All posts under wikipedia

Wikipedia offline: Darum macht das Web-Lexikon einen Tag dicht

Darum ist Wikipedia offline

Studenten und Schüler hatten vermutlich den schlimmsten Tag ihrer bisherigen Uni- oder Schulzeit. Immerhin ist Wikipedia offline. Das bedeutet, die weltweit wohl umfassendste Sammlung an Wissen, einen ganzen Tag lang nicht erreichbar.

Wikipedia offline aus Protest

Wikipedia ist aus Protest gegen die Reform für den kompletten 21. März nicht erreichbar. Besucht man die Seite trotzdem, wird einem ein schwarzer Hintergrund mit einem kurzen Brief an die Besucher präsentiert. Darin heißt es gleich zu Beginn:

„DIES IST UNSERE LETZTE CHANCE. HELFEN SIE UNS, DAS URHEBERRECHT IN EUROPA ZU MODERNISIEREN.“

In dem nachfolgenden Text schildern die Betreiber, warum sie Wikipedia offline schalten – wegen der befürchteten Folgen der EU-Urheberrechtsreform. So wären laut Wikipedia mit Artikel 11 und Artikel 13 die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit erheblich beeinträchtigt. Laut der Seite sei Wikipedia zwar von Artikel 13 ausgenommen, doch würde das freie Wissen auch dann noch leiden, wenn Wikipedia als eine „Oase in der gefilterten Wüste des Internets“ bliebe. Wikipedia verweist auch darauf, dass bisher über fünf Millionen Menschen eine Petition gegen die Reform unterschrieben haben. Außerdem würden 145 Bürgerrechts- und Menschenrechtsorganisationen, diverse Wirtschafts- und IT-Verbände, sowie diverse Kreative gegen die Reform protestieren. Abschließend verlinkt die Online-Enzyklopädie auf den Abgeordneten-Suchdienst des Europäischen Parlaments mit der Bitte, die Abgeordneten zu kontaktieren und über die eigene Haltung zur geplanten Reform zu informieren.

Die EU-Urheberrechtsreform und ihre Folgen

Die geplante Reform soll am 26. März vom EU-Parlament verabschiedet werden. Viele befürchten mit der Verabschiedung weitreichende Konsequenzen für die Freiheit des Internets. Wir haben bereits hier, da und dort in der Vergangenheit ausführlich über die Reform und deren mögliche Folgen berichtet.

Laut John Weitzmann, dem Leiter für Politik und Recht bei Wikimedia sei Wikipedia offline zu nehmen, das drastischste Mittel, dass der Plattform zustände, um auf etwas hinzuweisen. Auch ist Weitzmann der Meinung der Ansatz über Ausnahmeregelung sei im jetzigen Entwurf noch sehr lückenhaft. So sollen zum Beispiel jüngere Unternehmen oder Unternehmen mit einem geringen Jahresumsatz von gewissen Verpflichtungen ausgenommen sein.


Image by ArtemSam / Adobe Stock

Weiterlesen »

Wikipedia erhält von Google zwei Millionen Dollar – und mehr

Wer regelmäßig Wissenslücken über Wikipedia schließt, kennt sicherlich die Spendenaufrufe der Seite. Wikipedia finanziert sich nämlich nicht durch Werbung, sondern durch freiwillige Spenden. Bei der Größe der Seite und seiner Infrastruktur, kommen dabei schon einige Kosten zusammen. Schon in der Vergangenheit gab es auch größere Spenden von Google. Nun spendet Google erneut eine große Summe und bietet darüber hinaus kostenlose Cloud- und Machine-Learning-APIs für die freie Enzyklopädie.

Zwei Millionen Dollar und Machine Learning

Google erweitert sein Engagement für Wikipedia gleich um zwei Millionen US-Dollar. Die gesamte Unterstützung durch Google beläuft sich mittlerweile auf 7,5 Millionen Dollar. Neben der monetären Unterstützung bietet Google jedoch auch noch kostenlosen Zugriff auf einige seiner Cloud- und Machine-Learning-Werkzeuge.

Damit möchte Google helfen, Wikipedia-Inhalte noch mehr Nutzern zugänglich zu machen. Im Google-Blog äußert sich das Unternehmen, das viele Sprachen auf Wikipedia noch stark unterrepräsentiert sind. Um die Verbreitung von Inhalten in mehreren Sprachen zu fördern, stellt Google seine Google Translate API zur Verfügung. Diese umfasst viele Sprachen, die Wikipedia bislang noch gar nicht anbietet.

Außerdem weitet Google seine Project Tiger-Initiative für Wikimedia aus. Die Initiative möchte mit technischer Ausstattung und anderen Anreizen bislang schwach vertretene Sprachen zu mehr Artikeln motivieren.

Auch Wikipedia selbst ist sich der ungleichen Sprachverteilung bewusst. Die Wikimedia Foundation machte kürzlich selbst darauf aufmerksam, dass lediglich drei Prozent der Internet-Inhalte auf arabisch verfügbar sind. Arabisch wird allerdings von mehr als 420 Millionen Menschen gesprochen. Auch Zulu wird erwähnt mit mehr als zwölf Millionen Sprechern, aber nur rund 1.100 Wikipedia-Artikeln.

Cloud-Dienste für Quellen

Die Google Cloud Custom Search API soll Redakteuren zusätzlich die Suche nach nutzbaren Quellen erleichtern und sicherstellen, dass Inhalte angemessen von ihren Quellen zitiert werden. Das ist unter anderem wichtig, da nicht jedes Land Urheberrecht so genau nimmt. Die Cloud Vision API soll Redakteuren ermöglichen, frei zugängliche Bücher in indischen Sprachen zu digitalisieren. Dies soll für vielfältigere und verlässliche Quellen sorgen.

Ob Wikimedia diese technischen Hilfen annimmt, steht natürlich auf einem anderen Stein – schließlich würde man sich damit gewissermaßen von Google abhängig machen. Andererseits stellen die APIs eine potentielle Bereicherung dar, um das Wissen einfacher auch in bislang schwächer vertretene Sprachen zu übersetzen.


Image by ArtemSam via stock.adobe.com

Weiterlesen »

Never mind the Killerroboter – Unzuverlässig sind sie alle.

Drohne (adapted) (Image by anne773 [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Die Anführer von mehr als 100 der weltweit größten Unternehmen der KI-Branche sorgen sich um die Entwicklung der „Killerroboter“. In einem offenen Brief an die Vereinten Nationen warnten die Führungskräfte – inklusive Elon Musk, dem Gründer von Tesla und den Gründern von Googles KI-Abteilung – dass die autonome Waffentechnologie von Terroristen und Despoten gehackt werden und anschließend für böse Motive verwendet werden könnte.

Aber die Gefahr ist im echten Leben weitaus größer – und speist sich nicht nur aus menschlichem Versagen, sondern auch aus dem der Maschinen. Studien von komplexen Systemen haben gezeigt, wie sich ein Verhaltensmuster entwickeln kann, das weitaus unvorhersehbarer ist als die Summe einzelner Maßnahmen. Auf einer Ebene deutet das darauf hin, dass sich menschliche Gesellschaften, verglichen mit dem Verhalten Einzelner, sehr unterschiedlich verhalten können. Dieses Prinzip kann jedoch genauso auf Technologien angewendet werden. Sogar Ökosysteme von relativ simplen KI-Programmen, die wir als dumme, nützliche Bots bezeichnen, können uns überraschen – sogar dann, wenn die individuellen Bots sich gut verhalten.

Die individuellen Elemente, die ein komplexes System wie einen Wirtschaftsmarkt oder das Wetter als Ganzes ausmachen, haben die Tendenz, nicht auf eine simple, lineare Art und Weise zu interagieren. Das macht es sehr schwierig, dieses System als Modell zu verstehen. Beispielsweise ist es nach vielen Jahren der Klimaforschung immer noch unmöglich, langfristige Wettervorhersagen zu treffen. Diese Systeme sind oft sehr sensibel gegenüber kleinen Veränderungen und deshalb anfällig gegenüber explosiven Rückkopplungsschleifen. Es ist darüber hinaus sehr schwierig, den präzisen Status eines solchen Systems an einem bestimmten Zeitpunkt festzustellen. Alle vorher genannten Aspekte machen diese Systeme intrinsisch unvorhersehbar.

Alle diese Prinzipien sind anwendbar auf große Gruppen von Einzelpersonen, die auf ihr eigenes Verlangen hin Entscheidungen treffen. Ob es sich hierbei um eine menschliche Gesellschaft oder eine Gruppe von Robotern handelt, ist dabei irrelevant. Meine Kollegen und ich erforschten kürzlich den Typ eines komplexen Systems, das geeignete Roboter dazu benutzte, Wikipedia-Artikel automatisch zu bearbeiten. Diese verschiedenen Roboter wurden von Wiki-Nutzern entwickelt, wobei die der zugrundeliegenden Open-Source-Software kostenlos und frei zugänglich und deswegen jedem zur Forschung verfügbar ist. Einzeln haben sie alle das gemeinsame Ziel, die Enzyklopädie zu verbessern. Ihr kollektives Verhalten stellt sich allerdings als überraschend ineffizient heraus.

Diese Wikipedia-Bots arbeiten sehr gut, wenn sie auf bewährten Regeln und Absprachen basieren. Weil die Webseite jedoch über kein zentrales Führungssystem verfügt, gibt es keine effektive Koordination zwischen den Personen, die diese Bots betreiben. Als Ergebnis fanden wir Bots, die ihre Artikel gegenseitig jeweils über mehrere Jahre hinweg editierten und die Bearbeitungen der anderen Kontrollinstanz rückgängig machten, ohne, dass es jemandem aufgefallen war. Und weil diese Bots über keinerlei Wahrnehmung verfügen, bemerkten sie es selbst auch nicht.

Die Bots sind für den Zweck entwickelt, den Bearbeitungsprozess zu beschleunigen. Jedoch können kleine Diskrepanzen in der Entwicklung der Bots oder zwischen den Menschen, die diese Bots nutzen, zu einer massiven Verschwendung von Ressourcen im Rahmen eines „Bearbeitungs-Krieges“ führen, der von menschlichen Redakteuren weitaus schneller gelöst werden könnte.

