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Trustable Technology Mark: Das IoT-Gütesiegel

In der Lebensmittelindustrie sind sie schon längst üblich: Siegel, die bestimmte Produktmerkmale garantieren. Das Bio-Siegel garantiert den ökologischen Landbau, das Fairtrade-Siegel faire Bedingungen im Produktionsland. Im Haushalt sind uns außerdem auch die Energielabel der EU, das GS-Zeichen für Sicherheit und der blaue Engel für Umweltbewusstsein bekannt. Nur für Produkte aus dem Internet of Things (IoT) gab es bislang noch kein entsprechendes Zertifikat.

Das Trustable Technology Mark vom ThingsCon e.V. soll künftig IoT-Produkte auszeichnen, die nachweislich persönliche Daten schützen und respektieren. Als IoT-Produkte verstehen sich übrigens Produkte, die über das Internet vernetzt sind. Das können sowohl Fernseher und Lautsprecher, als auch Spielzeug, Fitness-Armbänder und sämtliche Smart-Home-Geräte sein.

Darum brauchen wir das Trustable Technology Mark

ThingsCon ist ein weltweit tätiges Netzwerk aus Forschern, Designern und Entwicklern, das sich für faire, verantwortungsvolle und menschenzentrierte Technologie einsetzt – vor allem im IoT.

Peter Bihr, ThingsCon-Mitgründer und Mozilla-Fellow, zuständig für die Trustable Technology Mark Initiative erklärt: “Das Internet der Dinge, also mit dem Internet verbundene Produkte, werden immer mehr Teil unseres Alltags — sie leben zunehmend in unseren Küchen, Wohn- und Schlafzimmern, sie haben Zugriff auf unsere Kalender und sind Teil unserer Gespräche. Daher ist es wichtig, dass Verbraucher jederzeit wichtige Fragen beantworten können wie

  • Welche persönlichen Daten sammelt dieses Produkt?
  • Wie lange werden meine Daten gespeichert?
  • Wer hat Zugriff auf diese Daten?
  • Und kann ich meine Daten jederzeit einfach exportieren oder löschen?“

Um sicher zu stellen, dass Daten über uns nicht in die falschen Hände geraten, braucht es einen Indikator für Produkte, denen wir vertrauen können. Vor lauter Dingen, sollte das IoT nicht den Menschen aus den Augen verlieren. Mit dem Trustable Technology Mark will ThingsCon nun Licht ins Dunkel des IoT-Marktes bringen.

Die Anforderungen an ein Produkt

Um sich das Trustable Technology Mark zu verdienen, muss ein Produkt sich in fünf Kriterien beweisen.

Umgang mit Privatsphäre und Daten: Das Produkt muss nach modernsten Datenschutzstandards entwickelt sein um Datenschutz und Nutzerrechter zu respektieren.

Transparenz: Dem Verbrauer wird erklärt, was das Produkt tut, welche Daten es sammelt, und wie es Nutzerdaten verwendet.

Sicherheit: Das Produkt ist nach modernsten Sicherheitsstandards entwickelt, und integriert Schutzmaßnahmen, die jederzeit Datenschutz und Sicherheit gewährleisten.

Stabilität: Das Gerät und die Software dahinter ist robust und von einer angemessenen Lebensdauer.

Offenheit: Offenheit des Produktes (im Sinne von Open Source und Open Data) und der Verfahren des Herstellers, sowie Nutzung und Generierung offener Daten.

Neutrale Experten des ThingsCon e.V. führen die Überprüfung der Produkte durch. Dabei gehen sie sehr streng vor. Produkte, die den Evaluationsprozess bestehen, können das Trustable Technology Mark Logo sowohl auf der Website, als auch auf der Verpackung des Produkts verwenden.

Proof of Concept

Das Qualitätssiegel startet vorerst mit einem Proof of Concept. Darunter versteht man die Prüfung der Machbarkeit eines Großprojektes. Diese findet zunächst in zwei Kategorien statt: Sprachassistenten und vernetzte Spielzeuge. Der Sprachassistent snips.ai und das vernetzte Spielzeug Vai Kai konnten sich bereits im Vorfeld für das Gütesiegel qualifizieren.

Dr. Rand Randi, CEO und Mitgründer von Snips äußerte sich: “Diese Qualifikation ist wahrhaftig die Bestätigung der großartigen Arbeit des Snips-Teams im Laufe des vergangenen Jahres. Darauf bin ich extrem stolz. Wir sind überzeugt, dass unser on the Edge-Sprachassistent, der komplett offline anstatt in der Cloud funktioniert, Unternehmen erlaubt Privacy by Design zu garantieren können ohne Performance, Brand oder User Experience zu opfern.”

Unternehmen können ab sofort Bewerbungen für ihre Produkte einreichen. Im Formular müssen sie bereits einen ausführlichen Fragenkatalog zu den fünf Kriterien beantworten und belegen. Die Antworten werden zudem als Teil der Anforderungen des Gütesiegels vollständig unter einer offenen Lizenz veröffentlicht.

Erste Gütesiegel stellt ThingsCon ab dem ersten Quartal 2019 aus.


Image by ThingsCon e.V.

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Das IoT – Gefahren und Chancen im Internet of Things

Vernetzte Produkte begegnen uns in allen Lebenslagen: Das sogenannte Internet of Things (IoT) berührt zunehmend alle Lebensbereiche. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute praktisch Alltag. Und doch ist das Internet der Dinge gerade am Scheideweg.

Einerseits können vernetzte Produkte richtig Spaß machen und, zumindest manchmal, sogar sehr nützlich sein. Zudem sehen Experten gerade in stimmgesteuerten Interfaces die Zukunft des Internets und quasi unseren Schlüssel zur Welt.

Andererseits sind die Medien voll von Berichten über unsichere Geräte, heimlich lauschende Fernseher und spionierende Spielzeuge.

Vernetzte Produkte: Vergnügen oder Alptraum?

In welches Lager fällt die schicke neue Smartwatch, der Home-Assistant oder der nächste Fitnesstracker? Als Verbraucher ist es heute praktisch unmöglich, diese Frage zu beantworten. Vernetzte Produkte funktionieren grundlegend anders als traditionelle, nicht vernetzte Produkte — so wie das Internet anders funktioniert als eine Tageszeitung.

Iot-Produkte sind nicht nur komplexer, da sie vernetzt sind. Häufig funktionieren sie auch nicht ohne einen zentralen Server. Fällt der weg, hört der Fitnesstracker bald auf, unsere Schritte zu zählen. Das nächste Software-Update könnte ein Produkt grundlegend verändern, zum Beispiel Features hinzufügen oder wegnehmen. So ist auch Amazons Echo neuerdings Teil einer Art sozialen Netzwerks geworden. Und Last but not Least laden wir mit dem IoT häufig Sensoren wie Mikrofone, Kameras oder Bewegungssensoren in unser Leben ein,  ohne dass wirklich klar ist, wer Zugriff auf diese Daten hat oder in Zukunft bekommen könnte. Wenn ein Hersteller sagt, dass Produkt und Daten sicher sind, müssen wir ihm derzeit einfach blind vertrauen.

Ein Verbraucherschutzsiegel für das Internet der Dinge

Ich bin überzeugt, dass es einen besseren Weg gibt. Dass es möglich ist vernetzte, vertrauenswürdige Produkte zu nutzen ohne den Spaß am Neuen zu verlieren oder zu bereuen.

Gemeinsam mit dem ThingsCon-Netzwerk, das ich vor einigen Jahren mitgegründet habe, arbeiten wir deshalb derzeit an einem Weg, mit welchem Verbraucher einfach sehen können, welche vernetzten Produkte vertrauenswürdig sind. Wir entwerfen ein sogenanntes Trustmark für IoT, ein Qualitätssiegel für vernetzte Produkte. Die Mozilla Foundation hat mich zum Mozilla Fellow gemacht, um dieses Vorhaben zu unterstützen.

Die Idee des ThingsCon Trustmarks ist simpel: Firmen, die das Trustmark nutzen wollen, müssen standardisierte Fragen zu ihren Produkten beantworten und die Antworten veröffentlichen. Wir evaluieren dabei 5 Dimensionen: Privatsphäre und Datenschutz, Transparenz, Offenheit, Sicherheit und Stabilität (im Sinne von Verlässlichkeit und Langlebigkeit). Erfüllt das Produkt die hohen Anforderungen, darf das Unternehmen das Qualitätssiegel nutzen. Wer mogelt, fliegt schnell auf.

Augen auf beim IoT-Kauf

Vor 2019 wird das Trustmark wohl nicht verfügbar sein, zuvor müssen wir noch unsere Hausaufgaben machen, damit dann auch alles rund läuft. Bis dahin empfehle ich folgende Faustregeln:

    • Die erste Generation eines vernetzten Produkts zu kaufen ist nur etwas für erprobte Early Adopter. Wer sich mit diesem Label nicht wohl fühlt, sollte lieber ein oder zwei Jahre abwarten.
    • Dem gesunden Menschenverstand vertrauen. Wenn etwas ein Mikrofon hat, aber zu billig scheint, dann ist die Privatsphäre in ernster Gefahr: Finger weg!
    • Mit Offenheit und Spaß an die Sache herangehen: Einige Tipps für vernetzten Dinge die richtig Spaß machen, gibt’s hier auf Netzpiloten.de.

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Bundesinnenminister will Hintertüren in Smart-Devices

Time traveler (adapted) (Image by Alessio Lin [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Die Diskussion um Hintertüren in Software geht weiter. Bundesinnenminister Thomas de Maizière von der CDU hat nun sogar eine Variante zur Diskussion gestellt, die weiter geht als die meisten bisher diskutierten Pläne. Der Minister fordert, dass neben Computern, Laptops und Mobilgeräten künftig sogar Smart-Devices wie Fernseher, Autos und Haushaltsgeräte mit Hintertüren für die Ermittlungsbehörden versehen werden. Das allerdings würde nicht nur die Bürgerrechte, sondern auch die Sicherheit der in Deutschland lebenden Menschen aufs Spiel setzen.

Überwachung vernetzter Geräte

Die Pläne des Bundesinnenministers gehen aus einer Beschlussvorlage des Bundes zur bevorstehenden Innenministerkonferenz in Leipzig hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. Der Antrag ist mit „Handlungsbedarf zur gesetzlichen Verpflichtung Dritter für Maßnahmen der verdeckten Informationserhebung nach §§ 100c und 100f StPO“ überschrieben. Im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung sollen dem Papier zufolge Überwachungsbefugnisse der Behörden dramatisch erweitert werden.

Der wohl drastischste Plan zur umfassenden Überwachung: die Industrie soll verpflichtet werden können, Hintertüren für den behördlichen Zugriff einzubauen. In sämtliche technischen Geräte, vom Smartphone über den Fernseher bis hin zu intelligenten Küchengeräten.

Hintertüren: Nicht nur für Behörden nutzbar

Die Diskussion über Hintertüren in technischen Geräten ist keineswegs neu. Was sie allerdings auf jeden Fall ist: fehlgeleitet und gefährlich. Software-Hintertüren sind ein kaum zu kontrollierendes Überwachungswerkzeug, das an den privatesten Stellen unseres modernen, digitalisierten Lebens ansetzt. Außerdem sind sie eine Gefahr für unsere Sicherheit. Ist eine Hintertür einmal vorhanden, gibt es keinerlei Garantien, dass sie wirklich nur von den Behörden genutzt wird. Es ist nicht nur möglich, sondern erwiesenermaßen schon vorgekommen, dass Kriminelle behördliche Hintertüren für ihre eigenen Zwecke verwenden. Seien sie absichtlich eingebaut oder durch Programmierfehler entstanden, von den Behörden aber absichtlich geheimgehalten. So hatte etwa die Infektions-Welle mit dem Erpressungs-Trojaner WannaCry ihren Ursprung in einem Exploit aus dem Werkzeugkasten der NSA. 

Verwundbare Infrastrukturen

Dadurch, dass Thomas de Maizière seine Überwachungs-Ideen auf das Internet der Dinge ausbreitet, verschärft er noch die Gefährlichkeit behördlicher Hintertüren. Beinahe alle Aspekte unseres Alltags sind mittlerweile digitalisiert und vernetzt. Das bietet Chancen, ist aber auch mit erheblichen Risiken verbunden. Nie waren kritische Infrastrukturen so verwundbar wie heute.

Durch den Einbau von Hintertüren, die auch von Kriminellen missbraucht werden könnten, wird das Risiko eines Angriffs auf vernetzte Geräte weiter erhöht. Es braucht nicht allzu viel Fantasie, sich vorzustellen, welche Folgen ein Hackerangriff auf unsere Autos, Router, Fernseher oder Haushaltsgeräte haben könnte.

Dieses Szenario wird keineswegs weniger beunruhigend. Vor allem nicht, wenn man sich die typische Kompetenz deutscher Behörden im Bereich der IT-Sicherheit ins Gedächtnis ruft. Es sei an den allerersten „Bundestrojaner“ erinnert, bei dem nicht nur sämtliche rechtliche Vorgaben ignoriert, sondern auch eine Vielzahl peinlichster Schwachstellen und Programmierfehler eingebaut wurden. Dadurch wurden infizierte Rechner bedeutend anfälliger für Angriffe Dritter. Auch die neue IT-Behörde Zitis hat bislang wenig getan, um sich das Vertrauen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zu verdienen.

Gefährlich und kurzsichtig

Die Pläne des Bundesministers zu Hintertüren in Smart-Devices sind fehlgeleitet und extrem gefährlich. Das ist für jeden, der sich mit dem Thema IT-Sicherheit befasst problemlos erkennbar. Dass diese Pläne trotzdem ernsthaft auf der Innenministerkonferenz zur Diskussion gestellt werden, zeugt entweder von erschreckender Inkompetenz oder von noch weitaus erschreckender Gleichgültigkeit gegenüber den Gefahren des eigenen Handelns. Es bleibt zu hoffen, dass diese Pläne, wie die meisten, die in den vergangenen Jahren zum Thema Software-Hintertüren geschmiedet wurden, im Sande verlaufen.


Image (adapted) „Time traveler“ by Alessio Lin (CC0 Public Domain)


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Studie: Diese digitalen Business-Trends kommen 2018

Business (adapted) (Image by Olu Eletu [CC0 Public Domain] via Unsplash

Die digitale Arbeitswelt ist bereits Realität. Doch welche digitalen Business-Trends bringt die Zukunft? Der Telekommunikationsanbieter NTT Group mit Sitz in Südafrika hat in einer aktuellen Studie, „Top IT trends in 2018: digital business“, fünf Kernthesen für die Business-Trends 2018 herausgearbeitet.

Was erwartet Unternehmen mit Blick auf den digitalen Wandel im kommenden Jahr? Die NTT Group hat in ihrer aktuellen Studie zu IT-Trends 2018 auch auf die Businesswelt geschaut und prognostiziert fünf große Trends für das kommende Jahr:

  • Die Kopplung von künstlicher Intelligenz und virtueller Realität (VR)
  • Blockchain in Unternehmen
  • Cloud-Technologien
  • Die Dominanz von Wireless
  • Wer als Unternehmen im digitalen Wandel nicht smart agiert, wird untergehen
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Business Trends (Screenshot by Dimensiondata)

KI ist Chance, nicht Bedrohung

Während Unternehmen und vor allem Arbeitnehmer in Deutschland sich vor künstlicher Intelligenz fürchten, betont der NTT-Report, dass sowohl KI als auch VR die Trends in Unternehmen im Jahr 2018 werden. Vor allem die Kopplung von künstlicher Intelligenz und Robotik mit virtueller Realität und erweiterter Realität habe großes Zukunftspotential, sagen die Experten: „Wir sehen verstärkt wie diese Technologien gemeinsam das Potential haben, disruptive Ergebnisse zu liefern.”

Beispiel DHL. Der Paketlieferdienst hat seinen Lagerhausmitarbeitern Smart Glasses verpasst, die den Mitarbeitern genau zeigen, wo die Ware in welcher Reihenfolge am besten verstaut wird. Das hat laut DHL sowohl die Produktivität der Mitarbeiter erhöht als auch die Genauigkeit der Auslieferungen verbessert.

In Deutschland experimentiert zum Beispiel die Airline Lufthansa mit VR-Brillen. Die möglichen Anwendungen sind dabei vom Erleben eines Urlaubsziel bis hin zu 360-Grad-Ansichten des Flugzeugs sehr vielfältig. Um etwa Passagiere zu einem Upgrade ihrer Flugklasse zu ermuntern, können Kunden im Vorfeld mit den Brillen sehen, wie das Fliegen in der ersten Klasse eigentlich aussieht.

Air New Zealand wiederum stattet seine Flugbegleiter mit VR-Brillen aus. Während sie mit den Brillen durch den Gang gehen, können sie mit der Technologie Informationen zu den Fluggästen sehen: was das Flugziel ist, welche  Essensvorlieben der Passagier hat oder ob er an Duty-Free-Einkäufen interessiert ist.

All das könnte, laut NTT-Studie, zu einem besseren Kundenservice führen. Ähnlich sieht es mit Robotern aus, die, mit AI ausgestattet, Kunden viel besser helfen könnten. „Das wahre Versprechen der Robotik beginnt sich zu zeigen”, heißt es im Report. Mehr und mehr Unternehmen werden diese Technologien 2018 einsetzen, so die Prognose.

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Business Trends VR (Screenshot by Dimensiondata)

Nicht nur für Kriminelle: Blockchain in Unternehmen

Der zweite große Trend 2018 sind nach Ansicht der NTT-Experten Blockchain-Technologien. Je mehr Transaktionen online stattfinden, je mehr das Internet der Dinge sich verbreitet, umso sicherere Technologien brauchen Unternehmen, um die Daten ihrer Kunden zu sichern.

