchat feiert erste deutsche “Our Story” zum Maifeiertag: Erst kürzlich gab das Unternehmen Snap – Mutterkonzern der Messaging-App Snapchat – Partnerschaften mit großen deutschen Medienkonzernen bekannt – Bild, Vice, Sky Sport und Spiegel Online. Das Unternehmen weitet sich auf dem deutschen Markt zusätzlich aus und hat seit gestern auch das „Our Story“-Feature in Deutschland verfügbar gemacht. In der „Discover“-Rubrik von Snapchat werden dabei Inhalte von welweiten Nutzern kuratiert und als orts- und themenbezogene Story zusammengeführt, beispielsweise zu besonderen Aktionstagen oder Festivals.

  • WIKIPEDIA heise: Türkei blockiert Wikipedia und verbietet Datingshows: In der Türkei ist das Online-Lexikon Wikipedia nicht mehr erreichbar, seit Samstagmorgen ist die Seite blockiert. Laut Berichten sollen die Webseiten-Betreiber nicht auf Forderungen der türkischen Regierung reagiert haben. Die Seite solle laut des türkischen Kommunikationsministeriums Texte zur Verfügung gestellt haben, die Terror propagieren und die Türkei mit Terroristen gleichstellen sollen. Nachdem Forderungen zur Entfernung nicht beachtet wurden, wurde die Seite gesperrt.

  • US-REGIERUNG recode: President Trump is launching a new tech group to ‘transform and modernize’ the U.S. government: US-Präsident Donald Trump will mit Hilfe des Silicon Valley die US-Regierung modernisieren. Trump nutzt seien Verbindungen und will mit dem „American Technology Council“ und Silicon-Valley-Unternehmen wie Apple, Facebook und Google Innovation in die Bürokratie bringen. Im Juni lädt Trump außerdem wieder zu einem Gipfeltreffen. Washingtons Digitalisierung war schon für Obama eine große Herausforderung – er startete das Projekt des „U.S. Digital Service“ -, Trump hat es mit wachsender Unbeliebtheit auch nicht leichter.

  • APPS spiegel: Das sind die spannendsten Apps des Monats April: Spiegel Online stellt zum Ende des Monats April ihre zehn belibetesten App-Entdeckungen vor. Darunter „Giphy Says“, das Bilder zum Sprechen bringt, der Laser-Shooter „Virexian“ und eine abgespeckte Version des Facebook Messengers. Der Messenger Lite nimmt nur etwa 15 Megabyte Speicherplatz ein und hat die App auf die wichtigsten Chatfunktionen reduziert. Auch Skype und Facebook bieten solche Lite-Versionen ihrer Apps an.

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WikiLeaks-Anklage würde Demokratie und Pressefreiheit verletzen

censorship-1315071_1920 (adapted) (Image by dimitrisvetsikas1969 [CC0 Public Domain] via pixabay)

Das US-Justizministerium erarbeitet gerade eine Strategie, um die Verantwortlichen der Whistleblowing-Plattform anzuklagen. Unter den diskutierten Anklagepunkten sind Verschwörung, Diebstahl von Regierungseigentum und Verstöße gegen ein äußerst umstrittenes Anti-Spionage-Gesetz. Das Vorgehen der Regierung in diesem Fall ist extrem problematisch, kriminalisiert es doch – wie die Vorgängerregierung unter Barack Obama bereits erkannte – im Prinzip die Arbeit investigativer Journalistinnen und Journalisten.

US-Justizministerium prüft Anklage gegen WikiLeaks

Die US-Staatsanwaltschaft und das Justizministerium diskutieren momentan eine Anklage gegen Mitglieder der Whistleblowing-Plattform WikiLeaks. Gegenstand der aktuellen Untersuchungen ist insbesondere der „Cablegate“-Leak, in dessen Rahmen seit dem Jahr 2010 mehrere Millionen diplomatischer Depeschen der US-Regierung und ihrer Partner veröffentlicht worden sind. Daneben ist aber auch der kürzlich erfolgte Leak von CIA-Hackertools Gegenstand der Untersuchungen. Auch hier wird geprüft, ob WikiLeaks strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.

Die möglichen Anklagepunkte umfassen Verschwörung und den Diebstahl von Regierungseigentum. Daneben sind aber auch mögliche Verstöße gegen den „Espionage Act“ von 1917 im Gespräch. Dieses Anti-Spionage-Gesetz, eingeführt unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, um die Schwächung der US-Streitkräfte zu verhindern, ist äußerst umstritten. Immer wieder bezeichneten Kritikerinnen und Kritiker es als potentiell verfassungswidrig. Dennoch ist es bis heute in Kraft.

Kriminalisierung investigativen Journalismus‘

Die Obama-Regierung ging teilweise mit einiger Härte gegen Whistleblower vor. Gleich mehrere von ihnen wurden in Barack Obamas achtjähriger Amtszeit unter dem bereits erwähnten Espionage Act angeklagt. Bekanntestes Beispiel ist die WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning, die zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde und in der Haft zahlreiche Härten erleiden musste, von Obama allerdings im letzten Moment begnadigt wurde und nun wohl in Kürze frei kommen wird.

Von einer Verfolgung der WikiLeaks-Aktivistinnen und -Aktivisten, die den Leaks eine Plattform gaben und diese der Öffentlichkeit zugänglich machten, sah die Obama-Regierung jedoch ausdrücklich ab. Ihre Begründung: WikiLeaks ist ein journalistisches Projekt. Seine Mitarbeiter zu verfolgen, käme einer Kriminalisierung von investigativem Journalismus gleich und wäre damit ein inakzeptabler Verstoß gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.US

Schutz für alle Journalistinnen und Journalisten

Die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump scheint keine solchen Bedenken zu haben. Diese Tatsache ist äußerst bedenklich. WikiLeaks ist ein journalistisches Projekt. Das Ziel der Plattform, Fehlverhalten von Staaten und Unternehmen aufzudecken und die Informationen darüber der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist ohne jeden Zweifel die Zielsetzung eines Presse-Organs.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Presselandschaft sehr verändert. Neben den klassischen Medien wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen gibt es mittlerweile auch News-Websites, Blogs, informative Social-Media-Angebote, Podcasts und einiges mehr. Neben klassischen fest angestellten oder freien Journalistinnen und Journalisten sorgen auch Bloggerinnen und Blogger sowie, wie eben im Falle von WikiLeaks, Aktivistinnen und Aktivisten dafür, die Bevölkerung zu informieren. Ihre Position ist oftmals heikel, denn für sie gelten nicht immer die selben Schutzklauseln wie für „normale“ Journalistinnen und Journalisten. Das muss sich dringend ändern.

Wer ein journalistisches Projekt betreibt oder daran mitwirkt und sich an gängige presseethische Grundsätze hält, muss auch als Pressevertreterin oder -vertreter behandelt werden und entsprechenden Schutz genießen. Im konkreten Fall bedeutet das, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WikiLeaks ebenso wenig für ihre journalistische Tätigkeit angeklagt werden dürfen wie das Personal der New York Times oder der Washington Post.

Dabei ändert die Tatsache, dass sich das Team von WikiLeaks in erster Linie als Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten versteht, überhaupt nichts. In der heutigen Welt sind Journalismus und Aktivismus keineswegs Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Zudem sollte die zentrale Fragestellung lediglich sein, ob die Publikation relevante Informationen mit investigativen Methoden und unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze aufdeckt – was WikiLeaks zweifellos tut.

Solidarität mit WikiLeaks

Noch ist das fragliche Memo nicht komplett bekannt und die Verantwortlichen haben sich noch nicht endgültig für oder gegen eine Anklage gegen WikiLeaks entschieden. Allerdings ist allein die bloße Erwägung dieses Schrittes ein beunruhigendes Signal, dass die Trump-Regierung die Pressefreiheit nicht so sehr respektiert, wie es wünschenswert wäre. Es ist Zeit, sich solidarisch hinter WikiLeaks zu stellen und klarzumachen, dass es sich bei der Plattform um eine journalistische Publikation handelt, die entsprechenden Schutz genießen muss und dass die internationale Gemeinschaft eine Kriminalisierung dieser journalistischen Plattform nicht dulden wird. Bei aller zeitweisen Kritik an den Methoden WikiLeaks‘ besteht kein Zweifel daran, dass es sich um eine journalistische Unternehmung handelt, keine kriminelle. Sorgen wir dafür, dass auch Donald Trump und seine Verbündeten dies einsehen müssen.


Image (adapted) „Censorship“ by dimitrisvetsikas1969 (CC0 Public Domain)


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  • GESELLSCHAFT zeit: Japans smarte Utopie: Während die Politik hierzulande über die Industrie 4.0 und ihre Folgen diskutiert, ist Japan schon einen Schritt weiter: Auf der Cebit in Hannover präsentierte das Partnerland seine Pläne für eine „Gesellschaft 5.0“. „Wir stehen am Anfang des fünften Zeitalters der Menschheitsgeschichte. Nach Industrie 4.0 kommt Society 5.0, in der sich alles untereinander vernetzt“, sagte Premierminister Shinzo Abe in seiner Rede. Das Konzept blieb da noch etwas konturlos. In einer Anzeige der Financial Times, in der die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt dafür warb, wurde die Vision etwas schärfer. Gesellschaft 5.0 bedeutet die fünfte Entwicklungsstufe der Menschheitsgeschichte, nach dem Jäger und Sammler, Agrar-, Industrie- und Informationszeitalter komme nun das Zeitalter der Vernetzung. „In dieser ultrasmarten Gesellschaft“, heißt es in der Zeitungsanzeige, „wird Japan weiter die Netzwerk- und Internet-der-Dinge-Kapazitäten von fortgeschrittenen Innovationen in der Herstellung bis in jeden Winkel der Gesellschaft ausbauen und dramatisch die Lebensqualität verbessern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.“ Sensoren, Roboter, Big Data und Cloud Computing würden in die Gesellschaft „integriert“, um Menschen zu helfen, „unüberwindbare“ Probleme zu lösen.

  • DATENSCHUTZ breitband: Internet-User in den USA als neue Geldquelle: In den USA gibt Trump die User-Daten zum Verkauf frei. So versteht er den Markt. Reichtum durch Daten. Tatsächlich ist es aber viel schlimmer als das klingt, denn es geht um die Daten, die die Internet Service Provider über ihre Nutzer sammeln können. Nicht einmal Google oder Facebook, allseits als Datenkraken verschrien, haben so viel Einsicht in das tägliche Internetverhalten der Menschen. Jeder Webseiten-Besuch, jede App, jegliche Nutzungszeiten, Downloadstatistiken werden über den Provider erfasst und können verkauft, vermarktet werden. Zusätzlich haben vor allem die Provider sehr genau Daten zu den Nutzern selbst!

  • MICROSOFT golem: Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung: Der ehemalige Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit im Innenministerium, Martin Schallbruch, hat die IT-Beschaffung der Verwaltungen kritisiert, weil diese fast ausschließlich auf proprietäre Software von Microsoft setzen: „Viele staatliche Verwaltungen sind so abhängig von diesem einen Anbieter, dass sie nicht mehr die Wahl haben, welche Software sie nutzen wollen. Damit laufen die Staaten Europas Gefahr, die Kontrolle über ihre eigene IT-Infrastruktur zu verlieren“, sagte er dem Tagesspiegel.

  • GOOGLE horizont: Uber bestreitet Ideen-Klau bei Google: Uber hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, seine selbstfahrenden Testwagen seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterautos unterwegs. Die Google-Schwesterfirma Waymo will als ersten Schritt eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreichen, die das Roboterwagen-Programm des Fahrdienst-Vermittlers lähmen könnte. Sechs Wochen nach der explosiven Waymo-Klage legte Uber nun erstmals ausführliche Argumente zur Verteidigung vor.

  • E-MOBILITÄTheise: Passagierflüge mit Elektroflugzeugen sollen in zehn Jahren beginnen: Zwei Start-ups aus den USA sowie etablierte Hersteller arbeiten intensiv an Flugzeugen, die statt mit Kerosin mit Strom fliegen sollen. Zunum Aero, hinter dem Boeing und die Airline JetBlue stehen, will Anfang der 2020er Jahre mit elektrischen Flügen von US-Regionalflughäfen beginnen, Wright Electric aus dem Inkubator Y Combinator verfolgt ähnliche Pläne, und auch Siemens und Boeing selbst zeigen Interesse an dem Thema. Das berichtet Technology Review online in „Start-ups wollen elektrisch fliegen“.

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  • TWITTER zeit: Twitter verklagt US-Regierung: Dass Twitter eine mehr oder minder wichtige Rolle im US-Wahlkampf- und Regierungszirkus einnimmt, ist nicht abzustreiten. Jetzt verklagt das Unternehmen hinter dem Social-Media-Kanal gar die US-Regierung. Das Heimatschutzministerium hatte Nutzerdaten eines Trump-kritischen Accounts eingefordert, woraufhin Twitter sich weigerte und nun juristische Schritte einleitet. Besagter Account hat rund 100.000 Follower und ruft zum Widerstand gegen Trumps Einwanderungspolitik auf. Twitter will die Daten nicht herausgeben, solange die Regierung keine Beweise für straf- oder zivilrechtliche Verstöße vorlegt.

