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Ein entspannteres Leben mit Remente

Hast du schon einmal von einem digitalen Coach gehört? Es gibt ja schon länger virtuelle Trainer, die über dein Smartphone zu dir sprechen, sei es beim Sport oder bei der Ernährung. Nachdem ich mich mal im App Store umgesehen habe, was es noch so für digitale Alltagsbegleiter gibt, bin ich auf Remente gestoßen.

Remente soll meinen Alltag besser strukturieren. Die App soll mich produktiver machen und mir dabei helfen, meine Persönlichkeit zu entwickeln. Nun ja, das kling ja am Anfang erst einmal sehr weit hergeholt. Daher wollte ich mich selbst davon überzeugen und herausfinden, inwiefern mich diese App – oder besser: Wie sie mein Leben verändern soll.

Remente verändert mein Leben…

Eine niedliche Eule holt mich, nachdem ich die App auf mein Smartphone geladen habe, ab. Ein Bild eines chaotischen Zimmers soll mir noch einmal zu verstehen geben, dass ich etwas ändern soll. Okay, Remente, mache ich! Also melde ich mich an und bin gespannt, was jetzt passieren wird.

Als erstes werde ich von der App aufgefordert, meine einzelnen Lebensbereiche zu bewerten und mitzuteilen, wie ausgeglichen ich bin. Dafür bewerte ich von einer Skala von eins bis zehn meine Lebensbereiche wie beispielsweise Familie, Job, Entspannung oder Fitness. Da ich persönlich sagen muss, dass bei mir die Entspannung etwas zu kurz kommt, entscheide ich mich, nachdem Remente mich fragt, auf welchen Fokus ich diese App legen möchte, für den Bereich Entspannung.

Anschließend wähle ich ein Ziel, welches mir Remente zwischen mehreren Möglichkeiten aufweist. Ich entscheide mich für: Wie werde ich produktiver in sechs Tagen. Dadurch soll ich lernen, wie ich weniger Zeit für Dinge aufwende, die ich nicht machen möchte und wie ich dadurch mehr Zeit für schönere Dinge finde. Wenn ich das Ziel annehmen möchte, muss ich es nur anklicken und von jetzt an erwartet mich eine Woche, in der ich einiges für mich und mein Leben lernen kann.

Zu Beginn musst du ein Ziel auswählen, welchem du in den nächsten Tagen entgegeneiferst; Screenshot by Jennifer Eilitz

Das Ziel ist gewählt – es kann losgehen. Bevor ich beginne, muss ich mir eine Erinnerung einrichten, indem ich morgens und abends an meine gesteckten Ziele erinnert werde. Ich kann leider nicht schauen, welche Aufgaben mich in den nächsten Tagen erwarten, denn dafür brauche ich die Premiumversion.

Anschließend richte ich mir meinen Tagesplan ein. Hierbei stehen mir mehrere Aufgaben zur Verfügung, die ich einzuhalten habe. Beispielsweise soll ich Apps von meinem Smartphone löschen, die ich nicht weiter nutze. Gut, okay, tue ich! Weiterhin warten auf mich noch drei weitere Aufgaben für den Tag. Unter anderem soll ich mir ein neues Projekt suchen – ich weiß zwar nicht, was das mit Entspannung zu tun hat, wenn ich mir mehr Arbeit aufbrumme, aber ich möchte wissen, wie es weitergeht…

Mein Tag mit Remente

Ich kann mir meinen ganzen Tag anzeigen lassen und diesen genauer planen. Wenn mir die Aufgaben nicht reichen, kann ich jederzeit verschiedene Aufgaben hinzufügen und (hoffentlich) erreichen. Remente zeigt mir, zu welcher Uhrzeit ich wieder ein Ziel erreicht habe und kann zudem noch meine Stimmung dokumentieren. Habe ich negative Emotionen wie Stress, Müdigkeit oder Gereiztheit durchlebt oder positive wie Freude, Glück oder Motivation, so kann ich alles angeben, was mich den Tag über begleitet und es noch einmal kommentieren. Das Ganze wird dann anhand von Stimmungsbarometern aufgezeichnet, sodass ich nach einer längeren Nutzung auch genügend Material zum Auswerten habe.

Sobald ich Fortschritte mache, kann ich diese in meinem zu Beginn angegebenen Lebensbereiche-Diagramm anpassen. Habe ich Remente eine Woche lang genutzt, kann ich mir zudem eine Wochenauflistung anzeigen lassen, um meine Erfolge genauer zu durchleuchten. Du musst nicht immer dasselbe Ziel verfolgen, sondern kannst auch immer wieder neue Ziele anlegen. Wenn du beispielsweise Sport und Fitness als Ziel eingetragen hast, macht es sogar Sinn, wenn du die App mit der Google Fit-App verbindest und Remente deinen Bereich noch besser zuschneiden kann.

Zusammengefasst…

Gelungen finde ich vor allem die Übersicht der App und wie sie aufgebaut ist. Sie ist einfach zu bedienen und überhaupt finde ich das Design passend. Ich kann alles protokollieren und aufzeichnen, meine Stimmung festhalten und meine Ziele abarbeiten. Die App erinnert mich natürlich noch regelmäßig daran, und zeigt mir immer wieder meine Bilanzen auf. Was mich allerdings noch nicht so sehr überzeugen konnte, ist die Auswahl an Zielen. Das mag daran liegen, dass vieles nur in der Premiumversion nutzbar ist.

Wer sich selbst ein Bild von der App machen und sich ein paar Ziele für die nächsten Wochen stecken möchte, für den lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die App. Der Aufbau macht die Nutzung sehr einfach und nach längerem Nutzen kann man viele Dinge über sich und den eigenen Alltag lernen.

Remente gibt es sowohl für Android als auch für Apple kostenlos zum Download.


Image by George Dolgikh via stock.adobe.com

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Mythos Work-Life-Balance: Wenn man beim Sex kurz die Mails vom Chef checkt

apple-macbook (adapted) ( Image by Free-Photos [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Work hard, play hard – ein beliebtes Motto, um sich heutzutage ins Arbeits- und Feierabendleben zu stürzen. Dennoch hat sich über die Jahre keine Begrifflichkeit so etabliert wie unsere geliebte Work-Life-Balance.

Dabei sehe ich den Begriff an sich schon als problematisch. Wie Liebe und Hass, stellt die Balance einen Gegensatz dar: Arbeit vs. Leben. Der gängige Ausdruck „frei“ zu haben, wenn man nicht zur Arbeit muss, macht jedoch deutlich: Der Gegensatz von Arbeit ist Freizeit. Der Begriff „Work-Life-Balance“ wird von Wissenschaftlern daher sehr kritisch gesehen.

Im alltäglichen Gebrauch versteht man unter der Work-Life-Balance jedoch ein Gleichgewicht, dass dafür sorgen soll, dass das Private und der Spaß neben der Arbeit nicht zu kurz kommen. Firmenevents, Tischtennisplatten im Keller und Ausflüge auf Kosten des Unternehmens können damit gemeint sein. Kollegen werden zu Freunden – würde nicht jeder von uns gerne mit seinen besten Kumpels im Büro sitzen und Freitagnachmittags das Bier aus dem Firmenkühlschrank plündern? Natürlich würden wir das.

Der Heiligenschein beginnt zu flackern

Doch wenn man genauer hinsieht, muss man sich eingestehen, dass der Heiligenschein der angepriesenen Work-Life-Balance zu flackern beginnt: Ein paar Überstunden zu machen, wenn die Deadline eines Projektes ansteht, ist schon okay – doch dass es bereits Studien darüber gibt, wie oft Menschen beim Sex kurz aufs Handy schauen, um ihre Mails zu checken, ist einfach nur erschreckend. In seinem Buch nennt Markus Väth dies als einen Beweis, dass der Kapitalismus keine Privatsphäre kennt.

Des Weiteren nennt Väth die Digitalisierung als schwarzes Schaf, die der Work-Life-Balance einen Strich durch die Rechnung macht. Die „immer online“- Gesellschaft zerstört die verletzliche Grenze zwischen Arbeit und Privatleben, die in den 90ern durch die „nine-to-five“-Jobs existierten: Es wird zeitzonenübergreifend gearbeitet und man ist immer und überall erreichbar.

Mit der Digitalisierung wurde somit der Begriff des „Work-Life-Blendings“ geboren (aus dem Englischen von „to blend“: sich überschneiden), der beschreibt, dass Arbeit und Privatleben ineinander übergehen. Doch auch das Work-Life-Blending stellt eine ernstzunehmende Gefahr für den Einzelnen dar, denn durch die kontinuierliche Erreichbarkeit wird die arbeitsfreie Zeit verkürzt. Und auch die Firmenausflüge und das Freibier haben nur einen Zweck: Sie wollen die Verbundenheit zum Unternehmen stärken. Wenn alle Kollegen länger bei der Arbeit bleiben, dann tut man es eben auch –  die angepriesene Gleitzeit wird zur unbezahlten Arbeitszeit. All diese Faktoren treiben den Menschen nicht selten über die Grenzen seiner Belastbarkeit hinaus.

Die Arbeit steht auf dem Siegertreppchen

Bye bye, Privatleben, könnte man sagen – die Leistungsgesellschaft hat den ersten Platz an die Arbeit vergeben. In Vorstellungsrunden folgt nach dem Namen direkt der Beruf, die Arbeit wird zum Teil der Identität. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Arbeitsleben der Deutschen im Schnitt 34,5 Jahre dauert: 34,5 Jahre, fünf Tage die Woche, eine Tätigkeit. Neben täglichen Besorgungen und der Familie scheint es schon bewundernswert, dass man es schafft, privat noch einem Hobby nachzugehen.

Kritiker der Work-Life-Balance würden an dieser Stelle auch die Zukunft der Arbeit erwähnen, die im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung gewaltige Veränderung in der Arbeitswelt herbeiführen wird. Wenn die Lohnarbeit durch die Automatisierung entfallen wird oder durch die Digitalisierung immer mehr Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten müssen, werden Prognosen einer Life-Life-Balance, oder besser: einer Work-Work-Balance gar nicht mehr so unrealistisch.

Die Work-Life-Balance ist ein individuelles Konzept

Ob es sich bei der Work-Life-Balance jedoch um einen generellen Mythos handelt, sei mal so dahingestellt. Fakt ist: Die Work-Life-Balance, also das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben, ist ein Konzept, das weder vom Staat noch vom Unternehmen in Schutz genommen wird. Wie bei den meisten Dingen des Lebens sind wir für uns selbst verantwortlich und müssen lernen, wo wir die Grenze ziehen. Explizites Abschalten sehe ich dabei von großer Bedeutung. Zudem lehnen nach Christoph Koch moderne Konzepte eine immer gleich bleibenden Balance zwischen Arbeit und Leben ab: Das Leben sollte vielmehr in Phasen gedacht sein, in der sich Müßiggang und Vollgas abwechseln.

