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Moia im Test: Mit dem Sammeltaxi 2.0 von VW auf großer Tour

Moia im Test in Hannover

Ich lebe zwar gern in der Stadt, aber der Autoverkehr nervt mich. Lärm und Stau zu Stoßzeiten sowie zugeparkte Bürgersteige in Wohngebieten, sind nur einige der Übel, die damit einhergehen. Trotzdem ist ein Auto mitunter die beste Lösung, um von A nach B zu kommen. Nicht zuletzt deswegen verfolge ich begeistert den neuen Trend zu bekannten Mobilitätskonzepten wie Ridesharing, bei denen die Digitalisierung für frischen Fahrtwind sorgt. Ein Vorreiter für das Sammeltaxi 2.0 ist Moia, ein Dienst des VW-Konzerns. In Hamburg fährt er derzeit im Testbetrieb, in Hannover schon regulär. Dort, an meinem Wohnort, habe ich ihn über mehrere Wochen ausprobiert. So schneidet Moia im Test ab.

So funktioniert das Ridesharing mit Moia im Test

Das Prinzip an sich ist bewährt. Auf Abruf befördern Kleinbusse Fahrgäste mit ähnlichen Zielen innerhalb eines festgelegten Gebiets. Als moderne Variante davon lässt sich der Ridesharing-Dienst von Moia per Smartphone buchen. Fahrgäste markieren in einer App Startpunkt und Ziel. Außerdem geben sie an, ob sie allein fahren oder auf eigene Rechnung noch jemanden mitnehmen wollen. Bis zu fünf Passagiere passen in einen der derzeit über 70 VW-Kleinbusse von Moia in Hannover. Die App errechnet daraufhin einen festen Preis, der sich selbst bei Stau und Umwegen nicht erhöht. Ist der Nutzer mit diesem Angebot einverstanden, bucht er das Fahrzeug verbindlich. Es holt ihn nicht direkt vor der Haustür ab und lässt ihn auch nicht exakt am Wunschort heraus, sondern an bestimmten Haltepunkten im Geschäftsgebiet. Derzeit deckt der Ridesharing-Dienst in Hannover mit rund 200 Quadratkilometern fast das gesamte Stadtgebiet ab.

In der Praxis: Praktischer als Bus und Bahn, günstiger als ein Taxi

Moia-App für iOS oder Android herunterladen, E-Mail-Adresse und einen Verifizierungscode sowie Bezahldaten eingeben – schon kann es losgehen. Beim Buchen lege ich nach Start, Ziel, Personenanzahl und Kindersitzbedarf noch fest, ob ich sofort oder in bis zu zehn Minuten aufbrechen möchte. Anschließend kalkuliert die übersichtliche und einfach bedienbare App Route, Dauer und Kosten. Für die günstigste meiner zehn Fahrten zwischen Januar und März 2019 verlangt Moia 4,30 Euro. Die „teuerste“ schlägt mit 7,84 Euro zu Buche, in diesem Fall fuhr aber meine Frau noch mit. Das ist deutlich günstiger, als ein Taxi zu nehmen und gleichzeitig praktischer, als mehrfach mit Bus oder Bahn umsteigen zu müssen.

Kinobesuch, Steuerberatertermin, Kneipentreff mit dem Kumpel – für diese und ähnliche Alltagsfahrten habe ich Moia im Test verwendet. Etwa zwischen drei und sieben Kilometer beträgt die Distanz zwischen meinem Standpunkt und dem Zielort. Bis zum Haltepunkt muss ich mal 50, mal 500 Meter zu Fuß gehen. Selbst für einen lauffaulen Menschen wie mich ist das vertretbar.

Und die Fahrt selbst? Alle meine zehn unangekündigten Test-Fahrten sind mustergültige Beispiele für erstklassige Kundenerlebnisse im Mobilitätsbereich. Denn mir begegnen picobello gepflegte Fahrgasträume, bequeme Einzelsitze sowie freundliche Fahrer, die nett grüßen und kein Gespräch aufdrängen. Ein Monitor informiert die Fahrgäste kontinuierlich über die nächsten Ausstiegspunkte. Die Namen sind darauf mit Anfangsbuchstaben abgekürzt. In meinem Testzeitraum gibt es allerdings wenig Grund zur Anonymisierung, denn meistens bin ich der einzige Fahrgast. Selbst zu vermeintlichen Stoßzeiten an Wochenenden fährt nicht mehr als ein weiterer Passagier mit.

Beim Fahrtende muss ich kein Geld in die Hand nehmen, nicht mal die Zahlung per App freigeben. Stattdessen kann ich einfach aussteigen. Den vereinbarten Betrag bucht Moia daraufhin automatisch ab. Einen Beleg darüber erhalte ich per E-Mail.

Eine Fahrt mit Moia in Bildschirmfotos

Planbarkeit, Betriebszeiten und mehr setzt Moia im Test noch Grenzen

Als Zahlungsmittel akzeptiert Moia derzeit nur Kreditkarten von Visa und Mastercard. Wer keine davon hat oder generell keine Zahlungsdaten in einer App hinterlegen möchte, kann den Ridesharing-Dienst also nicht nutzen. Per Bargeld wie im Taxi oder Bus lässt sich die Fahrt nicht bezahlen. Mich stört das nicht. Aber als ich einer interessierten Passantin auf Nachfrage davon berichte, winkt sie ab.

Der Mangel an alternativen Zahlungsmitteln ist nicht der einzige Aspekt, der die Praxistauglichkeit des Dienstes für so manchen Nutzer begrenzt. Wer beispielsweise ins ländliche Umland zur Arbeit pendelt, hat von Moia nichts. Denn dort fährt der Fahrdienstleister nicht hin. Auch partyfreudige Nachteulen müssen sich eine andere Mitfahrgelegenheit suchen, weil Moia um 24 Uhr den Motor ausstellt und erst um 6 Uhr den Betrieb wieder aufnimmt.

Kommt es auf die Minute an, ist Moia ebenfalls nicht die erste Wahl. Während ich mich auf die pünktliche Abfahrt eines Busses oder vorbestellten Taxis relativ gut verlassen kann, muss ich bei der Vorausplanung mit Moia etwas Spielraum einkalkulieren. Denn staut sich auf einer großen Ausfallstraße der Verkehr, kommt das gebuchte Fahrzeug schon mal fünf bis zehn Minuten später bei mir an, als ursprünglich prognostiziert.

Wer ferner mit großzügigem Urlaubsgepäck zum Bahnhof oder Flughafen reisen möchte, kann sich nicht darauf verlassen, genügend Stauraum dafür vorzufinden. Der kleine Kofferraum der Fahrzeuge in Hannover ist nämlich schnell voll. In Hamburg ist laut Webseite zwar ein Gepäckfach vorhanden, dessen Platzangebot aber ebenfalls nur „je nach Verfügbarkeit“ bereitsteht. Gegen einen kleinen Handgepäckkoffer neben dem Sitzplatz spricht aber nichts, versichert mir ein Fahrer, den ich darauf anspreche.

Fazit zu Moia im Test: Dieses Sammeltaxi 2.0 kommt wie gerufen

Für mich erweist sich Moia im Test als ideale Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Den Ridesharing-Dienst per Smartphone zu buchen, ist praktisch für Strecken, für die eine Fahrt mit Bus und Bahn sonst mehrfaches Umsteigen mit ungünstigen Taktungen bedeuten würde. Auch für Touren von Stadtrand ohne Anschluss an die U-Bahn ins Zentrum ist der Dienst von Volkswagen gut geeignet. Besonders preissensibel dürfen Nutzer allerdings nicht sein, denn teurer als Bus und Bahn ist Moia eben schon. Flatrates in Form eines Tagestickets sind dabei nicht buchbar.

Das Kundenerlebnis ist erstklassig. Gegen Wagenzustand, Freundlichkeit der Fahrer und App-Bedienung gibt es nichts einzuwenden. Vor diesem Hintergrund kann ich den Ridesharing-Dienst unbedingt empfehlen. Angesichts der dringend nötigen Verkehrswende, ist er zudem absolut begrüßenswert. Damit ein Dienst wie Moia einen wirklichen Unterschied macht, müssen ihn aber noch viel mehr Menschen nutzen als jetzt in Hamburg und Hannover. Meine Testfahrten und stichprobenartige Umfragen in meinem Bekanntenkreis verdeutlichen, dass Nachfrage und Bekanntheitsgrad noch gering ausgeprägt sind. Für zukunftsfähig halte ich dieses Konzept angesichts der gebotenen Leistung allemal. Wünschenswert wäre nur noch, dass Moia wie in Hamburg auch die Flotte in Hannover alsbald vom Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb umstellt.

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Images by Moia, Berti Kolbow-Lehradt

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#NeueProvinz: Über den Deutschlandtakt


Warum Neue Provinz? Die erste Ausgabe der neuen Kolumne erklärt die Titelwahl.


In zwei Stunden von Bielefeld nach Berlin. Dafür kein Halt mehr in Coburg. Die Sylt-Bahn wird sogar zweigleisig ausgebaut, während Bremerhaven nicht angefahren werden soll. Die kürzlich vorgestellten Pläne des Bundesverkehrsministeriums, auch Deutschlandtakt genannt, könnten Deutschlands Schienenverkehr verändern.

Fernverkehrszüge sollen die Metropolen dieses Landes stündlich miteinander verbinden, manchmal sogar alle 30 Minuten. Viele kleinere Orte an den Strecken könnten ebenfalls angefahren werden. Die Neue Provinz kann nicht ohne Mobilität gedacht werden und braucht vor allem Anschluss an die urbanen Wissenszentren.

Politischer Aktionismus mit Potential

Rückblickend hat man schon lange nicht mehr so ehrgeizige Pläne aus dem Bundesverkehrsministerium gehört. Meistens mit CSU-Ministern besetzt, hatten diese meist anderes zu tun, als sich ihrem eigentlichen Tätigkeitsfeld zu widmen. Bayern first sozusagen, doch der Scheuer Andreas überrascht, auch mit einem anderen Blickwinkel.

So sollen Strecken nach Notwendigkeit gebaut werden und nicht mehr nur ein Ergebnis politischen Einflusses von Abgeordneten aus der Region sein. Klingt gut. Jetzt kommt zuerst der gewünschte Fahrplan als Zielvorgabe und dann wird so gebaut, dass dieser möglich wird. Innovatives kann manchmal so einfach sein. Auch eine Frage des Blickwinkels.

Damit sollen die Ziele der Bundesregierung, die Zahl der Bahnkunden bis 2030 zu verdoppeln und auch mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagern, erreicht werden. Politisch pikant ist, dass der Deutschlandtakt ohne Mitwirkung der Deutschen Bahn erstellt wurde. Und auch ohne die Städte, Gemeinden und Landkreise.

Die können sich durch Workshops an der Erstellung des Deutschlandtakt beteiligen. Dazu gehören auch Neubauprojekte, aber auch kleinere Einzelmaßnahmen. Viel effizienter seien beispielsweise der Umbau von Weichen oder der Bau weiterer Bahnsteigkanten, gibt Enak Ferlemann, Staatssekretär im Verkehrsministerium, zu bedenken.

Als Nutzer von Bahnhöfen wie Magdeburg-Neustadt, Stendal und Erkner, würde ich mir auch mehr Sanierung wünschen. Kurze Umsteigezeiten sind eine tolle Idee, aber auch die würde man gerne angenehm verbringen. Trocken und im Warmen, versorgt mit WLAN und Strom, sowie mit bargeldlosem Bezahlen anbietenden Gastronomien.

Die Neue Provinz muss angeschlossen werden

Die Neue Provinz kann von einem Deutschlandtakt profitieren, aber auch die Städte. Die Pendelzeit in Berlin betrug laut einer Studie der Mobilitäts-App Moovit aus dem Jahr 2016 im Durchschnitt genau 62 Minuten. 78 Prozent der Fahrgäste wechseln mindestens einmal das Verkehrsmittel. In Hamburg sind es 58 Minuten und 72 Prozent.

Nimmt man diese Zahlen und wendet sie auf den Regionalverkehr rund um diese Metropolen an, rücken bisher wenig beachtete Städte in den Fokus von Menschen, die u.a. bezahlbaren Wohnraum suchen. Beispielsweise in Uelzen, Wittenberge oder Stendal. Der Deutschlandtakt darf sich deshalb nicht nur auf den Fernverkehr konzentrieren.

Je nach Blickwinkel leben drei Viertel der Deutschen im ländlichen Raum. Damit ist das klassische Dorf gemeint, aber auch das Mittelzentrum, welches der Hauptbezugspunkt des ländlichen Umlandes ist. Dort hin und von da in die Metropole, muss es sich genauso gut mit der Bahn fahren lassen. Das Umland muss besser angeschlossen werden.

Dies würde mithelfen, die wenigen klimapolitischen Ziel der Bundesregierung zu erreichen, aber auch die Menschen finanziell zu entlasten und eine Grundlage für moderne Konzepte von Arbeit darstellen. Es braucht heutzutage keinen Zugang zu Produktionsmitteln mehr, sondern zu Internet und Raum, um seiner Arbeit nachgehen zu können.

Ein Perspektivwechsel ist gefragt

Letzte Woche unterhielt ich mich mit einem australischen Barista, der in Berlin lebt und zurzeit im BLOK O in Frankfurt (Oder) arbeitet. Ich fragte ihn, wie ihm die Pendelei bekommt. Er sagte, dass er es genießt. Er ist es aus Australien gewohnt, längere Distanzen pendeln und er nutzt nun die Zeit, um Deutsch zu lernen oder auch einmal zu entspannen.

Ich weiß, dass dieser Blick auf Entfernungen und Distanzen in Deutschland noch kaum verbreitet ist. Doch schon heute gibt es Menschen, die teilweise über eine Stunde zur Arbeit pendeln (und das eigentlich nicht immer müssten). Wir sollten mehr darüber nachdenken, wo wir leben und wie wir arbeiten wollen. Zum Beispiel in einer Neuen Provinz.

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Netzpiloten @Blockchain Future Festival

Eines der wichtigsten und gleichzeitig kompliziertesten Themen dieser Zeit ist Blockchain. Wer jenseits von Krypto-Währung die vielfältigen weiteren Anwendungsbereiche verstehen will, muss sich umfassend weiterbilden. Unser Tipp: Das Blockchain Future Festival am 21. Februar 2019 in Stuttgart! Wir Netzpiloten sind mit dabei, wenn es einen ganzen Tag lang darum geht, wie das bahnbrechende System potenziell alle Unternehmensbereiche beinflussen wird.

Welche Speaker werden da sein?

Vertreter verschiedener Industriezweige und Unternehmensbereiche berichten von Ihren Erfahrungen mit dem Einsatz der neuartigen Technologie. Bereits bestätigte Referenten sind zum Beispiel der Informatik-Professor und Blockchain-Spezialist Rudolf Bayer. Spannend wird’s sicherlich auch mit Jochen Kaßberger, dem Mitbegründer von blockLAB Stuttgart. Wir freuen uns auch auf Simon Schwerin, dem Direktor im Bereich Business Development bei der Xain AG.

Um welche Themen geht es?

  • Blockchain und Industrie 4.0
  • Zukunft der Energie, Mobilität und Finanzen
  • Social Impact
  • Sport/Entertainment

Und sonst noch?

Im Moment sind noch die Early Bird Tickets zu haben als Student Pass, Business Pass oder VIP Pass. Auf ein angenehm Köpfe-rauchendes Festival in Stuttgart! 