  • ROAMING spiegel: EU-Parlament besiegelt Ende der Roaminggebühren: Es ist endlich beschlossene Sache – pünktlich zum Sommer und der Urlaubszeit fallen Roaminggebühren in Europa endgültig weg. Ab Mitte Juni sollen Reisende im EU-Ausland endlich mobil telefonieren und surfen können, ohne anfallende Zusatzkosten. Am Donnerstag wurde in Straßburg ein Kompromiss über Roaming-Großhandelspreise beschlossen. Die Abschaffung der Roaminggebühren ist allerdings für Reisende gedacht, die sich nur zeitweise im europäischen Ausland aufhalten. Wer sich dauerhaft im Ausland aufhält, muss mit Extragebühren rechnen.

  • PLAYSTATION heise: PlayStation Experience (PSX) 2017: Prey, 360-Grad-Filme und Controller-Experimente: Die PlayStation Experience ist das hauseigene, alljährliche Event zu Sonys Mutterschiff-Konsole. Seit 2015 findet das Event ebenfalls in München statt. Headliner der Veranstalter war der Ego-Shooter Prey. Selbstverständlich durften auf der PSX auch brisante Themen wie Virtual Reality und 360 Grad nicht fehlen. Gerade mit letzterem experimentiert Sony derzeit verstärkt. Die Veranstaltung ist nicht dafür da, Plattform für große Neuankündigungen zu sein, vielmehr soll an die Sony Hardware herangeführt und begeistert werden.

  • SOCIAL MEDIA gruenderszene: Dieses neue soziale Netzwerk zieht gerade scharenweise Twitter-Nutzer an: Mastodon – so der Titel des Twitter-Konkurrenten, benannt nach den prähistorischen Mammuts – ist ein neues soziales Medium, das seit Anfang der Woche rund 40.000 neue Nutzer verbuchen konnte. Anders als bei kommerziellen Anbietern gebe es kein Risiko, dass „ein einzelnes Unternehmen unsere Kommunikation monopolisiert“, heißt es auf der Seite. Entwickler ist der 24-jährige Eugen Rochko aus Jena, der das Projekt über die Funding-Plattform Patreon finanziert.

  • NINTENDO chip: Harmlos oder verwerflich? PETA will dieses Nintendo-Spiel stoppen: Denkt man an ein Videospiel – speziell in diesem Fall an den Titel 1-2-Switch – würde man nicht darauf kommen, was daran verwerflich in Bezug auf Tierschutz sein könnte. Besagter Titel ist eine Minispiel-Sammlung auf der Nintendo Switch, erst mal nichts Verwerfliches. Die Tierschutzorganisation PETA ist da allerdings anderer Meinung. Sie prangern das Spiel dafür an, im Segment ‚Wettmelken‘ die Milchindustrie und den Melkprozess zu verharmlosen. Ob man dies nun für harmlos oder verwerflich hält, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

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  • SPACEX golem: Wiederverwendung soll normal werden: Nachhaltigkeit im Weltraum – das Projekt war 15 Jahre in Arbeit und nun ist es den Entwicklern von SpaceX endlich gelungen, eine wiederverwendbare Antriebsrakete, die „Falcon 9“, ins All zu schicken. In der Nacht zum Freitag startete die Rakete im Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida und landete rund zehn Minuten später auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Gründer und Multi-Unternehmer Elon Musk sprach von einem Meilenstein in der Raumfahrt. Für 2018 hat sich Musk für das Projekt „Falcon 9“ schon wieder höhere Ziele gesetzt.

  • VIRTUAL REALITY gruenderszene: Oculus-Gründer Palmer Luckey verlässt Facebook: Er brachte mit seiner Firma “Oculus VR” das angestaubte Thema “Virtual Reality” wieder ins öffentliche Intersse, um kurz darauf von Social-Media-Übermacht Facebook aufgekauft zu werden. Heute ist jedoch Oculus-Gründer Palmer Luckeys letzter Tag bei Facebook. Der Konzern möchte sich derzeit nicht weiter zu den Gründen äußern, Luckeys Ruf hat jedoch die letzten Monate durch diverse Vorkommnisse – beispielsweise die Unterstützung durch Donald Trump und aktive Verunglimpfung von Hillary Clinton – gelitten und auch von seinen Social-Media-Kanälen hat sich der 24-jährige seit Wochen zurückgezogen.

  • FILESHARING t3n: Illegaler Upload: Eltern müssen Kind verraten – oder selber zahlen: Der Bundesgerichtshof (BHG) hat jetzt entschieden, dass Eltern den Namen ihrer Kinder angeben müssen, wenn diese im Internet auf Tauschbörsen unterwegs waren und Urheberrechtsverletzungen begangen haben. Ausgangspunkt für das Urteil war eine Schadensersatzklage der Plattenfirma Universal an einen Münchner Familienvater. Wenn die Eltern also wissen, dass die Kinder eine Urheberrechtsverletzung begangen haben und dies nicht melden, dann machen sie sich selbst schadenersatzpflichtig. Der Schadensersatz beläuft sich auf rund 3.500 Euro.

  • TWITTER computerbild: Einer der größten Störfaktoren ist beseitigt!: Die 140 Zeichen, die ein Tweet maximal lang sein darf, machten schon so manchem Plappermaul Probleme. Bei direkten Antworten an Tweets – vor allem, wenn mehrere Gepsprächspartner verlinkt wurden – wurde der Platz schnell knapp und man musste sich extreme kurz fassen. Einen der größten Störfaktoren hat Twitter jetzt mit einem Update beseitigt. Der Nutzername am Anfang des Antwort-Tweets entfällt und taucht stattdessen über dem Tweet selbst auf. Somit stehen die vollen 140 Zeichen für Antworten zur Verfügung.

  • KINO heise: Ghost in the Shell: Die Renaissance des Cyberpunk: Zu Beginn der Dreharbeiten war die Manga-Verfilmung “Ghost in the Shell” noch Gegenstand heftiger Debatten, vor allem auch aufgrund des angeblichen “Whitewashing” mit der Besetzung von US-Amerikanerin Scarlett Johansson in der japanischen Hauptrolle Motoko Kusanagi. Erste Kritiken äußern jedoch ein größtenteils positives Urteil und gleichzeitig kann der Film das Genre des Cyberpunk – einer Subkategorie der Science Fiction – ganz neu beleben.

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  • SAMSUNG heise: Galaxy S8 und S8+: Mehr Display und Desktop-Modus: Samsung hat am Mittwoch die aktuelle Version der Highend-Smartphones Galaxy S8 und S8+ vorgestellt. Dass die Displays von Handy-Generation zu Handy-Generation immer größer werden, ist nichts Neues. Doch Samsung hat es beim Galaxy S8 und S8+ geschafft, große Bildschirme in vergleichsweise kompakte Gehäuse zu bauen. Um das zu ermöglichen, sind alle Knöpfe von den Vorderseiten zugunsten der Anzeige verschwunden. Die seitlichen Display-Ränder sind leicht nach hinten gebogen. Dadurch wirkt der Display-Rand noch dünner – Samsung nennt dies „Edge“. Bis zum 19. April kann man die Geräte in Samsungs Onlineshop vorbestellen. Ab dem 28. April werden sie ausgeliefert und auch in anderen Geschäften erhältlich sein.

  • DATENSCHUTZ WIRED: Trump wird zur Gefahr für die Daten der EU-Bürger: Nach dem Senat hat auch das Repräsentantenhaus ein Verbot der Telekom-Aufsicht FCC gekippt, das noch unter Obama verabschiedet worden war. Unterschreibt Donald Trump diese Entscheidung beseitigt er damit eine Grundfeste des US-amerikanischen Datenschutzes. Internetprovider wie Verizon oder AT&T können dann ohne Zustimmung ihrer Kunden private Daten sammeln und verkaufen. Dazu gehören die Browser-History, heruntergeladene Apps, Ortsdaten und Sozialversicherungsnummern. Auch müssen sich die Unternehmen in Zukunft weniger stark gegen Hacker-Angriffe wappnen, was die Daten ihrer User zusätzlich gefährdet. Schon Ende Januar sorgte aber ein Erlass von Trump aber für Aufregung gesorgt, der auch ganz direkt die EU angeht. Darin nimmt der Präsident gezielt Nicht-US-Bürger vom Datenschutz aus.

  • GOOGLE golem: Kalender-App fürs iPad erweitert: Bisher gab es von Google nur eine für das iPhone optimierte Version des Google-Kalenders. Mit dem neusten Update kommt nun auch eine für das iPad angepasste Variante. Der Vorteil: es können mehr Daten parallel angezeigt und verschieden umfangreiche Ansichten eingestellt werden. Darüber hinaus kann der Kalender automatisch Termine aus Gmail erkennen, z. B. Flug- und Hotelbuchungen oder Einladungen. Für die Zukunft ist zudem noch ein Heute-Widget für die Mitteilungszentrale geplant.

  • ANDROID t3n: Android O: Das ändert sich mit der neuen Version für Entwickler: Seit dem 21. März 2017 steht Android O, die nächste Version von Googles Mobile-Betriebssystem, als Vorschauversion für Entwickler zum Download bereit. Diese werden eine Reihe von Änderungen beachten müssen, wenn sie Apps für die nächste Android-Version entwickeln möchten. Eine davon betrifft die Benachrichtigungen: Sie werden ab Android O in Kanälen organisiert. Ein Benachrichtigungskanal entspricht dabei einer Kategorie von Nachrichten aus einer bestimmten App. Darüber könnte eine Chat-App beispielsweise Benachrichtigungen zu zwei unterschiedlichen Kommunikationsverläufen ausspielen. Der Nutzer wiederum kann dann für jeden einzelnen davon festlegen, ob und wie er darüber informiert werden möchte.

  • ONLINESHOP Welt: Dürfen Online-Händler Kunden Hausverbot erteilen?: Manch einer bestellt immer wieder im großen Maßstab Ware bei Versandhäusern wie Amazon und schicken die Artikel dann kurz vor Ablauf der Frist zurück. Das legt den Schluss nahe, die Ware wird lediglich zurückgeschickt, um Kosten zu sparen. Tanya Stariradeff, Rechtsanwältin und Beraterin bei Trusted Shops, gibt Auskunft darüber, was Online-Händler tun können, wenn Kunden die Geduld der Verkäufer überstrapazieren. Prinzipiell könne der Inhaber eines Ladengeschäfts demnach frei darüber entscheiden, wem er Eintritt in seine Geschäftsräume gewährt. Es ereignete sich allerdings schon ein vergleichbarer Fall, in dem dem Betreiber eines Internetforums eine Art „virtuelles“ Hausrecht zugesprochen wurde, sofern er das Eigentum an der Hardware hat, auf der Beiträge der Nutzer gespeichert werden.

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Privatsphäre nicht nur für Donald Trump

Video (adapted) (Image by endus3r [CC0 Public Domain] via pixabay)

US-Präsident Donald Trump beschuldigt seine demokratischen Widersacher, ihn während des Wahlkampfs abgehört zu haben. Damit reiht er sich in die Reihe von Politikern ein, die rechtswidrige Überwachung nur dann als Problem anerkennen, wenn sie selbst betroffen sind. Dabei hilft gegen derartige Bespitzelung nur eines: eine Gesellschaft, in der es nicht an der Tagesordnung ist, Menschen ohne den Nachweis eines konkreten Verdachts zu überwachen.

Überwachung auf Watergate-Niveau?

Donald Trumps Twitter-Account ist berüchtigt für spektakuläre Angriffe, Ausfälle und Rants. Anfang März erhob Trump auf dem Kurznachrichtendienst einen Vorwurf gegen die Vorgängerregierung unter Barack Obama, der für Aufsehen (nicht nur) bei Datenschützern sorgte: Obama, so Trump, habe sein Team und ihn während des Wahlkampfs abgehört. Trump verglich die Geschehnisse sogar mit dem Watergate-Skandal in den 1970er Jahren, der durch massiven Machtmissbrauch des damaligen Präsidenten Richard Nixon und unter anderem das Abhören von Journalisten gekennzeichnet war.

Einen Beweis für seine Vorwürfe blieb Trump bislang schuldig. So ist schwer zu sagen, ob es sich um die Wahrheit oder eher um eine der für Trump typischen „postfaktischen“ Aussagen – also Halbwahrheiten, Übertreibungen oder schlichte Lügen – handelt. Kritiker haben zurecht angemerkt, dass angesichts der vermeintlichen Schwere der Vergehen – der Watergate-Skandal, mit dem Trump den Vorfall vergleicht, führte immerhin zum Rücktritt der damaligen US-Regierung – bislang sehr wenig Taten gefolgt sind, was die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe nicht gerade erhöht. Der bloße Vorwurf und die Diskussion darum allerdings sind in gewisser Hinsicht schon interessant.

Mit zweierlei Maß gemessen

Wie viele Politikerinnen und Politiker vor ihm scheint Trump der Ansicht zu sein, dass Überwachung nur dann ein Problem darstellt, wenn sie die Mächtigen selbst betrifft. Den Deutschen ist diese Argumentation wohl am besten vertraut von Angela Merkel, deren abgehörtes Mobiltelefon der einzige Teil des NSA-Skandals zu sein schien, der die Bundesregierung und auch Teile der deutschen Presse wirklich zu interessieren schien. Aber auch im Umfeld anderer Hacking- und Überwachungsvorfälle waren es stets die Angriffe gegen Politikerinnen und Politiker, insbesondere Regierungsangehörige, die als Skandal dargestellt wurden, während die Überwachung anderer Bürgerinnen und Bürger oftmals bagatellisiert wurde.

Nun ist das vermeintliche Opfer also Donald Trump. Nur geht es ihm, selbst wenn an seinen Vorwürfen etwas Wahres ist, nicht anders als einer Vielzahl anderer Menschen in den USA und andernorts, die anlasslos oder mit fadenscheinigen Begründungen zum Ziel der NSA wurden und deren Telekommunikation überwacht und bespitzelt wurde.

