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Super Social Media Week Hamburg!

Vergangene Woche fand die Social Media Week in Hamburg statt. Prunkstück der Social Media Week war die dreitägige Fachmesse in Hamburg Altona. Bereits vor Konferenzstart waren die Free- und Standard-Tickets vergriffen und der Veranstalter zieht mit rund 3.000 Teilnehmern ein erneut durchweg positives Fazit. Auch wir haben die Konferenz an allen drei Tagen besucht und können schon einmal so viel verraten: Es war großartig!

Drei sehr unterschiedliche Hubs

Die Konferenz der Social Media Week fand auf drei Hubs verteilt statt, die auf gerader Linie und dicht beieinander lagen. Die University of Applied Science Europe war direkt am Ausgang des Bahnhofes zu finden. Hier fand das Programm des Premium Passes, die Workshops und Masterclasses statt. Auch gab es eine Lounge für Premium Pass-Besitzer, die sich hier stärken oder an ihrem Laptop arbeiten konnten.

Das Altonaer Museum bot allen Ticket-Besitzern ein buntes Programm auf zwei Bühnen, sowie eine kleine Interactive Area mit Ständen der SMWHH-Partnern. Auch konnte man sich hier etwas ausruhen oder networken. Die Interactive Area bot zugegeben nicht wirklich viel um dort länger zu verweilen. Dafür war der Galionsfigurensaal der absolute Hingucker der Social Media Week.

Das Altonaer Theater erweiterte die Konferenz erstmals als dritter Hub und bot zusätzlich eine sehr große Bühne für Keynotes, Panels und andere Vortragsformate.

Ein spannendes „Standard“-Programm

Auch wenn ich stolzer Besitzer eines Premium-Tickets war, stand für mich am Mittwoch „nur“ das Standardprogramm an. Den Anfang machte ein Beitrag über den Kampf gegen die German Angst, der Angst der Deutschen vor Veränderung – in diesem Falle, technologischem Wandel. Eine sehr spannende Keynote, die leider relativ spärlich besucht war. Vielleicht lag es aber auch am ersten Veranstaltungstag und der frühen Uhrzeit.

Nach dem Mittag stand für mich dann E-Sports an. Erfolgsfaktoren und Best Practise für Brand-Engagement waren Thema des Panels. Für mich interessant war, das zur Gesprächsrunde auch Marketing-Experten von Wüstenrot und Warsteiner gehörten, zweier eigentlich sehr klassischer Unternehmen. Da merkt man erst, wie stark das E-Sport-Thema tatsächlich in der Breite angekommen ist. Das Panel fand im Galionsfigurensaal des Hamburger Museums statt, der für mich ein Highlight war. Der Saal war fast immer gut gefüllt und die Themen vielfältig. Außerdem war er – mit den Galionsfiguren an der Längsseite, lila beleuchtet in Szene gesetzt – ein absoluter Hingucker.

In beiden Locations gab es übrigens auch eine Social Media Wall. Mit etwas Glück konnte man dort sogar den ein oder anderen eigenen Tweet finden. Allgemein war im Social Media, entsprechend der Thematik, eine Menge los und auch in den Panels, Keynotes, Masterclasses und Workshops waren mehr Smartphones als Notizbücher zu finden, immer mal wieder eines nach oben gereckt, um ein Foto zur eigenen Dokumentation oder für Twitter und Co zu schießen.

In die Tiefe mit dem Premium Pass

Am Donnerstag ging es dann so richtig los. Gleich drei Angebote des Premium Passes standen für mich an und machten die Universität an diesem Tag zu meinem Arbeitsplatz. Hier war deutlich mehr Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Während die Vorträge auf den großen Bühnen meist um die 45 Minuten gingen, waren die Slots der Workshops und Masterclasses doppelt so lang. Auch die Räume waren deutlich kleiner und damit der Austausch etwas direkter.

