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Das Smart Home für die Massen

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich schnell sich die Zukunft ausbreitet, je nachdem, wohin man schaut: Während seit ein paar Jahren kaum ein Geek-Haushalt ohne Amazon Echo oder Google Home daher kommt — oder für die Alexa-Vermeider eine der vielen anderen WLAN-Lautsprecher — geht es in den meisten Wohnzimmern dann doch noch verhältnismäßig un-smart zu (wenn man man von Smartphones, Tablets, Laptops und Internet-tauglichen Fernsehern absieht).

Das dürfte sich ab sofort schlagartig ändern: IKEA steigt massiv ins Smart Home Geschäft ein. Nachdem es vom schwedischen Retailer schon lange vernetzte Lampen gab, kommen dieser Tage auch Lautsprecher (in Kollaboration mit Sonos) und automatische Vorhänge in die blau-gelben Verkaufsräume. Damit wird das Smart Home wohl 2019 zum wirklichen Massenphänomen.

Und das wird spannend: Denn IKEAs vernetzte Produkte sind nicht nur deutlich günstiger als die der Konkurrenz, sie sind nach Experteneinschätzungen auch sehr sicher und weniger datenhungrig als die meisten anderen Produkte. Der Grund dafür ist ebenso einleuchtend wie überzeugend: Daten zu sammeln und sicher zu verarbeiten ist aufwendig und teuer. Das gleiche gilt für Extra-Features. Deshalb vermeidet IKEA beides: Das senkt den Preis und führt quasi aus Versehen zu sichereren, datenschonenderen Produkten.

IKEA als neuer Star des Datenschutzes, wer hätte das gedacht!

Interessant wird natürlich auch, was diese Entwicklung für all die anderen Anbieter bedeutet. Wird die neue Konkurrenz zu einem Preiskampf führen, von dem wir Verbraucher am Ende kräftig profitieren? Gibt es womöglich gar eine Explosion neuer vernetzter Produkte, da sich mehr Verbraucher an ein Smart Home herantrauen? Vielleicht lernt das ganze Feld auch von den Schweden: Anstatt der eierlegenden Wollmilchsau, die alles mittelmäßig kann — natürlich nur bis zum nächsten Software-Update, aber dann! — sehen wir vielleicht bald mehr Produkte, die einfach nur eine Aufgabe richtig gut erledigen. Und dafür richtig sicher sind – Privacy included.

 

Weitere Kolumnen-Texte von Peter:

Das IoT – Gefahren und Chancen im Internet of Things

 

Image by Peter Bihr

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Netzpiloten@Big Data.AI Summit

Der Big Data.AI Summit ist einer der wichtigsten Gipfeltreffen in Europas für künstliche Intelligenz und Big Data. Am 10. und 11. April findet er bereits zum siebten Mal in Berlin statt. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei und sehr gespannt darauf, wie KI und Big Data die Industrie und Wirtschaft mitgestalten. Die Integrierung und Umsetzung von Künstliche Intelligenz und Big Data in Unternehmen eröffnen neue Potenziale in der Produktion und im Umsatz, gleichzeitig setzen sie neue Maßstäbe im globalen Wettstreit. Wie eine ökonomische und ethisch vertretbare Nutzung funktioniert, zeigen Referenten wie Dr. Joseph Reger vom zukuftsweisenden Technologiekonzern Fujitsu Technology Solutions. Sie verdeutlichen in ihren Vorträgen, wie die KI-Epoche diese Herausforderungen aufnimmt. Wir freuen uns drauf!

Welche Speaker werden da sein?

Wir sind gespannt auf Prof. Dr. Andreas Dengel, Scientific Director, German Research Center for Artificial Intelligence. Eine weitere spannende Rednerin ist die Rechtsanwältin Susanne Dehmel, Member of Executive Board beim Bitkom. Ihr Thema lautet „Intelligent Automation“. Als ehemalige Leiterin für Datenschutz ist sie Expertin für das Thema Sicherheit in der digitalen Welt.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Conversational AI
  • Industry 4.0
  • Energy, Finance
  • Digital Health
  • Ethics and Society
  • Science Fiction
  • Data Protection and Security

Und sonst noch?

Holt euch jetzt eure Frühbucher-Pässe zum Big Data.AI Summit und spart bis zu 30%. Mit dem Pass habt ihr dann zusätzlich Zugang auf das hub.berlin business festival und Side-Events. Beide Ereignisse finden zur gleichen Zeit und an demselben Ort statt. Tickets findet ihr hier.


Image by Netzpiloten

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Technik-Trends für das Jahr 2019

Es ist schon wieder soweit: Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und 2019 erscheint langsam am Horizont. In diesem Jahr gab es viele technische Neuerungen. Gerade die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und die Verbesserung vieler Wearables-Produkte bestimmten die News aus der Technik-Branche. Doch was hält das neue Jahr bereit? Was sind die technischen Themen, die uns 2019 begleiten werden? Wir wagen einen Blick in die Zukunft.

„Alte“ Trends bleiben bestehen

Auch im neuen Jahr werden wir auf altbekannte Trends stoßen, die bereits 2018 für Aufsehen sorgten.

So wird zum Beispiel die Künstliche Intelligenz ein Forschungs- und Entwicklungsfeld mit hoher Relevanz bleiben. Ganz egal ob intelligente Service-Systeme oder Home-Assistants wie Google Home und Amazons Alexa. Auch in 2019 werden wir in diesem Feld einige Verbesserungen und Neuerungen sehen, die die Künstliche Intelligenz dem menschlichen Verstand noch näherbringen wird. Außerdem wird in diesem Zusammenhang das Machine Learning im Mittelpunkt stehen. So nennt sich das selbstständige Erlernen von neuen Fähigkeiten, ohne dass es von Menschenhand programmiert wurde. In 2019 werden Künstliche Intelligenzen fähig sein, Bilder und andere äußere Einflüsse besser zu analysieren und zu verarbeiten, um somit den eigenen „Horizont“ selbstständig zu erweitern.

Auch der Bereich Blockchain wird uns 2019 in der Technik weiter beschäftigen. Dass Blockchain noch viel mehr kann, als nur für die Verwaltung von Kryptowährungen herzuhalten, haben wir bereits in diesem Jahr gelernt. Wie diese Systeme verbessert und vor allem sicherer gemacht werden können, werden wir dann im neuen Jahr sehen. Das Forbes Magazine spricht in seinen Voraussagungen für das neue Jahr zum Beispiel von innovativen B2B2C-Beziehungen, also wirtschaftlichen Beziehungen zwischen mehreren Firmen und Endkunden, die durch das Einsetzen von Blockchain vereinfacht werden könnten. Des Weiteren wird die Verbesserung der derzeitigen Sicherheits-Mechanismen ein großes Thema im Blockchain sein.

The Internet of Things bleibt im Trend

Wer sich schon jetzt beschwert, dass das WLAN vom Toaster mal wieder nicht funktioniert, oder einen Kleinkrieg mit seinem Router-gebundenen Rauchmelder führt, den wird im Jahr 2019 mit dem Internet of Things noch mehr Spaß erwarten. Denn das Vernetzen und Verbinden von verschiedensten Haushalts- und Arbeitsgeräten wird im ausgehenden Jahrzehnt weiterhin eine große Rolle spielen. Auch hier ist zum Beispiel die Verwendung von sprachgesteuerten Assistenten ein großes Zukunftsfeld. Letztendlich geht der Trend des Internet of Things auch in 2019 zu einer angenehmeren User-Erfahrung. Hierbei bleibt das Ziel natürlich immer, Technik so nahtlos wie möglich in unseren Alltag zu integrieren und damit unser Leben zu erleichtern.

Neue spannende Technik-Bereicherungen in Sicht

Doch nun ist es an der Zeit sich den spannenden Trends zu widmen, die in 2018 zwar schon absehbar, aber noch nicht im Mainstream angekommen waren. Wie zum Beispiel der E-Sport. Wir haben schon öfters darüber berichtet, wie die Community rund um den elektronischen Sport wächst. Aber in 2019 werden noch einmal ganz neue Dimensionen in Punkto Wachstum angesteuert. Es wird davon ausgegangen, dass die E-Sport Szene im nächsten Jahr 1.1 Milliarde US-Dollar wert sein wird. Mit namenhaften Sponsoren wie Coca Cola, die schon jetzt diese besondere Industrie unterstützen. Außerdem wird beobachtet, wie immer mehr Sport-Clubs auf der Welt sich E-Sport Teams aufbauen, um an diesen noch relativ jungen Events teilzunehmen.

Währenddessen werden wir auch im Bereich Retail-Technologie große Fortschritte sehen. Denn wo Supermarktketten wie Famila mit Selbstbedienungskassen ansetzen, ist noch viel Luft nach oben. Kontaktloses Bezahlen, Essen vom Supermarkt nach Hause liefern lassen, oder benutzerdefinierte Angebote bekommen. Für den Bereich Einzelhandel haben derzeitig entwickelte Technologien bereits viel zu bieten. Infolgedessen wird uns in 2019 eine noch angenehmere Einkaufs-Erfahrung erwarten. Immer abgestimmt auf unsere Vorlieben und Bedürfnisse.

Zuletzt möchten wir auf einen Technik-Trend aufmerksam machen, der sich bisher noch im Hintergrund gehalten hat. Das sogenannte Quantum Computing. Der Begriff steht für den Versuch einen Computer zu bauen, der auf den Gesetzen der Quantenphysik beruht. Einfach gesagt ist damit das Verarbeiten und Kategorisieren, sowie Archivieren von großen Datensätzen deutlich leichter, als mit herkömmlichen PCs und Servern. Derzeit befinden sich diese auch als „Supercomputer“ bezeichnete Geräte noch in der Entwicklung. Aber das Rennen um das Erfinden des ersten effizienten Quantencomputers wird 2019 in seine heiße Phase gehen.

Hier einmal ein Video, welches die Quantencomputer-Experimente des Hardware-Herstellers IBM zeigt:

Die Zukunft wird noch interaktiver

Was ist also festzuhalten? Viele Technologien, die sich über die Jahre entwickelt haben, werden in 2019 einen Feinschliff erfahren. Der allgemeine Trend der Technik richtet sich immer stärker danach, die individuellen Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen. Somit soll auch die Technik „sensibilisiert“ werden- frei nach dem Motto: Die Maschine dient dem Menschen, und nicht anders herum. Wir sind gespannt, was das nächste Jahr an Entwicklungen bereithält und werden für euch auch in 2019 Trends, Tipps und Geschichten aus der digitalen Welt aufbereiten.


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Smart Home ganz einfach: WLAN-Steckdosen als smarter Geheimtipp

WLAN-Steckdose Smartphone

Nix mit teuer und kompliziert. Wer sein Zuhause zu einem Smart Home aufrüsten möchte, braucht keine kostspieligen und aufwendig einzurichtenden Gadgets. Es geht auch günstig und einfach. Ein Geheimtipp für den Einstieg sind smarte Zwischenstecker. Mit ihnen lässt sich auch ältere Technik via WLAN per App oder Sprache bedienen. Zusammen mit der IoT-Plattform Conrad Connect stellen wir vor, was mit WLAN-Steckdosen alles möglich ist und wie Einsteiger das richtige Modell für sich finden.

Das steckt hinter smarten Steckdosen

Von außen sehen smarte Steckdosen wie ganz normale Zwischenstecker aus. Das Geheimnis steckt im Innern. Dort befindet sich, was alten Lampen oder Lautsprechern fehlt – ein Funkchip. Dadurch nehmen die kleinen Kästchen Kontakt mit einem WLAN oder einem anderen gängigen Funknetz auf. Meist erhalten sie ihre Steuersignale über Funkstandards wie Z-Wave oder ZigBee. Als Vermittler dient dabei dann ein WLAN-Router. Daher ist häufig pauschal von WLAN-Steckdosen die Rede. Seltener kommen Bluetooth oder DECT zum Einsatz.

Egal, auf welche Art sie funken: In der Folge können Nutzer über den Zwischenstecker praktisch jedes kabelgebundene Gerät per Smartphone-App und Sprachsteuerung bedienen oder in komplexe Automationsszenarien einbinden. Wegen dieser Fähigkeiten werden die Kästchen auch als intelligente Steckdose, Smart-Home-Steckdose oder Smart Plug bezeichnet. „Licht, Musik, Wärme, gute Luft und mehr – man sieht smarten Steckdosen gar nicht an, wie viel Wohnkomfort in ihnen steckt. Sie sind die vielleicht am meisten unterschätzte Komponente für den Einstieg ins Smart Home und ein Paradebeispiel dafür, wie einfach der Weg zum intelligenten Wohnen ist“, sagt Giorgi Jashiashvili, Technik-Experte bei Conrad Connect.

Praktisch: WLAN-Steckdosen lassen sich sehr flexibel bedienen

Moderne Funkmodelle lassen sich im Unterschied zu herkömmlichen Steckdosen mit Zeitschaltuhr viel flexibler fernsteuern. So können Nutzer nahezu alle intelligenten Steckdosen per Smartphone-App oder Sprachbefehl von Amazon Alexa und Google Assistant ein- und ausschalten. Mit der Lösung Unified Inbox von Conrad Connect genügt sogar eine Nachricht von WhatsApp oder Viber, um WLAN-Steckdosen zu bedienen. Einige Modelle bieten auch eine physische Taste, mit der sich der Stromkreislauf direkt an der WLAN-Steckdose schließen oder trennen lässt. Eine Fernbedienung zum Anfassen gibt es manchmal als Zubehör.

So findet ihr die beste WLAN-Steckdose für euch

Smarte Steckdosen kosten zwischen 15 und 50 Euro sind damit auch bei einem kleinen Budget erschwinglich. „Die Auswahl von WLAN-Steckdosen ist groß, hochwertig und deckt viele Einsatzszenarios und Nutzerinteressen ab. Nutzer sollten daher darauf achten, das passende Angebot für sich zu wählen“, erklärt Giorgi Jashiashvili von Conrad Connect.

Conrad Connect Service Marketplace Fresh Compare
WLAN-Steckdosen mit Zusatzfunktionen ermöglichen eine intelligente Analyse des Stromverbrauchs. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Beispielsweise weicht die Bedienung voneinander ab. So lassen sich die meisten smarten Steckdosen zwar per App steuern, aber nicht alle per Sprache. Und wenn doch, dann entweder von Google Home oder Amazon Alexa. Ein weiteres Kriterium ist der Einsatzort. Soll die WLAN-Steckdose auch auf dem Balkon oder im Garten ihren Dienst verrichten können, ist sie am besten nach IP44 wetterfest. Entscheidend ist ebenfalls der Funktionsumfang. Beispielsweise messen manche Steckdosen auch den Stromverbrauch. Aus diesen Daten lassen sich mit Stromanalyse-Diensten wie Fresh Energy, wertvolle Erkenntnisse ziehen.

Weitere Tipps für die Wahl der WLAN-Steckdose und konkrete Modelle stellt Conrad Connect in seinem Blog vor.

Das lässt sich in Conrad Connect mit WLAN-Steckdosen alles „smart machen“

„Ältere Steh- oder Tischlampen, in die sich keine smarten Leuchtmittel einsetzen lassen, sind beliebte Einsatzorte für WLAN-Steckdosen“, nennt Giorgi Jashiashvili von Conrad Connect Beispiele. Denn in vielen Haushalten befindet sich eine entsprechende Leuchte. Sie sind leicht zugänglich und die intelligente Steckdose somit einfach einzusetzen. Perfekt, um die Vorteile solch einer smarten Lösung einmal auszuprobieren.

Auf die gleiche Weise lassen sich Luftbefeuchter, elektrische Heizkörper oder Kaffeemaschinen „smart machen“. Morgens schlaftrunken die Küche betreten und der Kaffee ist schon fertig? Mit WLAN-Steckdosen ist das ein Leichtes.

Idealerweise muss kein Nutzer mehr aktiv das Smart Home bedienen. Im besten Fall weiß es selbst, was zu tun ist. Dazu lassen sich WLAN-Steckdosen mit einem kostenlosen Nutzerkonto bei Conrad Connect in festgelegte Zeitschaltpläne oder sensorgesteuerte Aktionen einbinden.