Wir fanden ebenso heraus, dass die Bots sich innerhalb der verschiedenen Sprachversionen von Wikipedia unterschiedlich verhielten. Die Regeln sind mehr oder weniger die gleichen, die Ziele sind ebenso identisch, die Technologie ist dieselbe. Jedoch ist in der deutschen Wikipedia die Kooperation zwischen den Bots weitaus effizienter und produktiver als beispielsweise in der portugiesischen. Dies kann nur mit den Differenzen zwischen den Redakteuren, die diese Bots in verschiedenen Umfeldern laufen lassen, erklärt werden.

Exponentielle Verwirrung

Wikipedia-Bots verfügen über nur wenig Autonomie. Das System verhält sich ohnehin schon anders als die Ziele der individuellen Bots. Jedoch plant die Wikimedia Stiftung den Einsatz einer KI, die den Bots einen höheren Grad von Autonomie verleihen soll. Dies wird wahrscheinlich zu noch mehr Fällen von unerwartetem Verhalten führen.

Es wurde auch untersucht, was passiert, wenn zwei Bots, die dazu entwickelt wurden, mit Menschen zu sprechen, auf einmal untereinander interagieren. Die Antworten künstlicher persönlicher Assistenten wie Siri von Apple überrascht uns schon überhaupt nicht mehr. Wenn man aber zwei dieser Chatbots zusammenbringt, können diese schnell anfangen, sich auf eine überraschende Weise zu verhalten. Sie können beispielsweise einen Streit führen und sich sogar gegenseitig beleidigen.

Umso größer das System wird und umso autonomer ein Bot ist, umso komplexer und unvorhersehbarer ist das zukünftige Verhalten eines Systems. Wikipedia ist ein Beispiel einer großen Anzahl relativ einfacher Bots. Das Chatbot-Beispiel zeigt eine kleine Anzahl eher komplexerer und kreativerer Bots auf – in beiden Fällen entwickelten sich unerwartete Konflikte. Die Komplexität und damit die Unvorhersehbarkeit, steigt exponentiell, je mehr individuell agierende Bots dem System hinzugefügt werden. In einem zukünftigen System mit einer großen Anzahl sehr kluger Roboter könnte das unerwartete Verhalten unsere Vorstellungskraft übersteigen.

Selbstfahrender Wahnsinn

Bei selbstfahrenden Autos gibt es beispielsweise spannende Fortschritte zur Effizienz und zu Sicherheitsaspekten des Straßenverkehrs. Wir wissen jedoch noch nicht, was passieren wird, wenn wir einmal ein großes, ungezähmtes System voller autonomer Fahrzeuge haben. Sie könnten sich völlig anders verhalten als weniger Fahrzeuge dies in einer kontrollierten Umgebung tun würden. Und sogar noch unerwarteteres Verhalten könnte in dem Fall auftreten, wenn fahrerlose Autos von verschiedenen Personen in unterschiedlichen Umgebungen „trainiert“ werden und anfangen, miteinander zu kommunizieren.

Menschen können sich neuen Regeln und Standards sehr schnell anpassen – aber immer noch damit Schwierigkeiten haben, den Systemwechsel durchzuführen. Dies kann für künstliche Akteure weitaus schwieriger sein. Wenn ein auf deutsche Standards eingestelltes Auto beispielsweise in Italien fährt, wissen wir einfach nicht, wie es mit den geschriebenen Regeln und ungeschriebenen Normen umgeht, die von den vielen anderen Autos befolgt werden, die auf italienische Standards eingestellt sind. Etwas so Ordinäres wie das Überqueren einer Kreuzung könnte plötzlich eine tödliche Gefahr bergen, weil wir einfach nicht wissen, ob die Autos so miteinander kommunizieren, wie sie es sollen oder etwas total Unvorhersehbares tun.

Denken wir nun an die „Killeroboter“, die Elon Musk und seinen Kollegen Sorgen bereiten. Ein einziger dieser Roboter könnte in den falschen Händen sehr gefährlich sein. Aber was ist mit einem unvorhersehbaren System von „Killerrobotern“? Daran will ich nicht mal denken.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Drohne“ by anne773 (CC0 Public Domain)


The Conversation

Weiterlesen »

Das kollektive Gedächtnis verstehen: Das Netz macht’s möglich

Mini Wikipedia globe at the Wikimedia Foundation offices (adapted) Image by Lane Hartwell CC3.0 Share Alike via Wikipedia

Das Internet hat sämtliche Bereiche unseres Lebens umgekrempelt. Genauer gesagt hat sich die Art und Weise, wie wir Wissen erwerben, signifikant verändert – zum Teil durch Wissensquellen im Netz wie die Wikipedia. Genau genommen hat es sogar die Art der Wissenschaft verändert. Sozialwissenschaftler verwenden immer häufiger Daten aus dem Netz, um unsere individuellen und kollektiven Verhaltensweisen zu studieren – und das tun sie mit einer Genauigkeit, die man sonst nur aus den Naturwissenschaften kennt.

Sicherlich sind wir immer noch weit davon entfernt, im Internet große experimentelle sozialwissenschaftliche Datensätze vergleichbar zu denen, die im CERN produziert werden, zu finden, doch zumindest haben wir digitale empirische Daten, wie beispielsweise die aufgrund von Beobachtung gewonnenen Daten der Astrophysik. Millionen Menschen nutzen tagtäglich Online-Tools. So wird beispielsweise Wikipedia rund 500.000 Mal am Tag aufgerufen.

Das “Kollektive Gedächtnis”, wie es von Wissenschaftlern genannt wird, ist eines der Schlüsselthemen, um soziales Verhalten zu verstehen: Es verdeutlicht, wie sich Mitglieder einer sozialen Gruppe gemeinsam an ein Event in ihrer Vergangenheit erinnern. Obwohl es sich beim kollektiven Gedächtnis um einen Grundbegriff in der Soziologie handelt, gab es nur ein paar wenige empirische Studien über dieses Thema, hauptsächlich aufgrund fehlender Datensätze. Wissenschaftler, die erforschen, wie das Publikum vergangene Ereignisse abruft, hatten klassischerweise viel Zeit in Interviews und Aufwand in die Datensammlung investiert.

Flugzeugabstürze

Im Rahmen einer aktuellen Studie, die im Science Advances veröffentlicht wurde, verwendete unser Team, bestehend aus einem Soziologen, einem Computeringenieur und zwei Physikern, Daten aus der Wikipedia. Ziel war es, durch die in aller Öffentlichkeit zugänglichen Statistiken der täglichen Seitenabrufe aller Artikel der Enzyklopädie das kollektive Gedächtnis zu studieren.

Wir suchten in unserem Beispiel nach Flugzeugabstürzen in der gesamten Geschichte der Luftfahrt. Dies taten wir, weil solche Vorfälle gut dokumentiert sind und weil bedauerlicherweise einegroße Anzahl solcher Vorfällen existiert, die die statistische Analyse stabil gestalten. Wir unterteilten die Ereignisse in die Zeiträume “vor nicht allzu langer Zeit” (2008-2016) und “früher” (alle Vorfälle vor 2008). Beispiel für die neulich stattgefundenen Vorfälle sind Flug MH370, Flug MH17, Flug AF447 und der Germanwings-Flug 9525. Bei den vorhergehenden Unfällen handelt es sich zum Beispiel um den Flug AF587 und den Flug IR 655.

Um die steigenden Seitenabrufe für Artikel vergangener Ereignisse, eine Woche nachdem ein Ereignis eintrat, zu messen, verwendeten wir statistische Methoden. Wir nannten diesen Anstieg den “Aufmerksamkeits-Strom”. Wir waren daran interessiert, herauszufinden, ob der Anstieg der Aufmerksamkeit bezüglich des vergangenen Ereignisses in Korrelation zu den zeitlichen Abständen und der Ähnlichkeit der neulich stattgefundenen und der vergangenen Ereignissen steht. Darüber hinaus waren wir daran interessiert, herauszufinden, ob wir den Anstieg des “Aufmerksamkeit-Stroms” zu vergangenen Ereignissen verhindern können, indem ein neues Ereignis eintritt.

Wir haben herausgefunden, dass die Menschen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine im Jahr 2015 in der Wikipedia Informationen über den American-Airlines-Flug außerhalb von New York City im November 2001 suchten. Tatsächlich gab es einen dreifachen Anstieg der Seitenabrufe in der Woche nach dem Germanwings-Absturz.

Es scheint hier ein Muster zu geben. Wir haben kontinuierlich einen signifikanten Anstieg der Seitenabrufe vergangener Ereignisse als Folge zu Vorfällen, die vor Kurzem geschahen, beobachtet. Im Durchschnitt wurden vergangene Ereignisse 1,4 mal öfter aufgerufen als die Ereignisse aus der vergangenen Woche. Das lässt vermuten, dass die Erinnerung an ein Ereignis mit der Zeit wichtiger werden kann, und auch, dass dem Ereignis mit der Zeit mehr Bedeutung zugetragen wird, als es ursprünglich der Fall gewesen ist.

Wir haben dann versucht, dieses Muster abzubilden. Unter Berücksichtigung aller Faktoren, wie den Einfluss der Ereignisse aus der kürzer zurückliegenden Vergangenheit und derer, die weiter zurück lagen, zudem die Ähnlichkeit zwischen den Ereignissen und ob ein Hyperlink existiert, der die beiden Ereignisse direkt miteinander auf Wikipedia verlinkt.

Was unsere Erinnerung beeinflusst

Beispielsweise lässt sich im Fall der Germanwings- und American-Airlines-Flüge sagen, dass beide Vorfälle im Zusammenhang mit dem Piloten standen. Dieser könnte ein wichtiger Kopplungsfaktor sein. Die Maschine der American Airlines stürzte aufgrund eines Pilotenfehlers ab, während der Germanswings-Pilot das Fluzgeug absichtlich abstürzen ließ. Dies wurde umso interessanter, als wir herausfanden, dass es keinen Hyperlink gab, der diese beiden Artikel auf Wikipedia miteinander verlinkt. Tatsächlich blieben unsere Daten sogar dann stabil, als wir alle Paare entfernten, die durch Hyperlinks in direkter Verbindung zueinander standen.

