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Pokémon Schwert / Schild: Trailer und Gerüchte um zweite Region

Pokémon-Fans hatten vergangene Woche Grund zur Freude. Im Rahmen von Nintendo Direct gab es einen „Pokémon Direct“-Livestream mit einer ersten Präsentation der kommenden 8. Generation der beliebten Taschenmonster. Sieben Minuten dauerte der Stream, von denen immerhin zwei Minuten ein Trailer einnahm. Dieser bestand zum einen aus ersten Spielszenen, zum anderen aus einer Vorstellung der drei neuen Starter-Pokémon. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Trailer, sowie weitere Informationen über den neuen Pokémon-Titel, der Ende 2019 exklusiv für die Nintendo Switch erscheint.

Ländliche Idylle und große Arenen

Der Trailer beginnt mit einer Kamerafahrt in ein idyllisches, kleines Dorf. Für Pokémon-Verhältnisse setzt das Spiel hier schon neue Maßstäbe. Die Welt wirkt offen, mit vielen Feldern und Hügeln im Hintergrund. Außerdem fallen auch kleine Details, wie eine umgedrehte Schubkarre am Wegesrand auf. Für die Leistungsfähigkeit der Switch ist das Gezeigte trotzdem noch lange nichts, dass einem den Unterkiefer nach unten fallen lässt. An dieser Stelle darf man bei einer so starken Marke wie Pokémon einen solchen Qualitätssprung erwarten. Vor allem in Hinblick auf den Online-Konkurrenten Temtem.

Trotz deutlich hübscherer Optik, dürfen Wiedererkennungsmerkmale nicht fehlen. Ein Pokécenter erkennen wir offenbar auch im neuen Teil aus sieben Meilen gegen den Wind. Interessant ist auch die Größe der Arena im sonst so beschaulichen Dorf, die doch schon einen gewissen Stadion-Charakter mit sich bringt. Die neue Galar-Region bietet neben idyllischen Dörfern auch moderne Städte, weite Ebenen, sowie schneebedeckte Berge. Die Kämpfe scheinen außerdem direkt in der Spielwelt stattzufinden, anstatt auf eigene Kampfbildschirme zu wechseln.

Das sind die neuen Pokémon

Keine neue Pokémon-Generation ohne neue Starter. Ganz klassisch bekommen wir wie gewohnt die Wahl zwischen drei Begleitern der Typen Pflanze, Feuer und Wasser.

Der Pflanzenstarter heißt Chimpep, ist einem Schimpansen nachempfunden und strotzt nur so vor Neugier. Ein richtig munteres Kerlchen ist Hopplo, das Hasenpokémon, das in dieser Edition den Typ Feuer vertritt. Schließlich gibt es noch das etwas verängstigt dreinblickende Wasserpokémon Memmeon, das einer Wasserechse nachempfunden ist und sich gerne im Wasser versteckt.

Auf dem offiziellen Pokémon Twitter-Account gab es direkt nach dem Stream eine Umfrage, für welches Pokémon man sich entscheiden würde. Mehr als 200.000 Pokémonfans nahmen an der Umfrage teil. Memmeon konnte sich ganz knapp gegen den feurigen Hoppelhasen Hopplo behaupten. Mit „nur“ 25 Prozent war Chimpep ein wenig abgeschlagen – was aber auch einfach am Typus des Pokémons liegen kann.

Die Fankultur feiert jedenfalls schon jetzt die neuen Pokémon. Ob Vergleiche mit den Powerpuff Girls oder eine besondere Interpretation von Memmeons Hydropumpe – es gibt reichlich zu schmunzeln. Die mexikanische Lokalzeitung „La voz de Michoacán“ nahm übrigens versehentlich ein Fanart zu einer dritten „Gun“-Edition für bare Münze und druckte es ab.

Zweite Region?

