Alle Beiträge zu schule

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
NETZWELTsüddeutsche zeitung: Fadi spielt um sein Leben: Eine Freundschaft über alle Grenzen. Kennengelernt haben die beiden Männer sich über das Spiel „Plants vs. Zombies Heroes“. Der eine aus Damaskus, der andere aus Cobur. Zwischen den Beiden beginnt sich eine Art Freundschaft zu entwickeln. Der Austausch über Musik und Hobbies weicht [...]
Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
DATA heise: Dynamische IP-Adressen sind laut BGH personenbezogene Daten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hält dynamische IP-Adressen von Website-Besuchern für datenschutzrechtlich geschützte personenbezogene Daten. Dies stellt das höchste deutsche Gericht in einem heute gesprochenen Urteil klar. Es folgt damit einem im Oktober 2016 ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in derselben Sache. [...]
Weiterlesen »

(R)Evolution der Bildung – Der Unterricht braucht ein Update

School (Image by congerdesign [CC0 Public Domain], via Pixabay)
Deutschland – das Land der Ingenieure. Heimat von Mercedes, Volkswagen und BMW. Ist es da nicht eigentlich verwunderlich, dass wir in Sachen Technologien und Digitalisierung ziemlich hinterherhinken? Vor allem was den Bildungsbereich angeht? Deutschland gehört immer noch zu den Schlusslichtern der OECD-Länder, was den Gebrauch digitaler Medien im Unterricht angeht. [...]
Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
WINDOWS heise: Microsoft will mit Windows 10 S die Schulen zurückgewinnen: Mit der neuen Programmvariante Windows S will Microsoft wieder Marktführer im Segment Schulcomputer werden. Ein besonderes Highlight ist hierbei die Software „Setup my School PCs“: Der Administrator kann damit die Konfiguration des PCs vornehmen und die Einstellungen hinterher auf [...]
Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
ANDROID t3n: Macht Google Android 8.0 fit für den Desktop?: Android Nougat, die aktuelle Version des mobilen Betriebssystems, befindet sich auf gerade einmal 2,8 Prozent der Geräte. Dabei hatte man sich erhofft, dass der Anteil steigen würde, indem man der Release schon relativ früh durchführte. Daher könnte es sein, dass [...]
Weiterlesen »

Gefährden Altmedien den Digitalstandort Deutschland?

Kaum ist der von der Bundesregierung angekündigte „Digitalpakt“ Gegenstand der (veröffentlichten) öffentlichen Diskussion, schon finden sich die üblichen KulturpessimistInnen und bemühen sich um die altbekannten Gefahrennarrative der Förderung des „Häppchenwissens“ und der digitalen Überforderung der jüngeren Generationen dieses Landes. Pensionierte Lehrer in einflussreichen Positionen meinen, immer noch auf der Höhe [...]
Weiterlesen »

Mädchen schneiden in der Schule besser ab – sind aber weniger zufrieden

child (image by KokomoCole [CC0 Public Domain] via Pixabay)
Die übliche Diskussion über die Erfahrungen von Kindern in der Schule fokussiert sich auf akademische Leistungen, persönliche Entwicklung sowie Bewertung der Schule. Fragt man Lehrer, Eltern oder politische Entscheidungsträger, was das wichtigste Angebot einer Schule sei, wird die Antwort eindeutlig sein: Bildung. Sie möchten, dass Kinder Wissen und Fähigkeiten entwickeln, [...]
Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
NINTENDO Handelsblatt: Der große Run auf Super Mario: Nintendo ist zurück, der schon fast totgesagte Spieleentwickler feiert auf Smartphones ein beeindruckendes Comeback. Nachdem Apple-Chef Tim Cook angekündigt hat, dass Nintendos Dauerbrenner Super Mario im AppStore als „Super Mario Run“ erhältlich sein wird, haben sich die Leute auf die Nintendo-Aktien gestürzt. [...]
Weiterlesen »

Was Philosophie über Bildung für eine bessere Zukunft sagen kann

Questioned Proposal (adapted) (Image by Ethan Lofton [CC BY 2.0] via flickr)
Wie schafft man eine Generation, die Lösungen für ihre Probleme erdenken und den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Welt begegnen kann? Das diesjährige Treffen in Davos befasst sich damit, wie wir die immensen Herausforderungen der sogenannten “vierten Industriellen Revolution” meistern können – einer Ära rasanter und komplexer technologischer Veränderungen, in [...]
Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 12. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um Streaming, David Bowie versus MTV, E-Sport an Schulen, Taylor Swifts weißer Feminismus und Pavel Durov. Ergänzungen erwünscht.

  • STREAMING The Next Web: Motörhead frontman Lemmy’s funeral was streamed live by 280,000 people on YouTube: Samstagnacht habe ich mir die Beerdigung von Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister auf YouTube angesehen. Rund 280.000 andere Musikfans machten es genauso. Es war nicht die erste Beerdigung eines Stars, die gestreamt wurde, aber dieses jüngste Eriegnis zeigt, wie wichtig Streaming geworden ist, um an globalen ereignissen teilzuhaben. Ich bin gespannt, ob die Angehörigen von David Bowie einen ähnlichen Schritt unternehmen.

  • DAVID BOWIE Fusion: David Bowie’s legacy includes challenging MTV’s color code: Selbstverständlich kann man den Tod von David Bowie betrauern, mich erfreut und erstaunt allerdings gerade mehr, was für eine beeindruckende Persönlichkeit er war. David Mattews schreibt auf Fusion.net über eine Anekdote aus Bowies Leben, die mir noch vollkommen unbekannt war. 1983 kritisierte er MTV für seine rassistische Programmgestaltung, nachdem er davon erfahren hatte und setzte sich für schwarze MusikerInnen ein. Schlimm, dass es noch in den 80er Jahren so einen vorgelebten Rassismus gab, beeindruckend aber, wie Bowie sich öffentlich gegen ein Gesellschaftsproblem stark machte.

  • E-SPORT Ars Technica: Norwegian high school puts e-sports and gaming on the timetable: In Norwegen können SchülerInnen in Bergen seit August das Wahlfach E-Sports belegen. Peter Bright berichtet auf Ars Technica von dem Unterricht, in dem u.a. Computerspiele wie Counter Strike und League Of Legends gespielt werden können. Spannend ist auch, wie gut die Schulen ausgestattet sind: es gibt Gaming-Stühle und Computer mit leistungsstarken Grafikkarten.