In der Praxis scheint meiner Ansicht nach – vor allem für junge Menschen – der Ansatz sinnvoll, sich so früh wie möglich mit einem geeigneten Beruf auseinanderzusetzen: Sucht man sich eine Arbeit, die mit den privaten Interessen einhergeht, so wird der Drang nach einem Ausgleich nach der Arbeit vermindert. Die Yogastunden zur Stressreduktion kann man sich nach der Arbeit dann vielleicht sogar komplett sparen.


Image (adapted) „apple-macbook“ by Free-Photos (CC0 Public Domain)


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Beliebte Sprachassistentin: So hilft euch Siri im Alltag

Siri-Logo (Image by Apple)

Sprachassistenten werden beliebter, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach möchte jeder vierte Deutsche einen smarten Assistenten nutzen, um Smart-Home-Produkte zu steuern. Ebenfalls beliebt ist mit 14 Prozent das Abrufen von Verkehrsnachrichten und knapp dahinter mit 13 Prozent ist der Anteil der Befragten, die sich E-Mails und Kurznachrichten vorlesen lassen. Der Rest entfällt auf das Erfahren von Sportnachrichten per Stimme, das Bestellen von Waren im Internet und das Musikhören über den Lautsprecher. Auch, wenn Google mit Google Home und Amazon mit Alexa nachgelegt haben, so bleibt Apple‘s Siri bisher das ausgereifteste Produkt.

Seit der Einführung im Herbst 2011 hat Apple seine Sprachassistentin Siri fortlaufend verbessert. Inzwischen hat sich der virtuelle Assistent fest in das Nutzungsverhalten der Besitzer von iPhone, iPad, Apple TV und Apple Watch integriert. Viele möchten ihn nicht mehr missen. Nachdem mit der neusten iOS-Version 10 inzwischen auch die Interaktion zwischen Siri und Apps von Drittanbietern klappt, hat sich Siris Mehrwert mit vielen neuen Funktionen noch mal gesteigert. Schaut mal, was Siri alles für euch tun kann!

Eure persönliche Sprachassistenz einrichten

In den Einstellungen auf iPhone und iPad könnt ihr Siri aktivieren und an eure Bedürfnisse anpassen. Ihr könnt Siri beibringen, euch beim Namen zu nennen, indem ihr eure Kontaktinformationen zuweist. Spricht sie euren Namen falsch aus, könnt ihr sie verbessern. Außerdem reagiert sie auf das Kommando „Hey Siri“, das auch ohne Drücken des Home-Buttons funktioniert. In den Einstellungen könnt ihr zudem zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme wählen.

Siri versteht sich auch mit anderen Apps gut

Zu Beginn verstand sich Siri nur mit Apples eigenen Apps. Seit iOS 10 kann sie auch mit anderen Apps zusammenarbeiten. Zum Beispiel kann man sich mit ihrer Hilfe ein Taxi über die App MyTaxi rufen. Auch WhatsApp-Nachrichten kann Apples Sprachassistentin inzwischen verschicken. Und wenn man das möchte, und alles richtig konfiguriert hat, erledigt sie sogar Überweisungen. Möglich ist dies über die Banking-App Azimo. Sagt Siri dazu: „Überweise meinem Bruder 20 Euro“. So eine Kooperation funktioniert auch mit Pinterest, sodass ihr Siri nach Inspiration suchen lassen könnt. Im Test konnte Siri allerdings nur die App öffnen.

In Verbindung bleiben

Siri kann euch helfen, Kontakt zu Familie, Freunden, Kollegen und anderen Bekannten aufzunehmen. Beispielsweise könnt ihr Siri jemanden für euch anrufen lassen. Dazu müsst ihr nicht nicht zwangsläufig den Namen nennen, unter dem derjenige im Adressbuch steht. Siri kann sich inzwischen das Verhältnis merken, in dem ihr zu jemandem steht. Dazu müsst ihr einen entsprechenden Eintrag im Adressbuch hinterlassen. Es stehen etliche Verwandtschaftsgrade sowie hierarchische Ebenen im beruflichen Kontext zur Verfügung. Außerdem lassen sich sogar eigene Verhältnisse hinzufügen. So ist es möglich Siri zu sagen, „Ruf Schatz an“.

Mit Siri den Alltag organisieren

Siri kann für euch Ereignisse im Kalender erstellen oder euch an Dinge erinnern. Wenn gewünscht, erfolgen diese Erinnerungen nicht nur zu einer festgelegten Uhrzeit, sondern auch, wenn ihr einen bestimmten Standort erreicht. Ihr könnt Siri also sagen: „Erinnere mich daran, sobald ich das Haus verlassen habe.“ Siri kennt euren Kalender und gibt euch gerne eine Auskunft, wann der nächste Termin ist, ob ihr am Nachmittag noch Zeit für einen neuen Termin habt und warnt euch auch, wenn ihr dabei seid, Terminsalat zu machen.

Siri macht Musik, erklärt euch Bücher

Siri hat den Rhythmus im Blut. Sie kann für euch Lieder spielen und anhalten, ein Lied vor- oder zurückspulen. Außerdem kann die Sprachassistenz ähnliche Lieder suchen, wenn euch gefällt, was ihr gerade hört. Ich mag besonders die Funktion „Spiele das beliebteste Lied aus dem Jahr XY„. Voraussetzung dafür ist, dass ihr Apple Music aktiviert habt. Aber auch mit Filmen und Büchern kennt sich Siri aus. Wo und wann welcher Film in der Nähe läuft verrät sie euch ebenso gerne wie sie Bücher aus dem iBooks-Store zu eurer Mediathek hinzufügt. Eine weitere hilfreiche Funktion finde ich, dass Siri im Internet nach Zusammenfassungen von Büchern oder Filmen suchen kann. Sagt dazu einfach: „Worum geht es in …?“

Unterwegs

Auch, wenn ihr gerade nicht Zuhause seid, könnt ihr euch mithilfe von ein paar Sprachkommandos das Leben leichter machen. Siri kennt zum Beispiel immer den kürzesten Weg. Wo in der Nähe ein gemütliches Café oder ein beliebtes Restaurant sind, weiß sie ebenfalls. Auch, wenn ihr nur eure Bedürfnisse nennt, kann die Assistentin euch unterstützen. Eine gescheite Antwort erhaltet ihr zum Beispiel auf dieses Sätze:

  • Ich brauche eine Aspirin.
  • „Wo kann ich mir die Haare schneiden lassen?“
  • Ich muss bald tanken.
  • Ich brauche einen guten Elektriker.

Im Auto

Praktisch ist auch die Nutzung von Sprachbefehlen im Auto. Ihr wisst ja, dass es verboten ist, während der Fahrt das Handy ans Ohr zu halten, eine Nachricht zu tippen oder zu lesen. Dies könnt ihr Siri erledigen lassen. Sie arbeitet außerdem mit Apple’s CarPlay zusammen, einer abgespeckten Version von iOS, die sich in die Betriebssysteme einiger Autohersteller integrieren lässt. Hier findet ihr eine Auflistung der Hersteller und Modelle, bei denen das möglich ist. Die Digitalassistentin kann dann während ihr fahrt Anrufe annehmen und tätigen, Nachrichten vorlesen, verfassen und verschicken.

Das Lexikon aus der Cloud

Apples Sprachassistentin hilft euch bei vielen kleinen Fragen des Alltags. Hier ein paar Anregungen.

  • Wie viel sind 7 Prozent Trinkgeld auf 85 Euro?
  • Wie hoch ist der Mount Everest?“
  • Wie viel ist ein Viertel von 128?“
  • Wie viel ist 1 Euro in US-Dollar
  • Wie hat der HSV zuletzt gespielt?“
  • Zeige mir Bilder von Tim Cook.“
  • Wie viel Tage noch bis Weihnachten?“
  • Wie steht der DAX?“

Spaß muss sein

Zu guter Letzt noch ein paar unterhaltsame Frotzeleien, die ihr mit eurem virtuellen Assistenten austauschen könnt, wenn euch gerade langweilig ist.

  • Wirf einen Würfel.
  • Wie macht ein Fuchs?“
  • Kannst du auch Dirty Talk?“
  • Was ist besser? iPhone oder ein Samsung Handy?“
  • Warum vibrierst du?“
  • Was ist Null geteilt durch Null?“
  • Wann wird die Welt untergehen?“
  • Wie viele Mitarbeiter von Apple benötigt man, um eine Glühbirne zu wechseln?“

Image by Apple

Dieser Artikel erschien zuerst bei Applepiloten


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Neun innovative Smart-Home-Gadgets

smartphone-image-by-terimakasih0-cc0-public-domain-via-pixabay

Vielen ist Smarthome inzwischen ein Begriff. Nur was alles für praktische Gadgets unter diesen Begriff fallen, ist einem manchmal gar nicht so richtig bewusst. In erster Linie schießt uns als erstes der Gedanke ‚Sicherheit für Zuhause‘ in den Kopf. Gibt man ‚Smarthome‘ bei Google ein, wird man direkt auf die verschiedensten Kameras, Alarmanlagen, Heizkörperthermostate oder auf Einsteigerpakete für das sichere Zuhause von verschiedenen Anbietern hingewiesen.

Viele Artikel sind sehr praktisch und erweisen sich als äußerst nützlich. Doch gibt es da nicht noch etwas mehr? Etwas, was praktisch ist, für Sicherheit des Eigenheims sorgt und einem als Helfer für den Alltag dienen kann, wenn nicht gar für unterwegs?

Ich habe mich mal auf die Suche gemacht, um herauszufinden, wofür Smarthome eigentlich noch steht und welche ausgefallenen Ideen uns zu Gute kommen können. Im Folgenden stelle ich euch diese innovativen Artikel einmal genauer vor. Neben Überwachungskameras, die man auch anderweitig einsetzen kann, wird euch auch der eine oder andere Roboter über den Weg laufen. Ich wünsche viel Spaß!

Gigaset Elements Safety

Bei diesem Alarmsystem kann man Sicherheit gut mit Praktischem verbinden, denn die Kamera dient eher der Innenraumbeobachtung. Hier hat man einen guten Überblick für sämtliche Aktivitäten daheim: Ist das Kind sicher angekommen? Liegt der Hund schon wieder auf dem Sofa? Habe ich vergessen, die Fenster zu schließen? All diese Fragen können mit diesem System außerhalb des Hauses geklärt werden. Zudem sendet es Push-Nachrichten an den Besitzer, wenn Unbefugte sich Zugang verschaffen wollen. Das Starter Set gibt es schon für rund 125 Euro bei Amazon. Im Test gibt es gemischte Meinungen über das System, da es der Funktion einer richtigen Alarmanlage nicht nachkommt. Dennoch ist Gigaset Elements Safety sehr gut für alle geeignet, die ihr Zuhause gerne auch von außerhalb im Blick behalten.

