Das Scheitern der Corporate Social Networks

Corporate Social Networks, also soziale Netzwerke von Unternehmen, sind teuer. So weit nichts Neues. Doch das ReadWriteWeb kommt in einem aktuellen Beitrag über Corporate Social Networks zu einem noch schlimmeren Schluss: Sie sind reine Geldverschwendung.

Der Beitrag basiert auf einem Artikel im Wall Street Journal, aus dem die geringen Erfolgsaussichten von Corporate Social Networks hervorgehen: obwohl der größte Teil der Unternehmen (über 60 %) über 1 Million $ in die Entwicklung ihrer Netzwerke gesteckt habe, lägen die Nutzerzahlen bei weniger als 25 % dieser Netzwerke über 1000. Ein Drittel der Netzwerke habe sogar unter 100 Nutzer.

Als Gründe für das Scheitern der Corporate Social Networks werden genannt:

  1. die Tendenz, das Budget in Software und Technologien zu investieren, anstatt sich auf die Bedürfnisse des Nutzers zu konzentrieren,
  2. Einsparungen im Personal, das sich um die Community kümmern soll, so dass die Nutzer sich nicht betreut fühlen,
  3. ungeeignete Messverfahren, die auf Page Views basieren, obwohl für Social Networks andere Verfahren geeigneter seien.

Diese Ergebnisse seien einer aktuellen Studie über Corporate Social Networks entnommen.

Wie Marshall Kirkpatrick in seinem ReadWriteWeb-Beitrag allerdings richtig anmerkt, liegt ein weiteres Problem in der Idee des Corporate Social Networks selbst. Soziale Netzwerke mögen hip und modern sein, das bedeutet aber noch nicht, dass man Nutzer einfach anlockt, indem man ihnen die technischen Möglichkeiten gibt. Bei vielen Corporate Social Networks stellt sich daher die Frage nach dem wirklichen Potenzial des Netwerks. Denn was hat ein Nutzer davon, sich im Namen von Lifestyle-Getränk X oder Hyper-Deodorant Y mit seinen Freunden zu vernetzen, wo er es doch auch anderswo kann? Der entscheidende Faktor scheint also wieder einmal der Mehrwert für den Nutzer zu sein.

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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4 comments

  1. Würde mich nicht wundern wenn die Unternehmen ihre SN auch noch selbst programmiert haben, statt auf White Label oder Open Source Lösungen zurück zu greifen. Da kommt dann der Stolz der IT Abteilung durch… oder die Unwissenheit über aktuelle Entwicklungen. In machen Fällen hätte sicher auch eine Gruppe auf Facebook genügt.

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