Der wichtigste Faktor des Musters war die ursprüngliche Auswirkung des vergangenen Ereignisses, die durch ihre durchschnittlichen täglichen Seitenabrufe gemessen wurde, bevor das Ereignis eintrat. Das heißt, dass manche vergangenen Ereignisse einprägsamer sind und unsere Erinnerung daran leichter ausgelöst werden können als andere. Als Beispiel hierfür können die Flugzeugabstürze am 11. Semptember genannt werden.

Statistik Seitenaufrufe Wikipedia
Drei Flugzeugabstürze aus der jüngeren Vergangenheit (genauer: aus dem Jahr 2015) und ihre Auswirkung auf die Seitenaufrufe vergangener Ereignisse. Die Abstürze aus der jüngeren Vergangenheit haben einen Anstieg in Seitenaufrufen bei den Ereignissen, die bereits längere Zeit vergangen sind, verursacht.

Die zeitliche Trennung zwischen zwei Ereignissen spielt ebenso eine wichtige Rolle. Je näher zwei Ereignisse beieinander liegen, desto stärker ist ihre Verbindung. Wenn ein Ereignis mehr als 45 Jahre zurück liegt, ist es unwahrscheinlich, dass es noch eine Erinnerung an ein vergangenes Ereignis auslöst.

Die Ähnlichkeit zwischen zwei Ereignissen hat sich ebenso als einen wichtiger Faktor ergeben. Dies lässt sich am Beispiel der IR 655 erklären. Die Maschine wurde im Jahr 1988 von einem US-Kriegsschiff mittels einer Rakete abgeschossen. Hierbei handelte es sich eigentlich um kein Ereignis, an das sich die Menschen gut erinnern konnten. Allerdings wurde diesem Ereignis wieder große Aufmerksamkeit zugetragen, als im Jahr 2014 der Malaysia-Airlines-Flug 17 von einer Rakete über der Ukraine getroffen wurde. Der Unfall mit der Iran-Air-Maschine hatte vor den Geschehnissen in Malaysia eine durchschnittliche tägliche Quote von 500 Aufrufen und stieg kurz danach auf 120.000 Aufrufe täglich.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass wir die tieferliegenden Mechanismen hinter diesen Beobachtungen nicht wirklich verstehen. Die Rolle der Medien, die individuellen Erinnerungen oder die Struktur der Kategorisierung von Artikeln auf Wikipedia können alle ein Teil dessen sein und werden ein Thema in zukünftigen Beobachtungen darstellen.

In traditionelleren Theorien wird vermutet, dass die Medien die zentrale Rolle in der Formung unseres kollektiven Gedächtnisses spielen. Dennoch ist eine wichtige Frage, inwiefern der Wandel zu Onlinemedien und vor allem sozialen Medien diesen Mechanismus verändern wird. Heutzutage erhalten wir oft Neuigkeiten durch unsere Facebook-Freunde. Kann dies erklären, warum Ereignisse, die seit Jahren nicht in den Nachrichten erschienen sind, auf einmal so nah an unserer Gegenwart sind?

Zu wissen, wie diese Fragen zu beantworten sind – und um zu verstehen, wie das kollektive Gedächtnis gebildet wird, ist nicht nur aus der wissenschaftlichen Perspektive heraus interessant. Das Verständnis über das kollektive Gedächtnis könnte darüber hinaus Anwendung im Journalismus, in der Medienentwicklung, in der Politik und sogar in der Werbung finden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Wikipedia_mini_globe_handheld“ by Lane Hartwell (CC BY-SA 3.0)


The Conversation

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • SPACEX golem: SpaceX startet geheimen Militärsatelliten: Am gestrigen Montag fand der erste Start einer Falcon-9-Rakete unter erheblichen Geheimhaltungsmaßnahmen statt. Die Falcon 9 ist der erste Satellit, der dem amerikanischen Militär durch das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX – einem weiteren Standbein von Unternehmer Elon Musk – vorgestellt wurde. In welchen Orbit die Rakete fliegen soll ist nicht bekannt gegeben worden, soll aber schon bald durch Amateure aufgespürt werden können.

  • SNAPCHAT horizont: Snapchat feiert erste deutsche “Our Story” zum Maifeiertag: Erst kürzlich gab das Unternehmen Snap – Mutterkonzern der Messaging-App Snapchat – Partnerschaften mit großen deutschen Medienkonzernen bekannt – Bild, Vice, Sky Sport und Spiegel Online. Das Unternehmen weitet sich auf dem deutschen Markt zusätzlich aus und hat seit gestern auch das „Our Story“-Feature in Deutschland verfügbar gemacht. In der „Discover“-Rubrik von Snapchat werden dabei Inhalte von welweiten Nutzern kuratiert und als orts- und themenbezogene Story zusammengeführt, beispielsweise zu besonderen Aktionstagen oder Festivals.

  • WIKIPEDIA heise: Türkei blockiert Wikipedia und verbietet Datingshows: In der Türkei ist das Online-Lexikon Wikipedia nicht mehr erreichbar, seit Samstagmorgen ist die Seite blockiert. Laut Berichten sollen die Webseiten-Betreiber nicht auf Forderungen der türkischen Regierung reagiert haben. Die Seite solle laut des türkischen Kommunikationsministeriums Texte zur Verfügung gestellt haben, die Terror propagieren und die Türkei mit Terroristen gleichstellen sollen. Nachdem Forderungen zur Entfernung nicht beachtet wurden, wurde die Seite gesperrt.

  • US-REGIERUNG recode: President Trump is launching a new tech group to ‘transform and modernize’ the U.S. government: US-Präsident Donald Trump will mit Hilfe des Silicon Valley die US-Regierung modernisieren. Trump nutzt seien Verbindungen und will mit dem „American Technology Council“ und Silicon-Valley-Unternehmen wie Apple, Facebook und Google Innovation in die Bürokratie bringen. Im Juni lädt Trump außerdem wieder zu einem Gipfeltreffen. Washingtons Digitalisierung war schon für Obama eine große Herausforderung – er startete das Projekt des „U.S. Digital Service“ -, Trump hat es mit wachsender Unbeliebtheit auch nicht leichter.

  • APPS spiegel: Das sind die spannendsten Apps des Monats April: Spiegel Online stellt zum Ende des Monats April ihre zehn belibetesten App-Entdeckungen vor. Darunter „Giphy Says“, das Bilder zum Sprechen bringt, der Laser-Shooter „Virexian“ und eine abgespeckte Version des Facebook Messengers. Der Messenger Lite nimmt nur etwa 15 Megabyte Speicherplatz ein und hat die App auf die wichtigsten Chatfunktionen reduziert. Auch Skype und Facebook bieten solche Lite-Versionen ihrer Apps an.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • WIKIPEDIA heise: IP-Sperre: Wikipedia blockiert zehntausende „anonyme“ Österreicher: „Deine IP-Adresse befindet sich in einem Bereich, der auf allen Wikis gesperrt ist.“ Diese Mitteilung haben in den letzten Tagen mehrere österreichische User erhalten, wenn sie an der Wikipedia oder verwandten Wikis mitarbeiten wollten, ohne sich einzuloggen (unscharf als „anonyme Edits“ bezeichnet). Manchmal war ihnen aber auch das Einloggen unter Verweis auf ihre IP-Adresse nicht möglich. Dabei haben sie sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein langjähriger Berliner Wikimedia-Aktivist und Wikipedia-Administrator hat am 12. März eine dreimonatige Sperre für die gesamte IP-Range 178.190.0.0/16 verhängt. Begründung: „longterm abuse“ (langwährender Missbrauch). Der Admin zählt zu den Hundert fleißigsten Bearbeitern der deutschen Wikipedia und den überhaupt am häufigsten sperrenden Admins.

  • CEBIT t3n: Wie die Deutsche Bahn vom Berliner Startup Holoplot profitieren kann:Der Mensch nimmt hauptsächlich den Klang wahr, der vom Raum zurückkommt. Obwohl die Ausgangsqualität gut ist, ist das Ergebnis oft von bescheidener Qualität. Holoplot, ein junges Startup aus Berlin, erklärt die „akustische Veränderbarkeit von Räumen“. Laut Roman Sick, COO des Startups, sind Bahnhöfe ein akustischer Albtraum. Befragungen von Passanten und auch technische Messungen haben ergeben, dass sich die Sprachverständlichkeit wesentlich verbessert hat, nachdem in zwei Bahnhöfen ein System von Holoplot installiert wurde. Ziel ist es, Ansagen nur in Bereichen abzuspielen, für die diese auch relevant sind. Außerdem sollen die Ansagen von angrenzenden Bahnsteigen die Verständlichkeit nicht mehr beeinträchtigen.

  • AMAZON golem: Amazon plant Fire TV mit 4K- und HDR-Unterstützung: Amazon arbeitet derzeit an einem neuen Fire-TV-Gerät, das nicht direkt als Nachfolger der Fire TV Sticks oder der Fire-TV-Boxen gedacht ist, sondern diese noch ergänzen soll, berichtet AFTVNews. Der Blog zitiert aus einem aktuellen Benchmark und bezieht sich auf vertrauliche Informationen aus dem Amazon-Umfeld. Das neue Fire-TV-Modell ist gemäß den Benchmarks von der Leistung her zwischen den Fire-TV-Boxen und den Fire TV Sticks angesiedelt. Demnach ist auch das neue Modell weniger für Spielenutzung geeignet, es sollte aber zügiger als die bisherigen Fire TV Sticks sein. Vor allem bei der Navigation in der Fire-TV-Oberfläche könnte es weniger Wartesekunden und Hänger geben.