Rein spekulativ sind derzeit Annahmen, dass es neben der vorgestellten Galar-Region noch eine weitere geben könnte. Bei der Region handelt es sich um die Kalos-Region aus Pokémon X und Y. Auch im realen Bezug ist diese Vermutung immerhin nicht völlig abwegig. Die neue Galar-Region ist von England inspiriert, die Kalos-Region orientiert sich hingegen an Frankreich.

Grund zur Spekulation sind mitunter die Anspielung auf einen 3.000 Jahre alten Krieg in Pokémon X und Y. Auch England und Frankreich haben eine nicht unbedingt stets friedliche Vergangenheit miteinander. Dazu passt immerhin auch das Pokémon Melmetal, dass mit Pokémon Let’s Go hinzu kam und dessen letzte Sichtung laut Pokedex ebenfalls 3.000 Jahre her sein soll.

Als weiteres Indiz dient ein recht ausgeprägtes Schienennetz auf der Karte, sowie in beiden Regionen vorhandene Höhlen, die sich für eine entsprechende Verbindung anbieten. Eine offizielle Stellungnahme gibt es bislang noch nicht.

Mit Pokémon Let’s Go Evoli könnt ihr euch die Zeit zum Release von Schwert & Schild vertreiben (Provisionslink)


Image by The Pokémon Company

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Der Retro Mini lässt die Herzen von 90er Kids höher schlagen

Immer mehr ältere Spielekonsolen aus den 80ern und 90ern erleben einen zweiten Frühling. Sprich: Ein Remake, das Nostalgiker-Herzen erfreut. Doch anstatt ein altes Gerät wieder aufleben zu lassen, wie zum Beispiel bei der Playstation 1, haben sich die Entwickler des Retro Minis etwas ganz besonderes für Retro-Fans ausgedacht. Denn mit dem kleinen kompakten Gerät kann man bis zu 900 Spiele aus den 90ern in einem Game Boy mit sich herumtragen.

Klein aber fein

Somit wird der Retro Mini zum ultimativen Spielerlebnis für alle, die in ihrer Jugend ihre Zeit mit Mario, Sonic & Co. verbracht haben.

Zu den äußeren Features des Retro Mini gehören unter anderem ein Micro USB-Anschluss zum Laden und die bekannten „L“ und „R“ –Buttons des Game Boy Advanced am oberen Ende des Geräts. Die Batterie kann entfernt und ausgetauscht werden. Außerdem kann an das Gerät eine MicroSD Karte angeschlossen werden, mit bis zu 32 Gigabyte Speicherplatz. Insgesamt soll der Akku des Geräts für jeweils sechs Stunden Spielspaß reichen.

Große Kompatibilität bei Spielen

Sowohl Nintendo-Entertainment-System Spiele als auch die beliebten Spiele von Game Boy und Game Boy Advanced sind mit dem Retro Mini kompatibel. Somit ist es euch möglich, Pokémon, Mario Kart, Sonic, die FIFA -Reihe und viele weitere tolle Titel der damaligen Zeit noch einmal zu erleben.

Ein wenig Kritik muss sich das Gerät dennoch gefallen lassen. Einige Spiele sollen nicht flüssig oder schnell genug laufen. Zudem soll die Bildschirmqualität nachlassen, wenn man das Gerät in eine Richtung neigt.

Fazit

Ob der Retro Mini die richtigen Knöpfe von Nostalgikern drückt, muss wohl jeder selbst für sich entscheiden. Mit einem Preis von fast 100 Euro ist das Gerät nämlich nicht gerade günstig. Aber die Handheld-Konsole hat auch einige Pluspunkte. Wie die hohe Kompatibilität und die Tatsache, dass man sie überall mit hinnehmen kann. Und auch damals funktionierten die Handheld-Konsolen ja nicht immer einwandfrei. Wer jedoch eine 100 Prozentige Retro-Erfahrung mit den Annehmlichkeiten der Neuzeit, sprich stabilen Frames und guter Auflösung sucht, der wird wohl auf andere Geräte zurückgreifen müssen.