Amazon Alexa Echo

Der Amazon Lautsprecher beantwortet Fragen, beispielsweise nach dem Wetter oder der Verkehrslage, spielt Musik auf Kommando oder führt Bestellungen über den Amazon Shop aus. Er nennt wichtige Termine und ist auch sonst eine nützliche Hilfe für den Alltag. Allerdings ist Alexa datenschutztechnisch sehr umstritten, da Aufnahmen direkt in die USA gesendet werden, wie es von manchen Seiten heißt. Amazon garantiert dagegen, dass erst dann die Verbindung zum Server aufgebaut wird, wenn die Namensnennung „Alexa“ erfolgt ist. Der Preis liegt bei etwa 180 Euro und ist daher noch etwas teuer für die kleinen Mängel wie schlechter Sound oder die Einrichtung des Geräts, die es noch zu verbessern gilt.

Durch die dazugehörige App und den vielen weiteren Zusätzen, die noch für die nächste Zeit angekündigt sind, ist Alexa eine wirklich innovative Idee und schneidet im Test befriedigend ab.

HiMirror

Der Traum einer jeden Frau wird endlich wahr: Ein intelligenter Spiegel, der uns täglich auf dem Laufenden über unsere Haut und die darunterliegenden Hautschichten hält und zudem noch wertvolle Pflegetipps gibt. Er analysiert die Porenbeschaffenheit, Falten und Flecken im Gesicht und reagiert mit nützlichen Anregungen und Anwendungen. HiMirror ist dabei auf die Anonymität seiner Kunden bedacht und verschlüsselt die gesammelten Daten, bevor diese gespeichert werden. Der intelligente Spiegel wertet die Daten aus und kann somit über Ergebnisse von langfristigen Pflegephasen der Haut berichten. Eine App dient dazu auch die Pflegetipps unterwegs bei sich zu haben. Für etwa 190 US-Dollar kann man den Spiegel in den USA erwerben.

EIGHT-Bettlaken

Egal ob Schlafzyklen, Schlafdauer oder Temperatur – beim EIGHT-Bettlaken wird all das gemessen, denn es handelt sich um ein elektronisches Laken, das die Schlafdaten auswertet und analysiert. Per Sensor wird zudem die Temperatur mit Hilfe eines Thermostats geregelt. Das Laken arbeitet nach dem Prinzip ‚If This Then That‘ (IFTTT) – wenn das Licht ausgeschaltet wird oder einen Tweet mit „Gute Nacht“ versendet. Die Preise liegen je nach Größe zwischen 224 Euro und 256 Euro.

Amphiro a1 basic

Eine nützliche und vor allem intelligente Wasserverbrauchsanzeige für die Dusche: Während das Wasser läuft, zeigt Amphiro a1 basic den Verbrauch und die Temperatur an. So behält man seinen Wasserverbrauch schon in der Dusche im Blick. Für etwa 70 Euro kann man sich das Produkt in seine Duschkabine hängen und auch im Test schneidet es gut ab und erhält eine gute Bewertung.

Pillo

Pillo ist ein kleiner Roboter, der nicht nur mit seinen Kulleraugen überzeugt, sondern uns auch daran erinnert, die Medikamente nicht zu vergessen. Er erkennt seinen „Besitzer“ durch eine kleine Kamera und spricht ihn direkt an, wenn es Zeit ist, die Tabletten einzunehmen. Diese bewahrt er in seinem Inneren auf und kann diese sogar selbstständig nachbestellen. Sollten Medikamente vergessen werden, sendet er im Notfall eine SMS an das mit ihm verbundene Smartphone. Aber Pillo sorgt sich nicht nur um seinen Besitzer, sondern um die ganze Familie und so sagt er auch Bescheid, wenn andere Familienmitglieder die Einnahme von wichtigen Tabletten vergessen haben. Und Pillo kann noch mehr: er beantwortet Fragen zum Thema Ernährung. Im Juli 2017 soll der kleine Helfer im Handel erhältlich sein.

Nuvap N1

Ein intelligentes Gerät zur Schadstoffkontrolle im eigenen Haus oder in der Wohnung. Es misst 24 verschiedene Parameter und ermittelt nach deren Gefährlichkeit oder Harmlosigkeit. Zu seinen Aufgaben gehören das Messen von Luftfeuchtigkeit, das Erkennen von Rauchbildung, Alarmauslösung und vieles mehr. Außerdem lässt es sich mit dem Smartphone vernetzen, sodass man alle Messwerte immer im Überblick hat. Mit ca. 600 Euro ist es allerdings als spontane Anschaffung sehr teuer.

I lock it

Ein sich automatisch schließendes Fahrradschloss – auf ein Schlüssel kann also verzichtet werden, da es sich durch die Bluetooth Low Energy Technology eigenständig auf- und wieder abschließt . Entfernt sich der Fahrradbesitzer, schließt es sich automatisch ab; kommt er wieder näher, öffnet es sich. Macht sich ein Dieb an dem Rad zu schaffen, sendet das Fahrradschloss eine Nachricht an das Smartphone des Fahrradbesitzers und sendet ebenfalls einen Alarm aus. Ziemlich praktisch eigentlich! Ab Januar 2017 sollen die ersten Schlösser zu einem Preis von ca. 120 Euro ausgeliefert werden.

Gigaset G Tag

Zum Schluss gibt es noch ein weiteres innovatives Smarthome-Gadget von Gigaset: Ein Keeper, den man an einen Schlüssel oder anderen Dingen befestigen kann, die schnell verloren gehen können. Nachdem der Keeper am Gegenstand befestigt ist, kann man sich anhand der passenden App damit verbinden. Der Keeper macht sich durch ein LED-Licht oder ein Signal bemerkbar oder sendet eine Nachricht ans Smartphone. Dieser Smarthome-Artikel ist besonders nützlich für alle, die sich täglich auf die Suche nach irgendwelchen Schlüsseln, Brieftaschen opder anderen kleinen Dingen begeben. Das Dreier-Set kostet etwa 50 Euro und einzeln ca. 20 Euro. Auch im Test konnten die Keeper überzeugen und schneiden ziemlich gut ab.


Image „Smartphone“ by Terimakasih0 (CC0 Public Domain)


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15 kostenlose Android-Apps, die euren Alltag optimieren

Wir stellen euch heute 15 Apps vor, die euren Alltag in vielerlei Hinsicht verbessern. Im AppStore gibt es eine Flut von Angeboten, in der man nur allzu leicht untergehen kann. Wir haben die besten Apps aus mehreren Kategorien für euch nun aufgelistet:

Avast Security & Boosteravast-security-booster

Mit Avast Security & Booster könnt ihr euch gegen Viren und Malware, die Pop-Ups und unerwünschte Werbung einblenden, schützen. Ihr erhaltet von der App eine Benachrichtigung, wenn ihr kritische Apps installiert, die eure Privatsphäre gefährden. Außerdem könnt ihr eine App-Sperre und einen Anrufblocker aktivieren. 

Pocket Anwalt

Mit Pocket Anwalt könnt ihr euch allgemeine Rechtsfragen beantworten und Gerichtskosten berechnen lassen. Falls eure Frage über eine allgemeine Rechtsfrage hinausgeht, wird euch angezeigt, mit welchen Kosten bei einer umfangreichen anwaltlichen Beratung zu rechnen ist. Außerdem erfahrt ihr alle aktuellen Nachrichten aus dem Bereich des Rechts.

Skoobe – Die mobile Bibliothek

Mit Skoobe könnt ihr vollständige E-Books ausleihen, statt sie zu kaufen. Neben Neuerscheinungen führt die App auch Bestseller und Literatur in vielen Kategorien. Und das ganz ohne Werbung. Allerdings gibt es alle E-Books nur in einer Testversion gratis, die nach 30 Tagen abläuft. Danach kostet der Dienst 9,99 Euro pro Monat.

mehr-tanken

mehr-tankenDie App zeigt euch die günstigsten Tankstellen in eurer unmittelbaren Umgebung an. Der Dienst agiert nach dem „User helfen Usern“ – Prinzip. Mittlerweile gib es in Deutschland bereits drei Millionen Teilnehmer in der Spritpreis-Community. Zunächst tragt ihr eure Spritsorte ein, woraufhin euch anhand der Standortabfrage die günstigsten Spritpreisangebote im Umkreis von zehn Kilometern angezeigt werden. Den Suchradius könnt ihr beliebig erweitern und verkleinern. Außerdem gibt es einen Verbrauchsrechner, mit dem ihr euch anhand eures letzten Kilometerstandes, eurer Fahrzeugmarke und der verwendeten Spritsorte nähere Verbrauchsinformationen und eine Kostenstatistik ausrechnen lassen könnt.

testbericht.de

Ihr seid unschlüssig, welches Produkt das Richtige für euch ist oder wollt über ein bestimmtes Produkt mehr erfahren? Diese App ist eine Kombination aus Testberichten und Preisvergleichen. Ihr wählt dabei entweder aus einer Kategorienliste das Produkt aus oder scannt den Barcode via Smartphone-Kamera ein, sodass die App euch das günstigste Angebot mit Erfahrungsbericht liefert.

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China Gadgets

Mit dieser App bekommt ihr eine Sammlung ausgefallener Produktideen aufs Smartphone. Die meisten Waren sind mit Erfahrungsberichten und Online-Preisvergleich versehen. Bei China Gadgets könnt ihr aus verschiedenen Kategorien zwischen diversen lustigen, sinnlosen, aber auch nützlichen Kuriositäten für den Alltag wählen. 

HERE WeGo

HERE WeGo ist eine App für die einfache Navigation durch die Stadt mit Routenplaner. HERE WeGo verfügt über Informationen zum Verkehr und allen öffentlichen Transportmitteln, sowie genauen Wegbeschreibungen. Ihr könnt euch die nächsten Abfahrten an Haltestellen anzeigen lassen und die voraussichtlichen Ankunftszeiten an den nächsten Stationen mit den Linien, die dort abfahren. Besonders praktisch dabei: es gibt offline-Karten, mit denen ihr euch beispielsweise gut im Ausland navigieren lassen könnt.