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Let’s Yalla: Die Flugticket-App für Mega-Kurzentschlossene ausprobiert

Ehrlich gesagt war ich skeptisch, was Let’s Yalla angeht. Mit der App des Münchner Start-Ups könnt ihr günstige Flüge für den nächsten Tag buchen – also wirklich auf die letzte Minute. Viele Medien berichten über die Reise-App und ihre beiden Gründer Katharina Seehuber und Ori Hagai, von der Süddeutschen Zeitung über Lonley Planet bis hin zu Basic Thinking. Aber der Travel-Markt ist bereits randvoll mit Anbietern, und spontane Flugbuchung per App lässt sich bei den relativ komplexen Buchungsprozessen schwer vorstellen. Doch Let’s Yalla, was soviel bedeutet wie „Lass uns losgehen“, verspricht genau das. Einfach mit ein paar Klicks das Ticket für den nächsten Tag buchen und das auch noch günstiger als bei allen anderen.

Let’s Yalla, oder die erste App für ultra last Minute

Und ich war zwar skeptisch, aber ein kurzer Preisvergleich zeigte schnell: bei Flügen für den nächsten Tag können weder Google Flights noch Skyscanner oder Hopper mit ihren Ergebnissen mithalten. Zumindest wenn es um die sechs Abflughäfen und rund 100 Flugziele geht, die Let’s Yalla bisher zur Auswahl stellt. Dazu muss man wissen, dass das Startup jeden Abend um 20 Uhr die Angebote für den nächsten Tag einstellt. Diese Restplätze könnt ihr dann bis zu drei Stunden vor Abflug buchen – gerade noch Zeit genug, um ein paar Sachen zu packen und sich dann auf den Weg zum Flughafen zu machen. Aber der Reihe nach.

Nach dem Laden aus dem App-Store und Öffnen der iPhone-App erscheint ein schöner blauer Startbildschirm mit dem Let’s Yalla-Logo, dem ein kleiner Infotext über die tägliche Aktualisierung des Angebotes folgt. Mit klick auf ‚OK’ gelangt man dann zur Liste der Abflughäfen. Ich habe von Hamburg und Berlin aus gesucht und natürlich Frankfurt und seine interkontinentalen Ziele vermisst. Gegen 22 Uhr bekam ich unter anderem Angebote nach Mailand, Amsterdam, Wien und einige innerdeutsche Flüge zu moderaten Preisen angezeigt.

Gesucht, gebucht, geflogen in unter drei Stunden

Eine Flugsuche gibt es nicht, alle Flüge sind direkt und die Reisedaten stehen fest. Zusatzgepäck oder Versicherung lassen sich dazu buchen. Ansonsten gilt der anzeigte Preis für Hin- und Rückflug sowie ein Handgepäckstück. Das Angebot nach Mailand habe ich kurz bei GoogleFlights verglichen. Let’s Yalla bot mit Abstand das günstigste Ticket für diese Strecke am nächsten Tag an und lag rund 70 Prozent unter dem Angebot der ausführenden Airline.

Den Buchungsprozess habe ich ebenfalls angetestet. Für den Abschluss war ich dann aber nicht spontan genug, obwohl es mit Angabe von Name, E-Mail, Telefonnummer, Adresse und Geburtsdatum bereits getan ist. Man könnte mit etwas Autocomplete die Dateneingabe noch ein bißchen erleichtern, aber das Formular ist auch ohne Hilfe am Smartphone zu bewältigen. Versicherungen oder Zusatzgepäck lassen sich im nächsten Schritt per Schieberegler einzeln dazu buchen. Nachdem Bestätigen der AGB geht es zum Bezahlen per Kreditkarte oder Bankeinzug.

Fazit: Zack weg mit Comeback

Wenn mir das nächste Mal die Decke auf den Kopf fällt, werde ich jedenfalls einen Blick bei Let’s Yalla riskieren. Vielleicht genügt auch schon die Gewissheit, dass es eine App gibt, mit deren Hilfe man wirklich spontan wegfliegen könnte. Zumindest wenn man an einem der sechs Abflugorte wohnt. Das Angebot soll wachsen; besser langsam und dafür stabil. Das Startup hat seit dem Launch der App im Juni 2016 schon zwei SAP-NextGen Programme gewonnen und durchlaufen. Man wünscht den Gründern, dass sich das Spontanfliegen in Deutschland mit Let’s Yalla etabliert!

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Images by Let’s Yalla und Lena Simonis

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Neue Provinz: Forschungsprojekt CoWorkLand

Tobias Kremkau

Warum Neue Provinz? Die erste Ausgabe der neuen Kolumne erklärt die Titelwahl.


Ich glaube fest daran, dass Coworking Spaces auch auf dem Land funktionieren können. Genau genommen weiß ich es sogar, denn ich habe solche Coworking Spaces schon besucht und inzwischen von noch mehr gehört und gelesen. Vor fast drei Jahren besuchte ich auf einer Reise durch Frankreich die ersten Coworking Spaces im ländlichen Raum. Schon damals berichtete ich über diese Beobachtung auf Netzpiloten, genau wie in der ersten Ausgabe dieser Kolumne über die Entwicklung des ländlichen Raumes hin zu einer Neuen Provinz.

Inzwischen sind auch in Deutschland Coworking Spaces im ländlichen Raum entstanden. Das wohl berühmteste ist vermutlich das „Coconat“ bei Bad Belzig. Doch inzwischen gibt es allein in Brandenburg mit dem „Alte Schule“ in Letschin, dem „Havelprater“ in Briest und „Dein Arbeitszimmer“ in Finsterwalde weitere besuchenswerte Beispiele. Diese Entwicklung ist bundesweit zu beobachten: vom „Alter Heuboden“ in Felde im hohen Norden bis hin zum „Denkerhaus“ am Ammersee in Bayern gibt es schon Coworking Spaces auf dem Land.

Das Geschäftsmodell eines Coworking Spaces halte ich aber, mit der Erfahrung aus dem St. Oberholz, nur für sehr schwer auf dem Land umzusetzen. Die oben genannten Beispiele sind entweder mit einem städtischen Coworking Space und damit einer Community verbunden, an ein anderes Geschäftsmodell angeschlossen, wie zum Beispiel einer Agentur, oder solidarisch als Genossenschaft organisiert, oder durch staatliche Fördergelder unterstützt. Coworking klappt auf dem Land, aber kann das auch ein Coworking Space?

HBS-Forschungsprojekt in Schleswig-Holstein: CoWorkLand

Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

Die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein hat dazu mit „CoWorkLand“ ein sehr spannendes Forschungsprojekt initiiert, das letzte Woche in Gettorf, einer Gemeinde mit rund 6.700 Menschen zwischen Kiel und Eckernförde, startete. Vom 18. Mai bis zum 10. Juni wird die Böll-Stiftung den mobilen CoWorkLand-Space hier aufstellen. Dieser aus detailliert umgebauten Container bestehende Space bietet im Inneren Platz für 6-8 Arbeitsplätze und noch einmal 4 Arbeitsplätze auf der Terrasse. Danach zieht der CoWorkLand-Space weiter.

Bis zum 2. November wird der CoWorkLand-Space an 8 weiteren Standorten zum Einsatz gekommen sein und das Coworking-Konzept an wechselnden Umgebungen getestet haben. Dadurch werden Menschen, nach dem Pendlerhafen Gettorf, auch am Becken des Kreishafen Rendsburg, am Strand Grönwohld, am Strand Brasilien und dem Kieler Waterkant-Festival arbeiten, sowie auch landeinwärts an abgelegeneren Orten wie Schloss Bredeneek, dem Resthof Papenwohld, dem Gut Panker und dem Resthof Großharrie.

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Der Prototyp des CoWorkLand auf dem Waterkant 2017

Dadurch wird Coworking mit verschiedenen Thematiken wie Mobilität, Tourismus und Dritten Orten in einen Zusammenhang gebracht, der weit über die Klischees von im Berliner St. Oberholz am Rosenthaler Platz Kaffee trinkenden Startups hinausgeht. Es zeigt, dass ortsunabhängiges und selbstbestimmtes Arbeiten in Gemeinschaft ein stillbares Bedürfnis ist, das Menschen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land teilen. Wie dies wirtschaftlich möglich ist und ob, wird uns das CoWorkLand-Projekt in den nächsten Monaten zeigen.

Wie kann Coworking auf dem Land klappen?

Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein

Das Forschungsprojekt „CoWorkLand“ der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein kommt zu einer Zeit, in der das Thema Coworking, vor dem Kontext der Entwicklung des ländlichen Raumes, immer öfters diskutiert wird. Beinahe jeden Monat gibt es eine Konferenz oder Tagung dazu in Deutschland. Neben den bereits existierenden Coworking Spaces ist das Projekt hierzulande der erste von der Forschung begleitete Versuch, zu ergründen, wie Coworking Spaces auf dem Land funktionieren könnten. Und vor allem für wen.

Am 15. Juni wird es im Rahmen eines lokalen Startup-Festivals ein Rural Coworking Barcamp am Ammersee geben, zu dem u.a. praxiserfahrene Expert*innen wie Matthias Zeitler vom bulgarischen „Coworking Bansko“, Annika Sass vom „schreibtisch in prüm“ in der Eifel und Doris Schuppe vom „Rayaworx“ auf Mallorca zu Gast sein werden. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit, sich dieses bisher kaum erforschte Thema im persönlichen Gespräch mit den Coworking-Pionieren in ländlichen Räumen einmal zu nähern.

Momentan ist viel in Bewegung. Die Politik fragt sich, wie können Orte im Rahmen der nationalen Entwicklungspolitik gefördert werden, Kommunen suchen neue Lösungen für leerstehende Gebäude und gegen die Landflucht der Jugend, während Unternehmen sich durch den Wandel der Arbeitswelt mit neuen Organisationsformen und Incentives für begehrte Talente auseinandersetzen. Zeitgleich passiert schon viel auf dem Land. Manchmal muss man sich nur aus der Stadt auf den Weg machen, beispielsweise in die Altmark.

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Neue Provinz: Der Verlust des Dorfes

Tobias Kremkau

Warum Neue Provinz? Die erste Ausgabe der neuen Kolumne erklärt die Titelwahl.


Im Herbst 2008 nahm ich an einer Versammlung im Bürgerhaus des schönen Heidedorfs Lindhorst teil. Mein dort lebender Schwiegervater nahm mich mit, denn mich interessierte dieser demokratische Prozess sehr. Die Menschen aus Lindhorst diskutierten, ob sie im Vorfeld der für 2010 geplanten Gemeindegebietsreform von Sachsen-Anhalt, die 1950 verloren gegangene Unabhängigkeit Lindhorsts in der geplanten Verbandsgemeinde Elbe-Heide fordern sollte, so dass Lindhorst die achte Mitgliedsgemeinde geworden wäre. Oder ob Lindhorst weiterhin ein Ortsteil der Gemeinde Colbitz bleiben würde, welches Mitglied in der Verbandsgemeinde ist, und Lindhorst somit weiterhin ein Teil des Nachbarortes Colbitz bleiben würde.

Es wurde lebhaft diskutiert, am Ende war man sich aber einig, dass Lindhorst es verdient hätte, ein eigenständiger Nachbar von Colbitz zu sein. In der Anfang Januar durchgeführten Bürgerbefragung in der Gemeinde Colbitz, stimmten 666 Menschen für die Ausgliederung der Ortschaft Lindhorst aus der Gemeinde Colbitz. Der Colbitzer Gemeinderat ignorierte den Wunsch, weshalb es zu einem Bürgerbegehren kam. Dieses scheiterte aber an den übermäßig vielen Nein-Stimmen im Ortsteil Colbitz. Das Dorf Lindhorst hörte damit auch organisatorisch auf zu existieren und wurde zu Colbitz.

Das Verschwinden von Dörfern ist ein politisches Ziel

Lindhorst hatte schon 60 Jahre zuvor seine rechtliche Selbständigkeit verloren, nun war es als eine Einheit komplett verschwunden. In den alten Bundesländern ging es vielen Dörfern ähnlich. Zwischen 1960 und 1990 sind rund 16.000 Dörfer in der Bundesrepublik eingemeindet wurden. In den neuen Bundesländern setzte sich dies als gesamtdeutsche Strategie zur Schaffung leistungsfähiger Strukturen in Gemeinden fort. Zwischen 1992 und 2013 verringerte sich die Anzahl der ostdeutschen Gemeinden um 60 Prozent, in Sachsen-Anhalt sogar um 84 Prozent. Die Stadt-Land-Frage wurde hier dadurch sehr skurril aufgelöst, denn eine Trennung zwischen Stadt und Land ist in den 2010 geschaffenen Gemeinden so nicht mehr möglich.

Ort für die Menschen: Das Bürgerhaus in Lindhorst, März 2018
Ort für die Menschen: Das Bürgerhaus in Lindhorst, März 2018

Die Zentralisierung von Verwaltung wird gestärkt, was vor allem Kosten einsparen soll. Ansonsten bleiben den Menschen nur Nachteile durch diese Entwicklung. Annett Steinführer führt in ihrem Beitrag zum Verschwinden von Dörfern aus, dass „die Funktionsverluste und Handlungsspielräume der eingemeindeten Dörfer, [den] Einwohnerinnen und Einwohnern nun für einfachste Formen gesellschaftlicher Teilhabe (wie Nahversorgung oder Behördengänge) eine erhöhte Alltagsmobilität und damit finanzielle und soziale Ressourcen abverlangt“. Die geographische Dorfforschung geht beim Verschwinden von Dörfern bis heute von einer Verschlechterung der lokalen Demokratie und politischer Teilhabemöglichkeiten aus.

Zum Schmunzeln ist, dass durch diese Entwicklung sechs der 20 flächengrößten Gemeinden Deutschlands in Sachsen-Anhalt liegen. Magdeburg und Halle (Saale) zählen aber nicht dazu. Die altmärkische Hansestadt Gardelegen zählt mit ihren 48 Ortsteilen, die sich auf über 632 km² erstrecken, als drittgrößte Stadt Deutschlands – noch vor Köln und München. Und das mit gerade einmal 23.000 Einwohnern. Was es aber bedeutet, in so einer Verbandsgemeinde zu leben, wie weit die Wege zu einer kaum digitalisierten Verwaltung ist, merkt man dann auf den verschwundenen Dörfern der Hansestadt Gardelegen. Es gibt vermutlich viele Enden der Welt. Hier draußen in der Altmark lernt man bei einem Besuch aber gleich mehrere kennen.

Die Menschen sind noch da

Dörfer sterben also sehr selten und historisch gesehen ist das auch nicht ungewöhnlich. Das interdisziplinär ausgerichtete Fachgebiet der Wüstungsforschung beschäftigt sich damit. Jedoch verschwinden Dörfer immer öfters aus politischem Kalkül und das mit weitreichenden Folgen für die Menschen vor Ort. Die sind noch da. Nun sind sie aber weiter entfernt von den politischen Prozessen oder der Kaufhalle, der nächsten Postfiliale und ihrer Bank. Geht auch alles online, mag ein in der Theorie berechtigter Einwand sein. Die Politik hat es aber in den vergangenen Jahrzehnten verschlafen, die Infrastruktur für digitale Teilhabe zu legen und die Verwaltung digital umzubauen, so dass sie den Menschen digital zugänglich ist.