  • FEMINISMUS Bustle: 5 Important Reasons I Can’t Love Taylor Swift Anymore: Im vergangenen Jahr gab es viele spannende Artikel über Taylor Swift und ihren problematischen rein weißen Feminismus, die übrigens alle in diesem Artikel von Gina Florio auch verlinkt sind. Florio schafft es aber, eine weitere Perspektive auf das Problem herauszuarbeiten: die Unfähigkeit von Swift, ihren auf Privilegien beruhenden Status auch als Problem anzusehen. Swift ist sicherlich keine Rassistin, doch ihre Definition von Feminismus hat durchaus rassistische Ansätze, die Florio benennt.

  • PAVEL DUROV NYTimes.com: Once Celebrated in Russia, the Programmer Pavel Durov Chooses Exile: Danny Hakim hat für die New York Times einen lesenswerten Artikel über den russischen Unternehmen Pavel Durov verfasst, den man vor allem als Gründer des Facebook auffallend ähnlich sehenden Netzwerks VKontakte kennt, das in Russland sogar größer als sein Vorbild ist. Inzwischen hat Durov Russland verlassen, hat das Exil dem Überwachungsstaat von Putin vorgezogen, und mit dem Messenger Telegram auch ein weiteres Projekt vorzuweisen.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Humboldt, Orwell und die Digitale Bildung

Schulen und das Web: zwei fremde Welten. Kaum bringt die Digitale Agenda da etwas Schwung, schon wird grob unsachlich dazwischengegrätscht. Zu den schönen kulturellen Errungenschaften, die uns die Blogs im Web neu beschert haben, gehört der Rant: die Schimpftirade als selbstironisches Textformat. Also wie Gernot Hassknecht, nur subtiler. Immer dann, wenn alles zu positiv werden droht und alle sich zu sehr auf die Schulter klopfen, kommt jemand und rantet los, in der Regel ausdrücklich markiert mit der Formel „sorry for the rant“.

Christian Füller a.k.a. @ciffi neigte schon immer zum Ranten, aber weniger zum Sorry sagen. Ich folge ihm seit sicher fünf Jahren auf Twitter, und das gern, eben weil er immer wieder den allzu gemütlichen Konsens stört, auch mal provoziert und immer wieder grob dazwischenholzt wie ein britischer Fußball-Vorstopper. Leider fehlt ihm Selbstironie. In den schlechteren Momenten verschwimmt dann die Grenze zur wirren Suada von schwadronierenden Technikkritik-Wirrköpfen wie Manfred Spitzer, dem deutschen Erfinder der „Digitalen Demenz“.

Und jetzt ist er also mit einem rüde rumpelnden Text (erst im eigenen Blog, dann hier bei Cicero) der SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken mit Anlauf von hinten in die Hacken gesprungen. Man kann das gesunde internationale Härte nennen, die Profi-Politiker vertragen sollten. Und ich bin sicher, dass gerade Esken da ungerührt weiterspielt: Die frühere Informatikerin und Elternrätin, die jetzt SPD-Fachfrau für Digitale Bildung ist, habe ich im Netz als reflektiert, pragmatisch und lakonisch-humorvoll schätzen gelernt.

„Fast wie Orwell“

Die SPD-Bundestagsfraktion hat unter Saskia Eskens maßgeblicher Mitwirkung ein Positionspapier zu „Digitaler Bildung“ verfasst (PDF). Dazu hat sie im Tagesspiegel einen Essay geschrieben, dem die Redaktion den zugegeben dämlichen Titel „Humboldt und die Algorithmen“ verpasst hat. Warum aber wird sie in Christian Füllers Verriss so grotesk falsch charakterisiert: „gütig-positiv, rosa Zuversicht, pseudo-emanzipatorisches Erlösungsvokabular, naive Jubelpose, Probleme des Netzes übersäuselnd„? Und warum unterstellt er ihr dazu noch „fast einen Orwell’schen Unterton„?

Das bedient ein beliebtes Klischee: Es ist eine Anspielung auf die ebenfalls eher unterkomplexe kalifornische Digital-Dystopie „The Circle“ von Dave Eggers, die ja nicht zufällig von deutschen Internetskeptikern begeistert aufgenommen wurde. Und auch Eggers selbst bedient ein altes Muster: 1984 kontrastierte der berühmte Apple-Werbespot die bunt-kreativen und individuellen Macintosh-Computer mit einer totalitären Big Brother-Welt, die deutlich auf IBM/Microsoft gemünzt war. Schon 2005 antwortete darauf eine richtig lustige Parodie, in der eben nun bunte Sportswear-Menschen mit iPods als verdummte Masse durch die Gänge trotten.

Ja, Digitalisierung hat zwei Seiten: Auf der einen Seite Verdatung und Zentralisierung, ein Traum für Bildungstechnokraten. Und auf der anderen Seite das dezentrale, von allen Nutzern belebte und weiterentwickelte Web, das der Wissenschaftler Tim Berners-Lee damals zum ausgesprochenen Missvergnügen von Microsoft-Gründer Bill Gates in die digitale Welt gesetzt hat. Das könnte man alles anreißen und diskutieren, aber Christian macht das nicht. Was ihn so aufbringt, ist der „Tonfall„, der „digitale Erlösungsdiskurs„, mit dem angeblich Leute wie ausgerechnet Saskia Esken jede Kritik an vorschneller und unreflektierter Digitalisierung der Bildung ersticken wollen.

Ich habe ihn auf Twitter gefragt, wer denn eigentlich im deutschsprachigen Raum diese naiv-totalitären Digitaleuphoriker sein sollen, vor denen er immer warnt. (Saskia Esken ist es ja definitiv nicht.) Ich sehe sie einfach nicht. Das sind nur Watschenmänner und Pappkameraden. In den USA mag es das geben, bei der Gates Foundation und bei einigen Silicon Valley-Bildungsunternehmen, aber da ist die Gefahr viel eher die universale Verdatung und Verpunktung von Bildung, also die zentrale Kontrolle. Leute aber, die sich wie Esken auf ein aufklärerisches Bildungsideal (Codewort: Humboldt) berufen, sind ganz sicher nicht der Feind. Doch Füller beschuldigt sie pauschal, sich zumindest als nützliche Idiotin für „das Treiben von Facebook, Google etc in Verbindung mit NSA, BND usw.“ einspannen zu lassen.