Image by poladroid/ adobestock.com

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Nintendo Switch erobert den Konsolen-Markt

InspiredImages - pixabay com

Playstation und Xbox aufgepasst! Die Nintendo Switch mischt zur Zeit den Konsolen-Markt gewaltig auf und beschert Nintendo den größten Erfolg seit der Wii. Das japanische Unternehmen Nintendo hat mit dem Videospielendgerät seit dessen Veröffentlichung vor gut einem Jahr eine Welle des Erfolgs geritten. Ein Ende der weltweiten Euphorie ist dabei noch lange nicht in Sicht.

Das Unternehmen Nintendo

Der japanische Hersteller von Konsolen und Videospielen mit Sitz in Kyoto (Japan) wurde 1889 von Fusajiro Yamauchi gegründet. Unter dem heutigen Präsidenten Tatsumi Kimishima ist der ursprüngliche Hersteller von Spielkarten längst weltweiter Branchen-Gigant und eines der größten Unternehmen Japans. Die als Aktiengesellschaft geführte Firma umfasst mittlerweile deutlich über 5.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von knapp 4,5 Milliarden Euro. Weltbekannt ist der Konzern unter anderem durch Spielereihen wie Super Mario, Legend of Zelda und Pokemon, sowie die Handheld-Konsolen Gameboy, Nintendo DS und nicht zuletzt die Wii.

Was die Nintendo Switch kann

Wie für das Unternehmen üblich, entzog sich Nintendo dem allgemeinen Wettrüsten auf dem Markt mal wieder. Der japanische Konzern setzt bei der Switch wie zuvor auf Innovation. Die Switch kann auf diesem Wege als Hybridkonsole beschrieben werden, ausgestattet mit Bildschirm und Dockingstation. Neben ihrer Funktion als stationäre Konsole dient die Switch auch als Handheld-Konsole mit abnehmbaren Steuerungskomponenten. Durch mehrere sogenannte Labo-Produkte kann der Benutzer der Konsole zudem verschiedenste Features wie beispielsweise ein Motorrad- oder Klavier-Feature beifügen. Diese Bundles müssen allerdings seperat erworben werden. Damit bietet die Nintendo Switch einen zurzeit einzigartigen Spielcharakter auf dem Markt, was den großen Erfolg trotz kleinerer Mängel erklärt. Benutzer können sich also auf innovativen Nintendo-Spaß einstellen.

Aussichten für Kunden, Nintendo und Switch

Fakt ist, dass Nintendo mit der Switch ein neues Zugpferd für die nächsten Jahre gefunden und präsentiert hat. Allein im ersten Geschäftsjahr verkaufte sich die Konsole weltweit über 17 Millionen Mal. Das Ergebnis lässt nicht nur den Flop der „Wii U“ vergessen, sondern verdrängt nach Schätzungen sogar Microsoft mit seiner Xbox auf Platz drei, wenn man die Erlöse aus Verkäufen anschaut. Auch wenn Sony mit der Playstation 4 Spitzenreiter bleiben wird, so ist Nintendo dennoch wieder mehr als relevant. Durch die exklusiven eigenen Spielreihen wie Super Mario und Pokemon wird das Interesse der Kunden auch weiterhin aufrecht erhalten. Zudem veröffentlichte man erst kürzlich das neue System-Update 5.0.0. Nintendo kann also in eine rosige Zukunft blicken und Kunden können sich über eine weitere innovative Produktion der Japaner von Nintendo freuen.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WINDOWS chip: Windows Phone ist tot: Jetzt zieht Microsoft den Stecker: Microsoft zieht sich vorerst aus dem mobilen Markt zurück – Grund dafür ist das Scheitern des Windows Phone. Dieses steht nun offiziell vor dem Aus, Microsoft hat diese Woche den Support eingestellt. Damit werden Windows Phone 7, Windows Phone 8 und Windows Phone 8.1 werden nicht mehr unterstützt. Ob Microsoft den mobilen Markt noch einmal betreten wird ist fraglich, die Konkurrenz durch Android uns iOs war einfach zu groß, zumindest gäbe es aber Pläne, in Zukunft weitere Smartphones zu bauen.