WLAN-Steckdosen und Kaffeemaschine vernetzen mit Conrad Connect
Schöner aufstehen: Per WLAN-Steckdose den Kaffee aufbrühen und gleich genießen können, wenn man in die Küche kommt. Image by Izabela Magier / Adobe Stock

Wer einen Smart Plug mit weiteren gängigen Komponenten wie einen Sensor fürs Raumklima oder einen Bewegungssensor kombiniert, kann auf einfachem Weg eine Automation einrichten. Dann könnte die smarte Steckdose beispielsweise einen Raumbefeuchter aktivieren, sobald die Sensoren trockene Luft und die Anwesenheit des Bewohners bemerken. Im Regel-Editor stellen sich angemeldete Nutzer bei Conrad Connect diese in wenigen Schritten selbst zusammen oder sie übernehmen bereits gebrauchsfertige Projekte aus der Community.

So einfach geht Smart Living. Am besten gleich kostenlos ausprobieren!


Images by Daisy Daisy / Izabela Magier / Adobe Stock, Berti Kolbow-Lehradt

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Trustable Technology Mark: Das IoT-Gütesiegel

In der Lebensmittelindustrie sind sie schon längst üblich: Siegel, die bestimmte Produktmerkmale garantieren. Das Bio-Siegel garantiert den ökologischen Landbau, das Fairtrade-Siegel faire Bedingungen im Produktionsland. Im Haushalt sind uns außerdem auch die Energielabel der EU, das GS-Zeichen für Sicherheit und der blaue Engel für Umweltbewusstsein bekannt. Nur für Produkte aus dem Internet of Things (IoT) gab es bislang noch kein entsprechendes Zertifikat.

Das Trustable Technology Mark vom ThingsCon e.V. soll künftig IoT-Produkte auszeichnen, die nachweislich persönliche Daten schützen und respektieren. Als IoT-Produkte verstehen sich übrigens Produkte, die über das Internet vernetzt sind. Das können sowohl Fernseher und Lautsprecher, als auch Spielzeug, Fitness-Armbänder und sämtliche Smart-Home-Geräte sein.

Darum brauchen wir das Trustable Technology Mark

ThingsCon ist ein weltweit tätiges Netzwerk aus Forschern, Designern und Entwicklern, das sich für faire, verantwortungsvolle und menschenzentrierte Technologie einsetzt – vor allem im IoT.

Peter Bihr, ThingsCon-Mitgründer und Mozilla-Fellow, zuständig für die Trustable Technology Mark Initiative erklärt: “Das Internet der Dinge, also mit dem Internet verbundene Produkte, werden immer mehr Teil unseres Alltags — sie leben zunehmend in unseren Küchen, Wohn- und Schlafzimmern, sie haben Zugriff auf unsere Kalender und sind Teil unserer Gespräche. Daher ist es wichtig, dass Verbraucher jederzeit wichtige Fragen beantworten können wie

  • Welche persönlichen Daten sammelt dieses Produkt?
  • Wie lange werden meine Daten gespeichert?
  • Wer hat Zugriff auf diese Daten?
  • Und kann ich meine Daten jederzeit einfach exportieren oder löschen?“

Um sicher zu stellen, dass Daten über uns nicht in die falschen Hände geraten, braucht es einen Indikator für Produkte, denen wir vertrauen können. Vor lauter Dingen, sollte das IoT nicht den Menschen aus den Augen verlieren. Mit dem Trustable Technology Mark will ThingsCon nun Licht ins Dunkel des IoT-Marktes bringen.

Die Anforderungen an ein Produkt

Um sich das Trustable Technology Mark zu verdienen, muss ein Produkt sich in fünf Kriterien beweisen.

Umgang mit Privatsphäre und Daten: Das Produkt muss nach modernsten Datenschutzstandards entwickelt sein um Datenschutz und Nutzerrechter zu respektieren.

Transparenz: Dem Verbrauer wird erklärt, was das Produkt tut, welche Daten es sammelt, und wie es Nutzerdaten verwendet.

Sicherheit: Das Produkt ist nach modernsten Sicherheitsstandards entwickelt, und integriert Schutzmaßnahmen, die jederzeit Datenschutz und Sicherheit gewährleisten.

Stabilität: Das Gerät und die Software dahinter ist robust und von einer angemessenen Lebensdauer.

Offenheit: Offenheit des Produktes (im Sinne von Open Source und Open Data) und der Verfahren des Herstellers, sowie Nutzung und Generierung offener Daten.

Neutrale Experten des ThingsCon e.V. führen die Überprüfung der Produkte durch. Dabei gehen sie sehr streng vor. Produkte, die den Evaluationsprozess bestehen, können das Trustable Technology Mark Logo sowohl auf der Website, als auch auf der Verpackung des Produkts verwenden.

Proof of Concept

Das Qualitätssiegel startet vorerst mit einem Proof of Concept. Darunter versteht man die Prüfung der Machbarkeit eines Großprojektes. Diese findet zunächst in zwei Kategorien statt: Sprachassistenten und vernetzte Spielzeuge. Der Sprachassistent snips.ai und das vernetzte Spielzeug Vai Kai konnten sich bereits im Vorfeld für das Gütesiegel qualifizieren.

Dr. Rand Randi, CEO und Mitgründer von Snips äußerte sich: “Diese Qualifikation ist wahrhaftig die Bestätigung der großartigen Arbeit des Snips-Teams im Laufe des vergangenen Jahres. Darauf bin ich extrem stolz. Wir sind überzeugt, dass unser on the Edge-Sprachassistent, der komplett offline anstatt in der Cloud funktioniert, Unternehmen erlaubt Privacy by Design zu garantieren können ohne Performance, Brand oder User Experience zu opfern.”

Unternehmen können ab sofort Bewerbungen für ihre Produkte einreichen. Im Formular müssen sie bereits einen ausführlichen Fragenkatalog zu den fünf Kriterien beantworten und belegen. Die Antworten werden zudem als Teil der Anforderungen des Gütesiegels vollständig unter einer offenen Lizenz veröffentlicht.

Erste Gütesiegel stellt ThingsCon ab dem ersten Quartal 2019 aus.


Image by ThingsCon e.V.

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Das Rehkitz und der fahrerlose Mähdrescher

Bei den Nutzfahrzeugen findet aktuell ein noch größerer Transformationsschub statt als bei den herkömmlichen Autos, findet der Digital-Berater Daniel Khafif. Wir haben ihn uns zum Interview geschnappt, als er frisch aufgeladen wie ein E- Car von der Nutzfahrzeugmesse aus Hannover zurückkam. Wir haben viel gelernt:

Wie war es auf der 67. IAA Nutzfahrzeuge, Daniel Khafif?

Umwerfend! Das Internet of Things hat die gesamte Mobilitätsbranche voll erfasst. Mein Eindruck: Das Auto ist heute mehr Showroom des IoT als Mantel für Motoren. Was das für die Netzwelt bedeutet, ist heute nur zu ahnen: Eine aktuelle Studie von Cisco identifiziert im Connected Car-Universum drei ineinander verzahnte Geschäftsfelder: Automotive OEM (Original Equipment Manufacturer), web Digital und Mobile.

Wer treibt die Digitalisierung?

Die großen Player in der globalen IT treiben die Automobilwirtschaft voran: High Tech Unternehmen wie Bosch, Magna, Continental oder Denso operieren immer stärker direkt am Automobilmarkt. Längst kann man nicht mehr von „Autozulieferern“ sprechen, sondern von Innovationsgebern, denn diese Unternehmen operieren genau an der Schnittstelle zwischen der IT und der Automobilproduktion.

Haben die Programmierer die Fahrzeug-Entwicklung übernommen?

Ja, so sieht’s aus! Das klassische Auto, sei es PKW oder Nutzfahrzeug, wird immer mehr zum Markt für das IoT, wird immer mehr zum Datensender (Stichwort „cloud based security“) als zum Datenempfänger. Die IT Programmierer gestalten das Auto von morgen in hohem Maße mit, nicht mehr ausschließlich die Fahrzeugentwickler.

image: Daniel Khafif
Warst du auch beim angeschlossenen CarIT Kongress?

Ein Highlight! Hier gab es hochkarätigen Input von Speakern wie Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) oder Qiang Wang, General Manager of IoT Connectivity von HUAWEI Technologies. Besonders beeindruckt hat mich die Keynote von Anoop Nannra, Global Head of Cisco Blockchain Initiative. Für ihn stellt Blockchain die neue weltweite industrielle Revolution dar. Er sieht neue Industriezweige entstehen, die neue Formen der Verteilung und Zulieferung, aber auch Bereitstellung von Energie zur Verfügung stellen werden. Bezahlprozesse und Dienstleistungssektoren wie wir sie heute kennen, werden komplett ihre Bedeutung verlieren – während gleichzeitig neue Wertschöpfungsketten in Proliferation (Erweiterung des Modell- und Variantenangebots) und Abnahme entstehen werden.

Das heißt, die Autoindustrie hat den Schuss der Digitalisierung gehört und stellt sich um?

Die Branchen Fahrzeugbau, Energie (und charge/battery ohnehin) haben den Hebel umgelegt: Das E-Car stellt kein lästiges Additiv, keine Nische und erst recht keine politisch oktroyierte Notwendigkeit mehr dar. Es bietet vielmehr ein veritables und langfristig ausbaufähiges und solides Geschäftsmodell. Vor allem weil die Vernetzung all dieser technischen, wie ökonomischen Bereiche eine starke Agilität und Dynamik entfaltet, die neue Anforderungen braucht und neue Geschäftsfelder bildet.

Wo liegt der Unterschied in der Entwicklung von PKW und Nutzfahrzeugen?

Der Trend zur Elektromobilität bzw. E-Mobility ist auch bei den Nutzfahrzeugen unumkehrbar. Innerhalb der E-Mobility werden zuhauf neue digitale Produkte verbaut. Deshalb ist die Logistikbranche derzeit sehr aktiv, die Personenkraftwagen bei der Automatisierung von Fahrfunktionen zu überholen.

Cool. Was können wir uns da vorstellen?

Zum Beispiel Bagger, die in und über Erzminen oder Erdstollen schaufeln, Mähdrescher, Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr und vieles mehr. – Sie alle bekommen bald das fahrerlose Fahren. Einer der letzten Helden der Landstraße, der Trucker, wird sukzessiv durch digitale Systeme ersetzt. Denn ein Kraftfahrer sitzt beruflich und nicht zum Spaß auf dem Sattel. Ein privater Autofahrer hingegen möchte weiterhin „Freude am Fahren“ spüren, um einen bekannten Autobauer zu zitieren. Und viele werden weiterhin selbst fahren wollen. Das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.

Das fahrerlose Fahren bei Nutzfahrzeugen ist sicher nicht weniger heikel als bei den PKW

Genau. Was passiert mit einem aufgeschreckten Rehkitz, das im gerade noch schützenden Kornfeld auf einen vollautomatisierten Mähdrescher mit 60 km/h trifft? Da sitzt kein Bauer mehr, der die Wildtiere erkennt.

Es braucht also weiter die menschliche Maschinensteuerung?

Im Moment läuft alles auf digitale Fernsteuerung hinaus: Remote drive ist zur Überwachung des Fahrzeugs, dessen Umgebung sowie der mitgeführten Ware oder Insassen enorm wichtig.

Dürfen wir dich zum Schluss noch um ein Fazit bitten. Was sind die wichtigsten digitalen Trends im Nutzfahrzeugbau?

Erstens werden Fahrzeug und Fahrer durch smarte, intelligente connectivity in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Und zwar nicht nur im Fahrzeug selbst, sondern auch nach außen mit den Spediteuren, Logistikunternehmen, Fuhrparkmanagern, Lageristen oder anderen Zentraleinheiten.

Zweitens werden Transport und Logistik voll digitalisiert, automatisiert und überwacht. Das macht ja die Seefahrt schon pionierhaft vor: Automatisierung von Ladeprozessen, Verwahrung, Transport, Sicherung und Auslieferung der Waren.

Drittens werden noch viel mehr digitale Services in der Personenbeförderung eingesetzt werden. Insbesondere im Nahverkehrsbereich, auf den letzten Kilometern, bedarf es der Integration digitaler Services (All in One) für mehr Komfort in der Mobilität. Wir erleben es bereits bei den Bezahlsystemen und bei der Koppelung mit kommunalen Verbundsystemen. Gleichzeitig werden Bedürfnisse des Komforts, nämlich der des „Chauffiert-Werdens“, bleiben.

Danke Daniel!

Daniel Khafif ist Fachautor, Dozent und Berater für die digitale Wirtschaft, für Change- und Innovationsmanagement. Seit 1999 produziert er redaktionelle Inhalte für Automobilhersteller wie BMW, Suzuki, Mercedes, VW Group. Sieben Jahre leitete er die Kommunikation für einen europaweit tätigen IT Systemdienstleister im Energiemarkt. Als Prüfer und Studienleiter für EU-Bildungsprogramme entwickelte er 2015 mit Kooperationspartnern des Energieclusters Berlin-Brandenburg das Berufsbild des IT-Energietechnikers. 

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Netzpiloten @IoTcamp

Mit smarten Technologien und interaktiven Geschäftsmodellen das Leben der Menschheit einfacher gestalten – ein guter Ansatzpunkt über den ihr mehr auf dem IoTcamp erfahren könnt. Dafür versammeln sich alle Interessierten, Unternehmer und Gründer am 12. und 13. Oktober im innovativen  Space Shack Berlin.

Worum es genau geht? – Um die Vollvernetzung und um Künstliche Intelligenz im Zeichen des Internet of Things. Es geht um Fragen, die unsere Zukunft betreffen und unsere Realität. Zudem erfahrt ihr mehr über aktuelle Forschungen und Entwicklungsstände. Anlass genug, um sich das Barcamp – veranstaltet von der Cassini Consulting GmbH – nicht entgehen zu lassen.

Beim IoTcamp spontan die Themen mitbestimmen

Was ist eigentlich ein Barcamp? Bei dem aus der Bloggerszene entstanden völlig freien Format (wir lieben es!), werden weder die einzelnen Sessions noch die Sprecher vorher festgelegt. Und das macht das Ganze so spannend. Die Teilnehmer entscheiden erst am Morgen des Konferenztages, wie die Planung verläuft.

Es ist das erste Mal, dass das IoTcamp an zwei Tagen veranstaltet wird. Während wir also am 12. Oktober spannende Businessaspekte und Entwicklungen neuer Geschäftsmodelle kennenlernen, geht es dann am 13. Oktober über Entwicklungs- und Anwendungsfragen.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Business-Modellentwicklung
  • IoT-Strategie
  • Success Stories
  • Industrial Internet of Things

Dabeisein ist alles!

Wer sich das spannende Barcamp und den sicherlich angeregten Austausch untereinander nicht entgehen lassen möchte, sollte also nicht lange zögern und sich die passenden Tickets sichern. Wir wünschen zwei tolle Tage!

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Kleines Smart-Home-Lexikon: 15 wichtige Begriffe zur Heimautomation

Kleines Smart-Home-Lexikon

In vielen Haushalten ist das Thema Smart Home erstmals buchstäblich in aller Munde. Denn Sprachassistenzen wie Amazon Alexa und Google Assistant ermöglichen einen bequemen und spielerischen Zugang dazu. Doch es gibt noch so viel mehr zu entdecken! Wer die unendlichen Möglichkeiten der Heimautomation erleben möchte, stößt zunächst auf viele neue Begriffe. Weil sie aus der Computer- und Gebäudetechnik stammen, erklären sie sich mitunter nicht von selbst. Sie zu verstehen, erleichtert den Einstieg jedoch nochmals deutlich. Wir präsentieren hier ein kleines Smart-Home-Lexikon mit wichtigen Begriffen aus der Welt des vernetzten Heims. Dies ist der zweite Teil einer Serie, in der wir zusammen mit der Smart-Living-Plattform Conrad Connect erklären, wie sich das vernetzte Heim dank automatischer Abläufe viel einfacher bedienen lässt.

Kleines Smart-Home-Lexikon: Was versteht man unter einem Smart Home?

