Das IoT – Gefahren und Chancen im Internet of Things

Vernetzte Produkte begegnen uns in allen Lebenslagen: Das sogenannte Internet of Things (IoT) berührt zunehmend alle Lebensbereiche. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute praktisch Alltag. Und doch ist das Internet der Dinge gerade am Scheideweg.

Einerseits können vernetzte Produkte richtig Spaß machen und, zumindest manchmal, sogar sehr nützlich sein. Zudem sehen Experten gerade in stimmgesteuerten Interfaces die Zukunft des Internets und quasi unseren Schlüssel zur Welt.

Andererseits sind die Medien voll von Berichten über unsichere Geräte, heimlich lauschende Fernseher und spionierende Spielzeuge.

Vernetzte Produkte: Vergnügen oder Alptraum?

In welches Lager fällt die schicke neue Smartwatch, der Home-Assistant oder der nächste Fitnesstracker? Als Verbraucher ist es heute praktisch unmöglich, diese Frage zu beantworten. Vernetzte Produkte funktionieren grundlegend anders als traditionelle, nicht vernetzte Produkte — so wie das Internet anders funktioniert als eine Tageszeitung.

Iot-Produkte sind nicht nur komplexer, da sie vernetzt sind. Häufig funktionieren sie auch nicht ohne einen zentralen Server. Fällt der weg, hört der Fitnesstracker bald auf, unsere Schritte zu zählen. Das nächste Software-Update könnte ein Produkt grundlegend verändern, zum Beispiel Features hinzufügen oder wegnehmen. So ist auch Amazons Echo neuerdings Teil einer Art sozialen Netzwerks geworden. Und Last but not Least laden wir mit dem IoT häufig Sensoren wie Mikrofone, Kameras oder Bewegungssensoren in unser Leben ein,  ohne dass wirklich klar ist, wer Zugriff auf diese Daten hat oder in Zukunft bekommen könnte. Wenn ein Hersteller sagt, dass Produkt und Daten sicher sind, müssen wir ihm derzeit einfach blind vertrauen.

Ein Verbraucherschutzsiegel für das Internet der Dinge

Ich bin überzeugt, dass es einen besseren Weg gibt. Dass es möglich ist vernetzte, vertrauenswürdige Produkte zu nutzen ohne den Spaß am Neuen zu verlieren oder zu bereuen.

Gemeinsam mit dem ThingsCon-Netzwerk, das ich vor einigen Jahren mitgegründet habe, arbeiten wir deshalb derzeit an einem Weg, mit welchem Verbraucher einfach sehen können, welche vernetzten Produkte vertrauenswürdig sind. Wir entwerfen ein sogenanntes Trustmark für IoT, ein Qualitätssiegel für vernetzte Produkte. Die Mozilla Foundation hat mich zum Mozilla Fellow gemacht, um dieses Vorhaben zu unterstützen.

Die Idee des ThingsCon Trustmarks ist simpel: Firmen, die das Trustmark nutzen wollen, müssen standardisierte Fragen zu ihren Produkten beantworten und die Antworten veröffentlichen. Wir evaluieren dabei 5 Dimensionen: Privatsphäre und Datenschutz, Transparenz, Offenheit, Sicherheit und Stabilität (im Sinne von Verlässlichkeit und Langlebigkeit). Erfüllt das Produkt die hohen Anforderungen, darf das Unternehmen das Qualitätssiegel nutzen. Wer mogelt, fliegt schnell auf.

Augen auf beim IoT-Kauf

Vor 2019 wird das Trustmark wohl nicht verfügbar sein, zuvor müssen wir noch unsere Hausaufgaben machen, damit dann auch alles rund läuft. Bis dahin empfehle ich folgende Faustregeln:

    • Die erste Generation eines vernetzten Produkts zu kaufen ist nur etwas für erprobte Early Adopter. Wer sich mit diesem Label nicht wohl fühlt, sollte lieber ein oder zwei Jahre abwarten.
    • Dem gesunden Menschenverstand vertrauen. Wenn etwas ein Mikrofon hat, aber zu billig scheint, dann ist die Privatsphäre in ernster Gefahr: Finger weg!
    • Mit Offenheit und Spaß an die Sache herangehen: Einige Tipps für vernetzten Dinge die richtig Spaß machen, gibt’s hier auf Netzpiloten.de.

iconimage / adobe.stock.com


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Peter Bihr

Peter Bihr

war Netzpiloten-Projektleiter von 2007-2010. Heute hilft er als freier Berater Unternehmen, ihre Strategien erfolgreich ins Netz zu übertragen. Über Social Media und digitale Kultur schreibt und twittert Peter auch privat unter TheWavingCat.com. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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