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Netzpiloten @NKF Summit

Die Industrie 4.0 braucht den intensiven Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Startups. Das ist das Markenzeichen der Transformationshelfer NKF Media. In Dresden geht der NKF Summit am 8. März in seine fünfte Runde. Wir Netzpiloten freuen uns, wieder als Medienpartner der inspirierenden Konferenz mit dabei zu sein, wenn erneut etablierte Corporates auf visionäre Startups treffen. Die diesjährige Ausgabe findet in der Gläsernen Manufaktur statt, die sich als „Center of Future Mobilty“ versteht. 

Welche Speaker werden da sein?

In einer Produktionsstätte von Volkswagen stattfindend, darf die Automobilindustrie auf dem NKF Summit nicht fehlen. Daher gehören Porsche Digital CEO Thilo Koslowski und Volkswagens Head of New Mobility and Innovations Marco Weiß zur Riege der spannenden Referenten. Auf Startup Seite steht zum Beispiel Lawrence Leuschner, Co-founder des Berliner eScooter-Sharing Anbieters Tier Mobility. Mit New Mobility beschäftigt sich auch Gunnar Floh, Gründer und Geschäftsführer von Wunder Mobility. Auf dem Investor-Panel spricht zudem Dr Tanja Emmerling vom High-Tech Gründerfonds, einem der aktivsten Seedinvestors in Europa.

Wer sonst noch als Speaker auf dem NKF Summit dabei ist, könnt ihr euch hier sehen.

Welche Themen und Formate erwarten euch?

Auf dem NKF Summit steht dieses Jahr die Industrie 4.0, New Mobility und das Internet of Things im Vordergrund. Zu den zahlreichen Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Elektrische Mikro-Mobilität
  • Deutschland – zukunftsblinde Republik?
  • Industrielles Internet der Dinge

Teil des NKF Summit ist auch die Startup Expo, ein Ausstellungsbereich, in dem sich rund 50 Startups präsentieren. Hier gibt es unter anderem auch Speed-Networking Sessions.

Und sonst noch? – 25 % Netzpiloten-Rabatt!

Die Tickets für den NKF Summit könnt ihr direkt über die Website bestellen. Wer den NKF Summit als junges Startup besuchen will, kann auf Anfrage ein Startup-Ticket zum Sonderpreis von 190 Euro ergattern. Alle anderen profitieren von unserem Netzpiloten-Rabatt: 25 % mit diesem Code: NKF5-NETZPILOTEN. Wir freuen uns schon auf die inspirierende Konferenz in der Gläsernen Manufaktur.

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5 Highlights aus den Mediatheken!

20180801 Mediathekentipps KW 31

In den kostenlosen Mediatheken warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für den August: ein Road-Movie von Fatih Akin, eine Krimi-Serie über Amnesie und drei Dokumentationen. Viel Spaß beim Streamen!

Digital Africa – Ein Kontinent erfindet sich neu

Es heißt, dass der afrikanische Kontinent eine Stufe der Digitalisierung einfach übersprungen hat: Von Kenia bis Ghana arbeiten unzählige Startups daran mobile Technologien überall im Land verfügbar zu machen. Die Arte-Doku zeigt, wie das Bezahlen mit dem Smartphone in die entlegensten Dörfer vordringt, Drohnen über Erntefeldern kreisen und welchen Mehrwert die Blockchain-Technologie für das Gesundheitswesen darstellt.

Arte / Verfügbar bis 29.08.: Zur Doku

Michael Jackson’s Journey from Motown to Off the Wall

Regisseur Spike Lee beleuchtet in seiner Doku die jungen Zwanziger der Pop-Legende. Damals konnte sich Michael Jackson über seine ersten Chart-Erfolge als Solo-Künstler freuen, wonach seine Karriere so richtig abhob. Den internationalen Durchbruch bescherte ihm schließlich 1979 sein Album „Off the Wall“ – dem bis dahin weltweit erfolgreichsten Album eines schwarzen Künstlers.

3sat / Verfügbar bis 16.10.: Zur Doku

Tschick

Erst sieht es so aus, als würde Außenseiter Maik (Tristan Göbel) die Sommerferien allein zuhause verbringen. Doch dann kreuzt sein Mitschüler Tschick (Anand Batbileg) auf und überredet ihn, zusammen eine Reise ohne Karte und Kompass durch die ostdeutsche Provinz zu starten. Ein chaotischer und nicht ganz ungefährlicher Roadtrip beginnt.

WDR/ Verfügbar bis 04.08.: Zum Film

Tabula Rasa (Staffel 1)

Seit einem Autounfall leidet Mie (Veerle Baetens) unter Amnesie und ist ohne ihr Notizbuch verloren. Doch nun muss sie sich um jeden Preis erinnern: Ein Mann ist verschwunden und Inspektor Wolkers (Gene Bervoets) ist überzeugt: Mie ist die letzte, die ihn womöglich lebend gesehen hat.

ZDF / Verfügbar bis 05.01.2019: Zur Serie

Das Notfall-Dilemma – Moralisch richtige Entscheidungen sind nicht programmierbar

Wie reagieren Menschen, wenn um sie das Chaos ausbricht? Wen soll man retten, wenn man sich in Bruchteilen von Sekunden zwischen zwei Menschen entscheiden muss? Notfälle, Unfälle und Unglücke passieren immer wieder – und nun versuchen wir Menschen diese Entscheidungsfähigkeit auch in selbstfahrende Autos zu implementieren. Doch nach welchen Kriterien hat das stattzufinden?

ZDF / Verfügbar bis 2023: Zur Doku


Image Arte, Sony Legacy Recordings

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5 Highlights aus den Mediatheken!

In den kostenlosen Mediatheken und Streaming-Plattformen warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für Juli: zwei Dramen, zwei Dokus und ein ganzes Themen-Dossier. Viel Spaß beim Streamen!

Laurence Anyways

Drama von Xavier Dolan: Als Laurence (Melvil Poupaud) seiner Freundin Fred (Suzanne Clément) gesteht, dass er von nun an eine Frau sein möchte, stellt das ihre Liebe auf die Probe. Doch die zwei können nicht ohneeinander. Zusammen kämpfen sie gegen Widerstände, Vorurteile und Zweifel, aber immer wieder auch gegeneinander.

Arte / Verfügbar bis 30.09.: Zum Film

Mai 68 – Was bleibt 50 Jahre nach der Revolte? bei Arte

Dieser Tage gehen wir gegen Rechts oder für die Seenotrettung auf die Straße. Vor 50 Jahren haben Studenten für das Ende der kapitalistischen Ausbeutung, Unterdrückung und Entfremdung demonstriert. In dem Arte-Dossier „Mai 68“ beleuchten gleich mehrere Dokus, wie es zu der 68er-Bewegung kam und was von ihren Zielen übrig blieb.

Arte / Verfügbar bis 20.07. oder länger: Zu den Dokus

Der Tintenfisch und der Wal

Familiendrama von Noah Baumbach: Zwischen Joan (Laura Linney) und Bernard (Jeff Daniels) funkt es nicht mehr. Also lassen sich die beiden Autoren scheiden. Am härtesten trifft das ihre Söhne Walt (Jesse Eisenberg) und Frank (Owen Kline), die sich von der Situation überrumpelt und im Alltag ziemlich allein gelassen fühlen. Mit einem Mal fangen alle vier an sich immer komischer zu verhalten.

Watchbox / Dauerhaft verfügbar: Zum Film

Hinter den Kulissen: Das Phantasialand

Das Phantasialand ist einer der ältesten Freizeitparks in Europa und hält neun Weltrekorde für seine Fahrgeschäfte. Es betreibt die bestbesuchte Dinner Show Deutschlands und hat den größten chinesischen Gebäudekomplex außerhalb Asiens. Als Märchenpark vor gut 50 Jahren gestartet, muss sich der Park immer wieder neu erfinden, um im harten Konkurrenzkampf der Freizeitparks ganz vorne zu bleiben.

WDR / Verfügbar bis 29.06.2019: Zur Doku

Wie Free-to-Play-Games euch das Geld aus der Tasche ziehen

Überall sieht man Banner für Gratisgame wie Clash of Clans & Co. – sie versprechen schnelle Unterhaltung und auch ein bisschen Nervenkitzel. Doch was passiert, wenn man wirklich in den Pixelwelten vorankommen möchte? Der Spielfortschritt geht schnell richtig ins Geld. STRG_F-Reporter Johannes Edelhoff hat sich die Tricks der Spieleindustrie angeschaut und selbst zwei Monate exzessiv gezockt.

STRG_F / Dauerhaft verfügbar


Image NFP marketing & distribution*, Arte

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Die Netzpiloten sind Partner der Monetize Mobile Media 2018

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Die Akademie der Deutschen Medien und die VDZ Akademie bündeln ihre Kompetenzen und veranstalten zusammen die Monetize Mobile Media. Am 16. April wird das Literaturhaus München Schauplatz eines Events rund ums Thema Mobile.

Mehr als nur ein Trend

Der mobile Sektor ist längst kein Trend mehr. Während früher noch Desktop den Ton angegeben hat, setzen sowohl jüngere als auch etablierte Medienhäuser auf Mobile als Hauptnutzungskanal!

Ab 10 Uhr erwarten euch viele spannende Vorträge rund um die drei Haupt-Themenblöcke “Content”, “Context” und “Conversion”. Wichtig sind im Bereich Content also Fragestellungen wie der Einsatz von Storytelling, beispielsweise durch Podcasts und crossmediale Kampagnen, oder VR erfolgreich von statten gehen kann. Im Themenkomplex Content wird sich mit digitalen Assistenten, Chatbots, Gamification und mehr auseinandergesetzt. Der Themenblock Conversion behandelt die mobile Erlösquellen und -modelle für die Monetarisierung, aber auch, wie man neue Nutzer gewinnen kann. 

Viele interessante Speaker teilen ihre Erfahrungen aus dem Bereich der Monetarisierung mobiler Medien. Vincent Kittmann von den Online Marketing Rockstars ist dort der Head of Podcasts und spricht zum Thema „Monetarisierung von Podcasts als wachsende Streaming-Media-Marken“. Dr. Markus Dömer (Carlsen Verlag/Bonnier) referiert über AR und VR Storytelling in (Buch-)Verlägen und Matthias Mehner (WhatsBroadcast) lässt uns an seinem Wissen über „Messenger Chatbots und Gamification als Traffic-Treiber (und Werbekanal)“ teilhaben. 

Für wen ist die Monetize Mobile Media?

Wenn digitale und vor allem mobile Fragestellung schon zum Tagesgeschäft eures Unternehmens zählen, ist die Monetize Mobile Media für euch geeignet. Vor allem Verantwortliche und Praktiker aus Verlagen- und Medienunternehmen, aber auch Redakteure, Vertriebsmitarbeiter und viele mehr, sind auf der Veranstaltung richtig. 

Bis zum 22.03.2018 gibt es Tickets für die Monetize Mobile Media noch zum regulären Preis, danach werden sie teurer, also entscheidet euch bald! Mit dem Hashtag #mmm18 könnt ihr euch mit News zur Veranstaltung auf dem Laufenden halten. Seid am 16. April in München dabei! 