Die Themen waren bunt gemischt. Der Schlaumacher erklärte in seinem Workshop, warum YouTube für Unternehmen interessant ist und wie der Suchalgorithmus funktioniert. Im nächsten Workshop lernte ich einiges über Artificial Storytelling, also KI-Technologie in Journalismus und Marketing. Wichtige Erkenntnis: KI wird uns Redakteure weniger ersetzen, als uns viel mehr zu unterstützen. Den Abschluss meines zweiten Tages bildete ein Beitrag über das Nutzen der Reichweite von Influencern für die eigenen Inhalte.

Durch die ganzen Workshops und Masterclasses konnte ich leider nicht zur Podiumsdiskussion zum Thema New Work, bei der auch unser Editor-at-Large Tobias Kremkau auf der Bühne war. Zum Glück hat er aber einen Artikel über seine Eindrücke geschrieben, bei der auch die Aufzeichnung eingebettet ist.

Am nächsten Tag ging es nochmals in die Universität für eine Gesprächsrunde über konstruktiven Journalismus. Es entstand eine kritische Diskussion über die Auswirkung der vorherrschenden Negativ-Berichterstattung und wie man damit brechen kann. 

Gespannt aufs nächste Jahr

Für mich war die Social Media Week ein kleines Abenteuer, da ich beruflich erst seit kurzem in der Medienwelt unterwegs bin. Hier merkte ich aber, was für ein breites Wissen ich mir bereits als YouTuber angeeignet habe, da ich bei vielen Programmpunkten einen eher überschaubaren Erfahrungsgewinn hatte. Trotzdem gab es natürlich zahlreiche Impulse und auch Anregung für künftige Artikel. Auch die gesamte Atmosphäre und die rege Social Media-Aktivität haben mich richtig begeistert. Überrascht war ich, dass der in den sozialen Medien so heiß diskutierte Uploadfilter, hier nicht ein einziges Mal Erwähnung fand.  

Schon jetzt bin ich auf die nächste Social Media Week gespannt. Dann bin ich weniger grün hinter den Ohren und kann auch Vergleiche zur vorigen Veranstaltung ziehen. Die Veranstalter wollen bis dahin weiter die Strukturen ausbauen. Wie wichtig die Social Media Week für den Digitalstandort Hamburg ist, erkennt auch Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Mit der Social Media Week Hamburg hat unsere Stadt einen festen Platz im globalen Netzwerk der Digital- und Kreativwirtschaft“, äußerte sich dieser zur Konferenz.


Image by Malte Klauk: Die CARL GROUP im Expertengespräch mit Natascha Ochsenknecht, Jonas Kölln, Flemming Pinck und Sönke Nieswand. 

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Facebook, WhatsApp und Instagram – Der Mega-Messenger kommt!

Facebook ist ein wahrer Social Media-Riese. Er besteht schon längst nicht mehr aus Facebook selbst, sondern auch aus dem bekannten Messenger WhatsApp und der Foto-Sharing-Plattform Instagram. Die beiden Dienste wurden vor wenigen Jahren durch Facebook übernommen. Mehr als 2,6 Milliarden Menschen nutzen mittlerweile diese drei Dienste.

Nun plant Facebook die Messenging-Dienste aller drei Plattformen zu bündeln. Die Dienste sollen weiterhin autark funktionieren, nur auf einer gemeinsamen, technischen Infrastruktur laufen.

Wird das ein Whatsabook?

Das klingt nun so, als plant Facebook den großen Über-Messenger zu bringen, um sich ein Marktmonopol zu sichern. Doch im Prinzip ist das ein logischer Schritt. Eine einheitliche Infrastruktur vereinfacht die Pflege der Plattformen und lässt Features einfacher für die jeweils andere Plattform implementieren.

Außerdem schafft man mit der Vereinheitlichung der Messenger eine viel breitere Vernetzung. Es beschwert sich schließlich auch niemand darüber, dass man mit dem Telefon oder dem Internet an sich Personen aus unterschiedlichen Netzen erreicht.