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Alcohol Calculator

Diese App berechnet – wie der Name schon vermuten lässt – den Alkoholanteil in eurem Blut, sodass ihr neben eurer subjektiven Einschätzung noch eine rechnerische Beurteilung habt, ob ihr noch fahrtüchtig seid. Abhängig von Gewicht, Geschlecht, Körpergröße und natürlich dem, was ihr getrunken habt, erfahrt ihr auf Knopfdruck euren theoretischen Promille-Gehalt.

BundesArztsuche

Falls ihr nach einem Kneipenabend auf den Alcohol Calculator verzichtet habt und nicht ohne die ein oder andere Blessur davongekommen seid, kann euch nun diese App der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dabei helfen, Fachärzte und Allgemeinmediziner rund um den aktuellen oder einen frei wählbaren Standort zu finden. Es gibt außerdem aktuelle Nachrichten zu dem Thema Gesundheit und dem Bereich Vorsorge, wo man sich über Dinge wie Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen informieren kann.

Finde mein Handy

Bedarf ob des alles verratenden Namens eigentlich keiner Erläuterung, aber der Vollständigkeit halber trotzdem nochmal: Mit dieser App könnt ihr euer Smartphone orten, wenn ihr es verlegt habt oder es euch gestohlen wurde.

Hydro Coach – Wasser trinkenyxc

Hört sich trivial an, ist es aber nicht: Diese App hilft euch dabei, euren täglichen Bedarf an Wasser nicht aus den Augen zu verlieren. Mit einem angemessenen Wasserkonsum geht ihr nicht nur mit mehr Energie durch den Tag, sondern wappnet euch auch gegen Stress und Kopfschmerzen. Dazu wird euer individueller Tagesbedarf anhand eures Alters, Geschlechts, Gewichts und täglichen Bewegungspensums berechnet.

Shazam

Auch eine bereits sehr bekannte App, aber einfach immer und immer wieder außerordentlich nützlich! Mit Shazam könnt ihr ganz einfach Musik identifizieren, die euch gefällt und deren Interpreten oder Titel ihr nicht kennt. Dazu müsst ihr „zum Shazam antippen“ klicken und euer Smartphone in die Nähe der Musikquelle halten. Nach ein paar Sekunden werden euch alle näheren Informationen zum Song angezeigt.

Barcode Scanner

Den Barcode Scanner kennen mit Sicherheit schon die meisten von euch, wir wollten ihn trotzdem in unsere Sammlung hilfreicher Apps mit aufnehmen. Für die, die diese Funktion noch nicht kennen: Mit der App könnt ihr Produkte scannen, woraufhin euch nähere Informationen zu dazu angezeigt werden. So könnt ihr auch ganz einfach Preise vergleichen oder nachschauen, wo in eurer nähe das Produkt erhältlich ist.

Remember the Milk

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Remember the Milk ist eine To-Do-App. Ihr könnt eure eigenen Listen mit Aufgaben anlegen, die ihr nicht vergessen wollt. Anschließend könnt ihr eure To-Do’s nach Priorität sortieren, einstellen, ob sie wiederholt werden sollen und ob und wie oft ihr erinnert werden wollt. Außerdem ziert eine freundliche Kuh das Logo der App.


Image “Android” by krapalm (CC0 Public Domain) adapted by Nils Hansen


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Sieben nützliche Smartphone Apps

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Viele nutzen ihr Smartphone beinahe ständig und überall. Spiele, witzige Apps und vieles mehr, was uns tagein tagaus Unterhaltung bietet. Allerdings gibt es noch ganz andere Dinge, die wir mit unseren Smartphones tun können – beispielsweise ein virtuelles Gedächtnis anlegen, Einkaufslisten mit unseren Freunden und der Familie teilen oder sogar hungernden Kindern helfen.

Ich habe mich mal auf die Suche nach nützlichen Apps gemacht, die uns nicht nur Spaß bereiten oder den Alltag erleichtern, sondern auch helfen, soziale Kontakte zu pflegen oder was Gutes tun können:

ShareTheMeal

Essen teilen mal anders – mit der App des UN World Food Programme (WFP). Hier kann man hungernden Kindern in entwicklungsarmen Ländern mit nur einem Klick auf dem Smartphone helfen. Nur 0,40 Euro am Tag reichen, um ein Kind für einen Tag zu ernähren. Und es geht so einfach: Mit jedem Klick spendet man 0,40 Euro an ein hungerndes Kind. Zudem bietet die App einen ständigen Überblick darüber, wo die Mahlzeiten geteilt werden und wie viel durch diese App schon erreicht wurde.

„ShareTheMeal“ gibt es kostenlos im App Store für das iPhone und im Google Play Store.

Miitomo

Nintendo hat eine lustige App entwickelt, bei der man sich mit seinen Freunden vernetzen und sie auf diesem Weg noch besser kennenlernen kann. Das Prinzip ist simpel: Einfach einen Mii-Charakter nach dem eigenen Aussehen erstellen und ihm eine Stimme verleihen. Dann geht es auch schon los und man muss Fragen beantworten, wie beispielsweise, welchem Traumberuf man schon immer nachgehen wollte. Diese Antworten werden einfach mit den Freunden geteilt und fröhlich darüber diskutiert.

Die App „Miitomo“ kann kostenlos im App Store und im Google Play Store heruntergeladen werden.

Bring! Einkaufsliste

„Bring!“ ist ein virtueller Einkaufszettel, der das Einkaufen einfacher gestaltet. Er sorgt für eine perfekte Organisation und Kommunikation mit der Familie oder auch mit der WG. Mit der App muss man keine Einkaufszettel mehr schreiben, sondern kann hier Listen erstellen und sie mit der Familie, Freunden oder mit dem Partner teilen. Praktisch ist an der App vor allem, dass man direkt sehen kann, wer einkauft, um eventuell noch etwas zu ergänzen. „Bring!“ erlaubt es, mehrere Listen anzulegen, um noch organisierter einzukaufen, wie beispielsweise für die anstehende Party oder für den Urlaub.

Im App Store und im Google Play Store gibt es die App zum kostenlosen Download.

Marktguru Prospekte & Angebote

Mit Marktguru kann man online durch aktuelle Prospekte, Flyer, Broschüren und Angebote blättern und immer über alles auf dem aktuellen Stand sein. Die Produkte können direkt in die Merkliste gelegt werden, damit diese beim nächsten Einkauf nicht in Vergessenheit geraten. Die App ist gerade für Sparfüchse super geeignet und ideal, um Preise zu vergleichen und ordentlich Geld zu sparen!

Auch diese App gibt es kostenlos im App Store und im Google Play Store.

Blinkist

Mit Blinkist kann man online die besten Sachbücher lesen, um sein Wissen jederzeit zu erweitern. Über 1.500 Bücher sind einfach und kurz zusammengefasst, um sie in 15 Minuten zu lesen oder auch, um sie zu hören. Geeignet ist diese App besonders für Leute, die sich stetig in vielen Bereichen oder in ihrem Job weiterentwickeln möchten. Es gibt drei Varianten der Nutzung von Blinkist: Kostenlos, Plus oder Premium.

Die App könnt ihr hier im App Store oder im Google Play Store downloaden.

Evernote

Das virtuelle Gedächtnis für Aufgabenlisten, Erinnerungen oder Notizen. Diese App ist auf allen Geräten anwendbar – sei es das Tablet, das Smartphone oder der PC – , sodass man seine Notizen immer bei sich hat. Diese können auch für andere, die darauf Zugriff haben sollen, freigegeben werden. Es gibt die kostenlose Version oder aber auch die Bezahl-Version, so hat man zusätzlichen Zugriff auf die Cloud, um noch mehr Dateien wie Fotos oder Videos, Notizen oder Erinnerungen zu speichern.

Um die App herunterzuladen, einfach hier im App Store oder im Google Play Store kostenlos installieren.

Wasser trinken Erinnerung

Eine App, die auf die Gesundheit bedacht ist, denn sie erinnert einen daran, regelmäßig zu trinken. Man kann durch verschiedene Symbole anklicken, wie viel man bereits von welchem Getränk getrunken hat. Die App zählt mit und zeigt, ob man schon genug getrunken hat, oder nicht. So kann man sein eigenes Trinkverhalten gut im Auge behalten und das Trinken auch nicht mehr so einfach vergessen. Zudem gibt es hilfreiche Tipps zum Trinkverhalten, um das Trinken zu „üben“.

Die App gibt es für Android Smartphones und kann im Google Play Store heruntergeladen werden.


Image „Apps“ by LoboStudioHamburg (CC0 Public Domain)


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Warum Menschen auch nach Feierabend noch über ihren Job schreiben

Young woman thinking with pen while working (Image by Karolina Grabowska [CC0 Public Domain] via Pexels)

„Weißte, vielleicht muss ich das gerade einfach erzählen, sorry. Aber sagt man nicht, dass Ihr Taxifahrer irgendwie wie Therapeuten seid?“

„Da ist schon was dran, aber ich sag’s gleich: Was uns von Therapeuten unterscheidet, ist: Wir können nicht so gut helfen.“

„Ich hab mein Leben ruiniert, ich werd‘ alles neu anfangen müssen, es ist alles vorbei!“

Das Blog von Taxifahrer Sascha Bors liest sich wie eine Mischung aus Tagebuch, Action und Sitcom. Seit rund acht Jahren schreibt der gebürtige Schwabe auf Gestern Nacht im Taxi über seinen Alltag als Taxifahrer in Berlin. Leser bekommen hier nicht nur lustige bis nachdenklich stimmende Anekdoten von Bors Fahrten geboten, sondern auch viele Informationen über die Arbeit als Taxifahrer. Ein Beruf, der mit vielen Vorurteilen behaftet ist und oft missverstanden wird, findet Bors. Denn viele Kollegen arbeiten seiner Meinung nach viel zu viel, verdienen zu wenig und müssen sich dafür oft noch die neunmalklugen Sprüche der Fahrgäste anhören. Da jeder der Meinung sei, er könne Autofahren, würde oft unterschätzt, wie stressig der Job sein könne, erklärt er gegenüber den Netzpiloten: „Man kriegt da zu hören dass man Klausis Hinterhofkaschemme in 12878 Arsch-der-Welt ja wohl kennen müsse, dass es uns eigentlich noch zu gut ginge oder dass das Trinkgeld heute natürlich ausfällt, weil sorry, also bei ’nem Opel als Taxi …?“

Nach Feierabend auch noch über den Job schreiben?

Sascha Bors
Aus dem Taxi ins Blog: Sascha Bors

Das Schreiben über seinen Berufsalltag ist daher für Sascha Bors eine Mischung aus Tagebuch und Aufklärung. Er findet das Notieren seiner Geschichten nach Feierabend wie eine Therapie: Ist etwas schlecht gelaufen, kann er das beim Schreiben verarbeiten. Gibt es gute Nachrichten, kann er sie mit anderen teilen. Darüber hinaus nutzt er sein Blog eben auch, um seine Meinung zu äußern und um sein Wissen über die Taxifahrerei weiterzugeben.