Grundrechte müssen uns alle schützen

Ob Donald Trump im Recht damit ist, der Obama-Regierung illegale Überwachung vorzuwerfen, muss sich noch herausstellen. Zweifellos ist er im Recht damit, zu fordern, dass sein Team und er nicht in dieser Weise überwacht werden. Um das zu gewährleisten, gibt es allerdings – wie auch NSA-Whistleblower Edward Snowden bemerkt – nur einen überzeugenden Weg: es muss eine Gesellschaft geschaffen werden, in der die Privatsphäre aller Menschen ebenso respektiert wird wie ihre sonstigen Grundrechte und in der die Geheimdienste nicht im Verborgenen, beinahe unkontrolliert und ohne Rechenschaft abzulegen, agieren können.

Wenn Donald Trump will, dass wir das hier ernst nehmen, muss er das Problem beheben, dass die Kommunikation von jedem Menschen in Amerika aktuell gesammelt wird, ohne Richterbeschluss, und in einen großen Eimer kommt und die Menschen nur durch sehr lasche interne Vorschriften geschützt sind, die einfach nicht ausreichen,“ erklärte Snowden zu diesem Thema, „Das Problem ist nicht ‚Oh, armer Donald Trump.‘ Sie sind der Präsident. Sie sollten Fragen stellen wie, ‚Warum war das überhaupt möglich?‘ und ‚Warum habe ich es nicht behoben?'“

Der Whistleblower trifft den Nagel auf den Kopf: Politiker, die ihre eigene Kommunikation schützen wollen, müssen das Problem grundsätzlich angehen. Ein teures Krypto-Handy – das wahrscheinlich die Mehrheit der Politikerinnen und Politiker angesichts ihrer bisherigen Kompetenz in diesen Dingen nicht oder falsch nutzen würde – ist keine Lösung. Die einzige Lösung, die uns langfristig weiter bringt, ist eine Gesellschaft, in der die Grundrechte weitaus effektiver als bisher geschützt werden. Wenn ausgerechnet Donald Trump diese Gesellschaft voran brächte, wäre dies zwar angesichts seines autoritären Verhaltens zutiefst ironisch, doch wäre es eine Ironie, aus der immerhin etwas Gutes erwächst. Wer weiß – in der Geschichte sind schon merkwürdigere Dinge geschehen.


Image (adapted) „Video“ by endus3r (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Von Schlangenvertreibern und Rattenfängern – Gedanken zum St. Patrick’s Day

St Patrick's Day Shamrock on bald head (adapted) (Image by k4dordy [CC BY 2.0] via flickr)

Schon wieder Donald Trump! Mea culpa, aber selbst dann, wenn es hier eigentlich um den irischen Nationalfeiertag “St. Patrick’s Day” gehen soll, der am Freitag weltweit gefeiert wird, kommt man um den Rassisten und Rattenfänger von Washington nicht herum. Das gilt für mich und andere Kolumnisten, für Arbeiter und Angestellte von US-Multinationals in Irland und für zehntausende von illegalen, irischen Einwanderern in den USA. Die “undocumented Irish” blicken besorgt nach Washington und hoffen, dass der irische Ministerpräsident Enda Kenny am Rande der Feierlichkeiten zum Tag des Heiligen, der einst die Schlangen aus Irland vertrieb, Donald Trump davon abhalten kann, massenhaft Iren aus den USA zu vertreiben.

Gleichzeitig hofft “Ireland Inc”, dass die nationalistische Wirtschaftspolitik der neuen Administration nicht zu viele US-Unternehmen aus Irland zurück in die Heimat vertreibt. Als vor einigen Wochen HP seinen 500 Beschäftigten seiner Drucker-Sparte in Leixlip in der Grafschaft Kildare mitteilte, dass ihre Arbeitsplätze Opfer der globalen Sparmaßnahmen werden würden, sprachen manche Beobachter bereits von “Trumps ersten Opfern”, konnten aber schnell beruhigt werden. Dass die Druckersparte die problematischere bei HP ist, war schon lange klar und außerdem sind die rund 2.000 Arbeitsplätze nebenan bei Hewlett Packard Enterprise nicht gefährdet. Im Gegenteil – für einige der 500 Kollegen bestehen sogar gute Chancen, beim Schwesterunternehmen unterzukommen. Kein Grund zur “Panik auf der Titanic” wegen des Trump-Effekts? Die Titanic startete ihre letzte Reise in Cobh in der Grafschaft Cork. Cork ist heute Standort von zahlreichen Pharmafirmen. Dazu zählt auch Eli Lilly, die an sich 200 Millionen Euro in eine Erweiterung am Standort Cork investieren und hunderte von Arbeitsplätzen schaffen wollten. Das Investment liegt nun erstmal auf Eis. Der Grund ist zweifelsohne der Druck, den Trump auf Vertreter der Pharmaindustrie ausübt, Neu-Investitionen doch bitte patriotisch in den USA zu tätigen.

Bereits unmittelbar nach dem Wahlsieg von Donald Trump war der irische Finanzminister Michael Noonan nach Silicon Valley gereist, um mit Managern von Tech-Firmen sowohl über die Steuerreformen, die Trump angekündigt hatte, als auch die Steuersicherheit, die Irland weiter garantieren könne, zu sprechen. Die Tatsache, dass der Minister sich so schnell in den Flieger setzte, um persönlich Sicherheit zu vermitteln, zeigt wie wichtig die Investoren aus dem Silicon Valley für den Erhalt des Status Quo an den Dubliner Silicon Docks sind. Und mit der Hauptaufgabe, Sicherheit zu vermitteln, reisen in dieser Woche gleich mehrere irische Minister anlässlich der Feierlichkeiten zum “St. Patrick’s Day” in die USA.

Für den Ministerpräsidenten Enda Kenny, der schon seit dem Wochenende in den USA weilt, ist das Ganze auch so etwas wie eine Abschiedstour. Seine Ablösung als Chef der Haupt-Regierungspartei Fine Gael steht unmittelbar bevor und die Meuterer in Dublin haben ihm die Reise zu Trump “aus Respekt vor seinen Verdiensten” gerade noch gewährt. Viele glauben, dass Trump ihm zuhören wird, wenn es um die Zukunft sowohl der US-Investitionen in Irland als auch um die “undocumented Irish” in den USA geht. Dass Enda Kenny bereits in dem Brief, mit dem er Donald Trump zur Wahl gratulierte, Druck im Namen der vielen irischen Einwanderer ausgeübt habe, wie er der heimischen Presse gegenüber behauptete, wurde von dieser aber schon als FAKE NEWS entlarvt. Kein Wort fand sich darüber in dem Schreiben, das via “Freedom of Information”-Anfrage veröffentlicht wurde.

Aber wer erwartet schon ausgerechnet am Tag des Schlangenvertreibers Ehrlichkeit von Politikern? Von Trump schon mal gar nicht, aber wohl auch kaum von Kenny. Wie jeder irische Ministerpräsident vor ihm wird auch Enda Kenny aus illegalen Einwanderern “undocumented Irish” machen. Gleichzeitig bleiben tausende von Asylbewerbern, die oft seit über 10 Jahren in Auffanglagern leben und auf den Bescheid der irischen Ausländer-Behörde warten, für Kenny und seine Minister weiterhin illegale Einwanderer. “Undocumented” sind nur Iren. Auch das ist Rassismus. Zu Beginn dieser Kolumne sprach ich ja von Schlangenvertreibern und Rattenfängern. Der irische Agrarminister Michael Creed wird bei seinem “St. Patrick’s Day”-Besuch unter anderem nach Berlin, Stuttgart und Köln reisen. Hameln steht nicht auf der Liste.


Image (adapted) „St Patrick’s Day Shamrock on bald head“ by k4dordy (CC BY 2.0)


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  • WHATSAPP spiegel: Whatsapp wird Snapchat ähnlicher: Imitation ist die höchste Form der Schmeichelei, so wohl auch zwischen App-Entwicklern. So sollen jetzt auch die Grenzen zwischen Whatsapp und Snapchat verwischen. Nach dem Status-Update ist es dem Whatsapp-Nutzer möglich, Bilder und Videos mit mit einer Lebensdauer von 24 Stunden an ihre Kontakte zu verschicken. Whatsapp scheint immer mehr den Weg vom Messenger zum sozialen Netzwerk zu gehen.

  • TRUMP merkur: #lastnightinsweden: Trumps Fox-Bericht war voller Fehler: Es ist wirklich tragisch was da letzte Woche in Schweden geschehen ist – nur, was denn eigentlich? Über solche Aussagen wie Trumps #LastNightInSweden kann man mittlerweile nur noch schmunzeln. Auch das Internet beweist mal wieder seinen Galgenhumor und nimmt die Aussage des US-Präsidenten grandios aufs Korn. Auch die schwedischen Medien lassen diese Farce nicht auf sich sitzen und berichtigen einige der Fehler in dem Fox-News-Bericht, den Trump gesehen hatte.

  • FACEBOOK netzpolitik: Mark Zuckerberg stellt die Machtfrage und antwortet mit: „Mehr Facebook“: Angesichts Trump oder dem Brexit und dem Hehl um Dinge wie Fake News braucht es in der globalen Gesellschaft Lösungen für solche neuen Probleme. Ansätze für Lösungen im Bereich Kommunikation machte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg letzte Woche in einer Art „Manifest“ klar. Ausgangspunkt ist die Rolle der Facebook-Plattform in der Bildung einer globalen Gesellschaft. Zuckerbergs Aussage ist klar: Mehr Facebook zur Bildung einer digitalen Gesellschaft.

  • SNAPCHAT computerbild: Snapchat-Brille: Regulärer Verkauf gestartet: Wo Google Glass scheiterten wittert Snapchat mit ihren Spectacles eine Chance. Das Wearable ist in der Lage zehn Sekunden lange Snaps aufzunehmen, dadurch muss die Brille einfach an der Seite angetippt werden. Die Kamera nimmt die Umgebung in einem Winkel von 115 Grad auf und schickt die Videos per Bluetooth ans Smartphone. Nachdem der Verkauf bereits mit einem fahrenden Verkaufsautomaten und einem temporären Verkaufsstand in New York startete, wird die Brille ab sofort auch online vertrieben.

  • COPYRIGHT heise: Kim Dotcom darf in die USA ausgeliefert werden: Neues im Fall Megaupload und dessen Gründer Kim Dotcom. Im neuseeländischen Recht wurde jetzt eine Lücke im Fall Dotcom gefunden, demnach könne der deutsche Internetunternehmer in die USA ausgeliefert werden. Die US-Ankläger hatten dem Gründer der Internet-Tauschplattform Megaupload und seinen Mitarbeitern ursprünglich Copyright-Betrug im großen Stil vorgeworfen. Dadurch ist für die Copyright-Besitzer ein Schaden von rund einer halben Milliarde US-Dollar entstanden.

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Edward Snowden braucht Asyl in einer Demokratie

Schwarz und Weiß (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Wieder einmal gibt es beunruhigende Gerüchte über NSA-Whistleblower Edward Snowden. Es heißt, Russland wolle den IT-Fachmann, dessen Asyl gerade verlängert wurde, womöglich an die USA ausliefern, um sich bei der neuen US-Regierung unter Donald Trump beliebt zu machen. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist schwer feststellbar. Sicher ist jedoch: Es ist unwürdig, dass Snowden sich überhaupt in dieser gefährlichen Position befindet. Er braucht endlich eine sichere Bleibe in einem demokratischen Land.

Will Russland Edward Snowden ausliefern?

Edward Snowden harrt seit 2013 in Russland aus. Vor Kurzem wurde sein Asyl dort erneut verlängert. Allerdings ist er in Russland womöglich nicht so sicher, wie es zeitweise den Anschein hatte. Vor Kurzem tauchten neue Gerüchte über eine mögliche Auslieferung an die USA auf.

Die US-Geheimdienste, so berichtet der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf mindestens zwei verschiedene Quellen aus Behördenkreisen, haben Hinweise darauf gefunden, dass Russland erwägt, Snowden an die USA auszuliefern. Demnach sei eine Auslieferung Snowdens eines von mehreren Szenarien, die die russische Regierung in Erwägung zieht, um sich bei der neuen US-Regierung beliebt zu machen.

Politik und Spekulationen

Der Wahrheitsgehalt der aktuellen Spekulationen ist schwer zu beurteilen. Snowdens Anwälte zeigen sich skeptisch, ebenso wie viele Beobachter im Netz. Schließlich könnten derartige Behauptungen auch bewusst von den US-Behörden gestreut werden – oder schlichtweg ein Fall von Sensationsgier sein.

Es ist allerdings ebenso gut möglich, dass Russland tatsächlich einen solchen Schritt in Betracht zieht – zumal Edward Snowden in letzter Zeit lautstarke Kritik an russischen Plänen für neue Überwachungsgesetze äußerte, eine Tatsache, die er selbst als mögliche Ursache dafür sieht, dass Russland versuchen könnte, sich seiner zu entledigen.