  • MOBILE t3n: Xiaomi kommt nach Europa: Wird das chinesische Startup Xiaomi jetzt zum Global Player? Der Smartphone-Hersteller, auch bekannt als das Apple Chinas, expandiert und tastet sich langsam auf den europäischen Markt. Deshalb sollen Xiaomi-Produkte jetzt über offiziellen Weg in den europäischen Handel kommen. Für den Anfang sollen Smartphones und Fitnessbänder angeboten werden, aber auch Lautsprecher und Power-Packs.

  • VIRTUAL REALITY golem: Oculus plant drahtloses 200-Dollar-Headset: Der Boom des Virtual-Reality-Marktes scheint nicht abzuebben. VR-Pionier und Facebook-Tochter Oculus will jetzt ein VR-Headset veröffentlichen, das rund 200 Euro günstiger als das Rift und kabellos sein wird. Die Facebook-Tochter will damit den Massenmarkt ansprechen, was mit Modellen wie dem Rift oder konkurrierenden Modellen wie HTCs Vive und Sonys Playstation VR bisher nicht gelang. Das Headset wird unter dem Codenamen Pacific entwickelt und voraussichtlich für 2018 angekündigt werden.

  • POKEMON GO spiegel: Ein Jahr „Pokémon Go“: 1000 Kilometer, 5390 Monster: Heute vor genau einem Jahr konnte man vielerorts nicht vors Haus gehen, ohne auf hysterisch auf dem Screen wischende Pokémon-Trainer zu treffen. Der Pokémon Go-Hype hat die Welt im Sturm erobert, der Nostalgie-Faktor war groß und die Nutzung der Augmented Reality Technologie für den Zweck ideal eingesetzt. Spiegel-Autor Stephan Freundorfer hat seine Eindrücke und Erfahrungen nach einem Jahr gesammelt und zusammengefasst.

  • WIRTSCHAFT gründerszene: Flixbus‘ Allmacht sorgt bei Reisenden für Ernüchterung: Der Fernbus-Konzern Flixbus hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Konkurrenz vom Markt vertrieben und sich so ein regelrechtes Bus-Monopol aufgebaut. Nachdem diverse Konkurrenten wie MeinFernbus, Postbus oder City2City geschlcukt wurden, hat Flixbus jetzt einen Marktanteil von 93 Prozent, aber das Wachstum stagniert und das soll sich in steigenden Preisen bemerkbar machen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Entwicklung der letzten Jahre im Fernverkehr nun auch auf die Deutsche Bahn auswirken könnte.

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Wie Pokémon GO künftig unseren Blick für die Natur schärfen könnte

Pokemon Gym at the peak of Zion Observation Point (adapted) (Image by Tydence Davis [CC BY 2.0] via flickr)