In ihren Kernkompetenzen bleiben die drei Plattformen zudem treu. Es geht nur um die Messenger der drei bekannten Dienste.

Warum dann die Aufregung?

Trotzdem ist die Zusammenlegung der Messenger-Funktionen für viele Nutzer ein rotes Tuch. Das liegt unter anderem auch an einem Versprechen Facebooks bei der Übernahme WhatsApps. Damals wollte man die Nutzerdaten der beiden Dienste getrennt halten. Bereits der Abgleich von Telefonnummern zwischen Facebook und WhatsApp stieß auf Widerstand durch Datenschützer und wurde in Europa sogar ausgesetzt.

Hinzu kommt, dass WhatsApp der einzige der drei Messenger ist, der mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mehr Sicherheit gewährleistet. Bis zu ihrem Abgang, haben sich die WhatsApp-Gründer Brian Acton und Jan Koum offenbar noch gegen Pläne zur Aufweichung dieser Verschlüsselung gewehrt. Mit dem gemeinsamen Messenger würde die Verschlüsselung vermutlich komplett wegfallen. Außerdem wäre der Weg frei, noch mehr Daten zwischen den Diensten auszutauschen. In Anbetracht des Cambridge-Analytica-Skandals lässt sich auch hier eine gesunde Skepsis verstehen.

Brian Acton gestand übrigens später gegenüber Forbes: „Letztendlich ist es so, dass ich mein Unternehmen verkauft habe. Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft. Ich habe eine Entscheidung und einen Kompromiss getroffen. Und damit lebe ich jeden Tag.“

Facebook könnte sich selbst ins Bein schießen

Vor allem in Europa können wir fest damit rechnen, dass die Messenger-Pläne wieder die Datenschützer auf den Plan rufen. Doch das ist nicht das einzige Problem, dem Facebook gegenüber stehen könnte.

Derzeit trennen die Nutzer noch stärker zwischen Facebook, Instagram und WhatsApp. Es sind gewissermaßen Konkurrenten, wenn sie am Ende auch demselben Unternehmen angehören. Ein Wegfall dieser geistigen Trennung könnte dafür sorgen, dass die tatsächlichen Konkurrenten profitieren.

Auf der anderen Seite sinkt mit dem gemeinsamen Messenger aber auch die Barriere, die jeweils andere Plattform zu nutzen. Der Wechsel auf eine andere Plattform hängt meist davon ab, ob das soziale Umfeld an einem Strang zieht. Wessen Freunde alle nur auf Facebook sind, zieht es nicht unbedingt nach Instagram. Wenn er von dort jedoch auch noch seine Facebook-Kontakte hat, ist die Hürde eines Wechsels oder der Parallelnutzung deutlich geringer.

Bis der gemeinsame Messenger fertig ist, wird jedoch einige Zeit vergehen. Geplant ist ein Release bis Ende 2020. Nachdem sich Mark Zuckerberg bereits nach dem Cambridge-Analytica-Skandal vor Senatoren erklären musste, ist davon auszugehen, dass der Zusammenschluss der Messenger mit sehr scharfem Auge beobachtet wird.

Ein kritischer Blick auf Zuckerberg und Facebook im Film „The Social Network“ auf Amazon (Provisionslink).


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Steckt doch mal das Smartphone weg

Wovon du in den Social Networks kein Bild teilst, ist nie wirklich geschehen. Das ist das Mantra einer Zeit, in der wir alles von unserem Frühstück bis hin zu unseren Haustieren und Kindern auf Instagram und Co dokumentieren. Aber müssen wir wirklich alles im Internet teilen? Können wir nicht auch einfach schöne Momente genießen und später davon erzählen? Der Zwang alles dokumentieren zu müssen, nimmt uns die Fähigkeit, sich einfach fallen zu lassen.

„Ich stehe wirklich leibhaftig hier“

Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Social Media. Ich habe einen aktiven YouTube-Kanal und auf Twitter ist die Marke von 5.000 Tweets auch schon längst gefallen. Ein großer Teil meines Lebens findet also längst in Social Networks statt.