Snowden bleibt gelassen

Edward Snowden selbst begegnet der Ungewissheit mit demonstrativer Gelassenheit – obwohl er sich der Gefahr durchaus bewusst ist, wie seine Aussage im Interview mit der Journalistin Katie Couric zeigt: „Nun, wem würde [eine Auslieferung an die USA] nichts ausmachen? Das ist offensichtlich etwas, das mir etwas ausmachen würde. Es wäre offensichtlich etwas, das meine Freiheit und mein Leben gefährden würde.“

Statt über diese Gefahr für Freiheit und Leben nachzudenken, betont Snowden lieber, dass das Verhalten der Russen seiner Ansicht nach beweist, dass er nicht mit Russland gemeinsame Sache macht. Seine politischen Gegner hatten ihm teilweise vorgeworfen, mit der russischen Regierung zu kooperieren oder ihr gar US-amerikanische Staatsgeheimnisse zu verraten. Indes: wäre das so, hätte Russland keinerlei Grund, Snowden ausliefern zu wollen. „Endlich: Ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass ich niemals mit den russischen Geheimdiensten kooperiert habe. Kein Land verkauft Spione ins Ausland, da der Rest befürchten würde, sie könnten die nächsten sein“, schrieb der Whistleblower auf Twitter.

In einem früheren Interview hatte Snowden außerdem gesagt, er sehe dem Risiko einer Auslieferung mit Gelassenheit entgegen, da er sicher sei, das Richtige getan zu haben. Ähnlich äußerte er sich auch jetzt noch einmal: „Ich weiß nicht, ob die Gerüchte wahr sind. Aber ich kann euch eines sagen: Ich habe keine Angst. Es gibt Dinge, die gesagt werden müssen, egal, wie die Folgen sind.“

Asyl für Snowden, Respekt für Whistleblower

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt und davon, wie sich die russische Regierung letztendlich entscheidet, zeigt die aktuelle Situation auf, wie abhängig Snowden von Russland ist. Mangels Alternativen musste er in ein Land fliehen, in dem Demokratie und Pressefreiheit nicht eben großgeschrieben werden – und das nur, weil die europäischen Demokratien zu feige waren, die USA zu verärgern, indem sie Snowden Asyl gewähren. Die Wahl Donald Trumps hat die Situation weiter zugespitzt, da er einerseits ein großer Gegner Snowdens ist, andererseits eher als seine Amtsvorgänger versuchen wird, zu einem besseren Verhältnis mit Russland zu finden.

Edward Snowden hat uns allen einen großen Dienst erwiesen, indem er uns geholfen hat,denn zu erkennen, wie die moderne Überwachungsgesellschaft funktioniert. Er hat sein Leben riskiert und eine Vielzahl von Privilegien aufgegeben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Im Gegenzug schulden wir ihm nun Sicherheit vor politischer Verfolgung. Denn um nichts anderes handelt es sich beim Verhalten der USA – Snowden ist ein Whistleblower, kein Verräter.

Schon seit Jahren fordern viele Aktivistinnen und Aktivisten Asyl für Snowden. Nun ist diese Forderung wieder dringlicher geworden. Es ist an der Zeit, Whistleblowern den Respekt entgegen zu bringen, den sie verdienen und im Falle Snowdens bedeutet dies, trotz eventueller Unannehmlichkeiten seine Sicherheit zu garantieren.


Image (adapted) „Schwarz und Weiß“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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2017 ist nicht ‘1984’ – Was George Orwell nie zu träumen wagte

Donald Trump (adapted) (Image by LisetteBrodey [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Kurze Zeit nach der Amtseinführung von Präsident Trump kletterte George Orwells Buch „1984“ an die Spitze der Bestseller-Liste bei Amazon. Tausende von Englischlehrern sind sicherlich ergriffen bei dem Anblick von Leuten, die sich das bereits im Jahr 1949 veröffentlichte Buch vornehmen, um über die Gegenwart nachzudenken.
Orwell ließ seine Geschichte in Ozeanien spielen, in einem der drei Mega-Staaten, die im Jahr 1984 um die Weltvorherrschaft kämpfen. Die Atommächte wurden ausgetauscht und die Blöcke scheinen sich auf einen immerwährenden und mittlerwiele normal gewordenen Krieg geeinigt zu haben. Dies geschieht wahrscheinlich aus dem Grund, dass die permanente Kriegsführung den Interessen in einheimische Mächte in die Hände spielt.

Ozeanien verlangt eine totale Unterwürfigkeit. Es handelt sich um einen politischen Staat, Helikopter überwachen die Aktivitäten der Bewohner, es wird dabei sogar durch ihre Fenster gespäht. Aber Orwell betont dies besonders in der ‚Gedankenpolizei‘, die die ‚Proles‘, die untersten 85 Prozent der Bevölkerung außerhalb der Parteielite, überwachen. Die Gedankenpolizei bewegt sich unsichtbar in der Bevölkerung, sucht nach Verdächtigen und ermutigt dabei sogar zu Gedankenverbrechen, so dass sie die Täter verschwinden lassen können, um sie umzuprogrammieren.

Die andere Art und Weise, wie die Parteielite, symbolisiert durch die Schnurrbart tragende Galionsfigur Großer Bruder, ‚korrekte‘ Gedanken ermutigt und überwacht, wird durch die Technologie der Teleschirme dargestellt. Diese ‚Metalltafeln‘ übermitteln erschreckende Bilder von Feindesarmeen und vor allem die Weisheit des Großen Bruders. Allerdings kann der Teleschirm auch in die eigene Wohnung sehen. Während der verpflichtenden Morgenübungen zeigt der Teleschirm nicht nur einen jungen und drahtigen Trainer, der die Übungen vormacht, sondern bemerkt auch, ob man dabei mitmacht. Die Teleschirme sind überall, in jedem einzelenen Raum. Und im Büro benutzen die Leute sie zum Arbeiten.

In der Geschichte geht es um Winston Smith und Julia, die versuchen, der überwältigenden Kontrolle der Regierung über die Wahrheit entgegenzustehen. Ihr Akt der Rebellion besteht daraus, die „inoffizielle“ Wahrheit über die Vergangenheit herauszufinden. Sie halten dabei „unerlaubte“ Informationen in einem Tagebuch fest. Winston arbeitet im riesigen Wahrheitsministerium, an dessen Außenwand die Losung „IGNORANZ IST STÄRKE“ prangt. Sein Job ist es, politisch unangenehme Angaben aus den öffentlichen Berichten zu löschen. Fällt ein Parteimitglied in Ungnade, hat es sie nie gegeben. Hat der Große Bruder ein Versprechen gemacht, welches er nicht erfüllte, ist es schlichtweg nie passiert.

Da sein Job damit zusammenhängt, alte Zeitungen und Berichte nach Fakten zu durchsuchen, die er umschreiben muss, ist Winston sehr geübt darin, das sogenannte ‚Doppeldenk‘ anzuwenden. Winston sagt darüber, dass man sich „kompletter Wahrheit bewusst ist, während man konstruierte Lügen erzählt… eine bewusste Bewusstlosigkeit hervorruft.“

Ozeanien: Ein Produkt aus Orwells Erfahrungen

Orwells Setting bei „1984“ ist davon beeinflusst, wie er sich den Kalten Krieg vorstellte – eine Phrase die er bereits 1945 prägte. Er schrieb dies nur wenige Jahre, nachdem er zusah, wie Roosevelt, Churchill und Stalin die Welt während der Konferenzen von Teheran und Jalta aufteilten. Das Buch ist bemerkenswert vorrausschauend, was die Aspekte der stalinistischen Sowjetunion, Ostdeutschland und des maoistischen Chinas angeht.

Orwell war Sozialist. „1984“ beschreibt unter anderem seine Angst vor einer stalinistischen Abkehr vom demokratischen Sozialismus, an den er fest glaubte. Das Buch stützt sich auf seine genauen Beobachtungen der Welt und der Tatsache, dass Stalinisten versucht hatten, ihn zu töten.

Im Jahr 1936 bedrohte ein Coup des faschistisch unterstützen Militärs die demokratisch gewählte Sozialistenmehrheit in Spanien. Orwell und andere überzeugte Sozialisten auf der ganzen Welt, darunter auch Ernest Hemingway, meldeten sich freiwillig, um gegen die rechtsorientierten Rebellen zu kämpfen. Währenddessen unterstptzte Hitler mit seiner Luftwaffe die Rechten, während Stalin versuchte, den linken republikanischen Widerstand zu übernehmen. Nachdem Orwell und andere Freiwillige den Stalinisten getrotzt hatten, widmeten sich diese der Zerstörung der Opposition. Orwell und seine Frau wurde gejagt und traten 1937 die Flucht aus Spanien an.

Während des zweiten Weltkriegs in London erkannte Orwell, wie sich eine liberale Demokratie und Einzelkämpfer, die sich der Freiheit verpflichteten, auf dem Weg zum Großen Bruder finden konnten. Er arbeitete für die BBC und schrieb an einem Text, den man nur als Propaganda für das indische Publikum lesen konnte. Er schrieb nicht unbedingt im Stile des ‚Doppeldenk‘, aber es handelte sich um Nachrichten und Kommentare mit einem politischen Unterton. Orwell versuchte, die Einwohner Indiens zu überzeugen, dass ihre Söhne und ihre Güter im Krieg einem übergeordneten Wohl dienten. Nachdem er Dinge geschrieben hatte, die er als unwahr ansah, kündigte er nach zwei Jahren und war von sich selbst angeekelt.

Es war der Imperialismus an sich, der ihn ekelte. Im Jahr 1920, als Orwell noch ein junger Mann war, hatte er in Burma als Polizeibeamter in den Kolonien gearbeitet. In einer ungefähren Vorahnung der Welt des Großen Bruders sprach Orwell schlecht übr die willkürliche und brutale Position, die er in dem kolonialen System innehatte. „Ich habe es sehr gehasst“, schrieb er. „In solch einem Job erlebt man die dreckige Arbeit des Empires von nahem. Die elenden Gefangenen, die in stinkenden Käfigen kauern, die grauen und verängstigten Gesichte der lebenslang Gefangenen…“

Ozeanien war das Produkt einer Vorahnung eines besonders biographischen Moments, als der Kalte Krieg begann. Natürlich ist es so, dass die heutige Welt mit ihren ‚alternativen Fakten‘ ganz anders ist, als das, was Orwell sich jemals hätte vorstellen können.

Den Großen Bruder brauchen wir nicht mehr

Orwell beschrieb ein Ein-Parteien System, in der ein kleiner Kreis an Oligarchen, die die „innere Partei“ von Ozeanien darstellte, die Kontrolle über alle Informationen innehat. Dies ist ihr Hauptmittel, um die Macht zu kontrollieren. In den USA on heute kann sich jeder informieren, der das Internet bedienen kann – also mindestens 84 Prozent der Amerikaner. Die USA mag vielleicht eine Oligarchie sein, befindet sich die Macht irgendwo zwischen der Wählerschaft und der Verfassung, den Gerichten, Bürokratien. Die Macht ist zwangsläufig auch dort, wo das Geld ist. Anders gesagt befinden sich Wissen und die Macht in den USA des Jahres 2017 überall – und damit ist es völlig anders als in Ozeanien bei Orwell.

Diejenigen, die den Rückgang anhand von Beweisen und Begründungen des Wahlvolks studieren, beschuldigen hauptsächlich die gemeinsamen Bemühungen der Politiker aus den 1970ern, um Kompetenz zu diskreditieren, das Vertrauen in den Kongress und seine Mitglieder zu erschüttern und hinterfragen sogar die Legitimität der Regierung. Da diese Anführer, Institutionen und Kompetenzen delegitimiert sind, ist die gängige Strategie, sie mit anderen Autoritäten und Realitäten zu ersetzen.

Im Jahr 2004 deutet ein Berater des Weißen Hauses an, dass ein Reporter zur „realitätsbasierten Gemeinschaft“ gehöre, – eine Art kurioser Minderheit an Leuten, die „daran glauben, dass Lösungen aus ihren vernünftigen Studien der wahrnehmbaren Realität kommen… So läuft das allerdings nicht mehr.“

Orwell konnte sich das Internet nicht ansatzweise vorstellen, und auch nicht dessen Rolle beim Verbreiten von alternativen Fakten. Er wusste ebenso nicht, dass Menschen heutzutage die Teleschirme mit sich herumtragen. Es gibt kein Wahrheitsministerium, das Informationen verteilt und überwacht und irgendwie ist heute jeder der Große Bruder.
Es scheint weniger bedrohlich, dass Leute nicht in der Lage sind, die Lügen des Großen Bruders zu durchschauen, als die Tatsache, dass sie ‚alternative Fakten‘ hinnehmen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen eher an Fehlannahmen glauben, wenn sie akkurate widersprüchliche Informationen erhalten, vor allem wenn sie mit einer bestimmten Sicht auf die Welt beginnen — zum Beispiel, dass wissenschaftliche Experten und öffentliche Beamte nicht vertrauenswürdig sind. Anders ausgedrückt, Fakten zu widersprechen, kann durchaus ins Auge gehen. Nachdem wir uns entschieden haben, was eigentlich wahrer ist als die Fakten, die von Experten und Journalisten berichtet werden, suchen wir nun Bestätigung in alternativen Fakten und verbreiten diese selbst über Facebook. Wir brauchen dazu keinen Großen Bruder.

