Trustable Technology Mark: Das IoT-Gütesiegel

In der Lebensmittelindustrie sind sie schon längst üblich: Siegel, die bestimmte Produktmerkmale garantieren. Das Bio-Siegel garantiert den ökologischen Landbau, das Fairtrade-Siegel faire Bedingungen im Produktionsland. Im Haushalt sind uns außerdem auch die Energielabel der EU, das GS-Zeichen für Sicherheit und der blaue Engel für Umweltbewusstsein bekannt. Nur für Produkte aus dem Internet of Things (IoT) gab es bislang noch kein entsprechendes Zertifikat.

Das Trustable Technology Mark vom ThingsCon e.V. soll künftig IoT-Produkte auszeichnen, die nachweislich persönliche Daten schützen und respektieren. Als IoT-Produkte verstehen sich übrigens Produkte, die über das Internet vernetzt sind. Das können sowohl Fernseher und Lautsprecher, als auch Spielzeug, Fitness-Armbänder und sämtliche Smart-Home-Geräte sein.

Darum brauchen wir das Trustable Technology Mark

ThingsCon ist ein weltweit tätiges Netzwerk aus Forschern, Designern und Entwicklern, das sich für faire, verantwortungsvolle und menschenzentrierte Technologie einsetzt – vor allem im IoT.

Peter Bihr, ThingsCon-Mitgründer und Mozilla-Fellow, zuständig für die Trustable Technology Mark Initiative erklärt: “Das Internet der Dinge, also mit dem Internet verbundene Produkte, werden immer mehr Teil unseres Alltags — sie leben zunehmend in unseren Küchen, Wohn- und Schlafzimmern, sie haben Zugriff auf unsere Kalender und sind Teil unserer Gespräche. Daher ist es wichtig, dass Verbraucher jederzeit wichtige Fragen beantworten können wie

  • Welche persönlichen Daten sammelt dieses Produkt?
  • Wie lange werden meine Daten gespeichert?
  • Wer hat Zugriff auf diese Daten?
  • Und kann ich meine Daten jederzeit einfach exportieren oder löschen?“

Um sicher zu stellen, dass Daten über uns nicht in die falschen Hände geraten, braucht es einen Indikator für Produkte, denen wir vertrauen können. Vor lauter Dingen, sollte das IoT nicht den Menschen aus den Augen verlieren. Mit dem Trustable Technology Mark will ThingsCon nun Licht ins Dunkel des IoT-Marktes bringen.

Die Anforderungen an ein Produkt

Um sich das Trustable Technology Mark zu verdienen, muss ein Produkt sich in fünf Kriterien beweisen.

Umgang mit Privatsphäre und Daten: Das Produkt muss nach modernsten Datenschutzstandards entwickelt sein um Datenschutz und Nutzerrechter zu respektieren.

Transparenz: Dem Verbrauer wird erklärt, was das Produkt tut, welche Daten es sammelt, und wie es Nutzerdaten verwendet.

Sicherheit: Das Produkt ist nach modernsten Sicherheitsstandards entwickelt, und integriert Schutzmaßnahmen, die jederzeit Datenschutz und Sicherheit gewährleisten.

Stabilität: Das Gerät und die Software dahinter ist robust und von einer angemessenen Lebensdauer.

Offenheit: Offenheit des Produktes (im Sinne von Open Source und Open Data) und der Verfahren des Herstellers, sowie Nutzung und Generierung offener Daten.

Neutrale Experten des ThingsCon e.V. führen die Überprüfung der Produkte durch. Dabei gehen sie sehr streng vor. Produkte, die den Evaluationsprozess bestehen, können das Trustable Technology Mark Logo sowohl auf der Website, als auch auf der Verpackung des Produkts verwenden.

Proof of Concept

Das Qualitätssiegel startet vorerst mit einem Proof of Concept. Darunter versteht man die Prüfung der Machbarkeit eines Großprojektes. Diese findet zunächst in zwei Kategorien statt: Sprachassistenten und vernetzte Spielzeuge. Der Sprachassistent snips.ai und das vernetzte Spielzeug Vai Kai konnten sich bereits im Vorfeld für das Gütesiegel qualifizieren.

Dr. Rand Randi, CEO und Mitgründer von Snips äußerte sich: “Diese Qualifikation ist wahrhaftig die Bestätigung der großartigen Arbeit des Snips-Teams im Laufe des vergangenen Jahres. Darauf bin ich extrem stolz. Wir sind überzeugt, dass unser on the Edge-Sprachassistent, der komplett offline anstatt in der Cloud funktioniert, Unternehmen erlaubt Privacy by Design zu garantieren können ohne Performance, Brand oder User Experience zu opfern.”

Unternehmen können ab sofort Bewerbungen für ihre Produkte einreichen. Im Formular müssen sie bereits einen ausführlichen Fragenkatalog zu den fünf Kriterien beantworten und belegen. Die Antworten werden zudem als Teil der Anforderungen des Gütesiegels vollständig unter einer offenen Lizenz veröffentlicht.

Erste Gütesiegel stellt ThingsCon ab dem ersten Quartal 2019 aus.


Image by ThingsCon e.V.


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