Medienethik: Alexander Filipovic diskutiert über Datenschutz

Medienethik: Das ethische Probleme mit Daten

Datenschutz statt Journalismus – die versehentlich gesendete dritte Folge der Sendung „Medienethik“ diskutierte das ethische Problem von Daten.

Medienethik: Alexander Filipovic diskutiert über Datenschutz

Die Vorfreude auf die zweite Folge der Sendung „Medienethik“, in der es um die Frage gehen sollte, „inwiefern der Journalismus einen wichtigen Beitrag zu einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft leiste„, wurde etwas geschmälert, da ARD Alpha aus Versehen die dritte Folge zeigte. Diese stand der Premiere vergangener Woche aber in nichts nach.

Zum Auftakt der sechsteiligen Sendereihe „Medienethik“ beschäftigte sich der Moderator Alexander Filipovic mit dem Anspruch unserer Gesellschaft an den Journalismus und der davon abgeleiteten Verantwortung von Akteuren. In der zweiten Sendung sollte Filipovic dieses Thema im Gespräch mit dem Leiter der Deutsche Journalistenschule (DJS), Jörg Sadrozinski, vertiefen.

Dazu kam es aber nicht, stattdessen erläuterte Filipovic in der als dritte Folge geplanten Episode, wie er seinem Kind nicht mehr erklären konnte, was eine Telefonzelle ist. „Medientechniken entwickeln sich sehr schnell und sie bewirken sehr viel„, schlussfolgerte er aus dieser Erfahrung und erklärte: „Wir sind gerade Zeugen von so einer Medienrevolution durch die Durchsetzung des Internets und der digitalen Kommunikation„. Die „Unübersichtlichkeit unseres digitalen Alltags“ ist Ausdruck der gestiegenen Komplexität, was auch für den Umgang mit unseren Daten gilt.

Ein interviewter Fußgänger sagte, dass er glaubt, seine Daten sind bei Facebook und Google sicher. Der Wunsch einer ebenfalls befragten Frau, dass das Internet „mündige Mediennutzer“ fördert, wirkte da fast schon fromm. Genau wie die Forderung eines anderen Befragten: „Das Internet soll ein freier Platz bleiben, (…) es ist wichtig, dass man seine Meinung frei und unabhängig sagen kann, jenseits von Macht und Geld.“ Seit dem Bekanntwerden der globalen Überwachung des Digitalen durch Edward Snowden ein wohl unrealistischer Anspruch.

Aber ein wichtiger, wie Filipovic erklärt. Menschen brauchen das Recht auf Geheimnisse, sprich Privatsphäre, und Überwachung ist ein Ausdruck von auf Kontrolle setzenden Totalitarismus, denn Wissen ist Macht. Dies gilt auch für Unternehmen, wodurch der Mensch im digitalisierten Kapitalismus selber zur Ware wird. Dies und die Überwachung bezeichnet Filipovic als unmittelbare Handlungsfelder, in dem die Gesellschaft politisch tätig werden muss.

Nächste Woche Montag um 21:45 Uhr auf ARD Alpha kommt entweder die zweite Folge mit dem Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS), Jörg Sadrozinski, so dass der Themenkomplex Journalismus beendet wird oder das Thema Datenschutz wird mit einem medienethischen Gespräch mit Dr. Ulrike Wagner, Direktorin des JFF–Instituts für Medienpädagogik, über Kinder und Jugendliche im Netz fortgesetzt. Meine Nachfrage dazu an die Programmredaktion blieb bisher unbeantwortet.

UPDATE: Die zweite Folge zum Thema Journalismus kommt am nächsten Montag, den 27. April 2015.


Teaser & Image „Medienethik“ by ARD Alpha


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