  • SOCIAL MEDIA Zeit: Richter fordern Auskunft über anonyme Hetzer: Der Deutsche Richterbund beklagt Schwierigkeiten, Auskünfte von den Netzwerken über die Identität anonymer Hetzer zu bekommen. „Es braucht verbindliche Auskunftsstellen von Facebook und Co. im Inland, die schnell und verlässlich auf Anfragen der Strafverfolger reagieren“, sagte der Geschäftsführer Sven Rebehn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte Unternehmen wie Facebook und Twitter harte Strafen angekündigt für den Fall, dass sie offensichtlich strafbare Postings nicht binnen bestimmter Fristen löschen. Der Richterbund kritisiert, Maas‘ Gesetzentwurf sehe zwar Auskunftsstellen vor – sie blieben aber freiwillig, da keine Sanktion drohe, wenn sie nicht eingerichtet würden.

  • DATENSCHUTZ NETZPOLITIK:ORG: EU-Datenschutzbeauftragter: Persönliche Informationen sind keine Ware: Datengetriebene Ökonomie hin oder her: Persönliche Informationen sind grundrechtlich geschützt und keine bloße Ware. Diese klare Botschaft hat der Europäische Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli für die EU-Kommission. In einem vom Europäischen Rat erbetenen Positionspapier [PDF] nahm Buttarelli vergangene Woche Stellung zum Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte [PDF]. Auch wenn er das Ziel der Initiative unterstütze, befürchte er negative Konsequenzen für das Grundrecht auf Datenschutz und die Wirksamkeit der mühsam verhandelten Datenschutzgrundverordnung.

Weiterlesen »

Was Fachärzte in Zeiten von Wikipedia wissen müssen

Computer, Mac, MacBook, iPhone, Tastatur, Arzt, Doktor, Schreibtisch, Stock

Fachleute im Gesundheitswesen haben die Aufgabe, die zahlreichen medizinischen Einträge auf Wikipedia zu verbessern – zumindest, wenn man nach einem Brief der Lancet Global Health geht, der heute veröffentlicht wurde. Das liegt vor allem daran, dass die Wikipedia eine der ersten Quellen ist, die aufgerufen wird, wenn man nach medizinischen Begriffen sucht.

In unserer Korrespondenz habe ich mich mit einer Gruppe internationaler Studenten an verschiedene medizinische Fachzeitschriften gewendet, um ihnen klarzumachen, dass man mehr tun muss, damit Experten die Wikipedia nützlicher und präziser machen können. Zudem sollte die medizinische Community diese Verbesserungen zu einem ihrer wichtigsten Punkte erklären.

Rund um die Welt in Benutzung

Wikipedia steht auf Platz Fünf der am meisten besuchten Webseiten der Welt und ist auch die am häufigsten gelesene Quelle, wenn es um medizinische Informationen geht. Zudem greifen auch viele Ärzte, Medizinstudenten, Gesetzgeber und Professoren auf sie zu. Das Aufrufen der Seite ist kostenfrei und läuft über das Programm Wikipedia Zero. In Entwicklungsländern ist die Seite damit zu einer der am meisten benutzten Quellen für Gesundheitsthemen geworden. Während des Ebola-Ausbruchs im Jahr 2014 wurde die Seite über das Ebola-Virus täglich über 2,5 Millionen Mal aufgerufen.

Anfang des Jahres startete die Seite die kostenlose Medical Wikipedia Offline-App in sieben Sprachen. Die Android-App hatte fast 100.000 Downloads in den ersten Monaten und ist in Ländern mit sehr knappem und mittlerem Einkommen, wo der Internetzugang meistens langsam und vergleichsweise teuer ist, extrem nützlich.

Wegen all dieser Punkte müssen die Einträge in die Wikipedia sehr präzise formuliert sein, denn jeder Eintrag kann potentiell zu gesundheitlichen Konsequenzen in der wirklichen Welt führen.

Eine Frage der Prioritäten

Obwohl die Wikipedia es jedem ermöglicht, die Einträge zu bearbeiten, ist die Genauigkeit erstaunlich und konkurriert sogar mit der Encyclopedia Britannica. Aber obwohl sich die Enzyklopädie weiterentwickelt, ist die Genauigkeit der medizinischen Inhalte nicht stetig. Die Plattform hatte schon immer Schwierigkeiten damit, Expertenmeinungen von Forschern einzuarbeiten. Bei den Ärzten und anderen Experten im Gesundheitswesen hatte eine Aufarbeitung der Themen in der Wikipedia bisher einen eher unwichtigen Stellenwert.

Das unbezahlte Schreiben in einem unbekannten Format verliert leider schnell an Reiz, wenn man es unmittelbaren Karriereentscheidungen entgegenstellt. Die Ärzte haben oft mehrere Stunden täglich mit Patienten zu tun und die Forscher sind oft noch zusätzlich damit beschäftigt, sich für Stipendien zu bewerben oder in akademischen Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Der Eintrag zu Stillgeburten zeigt deutlich, warum Wikipedia mehr Experten beim Erstellen der Artikel braucht. Jeden Tag gibt es auf der ganzen Welt 7000 Stillgeburten, aber bevor meine Kollegen und ich die Wikipedia-Seite aktualisiert hatten, haben dort noch einige wichtige Informationen gefehlt.

Wichtige Faktoren, wie beispielsweise Malaria als Krankheitsauslöser, waren nicht aufgelistet, aber auch häufige Komplikationen wie Depressionen fehlten. Man benötigt das gesamte Bild einer Erkrankung, um eine wirksame Behandlung angehen zu können. Und für die Patienten ist es ebenso wichtig, zu wissen, dass Depressionen eine normale Nebenwirkung der Totgeburt ist. Wenn sie sich dessen bewusst sind, können sie mit dem Gefühlschaos einer Stillgeburt besser umgehen lernen.

Vergleichbar ist dies mit detaillierteren Informationen über die medikamentöse Behandlung, die ärztliche Verschreibung derer, den Wünschen des Patienten und dem Wissen der angehenden Medizinstudenten – solche wichtigen Themen verlangen einfach nach Genauigkeit.

Mögliche Lösungen

Während man relativ einfach sagen kann, woran es mangelt, ist es umso schwieriger, die Probleme auch vollends zu lösen. Der Einsatz vieler mit verschiedenen Stärken ist hier vonnöten. Ärzte und Fachleute bringen ein enormes Wissen über komplexe Themen mit, medizinische Fachzeitschriften können ihre Infrastruktur für starke Kollegenkontrolle und Indizes aushebeln. Wikipedianer können ihr Wissen über Enzyklopädisches Schreiben und ihre technische Expertise einbringen und medizinische Lehranstalten können ihre Studenten dazu auffordern, mitzuhelfen.

Das gleichzeitige Veröffentlichen von überprüften Arbeiten auf Wikipedia und in akademischen Journalen würde eine Verbesserung für alle bedeuten. Das heißt, dass man bereits existierende Einträge überprüfen, aber auch passende Einträge aus Fachzeitschriften in Wikipedia-Einträge umwandeln muss. Die offizielle Anerkennung für die Mühen des Autors durch zitierfähige Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften ist eine wichtige Belohnung für die Community-Mitglieder, die unter Zeitdruck stehen. Kontrollen durch die Peer Group würden die Qualität entsprechend sicherstellen. Die Wikipedia ist zudem ein wunderbares Werkzeug für Fachzeitschriften, die einen Einfluss auf die öffentliche Gesundheit nehmen wollen.

Mehrere wissenschaftliche Fachzeitschriften haben sich in die akademische Kontrollvariante der Wiki-Einträge eingearbeitet, andere wollen bald dazu stoßen. Beispiele für diese gemeinsamen Veröffentlichungen sind die Einträge über das Dengue-Fieber und das Kleinhirn, die von den Zeitschriften Open Medicine und WikiJournal of Medicine überprüft und veröffentlicht wurden.

Um mehr Einfluss zu nehmen, folgte PLOS Computational Biology diesem Beispiel und hat auch gemeinsam erstellte Artikel in ihrem Journal und auf Wikipedia veröffentlicht. Die Fachzeitschrift RNA Biology verlangt von den Forschern, die eine neue RNA-Gruppe beschrieben, einen zusätzlichen Wikipedia-Eintrag dazu.

Die neue Herangehensweise verankern

Der Fortschritt kommt nur langsam voran, aber mehrere unabhängige Projekte zeigen, wie sich die Einstellungen von wichtigen Akteuren im biomedizinischen Bereich nach und nach verschieben und wie sie beginnen, Wikipedia ernster zu nehmen. Cochrane erstellt medizinische Richtlinien nach Forschungsdaten und nutzt nun Partner der Wikipedia für ihre Review-Gruppen, um ihre Informationen auf Wikipedia zu verbreiten.

Medizinische Lehranstalten beteiligen sich jetzt auch daran, die Wikipedia-Einträge zu verbessern. Medizinstudenten der University of California in San Francisco können Creditpunkte erlangen, indem sie vernachlässigte Wikipedia-Einträge unter Aufsicht verbessern.

Solche und ähnliche Pläne können die Bearbeitung der Wikipedia in der medizinischen Community der Zukunft hoffentlich selbstverständlicher werden lassen. Von diesen Umständen werden vor allem die Patienten profitieren, denn wenn es um gesundheitliche Inhalte geht, kann die Deadline nicht früh genug gesetzt werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Computer“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • WIKIPEDIA torial: Redaktionskonferenz bei Wikipedia: Leitlinien, Quellenkritik und Stilvorgaben: Wie arbeitet eigentlich Wikipedia? Täglich wird die Plattformen mit Suchanfragen bombardiert. Wikipedia ist längst kein unkoordinierter Haufen von Laien mehr. Locker organisierte, thematische Redaktionen achten auf inhaltliche Qualität und Vollständigkeit. Ein Einblick in die Arbeit drei ehrenamtlicher Wikipedia-Redaktionen: was machen sie, wer ist dort aktiv, und was motiviert die Beteiligten?

  • SMART CAR handelsblatt: Lange Leitung beim vernetzten Auto: Das Auto der Zukunft ist vernetzt. Der Wandel der Autos zum rollenden Computer ist für die Hersteller eine immense Herausforderung, die Milliardeninvestitionen nötig macht. Bis zum Jahr 2020 sollen acht von zehn neuen Autos über vernetzte Technologien verfügen. Doch gerade für Deutschland sind die Vorurteile gegenüber der neuen Technologie besonders groß, zeigt nun eine internationale Studie. Für die Hersteller ist das ein Problem.