Jeder, der sich in den letzten Monaten im Freien aufgehalten hat, wird den großen Erfolg von Pokémon GO mitbekommen haben, das die Spitze der Spiele-Charts erobert hat. Seit zwei Jahrzehnten haben Menschen eifrig Pokémon-Kreaturen über verschiedene Medienformate gesammelt, daher war es ein logischer Schritt, die Smartphone-Technologie zu verwenden, um das Franchise in eine „Mobile Augmented Reality“ (MAR)-Spieleapp umzuwandeln. Es wurde zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Phänomen, der Marktwert des Besitzers Nintendo stieg auf knapp 40 Milliarden US-Dollar. Das Spiel wurde aber nicht wirklich von Nintendo entwickelt, es wurde von dem Google-Spin-Off Niantic erstellt, das auch Ingress, den beliebten Augmented Reality-Vorgänger von Pokémon GO, entwickelt hatte. Ähnlich wie Pokémon GO ist Ingress ein in die Realität eingebettetes Sci-Fi-Spiel, in dem Spieler unter Verwendung von Smartphone-Kameras mit Objekten aus der realen Welt interagieren können, die von bestimmten, spielrelevanten, simulierten Eigenschaften überlagert werden. In einer Veröffentlichung des Journals Restoration Ecology haben wir besprochen, dass MAR-Spiele wie diese viel für das Umweltbewusstsein tun können – im Gegensatz zu den Argumenten von Anderen, die darin einen Grund zur Sorge sehen. Der Schlüssel liegt nicht darin, sich über die Beliebtheit von Spielen oder Augmented Reality an sich zu beklagen oder dagegen zu argumentieren, sondern darin, zu erkennen, was diese so erfolgreich macht. Sie begreifen die Gefühle der Menschen, sie machen Spaß, sie beleben den Konkurrenzkampf und treiben Menschen in die freie Natur – all die guten Gründe, wieso die Leute die Natur lieben.

Das Problem

Das Wachstum unserer modernen Gesellschaft, das durch technische Innovationen vorangetrieben wurde, wird durch die Ausbeutung der Natur gestützt. Heute ist ein großer Teil der Welt, der früher Wildnis war, durch Menschen umgestaltet. Die Population von Pflanzen und Tieren ist zurückgegangen, was zu lokalen Verlusten und globalem Aussterben geführt hat, als Folge der Zerstörung der Lebensräume, Ernte, invasiver Tier- und Pflanzenarten und Umweltverschmutzung. Doch obwohl die direkten Ursachen des Verlustes der Tier- und Pflanzenwelt klar genug sind, ist es weniger offensichtlich, warum es viele Menschen nicht zu interessieren scheint. Der Umweltaktivist und Schriftsteller George Monbiot hat die laufende Zerstörung der Umwelt durch die Gesellschaft der Tatsache zugeschrieben, dass nicht mehr genügend Leute die Natur und Wildnis schätzen. Diese „Öko-Gleichgültigkeit“ hat sich als Synonym unserer modernisierten, urbanisierten Welt eingestellt, in welcher neue Technologien gleichzeitig die Interessen der Gesellschaft dominieren und die Fähigkeiten erhöhen, der Umwelt zu schädigen. Aber was wäre, wenn Augmented Reality, von MAR-Apps auf Smartphone bis hin zu HoloLenses, auf positive und proaktive Weise nutzbar gemacht werden könnten, um die breite Öffentlichkeit mit der Natur zu verbinden und dadurch Ihre angeborene Naturliebe zu aktivieren? Was, wenn ein Handyspiel entwickelt werden könnte, das sich nicht nur auf die Merkmale des Stadtbildes konzentriert, sondern sich spielerisch auf Natur, Pflanzen- und Tierwelt und menschliche Interaktion in einem natürlichem Umfeld konzentriert? Ein solches Spiel würde seine Spieler dazu bringen, aktiv die Natur zu erleben. Sie würden sich mit ihr zusammentun, sie beschützen (das könnte man als Belohnungs-Feature im Spiel verstehen) und damit ihren Wert verinnerlichen. Einen größeren Teil der Gesellschaft mit der Natur zu verbinden, ist seit langem ein Traum von Umweltschützern, der leider schwer erreichbar ist. Vor mehr als einem Jahrzehnt fand eine Gruppe von führenden Naturschutzbiologen heraus, dass Kinder besser Pokémon-Figuren erkennen als bestimmte Gruppen von Tieren identifizieren konnten. Das Problem ist nicht die Entdeckung der „Spezies“ an sich – es liegt mehr daran, dass sie hauptsächlich den elektronischen Lebewesen ausgesetzt sind, statt mit echten Tieren zu tun zu haben. Worin Menschen ihre Aufmerksamkeit investieren, ist ein Problem von entscheidender Bedeutung. Ingress hat aktuell mehr als sieben Millionen aktive Spieler und wurde von 12 Millionen Menschen heruntergeladen, seit es 2012 veröffentlicht wurde. Der Umstand, dass man bei dem Spiel das Haus verlassen muss, ermutigt Spieler dazu, etwas zu finden, zu erkennen und sich mit einer Reihe von kulturellen Symbolen zu identifizieren, die sie ansonsten ignorieren würden.