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So lernt dein Startup fliegen – Kapitel 1: Product-Market-Fit

peshkov - stock adobe com

Eine Artikel-Serie für Menschen, die aus ihrer Geschäftsidee ein erfolgreiches Startup machen wollen.


Im Januar bin ich mit meinem Startup Shelfd in das 4. Batch des Media Lab Bayern gestartet. Und als Auftakt der sechsmonatigen Förderung sind alle Teams zwei bunte Wochen Startup-Bootcamp durchlaufen. Fast jeden Tag stand ein anderes Oberthema auf dem Programm, das uns inspirieren sollte und durch das wir uns immer wieder hinterfragen sollten. In den Sessions haben wir zum Beispiel etwas über die Themenbereiche Prototyping, Design, Marketing und Sales gelernt. Und weil ich diesen Input richtig wertvoll fand, teile ich die wichtigsten Methoden, Learnings und Tipps der Coaches hier mit allen Netzpiloten, Gründern in spe und Startups, die sich neu erfinden wollen.

Den Anfang machte Ralf Westbrock von Str84wd mit dem großen Thema Product-Market-Fit. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob unsere Produktidee ein reales Kundenbedürfnis befriedigt. Und um das herauszufinden, haben wir die beiden Tools „Value Proposition Canvas“ und „Business Model Canvas“ rauf und runter dekliniert. Noch besser eignen sie sich sogar dafür, wenn man noch gar keine Vorstellung davon hat, was man genau plant – aber eine Zielgruppe vor Augen hat. Denn der Start eines jeden Geschäftsvorhabens liegt in der Evaluierung des Marktes und einem fokussierten User Research.

 

 

#Moodbild aus dem @MediaLabBayern. Grüße vom #ValuePropositionCanvas!

Ein Beitrag geteilt von Shelfd (@heyshelfd) am

 

Du startest am besten damit Abstand von deiner Idee, bestehenden Features und sonstigen Schranken zu gewinnen. Denn die kopflose Umsetzung bringt am Ende nichts, wenn sie nur den eigenen Vorstellungen der perfekten Lösung entspricht. Die richtige Strategie ist es, immer zuerst den Markt zu untersuchen und nicht schon über den eigenen Beitrag nachzudenken. Also nimm dich einmal zurück und frage dich, welche Jobs deine Zielgruppe eigentlich zu erledigen hat? Und das darfst du dir nicht ausdenken, sondern solltest direkten Kontakt aufnehmen und dir beschreiben lassen, was schon gut läuft und wo sich Stolpersteine auftun. An dieser Stelle willst du noch nicht überzeugen, sondern dazu lernen.

Alles beginnt mit dem richtigen Werteversprechen

Das perfekte Tool zur Ausarbeitung deiner Idee ist der Value Proposition Canvas von Strategyzer. Er stellt die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt der Betrachtung und hilft dir, deine Produktidee von der heutigen Situation deiner Kunden zu trennen. Denn wenn man echte und wichtige Probleme löst, braucht man gewissermaßen kein Marketing mehr. Dann wird sich die Lösung ganz von allein zu behaupten wissen. Wenn du nun bei der Entwicklung deines Startups oder von neuen Produkten mit der Wertschöpfung für deine Nutzer startest, hast du die besten Chancen auf Erfolg am Markt.

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Image by Strategyzer

Ausgefüllt wird der Canvas von rechts nach links. Zuerst betrachtest du dein Kundenprofil (#1): Was versuchen sie zu erreichen? Dann schreibst du die Aufgaben auf, die dafür erledigt werden müssen. Danach folgen unangenehme (#2) und wünschenswerte Situationen (#3), die im Zusammenhang mit diesen Aufgaben entstehen. Was macht die Erledigung heute schwierig und teuer? Welche Mehrwerte ersehnen sich deine Kunden? Das alles kannst du im Team brainstormen – und dann aus Interviews mit Menschen aus der Branche belegen oder korrigieren.

Weiter geht es mit der linken Seite und der Einlösung deines Werteversprechens. Du startest damit alle möglichen Produkte und Dienstleistungen aufzulisten (#4), mit deren Hilfe du Nutzen für deine Kunden erzeugen könntest. Am besten du fokussierst dich aber auf solche Bereiche, die einen möglichst großen Schmerz verursachen. Damit sicherst du dir eine vergleichsweise große Bereitschaft neue Lösungsansätze auszuprobieren und dafür auch echtes Geld zu bezahlen. Mit den Schmerzkillern (#5) und Nutzenstiftern (#6) erledigst du anschließend schon das halbe Grobkonzept deiner Features. Denn sie beantworten das „wie?“ in der Frage, wie du die Schmerzen und Nutzen aus der rechten Seite tatsächlich verringerst beziehungsweise erzeugst.

Zoom-out auf die große Draufsicht

Das Kundenproblem ist erst der Anfang. Nach der Lösung folgt das Geschäftsmodell. Und das lässt sich am besten mit Hilfe des Business Model Canvas von Strategyzer evaluieren. Ganz praktisch: Der Value Proposition Canvas hat bereits zwei der neun Felder in den Fokus genommen. Weiter geht es also mit der Analyse, wie dein Produkt am Markt funktionieren kann. Und auch dafür musst du noch keinen einzigen Euro in die Entwicklung selbst investieren. Stattdessen beleuchtest du deinen Weg zum Erfolg und minimierst gleichzeitig viele unternehmerische Risiken, da du bereits jetzt über alle positiven und negativen Aspekte nachdenken kannst.

Image by Strategyzer

Nachdem dein Kundensegment (#1) und Wertangebot (#2) bereits definiert sind, kümmerst du dich also um relevante Kommunikationskanäle (#3) und deine Kundenbeziehungen (#4). Welche Art von Beziehung erwarten deine Nutzer zu dir und wie erreichst du sie am besten? Natürlich darf dein Angebot auch etwas kosten und auf verschiedenste Erlösquellen (#5) setzen – von einmaligen Verkäufen über Abonnements bis hin zu Werbung. Merke: Jedes tragfähige Geschäftsmodell muss an irgendetwas ein Preisschild hängen.

Wenn du Teil zwei des Business Model Canvas aus dem Stehgreif ausfüllen kannst, zeugt das von großem Know-how und großer Branchen-Kenntnis. Denn in der linken Hälfte werden zunächst Schlüsselressourcen (#6) und –aktivitäten (#7) behandelt. Erstere beschreiben das, was notwendig ist, um dein Produkt anzubieten (Werkstoffe, Manpower etc.). Zweitere beschreiben die Dinge, die du tun musst, um dein Produkt anzubieten (Produktion, Vertrieb etc.). Das alles kann durch Partner (#8) ergänzt werden, die dir bei einer der vielen Teilaufgaben helfen. Zu guter Letzt werden die Kosten (#9) eines jeden Rädchens aufgelistet. Spätestens jetzt zeigt sich, ob deine Rechnung am Ende aufgehen wird und du tatsächlich Gewinn erwirtschaften kannst.

Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn…

Wenn du den Value Proposition Canvas und den Business Model Canvas nun ausgefüllt hast, steht die Validierung deiner vielen Annahmen an. Die Wirklichkeit ist einfach der beste Gradmesser für den Erfolg deiner Idee: Sprich mit Kunden, die nicht länger ohne deine Lösung leben wollen. Und wenn der Schmerz so richtig groß ist, finanzieren sie womöglich sogar die Entwicklung im Voraus. Dafür musst du eigentlich nichts weiter tun, als sie so lange hinzuhalten, bis du tatsächlich soweit bist zu liefern. Das gelingt beispielsweise durch einen großzügigen Rabatt bei Vorauszahlung oder indem du kommunizierst, dass es wegen der großen Nachfrage noch zu einer kurzen Verzögerung kommt. Aber so ein unterschriebener Auftrag und andere Vorab-Bekenntnisse sind das Beste, was dir passieren kann!

Wie du es schaffst dafür die Kommunikation anzukurbeln und erste Leads einzusammeln, beschreibe ich im zweiten Teil dieser Artikel-Serie. Man beachte, dass bis hierhin erst zwei Tage unseres Coachings am Media Lab Bayern vergangen sind. Es gibt also keine Ausrede die beiden Methoden nicht mal an einem Wochenende auszuprobieren. Zugegeben hilft so eine intensive Betreuung wie durch Ralf von Str84wd aber auch extrem dabei sich zu fokussieren.


peshkov/stock.adobe.com

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Die Netzpiloten sind Medienpartner der dmexco 2017

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Sie verspricht Einblicke, spannende Speaker und viele Aussteller: am 13. und 14. September findet wieder die dmexco in Köln statt. Die Digital Marketing Exposition & Conference ist der Treffpunkt für die internationale digitale Branche, Marken, Medien, Agenturen, Influencer sowie Vertreter aus Industrie und Technik und viele Mehr. Der Kongress findet nun schon zum neunten Mal statt.

Auf den ingesamt 15 Bühnen stellen Unternehmen digitale Trends vor, egal ob Startup oder CEOs führender Unternehmen. Über 570 Speaker werden in den acht Formaten erwartet. Dieses Jahr unter dem Motto: Lightening the Age of Transformation. It’s not a Trend – it’s a Movement!

Die Digitale Transformation ist ein fortlaufender Prozess

Themen die unter diesen Bereich fallen sind zum Beispiel das Internet of Things, zunehmende Automatisierung, die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen oder auch der Einsatz von Virtual Reality für alle. Aber was wäre eine digitale Transformation ohne die treibende Kraft dahinter: der digitalen Branche. Und so stellen die Speaker ihre Ideen und Vorschläge für die Zukunft in diesen Formaten vor:

  • Congress Hall:
    Hier ist der Ort für Keynotes, Interviews und Panels. Die Congress Hall wird der Mittelpunkt der Veranstaltung werden und spannende Insights zu allen aktuellen Themen und Trends geben. Dieses Jahr hat die dmexco erneut ein hochkarätiges Programm an Speakern zusammengestellt, unter anderem mit Sheryl Sandberg, CCO von Facebook, Jack Dorsey, CEO von twitter, Marc Pritchard, CBO von Procter & Gamble, Claudia Willvonseder CMO IKEA Global und dem ehemaligen ESA Astronaut Dr. Thomas Reiter.
  • Debate Hall
    Nah am Geschehen können Zuschauer in dieser Diskussionsarena Debatten zu aktuellen Themen verfolgen und sogar mitgestalten. Mit einem Voting Tool diskutiert das Publikum live mit.
  • Motion Hall
    Im letzten Jahr feierte die Motion Hall ihre Premiere, jetzt gehört sie schon zum festen Programm. In der Motion Hall dreht sich alles um die führenden Videoproduzenten, Bewegtbildtrends und innovative Marketingmöglichkeiten. In diesem Jahr wird es erneut 13 Casestudies geben zu internationalen Unternehmen, unter anderem CNN, Facebook, RTL, National Geographic, Walt Disney Company und YouTube.
  • Experience Hall
    Hier steht das Verbrauchererlebnis im Mittelpunkt. Hier treffen Visionäre und Vordenker zusammen um über die Zukunft zu sprechen. Unternehmen und Marken stellen innovative Kommunikationsmöglichkeiten und Technologien vor und berichten von ihren Erfahrungen. So können Trends veranschaulicht werden.
  • Außerdem:
    Über 100 Seminare, Work Labs, das Speakers Forum und das Startup Village für Business Pitches, Case Studies und nahen Austausch mit Unternehmen wie: Amazon, Facebook, Spotify, ebay, ProSiebenSat.1 Media, CNN, Snapchat, Gruner +Jahr, Twitter, Mozilla, BILD, Nestlé, BBC World News oder Google.