„Saskia Esken und viele Netzaktivisten“

Also wer? Die Leute auf dem Educamp in Stuttgart, wo ich Esken kurz persönlich kennengelernt habe? Da waren extrem engagierte Pädagogen wie Torsten Larbig von edchat.de und Maik Riecken, der sich selbst zum ausgefuchsten Schulnetz-Administrator ausgebildet hat. Diese Leute muss man nicht der Naivität bezichtigen, was die Netzanbindung von Schulen angeht. (Christian führt allen Ernstes einen misslungenen Videokonferenz-Stream aus der Microsoft-Zentrale als zentralen Beleg dafür an, dass die Forderung verfehlt sei, „endlich die technischen und didaktischen Voraussetzungen für digitales Lernen zu schaffen„. Ich verstehe das nicht.)

Ich könnte jetzt noch zig Namen von deutschen Netzaktivisten mit Schulbezug aufzählen, aber keine/r einzige/r ist entspricht dem Füller-Klischee. Niemand, wirklich niemand sagt da so etwas wie „Tablet, erlöse uns! Lernen war und ist so kompliziert, Internet hülf!“ (Vermutlich bin ich ja selbst schon eine der extremsten Stimmen.)

Es gibt keinen Link im ganzen Text, in dem irgendwie auf eine konstruktive Schiene gelenkt würde. Also etwa ein Link zu Philippe Wampfler, der zwei Bücher über Schulen, Jugendliche und digitale Medien geschrieben hat, und mit dem Christian gern auf Twitter diskutiert. Oder Beat Doebeli, Professor an der PH Schwyz und tatsächlich seit 15 Jahren ein Wortführer der „Digitalen Bildung“-Fraktion, der nichts anders tut, als sehr genau die technischen und didaktischen Hindernisse wie auch die begeisternden Möglichkeiten von digitalen Netz-Medien in ganz konkreten Schweizer Schul-Projekten zu dokumentieren, mit besonderer Berücksichtigung von BYOD-Szenarien (Bring Your Own Device, also das eigene Smartphone).

Es gibt überhaupt fast keine Links in Füllers Old School-Artikel. Es gibt keine Hinweise und in die Breite. Am Ende wird etwa abfällig eine Demonstration bei derselben Microsoft-Veranstaltung erwähnt, bei der 12-jährige Schüler mit einer Schildkröte programmieren lernen. Nun, das ist ganz offensichtlich die Programmiersprache Logo, die der berühmte Digitalpädagoge Seymour Papert in den 1970er Jahren erfunden hat, um Kindern zu zeigen, dass digitale Technologie keine Raketenwissenschaft von Datenkrakenkonzernen ist, sondern Individuen ermächtigen kann und soll. Entweder weiß Christian das nicht, oder – eher noch schlimmer – er sagt es nicht. Das aber bedeutet, die Leser dumm zu halten. Die Kommentare unter dem Cicero-Artikel sind auch entsprechend ahnungslos.

Ohne etwas über Papert zu wissen, ohne die Argumente von Wampfler, Doebeli u.a. ins Spiel zu bringen, kann man aber schlicht nicht vernünftig über Digitale Bildung diskutieren. Dann ist man verdammt zum unterirdischen Manfred Spitzer-Niveau: „Selbst im digital gestützten Unterricht geschehen Dinge, die mit Ermächtigung und Souveränität nicht zu beschreiben sind, aber mit Sucht, Ablenkung und digitaler Hörigkeit.

Digitaler Neusprech

Um fair zu sein: Es gibt in diesem hin- und herspringenden Rant, der sich als seriöser Diskussionsbeitrag geriert, einen wahren Kern. Das Wort „digital“ wird tatsächlich sehr leicht als ein beschwörendes Kürzel verwendet, das genaue Differenzierung ersetzt. Es gibt diese schablonenhaften Textbausteine über „Digitalisierung“, in die man in der Politik, in Sonntagsreden und in EU-Projektanträgen sehr leicht hineinrutscht. Es gibt die Kopfweh erregenden Wischiwaschi-Formulierungen, an denen man beim Lesen teflonhaft abrutscht. Das kann und soll man schon kritisieren. Aber halt nicht so.

Denn natürlich muss man trotzdem genau hinschauen. Als abschreckendes Beispiel wird etwa dieser Satz zitiert: „Wenn wir diesen [aufklärerisch-humboldtischen] Bildungsbegriff für die digitale Welt interpretieren, kommt der digitalen Bildung die Aufgabe zu, die Menschen mit der Aneignung einer digitalisierten Welt zu einer souveränen Teilhabe an ihr zu ermächtigen.

Was heißt das? Wir leben nolens volens in einer „digitalen Welt“. (Ja, klar.) Bildung muss darauf reagieren, wenn sie zum Ziel hat, den Menschen dabei zu helfen, sich diese Welt anzueignen und souveräne Subjekte zu werden. (Ja, klar.) Das Ziel ist Ermächtigung und souveräne Teilhabe. (Ja klar: das urdemokratische, aufklärerische Ideal.)

„Netzverkehrserziehung“

Wo also ist hier Füllers Problem? Man muss es sich mühsam zusammensuchen, aber das eigentliche Problem ist am Ende anscheinend gar nicht zuviel Kontrolle durch GoogleFacebookNSA, das bleibt hier bloßes technikkritisches Klischee, sondern gerade mangelnde Kontrolle: Man soll die SchülerInnen (die Menschen) nicht vorschnell zu souverän werden lassen. Nicht zu sehr teilhaben lassen, nicht ohne sorgfältige pädagogische Kontrolle ermächtigen. Überall drohen ja „Prokrastination, Mobbing und digitaler Exhibitionismus„.

Deshalb keine „vorschnelle, radikale und pauschale Einführung digitaler Lernmöglichkeiten„. (Als ob deutsche Schulen gerade überall Breitband-Internet und ständigen Netzzugang für alle SchülerInnen einführen wollten.) Deshalb nur „reflektiert und schrittweise Schulen und Schüler mit der digitalen Welt zu befreunden„. (Also ob Jugendliche erst die Schulcomputer bräuchten, um mit den unerfreulichen Seiten des Internet Bekanntschaft zu machen.)