Blockchain im Business sei daher der nächste große Trend im kommenden Jahr, heißt es in der Studie. Die Tatsache, das Kriminelle die Kryptowährung Bitcoin aufgrund der dahinter stehenden Blockchain-Technologie als sicherste Transaktion sehen und nutzen, sollte nach Meinung der Experten Unternehmen ermuntern, nicht abschrecken. Wenn es so sicher ist, dass Hacker sie nutzen, warum sollten Unternehmen Blockchain nicht nutzen? „Wir glauben, dass Blockchain das Potential hat Cybersicherheit völlig neu zu strukturieren, doch die Industrie muss noch lernen, damit umzugehen.

Gerade im Hinblick auf das Wachstumspotential im Internet der Dinge brauchen Nutzer mehr Sicherheit. Blockchain sei in der Lage, dieses Sicherheitsversprechen zu erfüllen – wenn Unternehmen den Mut hätten, diese Technologie einzusetzen.

Unternehmen wollen die Cloud „einfach nutzen”

Auch die Cloud-Technologien in Unternehmen sind nach NTT-Studie im kommenden Jahr nicht mehr aufzuhalten. Die Vorteile einer zentralen Datenbank für alle Mitarbeiter seien ersichtlich, Unternehmen setzen daher auf die Cloud in der Arbeitswelt. Tatsächlich gehören Speicherdienste per Cloud zu den größten Wachstumssegmenten in der IT-Branche. Denn mit der Digitalisierung der Arbeitswelt, werden auch die Arbeitsprozesse an sich, öfter von Ort und Zeit entkoppelt – wie zum Beispiel beim Home Office oder bei international agierenden Unternehmen. Cloud-Lösungen sind deshalb immer gefragter.

Unternehmen wollen sich dabei aber nicht mehr darum kümmern müssen, ob die Cloud sicher sei, wo diese stehe und wie sie funktioniere, „sie wollen sie einfach nur nutzen.” Ganz so einfach wie die Studie es darlegt, mag es für Unternehmen in der Praxis dennoch nicht sein. Denn wer mit empfindlichen Daten arbeitet, muss natürlich sicherstellen, dass diese entsprechend gesichert werden.

Doch mit einem hat der Report sicher Recht: Wenn es eine sichere und unkomplizierte Cloud-Lösung gäbe, wären Unternehmen sicher dankbar, diese „einfach“ nutzen zu können.

Wireless ist nicht mehr aufzuhalten

Dies geht einher mit dem vierten Business-Trend 2018, den die Experten voraussagen: dem Durchbruch von Wireless in Unternehmen.

Mit dem Internet of Things, Cloud-Lösungen und automatisierten Prozessen sei der Boom von Wireless in Unternehmen nicht mehr aufzuhalten. Vom Einkaufszentrum über smarte Geräte im Haushalt bis hin zum Universitätscampus sei das kabellose Internet bereits jetzt schon Teil unseres Alltags. In der Arbeitswelt könnten so in Zukunft mehr Applikationen automatisiert und damit Arbeitsprozesse beschleunigt werden.

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Business Trend Wireless (Screenshot by Dimensiondata)

Nur Unternehmen, die den digitalen Wandel smart umsetzen, werden profitieren

All die Vorteile, die diese digitalen Trends Unternehmen bringen können, seien aber nur dann spürbar, wenn der digitale Wandel in Unternehmen mit der richtigen Infrastruktur einhergehe, so die fünfte Prognose der NTT-Experten für 2018. Das mag als Aussage eines Telekommunikationsanbieters nicht weiter überraschen. Dennoch ist es im Kern nachvollziehbar, dass Digitalisierung von Prozessen an sich noch keine Vorteile bringt. Es kommt vor allem darauf an, wie IT im Unternehmen eingesetzt wird.

Welche Technologie bringt meinem Unternehmen wirklich etwas? Inwieweit können automatisierte Prozesse Mitarbeiter unterstützen? Welche Software ist am besten geeignet? Das sind Fragen, die Unternehmen sich in Zukunft verstärkt stellen werden müssen, wenn sie vom digitalen Wandel nicht überrollt, aber auch nicht überfordert werden wollen. Die NTT-Studie tippt deshalb darauf, dass dies 2018 vor allem einem neuen Geschäftsfeld zum Durchbruch verhelfen könnte: IT-Beratung für Unternehmen.


Image (adapted) „Business“ by Olu Eletu [CC0 Public Domain]


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Die Netzpiloten sind Partner des IoTcamps 2017

Partnergrafik_IoTcamp

Tickets für das IoTcamp 2017

Als Netzpilot sparst du mit diesem Aktionscode 20 Prozent auf den Ticketpreis: IoTcamp_Netzpiloten. Also schnell ein Ticket auf dem Xing-Event sichern!

Hier findest du außerdem weitere Informationen und einen Rückblick auf das IoTcamp 2016.


Das IoTcamp 2017 in München

Cassini läd ein: Am 5. Oktober 2017 findet zum zweiten Mal das erfolgreiche Barcamp des IoT statt, diesmal in den Highlight Towers in München. Das Internet der Dinge (IoT) steht dabei für eines der wichtigsten Innovationsfelder in den kommenden Jahren. Dazu gehören Smart Devices, Wearables oder das Connected Car – alle werden bald Teil des Alltags sein und so zu tiefgreifenden Veränderungen führen. Die letzte damit vergleichbare Entwicklung ist die Internet-Revolution seit den 1990er Jahren.

Das Ziel des IoTcamps ist es, eine Plattform zu bieten, um Menschen zusammenzubringen und zu vernetzen. Mit dabei sind Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Medien, Startups sowie weitere Technologie-Interessierte, die einen anderen Blickwinkel auf die Dinge schätzen und darüber diskutieren wollen. Nur ein offener, produktiver und auch kontroverser Austausch bietet die Voraussetzung dafür, dass auch in Deutschland die Chancen der Entwicklung rund um die Themen IoT und Industrie 4.0 aufgegriffen werden können.

Barcamp mit 200 Akteuren

Das Format des Zusammentreffen, das von Cassini  veranstaltet wird, nennt sich Barcamp und soll den breiten Austausch fördern: Es ist ein unkonventionelle Format, das den lebendigen Austausch fördern will, vor allem dadurch, dass der konkrete Tagesablauf, die Session-Themen und Schwerpunkte erst zu Beginn der Konferenz von allen Teilnehmern festgelegt werden. Nur das Oberthema steht fest: „Connect. More.“ soll smarte Anwendungen und Technologien in den Mittelpunkt stellen.  Rund 200 Akteure aus verschiedenen Branchen werden vor Ort sein und einen visonären, wie praxisrelevanten Tag miterleben. Zudem kann das IoTcamp auch dieses Jahr auf renommierte Knowledge-Partner zählen.

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Mikroben haben ihre eigene Version des Internets

Mikroben (adapted) (Image by geralt) (CC0Public Domain) via Pixabay

Die Erschaffung eines großen, weltumspannenden Netzwerks, das Milliarden von Leuten vernetzt, dürfte bis heute eine der größten Errungenschaften der Menschheit sein. Doch Mikroben sind uns da um mehr als drei Milliarden Jahre voraus. Diese winzigen, einzelligen Organismen sind nicht nur für sämtliches Leben auf der Erde verantwortlich. Sie haben darüber hinaus ihre eigenen Versionen des World Wide Web und des Internets der Dinge. Und so funktioniert es:

Ganz so wie unsere eigenen Zellen behandeln Mikroben bestimmte Stücke der DNA wie verschlüsselte Nachrichten. Diese Nachrichten enthalten Informationen, um Proteine zu molekularen Maschinen zusammenzubauen, die spezifische Probleme lösen können, wie beispielsweise Zellen zu reparieren. Doch Mikroben erhalten diese Nachrichten nicht nur von ihrer eigenen DNA. Sie schlucken auch Stücke der DNA ihrer toten Verwandten oder tauschen mit lebenden Freunden.

Diese DNA-Stücke werden dann in ihre eigenen Genome aufgenommen, die wie Computer funktionieren und die Arbeit der gesamten Protein-Maschinerie überwachen. Auf diese Weise ist die winzige Mikrobe eine flexible Lernmaschine, die intelligent nach Ressourcen in ihrer Umwelt sucht. Sollte eine Protein-Maschine nicht funktionieren, testet die Mikrobe eine andere. Versuch macht klug – so werden alle Probleme gelöst.

Doch Mikroben sind zu klein, um ganz allein zu agieren. Stattdessen formen sie Gemeinschaften. Seit Anbeginn ihrer Existenz leben Mikroben in gigantischen Kolonien, die aus mehreren Trillionen von Mitgliedern bestehen. Diese Kolonien haben sogar mineralische Strukturen hinterlassen, die als Stromatolith bekannt sind. Es handelt sich um mikrobielle Metropolen, eingefroren in der Zeit wie Pompeji, die für das Leben vor Milliarden von Jahren Nachweis erbringen.

Mikroben-Kolonien lernen beständig und entwickeln sich stets weiter. Sie entstanden in den Ozeanen und haben allmählich das Land erobert – und das Herzstück ihrer Forschungsstrategie war der Informationsaustausch. Wie wir gesehen haben, kommunizieren individuelle Mitglieder, indem sie chemische Botschaften auf hochgradig koordinierte Art untereinander austauschen. Auf diese Weise erbauen mikrobische Gesellschaften ein kollektives „Bewusstsein“.

Dieses kollektive Bewusstsein schickt Software-Stücke, geschrieben im DNA-Code, zwischen Trillionen von Mikroben hin und her – mit einem einzigen Ziel: die lokale Umgebung vollständig auf Ressourcen hin zu untersuchen, die Protein-Maschinen nutzen.

Wenn die Ressourcen an einem Platz aufgebraucht sind, rücken mikrobielle Expeditionstruppen aus, um neues Land zu finden: Sie übermitteln ihre Funde zurück zur Basis, indem sie verschiedene Arten chemischer Signale einsetzen, und die Mikroben-Gesellschaft aufrufen, sich von Siedlern zu Besiedelten zu wandeln.

Auf diese Weise übernahmen die Mikroben die Erde, indem sie ein weltweites, mikrobielles Netzwerk erschufen, das unserem eigenen World Wide Web ähnelt, aber chemische statt elektrodigitaler Signale benutzt. Theoretisch kann ein Signal, das am Südpol im Wasser ausgesandt wird, rasch rund um den Nordpol wandern.

Das Internet der lebenden Dinge

Die Gemeinsamkeiten mit menschlichen Technologien hören nicht an dieser Stelle auf. Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten nun daran, unser eigenes Informationsnetzwerk in ein Internet der Dinge auszubauen, das verschiedene Arten von Geräten integriert, indem diese mit Mikrochips ausgestattet werden, die wahrnehmen und kommunizieren sollen. Unser Kühlschrank wird also fähig sein, uns zu benachrichtigen, wenn die Milch alle ist. Unsere Häuser werden und mitteilen können, wenn eingebrochen wurde.

Mikroben haben ihre eigene Version des Internets der Dinge bereits vor langer Zeit gebaut. Wir nennen es das ‚Internet der lebenden Dinge‘, obwohl es allgemein eher als Biosphäre bekannt ist. Jeder Organismus auf diesem Planeten ist in diesem komplexen Netzwerk verbunden und sein Überleben hängt von Mikroben ab.

Vor mehr als einer Milliarde Jahre hat eine Mikrobe ihren Weg ins Innere einer anderen Mikrobe gefunden, die so ihr Wirt wurde. Diese beiden Mikroben wurden zu einem symbiotischen Hybrid, der uns als eukaryotische Zelle bekannt ist, die Basis fast aller Formen des Lebens, die wir heute kennen. Alle Pflanzen und Tiere sind Nachfahren dieser mikrobiellen Verschmelzung, und beinhalten so die biologische „Plug-in Software“, die sie zum Internet der lebenden Dinge verbindet.

So sind wir Menschen beispielsweise so designt, dass wir ohne die Trillionen von Mikroben im Inneren unseres Körpers, die bei der Verdauung von Essen oder bei der Entwicklung von Immunität gegenüber Keimen helfen, nicht funktionieren können. Wir sind so von Mikroben überhäuft, dass wir persönliche mikrobielle Signaturen auf jeder Oberfläche, die wir anfassen, hinterlassen.

Das Internet der lebenden Dinge ist ein sauberes und wunderschön funktionierendes System. Pflanzen und Tiere leben auf dem von Mikroben erstellten ökologischen Abfall. Für Mikroben sind dagegen alle Pflanzen und Tiere „nunmehr das Vieh, dessen Fleisch sie speisen“, dessen Körper verdaut und eines Tages recycelt werden, wie der Autor Howard Bloom es formuliert hat. Mikroben sind potentielle Weltall-Touristen. Wenn die Menschen in den Weltraum reisen, reisen unsere Mikroben mit uns. Das Internet der lebenden Dinge könnte eine große, kosmische Reichweite bergen.

Das Paradoxe ist, dass wir die Mikroben immer noch als unterlegene Organismen wahrnehmen. Doch es verhält sich in Wirklichkeit so, dass Mikroben die unsichtbaren und intelligenten Anführer der Biosphäre sind. Ihre Biomasse übersteigt die unsere. Sie sind die eigentlichen Erfinder der informationsbasierten Gesellschaft. Unser Internet ist nur ein Nebenprodukt des mikrobiellen Informationsspiels, das bereits vor drei Milliarden Jahren initiiert wurde.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Bacteria“ by geralt (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Die Netzpiloten sind Partner beim Year of the Rooster

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In München findet am 27. April das Festival Zukunft des Digital Business im Year of the Rooster statt. Das Motto lautet dieses Jahr „Where Robots meet Buddhas“. Eingeladen zu dem Event sind Führungskräfte, buddhistische Mönche, Bestseller-Autoren und Gründer aus der Technologie-Szene. Hier sind einige der Themen, die bei dem Festival auf der Agenda stehen werden:

  • Zukunft der Arbeit und Bildung
  • Digitale Führung und persönliche Entwicklung
  • Zukunft der Medien und des Marketing
  • Internet der Dinge
  • Digitale Technologien
  • Achtsamkeit und Wohlbefinden

Warum teilnehmen?

Der Veranstalter, die Freeformers GmbH, nennt einige Gründe, die dafür sprechen, an dem Event teilzunehmen:

  • Interaktive Workshops rund um App Prototyping, Design Thinking, Live Video, Drohnen und Blockchain
  • Verständnis der Schlüsselthemen, die die digitale Wirtschaft streifen: Internet der Dinge, VR, Robotics, Zukunft der Medien, der Mobilität und der Arbeit.
  • Speed Networking, internationale „Movers and Shakers“ großen Marken treffen, Startups und Agenturen
  • Internationale Speaker aus den USA, Australien, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien

Seht euch hier den Trailer für die diesjährige Veranstaltung an:

Beim Year of the Rooster erwarten euch viele Experten, die ihr Wissen gerne mit euch teilen. Unter anderem vor Ort sein werden:

Die Veranstaltung findet in München im Kulturzentrum Backstage statt. Hier könnt ihr eure Tickets kaufen.

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Künstliche Intelligenz lässt die Kassen aufatmen

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Der britische National Health Service (NHS) hat kürzlich Pläne bekannt gegeben, eine mobile Gesundheits-App, die mit künstlicher Intelligenz arbeitet, mithilfe einer Million Londoner zu testen. Das Ziel dabei ist, Diagnose und Behandlung von Patienten zu erleichtern, in dem diese an einer Echtzeit-Text-Konversation teilnehmen, die den NHS-Telefonservice (der von dem Aufpasserdienst Care Quality Commission kritisiert worden ist) komplettieren wird. App-Entwickler Babylon Healthcare Ltd verwendet Algorithmen, um erste Diagnosen zu erstellen, die dann mit menschlicher Beratung ergänzt werden. Die App hat bereits eine herausragende CQC-Bewertung erhalten.

Die App wird wahrscheinlich für gemischte Reaktionen sorgen, bei denen begeisterte Technikliebhaber denjenigen gegenüber stehen, die der Meinung sind, mehr Technologie bedeute eine reduzierte Gesundheitsversorgung durch Menschen. Doch während dem NHS nachgesagt wird, an einer humanitären Krise zu leiden und dass eine wachsende Gesundheitsversorgung die Ressourcen belastet und an ihre Grenzen bringt, müssen intelligente Lösungen gefunden werden. Es lässt sich kaum bestreiten, dass die Probleme einer begrenzten Finanzierung dauerhaft zu diesem einzigartigen öffentlichen Service dazugehören. Vielleicht ist die Künstliche Intelligenz eine Antwort darauf.

Tatsächlich besteht effektive Gesundheitsvorsorge immer aus einer Kombination von systematisierter technologischer Effizienz und menschlicher Pflege, die sich auf den Patienten konzentriert. Gespaltene Anschauungen über Technologie helfen oft nicht weiter. Es ist zudem notwendig, zu erkennen, wie dieser Umgang mit Gesundheitsvorsorge Teil einer großen technischen Revolution ist, in der zahlreiche Objekte im Internet der Dinge verknüpft werden, die alles, angefangen vom Gesundheitswesen bis hin zum Verkehrswesen, verändern werden.