Ehemaliges Postgebäude im Bördedorf Cröchern – heute nur noch ein Briefkasten, Februar 2018
Ehemaliges Postgebäude im Bördedorf Cröchern im Februar 2018 – inzwischen ist es abgerissen.

Eine Neue Provinz zeichnet sich dadurch aus, dass die gesellschaftliche Teilhabe wieder besser möglich ist. Zum einen durch digitale Dienstleistungen, die auf dem Glasfaser-Netz vor Ort aufgebaut werden, zum anderen auch durch intelligentere und vor allem barrierefrei zugängliche Mobilitätslösungen im ländlichen Raum. Raum ist da, Geld oft zweitrangig, aber schnelles Internet und Zugang, auch im Sinne von Mobilität, die Schwachstellen des ländlichen Raums. Dies ist auch eine Folge der Zentralisierung von Verwaltung und dem damit langsamen Verschwinden der Dörfer und ihren gewachsenen Strukturen. Wenn die Politik dem ländlichen Raum helfen möchte, eine Neue Provinz zu schaffen, dann sollte sie hier ansetzen.


Images by Tobias Kremkau

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Sind selbstfahrende Autos die Zukunft der Mobilität für Behinderte?

Rollstuhl (adapted) (Image by Pixabay) [CC0 Public Domain]

Selbstfahrende Autos könnten die Mobilität behinderter Menschen innerhalb und außerhalb ihrer Umgebung revolutionieren. Menschen, die nicht gut sehen können oder körperlich sowie geistig herausgefordert sind, so dass sie nicht sicher fahren können, sind oft auf andere Menschen sowie örtliche Behörden oder gemeinnützige Organisationen angewiesen. Sie helfen ihnen dabei sich fortzubewegen.

Die autonome Fahrzeugtechnologie allein reicht nicht aus, um diesen Menschen zu helfen unabhängiger zu werden. Jedoch können gleichzeitige Fortschritte beim maschinellen Lernen sowie der künstlichen Intelligenz dafür sorgen, dass die Fahrzeuge lernen Anweisungen zu verstehen. Zudem lernen sie auf die Umgebung zu achten und mit Menschen zu kommunizieren. Gemeinsam können diese Technologien eine unabhängige Mobilität mit praktischer Hilfe bieten. Diese können sich vor allem den Fähigkeiten und Bedürfnissen jedes einzelnen Nutzers anpassen.

Ein Großteil der benötigten Technik existiert bereits, zumindest in vorläufiger Form. Google hat einen Blinden gebeten, ihre autonomen Fahrzeuge zu testen. Microsoft hat zudem vor Kurzem die App „Seeing AI“ herausgebracht, die sehbehinderten Menschen dabei hilft, die Welt um sie herum besser wahrzunehmen und zu verstehen. „Seeing AI“ verwendet maschinelles Lernen, natürliche Sprachverarbeitung und eine maschinengesteuerte Visualisierung, um die Welt zu verstehen und sie für den Nutzer in Worte zu verfassen.

Im Labor, das ich zusammen mit dem Texas A & M Transportation Institute betreibe, entwickeln wir Protokolle und Algorithmen für Menschen mit und ohne Behinderungen und autonome Fahrzeuge, um miteinander in Worten, Geräuschen und mittels elektronischer Displays zu kommunizieren. Unser selbstfahrender Shuttlebus hat bereits 124 Teilnehmer transportiert und dabei insgesamt 60 Meilen zurückgelegt. Wir stellen fest, dass diese Art von Dienst hilfreicher ist als derzeitige Transportmöglichkeiten für behinderte Menschen.

Paratransit heute

Gemäß der Bestimmungen des American with Disabilities Act von 1990 müssen alle öffentlichen Verkehrsbetriebe Transportdienstleistungen für Personen mit körperlichen Behinderungen und visuellen oder geistigen Einschränkungen, die sie am Fahren hindern, anbieten. In den meisten Gemeinden wird diese Art des Transports „Paratransit“ genannt und entspricht dabei einem Taxi mit zusätzlicher Ausstattung, das von dem öffentlichen Nahverkehr betrieben wird. Die Kunden reservieren dabei im Voraus Fahrten zu Lebensmittelgeschäften oder zum Arzt. Die Fahrzeuge sind in der Regel rollstuhlgängig. Sie werden von ausgebildetem Personal gefahren, die dem Fahrgast beim Einstieg und bei der Platzsuche helfen. Zudem achten sie darauf, an der richtigen Haltestelle anzuhalten.

Genau wie Taxis können auch Paratransits kostspielig sein. Ein Bericht des US-Bundesrechnungshof aus dem Jahr 2012 bietet die einzige zuverlässige landesweite Schätzung. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass pro Fahrt dabei das drei- bis vierfache im Vergleich zu Massenverkehrsmitteln bezahlt wird. Und die Kosten steigen, ebenso wie die Anzahl der Personen, die auf die Paratransits angewiesen sind. Gleichzeitig stagnierten Bundes-, Landes- und Kommunalfinanzierungen für Transitbehörden.

In einem Versuch, einen Teil der Nachfrage zu decken, haben viele Gemeinden die Gebiete, in denen der Paratransit verfügbar ist, reduziert und Menschen mit Behinderungen aufgefordert, den Nahverkehr zu nutzen, wenn dies möglich ist. Andere Orte haben mit Abruf-Mitfahrgelegenheiten wie Uber und Lyft experimentiert. In vielen Fällen sind die Fahrer jedoch nicht dafür ausgebildet, behinderten Menschen zu helfen. Außerdem sind die Fahrzeuge normalerweise nicht rollstuhlgängig oder für bestimmte Fahrgäste geeignet.

Eine mögliche Lösung

Selbstfahrende Shuttles, wie wir sie auf dem Texas A & M-Campus testen, können eine Lösung für die Probleme den Zugang und die Finanzierung betreffend, sein. Wir stellen uns ein voll integriertes System vor, in dem sich Benutzer mit dem Versand-System verbinden. Sie erstellen Profile. Diese können die Informationen über ihre Behinderungen und Kommunikationspräferenzen sowie spezielle Reiseziele (wie eine Hausanschrift oder eine Arztpraxis) enthalten.

Immer, wenn die Person einen Shuttle anfordert, würde das System ein Fahrzeug schicken, das eine bestimmte Ausrüstung hat, die der Fahrer benötigt, wie eine Rollstuhlrampe oder ein zusätzlicher Bereich, um beispielsweise die Mitreise eines Servicehunds zu ermöglichen. Wenn der Shuttle ankommt, um die Person abzuholen, könnte er den Bereich mittels Laser, Kameras und Radar scannen, um eine 3-D-Karte des Bereichs zu erstellen und diese Daten mit Verkehr und geografischen Informationen aus verschiedenen Online-Quellen wie Google Maps und Waze zusammenzuführen.

Basierend auf all diesen Daten würde der Shuttle einen geeigneten Einstiegsplatz bestimmen und Haltebuchten, an denen die Rollstühle und Fußgänger einfach passieren können. Außerdem würde es potenzielle Hindernisse wie Mülleimer erkennen. Das Fahrzeug könnte sogar eine Nachricht an das eigene Smartphone senden, um anzuzeigen, wo man für den Einstieg warten soll. Zudem kann auch eine Gesichtserkennungs-Software eingesetzt werden, um der richtigen Person den Zutritt zu gewähren.

Während des Einstiegs, während der Fahrt und wenn der Fahrer das Ziel erreicht hat, könnte das Fahrzeug alle relevanten Informationen – wie etwa die geschätzte Ankunftszeit oder Details über Umwege zur Verfügung stellen. Dies würde bei Bedarf per Interaktion mit dem Fahrtgast geschehen. Entweder würde das System auf Fragen antworten oder die Informationen per Text auf dem Display anzeigen sowie auf Eingaben reagieren. Dadurch könnte der Fahrgast mit dem Shuttle unabhängig seiner Fähigkeiten und Einschränkungen kommunizieren.

Die richtigen Algorithmen zum menschlichen Verhalten

In unserem Labor untersuchen wir verschiedene Elemente von Fahrerassistenzsystemen, einschließlich automatisierter Rollstuhlrampen und verbesserter Sitzmöglichkeiten für mehrere Fahrgäste mit Rollstuhl. Wir untersuchen auch Elemente, die die Sicherheit sowie das Vertrauen der Fahrgäste in die Fahrzeuge erhöhen können. Zum Beispiel entwickeln wir derzeit Algorithmen zum maschinellen Lernen, die sich wie gute menschliche Fahrer verhalten und die Reaktion von Menschen auf unvorhergesehene Umstände nachstellen.

Selbstfahrende Autos bieten grundlegend neue Möglichkeiten, um über Transport und Zugänglichkeit nachzudenken. Sie haben das Potenzial, das Leben von Nachbarschaften und den einzelnen Menschen zu verändern – einschließlich Menschen, die behindert sind und oft buchstäblich und im übertragenen Sinne zurückbleiben. Mit der richtigen Planung und Forschung können selbstfahrende Autos noch mehr Menschen in ihrem Leben wesentlich unabhängiger machen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Conversation unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Rollstuhl“ by Pixabay (CC0 Public Domain)


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  • DIGITALISIERUNG II zeit: Games für den Klassenkampf: 1986. Eine Zufahrtsstraße und eine öffentliche Telefonzelle sind die einzigen Verbindungen von Schwarzenberg im Erzgebirge zur Außenwelt. Während die meisten Einwohner traditionellen Handwerksberufen nachgehen, sitzt André Weißflog im Wohnzimmer seiner Eltern und programmiert. Seinen schmalen Computer hat er an den Fernseher angeschlossen. Auf dem Bildschirm bewegt sich ruckelnd eine gelbe Spielfigur, die Gespenster jagt – Weißflog hat soeben seine ganz eigene DDR-Version von Pac-Man fertiggestellt.

  • DATENSCHUTZ heise: Gefährdeter Datenschutz: Firefox löscht lokale Datenbanken nicht: Mozillas Browser Firefox räumt die durch Websites gespeicherten Daten nicht vollständig auf. Eine aktuelle Diskussion auf einem Admin-Forum förderte ein jahrelanges Versäumnis des Browser beim Datenschutz zutage. Selbst nachdem ein Anwender die Firefox-Chronik aufgeräumt hat, kann eine Website mühelos auf zuvor im Browser gespeicherte Daten zugreifen.

  • MOBILITÄT golem: Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten: Es hört sich alles ziemlich einfach an: Sensoren überwachen künftig permanent die Parkplätze in der Stadt und zeigen den Autofahrern auf einer App oder im Navi an, wo sie ihr Fahrzeug abstellen können. Viel überflüssiger Verkehr bei der Parkplatzsuche könnte damit vermieden werden. Doch in der Praxis ist die Detektion der freien Parkplätze nicht so einfach wie gedacht. Selbst große Konzerne wie Bosch und Siemens haben damit ihre Probleme, wie erste Pilotprojekte zeigen.

  • BUNDESTAGSWAHL gruenderszene: Welche Partei setzt sich für Gründer ein?: Bei der Bundestagswahl kämpfen sechs große Parteien um die Stimmen der Wähler. Aber wie stehen die zu den Themen Startups und Gründen? Eine Übersicht

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Können sich alte Industriekonzerne zu Plattformen wandeln?

Automobilindustrie(adapted)(Image by MikesPhotos[CC0 Domain] via Pixabay)

Das autonome Fahren sei nicht alleine beherrschbar, zitiert Spiegel Online den BMW-Chef Harald Krüger. Genauso sehe es bei neuen Mobilitätsdiensten aus, also bei der Frage, wie die Menschen sich künftig jenseits des eigenen Autos und des bekannten öffentlichen Nahverkehrs fortbewegen, etwa mit selbstfahrenden Shuttlebussen.

„Das Automobil als Wirtschaftsfaktor reicht nicht mehr. Die Branche muss sich neu erfinden. Denn künftig werden die Autokäufer von heute dank autonom fahrenden Fahrzeugen eher neue Mobilitätsdienste nutzen, um ihr Ziel zu erreichen – und diese verstärkt mit anderen Nutzern teilen“, schreibt Spiegel Online-Redakteurin Kristina Gnirke. Gerade bei der Entwicklung autonom fahrender Autos zeige sich jedoch, wie knifflig dieser Wandel für die Autohersteller wird. Bislang würde jeder Konzern lieber seinen eigenen Weg ausprobieren.

Abwehrschlachten nach alten Rezepten

Und nicht nur das. Die Lobbyisten, wie VDA-Präsident Matthias Wissmann ergehen sich in überflüssigen Abwehrschlachten zur Bewahrung alter Konzepte. Da werden dann mahnende Stimmen sogar als „Feinde des Verbrennungsmotors“ tituliert. Auf diesem Diesel-Niveau sollte man nicht weiter agieren und seine Zeit mit Software-Updates verschwenden, kritisiert D2030-Geschäftsführer Klaus Burmeister bei der Vorstellung des Memorandums ‚Der Zukunft eine Stimme geben‘ in Berlin.

‚Es geht nicht um den Diesel. Es geht darum, bis 2030 ein vernetztes Mobilitätssystem zu erfinden, welches intermodal mit allen Verkehrsträgern in der Lage ist, weltweit zu konkurrieren. Wie bekommen wir einen Wandel hin‘, fragt Burmeister.

Die Gestern-Orientierung von Auto-Lobby und Politik lässt sich auch am Bundesverkehrswegeplan ablesen.

Teer, Beton und keine Infrastruktur für autonome Mobilität

„Da werden bis 2030 fast 300 Milliarden Euro in Teer und Beton investiert. Nur 500 Millionen Euro gehen in die vernetzte Infrastruktur für autonome Mobilität. Da stimmt das Bild nicht“, so Burmeister.

Aber können die Industriekonzerne mit ihrer alten Ego-Logik überhaupt anders agieren? Das bezweifelt Professor Martin Kornberger im Netzpiloten-Interview. „Die Prinzipien des Marktes gelten unternehmensintern nicht.“ Da setze man auf Hierarchie, Fließband-Fertigung und Kommandowirtschaft. Es seien zwei Systeme, die parallel laufen. „Das Versprechen des Marktes soll durch das Gegenteil eingelöst werden. Dieser Widerspruch steckt tief in der marktwirtschaftlichen Theorie und kann nur schwer überwunden werden“, erläutert Kornberger.

Plattformen als Ausweg

Die Auseinandersetzung mit Plattformen sei ein Ausweg. „Es gibt dort Marktelemente, Freiheitsgrade und sogar starke soziale Bindungen. Es gibt Nutzer, die freiwillig mitmachen. Die Autoindustrie braucht ein Ökosystem, das insgesamt Mobilität erzeugt. Diese Herausforderung wird in Wirtschaftskreisen fast überhaupt nicht diskutiert. Das ist aber die komplementäre Seite zur Veränderung der Technologie“, betont der Organisationswissenschaftler. Man könne das nicht nur auf neue Antriebsverfahren reduzieren.

Die Verschiebung in diesem alten Machtgefüge wolle keiner angehen. Man verharrt in der überkommenden Logik. Uber sei vom Ansatz her richtig gewissen. In der Ausführung wirke das allerdings monopolisierend und sei genauso limitierend wie die etablierten Konzepte. Es wäre tausendmal spannender, wenn es dabei Pluralität geben würde. Können die alten Industriekonzerne die Transformation zu Plattformen überhaupt bewerkstelligen?

