Alle Beiträge zu blogger

#MeetTheBloggerDE: Anne Häusler über Deutschlands größtes Blogger Meet-and-Greet

Red Hands woman creative (adapted) (Image by Kaboompics_Karolina [CC0 Public Domain], via Pexels)
Seit Anfang Mai diesen Jahres findet bereits zum zweiten Mal #MeetTheBloggerDE statt, eine von der Bloggerin Anne Häusler ins Leben gerufende Challenge, bei der sich 14 Tage lang deutschsprachige Blogger*innen auf Instagram porträtieren und miteinander vernetzen. Jeden Tag stellen sie einen anderen Aspekt ihres publizierenden Schaffens vor. Der unter jedem Beitrag verwendete [...]
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Neue Bloggerreise: Als #AltmarkBlogger durch die Altmark

Neues Schloss im Stadtpark Tangerhütte (adapted) (Image by Björn Gäde [CC BY-SA 3.0] via wikipedia)
Die Altmark wird gern auch als die „Wiege Preußens“ bezeichnet, eine durchaus historisch zu vertretende Beschreibung dieses Landstriches nördlich von Magdeburg, aber doch sehr nichtssagend, was die Region und die Menschen angeht. Viele gibt es davon hier nicht (mehr), Landschaft dafür (noch) reichlich. Das Gebiet westlich der Elbe ist eine [...]
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#MeetTheBloggerDE: Die deutsche Blogosphäre in ihrer Nussschale

Nächsten Montag, am 1. Mai, startet die Bloggerin Anne Häusler die zweite #MeetTheBloggerDE-Challenge, bei der sich Blogger*innen auf Instagram vorstellen und andere kennenlernen können. 14 verschiedene Tagesaufgaben geben den teilnehmenden Blogger*innen eine Orientierung, worüber sie schreiben könnten. Der unter jedem Beitrag verwendete Hashtag #MeetTheBloggerDE macht die verschiedenen Beiträge auffindbar und [...]
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Seitenwechsler verändern die PR

Konferenzraum (adapted) (Image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)
Nicht nur die Netzszene reagierte hellhörig als die Meldung durchsickerte, dass Sascha Pallenberg, einer der prominentesten Tech-Blogger und Gründer der national und international bedeutsamen Plattform „Mobile Geeks“, von der Daimler AG rekrutiert wurde. Pallenberg steht als Head of Digital Content des Stuttgarter Konzerns in einer Reihe von weiteren spektakulären Seitenwechseln, [...]
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Internetzensur – Von schwarzen Seiten und Pistolen auf Vorrat

Die Warnungen kamen früh – als das erste Gesetz für Internetsperren in Russland durch die Duma ging, protestierten breite Teile des russischen Netzes. Nutzer beschwerten sich, Wikipedia stellte die Seite aus Protest für einen Tag schwarz und die größte Suchmaschine – das Google-Pendant Yandex – strich im Slogan “Es findet sich alles” das Wort “alles”.

Das Gesetz richtet sich gegen Kinderpornografie, Anleitungen zum Suizid und der Verherrlichung von Drogenkonsum. Vor gut drei Jahren trat es in Kraft und vor ein paar Monaten schaffte es die Medienaufsicht, die Wikipedia wegen eines einzigen Artikels über eine völlig unbekannte Form von Haschisch, “Charas” genannt, für ganz Russland zu sperren – wenn auch nur für 18 Stunden. Doch bereits diese Zeitspanne versetzte der Internet-Öffentlichkeit viele kleine Stiche. Dieses Gesetz und jedes, das darauf folgte, gab der Behörde weitreichende Befugnisse in die Hand.

Die internationale Nichtregierungsorganisation “Freedom House” hatte Russlands Internet im vergangenen Jahr von “teilweise frei” auf “nicht frei” herabgestuft. “Die Freiheit im Netz hat sich stetig verschlechtert, mit einem massiven Niedergang von 2013 auf 2014”, heißt es in dem Bericht.

Die Stimmen im Internet

Der Moskauer Blogger Oleg Kosyrew würde das sofort unterschreiben: “Inzwischen ist es gefährlich, seine Meinung zu ganz verschiedenen Themen im Internet zu äußern, ob zu Politik, Religion oder Geschichte.” Er ist eine der Stimmen im russischen Netz – eine kritische Stimme. Oleg Kosyrew berichtet auf seinem Blog, wenn jemand Spenden für Medizin braucht, wenn er dem Wahlaufruf von kleinen liberalen Parteien aus der Opposition mehr Reichweite geben will oder zu Jahrestagen wie kürzlich zur Annexion der Krim. Das Wort “Annexion” hatte er allerdings vermieden. Allein das Wort könnte ihm den Vorwurf des “Extremismus” einbringen. Bei einer Anklage droht ihm eine Haft von bis zu fünf Jahren.

Seit den frühen Warnungen und den Protesten gegen ein einzelnes Gesetz, das so oder so ähnlich auch in anderen Ländern Europas existiert, hat die Regierung Putin das Regulierungssystem massiv ausgebaut. “Wir haben ein autoritäres Regime. Die Macht versucht, den Druck punktuell auszuüben”, ist Blogger Oleg Kosyrew überzeugt. Tatsächlich nehmen die Behörden in der Praxis nicht nur Illegales ins Visier, sondern auch die Öffentlichkeit als solche und mit dem Einzelnen stärker im Fadenkreuz als bisher. Aktivisten aus der Zivilgesellschaft, Blogger und Unzufriedene werden belangt, gesperrt und besonders hervorstechenden Fällen stehen harte Strafen bevor. Das dokumentiert die Nichtregierungsorganisation Agora, die sich genauso für Freiheit im Netz einsetzt wie Sowa, dem  unabhängigen Analysezentrum für Extremismus.

Drei Beispiele

  • Eine allein erziehende Mutter aus Jekaterinburg wurde zu 320 Stunden Strafarbeit verurteilt. Angeblich hätte sie Hass und Feindschaft gegen “Russen als nationale Gruppe” sowie freiwillige russische Kämpfer entfachen wollen. Ihr Vergehen: das Teilen kritischer Posts zum Vorgehen des Kremls in der Ukraine auf dem Facebook-Pendant “VK” (vkontakte, zu Deutsch: in Kontakt). Zudem hatte sie die Seite des nationalistischen “Rechten Sektors” abonniert.