Smart Home: Beim „Intelligenten Heim“ handelt es sich um einen Oberbegriff. In einem erweiterten Sinn fällt er, wenn es um Geräte in Wohnräumen geht, die sich über das Internet fernsteuern lassen. Wirklich intelligent ist das aber noch nicht. „In einem engeren Sinn ist von einem Smart Home die Rede, wenn die darin verwendete Technik wie Heizung, Licht und anderes so miteinander vernetzt ist, dass sie automatisch funktioniert“, erklärt Giorgi Jashiashvili, Technik-Experte bei Conrad Connect.

Heimautomation: Dieser Begriff, der auch als Hausautomatisierung zu finden ist, verdeutlicht die engere Bedeutung des Smart Home. Statt Vorgänge per App oder Sprache zu aktivieren, registriert die Haustechnik die Bewohner und startet Aktionen automatisch. Dabei können Nutzer die Automatisierung auf Webseiten von Smart-Home-Plattformen an ihre Bedürfnisse anpassen.

Smart Living Fitness-Challenge
Smart Living ist eine Erweiterung des Smart-Home-Konzepts. Seine Fitnessuhren in die Automatisierung einzubeziehen, ist ein Beispiel dafür. Image by Conrad Connect

Smart Living: Warum sollte die Idee des digitalen Alltags an den Wohnungsmauern enden? Schließlich nutzen viele Menschen internetfähige Fitnessuhren oder Autos. Diese in die Heimautomation einzubinden, bietet Vorteile. Für diese ganzheitliche Vorstellung gewinnt der Begriff „Smart Living“ an Bedeutung.

Internet of Things, IoT: Das „Internet der Dinge“ ist ein weiterer Sammelbegriff für die Automatisierung von technischen Vorgängen. Dabei sollen vernetzte Geräte so reibungslos miteinander zusammenarbeiten, dass Menschen nicht eingreifen müssen. „Ist vom IoT die Rede, geht es allerdings meist um Automatisierung in der Industriefertigung oder anderen gewerblichen Bereichen, während Smart Home sich auf den privaten Einsatz bezieht“, erklärt Giorgi Jashiashvili.

Cloud-to-Cloud-Connection: Praktisch alle Anbieter von Vernetzungsplattformen nutzen Internetserver, über die die verknüpfte Technik Daten austauscht. Würde dies nicht über die Cloud laufen, könnten Verbraucher beispielsweise ihre Heizung nicht aus der Ferne ein- und ausschalten. Eine Meta-Plattformen wie Conrad Connect verbindet mehrere Clouds und baut damit eine sogenannte Cloud-to-Cloud-Connection auf.

Kleines Smart-Home-Lexikon: Wichtige Begriffe zur Einrichtung

Plug & Play: „Anschließen und loslegen“ stammt aus dem Computerbereich und gilt auch immer öfter für Smart-Home-Geräte. Verbrauchern signalisiert der Begriff, dass sich Geräte ohne Installation in Betrieb nehmen lassen. Insbesondere für Wohnungsmieter sind solche Produkte interessant, weil sie ohne Spuren zu entfernen sind. „Die Zeiten, in denen ein Smart Home nur mit einer Unterputz-Installation realisierbar war, sind vorbei. Viele Produkte lassen sich nachrüsten und kabellos einbinden“, so Giorgi Jashiashvili.

Gateway: Wer Geräte eines Herstellers in sein Smart-Home-System einbinden möchte, benötigt oft zunächst ein Gateway, auch Hub oder Bridge genannt. Dabei handelt es sich um eine kleine Box, die Nutzer per Kabel oder per WLAN und der App des Herstellers mit ihrem Internetrouter verbinden.

Smart Home Gateway Philips Hue Fritz!Box Router
Beispiel für ein Gateway: Um smartes Licht von Philips Hue zu steuern, verbinden Anwender die kleine weiße Box rechts im Bild mit dem Router. Image by Conrad Connect

API: Sollen Geräte eines Herstellers mit den Geräten eines anderen Herstellers Daten austauschen, brauchen sie nicht immer ein Gateway, aber stets eine API. Die Abkürzung für „application programming interface“ bezeichnet eine Programmierschnittstelle, mit der Entwickler eine Brücke zwischen der Betriebssoftware der Geräte schlagen.

ZigBee: Es fällt Geräteentwicklern viel leichter, den Datenaustausch mit Geräten anderer Hersteller zu gewährleisten, wenn sie einen gemeinsamen drahtlosen Kommunikationsstandard nutzen. WLAN und Bluetooth kennen zwar viele Verbraucher von ihren Smartphones. Aber bei Smart-Home-Geräten viel häufiger anzutreffen ist der ZigBee-Standard. Andere sind beispielsweise Z-Wave, HomeMatic und KNX.

Smart Home Dashboard Conrad Connect
Mit einem Dashboard behalten Nutzer den Überblick. Image by Conrad Connect

Dashboard: Jedes smarte Gerät liefert viele Informationen. Praktischer, als jede einzelne App zu checken, ist eine Ansicht, die alle Daten bündelt. Für solch eine Überblicksseite hat sich der Begriff „Dashboard“ durchgesetzt. Übersetzt bedeutet er „Armaturenbrett“ oder „Instrumententafel“.

Kleines Smart-Home-Lexikon: Wichtige Begriffe zur Automatisierung

Szene: Das ist ein beliebter Schlüsselbegriff, weil er das beschreibt, was ein intelligentes Heim erst ausmacht. Denn Szenen starten und stoppen mehrere Geräte gleichzeitig, um eine bestimmte Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Geht es nur darum, dass ein Gerät eine Aktion auslöst, spricht man von einem Projekt statt einer Szene. Ein Beispiel für ein sensorbasiertes Projekt: Registriert der Raumklimasensor im Büro schlechte Luft, aktiviert sich die per smarter Steckdose vernetzte Lampe, sodass die smarte Glühbirne mit rotem Licht zum Fensteröffnen mahnt.

Sensor: Für automatische Abläufe, bei denen Nutzer nichts manuell starten, sind Sensoren unverzichtbar. Als Sensor können etwa der Temperaturfühler im Heizungsregler, die Bewegungserkennung der Sicherheitskamera oder die CO2-Analyse im Raumklimathermostat dienen.

Smart Home Sensoren
Sensoren sind ein Schlüsselelement für die Heimautomation. Dabei kann es sich um Rauchmelder, Wetterstationen, Sicherheitskameras oder Bewegungsmelder handeln. Image by Conrad Connect.

Aktor: Damit der Messwert eines Sensors nicht ins Leere läuft, übernimmt mindestens ein Gerät die Rolle des Aktors, auch Aktuator genannt. Das sind Geräte, die eine Aktion ausführen, beispielsweise eine intelligente Glühbirne oder eine smarte Steckdose.

Regel: Wenn ein Projekt nicht per Sprachbefehl, sondern sensorbasiert ausgelöst wird, dient eine Regel als Klammer. Damit bestimmen Nutzer, bei welchem Sensorwert welches Gerät eine Aktion starten soll. Soll die Aktion nur unter bestimmten Bedingungen stattfinden, hilft ein Logikgatter.

Logikgatter: Warum sollte der Bewegungsmelder das Licht aktivieren, wenn es taghell ist? „Erstellen Nutzer ein Projekt, können sie dessen Umsetzung anhand eines Logikgatters mit Bedingungen verknüpfen. Beispielsweise lässt sich das Licht an eine bestimmte Uhrzeit koppeln“, erläutert Giorgi Jashiashvili von Conrad Connect.

Mit dem Basiswissen, das unser kleines Smart-Home-Lexikon bietet, gelingt die Heimautomation viel leichter. Einfach ausprobieren!

Weitere Folgen der Smart-Living-Serie, die in Kooperation mit Conrad Connect entsteht:

1: Smart Home per Sprache steuern: 5 Tipps wie Alexa und Google aufs Wort hören
3: Heimautomation für Einsteiger: So einfach geht intelligentes Wohnen
4: Smart-Home-Projekt im Eigenbau: 5 praktische Vernetzungsbeispiele für intelligentes Wohnen
5: Fünf Mythen zum Smart Home und warum sie nicht mehr stimmen


Images by Creativa Images / stock.adobe.com; Conrad Connect

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Das IoT – Gefahren und Chancen im Internet of Things

Vernetzte Produkte begegnen uns in allen Lebenslagen: Das sogenannte Internet of Things (IoT) berührt zunehmend alle Lebensbereiche. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute praktisch Alltag. Und doch ist das Internet der Dinge gerade am Scheideweg.

Einerseits können vernetzte Produkte richtig Spaß machen und, zumindest manchmal, sogar sehr nützlich sein. Zudem sehen Experten gerade in stimmgesteuerten Interfaces die Zukunft des Internets und quasi unseren Schlüssel zur Welt.

Andererseits sind die Medien voll von Berichten über unsichere Geräte, heimlich lauschende Fernseher und spionierende Spielzeuge.

Vernetzte Produkte: Vergnügen oder Alptraum?

In welches Lager fällt die schicke neue Smartwatch, der Home-Assistant oder der nächste Fitnesstracker? Als Verbraucher ist es heute praktisch unmöglich, diese Frage zu beantworten. Vernetzte Produkte funktionieren grundlegend anders als traditionelle, nicht vernetzte Produkte — so wie das Internet anders funktioniert als eine Tageszeitung.

Iot-Produkte sind nicht nur komplexer, da sie vernetzt sind. Häufig funktionieren sie auch nicht ohne einen zentralen Server. Fällt der weg, hört der Fitnesstracker bald auf, unsere Schritte zu zählen. Das nächste Software-Update könnte ein Produkt grundlegend verändern, zum Beispiel Features hinzufügen oder wegnehmen. So ist auch Amazons Echo neuerdings Teil einer Art sozialen Netzwerks geworden. Und Last but not Least laden wir mit dem IoT häufig Sensoren wie Mikrofone, Kameras oder Bewegungssensoren in unser Leben ein,  ohne dass wirklich klar ist, wer Zugriff auf diese Daten hat oder in Zukunft bekommen könnte. Wenn ein Hersteller sagt, dass Produkt und Daten sicher sind, müssen wir ihm derzeit einfach blind vertrauen.

Ein Verbraucherschutzsiegel für das Internet der Dinge

Ich bin überzeugt, dass es einen besseren Weg gibt. Dass es möglich ist vernetzte, vertrauenswürdige Produkte zu nutzen ohne den Spaß am Neuen zu verlieren oder zu bereuen.

Gemeinsam mit dem ThingsCon-Netzwerk, das ich vor einigen Jahren mitgegründet habe, arbeiten wir deshalb derzeit an einem Weg, mit welchem Verbraucher einfach sehen können, welche vernetzten Produkte vertrauenswürdig sind. Wir entwerfen ein sogenanntes Trustmark für IoT, ein Qualitätssiegel für vernetzte Produkte. Die Mozilla Foundation hat mich zum Mozilla Fellow gemacht, um dieses Vorhaben zu unterstützen.

Die Idee des ThingsCon Trustmarks ist simpel: Firmen, die das Trustmark nutzen wollen, müssen standardisierte Fragen zu ihren Produkten beantworten und die Antworten veröffentlichen. Wir evaluieren dabei 5 Dimensionen: Privatsphäre und Datenschutz, Transparenz, Offenheit, Sicherheit und Stabilität (im Sinne von Verlässlichkeit und Langlebigkeit). Erfüllt das Produkt die hohen Anforderungen, darf das Unternehmen das Qualitätssiegel nutzen. Wer mogelt, fliegt schnell auf.

Augen auf beim IoT-Kauf

Vor 2019 wird das Trustmark wohl nicht verfügbar sein, zuvor müssen wir noch unsere Hausaufgaben machen, damit dann auch alles rund läuft. Bis dahin empfehle ich folgende Faustregeln:

    • Die erste Generation eines vernetzten Produkts zu kaufen ist nur etwas für erprobte Early Adopter. Wer sich mit diesem Label nicht wohl fühlt, sollte lieber ein oder zwei Jahre abwarten.
    • Dem gesunden Menschenverstand vertrauen. Wenn etwas ein Mikrofon hat, aber zu billig scheint, dann ist die Privatsphäre in ernster Gefahr: Finger weg!
    • Mit Offenheit und Spaß an die Sache herangehen: Einige Tipps für vernetzten Dinge die richtig Spaß machen, gibt’s hier auf Netzpiloten.de.

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Wir sind Medienpartner vom Deutschen Handelskongress

Erfahrt auf dem Deutschen Handelskongress 2017 am 15. und 16. November in Berlin von erstklassigen Branchenexperten, kreativen Querdenkern und erfolgreichen Vorreitern, welche Entwicklungen die Zukunft des Handels bestimmen und wie die daraus resultierenden Chancen jetzt zu nutzen sind! Die zweitägige, hochkarätige Kongressagenda ist wie immer eingebettet in ein spektakuläres Rahmenprogramm mit Vorabend-Event, begleitender Kongressmesse, Verleihung des Deutschen Handelspreises und der legendären Retailers’ Night. Kommt auch dahin, wo der Handel sich trifft – und freut euch auf 1.500+ Kongressteilnehmer, 100+ national und international führende Branchenexperten, 60+ Aussteller, 40+ Stunden inspirierendes Kongressprogramm und jede Menge Gelegenheit zum Networking.

Diese Top-Themen erwarten euch:

  • HANDEL 2017/2018 – Zahlen. Daten. Fakten. Und: Was treibt die Branche?
  • DIGITALE HERAUSFORDERUNG – Für Unternehmen und Mitarbeiter
  • SMART DATA & CRM – Die datengestützte Weiterentwicklung der Customer Experience
  • HANDEL & POLITIK IM DIALOG – Wahljahr 2017: Kurswechsel für den Handel?
  • VERTRAUEN DURCH VERANTWORTUNG – CSR als Unternehmensstrategie
  • CONSUMER ENGAGEMENT & – LOYALTY – Neue Wege des Partnerings zwischen Handel & Industrie
  • GAMECHANGER IN-STORE TECHNOLOGY – Augmented/Virtual Reality, Roboting & Co.: Mehr als ein Hype?
  • START-UP POWER FÜR DEN HANDEL – Innovation und Inspiration für die Branche
  • GLOBAL POWERS OF RETAIL – Was wir von den internationalen Kollegen lernen können
  • CONSUMER IOT – Welche neuen Potenziale bietet das Internet der Dinge dem Handel?

Wer also am 15. und 16. November Lust auf spannende Themen und exzellente Speaker hat, kann sich noch Tickets sichern.

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Die Netzpiloten sind Medienpartner der dmexco 2017

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Sie verspricht Einblicke, spannende Speaker und viele Aussteller: am 13. und 14. September findet wieder die dmexco in Köln statt. Die Digital Marketing Exposition & Conference ist der Treffpunkt für die internationale digitale Branche, Marken, Medien, Agenturen, Influencer sowie Vertreter aus Industrie und Technik und viele Mehr. Der Kongress findet nun schon zum neunten Mal statt.

Auf den ingesamt 15 Bühnen stellen Unternehmen digitale Trends vor, egal ob Startup oder CEOs führender Unternehmen. Über 570 Speaker werden in den acht Formaten erwartet. Dieses Jahr unter dem Motto: Lightening the Age of Transformation. It’s not a Trend – it’s a Movement!