Dabei sein

Abends hat die dmexco ebenfalls ein Programm aufgestellt, mit der offiziellen dmexco Pure Partyin der Wolkenburg in der Kölner Innenstadt oder verschiedenen Standparties. 

Egal ob junger Unternehmer oder etabliertes Unternehmen, die dmexco hält für jeden etwas bereit. Alle die dabei sein wollen, können sich hier bis zum 29. August noch Frühbuchertickets sichern, danach geht der Verkauf in die nächste Preisstufe. Wir wünschen euch viel Spaß.

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Die Netzpiloten sind Partner der Medientage München 2017

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In München finden vom 24. bis zum 26. Oktober 2017 die Medientage München 2017 statt. Das Motto lautet dieses Jahr: „Media, Trust, Machines – Vertrauen in der neuen Mediengesellschaft“. Das Publikum zielgenau zu erreichen ist für Medienunternehmen derzeit eine der größten Herausforderungen der neu entstehenden Medienlandschaft der Plattformen, künstlichen Intelligenz und lernenden Maschinen.

Immer wichtiger wird dabei der Begriff „Vertrauen“. Sowohl für klassische als auch für digitale Angebote gilt es, das Vertrauen des Publikums zu erhalten bzw. zurückzugewinnen. Stefan Sutor, Geschäftsführer der Medientage München GmbH, sagt dazu: „Die Verantwortung der Medien für die Gesellschaft ist in den letzten Monaten sehr deutlich geworden. Wir haben eine neue Debatte, der sich alle Medien stellen müssen und wir bieten das Forum“.

Seit 30 Jahren ein Wegweiser in der Medienwelt

Einige weitere Schwerpunktthemen von Kongress und Messe sind zum Beispiel der Umbruch und die neuen Player in der Fernseh- und Audiobranche, der Wandel von Medienangeboten durch Künstliche Intelligenz und Assistenten, neue digitale Mediendienste und Geschäftsmodelle, die Bedeutung der Blockchain-Technologie für die Medien- und IT-Branche, spannende Möglichkeiten des Storytelling durch Virtual-, Augmented und Mixed Reality sowie die Automatisierung von Werbung und Medien.

Seit 1987 gibt es den Medienfachkongress, der ins Leben gerufen wurde, um dem Fachpublikum die Möglichkeiten des damals jungen privaten Rundfunks und die Potenziale der Kabelnetze in Deutschland aufzuzeigen. Bei den diesjährigen Medientagen werden Spitzenmanager und Medienprofis vor Ort sein, wo sie die Schlüsseltrends der Medienbranche analysieren. Außerdem werdet ihr auf Experten aus Fernsehen, Hörfunk, Print und Mobilkommunikation, Spezialisten aus den Bereichen Internet und Multimedia und des Weiteren Werbeprofis, Medienpolitiker sowie Filmschaffende treffen.

Die Location ist das ICM der Messe München. Hier bekommt ihr eure Tickets.

+++ Verlosung +++

Wir verlosen 2×1 Tagesticket für die Medientage München. Tragt euch hier in das Formular ein und gewinnt mit etwas Glück die Tickets.

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WikiLeaks-Anklage würde Demokratie und Pressefreiheit verletzen

censorship-1315071_1920 (adapted) (Image by dimitrisvetsikas1969 [CC0 Public Domain] via pixabay)

Das US-Justizministerium erarbeitet gerade eine Strategie, um die Verantwortlichen der Whistleblowing-Plattform anzuklagen. Unter den diskutierten Anklagepunkten sind Verschwörung, Diebstahl von Regierungseigentum und Verstöße gegen ein äußerst umstrittenes Anti-Spionage-Gesetz. Das Vorgehen der Regierung in diesem Fall ist extrem problematisch, kriminalisiert es doch – wie die Vorgängerregierung unter Barack Obama bereits erkannte – im Prinzip die Arbeit investigativer Journalistinnen und Journalisten.

US-Justizministerium prüft Anklage gegen WikiLeaks

Die US-Staatsanwaltschaft und das Justizministerium diskutieren momentan eine Anklage gegen Mitglieder der Whistleblowing-Plattform WikiLeaks. Gegenstand der aktuellen Untersuchungen ist insbesondere der „Cablegate“-Leak, in dessen Rahmen seit dem Jahr 2010 mehrere Millionen diplomatischer Depeschen der US-Regierung und ihrer Partner veröffentlicht worden sind. Daneben ist aber auch der kürzlich erfolgte Leak von CIA-Hackertools Gegenstand der Untersuchungen. Auch hier wird geprüft, ob WikiLeaks strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.

Die möglichen Anklagepunkte umfassen Verschwörung und den Diebstahl von Regierungseigentum. Daneben sind aber auch mögliche Verstöße gegen den „Espionage Act“ von 1917 im Gespräch. Dieses Anti-Spionage-Gesetz, eingeführt unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, um die Schwächung der US-Streitkräfte zu verhindern, ist äußerst umstritten. Immer wieder bezeichneten Kritikerinnen und Kritiker es als potentiell verfassungswidrig. Dennoch ist es bis heute in Kraft.

Kriminalisierung investigativen Journalismus‘

Die Obama-Regierung ging teilweise mit einiger Härte gegen Whistleblower vor. Gleich mehrere von ihnen wurden in Barack Obamas achtjähriger Amtszeit unter dem bereits erwähnten Espionage Act angeklagt. Bekanntestes Beispiel ist die WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning, die zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde und in der Haft zahlreiche Härten erleiden musste, von Obama allerdings im letzten Moment begnadigt wurde und nun wohl in Kürze frei kommen wird.

Von einer Verfolgung der WikiLeaks-Aktivistinnen und -Aktivisten, die den Leaks eine Plattform gaben und diese der Öffentlichkeit zugänglich machten, sah die Obama-Regierung jedoch ausdrücklich ab. Ihre Begründung: WikiLeaks ist ein journalistisches Projekt. Seine Mitarbeiter zu verfolgen, käme einer Kriminalisierung von investigativem Journalismus gleich und wäre damit ein inakzeptabler Verstoß gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.US

Schutz für alle Journalistinnen und Journalisten

Die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump scheint keine solchen Bedenken zu haben. Diese Tatsache ist äußerst bedenklich. WikiLeaks ist ein journalistisches Projekt. Das Ziel der Plattform, Fehlverhalten von Staaten und Unternehmen aufzudecken und die Informationen darüber der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist ohne jeden Zweifel die Zielsetzung eines Presse-Organs.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Presselandschaft sehr verändert. Neben den klassischen Medien wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen gibt es mittlerweile auch News-Websites, Blogs, informative Social-Media-Angebote, Podcasts und einiges mehr. Neben klassischen fest angestellten oder freien Journalistinnen und Journalisten sorgen auch Bloggerinnen und Blogger sowie, wie eben im Falle von WikiLeaks, Aktivistinnen und Aktivisten dafür, die Bevölkerung zu informieren. Ihre Position ist oftmals heikel, denn für sie gelten nicht immer die selben Schutzklauseln wie für „normale“ Journalistinnen und Journalisten. Das muss sich dringend ändern.

Wer ein journalistisches Projekt betreibt oder daran mitwirkt und sich an gängige presseethische Grundsätze hält, muss auch als Pressevertreterin oder -vertreter behandelt werden und entsprechenden Schutz genießen. Im konkreten Fall bedeutet das, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WikiLeaks ebenso wenig für ihre journalistische Tätigkeit angeklagt werden dürfen wie das Personal der New York Times oder der Washington Post.

Dabei ändert die Tatsache, dass sich das Team von WikiLeaks in erster Linie als Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten versteht, überhaupt nichts. In der heutigen Welt sind Journalismus und Aktivismus keineswegs Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Zudem sollte die zentrale Fragestellung lediglich sein, ob die Publikation relevante Informationen mit investigativen Methoden und unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze aufdeckt – was WikiLeaks zweifellos tut.

Solidarität mit WikiLeaks

Noch ist das fragliche Memo nicht komplett bekannt und die Verantwortlichen haben sich noch nicht endgültig für oder gegen eine Anklage gegen WikiLeaks entschieden. Allerdings ist allein die bloße Erwägung dieses Schrittes ein beunruhigendes Signal, dass die Trump-Regierung die Pressefreiheit nicht so sehr respektiert, wie es wünschenswert wäre. Es ist Zeit, sich solidarisch hinter WikiLeaks zu stellen und klarzumachen, dass es sich bei der Plattform um eine journalistische Publikation handelt, die entsprechenden Schutz genießen muss und dass die internationale Gemeinschaft eine Kriminalisierung dieser journalistischen Plattform nicht dulden wird. Bei aller zeitweisen Kritik an den Methoden WikiLeaks‘ besteht kein Zweifel daran, dass es sich um eine journalistische Unternehmung handelt, keine kriminelle. Sorgen wir dafür, dass auch Donald Trump und seine Verbündeten dies einsehen müssen.


Image (adapted) „Censorship“ by dimitrisvetsikas1969 (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner der VR/AR Excellence Days

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In Hamburg finden am 27. und 18. Juni die VR/AR Excellence Days statt. Die Veranstaltung präsentiert die beiden Technologien in einem geschäftlichen Kontext. Die Leitfragen sind: Wie können VR und AR erfolgreich zur Steigerung des Unternehmensergebnisses eingesetzt werden? Wie können neue Kunden erreicht und wie die Loyalität bestehender Kunden gefestigt und ausgebaut werden? Und wie können VR & AR die Markenstrategie positiv beeinflussen?

Der erste Veranstaltungstag zeigt, wie Handel und Marken die Technologien nutzen können. Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • New Retail Realities: Wie der Einsatz von VR und AR das Shopping-Erlebnis verändert
  • Disrupting Retail: Mixed Realities – New Possibilities
  • Wo stecken heute schon Umsätze? Die Produktkategorien von VR und AR
  • AR Visions: Das erweiterte In-Store Einkaufserlebnis
  • Store inside my head: Virtuelle Shoppingwelten

Am 28. Juni, dem zweiten Veranstaltungstag, ist ein Blick auf VR und AR im Business geplant:

  • Magische Momente: VR und 360°-Storytelling
  • Zukunft der Mobilität mit VR und AR
  • Virtuelle Reiseplanung: Im Kopf schon am Strand?
  • Wenn Realität virtuell wird, was ist dann real?
  • Unterhaltung und Mehrwert: VR und AR in Media & Entertainment

Über 20 Experten sind für euch vor Ort. Freut euch zum Beispiel auf:

Die Location ist das Steigenberger Hotel in Hamburg.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Ihr erhaltet 15 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Gebt dazu einfach hier den Code „M-VRAR17-MP1“ und sichert euch eure vergünstigten Tickets!

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Diskursfähigkeit im Netz statt egozentrisches Wer-hat-den-Größten-Geschrei

Kommunikation Kopf Sprechblasen Mann Denken (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via pixabay)

Vor Jahren schrieb ich ein beratendes Gedicht-Fragment über das Ich-Syndrom im Netz:

Deine tägliche Powerpoint-Folie gib uns heute,
Projektionsflächen mit Wald- und Wiesenweisheiten,
Phrasen im Dreiviertel-Takt,
Nervensäge der Expertokratie.