So ähnlich sieht es auch sein Bloggerkollege Heiko Schneider. Auf kreidefressen schreibt er über seinen Alltag als Lehrer und das deutsche Schulsystem. Das Blog als persönliches Tagebuch zu nutzen, ist dabei nur ein Grund für seine Schreiberei. Schneider hatte es vor allem satt, wie der Mainstream über Lehrer berichtet. Wie Bors wehrt er sich so mit seinem Blog gegen Vorurteile: „Ich ärgere mich oft über die klischeehafte Auseinandersetzung mit dem Lehrerberuf,“ sagt Schneider zu den Netzpiloten. „Am Ende bleibt dann bei den Lesern wieder nur hängen: Dauerurlaub, Hitzefrei, faule Säcke und ungerechte Beurteilung.“ Sein Blog bietet ihm hier die Möglichkeit, dem ein Gegengewicht entgegenzustellen.

Heiko Schneider und Sascha Bors sind dabei bei Weitem nicht die einzigen im deutschsprachigen Raum, die über ihren Beruf bloggen. Zahlreiche Polizisten, Kellner oder Anwälte schreiben über ihren Beruf im Netz – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Viele davon anonym. Einerseits um sich und ihre Inhalte vor neugierigen Lesern und Nachfragen zu schützen, andererseits aber auch um persönlicher über ihren Berufsalltag berichten zu können.

Heiko Schneider
Heiko Schneider

Denn wer öffentlich bloggt, muss sich natürlich auch über rechtliche Konsequenzen im Klaren sein. Berufsblogger müssen darauf achten, Orte oder Personen zu verfremden und ihre Inhalte gegebenenfalls auch mit dem Arbeitgeber abzustimmen. So haben Berufsblogger, die unter ihrem richtigen Namen schreiben, möglicherweise nicht die gleiche Freiheit wie anonyme Blogger.

Doch egal ob öffentlich, unter Pseudonym oder ganz anonym: Was motiviert Menschen eigentlich dazu, auch noch in ihrer Freizeit über den Job zu schreiben? Grundsätzlich scheint es dabei drei große Motivationsfaktoren zu geben, sagt Sonia Lippke, Psychologin und Professorin für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University in Bremen.

Der erste Faktor ist der Abbau von Stress. Schreiben wirkt wie eine Therapie und hilft den Bloggern, das Erlebte vom Tag zu verarbeiten. Der zweite Motivator ist eine Art Selbstreflexion, in der man sich und seine Rolle im Berufsalltag aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachtet. Und dann gibt es natürlich auch Menschen, die gerne das Wissen aus ihrem Beruf an andere weitergeben möchten: „Es gibt eine große Gruppe von Bloggern, die sich voll und ganz mit ihrem Beruf identifizieren und auch sehr stolz auf ihre Arbeit sind und dann gerne darüber schreiben,“ sagt Sonia Lippke im Gespräch mit den Netzpiloten.

Bloggen zwischen Stressfaktor und Spaßfaktor

Zu dieser Gruppe gehört auch Günter Schütte, Landarzt in Ostfriesland. Auf seinem Blog, Hausarzt Ditzum, Nachrichten vom anderen Ende der Medizin, hat Schütte so etwas wie eine Onlinesprechstunde aufgebaut. Er schreibt hier genauso über Hilfe gegen Kater wie über Schlaflosigkeit oder über Brustkrebs. Im Netzpiloten-Interview erklärt er, dass er über all das schreibt, was seine Patienten in der Sprechstunde bewegt: „Ich habe mit meinem Blog vor Jahren angefangen, weil ich  meinen Patienten zuverlässige medizinische Informationen liefern wollte.“ Auch wenn er seit 2015 in Rente gegangen ist, bloggt er auch jetzt noch regelmäßig über medizinische Themen. Das Schreiben hat er dabei nie als belastend oder anstrengend empfunden: „Abschalten brauche ich nicht. Arbeit ist für mich ein Hobby und ich bin sehr traurig, dass ich meine Praxis nicht mehr führen kann.“

Sonia Lippke
Sonia Lippke

Die Work-Life-Balance Expertin Sonia Lippke findet auch nicht, dass Arbeit und Freizeit zwei streng getrennte Bereiche sein müssen. Es käme viel mehr darauf an, sich auf eine Sache zu konzentrieren: „Der Mensch ist nicht für das Multitasking geschaffen. Unser Gehirn kann einfach mehrere Prozesse gleichzeitig nicht gut verarbeiten. Das ist auch bei der Work-Life-Balance wichtig. Wir müssen lernen, im Hier und Jetzt zu leben.“ Das bedeutet: Wenn wir arbeiten, sollten wir uns auf den Job konzentrieren und in unserer Freizeit sollten wir nicht noch nebenher Arbeitsemails checken. Das Problem liegt dabei nicht darin, dass Arbeit und Freizeit immer mehr miteinander verschmelzen. Die Krux ist eher, dass wir nicht völlig abschalten können und uns dann nicht auf den Moment einlassen können, in dem wir uns gerade befinden – weil das Handy vielleicht gerade vibriert oder die E-Mail Alerts uns ablenken. „Wir müssen daher zum Teil wieder lernen, uns auf die Situation zu konzentrieren, in der wir gerade sind und den Augenblick voll und ganz zu genießen.“ Denn sonst kann auch das Schreiben über den Beruf irgendwann von der Entspannung zum Stress werden. Daher ist wichtig, dass man den Spaß beim Bloggen nicht verliert.

Peter Wilhelm (Image by Peter Roskothen)
Peter Wilhelm (Image by Peter Roskothen)

Diese Gefahr läuft Peter Wilhelm sicher nicht. Der studierte Psychologe und ehemalige Bestattungsunternehmer ist wahrscheinlich nicht nur Deutschlands bekanntester Bestattungsexperte, sondern auch einer der humorvollsten. Auf Bestatterweblog lässt er sich auf satirische Weise über den Alltag im Bestatterleben aus und beantwortet auch die vielen Fragen seiner Leser über den Tod, das Sterben und Beerdigungen. Ohne das Komische an diesem Job zu sehen, ginge das gar nicht, erzählt Wilhelm den Netzpiloten: „In jedem Beruf, der sich mit den unschöneren Seiten unseres Daseins befasst, ist es wichtig, eine gute Portion Humor zu haben. In meinen Werken jedoch dient mir der Humor und ein unterhaltsamer Erzählstil dazu, die bittere Pille der Information mit dem Zuckerguss der Unterhaltung zu überziehen. Süß rutscht besser!“

So schreibt Wilhelm nicht nur über seinen vorigen Beruf als Bestatter, er ist auch der Chefredakteur der Publikation Bestatter heute, er unterhält Menschen von der Bühne aus mit einer satirischen Show über das Sterben und er hat auch mehrere Bücher zu diesen Themen herausgebracht. Titel wie „Darf ich meine Oma selbst verbrennen?“ zeigen, dass er das ernste Thema Tod auch immer mit einem Schmunzeln betrachtet.

Günter Schütte
Günter Schütte

Dabei geht Wilhelm mit allen Fragen zum Sterben sehr ernsthaft und respektvoll um. Schließlich geht es ihm auch darum, den Menschen – wenn auch nicht die Angst vor dem Sterben und dem Tod – dann wenigstens die Angst um das Drumherum zu nehmen.

Daneben möchte er auch, ähnlich wie Sascha Bors oder Günter Schütte, das Wissen über seinen Beruf mit seinen Lesern teilen: „Als Bestatter ist man es gewohnt, dass die Menschen einem mitunter etwas distanziert gegenüber stehen. Wer beschäftigt sich schon gerne mit der eigenen Endlichkeit? In lockerer Runde kommt dann aber sehr schnell der Punkt, an dem jeder die Chance nutzt, um endlich mal die Fragen zu stellen, die er immer schon stellen wollte. Werden Toten wirklich die Knochen gebrochen? Wachsen die Haare nach dem Tod weiter? Kann man als Scheintoter versehentlich begraben werden? Es waren und sind immer dieselben Fragen.“ Was lag also näher, als all diese Fragen in einem Blog zu beantworten.

Berufsblogs als neue Gesprächsform

Auch Landarzt Günter Schütte greift viele Fragen seiner Patienten oder Leser auf. Das geht oft weit über rein berufliche Fragen hinaus. Denn egal ob Landarzt, Bestattungsunternehmer, Lehrer oder Taxifahrer: Fremde Berufe erregen immer Neugierde und die Menschen lesen gerne etwas über einen anderen Arbeitsalltag – gerade wenn sie zu einem Thema besonders viele Fragen haben.

So kann das Berufsblog dann sogar zu einer neuen Form der Kommunikation werden. Gerade wenn Blogger dann zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter greifen, um sich mit ihren Lesern auszutauschen, entsteht über den Berufsblog im simpelsten Fall eine Art Fragestunde, im besten Fall aber ein neuer und interessanter gesellschaftlicher Dialog.


Image „Young woman thinking with pen while working“ by Karolina Grabowska (CC0 Public Domain)


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„Nerve“: Wetten wir bald auf das Leben unserer Social-Media-Idole?

Am Donnerstag startet ein Zuckerwatte-Thriller in den Kinos, der sich mit den sozialen Medien auseinandersetzt. Spannend daran ist weniger die Machart als das Thema selbst. Denn hier trifft Live-Streaming auf riskante Mutproben. „Nerve“ ist der Titel eines nicht ganz legalen Online-Spiels, in dem die Menschen entweder Player oder Watcher sind.

Die Player erwartet das große Geld und Watcher zahlen immense Summen, um a) in den Profilen der Player herumschnüffeln zu dürfen, diese b) zu riskanten Challenges herauszufordern und c) zuschauen zu können, wenn es an die Umsetzung geht. Richtig perfide kann es werden, weil sich die Watcher dank der gesammelten Informationen aus den Social-Media-Profilen natürlich die Vorlieben und Ängste der Player zunutze machen. Ein Geheimnis vor den Eltern kann somit schnell zum Druckmittel werden, um den Player auch zur nächsten Mutprobe zu überreden – bis es richtig gefährlich wird.

Der Film startet mit dem Computer-Bildschirm von Vee (Emma Roberts, „Palo Alto“). Erst öffnet sie Spotify, startet einen Powerpop-Track von Lowell feat. Icona Pop, liest eine Mail, browst ein wenig durch Fotos und schon klingelt Facetime. Durch die Computer-Kamera bekommen wir die Hauptdarstellerin nun das erste Mal zu Gesicht. Ein cleverer Schachzug, bedenkt man die Prämisse des Werks. Hier wird Online First gelebt!