  • Eine linke Aktivistin aus Krasnodar muss zwei Jahre in Haft sitzen, weil sie ironisch protestierte und forderte, dass sich die südrussische Kuban-Region der Ukraine anschließen solle. Das Gericht wertete das als “Aufruf zur Verletzung der territorialen Integrität Russlands”. Die Menschenrechtsorganisation “Memorial” zählt sie jetzt als politische Gefangene.

  • Die Seite der russischen Organisation für den Schutz von Verbraucherrechten OZPP ging ohne richterlichen Beschluss aus dem Netz. Sie empfahl Touristen mit Verweis aufs internationale Recht, auf der Krim das ukrainische Gesetze zu beachten. Die Organisation blieb offline, bis die Notiz gelöscht war. Der Vorwurf lautete: “Aufruf zu extremistischer Tätigkeit”.

Allein solche Fälle, die angeblich als Extremismus verfolgt werden, hat das Sowa-Zentrum in seinem Bericht für das Jahr 2015 dutzendfach dokumentiert, am häufigsten finden sich hier Sperren und Verwarnungen. Oft gibt der Ukraine-Konflikt mit Freund-Feind-Schemata die Koordinaten vor. “Unrechtmäßiger Antiextremismus” nennen die Experten das Vorgehen der Behörden. Wer oder was darunter fallen kann, ändere sich “je nach politischer Situation oder gesellschaftlicher Stimmung”. So wurde zum Beispiel auch bei einem landesweit für Schlagzeilen sorgenden Fernfahrer-Streik eine Webseite geblockt. Der Grund dafür war, dass sie die Aktion angekündigt hatten – so etwas gilt schnell als “Aufruf zu Massenunruhen”.

Das Ziel sei einerseits, gegen unliebsame Stimmen vorzugehen, andererseits die Mühlen der “trägen Bürokratie” zu mahlen – damit sind nennenswerte Zahlen, die ausgemachte und angebliche Extremisten repräsentieren, gemeint. Unter Kritikern ist dieses Vorgehen als “Checklisten-System” verschrien – abhaken, Soll erfüllt und fertig. Auch die Denunziation erlebt dabei eine Renaissance, wie das russische Online-Magazin “Meduza” aus dem Exil in Riga aufzeigt.

Als das Urteil für die Aktivistin Darja Poljudowa aus Krasnodar vor wenigen Tagen gerichtlich bestätigt wurde, wünschte ihr Oleg Kosyrew die Freiheit und twitterte seinen rund 70.000 Followern entgeistert: “Erstmals in Russland, zwei Jahre Haft für eine Witz-Aktion.”

 

Eigentlich müsste er sich laut Gesetz wegen seiner enormen Reichweite längst offiziell registriert haben. Er wäre somit analog zu Massenmedien für Verleumdung oder Schimpfwörterverbot haftbar und müsste eine  Vorratsdatenspeicherung der auf seiner Seite abgegebenen Kommentare veranlassen.

Wie die meisten Blogger, die etwas auf sich halten, hat er das jedoch nicht getan. Bisher ahnden Behörden das nicht, aber Warnungen gibt es derweil schon. Ilja Klischin, Chefredakteur des kleinen unabhängigen Internetsenders “Doschd”, nannte diese Regelung vor kurzem ein Gesetz auf Vorrat – wie “eine Pistole an der Schläfe”.

 

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Zurückgeklickt: Deutschlands erster Blogger

Netzine_Logo_Walter_Laufenberg_via_Netzine.de
Walter Laufenberg ist Schriftsteller und betreibt nebenbei seit 20 Jahren netzine.de, das erste Blog Deutschlands. Ein Interview. // von Hendrik Geisler Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschlands erster Blogger geboren. Walter Laufenberg kommt 1935 in Opladen zur Welt und ist Zeit seines Lebens ein Freigeist, der unter anderem als [...]
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Blogger dürfen wieder aus dem Bundestag berichten

Newseum Do You Trust Blogs (adapted) (Image by Rogers Cadenhead [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Blogger dürfen wieder aus dem Bundestag berichten – von der inakzeptablen Einschränkung der Pressefreiheit nimmt die Verwaltung des Bundestags Abstand. // von Tobias Schwarz Mit der Begründung „Zu viele Blogger haben versucht sich zu akkreditieren„, wurde mir Ende der Dezember die Akkreditierung als Pressevertreter für den Bundestag verweigert. Trotz der [...]
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5 Lesetipps für den 21. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Blogger in Bangladesch, Trauer und Technologie, die Beatles, das WiderNet-Projekt und Internet. Ergänzungen erwünscht.

  • BLOGGER The New Yorker: The Islamist War on Secular Bloggers: Hierzulande läuft es oft alles andere als gut. Dies kann Motivation genug sein, sich über Zustände zu beschweren, Debatten über Alternativen zu führen und Missstände aufzudecken. Bloggen ist eine Möglichkeit dies zu tun, zumindest hierzulande. In Bangladesch ist dies leider nicht der Fall, wie ein Artikel von Samanth Subramanian zeigt. In Bangladesch wurden in den letzten Jahren mehrere säkulare Blogger von religiösen Extremisten getötet, auf offener Straße, oft ohne Einschreiten der staatlichen Behörden. Eine traurige Erinnerung, wie gut es uns in unserer Demokratie geht und wie sehr Menschen woanders nicht die gleichen Freiheiten geniessen, die heutzutage so selbstverständlich für uns sind.

  • TRAUER The New Yorker: The Ghosts in Our Machines: Technologien sind ebenso Teil unserer Gesellschaft wie der Tod, mit beiden Themen sollte man sich aktiv beschäftigen. Letzte Woche hat Jonathan Jong auf Netzpiloten.de fünf wissenschaftliche Erkenntnisse über den Tod vorgestellt; in New Yorker betrachtet Matthew Malady dein Einfluss von Technologien aufs Trauern. Er hatte seine verstorbene Mutter auf einem veralteten Bild in Google Streetview wiederentdeckt. Solche Erlebnisse können schön sein, zugleich natürlich auch traurig, sie sind aber Ausdruck, dass wir neue Erfahrungen des Trauerns mit neuen Technologien machen werden.