  • WORK xing: Die Vermischung von Job und Privatleben birgt Gefahren: Die Vermischung von privaten und beruflichen Aspekten birgt eine Reihe von Gefahren. Sowohl Chef als auch Angestellter sind durch diesen fließenden Übergang durchsichtiger bzw. transparenter geworden. Für beide Seiten ein negativer Aspekt meint Simone Janson. Auch Freundschaften unter Kollegen könnten Probleme hervorrufen. Denn sobald sich Beziehungs- und Sachebene miteinander vermischen, können Konflikte entstehen

  • BILDUNG faz: Telekom-Chef will Programmiersprachen zum Schul-Pflichtfach machen: „Wir sind in einer Phase angekommen, in der Software Denkarbeit ersetzt. Nachdem erst Blaumänner betroffen waren, geht es jetzt den Anzugträgern an den Kragen“ meint Telekom-Chef Tim Höttges. Weil die Digitalisierung in Zukunft viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen wird, fordert Höttges Reformen im Schulsystem. Programmiersprachen zu können sei ebenso wichtig wie Multiplizieren oder Lesen.

  • SAMSUNG golem: Mach die Biege, Smartphone!: Mit biegbaren Displays lassen sich komplett neuartige Smartphone-Designs realisieren. Diese Möglichkeiten will Samsung mit zwei Modellen ausreizen, an denen derzeit gearbeitet wird, berichtet Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit Samsungs Plänen vertraut sind. Damit würden verschiedene Einsatzmöglichkeiten abgedeckt.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • SNAPCHAT bloomberg: Snapchat Passes Twitter in Daily Usage: Der Hype um die App Snapchat findet kein Ende. Jetzt hat Snapchat den Kurznachrichten-Messenger Twitter in den täglichen Aufrufen hinter sich gelassen. Twitter hatte in den letzten Jahren einige Nutzer an Facebooks „Instagram“ und „Whatsapp“ verloren und rutschte in der Nutzerliste immer weiter abwärts. Snapchat soll eine tägliche Nutzerzahl von rund 150 Millionen haben. Twitter dagegen liegt unter den 140 Millionen.
  • DROHNEN digiday: Eye in the sky: Fox Sports is bringing drones to sporting events: Der Sportmedien Riese „Fox Sports“ will in Zukunft mehr auf Drohnen setzen, um seinen Zuschauern spektakuläre Bilder aus der Vogelperspektive zu bieten. Laut Michael Davies, der bei Fox für technische Verfahren zuständig ist, gäben Drohnen die Möglichkeit, tiefer zu fliegen als Helikopter und so qualitativ höhere Bilder abzugeben. So zum Beispiel beim Golf. Bis jetzt nicht wirklich einsetzbar sind Drohnen beim Football und Baseball, da die Stadien „Sky-Cameras“ besitzen und eine Drohne bei der Menge an Zuschauern ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Auch Basketball und Eishockey lässt mit seiner Hallensituation kaum Platz für eine Drohne. Die vier Sportarten sind die beliebtesten in den USA.
  • WIKIPEDIA get.torial: Redaktionskonferenz bei Wikipedia: Leitlinien, Quellenkritik und Stilvorgaben: „Da kann ja jeder reinschreiben, was er will“. So lautete oft ein Voruteil gegenüber dem Online-Lexikon „Wikipedia“. Doch die Seite ist schon lange kein „unkoordinierter Haufen“ mehr. Das Team besteht aus mehreren Redakteuren, die alle erfolgreich in den Bereichen arbeiten, die sie im Online-Lexikon redigieren und verwalten. So sind zum Beispiel Ärzte Redakteure in der Redaktion „Medizin“. Es wird auf Quellen geachtet, redigiert und verfasst. Alles auf unbezahlter Ebene. Was treibt die Verantwortlichen an?
  • ELON MUSK gruenderszene: Elon Musk will uns auf den Mars bringen – schon in 9 Jahren: Tesla-Gründer Elon Musk sorgte für Aufsehen auf der Code-Conference in Kalifornien. Geht es um Elektroautos, sieht Musk den Tech-Riesen Google nicht als ernste Konkurrenz an. Er glaube nicht, dass Google mit seinem Autokonzern Tesla mithalten könne. Apple jedoch könne mit dem „Apple Car“ sehr erfolgreich werden, obwohl das Unternehmen erst sehr spät in die Autoentwicklung eingestiegen sei. Und dann ist da noch sein Projekt „SpaceX“. Neben der Vorstellung erster Konzepte der Infrastruktur einer Marskolonie, will Musk bis 2024 eine bemannte Mission zum Mars starten.
  • EMOJI telegraph: 72 new emoji are coming to your phone: Wer ständig Emojis in Messenger-Apps benutzt, der kann sich freuen. 72 neue wurden von „Unicode Consortium“ noch für Ende dieses Monats angekündigt. Vor allem die Emojis, die vom Thema „Essen“ handeln, lassen einen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wenn das so weitergeht, können wir bald ausschließlich mit Emojis kommunizieren.
Weiterlesen »

Chilling Effects: Neue Studie beweist Selbstzensur durch Überwachung

[132366] Hacker (adapted) (Image by Dwayne Bent [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Eine neue Studie des Wissenschaftlers Jon Penney von der Universität von Oxford beweist, was Datenschützer und Bürgerrechts-Aktivisten schon lange betonen: massive Überwachung sorgt für Angst, Selbstzensur und konformistisches Verhalten. Sie schädigt die Meinungsfreiheit und den offenen, demokratischen Austausch von Wissen und Ideen. Nachdem es für dieses Phänomen nun derart aufwändig erhobene Beweise gibt, wird es Zeit, dass es endlich ernst genommen und vor allem entsprechend gehandelt wird. Überwachung muss eingeschränkt werden, um die Demokratie zu schützen.

Neue Studie: Wikipedia-Nutzer haben Angst vor Überwachung

Kürzlich wurde eine Studie des Forschers Jon Penney von der Universität Oxford veröffentlicht, die sich mit den Auswirkungen von Internet-Überwachung auf das Verhalten von Nutzern des Online-Lexikons  beschäftigt. In der Studie konnten Penney und sein Team beweisen, dass Überwachung tatsächlich massive Auswirkungen darauf hat, wie sich die Wikipedia-Nutzer verhalten. Nach dem bekannt werden der massiven NSA-Überwachung großer Teile des Internet (unter anderem durch das PRISM-Programm, das zu den ersten Snowden-Enthüllungen gehörte), wurden kontroverse Artikel weitaus seltener abgerufen. Laut Studie war nach den ersten Snowden-Leaks im Jahr 2013 – über die 87 % der US-Bürger informiert waren – „ein 20-prozentiger Rückgang der Seitenzugriffe bei Wikipedia-Artikeln, die mit Terrorismus zu tun haben, darunter jenen, in denen ‚al Qaida‘, ‚Autobombe‘ oder ‚Taliban‘ erwähnt wurden“, zu beobachten. Für das Lesen solcher Artikel gibt es natürlich eine Vielzahl vollkommen legitimer Gründe – von reiner Neugier über die Recherche für einen Roman bis hin zum Versuch, Strategien zur Terrorismus-Bekämpfung zu entwickeln – aber viele Nutzer fürchteten offenbar trotzdem, dass das Lesen dieser Artikel sie bereits verdächtig machen könnte (eine Befürchtung, die angesichts einiger der Terror-Panik der letzten 15 Jahre geschuldeter Hexenjagden keineswegs ganz von der Hand zu weisen ist). Penney drückte sich in seiner Zusammenfassung der Studie so aus: „Wenn Menschen davon abgeschreckt werden, etwas über wichtige politische Fragen wie Terrorismus und nationale Sicherheit zu lernen, ist das eine reale Bedrohung für eine echte demokratische Diskussion.

Ein wichtiges Argument für Überwachungs-Gegner

Penneys Erkenntnisse sind nicht neu oder überraschend, sondern wurden bereits von anderen Studien – beispielsweise der 2015 veröffentlichten Studie eines Teams von MIT-Forschern, die sich mit den Veränderungen von Google-Suchanfragen durch die Snowden-Enthüllungen befasste – in ähnlicher Form belegt. Dennoch ist Penneys Studie in ihrem Umfang und ihrer Aussagekraft ein wichtiges Argument für diejenigen, die der ständig zunehmenden Überwachung unserer Telekommunikation mit Besorgnis und Ablehnung gegenüber stehen. Penney beweist, was diese Mahner schon seit Jahren betonen: Überwachung ist Gift für die Demokratie, eine schleichende Gefahr für eine offene Gesellschaft, ein Feind freien Wissens.

Chilling Effects: Eine Bedrohung für die Demokratie

Es wird Zeit, dass gerade diese Problematik endlich ernst genommen wird. Nicht nur, weil Menschen einen privaten Rückzugsraum für das Wohlbefinden und die geistige Gesundheit brauchen, ist Privatsphäre ein Menschenrecht. Auch nicht allein das Risiko eines Missbrauchs erhobener Daten macht Überwachung so brandgefährlich. Die vielleicht größte Gefahr ist die Angst, die durch die Überwachung in unsere Gesellschaft Einzug hält, die Furcht vor offener Meinungsäußerung oder dem neugierigen Suchen nach Informationen und Wissen. Diese Angst hält uns zurück, sie macht unsere Gesellschaft unfreier und weniger zukunftsfähig. Die von Penney dokumentierten Chilling Effects sind eine ernst zu nehmende Bedrohung und könnten auf lange Sicht weitaus mehr Schaden anrichten, als der Terrorismus selbst. Es gilt, eine Überwachungs-bedingte Eiszeit, ein Zeitalter der Angst und Ignoranz, abzuwenden. Das Streben nach Wissen ist wichtig, nicht verdächtig, und kontroverse Diskussionen sind ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Sie müssen bewahrt werden – und das geht nur durch eine Eindämmung von Überwachung und ständiger Kontrolle.


Image (adapted) „[132/366] Hacker“ by Dwayne Bent (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 4. März

In unseren Lesetipps geht es heute um neue Datenschutzziele der EU, Wikipedia Zero, das Leistungsschutzrecht, Arbeiten bei Facebook und Facebooks Vorgehen gegen Hetzpredigten. Ergänzungen erwünscht.