Was SchülerInnen wirklich dringend brauchen, sind möglichst viele konstruktive und kollaborative Erfahrungen mit dem Netz als Wissens- und Arbeitsraum. So etwas lernen sie eher nicht auf eigene Faust. Das ist das, was sogar altmodische deutsche Unternehmen wie Bosch gerade an allen Arbeitsplätzen einführen, weil sie gemerkt haben, dass das alte bürokratisch-autoritäre Organisationsmodell ausgedient hat, das unseren Schulen 100 Jahre lang als Blaupause diente. Und natürlich gibt es bereits avancierte pädagogische Konzepte für den Umgang mit dem Netz. Die Londoner St. Pauls School führt z.B. seit 10 Jahren vorbildlich vor, wie das geht. Der Netz-Pionier Howard Rheingold entwickelt Netsmart-Kurse, in denen man lernt, mit dem Web als Bildungs-Ökosystem umzugehen, usw. Alles, was in diese Richtung geht, ist an deutschen Schulen dringend nötig.

Christian Füller gibt keine konkreten Hinweise, wie er selbst sich das „schrittweise Befreunden“ mit dem Netz vorstellt, aber die Metapher, die er wählt, ist schon bezeichnend: Dringend nötig sei „so etwas wie eine Netzverkehrserziehung für die Schüler„. Netzverkehrserziehung. Also nicht gleich auf diese digitalen „Datenautobahnen“, von denen man in den 1990ern sprach, sondern erst mal auf Spielstraßen. Ein Schulparkplatz mit aufgemalten bunten Bahnen, die Straßen und Kreuzungen darstellen, und dann dürfen die Kleinen mit ihren Rädern mit dem orangen Wimpel über den Parcours. Rechts vor links, und immer schön umschauen.

Wenn das das Weltbild sein soll, mit der wir dem Netz und dem Web begegnen, dann wird das nichts mit Bildung für die digitale Welt.

 

Weiterlesen »

Kleine Nerds und große Programmierer

Compuert Camp (Bild: Computer Camp)
Das Computer Camp bietet den Nerds von heute und Programmierern von morgen ein Ferienprogramm der etwas anderen Art. Das Technikferienlager fängt da an, wo die Schule aufhört: In Kursen lernen die Kinder, die von Gerstgrasser und seinem Team liebevoll Nerds genannt werden, alles über Webdesign, Gamedesign, Webentwicklung, Softwareentwicklung und seit diesem [...]
Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 26. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Germanwings-Flug 4U9525, Amazon, Microsoft, Facebook und Medienkompetenz. Ergänzungen erwünscht.

  • GERMANWINGS SPIEGEL ONLINE: Germanwings-Absturz: Sascha Lobo über die Medienreaktionen: Noch immer ist das Unglück des Germanwings-Fluges 4U9525 in aller Munde. Auch im Netz wurden Trauer, Mitleid und auch Empörung bekanntgegeben. Doch wie zeigt man im Netz seine Traurigkeit, wie wird im Netz Beileid ausgesprochen, worüber sind sind die Menschen im Netz empört. Man kann fast fragen: „Wie trauert das Internet?“

  • AMAZON Die Self-Publisher-Bibel: Fire TV Stick ab sofort bestellbar – Software-Update für Fire TV: Amazons Fire TV Stick kann man nun auch aus Deutschland bestellen. Seit gestern Morgen bietet die deutsche Amazon-Seite den TV Stick an. Ausgeliefert wird das deutsche Modell wohl erst im Juni. Der Preis beläuft sich auf 39 Euro. Für Amazon Prime Abonnenten kostet der Stick nur 19 Euro, und wer ihn sich zu einem neuen Abonnement dazubestellt, bezahlt sogar nur 9 Euro. Außerdem gibt es ein Software Update für die Fire-TV-Box.

  • MICROSOFT t3n: Microsoft zieht neue Grenze: Office für mobile Geräte bis 10,1 Zoll kostenlos: Microsoft erweitert sein kostenloses Office Angebot. Schon seit November 2014 ist die Basis-Software von Microsoft Office für mobile Geräte kostenlos. Nun wurde dieses Angebot spezifiziert. In Zukunft wird die App für Android- und iOS-Geräte mit einer Bildschirmgröße von höchstens 10,1 Zoll kostenlos sein. Um alle Funktionen nutzen zu können, muss jedoch ein Office365-Abo abgeschlossen werden.

  • FACEBOOK t3n: Blaues Wunder für Facebook: Mark Zuckerberg läutet das Ende seines Social Networks ein: Auf der Facebook-Entwicklerkonferenz f8 hat Mark Zuckerberg große Änderungen an dem sozialen Netzwerk angekündigt. Facebook soll die Nutzer stärker begleiten und mehr Funktionen bieten. So soll etwa der Facebook-Messenger um einen eigenen App Store erweitert werden. Auch soll der Messenger als Kommunikationstool zwischen Kunden und Händlern etabliert werden. Zudem soll eine Schnitstelle für das Internet of Things hinzugefügt werden.

  • MEDIENKOMPETENZ Datenschutzbeauftragter: Macht Facebook Schule? Soziale Medien im Unterricht: In unserer heutigen Gesellschaft ist es wichtig, über Medienkompetenz zu verfügen. Um diese Medienkompetenz schon im jungen Alter zu vermitteln, nutzen manche Lehrer soziale Netzwerke wie Facebook für den Unterricht. Zwar ist es wichtig, dass Kinder heutzutage lernen, mit den sozialen Medien umzugehen, aber dieses Vorgehen wird auch kritisiert. Schüler werden zur Mitgliedschaft in einem sozialen Netzwerk gezwungen, wenn sie am Unterricht teilhaben wollen. Außerdem spielt auch die Altersbeschränkung eines Netzwerkes hier eine Rolle.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Lernen, Lehren und Managen 2.0 – auf dem Weg zur Schule 2020