  • THE BEATLES Variety: The Beatles’ Music Will Soon Be Available to Stream: Ein mal wirklich besonderes „Weihnachtsgeschenk“ macht uns das Musiklabel der Beatles, denn endlich – endlich! – kommt die Musik der sogenannten Fab Four auf eine Streaming-Plattform. Bisher musste man diese selber hochladen, wenn man sie auch unterwegs innerhalb seiner Streaming-App hören wollte (zumindest ging das bei Google Music und Spotify). Welche Plattform das ist, steht noch nicht fest, aber die Rechteinhaber der Beatles-Musik verschlafen gerne digitale Trends um mehrere Jahre, weshalb man sich wohl schon freuen kann, dass sie endlich den Weg ins Streaming gewagt haben.

  • OFFLINE Mashable: Ironically, offline Internet could help bridge the digital divide: Althergebrachte Idee funkionieren oft auch noch heutzutage nahezu perfekt, wie das WiderNet Project beweist. Um den Zugang zu Informationen in nicht ans Internet angeschlossene Regionen zu verbessern, vor allem zur medizinischen Aufklärung, wurden die Informationen fast wie in einem Buch auf einen Chip niedergeschrieben. Dort sind sie auch veränderbar, sprich Anwender können eigene Informationen ergänzen. Die Informationen können bei Konnektivität aktualisiert werden, doch auch offline wirkt der Chip wie eine kleine Form des Internets. Ein tolles Beispiel, wie die digitale Lücke überwunden werden kann, um Menschen mit Informationen zu helfen.

  • INTERNET Scientific American: The Rich See a Different Internet Than the Poor: In einem Beitrag für Scientific American kritisiert Michael Fertik den Trend der Personalisierung von Daten als Manipulation unseres Nutzungserlebnisses im Internet, denn seiner Theorie nach entscheiden wir nicht selbstständig, was wir im Netz sehen, sondern werden von Werbung beeinflusst. Dies kann auch auf politische Gedanken ausgeweitet werden, denn Algorithmen beeinflussen den uns angezeigten Content. Wir sehen nur noch das, was ein Algorithmus denkt, dass wir sehen wollen. Vincent F. Hendricks wies vor Kurzem auf Netzpiloten.de auf die Gefahr der Social-Media-Blase hin, in der nicht die Wahrheit viral geht, sondern die Version, die der breiten Masse am besten gefällt.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Die Leiden der Instagram-Ehemänner

Perfect Photoshooting (Image by Zukiman Mohamad [CC0 Public Domain], via Pexels)
“Wir sind nur noch menschliche Selfie-Sticks” klagen sie – Ehemänner, die von ihren eigenen Frau für deren Instagram-Fotos ausgenutzt werden. Was ist dran am Vorwurf? Die Frauen sind eindeutig die Stars von Instagram. Ihre Profile erhalten oft mehr Klicks als die von Männern. Mit diesem Trend scheint sich ebenfalls ein neues [...]
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Wie Blogfoster Werbung für Blogger leicht machen will

Blogvermarktung abseits von Google Adsense ist – gelinde gesagt – schwierig. Das gilt auch für Blogs mit hohen Zugriffszahlen. Die Situation hat sich in den letzten Jahren trotz immer mehr Menschen, die in Deutschland im Internet unterwegs sind, kontinuierlich verschlechtert. Simon Staib von Blogfoster glaubt, er kennt einen Ausweg. // von Lars Sobiraj

Blogfoster-Gründer Simon Staib (links) und Jan Homann (Image: Blogfoster)

Simon Staib (links im Bild) ist Mitbegründer von blogfoster und will den deutschen Markt für Online-Werbung umkrempeln. Unser Autor Lars Sobiraj hat ihn gefragt, was sein Angebot so signifikant vom Wettbewerb unterscheidet. Staib und seine Kollegen haben eine andere Strategie als ihre Konkurrenz gewählt und die ist tatsächlich neu: Niemand kennt die Webseiten besser, als die Betreiber selbst, deshalb haben bei Blogfoster die Blogger die Kontrolle über die ausgelieferten Anzeigen keine Algorithmen. Blogfosters könnte mittelfristig zu einem zweiten Google Adsense werden. Allerdings wird es die Google-Werbung nicht ersetzen, sondern lediglich sinnvoll ergänzen.

Lars Sobiraj (LS): Vielleicht magst Du zunächst Deinen beruflichen Hintergrund erklären. Was tust Du bei Blogfoster? Wie bist Du überhaupt zu diesem Projekt gekommen?

Simon Staib (SS): Mein Name ist Simon Staib, ich habe zusammen mit Jan Homann im Oktober 2013 Blogfoster.com gegründet. Bei Blogfoster habe ich vor allem drei Aufgaben: Zu verstehen welche Herausforderungen Blogger täglich in puncto „Geld verdienen mit dem Blog haben“, sicher zu stellen, dass Blogfoster dafür die beste Lösung baut und dass viele Blogger davon erfahren und Blogfoster nutzen.

Jan und ich sind seit 2012 in der Blogosphäre unterwegs, damals noch mit unserer ersten Firma stilanzeigen.net gestartet. stilanzeigen ist ein Anzeigen-Vermarkter für Blogs, das nur ein exklusives Werbeformat – die Stilanzeige – anbietet. Das war und ist für einige Blogs erfolgreich, wir merkten aber auch sehr schnell, dass jeder Blog individuelle Wünsche und Anforderungen an die Vermarktung hat.

Die Idee zu Blogfoster, einem Self-Service-Tool Lösung für Blogger war dann Ende 2013 geboren.

LS: 2007 gründete Spreeblick und Lobo die Blogvermarktung adical. Damit war es aber schon wieder nach kurzer Zeit vorbei. Wo sind die Unterschiede zu Blogfoster? Was hat Euch überhaupt dazu bewogen, Blogs vermarkten zu wollen?