Die Bedienung der NHS-App ist wirklich einfach und wurde mit der Nutzung des Kurznachrichtendienstes WhatsApp verglichen – jedoch mit einem gravierenden Unterschied: Man chattet mit einem Computer, nicht mit einer Person. Sobald die App heruntergeladen ist, gibt man seine grundlegenden Gesundheitsinformationen ein und beginnt anschließend, seine Symptome zu erklären. Der Roboter, der „antwortet“, wird in etwa folgende Dinge sagen „Ich brauche etwas mehr Details von Ihnen, bevor wir beginnen“ oder „fast geschafft“, um das Gespräch aufrecht zu erhalten. Nach einem ausführlichen Austausch könnte folgendes Ergebnis dabei herauskommen:

„Okay, Ihre Symptome scheinen nicht für einen Notfall zu sprechen, aber ich denke, Sie sollten weitere Untersuchungen in Anspruch nehmen. Stellen Sie sicher, dass Sie innerhalb der nächsten zwei Wochen einen Arzt konsultieren werden. Tun Sie das nicht, können sich die von Ihnen beschriebenen Symptome verschlimmern. Also vereinbaren Sie jetzt einen Termin und ich werde Sie demnächst daran erinnern. Sollte sich die Situation in der Zwischenzeit ändern und Sie fühlen sich schlechter, sprechen Sie so schnell wie möglich mit einem Arzt.“

Dieser digitale Diagnose-Dienst verfolgt das Ziel, ein zusätzliches Kommunikationsinstrument zwischen dem NHS und dem Patienten zu schaffen. Er ist Teil eines größeren, digitalen Öko-Gesundheitssystems, das Online-Gesundheits-Tracking beinhaltet. Zudem nutzt die App den Vorteil, dass einige Leute heutzutage lieber per Textnachrichten chatten, als am Telefon miteinander zu sprechen.

Dieses digitale Phänomen wird von dem Versprechen angetrieben, soziale Probleme mittels breiter technologischer Entwicklungen zu lösen. Anwendungen im Gesundheitswesen könnten für die Gesellschaft einen großen Gewinn bedeuten, während die Funktionalität der App durch die Ansammlung von großen Datenmengen verbessert wird. Die Tech-Firma Babylon ist mit anderen großen Firmen verbunden, die daran arbeiten, ähnliche Services zu entwickeln wie Deep Mind von Google. Der Service will Daten der NHS-Diagnosen beispielsweise dafür nutzen, bestimmte Diagnosen früher stellen zu können oder für eine effektivere Überwachung der Behandlung sorgen.

Auf der Consumer Technology Association (CES), der weltweit größten Tech-Messe in Las Vegas Anfang 2017 gehörten KI-Home-Systeme zu den angesagten Hits. Vielleicht hat der NHS also eine intelligente Lösung zur richtigen Zeit entwickelt. Die Menschen sind derzeit eher bereit, eine „Beziehung“ zu einer aufmerksamen Maschine aufzubauen als zu einem Mitarbeiter im Call Center.

Digitale Ärzte

Diese Entwicklungen werden durch die Annahme vorangetrieben, dass diese Formen der Kommunikation innerhalb einer digitalen Wissensökonomie neutralere und genauere Antworten liefern, während sie menschliche Fehler umgehen. Allerdings räumen Wissenschaftler ein, dass innerhalb des entstehenden Forschungsgebiets kritischer Gesundheitsstudien Algorithmen als Teil eines komplexen Netzwerks von Zusammenhängen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren gesehen werden müssen. Vor Kurzem verglich eine Studie die diagnostische Genauigkeit eines Arztes mit der eines Computers und kam zu dem Ergebnis, dass der Mediziner die Algorithmen „um Längen“ übertraf.

Daher sollten wir einige wichtige Fragen zur Einbindung künstlicher Intelligenz in das Gesundheitswesen stellen. Wie sinnvoll kann eine Liste möglicher Diagnosen für Menschen sein, die sie von einer Maschine erhalten? Werden die Menschen diese Ratschläge befolgen oder darauf vertrauen? Wie detailliert wird die KI auf menschliche Unterschiede eingehen und Faktoren wie die lokalen Umstände, Leistungsstärke oder den kulturellen Hintergrund miteinbeziehen? Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt die Berücksichtigung der Hintergründe der Nutzer dar. Angesichts der fortdauernden Bedenken über Ungleichheit bezüglich des digitalen Zugangs und der digitalen Kompetenz müssen Versuche für die Zukunft digitaler Gesundheitstechnologien in den Bevölkerungsgruppen durchgeführt werden, die über begrenzte Ressourcen, Erfahrungen und technologische Infrastruktur verfügen.

Möglicherweise befasst sich die größte Frage in einer Welt, in der wir immer mehr von unseren Daten in einem mobile Anwendungsumgebung eingeschlossen werden, mit dem Eigentum und der Privatsphäre unserer Daten. Wie können wir sicherstellen, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Gesundheitsdaten im Laufe der Zeit selbstständig zu verschieben und wie wird deren Sicherheit garantiert? Vielleicht brauchen wir eine neue Gesetzesvorlage für Gesundheitsdaten, um die Ausnutzung zu unterbinden und einzugrenzen. Dann muss diese Arbeit jetzt beginnen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Computer“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Alles ist verbunden: Roboter führen die Tech-Trends 2017 an

Um Vorhersagen über die Zukunft machen zu können, sollten zunächst die Trends der vorangegangenen Ereignisse betrachtet werden. Um nun herauszufinden, wie die Zukunft der Technik im nächsten Jahr aussehen wird, sollten wir auf die großen Entwicklungen aus dem Jahr 2016 schauen. Die Entwicklungen aus den letzten Jahren lassen auf ein 2017 schließen, das geformt wird von virtueller und erweiterter Realität. Die Entstehung eines Internets mit künstlicher Intelligenz und die Erschaffung von personalisierten digitalen Helferlein verfolgen uns über die verschiedensten Medien.

Virtuelle Realität

Eine neue Technologie hat ganz besonders die Nachrichten des kompletten Jahres dominiert und die Wunschlisten der Kinder und der Erwachsenen gleichermaßen gefüllt: Die virtuelle Realität. Das kommerzielle Wachstum von VR begann 2016 mit HTC, Oculus (das mittlerweile Facebook gehört) und der Playstation, die alle ihre neusten Headsets herausbrachten. Aber 2017 wird sicher ein entscheidendes Jahr für VR – auch wenn sie sich gerade noch in einer unsicheren Lage des „Hype-Kreislaufs“ befindet.

Dies ist eine Forschungsmethode, die die kommerzielle Überlegenheit neuer Technologien vorhersagt, während sie noch bis zur vollständigen Reife entwickelt werden, und sie durch verschiedene Phasen von wachsenden Hype, plötzliche Desillusionierung und schließlich den Erfolg begleitet. Aktuell befindet sich VR auf dem Weg zum ‚Peak der überzogenen Erwartungen‘, in dem der Hype die Realität überschattet und die Qualität erst als zweites bemessen wird. 

In diesem Hype-Kreislauf folgt auf den Höhepunkt der Begeisterung ein unvermeidlicher Fall (das „Desillusionierungstief“), sobald die Verbraucher die Lücke zwischen Erwartungen und dem wirklichen Produkt erkennen. Hier spaltet sich die Meinung über VR. Für einige ist dies lediglich ein kleiner Dämpfer, während es für andere ein Vorzeichen für den Niedergang ist.

Die große Frage, die diese Meinungen spaltet, ist, ob die Reaktion der Verbraucher zu VR-Spielen und Anwendungen, die aktuell auf dem Markt erhältlich sind, entweder den Zorn der Desillusionierung entfacht oder ob Gnade für die Geduld erteilt wird. Die überzeugendere Behauptung besagt, dass die VR-Plattformen auf den Handys (mit ihrer leichteren Bedienung, günstigeren Kosten und größere Auswahl an Spielen und Apps) dabei helfen werden, den VR-Markt für 2017 zu stabilisieren.

Vergrößerter Erfolg

Jedoch ist Stabilität nicht mit Erfolg gleichzusetzen. Außerdem hat VR das Problem, dass es bisher von den Benutzern fast ausschließlich in der Freizeit genutzt und nur eingeschränkt für Spiele und 360-Grad-Videos verwendet wird. Bisher hatte es nur wenig Einfluss auf soziale oder funktionale Apps wie beispielsweise das Bereitstellen einer Oberfläche.

Dasselbe kann man auch für seinen bisher nur wenig bekannten Vetter, die Augmented Reality, sagen. AR beinhaltet Bilder aus der echten Welt, die mit zusätzlichen Grafiken und Informationen ergänzt werden. Derzeit schwimmt sie auf einer großen Erfolgswelle als Spieleplattform, auch dank der Veröffentlichung von Pokémon Go.

Jedoch steckt hinter AR viel mehr als nur Spiele. Es ist ein idealer Weg, um digitale Informationen unbegrenzt zu liefern. Einige Konzepte beinhalten Head-up-Displays, die an den Fahrradhelmen befestigt werden und ihnen somit ein Sichtfeld von 360 Grad ermöglichen und sie außerdem über eine mögliche Gefahr warnen, indem sie die Bewegungen überholender Fahrzeuge überwachen.  Mit Anwendungen wie der optischen Überlappung kann man virtuell sein komplettes Heim umdekorieren, ohne nur einen Spritzer Farbe verbrauchen zu müssen.

Die wahre Zukunft der Augmented Reality liegt in ihrem Potenzial, uns eine neue und verbesserte Methode zur Erschließung von Inhalten und Services zu geben, die wir nicht ohne sie erreichen können – das wurde bereits bei Microsofts HoloLens und der Google Glass klar. Im Jahr 2017 werden wir AR benutzen, um unsere Emails zu checken, auf Facebook zu posten und neue Wege zu entdecken, zu unseren Treffpunkten in der ganzen Stadt zu gelangen. Der ganze Inhalt wird direkt auf unsere Augen geliefert. Dafür müssen wir nicht einmal zur Seite schauen oder das Laufen unterbrechen.

Aktuelle Investitionen in diesem Bereich fließen vor allem in die wichtigen Technologien im Hintergrund, wie die tiefenwahrnehmenden Kameralinsen und Systeme, die Umwelt physikalisch abbilden. Dies lässt darauf schließen, dass die Industrie diese Produkte marktreif bekommen möchte und die aufregenden Ideen zum Leben erweckt. Es bedeutet zwar auch nicht, dass alle Ziele der Augmented Reality im Jahr 2017 umgesetzt werden können, aber die Möglichkeiten werden geprüft – dies wiederum hängt davon ab, ob die zugrundeliegenden Technologien diese wahr werden lassen können.

Internet-Roboter

Die anderen Bereiche, aus denen wir gerne die ersten kommerziellen Anwendungen aus den aufregenden Forschungsarbeiten sehen würden, sind die Bereiche der künstlichen Intelligenz und des Maschinenlernens. Es gibt nur eine Anwendung, die wahrscheinlich das Jahr 2017 dominieren wird – und das ist das Internet der Dinge, das eine Verbindung von Millionen von Geräten, von Kameras bis zum Wasserkocher in das Internet darstellt.

Das Konzept des Internets der Dinge liegt wahrscheinlich unseren Drang nach ständiger Verbindung mit unseren Gegenständen, die wir jeden Tag benutzen zugrunde – diese werden alle in einer großartigen (oder furchterregenden) Verbindung zusammengefügt. 2017 könnte das Jahr werden, in dem wir unserer Barista-Kaffeemaschine aus einer Entfernung von fünf Kilometern Bescheid geben, uns einen Chocolate Fudge Cafe Cubano zu machen, während wir im Auto fahren und mit einer Oberfläche reden.

Oder vielleicht auch nicht. Aber diese Idee der Vernetzung wird bereits mit dem Bereich der künstlichen Intelligenz mit Cloud-Robotern erreicht. Diese System erlauben es den Robotern, die für verschiedenen Aufgaben optimiert wurden, an bestimmte Problemen individuell zu arbeiten und die Ergebnisse untereinander auszutauschen.

Die Roboter benutzen dabei die Cloud, um Daten zu teilen, was es jedem anderen Roboter oder künstlichen System, das auch mit demselben Netzwerk verbunden ist, ermöglicht, diese Daten zu analysieren. Dabei unterrichtet ein Roboter den anderen, welcher wiederum die Information weiterentwickelt und es weitergibt. Mit dieser Zusammenarbeit kann das Lernpotenzial und die Verbindung von Maschinen massiv vergrößert werden.

Persönliche Digitale Assistenten

All diese Trends vereinen sich zu unserer Vorhersage für das Jahr 2017: Es wird mehr menschlich anmutende digitale Technologien in Form von intelligenten persönlichen Assistenten geben. Sie benutzen dabei Fortschritte aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz zum Erfassen und Interpretieren unserer Daten, sowie das Internet der Dinge, um alles um uns herum zu bedienen und die Fortschritte aus dem Bereich der Augmented Reality realistisch in der mobilen Welt abbilden zu können.

Das wird uns eine einzige lebensnahe Schnittstellen zwischen uns und unserer digital verknüpften Welt ermöglichen. Es ist der nächste notwendige Schritt für Fans von Siri, Cortana und Alexa: ein intelligenter Assistent, dem es möglich ist, mit uns überall hinzureisen und uns in beinahe jedem Aspekt unseres Lebens zu unterstützen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „wooden“ by kaboompics (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FIREFOX golem: Firefox 49 kann vorlesen: Mozilla hat eine neue Version von Firefox für Windows, Linux, Mac OS und Android veröffentlicht. Ein besonderes Feature des Updates ist die Vorlesefunktion. Diese lässt sich im Reader-Modus, den man über das Buch-Symbol in der Adressleiste öffnen kann, anschalten. Außerdem benutzt die Android-Version den Cache sinnvoll und zeigt zuvor aufgerufene Seiten auch an, wenn gerade keine Internet-Verbindung vorhanden ist.
  • YAHOO handelsblatt: Yahoo ließ sogar Verizon im Dunkeln tappen: Yahoo wurden mehr als 500 Millionen Datensätze geklaut. Nicht nur den Kunden hat die CEO Marissa Mayer dies verheimlicht, sondern auch dem Telekomkonzern Verizon, der das Unternehmen übernehmen möchte. Außerdem können unter den entwendeten Daten Namen, Geburtstage, E-Mail-Adressen und Telefonnummern sein. Teilweise konnten die Angreifer sogar Sicherheitsfragen und Antworten übernehmen, mit denen man Passwörter zurücksetzten kann.
  • FACEBOOK heise: CarPlay-Unterstützung: Facebook Messenger lernt Autofahren: Dank iOS 10 kann man ab sofort Anrufe von dem Facebook Messenger auch im Auto entgegennehmen. Jedoch gibt es noch keine Siri-Unterstützung, sodass man die Telefonate nicht selbst einleiten kann. Außerdem werden in CarPlay-Fahrzeugen nun auch Benachrichtigungen des Messengers empfangen. CarPlay ist eine intelligente, sichere Möglichkeit, um das iPhone im Auto nutzen zu können, die man in ausgewählten Modellen findet.
  • INDUSTRIE 4.0 t3n: Industrie 4.0: SAP und Bosch planen Kooperation für das Internet der Dinge: Bosch und SAP haben jetzt eine langfristige Kooperation angekündigt. Beide Unternehmen bieten jeweils eigene Produkte für das Internet der Dinge an und möchten nun im Cloud-Sektor zusammenarbeiten. In Zukunft wollen die beiden Konzerne auch im Rahmen des Industrial Internet Consortium und der deutschen Plattform Industrie 4.0 gemeinsame Industriestandards entwerfen. Zusammen wollen sie einheitliche Rahmenbedingungen schaffen, von denen die gesamte Industrie profitieren wird.
  • TWITTER spiegel: Die Türkei fordert Twitter besonders oft zum Löschen auf: Twitter bekommt immer mehr behördliche Anfragen zum Löschen von Inhalten. Einem aktuellen Transparenzbericht zufolge kamen fast 80 Prozent der Aufforderungen aus Russland und der Türkei. Im ersten Halbjahr 2016 bekam Twitter 4434 Anträge von Regierungs- und Polizeistellen, das sind 13 Prozent mehr als im Vorhalbjahr. Die Anfragen wurden meistens damit begründet, dass Inhalte gegen gesetztliche Bestimmungen in den betreffenden Ländern verstoßen haben.
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IoTcamp 2016

iotcamp-2016-logo-image-by-iotcamp

In unserer heutigen Zeit ist das Internet nicht mehr wegzudenken. In vielen Bereichen wird es tagtäglich wichtiger und irgendwann wird es unabdingbar sein. Bis dahin ist es sinnvoll, dass man sich in punkto Internet vorbereitet und auf dem Laufenden bleibt. Das IoTcamp bietet hierfür die ideale Möglichkeit.

IoT steht für Internet of Things. Das IoTcamp widmet sich also dem Thema Industrie 4.0 genauer und bietet hier auf produktive Art einen Austausch zwischen wichtigen Personen aus den verschiedensten Bereichen. Das Ganze wird im BarCamp Format geschehen, was bedeutet, dass zu Beginn der Veranstaltungen der Ablauf, die Themen und die Schwerpunkte von den Teilnehmern festgelegt werden. Das Oberthema wird „Internet“ sein, auf welches Techblogger Sascha Pallenberg einstimmen wird.

Es werden wichtige Personen unter anderem aus der Wirtschaft, der Politik, aus verschiedenen Startups und auch aus dem Bereich Medien am Camp teilnehmen und zu einem offenen Gespräch animieren. Das Besondere wird der offene Austausch, die Produktivität der einzelnen Teilnehmer und die Interaktion zwischen all den Interessierten sein. Unterstützt wird die Veranstaltung von Knowledge Partnern, wie beispielsweise Amazon Web Services, Fraunhofer FOKUS oder METRO GROUP unter der Moderation von Stefan Evertz.