Schule der Zukunft (Bild by evanst10000 [CC0 Public Domain], via Pixabay)
Das Bundesland Sachsen-Anhalt möchte mit seinem Bildungskonzept „Lernen, Lehren und Managen 2.0“ die Basis für die Schaffung eines integrierten Wissens-, Informations- und IKT-Management im schulischen Bereich des Landes legen. Auf der CeBIT stellte Frank Bonse vom Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt das Konzept vor und erklärte es im Interview. Tobias Schwarz: Hier [...]
Weiterlesen »

Münchner #WhatsDepp-Medienwoche vom 2.3. – 7.3.2015

classroom-laptops-computers-boy.jpg (adapted) (Image by r. nial bradshaw [CC BY 2.0] via Flickr)
In der #WhatsDepp-Medienwoche dreht sich alles um Informationen und Workshops rund um neue Medien. Zum vierzehnten Mal fand vom 2. März bis 7. März die #WhatsDepp-Medienwoche in der Münchner Stadtbibliothek statt. Die Medienwoche ist ein Koorperationsevent von medienpädagogischen Facheinrichtungen, darunter dem Café Netzwerk, Jugendinformationszentrum Kreis München und der Stadtbibliothek, beziehungsweise [...]
Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 3. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um uns Netzpiloten, den Blogger Andrew Sullivan, Journalismus, an Politik interessierte Jugendliche und Slack. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPILOTEN Brand Eins: Wir Netzpiloten sind Alt-98er: Uns Netzpiloten gibt es jetzt schon seit 17 Jahren. In der Januar-Ausgabe der Brand Eins durften wir zum Auftakt einer Artikelserie über die New Econmy einen Blick zurück und nach vorn werfen. Der Text von Mischa Täubner ist jetzt auch online auffindbar, weshalb wir ihn noch einmal ausdrücklich empfehlen wollen. Wer mehr über uns erfahren will, findet in dem Text viele spannende Anekdoten und Lehren, die wir als Unternehmen in den letzten Jahren gemacht haben.

  • ANDREW SULLIVAN Medium: What Andrew Sullivan taught us about paywalls and independent journalism: Für Blogger und Online-Journalisten war Andrew Sullivan eine Art Vorbild. Stefan Niggemeier widmet dem berühmten Politik-Blogger einen lesenswerten Artikel in der F.A.Z. und Simon Owens erklärt in einem Blogbeitrag auf Medium, was Andrew Sullivan uns über Paywalls und unabhängigen Journalismus lehrte, denn zu diesen beiden Punkten setzte er Maßstäbe.

  • JOUNALISMUS Fachjournalist: Urban Journalism Salon – „Von Angesicht zu Angesicht“: Am 1. August 2014 war ich bei der durchwachsenen Premiere des ersten „Urban Journalism Salon“ in Berlin. Die Idee überzeugte und das Team um den freien Journalisten Mark Heywinkel arbeitet schon an der nächsten Ausgabe und Ablegern für verschiedene Städte. Im Interview mit Felix Fischaleck erklärt Heywinkel, was es mit dieser innovativen Form des partizipativen Journalismus auf sich hat, welche Lehren aus der ersten Veranstaltung gezogen wurden und wann und wo der zweite Urban Journalism Salon stattfindet.

  • JUGENDLICHE Der Schreiberling: Nicht mal unsere Lehrer wissen, was ab geht: Im Tagesspiegel-Blog „Der Schreiberling“ kommen Berliner Jugendliche zu Wort, wie zum Beispiel Luise Böhm, die über den Umgang der Schule mit den Anschlägen von Paris schreibt. Die Schüler haben Redebedarf, doch keine der Lehrkräfte nimmt sich die Zeit, mit den teilweise sehr interessierten Schülern zu Reden. Andere Schüler interessiert es gar nicht, aber der Beitrag zeigt, dass zwar Jugendliche immer früher an politischen Tagesthemen interessiert sein können und sich über das Internet informieren, der Lehrplan diese Themen aber nur für die oberen Klassen vorsieht.

  • SLACK t3n: „Es ist fast ein Wunder, dass überhaupt jemand Slack nutzt!“: Jörgen Camrath hat sich für t3n mit Stewart Butterfield, den Gründer von Flickr, über sein neuestes Unternehmen unterhalten. Slack ist eine App, mit der vor allem Teams zusammen kommunizieren können und die nach zwei Jahren bereits mit einer Milliarde US-Dollar bewertet ist. Vollkommen zu Recht, denn auch bei uns Netzpiloten hat Slack die Kommunikation innerhalb der Redaktion wesentlich verbessert. Andere Kunden, wie Adobe, PayPal, BuzzFeed, Airbnb und die New York Times scheinen das ähnlich zu sehen.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 6. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um was du für Blogs tun kannst, den Umgang mit Trollen, die Regulierung von Uber, Patente von Toyota und BYOD an Schulen. Ergänzungen erwünscht.

  • BLOGGING Spreeblick: Wenn du Blogs unterstützen willst…: Diesen Lesetipp könnten wir wohl das ganze Jahr über unseren Lesetipps voranstellen: Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler listet ein paar Verhaltenstipps auf, mit denen man Blogs unterstützen kann. Aber auch, was Blogs machen könnten, um unser aller Grundlage zu fördern. Diesen Punkten können wir uns eigentlich alle nur anschließen. Lest uns bitte auf unserer Seite, kommentiert da und nicht auf Facebook & Co., teilt auch unsere Inhalte und macht mal ein bisschen Werbung für uns, wenn wir euch überzeugt haben. ;-) Im Gegenzug werden wir weiterhin respektvoll unsere Quellen und Tipps ordentlich verlinken, selber die Blogosphäre fördern, denn auch wir sind nur ein Teil davon und unser Engagement weiterhin in unser Projekt stecken – auch für euch.

  • TROLLE Daniel Bouhs‘ Blog: Warum trollen Journalisten zurück?: Gerade in der Vorweihnachtszeit, auf dem Höhepunkt der islamophoben Pegida-Proteste, belustigten immer mehr die Reaktionen namhafter Medienhäuser auf die aggressiven Trolle in ihren Kommentarfeldern und sozialen Netzwerken. Daniel Bouhs hat sich mit den beiden Social Media-Verantwortlichen von Welt.de und Spiegel Online, Martin Hoffmann und Torsten Beeck, über den Umgang mit den Trollen im Netz unterhalten und die Strategie der Journalisten, zurück zu trollen.