In Ozeanien gibt es keine Meinungsfreiheit und keine Freiheit, Fakten auszusprechen außer jener, die offiziell abgenickt sind. In den USA von 2017 gilt: je offizieller die Tatsache, desto unglaubwürdiger ist sie – zumindest für diejenigen innerhalb der machtvollen Minderheit, die den jetzigen Präsidenten gewählt haben. Winston sagt, „Freiheit ist die Freiheit, sagen zu können, dass zwei plus zwei gleich vier ist.“ Für die machtvolle Minderheit ist Freiheit die Freiheit, sagen zu können, dass zwei plus zwei gleich fünf ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) Donald Trump by LisetteBrodey (CC0 Public Domain)


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Überwachung und Rechtsruck – vertrauen Sie Trump und Höcke?

sweden (adapted) (Image by tpsdave [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In den USA und auch in vielen Ländern Europas sind derzeit beunruhigende politische Tendenzen zu beobachten. Rechte Theorien setzen sich durch, Freiheiten werden eingeschränkt und bereits überwunden geglaubte Ressentiments auf einmal wieder salonfähig. Vor diesem Hintergrund müssen auch die laufenden Überwachungsprogramme noch einmal kritischer bewertet werden, denn die Frage, was passiert, wenn die gesammelten Daten Menschen in die Hände fallen, die in keiner Weise vertrauenswürdig sind, ist auf einmal keineswegs mehr hypothetisch.

Rechtsruck in den USA und Europa

US-Präsident Donald Trump ist derzeit in aller Munde. Der Milliardär ist ein Meister der provokanten Rhetorik. Und leider nicht nur das. Er steht auch für ein gnadenloses Recht des Stärkeren, gepaart mit Vorurteilen gegen eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Gruppen. Trump verhängte ein kontroverses Einreiseverbot für Muslime, baut den Sozialstaat ab, machte sich im Wahlkampf über einen behinderten Journalisten und die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten lustig und sieht Frauen eher als Sexobjekte denn als gleichberechtigte menschliche Wesen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Bei aller negativen Medienwirksamkeit des US-Präsidenten darf aber nicht vergessen werden, dass auch in Europa rechtspopulistische und freiheitsfeindliche Tendenzen auf dem Vormarsch sind. Allen voran natürlich in der Türkei, wo sich Präsident Erdogan von den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit schon weitgehend verabschiedet hat und aus taktischen Erwägungen heraus viel zu wenig Contra von der EU und insbesondere Deutschland erhält. Aber auch einige EU-Länder haben ein ernstzunehmendes Problem. In Großbritannien sorgten der „Brexit“ (also der Rückzug aus der europäischen Union) und die darum geführten Debatten nicht nur für eine vergiftete Diskussionskultur. Sogar die Anzahl menschenfeindlicher Übergriffe stieg merklich an, wobei nicht nur Ausländerinnen und Ausländer, sondern auch beispielsweise Homosexuelle betroffen waren. Auch in Frankreich erstarkt die rechte „Front National“ unter Marine Le Pen, während der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner PVV in den Umfragen vorne liegt und sich derzeit ein Beispiel an der Rhetorik Donald Trumps zu nehmen scheint.

Auch in Deutschland sind entsprechende Positionen derzeit, vor allem in Form der AfD, so stark wie lange nicht. Es besteht eine realistische Möglichkeit, dass die AfD bei der bevorstehenden Bundestagswahl nicht nur die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, sondern zu einer einflussreichen politischen Kraft wird.

Die politische Diskussion wird vielfach nicht sachlich und auf der Suche nach der besten Lösung geführt. Stattdessen wird versucht, um jeden Preis die eigene Meinung durchzusetzen und oftmals den politischen Gegner zu diskreditieren. Zweifel an der eigenen Position lässt man gar nicht erst aufkommen. Stattdessen wird direkt der Frontalangriff gewählt. Dabei werden auch Angriffe gegen diskriminierte Gruppen wieder salonfähig, die jahrelang aus gutem Grund aus dem Diskurs verbannt schienen, ebenso wie nicht minder bedenkliche extreme Positionen. Unter dem Deckmantel, sich gegen das Establishment zu stellen und für die Meinungsfreiheit einzutreten, greifen die Rechtspopulisten in den seltensten Fällen wirklich die Mächtigen, sondern meist Schwächere an.

Auch der Umgang mit Fakten wird dabei in beängstigender Weise zunehmend beliebig. Gefühlte Wahrheiten, die sogenannten alternative Fakten und Fake News bestimmen die öffentliche Diskussion.

Überwachung nützt immer den Mächtigen

All diese beunruhigenden Tendenzen haben auch einen direkten Bezug zur Netzpolitik, insbesondere zum Kampf gegen Überwachung. Immerhin bekommen diejenigen, die ein Land regieren, durch die laufenden Überwachungsprogramme eine Unzahl von Daten über ihre Bürger in die Hände. Diese Daten räumen ihnen eine erhebliche Macht über die Menschen ein. Was also geschieht, wenn diese Daten Menschen in die Hände fallen, die vom Schlage eines Trump, Wilders oder Höcke oder einer Le Pen sind? Schon unter demokratischen und gemäßigten Regierungen gab es bekanntlich zahlreiche Fälle, wo Überwachung exzessiv oder missbräuchlich eingesetzt wurde, am dramatischsten bewiesen durch den von Edward Snowden aufgedeckten NSA-Skandal. Es braucht wenig Fantasie, um sich auszumalen, dass sich dies, die nötige und von den genannten Personen bestimmt zu erwartende Skrupellosigkeit vorausgesetzt, noch bei Weitem übertreffen ließe. Dass Überwachung für allerlei Menschenrechtsverletzungen genutzt werden kann, zeigt sich bereits heute in autoritären Regimes.

Wer Überwachung gutheißt oder verharmlost mit der Begründung, seiner Regierung und deren Exekutive zu trauen, muss sich immer auch die Frage stellen, ob er auch deren noch unbekannten Nachfolgern dieses Vertrauen entgegen bringen will. Schließlich sind einmal gesammelte Daten in der Regel weiterhin archiviert und die Programme zu deren Erhebung laufen weiter. Wie gefährlich das sein kann, belegt die Geschichte.

Kampf gegen Rechts – und gegen Überwachung

Im heutigen politischen Klima müssen nicht nur menschen- und demokratiefeindliche Äußerungen und Positionen bekämpft werden. Auch der Einsatz gegen die Verschiebung von Machtverhältnissen weg von Bürgerinnen und Bürgern und hin zu staatlichen Organen, insbesondere durch Überwachung, muss höchste Priorität erhalten, denn diese Macht stünde im Ernstfall auch den Falschen zur Verfügung.


Image (adapted) „sweden“ by tpsdave (CC0 Public Domain)


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  • USA süddeutsche: Tausche USA-Visum gegen Facebook-Passwort: Die Themen USA und die Einreise nach ebenda waren in letzter Zeit ohnehin bereits schwierig – jetzt will der US-Heimatschutzminister Visa-Antragsteller noch gründlicher beleuchten. Zu solchen Überprüfungsmaßnahmen einer Person könnte unter anderem auch die Abfrage von Passwörtern für Konten in sozialen Medien zählen. Bereits seit Ende 2016 können USA-Urlauber freiwillig ihre Nutzernamen bei Facebook oder Twitter angeben. Noch ist die Passwort-Abfrage nur eine Idee, wie in vielen Aspekten sollte man aber unter der Regierung auf alles gefasst sein.

  • SOCIAL MEDIA heise: Steckt in jedem ein Troll?: Jeder der schon mal in den Kommentarsektionen von Social Media Kanälen unterwegs war hat wahrscheinlich Begegnung mit ihnen gemacht – Trolle. Keine Monster unter Brücken, sondern Kommentatoren deren einziges Ziel es ist, ein Maximum an Störung zu verursachen und Streit anzuzetteln. Forscher der Universitäten Stanford und Cornell behaupten in jedem von uns könnte ein solcher Troll stecken. Zu deren Studie soll nun Ende Februar ein Fachaufsatz auf der CSCW 2017 vorgestellte werden.

  • CROWDFUNDING golem: Protonet ist insolvent: Das Server-Startup Protonet aus Hamburg ist insolvent. Einst hatte die Firma über Crowdfunding eine, für deutsche Verhältnisse, Rekordfinanzierung von 3,2 Millionen Euro erhalten. Laut eigener Aussage habe Protonet intern nicht erfolgreich gewirtschaftet und neue Investoren blieben auch aus. Vor fünf Jahren wurde das Unternehmen mit dem Ziel gegründet, sichere und unkompliziert zu betreibende Server für Kunden herzustellen, bei denen Daten nur in Deutschland gespeichert werden sollten.

  • SLACK t3n: Chatbot fürs Firmenwissen: Obie bringt Confluence, Evernote und mehr in eure Slack-Kanäle: Obie zeigt, wie viel Arbeit uns Chatbots schon heute in der Teamkommunikation abnehmen können. Wichtige und arbeitsrelevante Informationen liegen oft genug auf einer Unzahl von verschiedenen Diensten verstreut, von Cloud-Speichern über Notizdienste hin zum firmeneigenen Wiki. Der Bot führt diese jetzt aus diversen Tools zusammen und setzt sich so zum Ziel, Ordnung und Übersicht im Kommunikations-Verlauf zu schaffen. Der Chatbot kann kostenlos zu Slack hinzugefügt werden.

  • WEARABLES googlewatchblog: Smartwatches: Google stellt Android Wear 2.0 sowie LG Watch Style & LG Watch Sport vor: Am gestrigen Abend hat Google sein neues Smartwatch Line-up inklusive neuem Betriebssystem präsentiert. Wofür benutzen Menschen Wearables wie Smartwatches eigentlich? Für diese Frage hat sich der Konzern für den Nachfolger des Android Wear Betriebssystems knapp drei Jahre Zeit gelassen und stellt jetzt das Modell 2.0 in den Fokus. Besonderes Feature ist beispielsweise die Option, mehrere Watch Faces gleichzeitig anlegen zu können, beispielsweise für eine Oberfläche für die Arbeit oder für zu Hause.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Ein Selfie mit der Kanzlerin bringt Facebook in Bedrängnis: Trivialer geht es fast nicht – ein Selfie. Das im September 2015 aufgenommene Bild wurde dem jungem Syrer Anas Modamani allerdings zum Verhängnis. Als er gerade einen Monat in Deutschland war, posierte er zusammen mit Angela Merkel in Berlin. Jetzt steht er vor dem Würzburger Landgericht, Grund dafür ist Hetzte auf rechten Seiten, die den Teenager als Terroristen diffamieren. Inwieweit Facebook hier mitverantwortlich ist und ob eine gewisse Sorgfaltspflicht verletzt wurde, soll jetzt entschieden werden.

  • PAYPAL venturebeat: PayPal launches Slack bot for peer-to-peer payments: Chatbots sind gefühlt in aller Munde. Der Bezahl-Dienst PayPal hat jetzt auf der Team-Messaging-App Slack seinen eigenen Bezahl-Bot gelauncht. Der Bot lässt Nutzer mit dem Shortcode „/paypal“ peer-to-peer (P2P) Zahlungen von bis umgerechnet rund 9.300 Euro ausführen. PayPal hat rund 5 Millionen tägliche Nutzer und mit dem Bezahl-Bot nun ihren ersten dieser Art veröffentlicht. Auf Slack gibt es im Gegensatz rund 900 Bots für die Automatisierung von Aufgaben.

  • NETZNEUTRALITÄT zeit: Ein Deregulierer, wie Trump ihn mag: Ajit Pai ist der von Trump eingesetzte neue Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) und wartet nicht lange, um aktiv zu werden. Er beginnt direkt damit, seine eigene Behörde, die Regulierung zur Netzneutralität in den USA, zu entmachten. Bislang untersagte diese Providern, den Internetverkehr gegen Bezahlung zu bevorzugen. Die Sorge um ein „Zwei-Klassen-Internet“ ist jetzt groß.

  • YOUTUBE cnet: Youtube takes on Facebook Live with mobile live streaming: Youtube zieht, nach Facebook oder Instagram, nun auch mit bei der mobile Live-Streaming-Welle. Was im Juni verpsrohen wurde, soll jetzt bald verfübgar sein und zunächst für beliebte Youtuber, also mehr als 10.000 Abonennten, verfügbar sein. Neu ist Live-Streaming für die Video-Plattform allerdings nicht, seit 2015 ist es über die Sparte “Youtube Gaming” möglich, Gaming-Content zu streamen. Das neue Feature „Super Chat“ soll es zudem Zuschauern ermöglichen, direkt mit den Youtubern zu sprechen, allerdings gegen einen Preis.

  • ROBOTER heise: Fahrender Last-Roboter als Begleiter für Menschen: Gestern war “Liebe-deinen-Roboter-Tag”, klingt komisch, ist aber so. Dieser Tag soll sich auf die Interaktion zwischen Mensch und Roboter fokussieren. Beispielsweise arbeitet derzeit eine US-Tochterfirma des Vespa-Herstellers Piaggio an einem kleinen Roboter, der als Helfer für Menschen fungieren soll und Lasten von bis zu 20 Kilogramm befördern kann. Der blaue, runde Helfer soll, ebenfalls wie der Aktionstag, dazu anregen, über die Rolle der Roboter in unserer Gesellschaft und deren Zukunft nachzudenken.

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  • FACEBOOK cnet: Facebook testet neue Funktion „Stories“ in Irland: Nach Snapchat und Instagram zieht jetzt Facebook nach und bietet mit der Stories-Funktion die Möglichkeit, Medieninhalte zu versenden, die nach einer gewissen Zeit gelöscht werden. Zunächst wird die Funktion nur in Irland getestet. Der Gedanke dahinter ist, dass viele Nutzer kritisch sind, wenn es darum geht, Bilder oder Videos mit anderen zu teilen. Durch die Gewissheit, dass die Inhalte nach spätestens 24 Stunden wieder gelöscht werden, steigt das Interaktionspotenzial und mehr Menschen beteiligen sich an dem Austausch. Auf Instagram nutzen beispielsweise inzwischen rund 150 Millionen User die Stories-Funktion. In etwa so viele Anwender zählt auch Snapchat.