Kornberger ist skeptisch: „Die Beispiele aus der Wirtschaftsgeschichte belegen eher das Gegenteil. Die Kutscher haben nicht das Automobil erfunden. Genauso wenig waren die Eiswürfel-Lieferanten die Wegbereiter für Kühlschränke. Es steckt unendlich viel Beharrungsvermögen und Macht in den Strukturen. Da ist es einfacher, bis zur letzten Minute Schreibmaschinen herzustellen als zu versuchen, ins Computer-Business einzusteigen. Es passiert relativ selten, dass sich große Unternehmen neu erfinden.“ Das ist ein dystopisches Szenario für die Platzhirsche. Von Einzelakteuren erwartet Kornberger keine Änderungen.

Kollektives Handeln organisieren

Relevant seien einzig und allein organisatorische Stellschrauben. „Das ist etwas Kollektives und das stimmt mich optimistisch, weil man zum ersten Mal kollektives Handeln durch das Internet anders organisieren kann. Es ist viel einfacher geworden, sich zu vernetzen. Projekte wie Wikipedia sind dafür die besten Beispiele. Die Kreativität der Crowd kann schon sehr beeindruckend sein, wenn man sie richtig organisiert.“ Wie kann das traditionelle Management dort hinkommen? Unternehmen wie BMW operieren doch noch nach Methoden des 19. Jahrhunderts. Sie sollten sich diese Methoden anschauen und damit experimentieren. „Das ist nicht Rocket Science. Die Top-Manager sollten endlich ihre Kontrollverlust-Ängste ablegen“, empfiehlt Kornberger von der Lyion Business School. Ob die alte Führungsgarde die dafür nötige Imagination mitbringt, darf bezweifelt werden.

Anstellen und Einstellen – da liegt das Problem im Personalmanagement

Müssen Nachwuchskräfte mit einem anderen Denken rekrutiert werden? „Die ganze Idee mit Anstellen und dann Einstellen ist der Kern der Hierarchie. Der oder die Richtige soll für einen genau definierten Job gefunden werden. Im Netzwerk läuft das anders.“ Wann werde dort jemand mit seinem Wissen relevant? Das sei abhängig von der Resonanz, vom Kontext und nicht vom Organigramm. „Die individualisierte Personalauswahl in Unternehmen tut sich damit schwer. Auf Plattformen ist diese Frage ausgelagert. Die behandeln das sehr viel flüssiger und dynamischer“, resümiert Kornberger im Vorfeld der Kölner Fachmesse Zukunft Personal. Das Notiz-Amt wird dort am 19. und 20. September in Halle 3.1 Stand F27 zum #StudioZ verwandelt und in Interviews mit Experten des Personalmanagements weiter diskutieren.


Image(adapted)„Automobilindustrie“by MikesPhotos [CC0 Public Domain]


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Chronisch Kranke fordern gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice

Homeoffice (adapted) (Image by kaboompics) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Tim Cole und Ossi Urchs haben in ihrem Buch „Digitale Aufklärung“ die Dezentralität als „Wertschöpfungsnetzwerk“ beschrieben: Komplexe Aufgaben werden in einfache Module zerlegt und über das Netzwerk an Personen vergeben, die dafür die nötige Kompetenz und Zeit besitzen. So werden einzelne Mitarbeiter, Arbeitsgruppen und sogar ganze Organisationseinheiten projekt- und aufgabenbezogen zu Teams zusammengeführt und bilden damit eine Art virtuelle Organisation auf Zeit. Urchs und Cole sprechen sehr treffend von einer „Cloud-Belegschaft“. Technologisch ist das schon längst umsetzbar.

Magere Homeoffice-Bilanz in Deutschland

In der Realität sieht das leider anders aus. Der Anteil der Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten können, stagniert oder wird in manchen Unternehmen sogar wieder zurückgeschraubt. Deutschland liegt nach einer Studie des DIW beim Anteil der Personen mit Homeoffice unter dem EU-Durchschnitt und deutlich hinter anderen Ländern wie Frankreich oder den skandinavischen Ländern zurück. Nur zwölf Prozent aller abhängig Beschäftigten hierzulande arbeiten überwiegend oder gelegentlich von zu Hause aus, obwohl dies bei 40 Prozent der Arbeitsplätze theoretisch möglich wäre. In den meisten Fällen scheitert der Wunsch nach Heimarbeit an den Arbeitgebern. Würden sie umdenken, könnte der Anteil der Heimarbeiter auf über 30 Prozent steigen.

Viele Arbeitnehmer fürchten sich davor, dass die eigenen Leistungen über dezentrale Strukturen nicht mehr richtig wahrgenommen werden. Beschäftigte lieber im Büro arbeiten zu lassen, ist auf der Arbeitgeberseite häufig von der Tatsache beeinflusst, dass man Führung über Autorität und weniger über Vertrauen realisiert. Das sind die beiden wichtigsten Angstaspekte: Zum einen die Frage aus Arbeitgebersicht, ob Mitarbeiter ohne Kontrolle überhaupt Ergebnisse leisten und zum anderen, ob Kontrolle außerhalb der Unternehmensgrenzen überhaupt möglich ist.

Pomadiger Breitbandausbau trocknet ländliche Regionen aus

Und dann gibt da noch den pomadigen Breitbandausbau, der sich negativ auf die Verteilung der Arbeitskräfte auswirkt. Der demographische Wandel ist geprägt von Regionen, die durch ihre urbane Struktur überhaupt kein Problem bei qualifizierten Arbeitskräften haben. Aber es gibt immer mehr Regionen, die zurückbleiben. Des Weiteren zeigt sich die Entwicklung, die man landläufig nur für Ostdeutschland vermutet hat, nun auch dramatisch in Westdeutschland.

Es ist also ein generelles Problem, dass manche Regionen regelrecht ausbluten, da die Überalterung zusätzlich damit verbunden ist, dass die jungen und mobilen Leute diese Regionen verlassen. Kritisch wird es vor allem in Regionen, in denen keine angemessene digitale Anbindungs-Konstellation gegeben ist. Gerade für dezentrales Arbeiten benötigt man schnelles Internet. Aber da gibt es einen Teufelskreis. Jene Regionen, in denen Firmen abwandern oder Nachwuchskräfte das Dorf oder den ländlichen Raum verlassen, büßen Steuer- und Gebühreneinnahmen ein. Diese wiederum werden benötigt, um Infrastruktur zu finanzieren.

Starre Arbeitsmodelle schlecht für chronisch Kranke

Auch chronisch Kranke sind von den starren Arbeitsmodellen in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung betroffen. „Für Rheumaerkrankte führt das zu vielen Problemen, etwa wenn Arzttermine anstehen. Rund 81 Prozent der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice geben sollte“, teilt die Deutsche Rheuma-Liga in einer Pressemitteilung mit.

Das Notiz-Amt begrüßt diese Initiative und verweist auf eine Podiumsdiskussion im Digital Hub Bonn, wo es um das Thema Rheuma & Arbeit geht. Im Livestream auf Facebook könnt Ihr die Bonner Kandidaten für den Deutschen Bundestag in der Kommentarfunktion ja mal fragen, was sie von dieser Forderung halten und warum dezentrales Arbeiten nicht stärker gefördert wird. Am Dienstag, den 15. August, um 18 Uhr geht es los.


Image „Homeoffice“ by kaboompics (CC0 Public Domain)


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  • DARKNET faz: Ermittlern glückt Schlag gegen Darknet-Handel: Ermittlern in Europa und Amerika ist der bisher größte Schlag gegen illegale Geschäfte im sogenannten Darknet, dem versteckten Teil des Internets, gelungen. Mit der Plattform Alpha Bay sei die größte bisher bekannte Darknet-Vertriebsstruktur ausgehoben worden, sagte der amerikanische Justizminister Jeff Sessions am Donnerstag in Washington. Die Administratoren seien dingfest gemacht worden.

  • MOBILITÄT horizont: Warum Vodafone Tausende E-Bikes miteinander vernetzen will: Vodafone will E-Bikes gemeinsam mit der Einkaufsgemeinschaft ZEG vernetzen und damit auch Fahrrad-Dieben das Handwerk legen. Zunächst 4000 elektrische Fahrräder der Marke Zemo habe man mit dem Internet der Dinge verbunden, teilte Vodafone am Freitag mit. Händler könnten sie ab sofort vorbestellen, in die Läden sollen sie Anfang 2018 kommen.

  • TESLA HAZ: Tesla darf Untergrund-Magnetbahn bauen: Tesla-Chef Elon Musk hat laut eigenen Angaben eine mündliche Genehmigung der US-Regierung für ein geplantes Hochgeschwindigkeits-Transportsystem an der Ostküste erhalten. Die Untergrund-Magnetbahn, die Musk vorschwebt, solle die Strecke zwischen New York City und der US-Hauptstadt Washington in 29 Minuten schaffen, twitterte der Tech-Milliardär am Donnerstag. Bislang braucht die schnellste Eisenbahnverbindung knapp drei Stunden dafür. Allerdings bleiben zahlreiche Fragen ungeklärt.

  • DATENSCHUTZ heise: Klage gegen Media Markt wegen Smartphone-Sicherheitslücken: Verbraucherschützer bereiten eine Zivilklage gegen einen Media Markt in Köln vor, da dort verkaufte Smartphones schwerwiegende Sicherheitslücken aufwiesen. Christine Steffen, Zuständige der Verbraucherzentrale für den Fall sagte der Süddeutschen Zeitung, die ganze Angelegenheit dürfte für Kunden wie Hersteller von „grundsätzlicher Bedeutung“ sein, da sie einen Präzedenzfall darstellt.

  • KI zeit: Ein Strichmännchen rennt um sein Leben: Eine humanoide Figur, die wild mit den Armen fuchtelnd über virtuelles Geröll läuft, bis sie stolpert. Die Hindernisse erst umkurvt, dann aber doch frontal gegen eine Wand läuft und filmreif zu Boden geht. So sieht es aus, wenn eine künstliche Intelligenz (KI) sich selbst das Laufen beibringt. DeepMind, die 2014 von Google gekaufte KI-Forschungseinrichtung in London, hat das stellenweise ziemlich lustige Video produziert. Es gehört zu einem Paper, in dem die Forscher erklären, wie sie verschiedene KI-Agenten, also von DeepMinds Software gesteuerte Figuren, durch einen Hindernis-Parcours nach dem nächsten schicken, bis diese gelernt haben, sich auch in einem unbekannten virtuellen Terrain zu bewegen.

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Digital Economy Compass: Was die Zahlen für Deutschland bedeuten – Teil 3

Electric Car (adapted) (Image by MikesPhotos) [CC0] via Pixabay

Was sind die aktuellen digitalen Trends weltweit? Wie entwickelt sich der Wettbewerb auf digitalen Plattformen? Diese Fragen versucht der „Digital Economy Compass“ von Statista in regelmäßigen Abständen zu beantworten. Wir haben in unserer Artikelreihe einen Blick auf die Trends geworfen.


Auch wenn die Digitalisierung der Wirtschaft für viele noch ein Mysterium sein mag, spielt sich für viele Unternehmen mittlerweile genau hier das Kerngeschäft ab. Die Digital Economy von E-Commerce bis E-Travel boomt. Zahlen und Prognosen zu den verschiedenen Branchen liefert der aktuelle Digital Economy Compass 2017 von Statista. In dieser Serie schauen wir genauer darauf, was diese Zahlen für Deutschland bedeuten. Diesmal im Visier: Der Mobilitätsmarkt.

Die Zeit der Reisebüros ist vorbei

Transport, Connected Cars und E-Travel sind die drei großen Mobilitätsbereiche, die der Digital Economy Compass 2017 von Statista untersucht. All diese Märkte boomen aktuell. Insbesondere im Bereich E-Travel lässt sich dies feststellen. Denn obwohl jetzt schon der Großteil der Reiseplanung und -buchung online stattfindet, wird diese Branche laut Statista noch stärker wachsen. Bis 2021 sollen sich demnach die Einnahmen aus der Online-Reisebuchung beinahe verdoppeln.

e Travel Markt - Screenshot Statista Digital Economy Compass
E-Travel Markt (Quelle: Statista). Screenshot by Marinela Potor

Die Träger dieses Trends sind dabei ganz klar die USA und China. Auch in Deutschland wird ein Wachstum erwartet, wenn auch die erwarteten Einnahmen von 44,35 Milliarden US-Dollar deutlich geringer sind als in den USA oder China. Reisebüros werden damit dennoch auch hierzulande bereits in wenigen Jahren wahrscheinlich fast keine Rolle mehr spielen, vermutet Thomas Köhler, Experte für Digitalisierung und Technologietrends der Zukunft. „Reisebüros sind zukünftig im Wesentlichen nur für Spezialreisen und Events gefragt, oder zur Abwicklung der Reiseprozesse von Firmen und anderen großen Organisationen“, sagt er gegenüber den Neztpiloten.

Thomas Köhler
Thomas Köhler (Quelle: Thomas Köhler)

„Flixbus ist das deutsche Gegenstück zu Uber“

Dies bestätigt ein Blick auf die wichtigsten Player im E-Travel. Von der Transportplanung über die Rideshare-Plattform Bla Bla Car bis hin zur Unterkunftsbuchung über Airbnb – Nutzer planen mittlerweile fast jeden Schritt ihrer Reise online.

Neben US-Mobilitätsriesen wie Expedia oder Uber, wertet der Digital Economy Compass von Statista auch einige deutsche Unternehmen als große globale Player in diesem Bereich: Die Deutsche Bahn, Lufthansa und Flixbus.

Player E-Travel - Statista Digital Economy Compass
E-Travel Player (Quelle: Statista). Screenshot by Marinela Potor

 

Wirklich innovativ sei von diesen drei Transport-Anbietern aber nur Flixbus, findet Thomas Köhler: „Flixbus ist in der Tat ein Phänomen, für mich ist das das deutsche Gegenstück zu Uber und zudem ein Musterbeispiel für Entrepreneurship.“

Lufthansa dagegen habe seinen Service zwar konsequent durchdigitalisiert, hinke aber bei Ausnahmefällen und Störungen stark hinterher, sagt Köhler. Die Deutsche Bahn wiederum überzeugt Köhler überhaupt nicht: „Die Deutsche Bahn halte ich für extrem reaktiv und langsam. Man war zwar frühzeitig in Carsharing und alternativen Mobilitätsmodellen dran, hat aber bis heute nichts draus gemacht, während alles drumrum boomt.“

Autoland Deutschland fällt zurück

Neben E-Travel wirft der Digital Economy Compass 2017 auch einen Blick auf Connected Cars – ein weiteres wichtiges Zukunftsthema in der Mobilitätsbranche. Wie wichtig dieser Bereich ist, zeigt allein die Tatsache, dass von BMW über Daimler bis Jeep nahezu jedes Autounternehmen der Welt an verschiedenen Technologien des Connected Cars arbeitet.

Der Connected-Cars-Markt hat also nach den Prognosen von Statista ein sehr großes Wachstumspotential. In den USA wird in den kommenden fünf Jahren ein Einnahmen-Wachstum von 25,5 Prozent pro Jahr in diesem Segment erwartet, in China 55,8 Prozent und in Deutschland immerhin 34,1 Prozent.