  • DATENSCHUTZ heise online: Europas Regierungen wollen Datenschutzreform aushöhlen: Die geplante Datenschutz-Grundversorgung soll aufgeweicht und das Prinzip der Datensparsamkeit gestrichen werden, da nach Ansicht von EU-Regierungen die Interessen der Datenverarbeitung von Firmen oder Behörden schwerer wiegen als das Schutzbedürfnis der Bürger. Eigentlich dürfen nach einer Datenschutzrichtlinie aus den 90er-Jahren Unternehmen und Behörden Informationen nur verarbeiten, wenn dies für spezielle Zwecke erforderlich ist. Ist die Abschaffung jetzt ein Freibrief zum Datensammeln und weitergeben an Dritte? Wie passt das zum Datenschutz?

  • WIKIPEDIA The Next Web: The next Billion People Are Coming Online Quick: Immer mehr Menschen haben Zugang zu Internet – Die Zahl steigt unaufhaltsam und immer schneller an, schneller als jeder bisher vermutet hat. Ein großes Problem in Entwicklungsländern ist in diesem Zusammenhang das teuere Datenvolumen, was deren Zugang einschränkt. Wikipedias Co-Founder Jimmy Wales hat deshalb das Projekt „Wikipedia Zero“ ins Leben gerufen, was erreichen möchte, dass User in Entwicklungsländern ohne den Verbrauch von Datenvolumen Zugang zu Wikipedia erhalten.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem.de: Leistungsschutzrecht: Wie die VG Media der Google-Konkurrenz das Leben schwermacht: Der Marktführer Google macht es seinen kleineren Konkurrenten auch wirklich nicht leicht. Noch schlimmer wird es allerdings durch eine Gratislizenz von VG Media, um welche kleinere Suchmaschinen sich vergeblich bemühen. Außerdem macht denen auch noch das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zu schaffen. Aber Auslisten ist für die Suchmaschinenbetreiber auch keine Option, denn selbst auf diesem Weg werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Immer mehr wird deshalb eine Abschaffung des Gesetzes gefordert.

  • FACEBOOK t3n: Mein erstes Jahr als Designer bei Facebook: Dass sich die Arbeit in einem kleinen Startup sehr von der bei einem großen Unternehmen unterscheidet, ist leicht vorstellbar. Aber gerade beim Wechsel von einem Startup zu einem Unternehmen wie Facebook kann es einem vorkommen wie der Sprung von einer Welt in eine andere. Der Autor fasst hier zusammen, was er gerne vor seinem Wechsel gewusst hätte. Da ist zum einen, dass man in einem Startup die komplette Wertschöpfungskette miterlebt. Facebook ist dahingegen deutlich komplexer, allein schon weil viel mehr Menschen daran mitarbeiten. Aber es gibt auch viel mehr Aufgaben zwischen denen man wählen kann, was ein Vorteil für die ist, die sich weiterentwickeln wollen. Gerade diese Bandbreite macht Facebook für den Autoren zu einem tollen Ort zum arbeiten.

  • FACEBOOK ReadWrite: How Facebook Is Taking On „Dangerous“ Speech: Facebook hat jetzt Maßnahmen unternommen um „Dangerous Speech“, also gefährlich hetzende oder diskriminierende Ansprachen zu unterbinden oder zu verringern. Gerde in Myanmar, das sich gerade erst von jahrelanger Militärdiktatur erholt, machen Gerüchte schnell die Runde. Einer der radikalsten Buddhisten postet feurige Reden und Predigten in Sozialen Medien wie Facebook, in welchen er auch viele Follower hat, die ihm seine Botschaften auch glauben. Um derartige Posts zu melden hat Facebook jetzt den Meldeprozess in Myanmar vereinfacht und dazu noch mehr Antwortmöglichkeiten auf die Frage, warum man diesen Post nicht mehr sehen möchte, eingefügt.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 28. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um Coworking, wie unsere Bildung sein müsste, Uber, ein Denkmal für die Wikipedia und Smart Guns bei der Polizei. Ergänzungen erwünscht.

  • COWORKING Deskmag: Neue Fraunhofer-Studie zur „Faszination Coworking“: Dass die meisten Coworking Spaces einfach irgendwie „cool“ sind, wissen inzwischen wohl die meisten, die je damit in Berührung gekommen sind. Doch – was genau ist es, was diese Faszination des Coworking ausmacht? Worauf sollten Coworking Spaces achten, um eine solche Anziehungskraft zu entfalten? Wie reagieren herkömmliche Unternehmen auf die Sogwirkung, die Coworking offenbar auslöst? Ist eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Coworking Spaces denkbar? Diese und eine Reihe weiterer Fragen wurden vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation untersucht und in einer aktuellen Studie veröffentlicht.

  • BILDUNG Ramen.io: Technology and the Humanities: Die Digitalisierung wirkt sich auch auf verschiedenste Art und Weise auf die Bildung aus. Doch die Antworten der Politik geraten gedanklich oft zu kurz: Ein Laptop für jedes Kind, Informatik als Pflichtfach, mehr Medienkompetenz in der Schule (zumindest für die Schüler, aber zu selten für die Lehrer). Auf Ramen.io kommentiert Blossom-Geschäftsführer Thomas Schranz diese vermeintlichen Lösungen und bietet auch interessante Alternativen an.

  • UBER Slate.com: Uber says its drivers make great money, but its math just doesn’t add up: Auf Slate.com setzt sich die Wirtschaftsjournalistin Alison Griswold mit der Mathematik hinter und vor allem in Uber auseinander. Kernfrage ist, wie viel eigentlich die Fahrer verdienen, denn Ubers Angaben scheinen doch mit über 90.000 US-Dollar im Jahr etwas hoch. Was an den Aussagen der mit 17 Milliarden US-Dollar bewerteten Firma dran ist, kann im sehr gut recherchierten und aufgebreiteten Artikel nachgelesen werden.

  • WIKIPEDIA CNET: A Wikipedia monument? It’s true (we’re pretty sure): In der polnischen Stadt S?ubice, direkt gegenüber von Frankfurt/Oder, steht nun das erste Denkmal für die Wikipedia, mit der die Initiatoren ein Zeichen für die Bedeutung von freiem Wissen setzen wollen. Eingeweiht wurde es bereits letzte Woche Mittwoch, weshalb ich mich gerade frage, wieso ich erst sechs Tage später auf der Website eines US-Mediums davon lese. Neben dem Ausflugstipp an unsere Leserschaft aus Berlin und Brandenburg, kann die Meldung auch als Warnung gesehen werden, seine Filter mal neu zu justieren.

  • ÜBERWACHUNG Golem.de: US-Polizei testet Onlineüberwachung von Dienstwaffen: Auf Golem.de schreibt Nico Ernst über einen Test in zwei US-amerikanischen Polizeidienststellen: die Dienstwaffen von Polizisten werden um ein kleines Griffstück ergänzt, dass durch Sensoren u.a. das Ziehen und Abfeuern der Pistole in Echtzeit erfassen und an die Behörde funken. Was eine rechtliche Entlastung der Polizei bringen soll, stellt aber ebenso eine Form der Onlineüberwachung von für die Polizei arbeitenden Individuen dar. Es ist zum Glück unwahrscheinlich, dass es etwas ähnliches in Europa geben wird.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 15. September

In den Lesetipps geht es heute um das deutschsprachige BuzzFeed, eine Smartwatch für Nachrichten, Günther Oettinger, die Wikipedia im Bundestag und Netflix. Ergänzungen erwünscht.

  • BUZZFEED medienrauschen: Buzzfeed startet sanft in Deutschland – was ist das Erfolgrezept?: Persönlich erhoffe ich mir sehr viel vom deutschen BuzzFeed-Ableger, denn das enorme Verständnis für Social Media gepaart mit deutschen Journalisten könnte mehr als nur spannend werden, im besten Fall sehen wir hier die Zukunft. Doch der erste deutschsprachige BuzzFeed-Beitrag von Sebastian Fiebrig unterwältigte mich eher als alles andere. Jetzt kann nur noch mit Bauchschmerzen abgewartet werden, was Juliane Leopold da aufbaut.

  • SMARTWATCH techletter.de: „Eine eigene Vision einer Smartwatch-Nachrichten-App entwickeln.“: Auf dem vorm Hamburger Scoopcamp veranstalteten Hackathon bastelte ein Team unter Leitung von Mark Heywinkel an einer Nachrichten-App für lokale News – und zwar nicht für Smartphone oder Tablet, sondern für die Smartwatch und das entsprechend kleine Display. “LocalWatch” heißt ihr Produkt, über das sich Julian Heck auf Techletter.de mit Heywinkel unterhalten hat.

  • EU-KOMMISSION Wirtschaftswoche: Kritik an Oettinger ist fehl am Platz: Mit Günther Oettinger hat Jean-Claude Juncker den Posten für die Digitalisierung Europas einem Deutschen gegeben, der wie kaum ein anderer Politiker als ungeeignet für dieses Amt betrachtet werden kann. Es ist Oettinger natürlich zuzutrauen, dass er sich schnell in die Materie einarbeitet und Politik machen wird, nur die Art und Weise seiner Politik könnte das größere Problem sein als seine derzeitige Inkompetenz. Silke Wettach gibt in der Wirtschaftswoche einen Ausblick auf Oettingers „abgestufte“ Netzneutralität und seine Pläne einer digitalen Industriepolitik.

  • WIKIPEDIA Politik & Kommunikation: „Ist auf Wikipedia-Informationen Verlass, Herr Kosinsky?“: 40 Unterstützer der Online-Enzyklopädie Wikipedia waren eine Woche lang im Bundestag und Bundestagsabgeordnete eingeladen, sich professionell für die Wikipedia fotografieren zu lassen und sich in kurzen Video-Statements vorzustellen. Mit dem Organisator des Projekts, Olaf Kosinsky, sprach p&k über den Besuch in Berlin und die Qualität von Wikipedia-Artikeln.