Egress – Aussteigen!

Hier ist also die besondere Herausforderung: Man sollte eine neue Version von Ingress erstellen (nennen wir es doch einfach „Egress“), die lehrreich und überzeugend sein sollte und zudem auch beliebt. Sie könnte auch Augmented Reality verwenden, um bestimmte  Umweltveränderungen zu zeigen – seien es gute Veränderungen, wie bei Instandhaltungen der Umgebung, oder schlechte, wie bei Anzeichen von Beschädigung. Um ein Hit zu werden, muss sie ein Publikum erfassen und eine Gemeinschaft fordern. Und sie könnte auch Daten für wissenschaftliche Projekte generieren. Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine solche App funktionieren könnte. Möglicherweise beinhaltet es die Verwendung von Handys zum Fotografieren, Lokalisieren und automatisiertem Zuordnen von „Tags“ zu Spezies innerhalb einer Landschaft, das Identifizieren von seltenen Pflanzen oder Insekten oder woran man erkennt, dass an einem bestimmten Ort Tiere leben (wie beispielsweise Erdlöcher, Überreste von Ausscheidungen oder anderem, und so weiter). Der entscheidende Punkt ist, dass, obwohl die Konzentration auf Ökologie und Natur liegt, es auch ein Spaßelement geben muss – vielleicht wie eine Art High-Tech-Version dieser alten Vogelbeobachtungs-Handbücher, aber eines, das mehr Anerkennung für das Auffinden seltener Arten bietet. Ein aktueller Leitartikel in der Zeitschrift Nature hebt einige der möglichen Anwendungen von Pokémon GO, Ingress und anderer hervor, die darauf hindeuten, dass MAR-Spiele auch verwendet werden könnten, um neue Spezies zu entdecken und zu beschreiben. Wer möchte nicht, dass ein neues Tier oder eine neue Pflanze nach ihm benannt wird? Solche wissenschaftliche Aktivitäten würden die Verbindungen zwischen Forschung, Erhaltung und der Gemeinschaft stärken. Was Ingress und Pokémon GO gezeigt haben, ist, dass es möglich ist, Millionen von technisch versierten Menschen aus ihren Wohnzimmern und Kellern zu bekommen und sich aktiv mit der übrigen Welt zu engagieren. Während es unmöglich zu garantieren ist, dass jedes Projekt viral wird, zeigen die jüngsten Erfahrungen mit der Augmented Reality auf den Telefonen, dass große Menschenmassen wirklich überzeugt werden können, das Haus zu verlassen und die Welt zu erkunden. Das ist sicherlich der erste und notwendigste Schritt, um Menschen wieder zu verbinden und sich um die Natur im digitalem Zeitalter zu kümmern. Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Pokemon Gym at the peak of Zion Observation Point“ by Tydence Davis (CC BY 2.0)


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Screen Radar: Noch nie war der deutsche Film so beliebt

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via Flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Rückblick auf das Kinojahr 2015-2016, einer Märchen-Empfehlung, einem neuen Han Solo und der Aussicht auf einen Pokémon-Realfilm.