Schon mit 16 Jahren besuchte ich fleißig Konzerte. Auch mehr als zehn Jahre später ist für mich das Liveerlebnis etwas Besonderes, auch wenn ich nicht mehr um jeden Preis in den vorderen Reihen stehen muss. Ein paar Reihen weiter hinten zu stehen kann aber nicht allein dafür verantwortlich sein, dass ich oft nicht mehr die gleiche Energie im Publikum spüre. Natürlich wird das Publikum einer Band über die Zeit älter und weniger agil. Trotzdem scheint vor allem die größte Erfindung des 21. Jahrhunderts Schuld zu sein: Das Smartphone.

„Kannst du bitte aufhören mich zu filmen? Ich stehe wirklich leibhaftig hier“, sprach Weltstar Adele einen Fan 2016 während ihres Konzerts an. „Das ist nämlich keine DVD, sondern ein richtiges Konzert. Ich wünsche mir, dass du meine Show genießt, denn draußen stehen eine Menge Leute, die das auch gerne würden, aber keine Karte mehr bekommen haben“.

Adele ist damit nicht allein. Auch der ehemalige White Stripes-Sänger Jack White und Comedian Chris Rock verbannen die Smartphones aus ihren Shows. Dafür nutzen sie Beutel des amerikanischen Startups Yondr. Diese Smartphone-Hüllen verriegeln sich innerhalb einer No-Smartphone-Zone von selbst und lassen sich erst nach der Veranstaltung oder außerhalb des Bereichs wieder öffnen. Nach Angaben des Herstellers, können Arenen bis zu einer Größe von 20.000 Plätzen abgedeckt werden.

Früher war alles besser – zumindest einiges.

Ich will mich da selbst nicht ausnehmen. Auch ich habe auf Konzerten schon den ein oder anderen Song aufgenommen. Zwar verschwand mein Smartphone danach wieder, doch klatschen, springen und mitgröhlen ließ sich währendessen nicht – immerhin wollte ich eine halbwegs qualitative Aufnahme.

Ein Großteil der filmenden Besucher achtet aber nicht einmal auf die Qualität. Es wäre ja nur halb so schlimm, wenn jemand wirklich hochwertig aufnimmt, und es auf YouTube hochlädt. Doch nur ein Bruchteil wird wirklich hochgeladen und nochmal weniger Videos haben dann auch noch eine Audioqualität, in der man das ganze Lied durchhält.

Einige nehmen ihr Smartphone während des Konzerts gefühlt gar nicht aus der Hand. Sie erleben das Konzert größtenteils durch ihr Display, sind teils sogar nebenher am chatten. Das ist nicht nur respektlos gegenüber der Band, die sich die Seele aus dem Leib spielt. Es beraubt auch sie selbst der Möglichkeit, einfach nur einen geilen Abend zu haben.

Es fiel mir besonders auf, als ich mir kürzlich den legendären Queen-Auftritt vom Live Aid-Benefizkonzert angeschaut habe. Ein Stadion voller Fans und alle schienen einfach nur die Zeit ihres Lebens zu haben. Aber auch bei einer alten In Extremo-DVD von 2005 dachte ich mir kürzlich „Wow! Das komplette Publikum macht mit und kein Leuchten in der Menge“.

Wenn der Papst Erleuchtung bringt

Dabei sind es nicht nur Konzerte, die seit Smartphone und Social Networks anders ausschauen. Bei der letzten Papstwahl dokumentierte NBC’s Today Show den Unterschied zwischen den Ernennungen 2005 und 2013. Bei der Ernennung Papst Benedikts hatte nur vereinzelt jemand sein Mobilgerät zur Hand. Acht Jahre später erblickte man ein Meer von Smartphones und Tablets, als Papst Franziskus ernannt wurde.