+++ Das Gewinnspiel ist beendet +++

Wer also Lust hat am 04. Oktober in Düsseldorf an der Veranstaltung teilzunehmen, der hat hier die Chance drei Tickets für das Iotcamp in diesem Jahr zu gewinnen. Schreibt uns einfach eine Mail bis Donnerstag, den 22.09.2016 – 17 Uhr an gewinn@netzpiloten.de mit dem Betreff „IoTcamp“. Selbstverständlich werden die Gewinner von uns benachrichtigt!

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Infos aus der Zukunft: Mit dem Internet der Dinge wird das möglich

???????? (image by kropekk_pl [CC0] via Pixabay)

Greifbare Maßnahmen in der echten Welt und die Datenverarbeitung der digitalen Welt verschmelzen miteinander und das Internet der Dinge nimmt deren Platz ein. Das Internet der Dinge – ein Netzwerk von Geräten, die digital miteinander verbunden sind – können physikalische Eigenschaften in digitale Daten umwandeln, die über die ganze Welt gesendet werden können und mit Lichtgeschwindigkeit verarbeitet werden.

Für die kommenden fünf Jahre wird angenommen, dass 20 Milliarden Geräte mit dem Internet der Dinge verbunden sein werden. Sie werden Business-Modelle und Markstrategien revolutionieren und Unternehmen weltweit beeinflussen. Das Echtzeit-Marketing nimmt zu, weil Unternehmen individualisierte Kundenerfahrungen bieten wollen. Das Internet der Dinge macht es möglich, Produkte zu designen, die alle Aspekte diverser Branchen in Echtzeit erfüllen. Kundenfeedback kann von den Produkten selbst generiert werden, misst gleichzeitig den Erfolg der Marketing-Strategie und bietet wertvolle Erkenntnisse für die Produktentwicklung und das Design.

Die Vielfalt der Dinge

Die Regierung hat Daten für den öffentlichen Zugang seit einiger Zeit freigegeben. Rückblickend waren die meisten Daten bis jetzt ziemlich nützlich. Sie erzählten die Geschichte der Vergangenheit und in den meisten Fällen wurden sie nur monatlich, halbjährlich oder jährlich aktualisiert. Daten-Feeds in Echtzeit sind revolutionär und werden von Forschern der Array of Things (dt. etwa: Vielfalt der Dinge) folgendermaßen beschrieben:

Was wäre, wenn eine Laterne Ihnen sagt, Sie sollen auf die Eisplatte auf dem Gehweg voraus achten? Was, wenn eine App Ihnen die beliebteste Route für einen Nachtspaziergang zur S-Bahn zeigt?

Das Array of Things hat vor kurzem einen Zuschuss der US National Science Foundation erhalten und wird Echtzeit-Daten der Straßen von Chicago bereitstellen. Diese Daten werden Häuserblock für Häuserblock von einen Sensor, der Licht, Ton, Luftqualität und weitere Dinge misst, erfasst. Die Daten werden der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt eine Karte, die seit diesem Sommer die Position von 42 Knotenpunkten anzeigt, die in der Stadt installiert werden. Insgesamt werden 500 dieser Knotenpunkte bis 2018 in Chicago installiert worden sein.

Heutzutage gibt es keinen Mangel an live eingespeisten Daten – beispielsweise stellt der verlinkte Blockchainfeed detaillierte Informationen über alle Bitcoin-Transaktionen dar. Der RSVP-Ticker von Meetup, der hier einsehbar ist, informiert Sie wortwörtlich darüber, wer gerade etwas trinkt, japanisch lernt oder wer bei der Zen-Meditation morgen teilnehmen wird.

Die Herausforderung für die Regierung ist nun, sicherzustellen, dass diese Daten sicher sind und es einen gemeinsamen Standard für die Verarbeitung gibt. Um dieses Problem kümmert sich der amerikanische Wirtschaftsrat zu Fragen der Wissenschaft und Technik.

Die Zukunft voraussagen

Viele Jahre lang haben Wissenschaftler Serverlogs und den Inhalt von Webseiten gesammelt, um eine bessere Web-Personalisierung zu erleichtern und zukünftige Benutzeranforderungen vorherzusagen. In diesem Kontext hängt das, wonach Menschen suchen, damit zusammen, was sie in der Zukunft tun werden.

Im Gegensatz zu anderen Datenquellen können Maschinen – beispielsweise verbundene Geräte im Internet der Dinge – so programmiert werden, dass sie einen sauberen und konsistenten Echtzeit-Datenfeed erzeugen. Das sind Daten, die Wissenschaftler und Andere dazu verwenden können, um die Zukunft vorherzusagen und über Korrelation und gleichzeitig eintretende Ereignisse hinausgehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „????????“ by kropekk_pl [CC0]


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • SNAPCHAT basicthinking: Interview mit Affiliate-Spammern auf Snapchat: „Du glaubst gar nicht, wie blöd die sind“: „Was wir machen, ist nicht böse, es ist aber auch nicht ganz richtig. Moralisch, naja…“ Mit Snapchat Geld verdienen? Klappt sogar. Moralisch vielleicht nicht ganz vertretbar aber trotzdem machbar. Im folgenden Interview erklären zwei Snapchat-„Spammer“ wie sie pro Tag ca. 800 US-Dollar verdienen. Denn beide profitieren vom Fehler im System und setzen zusätzlich auf die „Intelligenz“ so mancher Nutzer. Snapchat scheint es weniger zu stören, denn beiden pushen schließlich die Zahlen.
  • APP onlinemarketingrockstars: Achtung Pleite: Wie es ein kleiner Entwickler mit nur einer Pressemitteilung an die Spitze des App Stores geschafft hat: Es als unabhängiger Entwickler an die Spitze der App Stores zu schaffen, ist heute deutlich schwieriger als früher. Denn die „App Economy“ hat sich professionalisiert und wird von den großen Internetkonzernen und spezialisierten Gaming-Publishern dominiert. Ulrich Keil hat es trotzdem geschafft, seine App „Achtung Pleite“ in Deutschland an den Dickschiffen vorbei auf dem ersten Platz zu bringen. Dafür war nur eine clevere Idee und eine Pressemitteilung nötig.
  • SMART CAR golem: Mercedes-Benz lässt Stadtbus autonom mit 70 km/h fahren: Mercedes hat mit dem Future Bus einen Nahverkehrsbus vorgestellt, der in Amsterdam teilautomatisiert und einer 20 Kilometer langen Strecke fährt. Seine Technik wird auch bei Lkws eingesetzt. Der Future Bus verkehrt zwischen dem Flughafen Amsterdam Schiphol und der Stadt Haarlem. Der Bus kann auf der Strecke bis zu 70 km/h schnell fahren und soll Fußgänger und Hindernisse auf der Fahrbahn erkennen können. Zusätzlich kann er präzise an Haltestellen vorfahren und seine Türen passend öffnen und schließen. Sogar mit Ampeln kann er kommunizieren.
  • POKEMON GO heise: Pokémon Go: Datenschützer kritisiert Nutzungsbedingungen: Wir wissen schon, das Thema Pokémon Go können viele schon nicht mehr hören. Trotzdem ist neben dem Spielspaß auch der Datenschutz enorm wichtig. Denn dieser fehlt bei Pokémon Go anscheinend komplett. Neben den vollen Zugriff auf das Google-Konto (Was angeblich ein Fehler gewesen sei und mit Version 1.01 behoben wurde) ist ein anonymes Spielen unmöglich, Daten werden an Dritte weitergegeben und eine Löschfrist gibt es auch nicht. Das sind auch nur wenige Punkte, die in den Nutzungsbedingungen (die es ausgedruckt auf stolze 20 Seiten bringen) stehen.
  • INTERNET DER DINGE Quelle: Der Kampf der Cloud-Plattformen hat begonnen: Alle schwärmen derzeit vom Internet der Dinge. Die Maschinen in den Fabriken zum Beispiel sollen mit unzähligen Sensoren ausgestattet werden. Die daraus resultierenden Datenmengen ermöglichen zum Beispiel vorausschauende Dienstleistungen und den effektiveren Einsatz von Maschinen durch eine Vernetzung und Steuerung der Flotten. Das Internet der Dinge ist ein Milliardenmarkt. Berater rechnen mit jährlichen Wachstumsraten von sieben Prozent. Der Wettbewerb unter den Plattformen tobt bereits jetzt.
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Wie winzige Sonnenkollektoren das IoT mit Energie versorgen könnten

Solar (adapted) (Image by Ken Bosma [CC BY 2.0] via Flickr)

Es könnte einen großen Schritt vorwärts in unserer Art zu Leben ankündigen. Das “Internet der Dinge”, die Idee, Gegenstände über ein globales Netzwerk miteinander zu verbinden, wird eines Tages Ihr Zuhause verwalten, Sie gesund halten und sogar überprüfen, wie viel Essen sich in Ihrem Kühlschrank befindet. Das bedeutet, dass bis 2020 auf der ganzen Welt eine Trillion “intelligenter Sensoren” installiert werden. Doch woher beziehen diese ihren Strom?

In manchen Fällen ist die Stromquelle offensichtlich: Sensoren in Kühlschränken oder in Ampeln können an das Stromnetz angeschlossen werden. Es ist jedoch um Einiges komplizierter, Vorrichtungen mit Strom zu versorgen, die die Wasserqualität in abgelegenen Sammelbecken analysieren, die Risse in der Bahntrasse feststellen, oder überprüfen, ob die Kühe eines Bauern glücklich und gesund sind.

Organische Sonnenkollektoren könnten die Antwort sein. Sie sind günstig und außerdem flexibel genug, um klitzekleine Sensoren unabhängig von ihrer Form mit Strom zu versorgen. Die Zellen können nur bis zu zwei Mikrometer dick sein – circa ein 50stel der Breite eines menschlichen Haares – und sind in der Lage, eine für solch eine dünne Oberfläche enorme Menge an Licht aufzunehmen.

Diese organische Photovoltaik (OPV) unterscheidet sich von Silizium-basierten Solarzellen dahingehend, dass erstere aus künstlich angefertigten Bio-Materialien angefertigt werden kann. Sie kann auf günstigen Substraten wie PET abgelagert werden, einer Art Polyester, die auch in Softdrink-Flaschen oder Chipstüten verwendet werden kann. Dieses Material ist leichter, flexibler, und kann sogar in verschiedenen Farben leuchten. Wer hat behauptet, Solarzellen müssten immer nur schwarz sein?

OPVs benötigen lediglich einen Tag, um die Energie zurückzugewinnen, die für ihre Herstellung aufgewandt wurde, auch bekannt als “Energie-Amortisationszeit”. Herkömmliche Silizium-basierte Solarzellen benötigen für die Rückgewinnung der Energie ein bis zwei Jahre.

Organische Photovoltaik kann auch an 3D-Oberflächen wie Dachabdeckung und sogar Kleidung gebunden werden. In unseren jüngsten Forschungen haben meine Kollegen und ich nachgewiesen, dass dadurch verstreutes oder schräg einfallendes Licht besser eingefangen werden kann. Für einen Solarpark in einem sonnigen Land macht dies keinen großen Unterschied, aber wolkenreichere Orte in größerer Höhenlage haben dadurch einen Zusatznutzen.

Für das Internet der Dinge sind diese Verbesserungen ein echter Meilenstein. Nur wenige dieser unzähligen Sensoren werden in der Sonne platziert; weitaus mehr werden an ungewöhnlichen Orten installiert, wo das Licht nur indirekt einfällt. Winzige organische Solarzellen ermöglichen das ständige Einfangen von Energie, sogar im Haus und auf Kleidung.

Von Billionen zur Trillion

Der große Bedarf nach einer solchen Technologie lässt sich nicht leugnen. Die Messlatte “eine Trillion Sensoren” wirkt zunächst seltsam. Jedoch besitzt ein typisches Smartphone rund zehn intelligente Sensoren, die Licht, Temperatur, Ton, Berührung, Bewegung, Position, Feuchtigkeit und mehr messen. Mehr als eine Miliiarde Smartphones werden in diesem Jahr verkauft, das macht also 10 Milliarden neue Sensoren, und das nur in Smartphones. Natürlich beschränken sich intelligente Sensoren nicht auf Smartphones. Sie werden ebenfalls routinemäßig in den Bereichen Körperpflege, Umweltüberwachung, Sicherheit und Transport verwendet.

Ungeachtet der genauen Zahlen können wir davon ausgehen, dass in Zukunft zahlreiche Sensoren zum Einsatz kommen und dass deren Komplexität und Zweckmäßigkeit exponentiell wächst. Meine Kollegen in Bangor und ich interessieren uns dafür, herauszufinden, wie wir alle Sensoren mit Strom versorgen können, wodurch wir schließlich auf organische Photovoltaik gestoßen sind.

Wenngleich Ingenieure immer bestrebt sind, den Energieverbrauch durch besseres Design und einen Sleep-Modus der Sensoren bei Nicht-Nutzung zu reduzieren, verbrauchen sogar Sensoren mit sehr geringem Stromverbrauch circa 3,5 Milliwatt. Sensoren von schlechterer Qualität verbrauchen bedeutend mehr.

Angenommen, dass der “durchschnittliche” Sensor 5 Milliwatt verbraucht und vorausgesetzt, dass der Verbrauch jede Minute gemessen wird und eine Messung 30 Sekunden dauert, dann verbraucht dieser durchschnittliche intelligente Sensor 22 Watt-Stunden in einem Kalenderjahr. Dieser Wert ist äußerst gering und entspricht dem Verbrauch eines eingeschalteten Fernsehers über die Dauer von fünf Minuten.

Doch es summiert sich. Angelehnt an unsere einfache Analyse werden eine Trillion Sensoren pro Jahr 21.900 Gigawatt verbrauchen. Das stellt eine unfassbare Nachfrage an Stromnetzen dar, vergleichbar mit dem kombinierten Output einiger Atomkraftwerke. Hinzu kommt die zusätzliche Nachfrage von Datenzentren, um derart riesige Mengen an Informationen zu verwalten.

Ja, es werden Elektroden mit geringem Verbrauch entwickelt, um die Energiemenge zu reduzieren, die von Sensoren benötigt wird. Jedoch können viele Sensoren vor allem bei langfristigen Projekten nicht einfach auf eine innere Batterie bauen, da eine Batterie nur einen begrenzten Speicherraum für Energie hat. Vor allem ist das der Fall, wenn Sensoren in abgelegenen Orten installiert werden, die weit weg von einem Stromnetz oder sonstiger elektrischer Verbindung sind.

Daher müssen wir intelligente Sensoren bauen, die ihren eigenen Strom aus der direkten Umgebung ziehen können – und genau hier wird die Nische der organischen Sonnentechnologie zu finden sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted)  “Solar” by Ken Bosma (CC BY 2.0)


The Conversation

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Die 5 Zukunftstechnologien über die wir schon heute sprechen sollten

Display Dummy (Image: geralt [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Während das Establishment sich noch über die Disruptionen der letzten Jahre streiten, müssen wir uns darauf vorbereiten was auf uns zu kommt. Nur so entkommen wir dem Teufelskreis aus Reaktion, Abwehr und “German Angst”. Technologische Vorhersagen zu treffen ist ein undankbares Unterfangen. Gleichsam sollte man aber nicht müde werden, gerade den digitalen Biedermännern und -Frauen immer wieder klar zu machen, dass wir uns in der tagespolitischen Diskussion (vor allem im analogen Deutschland) primär bei Themen im Kreise drehen, die auf dem Markt schon völlig von gestern sind.

Bestes Beispiel ist Uber, wo die Politik in Taxiregulierung denkt, während der Konzern selbst sich längst als mehr versteht als nur ein Chauffeurdienst. Wir denken zu kurz, haben zu wenig Vision und verstehen die Geschäftsmodelle der Digitalisierung nicht. Da gibt es auf dem Kontinent noch Chefetagen die glauben, mit Leistungsschutzrecht und Co den Internetleuten etwas beweisen zu wollen. Diese Leute sind in einigen Jahren als Clowns vergessen und arbeitslos. Oder vielleicht auch nicht, denn wenn wir in einem gut sind, dann darin, den etablierten alten Industrien ein Schutzkissen zu bauen bis wir implodieren.

Viel konstruktiver ist es, schon früh genug zu überlegen welche technologischen Entwicklungen uns eigentlich ins Haus stehen. Ich rede dabei aber nicht von Utopien, sondern ich frage mich welche Themen stehen so unmittelbar bevor, dass sie innerhalb der nächsten circa fünf Jahre so präsent im Diskurs stehen werden, dass man sich schon jetzt schleunigst damit befassen sollte um nicht zu den digitalen Oldies zu gehören. Das soll auch keine umfassende Liste sein, sondern eine kleine Selektion. Meine These ist, dass wir nur über frühzeitige Beschäftigung mit Zukunftstechnologien aus dem aktuellen Teufelskreis entkommen, der von Reaktion, Panikmache, Abwehrhaltung und Unverständnis geprägt ist. Wir müssen raus aus der Aufholjagd!

AI & Machine Learning

Schon der Begriff “künstliche Intelligenz” ist trügerisch. Wenn uns der Aufstieg Googles eines gelehrt hat, dann die Tatsache dass die Zukunft denen gehört, die Algorithmen mit solch Unmengen an Daten füttern können, dass maschinelle Intelligenz das Ergebnis von Datenauswertung und mathematischer bzw. linguistischer Kombinatorik ist. Ob IBMs Watson, Wolfram Alpha oder Siri, künstliche Intelligenzen werden schlauer werden. Nichts daran ist künstlich, im Gegenteil. Die Informatik lernt von der Biologie, so werden immer mehr künftige Computersysteme der menschlichen Neurologie nachempfunden sein.