Hohlräume unter der gelackten Fassade,
Keynote-Speaker der Irrelevanz,
Bulletpoints mit Bullshit im Designer-Outfit,
Semantischer Brei im Zufallsmodus.

Geheiligt ist Dein Wichtigtuertum,
Gesegnet Deine Excel-To-Do-Listen,
Gepriesen sind Deine Budapester Schuhe von der Kö oder roten Edel-Sneaker,
Du predigst Lösungen für erfundene Probleme.

Dein Gedankenreich ist geklaut,
Dein Wille für den nächsten Auftrag ungebrochen.

Demütig schreibst Du an Deiner Autobiografie mit dem Titel „ICH“ und der Unterzeile „Und nur ICH“.

Auf Deinem Grabstein ist zu lesen:
„Hier liege ICH und kann nicht anders“.

Ruhe in Frieden auf dem Friedhof Deiner Eitelkeiten.
Amen.

Leider hat sich an dieser Zustandsbeschreibung wenig geändert. Im Gegenteil. Es ist schlimmer geworden, wie Georg Franck im brandeins-Interview konstatiert. Er prägte vor rund 20 Jahren den Begriff der „Ökonomie der Aufmerksamkeit“: „Es geht nicht um ein persönliches Anliegen oder um einen bestimmten Inhalt, es geht einzig darum, eine möglichst große Resonanz zu erzielen. Hier wird Aufmerksamkeit zum Selbstzweck.

Claqueure und Seifenblasen

Wer nichts Substanzielles zu sagen hat, bläst sich auf oder kauft sich gleich ein ganzes Imperium an Sendeformaten und  Claqueuren, um der Welt die Wichtigkeit des eigenen Daseins zu demonstrieren. Zu den Meistern der kommunikativen Seifenblasen zählt die Firma Andreessen Horowitz (gegründet von Marc Andreessen und Ben Horowitz), die ihr Kapital in einigen der höchstbewerteten Silicon-Valley-Unternehmen angelegt hat. Dahinter steht eine „Publicity-Maschinerie“ mit eigener PR-Abteilung und befreundeten Journalisten in der Hightech-Presse. Im Frühling 2014 erlebten die Aktien von Softwareabonnement-Anbietern – im Fachjargon SaaS für ‚Software as a Service’ – einen Kurseinbruch.

Andreessens Content Factory machte sich an die Arbeit. Das Unternehmen stellte Blogposts und Podcasts ins Netz, die erklärten, wie missverstanden doch SaaS-Unternehmen seien. Die Anleger begriffen einfach nicht, wie ungeheuer ertragreich sie einmal sein würden. Die Podcasts quollen über vor verwirrenden Fachbegriffen, Abkürzungen und Messwerten, die sich die SaaS-Branche ausgedacht hat, um ihre eigene Leistung darzustellen. SaaS ist immer noch ein ganz junges Geschäftsfeld und es ist schwer, wenn nicht unmöglich, die Unternehmen aussagekräftig miteinander zu vergleichen“, so der frühere Newsweek-Redakteur Dan Lyons. Im Juni 2014 stoppten die SaaS-Aktien ihre Talfahrt und arbeiteten sich langsam wieder nach oben.

Freibier, Shrimp-Cocktails und Geschlechtskrankheiten

Aber gegenüber Salesforce-Chef Marc Russell Benioff sind wohl selbst Andreessen und Horowitz noch Waisenknaben. Das Forbes Magazine schätzt sein Vermögen auf vier Milliarden US-Dollar. Entsprechend gigantisch wird die Hausmesse „Dreamforce“ aufgeführt. Benioffs Auftritte seien Großtuerei und seine Kundentagung würde einer viertägigen Orgie ähneln. „Caligula wäre begeistert über diesen Triumph der Vulgarität und Verschwendung mit Freibier, endlosen Shrimp-Cocktails und einer Geschlechtskrankheiten-Ansteckungsquote, bei der die Fleet Week der US Navy kaum mithalten kann. Ich komme mir vor, als schaue ich ins Land Mordor hinab. So viele verlorene Seelen! Diese aufgewerteten Gebrauchtwagenhändler, diese Leute, zu deren Job es gehört, die Kunden zu überrumpeln und zu beschwindeln, deren Lebenssinn es ist, ihre Vorgabe zu erfüllen.“ Jeden Monat, jedes Quartal, jedes Jahr: verkaufen, verkaufen, verkaufen.

Wie das Netz mit geschwätziger Reklame verdreckt wird

Das seien die Leute, die sich das Internet, eine der wunderbarsten und meistversprechenden Erfindungen aller Zeiten, unter den Nagel gerissen, es mit Reklame verdreckt und es zu einem großen Versandhandel gemacht haben. „Kein Wunder, dass diese Zombies einmal im Jahr ihre Woche in San Francisco brauchen, um bei Deepak Chopra, einer Prise Kokain und vielleicht einer kanadischen Prostituierten auszuspannen und sich toll vorzukommen“, erläutert Lyons.

Am letzten Tag, der von Lyons besuchten Dreamforce, hält Chopra einen Vortrag. „Er ist ein guter Freund Benioffs. Chopra faselt vor sich hin; irgendwie geht es um Freude, Sinn, Zusammengehörigkeit und wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben. Der alte Spruch des Komikers W. C. Fields kommt mir in den Sinn: ‚Wenn du sie nicht mit Genialität blenden kannst, überwältige sie mit Geschwätz.’ Er könnte nicht nur Chopras Vortrag, sondern der ganzen Konferenz als Motto dienen. Benioff und seine karitative Angeberei, der Trockeneisnebel, die Konzerte und Comedians: All das hat nichts mit Software oder Hightech zu tun. Es ist eine Show, mit der die Gäste unterhalten, der Verkauf gefördert und der Aktienkurs hochgetrieben werden soll.

Wer hat den Größten?

Motto: Meiner ist größer! Meiner ist der größte! Benioff habe eine Art Finanzalchemie erfunden, bei der man Geld nicht nur aus dem Nichts, sondern aus Verlusten schafft. „Je mehr er für Partys zum Fenster hinauswirft, desto reicher wird er“, schreibt Lyons.

Das Zauberwort zur Entzauberung des netzmedialen Trumpismus heißt nach Auffassung von Wolf Lotter Diskursfähigkeit. Also das, woran es nicht nur dem Gebrüll von Trump, Benioff und Co. mangelt, sondern auch der Gesellschaft und den zahlreichen, nur nach Selbstbestätigung gierenden Menschen. Bohrende Fragen stellen, hinter die Kulissen und unter die Motorhaube des Marketing-Nebels schauen, das wären wohl erste Maßnahmen, um wieder klarer in der Netzöffentlichkeit sehen zu können. Nicht Mitklatschen und alles bejubeln, sondern kritische Debatten führen. „Wenn der Bohrer den Grund erreicht, wie in diesen Tagen, zeigt sich ohnehin, was Sache ist. Klartext ist die wichtigste Zutat jeder erfolgversprechenden Kommunikation“, führt Lotter in seinem Einleitungstext in der Februar-Ausgabe von brandeins aus. Schwerpunkt: „Der Kampf um Aufmerksamkeit und seine Folgen“. Urteil des Notiz-Amtes: Das richtige Thema zur richtigen Zeit. Nicht nur im Marketing. 


Image (adapted) „Kommunikation Kopf Sprechblasen Mann Denken“ by geralt (CC0 Public Domain)


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Das war der Kindermedienkongress 2016

Am 14. November 2016 fand im Literaturhaus in München der Kindermedienkongress 2016  der Akademie der Deutschen Medien statt. Unter dem Hashtag #kimekon wurde während der Veranstaltung fleißig getwittert. Zum siebten Mal wurde dieses Event einberufen, es stand dieses Mal unter dem Motto „Snapchatter, Pokémon GO-Jäger und … Leser? Wie Content Kids auch morgen noch überzeugt“.

Erwachsene sind häufig besorgt über den Umgang, den schon kleine Kinder mit digitalen Medien haben. Zum Auftakt der Veranstaltung erklärte Prof. Karl Heinz Brisch vom Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität in München in seinem Vortrag dazu, es sei für Kinder kein Problem, Umgang mit digitalen Medien zu haben. Voraussetzung sei aber, dass sie eine gesunde Bindung zu ihren Bezugspersonen entwickelt haben, also dadurch auch gelernt haben, in Verbindung und in Kommunikation mit ihrem Umfeld zu treten und Empathie zu entwickeln. Wenn Kinder keine gesunde Bindung zu ihren Bezugspersonen entwickeln konnten, kompensieren sie dies häufig durch Suchtverhalten, insbesondere Mediensucht. Der Umgang mit Medien ist für Kinder vor allem dann problematisch, wenn diese als Ersatz für die Betreuung, die Kommunikation und den Kontakt zu Bezugspersonen eingesetzt werden.

Lieblingsthemen von Jungen und Mädchen früher und heute

Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, dem größten deutschen Spezialinstitut für Kinder- und Jugendforschung, führte als Moderator durch den Kongress und gab den Zuhörern auch einen Überblick aus der Marktforschung über die Mediennutzungsvorlieben von Kindern und ihre Lieblingsthemenwelten. Generell lässt sich sagen, dass Unisex-Themen wie die Kinderserie Wickie nicht mehr so gut funktionieren. Die Disney-Heldin weist zwar auch klassisch weibliche Merkmale wie Mädchenhaftigkeit und Schönheit auf, sie verbindet sie aber mit einem rebellischen Charakter und einer Auflehnung gegen weibliche Stereotype. Auch die Eltern haben sich verändert. Sie sehen Problemen wie der Genderthematik, Süßigkeiten und digitalen Medien entspannter ins Auge. Eine spannende Anekdote, die der Jugendforscher erzählte, war der Fall Lego Friends. Für Mädchen bietet Lego im Handel spezielle Lego-Steine in mädchenfarben an. Dafür wurde das Unternehmen stark kritisiert. Der Markt der Devices, berichtete Alex Dammler, verschiebt sich in Richtung des Handys, Spielekonsolen rücken zunehmend in den Hintergrund, mit Ausnahme der Sony PlayStation, die multifunktional nutzbar ist.

Ebenfalls zu Gast auf dem Kindermedienkongress war Jörg Risken, Publishing Director Magazines der Firma Egmont Ehapa Media, die in Deutschland u.a. Magazine wie Barbie, Benjamin Blümchen und Micky Maus herausgibt. In seinem Vortrag rät er dazu, auf starke Marken, also starkes Storytelling zu setzen, um Marken und Lizenzen optimal zu nutzen.

Alex Dammler, Redner, Bühne, Speaker, Mikrofon
Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth, führt als Moderator die Zuschauer durch das Programm.