Connected Cars Wachstum - Statista Digital Economy Compass
Connected Cars Wachstum (Quelle: Statista). Screenshot by Marinela Potor

Dabei seien aber die sehr optimistischen Zahlen zu steigenden Einnahmen von Statista mit Vorsicht zu genießen, gibt Köhler zu bedenken. Als Autor eines der ersten Bücher zum Thema „Connected Cars“ weiß Köhler, dass viele Unternehmen das Label gerne für eine Reihe von Features nutzen. Darunter kann sowohl der Bluetooth-Anschluss als auch der Autopilot fallen. Connected Cars sei also ein sehr weites Feld und es sei schwer abzuschätzen, auf welche Technologien sich die Statista-Zahlen genau bezögen. Doch eins ist dennoch sehr offensichtlich: Das Autoland Deutschland wird künftig immer weiter hinter den USA und China zurückfallen.

Die Modelle, auf die deutsche Autobauer wie BMW oder Daimler setzen, seien zu kurzfristig gedacht, kritisiert Köhler: „Sie schaffen es, teure Extras teils für mehrere tausend Euros zu verkaufen und manchmal sogar noch ein Abo-Modell daraufzusetzen. Dieses margenträchtige Geschäft hat man noch immer weitgehend im Griff, auch wenn es an den Rändern erodiert. Anders gesagt: Das Geschäft ist endlich.“

Fehlt hier möglicherweise die Zukunftsvision eines Elon Musk? Teils ja und teils nein, findet Köhler. Musk habe zwar einerseits die verschlafene Branche aufgeweckt und gezeigt, dass auch Neueinsteiger in einem so etablierten Markt wie dem Automarkt erfolgreich sein können. Dennoch lehne sich der US-Unternehmer manchmal etwas zu weit aus dem Fenster: „Alleine mit der Namensgebung „Autopilot“ hat er Hoffnungen geweckt, die in der Praxis nur unter eng begrenzten Bedingungen erfüllt werden können. Von einem echten voll autonomen Fahrzeug bei dem man auf Lenkrad und Pedale verzichten kann sind wir noch Jahrzehnte entfernt.“

Von Deutschland bis China, von E-Travel bis Connected Cars: Der globale Mobilitäts-Markt bietet noch viel Raum nach oben.


Image (adapted) „Electric Car“ by MikesPhotos (CC0 Public Domain)

Image by Thomas Köhler


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  • ÜBERWACHUNG sueddeutsche: Wer sich überwachen lässt, bekommt Amazon-Gutscheine: Einfach 25 mal durch den Bahnhof Berliner-Südkreuz schlendern und man bekommt einen 25 Euro Amazon-Gutschein? Hört sich erst mal sehr verlockend an, aber der Haken ist da vor allem der Datenschutz. Am Montag hat die Bundespolizei mit der Suche nach Testpersonen begonnen und jetzt gibt es bereits 275 Teilnehmer . Die Testpersonen verdienen das Geld mit ihren persönlichen Daten, sie sollen „regelmäßig, im besten Fall mehrmals täglich“ den Bahnhof durchqueren. Damit soll eine Software zur Gesichtserkennung „trainiert“ werden.

  • MOBILITÄT mobile-zeitgeist: PwC Studie: Hamburg Spitzenreiter bei Digitalisierung der Mobilität: Hamburg liegt an der Spitze im deutschen Vergleich, was digitale Mobilität angeht. Zu diesem Ergebnis ist jetzt die Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaft PwC in einer Studie gekommen. Dabei punktet die Hansestadt vor allem hinsichtlich der Digitalisierung der Infrastruktur, insgesamt müsse der öffentliche Personennahverkehr aber noch innovativer werden, heißt es. Ebenfalls weit vorne im Digitalisierungs-Ranking liegen Stuttgart, Berlin und München

  • HACKATHON theguardian: refugee hackathons and 3D printing: apps for the world’s displaced people: Wenn man zur Flucht gezwungen ist und nur einen Gegenstand mitnehmen kann, was wird das sein? Heute ganz klar das Smartphone, die Möglichkeit, Kontakt zu Familie und Freunden zu haben ist in solch einer Situation essentiell. Generell haben Smartphones den Akt des Flüchtens stark verändert. Beispielsweise die Organisation Techfugees – hier CEO Josephine Goube im Interview – macht es sich zum Ziel, Geflüchteten durch Technologie zu helfen und veranstaltete erst einen Hackathon in Jordanien und plant weitere.

  • ONLINE-BANKING welt: Sichere Alternativen zum sensiblen mTAN-Verfahren: Vielen Menschen bereitet Online-Banking immer noch ein unsicheres Gefühl – tatsächlich sind mTANs recht sensibel und können leicht gestohlen werden. Längst gibt es aber bessere Verfahren zum sicheren Geld überweisen. Auf mTANs sollte beispielsweise am Besten gleich ganz verzichtet werden, eine sichere Alternative stellen beispielsweise TAN-Generatoren dar. Als sehr sicher gilt das Onlinebanking per Signaturkarte und Tastatur-Kartenlesegerät über die Verfahren HBCI (Homebanking Computer Interface) oder dessen Nachfolger Secoder. Voraussetzung dafür ist neben dem Lesegerät aber auch eine Finanzsoftware.

  • UBER heise: Ubers Investoren machen Druck: Uber-Chef Kalanick muss Posten komplett aufgeben: Der US-amerikanische App-Fahrdienst Uber steht schon seit einiger Zeit für seine Praktiken in der Kritik. Schon das Top-Management des Unternehmens sah sich in letzter Zeit sehr aufgewühlt. Um einen kompletten Neuanfang zu ermöglichen, fordern wichtige Anteilseigner jetzt auch den Rückzug des Gründers Travis Kalanick. Vor allem fehlendes Trinkgeld für die Fahrer als offizielle Option in der App war immer ein Kritikpunkt. Mittlerweile hat Kalanick dem Druck auch beigegeben und ist zurückgetreten.

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  • GESELLSCHAFT zeit: Japans smarte Utopie: Während die Politik hierzulande über die Industrie 4.0 und ihre Folgen diskutiert, ist Japan schon einen Schritt weiter: Auf der Cebit in Hannover präsentierte das Partnerland seine Pläne für eine „Gesellschaft 5.0“. „Wir stehen am Anfang des fünften Zeitalters der Menschheitsgeschichte. Nach Industrie 4.0 kommt Society 5.0, in der sich alles untereinander vernetzt“, sagte Premierminister Shinzo Abe in seiner Rede. Das Konzept blieb da noch etwas konturlos. In einer Anzeige der Financial Times, in der die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt dafür warb, wurde die Vision etwas schärfer. Gesellschaft 5.0 bedeutet die fünfte Entwicklungsstufe der Menschheitsgeschichte, nach dem Jäger und Sammler, Agrar-, Industrie- und Informationszeitalter komme nun das Zeitalter der Vernetzung. „In dieser ultrasmarten Gesellschaft“, heißt es in der Zeitungsanzeige, „wird Japan weiter die Netzwerk- und Internet-der-Dinge-Kapazitäten von fortgeschrittenen Innovationen in der Herstellung bis in jeden Winkel der Gesellschaft ausbauen und dramatisch die Lebensqualität verbessern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.“ Sensoren, Roboter, Big Data und Cloud Computing würden in die Gesellschaft „integriert“, um Menschen zu helfen, „unüberwindbare“ Probleme zu lösen.

  • DATENSCHUTZ breitband: Internet-User in den USA als neue Geldquelle: In den USA gibt Trump die User-Daten zum Verkauf frei. So versteht er den Markt. Reichtum durch Daten. Tatsächlich ist es aber viel schlimmer als das klingt, denn es geht um die Daten, die die Internet Service Provider über ihre Nutzer sammeln können. Nicht einmal Google oder Facebook, allseits als Datenkraken verschrien, haben so viel Einsicht in das tägliche Internetverhalten der Menschen. Jeder Webseiten-Besuch, jede App, jegliche Nutzungszeiten, Downloadstatistiken werden über den Provider erfasst und können verkauft, vermarktet werden. Zusätzlich haben vor allem die Provider sehr genau Daten zu den Nutzern selbst!

  • MICROSOFT golem: Kritik an Microsoft-Monopol in der Verwaltung: Der ehemalige Abteilungsleiter für Informationstechnik und Cybersicherheit im Innenministerium, Martin Schallbruch, hat die IT-Beschaffung der Verwaltungen kritisiert, weil diese fast ausschließlich auf proprietäre Software von Microsoft setzen: „Viele staatliche Verwaltungen sind so abhängig von diesem einen Anbieter, dass sie nicht mehr die Wahl haben, welche Software sie nutzen wollen. Damit laufen die Staaten Europas Gefahr, die Kontrolle über ihre eigene IT-Infrastruktur zu verlieren“, sagte er dem Tagesspiegel.

  • GOOGLE horizont: Uber bestreitet Ideen-Klau bei Google: Uber hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, seine selbstfahrenden Testwagen seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterautos unterwegs. Die Google-Schwesterfirma Waymo will als ersten Schritt eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreichen, die das Roboterwagen-Programm des Fahrdienst-Vermittlers lähmen könnte. Sechs Wochen nach der explosiven Waymo-Klage legte Uber nun erstmals ausführliche Argumente zur Verteidigung vor.

  • E-MOBILITÄTheise: Passagierflüge mit Elektroflugzeugen sollen in zehn Jahren beginnen: Zwei Start-ups aus den USA sowie etablierte Hersteller arbeiten intensiv an Flugzeugen, die statt mit Kerosin mit Strom fliegen sollen. Zunum Aero, hinter dem Boeing und die Airline JetBlue stehen, will Anfang der 2020er Jahre mit elektrischen Flügen von US-Regionalflughäfen beginnen, Wright Electric aus dem Inkubator Y Combinator verfolgt ähnliche Pläne, und auch Siemens und Boeing selbst zeigen Interesse an dem Thema. Das berichtet Technology Review online in „Start-ups wollen elektrisch fliegen“.

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Check-up Ireland: Wie Irland von der Scheidung der Briten aus der EU profitieren kann

Eu (adapted) (Image by Elionas2 [CC0 Public Domain] via pixabay)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

In der Woche, in der die Briten nun endlich Artikel 50 des EU-Vertrags ziehen, und somit Brüssel die Scheidungspapiere zustellen, kommt diese Kolumne nicht umhin, erneut über Brexit zu reden (mit Sicherheit nicht zum letzten Mal) und ein paar Fragen zu stellen: Bedeutet Brexit auch Techxit? Wird Irland, wenn die Scheidung zwischen Briten und der EU vollzogen ist, am Ende nicht nur Opfer sondern auch Profiteur sein?

Offiziell ist es die Brexit-Politik der irischen Regierung, dass die Briten enge Freunde und Alliierte sind, was bedeutet, dass Irland als Brücke zwischen der EU auf der einen Seite und dem wichtigen Partner auf der anderen Seite dienen kann. Inoffiziell gibt es jedoch beträchtliche Spannungen. Einige Kommentatoren fürchten, dass der Brexit einen erheblichen negativen Effekt auf die irische Wirtschaft haben wird und später sogar einen „Irexit“ nach sich ziehen könnte. Die Gegenseite sieht das Gegenteil – die Krise als Chance. Jobs und Investitionen, die eng mit der EU zusammenhängen, brauchen eine neue Heimat innerhalb der EU.

Insbesondere der Tech-Sektor ist für Irland von strategischem Interesse. Das gleiche gilt für den Finanz-Bereich und somit sind irische Fintech-Unternehmen an der Kreuzung zwischen diesen beiden Bereichen ideal positioniert. Nicht von ungefähr haben die beiden staatlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaften Enterprise Ireland (zuständig für Exporte) und IDA (zuständig für das Anlocken von Unternehmen aus dem Ausland) einen zusätzlichen Personal-Etat von nahezu drei Millionen zugeteilt bekommen, um zwischen sich 60 neue Leute zu rekrutieren.

Nicht nur Nachteile

Fergus Kelly von Capstone, einem Spezialisten in Unified Communications im Finanzbereich, sieht den Brexit positiv. Capstone, die auch ein Büro in London haben, hören immer öfter von britischen Kunden, dass es Gedankenspiele gibt, die Belegschaft in Deutschland oder Frankreich zu erhöhen, eine Tochterfirma in Irland zu gründen oder sogar das ganze Unternehmen hierhin zu verlagern. Was die Art von Technologie anbetrifft, mit der Capstone arbeitet, spricht Kelly vom „Lift & Shift“-Phänomen – extremer Mobilität, die es Kunden ermögliche, schnell zu reagieren und umzuziehen. Zwar habe der Schock des Referendums nicht unmittelbar Bewegungen von Jobs und Investitionen nach sich gezogen, aber je näher die Scheidung rücke, desto nervöser würde man im Finanz-Distrikt London City. „Artikel 50 bedeutet für uns konkrete, neue IT-Projekte“, lautet die klare Ansage von Fergus Kelly.

Auch Tony Connolly von AccountsIQ, das Lösungen im Bereich Cloud Accounting anbietet, sieht im Brexit eher die Chance als die Krise. Der Markt werde nicht einfach verschwinden. Natürlich würden auch andere Standorte wie zum Beispiel Luxemburg versuchen, möglichst große Stücke vom Kuchen abzubekommen, aber Irland sei ideal positioniert. Die starken Verbindungen Irlands mit den Briten was Wirtschaft, Kultur und Sprache anbelangt, kombiniert mit dem starken Bekenntnis Irlands zur EU bedeute, dass man hier vom Brexit profitieren werde: „Tech ist hier ideal positioniert, um sowohl in EU-Märkte als auch in post-EU britische Märkte hinein zu verkaufen.“

Schon jetzt, da Artikel 50 gerade erst in Kraft tritt, fürchten viele irische Unternehmen in Nicht-Tech-Sektoren die neue, alte Grenze. Folgende Sätze von Tony Connolly stehen jedoch beispielhaft dafür, wie Unternehmen der Tech-Industrie das mit der Grenze sehen: „Vom Tech-Blickpunkt aus betrachtet spielt die Grenze keine Rolle. Dienstleistungen, die zurzeit von britischen Standorten aus erbracht werden, können ganz einfach auch von Dublin, Cork oder Limerick aus erbracht werden.“

Zwar weiß noch niemand (inklusive der Briten) ganz genau, ob die Scheidung, die gerade mit Artikel 50 beginnt, sauber verlaufen oder schmutzig enden wird und wie viele traurige Scheidungskinder danach zurückbleiben werden. Tech ist aber den Kinderschuhen schon lange entwachsen, geht mit der Trennung flexibel um und wird die Scheidung wohl erwachsen und gewachsen überleben.


Image (adapted) „Eu“ by Elionas2 (CC0 Public Domain)


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  • WHATSAPP golem: Whatsapp greift mit vergänglichem Status Snapchat an: Whatsapp bietet Nutzern ein neues Status-Update, mit dem sie Beschreibungen mit Bildern und Videos für ihre Kontakte hinterlassen können. Die App kehrt damit zurück zu ihren Wurzeln vor acht Jahren. In den ersten Wochen von Whatsapp konnten Nutzer nur ihren Status mit anderen austauschen, der Chat kam später hinzu. Nun ist die App knapp acht Jahre alt und bekommt eine neue Status-Update-Funktion. Damit können Anwender mit Fotos, Text und Videos dokumentieren, was sie gerade machen. Die Gestaltung erfolgt am Smartphone, die Fotos können mit Bildern, Emojis oder Zeichnungen ergänzt werden. Kontakte können diese Updates sehen. Eine vergleichbare Funktion gibt es bei Snapchat Stories und Instagram.