SS: Adical hat vieles richtig gemacht und war vor allem sehr früh am Start – eventuell auch etwas zu früh. Das Thema „Blogs“ ist bei werbenden Unternehmen und auch Agenturen erst in den letzten zwei bis drei Jahren wirklich relevant geworden. Vor drei Jahren mussten wir Unternehmen noch erklären was ein Blog ist, das ist heutzutage nicht mehr nötig. Aktuell laufen wir hier wirklich offene Türen ein.

Bei Blogfoster legen wir sehr viel Wert darauf, dass der Blogger selbst über die Werbung bestimmen kann und jedes einzelne Banner, Sponsored-Posting und Produktlink selbst auswählt und mit seinen Inhalten abstimmt. Da agieren wir anders als alle anderen Anbieter, die Werbung in ihr Netzwerk pumpen bzw. Leser targeten. Wir haben schon bei stilanzeigen gemerkt, dass diese Form für viele Blogs besser funktioniert: Für den Werbepartner, für den Blogger selbst und vor allem für seine Leser.

LS: In den USA sieht die Lage für Blogger aufgrund der Anzahl der möglichen Leser deutlich positiver aus: Ab welcher Größe ist eine Vermarktung der Werbung eines Blogs überhaupt sinnvoll? Nico Lumma sprach vor Jahren schon, vor mehr als einer Million Zugriffe monatlich, damit es sich rechnet.

SS: Ob sinnvoll oder nicht, ist vor allem erstmal eine Frage fernab von Seitenaufrufen. Diese sollte jeder Blogger für sich beantworten. Natürlich kann man mit mehr Lesern auch mehr Einnahmen generieren, aber auch das gilt nicht uneingeschränkt. Wir messen immer wieder, dass gerade kleine und mittelgroße Blogs, die noch eine intimere Beziehung zu ihren Lesern haben, im Vergleich zu den Seitenaufrufen höhere Einnahmen erzielen als größere Blogs. Im Übrigen messen wir auch, dass diese im Verhältnis überwiegend eine deutlich bessere Werbeleistung bieten als die ganz Großen.

LS: Richtet sich Euer Angebot eher an thematisch breit aufgestellte Webseiten, oder vielmehr an Nischenblogs, wie z.B. Tarnkappe.info? Welche Voraussetzungen müssen die Teilnehmer erfüllen, um für die Kampagnen freigeschaltet zu werden?

SS: Thematisch spezifische Blogs haben den großen Vorteil, eine sehr homogene Leserschaft zu erreichen, die meist über die Blog-Inhalte klar definiert werden kann. Das sehen Werbepartner, vor allem mit zielgruppenspezifischen Kampagnen, sehr gerne, da Streuverluste vermieden werden können. Andere Werbepartner zielen auf die breite Masse. Blogfoster bietet Kampagnen für beide Arten von Blogs und erwartet auch keine Mindestanzahl an Seitenaufrufen pro Monat bei der Nutzung von Bannern. Bei Advertorials sollte natürlich eine gewisse Anzahl an Stammleserschaft vorhanden sein.

LS: Wie muss ich mir eine Teilnahme eigentlich vorstellen? Bekomme ich eure fertigen Plug-ins für WordPress an die Hand? Oder muss ich den Code händisch erstellen?

SS: Blogfoster funktioniert in etwa wie ein Online-Shop, nur für Werbung. Ich erstelle mir einen Account und kann dann frei auswählen, welche Banner ich schalte und für welche Sponsored-Content Kampagnen ich mich bewerbe. Bei den Bannern bieten wir an, einmal über Codes Werbeflächen in dem Blog zu definieren und danach können beliebig die passenden Banner per Drag and Drop aktiviert werden – das geht in Sekundenschnelle.

Wer keine Banner schalten möchte findet bei Blogfoster eine Übersicht an aktuellen Sponsored-Posting-Kampagnen, über die man sich informieren und danach für eine Teilnahme bewerben kann. Wichtig für uns ist, dass der Blogger in seinem Blogprofil mitteilt, für welche Kampagnen er sich interessiert und über welche Themen gebloggt wird – dann können wir besser Kampagnenvorschläge liefern.

LS: Wieso gibt es so wenige konkrete Anhaltspunkte im Internet, was man als Webseitenbetreiber für Online-Werbung verlangen kann? Offenbar ist dabei wirklich alles Verhandlungssache. Kannst Du uns ein paar konkrete Zahlen oder Informationsportale im Internet nennen, damit man als Blogger einen Anhaltspunkt hat, was man überhaupt verlangen kann?

SS: Eine pauschale Aussage ist kaum zu treffen. Das liegt vor allem auch an der Vielfalt in der Blogosphäre und der Werbelandschaft. Preise richten sich nicht nur nach dem Format, sondern auch an das Umfeld (über was schreibt der Blogger), über dessen Zielgruppe (wird der Blog eher von Frauen oder Männern gelesen), über dessen Traffic-Qualität (Stammleser oder Suchmaschinen-Traffic) etc. Es ist in der Tat Verhandlungssache, die unser Sales-Team bei Blogfoster für die Blogger in unserem Netzwerk übernimmt. Die Preise werden dann transparent in dem Blogfoster-Account dargestellt, so dass schon vor der Schaltung der Banner oder bei der Teilnahme von Sponsored Postings klar ist, wie und was vergütet wird.

LS: Die größte Hürde bei allen kleinen Anbietern ist der Wert, ab dem überhaupt Werbeeinnahmen ausgezahlt werden. Wieso zahlt ihr schon ab dem ersten Euro Umsatz aus?

SS: Dank unserer auf den Longtail ausgerichteten Technologie, können wir es uns leisten, auch „kleine“ Umsätze monatlich an Blogger in unserem Netzwerk auszahlen zu können. Wir halten das für fair und sind froh, uns damit von anderen Plattformen differenzieren zu können.

LS: Euer größter Konkurrent dürfte Google AdSense sein. Wodurch hebt ihr Euch von der Google-Werbung ab, die zwar wenig bringt aber nach der Einrichtung keine Arbeit mehr macht?