  • APPLE CHIP: Ausblick auf iOS 11: Bislang sind noch wenige Fakten über das Betriebssystem für mobile Endgeräte von Apple bekannt, allerdings halten sich einige Gerüchte hartnäckig. Wenn iOS im Juni in der elften Generation ausgerollt wird, könnten sich Nutzer über folgende Features freuen: Facetime könnte, wie Skype es schon länger anbietet, die Funktion der Gruppentelefonie erhalten. Die Anwendung ist hierbei eher im Privaten gedacht. Viele Nutzer wünschen sich schon länger einen „Dark Mode“, also eine optische Oberfläche, die vermehrt auf dunkle Farben setzt. Bei der systemeigenen App „Uhr“ wurde das schon umgesetzt, es spricht einiges dafür, dass Apple dieses Feature in iOS 11 auch systemweit umsetzen wird. Grund für diese Annahme ist, dass das iPhone der nächsten Generation ein OLED-Display erhalten könnte, das Schwarz besser darstellen kann. Wegen der zu geringen Prozessorleistung wird iOS 11 nicht auf dem iPad 4 verfügbar sein. Bislang steht noch nicht fest, ob sich Besitzer des iPad Air 2 und des iPod Touch 6G über die neue Software freuen dürfen.

  • CHATBOT FAZ: Berufsberatung per Whatsapp: Die Bundesagentur für Arbeit versucht, auf unkonventionelle Art und Weise Jugendliche an das Thema Berufswahl heranzuführen. Mithilfe eines Chatbots, der die Identität von YouTuber Julien Bam annimmt, werden Jugendliche mit locker formulierten Fragen dazu animiert, sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen. Das Konzept trägt den Namen What’sMeBot. Den Chatbot haben allein an einem seiner ersten Betriebstage rund 3.000 Nutzer aufgerufen. Klaus Lukaszczyk, Marketingleite der Arbeitsargentur, gibt zu bedenken, dass die Software „nur ein Spiel“ sei und als Impuls aufgefasst werden sollte, der eine Berufsberatung nicht ersetzen kann.

  • DIGITALISIERUNG spiegel: Dänemark ernennt Botschafter für Apple und Co.: Die Digitalisierung hält mittlerweile in fast allen Lebenslagen Einzug. In Dänemark jetzt sogar in staatlichen Angelegenheiten. Ein “Digital-Botschafter” soll in Zukunft Beziehungen zu einflussreichen Tech-Firmen pflegen und diese und deren Investitionen nach Dänemark locken. Außenminister Anders Samuelsen verkündete, dass man Konzerne wie Microsoft, Google und Facebook aufgrund deren Einflusses äquivalent zu einem Land behandeln könnte und sollte. Von dem Posten des digitalen Botschafters erhofft sich das Land, bei den technischen Entwicklungen am Puls der Zeit zu bleiben und für Investoren attraktiver zu werden.

  • USA engadget: Auch Apple, Microsoft, Uber und Airbnb helfen Immigranten: Das verfassungswidrige Einreiseverbot von US-Präsident Donald Trump hat vergangene Woche für große Aufregung und regen Protest gesorgt. Diverese Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft, Uber, Airbnb und Google eint dies und so verkündigten Sie unterstützende Maßnahmen, die jetzt für Mitarbeiter und Betroffene in die Wege geleitet werden sollen, Apple steht so bereits in Kontakt mit dem Weißen Haus. Auch Starbucks reagierte auf das Einreiseverbot und will Flüchtlinge einstellen.

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  • CYBERSECURITY heise: Bundesregierung: Mit Verbeamtung IT-Fachkräfte für Cybersecurity gewinnen: IT-Sicherheitsspezialisten können jetzt möglicherweise von der Bundesregierung verbeamtet werden. Dies lies sie zumindest in der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion verlauten. So soll das neu geschaffene Mobile Incident Response Team (MIRT) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus zehn IT-Fachkräften bestehen. An der Universität der Bundeswehr soll dazu bis 2019 der Studiengang „Cybersicherheit“ etabliert werden, der IT-Spezialisten direkt für den Dienst in der Bundeswehr qualifizieren soll.

  • FAKE NEWS netzpolitik: “Fake News kann Propaganda sein, Facebook kann Lügen sein” – die Social-Bots-Debatte bei CDU/CSU: In der von der CDU/CSU veranstalteten Diskussion zum Thema “Strategien gegen Hass im Netz” ging es um Themen wie Social Bots, Fake News und Hate Speech. Als sowohl analog, wie digitales „Grundrecht“ beschrieb Bundestagsfraktionsvorsitzender der CDSU/CSU, Volker Kauder, das Recht auf Meinungsfreiheit. Betont wurde, bei rund 29 Millionen Nutzern allein in Deutschlande, der Mitarbeitermangel bei Facebook, um gezielt gegen Fake News, Propaganda oder Hate Speech vorzugehen.

  • YAHOO horizont: Warum sich die Yahoo-Übernahme durch Verizon weiter verzögert: Zuletzt verließ Konzernchefin Marissa Mayer die Firma und nun steht die Übernahme durch Verizon immer noch auf der Kippe. Für Yahoo läuft es seit der Bekanntgabe des Milliardendeals im Juli 2016 und der Öffentlichmachung eines umfangreichen Datendiebstahls im Dezember 2016 eher durchwachsen. Die US-Börsenaufsicht SEC geht nun der Frage nach, ob Yahoo zu spät über die Cyber-Attacken auf den Internet-Konzern informiert hat.

  • APPLE giga: Apple und Foxconn wollen gigantische Fabrik in den USA errichten: Trump will die Produktion von Apple-Geräten ins eigene Land bringen. Auf einer Unternehmensfeier bestätigte Foxconn-Chef Terry Gou, dass es in den USA eine Apple Display-Fabrik geben soll. Ein solches Unternehmen könnte bis zu 60.000 Arbeitsplätze schaffen. Fraglich ist nur, inwieweit dies politischen Charakter hat und ob Apple sich diesem nun beugt. Der neu vereidigte Präsident hatte zuvor im Wahlkampf scharf gegen das Unternehmen geschossen und die Job-Auslagerung nach China kritisiert.

  • GESELLSCHAFT carta: Shahak Shapira und der #yolocaust: Warum nicht mit Bäm?: Das jüdische Denkmal in Berlin wird täglich von tausenden Menschen besichtigt und nicht selten als Plattform zur sozial-medialen Selbstinszenierung benutzt. Der jüdische Satiriker Shahak Shapira hat jetzt mit seinem Kunstprojekt #yolocaust darauf aufmerksam gemacht. Dafür nimmt er frei verfügbare und bestehende Selfies und Bilder von den öffentlich zugänglichen sozialen Medien der Besucher und inszeniert sie mittels Fotomontage drastisch neu.

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Check-up Ireland: Stuck in the Middle – Wir stecken fest

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden zwölf Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. 

Irlands Tech-Entscheider schauen sorgenvoll auf Trump & Brexit

In dieser Kolumne warf ich erst vor kurzem einen durchaus positiven Blick auf das vergangene Jahr. Zu Beginn des neuen Jahres gehen viele Blicke sowohl nach Westen über den Atlantik als auch nach Osten über die Irische See nach London. Noch bis vor wenigen Monaten ließ Irlands Sandwich-Position zwischen den USA und dem so wichtigen Handelspartner Großbritannien Politiker und Industrielle im Einklang endlose Jubelarien auf den Standort-Vorteil der Iren anstimmen. Die Wahl von Donald Trump und die Entscheidung der Nachbarn für das Brexit sorgten jedoch für tiefe, übelklingende Kratzer auf dieser altbewährten Platte. Nun kramt manch einer „Stuck in the Middle with you“ der Gruppe ‚Stealers Wheel‘ hervor: „Clowns to the left of me, jokers to the right, here I am stuck in the middle with you!“

Sowohl Milliarden-Investitionen von US-Firmen als auch der rege Handel mit den Briten hatten schon immer auch viel mit Steuern und Zöllen zu tun. Was wird sich links und rechts ändern und was bedeutet es für Irland? 

Trump to the left

Noch weiß niemand genau (wahrscheinlich auch er selbst nicht), welche seiner Wahlversprechen Donald Trump wirklich umsetzen wird. Ein Zentralstück seiner Wirtschaftspolitik sollen aber erhebliche Steuersenkungen werden. Unter anderem war im Wahlkampf immer wieder die Rede davon, den Körperschaftssteuersatz von 35 Prozent auf 15 Prozent zu senken – eine Zahl, die in Irland, wo der Leitsatz 12,5 Prozent beträgt, Sorgenfalten auf die Stirnen der Ansiedlungspolitiker treibt. Zu stark ist noch die Abhängigkeit der irischen Wirtschaft von Multinationals, vor allem aus den USA, die insgesamt rund 200.000 Menschen beschäftigen. Facebook, Microsoft, Google und Apple gehen dabei vorneweg. 

Jede auch noch so kleine Änderung bei der Körperschaftssteuer wird direkte Folgen in Irland nach sich ziehen. Zwar hat es in den letzten 30 Jahren auf US-Seite keine signifikanten Änderungen gegeben und jede Administration, auch wenn sie von einem Lautsprecher wie Trump geleitet wird, tut sich schwer daran, spürbar UND schnell an der Körperschaftssteuer zu drehen. Da diese rund zehn Prozent des US-Steueraufkommens ausmacht, werden Donald Trump und seine Berater vorsichtig zu Werke gehen müssen, damit der Schuss, der US-Unternehmen und ihre Steuern nach Hause locken und die Wirtschaft erstarken lassen soll, nicht nach hinten losgeht. Zu bedenken ist auch, dass schon heute ein Teil der Profite von US-Unternehmen mit irischen Tochterfirmen sowohl in Irland als auch in der Heimat besteuert werden.

Auf Twitter drohte Trump jüngst diversen Autoherstellern mit Einfuhrzöllen falls Fabriken nicht ins Homeland zurückverlagert werden sollten. Zweifelsohne spielt die Tatsache, dass es sich bei dem Land, aus dem die Produktion zurückgebracht werden soll, um dessen Lieblingsfeind Mexiko handelt, eine besondere Rolle. Toyota und Chrysler gaben auch schnell nach und kündigten Milliarden-Investionen in den USA nach. Könnten den Drohungen an Auto-Bosse via Twitter bald Drohungen an Tech-Bosse bei Facebook oder Google (nicht bei Twitter, die weder in Irland noch in den USA Profite machen) folgen? Noch ist nichts derart in Sicht. Doch zum einen ist Donald Trump unberechenbar und zum anderen benötigen Investoren – egal ob in der Auto-Industrie oder in Tech – Sicherheit. Und da die alles andere als gegeben ist, warten viele Investoren erst einmal ab.

Brexit to the right

Noch spricht die britische Regierung mehr- und vor allem unstimmig darüber, wie das mit dem Brexit genau funktionieren soll. Dies sorgt in der Wirtschaft ebenso für Unsicherheit wie die bangen Fragen, was genau Trump so vorhat. Und genau wie Trump reden auch britische Politiker davon, den Körperschaftssteuersatz zu senken. Nur greift die Unsicherheit in Bezug auf den (noch) gemeinsamen Handels- und Reiseraum mit dem Vereinigten Königreich und was wohl daraus werden möge, wenn der Brexit umgesetzt wird, schon jetzt spürbar um sich – noch bevor der Artikel 50 des EU-Vertrags überhaupt aktiviert wurde. Zwar macht man sich in Bereichen wie FinTech berechtigte Hoffnungen, dass Finanzunternehmen Investitionen von London nach Dublin verlegen werden, um weiterhin Zugang zum einheitlichen EU-Markt zu haben. Da hört es dann aber auch auf. So manch ein Unternehmen hält Investitionen, was den britischen Markt betrifft, erst einmal zurück. Andere denken gar darüber nach, den Firmensitz nach Großbritannien zu verlagern, was dann Sinn macht, wenn zwei Drittel der Kunden dort sind und es zu lange dauern würde, neue Märkte zu erschließen.

Über Jahre hinweg konnten irische Firmen sich darauf ausruhen, dass in Bezug auf den wichtigsten Handelspartner in Europa die Fähigkeiten der Mitarbeiter ideal waren. Man spricht die gleiche Sprache und der Nachwuchs ist technisch gut ausgebildet. Dem Ausruhen folgt jetzt aber mehr und mehr die Unruhe – und neue Fragen: Kennt sich bei uns eigentlich jemand mit Ausfuhrzöllen aus?


Image “ireland” by belindasoundso (CC0 Public Domain)


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Fünf Gründe, warum wir die Klimaforschung der NASA brauchen

Comet landing - Kometenlandung (adapted) (Imag by DLR German Aerospace Center [CC BY 20] via flickr)

Würde Präsident Trump tatsächlich die finanzielle Unterstützung der NASA kürzen? Das Thema wurde bereits angesprochen, jedoch nicht von den führenden Wissenschaftlern. Schuld daran sind die Lobbygruppen der fossilen Brennstoffindustrien und die Politiker, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten Zweifel säten, Fakten verschleierten oder mit Lügen argumentierten, dass die Menschen nicht der Grund für die signifikanten Klimaveränderungen seien.