Die Digitale Transformation ist ein fortlaufender Prozess

Themen die unter diesen Bereich fallen sind zum Beispiel das Internet of Things, zunehmende Automatisierung, die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen oder auch der Einsatz von Virtual Reality für alle. Aber was wäre eine digitale Transformation ohne die treibende Kraft dahinter: der digitalen Branche. Und so stellen die Speaker ihre Ideen und Vorschläge für die Zukunft in diesen Formaten vor:

  • Congress Hall:
    Hier ist der Ort für Keynotes, Interviews und Panels. Die Congress Hall wird der Mittelpunkt der Veranstaltung werden und spannende Insights zu allen aktuellen Themen und Trends geben. Dieses Jahr hat die dmexco erneut ein hochkarätiges Programm an Speakern zusammengestellt, unter anderem mit Sheryl Sandberg, CCO von Facebook, Jack Dorsey, CEO von twitter, Marc Pritchard, CBO von Procter & Gamble, Claudia Willvonseder CMO IKEA Global und dem ehemaligen ESA Astronaut Dr. Thomas Reiter.
  • Debate Hall
    Nah am Geschehen können Zuschauer in dieser Diskussionsarena Debatten zu aktuellen Themen verfolgen und sogar mitgestalten. Mit einem Voting Tool diskutiert das Publikum live mit.
  • Motion Hall
    Im letzten Jahr feierte die Motion Hall ihre Premiere, jetzt gehört sie schon zum festen Programm. In der Motion Hall dreht sich alles um die führenden Videoproduzenten, Bewegtbildtrends und innovative Marketingmöglichkeiten. In diesem Jahr wird es erneut 13 Casestudies geben zu internationalen Unternehmen, unter anderem CNN, Facebook, RTL, National Geographic, Walt Disney Company und YouTube.
  • Experience Hall
    Hier steht das Verbrauchererlebnis im Mittelpunkt. Hier treffen Visionäre und Vordenker zusammen um über die Zukunft zu sprechen. Unternehmen und Marken stellen innovative Kommunikationsmöglichkeiten und Technologien vor und berichten von ihren Erfahrungen. So können Trends veranschaulicht werden.
  • Außerdem:
    Über 100 Seminare, Work Labs, das Speakers Forum und das Startup Village für Business Pitches, Case Studies und nahen Austausch mit Unternehmen wie: Amazon, Facebook, Spotify, ebay, ProSiebenSat.1 Media, CNN, Snapchat, Gruner +Jahr, Twitter, Mozilla, BILD, Nestlé, BBC World News oder Google.

Dabei sein

Abends hat die dmexco ebenfalls ein Programm aufgestellt, mit der offiziellen dmexco Pure Partyin der Wolkenburg in der Kölner Innenstadt oder verschiedenen Standparties. 

Egal ob junger Unternehmer oder etabliertes Unternehmen, die dmexco hält für jeden etwas bereit. Alle die dabei sein wollen, können sich hier bis zum 29. August noch Frühbuchertickets sichern, danach geht der Verkauf in die nächste Preisstufe. Wir wünschen euch viel Spaß.

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Netzpiloten sind Partner von Rethink! Internet of Retail Minds

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Am 21. September beginnt in Hamburg das Event „Rethink! Internet of Retail Minds“ . Hier erfahren die Besucher alles Wichtige über die digitalen Veränderungen, IoT-Technologien und neue technische Innovationen im Einzelhandel. Vor allem gibt es hier Antworten auf Fragen wie unter anderem der Einzelhandel mit den digitalen Herausforderungen in Zukunft umgehen wird und diese in den Handel integrieren kann.

Spannende Einblicke erhalten die Besucher zudem von Speakern wie Wing Tang – Digital Innovation Leader bei IKEA – oder Samantha Starmer vom US-amerikanischen Modeunternehmen Ralph Lauren. Außerdem finden sich hier viele weitere namhafte Unternehmen wie beispielsweise Saturn, Otto oder Philips.

Neben dem interessanten Programm wird die Veranstaltung abgerundet durch World Café Sessions, „ONE2ONE“ – Meeting Services, Live Projekt Evaluationen und vielem mehr.

Seit dabei, wenn ihr euch vernetzen, austauschen oder mit anderen Einzelhandelsexperten über neue digitale Innovationen diskutieren wollt. Wenn ihr am 21. und 22. September ein Teil von diesem spannenden Event sein möchtet, dann gibt es hier die Tickets für euch.

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Netzpiloten sind Partner des make MUNICH Festival

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In München findet am 06. und 07. Mai das make MUNICH Festival statt. Das Festival richtet sich an sogenannte „Maker“ und bietet eine Bühne für Erfindungen, Projekte, Technologien und die neue, inklusive und wissensteilende Maker-Innovationskultur.

Making Connections

Bei dem Festival, das 2017 schon zum vierten Mal stattfindet, erwarten euch 150 Aussteller, die sich als „Maker“ bezeichnen. Das sind kreativen Pioniere, die digitale Werkzeuge wie 3D-Drucker, Laser-Cutter und Micro-Controller nutzen, um innovative Dinge zu erfinden, zu entwickeln und zu produzieren. Es werden mehr 10.000 technikaffine, umweltbewusste, kreative und innovationsbegeisterte Besucher und Maker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien erwartet. Das Motto lautet dieses Jahr „Making Connections“. Themen, die immer wieder im Zentrum des Interesses der Makerbewegung stehen, sind:

  • Elektronik und Internet of Things (IoT)
  • 3D Druck
  • digitale Tools
  • Robotik
  • Maker-Startups
  • FabLab/Makerspace Communityarea

Die Veranstaltung findet in der Zenithhalle in München statt. Hier könnt ihr euch eure Tickets sichern.

+++ Ticketverlosung +++

Wir verlosen 2×2 Tickets. Schnell sein lohnt sich also! Tragt hier eure Daten in das Formular ein und gewinnt mit etwas Glück die Tickets!

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Die Netzpiloten sind Partner beim Year of the Rooster

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In München findet am 27. April das Festival Zukunft des Digital Business im Year of the Rooster statt. Das Motto lautet dieses Jahr „Where Robots meet Buddhas“. Eingeladen zu dem Event sind Führungskräfte, buddhistische Mönche, Bestseller-Autoren und Gründer aus der Technologie-Szene. Hier sind einige der Themen, die bei dem Festival auf der Agenda stehen werden:

  • Zukunft der Arbeit und Bildung
  • Digitale Führung und persönliche Entwicklung
  • Zukunft der Medien und des Marketing
  • Internet der Dinge
  • Digitale Technologien
  • Achtsamkeit und Wohlbefinden

Warum teilnehmen?

Der Veranstalter, die Freeformers GmbH, nennt einige Gründe, die dafür sprechen, an dem Event teilzunehmen:

  • Interaktive Workshops rund um App Prototyping, Design Thinking, Live Video, Drohnen und Blockchain
  • Verständnis der Schlüsselthemen, die die digitale Wirtschaft streifen: Internet der Dinge, VR, Robotics, Zukunft der Medien, der Mobilität und der Arbeit.
  • Speed Networking, internationale „Movers and Shakers“ großen Marken treffen, Startups und Agenturen
  • Internationale Speaker aus den USA, Australien, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien

Seht euch hier den Trailer für die diesjährige Veranstaltung an:

Beim Year of the Rooster erwarten euch viele Experten, die ihr Wissen gerne mit euch teilen. Unter anderem vor Ort sein werden:

Die Veranstaltung findet in München im Kulturzentrum Backstage statt. Hier könnt ihr eure Tickets kaufen.

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Die Netzpiloten sind Partner beim MobileCamp Dresden

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In Dresden findet vom 29. bis zum 30. April das MobileCamp Dresden statt. Bereits zum neunten Mal treffen sich Interessierte zu dem zweitägigen Event, das sich mit dem Thema Mobile beschäftigt. Im Fokus stehen die Aspekte Mobile Marketing, Mobile Vermarktung, Mobile Trends und Mobile Development. Inhalte, die aktuelle zu den interessantesten und am häufigsten diskutierten Themen in der Szene und der Gesellschaft gehören, werden hier aufgegriffen. Zu der Veranstaltung werden 300 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet.

Das erwartet euch

Zu den Speakern, die beim MobileCamp Dresden auftreten werden, gehören Sascha Pallenberg mit einer Präsentation zum Thema „Kampf um Dashboards“ und René Schulte, der zum Thema „Mixed Reality“ referieren wird. Neben weiteren Keynotes wird es Workshops zu den Themen „Internet der Dinge“ und „App-Prototyping“ geben. Außerdem erwarten euch zahlreiche spannende Sessions.

Organisiert wird das MobileCamp Dresden vom MobileCamp e.V. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, den fachlichen Austausch rund ums Thema Mobilität zu fördern, insbesondere mobile Kommunikation, mobile Technologien, mobile Enderäte und mobile Anwendungen sowie damit verbundenen gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und Auswirkungen.

Das MobileCamp Dresden findet in den Räumlichkeiten der TU Dresden statt. Die Teilnahme an dem ereignisreichen Wochenende ist kostenlos, ermöglicht wird es durch namenhafte Sponsoren wie Google, Microsoft und Lovoo.
Hier könnt ihr euch eure Tickets for free sichern.

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Destination Check: Digital Business Preview 2017

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Sogar Schafe werden jetzt mit dem Alptracker von Tecsag smart. Image by Lisa Kneidl

Die Digital Business Preview ist das alljährliche Preview-Event im Vorfeld des Mobile World Congress, vom 27. Februar bis 02. März 2017 und der CeBit, vom 20. bis 24. März 2017. Sie findet in kurzem zeitlichen Abstand an den Standorten Hamburg und München statt und versammelt IT-Unternehmen, Presse-Vertreter und innovative Hersteller zum regen Austausch und networking. „Internet of Things“, „Big Data“, „Chatbots“ und „Blockchain“ waren in diesem Jahr die großen Schlagworte.

„Alles wird smart! Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sind erstaunlich, aber auch beängstigend.“, so beschreibt Veranstalter und Moderator Peter Becker einleitend den Status Quo in der IT-Welt. Das Internet der Dinge ist im gewerblichen und privaten Raum angekommen und beinahe alles Erdenkliche kann mittlerweile auch als Smart-Artikel auf dem Markt gefunden werden.

Doch was Raum für Innovation bietet, kann auch Gefahren bergen, so können smarte Produkte auch schnell kompromittiert werden. Knud Lasse Lueth betonte, dass vor allem die USA in Sachen Smart-Home den Deutschen um einiges Voraus ist, vor allem ein Artikel wie Amazons Alexa war auf der vergangenen CES großes Thema.


Veranstalter: Peter Becker, Moderator der Digital Business Preview


Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich glaube, wir leben in sehr lebendigen Zeiten, wo die Technologie mehr und mehr unser Leben und unsere Arbeitswelt prägt und die Gesellschaft verändert. Es geht nicht nur um neue Produkte,

die auch zu sehen sind, vom neuesten Smartphone bis hin zum Paket-Butler oder zur ersten App, die mir Geld auszahlt, als erste digitale Essensmarke. Es geht auch darum, über den Tellerrand zu schauen und auch die Technologie zum Greifen in ihren Auswirkungen. Das ist eine sehr schöne Mischung gewesen, die wir heute erlebt haben, zwischen Hardcore-Tech- und Security-Themen, neuen Produkten, aber auch beim Berichten muss man über den Tellerrand hinausschauen. Alles wird intelligent, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, die in Deutschland leider noch völlig unterbelichtet ist. Wir sehen die Rieseninvestments von Google und Facebook in diesen Bereichen und auch bei der CES war KI das vorherrschende Thema.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Ich habe gerade sehr positives Feedback von einem Kollegen bekommen, der sagte, dass die Mischung stimme. Es inspiriert einen und es ist von allem etwas dabei, es wäre lange nicht so gut gewesen.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Ich hielt viele Sachen für sehr originell und witzig, beispielsweise auch die Sache mit den Schafen aus der Schweiz! Es lässt sich nur schwer herunterbrechen.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der sich für Technologien interessiert. Jedem, der wissen will, wie sich unser Leben und unsere Arbeitswelt verändern. Jedem, der in Kontakt mit der Zukunft bleiben will und Inspiration und eigene Geschäftsmodelle entwickeln möchte, aufgrund von Techniken, die hier vorgestellt werden. Wir erleben das unmittelbare Gespräch auch mit denjenigen, die Technologien und Innovation anbieten, das ist, glaube ich, sehr sinnführend.


Speaker: Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro


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Image by Udo Schneider

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Die Digital Business Preview ist für uns ein sehr interessanter Termin im Jahr, um sehr früh Informationen zu bekommen, was auf der CeBit und was thematisch übers Jahr präsentiert werden wird. Sowohl von Sicherheitsherstellern als auch von den Interessen des Kunden her, oder was für Partner interessant ist und zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen kann. Die Veranstaltung ist weniger CeBit-spezifisch und kann als Ausblick und Erdung für das Branchen-Jahr angesehen werden.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Was ich an der Preview sehr gerne mag, ist das große Spektrum an Sprechern. Zum einen gibt es Sprecher von Firmen im Consumer-Bereich oder im großen Firmen-Bereich, mit ganz verschiedenen Themen und solchen, die man normalerweise so nicht mitbekommt. Es ist ein sehr interessanter und breiter Themen-Überblick, was insofern interessant ist, weil diese Themen erfahrungsgemäß dann sehr lange vorhalten. Es kommt vor, dass wir gegen Ende des Jahres Gespräche mit Kunden und Partnern führen, die im gleichen Jahr hier auf der Preview vorgestellt wurden.

Die Langlebigkeit der präsentierten Themen ist also enorm und die Veranstaltung dementsprechend sehr interessant – und das in einer sehr schnelllebigen Branche. Gerade, weil auch erfahrungsgemäß die meisten Sprecher der Veranstalter keine klassischen Produkt-Präsentationen machen, sondern es werden sehr visionäre Themen und Ansätze präsentiert, die weniger an Produkte, sondern eher an Vorgehensweisen gebunden sind. Das sind Informationen, die deutlich langsamer veralten als Produktupdates.

Wir profitieren sehr lange von dieser Veranstaltung! Wenn wir Themen hier präsentieren, die dann auf der CeBit aufbereitet werden, kommt es durchaus vor, dass wir von Kunden und der Presse teilweise Monate später auf das jeweilige Thema angesprochen werden. Für uns ist diese Veranstaltung quasi der Auftakt für die Pressearbeit des ganzen jeweiligen Jahres, von der wir lange profitieren.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Die Veranstaltung würde ich jeder Firma empfehlen, die auf IT-Messen präsent ist, die Produkte oder Lösungen haben, die vielleicht erklärungsbedürftig und nicht auf den ersten Blick verständlich sind, wo aber eine Berichterstattung für die Messen wünschenswert ist. Hier ist die Zeit Visionen und Konzepte vorzustellen und zu erklären deutlich besser gegeben, als im hektischen Messe-Alltag.

Gerade Lösungen, die auch ein wenig Nachdenken erfordern, sind hier sehr gut zu präsentieren, weil man erfahrungsgemäß mehr Zeit hat, diese zu zeigen und zu erklären. Die Berichte und entsprechenden Mitteilungen über die Preview werden dann passend zu den jeweiligen kommenden Messen geschrieben und veröffentlicht. Wenn es Themen sind beispielsweise komplexer sind und wenig „catchy“ sind, würde ich die Preview den jeweiligen Firmen empfehlen.


Aussteller: Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET


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Image by Thomas Uhlemann

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Wie jedes Jahr ein gutes Treffen der entscheidenen Pressevertreter, die wir hier erwarten und die uns als Multiplikatoren dienen sollen. Die CeBit ist ganz klar eine Landmarke im Jahreskalender, auch wenn wir direkt an der CeBit nicht mehr teilnehmen. Die Preview ist aber immer eine gute Gelegenheit, Produkte zu platzieren, zu informieren und Content an die Medienvertreter zu liefern, was das Thema „IT-Security“ im kommenden Jahr betrifft.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Erwartungen sind erstmals das Networking, also bestehende Kontakte zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen und auch das Bewusstsein für unsere Firma auf dem Markt weiter auszubauen. Das wird auch jedes Jahr erfüllt, weswegen wir auch jedes Jahr mit dabei sind.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es ist wie immer gut überschaubar, das heißt, es ist genau das richtige Angebot an Ausstellern in meinen Augen, es wird nicht überfrachtet, weil sonst einzelne Informationen verloren gehen würden. Wichtige Innovationen sind auch hier. Beispielsweise halte ich das Sport-Sponsoring Sponsoo für ein gutes Projekt und glaube auch, dass das funktionieren kann. Damit habe ich mich neben altbekannten Playern am meisten beschäftigt. Hier findet sich quasi ein guter Querschnitt wieder.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

In der B2C-Presselandschaft hat sich dieses Event etabliert, deswegen sollte die auf jeden Fall kommen, natürlich als Multiplikatoren für die End-Anwender. Ich glaube nicht, dass es für End-Andwender Sinn macht, herzukommen. Wünschen würde ich mir, dass tatsächlich auch mal neue Medien ihren Weg hierher finden, also mehr dedizierte Internet-Medien als klassische Verlagshäuser und Redaktionen, die aus dem Fernseh- oder Printbereich kommen.