An sich ist das Smartphone ja fantastisch. Es vernetzt uns wie noch nie zuvor und ist in vielen Situationen ein praktischer Helfer. Wenn ich nicht gerade ein Buch dabei habe, fühle ich mich ohne Smartphone in der Bahn aufgeschmissen. Es ist meine eigene Blase, in der ich mich vor Blickkontakt mit anderen Fahrgästen flüchte und die Zeit „sinnvoll“ nutzen kann. Genau diese Blase vernichtet aber auch soziale Interaktion, wo sie angebracht wird.

Social Networks sind Social Killer

Wenn ich mich mit Freunden treffe, um einen Film zu schauen, gibt es nichts Störenderes, als wenn jemand dauernd mit dem Smartphone beschäftigt ist. Warum sich gemeinsam treffen, wenn andere dann offenbar trotzdem wichtiger sind?

Es sagt ja niemand was, wenn man zwischendurch schaut, ob man nicht eine wirklich wichtige Mitteilung bekommen hat. Auch einen lustigen Tweet kann man mal rumzeigen oder das gemeinsame Beisammensein mit ein bis zwei Bildern festhalten. Es stört aber wenn man sich extra trifft und der andere mehr damit beschäftigt scheint auf WhatsApp zu schreiben.

Man stelle sich auch vor, welche Signale man kleinen Kindern sendet, wenn das Smartphone offenbar immer Vorrang hat. Das nehmen auch die Kleinsten wahr. Es entwickelt sich eine paradoxe Erkenntnis: Ausgerechnet Social Networks scheinen unser direktes soziales Umfeld zu beeinträchtigen.

Dank dieser Netzwerke können wir allerdings auch Freundschaften über große Entfernungen pflegen. Auch die Organisation von Helfergruppen beim Hochwasser 2013 über Google Maps und Facebook oder die Aktion #HamburgRäumtAuf nach dem G20-Gipfel wären ohne Social Networks nicht möglich gewesen.

Trotzdem dürfen wir uns alle hinterfragen, ob wir wirklich alles teilen müssen oder ob wir uns nicht selbst auch eines Erlebnisses berauben, wenn wir manche Momente nicht einfach in unserer eigenen Erinnerung festhalten.


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Warum Google+ in den USA das meistgeliebte Netzwerk ist

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Soziale Netzwerke bestimmen unseren Alltag. Facebook ist hierzulande die meist genutzte Plattform, Twitter und Google+ sind nur für Geeks gelungene Alternativen. Auch in den Vereinigten Staaten lässt sich ein ähnliches Bild erkennen. Doch die Anzahl der Nutzer muss kein Indiz für dessen Qualität sein. In einer Kundenzufriedenheitsstudie, dem American Satisfaction Index, belegte das Nischennetzwerk Google+ den ersten Platz. Doch warum ist das so? Ich habe mich auf Spurensuche begeben.

Google+ punktet durch Übersichtlichkeit

Trotz des kleinen Kundenstamms zeigen sich die Nutzer engagiert und sehr zufrieden. Grund dafür ist das etwas andere Konzept als beim Primus Facebook. Zwar gibt es auch eine Art Freundesfeed, allerdings steht der mit seinen romantischen Pärchen- und fernwehauslösenden Urlaubsfotos nicht im Vordergrund. Zentrales Bestandteil des Netzwerkes sind vielmehr sogenannte Circles und themenspezifische Communities. Durch letztere ist ein unkomplizierter Austausch mit Gleichgesinnten möglich. Jeder Nutzer kann Communities erstellen und Kontakte einladen. Wer allzu private Dinge besprechen will, kann die Gruppen privat setzen. Andererseits ist als Nutzer das Beitreten in öffentlichen Communities ohne Probleme möglich.