Dieser Umstand wird das Trump-Team, das für PR aus Skeptikerkreisen verantwortlich ist, sicherlich ärgern. NASA-Organisationen wie das Goddard Institute for Space Studies und das Jet Propulsion Laboratory haben grundlegende Beiträge zu unserem Verständnis, wie Menschen das Erdklima verändern, erbracht. Und der US-Steuerzahlern hat es bezahlt. Würde man aufhören, die Forschung der Klimaveränderungen der NASA zu finanzieren, wäre, als würde man sich die Finger in die Ohren stopfen und sich ein Liedchen pfeifen. Dem Klima ist die Politik egal, denn es wird weiterhin auf den Ausstoß von Treibausgasen reagieren. Das Einzige, was sich verändern würde, wäre die führende Position der USA in diesem Forschungsbereich, mit dem Risiko, dass nicht nur Amerika, sondern die gesamte Menschheit am Ende als Verlierer dastünde.

Daher sind hier fünf Gründe, weshalb die Kürzung (oder auch die mutwillige Zerstörung) der Mittel für die Klimaforschung der NASA eine außergewöhnliche Dummheit wäre.

1. NASA-Satelliten sind unsere Augen auf unsere Welt

Zurzeit arbeitet die NASA mit mehr als einem Dutzend Satelliten im Erd-Orbit und überwacht die Veränderungen der Ozeane, des Festlands und der Atmosphäre. Ihre Forschungen umfassen die Solaraktivitäten, den Anstieg des Meeresspiegels, die Temperatur der Atmosphäre und der Ozeane, die Ozonschicht, die Luftverschmutzung und Veränderungen im Meer sowie der Eismassen.

Alle diese Faktoren haben einen direkten Einfluss auf den Klimawandel, aber sie stellen auch wichtige Erkenntnisse der verschiedenen Komponenten der Erde selbst dar. Es wurden Milliarden in diese Programme investiert, die Daten produziert haben, die von einer internationalen Wissenschaftsgemeinschaft genutzt werden, um verschiedene erdbezogene Themen zu studieren.

2. Klimaforschung ist ein Schlüsselbereich der Mission der NASA

Wir können die Satelliten vielleicht nicht abstellen, aber wir können die Regierung dazu bringen, die Daten nicht mehr zu nutzen, um die Forschung um den Klimawandel voranzutreiben. Die NASA wurde mit dem „National Aeronautics and Space Act“ von 1958 mit dem Auftrag gegründet, Technologien für die Weltraumbeobachtung zu entwickeln, nicht jedoch für die Geowissenschaften – das war die Aufgabe anderer Bundesbehörden.

Das Model der querfinanzierten Forschung scheiterte allerdings in den 1970er Jahren aufgrund des Finanzierungsmangels. Die Budgets wurden gekürzt und schließlich konnte die die NASA ein paar wisseschaftliche Untersuchungen anhand der Daten durchführen, die sie vorher erstellt hatten. Außerdem wurde angekündigt, dass die Forschung auf „nationale Bedürfnisse“ wie Energieeffizienz, Umweltverschmutzung, Ozonabbau und, ja, auch den Klimawandel ausgerichtet würde. So ist die Erd- und Klimaforschung zu einer zentralen Aufgabe der Behörde geworden, die auch eine weltweit führende Position innerhalb der Problematik innehat.

3. Die NASA hat die Besten der Besten

Die NASA kennt man auf der ganzen Welt – besonders wegen Programmen wie Apollo, das Menschen zum Mond gebracht hat. Aber ihr Ruhm geht weit über das generelle Interesse an der Weltraumfahrt hinaus. Die NASA kann einige der besten Erd- und Klimaforschung vorweisen, weil ihre Programme einzigartige Möglichkeiten der Forschung in enormer Bandbreite bieten. Und sagen zu können, dass man für die NASA arbeitet, ist immer noch ziemlich cool.

Die Klimaforschung nicht weiter zu finanzieren, würde bedeuten, dass viele Forscher, von denen manche gerade am Anfang ihrer Karriere stehen, aus ihren Jobs gedrängt werden würden. Manche würden wohl rasch und mit offenen Armen von Einrichtungen in anderen Ländern empfangen werden – tatsächlich bin ich ziemlich sicher, dass einige Jobangebote bereits auf dem Postweg zu den Wissenschaftlern sind. Für die USA wäre das jedoch ein ziemlicher Verlust.

4. Die NASA hat das Image des Klimawandels verändert

Ein Besuch auf der Klima-Homepage der NASA macht sofort klar, wie viel Einfluss die NASA im Forschunsgbereich zum Thema Erde genommen hat. Das Thema Klimaforschung ist komplex. Die NASA hat zusammen mit anderen US-Agenturen wie der National Oceanic and Atmospheric Administration einzigartige Darstellungen des Klimawandels veröffentlicht. Diese werden von anderen Agenturen und Kommunikatoren auf der ganzen Welt genutzt. Auf diese Weise werden das Profil und die Reputation der NASA und den USA als führende Wissenschaftler gestärkt.

5. Die Klimaforschung könnte das nächste große Vermächtnis der NASA werden

Es ist recht leicht, die NASA-Missionen zu verklären. Die Apollo-Mission war definitiv eine beeindruckende Leistung. Doch während US-Astronauten den Mond ‚für die gesamte Menschheit‘ besuchten, sollten wir uns daran erinnern, dass der Wettlauf ins All im Kalten Krieg durch die UdSSR mit vorangetrieben wurde. Die Tatsache, dass die Menschen danach nie wieder zum Mond zurückkehrten, sollte uns verdeutlichen, dass dort bei gelegentlichen Besuchen wohl einfach nicht sonderlich viel zu holen ist.

In Bezug auf das Vermächtnis denke ich, dass Eugene Cernan, der Leiter der Apollo 17-Mission und somit der letzte Mensch, der auf dem Mond war, es am besten zusammenfasste: „Wir sind aufgebrochen, den Mond zu erforschen, und tatsächlich entdeckten wir die Erde.“

Ein Besatzungsmitglied der Apollo 17 war es, das das Foto mit der Kenung AS17-148-22727 machte, als sie am 7. Dezember 1972 den Orbit verließen. Dies war das Foto, das später unter dem Namen „Blue Marble“ bekannt wurde. Das Bild wurde zu einem der meistkopierten Fotos der Geschichte. Seit das Bild aufgenommen wurde, fanden auf der Erde enorme Veränderungen statt. Mittlerweile leben dort doppelt so viele Menschen, die Zahl der Wildtiere hat sich halbiert. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre ist höher als in den tausenden Jahren zuvor. Und tatsächlich haben sich die Erdoberfläche und die Ozeane erwärmt, die Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt.

Wie alle anderen Bilder der NASA wurde auch „Blue Marble“ für die Öffentlichkeit zur freien Nutzung herausgegeben. Die Forschungsergebnisse, die die NASA errungen hat, werden auf die selbe Weise weltweit geteilt. Die Ergebnisse der Erd- und Klimaforschung repräsentiert nicht nur die Höhepunkte der US-Geschichte, sondern die der kompletten Menschheit. Wir brauchen sie jetzt mehr denn je.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Comet landing / Kometenlandung“ by DLR German Aerospace Center (CC BY 2.0)


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Lesen zum neuen Jahr: Was uns ‚Herr der Fliegen‘ über 2016 erzählt

Lord of the Flies (adapted) (Image by Alaina Buzas [CC BY 20] via flickr)

Es ist die Geschichte einer Gesellschaft, in der sich die Demokratie in einer Art Stammesdenken und Tyrannei auflöst. Die Geschichte einer Zivilisation, die von den Redlichen nach Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit aufgebaut wurde, die sich dann aber gegeneinander aufhetzten und die Schwachen und Ausgestoßenen zu Sündenböcken erklärten. Letztlich ist es eine Erinnerung an die menschliche Barbarei, die unter der zerbrechlichen Fassade des Anstands lauert.

Klingt das bekannt? Allerdings: Es handelt sich um den Plot von ‚Herr der Fliegen‘, einem Roman über ein paar Jungs aus England, die einen Flugzeugabsturz überleben und auf einer Insel im Südpazifik gestrandet sind. Nach einer kurzen Zeit der Harmonie bewirkt ein Machtkampf zwischen den beiden Anführern Ralph und Jack die Spaltung der Gruppe. Jack gewinnt, indem er verspricht, einen gemeinsamen Feind zu jagen und zu töten – er meint das seltsame Phantom, das im Dschungel lebt und nur als ‚das Monster‘ bekannt ist. Es ist ein erfolgreicher Kampf, der die Angst benutzt, um die Gruppe zu spalten.

Der ‚Herr der Fliegen‘ wurde zuerst im Jahr 1954 veröffentlicht, hauptsächlich als Reaktion auf den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Und doch hat das Buch in vielerlei Hinsicht eine direkte Gültigkeit für die Welt von 2016, da Sparmaßnahmen, die Flüchtlingskrise, der Brexit und der Aufstieg Donald Trumps den nationalistischen Eifer ermutigt und die gesellschaftliche Zersplitterung geschürt haben.

Die rassistisch motivierte Sprache der Stammes-„Wildheit“ im Roman lässt zeitgenössische Leser zu Recht innehalten. Hier zeigt sich die Unfähigkeit des Autors William Golding, über eine grundsätzlich eurozentrische und kolonialistische Weltanschauung hinauszudenken. Letztendlich jedoch ist die Botschaft des Buches, dass eine „Wildheit“ quasi allgemeingültig ist. Sie ist weder rassisch noch anhand von Landesgrenzen definiert. Es ist eine Botschaft, die uns darüber nachdenken lässt, dass der Rechtsextremismus erneut in die Mainstream-Politik in ganz Europa und den USA eingekehrt ist.

Im Fahrwasser einer populistischen Sprache unter Betonung nationaler Zugehörigkeit gelingt es den Rechtsextremen, Rassismus zu legitimieren. Amerikas sogenannte alt-right-Bewegung, der Front National in Frankreich, UKIP und die fremdenfeindlichen ‚Leavers‘ in Großbritannien – sie alle nutzen die Unzufriedenheit, die mit der Globalisierung einherging, um im Innern Feindschaften zu schüren. Die Lösung komplexer wirtschaftlicher und politischer Wirklichkeiten ist für diese Gruppen so einfach wie die Jagd auf ‚das Monster‘. Der Anführer Jack gibt sein Erbe weiter an Figuren wie Trump, Marine Le Pen und Nigel Farage.

Die Stimme der Vernunft

Als Gegenstück zu Jacks Agitation und Angstmacherei stellt uns ‚Herr der Fliegen‘ die beiden Freunde Piggy und Simon vor. Piggy glaubt an den wissenschaftlichen Fortschritt, ist sich aber auch bewusst, dass eine Weiterentwicklung der Menschheit aufgehalten wird, wenn „wir Angst vor Menschen bekommen“. Piggy wird geschwächt, wenn die Jungen seine Brille stehlen – sein Symbol von Vision und Klarheit – und sie benutzen, um ein Feuer zu entzünden. Das Feuer gerät außer Kontrolle, was zur Zerstörung eines Teils ihres neuen Zuhauses führt. Statt den ersten Akt einer vereinten Zivilisation zu repräsentieren, signalisiert die Entstehung des Feuers die Uneinigkeit, die die Gruppe spaltet und schließlich unter Jacks Verantwortungs als Stammesoberhaupt zum Tode von Piggy führt.

Wie Piggy den Fortschritt repräsentiert, so steht Simon für die Vernunft. Er weiß, dass ‚das Monster‘ nicht real ist und durch die Angst der Jungen erschaffen wird. „Wann immer Simon an ‚das Monster‘ dachte“, so heißt es, „stand vor seinem inneren Auge das Bild eines Menschen, der heroisch und krank zugleich war.“ Trotz dieser Einsicht wird Simon als schwach angesehen und gemieden.

Nach einer Expedition, die er allein angetreten hatte, entdeckt er, dass ‚das Monster‘ lediglich ein toter Fallschirmjäger ist – ein Opfer des Krieges, der in der Ferne tobt. Sein Fallschirm hat ihn auf die Insel getragen. Simon kehrt zum Lager zurück, um die Nachricht zu überbringen, aber die Phantasie der Jungen erweckt in ihnen einen blinden Blutrausch. Sie sehen keinen Menschen mehr, sondern nur eine Bedrohung für ihre Gesellschaft. Simons Schreie werden durch das „Reißen der Zähne und Krallen“ übertönt.

Während seiner Vortragsreise an amerikanischen Universitäten im Jahr 1962 erklärte Golding die Gründe, weshalb er den ‚Herr der Fliegen‘ geschrieben hatte:

Mein Buch will sagen: Sie denken, dass jetzt der [Zweite Weltkrieg] vorbei ist und etwas Böses zerstört worden ist, und dass Sie jetzt in Sicherheit sind, weil Sie von Natur aus gut und anständig sind. Doch ich weiß, warum diese Sache in Deutschland so mächtig wurde. Ich weiß, dass es in jedem Land passieren kann.

So weit, so finster. Und dennoch – während Golding die Neigung der Menschheit zu Vorurteilen darstellt, gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach seiner Flucht vor den von Jack bestellten Menschenjägern trifft Ralph auf einen Marineoffizier, dessen Schiff angelegt hat, nachdem die Mannschaft den Rauch gesehen hat, der von der verwüsteten Insel aufsteigt. Als Ralph „das Ende der Unschuld“ beweint, dreht sich der Offizier um, um das Kriegsschiff in der Ferne zu betrachten. Dieses finale Bild des Buches ist ein Moment der Selbstreflexion. Inmitten der Wildheit und der Katastrophe der rudimentären Zivilisation der Jungen wird die Erwachsenenwelt mit einer Vision ihrer eigenen Torheit konfrontiert.

