Die Aufsteiger des Jahres in der Digitalbranche

Wie in jedem Jahr gab es auch in 2014 wieder einige Unternehmen, die besonders auf sich aufmerksam gemacht haben. Hier sind unserer Meinung nach die Aufsteiger des Jahres. Noch vor einem Jahr wäre es undenkbar gewesen, dass Apple und Samsung schon bald einen weiteren Konkurrenten auf dem Smartphone-Markt fürchten müssen. Aber Xiaomi ist im letzten Jahr um über 200 Prozent gewachsen und wird wohl in den nächsten Jahren die Marktführer angreifen können. Doch auch die sozialen Netzwerke bekamen bunte Konkurrenz. Während Instagram mit einer einfachen Bedienung und Fotos anstelle von Text überzeugt, setzt Pinterest auf ein Geschäftsmodell, das aus wirtschaftlicher Sicht für die Zukunft von sozialen Netzwerken stehen könnte. Die beiden wertvollsten Startups der Welt sind dagegen Uber und Airbnb. Beide Unternehmen stehen für die neu aufgekommene Sharing-Economy. Und noch etwas eint die Unternehmen: beide Geschäftsmodelle stehen gerade aufgrund des Erfolges immer wieder in der Kritik.

Xiaomi

Das chinesische Unternehmen Xiaomi ist mit rund sechs Prozent Marktanteil der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt hinter Samsung und Apple. Dabei gelang es den Chinesen, den Geräteabsatz innerhalb nur eines Jahres um über 200 Prozent auf aktuell 17 Millionen Geräte im dritten Quartal 2014 zu erhöhen.

Als Grund für den Erfolg lässt sich der niedrigere Preis nennen, für 300 Euro bekommt man ein Smartphone von Xiaomi, während Smartphones von Samsung beispielweise um die 400 Euro und mehr kosten, aber auch die Hardware braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Und da Xiaomi bislang nur in Asien verkauft, stehen mit Europa und den USA noch sehr große Märkte offen, die Xiaomi in den nächsten Jahren ebenfalls erobern möchte. Dafür laufen aktuell Verhandlungen, die dem Unternehmen ein zusätzliches Kapital von 1,5 Milliarden US-Dollar einbringen könnten.

Pinterest

Das soziale Netzwerk Pinterest unterscheidet sich in einem gewichtigen Aspekt von anderen Netzwerken wie Facebook. Jedes von einem der aktuell 70 Millionen Nutzern hochgeladene Bild aus Kategorien wie Home, Arts oder Food wird automatisch mit einem Link zur Originalquelle angezeigt. Das ist besonders aus werbewirtschaftlicher Sicht sehr interessant, da Pinterest somit nicht nur als soziales Netzwerk funktioniert, sondern zeitgleich als Einkaufsberater fungiert. Aus dem Grund ist es nur wenig überraschend, dass das Startup nach seiner Gründung im März 2010 von Ben Silberman inzwischen mit einem Wert von fünf Milliarden US-Dollar auf Rang neun der wertvollsten Startups der Welt zu finden ist. Besonders außerhalb der USA, aus denen derzeit rund 80 Prozent der Nutzer stammen, besteht aber auch noch sehr viel Potential für weiteres Wachstum in den nächsten Jahren.

Instagram

Erst vor wenigen Tagen gab Instagram bekannt, jetzt mehr aktive Nutzer als Twitter zu haben. Dabei ist das soziale Netzwerk, das anders als die Konkurrenz vor allem auf Fotos setzt, in den letzten Monaten wesentlich stärker gewachsen, nämlich um 100 Millionen Nutzer in weniger als einem Jahr. 90 Millionen Bilder werden täglich vor allem von jungen Menschen hochgeladen. Der Grund hierfür ist einfach zu erklären. Bilder wirken für diese oftmals deutlich attraktiver als Text, Twitter erscheint zu umständlich, Instagram punktet in Sachen Bedienung. Inzwischen wird der Wert von Instagram auf 35 Millarden US-Dollar geschätzt, was einer Steigerung von 16 Milliarden und somit fast einer Verdopplung entspricht. Noch im April 2012 war das Netzwerk für eine Summe von nur einer Milliarden Dollar von Facebook übernommen worden.

Uber

Uber ist wohl eines der umstrittensten Unternehmen des Jahres gewesen, aber auch eines der erfolgreichsten. Der Fahrdienstvermittler fiel immer wieder auf negative Weise auf, indem beispielweise Topmanager Emil Michael mit der Möglichkeit drohte, Kritiker ausspionieren zu lassen und mit unliebsamen Details unter Druck zu setzen. Trotz allem ist Uber in den letzten Monaten rasant gewachsen, Investments in Milliardenhöhe ermöglichten optimale Bedingungen zum Expandieren und ein Wachstum von geschätzten 300 Prozent im Jahr deutet weiterhin auf eine steigende Bedeutung des Unternehmens hin. Und Uber hat weiterhin viel ungenutztes Potenzial, da das Angebot besonders in vielen Schwellenländern noch nicht aktiv ist.

Airbnb

Ähnlich wie Uber hat auch der Anbieter von Wohnungssharing Airbnb immer wieder mit aufkommender Kritik zu kämpfen. Besonders die Hotelbranche wehrt sich gegen das Unternehmen, dessen Nutzer gegen eine Provision ihre Wohnungen für einen kurzen Zeitraum untervermieten. Dabei sollen laut einer Untersuchung in New York 72 Prozent, also ein Großteil, der untervermieteten Wohnungen illegal gewesen sein. Dennoch ist der Erfolg von Airbnb unverkennbar: Von Inc. wurde das Startup als Unternehmen des Jahres 2014  ausgezeichnet, der Wert wird inzwischen auf 13 Milliarden US-Dollar beziffert, einzig Uber ist somit noch wertvoller. Über 800.000 Reisende mieten derweil pro Jahr eine Privatunterkunft über Airbnb, was das Unternehmen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die Hotelbranche werden lässt.


Image (adapted) „Wendeltreppe 1“ by Sasan Seyfi (CC BY-SA 2.0)


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Niklas Möller

Niklas Möller

hat in Hamburg Informationsmanagement studiert. Zur Zeit ist er Praktikant bei den Netzpiloten.

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