Obwohl die Zielgruppe des Social-Media-Krimis eher Schüler und Studenten sein dürften und alles auf Highschool-Teenie-Konflikte hinausläuft, kann man sich doch über den Zeitgeist erfreuen, den „Nerve“ von der ersten bis zu letzten Minute hinterfragt. Müssen wir alle Dinge online teilen, damit sie auch eine Wirkung für uns haben? Ist es gesund, dass ein andauernder Wettkampf um Likes, Shares und Views stattfindet? Und wie schnell lassen wir uns online in Rollen drängen, die uns eigentlich gar nicht entsprechen?

Die Mechanismen hinter „Nerve“ sind gar nicht mal so unrealistisch. Schon heute ist Aufmerksamkeit die absolute Währung in den sozialen Medien. Wenn Facebook beispielsweise ein neues Feature ausrollt, schenkt es den Anwendern auch Reichweite. Wer zuerst Videos postet, wird im Feed bevorzugt angezeigt. Wer zuerst Live-Streams anbietet, bekommt Mitteilungen an seine Follower geschenkt. Erst nach und nach wird die organische Reichweite wieder eingeschränkt, damit die Seiteninhaber Geld in die Hand nehmen, um ihre potentielle Reichweite auch auszuschöpfen.

„Nerve“ fügt diesem Prozess den Nervenkitzel hinzu. Außerdem stellt der Film die These auf, dass wir tatsächlich auch Geld in die Hand nehmen würden, um Teil der Lebenswelt unserer Social-Media-Ikonen zu werden. Schließlich ist es ein großer Spaß, an ihrem Alltag teilhaben zu können – informativ, unterhaltsam und orientierend zugleich.

Man stelle sich nur vor, dass Casey Neistat nicht mehr nur sein tägliches Video-Tagebuch veröffentlicht, sondern andauernd die Kamera mitlaufen lässt. Näher geht’s nicht! Und dann ist es schon nicht mehr so weit, bis uns der Live-Chat allein nicht länger genügt und wir Gefallen daran finden, die Ereignisse aktiv beeinflussen zu können. Warum auch nicht? Wir bezahlen ja schließlich dafür.

Erinnert sich noch jemand an „Second Life“? In der virtuellen Welt konnte jeder sein, wer er wollte. Von Außenstehenden wurde man allerdings immer schräg beäugt, weil das alles ja nicht echt sei. Guess what: Dank Live-Streaming, Virtual-Reality-Brillen und ein bisschen Geld-Motivation könnten wir schon bald wirklich ein „First Life“ erleben. Und quasi direkt in die Haut von jemanden schlüpfen, den wir in der Realität steuern.

Das Online-Spiel in „Nerve“ wirkt gegen diese Vorstellung noch harmlos. Kein Wunder, stammt die Jugendbuch-Vorlage „Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen“ doch aus dem Jahr 2012. Instagram und Snapchat kannte zu dem Zeitpunkt noch niemand und auch die Mobilfunknetze waren noch nicht dazu in der Lage, Live-Streams stabil wiederzugeben. Das sieht heute schon ganz anders aus.

Es dürfte daher nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Plattformen den passiven Videokonsum durch Formate der aktiven Teilhabe aufbrechen. Und wenn das soweit ist, werden wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie wir jemals unbeteiligt vor einem Video verharren konnten.

„Nerve“ startet am 08.09.2016 in den Kinos. Der Thriller mit Emma Roberts und Dave Franco („21 Jump Street“) regt zu futuristischen Gedankenspielen ein.


Image by StudioCanal


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Gefangen im Zeitparadoxon: Wieso Warten so lange dauert

Backward Clock (Image by Keith Evans [CC BY SA 2.0], via geograph.org)

Das kennen wir alle: Wir warten auf das Ende eines langweiligen Meetings oder darauf, dass der Bus endlich kommt, und die Zeit scheint sich viel schleppender hinzuziehen als gewöhnlich. Unsere schönsten Momente scheinen jedoch mit Blitzgeschwindigkeit vorbeizuzischen. Es erscheint offensichtlich, dass eher langweilige Ereignisse länger zu dauern scheinen als solche, die uns stimulieren. Doch es gibt noch einen anderen Grund, warum wir Zeit manchmal unterschiedlich erleben.

Wenn wir verstehen, was ein Ereignis auslöst oder wenn wir es selber auslösen, scheint die Zeit zwischen der Ursache und dem Effekt kürzer zu sein als bei einem Ereignis, das wir nicht kontrollieren können. Dieses Phänomen, das bekannt ist als „Temporal Binding“ (deutsch: „zeitliches Verbinden“), kann uns helfen, einige wichtige Wahrheiten über die Verbindung zwischen Ursache und Wirkung aufzudecken und zu klären, inwiefern wir für unterschiedliche Handlungen tatsächlich verantwortlich sind.

Temporal Binding funktioniert auf eine merkwürdige Art. Die Ursache eines Ereignisses scheint auf einen späteren Zeitpunkt geschoben zu werden, was sich auf die Wirkung bezieht, die wiederum auf einen früheren Zeitpunkt hin zur Ursache geschoben wird. Aus unserer Sicht werden die beiden Ereignisse aufeinander bezogen und zeitlich miteinander verbunden.

Patrick Haggard und seine Kollegen an der UCL waren die Ersten, die auf dieses Phänomen aufmerksam wurden. Sie baten Freiwillige, einen Knopf zu drücken, bei dem nach einer kurzen Pause ein Ton hervorgebracht wurde. Die Freiwilligen schätzten die Ursache, das Drücken des Knopfes, und die Wirkung, das Ertönen des Signals, als zeitlich enger zusammen ein als in den Fällen, wo sie für das Drücken des Knopfes nicht verantwortlich waren.

Absichtliches Verbinden

Derselbe Effekt trat nicht auf, wenn der Ton nach einem unfreiwilligen Muskelzucken (hervorgerufen durch eine Stimulation des Gehirns) erfolgte oder wenn nach derselben Verzögerung ein weiterer Ton ertönte. Die Wissenschaftler nannten dieses Phänomen „Intentional Binding“ (deutsch: „absichtliches Verbinden“), denn sie sind der Überzeugung, dass es die freiwillige Beteiligung (und die Absicht zu handeln) der Personen war, die Handlung und Wirkung zeitlich miteinander verband. Schnell wurde das Phänomen als eine neue Möglichkeit angesehen, um herauszufinden, wie sehr sich Personen in gewissen Situationen als der Lage Herr einschätzen, ohne sie tatsächlich darüber befragen zu müssen.

Kürzlich haben Forscher das Phänomen des „Temporal Binding“ auf das bekannte Elektroschock-Experiment von Milgram angewandt, um zu überprüfen, ob Menschen sich verantwortlich für Handlungen fühlen, zu denen sie genötigt werden. Milgrams ursprüngliches Experiment bestand darin, Teilnehmer zu instruieren, sich einander Elektro-Schocks zuzuführen, um zu überprüfen, ob Menschen einer Anweisung folgen, die anderen körperlichen Schaden zufügt.

Haggard benutzte einen ähnlichen Versuchsaufbau, bat aber die Teilnehmer anschließend einzuschätzen, wie lang die Zeit zwischen dem Drücken des Knopfes, der den elektrischen Schock auslöst, und dem Moment, in dem der Schock zugefügt wird, war. Die Forscher fanden heraus, dass die Teilnehmer die Zeit zwischen Handlung und Auswirkung länger einschätzten, wenn sie zum Verabreichen des elektrischen Schocks gezwungen wurden, als wenn sie aus freiem Willen handelten.

Auf dieser Grundlage schlussfolgerten die Forscher, dass, wenn man Personen nötigt eine Handlung auszuführen, sich diese weniger als Herr der Lage und weniger verantwortlich für ihre eigenen Taten fühlen, als wenn sie aus freiem Willen handeln. Dies hat faszinierende Auswirkungen für Situationen wie Kriegsverbrecherprozesse, in denen die Angeklagten oft aussagen, sie hätten lediglich Anweisungen Folge geleistet und seien daher nicht verantwortlich für ihre Taten.

Das Phänomen des „Temporal Binding“ wurde außerdem eingesetzt, um Krankheiten zu untersuchen und hat auch hier für einige interessante Resultate gesorgt. Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit Schizophrenie das zeitliche Verbinden stärker erleben als solche, die von dieser Erkrankung nicht betroffen sind. Dies deutet darauf hin, dass die Betroffenen ein übermäßiges Gefühl der Kontrolle über die Auswirkungen ihrer Handlungen haben, was wiederum erklären könnte, warum sie wahnhafterweise glauben, dass sie Kontrolle über Dinge besitzen, für die sie tatsächlich gar nicht verantwortlich sein können.

Grund statt Kontrolle

Obwohl das Phänomen des „Temporal Binding“ sich schnell als eine Möglichkeit etablierte, Kontroll- und Verantwortungsgefühl zu messen, hat Marc Buehner von der Universität Cardiff gezeigt, dass es bei diesem Effekt hauptsächlich um Kausalverbindungen geht. Buehner fand heraus, dass wir zeitliches Verbinden selbst dann erleben, wenn wir bloß zuschauen, wie eine Sache eine andere verursacht, also selbst dann, wenn wir gar nicht direkt verantwortlich sind – zum Beispiel, wenn ein mechanischer Hebel einen Knopf betätigt, der dann ein Signal auslöst.

Im Grunde wurde gezeigt, dass unsere Wahrnehmung von Zeit durch unsere Annahmen über Ursache und Wirkung beeinflusst und geformt werden kann. Das Binding ist stärker, wenn menschliches Handeln involviert ist, was daran liegen könnte, dass menschliches Handeln und dessen Konsequenz einfach eine spezielle Verbindung von Ursache und Wirkung ist.

Ein interessanter Ansatz ist, dass Binding für uns ein Weg zu sein scheint, die Welt zu verstehen. Vielleicht verpacken wir Ereignisse, die miteinander verbunden sind, um es uns leichter zu machen zu verstehen, wie die Welt funktioniert, wie Dinge miteinander verbunden sind und wie unsere Handlungen die Welt um uns herum beeinflussen. Um diese Theorie zu testen, untersuchen Wissenschaftler der Universitäten Belfast und Cardiff, wie Kinder Binding erleben. Vielleicht erfahren Kinder stärkeres Binding als eine Methode, effizient eine Welt verstehen zu lernen, von der sie weniger wissen als die Erwachsenen.