Besucher: Oliver Berger, Consulting Director bei ERFAHRENHEIT


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Image by Oliver Berger

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich kann das nur in Relation zu den Previews vorher sehen. Ich beginne mit einer Anekdote: Als ich heute hier hereinkam, steuerte ich auf den großen Saal, in dem die Veranstaltung normalerweise stattfand, und war ein bisschen irritiert, dort nichts vorzufinden. Mit Glück habe ich mich dann umgesehen, den Treppenaufgang zur Veranstaltung gesehen und war dann sehr erstaunt, nur etwa sechs Aussteller vorzufinden, die dann zum Teil auch wiederholt hier sind.

Bei manchen muss ich mich auch fragen, wo der Innovationsfaktor war. Ich hab sowieso über die Jahre nicht verstanden was Pearl hier macht. Sie nutzen das Event natürlich als Kommunikationsanlass, sie können sagen, sie waren auf einer Preview zur CeBit und tauchen in der Presse auf. Der tatsächliche Mehrwert der Veranstaltung für den Großteil erschließt sich mir aber nicht, insbesondere weil Sie sich auch aggressiv vermarkten. Ich habe mit den Verantwortlichen des Alptrackers gesprochen und die wurden tatsächlich aktiv vom Veranstalter angesprochen und für das Event gewonnen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Die Frage nach der Berechtigung dieser Veranstaltung versuche ich tatsächlich seit vielen Jahren zu beantworten. Die Veranstalter sind zwar freundlich, aber beratungsresistent. Meiner Meinung nach schwindet die Bedeutung der Veranstaltung von Jahr zu Jahr. Früher war es größer, internationaler und es gab sehr viel mehr Aussteller und Journalisten. Fazit: Wäre ich nicht jemand, der in Hamburg lebt und arbeitet, wäre ich nicht hergekommen.

Auch Veranstaltungen wie die CeBit halte ich in Teilen für überflüssig. Der einzige Grund, wieso man auf solche Veranstaltungen überhaupt noch geht, ist, wie bei Konferenzen auch, die Möglichkeit des Austauschs mit vielen Menschen zum selbigen Thema. Man hat also eine große Zeitersparnis durch solche Events, so habe ich auf der CeBit beispielsweise die Möglichkeit, über Zulieferer eines bestimmten Produktes aus Asien und deren Arbeitsweise zu informieren und muss dazu nicht extra dorthin reisen. Letztendlich muss man dort aber sowieso hinreisen und sich selbst überzeugen. Ich glaube also nicht, dass diese Veranstaltung noch häufiger als ein Mal stattfindet, wenn sich das so weiterentwickelt. Ich komme tatsächlich hierher, um mich mit Kollegen aus dem gleichen thematischen Umfeld auszutauschen. Das schätze ich und es interessiert mich an Konferenzen und Messen generell.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es gab hier doch auch Highlights im Sinne von Innovationskraft, für mich ganz klar Christian Bennefeld mit eBlocker. Nicht nur, weil das ein Produkt ist, das tatsächlich gerade während der Ära Trump gebraucht wird. „Privacy“ in jeglicher Hinsicht, ob jetzt im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld, ist ein wichtiges Thema und das ist darum auch auf jeden Fall eine Innovation, die jetzt hier auf dem Event tatsächlich auch vorgestellt wird.

Hierfür trifft tatsächlich alles zu, was für die Veranstaltung angekündigt wurde: es ist ein innovatives Produkt, sie stellen heute die neue „Family-Edition“ vor und es ist tatsächlich vom Kosten-Nutzen-Faktor her ein Produkt, das sich jedes Unternehmen leisten kann. Für jemanden, der hierher kommt und sich informieren will, hat das auf jeden Fall einen Mehrwert. Anders sehe ich das beispielsweise bei der Paket-Ablage-Box (Anm. d. Red.: die Rede ist vom PaketButler), weil ich in Anbetracht von Problematiken wie Vandalismus oder Diebstahl darin keinen Sinn sehe. Amazon mit ihrem angedachten Drohnen-Lieferservice überspringen dieses Problem einfach.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Wenn ich mich hier umsehe, sind mindestens die Hälfte der Besucher männlich und über 50 und das hat möglicherweise auch seinen Grund. Einfach weil das eine Zielgruppe ist, – Achtung, Vorurteil! – die wenig affin damit ist, sich ihre Informationen selbst zusammenzusuchen. Sie suchen das Gespräch und müssen das Produkt anfassen können. Letztendlich ist es ein Branchenevent, ich freue mich wie gesagt über den Austausch und die Fachsimpelei mit Branchenkollegen.

Tatsächlich würde ich dem Veranstalter empfehlen, die Veranstaltung zu modernisieren. Warum lädt man Leute ein, die Geld bezahlen, um ihr Produkt zu bewerben und nicht etwa den ein oder anderen Experten zu den hier behandelten Themen? Wo ist also beispielsweise jemand, der zum Thema „Internet of Things“ sprechen kann? Wieso ist nicht etwa Martin Szugat von Datentreiber hier, der die Predictive Analystics World als Berater bedient? Er könnte einen guten, verhältnismäßigen und vor allem produktungebundenen Einblick in das Thema Big Data geben und darüber informieren, was uns noch erwartet. Das wäre tatsächlich ein Mehrwert für den Fachbesucher, da er eine unabhängige Meinung vertreten würde. Ich würde hieraus mehr eine Konferenz machen, samt angeschlossener Hausmesse, bei dem sich die Aussteller am Konferenz-Programm beteiligen können.


Images by Udo Schneider, Thomas Uhlemann, Oliver Berger


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Mirai: Es wird Zeit für ein tragfähiges Sicherheitskonzept

Der Angriff, der vor Kurzem die Router zahlreicher Telekom-Kunden außer Gefecht setzte, ist symptomatisch für einige größere Probleme. Er zeigt, wie schon die vor einer Weile erfolgte Attacke auf DynDNS, dass viele Geräte im Internet (gerade im sogenannten „Internet of Things“) nicht ausreichend abgesichert sind. Leider zählen auch viele Router dazu. Das muss sich ändern, denn hier bietet sich Kriminellen ein gefährliches Einfallstor. Letztendlich war es nur eine fehlerhafte Programmierung der Schadsoftware, die die Opfer – und die Allgemeinheit – vor Schlimmerem bewahrte.

Angriff legt Router lahm

Vor Kurzem wurden zahlreiche der von der Deutschen Telekom an ihre Kunden verteilten Speedport-Router durch einen Angriff zeitweise außer Gefecht gesetzt. Zunächst wurde vermutet, dass eine Schwachstelle in der Fernwartungs-Schnittstelle die Router angreifbar gemacht hatte. Über diese Schnittstelle kann der Provider beispielsweise neue Konfigurations-Informationen, aber auch Sicherheits- und sonstige Software-Updates verteilen.

Die Telekom erklärte den Vorfall jedoch in einer am 30. November veröffentlichten Erklärung ein wenig anders. Demnach sei die Fernwartung bei den fraglichen Routern gut abgesichert – und sei auch nicht angegriffen worden. Ziel des Angriffs war demnach ein anderer Daten-Port, auf dem sogenannte „Connection Requests“ eingehen – hierüber wird eine sichere Verbindung ausgehandelt, bevor die Fernwartung überhaupt durchgeführt werden kann.

Dieser Port, der in einem Protokoll festgelegt und daher bei allen Router-Typen identisch ist, wurde laut der Telekom im Übrigen gar nicht angegriffen, um der Telekom selbst zu schaden. Vielmehr sei vor Kurzem eine ernste Schwachstelle bei der Absicherung dieses Ports für einen anderen, von der Telekom nicht verwendeten Router-Typ dokumentiert worden. Kriminelle hätten deswegen einen großflächigen Angriff auf diesen Port (Port 7547/tcp) durchgeführt.

Das Ziel der Angreifer war laut Telekom „die Installation einer Schadsoftware auf den Routern, damit diese als Teil eines sogenannten Botnetzes fungieren, also als fernsteuerbare Infrastruktur für weitere Angriffe zur Verfügung stehen.“ Die Telekom-Router wiesen aber nach aktuellem Kenntnisstand keine Schwachstelle auf, die die Installation einer Schadsoftware durch einen solchen Angriff ermögliche. Allerdings habe der Angriff zum Ausfall einiger Router-Funktionen geführt, sodass Kunden mitunter das (per IP-Telefonie umgesetzte) Telefon sowie das Internet nicht nutzen konnten. Das sei aber durch einen Neustart der betroffenen Geräte in der Regel zu beheben. Dieser löscht bei infizierten Routern die Schadsoftware aus dem Arbeitsspeicher des Geräts. Andere Router, die keine entsprechende Schwachstelle besitzen, wurden durch die schiere Anzahl eingehender Anfragen auf Port 7547 in einen Absturz getrieben und könnten durch einen Neustart ebenfalls wieder in den normalen Betrieb übergehen.

Zudem hat die Telekom mittlerweile einen Software-Patch zur Verfügung gestellt, der die Router gegen derartige Angriffe unempfindlicher machen soll.

Sicherheitslücken im Internet of Things

Laut IT-Sicherheits-Experte Brian Krebs handelt es sich bei der für den Angriff verwendeten Schadsoftware um eine neue Variante des Mirai-Wurms. Dieser befällt unzureichend abgesicherte Geräte des sogenannten „Internet of Things“ (IoT), etwa Überwachungskameras, digitale Video-Recorder oder nun offenbar auch Router. Der Mirai-Wurm war aktuellen Erkenntnissen zufolge schon für den großen Angriff auf den DNS-Provider DynDNS verantwortlich, der im Oktober zum Ausfall zahlreicher, teils sehr populärer Internet-Dienste führte. Neben derartigen DDoS-Angriffen wird Mirai unter anderem auch benutzt, um Online-Kriminellen eine Anonymisierung ihrer Aktivitäten zu ermöglichen.

Die neue Mirai-Variante ist eine von mittlerweile Dutzenden, die in den letzten Monaten entstanden sind und um unzureichend abgesicherte IoT-Devices konkurrieren. Laut Brian Krebs ist die Schadsoftware recht klug programmiert: kaum hat sie sich über die Fernwartungs-Lücke eingenistet, schaltet sie dieses Feature komplett ab, um eine Säuberung des Gerätes durch den Hersteller und die Installation von Sicherheits-Updates zu verhindern. IT-Sicherheits-Experten vermuten, dass das so entstandene Botnet für kriminelle Dienste an Dritte vermietet werden soll. Die Betreiber haben allem Anschein nach ein großes und professionelles Cybercrime-Projekt im Sinn. So haben sie große IP-Adress-Bereiche für Mirai-Kontrollserver reserviert.

Nicht auf Schwächen der Gegenseite verlassen

Wie schon der Angriff auf DynDNS zeigt die aktuelle, vor allem die Telekom betreffende Attacke, dass dringend mehr für die Absicherung von IoT-Geräten getan werden muss. Im Falle von Routern, die fast immer über die Fernwartung aktualisiert und abgesichert werden, sind hier eindeutig die Hersteller in der Pflicht. Sie müssen Berichte über Sicherheitslücken künftig ernster nehmen und Schwachstellen zeitnah beheben.

Letztendlich war es pures Glück, dass der neue Wurm so schlampig programmiert war, dass er zu Abstürzen und Ausfällen führte. Statt einer diskreten Installation von Schadsoftware und der anschließenden Übernahme der Geräte kam es so zu einer großflächigen Störung, die die Telekom und die IT-Sicherheits-Branche auf die Problematik aufmerksam machte. Obwohl der zeitweise Ausfall von Internet und Telefon für die Betroffenen zweifellos ärgerlich war, wurde so auf längere Sicht Schlimmeres verhindert. Hunderttausende Router in der Hand von IT-Kriminellen hätten zweifellos ein ungleich größeres destruktives Potential gehabt.

Da wir uns zweifellos nicht immer darauf verlassen können, dass der Gegenseite derartige Fehler passieren, ist es an der Zeit, das Sicherheits-Niveau in diesem Bereich deutlich zu verbessern. Noch immer wird im Bereich IoT der Sicherheit oftmals nur eine untergeordnete Bedeutung eingeräumt. Die aktuellen Angriffe zeigen, dass wir uns das nicht mehr leisten können. Es ist auch in diesem Bereich an der Zeit für tragfähige Sicherheitskonzepte und deren konsequente Umsetzung. Anderenfalls wird der nächste Angriff womöglich weiter reichende Folgen haben.


Image “security” by pixelcreatures (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • IBM horizont: IBM und Accenture eröffnen Zentrum für künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz und IoT nehmen in den nächsten Jahren enorm zu. Sowohl im privaten, als auch beispielsweise im Dienstleistungsbereich. Gerade da gäbe es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für KI. Allein die Beantwortung von Kundenfragen durch virtuelle Agenten oder die Automatisierung von dokumentationspflichtigen Abläufen, könnte durch KI einen enormen Vorsprung erleben. Deshalb eröffnet IBM, in Zusammenarbeit mit Accenture, ein Zentrum für künstliche Intelligenz in Frankfurt. Als starker Industriestandort werde Deutschland von der Nutzung intelligenter Roboter und selbstlernender Maschinen profitieren.

  • GOOGLE googlewatchblog: Vom Hoffnungsträger zum Mega-Flop: Kaum jemand nutzt Googles Messenger Allo & Duo: Für Google läuft es dieser Tage schlecht, zumindest aus der Sicht von Social Media und Messaging. Bis auf Gmail konnte Google kein einziges Produkt hervorbringen, was gegen Facebook, Whatsapp und Co. nur im Geringsten ankommen könnte. Auch die Hoffnungsträger Allo & Duo konnten an dieser Sache nichts ändern. Zwar stieg die Nutzerzahl in den ersten fünf Tagen schon auf fünf Millionen Downloads. Allerdings passierte danach auch nicht mehr viel. 60 Tage nach Relaunch verharrte Allo zwischen 5-10 Millionen Downloads. Duo kam zwar etwas besser weg, verbesserte die Laune des Unternehmens aber auch nicht wirklich. Was sollte Google also tun?

  • ARBEIT 4.0 deutschlandfunk: Nahles macht Vorschläge zur Arbeit 4.0: Es ist ein neuer Kompromiss zwischen Sicherheit und Flexibilität, den Arbeitsministerin Andrea Nahles mit ihrem „Weißbuch Arbeiten 4.0“ anstrebt. Gedacht als Diskussionsentwurf, Ergebnis eines zweijährigen Diskussionsprozesses zwischen Politik, Praxis und Wissenschaft. Es sind vor allem die Folgen der Digitalisierung, auf die die Arbeitswelt und ihr rechtlicher Rahmen reagieren müssen, versucht die SPD-Politikerin am Beispiel von Großunternehmen aufzuzeigen.

  • TELEKOM zeit: BSI: Bei Angriff auf Telekom „noch einmal Glück gehabt“: Seit Sonntagnachmittag waren rund 900.000 Router der Telekom ausgefallen. Angblich wurde der Schadcode durch eine Sicherheitslücke im Router eingeschleust. Doch die Software sei offenbar nicht in der Lage gewesen, sich selbst in das Dateisystem zu schreiben. Deshalb habe sie einen Neustart nicht überlebt. Seit Dienstag wollte die Telekom die Störungen wieder weitestgehend in den Griff bekommen. Doch wenn so eine Attacke schon der Telekom passieren kann, wie steht es dann um „kleinere““ Unternehmen oder gar Privatpersonen, sind wir Attacken damit schutzlos ausgeliefert?

  • HACKER faz: Merkel: Hacker-Angriffe werden zum Alltag: Werden Hacks nun zum Alltag? Dieser Meinung ist zumindest Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die russische Strategie von „hybrider Auseinandersetzung“ setze sich mit dem Ausfällen der Router der Deutschen Telekom gleich. „Solche Cyber-Angriffe, auch solche wie es in der Doktrin ja auch Russlands heißt, hybride Auseinandersetzungen, gehören heute zum Alltag“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. „Wir müssen lernen, damit umzugehen.“

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Destination Check: Das war die Data Natives 2016

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Die Data Natives-Konferenz war vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 in Berlin zu Gast. An zwei Standorten konnten sich Interessierte über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things informieren und vernetzen.

