CULTURE&VIDEO: Jeremy Scahill im Interview

Producing hard hitting Journalism: Tilo Jung kitzelt einen kleinen Scoop aus seinem Gesprächspartner Jeremy Scahill // von Hannes Richter

Jeremy ScahillEs war wohl ein Zufall, dass Tilo Jung gerade jetzt den amerikanischen Journalisten und Autoren Jeremy Scahill auf der Couch hatte. Der vielbeschäftigte Star des investigativen Journalismus ist gerade in Deutschland unterwegs, um die deutsche Ausgabe seines Buchs „Dirty Wars“ vorzustellen. Offensichtlich kalt erwischte ihn die Nachricht, dass in den vergangenen Tagen Informationen über ein geplantes Projekt mit dem anderen großen Enthüllungsjournalisten, Guardian-Reporter Glen Greenwald, an die Öffentlichkeit gelangten. Buzzfeed verriet, dass Greenwald den Guardian verlässt um eine neue, unabhängige Plattform für investigativen Journalismus zu gründen. Mit an Board: eBay-Mitbegründer Pierre Omidyar und Jeremy Scahill.

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In Wahlkampfzeiten musste Jung für seinen kumpelhaften Stil und die allzumenschliche Herangehensweise an Politiker (auch im wahrsten Sinne des Wortes) viel Kritik einstecken, auch bei den Netzpiloten fand die Debatte statt. Hier funktioniert es. Jung muss eigentlich nicht viel machen, macht genau das aber gut. Das Konzept ist dasselbe, er lässt seinen Gesprächspartner wieder in erster Linie selbst reden. Wie bei den Vorwahl-Interviews wirken einige Fragen „dumbed-down“. Doch Jung interessiert sich wirklich für das Thema, er schafft eine Atmosphäre, bei der es Spaß macht, den beiden zuzuhören. Als Scahill anfängt, das erste Mal in der Öffentlichkeit über seinen neuen Job zu sprechen, möchte man dem plaudernden Starjournalisten regelrecht zuflüstern, ob es nicht besser wäre, jetzt nichts mehr zu sagen. Er redet trotzdem weiter, lacht dabei und sorgt für einen Scoop. Im Laufe des gestrigen Tages verlinkte die amerikanische Huffington Post den Gesprächsausschnitt.

Hannes Richter

wanderte schon früh zwischen den Welten, on- und offline. Der studierte Kulturarbeiter arbeitete in der Redaktion eines schwulen Nachrichtenmagazins im Kabelfernsehen, produzierte Netzvideos und stellte eine Weile Produktionen im Cabaret-Theater Bar jeder Vernunft auf die Beine, bevor er als waschechter Berliner nach Wiesbaden zog, um dort am Staatstheater Erfahrungen im Kulturmarketing zu sammeln. Er baute später die Social-Media-Kanäle der Bayreuther Festspiele mit auf und schoss dabei das erste Instagram-Bild und verfasste den ersten Tweet des damals in der Online-Welt noch fremden Festivals. Seitdem arbeitete er als Online-Referent des Deutschen Bühnenvereins und in anderen Projekten an der Verbindung von Kultur und Netz. 


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