Die Moral von ‚Herr der Fliegen‘ ist nicht nur, dass die Barbarei keine Grenzen kennt. Die Moral besteht auch darin, dass die Barbarei verhindert werden kann, und zwar durch das Engagement für eine gemeinsame Menschheit. „Wenn die Menschheit eine Zukunft von hundert Millionen Jahren auf diesem Planeten hat“, sagte Golding in seinem Vortrag von 1962, „ist es unvorstellbar, dass sie diese Äonen in einem Gepräge von nationaler Selbstzufriedenheit und chauvinistischer Idiotie verbringen sollte.“

Der Roman mag keine sonderlich herzerwärmende Geschichte sein, aber er präsentiert uns eine erbarmungslose Darstellung einer Gesellschaft, die von Angst getrieben wird. Im neuen Jahr soll dies dem Leser eine dringende Warnung und ein Aufruf zum Handeln sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Lord of the Flies“ by Alaina Buzas (CC BY 2.0)


The Conversation

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • SECURITY t3n: Sicherheitslücke: So einfach ist es, fremde Flüge umzubuchen: Der Buchungscode, den Fluggäste von ihrer Airline bekommen, wenn sie über das Internet einen Flug buchen, ist auch heute noch lediglich sechsstellig. Das stellt laut den Sicherheitsforschern Karsten Nohl und Nemanja Nikodijevic ein erhebliches Risiko dar. Ruft man die Website des entsprechenden Anbieters auf, braucht man nur den Nachnamen des Fluggastes eingeben. Den Buchungscode kann man durch automatisierte Anfragen leicht herauskriegen. Mit beiden Daten zusammen hat man Zugriff auf die gesamte Buchung und kann diese nach Belieben verändern. So ist es beispielsweise möglich, den Flug eines Fremden anzutreten und Vielflieger-Accounts zu einem fremden Ticket hinzuzufügen, um Meilen von Langstreckenflügen zu bekommen.

  • VERSCHLÜSSELUNG golem: Fristverlängerung zur Einführung sicherer App-Kommunikation: Für den Jahreswechsel war formal die verbindliche Einführung von App Transport Security (ATS) vorgesehen. Wie Apple in einer Entwicklermitteilung nun äußerte, wurde dieser Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Konzern will den Entwicklern damit mehr Zeit geben, sich auf die neuen Richtlinien einzustellen. Mit ATS wird verhindert, dass beispielsweise in offenen WLAN-Systemen der Netzwerkverkehr von einem weiteren Teilnehmer abgehört werden kann. Bislang wird ATS aber nur von fünf Prozent der „wichtigen“ iOS-Apps umgesetzt. Immerhin verwenden 45 Prozent der für Unternehmen relevanten Apps eine per HTTPS abgesicherte Kommunikation.

  • ASUS FAZ: Asus Zenbook 3 im Test: Der taiwanesische Hardwarehersteller Asus hat mit dem Zenbook 3 Apple den Kampf angesagt. Unschwer zu erkennen ist, dass mit dem schlanken Gerät das MacBook Pro aus dem Vorjahr angegriffen werden soll. Es gibt verblüffende Ähnlichkeiten, aber auch im Inneren kommt ähnliche Technik zum Einsatz. Laptops in dieser Größe mit wenig Gewicht sind ideal für Geschäftsreisende, die mit wenig Gepäck unterwegs sein wollen. Wer sich jedoch für das Zenbook 3 entscheidet, nimmt dafür auch typische Schwächen in Kauf. Laute Lüftung, zu wenige Anschlüsse, schlechte Display-Qualität und ungünstige Materialwahl, um nur ein Paar zu nennen.

  • TTIP heise: Industrie hofft auf TTIP-Comeback mit Trump: Auch, wenn der designierte US-Präsident Donald Trump als strikter Gegner des Freihandelsabkommens TTIP gilt, hofft die deutsche Industrie auf eine Einigung. Seit 2013 dauern die Verhandlungen der EU-Kommission mit den USA an. Industriepräsident Ulrich Grillo sagte dazu: „Amerika ist nicht autark. Deshalb bin ich optimistisch, dass Trump über kurz oder lang TTIP wieder aus der Schublade holt. Die EU-Kommission muss ihre Gesprächskanäle bei TTIP auf jeden Fall offen halten.“

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Chrome-Extension bringt aufgeräumtere Oberfläche für Clean Google Calendar: Gute Nachrichten für Anhänger des Google Kalenders: Google spendiert seinem Kalender ein neues Design. Über Jahre hat sich bei der Software so gut wie nichts getan, außer, dass vor einigen Jahren kleine Änderungen am Material Design vorgenommen wurden. In der neuen Oberfläche, die sich in Chrome als neuer Tab öffnet, werden überflüssige Teile weggelassen. Dadurch erscheint der Kalender insgesamt klarer und aufgeräumter. Die neu geschaffenen Buttons „NEW“ und „OPTIONS“ enthalten praktische Schnellzugriffe.

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Vom Gefühl zur Nachricht: Was tun gegen Fake News?

fragezeichen-image-by-qimono-via-pixabay

Barack Obama glaubt, dass Fake News eine Bedrohung für die Demokratie darstellen. Der scheidende US-Präsident sagte, er sei besorgt über die Art und Weise, wie „so viele Fehlinformationen sehr gut verpackt“ und in den Social-Media-Feeds der Menschen als Tatsachen dargestellt werden können. Auf einer Konferenz in Deutschland sagte er:

Wenn es uns nicht ernst ist mit den Tatsachen und damit, was stimmt und was nicht, wenn wir nicht unterscheiden können zwischen ernsthaften Argumenten und Propaganda, dann haben wir ein Problem.

Aber wie unterscheiden wir zwischen Tatsachen, legitimer Debatte und Propaganda? Seit der Brexit-Abstimmung und dem Wahlsieg Donald Trumps ist sehr viel darüber geschrieben worden, inwiefern die Auswirkungen sozialer Medien und der Verbreitung von Fake News auf den politischen Diskurs, das Funktionieren der Demokratie und den Journalismus zu erklären sind. Detaillierte sozialwissenschaftliche Forschung ist noch im Entstehungsprozess begriffen, doch es kann bereits eine Menge aus bestehenden Studien zu Online- und Offline-Verhalten gelernt werden.

Vertrauenssache

Beginnen wir mit einer allgemeinen Definition von Fake News als Informationen, die über ein Medium verbreitet werden – oft zugunsten bestimmter sozialer Akteure – und sich dann als unüberprüfbar oder im Wesentlichen falsch erweisen. Wie bereits erwähnt, hat man Fake News bislang als Propaganda bezeichnet. Und es gibt umfangreiche sozialwissenschaftliche Literatur über Propaganda, ihre Geschichte, Funktion und Verbindungen zum Staat – sowohl zu demokratischen als auch diktatorischen.

Tatsächlich ist Russland, wie die Untersuchungen aus den USA und Italien zeigen, eine der wichtigsten Quellen der Fake News. Full Fact, eine Website aus Großbritannien, untersucht die Quellen der Medienberichte, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen – und an solchen mangelt es nicht.

Man könnte argumentieren, dass die „Mainstream“-Medien in den Augen ihres Publikums als weniger vertrauenswürdig (ob gerechtfertigt oder nicht) wahrgenommen werden, und es dadurch schwerer geworden ist, zwischen Medien zu unterscheiden, die vermeintlich ein echtes Interesse daran haben, die Wahrheit zu sagen, und solchen, die nicht unbedingt dieselbe ethische Grundlage haben. Wie kann der Mainstream-Journalismus, der von allen Seiten politisch voreingenommen ist, die moralische Deutungshoheit behalten? Dieses Problem geht sicherlich noch auf die Zeit vor der digitalen Technologie zurück.

Filterblasen und Echokammern

Hier stellt sich die Frage, ob Social Media das Problem noch schlimmer macht. Fast ebensoviel wurde über die Diskussionen der sogenannte „Filterblasen“ in den sozialen Medien geschrieben – wir neigen alle dazu, uns eher mit Menschen zu umgeben, die unsere Perspektive teilen. Das gilt nicht unbedingt nur für das digitale Zeitalter und funktioniert auf zwei verschiedene Weisen:

Filterblasen sind ein Produkt der Klasse und der kulturellen Position. Eine aktuelle britische Studie über gesellschaftliche Schichten geht weiter darauf ein. Ein wichtiges Detail ist hierbei, dass sich diejenigen mit einem höheren sozialen Status sehr wahrscheinlich am ehesten zusammenfinden, dabei aber dennoch vielfältigere soziale Kontakte haben werden als diejenigen, die sich in den niedrigeren Einkommens- und Statusgruppen befinden. Sie werden wahrscheinlich auch eine größere Vielfalt von Medien, vor allem Internet-Angebote, nutzen. Nicht alle Blasen sind gleich groß oder gleichartig und unsere Social-Media-Blasen spiegeln unsere alltäglichen „Offline“-Blasen wieder.

Und tatsächlich können Social-Media-Blasen für Interaktionen zwischen Journalisten und Politikern sehr relevant sein, denn eine der am klarsten definierten Twitter-Blasen ist die, die Politiker und Journalisten umgibt. Damit werden ältere Modelle von Medieneffekten in den Fokus gerückt, wie etwa das Kommunikationsmodell nach Lazarsfeld, demzufolge wichtige „Meinungsführer“ – einflussreiche Knotenpunkte in unseren sozialen Netzwerken – einen beträchtlichen Einfluss auf unseren Medienkonsum haben. Analysen eines Fake-News-Artikels deuten darauf hin, dass es nicht um Social Media an sich geht, sondern darum, wie Geschichten, die in den sozialen Medien kursieren, von führenden Seiten und Akteuren mit vielen Anhängern aufgegriffen und verbreitet werden können.

 

 

Eine falsche Annahme in einem Tweet von einer Einzelperson wird zu Fake News auf einer ideologisch motivierten Nachrichten-Website oder ein Tweet von einem Präsidentschaftskandidaten wird für viele automatisch zu einer „Tatsache“. Wir sorgen uns heute mehr denn je darüber, da die sozialen Medien sowohl die Nachricht an sich als auch die Art und Weise ihrer Verbreitung sehr sichtbar machen.

Fake News aufdecken

Was ist hilfreich und wie können wir da herangehen? Erstens, die Ökonomie der sozialen Medien favorisiert Klatsch, Neues, Geschwindigkeit und „Teilbarkeit“. Sie verwechselt Belustigung mit sozialem Wert. Es gibt Hinweise darauf, dass Fake News, die bestehenden Vorurteilen in die Hände spielen, eher geliked werden und somit mehr Umsatz für die Schöpfer erzeugen. Das ist das gleiche Prinzip wie bei den sogenannten Promi-Magazinen. Hier ist es unwahrscheinlicher, dass man mit gut recherchierten und dokumentierten Nachrichten eine vergleichbare Reichweite erreicht.

Der andere wichtige Punkt ist hier, dass es – auch laut Obama – schwierig ist, die ‚Fakes‘ von den echten Nachrichten zu unterscheiden, und viele Leute scheinen ihre Schwierigkeiten damit zu haben. Wie meine Kollegen und ich bereits vor fast 20 Jahren argumentierten, machen digitale Medien es schwieriger, die Wahrhaftigkeit von Inhalten einfach durch das physikalische Format zu unterscheiden (Printzeitung, qualitativ hochwertige Nachrichtenübertragung, Lehrbuch oder Boulevardzeitung). Online-Nachrichten sind schwerer zu unterscheiden.

Das nächste Problem besteht darin, dass die Rücknahme von Fake News in den sozialen Medien derzeit von der Technologie eher unzureichend unterstützt wird. Obwohl Beiträge gelöscht werden können, ist dies ein passiver Akt, sogar noch weniger wirksam als die aus einem kleinen Absatz bestehenden Richtigstellungen in Zeitungen. Um eine Wirkung zu erzielen, wäre es notwendig, nicht nur Beiträge zu löschen, sondern sie sichtbar zu markieren und zu verlangen, dass Nutzer bestimmte Elemente als Fake News erkennen und dies bestätigen.

Ob Fake News nun eine Erscheinung des digitalen und sozialen Medienzeitalters sind oder nicht – es ist zumindest wahrscheinlich, dass soziale Medien dazu neigen, die Verbreitung von Fehlinformationen zu verstärken. Ihre Ökonomie begünstigt Teilbarkeit gegenüber Wahrhaftigkeit und Verbreitung gegenüber Richtigstellung. Dabei handelt es sich nicht um technologische „Gegebenheiten“, sondern um Entscheidungen – und zwar seitens der Systemdesigner und ihrer Regulatoren, wo immer es dann solche gibt. Darüber hinaus haben Mainstream-Medien ihren eigenen Ruf durch „Falschmeldungen“ und sichtbar ideologische Berichterstattung getrübt und somit die Tür für andere Nachrichtenquellen geöffnet.

 

 

Das Verständnis dieser komplexen Mischung von Faktoren ist die Aufgabe der Sozialwissenschaften. Aber vielleicht ist die eigentliche Botschaft hier, dass wir uns als Gesellschaft und als Individuen der Frage zu stellen haben, wie wir die Menschen zum verantwortungsvollen Nachrichtenkonsum erziehen können – und ob wir nicht die Wahl haben, unser eigenes Verhalten zu ändern, statt die sozialen Medien zu regulieren, wie wir es mit Printmedien und Fernsehen tun. Fragen Sie sich doch einmal: Wie oft prüfen Sie die Faktenlage einer Nachricht, bevor Sie sie verbreiten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Fragezeichen“ by qimono (CC0 Public Domain)


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