  • UBER Slate: Why Uber will – and should – be regulated: In einem lesenswerten Kommentar auf Slate schreibt Eric Posner, dass das Unausweichliche kommen wird: Regierungen werden Uber regulieren. Aber nicht um die neue Konkurrenz zu vernichten und die Taxibranche zu retten, sondern einfach weil Uber ein fester Bestandteil von Mobilität wird, den man nicht ignorieren kann. Uber wird daraus gestärkt herausgehen, denn nach dem rapaten Markteintritt, in dem es vor allem um Landgewinn und Aufmerksamkeit ging, wird der Dienst durch die Regulierung quasi legalisiert und akzeptiert. Woher weiß Posner das? Das gleiche passierte vor über 90 Jahren mit den damals aufkommenden Fahrten in Automobilen.

  • TOYOTA Business Insider: Like Tesla, Toyota Is Now Giving Away Its Patents: Genau wie Elon Musk im letzten Jahr einige der Tesla-Patente zur Elektromobilität der Allgemeinheit zur Verfügung stellte, macht es jetzt auch Toyota. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas verkündete deren Vizepräsident Bob Carter den Schritt, der ähnlich wie Musks Aktion, vor allem den Markt stützen soll, denn beide Unternehmen setzen auf die selbe Brennstoffzellen-Technologie und wollen, dass sich ihre Technologie auf dem Markt durchsetzt.

  • BYOD Politik Digital: Eigene Geräte im Unterricht für mehr Bildungsgerechtigkeit: Für Politik-Digital.de hat sich Pia Thiele mit dem Mediendidaktiker Richard Heinen über „Bring Your Own Device“ (BYOD) unterhalten, ein Konzept dessen Kernidee es ist, dass Schüler ihr eigenes Gerät am besten kennen und seine Potenziale voll ausschöpfen können. Im Interview spricht Heinen über erste Erfahrungen mit dem Konzept an Schulen, an denen zumindest in Deutschland zur Zeit elf Schüler auf einen Schulcomputer kommen – ein schlechter Schnitt für das IT-Land Deutschland im 21. Jahrhundert. Mit BYOD könnten digitale Endgeräte besser in den Unterricht integriert werden.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Or Be Programmed

Wenn die Zukunft wirklich digital sein sollte, dann muss sich etwas ändern und dafür müssen wir schon bei den Kindern ansetzen: Program or be programmed. Informatikunterricht. Gab es schon in den 80ern an meiner Schule, hatte ich nicht, denn, ihr erinnert euch, meine Eltern führten auf meinem Rücken und mit meiner Unterstützung damals den Kulturkampf gegen Computer, obwohl wir später sogar zu den ersten gehörten, die BTX zu Hause hatten, aber das ist eine andere Geschichte.

Tablets, Smartboards. Ein Thema, das Eltern erregt und elektrisiert. Aktuell mal wieder aufgrund eines Schulmodells in Hamburg. Was haben wir im Elternrat auch um die weitere Einführung von Smartboards gerungen, wie fehlgenutzt auch immer die in der Praxis teilweise werden.

Was mich ärgert (ich kam darauf aufgrund einer Diskussion mit Hansjörg Schmidt, den ich nicht nur aber auch als Netz- und Medienpolitiker in Hamburg schätze und der nicht die Ursache des Ärgers ist), ist aber, wenn die beiden Dinge miteinander verknüpft werden. Oder gar in einem Atemzug genannt. Und das hängt mit einem Thema zusammen, zu dem Nico Lumma neulich was schrieb, das ich nicht wiederfinde, weil die Suche in seinem Blog für mich unbrauchbar ist. Der Idee, dass alle Schülerinnen eine Programmiersprache lernen sollten, dass es wie Fremdsprachen zum Basiscurriculum einer höheren Schule gehöre.

Update: Hier beispielsweise, sagt Nico, habe er das geschrieben, wie sonst auch überall immer (hier, hier und hier). Danke. Lesen.

Mit dem ersten meiner vier Kinder bin ich ja nun fast einmal durch das Schulsystem hindurch. Ok, in Hamburg. Und die anderen drei durchlaufen es. Und nun wechseln wir nach Schläfrig-Holstein in die Schulen, wenn alles klappt.

In keinem Fall meiner Kinder ist eine aus meiner Sicht auch nur rudimentär angemessene Mediennutzung Teil ihres Unterrichts gewesen. Aktueller Höhepunkt war, dass Tertius auf meine Anregung hin sein Baumtagebuch, das er im Nawi-Unterricht anfertigen muss, als Blog führt (was ihn, wie überraschend, tatsächlich motiviert, was eine handschriftliche Papiervariante nicht gekonnt hätte) – aber es keine Lösung dafür gab, wie er dieses Tagebuch dann in der Schule vorführt (außer es auszudrucken, was ja auch keine Lösung sein kann), obwohl der Lehrer die Idee mit dem Blog gut fand. Der Computer im Bioraum ist irgendwie nicht online oder so. Bereits vorher erlebte ich bei einem der beiden Großen so himmlische Dinge wie eine Lehrerin, die für die Bebilderung eines Referats empfahl, diese Bilder doch „von Google“ zu nehmen.

Kopf –> Tisch.

Meine Befürchtung ist – und die ist sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn ich beteilige mich ja nun schon seit mehr als zehn Jahren an der Elternmitarbeit in Schulen und mache noch länger mit bei Schulpolitik -, dass es zwar total wichtig ist, schon diese rudimentären Dinge glattzuziehen im Unterricht, aber der Fokus auf Smartboards und Tablets dazu führt, das weit wichtigere und dringendere Thema Informatik, Programmieren, Verständnis für Programme und Sprachen vollständig zu verdrängen. Dass die Frage der technischen Ausstattung der Schule sozusagen Symbolpädagogik für alles ist, was mit „dem Computer“ (und das heißt für die Generation der aktuellen Eltern und Lehrerinnen allzu oft auch noch „dem Internet“) zu tun hat. Smartboards da – alles ist gut.