Pixie-Bücher treffen auf Conny-Apps

Als nächstes schlug Mareike Hermes vom Carlsen-Verlag eher vertraute Töne an: das Hauptzugpferd der Carlsen Kindermedien seien nach wie vor die Pixie-Bücher in Print. Im digitalen Bereich konnte der Verlag mit den Conny-Apps Erfolge feiern, die als mobiles Vorreiterprojekt die Bestseller-Listen im App Store anführten. Aktuelles Digitalprojekt: Die Apps The Dark Ride und Mission X, die den Fokus auf den Text und hohe Storyqualität legen und die optimal auf das Lesen auf Smartphones mit vielen Unterbrechungen abgestimmt sind. In den Apps können Leser zwischen neun verschiedenen Storylines wählen. Permanent ist die Entscheidung gefragt, welche Storyline der Leser weiter verfolgen will. Damit bleibt er am Ball. Auf weitere Features wird weitestgehend verzichtet. Die App ist in mehreren Sprachen zu haben, aktuell nur für Apple aus technischen Gründen, Android folgt so bald wie möglich.

Mit Violetta aus den Kinderschuhen ins Erwachsenenleben

Nach dem Vortrag von Mareike Hermes begann Nico Wohlschlegel von Disney seine Präsentation. Für die Firma stehen die Community und Social Media an oberster Stelle. Nico Wohlschlegel sprach über Violetta, die erste Telenovela für Kinder und Tweens, die in den Jahren 2012 bis 2015 produziert wurde. Violetta ist auch ein spezielles Angebot für den Übergang von Kindheit zu Pubertät und hilft Kindern, in die neuen Gefühlswelten einzutauchen, die auf sie warten. Das wird in den Social-Media-Kommentaren deutlich.

Den vorerst letzten Vortrag vor dem Roundtable zum Thema „Internationale Best Cases für innovative Kindermedien“ hielt Louise Carleton-Gertsch. Die geborene Engländerin war u. a. ein Jahr als Chefredakteurin für das Kinder-Internetportal www.4kidz.de tätig und arbeitet nun freiberuflich in München. Sie präsentierte dem Publikum ein Best-of der internationalen, digitalen und interaktiven Kindermedien. Den Schwerpunkt legte sie auf Augmented Reality, was in etwa so viel bedeutet wie „erweiterte Realität“ und eine computergestützte Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung bezeichnet. Weitere Kernthemen waren Storytelling, Branding und Kampagnenstrategien.

Nachgefragt: Ist YouTube das neue Fernsehen?

Anschließend stand auf dem Programm eine Kindertalkshow unter der Fragestellung: Welche Medien wünschen sich Kinder wirklich? Vier Jungen und vier Mädchen, alle zwischen acht und zwölf Jahren alt, sprachen über ihre Wünsche, ihren Alltag und welche Rolle Medien in dem Zusammenhang spielen. Leser und Nicht-Leser sich die Waage hielten. Während Fernsehen passee zu sein scheint, interessieren sich die Kinder heutzutage mehr für YouTube. Zwar findet sich in Kinderzimmern nach wie vor oft ein Fernsehgerät, es wird jedoch eher für Amazon Prime, Netflix & Co. genutzt, Kinder haben heute ebenfalls Zugang zu den genannten Streaming-Diensten und benutzen den Fernseher ebenfalls für Gaming. YouTube dient nicht nur der Unterhaltung, sondern wird von den Kindern auch als Informationskanal genutzt, beispielsweise um Rezepte mit Anleitung oder Basteltipps zu finden. Beliebt ist dabei außerdem die Funktion des Vorschlagens empfehlenswerter Videos. Dennoch stehen auch analoge Hobbys weiter hoch im Kurs, wie zum Beispiel basteln, malen, kochen und Sport.

Den abschließenden Vortrag hielt Astrid Kahmke vom Bayerischen Filmzentrum. Sie ging der Fragestellung nach, was es schon im Bereich Augmented Reality und Virtual Reality gibt. Weiterhin informierte sie die Zuhörer über alle Neuigkeiten von Tilt Brush, also das dreidimensionale Malen mit entsprechender Brille und Werkzeug, bis zur Playstation VR.

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Die Netzpiloten sind Partner der NEPTUN Awardshow 2016 + Ticketverlosung

Am 17. November wird ab 18 Uhr im Hamburger Kehrwieder Theater der NEPTUN Award verliehen. Zum bereits 11. Mal zeichnet Hamburg@work die beste Crossmedia Kampagne aus.

Neben dem klassischen NEPTUN Award wird auch der NEPTUN Grand Prix verliehen, eine aus rund 250 Branchen-Experten bestehende Jury wählt dabei gemeinsam mit Publikums-Votes die beste aus 5 wirtschaftlichen Kampagnen aus. Aber was zeichnet eine Award-verdächtige Kampagne aus? Der NEPTUN Award setzt vor allem auf Innovation, eine packende Strategie, intelligente Medienvernetzung, Viralität und die Effizienz der Kampagne. Im Fokus der Auszeichnung stehen ausschließlich crossmediale Formate, die zwischen Juni 2015 und September 2016 und in mindestens 3 Kanälen gestartet sind. Belohnt werden soll damit das Engagement der Werbemacher verschiedene mediale Kanäle zu nutzen und „outside the box“ zu denken. Das Preisgeld hat einen Betrag von 150.000€ und wird vom Axel Springer Verlag zur Verfügung gestellt. Weitere Auszeichnungen sind der Neptun Talents Award, gesponsert von fandom powered by wikia , sowie der Sonderpreis „best use of mobile“, gesponsert von Smaato.

+++ Ticketverlosung +++

Wer sich die NEPTUN Awardshow nicht entgehen lassen möchte, kann bei uns noch fix bis Donnerstag 17. November – 10 Uhr, 5×2 Tickets für Award Show und Preisverleihung gewinnen. Hierfür müsst ihr nur eine Mail mit dem Betreff „NEPTUN“ und der richtigen Antwort auf die Frage: „Zum wievielten Mal findet der NEPTUN in diesem Jahr statt?“ an gewinn@netzpiloten.de senden. Die Gewinner werden selbstverständlich von uns benachrichtigt. Wir wünschen viel Glück!

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Destination Check: VDZ Publishers‘ Summit

Vom 7. bis 8. November 2016 fand der diesjährige Publishers‘ Summit in Berlin statt. Hier trafen sich die Vertreter der großen Verlagshäuser, um sich über die Entwicklungen in der Medienwelt auszutauschen – von wirtschaftlichen Themen wie die Zukunft des Print- und Onlinegeschäfts bis hin zu journalistischen Grundfragen wie dem Pressekodex wurden die Themen der Zeit besprochen.

Neben den großen Köpfen der deutschen Verlagswelt waren auch Chefredakteure wie Giovanni di Lorenzo, Jörg Quoos und Tanit Koch zu einer Expertenrunde geladen. Bei den politischen Keynotes äußerten sich unter anderem Wolfgang Schäuble und besonders Martin Schulz , der Präsident des Europäischen Rats und Can Dündar mit sehr berührenden Worten zur Lage der Medienwelt. Ich habe mich für die Netzpiloten umgehört, wie die Besucher und die Teilnehmer die Konferenz einordnen.


Moderation: Andrea Thilo, Journalistin, Filmproduzentin, Moderatorin


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Image by Körber Stiftung

Andrea Thilo ist Filmproduzentin, Journalistin und Moderatorin und hat für verschiedene Rundfunk- und Fernsehformate wie DAS!, Tagesschau, Tagesthemen und Liebe Sünde gearbeitet. Auf der Publishers‘ Summit führte sie wie in den letzten Jahren durch das Programm.

 

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich habe das schon mehrere Jahre gemacht und mich wieder sehr wohl gefühlt. Ich habe das Gefühl, dass es hier wirklich ein Interesse an Diskurs gibt, auch ein Interesse an Selbstbefragung und auch daran, Antworten zu finden auf die Frage, welche Rolle und Verantwortung Medien in einer wirklich herausfordernden Zeit haben. Egal, ob wir nach Amerika, nach Deutschland oder weiter Richtung Osteuropa gucken. Ich habe das Gefühl, ich habe es mit leidenschaftlichen Leadern in dieser Branche zu tun, die das sehr Ernst nehmen.

Das sind aber keine schnellen Antworten, die man darauf findet. Insofern kann man die Welt in 26 Stunden beim Publishers‘ Summit nicht komplett verändern, aber man kann ganz wichtige Denkanstöße geben, und ich glaube, das ist hier passiert. Die Tatsache, dass das Thema Pressefreiheit wieder so hoch auf der Agenda war, oder die Frage nach der Reaktion auf die Digitalisierung, Adblocking, Steuerfragen, dass das weiterhin so hoch gespielt wird, ist ein gutes Zeichen von genau dieser Verantwortungsübernahme. Ich bin gespannt, worüber wir 2017 diskutieren.

Die Diskussionen werden angestoßen und gehen auch in die Redaktionen zurück. Was hier Verleger besprechen, wird auch seine Rückschlüsse haben auf das, was wir erleben werden. Also zum Beispiel die Frage, wie wir als Medien kritisch miteinander umgehen sollen, oder die Frage nach dem journalistischen Ehrenkodex. Wir müssen uns noch stärker mit einer gefühlten Realität dort draußen auseinandersetzen, die vielleicht nicht die ist, die in München und Hamburg herrscht. Ich glaube, das nehmen die Leute mit zurück und bringen das auch in Diskussion mit ihren Redaktionen, und das ist wichtig.

Ganz wichtig fand ich auch den letzte Appell von Manfred Braun, dieses „Gemeinsam sind wir stark“. Wir sind zwar ganz klare Konkurrenten, aber wir müssen in dieser Welt der Googles, in einer Welt, in der diese Player womöglich auch noch Autos bauen, in der sich so viel verschiebt, noch stärker zusammenhalten und nach Verbündeten suchen und Wege gemeinsam beschreiten, wo wir es können, ohne uns gegenseitig zu beschädigen.

 

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Hier sind ganz viele Fachsprecher gewesen, ich kann daher nicht in Gänze beurteilen, ob in der Tiefe bestimmte Fragen, die diese Branche gerade betreffen, in extenso hier beantwortet worden sind. Vielleicht nicht. Vielleicht bleiben Fragen, aber dafür gibt es dann auch nochmal einzelne, fachspezifische Tagungen. Ich glaube, es sind wichtige Impulse gesetzt worden.

Ich kann nicht sagen, was unbeantwortet blieb, ich kann nur sagen, dass diese Frage der Aufgabe der Journalisten, dass wir eine stabile Demokratie haben wollen, die eine freie Presse unbedingt braucht, dass das so ein Appell gewesen ist, auch für meine eigene Selbstvergewisserung als Journalistin, die ich auch als Moderatorin arbeite, um herauszufinden, wo wir vielleicht diese Flamme noch stärker zum Leuchten bringen können, damit gehe ich bereicherter aus diesen zwei Tagen hervor.

 

Was war Ihr persönliches Highlight?

Die Dankesrede von Can Dündar, der sein Leben und das Leben seiner Familie einer Wahrheit in den Dienst stellt, nach der er sucht, das hat mich einfach unglaublich bewegt. Auch die Rede von Martin Schulz, der als Europäer des Jahres ausgezeichnet worden ist, fand ich toll. Ich hatte immer das Gefühl, er weint gleich, weil es ein so großes Projekt ist, für das er ausgezeichnet wurde, und wir haben es ja heute Morgen beim Talk von Herfried Münkler gehört: Die Rückbindung an 70 Jahre Frieden ist so schwer zu vermitteln, aber es geht um nichts weniger als das.