In Kombination mit Quantum Computing werden schon relativ bald digitale Denkmöglichkeiten bestehen, für die das besiegen menschlicher Schachgegner zum bloßen Bildschirmschoner verkommt. Machine Learning bezeichnet dabei die automatisierte Wissensgewinnung und Auswertung solcher Systeme, die einem Lernprozess ähnelt. Gesellschaftlich stellen sich vor allem Fragen der Konzentrierung dieser AI (Artificial Intelligence) und der Transparenz (damit meine ich wie weit solche AI unter anderem für die eigenen Schaffer noch nachvollziehbar, überprüfbar oder kritisierbar bleiben).

Mensch-Maschine Interaktion

Die Technologien durchdringen immer mehr alle Aspekte unseres Lebens, somit steht im Kern die Frage, wie der Mensch mit “der Maschine” (als stellvertretender Begriff für Technologie) interagieren wird, und damit meine ich nur in zweiter Linie physische Interaktion (UI etc.). Wie sieht künftig das gesellschaftliche Rollenverhältnis zwischen Mensch und Maschine aus, wenn wir uns beispielsweise Wertschöpfung (wer erwirtschaftet, wer konsumiert) und Kontrolle (glauben wir der Technologie per se, welchen Einfluss auf Gesetz und Rechtsdurchsetzung hat sie) ansehen. Die Maschine soll ja dem Menschen “dienen”, uns das Leben vereinfachen, und nicht umgekehrt.

Ohne in dystopisches Gedankengut abzudriften sollte man sich intensiv mit gesellschaftlichem “Nudging” beschäftigen, also den Mikrotrends die langfristig zu Verhaltensveränderungen und Kulturwandeln führen was unser Verhältnis zur Technologie und beispielsweise unsere Fähigkeit kritischer Auseinandersetzung betrifft. Die Maschine von morgen wird nich aus von einander isolierten Devices bestehen, oder An- bzw Ausschalter haben, wir müssen überlegen wie wir unsere Interaktion mit Zukunftstechnologien gestalten, die noch mehr omnipräsent sind als Smartphones.

Smart-X / IoT

Der Begriff Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) langweilt mich. Es geht nicht um das lachhafte Beispiel des vernetzten Toasters, oder intelligente Thermostate. Diese Beispiele sind technologisch so simpel, es ist traurig dass wir in der Debatte noch nicht darüber hinaus sind. Worüber wir uns wirklich Gedanken machen müssen, ist eine Art digitale “Schicht” von Datenströmen und Sensoren, die sich durch unseren Alltag ziehen wird, die nicht unbedingt mit dem Internet viel zu tun hat, sondern ad-hoc Kommunikation zwischen Menschen und Gegenständen fast schon analog zu Luft oder Bakterien. Welche Daten tauschen Sie bei der Anäherung an ein Fahrzeug miteinander aus, bewusst oder unbewusst? Welche Terrabytes an Daten schwirren künftig in einer Sekunde durch die Luft, wenn sich in einem Kaufhaus ein Kunde durch eine Abteilung bewegt?

Die Vorstellung, dass Sensoren, Sender, Empfänger und Prozessoren von Kleinstgegenständen irgendwann so stark miniaturisiert sein werden, dass wir es für selbstverständlich erachten, von Datenströmen umgeben zu sein, fällt uns schwer und macht uns Angst. Die Kontrollfrage sollte aber sein: Seit wieviel Jahrzehnten sind wir von DECT, Mobilfunk, WiFi, DVB und anderen kabellosen Übertragungstechniken umgeben und durchdrungen, denken nicht mehr darüber nach, nehmen es als selbstverständlich hin? Ob Smart Home, Smart Car, Smart Shirt, oder Smart Watch, ob Smart City oder Smart House, die völlige digitale Vernetzung von Allem wird teilweise unbemerkt und gleichsam plötzlich über uns hereinbrechen.

Robotics

Noch kommen uns die DARPA Robotics Challenge Leute wie Spinner vor, aber in Asien ist man da schon weiter. Ich denke wir stehen kurz davor, uns ernsthaft, auch politisch, über Rahmenbedingungen für den Einsatz intelligenter robotischer Technologien im Alltag Gedanken zu machen. Ob smarte Butler für hilfsbedürftige Menschen, Industrieroboter, Kampfdrohnen oder unbemannte Flugzeuge. Wenn wir nicht klare Regeln schaffen, die über Asimov hinausgehen, könnte eintreten was Kritiker befürchten: eine Art “rechtsfreier Raum” (ich werfe 50 Cent in die Dose) für Roboter oder ein Zustand in dem wir bei der Rechtsdurchsetzung große Probleme bekommen, weil durch die verspätete Regulierung der Robotik wirtschaftlich derart Fakten geschaffen wurden, dass die Realität schon wieder fünf Schritte weiter ist.

Das könnte man sich vorstellen wie die Waffendebatte in den USA: egal wie optimistisch man über Waffengesetzgebung ist, sie wir nie soweit gehen können, den bei den Menschen bestehenden Waffenbestand zu reduzieren. Niemand lässt sich wegnehmen was er oder sie gekauft hat. Das wird auch für lieb gewonnene am-Körper-Roboter gelten, die man sich wie Haustiermäuse vorstellen könnte, eine Mischung aus Bodycam, Avatar und Assistent, nur vielleicht gefährlich, unsicher und intransparent.

Re-Redecentralization

Kehren wir zum Internet zurück. Ob Blockchain, local Clouds (Protonet, Lima), Mesh-Netzwerke und Co, es wird einen Trend geben zu einer Dezentralisierung, die eine Reaktion ist auf die Rezentralisierung die wir durch die Plattformökonomien erlebt haben. Die Besorgnis über Datenschutz und Kontrollverlust führt zu einer zweiten oder je nach Betrachtungsweise dritten Welle der Dezentralisierung. Was für Puristen erst einmal hervorragend klingt, stellt uns vor völlig neue Herausforderungen in Sachen Haftung, Compliance, Rechtsdurchsetzung und Fragmentierung.

Es ist noch gar nicht absehbar wie unsere digitale Ökonomie aussehen würde, wenn jeder Internetanschluss zu einer Art eigenem Internetdienstleister würde. Wir hätten es mit Milliarden kleiner Googles zu tun, die Telekommunikationsanbieter müssten nur um ein Problem zu nennen Weg von ihrer Politik der Upload-Beschränkung auf vormilleniale Bandbreiten, und auch die Debatte um die Netzneutralität würde nochmal an Komplexität hinzu gewinnen wenn wir davon ausgehen, dass es quasi keine Public Cloud mehr geben könnte. Wettbewerbspolitik steht auf dem Kopf, wenn es um die Fragen der Kompatibilität ginge, des Customer Service oder des Klagerechts.

Eine Dezentralisierung würde trotz aller möglicher Convenience und Benutzerfreundlichkeit neuer Produkte eine enorme Kompetenzlast und Verantwortung auf den Konsumenten umverteilen, eine Entwicklung auf die noch weniger Menschen vorbereitet sind als wir es auf die Reduktion von Kompetenznotwendigkeit und Verantwortung kannten durch das Aufkommen von Apps und Clouddiensten.

Ich hoffe damit ein paar Gedenkanstöße geben zu können und freue mich auf Eure Einschätzungen worüber wir noch vor 2020 akkut diskutieren müssen, und an welcher Stelle ich wahrscheinlich völlig falsch liege.


Teaser & Image „Display Dummy“ by geralt (CC0 Public Domain)


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The Conversation

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Smart Home: Braucht der „Einbrecher der Zukunft“ noch eine Brechstange?

Smart-Home Technologien im Playmobil-Haus des Braunschweiger Informations- und Technologiezentrums (adapted) (Image by wissenschaftsjahr [CC BY 2.0] via Flickr)

Das „Internet der Dinge“ wird unser vernetztes Zuhause künftig erobern. Doch was bedeutet das für den „Einbrecher von Morgen“? Das „Internet der Dinge“ ist der Wachstumsmarkt der Technologie-Branche. Alles wird vernetzt, getrackt, analysiert und ausgewertet. Bei allen Vorteilen bringt und dieser Trend aber schnell auch wieder zu altbekannten Fragen nach Sicherheit, Verschlüsselung und Sensibilität.

Smart Home: Unaufhaltsamer Wachstumsmarkt

Ein Kühlschrank, der automatisch den Verbrauch der Lebensmittel bestimmen kann und am Tag des Einkaufs eine Einkaufsliste generiert und aufs Smartphone schickt? Ein Ventilator, der genau nach den Wünschen und Bedürfnissen des Bewohners automatisch anspringt? Licht- und Soundsysteme, die per App steuerbar sind oder intelligente Klingeln, mit denen von überall auf der Welt empfangen werden kann, wer gerade vor der Tür steht? Das ist, kurz gesagt, die Idee vom Smart Home: Die technische Unterstützung in den eigenen vier Wänden.

Darein spielt auch die Idee der miteinander vernetzten Geräte. Irgendwann mal, wenn sich die Konzerne auf einen einheitlichen Standard geeinigt haben, sollen alle möglichen Sensoren, Geräte oder Netzwerke im Smart Home miteinader vernetzt sein, den Energieverbrauch intelligent nach unten schrauben und den Komfort für den Hausbesitzer erhöhen. Das „Internet der Dinge“, so nennt sich dieser Trend, ist in der breiten Masse der Bevölkerung noch längst nicht angekommen. Aber immerhin wird er auf jeglichen Tech-Messen schon ausführlich diskutiert und gehypt.

Qualitätsnachweise vom „Einbrecher der Zukunft“?

Doch was passiert eigentlich, wenn das Zuhause zur technischen Hochburg wird? Wenn die Tür per App geöffnet, die Alarmanlagen am Tablet deaktiviert und der Herd auch vom Garten aus auf Temperatur gebracht werden kann? Oder anders: Was für Gefahren stehen uns durch diese Entwicklung bevor?

Welche Qualitäten braucht möglicherweise der „Einbrecher der Zukunft“? Muss er noch eine Brechstange oder die berühmte Haarnadel der Komplizin bedienen können, das Zielobjekt mühsam über Tage oder Wochen beobachten oder die richtige Tageszeit abwarten, um zuzuschlagen? Oder braucht er einfach nur gute Kenntnisse im Aushebeln der hauseigenen Firewall? Wird ein findiger Hacker in 20 Jahren leichteres Spiel haben als der engagierteste Einbrecher?

Sicherheitsbedenken? Unbedingt!

Zumindest eine Überlegung ist das wert. Immerhin, und das dürfte wohl kaum mehr einer bestreiten, wird das Smart Home in Zukunft boomen, diverse Analysen und Prognosen bestätigen das – und, fernab der Zahlen, auch die subjektive Wahrnehmung, wenn man die morgendlichen Pressemitteilungen und Tech-Nachrichten checkt. Selbiges gilt für das „Internet der Dinge“.

Bevor wir uns allerdings darüber Gedanken machen, was der „Einbrecher von Morgen“ für Qualitätsnachweise erbringen muss, sollten wir schon einen Blick auf heutige Zeiten werfen. Es geht um eine Studie, die HP jüngst veröffentlicht hat. Zugegeben: Wirklich repräsentativ ist sie nicht, da nur die 10 populärsten Geräte aus der Kategorie „Internet der Dinge“ getestet wurden, aber sie deckt sich mit vielen Einzelmeldungen der letzten Wochen. HP hat nämlich festgestellt, dass die technische Sicherheit der Geräte bislang mehr als fraglich ist.

Bei jedem der 10 Geräte wurden durchschnittlich 25 Schwachstellen gefunden. Die bewegten sich irgendwo zwischen elementaren Dingen wie mangelnder Verschlüsselung, überflüssiger privater Daten wie Kreditkarteninformationen und fehlerhafte Schnittstellen. In 90 Prozent der Fälle mussten überflüssige Daten eingegeben werden, in 80 Prozent wurden vom Gerät zu simple Passwörter akzeptiert, in 70 Prozent wurde nichtmal eine Verschlüsselung eingesetzt – soll ich weiter machen?


Schon etwas älter, aber das Konzept des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist immer noch interessant anzuschauen:


Druck ausüben, Sensibilität schulen

Kurzum: Das „Internet der Dinge“ ist schön und gut. Aber es scheint auch hier, dass die Nutzer eine gesteigerte Sensibilität für die Themen IT-Sicherheit, Verschlüsselung und Co. entwickeln müssen. Ohne diese nämlich wird der „Einbrecher der Zukunft“ unser Arbeits-, Schlaf- und Essverhalten von der Couch aus verfolgen können, möglicherweise schaut er uns sogar über Kameras und Webcams dabei zu. Anschließend knackt er die Türverriegelung von der anderen Straßenseite, schaltet die Alarmanlage für 15 Minuten aus und macht seine Beute. Gut, etwas überspitzt vielleicht – aber der Gedanke sollte fortgeführt werden.

Noch haben wir die Chance, den neuen Wachstumsmarkt mitzubestimmen. Mit Druck auf die Unternehmen, mit Wertlegung auf hohe Verschlüsselung und sichere Schnittstellen. Sollten wir die Chance nicht nutzen, könnten wir in 20 Jahren da stehen, wo wir nun mit E-Mail-Versand, Geheimdiensten und Facebook-Passwörtern stehen – naiv und unwissend, mitten in einem Teufelskreis.


Image (adapted) „Smart-Home Technologien im Playmobil-Haus des Braunschweiger Informations- und Technologiezentrums“ by wissenschaftsjahr (CC BY 2.0)


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Was ist Geofencing und warum ist es wichtig?

OpenStreetMap GPS trace density in and near Europe (adapted) (Image by Eric Fischer [CC BY 2.0] via Flickr)

Das Internet der Dinge ist längst eine uns umgebende Realität. Doch damit die kommenden Milliarden Geräte wissen, wo sie hingehören, ist Geofencing nötig. Das Internet der Dinge ist die wohl größte technische Entwicklung seit dem Internet selbst und deshalb auch eine gewaltige technische Herausforderung. Mehrere Milliarden Geräte umgeben uns bereits und die Zahl steigt stetig an. Wie können wir also die nächsten 10 Milliarden Geräte mit dem Internet verbinden und dafür sorgen, dass sie sicher und zufrieden sind und mit Updates versorgt werden? Die Lösung heißt Geofencing, also das Erstellen von virtuellen Grenzen und Arealen, in denen sich diese „Dinge“ aufhalten und gegebenenfalls bewegen können.

Das Internet der Dinge braucht Grenzen

Es gibt verschiedene Schätzungen, nach denen bis zum Jahr 2020 zwischen 30 und 50 Milliarden Geräte, oder „Dinge“, mit dem Internet verbunden sind. Diese Geräte können nicht alle eine normale WLAN-Verbindung nutzen und müssen daher Funkprotokolle mit kurzer bis mittlerer Reichweite nutzen, wie etwa Bluetooth, Zigbee, 60GHz oder gar sichtbares Licht – doch wie soll das alles funktionieren, ohne im totalen Chaos zu enden? Hier kommt Geofencing als ganz wichtiges Konzept ins Spiel – wobei der Begriff Geofencing mehrere Ansätze vereint – indem es die nötigen Technologien bereitstellt, um unsere „Dinge“ davon abzuhalten, außerhalb ihrer sicheren Umgebung zu funktionieren.

Der erste Anwendungsbereich von Geofencing bindet ein Gerät an einen bestimmten Ort. Dies teilt sich wiederum in zwei Anwendungsszenarien auf:

  • Geräte, die schlicht nicht außerhalb des Geofence funktionieren. Dabei könnte es sich zum Beispiel um Arbeitsgeräte handeln, die nur auf einem Firmengelände funktionieren und den Dienst verweigern, sobald man sie von dem Gelände entfernt.

  • Geräte, die „ausflippen“, wenn sie aus dem Geofence entfernt werden. Ein Beispiel, das wohl jeder kennt, sind die Sicherheits-Tags in Geschäften, die anfangen wie wild zu piepen, wenn man sie aus dem Laden entfernt.

Diese Beispiele finden sich auch in unserem Alltag wieder, etwa bei Staubsaugrobotern wie dem Roomba, der mit Infrarot-Beacons in einem bestimmten Raum gehalten werden kann, bis dieser komplett gereinigt ist. Ein ähliches Prinzip findet sich bei Bluetooth-Kopfhörern und ähnlichem Zubehör wieder, dass eine Warnung von sich gibt, wenn man sich aus dem Verbindungsumfeld begibt.

Die dritte Form von Geofences werden aktiv, sobald sich ein kompatibles Gerät in der Nähe befindet. Diese Form wird fast ausschließlich im Marketing angewendet. Man kann sich das ungefähr wie bei Minority Report vorstellen, in dem Passanten passende und personalisierte Werbebotschaften um die Ohren geschlagen wurden. Aber diese Zukunftsvision ist gar nicht mehr so weit entfernt, dank Smart Beacons, mit denen Ladenbesitzer genauestens tracken können, wie sich ein potenzieller Kunde durch den Laden bewegt und ihn eventuell auf Sonderangebote im nächsten Regal aufmerksam machen. Die Handelskette Gamestop hatte bereits im Januar angekündigt, noch in diesem Jahr mehrere Filialen mit der Technologie auszustatten, aber auch hierzulande gibt es bereits erste Pilotprojekte.

Beacons (und Apples iBeacons) sind für Geofencing sehr wichtig – dabei handelt es sich um kleine Geräte, die über Bluetooth regelmäßig kleine Datensätze entweder direktional oder omnidirektional in ihre Umgebung funken. Direktionale Beacons werden verwendet, um virtuelle Wände zu errichten, wie etwa beim Roomba. Beacons kann man etwa mit GPS vergleichen, nur deutlich genauer. Während GPS zur Ortung allerdings nur auf einige Meter genau den Standort bestimmen kann, kann die aktuelle Position mit Beacons auf den Zentimeter genau errechnet werden.