Der Konferenzauftakt fand mit drei Workshops im Coworking Space Ahoy Berlin zu Themen wie Python und Data-as-Service-Produkten statt. Am zweiten und dritten Tag gaben sich dann Speaker wie Alexandra Deschamps-Sonsino, Director bei Designswarm, Philipp Krenn, Developer Advocate bei Elastic oder Anish Mohammed die Klinke oder viel mehr das Mikro in die Hand. Die Bolle-Festsäle in Berlin waren an beiden Konferenztagen gut gefüllt. Die Netzpiloten waren als Partner dabei und haben sich unter das Volk gemischt, um ein paar Eindrücke zu sammeln.


Besucherin: Indre J. – Studentin, Data Analyst bei Webtrekk


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Image by Indre

Indre studiert Statistik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und arbeitet in der Datenanalyse bei Webtrekk. Sie sucht nach Trends, Themen und Jobmöglichkeiten für die Zeit nach der Uni.

Was ist dein Gesamteindruck?

Mir gefällt es sehr gut, ich war sehr positiv überrascht. Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, weil ich schon bei anderen Veranstaltungen war, dass die Speaker eher Produktpräsentationen machen, statt über die Methoden, die sie implementieren wollen, zu reden. Aber hier war das zum Glück ganz anders. Außerdem habe ich Glück gehabt und die Tickets gewonnen, weil ich für den Newsletter angemeldet war.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich habe nichts Spezielles erwartet und habe mir viel angehört. Ich finde, man kann hier gut mitkriegen, wie der Business-Alltag funktioniert. Leider suchen die Firmen eher nach Programmierern als nach Statistikern, aber man bekommt ein Gefühl für das Berufsfeld.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand die Panel-Debatte zur Zukunft des Grundeinkommens ziemlich toll, das war ein wichtiges Thema.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich würde die Data Natives natürlich Programmierern empfehlen, aber auch für mich als Studentin war es sehr interessant. Leider ist der Eintritt nicht unbedingt etwas für ein Studentenbudget, vielleicht könnte man da noch mehr Möglichkeiten schaffen.


Besucher: Henrik Laurentz, Consultant bei Findwise


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Image by Henrik Laurentz via Findwise

Hendrik entwickelt Lösungen für Suchmaschinen und Datenanalyse. Auf der Data Natives wollte er mehr über den Stand der Dinge herausfinden und welche Ideen er für Findwise integrieren kann.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich habe zwar die Workshops verpasst, aber die Konferenz gefiel mir sehr gut. Die Talks waren sehr unterschiedlich, das mochte ich auch, viele waren auf einem Einsteigerlevel gehalten, für einige musste man auch technisch mehr im Thema sein – da gab es ja alles; angefangen damit, wie man Data Scientist wird bis hin zu neuralen Netzwerken. Es gab sogar einen Vortrag darüber, wie Machinelearning-Apps gebaut werden.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bißchen erwartet, dass die Konferenz akademischer angehaucht sein würde, ich bin aber nicht enttäuscht, dass es nicht ganz so war. Ich fand die meisten Speaker gut, vielleicht hätten einige von ihnen sich noch etwas besser vorbereiten und das Publikum mehr einbinden können. Vielleicht ist das aber auch nicht so einfach, wenn das Publikum aus allen möglichen Bereichen kommt.

Was war dein persönliches Highlight?

Das war eigentlich der erste Speaker, Daniel Molnar, mit den wichtigsten Grundlagen zu Data Science und Datenanalyse. Er hat ein paar Hinweise dazu gegeben, was gut oder besonders schlecht funktioniert und auf was man achten muss, wenn man mit Data Science arbeitet. Das fand ich sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich denke schon, dass ich wiederkommen werde. Ich mag Berlin sowieso, es war eine gute Wahl, herzukommen. Die Data Natives ist für Datenspezialisten auf jeden Fall gut geeignet, das Niveau ist schon eher anspruchsvoll. Es gibt hier aber auch viele Manager und Leute mit geschäftlichem Hintergrund. Das ist aber nicht schlecht, es ist nur etwas anders.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Meine Firma hat mich spontan als Besucher hergeschickt und weil alle meine Kollegen unterwegs waren, bin ich allein hergekommen.

 


Speaker: Iwan Lappo-Danilewsk, Technik und Betrieb bei aaron.ai


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Image by Iwan Lappo-Danilewsk

Iwan arbeitet als CTO bei aaron.ai und nahm am Startup-Battle teil, der am letzten Konferenztag angesetzt wurde und bei dem man seine Firma ins Gespräch bringen konnte. Er überzeugte schließlich nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury der Data Natives.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich war bei den Workshops nicht dabei, aber am zweiten und dritten Tag fand ich es klasse. Ich habe Sachen gesehen, von denen ich mir gut vorstellen kann, sie bei uns einzubauen. Ich konnte ein bißchen über den Tellerrand hinausblicken und mehr darüber erfahren, mit wem man sich vernetzen kann.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bisschen erwartet, dass die Leute von der Größe des Events und der Bühnen eingeschüchtert sein würden, das war zum Glück nicht der Fall. Ein Speaker wollte ein bisschen zu sehr fachsimpeln, das hat nicht so funktioniert, dazu ist es dann doch nicht technisch genug. Aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass man hier auf gebildetes, passendes Publikum trifft und dass auch die Nachfragen sehr fair sind, vor allem bei dem Startup-Battle.

Was war dein persönliches Highlight?

Mein Highlight war der Vortrag von Francisco Webber von Cortical.io Die haben eine Technologie, mit der man ein neuronales Hirn nachbilden kann, das um das Zehnfache schneller ist als andere das darstellen können. Wie sie das genau machen, finde ich gar nicht so wichtig, aber dass man jetzt Sachen machen kann, die vorher gar nicht möglich waren, das finde ich sehr spannend. Vorhin gab es auch noch einen sehr guten Talk von Steven Lemm von Outfittery über Produktentwicklung und Data Science, den fand ich auch sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natvies empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen. Generell sollten alle aus meiner Zielgruppe, IT-Manager und verantwortliche Technische Entwickler, also alle, die generell in einem Unternehmen arbeiten, hier herkommen. Ich glaube auch, dass hier alle gut hinpassen, die sich generell für technische Entwicklung interessieren. Egal, ob sie selber so etwas machen wollen oder sich nur in dem Bereich umschauen wollen. Solche Konferenzen können Augenöffner sein.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Ich wollte über meinen Tellerrand schauen und neue Leute kennenlernen, die in einem ähnlichen Feld unterwegs sind. Bei dem Battle habe ich mitgemacht, weil wir dazu eingeladen wurden und ich die Möglichkeit nutzen wollte, um das Projekt bekannter zu machen und uns zu vernetzen. Außerdem wollte ich ein bisschen Erfahrung sammeln, wie das ist, wenn man auf so eine große Bühne geht.

 

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DynDNS: Ein DDoS-Angriff als Warnung

Vor Kurzem kam es zu einem groß angelegten DDoS-Angriff auf den DNS-Provider DynDNS. In der Folgen waren zahlreiche, teils sehr populäre Internet-Dienste zeitweise nicht zu erreichen. Durchgeführt wurde die Attacke, soweit bislang bekannt, durch gekaperte Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik – das „Internet of Things“ (IoT) zeigt seine Schattenseite. Der Vorfall zeigt, dass es höchste Zeit wird, kritische Infrastrukturen besser abzusichern. Zudem sollten insbesondere auch beim IoT und bei sogenannten „Smart Homes“ Sicherheits- und Datenschutzaspekte stärker berücksichtigt werden.

Das DNS: Das Navigationssystem für das Internet

Das Domain Name System (DNS) ist dafür da, durch IP-Adressen bezeichneten Webservern die korrekten Domain-Namen zuzuordnen. Gibt also ein Nutzer eine bestimmte Website-Adresse in seinen Browser ein, schlägt das DNS die dazu passende IP-Adresse des Servers nach. Es funktioniert somit quasi wie ein Navigationssystem für das Internet, das zur vom Benutzer eingegebenen Adresse die richtigen GPS-Koordinaten und die Route dorthin bereitstellt.

Das DNS ist hierarchisch aufgebaut. Ein gezielter Angriff auf die höchste Ebene dieses Systems kann daher große Teile des Internet lahm legen, wie es Mitte Oktober auch geschehen ist.

Der nun viel diskutierte Angriff galt dem populären und von zahlreichen Internet-Diensten verwendeten DNS-Provider DynDNS. Die Attacke – ein sogenannter DDoS-Angriff, bei dem die Infrastruktur durch eine Vielzahl von Anfragen überlastet wird – legte unter anderem populäre Websites wie Amazon, Twitter, Netflix, PayPal und Spotify zeitweise lahm.

Experten verdächtigen das Mirai-Botnet

Angesichts des großen Umfangs der Attacke bemühten sich schon bald zahlreiche Sicherheitsforscher, den Hergang und die Verursacher der Attacke zu ermitteln. Schon bald zeichnete sich ein Hauptverdächtiger ab: das sogenannte „Mirai“-Botnet. Ein Botnet ist ein Zusammenschluss gekaperter Computer oder anderer Geräte, der von Kriminellen ferngesteuert werden kann. Das Mirai-Botnet besteht unter anderem aus Überwachungskameras, digitalen Videorecordern und ähnlichen Geräten, wie der IT-Sicherheitsforscher Brian Krebs beschreibt. Krebs war in der Vergangenheitz selbst schon Opfer einer massiven Attacke des Mirai-Botnets geworden.

Smart Devices: Klug, aber oft unsicher

Botnets wie Mirai sind leider eine unerfreuliche, aber keineswegs überraschende Erscheinung. Schon seit Jahren prangern IT-Sicherheitsexperten und Datenschützer an, dass beim Internet of Things – egal, ob es, wie hier, um Kameras und Videorecorder geht, oder um sogenannte „Smart Homes“ mit vernetzten Haushaltsgeräten – der Aspekt der Datensicherheit oft zu kurz kommt. Zwar gab es in den letzten Jahren einige Verbesserungen. Doch kranken viele Smart Devices nach wie vor an unzureichenden Sicherheitsfeatures oder, was häufiger vorkommt, unzureichenden Werkseinstellungen, die Möglichkeiten beispielsweise zur Verschlüsselung der Datenübertragung nicht ausnutzen. Die Erfahrung lehrt, dass viele Verbraucher diese Einstellungen aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit niemals ändern (ähnlich, wie es noch vor einigen Jahren bei WLAN-Routern der Fall war, was für massenhafte Verbreitung schlecht abgesicherter Netzwerke sorgte).

Hier müsste dringend angesetzt werden. Das Internet of Things kann zweifellos das Leben für viele Menschen einfacher und komfortabler machen und bietet gerade Senioren oder Menschen mit körperlichen Behinderungen große Chancen, mit Hilfe der Technologie weniger auf die Hilfe Dritter angewiesen zu sein. Somit sollte diese Technologie keinesfalls verdammt werden. Es wird aber höchste Zeit, bei der Entwicklung dieser Systeme und Infrastrukturen den Sicherheits-Aspekt ernster zu nehmen und potentielle Bedrohungsszenarien realistisch in die Planung zu integrieren. Anderenfalls sind nicht nur sensible Daten der Nutzer auf das Höchste gefährdet. Es kann auch immer wieder zu Vorfällen wie dem DynDNS-DDoS kommen.

Mehr Sicherheit für kritische Infrastrukturen

Daneben ist der Angriff aber auch eine Warnung, das DNS als kritische Infrastruktur – ohne die große Teile des Internets nicht funktionieren – besser abzusichern. Allgemein kam die Sicherheit solcher kritischer Infrastrukturen in der Vergangenheit oft zu kurz. Auch hier wird es Zeit für gezielte Entwicklung von Konzepten und auch für die Ausarbeitung tragfähiger Richtlinien für die Betreiber solcher Systeme.

Der Angriff auf DynDNS war eine Warnung und ein Hinweis darauf, an welcher Stelle Datenschutz und IT-Sicherheit dringend verbessert werden müssen. Nun ist die Zeit, diese Warnung zu beherzigen und sich den Herausforderungen der aktuellen Bedrohungslandschaft zu stellen. Das ist ebenso zum Wohle des großen Ganzen wie der einzelnen Nutzer und Kunden.

 


Image „cyber“ by bykst (CC0 Public Domain)


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Destination Check: Codemotion Berlin 2016

Partner-Codemotion

Am 24. und 25. Oktober fand die Codemotion in der Kulturbrauerei statt. Die Tech-Konferenz mit den Kernthemen Big Data, Internet of Things und Sicherheit ist die größte Konferenz mit einem städteübergreifenden Konzept in Europa. In den vergangenen Jahren fand sie bereits in Rom, Madrid und Mailand statt, dieses Mal war Berlin wieder an der Reihe.

Die Codemotion hat sich wieder als beste Netzwerker-Plattform für internationale Entwickler, Programmierer und Communities gezeigt. Mit über 40 Vorträgen und jeder Menge Platz zum Netzwerken und Kennenlernen konnte man sich hier auch als Nichtprogrammierer ein interessantes und buntes Programm zusammenstellen. Mit Louis De Bruin von IBM Corporation und Kerstin Puschke von Xing gab es Talks von großen Firmen zu begutachten, aber auch Talks von kleineren Unternehmen und Communities wie Andrea Bezold von den Women Techmakers Berlin boten interssante Einblicke.


Marie Claire Le Blanc Flanagan, Expermentielle Spieledesignerin


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Image by Marie Claire Le Blanc Flanagan

Marie ist Gründerin und Executive Director von Wyrd Arts Initiatives und Editor in Chief von Weird Canada. Als Marie vor einem Jahr von Kanada nach Berlin zog, ist sie eher durch Zufall zum Programmieren und Gamedesign gekommen. Sie hat sich auf Gesichtserkennung, Musik und VR spezialisiert und probiert alles aus, was Spaß machen könnte und sich in ein Spiel verwandeln lässt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag es sehr hier. Als ich ankam, war man sehr freundlich zu mir, auch an der Tür – es sind diese kleinen Sache, die wichtig sind. Ich war schon auf vielen Events und das macht Einiges aus, wenn dich jemand anlächelt und dir das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Und es gibt auch nicht so viel Diversität auf diesen Tech-Events, darum fand ich es besonders toll, dass die sehr nette Türsteherin eine Frau war. Das fühlte sich sehr gut an, es war viel los und alle waren sehr nett.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte, aber alle Leute hier waren toll. Ich lerne gerade programmieren, daher waren manche Themen für mich eher herausfordernd, aber es gab eine Menge interessante Anfänger-Sachen, die gut zugänglich waren, aber auch viele Sachen, die ich auf jeden Fall noch verstehen lernen will.

Was war dein persönliches Highlight?

Ein kleines Highlight war für mich, als mir der Speaker, der vor mir dran war, mir seine Fernbedienung für meine Präsentation geliehen hat. Ich denke, das sagt viel über Events wie dieses aus, dass man sich gegenseitig hilft, obwohl man sich nicht kennt, und dass jemand dafür sorgt, dass ich mich wohlfühle, kurz bevor ich meinen Talk halte.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Ich würde das Event auf jeden Fall Programmierern empfehlen, die ein bißchen mehr Erfahrung haben als totale Anfänger, aber auch Erfahrenen, die nach Höhrerem streben, sind hier sicherlich gut aufgehoben. Und definitiv würde ich dieses Event Frauen empfehlen, denn ich will auf jeden Fall mehr Frauen auf diesen Veranstaltungen sehen.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich wurde durch einen Freund aufmerksam, der meinte, ich sollte mein Spiel hier vorstellen. Er war selbst noch nicht hier, aber hat von der Codemotion gehört und meinte, ich soll hier unbedingt hin. Als man mich dann fragte, ob ich einen Vortrag halten wollte, war ich total dafür.