Auf der anderen Seite kann es ebenso sein, dass Kinder Binding zu einem weitaus geringeren Ausmaß erleben, da sie möglicherweise einfach nicht so sehr in der Lage sind, Informationen aus der Umwelt herauszufiltern und zu nutzen. Binding könnte jedoch auch im Laufe unseres Lebens gleichbleibend sein und eine integrierte, unveränderliche Art des Erlebens und Lernens über die Welt reflektieren. Was auch immer das Ergebnis sein wird, könnte uns diese Forschung Informationen unschätzbaren Werts darüber liefern, wie wir die Welt verstehen lernen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Backward Clock“ by Kith Evans (CC BY 2.0)


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Ein Tag im digitalen Leben der Teenager

Girl (Image by marcino [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Mit jeder Generation beschwört das öffentliche Bewusstsein eine neue Gefahr für unsere Jugend herauf: War es einst der Rock’n’Roll, so ist es heute die Sorge, dass das Leben der Teenager von digitalen Medien dominiert wird. Es ist die Angst, dass die digitale Überflutung Auswirkungen auf die Fähigkeit zu lernen, sich zu unterhalten, korrekt zu buchstabieren und vieles mehr haben könnte.
Haben sie keine Zeit für die gemächliche, althergebrachte Face-to-Face-Kommunikation, für gemeinsame Zeit mit der Familie oder für einen ungestörten Nachtschlaf, der nicht durch den aufleuchtenden Bildschirm des Smartphones unterbrochen wird? Ich habe ein ganzes Jahr mit einer Schulklasse voller 13-Jähriger verbracht, um genau das herauszufinden.

Die Forschung erforderte es, dass ich Zeit mit den Teenagern in der Schule, zu Hause, bei Freunden und online verbringe. Mich trieb weniger die Sorge um ihr Wohlergehen an, sondern vielmehr war ich fasziniert davon, wie sie es schaffen, den großen Einfluss digitaler Geräte und digitaler Inhalte, die ihr Leben füllen, zu organisieren.

Die Ergebnisse und Überlegungen, die ich aus meiner Feldforschung erhielt und die ich in meinem Buch The Class: Living and Learning in the Digital Age niederschrieb, zeigen eines ganz besonders: Nämlich, dass es der größte Wunsch der Teenager ist, Kontrolle darüber zu haben, wie und mit wem sie ihre Zeit verbringen – und nicht nur, um digitale Medien um ihrer selbst Willen zu benutzen. Zur Veranschaulichung folgen hier drei Momente eines Tages im Leben der digital ausgestatteten Teenager von heute.

In der Schule

Das morgendliche Ankommen in der Schule war stressig, denn die Teenager mussten zunächst umschalten zwischen der Schläfrigkeit und Gemütlichkeit von zu Hause und einem wachen, aufmerksamen Geisteszustand innerhalb der beschränkenden Regeln in der Schule. Ein Teenager, Fesse, kam üblicherweise zu spät – zum Teil, weil er bis spät in die Nacht X-Box gespielt hatte, aber auch, weil er sich darauf verließ, dass seine ältere Schwester ihn jeden Morgen aus dem Haus bugsierte. Eine andere Schülerin, Salma, erschien jeden Morgen ordentlich und ruhig, den sie hatte bereits im Vorfeld mit ihren Freundinnen gechattet, um den gemeinsamen Schulweg zeitlich aufeinander abzustimmen, sodass sie auf dem Weg zur Schule bereits quatschen konnten.

Für einen großen Teil des Tages schaute die Klasse auf das Smartboard, das vorn im Klassenraum stand, und mit dessen Hilfe die Lehrer YouTube-Clips und andere elektronische Ressourcen in ihren Unterricht integrieren. Natürlich sind die Lehrer noch dabei, die Anwendung zu optimieren und den Nutzen zu evaluieren. Wir erlebten eine Reihe von Schwierigkeiten, die Technologie zum Laufen zu bringen, und erlebten manchmal auch, dass es schwierig sein kann, die Schüler für die digitalen Inhalte im Zusammenhang mit dem Fach zu begeistern. So baute zum Beispiel die Musiktechnologie in der Schule nicht so sehr auf Fesses oder Giselles enthusiastischen Musikexperimenten aus ihrer Freizeit auf.

Erfolgreicher schneidet die Anwendung des SIMS, d.h. des Schul-Informations-Managements-Systems, ab, in dem die An- oder Abwesenheit der Schüler, gutes oder schlechtes Benehmen, Noten sowie Fortschritte jeden Tag durch die Lehrer notiert werden.

In der Zwischenzeit

Der Nachhauseweg ist ein bedeutender Moment für die Teenager – eine entspannte Zeit zwischen einer Sache und der nächsten, außer Reichweite der prüfenden Blicke der Erwachsenen. Oft ist dies die letzte Möglichkeit, mit seinen Freunden von Angesicht zu Angesicht zu reden, bevor man nach Hause zurückkehrt – wo die Teenager dann online wieder zusammenkommen werden. Sie mögen es, auf dem Weg nach Hause zu trödeln, um vom fordernden Rhythmus des täglichen Schulbesuchs abschalten zu können. Während sie ihre Telefone die ganze Zeit in der Hand hielten, um regelmäßig Nachrichten zu überprüfen und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, war der springende Punkt jedoch, dass sie Zeit zusammen verbringen wollten, und zwar von Angesicht zu Angesicht.

Zu Hause

Die Hausaufgaben wurden oft von Facebook begleitet, sei es, um sich abzulenken oder um Freunde um Hilfe zu bitten. Manche ließen sich bald in die Welt der PC-Spiele hineinziehen. So spielte Nick mit seinen Schulkameraden, die er bereits den Tag über gesehen hatte, und Adam mit Leuten aus einem Multi-Player-Spiel, in dem er eine Identität annehmen konnte, von der er meinte, sie entspräche ihm am meisten. Giselle hingegen spielte mit Familie und Freunden das unfassbar populäre Spiel Minecraft.

Abby wurde von ihrer spritzigen, kommunikativen Familie empfangen und in Gespräche verwickelt – und das alles mit permanenter Hintergrundbeschallung durch Musik. Megan arbeitete an ihrem Online-Auftritt auf Tumblr – so vergingen unbemerkt einige Stunden. Max, Jenna und Alice trafen sich bei Alice, um zu chatten, rumzualbern und über Harry Potter zu reden. Shane dagegen unternahm Fahrradtouren, so oft er konnte.

Alle waren aber – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß – empfänglich für das Bestreben ihrer Eltern, die Familie zum Abendessen an einen Tisch zu bekommen, um über gemeinsame Hobbys, Haustiere oder das Fernsehprogramm zu sprechen – obwohl jeder sein Smartphone oder Tablet griffbereit hatte, um anschließend wieder auseinander zu gehen.

An- und abschalten – nach eigenem Bedarf

Dieser Einblick in das Leben von 28 Teenagern offenbart, wie unterschiedlich ihre Leben und Routinen sind. Zwar besitzen fast alle ein Smartphone und benutzen Facebook, wenden diese aber unterschiedlich an, um verschiedenen Interessen nachzugehen: Sei es, um sich mit anderen zu verbinden oder um sie ab und zu auszublenden.

Dafür gibt es viele Gründe, doch je mehr wir über das Leben der Teenager lernen, desto offensichtlicher wird es, dass die jungen Leute nicht mehr daran interessiert sind, pausenlos am Netz zu sein, wie die Erwachsenen um sie herum es sind. Die teenager wollen vielmehr die Wahl haben, wann und wo sie sich von der oft regelgebundenen und konfliktgeschwängerten Welt der Erwachsenen, in der sie sich befinden, abtrennen können.

Die digitalen Geräte und die Anwendungsmöglichkeiten, die sie bieten, ermöglichen den Teenagern ihre Agenda geltend zu machen – sie sind ein Schutzschild gegenüber bestimmerischen Eltern, nervigen jüngeren Geschwistern oder scheinbar kritisch auftretenden Lehrern. Sie sind auch ein Mittel, um sich mit mitfühlenden Freunden zu verbinden oder sich mit den neuesten Gerüchten auf dem Laufenden zu halten. Tatsächlich zeigt sich die große Wichtigkeit der Möglichkeit zur Abgrenzung darin, wie die Schüler dem zunehmenden Einsatz von digitalen Mitteln in der Schule skeptisch gegenüberstehen: Auf den Einsatz von digitalen Medien durch die Lehrer im Unterricht, via E-Mail oder über das Internet, um sie zu Hause zu kontaktieren, reagieren die Schüler mit Geflüster und noch umständlicheren Nachhausewegen – als ob sie die Zeit, die sie unbeobachtet von Erwachsenen mit ihren Freunden verbringen können, ausschöpfen wollten.

Als Erwachsene und als Eltern sollten wir weniger Zeit damit verbringen, uns zu sorgen, wie die Teenager ihre Zeit gestalten. Stattdessen sollten wir darauf Wert legen, mit ihnen gemeinsam Zeit zu verbringen und darüber zu reden, welche Herausforderungen als Erwachsene vor ihnen in einer zunehmend verknüpften Welt liegen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Girl“ by marcino (CC0 Public Domain)


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Zurückgeblättert: Hass im Internet gibt es nicht erst seit Pegida

Gegensätze (adapted) (Image by David Schiersner [CC BY 2.0] via Flickr

Das Säen von Hass im Internet ist keine Erfindung der besorgten Bürger der Gegenwart. Vom Widerstand gegen Hass im Netz berichtete die Zeit bereits 1998 in Ausgabe 52. “Wisset, die euch Haß predigen, erlösen euch nicht.” Das Zitat der österreichischen Schriftstellerin Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach stammt aus dem Jahr 1911 und ist doch aktueller denn je. Die Diskussion darüber, wie Hass-Posts in sozialen Netzwerken gehandhabt werden sollen, war in den vergangenen Wochen und Monaten fester Bestandteil deutscher Tagespolitik. Dass die Diskussion um Hass im World Wide Web auch schon vor Pegida und Co. geführt wurde, beweist ein Blick in die Zeit-Ausgabe vom 16. Dezember 1998.

“Die Leute sollen wissen, was im Netz und in ihrer Nachbarschaft passiert, und sie sollen wissen, daß man diese Kerle nicht unterschätzen darf.”

Unter dem Titel „Haßparolen im Cyberspace“ berichtete Zeit-Autor Sven Stillich vor 17 Jahren von der Online-Initiative HateWatch, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den im Internet verbreiteten Hass auf Minderheiten offenzulegen. David Goldman, der Gründer von hatewatch.org, hatte mit Erschrecken feststellen müssen, wie Nazis, Schwulenfeinde und andere Hassgruppen vollkommen offen ihre kruden Werte- und Weltvorstellungen im Internet verbreiteten, und beschloss, selber die Gegenstimme zu bilden. Es ist Zeit, sich anzusehen, was aus HateWatch geworden ist, wie heute die Überwachung der Hasserfüllten gestaltet wird und was aus den Menschen aus Stillichs Artikel von 1998 geworden ist.