SS: Zu Google Adsense unterscheiden wir uns vor allem in einem Punkt: Kontrolle über die ausgespielten Werbemittel. Blogger entscheiden bei Blogfoster selbst, welche Banner-Werbung auf ihren Blogs rotiert. Bei Adsense ist das zwar auch möglich, aber nur auf Kategorie und nicht auf Kunden-/Kampagnen-Ebene.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Blogger den „Aufwand“, Banner per Drag and Drop zu aktivieren, gerne in Kauf nehmen. Außerdem stellen wir immer wieder fest, dass die Auswahl die der Blogger trifft, in den allermeisten Fällen deutlich treffsicherer in puncto Themen und Relevanz für den Leser ist, als jeder Algorithmus. Das schlägt sich dann auch in den Klickraten und weiter in den Einnahmen deutlich für den Blogger nieder.

LS: Was würdest Du Gegnern von Affiliate-Programmen entgegnen? Diese sind bei vielen kleinen Blogs unbeliebt, weil unklar ist, ob überhaupt etwas dabei rumkommen wird.

SS: Unsere Erfahrung, gerade mit kleinen Blogs, zeigt, dass diese mit clever gesetzten Affiliate-Links und Bannern oftmals höhere Einnahmen erzielen als mit TKP- oder CPC-Bannern auf ihren Seiten. Natürlich liegt das Risiko bei diesem Werbeprodukt voll auf der Seite des Publishers (Blogbetreibers). Aber: Mit Affiliate-Links und Produktdaten lassen sich für Blogleser meist ansprechende Produktwelten schaffen, die dann besser konvertieren (Umsätze bringen), als herkömmliche Affiliate-Banner. Dafür möchten wir mittelfristig auch Werkzeuge bereitstellen, um auch ohne technisches Fachwissen, beispielsweise eine Produkt-Collage erstellen zu können.

LS: Ich habe gesehen, ihr vermittelt auch Advertorials. Werden diese zumeist einmalig geschaltet? Wäre eine Wiederholung der gleichen Marke bzw. des gleichen Produkts/Dienstleistung nicht sinnvoller aber natürlich zugleich für den Werbetreibenden deutlich teurer?

SS: Es ist gar nicht so unüblich, dass Werbetreibende mehrere Advertorials auf den gleichen Blogs buchen. Beispielsweise berichten Blogger erst über den Auswahl- und Bestellprozess auf einem Online-Shop in einem Artikel und berichten dann in einem zweiten Post über das erhaltene Produkt. Wir fordern teilnehmende Blogs auf, so souverän wie möglich mit solchen Produkttests und Postings umzugehen und diese auch als solche zu kennzeichnen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dabei die wertvollsten Artikel – und vor allem Reaktionen von Lesern – entstehen.

LS: Ist Blogfoster als Ersatz oder primär als Ergänzung der eigenen Vermarktung gedacht?

SS: Unsere Vision von Blogfoster ist, dass es das einzig nötige Tool für Blogger ist, um den Blog selbstbestimmt und effizient zu vermarkten. Das Anmelden bei fünf anderen Plattformen, um den richtigen Mix an Monetarisierungsmöglichkeiten zu bekommen, werden wir abschaffen. Aktuell bieten wir Affiliate-, CPC und TKP-Banner sowie Sponsored-Content-Kampagnen an.

Die ersten Beta-Tester nutzen schon unsere Affiliate-Linking-Tools, die wir Ende des Jahres veröffentlichen wollen. Trotzdem ist Blogfoster nicht exklusiv. Man kann gerne andere Monetarisierungsmöglichkeiten parallel laufen lassen und auch gerne direkt mit Werbepartner kooperieren. Diese Freiheit für Blogger halten wir für selbstverständlich und wollen das auch nicht einschränken. Langfristig möchten wir auch die Möglichkeit geben, Banner von selbst akquirierten Werbepartnern und Kooperation über Blogfoster in seinem Blog zu schalten. In diesem Fall geben wir dem Blogger die Möglichkeit, professionelle Reportings an seine Werbepartner liefern zu können.

LS: Ein Großteil der im Netz verfügbaren Artikel aus dem Bereich Marketing klingen überschwänglich positiv und sind gespickt von Buzzwords, die außerhalb der Werbewirtschaft niemand versteht. Wieso werden die Leser so selten im normalen Deutsch angesprochen? Befinden sich die Vermarkter etwa in einer Blase, innerhalb der ständig in dieser Form kommuniziert wird?

SS: Es stimmt, die Branche hat schon sehr starke Fach-Terminologie. Das merken wir immer auch bei Blogfoster, wenn wir Bloggern erklären, was ein CPC oder ein TKP ist. Wir hatten bei uns intern die Entscheidung, ob wir dafür Übersetzungen finden oder darauf hinarbeiten, dass Blogger die Fachbegriffe verstehen und damit ein professionellerer Umgang mit Vermarktung möglich wird. Das stärkt die Blogosphäre an sich, da Blogger und Vermarkter dann auf einer Ebene kommunizieren können.

LS: Wie hat sich der Markt in den letzten Jahren geändert? Welche Entwicklungen hälst Du für wahrscheinlich? Gehen die Preise aufgrund des Konkurrenzdrucks der Vermarkter weiter runter?

SS: Es ist Realität, dass sich die Preise für klassische Werbemittel, vor allem für Banner, nach unten entwickeln. Die sinkenden Preise liegen nicht unbedingt am Konkurrenzdruck der Vermarkter, sondern eher daran, dass die Budgets auf andere Werbeformate, bspw. Content- oder Programmatic-Formate verschoben werden. Gerade Ersteres ist für Blogger meist die bessere Alternative, vor allem hinsichtlich der Frage, welchen Mehrwert der Leser daraus ziehen kann. Blogs werden weiterhin die Plattform sein, auf der Werbekunden das wertvollste Autoren-Leser Verhältnis im Internet vorfinden.

Die Frage nach dem „besten“ Weg sich als Blogger zu monetisieren ist noch lange nicht beantwortet und muss vor allem jeder Blogger selbst für sich herausfinden. Blogfoster wird aber auf jeden Fall die Blogosphäre dabei begleiten.