Organisatorin: Ellen König, Data Scientist bei Soundcloud, Mitorganisatorin Codemotion


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Image by Ellen König

Ellen arbeitet bei Soundcloud und ist seit zwei Jahren Mitorganisatorin der Codemotion und für die Organisation der Speaker zuständig. Sie kennt die Berliner Community-Szene durch ihre Teilnahme an diversen Frauen-Workshops und freut sich über jeden, der den Spaß am Coden entdeckt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag die Codemotion sehr, es ist eine sehr entspannte, aber trotzdem interessante Konferenz. Ich mag auch den starken Fokus auf die Community sehr.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich bin zum zweiten Mal hier, da war ich auch schon im Programmkomittee, also wusste ich ungefähr, was für Referenten hier sind.

Was war dein persönliches Highlight?

Für mich ist immer ein Highlight, vor allem auf der Codemotion, aber auch auf anderen Berliner Events, dass ich Leute wiedersehen kann, die ich nur bei Communityevents treffe, das ist immer sehr schön. Außerdem hat der Tobias Pfeiffer einen Vortrag über Elixir gehalten, den fand ich hervorragend.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Die Codemotion ist glaube ich optimal für Leute, die sich auf dem Level zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen befinden. Man findet hier wenig Advanced Talks, aber eine Menge Intermedia Talks, also für Leute, die sich über ihr eigenes Gebiet hinaus informieren wollen, was sonst noch so los ist in der Tech-Szene und in Berlin. Es ist eine schöne Konferenz, um den Horizont zu erweitern.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich versuche, so viele Events wie möglich in Berlin zu besuchen, weil es eine sehr freundliche und sehr vielseitige Community ist. Da fühle ich mich immer sehr wohl.


Besucher: Johnathan Bender, Entwickler bei Contactually


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Image by Jonathan Bender

Jonathan Bender ist Entwickler bei Contactually und besucht die Berliner Tech-Konferenz, um neue Möglichkeiten für seinen Arbeitgeber zu finden, um besser und effektiver zu arbeiten. Außerdem war die Codemotion eine Möglichkeit für einen Europabesuch.

Was ist dein Gesamteindruck?

Es war toll, alle Speaker waren wirklich toll!

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht genau, was ich zu erwarten hatte, aber ich war positiv überrascht von der Qualität der Talks. Meistens waren auch dei Fragen aus dem Publikum sehr gut, aber die meisten Speaker haben ihre Redezeit voll ausgenutzt, sodass es dafür nicht immer Zeit gab.

Was war dein persönliches Highlight?

Es gab ein paar sehr tolle Talks, vor allem gab es viele Talks über Microservices, Go, Elixir und Phoenix. Einer meiner liebsten Themen behandeln die Philosophie hinter der Technik und der Sprache, es gab eine Menge Talks darüber, wieso wir die Dinge so tun, wie wir sie tun, und wie es besser gehen könnte, und das Thema mochte ich sehr.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Es gab eine menge Anfänger-Talks und eine Menge Talks, die schon auf einem höheren Programmier-Niveau waren, aber das waren sicherlich nur die, auf denen ich jetzt war. Ich denke auch, dass es eine tolle Idee wäre, hierherzukommen, wenn jemand keine Ahnung von der Technik hat, denn da wird eine Menge davon erklärt, was gerade in der Industrie los ist. Ich glaube, einige meiner Kollegen würden davon sehr profitieren. Vielleicht kommen die dann nächstes Jahr mal her.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Unsere Firma hat ein jährliches Reisebudget, um uns dahinzuschicken, wo wir hinwollen, und ich wollte mal nach Deutschland kommen. Ich bin sogar das erste Mal seit 15 Jahren wieder in Europa. Unsere Firma macht aber auch eine Menge zum Thema Systemverteilung und wir bewegen uns gerade weg von einem einzigen Anwendungsbereich hin zu Microservices, also gab es hier vieles, woran wir anknüpfen konnten.

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IoTcamp 2016

iotcamp-2016-logo-image-by-iotcamp

In unserer heutigen Zeit ist das Internet nicht mehr wegzudenken. In vielen Bereichen wird es tagtäglich wichtiger und irgendwann wird es unabdingbar sein. Bis dahin ist es sinnvoll, dass man sich in punkto Internet vorbereitet und auf dem Laufenden bleibt. Das IoTcamp bietet hierfür die ideale Möglichkeit.

IoT steht für Internet of Things. Das IoTcamp widmet sich also dem Thema Industrie 4.0 genauer und bietet hier auf produktive Art einen Austausch zwischen wichtigen Personen aus den verschiedensten Bereichen. Das Ganze wird im BarCamp Format geschehen, was bedeutet, dass zu Beginn der Veranstaltungen der Ablauf, die Themen und die Schwerpunkte von den Teilnehmern festgelegt werden. Das Oberthema wird „Internet“ sein, auf welches Techblogger Sascha Pallenberg einstimmen wird.

Es werden wichtige Personen unter anderem aus der Wirtschaft, der Politik, aus verschiedenen Startups und auch aus dem Bereich Medien am Camp teilnehmen und zu einem offenen Gespräch animieren. Das Besondere wird der offene Austausch, die Produktivität der einzelnen Teilnehmer und die Interaktion zwischen all den Interessierten sein. Unterstützt wird die Veranstaltung von Knowledge Partnern, wie beispielsweise Amazon Web Services, Fraunhofer FOKUS oder METRO GROUP unter der Moderation von Stefan Evertz.

+++ Das Gewinnspiel ist beendet +++

Wer also Lust hat am 04. Oktober in Düsseldorf an der Veranstaltung teilzunehmen, der hat hier die Chance drei Tickets für das Iotcamp in diesem Jahr zu gewinnen. Schreibt uns einfach eine Mail bis Donnerstag, den 22.09.2016 – 17 Uhr an gewinn@netzpiloten.de mit dem Betreff „IoTcamp“. Selbstverständlich werden die Gewinner von uns benachrichtigt!

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Soeben gelandet – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FACEBOOK New York Times: Facebook Aims to Drive Down Tech Prices to Expand Its Reach: Wenn es nach Mark Zuckerberg geht, wird sich Facebook schon bald um ein Dreifaches vergrößert haben. Mit seinem Wunsch verfolgt er noch immer den Plan, das Internet in Zukunft weltweit für alle zugänglich zu machen. Gerade in ärmeren Ländern ist der Zugang zu Netzwerken längst nicht allen gewehrt, worin der Facebook-Gründer eine große Chance und potenzielle neue Nutzer sieht. Es ist nur ein Teil seiner Vision für die Zukunft. Aus dieser nicht mehr wegzudenken ist vor allem auch die Verbreitung von Virtual Reality. Details und die Hintergründe zu Zuckerbergs Plänen.
  • IOT Golem: Telekom will eigene intelligente Kleidung anbieten: Das Telekommunikationsunternehmen möchte zukünftig mit Kleidungsherstellern zusammenarbeiten, um im Geschäft der intelligenten Kleidung mitzumischen. Damit passt sich die Telekom dem Trend zum Internet der Dinge an, um sich so, laut Vorstand, zu einem „digitalen Lifestyle-Konzern“ entwickeln zu können. In intelligenter Kleidung sieht die Industrie großes Potential. Man schreibt den Wearables sogar eine höhere Bedeutung für die Zukunft zu als Smartphones.
  • SOLARENERGIE National Geographic: Solar Plane Lands in U.S. on Record Voyage: In Kalifornien ist am Sonntag ein solarbetriebenes Kleinflugzeug gelandet und hat damit in der Entwicklung von nachhaltigen Technologien einen neuen Meilenstein gelegt. Nachdem es am vergangenen Donnerstag auf Hawaii gestartet war, flog es über drei Tage eine Strecke von 4.000 Kilometern ab. Zusätzlich zum damit verbundenen wissenschaftlichen Fortschritt setzte der Flug am Earth Day vergangenen Freitag auch ein symbolisches Zeichen. Bevor solarbetriebene Flugzeuge in Zukunft wirklich zuverlässig eingesetzt werden können, muss jedoch noch einiges verbessert werden.
  • ROBOTIK Digital Trends: Buddhism is embracing technology with a cute little Buddha-bot: Unternehmer und Buddhist Xianfan hat einen Roboter entwickelt, der die traditionelle Religion mit modernster Technologie verbindet. Der Bot Xian‘er ist nicht sein erste Projekt. Er basiert auf einen Charakter aus einer von Xianfan entwickelten Cartoon-Serie. Der Entwickler sieht in seinen Erfindungen die Aufgabe, die Verbindung des Buddhismus mit der modernen und gegenwärtigen Kultur aufzuzeigen.
  • RANKING Horizont: Das sind die größten Digital-Dienstleister Deutschlands: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft hat sein aktuelles Ranking der größten deutschen Internetagenturen veröffentlicht. Die Plan.net Gruppe und die UDG United Digital Group sind, wie schon im Vorjahr, auf den ersten beiden Plätzen. Dank eines Umsatzplus von 41 Prozent ist das Bremer Familienunternehmen Team Neusta vom vierten auf den dritten Platz hochgerutscht. Innerhalb der Top 30 ist eine allgemeine Steigerung der Umsätze zu erkennen. Ihr gemeinsamer Umsatz macht insgesamt 80 Prozent des Gesamtumsatzes der 60 Top-Agenturen aus.

Image chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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Die 5 Zukunftstechnologien über die wir schon heute sprechen sollten

Display Dummy (Image: geralt [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Während das Establishment sich noch über die Disruptionen der letzten Jahre streiten, müssen wir uns darauf vorbereiten was auf uns zu kommt. Nur so entkommen wir dem Teufelskreis aus Reaktion, Abwehr und “German Angst”. Technologische Vorhersagen zu treffen ist ein undankbares Unterfangen. Gleichsam sollte man aber nicht müde werden, gerade den digitalen Biedermännern und -Frauen immer wieder klar zu machen, dass wir uns in der tagespolitischen Diskussion (vor allem im analogen Deutschland) primär bei Themen im Kreise drehen, die auf dem Markt schon völlig von gestern sind.

Bestes Beispiel ist Uber, wo die Politik in Taxiregulierung denkt, während der Konzern selbst sich längst als mehr versteht als nur ein Chauffeurdienst. Wir denken zu kurz, haben zu wenig Vision und verstehen die Geschäftsmodelle der Digitalisierung nicht. Da gibt es auf dem Kontinent noch Chefetagen die glauben, mit Leistungsschutzrecht und Co den Internetleuten etwas beweisen zu wollen. Diese Leute sind in einigen Jahren als Clowns vergessen und arbeitslos. Oder vielleicht auch nicht, denn wenn wir in einem gut sind, dann darin, den etablierten alten Industrien ein Schutzkissen zu bauen bis wir implodieren.

Viel konstruktiver ist es, schon früh genug zu überlegen welche technologischen Entwicklungen uns eigentlich ins Haus stehen. Ich rede dabei aber nicht von Utopien, sondern ich frage mich welche Themen stehen so unmittelbar bevor, dass sie innerhalb der nächsten circa fünf Jahre so präsent im Diskurs stehen werden, dass man sich schon jetzt schleunigst damit befassen sollte um nicht zu den digitalen Oldies zu gehören. Das soll auch keine umfassende Liste sein, sondern eine kleine Selektion. Meine These ist, dass wir nur über frühzeitige Beschäftigung mit Zukunftstechnologien aus dem aktuellen Teufelskreis entkommen, der von Reaktion, Panikmache, Abwehrhaltung und Unverständnis geprägt ist. Wir müssen raus aus der Aufholjagd!

AI & Machine Learning

Schon der Begriff “künstliche Intelligenz” ist trügerisch. Wenn uns der Aufstieg Googles eines gelehrt hat, dann die Tatsache dass die Zukunft denen gehört, die Algorithmen mit solch Unmengen an Daten füttern können, dass maschinelle Intelligenz das Ergebnis von Datenauswertung und mathematischer bzw. linguistischer Kombinatorik ist. Ob IBMs Watson, Wolfram Alpha oder Siri, künstliche Intelligenzen werden schlauer werden. Nichts daran ist künstlich, im Gegenteil. Die Informatik lernt von der Biologie, so werden immer mehr künftige Computersysteme der menschlichen Neurologie nachempfunden sein.

In Kombination mit Quantum Computing werden schon relativ bald digitale Denkmöglichkeiten bestehen, für die das besiegen menschlicher Schachgegner zum bloßen Bildschirmschoner verkommt. Machine Learning bezeichnet dabei die automatisierte Wissensgewinnung und Auswertung solcher Systeme, die einem Lernprozess ähnelt. Gesellschaftlich stellen sich vor allem Fragen der Konzentrierung dieser AI (Artificial Intelligence) und der Transparenz (damit meine ich wie weit solche AI unter anderem für die eigenen Schaffer noch nachvollziehbar, überprüfbar oder kritisierbar bleiben).

Mensch-Maschine Interaktion

Die Technologien durchdringen immer mehr alle Aspekte unseres Lebens, somit steht im Kern die Frage, wie der Mensch mit “der Maschine” (als stellvertretender Begriff für Technologie) interagieren wird, und damit meine ich nur in zweiter Linie physische Interaktion (UI etc.). Wie sieht künftig das gesellschaftliche Rollenverhältnis zwischen Mensch und Maschine aus, wenn wir uns beispielsweise Wertschöpfung (wer erwirtschaftet, wer konsumiert) und Kontrolle (glauben wir der Technologie per se, welchen Einfluss auf Gesetz und Rechtsdurchsetzung hat sie) ansehen. Die Maschine soll ja dem Menschen “dienen”, uns das Leben vereinfachen, und nicht umgekehrt.

Ohne in dystopisches Gedankengut abzudriften sollte man sich intensiv mit gesellschaftlichem “Nudging” beschäftigen, also den Mikrotrends die langfristig zu Verhaltensveränderungen und Kulturwandeln führen was unser Verhältnis zur Technologie und beispielsweise unsere Fähigkeit kritischer Auseinandersetzung betrifft. Die Maschine von morgen wird nich aus von einander isolierten Devices bestehen, oder An- bzw Ausschalter haben, wir müssen überlegen wie wir unsere Interaktion mit Zukunftstechnologien gestalten, die noch mehr omnipräsent sind als Smartphones.

Smart-X / IoT

Der Begriff Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) langweilt mich. Es geht nicht um das lachhafte Beispiel des vernetzten Toasters, oder intelligente Thermostate. Diese Beispiele sind technologisch so simpel, es ist traurig dass wir in der Debatte noch nicht darüber hinaus sind. Worüber wir uns wirklich Gedanken machen müssen, ist eine Art digitale “Schicht” von Datenströmen und Sensoren, die sich durch unseren Alltag ziehen wird, die nicht unbedingt mit dem Internet viel zu tun hat, sondern ad-hoc Kommunikation zwischen Menschen und Gegenständen fast schon analog zu Luft oder Bakterien. Welche Daten tauschen Sie bei der Anäherung an ein Fahrzeug miteinander aus, bewusst oder unbewusst? Welche Terrabytes an Daten schwirren künftig in einer Sekunde durch die Luft, wenn sich in einem Kaufhaus ein Kunde durch eine Abteilung bewegt?

Die Vorstellung, dass Sensoren, Sender, Empfänger und Prozessoren von Kleinstgegenständen irgendwann so stark miniaturisiert sein werden, dass wir es für selbstverständlich erachten, von Datenströmen umgeben zu sein, fällt uns schwer und macht uns Angst. Die Kontrollfrage sollte aber sein: Seit wieviel Jahrzehnten sind wir von DECT, Mobilfunk, WiFi, DVB und anderen kabellosen Übertragungstechniken umgeben und durchdrungen, denken nicht mehr darüber nach, nehmen es als selbstverständlich hin? Ob Smart Home, Smart Car, Smart Shirt, oder Smart Watch, ob Smart City oder Smart House, die völlige digitale Vernetzung von Allem wird teilweise unbemerkt und gleichsam plötzlich über uns hereinbrechen.