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Die Android-App von Google+ gibt sich schlicht und aufgeräumt. Screenshots by Jonas Haller

Für jeden Themenbereich existieren diese Gruppen. Besonders hoch im Kurs sind selbstverständlich Technologie-Themen und natürlich Android. Aber auch für Foto-Fans finden sich qualitativ hochwertige Gruppen. Ich persönlich kann im Smartphone-Bereich die Communities „Android“ (englischsprachig) und „Android Geräte“ (deutschsprachig) empfehlen. Der wohl größte Pluspunkt gegenüber den einschlägigen Facebook-Gruppen: Die Communities sind (nahezu) frei von Spam-Beiträgen und ungewollter Werbung. Je nach Interessen werden zudem passende Gruppen vorgeschlagen und angezeigt. Ein relativ neues Feature sind die „Sammlungen“. Damit können Nutzer themenspezifische Inhalte verbreiten. Man muss also nicht einer Person folgen. Vielmehr genügt es, der angelegten Sammlung zu folgen. Dank der nahtlosen Verbindung mit anderen Google-Diensten stieg die Bewertung des Netzwerks von 73 auf 81 von 100 möglichen Punkten.

Pinterest und Instagram folgen, Facebook und Twitter abgeschlagen

Auch der zweite Platz der US-amerikanischen Kundenzufriedenheitsstudie überrascht. Das kreative Netzwerk Pinterest erreicht eine Bewertung von 78 Punkten und kann aufgrund verbesserter Servertechnik und damit einhergehender Performance und verbesserter Suchfunktionen überzeugen. Dahinter folgt der Foto-Dienst Instagram, der einen Punkt im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnte und nunmehr eine Bewertung von 75 Punkten erreicht. Grund dafür sind Funktionserweiterungen wie das von Snapchat bekannte Story-Feature. Nutzer loben zudem die hohe Interaktionsrate.

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Mit Google+ und Pinterest befinden sich Nischennetzwerke an der Spitze der Kundenzufriedenheitsskala. Table by ACSI

Mit einer Steigerung um fünf Punkte ist Twitter ein weiterer Gewinner der Studie und zieht damit am Primus Facebook vorbei. Dafür sorgte nicht zuletzt der Twitter-Hype um Donald Trump, der Nutzer zum Kurznachrichtendienst zog. Anwender wollen zudem Echtzeitnachrichten und keine gefilterten Timelines wie bei Facebook, das bei lediglich 68 Punkten verharrt.

Fazit: Schwarmintelligenz liegt nicht immer richtig

Die sozialen Netzwerke leben von ihren Mitgliedern. Ohne Nutzer wird eine Plattform nicht populär – so gut sie auch sein mag. Das wird aktuell immer stärker deutlich. Das Google-Netzwerk überzeugt durch clevere Features und ein aufgeräumtes Design. Werbung sucht man vergebens. Und trotzdem hat es keine Chance gegen das mächtige Zuckerberg-Imperium Facebook, welches stetig Nutzer gewinnt. Schritte, um das Netzwerk profitabler zu machen und ein schlechtes Management gegen sogenannte Hatespeech quittieren die Anwender mit nur noch durchschnittlichen Bewertungen. Die Verantwortlichen sollten sich in diesen turbulenten Zeiten genau überlegen, welche Funktionen hohe Priorität genießen und welche Ressourcen für welchen Bereich eingesetzt werden sollten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten


Teaser and Screenshots by Jonas Haller, Table by ACSI


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Facebook-Groups for Schools – Chance für den digitalen Lernraum?

groups for schoolsFacebook-Groups for Schools – welche Rolle spielt das neue Feature von Facebook – und wie reagiert StudiVZ darauf? Eine Analyse.

Facebook war ursprünglich als reines Netzwerk für Studierende gedacht. Kann sich jemand noch erinnern, dass man 2005 eine Emailadresse einer amerikanischen Universität benötigte, um sich bei Facebook ein Profil zu machen? Bekanntermaßen waren die Studis der amerikanischen Ivy-League-Unis die ersten, welche das Facebook bevölkerten. Ziel war es, das Facebook exklusiv zu machen und dadurch einen künstlichen Hype zu erzeugen.