Teaser & Image by Blogfoster


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Die Vermessung der österreichischen Blogger-Szene

Blogging (adapted) (Image by Till Westermayer [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Sie schreiben über Spritzwein, Palatschinken, Kirchen, Toiletten, Bier, Trachten, Hochzeiten und natürlich über Essen, Fashion, Reisen und Technik: In Österreich gibt es definitiv eine vielfältige Blogger-Szene (u.a. auf Blogheim.at gelistet), doch wie sie leben und arbeiten, darüber gibt es recht wenig Informationen. Die in der Szene sehr umtriebigen Teilzeit-Blogger Petra [...]
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Trends des Monats – September

starbucks spill (adapted) (Image by Eric [CC BY 2.0] via Flickr)
Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadgets oder neue digitale Geschäftsmodelle. Wir stellen euch dieses Mal einen Innovationshub für digitale Inhalte, die Kooperation zwischen der New York Times und Starbucks, einen 24-stündigen Hackathon und den weltweit ersten Android PC [...]
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Trotz Medium-Design wird Notes von Facebook kein Erfolg

Facebook (image by Simon [CC0] via pixabay)
Nach Jahren verpasst Facebook seinem niemals wirklich genutzten Blogging-Feature Notes ein schickes Design-Update, das nicht von ungefähr an Medium erinnert. Letztes Jahr verkündete die für Medium verantwortliche Design-Firma Teehan-Lax, dass sie sich Facebook anschließen wird. Einige Medien sehen in dem neu designten Dienst schon die vermeintliche Zukunft des Blogging, aber [...]
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BBC kooperiert mit Bloggern, um lokale Nachrichten voranzubringen

BBC East - Norwich - sign (adapted) (Image by Elliott Brown [CC BY 2.0] via Flickr)
Die BBC versucht, eine stärkere Bindung zu den Menschen und Organisationen aufzubauen, die den lokalen Journalismus im ganzen Land betreiben. Der britische Nachrichtensender befragt momentan Blogger, unabhängige Journalisten und lokale Nachrichten-Organisationen, um bessere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zum Verbreiten des Contents zu finden. Einige der möglichen Ideen sind ein Verlinkungs-Tool, [...]
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5 Lesetipps für den 9. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Blogger Raif Badawi, Twitter, ein Troll vor Gericht, Amanda Palmer und Crowdfunding, sowie digitale Bibliotheken. Ergänzungen erwünscht.

  • RAIF BADAWI Heise Online: Gabriel will sich in Riad für Blogger einsetzen: Das ist zwar nur eine kurze dpa-Medlung, aber eine, die man gelesen haben sollte: „Vizekanzler Sigmar Gabriel hat zu Beginn seiner Reise nach Saudi-Arabien versprochen, sich für die Freilassung des inhaftierten Bloggers Raif Badawi einzusetzen.“ Man sollte stets auf die Worte und folgenden Taten von Politikern achten, besonders wenn der Budneswirtschaftsminister hier den Spagat zwischen Achtung der Menschenrechte und den wirtschaftlichen Interesse der ihn begleitenden Unternehmen schaffen will.

  • TWITTER NYTimes.com: Study of TV Viewers Backs Twitter’s Claims to Be Barometer of Public Mood: Über die Bedeutung von Twitter kann man wahrscheinlich endlos diskutieren. Für mich persönlich – als jemand, der was mit Medien macht – ist es sehr wichtig. Weniger als Werkzeug für mehr Reichweite statt als Instrument zur Selbstdarstellung und Vernetzung mit den für mich relevanten Leuten. Offensichtlich kann Twitter aber als Secondscreen-Netzwerk viel über das Verhalten von Firstscreen-Nutzern aussagen, wie eine Nielsen-Studie jetzt ermittelt haben möchte.

  • TROLLE CNET: Man trolls lawyer on Web, lawyer sues (guess who wins): An sich klingt die Geschichte einfach: ein Unbekannter trollt einen US-amerikanischen Anwalt und schreibt falsche Bewertungen über ihn. Der Anwalt schafft es, diesen Troll zu identifizieren und erfolgreich zu verklagen. Jetzt wird es aber komplizierter: der Troll ist ein junger Brite, der offensichtlich in keinerlei Verhältnis zu dieser Anwaltskanzlei steht und behauptet, sein Gmail-Konto sei gehackt worden. Wie entscheidet man da? Und da wird es interessant: auf die hohe Sicherheit von Google bei Passwörtern vertrauend, wird der junge Brite schuldig gesprochen, denn es sei wahrscheinlicher, dass er der Troll ist als das sein Konto gehackt worden wäre.

  • AMANDA PALMER Süddeutsche.de: Crowdfunding – Vom Fan zum Mäzen: Amanda Palmer ist quasi der Prototyp des vom Internet lebenden Künstlers. Ihren Erfolg kann sicher nicht jeder kopieren, sie ist aber der Beweis, dass es funktioniert und das gesamte System der Musikbranche und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der reinen Lizenzierung von Nutzungsrechten überdacht werden sollte. Amanda Palmer möchte ihre Werke in Zukunft kostenlos im Internet veröffentlichen und hat deshalb ihre Fans gebeten, ihr eine Art Grundeinkommen zu zahlen, was auch Tausende taten. Es ist nicht der erste MIndchanger in puncto Crowdfunding, den Palmer erfolgreich versucht hat.

  • BIBLIOTHEKEN ZBW MediaTalk: „Bringt die Inhalte zum Nutzer!“: Bibliotheken galten als eines der ersten „Opfer“ der Digitalisierung, besonders da sie sich wie so gut wie jeder andere nur langsam anpassten. Das EU-Projekt EEXCESS möchte diese Entwicklung für Bibliotheken zu einem Erfolgsfaktor machen, wie Maren Lehmann schreibt. Das Programm möchte eine Grundlage für wissenschaftliche Bibliotheken sein, ein zeitgemäßes Angebot für Recherchen anzubieten, dass nicht Google Scholar ist.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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5 Lesetipps für den 25.02.2015

In unseren Lesetipps geht es heute um neue Funktionen bei Medium, die neue journalistische Leitung beim Guardian, die nun jugendfreie Bloggingplattform Blogger, Apple und Journalismus sowie die Nutzung der Sozialen Medien. Ergänzungen erwünscht.