  • NETFLIX Wirtschaftswoche: Netflix kooperiert mit Telekom und Vodafone: Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche stellt sich Netflix in Deutschland auf, unter anderem durch Kooperationen mit Vodafone und der Deutschen Telekom. Mit Vodafone arbeitet der US-Streamingdienst auch in anderen europäischen Ländern zusammen, in Deutschland sollen aber auch eigene Produktionen auf der IP-TV-Plattform Entertain der Telekom bereitstellen. „Netflix stellt sich in Deutschland so breit auf wie noch in keinem anderen Land zuvor“, sagte ein Insider der Wirtschaftswoche. Morgen geht es dann auch hierzulande los.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 24. April

In unseren Lesetipps geht es heute um den neuen Deutschland-Chef von Twitter, die Bedeutung von Farben, PR in der Wikipedia, Netzpolitik mit Sinn und Facebook im mobilen Internet. Ergänzungen erwünscht.

  • TWITTER taz.de: Thomas de Buhr wird neuer Twitter-Chef in Deutschland: Thomas de Buhr ist neuer Deutschland-Chef von Twitter und damit Nachfolger von Rowan Barnett, der aber dem Unternehmen erhalten bleiben soll. Die Biographien der beiden verdeutlicht Twitters Vorhaben: es geht ums Geld verdienen. Ein ehemaliger Journalist wird durch einen Spezialisten für Werbung ersetzt. Auf taz.de stellt Falk Steiner den Wirtschaftswissenschaftler vor, der zuletzt Googles Video-Plattform YouTube im deutschsprachigen Raum profitabel gemacht hat.
  • DESIGN Fast Company: Why Is Facebook Blue? The Science Behind Colors In Marketing: Neben dem Namen eines Dienstes ist das Design wohl eine der schwersten Entscheidungen, die ein Gründer treffen muss. In einem Gastbeitrag auf Fast Company schreibt Buffer-Mitgründer Leo Widrich über die Bedeutung von Farben im Design einer Website oder Marke. Warum Facebook blau ist bleibt trotzdem ein Rätsel, aber nach der Lektüre blickt man als Nutzer ganz anders auf das Design von Diensten.
  • WIKIPEDIA Torial Blog: Wie man mit PR in Wikipedia umgehen kann: Um die Glaubwürdigkeit eines Wikipedia-Artikel einzuschätzen, sollte man sich auch fragen, wie er geschrieben ist und ob er objektiv verfasst ist. Im Torial Blog stellt Marvin Oppong einen Leitfaden zum seriösen Arbeiten mit der Online-Enzyklopädie vor.
  • NETZPOLITIK Globaler Wandel – Global Change: „Wie das Internet die Welt retten kann“: Auf seinem Blog kommentiert Ole Wintermann den TEDx-Vortrag des schwedischen Künstlers und Vordenkers Alexander Bard, der seit Jahren schon die philosophische Debatte um das Internet auf internationaler Ebene prägt und voran bringt. Bard fragt sich, warum ist dieses Internet eigentlich für die Menschheit so relevant und entwickelt eine Idee davon, wie Politik, Wirtschaft und Internet zukünftig systemisch miteinander in Verbindung stehen und warum wir angesichts der Netzdynamik über vollkommen neue Formen der Politik und der Wirtschaft reden müssen.
  • FACEBOOK Re/code: More Than 200 Million People Use Facebook Messenger: Gestern gab Mark Zuckerberg bekannt, dass mehr als 200 Millionen Nutzer von Facebook, den Messenger von unterwegs nutzen. Ein weiterer Beweis für Facebooks Erfolgsstory im mobilen Internet, wenn auch eine mit Beigeschmack, denn vor wenigen Wochen wurde der Messenger in der mobilen App von Facebook ja eingestellt und die Leute dazu gezwungen, wenn sie denn weiter von unterwegs texten wollten, sich den Messenger zu installieren. Mike Isaac erklärt auf Re/code den selbstgemachten Erfolg des Messengers genauer.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 19. März

In unseren Lesetipps geht es heute um die Wikipedia, das Ende der Netzneutralität, Amazon Imprints in Deutschland, Google Glass und ein TED-Interview mit Edward Snowden über Überwachung. Ergänzungen erwünscht.

  • WIKIPEDIA Netzpolitik.org: Wie die Kluft zwischen Wikipedia und Wikimedia zum Autorenschwund beiträgt: Auf Netzpolitik.org setzt sich Leonhard Dobusch mit dem Autorenschwund in der Wikipedia auseinander und beschreibt das Problem so wie verschiedene Lösungsansätze. Dabei geht es vor allem um die Strukturen der Wikipedia – zwischen Community und Stiftung –, die sich vielleicht einer Professionalisierung unterziehen müssen.
  • NETZNEUTRALITÄT Zeit Online: EU-Ausschuss akzeptiert Zwei-Klassen-Internet: Der Industrieausschuss des EU-Parlaments hat beschlossen, dass künftig sowohl Provider als auch Inhalteanbieter mit den Nutzern „Spezialdienste“ vereinbaren dürfen. Kritiker befürchten das Ende der Netzneutralität, doch noch können auf der Plenarsitzung des Parlaments Anfang April Korrekturen vorgenommen werden. Sonst droht ein Zwei-Klassen-Internet und die Grundlage für die Totalüberwachung.
  • AMAZON IMPRINTS e-book-news.de: Amazon-Imprints bald auch in deutschen Buchhandlungen erhältlich?: Erst die Kurzstrecke, nun der Marathon: Amazon Publishing erweitert die Verlags-Aktivitäten in Deutschland – nach dem Start der deutschsprachigen Kindle-Singles Ende 2013 folgt nun im Frühjahr 2014 ein Belletristik-Programm für längere Texte made in Germany.
  • GOOGLE GLASS CNET News: Hotel offers free drink if you wear Glass: In San Francisco könnte ein Hotel zum Paradies für Besitzer von Google Glass werden, denn es gibt an der Bar ein Freigetränk, wenn man seine Datenbrille trägt. Dahinter könnte aber mehr als nur ein Marketing-Gag stecken, denn Vorreiter einer kommenden Welle von Wearables finden hier einen ersten Ort, an dem sie keine Glassholes sind, sondern akzeptiert werden. Ähnlich wie vor vier Jahren, als das ständige Einchecken mit Foursquare weniger normal war als heute und es auch noch Freigetränke für Mayors gab.
  • ÜBERWACHUNG TED.com: Interview mit Edward Snowden über die Rettung des Internets: Auf der TED2014 hatte Edward Snowden einen Gastauftritt via Videokonferenz und sprach mit Chris Anderson über Datenschutz nach seinen Veröffentlichungen. Für ihn darf dieses Recht auf Privatsphäre kein einem von Partisanen betriebener Krieg gegen die Überwachung sein, sondern muss Grundlage eines massiven Umdenkens seitens unserer Gesellschaft sein, wie wir in einer digitalisierten Welt leben wollen.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 16. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um die Debattenkultur von Trollen, die Dating-App Tinder, die Debatte um Datenschutz in der Wikipedia, die Macht von Google und interessante Nutzerzahlen von Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK DailyFinance: Facebook’s Teen Users Down 25% During the Past 3 Years: Es ist langsam ein Fakt, dass Facebook unter Jugendlichen immer unpopulärer wird. In den letzten 3 Jahren ist der Anteil bei Teenagern um 25 Prozent gesunken, bei Studenten sogar um bis zu 60 Prozent. Doch die Aktie steigt, denn Facebook verdient mit Werbung auf dem sozialen Netzwerk sehr viel Geld und auch wenn die jungen Menschen sich abmelden, hat Facebook gesamt betrachtet über 22 Prozent Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen.
  • WIKIPEDIA Hyperland: Streit über Datenschutz bei Wikipedia: Die Wikipedia-Community diskutiert über eine neue Datenschutzrichtlinie der Wikimedia Foundation. Christiane Schulzki-Haddouti erklärt auf Hyperland den Streit zwischen der deutschsprachigen und englischsprachigen Community, bei dem es vor allem darüber geht, wie mächtig Analyse-Tools sein dürfen, die die Daten angemeldeter Wikipedia-Autoren auswerten.
  • GOOGLE Techland Blog: Google Is Powerful — But Not as Powerful as an Angry Mob: Die Debatte um den Kauf von Nest durch Google geht weiter. Offensichtlich sind viele Menschen besorgt, dass in dem vernetzten Heim der Zukunft bald überall das Google-Logo auftauchen wird, ein klares Zeichen für viele Kritiker, dass ihnen dieses Heim nicht mehr gehört. Henry McCracken setzt sich mit der Kritik auseinander und fragt sich, ob auch ein so mächtiges Unternehmen wie Google sich durch eine kritische Masse ändern kann und wenn, ob das Google nicht erst wirklich mächtig macht.
  • TINDER PandoDaily: Will Tinder users put up with native advertising?: Tinder ist eine Dating-App, die für einen heraus findet, wer in deiner Nähe auf einem steht und verbindet die zwei Personen dann miteinander, wenn beide aneinander interessiert seid. Doch zuletzt kam die viel gelobte App immer mehr in Kritik, denn scheinbar ist es Teil der Monetarisierungsstrategie, manche Accounts von Marken für Werbezwecke mit menschlichen Nutzern in Kontakt zu bringen. Carmel Deamicis fragt sich auf Pando Dialy, ob dies innovative Werbung ist oder nur heimtückisch von dem Unternehmen.
  • TROLLE W&V: Troll-Psychologie: Wann der Ton im Social Web umschlägt: Werden wir im Social Web immer nörgliger? Warum das so ist, erklärt Leonard Reinecke. Er ist Psychologieprofessor an der Uni Mainz und forscht über Kommunikation im Social Web. W&V Online sprach mit ihm darüber, was User dazu bewegt, überhaupt einen Kommentar abzugeben und unter welchen Umständen der Ton abgleitet.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 23. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Originale unterstützende Remixe, die Chromecast-App im Play Store, Apple fehlt es nicht an Innovation sondern Strahlkraft, die Wikipedia wehrt sich gegen Manipulation und die Grenzen des Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • REMIX Netzpolitik.org: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling: Auf Netzpolitik.org erzählen in der Serie “Remixer/in” Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal stellt Leonhard Dobusch eine Studie zum ökonomischen Verhältnis von Remix und Original vor.
  • CHROMECAST Internetworld.de: Chromecast-App außerhalb des US-Markts: Google bietet die Android-App für den Streaming-Stick Chromecast jetzt auch international zum Download an. Das legt den Schluss nahe, dass der Stick demnächst auch außerhalb der USA in den Verkauf kommen könnte.
  • APPLE ReadWrite: Innovation Isn’t Dead At Apple—But Excitement Is: Die gestrige Keynote von Apple hat zumindest bewiesen, dass das Unternehmen immer noch exemplarische Produkte herstellen kann. Noch herrscht Innovation bei Apple, wie Dan Rowinski schreibt. Doch ohne ein Genie wie Steve Jobs verliert die Marke deutlich an Strahlkraft.
  • WIKIPEDIA Zeit Online: Wikipedia geht gegen bezahlte Manipulation vor: Um sich gegen bezahlte Manipulationen von Wikipedia-Artikel zu wehren, hat die berühmte Online-Enzyklopädie mehr als 250 Nutzerprofile gesperrt oder von der eigenen Seite verbannt. Mitstreiter der englischsprachigen Wikipedia-Version untersuchten Vorwürfe, dass Autoren unter falscher Flagge unterwegs gewesen seien.
  • JOURNALISMUS Berliner Gazette: Die Grenzen des Journalismus werden neu verhandelt: Die Zukunft des Journalismus wird derzeit neu verhandelt. Buzzfeed und Huffington Post sind nur die Vorboten für eine komplett neue Art von Berichterstattung – und Formen der Finanzierung. Der Blogger und Online-Redakteur Martin Giesler schaut sich innovative Beispiele aus den USA an und überlegt, was davon in Deutschland funktionieren könnte.