Nix ist gut. An den Schulen meiner Kinder gibt es recht viele Smartboards. Aber keinen qualifizierten oder qualifizierenden Informatikunterricht. Geparkt im Wahlpflichtbereich in der Mittelstufe (Klasse 9 und 10) finden einige wenige uninspirierte und nicht inspirierende Einheiten statt, in denen einfache Spiele programmiert werden. Eine privatempirische Stichprobe in einer zehnten Klasse eines Gymnasiums ergab, dass keiner der Schüler (Mädchen wählten das Fach nicht) sich erinnern konnte, welche Sprache sie benutzt hatten oder warum. Oder für sich hätte behaupten wollen, er hätte was gelernt. Mag Pech sein, das glaube ich aber nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass dann die naturwissenschaftlichen Profile in den Oberstufen es so schwer haben, genug Schülerinnen zusammenzubekommen. Naja.

Ohne bisher Erfahrungen damit gemacht zu haben, finde ich den Weg, den die beiden Oberstufen in Eutin gehen, ganz interessant. In dieser kleinen „Stadt“ in Ostholstein werden meine Kinder ab dem Sommer wohl zur Schule gehen. Dort gibt es jeweils naturwissenschaftliche Profile in der Oberstufe, die als eines der beiden profilgebenden Fächer Informatik haben. Ob Informatik eine Naturwissenschaft sei, will ich hier mal nicht diskutieren – aber die Profile werden sehr gut angewählt. Informatik wird hier in der so genannten Eingangsstufe (früher: Klasse 11, heute: Klasse 10) neu aufgenommen, gleich auf einem Niveau, das für Jugendliche interessant ist, gleich mit fünf Wochenstunden, gleich so, dass es auch in die Abiturprüfung läuft. Einer meiner Jungs wird das wählen, dann werde ich es beobachten können. Primus hätte auch Lust dazu, aber da ihm das erste Jahr fehlt, kann er das nicht mehr aufholen, weil sein Informatikunterricht in der Mittelstufe im Vergleich dazu nur Killefitz war.

Fazit, vorläufig: Meine Kinder brauchen keine Computerräume in der Schule und kein iPad oder so einen Kram. Meine Kinder brauchen Lehrerinnen, die selbst wissen, was mit internetbasierten Medien im Unterricht möglich ist. Und meine Kinder brauchen das Angebot eines qualifizierten Informatikunterrichts, der keine Medienerziehung ist sondern eher Fremdsprachenunterricht. Mit den gleichen Abstufungen und Zielen wie anderer Fremdsprachenunterricht – denn nicht alle meine Kinder werden fließend eine andere Sprache sprechen oder gar Bücher schreiben in dieser Sprache. Aber alle sollen Code lesen können und wissen, wie sie rausfinden, wie man da was rausfindet.

Update: Ich habe den Gedanken noch einmal weitergeführt und in die Bildungsdebatte eingeordnet. Hier entlang, wenn ich bitten darf.

tl;dr

Program or be programmed (Rushkoff)


Dieser Beitrag erschien zuerst auf Haltungsturnen.de.


 


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 7. Mai und 5 Lesetipps für den zweiten rp14-Tag

In unseren Lesetipps geht es um Google in der Schule, den Erfolg von Musik auf Vinyl, DuckDuckGo vs. Google, die neue Silk Road, die Zukunft des sozialen E-Commerce und die re:publica 2014. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE CNET: Google unveils Classroom, a tool designed to help teachers: Google hat einen interessanten Use Case vorgestellt, wie die Produkte des Suchmaschinenriesens intelligent in der Schule eingesetzt werden können. Mal abgesehen von der Eigenwerbung des Unternehmens für seine Produkte zeigt dieser Fall Möglichkeiten des vernetzten Lernens und der Organisation des Bildungswesen durch digitale Mittel. Und wie viel in diesem Bereich noch nicht getan wurde.
  • MUSIK Ars Technica: Largest vinyl record pressing plant in the US is expanding: Seit Jahren schon steigen die Verkaufszahlen für Vinyl-Schallplatten, wenn auch nur im niedrigen einstelligen Bereich. Doch trotz iTunes, Spotify und AmazonMP3 scheint sich das Geschäft mit den durch digitale Bearbeitung wirklich sehr guten Tonträgern wieder zu lohnen. Die in den USA größte Schallplattenpresse baut aus, denn sie erwarten, dass der Trend noch weiter geht. Interessanterweise hat der Erfolg der Schallplatte etwas mit dem Erfolg digitaler Musik zu tun.
  • SUCHMASCHINE TIME: DuckDuckGo Is About to Become a Far More Powerful Google Alternative: Die vor allem durch ihre sehr nutzerfreundlichen Privatsphäre-Einstellungen bekannte Suchmaschine DuckDuckGo plant die nächste Version der Suchmaschine, mit mehr Funktionen und einem neuen Design. Die meisten dieser Neuerungen verringern den Abstand zum von Google gesetzten Standard erheblich, so dass hier vielleicht die meist nur Datenschutz-Aktivisten bekannte Alternative langsam in den Mainstream vorrücken könnte.
  • SILK ROAD Techdirt: Silk Road 2.0 Now Larger Than Silk Road Ever Was: Wie beim Kampf gegen Napster, als nach der Zerschlagung der Musiktauschbörse lauter neue Dienste entstanden, die den vermeintlichen Pionier ersetzten, ist auch der von den US-Bundesbehörden zerschlagene Online-Marktplatz Silk Road, berühmt für die einen Teil davon ausmachenden Schwarzmarkt-Geschäfte und das hier mit Bitcoins bezahlt werden konnte, inzwischen durch neue Anbieter ersetzt wurden, die noch größer und erfolgreicher sind, als ihr Vorgänger.
  • E-COMMERCE CNET: Why Amazon wants you to use Twitter hashtags to shop: Gestern haben wir in den Lesetipps über die Kooperation von Amazon und Twitter berichtet, die ermöglicht, dass in Tweets gesendete Links zu Produkten auf Amazon direkt in den eigenen Warenkorb wandern können, ohne Twitter zu verlassen. Donna Tam hat sich für CNET dieses neue Feature genauer angesehen und erklärt dir Vorteile für beide Unternehmen und wie wir in Zukunft online einkaufen könnten.