  • MEDIUM GIGAGCOM: Medium gets a bit more Twitter-like, and a bit more blog-like: Die Blogging-Plattform Medium hat einige neue Tools eingefügt, die die Plattform mehr wie Twitter und Blogger erscheinen lassen. So gibt es nun die von Twitter bekannte Funktion „Schreib jetzt…“, mit der man mit nur einem Klick anfangen kann einen Text zu schreiben. Ebenso können mit einer neuen Funktion Tags vergeben werden, die unter verschiedenen Oberbegriffen wie Technik, Medien oder Fotos einsortiert werden und die Oberfläche erscheint nun ein wenig mehr wie ein Blog. Damit möchte Medium seine Nutzer mehr dazu bewegen, mehr eigene Inhalte und Inhalte die nicht unbedingt 1000+ Wörter lang sein müssen, zu erzeugen.

  • JOURNALISMUS DIRK VON GEHLEN: Neue journalistische Leitung beim Guardian: Nachdem Alan Rusbridger den Platz des Chefredakteurs beim Guardian im Dezember freigab und in die Rolle des “Chair of the Scott Trust” wechselte, wird nun beim britischen Traditionsblatt ein neuer Chefredakteur gesucht. Mit Emily Bell, Wolfgang Blau, Janine Gibson und Katharina Viner gibt es dabei vier Kandidaten. Was diese vorhaben und wie sie die Arbeit eines Chefredakteurs sehen, zeigen ihre vier Bewerbungen, die öffentlich einsehbar sind. Dirk von Gehlen hat aus diesen einige interessante Passagen rausgesucht.

  • BLOGGING READWRITE: Blogger Leaves The Porn To Tumblr: Zum 23. März wird Googles Bloggingplattform Blogger jugendfrei. Der Dienst verbietet seinen Nutzern nämlich ab diesem Datum nicht-jugendfreie und sexuell eindeutige Inhalte. Nutzer, die gegen diese Regelung verstoßen, sollen gesperrt werden. Lediglich private Blogs mit expliziten Inhalten sowie Nacktheit im künstlerischen, erzieherischen, dokumentarischen oder wissenschaftlichen Kontext mit einem erheblichen Nutzen sind weiterhin erlaubt. Damit übergibt Google der zu Yahoo zugehörigen Plattform Tumblr beim Thema nicht-jugendfreie Inhalte die Marktführerschaft. Dort sind solche Inhalte nämlich weiter erlaubt und erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

  • APPLE Gizmodo: Apple baut Medienredaktion auf: Apple möchte nicht mehr nur der Hersteller von technischen Geräten, wie dem iPhone oder iPad und der Anbieter von Diensten wie iTunes oder iCloud sein. Einem neuesten Stellengesuch zufolge sucht das Unternehmen einen Musikredakteur für den hauseigenen Musikshop iTunes. Dieser soll anscheinend eine Medienredaktion zu den Themen Musik, Filme und Bücher aufbauen. Dazu wurde bereits in jüngster Vergangenheit ein bekannter, britischer DJ verpflichtet. Es stellt sich somit die Frage, was Apple mit diesem Schritt vor hat.

  • Social Media Philipp Steuer: Diese 4 sozialen Netzwerke nutzt eine 14 Jährige wirklich: Vor einigen Wochen machte auf medium ein Beitrag die Runde, in dem der 18 Jährige Teenager Andrew Watts von seinen Erfahrungen mit den Sozialen Medien erzählte. Auch wir Netzpiloten griffen diesen auf. Doch auch wenn der Beitrag bereits einen guten Einblick in die Nutzung der Sozialen Medien gab, zeigte dieser nur, wie Watts Social Media nutzt. Nun hat der deutsche Blogger, YouTuber und ehemalige Google-Mitarbeiter Philipp Steuer die 14-jährige Eva zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Die Ergebnisse unterscheiden sich hierbei erheblich von denen von Watts und zeigen, welche Social-Media-Dienste Eva nutzt und warum.

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5 Lesetipps für den 3. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um uns Netzpiloten, den Blogger Andrew Sullivan, Journalismus, an Politik interessierte Jugendliche und Slack. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPILOTEN Brand Eins: Wir Netzpiloten sind Alt-98er: Uns Netzpiloten gibt es jetzt schon seit 17 Jahren. In der Januar-Ausgabe der Brand Eins durften wir zum Auftakt einer Artikelserie über die New Econmy einen Blick zurück und nach vorn werfen. Der Text von Mischa Täubner ist jetzt auch online auffindbar, weshalb wir ihn noch einmal ausdrücklich empfehlen wollen. Wer mehr über uns erfahren will, findet in dem Text viele spannende Anekdoten und Lehren, die wir als Unternehmen in den letzten Jahren gemacht haben.

  • ANDREW SULLIVAN Medium: What Andrew Sullivan taught us about paywalls and independent journalism: Für Blogger und Online-Journalisten war Andrew Sullivan eine Art Vorbild. Stefan Niggemeier widmet dem berühmten Politik-Blogger einen lesenswerten Artikel in der F.A.Z. und Simon Owens erklärt in einem Blogbeitrag auf Medium, was Andrew Sullivan uns über Paywalls und unabhängigen Journalismus lehrte, denn zu diesen beiden Punkten setzte er Maßstäbe.

  • JOUNALISMUS Fachjournalist: Urban Journalism Salon – „Von Angesicht zu Angesicht“: Am 1. August 2014 war ich bei der durchwachsenen Premiere des ersten „Urban Journalism Salon“ in Berlin. Die Idee überzeugte und das Team um den freien Journalisten Mark Heywinkel arbeitet schon an der nächsten Ausgabe und Ablegern für verschiedene Städte. Im Interview mit Felix Fischaleck erklärt Heywinkel, was es mit dieser innovativen Form des partizipativen Journalismus auf sich hat, welche Lehren aus der ersten Veranstaltung gezogen wurden und wann und wo der zweite Urban Journalism Salon stattfindet.