Ich muss also fragen, wie wir in Bildung, in Schule, in unseren Medien noch stärker appellieren können, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Die Frage ist auch, wie wir bessere Bilder vermitteln können, was Journalismus alles ermöglicht. Da müssen wir ran. Da sind auch Plattformen wie eben auch die Netzpiloten total wichtig, um das zu vermitteln. Vielleicht können wir uns da auch gegenseitig helfen, jenseits des Mülls, der auch im Netz verbreitet wird, eine analysierende Stimme zu haben, eine einordnende Stimme, und was es braucht, um zu einer Haltung zu kommen – und wie man das aufbereiten und weitergeben kann.

 

Würden Sie nächstes Jahr wieder mitmachen?

Also, an mir soll es nicht liegen!

 

Wie würden Sie die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Einer der Speaker hat gesagt, wenn alles immer schneller wird, brauchen wir die Auszeit vielleicht umso mehr. Wir sehen gerade, dass Wellness-Magazine wie Pilze aus dem Boden schießen. Vielleicht wird das Magazin und das Zeitschriftenlesen noch mehr Gewicht bekommen, wenn es nämlich ganz spezielle und individuelle Interessen bedient. Ob das dann gedruckt wird oder nicht, ist völlig egal, wichtig ist, dass Menschen bereit sind, dafür zu zahlen, dass sie sich diese kostbare Auszeit in einem 24-Stunden-Informationsgetöse nehmen können. Daran glaube ich fest.


Besucher: Anna Suckow und Moritz Künkel, Volontäre beim Burda-Verlag


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Image by Anne Jerratsch

Anna und Moritz werden derzeit als Print-Volontäre beim Burda-Verlag ausgebildet. In ihrem Volontariat bekamen sie die Chance, die Konferenz zu besuchen. Sie nutzten diese Chance, um die wichtigen Köpfe der Branche live zu sehen und Kontakte zu knüpfen und sich ein Bild davon zu machen, wie die Chefetage die jetzige wirtschaftliche und politische Situation bewertet.

 

Wie ist euer Gesamteindruck?

Moritz: Für mich war es die erste Veranstaltung so einer Art. Ich fand es super interessant, mal verschiedene Einblicke aus allen bereichen der Medienwelt zu bekommen. Vor allem die Studie des Allensbach-Instituts, wie die Menschen die Medien und die Zeitschriften, also uns, bewerten, besonders in Hinblick auf das Stichwort „Lügenpresse“, fand ich spannend, und auch, um mal einen Einblick zu bekommen, wie unsere Arbeit in Deutschland ankommt.

Anna: Für mich war die große Journalistenrunde am interessantesten. Es ist auch als Volontär spannend, mal so einen Einblick zu bekommen, aber natürlich richtet sich das an eine ganz andere Ebene. Für unsere Praxis konnte ich da noch nicht so viel rausziehen.

 

Haben die Speaker und die Teilnehmer eure Erwartungen erfüllt?

Anna: Von den Ansätzen fand ich die Gesprächsrunde am Besten, also die Frage danach, wie man zur Basis zurückkommen kann. Ich glaube, wenn man in seinem Newsroom sitzt mit seinen Chefredakteuren, kann man leicht den Zusammenhang verlieren, daher fand ich es gut, dass das dann doch in den Köpfen etwas mehr ankommt. Ansonsten fand ich es nicht so sehr innovativ. Ich habe eher gedacht, das wir mehr Sachen hören, die uns überrascht hätten, aber ich habe kaum Sachen gehört, die mir völlig neu gewesen wären.

Moritz: Wir haben uns gestern schon darüber unterhalten. Wir kriegen durch unsere Ausbildung natürlich viel davon mit, weil wir immer mal wieder in allen möglichen Bereichen Input bekommen, darum waren uns viele Ansätze schon bekannt. Ich fand es aber auch ganz gut, mal ein paar Leute aus dem Vorstand zu sehen und miteinander in Kontakt zu kommen.

 

Was war euer persönliches Highlight?

Anna: Für mich war es die Preisverleihung, und mal zu sehen, wer alles da ist und was da passiert. Besonders die Rede von Can Dündar, dem Chefredakteur der Cumhuriyet, hat mich wahnsinnig berührt. Der Moment, als die Standing Ovations kamen und er dastand und sprachlos war, das war Wahnsinn. Wichtig war auch, dass er dazu aufgerufen hat, dass wir nicht mehr besorgt sein brauchen, sondern endlich etwas tun müssen, das fand ich sehr aufrüttelnd. Das werde ich nicht vergessen.

Moritz: Ja, das geht mir auch so. ich fand auch Martin Schulz sehr gut und auch, wie er auf Herrn Dündar eingegangen ist. Dafür, dass er eigentlich ein Politiker ist, von denen man eher erwartet, dass sie ein bisschen herumschwafeln, hat er gesagt, was er selbst von dem Konflikt hält. Das fand ich überraschend und richtig gut.

 

Würdet ihr nächstes Jahr wiederkommen?

Anna: Wenn es klappt, sehr gerne. Es werden aus jedem Jahrgang nur einmal Volontäre eingeladen, also wird das so nicht mehr klappen, aber unseren Nachfolgern kann ich nur dazu raten, sich das anzuschauen und die Möglichkeit wahrzunehmen.

Moritz: Ich würde auch definitiv nochmal kommen.

 

Wie würdet ihr die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Anna: Ich glaube und hoffe, dass beides nebeneinander bestehen bleiben wird. Es hat sich ja schon eingeschleift, dass die Leute News online konsumieren, also hoffe ich, dass Print ergänzend dazu wirkt. Wenn ich mir wirklich die Zeit nehmen will für eine Longread und mich wirklich informieren will, dafür gibt es auf jeden Falle eine Zukunft, für die nächsten fünf Jahre auf jeden Fall.

Moritz: Wir als Print-Volontäre sind damit ja täglich konfrontiert. Es wird sich sicherlich viel verändern, aber es ist auch eine Generationenfrage. Einer der Speaker hat auch die Exklusivität angesprochen, das muss das Medium natürlich liefern, aber wir hoffen natürlich, dass es Print auch mit der entsprechenden Qualität weiter geben wird. Let’s go Print!


Besucher: Darbaz Darwesh, Stipendiat Deutschlandstiftung


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Image by Anne Jerratsch

Darbaz ist Stipendiat der Deutschlandstiftung und lebt derzeit in Stuttgart und promoviert in Luft- und Raumfahrtwissenschaften. Das Stipendium gab ihm die Möglichkeit, wichtige Persönlichkeiten aus dem Medienbusiness und Politiker wie Günther Oettinger zu treffen.

 

Wie ist dein Gesamteindruck?

Ich fand es sehr interessant, die Vorträge und die Sprecher waren sehr spannend. Wir haben viele neue Eindrücke, wie die Lage im europäischen Finanzsektor und in den Medien allgemein ist. Ich fand alles sehr interessant.

Haben die Speaker und die Teilnehmer eure Erwartungen erfüllt?

Ich war noch nie auf so einer Medienkonferenz, daher wusste ich nicht, was mich erwartet. Ich fand es aber toll. Wenn ich nochmal herkomme, würde ich mich vorher aber lieber ein bisschen mehr in die aktuellen Debatten einlesen. Ich wurde aber auf jeden Fall inspiriert, das jetzt im Nachhinein zu tun.

 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand den Vortrag von Herrn Burda gut, auch die Rede von Herrn Schäuble hat mir gut gefallen. Und die Party auf der Publisher’s Night gestern fand ich toll.

 

Würdet ihr nächstes Jahr wiederkommen?

Wenn es sich nochmal ergibt, gerne.

 

Wie würdest du die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Ich denke, dass durch die Industrie 4.0 noch viel mehr online passieren wird, darum denke ich, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen. Wir sind die Generation, in der sich alles zum Digitalen hin verändert. Es wird ein sehr großer Schritt von Print ins Internet, und genau das wird auch passieren. Ich glaube aber, es wird nicht so schwierig werden, wir haben ja schon viele Methoden. Wir sind da auf einem guten Weg.

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Soeben gelandet – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • MESSENGER Süddeutsche: Whatsapp, SMS, Apple und E-Mails im Sicherheitscheck: Seit einer Woche hat „Whatsapp“ die Chats all ihrer User komplett verschlüsselt. Das soll den Nutzer vor Hackern und Schnüfflern schützen. „Going Dark“ wird dieses Phänomen genannt. Die App wird von einer Milliarden Menschen genutzt. Wer den „Whatsapp“-Massenger nicht nutzt, fragt sich natürlich, ob seine Nachrichten auch verschlüsselt werden. Wie sicher ist die Konkurrenz?
  • DATENSCHUTZ ZEIT: Schrödingers Kryptogesetz: Wenn es um Datenschutz geht, scheiden sich die Geister. Nutzer wollen den größtmöglichen Schutz, der Staat oftmals gar keinen. Letzteres wurde nun ansatzweise in einem Gesetzentwurf zweier einflussreicher US-Senatoren entdeckt. In einem geleakten Entwurf, geht es um das Ende von Verschlüsselung in US-Produkten und darüber hinaus. Hersteller sollen der Regierung zeitnah, bei der Vorlage eines Gerichtsbeschlusses, alle Nutzerinformationen übergeben oder der bei der Entschlüsselung helfen.
  • STARTUP Welt: US-Start-up Yext macht den Sprung nach Deutschland: Wer hält eigentlich Öffnungszeiten, Adressen und andere Informationen von den verschiedensten Filialen auf Diensten, wie Google Maps, auf dem neuesten Stand? Unter anderem das Start-up „Yext“ aus New York. Ein steiler Umsatzwachstum ist der Grund dafür, dass „Yext“ expandieren möchte – nach Deutschland. Mögliche Niederlassungen könnte es in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München geben.
  • HACKER rp.online: DuMont schaltet Webauftritte vorübergehend ab: Am Wochenende ist die Mediengruppe „ DuMont“ möglicherweise Opfer eines Hackerangriffs gewesen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag seien Accounts, Passwörter und Emailadressen samt Namen von verschiedensten Medien, die zu „DuMont“ gehören, im Internet frei abrufbar gewesen. Wer gleiche Passwörter für private Dienste nutze, der wurde aufgerufen diese umgehend zu ändern, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.
  • CARSHARING techcrunch: BMW just jumped into the U.S. car-sharing biz, with the help of YC alum RideCell: Nun gibt es den Carsharing-Dienst DriveNow auch in Seattle. Dort zwar nicht unter dem gleichen Namen – in Seattle heißt der Anbieter ReachNow – allerdings mit dem gleichen Prinzip wie auch in Deutschland. Der Start des Programms hängt mit einem Investment zusammen, dass der Autobauer gerade gemacht hat. Der Software-Anbieter RideCell erhielt 11,7 Millionen US-Dollar, mit BMW als Lead-Investor.

Image by chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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Ich glaub‘ es hackt: scoopcamp Hackathon 2014

Everybody needs a hacker (adapted) (Image by Alexandre Dulauno [CC BY SA 2.0] via Flickr)

In nur 24 Stunden Echtzeit ein eigenes digitales Projekt auf die Beine stellen? Wer sich dieser spannenden Herausforderung stellen möchte, sollte sich schnell zum scoopcamp Hackathon anmelden. Am 3. und 4. September 2014 ist wieder soweit: Das scoopcamp und der vorangehende Hackathon öffnen ihre Tore. Bereits seit 2009 veranstalten Hamburg@work und 2014 nun erstmals nextMedia.Hamburg zusammen mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH die Innovationskonferenz für Onlinejournalisten mit großem Erfolg. Mehr als 250 Experten, Entscheider und Innovatoren aus der IT- und Medienbranche diskutieren über Trends und aktuelle Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung. Besonderen Focus legen die Veranstalter natürlich auf digitale Themen wie Data Journalism und Social Media.