  • KI heise: Menschliche Übersetzer schlagen künstliche Intelligenz: In Seoul gewannen am Dienstag bei einem Wettbewerb des Übersetzerverbandes IAPTI vier menschliche Übersetzer gegen drei künstliche Intelligenzen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, war die Aufgabe in 50 Minuten zufällig ausgewählte englische und koreanische Literatur und Publikationen zu übersetzen. Zwei Experten beurteilten die Ergebnisse. Während die menschlichen Übersetzer eine durchschnittliche Punktzahl von 25 von 30 erreichten, kamen die künstlichen Intelligenzen von Google, dem Internetanbieter Naver und der Übersetzungsfirma Systran lediglich auf 10 bis 15 Punkte.

  • MOBILITÄT zeit: Mit Wifi und Bifi: Entschuldigung, aber hier stimmt doch was nicht. Sind die Waggons enger geworden? Oder man selbst schon wieder breiter? Eine Bahnfahrt, von München nach Hamburg, aber das wohlig vertraute ICE-Reisegefühl will einfach nicht aufkommen. Verkrampft rutscht man im Plastikschalensitz vor und zurück, auf der Suche nach der alten Bequemlichkeitsstellung. Wo ist sie nur hin? Es stellt sich heraus: Das hier ist der brandneue ICE 4, „das neue Rückgrat des Fernverkehrs der Deutschen Bahn“, da gibt es so etwas nicht mehr. Schon seit Dezember ist die Baureihe auf dieser Strecke im Einsatz, zum Ausprobieren. In den nächsten Jahren soll sie die meisten der älteren ICE-Züge ersetzen. Generationswechsel, friedliche Machtübergabe im Schienenverkehr. Man selbst darf zufälliger Gast einer Testfahrt sein. Als hätte man noch eine weitere Erinnerung nötig, dass sich zwar alles ändert, aber nichts zum Guten.

  • PAYWALL netzpolitik: Kanzleramt (ver)zweifelt an Paywall: Diese Meldung kommt in der Regel als Aufforderung, doch ein Abonnent zu werden, wenn man bereits einige freie Artikel in diesem Monat gelesen hat. In einem weiteren Beitrag auf Twitter verteidigt sich Altmaier damit, dass er gerne eine App für alle Medien hätte und impliziert damit, dass er dann gerne zahlen würde – und bis dahin eher nicht.

  • DISNEY wired: Disney hat eine drahtlose Energieübertragung entwickelt: Disneys Forschungs- und Entwicklungsabteilung Disney Research hat den Prototyp eines Systems entwickelt, das eine ganze Reihe von Geräten innerhalb eines geschlossenen Raums kabellos mit Energie versorgen kann. Das System namens Quasistatic Cavity Resonance for Ubiquitous Wireless Power Transfer lädt Smartphones und versorgt Haushaltsgeräte und Spielzeuge mit Strom — egal, wo im Raum sich diese befinden. Schon Nikola Tesla hatte von der kabellosen Übertragung von (Stark-)Strom geträumt. Das Paper der Disney-Forscher beschreibt deren Testraum, der einem Wohnzimmer mit einigen Möbeln nachempfunden wurde und beziffert die maximale Energieübertragung für alle angeschlossenen Gerätschaften mit 1900 Watt. Die Übertragungseffizienz liegt dabei je nach Position des Empfängers im Raum zwischen 40 und 95 Prozent.

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  • BUNDESTAGSWAHL zeit: Wie wir die Wahl vor russischem Einfluss schützen können: Spätestens seit der amerikanischen Präsidentschaftswahl wächst in Deutschland das Bewusstsein dafür, dass sich Russland aktiv in die diesjährige Bundestagswahl einschalten wird. Längst gibt es deutliche Hinweise, dass der Kreml systematisch versucht, auf innenpolitische Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Dabei ist es, wie BND-Präsident Bruno Kahl festgestellt hat, nicht zwingend das Ziel Moskaus, einem bestimmten Kandidaten oder einer Partei zum Sieg zu verhelfen, sondern „die Täter haben ein Interesse, den demokratischen Prozess als solchen zu delegitimieren. Egal, wem das nachher hilft.“

  • DIGITALISIERUNG heise: Bundesarbeitsgericht: Digitalisierung sorgt für mehr Überwachung im Berufsleben: Die Digitalisierung der Arbeitswelt und neue Möglichkeiten zur Mitarbeiterkontrolle beschäftigen zunehmend die höchsten deutschen Arbeitsrichter in Erfurt. In diesem Jahr sei dazu mit mehreren Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zu rechnen, sagte Gerichtspräsidentin Ingrid Schmidt am Mittwoch in Erfurt. „Mit der Digitalisierung nehmen die Überwachungsmöglichkeiten zu.“ Es gehe um den Abruf dienstlicher E-Mails in der Freizeit, aber auch um Software, mit der sich die Eingaben eines Arbeitnehmers an seiner Computertastatur protokollieren ließen.

  • INTERNET golem: Wer in Deutschland die meisten Glasfaseranschlüsse verlegt: Die meisten Kunden für FTTH (Fiber To The Home) und Fiber To The Building (FTTB) in Deutschland hat Netcologne mit 230.000 zahlenden Haushalten. 470.000 Haushalte werden von dem lokalen Netzbetreiber versorgt. Die Angaben hat die Branchenorganisation FTTH Council Europe am 15. Februar 2017 veröffentlicht (PDF). Die Studie mit Stand vom September 2016 wurde von Idate erhoben. Das Unternehmen Netcologne ist ein regionaler Telekommunikations- und TV-Kabelnetzbetreiber mit eigenem Netz in Köln und den umliegenden Kreisen und Gemeinden. Der zweitgrößte Glasfaseranbieter in Deutschland ist nach den Angaben immerhin die Deutsche Telekom mit 120.000 zahlenden Kunden und 515.000 versorgten Haushalten (Homes Passed). Gemessen an der Gesamtkundenzahl ist die Zahl der Homes Passed dennoch sehr gering. Die Telekom weist offiziell keine Angaben zu FTTH/B aus.

  • MOBILITÄT t3n: Unterwegs im Elektroauto: Der Kunde ist der Feind: Mit dem Elektroauto verreisen? Das kann schnell zur Herausforderung werden, weiß der Gastautor Dirk Roeder. Der zweite Teil des Ratgebers enthält Tricks zu Routenplanung und Ladeinfrastrukturen. Im ersten Teil habe ich die aktuelle Situation rund um Ladeinfrastruktur und Routenplanung in der Theorie beschrieben. Mit diesem Erfahrungsbericht folgt nun der Praxisteil. Als Fahrzeug kommt die neue Generation vom BMW i3 (NEFZ: 300 km Reichweite) und Renault Zoe (400 km) genauso in Frage, wie der in Kürze bestellbare Opel Ampera-e (500 km). Leider konnten die oben genannten Hersteller zeitnah keine Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Die Pressestelle von Tesla beschied die Anfrage positiv und bot das Modell S P90D zur Abholung in München an.

  • MOBILITÄT II gruenderszene: Dubai prescht bei Mobilitäts-Innovationen voran: Bürogebäude aus dem 3D-Drucker, Notärzte in Lotus-Sportwagen und Polizisten, die in ihren Lamborghinis Google Glass nutzen. Außerdem Wachroboter in Shopping Malls, fliegende Feuerwehrleute mit Jetpacks und die längste Indoor-Skipiste der Welt: Das sind nur einige Beispiele für die zahlreichen mal mehr, mal weniger sinnvollen Innovationen, mit denen Dubai in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam machte. Die Message ist: Die Zukunft des Wüstenstaats soll nicht mehr vom Öl beherrscht sein, sondern von Hightech-Lösungen, die ein bequemeres und besseres Leben verheißen. Für die Umsetzung investiert das arabische Emirat exorbitante Summen in Tech-Konzepte. Diese finanziert das Land unter anderem aus dem mehrere hundert Millionen Euro schweren Future Endowment Fund, den Premierminister Muhammad bin Raschid Al Maktum 2016 gestartet hat.

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Wie das Internet noch mehr Barrierefreiheit bieten kann

Learn sign language at the playground (adapted) (Image by Valerie Everett [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld eines gemeinsamen Events und Hackathons von Microsoft und der Aktion Mensch für mehr Inklusion und Teilhabe im Netz.


Inklusion, was ist das eigentlich? Wie kann Inklusion im Internet umgesetzt werden und wie im Leben offline? Kann das Internet ein Instrument sein für Inklusion im Alltag? Ich meine: ja. Aber der Reihe nach.

Im Jahr 2006 wurde die Behindertenrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. Sie fordert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist Menschenrecht. Deutschland und 158 andere Länder bekennen sich darin zur UN-Konvention und haben sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, sie umzusetzen.

Soweit, so gut. Doch möchte ich mich mit meiner Freundin Anastasia auf einen Kaffee treffen, geht das nicht überall. Anastasia ist mit einem Rollstuhl mobil. Vor meinem Lieblingscafé: Stufen. Im Internet können wir uns immer treffen. Stufen gibt es dort nicht – allerdings andere Barrieren. Wege zur Barrierefreiheit online und offline sind behindertengerechte Räume, barrierefreie Internetseiten und die Etablierung von Gebärdensprache, Untertiteln, Blindenschrift und leichter Sprache.

Im Artikel 21 der UN-Behindertenrechtskonvention heißt es, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen sowie Kommunikationseinrichtungen sind barrierefrei, wenn sie für behinderte Menschen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Doch bis zur Umsetzung ist der Weg noch weit. Ein aktuelles Beispiel? Vor einigen Tagen, bei einer Anhörung zum neuen Teilhabegesetz im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, fehlte im Livestream die Gebärdensprachdolmetschung. Hörbehinderte Menschen konnten also nicht teilhaben an der Diskussion, in der es auch um ihre Rechte ging.

Das Internet bleibt dabei ein Instrument für die Öffentlichkeitsarbeit und auch eine Möglichkeit, nicht nur für Inklusion zu sensibilisieren, sondern gezielt Projekte zu initiieren, die für das gleichberechtigte Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen sorgen – oder auch einfach für ein gutes Zusammenleben. So schlug die Aktivistin Laura Gehlhaar vor einigen Wochen augenzwinkernd bei einer Podiumsdiskussion vor, eine App zu starten, mit der Menschen ohne Behinderung kostenlos mit Menschen mit Behinderung öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. Der Aktivist Michel Arriens sucht aktuell über Twitter Menschen, die eine App programmieren können, die ihm auf seinem Weg vorab die Barrieren zeigt, die er überwinden muss, um zum Ziel zu kommen: Bordsteine, Stufen, defekte Fahrstühle. Beim Neue Nähe-Hackathon können solche Ideen gesponnen und umgesetzt werden.

Ein ähnliches Beispiel ist die App Bureaucrazy, die von syrischen Geflüchteten gemeinsam mit Teilnehmenden der ReDI School of Digital Integration entwickelt wurde. Die App soll geflüchteten Menschen die oft Kräfte und Nerven raubende Bürokratie in Deutschland erleichtern. Aktuell suchen die Entwickler*innen noch Unterstützer*innen.  Bei einem Hackathon arbeiteten bereits 30 Menschen an der Umsetzung. Nun fehlt noch Geld – und mal wieder steht die Bürokratie im Weg, denn Privatpersonen können crowdgefundetes Geld nicht annehmen und eine gGmbH muss gegründet werden – für geflüchtete Menschen in Deutschland nicht die leichteste Aufgabe.

Gut für alle Menschen – im Sinn einer inklusiven Haltung – sind Technologien, die bei der Entwicklung nicht an die Mehrheit der Gesellschaft denken, sondern an die Bedürfnisse von gesellschaftlichen Minderheiten. Oft sind die Ergebnisse dieser Denkweise dann Produkte, die für alle Menschen gut sind. Tom Bieling arbeitet am Design Research Lab der Universität der Künste in Berlin genau so und hat durch den Perspektivwechsel schon viel gelernt. Zum Beispiel über die Vorteile von Gebärdensprache. „Wenn du auf der anderen Straßenseite auf dem Balkon sitzt und ich hier im Raum vor dem Fenster, können wir uns über Lautsprache nicht unterhalten“, erklärt er. Mit Gebärdensprache sei das kein Problem.

Das Internet ist ein Raum, in dem wir für diese Art von Perspektivwechseln sensibilisieren können. Die Technik können wir nutzen, am besten gemeinsam – für mehr Miteinander statt Nebeneinander.


Image (adapted) „Learn sign language at the playground“ by Valerie Everett (CC BY-SA 2.0)


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  • FACEBOOK heise: Facebook Messenger: Malware via SVG: Angreifer versuchen derzeit erneut, via Facebook Malware zu verbreiten. Über gekaperte Rechner oder Facebook-Accounts schicken sie Freunden des Opfers per Messenger kommentarlos Dateien, die den Empfänger zu einer verseuchten Webseite lotsen sollen. Neu ist dabei, dass es sich nicht etwa um ein Zip-Archiv handelt, sondern um eine SVG-Grafik – ein von Facebook bislang als harmlos erachtetes Dateiformat, welches die Sicherheitsfilter passieren lassen.

  • MOBILITÄT golem: Chinesen bauen schnellsten elektrischen Supersportwagen: Der Supersportwagen Next EV NIO EP9 aus China wird rein elektrisch angetrieben. Das Auto könnte auch als fahrender Akku bezeichnet werden, denn 635 Kilogramm des Gesamtgewichts von 1.735 Kilogramm stammen vom Stromspeicher. Das Fahrzeug kann enorm stark beschleunigen und soll innerhalb von 2,7 Sekunden auf 100 km/h kommen. Das schafft zwar der Tesla Model S auch, doch der lässt danach schnell nach. Beim EP9 ist das nicht so. Er erreicht 200 km/h in 7,1 Sekunden und 300 km/h in 10,1 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit soll bei 312 km/h liegen.

  • APPLE motorsport-total: McLaren bestätigt: Es gab Gespräche mit Apple: Im September kamen plötzlich Gerüchte über eine mögliche Übernahme der McLaren-Gruppe durch Technologieriese Apple auf. Die ‚Financial Times‘ wollte von Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen gewusst haben, doch kurze Zeit später dementierte McLaren durch einen Sprecher Gespräche „im Hinblick auf ein potenzielles Investment“. Jetzt hat Mike Flewitt, Geschäftsführer der Sportwagen-Abteilung McLaren Automotive, jedoch bestätigt, dass es ein Treffen und sogar Gespräche zwischen beiden Parteien gab – allerdings kein Übernahmeangebot: „Sie haben uns besucht. Wir haben geredet. Wir haben über ihre Geschäfte geredet. Wir haben über unsere Geschäfte geredet. Es ist aber nie zu einem definitiven Angebot gereift“, erklärt Flewitt gegenüber ‚Reuters‘.

  • TELEFONICA handelsblatt: Thorsten Dirks macht überraschend Schluss: Der Telekomkonzern Telefonica Deutschland (O2) verliert überraschend seinen Vorstandschef Thorsten Dirks (53). Der seit Oktober 2014 amtierende Dirks wird zum Ende des ersten Quartals 2017 aus dem Vorstand ausscheiden, wie Telefonica Deutschland am Montagabend mitteilte. Zur Begründung hieß es vom TecDax-Schwergewicht, Dirks wolle sich neuen Herausforderungen stellen. Der Aufsichtsrat habe einer vorzeitigen Auflösung seines Vertrags zugestimmt. Das Kontrollgremium will sich unverzüglich mit der Nachfolge befassen und hierzu zeitnah informieren.