Hass war schon damals weit verbreitet

Hatewatch.org taucht in den Archiven von archive.org erstmals 1996 auf. Bereits damals gab es eine beachtliche Zahl an Rubriken, die beweist, dass sich zahlreiche unterschiedliche Hassgruppen schon damals im Internet breit gemacht hatten. Neben „Holocaust Deniers“, „Anti-Arab“ und „Racist Skinheads“ gab es etwa auch das „Who’s who in Hate“. Am 16. Januar 2001, genau zwei Jahre und einen Monat, nachdem die Zeit über die lobenswerte Arbeit der Initiative berichtet hatte, verkündete der Gründer und Leiter das Ende des Hass-Monitorings durch HateWatch. Goldman zog damals eine erfolgreiche Bilanz des Angebots: „Wir glauben, dass wir Erfolg bei unserer Mission hatten, die Online-Community über Fanatismus im Netz aufzuklären und ihnen die Werkzeuge zum Kampf dagegen an die Hand zu geben.“

“Seine Götter sind die ‚weißen Gene’, die er bedroht sieht von Schwarzen, Juden und anderen sogenannten ‚Schlammrassen’.”

Sven Stillich schrieb unter anderem über Matt Hale, „Oberhaupt der Weltkirche des Schöpfers“, der sich auf einen „heiligen Rassenkrieg“ vorbereite und mit seinen Machenschaften in das Visier von HateWatch geraten sei. Ein Mitglied seiner Kirche, Benjamin Nathaniel Smith, beging – angestachelt vom Hassgerede Hales – 1999 einen Amoklauf, bei dem er zwei Menschen tötete und neun verletzte, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Schaut man sich an, wo der religiöse Rassist Hale heute seine Tage verbringt, weiß man, dass nicht nur seine hasserfüllten Worte hochgefährlich waren. Er selbst hatte den Mord an einer Richterin angeordnet, wurde aber überführt und 2003 zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Voraussichtlich wird er bis 2037 hinter Gittern sitzen.

Matt Hales „Weltkirche des Schöpfers“ war lange Jahre eine der am schnellsten wachsenden rassistischen Vereinigungen der USA, 2002 wurde sie in „Creativity Movement“ umbenannt. Nach der Gefangennahme Hales verlor sie dann vollkommen an Bedeutung. Die meisten anderen Hetzseiten, die Zeit-Autor Stillich in seinem Artikel erwähnte, haben heute nicht mehr die Bedeutung von damals. Die Aryan Nations verfiel in den später 2000ern in zahlreiche kleine Splittergruppen, die um die Macht in der Vereinigung kämpfen. Das schwulenfeindliche The American Guardian ist heute unauffindbar. Stormfront hingegen ist weiter aktiv und wird auch heute noch von Don Black geleitet. In dem Forum werden täglich zahlreiche Einträge veröffentlich. Im Thread “Describe your ideology in one word/phrase” schrieb erst am 31. Oktober ein Forumsmitglied: “Hitlerian”. Bemerkenswert: Don Blacks Sohn Derek wendete sich 2013 von den Thesen seines Vaters ab.

Initiative als Speerspitze im Kampf der guten gegen die schlechten Informationen

Nachdem Goldman seine HateWatch-Arbeit für beendet erklärt hatte, verkündete er als letzte Nachricht auf hatewatch.org, dass das Projekt vom Southern Poverty Law Center (SPLC) weitergeführt werde. David Goldman war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch das SPLC hat über die Jahre jeglichen Kontakt zu ihm verloren. Die ehrenvolle Aufgabe, über die Verkündung von Hass im Netz zu informieren und ein Auge auf all jene zu haben, die Hetze verbreiten, wird bis heute fortgeführt. In „Haßparolen im Cyberspace“ ist von rund 200 Hassgruppen die Rede, nach Angaben des SPLC werden mittlerweile mehr als 1600 solcher Gruppierungen überwacht. Neben dem bloßen Informieren über die Machenschaften der extremen Rechten in den USA, werden Polizei-Trainings und Expertenanalysen für Medien angeboten.

Ganz offensichtlich hat David Goldmans Gründung von hatewatch.org Früchte getragen und den Grundstein dafür gelegt, dass gegen den Hass im Netz angesprochen wird. Der Blick aus der Vergangenheit auf unsere Gegenwart zeigt aber auch: das Problem nimmt eher zu als ab. In Deutschland scheint es salonfähig geworden zu sein, in der Öffentlichkeit der sozialen Netzwerke unter eigenem Namen von Fremdenhass durchzogene Beiträge zu veröffentlichen. In dem Glauben, dass die, die da “Wir sind das Volk” rufen, wirklich das Volk sind, schreiben Menschen – in der Annahme, das sei normal – sich den Hass von der Seele und säen damit mehr und mehr Ablehnung gegen Flüchtlinge und Ausländer. In diesem Zusammenhang ist es unfassbar wichtig, lautstark auf die Hetzer aufmerksam zu machen, gegen sie anzureden, nicht stillzuhalten, sondern für Menschlichkeit einzustehen und Hass abzulehnen. David Goldman hat mit HateWatch vor fast zwei Jahrzehnten damit angefangen. Im Herbst 2015 ist Engagement wie das Seine wichtiger denn je.


Image (adapted) “Gegensätze” by David Schiersner (CC BY 2.0)


 

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Fünf Apps, die das Leben einfacher machen

Die Familonet-Gründer beim Webfuture Award 2014 by Jim Gramming/ nextMedia.Hamburg

Die Standortinitiative für die Digital- und Medienwirtschaft, nextMedia.Hamburg, zeigt fünf Apps, die das Leben einfacher machen sollen.

Die Familonet-Gründer beim Webfuture Award 2014 by Jim Gramming/ nextMedia.Hamburg

Ehrlich gesagt: Es gibt viele Apps. Verdammt viele Apps. Aber welche davon sind im Alltag wirklich nützlich? In den vergangenen Jahren haben sich beim Hamburger Webfuture Award, der aktuell wieder innovative Ideen für digitale Geschäftsmodelle sucht, zahlreiche Startups mit Apps präsentiert. nextMedia.Hamburg, die Standortinitiative für die Digital- und Medienwirtschaft, hat aus dem Teilnehmerfeld der Vorjahre  fünf Apps zusammengestellt, die das Leben einfacher machen – von der Familien-Koordination bis zur intelligenten Beleuchtung.

Familonet: Die Familien-App

Mehr als nur ein Chat-Programm für Familien: Mit Familonet können sich Familienmitglieder automatisch über ihren Standort informieren. Die elterlichen Sorgen um die Sprösslinge sollen dank der App reduziert werden. Die zugehörigen Daten werden auf Servern in Deutschland gespeichert. Mit dieser familienfreundlichen Anwendung gewann Familonet sogar den Webfuture Award 2014.

Stuffle: Die Stöber-App

Ein bisschen ist Stuffle wie der Flohmarkt um die Ecke: Von der bunten Handtasche über die gut erhaltenen Playmobil-Figuren bis zum liebenswerten Schaukelpferd ist alles nur einen Klick entfernt. Und wie auf dem richtigen Flohmarkt darf gefeilscht werden. Stuffle ist übrigens ein Kunstwort aus Stuff und Sale. Seit 2014 gehört der Flohmarkt im App-Format zu ImmobilienScout24.

Veloyo: Die Fahrradreparatur-App

Jeder Radfahrer kennt das Problem: Meistens bockt der Drahtesel, wenn keine Werkstatt in der Nähe ist. Veloyo will das zukünftig ändern und setzt auf die mobile Werkstatt: Über die App können die Probleme beschrieben und der Mechaniker gerufen werden – und der kann gleich die passenden Ersatzteile mitbringen. Da freut sich nicht nur die Umwelt! Wann es in welcher Stadt mit dem Service losgeht, wird im Newsletter der Firma mitgeteilt.

Metafoto: Die Geldverdien-App

Mit dem Smartphone ist es so einfach wie nie, im Vorbeigehen Fotos zu schießen. Dank  Metafoto können diese Schnappschüsse nun sogar Geld bringen. Die Smartphone-App macht die große Nachfrage von Verlagen und Marken nach Fotomaterial transparent und ermöglicht es seinen Usern über so genannte „Missionen“ Auftrags-Fotos zu knipsen. Unter Wahrung der Urheberrechte werden die hochgeladenen Bilder lizenziert und die vorab vereinbarte Vergütung ausbezahlt.

brightup: Die Beleuchtungs-App

Wohnungen werden immer cleverer, auch dank brightup: Die App ermöglicht die Steuerung und Personalisierung der Beleuchtung Zuhause. Und das automatisch! Dazu nutzt brightup Informationen wie etwa die Wetterlage. Dafür müssen nur alle Lampen kabellos angeschlossen werden und schon erledigt die App alles weitere – ganz ohne zusätzliche Programmierung.

Übrigens: Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Webfuture Award endet am 29. April. Gesucht werden auch in diesem Jahr Internet-Gründer mit innovativen Ideen aus der Hamburger Metropolregion.


Teaser und Image by Jim Gramming/ nextMedia.Hamburg


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Sponsored Post: IKEA würdigt die Helden des Alltags

In einer neuen Kampagne singt IKEA ein Loblied auf die Helden des Alltags und will sie aus ihrem Dasein im Schatten der Menschen herausreißen.

IKEA - Helden des Alltag (Bild: IKEA)

In einem epischen und gefühlsbetonten Werbefilm dankt der schwedische Möbelkonzern den Helden des Alltags. Denen, die das Leben der Menschen angenehmer machen, dabei zwar oft nicht beachtet werden, aber trotzdem nicht wegzudenken sind. Nun werden sie endlich gewürdigt: all die Toilettenbürsten, Badvorleger und Kleiderbügel – um nur einige beim Namen zu nennen. Weiterlesen »

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Die Smartphone-Obsession – nicht ohne mein Handy

Das kennen wir gut. Menschen die ständig auf Ihr Smartphone sehen. In der Bahn, im Unterricht oder gar im Meeting. Wir empfinden das teilweise als unhöflich. Gerade wenn die Person, die dies tut, sich eigentlich mit einem selbst im Gespräch befindet. „Smartphone ist in und Knigge ist out, oder was?“, hallt es dann durch die Gedanken. Eine amerikanische Studie hat dieser Smartphone-Obsession jetzt einmal auf den Zahn gefühlt.

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