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Social Media Revolution – schlampig gut gemacht

Zugegeben: ein sehr stylisch gemachtes Video auf dem Socialnomic09-Youtube-Channel mit Fat-Boy-Slim-Sound. Den Stil kennt man: Statistiken schick grafisch aufbereitet oder visualisiert in ein Video packen und auf virale Verbreitung hoffen. Ja, es funktioniert. Aber, aber, aber: Die Daten sind in Teilen ziemlich dahingeschlampt, weil ohne Belege oder durch die Verkürzung der Aussage schlichtweg falsch. Insofern bitte auch die Comments auf YouTube beachten. Update: Danke an Wittkewitz für dne Hinweis, dass im Blog des Urhebers alle Quellen aufgelistet sind. Weiterlesen »

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US-Wahl 2008: John McCain im Web [Linkliste]

Alles, was Parteien und Kandidaten bis jetzt im Internet getan haben, war nur ein Vorgeschmack auf das, was die Präsidentschaftsanwärter und Medien zum US-Wahlkampf 2008 auffahren. Die Blogpiloten geben einen Überblick über die Angebote von Barack Obama, John McCain und die Projekte verschiedener Medien-Websites. Nach den Links zu Barack Obama im Web folgt heute sein Kontrahent John McCain. Weiterlesen »

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Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken

Das Fraunhofer-Institut hat eine Studie zum Thema Datensicherheit in sozialen Netzwerken (PDF-Format) verfasst und dabei eklatante Lücken aufgezeigt. Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen.

Die Bewertungskriterien wurden in elf Kategorien wie z. B. „Einsatz von Verschlüsselung“ und „Zugriffsprotokollierung“ aufgeteilt. Wenig erfreuliches Ergebnis: Facebook ist mit vier nicht, vier teilweise und gerade einmal drei erfüllten Kriterien tatsächlich Spitzenreiter. Die Ergebnisse sind in der Studie detailliert aufgeführt, sowohl in vergleichenden Tabellen als auch in Einzelbeschreibungen aller getesteten Netzwerke.

Facebook-Homepage

Facebook, der „Testsieger“

Sehr schön: wer sich für die Ergebnisse an sich nicht interessiert, bekommt in einem separaten, gut lesbaren Kapitel praktische Hinweise für jedes getestete Netzwerk, mit denen er seine Privatssphäre besser schützen kann. Dieses Kapitel sei daher jedem Social-Networker ans Herz gelegt. [via heise]

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Studie: Frauen dominieren soziale Netzwerke

Einer aktuellen Rapleaf-Studie zu Folge bilden Frauen die Mehrheit unter den Nutzern der meisten sozialen Netzwerke. Die Studie untersuchte mehrere soziale Netzwerke, darunter Facebook und MySpace, hinsichtlich Geschlecht und Alter ihrer Nutzer. Zentrale Ergebnisse waren:

  • Weibliche Nutzer zwischen 14 und 24 Jahren sind die größte Nutzergruppe und haben im Schnitt die meisten Kontakte.
  • Männliche Nutzer sind erst in der Altersklasse von 35 und mehr Jahren durchschnittlich aktiver und kontaktfreudiger als Frauen in derselben Altersklasse.
  • Der Durchschnittsnutzer eines sozialen Netzwerks hat zwischen 2 und 25 Freunde.
  • Insgesamt gibt es verhältnismäßig wenig Nutzer, die keine Angaben zu ihrem Geschlecht machen.
  • Eine überdurchschnittlich große Anzahl an Nutzern gibt an, 69 Jahre alt zu sein (vielleicht ein beliebtes Fake-Alter?).

Große deutsche Netzwerke wie studiVZ oder wer-kennt-wen werden in der Studie nicht berücksichtigt. Ausgewertet wurde die Gesamtzahl von 49,3 Millionen Nutzern, etwa zu 90% US-Amerikaner. Eine ausführliche Tabelle mit Angaben zur Methodik der Studie gibt es in einer Pressemitteilung von Rapleaf. [via ReadWriteWeb]

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