Geofencing ist also unglaublich wichtig für das Internet der Dinge, da die ganzen Geräte, die uns umgeben und sich mit verschiedensten Funksignalen unterhalten, buchstäblich begrenzt werden und sie sich nicht ins Gehege kommen. Das Internet der Dinge ist schon komplex genug, da kann es nicht schaden, wenn dafür gesorgt wird, dass man ganz genau weiß, welches Gerät sich an welchem Ort aufhält.


Image (adapted) „OpenStreetMap GPS trace density in and near Europe“ by Eric Fischer (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 8. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Werbung, ein Newsgame von der BBC, Instagram statt Galerien, Propaganda im Internet und Amazon. Ergänzungen erwünscht.

  • WERBUNG PandoDaily: How Mad Men became an accidental allegory for the modern tech world: Auf PandoDialy hat David Holmes eine interessante Theorie veröffentlicht: die TV-Serie „Mad Men“ hat sich zufällig zu einer Allegorie auf die moderne Technologie-Branche gewandelt. Denn bei sozialen Netzwerken, dem Medienwandel, das Internet of Things und Messenger-Programmen, geht es immer um Werbung. Und das hassen wir, genauso wie die Protagonisten der Serie.

  • NEWSGAME taz: Syrien-Spiel der BBC über das Leid von Flüchtlingen: Newsgames sind ein spannender Ansatz, um Nachrichten zu vermitteln. Die BBC hat nun ein Computerspiel entwickelt, dass mit einem interaktiven Gamificationansatz auf das Leid syrischer Flüchtlinge aufmerksam machen möchte. Nutzer müssen entscheiden, wie sie fliehen und lernen verschiedene Szenarien als Konsequenz kennen. Doch es gibt auch Kritik an der spielerischen Darstellung des Leids.

  • INSTAGRAM SmartCompany: How Instagram is changing the business of art: Auf SmartCompany erklärt Cara Waters, welche Bedeutung Instagram für die Kunst-Branche haben kann. Die Künstlerin CJ Hendry verzichtet auf Galeristen und nutzt das von Facebook aufgekaufte soziale Foto-Netzwerk, um sich einen eigenen Kundenstamm aufzubauen. Und das mit beeindruckenden Erfolg. Ihre Serie „50 Foods in 50 Days“, für je 50.000 Euro pro Gemälde, war schon nach der Veröffentlichung auf Instagram und noch vor der eigentlichen Ausstellungseröffnung komplett verkauft.

  • PROPAGANDA Welt: Russland bezahlt Trolle für Netz-Propaganda: Ljudmilla Sawtschuk arbeitete zwei Monate in einer Agentur, die im Internet Propaganda im Sinne des russischen Präsidents verbreitet. Die Frau gibt einen interessanten Einblick in die sogenannte „Trollfabrik“, einem Onlinepropagandazentrum, in dem wahrscheinlich inzwischen mehr als 400 Menschen regelmäßig arbeiten und Tagesbefehle umsetzen, wie sie bestimmte politische Ereignisse im Sinne des Kremls kommentieren.

  • AMAZON The Conversation: Amazon Dash is a first step towards an internet of things that is actually useful: In den gestrigen Lesetipps war ein Artikel von Jean-Louis Gassée, der die Pläne von Amazon kommentierte, vollkommen neu zu definieren, was das Internet der Dinge sein wird. Und natürlich diesen Begriff selber zu besetzen. Gordon Fletcher sieht Amazon auf den selben Weg wie Gassée, bewertet die jetzige Position von Amazon aber viel positiver, denn das Unternehmen hat schon viele kleine Schritte gemacht, um das Internet der Zukunft zu entwickeln.

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5 Lesetipps für den 7. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Amazon, Disruption aus dem Silicon Valley, was Tidal für Streaming bedeutet, Vorratsdatenspeicherung und Medienkritik. Ergänzungen erwünscht.

  • AMAZON Monday Note: The Internet of Amazon Things: Während Facebook versucht das Internet zu werden, arbeitet Amazon daran, dass Internet der Dinge zu werden. Jean-Louis Gassée erklät in seinem Beitrag auf Mondaynote.com, wie Amazon sich als perspektivisch ausgerichteter Vordenker beweist, der den noch nicht festgelegten Bereich des Internet der Dinge für Konsumenten selber definieren möchte. Doch noch hadert auch Amazon mit den Vorstellungen der Kunden.

  • DISRUPTION Süddeutsche.de: Samstagsessay – Die Zerstörer: Zwei der führenden Wirtschaftsjournalisten der Süddeutschen Zeitung veruschen sich in einem Essay mit dem Thema Disruption auseinanderzusetzen. Der Text bringt wenig Neues zum Vorschein („Alles wird schneller“, „Alles wird brutaler“ und „Alles wird vernetzt“), ist aber ein schönes Beispiel dafür, wie der hiesige Journalismus über das Silicon Valley berichtet. Das „Allmachtsdenken“ der „Zerstörer“ ist eben immer noch ein Thema, mit dem man seine zahlenden Leser ängstigen kann.

  • STREAMING Meshed Society: Tidal means that artists finally acknowledge streaming as the future of music consumption: Mit Tidal haben US-amerikanische Musiker einen eigenen Streaming-Dienst gestartet, den Thomas Vorreyer in seinem Artikel auf Netzpiloten.de als wenig überzeugend beschrieb. Martin Weigert wertet den neuen Service perspektivisch als Zeichen dafür, dass sich Musiker an Streaming als Distributionskanal für Musik gewöhnt haben und in Zukunft stärker darauf setzen werden. Das setzt die Musiklabels unter Druck, denn am Ende muss auch mit Streaming Geld verdient werden.

  • VORRATSDATENSPEICHERUNG taz.de: Gabriel und die Vorratsdatenspeicherung: Der rechtspolitische Korrespondent der taz, Christian Rath, fasst die vergangenen Wochen der von Sigmar Gabriel begonnen Debatte um die Vorratsdatenspeicherung treffend zusammen: „Sobald der SPD-Chef etwas über die von ihm gepushte Vorratsdatenspeicherung sagt, kommt Unfug heraus.“ Letzter Fehltritt war die Behauptung von Gabriel, dass die Mordserie der rechtextremistischen NSU-Terroristen mit einer Vorratsdatenspeicherung schneller hätte aufgeklärt werden können. Diese Aussage zeugt von grober Unkenntnis der NSU-Morde und einem nicht auf Fakten basierenden Populismus seitens Gabriel.

  • MEDIENKRITIK Columbia Journalism Review: „A failure that was avoidable“: Vergangenen November berichtete das US-Musikmagazin Rolling Stone über eine angebliche Vergewaltigung einer Frau durch sieben Männer im Haus einer Studentenverbindung an der Universität von Virginia. Der Artikel musste nun zurückgezogen werden, nachdem bereits vor wenigen Wochen eigene Fehler zugegeben wurden. Der jetzt veröffentlichte Untersuchungsbericht der Journalistenschule der Universität Columbia zeigt die vermeidbaren Fehler des Magazins auf.

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Florian Glatzner: „Wichtig ist ein Bewusstsein für Datenschutz!“

Florian Glatzner (Image by Fräulein Fotograf)

Im Interview spricht Florian Glatzner von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. über Datenschutz im Alltag und den Umgang mit neuen Technologien.

Florian Glatzner ist Referent in der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) für das Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“. Dort setzt er sich mit allerlei Fragen des Datenschutz auseinander und wie Nutzer für mehr digitale Sicherheit im Alltag sorgen können.

Tobias Schwarz: Was sind die Aufgaben des Verbraucherschutzes in unserer zunehmend digitalisierten Gesellschaft?

Florian Glatzner: Im Prinzip unterscheiden sich die Aufgaben des Verbraucherschutzes in der „digitalisierten Gesellschaft“ nicht sehr von denen in der „analogen Gesellschaft“: Es geht im Kern darum, eine Chancengleichheit zwischen den Interessen der Verbraucher und den Unternehmen zu schaffen und das Risiko zu verringern, dass Verbraucher übervorteilt werden.

Natürlich sind aber durch die Digitalisierung neue Problemlagen hinzugekommen bzw. alte Konfliktlinien wurden verschärft. So stellen sich in der digitalen Sphäre unter anderem veränderte Fragen der Vertragsgestaltung (wie die Form der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder der Schutz vor Abofallen), des Urheberrechts (Stichwort Massenabmahnungen) oder des Datenschutzes. Daneben stellt die neue Rolle des Verbrauchers als Prosumer, der selbst auch mal Inhalte erstellt, den Verbraucherschutz vor neue Herausforderungen.

Daher analysieren wir die digitalen Märkte, decken strukturelle Missstände auf und benennen Verbraucherprobleme. Auf Basis dieser Analysen entwickeln wir Lösungsvorschläge und streiten für deren Umsetzung. Außerdem werden wir – wo nötig – im Zuge kollektiver Rechtsdurchsetzung selbst aktiv, wenn Verbraucherrechte missachtet werden.

Können Sie uns ein Beispiel nennen, wie die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) im Alltag der Bürger wirkt?

Ein ganz aktuelles Beispiel: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat im Jahr 2012 mehrere Mobilfunkanbieter abgemahnt, da diese für Papierrechnungen Gebühren zwischen 1,50 Euro und 5,11 Euro pro Rechnung verlangten. Weil die Anbieter sich weigerten, eine Unterlassungserklärung abzugeben, zog der vzbv gegen sie vor die Gerichte. Diese haben den Unternehmen diese Praxis nun endgültig untersagt. Denn auch wenn die Digitalisierung um sich greift, ist die Abwicklung des privaten Rechtsverkehrs über das Internet noch nicht zum allgemeinen Standard geworden. Aber der vzbv wirkt natürlich auch an ganz vielen Stellen, wo man es gar nicht direkt sieht. So vertreten wir beispielsweise die Verbraucherinteressen gegenüber der Politik und beteiligen uns intensiv an den Gesetzgebungsprozessen. Insofern bilden wir einen Gegenpol zur Wirtschaftslobby und erreichen auch damit viele Verbesserungen für die Verbraucher im Alltag.

Big Data, Connected Car, Internet Of Things – Wie gefährlich sind diese Trends wirklich?

Es kommt darauf an, was wir als Gesellschaft daraus machen. Zuerst einmal sehen auch wir als Verbraucherschützer zuerst die Chancen, die diese neuen Technologien bieten. Big Data Analysen können uns bei der Umsetzung der Energiewende helfen, durch Connected Cars kann die Anzahl an Unfällen verringert werden und das Internet der Dinge kann beispielsweise ältere Verbraucher bei einer selbstbestimmten Lebensführung unterstützen.

Ebenso entwickeln sich dadurch aber neue Herausforderungen, etwa die Sicherstellung der informationellen Selbstbestimmung in einem Kontext, wo persönliche Daten die „Währung“ für die „Bezahlung“ von Gütern und Diensten sind. Oder die Gewährleistung des breiten Zugangs zu Informationen, deren Auswahl nicht von intransparenten Algorithmen vorbestimmt ist, wie wenn beispielweise mein intelligenter Kühlschrank mir für den Einkauf nur Produkte bestimmter Hersteller – die mit dem Kühlschrankproduzenten einen Vertrag haben – vorschlägt.

Uns geht es bei dieser Diskussion im Kern darum, dass wir als Gesellschaft die Zukunft jetzt gemeinsam bewusst gestalten müssen, bevor die fortschreitende Technik und der Markt uns unsere Entscheidungsmöglichkeiten nehmen. Ich bin der festen Ansicht, dass wir es gemeinsam schaffen können, die Chancen der modernen Technologien zu nutzen, aber gleichzeitig die Risiken so niedrig wie möglich zu halten.

Gerne nutzt man moderne Technologien und angesagte Web-Dienste. Siegt bei den Bürgern die Bequemlichkeit vor der eigenen Sicherheit?

Es geht häufig nicht um Bequemlichkeit der Verbraucher oder Sicherheit. Wir könnten oft beides haben. Es geht auch um die Bequemlichkeit der Unternehmen und ihre wirtschaftliche Interessen, die über die Sicherheit der Verbraucher siegen.Warum sind viele Dienste nicht datenschutzfreundlich designt und voreingestellt?

Ein Beispiel was ich damit meine: Seit dem vergangen Jahr übertragen einige große deutsche E-Mail-Anbieter die Mails ihrer Nutzer nur noch mit einer Transportverschlüsselung. Sprich, die Mails werden auf dem Weg vom Nutzer zu den Anbietern und zwischen den Servern und Rechenzentren der beteiligten Anbieter verschlüsselt. Sie bewerben dieses Vorgehen mit „E-Mail made in Germany“. Hat dies der Bequemlichkeit der Anwendung geschadet? Nein, die Nutzer merken nicht einmal etwas davon. Aber da frage ich mich schon, warum diese Minimalverschlüsselung erst letztes Jahr eingerichtet wurde und nicht schon immer Standard war.

Sind die Bürger allein verantwortlich für ihre digitale Sicherheit?

Die Hauptverantwortung für die digitale Sicherheit den Verbrauchern zuzuschieben, greift etwas kurz. Die technischen Systeme werden immer komplexer, die mit ihnen verbundenen Datenverarbeitungen immer schwerer zu überblicken. Verbraucher, die die neuen Produkte und Dienstleistungen nutzen, aber gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen, stehen vor einem Problem. Sie müssten Fachmann für die Einstellungsmöglichkeiten der verschiedenen sozialen Netzwerke oder die Tracking-Technologien der Internetwerbewirtschaft werden. Und sie müssen sich stets über neue technische Entwicklungen und Funktionen auf dem Laufenden halten. Manchen Menschen macht das Spaß, andere haben nicht die Fähigkeiten oder die (zeitlichen) Ressourcen, sich intensiv mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Sie wollen die neuen Technologien nutzen, die viele Möglichkeiten bieten und mit ihnen an der heutigen Gesellschaft Teil haben.

Natürlich liegt es in der Verantwortung des Verbrauchers, wie wichtig ihm der Datenschutz ist und er sollte die Freiheit haben, selbst zu bestimmen, was mit seinen Daten passiert. Eine höhere Transparenz und eine bessere Verbraucherbildung sind dafür wichtige Grundlagen. Aber selbst dann haben die Verbraucher es oft gar nicht in der Hand, da viele technische Systeme eine Blackbox sind.

Daher müssen Verbraucher ein begründetes Vertrauen in die Wirtschaft haben können, dass mit ihren Daten verantwortungsvoll und nach ihren Wünschen umgegangen wird. Dafür sind allerdings klare gesetzliche Regelungen notwendig. Die derzeit diskutierte europäische Datenschutzverordnung könnte eine große Chance bieten, diese Regelungen zu schaffen.

Welche Tipps geben Sie interessierten Bürgern, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu erreichen?

Das Wichtigste ist, ein Bewusstsein für den Datenschutz und die Datensicherheit zu entwickeln. Zu erkennen, dass dies Eckpfeiler sind, um sich in der heutigen Welt selbstbestimmt bewegen zu können. Verbraucher sollten nicht jedem Trend einfach hinterher rennen, sondern sich bewusst für Dienste und Produkte entscheiden. Von den Unternehmen müssen sie Datenschutz und Datensicherheit einzufordern und anderenfalls ihre Dienste oder Produkte auch mal nicht benutzen. Vielleicht sollten sie auch manchmal bereit sein, für gute Dienste Geld zu bezahlen, anstatt sich selbst und ihre Daten zum Produkt zu machen, dass durch die Unternehmen ausgebeutet wird.

Wer ganz praktische Tipps haben möchte, was man für seine Sicherheit in der digitalen Welt tun kann, findet viele Informationen auf der Webseite unseres Projektes „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ unter Surfer haben Rechte.

Vielen Dank für das Gespräch.


Image by Fräulein Fotograf


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5 Lesetipps für den 1. September

In unseren Lesetipps geht es um Googles „Same Day Delivery“-Pläne, die Digitalisierung von allem, das Time Magazine, Technologie in der Musik und Netflix. Ergänzungen erwünscht.

  • SAME DAY DELIVERY Re/code: Inside Google Shopping Express’ Big Plan to Race Amazon to Your Door: Auf Re/Code stellt Jason Del Rey das Wettrennen zwischen Google und Amazon (und eigentlich auch Uber) um den Markt für Same-Day-Delivery vor, den beide Unternehmen vor allem in den USA austragen. Uber mag smart sein, Amazon stets ambitioniert, aber für Google scheint zu sprechen, dass sie jetzt schon konkurrenzfähig sind, aber noch nicht einmal einen Bruchteil ihrer Möglichkeiten dafür aufgewendet haben, dass aber laut internen Quellen vorhaben. Wie teuer Googles Lieferservice werden könnte, steht noch nicht fest, aber es könnte eine Art Amazon Prime werden, nur eben für fast jedes denkbare Produkt. Wer sich wirklich Sorgen machen sollte, sind die Ladengeschäfte, denn Google bringt den direkten Versand von Produkten und Lebensmitteln meines Erachtens noch einmal schneller auf eine höhere Stufe, als Amazon und Uber das schaffen werden.

  • DIGITALISIERUNG Zeit Online: So leben wir in fünf Jahren: Auf Zeit Online entwirft Stefan Schmitt eine Version der Zukunft, in der das Internet der Dinge und Augmented Reality unsere Wahrnehmung der Welt maßgebend begleiten und mitbestimmen, in der aber die schon heute führenden Unternehmen ein vor allem in der Vergangenheit perfekt funktionierenden Tauschhandel weiterführen: Komfort gegen Daten. Feststeht, dass wir und alles um uns herum in Zukunft mehr Daten produzieren werden. Sie sind das Öl des 21. Jahrhunderts, nur versiegen sie nicht. Die Wirtschaft denkt schon lange darüber nach, wie Daten genutzt werden können, was legitim ist. Wir als Gesellschaft sollten das aber auch einmal machen und sei es nur, dass Journalisten in Technologien nicht nur ein Werkzeug der Werbung sehen.