 

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Wikipedia in Italien revoltiert

In Deutschland soll die Freiheit der Wikipedia durch ein automatisiertes Jugendschutz-Filter für Bilder eingeschränkt werden. Dieses Selbstbeschränkung kommt direkt von der amerikanischen Wikimedia Foundation und könnte zur Abspaltung der deutschen Online-Enzyklopädie führen. In Italien kommt es noch dicker: Ein neues Gesetz über Abhörmaßnahmen könnte das Ende des Internets bedeuten, wie wir es im Westen kennen. Chinesische Verhältnisse scheinen langsam weltweit einzukehren:

Dieser Gesetzesentwurf, den das italienische Parlament zurzeit debattiert, enthält neben anderen Dingen eine Verpflichtung für Webseiten, innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vorzunehmen, die der Antragsteller im Interesse seiner Reputation fordert.“

Es scheint so, als wäre das Internet ein Lackmus-Test für einige Demokratien bzw. Staaten, die diese Regierungsform bisher erfolgreich simulierten.

Weiterlesen »

PETITION: Wikipedia muss Weltkulturerbe werden!

Wikipedia, die aktuell größte Enzyklopädie der Menschheit, wird dieses Jahr 10 Jahre alt! Das nahm sich der Verein Wikimedia Deutschland ganz besonders zu Herzen und startete die Initiative „Wikipedia muss Weltkulturerbe werden!“ Eine begleitende Petition wurde ebenfalls ins Leben gerufen.

In dem folgenden Video erklärt Jimmy Wales, einer der Mitbegründer der freien Online-Enzyklopädie, die Argumente für eine Erhebung Wikipedias in den Status eines UNESCO Weltkulturerbes. Jimmy Wales wortwörtlich: „Viele Menschen sehen Wikipedia als technisches Phänomen oder eine technische Errungenschaft, dabei ist es tatsächlich etwas anderes. Wikipedia bedeutet Kulturwandel, es ist eine kulturelle Errungenschaft.“!

Wenn Ihr diesem Vorhaben zustimmen wollt und diese Initiative für genauso sinnvoll haltet wie ich, dann werdet Teil der Umsetzung und unterzeichnet die Petition.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Wikimedia-Preis für den besten Wissenschaftsbeitrag

Wikimedia Zedler MedailleEin Leben ohne Wikipedia können wir uns kaum noch vorstellen. (Hand auf’s Herz: wie oft hast du diesen Monat dort schon etwas nachgeschaut?) Doch auch in der Wikipedia gibt es noch immer Lücken. Damit diese schneller geschlossen werden, vergibt Wikimedia Deutschland Wikimedia – Betreiber der deutschen Wikipedia – einmal pro Jahr einen Preis für herausragende neue Lexikonbeiträge. Die Zedler-Medaille belohnt seit 2007 Beiträge aus den Kategorien Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Anlässlich des Wissenschaftsjahres 2010 mit Schwerpunkt „Zukunft der Energie“ geht der Zedler-Sonderpreis diesmal an einen herausragenden Artikel im Themenfeld Energie und Energieforschung. Und weil ein gutes Lexikon nicht nur von Texten, sondern auch von aussagekräftigen Illustrationen lebt wird es dieses Jahr begleitend einen Bildwettbewerb geben, der Fotos und Grafiken auszeichnet.

Teilnahmeschluss für die Einreichung von Beiträgen ist der 30. September, die Details gibt’s bei Wikimedia.

Weiterlesen »

Wikipedia investiert in Nutzerfreundlichkeit

Wikipedia-LogoWikipedia soll einfacher werden. Die beliebte Web-2.0-Enzyklopädie möchte eine Großspende der Stanton Foundation über 890.000 $ ausschließlich in die Vereinfachung des Benutzerinterfaces investieren. Hintergrund ist, dass die Enzyklopädie zwar häufig genutzt werde, aber nur ein geringer Teil der Nutzer auch aktiv an Beiträgen mitschreibe. Ein Grund könnten die vielen Regeln und technischen Voraussetzungen sein, die zum Verfassen eigener Beiträge notwendig seien. Dadurch könnten technisch weniger affine Menschen von einer Mitarbeit abgeschreckt werden.

Bearbeiten-Ansicht in Wikipedia
Wikipedias Bearbeiten-Ansicht: auf dem Weg zu größerer Nutzerfreundlichkeit?

Das Projekt startet Januar 2009 und soll drei Programmierer, einen Userinterface-Spezialisten und einen Projektmanager finanzieren, die sich ausschließlich mit Verbesserungen der Usability auseinandersetzen werden. Bestandteil des Projekts sind neben technischen Verbesserungen auch ausgedehnte Tests mit Nutzern, um Zugangsbarrieren ausfindig zu machen.[via heise]

Weiterlesen »

Wissen per Klick – die Top Ten der kostenlosen Online-Nachschlagewerke

Bald ist wieder Platz im Bücherregal! Der altehrwürdige Brockhaus hat angekündigt, sein gesamtes Wissen ab dem 15. April nur noch im Internet bereit zu stellen – und zwar kostenlos. Die 21. Ausgabe der 30-bändigen Brockhaus-Enzyklopädie wird vermutlich auch die letzte sein. Während die Bücherfreunde aufschrieen, war es für Online-Experten nur eine Frage der Zeit, ab wann der Brockhaus-Verlag diesen Weg gehen würde. Denn freies Wissen im Netz – das ist doch nichts Neues. Wir haben die besten Quellen zusammengestellt:

  1. Ganz vorn dabei natürlich Wikipedia – der Klassiker und die unangefochtene Nummer Eins im Internet. Seit ihrem Start 2001 hat sich die freie Online-Enzyklopädie zu einer der wichtigsten Informationsquellen gemausert und hält bei verschiedenen Untersuchungen längst mit den traditionellen Lexika mit.
  2. „Der Spiegel“ hat die Türen seines Archivs seit kurzem für alle geöffnet und bietet unter der Rubrik Spiegel Wissen einen Einblick in 60 Jahre Zeitgeschichte. Kombiniert mit Bertelsmann-Lexikoneinträgen und Wikipedia-Treffern lassen die Suchergebnisse keine Fragen mehr offen.
  3. Auch aus dem Hause Brockhaus kommt Meyers Lexikon. Über 150.000 Stichworte sind hier seit 2006 online abrufbar. Nach einer kostenlosen Registrierung ist es auch möglich, Artikel zu kommentieren oder neue Themen vorzuschlagen.
  4. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in der Rubrik „Wissen“ mehrere Lexika aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Geographie an, die parallel oder einzeln durchsucht werden können. Ein Rundumpaket für die Allgemeinbildung.
  5. Wer war eigentlich…? – Auf der Suche nach Biographien von bekannten Persönlichkeiten hilft Biographie.net. Über 27.000 Lebensbilder in vier Sprachen sind hier zu finden.
  6. Auch die „New York Times“ stellt ihr Online-Archiv seit vergangenem Jahr kostenlos zur Verfügung. Abgerufen werden können alle Artikel von 1851 bis 1922 und ab 1986 bis Heute. Wermutstropfen: Wer wissen möchte, was in den über 60 Jahren dazwischen passiert ist, muss weiterhin für die Artikel bezahlen.
  7. Bertelsmann bietet mit wissen.de seit 2000 eine Online-Recherchemöglichkeit. Suchergebnisse werden in mehrere Kategorien unterteilt und ergänzt durch Treffer in Wörterbüchern und aktuellen Schlagzeilen.
  8. zeno.org beschreibt sich selbst als größte, deutschsprachige digitale Volltextbibliothek. Rund 1,6 Millionen Seiten Text können durchsucht werden. Treffer werden u.a. in zahlreichen klassischen Lexika als auch in der Wikipedia angezeigt – eine korrekte Quellenangabe mit Seitenzahl, Link oder Scanvorlage inklusive.
  9. Die britische Wochenzeitung „The Economist“ ist im vergangenen Jahr auch auf den Online-Zug aufgesprungen. Artikel sind ab dem Jahr 1997 freigegeben, darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Lexikon mit wirtschaftswissenschaftlichen Begriffen.
  10. Wörterbuch, Enzyklopädie und Almanach vereint das englischsprachige Angebot infoplease. Aus über 2500 Quellen werden die Infos zusammen getragen und in kurzen Infotexten aufbereitet.

Noch nicht schlau genug? Fehlende Links können gerne in den Kommentaren ergänzt werden.

Weiterlesen »