  • SAMSUNG t3n: Marke übersteht Note-7-Debakel nahezu unbeschadet: Das Fiasko rund um das Galaxy Note 7 könnte Samsung rund 15 Milliarden US-Dollar kosten. Nach einem Verkaufsstopp und einer weltweiten Rückrufaktion hat der südkoreanische Konzern die Produktion des Note 7 eingestellt. Jetzt geht es noch um eine möglichst umweltfreundliche Entsorgung der Millionen schon produzierten Smartphones. Die Marke Samsung hat unter dem Note-7-Debakel aber offenbar nicht gelitten, wie eine Umfrage von Reuters/Ipsos in den USA ergeben hat. Demnach sind Nutzer von Samsung-Smartphones ähnlich loyal wie iPhone-Nutzer. Und Leute, die von dem Note-7-Fiasko gehört hatten, waren laut der Umfrage genauso interessiert an den anderen Smartphones des Konzerns wie jene, die nichts von den Akku-Problemen mitbekommen hatten.

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Netzpiloten sind Partner der IDC ‚The Workplace of the Future‘ Konferenz 2016

Am 3. November dreht sich bei der IDC ‚The Workplace of the Future‘ Konferenz in Frankfurt alles um die Transformation des Arbeitsplatzes: Mobilität, Flexibilität und IT-Sicherheit sind in einer digitalisierten Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Mobile Technologien für schnellere Verfügbarkeit von Informationen sind wichtig für Unternehmen, aber auch die Mitarbeiter wünschen sich mehr Flexibilität.
Smart Devices und der Zugriff auf sichere Applikationen dürfen dafür auf keinen Fall fehlen.
Der Veranstalter IDC hat die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Technologien und Strategien am Arbeitsplatz schon früh erkannt und bietet euch auf der Konferenz Informationen zu Trends und neuen Möglichkeiten zum Ausbau des Workplace of the Future.
Die Konferenz offeriert euch außerdem eine Plattform zum Informationsaustausch, Kontakteknüpfen und besonders zur Inspiration. Freut euch auf eine eintägige Veranstaltung mit interessantem Programm, anregenden Gesprächen und spannenden Aussichten!  

IDC hat sich mit seiner Arbeit gleich mehreren Bereichen verschrieben: Marktforschung, Beratungsdienstleistungen sowie Veranstaltungen für Telekommunikation, Informations- und Verbrauchertechnologien.

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  • WHATSAPP faz: Whatsapp kriegt Post vom Anwalt: Wer in seinem Smartphone Geheimnisse verbirgt, sollte sich mit der jüngsten Kontroverse im Datenschutzrecht beschäftigen. Denn sonst könnte die schöne Bekanntschaft vom Wochenende plötzlich gut sichtbar mit Profil-Foto auf Facebook vorgeschlagen werden. Das kann praktisch sein oder die Ehe zerrütten – je nach Konstellation. Möglich macht diese Funktion der Datenaustausch der beiden Dienste: Facebook erhält Handynummern von Whatsapp. Jetzt haben Verbraucherschützer diese Praxis abgemahnt.
  • DROHNEN wired: Auf Amsterdams Kanälen fahren bald Drohnenboote: Während andere Städte und Regionen autonome Autos testen, schaut man in Amsterdam aufs Wasser. Knapp ein Viertel der niederländischen Metropole ist von Kanälen bedeckt und auf diesen sollen ab 2017 selbstfahrende Boote getestet werden. Das auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt Roboat ist eine Kooperation des Amsterdam Institute for Advanced Metropolitan Solutions (AMS), der TU Delft und der Uni Wageningen mit dem US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT). Es hat ein Budget von 25 Millionen Euro.
  • MARKT wuv: „Junge Menschen sind nicht unbedingt kreativer“: Eine steile These geistert durch das Silicon Valley. Formuliert hat sie Sun-Gründer und Investor Vinod Koshla: Menschen mit 45 hören auf, über Neues nachzudenken. Die wahren Innovationen kämen von Leuten unter 45 Jahren. Er scheint den Agenturen aus der Seele zu sprechen, die ja gern auf besonders junges Personal setzen. Ist Kreativität tatsächlich eine Frage des Alters? W&V Online hat dazu Stephan Sonnenburg von der Karlshochschule in Karlsruhe befragt. Er forscht zu dem Thema und ist 45 Jahre alt.
  • MOBILITÄT gruenderszene: „2025 wird es in amerikanischen Städten kaum noch private Autos geben“: Es gibt einfach viel zu viele Autos. Und all diesen Autos überlassen wir viel zu viel Platz in unseren Städten. Das ist der Ausgangsgedanke der Überlegungen von John Zimmer, der die Fahrvermittlung Lyft mitgegründet hat. Zimmer liebt Autos. Seit seiner Jugend. Aber er schreibt in seinem Beitrag zur automobilen Zukunft auf Medium, dass wir unsere Umgebung in Autolandschaften verwandelt und damit zerstört haben. Obwohl das durchschnittliche Auto nur vier Prozent der Zeit bewegt wird.
  • DATENSCHUTZ golem: US-Amerikanerin verklagt smarten Vibratorhersteller: Weil der smarte Vibrator We-Vibe Rave ohne Genehmigung persönliche Informationen der Nutzer gesammelt hat, verklagt eine US-Amerikanerin den Hersteller Standard Innovation. Das Gerät kann nur vollumfänglich genutzt werden, wenn Nutzer es per Bluetooth mit einem Android oder iPhone verbinden und die vom Hersteller entwickelte App nutzen. Der WE-Vibe ermöglicht darüber die Fernsteuerung des Vibrators, per Freigabe über die „Connect Lover“-Funktion kann auch der Partner eingeladen werden, das Gerät zu steuern. Die Klägerin beschwert sich konkret darüber, dass die Apps vertrauliche Daten an den Hersteller hochladen, ohne die Kunden darauf hinzuweisen.
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  • CAR SHARING welt: Das ist Volkswagens peinlichstes Investment: Smartphone-Revolution und Digitalisierung werfen auch die Regeln der Mobilität um – das versetzt nun auch die großen Autokonzerne in Aufruhr. Japans Autoriese Toyota hat sich an der Taxi-Konkurrenz Uber beteiligt, und auch Daimler zeigt sich seit Neuestem gerne im Glanz des wertvollsten Tech-Unternehmens abseits der Börse – und deutet Kooperationen an. Nur VW will Car Sharing irgendwie noch nicht so richtig wahrhaben.
  • GOOGLE heise: Googles Forscher bauen analogen Quantencomputer mit neun Qubits: Forscher bei Google und an der Universität des Baskenlandes haben einen so genannten analogen Quantencomputer mit neun Qubits entwickelt. Derartige Quantencomputer unterscheiden sich stärker von konventionellen Rechnern als die digitale Variante, die bislang die meiste Forschungsarbeit und die höchsten Budgets auf sich gezogen hat. Analoge Quantencomputer sind theoretisch weniger gut verstanden, könnten sich aber als leichter zu skalieren erweisen, wie Technology Review online in „Quantencomputer: Analog statt digital“ berichtet.
  • APPLE internetworld: WWDC: Apple setzt auf künstliche Intelligenz und Apple Pay: In San Francisco findet gerade die Worldwide Developers Conference (WWDC) statt. Auch Apple stellt hier neue Software für die Zukunft vor. Experte Marc Gurman verkündet, dass Apple für 2017 Großes geplant habe. Gerüchten zufolge, soll sich Apple zum Beispiel im Bereich Virtual Reality einige Patente gesichert haben und an einem Apple-Elektro-Auto arbeiten. Genaue Angaben sind hier aber noch nicht gemacht worden. Wir dürfen also gespannt sein!
  • TELEKOM golem: Telekom bietet Wi-Fi-Paket für Städte: Die Deutsche Telekom will Städten und Kommunen ein Paket für den Ausbau von offenem Wi-Fi in öffentlichen Einrichtungen anbieten. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf das Unternehmen, die Telekom hat Golem.de den Bericht bestätigt. Die Pakete sollen unter dem Namen Public WLAN 4.0 verkauft werden. Mit ihnen sollen Nutzer an öffentlichen Plätzen in Zukunft eine Stunde lang kostenlos online gehen können oder Flüchtlingsunterkünfte mit Internet versorgt werden. Wi-Fi-Hotspots entlasten zudem das Mobilfunknetz.
  • BILDUNG politik-digital: Juuuport – Jugendliche helfen Jugendlichen im Internet: Cybermobbing, Sexting oder unseriöse Geschäftsmodelle – die Unweiten des Internets und der sozialen Medien konfrontieren Kinder und Jugendliche heutzutage mit vielen Fragen rund um den richtigen Umgang mit der digitalen Welt. Was, wenn Eltern und Lehrer keine Antworten parat haben? Das Portal „Juuuport“ bietet ein Konzept auf Augenhöhe: Jugendliche beraten Jugendliche.
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Die neuen Krypto-Kriege

Sicherheit (Image by pixelcreatures 45Bilder [CC0] via pixabay)

Der verlangte Zugriff der US-Regierung auf iPhone- und WhatsApp-Daten wirft eine alte Frage neu auf: Wo hört die digitale Privatsphäre auf, und wo fängt die Staatssicherheit an? Die Messaging-App WhatsApp, 2014 von Facebook aufgekauft, ist das neueste der US-Behörden in einer Kampagne gegen verschlüsselte digitale Kommunikation. Einem Bericht der New York Times zufolge droht WhatsApp ein Gerichtsverfahren, weil die Firma Ermittlern keinen Zugang zu den Chats der Nutzer geben kann. Ende 2014 hat die Facebook Tochter so genannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, die dafür sorgt, dass nur der Empfänger einer Nachricht diese lesen kann, nicht aber Dritte wie die Polizei, die die Kommunikation abhören wollen. In dem konkreten Fall soll es übrigens nicht um Ermittlungen in Bezug auf Terrorgefahr gehen.

WhatsApp hat in der Angelegenheit noch keine Stellungnahme abgegeben. Aus einem Fall in Brasilien aber weiß man, dass die Macher der Messaging-App argumentieren, Behörden keine Informationen herausgeben zu können, die sie nicht hat.

Die populäre App, mit weltweit mehr als einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer, mit der man nicht nur Texte, Bilder und Videos versenden, sondern auch via VoIP telefonieren kann, ist damit innerhalb von kurzer Zeit die zweite Silicon-Valley-Firma, deren Verschlüsselungstechnologien ins Visier der US-Behörden geraten sind. Apple geht ab 22. März gerichtlich gegen das FBI und dessen Forderung, das verschlüsselte iPhone 5C des San-Bernandino-Attentäters zu knacken, damit die Ermittler auf die darauf gespeicherten Daten zugreifen können, vor. Apple-Chef Tim Cook weigert sich öffentlichkeitswirksam, eine Hintertür in Apple-Geräte einzubauen. Das würde dem Hacken der eigenen Kunden gleichkommen und die Privatsphäre von Millionen gefährden, so Cook.

Der Krypto-Krieg hat schon lange begonnen

Das aktuelle Vorgehen der US-Behörden erinnert stark an den so genannten ersten Krypto-Krieg in den 1990er Jahren. 1993, wenige Jahre, nachdem Phil Zimmermann mit PGP (Pretty Good Privacy) eine Verschlüsselungs-Software herausbrachte, die praktisch jeder verwenden kann (z.B. für eMails), wollte das Weiße Haus den so genannten “Clipper Chip” einführen. In jedes Telefon hätte dem Plan der US-Regierung nach ein Mikrochip eingebaut werden sollen, der einerseits stark verschlüsselte Telefonate ermöglicht, andererseits US-Behörden einfachen Zugang zu Gesprächen geben sollen, wenn diese abgehört werden müssen. Das Weiße Haus ließ die Pläne 1994 wieder fallen, nachdem der Computerwissenschaftler Matt Blaze eine Sicherheitslücke im “Clipper Chip” entdeckte.

Dass etwa 20 Jahre später, nach dem Auffliegen der NSA-Überwachung durch Edward Snowden, neue Krypto-Kriege toben, verdeutlichte US-präsident Barack Obama auf dem Tech-Festival SXSW, das derzeit in Austin, Texas stattfindet. Bei einem Podiumsgespräch sagte er: “Es gibt triftige Gründe, warum wir sicherstellen wollen, dass die Regierung nicht einfach so auf unsere iPhones oder Smartphones schauen kann, weil sie voller persönlicher Informationen und sehr persönlicher Daten sind.” Starke Verschlüsselung von digitaler Kommunikation sei auch notwendig, damit Hacker nicht einfach das Finanzsystem oder den Flugverkehr stören könnten. Aber: “Wenn die Regierung nicht hinein kann, dann läuft jeder mit einer Schweizer Bank in der Hosentasche herum. Deswegen muss es Zugeständnisse geben, an diese Informationen herankommen zu können”, so Obama. Ihm schwebt ein System vor, in dem eine möglichst kleine Gruppe an Menschen in speziellen Fällen auf Daten zugreifen können sollen, während starke Verschlüsselung den Rest der Welt vom Zugriff ausschließt.

Cyberkriminellen wird Tür und Tor geöffnet

Das Problem bei einer solchen, wie auch immer gestalteten Hintertür für US-Behörden: Sie bietet auch Cyberkriminellen und autoritären Staaten die Möglichkeit, auf Nutzerdaten zuzugreifen. Außerdem greift die Diskussion um Smartphones zu kurz: Wie der renommierte auch Tech-Journalist Walt Mossberg festhält, geht es heute eben nicht nur auf Handys gespeicherten Kontakte oder Fotos, sondern um den Datenberg, den Nutzer in den Clouds (a.k.a. Rechenzentren) von Apple, Google, Facebook oder Amazon ablegen. Während sich Apple wehrt das Attentäter-iPhone für das FBI zu entsperren, hat man den Ermittlern längst Zugriff zum iCloud-Backup des Attentäters gewährt. Insofern kann man Tim Cooks Pochen auf “Privatsphäre als Menschenrecht” auch als Marketing-Gag sehen, der das iPhone als Datenschutzbunker am Markt gegen Googles Android positioniert.

Der zweite Krypto-Krieg, der derzeit wogt, stellt den ersten bei weitem in den Schatten. In den 1990ern ging es um Telefonate in den USA – heute geht es um Kommunikationstechnologien, die von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden. Wie der Kompromiss zwischen digitaler Privatsphäre und staatlicher Sicherheit letztendlich aussehen wird, bleibt abzuwarten. Doch dass es einen Kompromiss geben muss, daran lassen Politiker wie Obama oder der britische Premier David Cameron keinen Zweifel.


Teaser & Image “Sicherheit” by pixelcreature / 45-Bilder [CC0]


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5 Lesetipps für den 4. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um den Einsatz der Bundeswehr in Syrien, Vornamen, Sex-Sklaverei, Snapchat und Regulierung von Mobilität. Ergänzungen erwünscht.

  • BUNDESWEHR Deutschlandradio Kultur: Viele Fronten, wechselnde Allianzen: Im Deutschlandradio Kultur gibt Björn Blaschke einen hören- und lesenswerten Überblick zur Situation des Krieges in Syrien, in den die Bundeswehr geschickt werden soll. Heute entscheidet der Bundestag über die Beteiligung der deutschen Armee, was bei den Mehrheiten im Parlament wohl eher eine Formalität darstellt. Deshalb ist es wichtig, über die verworrenen Fronten in Syrien besser Bescheid zu wissen.