Robotics

Noch kommen uns die DARPA Robotics Challenge Leute wie Spinner vor, aber in Asien ist man da schon weiter. Ich denke wir stehen kurz davor, uns ernsthaft, auch politisch, über Rahmenbedingungen für den Einsatz intelligenter robotischer Technologien im Alltag Gedanken zu machen. Ob smarte Butler für hilfsbedürftige Menschen, Industrieroboter, Kampfdrohnen oder unbemannte Flugzeuge. Wenn wir nicht klare Regeln schaffen, die über Asimov hinausgehen, könnte eintreten was Kritiker befürchten: eine Art “rechtsfreier Raum” (ich werfe 50 Cent in die Dose) für Roboter oder ein Zustand in dem wir bei der Rechtsdurchsetzung große Probleme bekommen, weil durch die verspätete Regulierung der Robotik wirtschaftlich derart Fakten geschaffen wurden, dass die Realität schon wieder fünf Schritte weiter ist.

Das könnte man sich vorstellen wie die Waffendebatte in den USA: egal wie optimistisch man über Waffengesetzgebung ist, sie wir nie soweit gehen können, den bei den Menschen bestehenden Waffenbestand zu reduzieren. Niemand lässt sich wegnehmen was er oder sie gekauft hat. Das wird auch für lieb gewonnene am-Körper-Roboter gelten, die man sich wie Haustiermäuse vorstellen könnte, eine Mischung aus Bodycam, Avatar und Assistent, nur vielleicht gefährlich, unsicher und intransparent.

Re-Redecentralization

Kehren wir zum Internet zurück. Ob Blockchain, local Clouds (Protonet, Lima), Mesh-Netzwerke und Co, es wird einen Trend geben zu einer Dezentralisierung, die eine Reaktion ist auf die Rezentralisierung die wir durch die Plattformökonomien erlebt haben. Die Besorgnis über Datenschutz und Kontrollverlust führt zu einer zweiten oder je nach Betrachtungsweise dritten Welle der Dezentralisierung. Was für Puristen erst einmal hervorragend klingt, stellt uns vor völlig neue Herausforderungen in Sachen Haftung, Compliance, Rechtsdurchsetzung und Fragmentierung.

Es ist noch gar nicht absehbar wie unsere digitale Ökonomie aussehen würde, wenn jeder Internetanschluss zu einer Art eigenem Internetdienstleister würde. Wir hätten es mit Milliarden kleiner Googles zu tun, die Telekommunikationsanbieter müssten nur um ein Problem zu nennen Weg von ihrer Politik der Upload-Beschränkung auf vormilleniale Bandbreiten, und auch die Debatte um die Netzneutralität würde nochmal an Komplexität hinzu gewinnen wenn wir davon ausgehen, dass es quasi keine Public Cloud mehr geben könnte. Wettbewerbspolitik steht auf dem Kopf, wenn es um die Fragen der Kompatibilität ginge, des Customer Service oder des Klagerechts.

Eine Dezentralisierung würde trotz aller möglicher Convenience und Benutzerfreundlichkeit neuer Produkte eine enorme Kompetenzlast und Verantwortung auf den Konsumenten umverteilen, eine Entwicklung auf die noch weniger Menschen vorbereitet sind als wir es auf die Reduktion von Kompetenznotwendigkeit und Verantwortung kannten durch das Aufkommen von Apps und Clouddiensten.

Ich hoffe damit ein paar Gedenkanstöße geben zu können und freue mich auf Eure Einschätzungen worüber wir noch vor 2020 akkut diskutieren müssen, und an welcher Stelle ich wahrscheinlich völlig falsch liege.


Teaser & Image „Display Dummy“ by geralt (CC0 Public Domain)


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

The Conversation

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5 Lesetipps für den 4. November

In unseren heutigen Lesetipps geht es um Herzen auf Twitter, Creative Commons, das Internet Of Things, die Frau hinter BroadbandTV und eine Verteidigung des Barts. Ergänzungen erwünscht!

  • SEXISMUS Psychology Today: Is There a Problem With Bearded Men?: Eine australische Studie legt nahe, dass Männer mit Bärten statistisch gesehen häufiger zu sexuellen Übergriffen und Sexismus neigen als rasierte Männer. Das kann zum einen daran liegen, dass sexistische Männer sich den Bart aus Ausdruck ihrer Denkweise stehen lassen oder diese auch erst durch den Bart entwickeln. Es gibt wohl bereits verschiedene Studien zu dem Thema. Nach zehn Jahren als Besitzer und Pfleger eines Vollbart kann ich zumindest persönlich versichern, dass ein Bart nicht automatisch zu einem sexistischen Verhalten führt und auch die Forschung räumt ein, dass noch andere soziale Faktoren eine Rolle spielen.

  • BROADBANDTV OZY: From the Iranian Revolution to the Video Revolution: Wer noch nicht von BroadbandTV gehört hat, sollte sich unbedingt Steven Butlers Porträt der Gründerin des Online-Video-Dienstes, Shahrzad Rafati, durchlesen. RTL, und damit quasi Bertelsmann, hat bereits mehr als 36 Millionen Euro in die Firma investiert. Und wer das Unternehmen kennt, dass inzwischen mehr als 5,7 Milliarden Views im Monat erreicht, sollte den Artikel trotzdem lesen, denn Rafati ist eine sehr spannende Person und das, kommt in der Startup-Branche wirklich nicht ständig vor.

  • CREATIVE COMMONS  Communia Association: Creative Commons Summit: next steps in copyright reform: Mitte Oktober fand im südkoreanischen Seoul der Creative Commons Summit statt, auf dem in einer Session diskutiert wurde, wie das Urheberrecht reformiert werden könnte. Alek Tarkowski berichtet über die wohl sehr gut besucht gewesene Session, an der auch die Europaabgeordnete Julia Reda teilnahm, die im Europäischen Parlament Berichterstatterin für die Reform des Urheberrechts innerhalb der Europäischen Union ist. Reda forderte das Publikum dazu auf sich ein Urheberrecht vorzustellen, indem Creative Commons den Standard darstellt und sich zu fragen, wie wir als Gesellschaft ein solches Ziel erreichen könnten.

  • INTERNET OF THINGS hbr: How People Are Actually Using the Internet of Things: Schon jetzt gibt es das Internet Of Things (IoT) und auch wenn wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, die unser Leben wohl in den nächsten Jahrzehnten grundlegend verändern wird, können schon erste Verhaltensweise im Umgang damit beobachtet werden. Forscher der Harvard University haben sich das Nutzungsverhalten und die Technologien des Internet Of Things angesehen und laut einem Blogeintrag von ihnen eine spannende Beobachtung gemacht: IoT-Technologie ist sehr auf die Nutzung durch Menschen bezogen und weniger zur Automatisierung entwickelt. Die Menschen haben die Möglichkeit, und nehmen diese auch an, die Geräte selber zu programmieren und miteinander zu vernetzen. Das IoT wird also nicht etwas sein, dass parallel zu uns Menschen existiert, sondern vor allem mit uns und durch uns.

  • TWITTER Netzpiloten.de: Wie das Herz-Symbol zum neuen Like-Button des Social Web wird: Vor zwei Monaten fiel uns auf Twitter auf, dass der Stern zum Faven von Tweets durch ein Herz ersetzt wurde. Unser Account war wohl damals in einer Testgruppe für das neue Feature, dass gestern ausgerollt wurde. Nun gibt es also Herzen auf Twitter statt Sterne – sonst ändert sich nichts. Natürlich hat das für eine Art Empörung gesorgt, wir reden ja immerhin bei Twitter und seinen Nutzern von dem sogenannten Social Web. Unser Autor Jakob Steinschaden hat schon im Sommer 2013 über das Herz im Social Web geschrieben und die Logik dahinter erklärt. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Herz auch zu Twitter kommt. Nun ist es soweit.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Ein unhackbarer Kernel zur Sicherheit des Internet Of Things?

System Code (adapted) (Image by Yuri Samoilov [CC BY 2.0] via Flickr)

Das Internet Of Things hat ein großes Problem: die Sicherheit. Ein unhackbarer Kernel könnte nun Abhilfe schaffen. Doch ist dies realistisch oder klingt es einfach zu schön um wahr zu sein? Sicherheit ist ein immer schwer zu erreichender Zustand im Internet. Manche behaupten gar, er wäre unmöglich zu erreichen. Gerade diese Behauptung haben zu Bestrebungen geführt, das Unmögliche wahr und unsere Computer, sowie das Internet Of Things, sicher zu machen. Gelingen soll dies mit einem unhackbaren Kernel. Wenn das Betriebssystem im Kern sicher ist, kann ein Hacker auch keinen Schaden anrichten. Doch ist ein unhackbarer Kernel überhaupt möglich?

Sicher ist sicher

Welches Betriebssystem ist das sicherste? Windows, Mac OS oder Linux? Windows werden die meisten wohl gleich ausschließen, obwohl Microsoft sehr stark nachgebessert hat, doch selbst die auf Sicherheit ausgerichteten Linux-Distributionen sind immer wieder anfällig für Sicherheitslücken. Das liegt vor allem daran, dass nahezu alle Linux-Distributionen den gleichen Kernel verwenden und die Hacker-Angriffe eben genau auf diesen Teil des Betriebssystems abzielen.

Der Kernel ist der Kern eines Betriebssystems, der die Hauptaufgaben verarbeitet und die Sicherheitsmaßnahmen für das ganze Betriebssystem regelt. Um ein Betriebssystem also sicher zu machen, muss der Kernel frei von Sicherheitslücken sein. Eine Aufgabe, die bisher kein Betriebssystem zufriedenstellend umsetzen konnte.

Vor Kurzem hat ein Artikel auf New Scientist für Aufsehen gesorgt. Der Artikel beschreibt ein Szenario, in dem ein unbemannter Helikopter mit einem angeblich unhackbaren Kernel ausgestattet, in der Luft für Angriffe durch Hacker freigegeben wurde.

Der Helikopter konnte allerdings nicht ferngesteuert “entführt” werden, da es den Hackern nicht gelang, an die kritischen Teile des Betriebssystems zu gelangen. Der Test wurde als großer Erfolg und als Beweis für die Unhackbarkeit des Kernels mit dem Namen seL4 gewertet, der von einer Gruppe Sicherheitsforscher, Luftfahrtspezialisten und der Forschungsabteilung des US-amerikanischen Militärs, DARPA, entwickelt wurde.

Um diesen Praxistest auch in der Theorie zu bestätigen, wurde die angebliche Unhackbarkeit des seL4-Kernels sogar mathematisch bewiesen. Außerdem hat man den Kernel als Open-Source-Projekt auf Github online gestellt. Zum einen, damit die Community die Behauptungen der Unhackbarkeit überprüfen kann, zum anderen soll dieser Kernel als Grundlage für allerhand andere Projekte dienen.

Das Ziel ist es laut dem Entwicklerteam, dass in spätestens 10 Jahren alle kritischen Systeme um uns herum absolut sicher sind. Szenarien wie das gehackte Auto, das vor einigen Wochen für Schlagzeilen gesorgt hat, sollen also künftig ausgeschlossen sein.

Die Illusion von Sicherheit?

Das klingt soweit alles ganz toll und könnte vor allem für das Internet Of Things einen gewaltigen Durchbruch bedeuten, denn hier treiben derzeitige Sicherheitshorrorszenarien, in denen die vernetzten Geräte um uns herum zu Zielen von Hackerangriffen und somit zu gewaltigen Sicherheitsrisiken werden, den meisten Leuten noch Angstschweiß auf die Stirn. Aber können die Behauptungen denn überhaupt stimmen und der seL4-Kernel wirklich unhackbar sein?

Realistisch betrachtet muss die Antwort hier nein heißen. Sicherheitslücken in Computersystemen existieren, da sie von Menschen erschaffen sind und Menschen nun mal nicht perfekt sind. Mit anderen Worten, egal wie gründlich die beteiligten Entwickler gearbeitet haben und wie oft der Code kontrolliert wurde, es gibt immer Fehler, die übersehen werden. Das erklärt auch, warum in allen großen Betriebssystemen immer wieder Sicherheitslücken auftauchen.

Nun haben die seL4-Entwickler aber allerhand Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Der SeL4 ist ein Microkernel, der kreiert wurde, um Hackerangriffe zu erkennen und zu vereiteln. Außerdem sollen die Systeme getrennt gehalten werden, so dass Hacker auch nicht über Sicherheitslücken in der angeschlossenen Hardware Zugriff auf den Kernel erhalten. Genau auf diesem Weg, über das Entertainment-System, hatten Hacker Zugriff auf den Betriebssystem-Kern des gehackten Autos erhalten.

Wichtiger Schritt für das Internet Of Things

Die Regel, dass alles gehackt werden kann, gilt allerdings auch für den seL4-Kernel, wie Khyati Jain auf thehackernews schreibt, denn wenn sich eine Tür schließt, finden Hacker einen anderen Weg in das System. Es gilt nach wie vor die Regel, dass alles hackbar ist, wenn genügend Zeit, Talent und Ressourcen vorhanden sind. Doch selbst wenn der seL4-Kernel das Versprechen der Unhackbarkeit nicht einhalten kann, könnte er doch einen wichtigen Schritt für das Internet Of Things und andere wichtige Computersysteme bedeuten, da er die Zugriffe durch Hacker zwar nicht komplett unterbinden, diese aber zumindest deutlich aufwändiger machen kann, so dass sich Angriffe aufgrund des hohen Aufwandes für Angreifer schlicht nicht lohnen und sie sich erfolgversprechenderen Zielen zuwenden.


Image (adapted) „System Code“ by Yuri Samoilov (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 8. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Werbung, ein Newsgame von der BBC, Instagram statt Galerien, Propaganda im Internet und Amazon. Ergänzungen erwünscht.

  • WERBUNG PandoDaily: How Mad Men became an accidental allegory for the modern tech world: Auf PandoDialy hat David Holmes eine interessante Theorie veröffentlicht: die TV-Serie „Mad Men“ hat sich zufällig zu einer Allegorie auf die moderne Technologie-Branche gewandelt. Denn bei sozialen Netzwerken, dem Medienwandel, das Internet of Things und Messenger-Programmen, geht es immer um Werbung. Und das hassen wir, genauso wie die Protagonisten der Serie.

  • NEWSGAME taz: Syrien-Spiel der BBC über das Leid von Flüchtlingen: Newsgames sind ein spannender Ansatz, um Nachrichten zu vermitteln. Die BBC hat nun ein Computerspiel entwickelt, dass mit einem interaktiven Gamificationansatz auf das Leid syrischer Flüchtlinge aufmerksam machen möchte. Nutzer müssen entscheiden, wie sie fliehen und lernen verschiedene Szenarien als Konsequenz kennen. Doch es gibt auch Kritik an der spielerischen Darstellung des Leids.

  • INSTAGRAM SmartCompany: How Instagram is changing the business of art: Auf SmartCompany erklärt Cara Waters, welche Bedeutung Instagram für die Kunst-Branche haben kann. Die Künstlerin CJ Hendry verzichtet auf Galeristen und nutzt das von Facebook aufgekaufte soziale Foto-Netzwerk, um sich einen eigenen Kundenstamm aufzubauen. Und das mit beeindruckenden Erfolg. Ihre Serie „50 Foods in 50 Days“, für je 50.000 Euro pro Gemälde, war schon nach der Veröffentlichung auf Instagram und noch vor der eigentlichen Ausstellungseröffnung komplett verkauft.

  • PROPAGANDA Welt: Russland bezahlt Trolle für Netz-Propaganda: Ljudmilla Sawtschuk arbeitete zwei Monate in einer Agentur, die im Internet Propaganda im Sinne des russischen Präsidents verbreitet. Die Frau gibt einen interessanten Einblick in die sogenannte „Trollfabrik“, einem Onlinepropagandazentrum, in dem wahrscheinlich inzwischen mehr als 400 Menschen regelmäßig arbeiten und Tagesbefehle umsetzen, wie sie bestimmte politische Ereignisse im Sinne des Kremls kommentieren.

  • AMAZON The Conversation: Amazon Dash is a first step towards an internet of things that is actually useful: In den gestrigen Lesetipps war ein Artikel von Jean-Louis Gassée, der die Pläne von Amazon kommentierte, vollkommen neu zu definieren, was das Internet der Dinge sein wird. Und natürlich diesen Begriff selber zu besetzen. Gordon Fletcher sieht Amazon auf den selben Weg wie Gassée, bewertet die jetzige Position von Amazon aber viel positiver, denn das Unternehmen hat schon viele kleine Schritte gemacht, um das Internet der Zukunft zu entwickeln.

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