Neu im Kino„BFG – Big Friendly Giant“
„Frühstück bei Monsieur Henri“
Thema der WocheDie erfolgreichsten Filme 2016 (bisher)
Neues aus der FilmweltEin Pokémon-Realfilm kündigt sich an
Darauf freuen wir uns„White Girl“
Frisch besetzt„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich

Neu im Kino

Muss man sehen: „BFG – Big Friendly Giant“ ist die Kinderbuchverfilmung des Roald-Dahl-Klassikers „Sophiechen und der Riese“. Nach „E.T. – Der Außerirdische“ zeigt Regisseur Steven Spielberg abermals, dass es keine Grenzen für Freundschaften gibt – in diesem Fall zwischen einem 12-jährigen Waisenkind und einem sieben Meter großen Riesen. Die beiden Außenseiter lernen in ihren Abenteuern, dass es okay ist, zugleich ängstlich und heldenhaft zu sein. Die Erzählung ist zwar kindgerecht aufbereitet, bietet aber auch so viele visuelle Highlights wie schon lange kein Film zuvor. Etwa wenn die Kamera zwischen den Größenunterschieden hin und her wechselt und sich ganze Kulissen in den Kulissen aufbauen. Wir sind große Fans von Dahl (er schrieb auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ sowie „Der fantastische Mr. Fox“) und finden, dass Spielberg den träumerischen Ton seines Märchens ganz und gar trifft.

Kann man sich sparen: Das dialogreiche französische Kino erfreut sich in deutschen Arthouse-Kinos einer großen Beliebtheit. Zu Recht, denn die Franzosen bringen ihren ganz eigenen bitterbösen Humor in die Kinolandschaft mit ein. Im Falle von „Frühstück bei Monsieur Henri“ hat man über dieselben Späße allerdings schon zu oft gelacht. Da gibt es den zynischen Rentner, der von seinem Sohn eine junge Untermieterin aufgeschwatzt bekommt. Die bringt zwar erst die ordentliche Hausordnung durcheinander, mit der Zeit erkennen aber beide, dass sie es miteinander doch ganz gut getroffen haben. Dieser Erkenntnisprozess ist sehr vorhersehbar und uninspiriert umgesetzt.

Thema der Woche

Die erfolgreichsten Filme 2016 (bisher): Gefühlt spielt der deutsche Film nur eine untergeordnete Rolle im Kino. Hin und wieder schaffen es Til Schweiger oder Michael „Bully“ Herbig zwar, die Massen zu mobilisieren, aber im Allgemeinen bestimmt Hollywood, was von Interesse ist. Das bestätigt sich insbesondere bei den Ticketverkäufen. Mitte Juli sieht die Top Drei der meistgesehenen Filme 2016 im Kino wie folgt aus: Mit 3,73 Millionen Besuchern führt der Disney-Animationsfilm „Zoomania“ das Ranking an. Der Abstand zum zweitplatzierten „The Revenant – Der Rückkehrer“ mit Oscar-Gewinner Leonardo DiCaprio beträgt immerhin fast eine Million Kinogänger (2,79 Millionen). An dritter Stelle folgt als große Überraschung „Deadpool“ mit 2,69 Millionen Besuchern – und das trotz hoher Jugendfreigabe für den Superhelden mit der großen Klappe. Der deutsche Film ist mit „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ von Detlev Buck (fast 2 Millionen Besucher) und „Der geilste Tag“ von Florian David Fitz (1,66 Millionen Besucher) auf den Plätzen Nummer Vier und Sieben vertreten. Erfahrungsgemäß dürfte es bis zum Ende des Jahres allerdings schwer werden, diese Platzierung zu verteidigen, da Hochkaräter wie „Ghostbusters“, „Findet Dorie“ und „Rogue One: A Star Wars Story“ erst noch anlaufen. Ein gänzlich anderes Bild versucht nun aber die deutsche Filmförderungsanstalt (FFA) zu zeichnen. In einer Auswertung des „Rekordjahres 2015“ kam zum Beispiel heraus, dass die Besuche von deutschen Produktionen im vergangenen Jahr um satte 19 Prozent anstiegen (von 34 auf 41 Millionen Tickets), während US-Filme im gleichen Zeitraum nur einen Zuwachs von vier Prozent verzeichnen konnten. Der Umsatz deutscher Filme stieg von 250 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 319 Millionen im Jahr 2015. Danken darf man dafür insbesondere der jungen Zielgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen, die mit ihren zwei, drei Besuchen im Jahr so oft ins Kino gehen wie niemand sonst – und sich schließlich bei jedem dritten Film für einen deutschen entscheiden. Komödien wie „Fack Ju Göhte 2“ oder „Honig im Kopf“ stehen besonders hoch in der Gunst des Publikums. In Schulnoten ausgedrückt, würden die Zuschauer fast jedem zweiten deutschen Film die Schulnote „sehr gut“ vergeben. Alle Zahlen und weitere Insights hält die Studie bereit, die ihr hier findet. Und apropos deutscher Film: In der letzten Woche haben wir euch „Toni Erdmann“ ans Herz gelegt. Das wäre so ein Beispiel, dem wir eine glatte Eins verpassen würden. Also nichts wie rein ins Kino und anschauen!

Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)
Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)

Neues aus der Filmwelt

Ein Pokémon-Realfilm kündigt sich an: Nach dem einschlagenden Erfolg von „Pokémon GO“ wurden die Gespräche zwischen Lizenzgeber Nintendo und dem Filmstudio Legendary wieder aufgenommen. Beide tänzeln schon seit einiger Zeit umeinander herum, jedoch gab es lange Zeit keinen Grund zur Eile. Die inzwischen 19 (!!) Anime-Filme haben schließlich immer weniger Leute angesprochen. Das sieht nun anders aus! Denn das weltweite Interesse ist durch das neue Augmented-Reality-Spiel so groß wie nie zuvor. Legendary konnte zuletzt schon Erfahrungen mit der Verfilmung von „Warcraft: The Beginning“ sammeln. Für das neue Drehbuch hat sich bereits der Pokémon-Fan und „Chronicle – Wozu bist du fähig?“-Autor Max Landis ins Spiel gebracht. Nach dem Drehbuch für das vielbesprochene „Power Rangers“-Reboot wäre das bereits ein zweiter Coup innerhalb kürzester Zeit. Los Max, schnapp sie dir alle!

Darauf freuen wir uns

„White Girl“: Was macht eigentlich Dana Brody, Tochter von Nicholas Brody in der US-Serie „Homeland“ heute? Sie heißt jetzt Leah (na gut, und die Schauspielerin dahinter eigentlich Morgan Saylor) und steckt mächtig in der Klemme. Denn sie ist mit einem Drogendealer zusammen und sowieso die meiste Zeit ziemlich high. Als ihr Freund plötzlich festgenommen wird, steht sie allein mit einer großen Portion Kokain da. Was soll sie damit jetzt bloß machen? Der Trailer lässt bereits an Klassiker wie „Kids“ und „Requiem for a Dream“ denken. Auch Elizabeth Woods erster Film wirkt auf den ersten Blick laut, sozialkritisch und unangepasst.

Frisch besetzt

„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich: Euch ist der Hype um Star Wars schon zu viel? Dann hört ihr jetzt wohl besser weg, denn Disney und Lucas Film nehmen gerade erst so richtig Fahrt auf. Im Jahresrhythmus sind neue Geschichten aus dem Star-Wars-Universum geplant – auf die offizielle Fortsetzung (Episode 8 kommt noch 2017) folgt im Jahr 2018 das Spin-off über die frühen Abenteuer des Schmugglers Han Solo. Nachdem die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („The Lego Movie“) knapp dreitausend Schauspieler haben vorsprechen lassen, setzte sich der 26-jährige Alden Ehrenreich als Protagonist durch. Diesen konnte man zuletzt als strunzdummen Cowboy-Mimen in „Hail, Caesar!“ bewundern. Die Besetzung dürfte seiner Karriere endgültig den nötigen Schwung verleihen.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0


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