  • VORNAMEN OZY: What Your Name Says About You: Auf OZY schreibt Meghan Walsh über einen Trend der USA, den es wohl genauso hierzulande gibt: Eltern geben ihren Kindern ungewöhnliche Vornamen. Laut der Befragung der Webseite BabyCenter.com haben dies 50 Prozent der Eltern vor. Sie nennen ihre Kinder Messiah (Wirklich!), Major und Princess, denn es gibt kaum Regeln. Spannend ist dies vor allem deshalb, weil die Namen die wir unseren Kindern geben Ausdruck unseres Denkens und unserer Werte sind. Warum Gwyneth Paltrow ihre Tochter Apple genannt hat, verstehe ich aber trotzdem nicht.

  • SEX-SKLAVEREI Cracked.com: 5 Ugly Things You Learn As A Sex Slave In The Modern World: Wir haben das Jahr 2015 und es gibt in dieser Welt immer noch Menschen, die als Sex-Sklaven gehalten werden. Berichte dazu gibt es in der ganzen Welt. Laut einem UN-Bericht ist Sex-Sklaverei die drittgrößte Verbrechensindustrie der Welt, mit einem finanziellen Wert von 32 Milliarden US-Dollar. Auf Cracked.com berichtet ein in Europa tätiger Experte anonym über 5 Fakten zur Sex-Sklaverei, die einem ein grausames Bild von dieser Kriminalitätsszene aufzeigen.

  • SNAPCHAT Mashable: Snapchat positions itself as breaking news platform with San Bernardino coverage: Snapchat bringt in Städten wie Los Angeles, London und New York täglich eigene Snaps nur für diese Region. Am Mittwoch nahm sich Snapchat der Massenschießerei in San Bernardino an und machte somit Nachrichten. Bilder, Videos, Statements – die US-Snapchatnutzer wurden gut informiert. Ähnliche Fälle kennt man vor allem von Twitter, das durch die Berichte über den Terrorangriff in Mumbai 2008 oder die Landung eines Flugzeug auf dem Hudson River 2009 bekannter wurde. Doch bei Snapchat fremdeln einige Nutzer mit dem Dienst und fragen sich, ob Snapchat das richtige Medium ist, um Tragödien mit Nachrichten zu begleiten.

  • MOBILITÄT Gründerszene: Ein Rechtsrahmen für die Mobilität der Zukunft: Für das Blog „Gründerszene“ hat Ubers Deutschlandchef Fabien Nestmann in einem Gastbeitrag einen Wunschzettel an Änderungen aufgelistet, die natürlich in erster Linie dem Unternehmen nützen würden. Schaut man aber an diesen PR-Coup vorbei, sind Nestmanns Punkte von allgemeinem Interesse, denn Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der smarten Städte der Zukunft und ja, die bisherigen Gesetze sind in einer Zeit geprägt, in der es weder Plattformen noch Smartphones oder Apps gab. Es lohnt sich also, Nestmanns Text einmal zu lesen, denn Uber kann auch wieder verschwinden oder sich ändern, die immer digitaler werdende Entwicklung von Mobilität aber nicht.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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5 Lesetipps für den 6. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um was du für Blogs tun kannst, den Umgang mit Trollen, die Regulierung von Uber, Patente von Toyota und BYOD an Schulen. Ergänzungen erwünscht.

  • BLOGGING Spreeblick: Wenn du Blogs unterstützen willst…: Diesen Lesetipp könnten wir wohl das ganze Jahr über unseren Lesetipps voranstellen: Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler listet ein paar Verhaltenstipps auf, mit denen man Blogs unterstützen kann. Aber auch, was Blogs machen könnten, um unser aller Grundlage zu fördern. Diesen Punkten können wir uns eigentlich alle nur anschließen. Lest uns bitte auf unserer Seite, kommentiert da und nicht auf Facebook & Co., teilt auch unsere Inhalte und macht mal ein bisschen Werbung für uns, wenn wir euch überzeugt haben. ;-) Im Gegenzug werden wir weiterhin respektvoll unsere Quellen und Tipps ordentlich verlinken, selber die Blogosphäre fördern, denn auch wir sind nur ein Teil davon und unser Engagement weiterhin in unser Projekt stecken – auch für euch.

  • TROLLE Daniel Bouhs‘ Blog: Warum trollen Journalisten zurück?: Gerade in der Vorweihnachtszeit, auf dem Höhepunkt der islamophoben Pegida-Proteste, belustigten immer mehr die Reaktionen namhafter Medienhäuser auf die aggressiven Trolle in ihren Kommentarfeldern und sozialen Netzwerken. Daniel Bouhs hat sich mit den beiden Social Media-Verantwortlichen von Welt.de und Spiegel Online, Martin Hoffmann und Torsten Beeck, über den Umgang mit den Trollen im Netz unterhalten und die Strategie der Journalisten, zurück zu trollen.

  • UBER Slate: Why Uber will – and should – be regulated: In einem lesenswerten Kommentar auf Slate schreibt Eric Posner, dass das Unausweichliche kommen wird: Regierungen werden Uber regulieren. Aber nicht um die neue Konkurrenz zu vernichten und die Taxibranche zu retten, sondern einfach weil Uber ein fester Bestandteil von Mobilität wird, den man nicht ignorieren kann. Uber wird daraus gestärkt herausgehen, denn nach dem rapaten Markteintritt, in dem es vor allem um Landgewinn und Aufmerksamkeit ging, wird der Dienst durch die Regulierung quasi legalisiert und akzeptiert. Woher weiß Posner das? Das gleiche passierte vor über 90 Jahren mit den damals aufkommenden Fahrten in Automobilen.

  • TOYOTA Business Insider: Like Tesla, Toyota Is Now Giving Away Its Patents: Genau wie Elon Musk im letzten Jahr einige der Tesla-Patente zur Elektromobilität der Allgemeinheit zur Verfügung stellte, macht es jetzt auch Toyota. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas verkündete deren Vizepräsident Bob Carter den Schritt, der ähnlich wie Musks Aktion, vor allem den Markt stützen soll, denn beide Unternehmen setzen auf die selbe Brennstoffzellen-Technologie und wollen, dass sich ihre Technologie auf dem Markt durchsetzt.

  • BYOD Politik Digital: Eigene Geräte im Unterricht für mehr Bildungsgerechtigkeit: Für Politik-Digital.de hat sich Pia Thiele mit dem Mediendidaktiker Richard Heinen über „Bring Your Own Device“ (BYOD) unterhalten, ein Konzept dessen Kernidee es ist, dass Schüler ihr eigenes Gerät am besten kennen und seine Potenziale voll ausschöpfen können. Im Interview spricht Heinen über erste Erfahrungen mit dem Konzept an Schulen, an denen zumindest in Deutschland zur Zeit elf Schüler auf einen Schulcomputer kommen – ein schlechter Schnitt für das IT-Land Deutschland im 21. Jahrhundert. Mit BYOD könnten digitale Endgeräte besser in den Unterricht integriert werden.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

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5 Lesetipps für den 1. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Google+, einen Selbstversuch als Uber-Fahrer, Selfies, Internet-Monopole und den Wandel des Vice Magazin. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE+ Medium: Thoughts on Google: Meine Medium-Community herzte das ganze Wochenende über folgenden Text der ehemaligen Google-Mitarbeiters Chris Messina, der sich in seinem Blogeintrag mit dem sozialen Netzwerk Google+ auseinandersetzt. Auch wenn ich sein Urteil, dass Google+ vollkommen überflüssig ist, so nicht teilen unbedingt kann, ist seine Begründung lesenswert, wie auch der Socialmediawatchblog meint: „womöglich der wichtigste Text, der diese Woche über Social Media, digitale Monopole (Stichwort: Facebook), Privacy und informationelle Selbstbestimmung geschrieben wurde“.

  • UBER Jetzt.de: Selbstversuch als Uber-Fahrer in München: Für Jetzt.de hat Jan Stremmel den Selbsttest gemacht und ist eine Nacht als Uber-Fahrer durch München gefahren. Dabei fallen zwei Sachen auf: Zum einen scheint er dabei wirklich viel Spaß gehabt zu haben und viele interessante Leute kennengelernt zu haben, was sich mit meinen Eindruck von den meisten Uber-Fahrern in Berlin deckt. Und zum anderen, dass sich das Geschäft auch in München, wo der festgelegte Kilometerpreis mehr als doppelt so hoch ist wie in Berlin, einfach nicht lohnt. Am Ende zahlt Stremmel für seinen als angenehme Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr wahrgenommenen Dienst noch drauf.

  • SELFIE Quartz: How the selfie is boosting demand for plastic surgery: Auf Quartz setzt sich Hanna Kozlowska mit einer Studie des American Academy of Facial Plastic and Reconstructive Surgery auseinander, demnach ein Drittel der befragten Patienten ihre Schönheitsoperationen zur Verbesserung ihres eigenes Bildes in den sozialen Medien vornahmen lassen. Einerseits lassen Selfies uns sich mehr mit unserem Selbstbild beschäftigen, was sich auch positiv aufs Selbstvertrauen auswirken kann, andererseits ist dieser Trend zur Optimierung, um es diplomatisch auszudrücken, ein wirklich beunruhigendes Zeichen für Narzismus.

  • MONOPOLE The Economist: Everybody wants to rule the world: Der FC Bayern München muss… äh… Google muss zerschlagen werden, denn erfolgreiche Unternehmen auf dem Weg zu Monopolen stellen eine Bedrohung dar. Die Diskussionen der letzten Woche um Googles Marktmacht nahmen immer lächerlichere Züge an und mündeten in einem Antrag des mit der deutschen Zeitungsbranche eng verbundenen Europaabgeordneten, dass derartige Unternehmen, also erfolgreich und nicht aus Europa, zerschlagen werden müssen. Wer sich einmal ernsthafte Gedanken über Internet-Monopole machen will, dem sei dieses Briefing des Economist empfohlen, dass sich auf sehr hohem Niveau mit der Thematik auseinandersetzt.

  • VICE taz: Das Magazin „Vice“ expandiert: Auf taz.de stellt Fatma Aydemir das wohl zur Zeit rentabelste Magazin vor, dass es gibt: Vice. Ich habe das Magazin seit 2008 nicht mehr aufmerksam gelesen. Davor hat es mich begeistert, schockiert und unterhalten. Im gleichen Jahr fing der damals 23-jährige Tom Littlewood an, dass Magazin zu leiten und grundlegend zu wandeln. In den USA wurden bereits weitere Kanäle wie Vice News aufgemacht, bald gibt es sie auch hierzulande. Vice könnte bald jede Art von Journalismus abbilden, denn für Littlewood macht das Magazin den besonderen Zugang zu Inhalten aus, nicht unbedingt das Thema an sich. Es wird wohl mal Zeit, einen Blick in das Magazin zu werfen.

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Taxibranche macht Front gegen Uber und WunderCar

NY-Taxis (Bild: N-Lange.de [CC BY-SA 3.0], via Wikipedia)

Taxiverbände veranstalten heute einen Aktionstag gegen Konkurrenten wie Uber und WunderCar. Doch dieser Widerstand könnte nach hinten losgehen. // von Daniel Kuhn

NY-Taxis (Bild: N-Lange.de [CC BY-SA 3.0], via Wikipedia)

Heute ist ein großer Tag für die deutschen Taxiverbände im Kampf gegen die aufkeimende Konkurrenz alternativer Unternehmen wie Uber und WunderCar. In mehreren deutschen Städten ist ein Aktionstag geplant, der in einer Sternfahrt in Berlin gipfelt. Außerdem sind Klagen gegen die Taxi-Startups in Arbeit. Doch warum verschließen sich die Taxiverbände derart verbissen gegen den Fortschritt, statt ihn zu adaptieren? Das vehemente Verhalten gegen die Konkurrenz könnte am Ende sogar nach hinten losgehen.

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5 Lesetipps für den 3. April

In unseren Lesetipps geht es um die Zukunft der Mobilität, Startups, Microsoft und das Internet der Dinge, Bitcoin, sowie die Überwachung in Äthiopien. Ergänzungen erwünscht.

  • MOBILITÄT Netzwertig.com: 250 Millionen Dollar für Uber-Wettbewerber Lyft: Individual-Beförderung steht vor massivem Wandel: Nach Uber erhält auch der Rivale Lyft eine enorme Summe von Investoren, um mit seiner On-Demand-Transport-App die Welt zu erobern. Für Personen mit hohen Mobilitätsbedürfnissen sind das gute Nachrichten. Das im Vergleich zu den Startups altmodisch wirkende Taxigewerbe dagegen muss sich fürchten, wie Martin Weigert auf Netzwertig.com schreibt.
  • STARTUPS Carta: Götterdämmerung in der deutschen Gründerszene?!: In Bezug auf die deutsche Gründerszene ist momentan vieles zu lesen: Von zerstörten Hoffnungen über einen Exitus der Eventlandschaft bis zum Abgesang auf die Party in Berlin. Auf Carta schreibt Alexander Hüsing über die Berichterstattung und die Erwartungen an die Start-up-Szene.
  • INTERNET DER DINGE Zeit Online: Kaffeetasse mit Windows-Betriebssystem: Milliarden von Alltagsgegenständen werden bald am Netz hängen. Mit „Windows on Devices“ will Microsoft sein Betriebssystem in diesem Internet der Dinge verbreiten. Patrick Beuth stellt das Betriebssystem für die Kaffemachine und den heimischen Kühlschrank auf Zeit Online vor.
  • BITCOIN Ars Technica: Bitcoin ATM goes to Capitol Hill, lawmakers invited to demo next week: Erst im Berliner Grafekiez, jetzt auf dem Capitol Hill – Washington bekommt einen Bitcoin-Geldautomat, an dem die Mitglieder des US-Kongress sich mit dem praktischen Umgang der Digitalwährung im Alltag vertraut machen können. Cyrus Farivar stellt auf Ars Technica die Aktion von Robocoin vor.
  • ÜBERWACHUNG Techdirt: Towards The Total Surveillance State: Spätestens mit den Leaks von Edward Snowden ist klar, dass die Möglichkeit technischer Totalüberwachung Grund genug ist, diese auch durchzuführen. Ein Musterbeispiel ist laut Human Rights Watch der afrikanische Staat Äthiopien, in dem die Telefon- und Internetüberwachung extreme Ausmaße angenommen hat. Glyn Moody stellt den Human Rights Watch-Bericht auf Techdirt vor.

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#rp13: Unsere Sessiontipps für den zweiten Tag

Gestern begann die Digitalkonferenz re:publica und auch in diesem Jahr erwartet die Besucher ein riesiges Programm. Wir sagen euch, was ihr am zweiten Tag nicht verpassen dürft.

rp13-Schlange (Bild: Tobias Schwarz, CC BY-SA)

Aus den über 450 Sprecherinnen und Sprechern, 263 Vorträgen, Diskussionen und Workshops, verteilt auf 11 Bühnen, haben wir für euch die heutigen Höhepunkt der Sessions aus dem Bereich ?Business & Innovation? heraus gesucht. Am zweiten Tag stehen das Thema Mobilität und Digitalisierung im Mittelpunkt des Geschehens.

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