  • MEDIENWANDEL New York Magazine: Time Inc. Faces a Looming Existential Magazine Deadline: New York City ist wahrscheinlich wirklich die heimliche Hauptstadt der Welt, zumindest aber mit der New York Times und dem Time Magazine das Epizentren des Medienwandels, denn diese beiden Publikationen sind die wohl interessantesten Akteure der traditionellen Medien, wenn es darum geht, die Zukunft der Medienwelt zu entdecken. Über die New York Times hat man zuletzt öfters gelesen, weshalb ich diesen einen sehr langen Longread von Gabriel Sherman über das Time Magazine empfehle, in dem er sich mit der Frage auseinandersetzt, wie ein auf ein Magazins setzendes Unternehmen heutzutage aussehen sollte und die ersten Ideen des Magazins skizzenhaft vorstellt.

  • MUSIK PandoDaily: Smashing Pumpkins’ drummer, now a CEO, wants to save the music industry through tech: Fast nach dem Motto „Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen.“ hat die Musik-Industrie sich in den letzten Jahren die neuen Technologien zu Nutze gemacht, wenn die Innovation auch von außerhalb kam und die Integration lange dauerte. Doch mit dem neuen Startup LiveOne des ehemaligen Schlagzeugers der Smashing Pumplins, Jimmy Chamberlin, versucht nun jemand, der die goldenen Jahre des CD-Verkaufs mitgemacht hat, selber mit Technologie wieder Geld im Musikgeschäft zu verdienen. LiveOne bietet einen Service namens Crowdsurfing an, der Livestreams von Konzerten anbietet, dabei aber auch eine soziale Kompetenten aufweist und die Zuschauer an den Bildschirmen miteinander interagieren lässt. Bereits bekannte Unternehmen sind als Werbeschaltende auf den Zug aufgesprungen, der ein Millionenpublikum anspricht.

  • NETFLIX c’t: Hinter den Kulissen von Netflix: Netflix startet diesen Herbst in vielen europäischen Ländern und hat sich zum Deutschland-Start den c’t-Redakteur Nico Jurran nach Kalifornien eingeflogen, um ihm die Firma zu zeigen. Dabei herausgekommen ist ein lesenswertes Porträt der Streaming-Firma, die von einigen bereits gefürchtet und vielen aber begrüßt wird. Im Artikel findet sich auch ein aufschlussreiches Zitat von Netflix-CEO Reed Hasting, das für mich zeigt, was Netflix anders und somit erfolgreich macht: „Wir schauen uns unter anderem die Piraterie-Netzwerke an, um herauszufinden, welche Bedürfnisse aktuell nicht befriedigt werden.“

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Das Internet der Dinge braucht eine andere Berichterstattung

Internet Of Things

Das Buzzword Internet der Dinge hat wohl jeder schon einmal gehört. Doch die Berichterstattung geht häufig am Kern der Sache vorbei. // von Daniel Kuhn

Internet Of Things

Nachdem das Internet der Dinge seit langem als heißer Scheiß in den einschlägigen Medien gehandelt wird, soll in diesem Jahr endlich der große Durchbruch gelingen. So zumindest berichten die großen Medien inzwischen. Dabei übersehen sie allerdings einige wichtige Punkte. Das Internet der Dinge ist keine Zukunftsmusik sondern Realität und es geht nicht um smarte Teekessel, sondern viel größere Dinge. Wir müssen die Art und Weise, wie über das Internet der Dinge berichten also grundlegend ändern.

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5 Lesetipps für den 23. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Algorithmen, das Recht auf Vergessen, Smart Home durch das Internet der Dinge, Big Data-Erzählungen und Robotik. Ergänzungen erwünscht.

  • ALGORITHMEN MIT Center for Civic Media: Uncovering Algorithms: Um in einer datengetriebenen Gesellschaft frei und selbstbestimmt arbeiten zu können, muss das System hinter den Daten, die Algorithmen, verstanden werden. J. Nathan Matias fasst eine Diskussion des Berkman Center zusammen, in der erklärt wurde, welche Bedeutung Daten haben, was ein Algorithmus ist, wie er funktioniert und wie er genutzt werden kann.
  • RECHT AUF VERGESSEN Handelsblatt: Wenn Datenschutz zur Zensur wird: Neben seiner monatlichen Kolumne bei uns, schreibt Nico Lumma auch auf Handelsblatt.de über den digitalen Wandel. In seiner gestrigen Kolumne macht auch er sich Sorgen, dass das „Recht auf Vergessen“-Urteil nicht den Datenschutz stärkt, sondern die Zensur fördert, denn es fehlt an einer europäischen Lösung der Umsetzung.
  • INTERNET DER DINGE Politik Digital: Smart Home: Auf Politik-Digital.de schreibt Felix Idelberger über Interoperabilität, Sicherheit und Datenschutz beim Smart Home und wie Nutzer mit Open Source-Software und Minicomputern ein mitdenkendes Haus nach Ihren eigenen Vorstellungen selber zusammenstellen können.
  • BIG DATA Datarella: Data stories from facts to fiction: Im QS Blog schreibt Jörg Blumtritt, wie aus auf Daten beruhenden Fakten Fiktionen werden können. Anhand der Marx Engels Werke erklärt Blumtritt, wie die von Karl Marx und Friedrich Engels gesammelten Daten von den beiden Philosophen in der für sie einzig schlüssigen Art und Weise zu einer eigenen Großen Erzählung interpretierten. Ein Vorgang, mit den wir im Zeitalter von Big Data lernen müssen umzugehen.
  • ROBOTIK Golem: Die Hand bekommt einen sechsten und siebten Finger: Auf Golem schreibt Werner Pluta über eine siebenfingrige Hand, die haben Robotiker am MIT entwickelt haben. Das System wird am Handgelenk getragen und erweitert die menschliche Hand um zwei Finger, die den Träger beim Greifen und anderen unterstützen.

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5 Lesetipps für den 23. Mai

In unseren Lesetipps geht es um die Überwachung seitens der Regierung, Facebook und Journalismus, Startups und die Europawahl, Digitisation sowie das Internet der Dinge. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Süddeutsche.de: Juristen werfen BND Verfassungsbruch vor: Es war eine Ohrfeige für die Bundesregierung, wie Thorsten Denkler auf Sueddeutsche.de schreibt: Im NSA-Untersuchungsausschuss erklärten drei hochrangige Juristen – darunter zwei ehemalige Verfassungsrichter – dass der Bundesnachrichtendienst gegen das Grundgesetz verstoßen. Die bisherige Politik der von Angela Merkel und Sigmar Gabriel geführten Großen Koalition müsste beendet und neue Gesetze gegen Überwachung geschaffen werden.
  • JOURNALISMUS PandoDaily: Facebook’s Product Director rips into the media for “failing journalism.” But whose fault is it, really?: Gestern Abend postete Facebooks Produkt-Direktor Mike Hudack einen epischen Text über den Zustand des Journalismus, den er mit diesem grandiosen Satz begann: „Please allow me to rant for a moment about the state of the media.” Sein Kommentar geht mit traditionellen wie auch neuen Medien gleichermaßen hart ins Gericht, bevor er sich der Rolle der Web-Unternehmen widmet. Hier schafft er es leider nicht, seine Facebook-Brille ganz abzulegen, weshalb David Holmes Auseinandersetzung mit dem Kommentar auf PandoDialy nur zu empfehlen ist. (Allein schon wegen der tollen Illustration von Hallie Bateman.)
  • EUROPAWAHL Philipp Moehring: If you’re in startups, go vote.: Auf seinem Blog schreibt der AngelList-Betreiber Philipp Moehring, warum die gestern gestartete Europa-Wahl (Keine Sorge,in Deutschland wird traditionell erst am Sonntag gewählt!) für Startups wichtig ist und fordert alle auf, die irgendwas in Startups zu tun haben, auch wählen zu gehen. Dabei gibt er auch eine kleine Wahlempfehlung ab bzw. empfiehlt keine rechten und nationalen Parteien zu wählen, da diese nur ihre lokalen Märkte im Blick haben. Dem Wahlaufruf kann ich mich nur anschließen, ganz persönlich auch der Ablehnung rechter und nationaler Parteien. Go vote!
  • DIGITISATION CIO.de: McKinsey untersucht die Folgen globaler Digitalisierung: Auf CIO.de stellt Christiane Pütter den McKinsey-Report „Global flows in a digital age“ vor, in dem die Unternehmensberatung aufzeigt, wie die Verlagerung von Dingen, Menschen und Prozessen ins Virtuelle funktioniert und was sie bedeutet. Im Report wird das übrigens als Digitisation bezeichnet. Wieder was gelernt.
  • INTERNET DER DINGE ITespresso.de: Intel eröffnet in München erstes Forschungslabor für Internet der Dinge: Intel verstärkt seine Aktivitäten auf dem Gebiet des Internets der Dinge (IoT) und hat in München ein erstes Forschungslabor dazu gegründet, wie Ralph Schneider auf ITespresso.de schreibt. Verschiedene Intel-Abteilungen und Partner sollen hier an Anwendungsszenarien für das Internet der Dinge arbeiten. Weitere derartige Forschungseinrichtungen sollen demnächst in Istanbul, Stockholm und London folgen.

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Von Neuland ins Wunderland mit dem Internet der Dinge und Dienste

Old Light Switches (adapted) (Image by Paul Cross [CC BY 2.0] via Flickr)

Das Internet der Dinge und Dienste ermöglicht uns schon jetzt – bei allen Risiken und Nebenwirkungen – das Leben in einem smarten Wunderland. In letzter Zeit konnte man meinen, ich hätte mich zum Technologie-Pessimisten entwickelt. Ich habe über Überwachung geschimpft, mich über Apps aufgeregt und gewettert, dass wir uns in digitalen Blasen bewegen. Es wird höchste Zeit, dass ich ein wenig positiver werde! Wenn wir es schaffen, dass unsere Privatsphäre geschützt wird, dass wir kontrollieren können, wer was mit unseren Daten anstellt und wir uns die digitale Souveränität zurückgeholt haben, dann liegt uns ein Wunderland zu Füßen. Und dabei rede ich nicht von einer fernen Zukunft, die erst noch entwickelt werden muss. Ich spreche von dem, was hier und jetzt (fast) schon möglich ist.

Mein idealer digitaler Tag

7:00 Uhr – Das Radio schaltet sich ein. Toxic FM rockt mich aus dem Schlaf. Im Schlafzimmer, auf dem Flur und in der Küche gehen die Lichter an – es ist Winter und noch dunkel draußen. Gleichzeitig startet in der Küche die Kaffeemaschine ihr Werk. Jetzt kann mich nicht mehr wehren und rolle aus dem Bett.
Im Flur tippe ich auf den Schalter, der Bond einstellt.

Guten Morgen, Tinka.

Ich gehe in die Küche und schiebe meinen Bagel in den Toaster.

Hi Brad, alles gut?“ begrüße ich den Brotröster, der momentan bei mir wohnt und tätschele ihn leicht. Er brummt zufrieden und schickt einen Tweet in die Welt: „Nett hier. Hier könnte ich eine Weile bleiben.“

Ich nehme meine dampfende Kaffeetasse und ziehe ins Bad. Als ich das Licht anschalte, erklingt das Radio auch hier. Im Wohnzimmer nimmt derweil die Heizung den Betrieb auf. Ich trinke schnell einen Schluck, bevor ich unter die Dusche klettere.

Zurück in der Küche hat Brad meinen Bagel fertig und ich kann mit meinem Frühstück ins angenehm warme Wohnzimmer umziehen.

Was gibt’s neues?“ frage ich und das Radio geht aus.

Willst du selbst lesen, Tinka?“ antwortet Bond.

Nein, ich höre dir gerne zu„, murmele ich zwischen zwei Bagel-Bissen.

Bond fängt an, mir die Schlagzeilen von Tagesschau, Aljazeera und Schwäbischer Zeitung vorzulesen. Diese drei habe ich als meine Hauptinformationsquellen ausgewählt.

Warte, was war das, Bond?“ unterbreche ich den Informationsfluss.

Baden-Württemberg veröffentlicht ersten Entwurf seines Informationsfreiheitsgesetzes.“

Krass! Bond, zeig mir doch, was es schon für Kommentare dazu gibt.“

Ein paar Augenblicke später erscheinen am großen Bildschirm an der Wand verschiedene Kommentare, die ich während meines Frühstücks überfliege.

Die Männlein, die schwärmten, klappten und lärmten.

Gibt’s sonst noch was neues, Bond?

Ja, Tinka. Deine Zahnärztin hat auf deine Terminanfrage geantwortet. Ihr passt übermorgen um 8:00 am besten.“

Ok, Bond. Bitte bestätige das.“

Zahnarzt ist für mich kein Angstthema, seitdem meine Zahnbürste dafür sorgt, dass meine Zähne ordentlich geputzt sind (zum Beispiel Beam oder Kolibree).

Mache ich. Der Kühlschrank meldet, dass wieder eine Bestellung fällig ist. Wann passt dir die Lieferung.“

Prima. Da fällt mir ein, Bond: Gibt es inzwischen schon deutsche Erdbeeren? Dann hätte ich gerne welche. Die Lieferung passt heute Abend um 20 Uhr.“

Alles klar, Tinka. Das war’s.“

Schickst du noch den Heinzelmann los?

Mache ich.“

Als ich aus dem Wohnzimmer gehe, nimmt der Staubsauger-Roboter schnurrend die Arbeit auf.

Bond, steht ein Fahrrad in der Nähe? frage ich, als ich meine Schuhe zubinde.

Ja, Tinka. In der Station direkt vor dem Haus.“

Prima, reservier das bitte. Das war’s„, verabschiede ich mich und Bond schaltet auf taub.

Big Bellys und kluge Augen

Ich nehme den Müll mit nach unten. Der Bio-Behälter verschlingt meine Apfelschalen und Teebeutel. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie eine kleine Leuchte angeht. Der Container ist voll und sendet direkt ein Signal an die Müllabfuhr (zum Beispiel Enevo oder BigBelly Solar). Auf der anderen Straßenseite schließe ich mir ein E-Bike auf mit meiner Transport-Karte (zum Beispiel wie beim E-Bike-Sharing). Ich fahre gerne ins Büro, auch wenn ich das nicht müsste.

In meinen Mails findet ich eine Benachrichtigung aus dem offenen Ratsinformationssystem. Der Stadtrat diskutiert in einem Monat darüber, wie es mit dem Ausbau des Campus-Geländes weitergehen soll. Ich klicke auf den Link in der E-Mail, der mich zum entsprechenden Projektraum führt. Dort gibt es schon ein paar Ideen und Entwürfe zu sehen. Die Mail leite ich an eine Freundin weiter, die Stadtplanerin ist. „Guck doch mal, ob das was für euch ist. Und abonnier die Alerts zum Campus!“ (Offene Ratsinformationssysteme sind im Kommen, zum Beispiel in Köln oder Moers.)

Außerdem habe ich eine Benachrichtigung von der Ehrenamtsbörse. Eines der Mehr-Generationen-Häuser möchte einen Internet-Kurs veranstalten und sucht Freiwillige. Ich logge mich ein und signalisiere, dass ich grundsätzlich verfügbar wäre. (Einige Gemeinden fangen langsam mit Online-Ehrenamtsbörsen an, zum Beispiel Harburg, Wesel oder Worms.)

Am Abend warte ich am Ruderverein auf den Rest meines Teams und lese dabei auf dem Tablet das Paper weiter, was meine Kollegin mir in unsere Gruppe hochgeladen hat, und ergänze ihre Anmerkungen (zum Beispiel mit Mendeley). Zwei Seiten später aber ist unser Boot komplett und ich wechsele die Brille. Meine neue Sonnenbrille zeigt mir das Bild an, was die Kamera am Bug aufnimmt – was es um einiges angenehmer macht, ohne Steuermann zu fahren. (Ruderer sitzen mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.)

… und der Strom ist gerade günstig

Das Wetter ist super und wir bleiben ein wenig länger auf dem Wasser als geplant. Ich muss mich beeilen und frage Öffi nach dem schnellsten Weg nach Hause. (Öffi integriert an meinem idealen Tag auch Car2Go-Möglichkeiten und Mitfahrgelegenheiten, wie Moovel es macht.) Passenderweise gibt es in fünf Minuten einen Bus, und seitdem wir eine intelligente Ampelschaltung haben, die es Bussen leichter macht, durch die Stadt zu kommen, bin ich damit auch fix zu Hause.

Schon auf der Straße sehe ich, dass das Licht an ist und als ich meine Schuhe ausziehe, beendet gerade die Waschmaschine ihr Programm. (Ich warte noch auf den Tag, an dem Heinzelmann auch meine Wäsche aufhängen kann!) Auf dem Weg ins Bad schalte ich Bond an.

Guten Abend, Tinka.“

Was gibt’s neues?“ frage ich.

Alles beim alten„, antwortet Bond. „Denk daran, dass nachher deine Einkäufe geliefert werden.“

Und tatsächlich, eine halbe Stunde später klingelt es an der Tür – wurde auch Zeit, ich habe inzwischen wirklich Hunger. Ein wenig später lasse ich mich mit meinem Essen aufs Sofa fallen.

Bond, hast du die neue Folge Game of Thrones schon?“ (An meinem idealen digitalen Tag, gibt es Netflix in Deutschland oder zumindest ein besseres Watchever und dort ist natürlich Game of Thrones im Angebot.)