  • JUGENDLICHE Der Schreiberling: Nicht mal unsere Lehrer wissen, was ab geht: Im Tagesspiegel-Blog „Der Schreiberling“ kommen Berliner Jugendliche zu Wort, wie zum Beispiel Luise Böhm, die über den Umgang der Schule mit den Anschlägen von Paris schreibt. Die Schüler haben Redebedarf, doch keine der Lehrkräfte nimmt sich die Zeit, mit den teilweise sehr interessierten Schülern zu Reden. Andere Schüler interessiert es gar nicht, aber der Beitrag zeigt, dass zwar Jugendliche immer früher an politischen Tagesthemen interessiert sein können und sich über das Internet informieren, der Lehrplan diese Themen aber nur für die oberen Klassen vorsieht.

  • SLACK t3n: „Es ist fast ein Wunder, dass überhaupt jemand Slack nutzt!“: Jörgen Camrath hat sich für t3n mit Stewart Butterfield, den Gründer von Flickr, über sein neuestes Unternehmen unterhalten. Slack ist eine App, mit der vor allem Teams zusammen kommunizieren können und die nach zwei Jahren bereits mit einer Milliarde US-Dollar bewertet ist. Vollkommen zu Recht, denn auch bei uns Netzpiloten hat Slack die Kommunikation innerhalb der Redaktion wesentlich verbessert. Andere Kunden, wie Adobe, PayPal, BuzzFeed, Airbnb und die New York Times scheinen das ähnlich zu sehen.

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Blogger im Bundestag: Ein Hauch von Transparenz

Kuppel des Reichstags (Bild: PixelAnarchy [CC 0], via pixabay)
Steter Tropfen höhlt den Stein: Die Verwaltung des Bundestags versucht sich vorsichtig in mehr Transparenz. Anlass war die Aussperrung von Bloggern vor einem Jahr. // von Tobias Schwarz Ende Januar 2014 verschärfte die Pressestelle des Bundestags die Akkreditierungsbedingungen – mit der Folge, dass es Bloggern nicht mehr gestattet war, als akkreditierte [...]
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5 Lesetipps für den 28. November

In unseren Lesetipps geht es um Daten-Design, die Zerschlagung von Google, die Frage, ob Blogger sich einen Presseausweis holen sollen, Twitters Apptracking und wie der Journalismus die Jugend erreichen kann. Ergänzungen erwünscht.

  • DESIGN WIRED: The Next Era of Designers Will Use Data as Their Medium: Mark Rolston schreibt auf WIRED.com, dass der Daten-Designer in den nächsten Jahren zur wichtigsten neuen kreativen Rolle werden wird. Nach dem Visual-, Interaction- und Experience-Design komme nun mit der Komplexität der Daten und Big Data das Data-Design hinzu. Beispielsweise modellieren diese die Daten, designen Algorithmen und entwickeln zukünftige Computererfahrungen. Design ist nämlich viel mehr als das Fokussieren auf Pixel und Bildschirmen. Die Daten müssen geformt, bewegt, transformiert und gedeutet werden. Die Daten-Designer helfen somit dabei Informationen in Wissen umzuwandeln.

  • GOOGLE Süddeutsche: EU-Parlament schlägt Google-Zerschlagung vor: Das Europäische Parlament schlägt vor Google zu zerschlagen. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung des Parlaments am gestrigen Tag über einen Antrag an die Europäische Kommission. In diesem Antrag wird die Kommission aufgefordert, die Wettbewerbsregeln entschlossener durchzusetzen und eventuell Suchmaschinen von anderen Diensten abzukoppeln. Es sollen somit alle rechtlichen Mittel geprüft werden. Die EU-Wettbewerbskommission ermittelt bereits seit 2010 gegen Google, bislang ohne Ergebnis. Auch der US-Kongress hat sich nun eingeschaltet und einen Brief an den Europaparlamentspräsidenten Martin Schulz geschrieben.

  • PRESSEAUSWEIS Dennis Sulzmann: Lassen Sie mich durch, ich bin Blogger!: Besitzt man einen Presseausweis, gilt man offiziell als Journalist. Doch nicht nur für eben diese ist der Ausweis interessant, sondern auch für Blogger bietet dieser einige Vorteile. Mit einem Presseausweis ist es beispielsweise einfacher, sich für Veranstaltungen zu akkreditieren, Anfragen an Behörden zu tätigen oder bei Demonstrationen von der Polizei durchgelassen zu werden. Damit kann dieser viele neue Türen öffnen, die einem als Blogger sonst versperrt bleiben. Dennoch sind die Kriterien, wie Regelmäßigkeit, Aufwand oder Qualität, um einen Presseausweis zu erhalten, nicht gerade niedrig.

  • TWITTER Readwrite: Why The Hell Does Twitter Want To Know About Your Apps?: Twitter trackt nun, welche Apps wir auf unseren Smartphones haben. Dies möchte das Unternehmen machen, um zum einen Tweets, die einem interessieren könnten, zu der Timeline hinzuzufügen und zum anderen, um mehr relevanten, promoteten Inhalt anzuzeigen. Dazu sollen die „Wem Folgen?“ Vorschläge verbessert werden. Damit lockert die Social Media Plattform seine Privatsphäre-Einstellungen weiter und stärkt seine eigenen, finanziellen Interessen in Form der relevanteren Promotionen. Alle Nutzer, die dies skeptisch sehen, können die Funktion aber deaktivieren.

  • JOURNALISMUS torial Blog: „Die Punchline muss catchen“: Wie Memes neugierig auf Journalismus machen können: Immer weniger Jugendliche interessieren sich für Journalismus. Deswegen müssen neue Wege her, um die jungen Leser sowohl im Print- als auch Onlinebereich zu erreichen. Einer dieser Wege könnten Memes sein, mit denen zwei Journalisten den Spagat zwischen Unterhaltung und Information schaffen wollen. Sie haben das „Meme Journal“ gegründet, mit dem Jugendliche auf die journalistische Arbeit neugierig gemacht werden sollen. Gillen stellt das Projekt, dessen Macher er für Netzpiloten.de bereits vor einigen Monaten interviewt hatte, vor und analysiert wie die Jugend erreicht werden kann.

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