Das Programm

Burt Herman (Storify), Jigar Mehta (Matter Ventures) und Ken Schwencke (LA Times Data Desk) eröffnen als internationale Speaker den Konferenzteil. Neben weiteren interessanten Vorträgen und Diskussionen in den Workshops gehört auch der Hackathon zu den Highlights des scoopcamps. Am Vortag treffen sich daher Unternehmen, Redakteure, Entwickler und andere kreative Köpfe, um sich in Teams zusammen zu finden und innerhalb von nur 24 Stunden mit ausreichend Hingabe, einer Extraportion Wagnis und vor allem sehr viel Spaß eine innovative Idee auf die Beine zu stellen. „New Storytelling“ lautet im diesem Jahr das Oberthema.

Wie und mit welchen Mitteln Geschichten erzählt werden, obliegt allein der Vorstellungskraft und dem Ideenreichtum der hoffentlich zahlreichen Teilnehmer. Ob am Ende nun eine App, ein Widget oder ein spezielles Tool herauskommt, bleibt allein den Storytellern überlassen. Als einzige Vorgabe muss zum Abschluss eine vorzeigbare Demonstration herauskommen. Präsentiert wird das Ergebnis dann im Rahmen des scoopcamps – ganz stilecht – auf der Bühne des Theaters Kehrwieder in der Hamburger Speicherstadt vor dem sicherlich staunenden Fachpublikum.

Im Vorjahr konnte das Team der Deutschen Welle mit der Open Source-App „Know Your Data – Tell Your Story“ den Grundstein für eine benutzerfreundliche Auslese von digitalen Fingerabdrücken legen. Oder „Hyperlocal Audio Storytelling“, ein von audioguide.me entwickeltes Widget, dass mobil veröffentlichte, lokale Inhalte auf Websites von Nachrichtenmagazinen hörbar macht, wusste ebenfalls zu überzeugen. Aber auch spaßige Ideen wie „Reeperbahn Festival in Motion“, eine Live-Karte der Zuschauerbewegungen des Hamburger Kiez, die das NDR Team auf Basis von Smartphone Daten erstellt hat, blieben in Erinnerung. Und nicht zu vergessen die Interaktive-Website „Agiler Journalismus“ von Thoughtworks, die es Journalisten erlaubt, eine Rahmen-Geschichte aus direkter User Interaktion zu erzählen.

Große Namen und spannende Themen

Zum Abschluss des Hackathon wartet noch eine prominent besetze Diskussionsrunde auf das Publikum. Mit Anita Zielina (stern.de), Jochen Wegner (Zeit Online), Sebastian Matthes (Huffington Post) und Sven Gösmann (dpa) konnten führenden Vertreter der deutscher Medien für einen sicherlich spannenden Talk gewonnen werden. Moderiert wird die Runde zum Thema „Wie kommt das Neue in den Newsroom – Innovation in der Redaktion“ von Christian Meier vom Branchendienst Meedia.de.

Wer sich nun inspiriert fühlt und sich der Herausforderung stellen möchte – egal ob Unternehmen oder Freelancer – sollte seine Projektskizze schnellstmöglich einreichen und sich per Email unter scoopcamp@faktor3.de zum scoopcamp anmelden.

Mit der Henri-Nannen-Schule, Deutsche Welle und der Hamburg Media School haben bereits schon namenhafte Teilnehmer zugesagt.

Die aktuelle Broschüre über den Hackathon 2014 kann übrigens auch hier eingesehen werden.

Wir sind jedenfalls sehr neugierig, auf welche innovativen und „positiv-verrückten“ Ideen die Teilnehmer in diesem Jahr wieder kommen werden. Nur noch wenige Wochen und wir werden es erfahren. Aktive Hackathon-Teilnehmer bekommen natürlich Gratiszugang für das scoopcamp (also Konferenz und Workshops) am Folgetag.

Besuchertickets können direkt über www.scoopcamp.de bezogen werden.


Image (adapted) „Everybody needs a hacker“ by Alexandre Dulaunoy (CC BY-SA 2.0)


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Beschreibungen der digitalen Kultur

Icon (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via pixabay)

Brecht und die Emanzipationsbewegung im Social Web – über digitale Kultur und Fürsten-Geheimnisse. Die Dialogformen der sozialen Medien sind nach Auffassung von Professor Peter Weibel, Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (ZKM), nichts anderes als die demokratisierte Form der Salonkonversation, die früher nur in elitären Kreisen geführt wurde – heute ist es ein Jedermann-Phänomen. Das Internet habe das Gespräch als politische Kraft zu einem Instrument der gemeinsamen Lebensgestaltung gemacht. Diese Dialoge müsse man als Philosophie des Sprechaktes sehen. „Hier werden Dinge mit Worten gemacht“, so Weibel.

Das Monopol der Sprecher in den Parlamenten, Medien und Massen sei gebrochen. Das hätten allerdings die Politiker und Medienmanager noch nicht verstanden. Jeder kann ein Sender sein. Jeder kann sogar ein TV- und Radio-Sender sein, um die letzte massenmediale Bastion zu erobern. Selbst in der Königsdisziplin des Rundfunks: Live-Sendungen – ausführlich nachzulesen im Kapitel „Eine bewegende Bilderwelt: Von Gutenberg zur neuen Mündlichkeit im Netz – Hier werden Dinge mit Worten gemacht“ des Buches „Live Streaming mit Hangout On Air: Techniken, Inhalte & Perspektiven für kreatives Web TV“, das am 4. September im Hanser Verlag erscheint.

Emanzipatorische Visionen von Brecht und Enzensberger

Für bewegte Bilder und für Audio steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau, ohne Kenntnisse von Ton und Licht sowie ohne schweres technisches Gerät Fernsehen und Hörfunk machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Erfüllen sich nicht die emanzipatorischen Utopien der Schriftsteller Bertold Brecht und Hans Magnus Enzensberger?

Der Rundfunk wäre nach Meinung von Brecht der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.

Seine Gedanken brachte Brecht zwischen 1927 und 1932 und bezogen sich natürlich „nur“ auf den Hörfunk. Er dachte an direkte Interaktion mittels Radio über ein funkbasiertes Telefonkonferenzsystem, das die Enträumlichung der Kommunikation möglich machen sollte und zwar live. Visionäre Gedanken in einer Zeit, wo man über Jedermann-Technologie für den Rundfunk noch nicht einmal in Ansätzen verfügte. Radio und später Fernsehen waren schon aus Kostengründen für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Ganz abgesehen von den regulatorischen Restriktionen, denn auch das gute alte Radio war schon in den 1920er- und 1930er-Jahren gebühren- und genehmigungspflichtig.

Das Hauptentscheidungsrecht über Programm, Technik und Wirtschaft besaß die Deutsche Reichspost (!). Aber selbst im Jahr 1970, als Enzensberger seinen „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ entwickelte, war man noch weit entfernt von den Bedingungen, die wir heute vorfinden. Wie auch Brecht fordert er, dass die Distributionsapparate in Kommunikationsapparate umgewandelt werden. Dazu müssten alle Medien offenstehen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ungehindert zu informieren und auszutauschen. Und das gehe nur, wenn man die Trennung zwischen Produzenten und Rezipienten überwindet.

Ob die dann produzierten Beiträge dem Gemeinwohl dienen, wie Enzensberger forderte, ist nicht die entscheidende Frage. Der Zugang zu Medien ist wichtiger. Insofern ist Widerspruch angesagt, wenn Medienwissenschaftler wie Joachim Paech die von Brecht und Enzensberger vertretenen Positionen als falsch werten, weil es für die Mehrheit nicht möglich sei, die Technik richtig zu bedienen.

Piratensender mit Videorekorder

Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand diverse TV-Piratensender in den 1970er-Jahren mit simpler Videorekorder-Technik treiben mussten, um über „Open Channel“ einige Häuser im eigenen Stadtviertel erreichen zu können, wird man den Unterschied zu den Optionen von Diensten wie Hangout on Air schnell erkennen. Damals reichte der Radius nur bis zu regionalen Initiativen, Protestaktionen und Nachbarschaftsfesten. Heute ist beides möglich: Jedermann-TV für die Nachbarschaft – also hyperlokale Formate, die beispielsweise der Marketingexperte Günter Greff für seinen neuen Heimatort Perinaldo in Ligurien plant – und Formate mit internationaler Ausrichtung. Mobil und stationär sind die Möglichkeiten zum Senden und Empfangen von Audio- und Videobeiträgen nahezu unbegrenzt.

Claus Pias, Professor für Medientheorie und Mediengeschichte, sieht das anders. Die digitalisierte Kultur könne man nicht mit Begriffen der Moderne wie Transparenz oder Partizipation beschreiben, die zwischen 1780 und 1830 entstanden sind. Sein Vorschlag: Digitale Kulturen lassen sich eher mit vormodernen Begriffen verstehen. Bei einem Diskurs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Bonner Kunstmuseum brachte er die Klimaforschung ins Spiel, die ohne die Digitalisierung gar nicht vorstellbar sei.

„Souveräne Fürsten kennen den Typus der nicht verratbaren Geheimnisse“, so Pias. Das sei heute die Klimaforschung, weil die Wissenschaftler in der Komplexität ihrer weltweiten Software- und Hardware-Verbünde selber nicht mehr wissen, was in den Maschinen und in den teilweise 50 Jahre alten Codes vor sich geht. „Trotzdem muss man Entscheidungen treffen auf einer Grundlage, die man nicht mehr verstehen kann.“

Wir würden deshalb eine veränderte Gegenwärtigkeit erleben. Ein Verschmelzen von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, einen Absolutismus der Gegenwart, wie es Robert Musil ausdrückte. Reden über die digitale Zukunft seien verfehlt, genauso wie Diskurse über die Beschleunigung, weil die Zeitstrukturen nicht mehr stimmen. „Die moderne Zeitordnung, die vor rund 200 Jahren entstand, kollabiert“, bemerkt Pias in der DFG-Podiumsdiskussion. Er spricht von einem eminenten Zukunftsverlust. Man begegnet dauernd sich selbst in einer erschreckenden Erwartbarkeit mit komischen Formen von Rückkopplungsschleifen, die durch Datenspuren entstehen. „Das Ganze verschaltet sich zu einer breiten Gegenwart.“

Inszeniertes Geheimnis der idiotischen Maschinisten

Das Arkanum der digitalen Maschinen führt zum Zukunftsverlust? Vielleicht läuft Pias auch nur auf den Leimspuren von inszenierten Geheimnissen? Vielleicht ist die Klimaforschung gar nicht so kosmologisch, wie es der Medienhistoriker skizziert hat? Vielleicht sind die Maschinisten mit ihren Simulationsrechnungen nur so geheimnisvoll, um die Idiotie ihrer Algorithmen zu verbergen? Ein wenig erinnern mich die Pias-Thesen an die prosaischen Gedankenausflüge von Miriam Meckel, die feststellte, dass uns immer mehr Entscheidungen im personalisierten Internet durch Algorithmen abgenommen werden. Auf der Strecke bleiben Zufälle, Überraschungen, Zweifel und Ungewissheit. Was hat uns der arabische Algebraiker Al-Khwarizimi da nur eingebrockt?