Klar, Tinka.“

Nachdem ich eine Stunde dabei zugesehen habe, wie mindestens drei meiner Lieblings-Charaktere sterben, schalte ich Bond taub und gehe ins Bett. Licht und Heizung gehen aus. Nach einer Weile fängt in der Küche der Geschirrspüler an zu surren – der ist zum Glück sehr leise und der Strom ist gerade günstig.


Image (adapted) „Old Light Switches“ by Paul Cross (CC BY 2.0)


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Industrielle Revolution und das Internet der Dinge

Im „Internet der Dinge“ herrscht babylonisches Sprachgewirr. Den deutschen Ingenieuren scheint das egal zu sein. Ein fataler Fehler. // von Gunnar Sohn

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Liest man die Schlagzeilen und Sonntagsreden zur diesjährigen Hannover-Messe, kann die deutsche Industrie vor Kraft kaum laufen. Wenn es um die sogenannte vierte industrielle Revolution geht, was unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ propagiert wird, habe das Land der Ingenieure und Konstrukteure klar die Nase vorn.

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5 Lesetipps für den 3. April

In unseren Lesetipps geht es um die Zukunft der Mobilität, Startups, Microsoft und das Internet der Dinge, Bitcoin, sowie die Überwachung in Äthiopien. Ergänzungen erwünscht.

  • MOBILITÄT Netzwertig.com: 250 Millionen Dollar für Uber-Wettbewerber Lyft: Individual-Beförderung steht vor massivem Wandel: Nach Uber erhält auch der Rivale Lyft eine enorme Summe von Investoren, um mit seiner On-Demand-Transport-App die Welt zu erobern. Für Personen mit hohen Mobilitätsbedürfnissen sind das gute Nachrichten. Das im Vergleich zu den Startups altmodisch wirkende Taxigewerbe dagegen muss sich fürchten, wie Martin Weigert auf Netzwertig.com schreibt.
  • STARTUPS Carta: Götterdämmerung in der deutschen Gründerszene?!: In Bezug auf die deutsche Gründerszene ist momentan vieles zu lesen: Von zerstörten Hoffnungen über einen Exitus der Eventlandschaft bis zum Abgesang auf die Party in Berlin. Auf Carta schreibt Alexander Hüsing über die Berichterstattung und die Erwartungen an die Start-up-Szene.
  • INTERNET DER DINGE Zeit Online: Kaffeetasse mit Windows-Betriebssystem: Milliarden von Alltagsgegenständen werden bald am Netz hängen. Mit „Windows on Devices“ will Microsoft sein Betriebssystem in diesem Internet der Dinge verbreiten. Patrick Beuth stellt das Betriebssystem für die Kaffemachine und den heimischen Kühlschrank auf Zeit Online vor.
  • BITCOIN Ars Technica: Bitcoin ATM goes to Capitol Hill, lawmakers invited to demo next week: Erst im Berliner Grafekiez, jetzt auf dem Capitol Hill – Washington bekommt einen Bitcoin-Geldautomat, an dem die Mitglieder des US-Kongress sich mit dem praktischen Umgang der Digitalwährung im Alltag vertraut machen können. Cyrus Farivar stellt auf Ars Technica die Aktion von Robocoin vor.
  • ÜBERWACHUNG Techdirt: Towards The Total Surveillance State: Spätestens mit den Leaks von Edward Snowden ist klar, dass die Möglichkeit technischer Totalüberwachung Grund genug ist, diese auch durchzuführen. Ein Musterbeispiel ist laut Human Rights Watch der afrikanische Staat Äthiopien, in dem die Telefon- und Internetüberwachung extreme Ausmaße angenommen hat. Glyn Moody stellt den Human Rights Watch-Bericht auf Techdirt vor.

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Kaffeekapselkopierschutz als Gefahr für das Internet der Dinge

Too much (adapted) (Image by Karsten Seiferlin [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Der US-amerikanische Kaffee-Vertrieb Keurig stattet die Kapseln für seine Kaffeautomaten mit einem Kopierschutz aus und bringt damit das Internet der Dinge in Gefahr. Kaffee in Kapseln ist nicht wirklich neu und eigentlich auch nicht besonders gefährlich, außer vielleicht für die Umwelt. Doch nachdem ein US-amerikanischer Kaffeekonzern seine Kaffeeautomaten nach Ablauf des Patents mit einer Art DRM oder Kopierschutz vor der Kapseln fremder Hersteller verschließen will, wird eine neue Gefahr deutlich: Das krampfhafte durchsetzen eigener geschlossener Systeme stellt ein großes Problem für das Internet der Dinge dar.

Kaffeeautomaten sind die neuen Drucker

Noch sind die unter der Marke Keurig vertriebenen Kaffeeautomaten von Green Mountain Coffee in den USA noch gar nicht mit dem Internet verbunden. Dass sie also eine Gefahr für das Internet der Dinge darstellen sollen, könnte nun schnell angezweifelt werden – aber tatsächlich hat das Vorgehen des Konzerns stärkere Auswirkungen auf vernetzte Systeme der Zukunft, als es auf den ersten Blick scheint.

Das Unternehmen hat für seine Kapselkaffeautomaten ein Geschäftsmodell gewählt, das dem der Druckerpatronen nicht ganz unähnlich ist. Der Umsatz wird nicht durch den Verkauf der Geräte, sondern der Druckerpatronen, respektive Kaffeekapseln danach gemacht. Das erklärt dann auch, warum Green Mountain Coffee sein Kaffeeautomatensystem so dringend vor Drittherstellern entsprechender Kapseln abschirmen will, da das Unternehmen an dem Verkauf der nachgemachten Kapseln nichts verdient.

Nur ein geschlossenes System ist ein lukratives System

Die Gefahr für das noch im Anfangsstadium befindliche Internet der Dinge besteht nun darin, dass die Praxis, geschlossene Systeme zu verwenden, der Grundidee wiederspricht. Eines der Hauptmerkmale, die das Internet der Dinge definieren, Interoperabilität ist, wie Paul Kominers, Wissenschaftler am Berkman Center for Internet and Society der Harvard University, in seiner Arbeit „Interoperability Case Study: Internet of Things (IoT)“ erläutert. Die Geräte müssen also in der Lage sein, gegenseitig Signale voneinander zu empfangen und Signale aneinander zu senden – vor allem müssen sie aber in der Lage sein, diese Signale auch verstehen zu können. Dafür sind offene Standards unerlässlich.

Wenn ein Hersteller nun allerdings ein geschlossenes System aufbaut, das eben nicht mit anderen Geräten zusammenarbeiten kann, sondern sich klar von diesen abgrenzt, ist die gesamte Grundidee des Internet der Dinge in Gefahr. Dabei geht es gar nicht nur um kopiergeschützte Kaffeekapseln – Kominers führt in seiner Arbeit auch sogenannte Smartfridges an, also mit dem Internet verbundene Kühlschränke, die anhand von RFID-Tags o.ä. Produkte erkennen. Wird ein Produkt aus dem Kühlschrank genommen, vermutet der Kühlschrank nach einer Bestimmten Abwesenheitszeit, dass das Produkt alle ist und fügt es zur Einkaufsliste hinzu, die dann automatisch an das entsprechende Kaufhaus übermittelt wird. Wenn der Kühlschrankhersteller nun einen Vertrag mit Amazon, Walmart oder hierzulande vielleicht Real oder Edeka abgeschlossen hat, werden die Produkte automatisch bei diesem Händler bestellt. Der Nutzer wird seiner Auswahlmöglichkeit beraubt.

Treibt man dieses Szenario nun auf die Spitze, könnten auch bald Krankenhäuser nicht mehr miteinander kommunizieren, weil sie Systeme unterschiedlicher Hersteller medizinischer Gerätschaften verwenden, was wiederum gravierende Folgen für die Patienten und das Gesundheitssystem allgemein haben könnte. Dies ist zugegebenermaßen das schlimmstmögliche Szenario, aber auch so besteht bereits die Gefahr, dass das Internet der Dinge bereits ins Stolpern gerät, bevor es überhaupt große Verbreitung erfährt. Oder wie es Marcus Wohlsen von Wired so treffend auf den Punkt gebracht hat: „Du kriegst nur den Kaffee zu trinken, von dem wir wollen, dass du ihn trinkst.


Image (adapted) „Too much“ by Karsten Seiferlin (CC BY-SA 2.0)


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5 Lesetipps für den 17. März

In unseren Lesetipps geht es heute darum, wie ein Hashtag entsteht, Nostalgie für 8-Bit, Auswirkungen von Social Media im Bundesrat, das Internet der Dinge und die Agenda von Andrea Voßhoff. Ergänzungen erwünscht.

  • HASHTAG Hildwin’s Blog: Wie entsteht ein Hashtag?: Frank Bergmann leitet die Internet-Redaktion der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und in seiner täglichen Arbeit mit einem Problem konfrontiert, dass viele Menschen aus den Bereich der Online-Medien kennen: Wie lautet der „richtige“ Hashtag? In seinem privaten Blog erklärt Bergmann am Beispiel #wp18 und #btAdA die Entstehung eines Hashtags.
  • NOSTALGIE Hyperland: Die 8-Bit-Nostalgie: Wer mit den legendären Home-Computern von Commodore und Atari digital sozialisiert wurde, ist heute zwischen 30 und 55 Jahr alt – und damit genau in dem Alter, in dem Nostalgie und Einkommen zusammentreffen. Kein Wunder, dass es einen regelrechten 8-Bit-Boom gibt, wie Giesbert Damaschke im ZDF-Blog Hyperland schreibt.
  • BUNDESRAT Zeit Online: Multimedia-Website treibt Minister ans Rednerpult: Der Bundesrat veröffentlicht jetzt auch die Videos der Debattenbeiträge, was laut Beobachtungen des Journalisten Tilmann Steffen vor allem zu längeren Redebeiträgen der Politiker führt, die die neuen Social Media-Aktivitäten gerne für die eigene Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Doch die „neue Eitelkeit“ sprengt die Tagesordnung, was störend auffällt – bei aller Wertschätzung für den direkten politischen Austausch.
  • INTERNET DER DINGE Blog von Heike Simmet: Wie verändert das Internet der Dinge den Service?: Durch das Internet der Dinge erlangt der Service einen völlig neuen Stellenwert für die Erzielung von Wertschöpfung von Unternehmen. Nicht mehr der nur begleitende Pre-Sales oder After-Sales Service eines Produktes, sondern der integrierte Service innerhalb neuer Ökosysteme wird zum zentralen Erfolgsfaktor, wie Heike Simmet auf ihrem Blog erklärt.
  • ANDREA VOßHOFF Hyperland: Die Agenda der Andrea Voßhoff: Fürs ZDF-Blog Hyperland hat Christiane Schulzki-Haddouti die nach drei Monaten noch kaum in Erscheinung getretene Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff interviewt. Di bisherige Inaktivität hat aber laut Voßhoff einen Grund. Sie arbeitet zur Zeit intensiv an „einem umfassenden Relaunch des Internet-Auftritts“, sagt dann aber doch noch was zu dem nachstehenden Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Informationsfreiheitsgesetz und Datenschutz in sozialen Netzwerken.

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Internet der Dinge: Die Black Box in unserem Zuhause

Unser vernetzter Alltag basiert auf Technologie, die wir nicht durchschauen und der wir nicht vertrauen (können) – besonders beim Internet der Dinge. Vor ein paar Tagen kamen meine Kollegin und ich gut gelaunt zurück aus der Mittagspause, als unsere Unterhaltung durch ein entsetztes „oh nein“ ihrerseits unterbrochen wurde. Sie hatte in gewohnter Nach-Pausen-Routine den Laptop aufgeweckt und auf das Handy geschaut. Dieses hatte unbemerkt ein Update installiert. Resultat: Eine Handvoll neuer Apps – natürlich ohne dass vorher gefragt worden wäre. Abgesehen davon, dass hier Unternehmen ihre zumeist nervigen Eigenentwicklungen pushen, ist die Geschichte zwar ärgerlich, aber nicht richtig tragisch. Immerhin kann man die ungewollte Software wieder löschen.

Mein Telefon fragt mich einfach nicht

Der Fall zeigt aber: Unsere Endgeräte werden immer mehr zu Black Boxes. Wenn Adobe den Ask-Toolbar mitinstallieren will, dann ist zwar auch der Haken direkt bei „Ja“ gesetzt, ich muss aber zumindest noch auf „OK“ klicken. Mein Telefon fragt mich gar nicht erst.

Gerne wird das mit der erhöhten Nutzerfreundlichkeit erklärt: Man müsse das iPad nur anschalten und es funktioniere. Gerade Menschen, die wenig Technik-Expertise mitbrächten, würden so davon verschont, sich mit Installationen und Einstellungen auseinandersetzten zu müssen.

Natürlich verstehe ich den Reiz dieser Einfachheit und es scheint sogar ein natürlicher Prozess zu sein: Je weiter sich eine Technologie entwickelt, desto mehr Menschen nutzen sie, aber desto kleiner wird die Zahl derer, die die nötige Expertise mitbringen, um die Technologie wirklich zu durchschauen. In diesem grandiosen Blogbeitrag wird das am Beispiel des Autos illsutriert: Fast jeder kann es fahren, aber kaum jemand weiß noch wirklich, wie Motor & Co. funktionieren und repariert werden können.

Fehlplatziertes Vertrauen

Leider heißt das aber auch: Wir müssen Herstellern und Reparateuren vertrauen. Wenn ich nicht verstehe, warum mein A4 wie funktioniert, bin ich darauf angewiesen, dass Audi das Auto so gebaut hat, dass es vernünftig fährt. Ich kann nur hoffen, dass die Mechaniker in der Werkstatt eventuelle Fehler beheben. Leider hat sich gezeigt: Wenn es um IT geht, wird unser Vertrauen gnadenlos ausgenutzt. Hersteller bauen Hintertüren in Software. Sie sammeln unsere Daten und geben sie weiter. Es ist völlig absurd, welche Berechtigungen Facebook oder Whatsapp vom Nutzer haben wollen: SMS lesen? Ohne Nachzufragen Tonaufzeichnungen anfertigen?

Und wieso hat eigentlich mein mobiler Browser nicht die Einstellungen, auf die ich am Laptop so viel Wert lege? Cookies und Chronik nach jeder Sitzung löschen? Fehlanzeige! Per Design bin ich ständig überall eingeloggt und mein Surfverhalten ist ein offenes Buch. Wie kann es sein, dass sich ein Großteil unserer Online-Zeit vom Laptop auf das Telefon verschiebt und wir trotzdem alle Sicherheit und Privatheit in den Wind schießen. Verschlüsselte Verbindungen, Virenscanner? Eher selten. Dafür aber vollautomatisierte Daten-Uploads und Konten-Synchronisierung.

Zu bequem für Kontrolle?

Jedes Mal regt mich das auf – und trotzdem bin ich ständig über mein Telefon im Internet. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass nicht nur das Design ein Problem ist. Zwar wird es zunehmend schwerer, in die Innereien von Windows, Android oder iOS vorzudringen – das zeigt sich auch schon daran, dass mich mein Telefon bestimmte integrierte Apps einfach nicht entfernen lässt. Genauso tragisch aber ist: Wir wollen oft auch gar nicht.

Wir klicken so schnell auf „akzeptieren“, wenn Whatsapp mal wieder neue Berechtigungen braucht nach einem Update, dass zur Reflexion keine Zeit bleibt. Aus irgendeinem Grund haben wir uns mit dem Kontrollverlust wunderbar arrangiert. Das gilt auch für Hardware. Selbst aufschrauben? Nicht vorgesehen! Und wenn mal was nicht funktioniert wie es soll, ist es eh meist an der Zeit, sich ein neues Endgerät zuzulegen. (Sarcasm? Yes! Die Alternative: z.B. Phoneblocs)

Der Kontrollverlust betrifft aber längst nicht mehr nur unsere Telefone und Laptops. Im hochtechnologisierten Wohnzimmer von heute lässt sich die Anlage übers WLAN vom Smartphone aus steuern, über Apple TV wird über Watchever Big Bang Theory geguckt und das SODOKU kann man direkt auf den großen Bildschirm streamen.

Datenkrake Kühlschrank

Natürlich ist das genial. Wenn aber mein Fernseher meine Serien-Gewohnheiten direkt an den Hersteller weitergibt, schwindet meine Begeisterung. Natürlich kann man das in vielen Fällen abstellen. Aber selbst wenn wir das können, wer von uns kommt überhaupt auf die Idee dass das notwendig ist? Wer weiß überhaupt, was der neue Fernseher da im Hintergrund treibt? Und wie glücklich bin ich, wenn mein Kühlschrank meine Essgewohnheiten aufzeichnet und diese dann zufällig bei meiner Krankenkasse landen, die mir wegen überhöhtem Schokoladenkonsum einen Beitragszuschlag verpasst? Und will ich wirklich, dass Google bei meiner nächsten Suche nach warmen Pullis automatisch meine Raumtemperatur erhöht? Was wir dagegen machen können? Gar nichts, denn wir haben keine Ahnung, was da in unseren Technologie-Black-Boxes passiert.

Die Black Box muss transparent werden

Nicht falsch verstehen, ich möchte unbedingt ein voll vernetztes Wohnzimmer, einen intelligenten Kühlschrank und smarte Stromversorgung. Ich möchte aber wissen, wer wann welche Daten sammelt und weitergibt – und ich möchte nein sagen können. Ich möchte gefragt werden, bevor Software auf meinen Endgeräten installiert wird und ich will all das runterschmeißen, was mir nicht in den Kram passt. Und am liebsten – am liebsten möchte ich Internet-Unternehmen, die das genauso sehen.


 


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