  • RP14 I Zeit Online: Unterwandern gegen Überwachen: Ein paar Online-Petitionen unterzeichnen ist zu wenig: Auf der re:publica rufen Aktivisten zu Unterwanderung der Politik und zur technischen Aufrüstung der Massen auf, wie Eike Kühl auf Zeit Online schreibt. Zusammen mit Sascha Lobos Aufforderung, das System von innen heraus zu verändern, scheint nach den Jahren des Hypes um die Piratenpartei wieder mehr Realitätssinn in die sich politisierende Netzgemeinde zu kommen.
  • RP14 II Heise Online: Asyl for Snowden!: Bei allem Wachstum und der damit einhergehenden Kommerzialisierung der re:publica ist das Wesen der Blogger-Konferenz immer noch erkennbar. Zwei der wichtigsten Themen war die Forderung nach Asyl für Edward Snowden und Solidarität mit in Asien inhaftierten Bloggern, wie Stefan Krempl auf Heise.de schreibt.
  • RP14 III Tagesschau.de: Politik ohne Politiker: Auf Tagesschau.de wundert sich WDR-Reporter Christian Feld, dass es in Zeiten des Europawahlkampfs und politischer Skandale wie der Überwachung so wenig Politiker auf der re:publica gibt. Dabei übersieht er aber, dass die sich hier treffende Zivilgesellschaft politischer wird, ein klarer Fortschritt zu den letzten Jahren.
  • RP14 IV BR.de: #Auftanken, bitte!: Eine Zapfsäule mit USB-Schnittstelle lädt auf der re:publica zum Auftanken ein. Wikimedia kämpft damit für die Verbreitung von öffentlichen Daten. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt Mathias Schindler die auf Twitter trendende #Datentankstelle.
  • RP14 V Zeit Online: Hauptsache Hasselhoff: Don’t believe the hype: David Hasselhoff soll auf der re:publica über digitale Freiheit sprechen. Er redet vor allem über sich selbst und die Mauer. Und am Ende singt er doch. Steffi Dobmeier zeigt in ihrem Artikel, dass wirklich niemand etwas verpasst hat, der nicht auf der re:publica war oder da war, aber nicht zum Vortrag von David Hasselhoff ging. Inhaltlich kam da nämlich überhaupt nichts bei raus.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Pflichtfach Informatik? Warum Schulen Superkräfte unterrichten sollten

Blue Glow (adapted) (Image by [CC BY 2.0] via Flickr)
Katharina Große, Tinka genannt, schreibt in ihrer Kolumne über den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft. Diesmal geht es um die Notwendigkeit von Informatikunterricht an Schulen. Sollte Informatikunterricht als Standardfach in Schulen unterrichtet werden? Vor einigen Tagen wurde ich Zeuge einer sehr erhitzten Diskussion zu dem Thema, die sich im Grunde [...]
Weiterlesen »

Or Be Programmed

Der österreichische Schriftsteller Oskar Kokoschka sagte, dass ihm aus der Schulzeit nur seine Bildungslücken in Erinnerung geblieben sind. Ähnlich wird es wohl einmal den Kindern von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach gehen, die in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft leben werden, ohne die notwendige Ausbildung bekommen zu haben.

Informatikunterricht. Gab es schon in den 80ern an meiner Schule, hatte ich nicht, denn, ihr erinnert euch, meine Eltern führten auf meinem Rücken und mit meiner Unterstützung damals den Kulturkampf gegen Computer, obwohl wir später sogar zu den ersten gehörten, die BTX zu Hause hatten, aber das ist eine andere Geschichte. Tablets, Smartboards. Ein Thema, das Eltern erregt und elektrisiert. Aktuell mal wieder aufgrund eines Schulmodells in Hamburg. Was haben wir im Elternrat auch um die weitere Einführung von Smartboards gerungen, wie fehlgenutzt auch immer die in der Praxis teilweise werden.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Bildungsangebote im Web brauchen Breitband

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie.

drosselkom

Der große Aufreger der vergangenen Woche war die Ankündigung der Telekom, nicht nur ihre Flatrates künftig mit einer Volumenbeschränkung zu versehen, sondern auch noch ihre eigenen Dienste gegenüber Diensten der Konkurrenz zu bevorzugen. Argumentativ wollte die Telekom die Aufregung dadurch begrenzen, dass sie a) darauf verwies, dass derzeit nur 3% der Telekom-Kunden die Schwelle von 75 Gigabyte erreichen würden, die zur Drosselung führen würde, und dass b) die Regelung erst ab 2016 eingeführt werden würde.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Bildung ist auch nicht mehr das, was sie mal war

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie.

Schulbank (Bild: Bernd Hutschenreuther [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)

Mein Vater ist noch mit einer Schiefertafel in die Schule gegangen, hat also quasi das Etch-a-Sketch der damaligen Zeit nutzen dürfen, um im Unterricht mitzuschreiben. Auf der Schiefertafel war alles vergänglich, nur das Wichtigste wurde in ein Schulheft übertragen, denn Schulhefte waren teuer nach dem Krieg. Schulbücher waren kaum vorhanden und wenn, dann mussten sie lange halten und sind nicht vergleichbar mit den Unterrichtsmaterialien von heute.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Das Digitale macht Schule anders

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie.

Damals, kurz nach dem Krieg, als ich zur Schule ging, da gab es einen Computerraum, den ich während meiner Zeit auf dem Gymnasium gefühlt zweimal betreten habe. Bei beiden Besuchen ging es darum, mit der Programmiersprache LOGO eine Schildkröte durch einfache Befehle Linien auf den Bildschirm zeichnen zu lassen. Natürlich hatten sich jeweils 5 Schüler einen Computer zu teilen, also hakte ich das Thema Computer und Schule schnell ab, auch weil ich zuhause mit einem C64, der Datasette, der Floppy 1541 und einem Lötkolben alles hatte, was das Herz begehrte.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Let‘s iPad: Neue Medien kommen an die Schulen

Der Traum eines jeden Schülers: Twitter und Facebook als Unterrichtsfach in der Schule. In England wird dies nun für die Schüler der Taunton-Privatschule zur Realität.

Let‘s iPad: Neue Medien kommen an die Schulen

Durch die jüngsten Vorfälle um den konservativen Politiker Robert McAlpine hat sich die Schule dazu entschieden, den Umgang mit den sozialen Netzwerken im so genannten „anti-libel lesson“ zu behandeln. Dabei soll hauptsächlich darauf Wert gelegt werden, wie Beleidigungen und Verleumdung vermieden werden: Weiterlesen »

Weiterlesen »