Merkwürdig nur, dass die digitalen Maschinenräume bislang verschlossen bleiben. Im Wissenschaftsbetrieb kann man das nachvollziehen. Es geht um milliardenschwere Forschungsaufträge. Da hütet man gerne Geheimnisse. Überhaupt nicht geheimnisvoll sind die Mitmach-Technologien des Social Webs, die weit über die Bedienung des Like-Buttons hinweg gehen. Pias reduziert das auf vormoderne Konsens-Rituale von Ständeversammlungen. Was ist mit den 3,5 Billiarden Wörtern pro Tag, die über soziale Medien veröffentlicht werden? Das ist so viel wie die gesamte Library of Congress. Ähnliches sehen wir bei Videos und Fotos. Die liebwertesten DFG-Gichtlinge könnten die nächste digitale Expertenrunde via Hangout on Air live übertragen, damit Claus Pias erlebt, wie intensiv die Netzöffentlichkeit ihren Dissens artikuliert.

Wille zur Partizipation nicht mehr aufzuhalten

Wolfgang Hagen hat in dem von Pias herausgegebenen Band „Was waren Medien?“ die Vorzeichen des digitalen Medienwandels besser gedeutet: „Internet-Computer simulieren nicht Radio und Fernsehen, sie restituieren vielmehr diese Medien von Grund auf neu. Der Computer stellt von daher auch die Frage, was Massenmedien waren und was sie schon in naher Zukunft sein könnten: nämlich vielleicht alles das, was übrig bleibt, wenn die Bildung neuer multimedialer Publika durch das Internet Kontur gewonnen hat.

Also vielleicht dann nur noch eine Art Überbleibsel aus einer alten vergangenen Welt, so wie es der Buchdruck mit den Skriptorien des Mittelalters und der Antike gemacht hat.“ Ob der kalifornische Emanzipationsgeist der 1960er-Jahre nun einer kommerziellen Ausrichtung gewichen ist oder nicht, selbst Google und Co. können den Willen der Menschen zur Partizipation und zum Selbermachen nicht mehr zurückdrehen. Die Asymmetrie von passiven Zuschauern und aktiven Produzenten schwächt sich immer mehr ab. Die Nutzer des Social Webs wollen beides zugleich machen: lesen und schreiben, empfangen und senden. Und das gilt eben auch für die schwierigste Form des Sendens: Live-Fernsehen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „Icon“ by geralt (CC0 Public Domain)


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Zum Abschied: Still ruht der See

Rückblick und Ausblick auf Web 2.0 und social media aus der Sicht des scheidenden Netzpiloten-Autoren Jörg Wittkewitz.

Zum Abschied: Still ruht der See

Das Web 2.0 ist in die Jahre gekommen. Diejenigen, die in seinem Kielwasser zu Ansehen und Reichtum kamen, haben sich abgewandt. Sie verkaufen bestenfalls ein funktionales Verständnis dessen, was eine soziale Bewegung des global vereinigten Individuums hätte werden können. Das Tröstende daran ist, dass alle staunenden Zuschauer jetzt live bei der Entzauberung dabei sind. Offenbar ist die Ära der Projektionen zuende. Das lange bestaunte Web ist zum Alltag geworden.

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Experten-Meinung zum Oops!-Award: Ralph-B. Pfister

PfisterZum diesjährigen Oops!-Award bezieht ein weiterer Experte aus den Medien Stellung, Ralph-Bernhard Pfister, Redakteur Digital/New Media bei W&V/Kontakter:

Was ist Ihrer Meinung nach der größte Fauxpas im Social Web 2011 und warum?

Einen ganz so klaren Favoriten wie im letzten Jahr sehe ich diesmal nicht. Auf jeden Fall verdient hätte den Oops! Award 2011 aber Henkel für den Pril-Design-Wettbewerb. Nicht etwa, weil es so viel schlimmer gewesen wäre als etwa Jung von Matts Tramp a Benz. Sondern deshalb, weil Henkel bei der Aktion einen klassischen Fehler nach dem anderen begangen hat – ein Lehrbuchbeispiel also, wie eine Marke nicht vorgehen sollte.

Das beginnt schon mit dem Konzept: Einer Marke muss klar sein, dass Nutzer keine crowdgesourcte Design-Abteilung sind, die nur unternehmenskonforme Vorschläge unterbreiten. Natürlich werden da bunte, witzige, abseitige und auch bizarre Vorschläge eintrudeln. Das muss mir klar, darauf muss ich eingestellt sein. Entweder gilt es dann, von vornherein klare Bedingungen zu formulieren – oder man produziert eben eine Palette im Hähnchen-Design. Was soll’s. Stattdessen dann hektisch in einen laufenden Prozess einzugreifen war der nächste Fehler. Gefolgt davon, dass weder die Eingriffe noch die anschließende Kommentare-Löschung ausreichend transparent und verständlich kommuniziert wurden. Da muss sich die Community verschaukelt vorkommen – was ziemlich genau das Gegenteil dessen bewirkt, worauf das Unternehmen abzielt.
Vom blauäugigen Konzept über das hektische Herumschrauben bis zum falsch geführten Aufklärungsdialog – ein Fehler nach dem anderen und alle vermeidbar. 2011 darf man den Anspruch haben, dass Marken es besser wissen.

Dieses Jahr sind auffallend viele große Unternehmen unter den Nominierten. Wie ist Ihre Erfahrung: Haben die Großkonzerne im vergangenen Jahr keine nennenswerten Fortschritte im Umgang mit dem Web 2.0 gemacht?

Der Wissensstand in Sachen Social Media lässt sich schlecht über einen Kamm scheren – manche sind sehr weit, andere stecken gerade mal den Zeh in die ihnen unbekannten Gewässer. Was gerade Großkonzerne aber im Social Web behindern kann, sind die aus ihrer Größe folgenden Strukturen. Social Media erfordert Mitarbeiter, die bei Bedarf schnell reagieren können und dürfen. Das geben die Entscheidungshierarchien und –Prozesse in vielen Unternehmen nicht her. Der kulturelle Umbruch ist etwas, mit dem sich gerade die großen Marken schwer tun.

Es kann noch immer abgestimmt werden unter diesem Link

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Wenn Konzerne Startups kaufen (und ruinieren) …

Manch einer wird sich in den letzten Wochen schadenfroh die Hände gerieben haben. Rupert Murdoch, der einflussreichste Medien-Inhaber der Welt, hat eine phänomenale Schlappe hinnehmen müssen. Im Jahr 2005 hatte er das Soziale Netzwerk Myspace für 580 Mio. US-$ gekauft – sechs Jahre später hat er es für in Relation geradezu lächerlich anmutende 35 Mio. wieder verkauft. Wie konnte das passieren?

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Woran erkennt man gute Social Media Berater?

Gibt es gute Social Media Berater? Thomas Pfeifer und Bastian Koch meinen ja und nennen Anzeichen für gute Berater:

Social Media: Wie Sie mit Twitter, Facebook und Co. Ihren Kunden näher kommen.

Anhand von vielen Praxisbeispielen von kleinen bis großen Unternehmen zeigen die Autoren, wie man Social-Media-Strategien im Unternehmen platziert und pragmatisch umsetzt.

Der Link zum Buch http://www.awl.de/3019

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Oops! Award 2010 – Das Voting

Die größten Blog-Skandale 2010 – Die Top 5 unserer Leser zur Abstimmung
Unser „Oops! Award 2010“ geht in die nächste Runde: aus allen Vorschlägen unserer Netzpiloten-Leser für spektakuläre und unvergessene Blog-Skandale haben wir die Top 5 mit den meisten Nennungen ausgewählt. Hier stellen wir euch die Anwärter auf den diesjährigen Supergau noch einmal vor. Anschließend gibt es das Online-Voting zur Abstimmung. Der Skandal mit den meisten Stimmen wird mit dem „Oops! Award 2010“ bedacht. Wer in den Kommentaren mitwählt und auf den späteren Sieger tippt, nimmt an einer großen Verlosung der Netzpiloten teil. Hauptgewinn sind 5 Kult-Kopfhörer „Oboe“ von WeSC (legendäre StreetCouture).
Wir freuen uns über rege Beteiligung und sind gespannt, wer das Rennen macht!

Mitmachen könnt ihr unten per Kommentaren oder einfach am Ende des Textes klicken beim twtpoll

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Digitale Bohème wird Prolet

Es ist mal wieder soweit (carta.info). Das Heer der mehr oder weniger freien Arbeiterbienen, die in und um das Netz ihr Geld verdienen, erfährt eine neue Attribution. Jetzt werden sie durch crowdsourcing-Firmen wie clickworker.com oder Demand Media zu Fließbandarbeitern gestempelt. Und weil heutzutage die Substanz aller Analogien in wikipedia haust, nimmt man von dort auch gleich noch Fords Fließband als Urahn des scientific management in Gewahrsam. Denn bei beiden Anbietern erstellt das fleißige Volk der Texter und Designer Abertausende an Gebrauchstexten, Artikeln, Übersetzungen und Ratgeberbeiträgen.

Das mag aus der Sicht von jemandem, der seine Auftraggeber bei den finanzstarken, parteiunterwanderten öffentlich-rechtlichen Zwangsmedien weiß, ein legitimes Herabschauen auf die Niederungen mediokrer Geschäftsmodelle sein. Zu recht wird auf diese Weise die digitale bohème auf den rechten Platz auf der Hühnerleiter der Arbeitsbienen verwiesen. Aber ist es inhaltlich in irgendeiner Weise eine neuartige Erkenntnis? Der Taylorismus als Extremform der entfremdeten Arbeit ist ja nicht dadurch besonders hervorzuheben, dass ihm Leute freiwillig anheim fallen. Die engen Vorgaben in Zeit und Umfang sind hier weniger charakteristisch – eigentlich sogar eher abwesend, „one best way“ ist daher eher zu negieren. Das Zerlegen eines Prozesses in extrem fragmentierte Einzelschritte passiert gerade nicht, weil möglichst viele Schritte direkt in die Verantwortung der freiberuflich arbeitenden Arbeitsbiene verlegt werden. Und zuguterletzt: Die demokratiefeindliche Art der Vereinzelung der Arbeiter haben diese sich selbst ausgesucht und bevorzugen offenbar das anonyme Arbeitsumfeld im Web. Und die Disponibilität der einzelnen Arbeitskräfte ist eher deren freiem Willen als dem digitalen Fließband geschuldet…

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Clay Shirky über Sozialkapital und Social Media

Talk von Clay Shirky auf TED.com. Er spricht über die Wichtigkeit von Sozialkapital und darüber, dass es Sozialkapital und nicht so sehr Technologien sind, das die Welt der Medien und das soziale Miteinander durch und mit Medien verändert. Er gibt dazu zahlreiche teils bekannte, teils unbekannte Beispiele. Toll ist wie immer die Klarheit seines Vortrags. So go and watch…. Weiterlesen »

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