Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX – Test und Tipps zum Fanliebling

Als in der ersten Nintendo Direct des Jahres ein Remake des ersten Teils der beliebten Spin-Off-Reihe Pokémon Mystery Dungeon angekündigt wurde, konnte ich nicht anders, als erst einmal meinen Game Boy Advance heraus zu kramen. 113 Spielstunden stehen hier zu Buche und ein Glurak auf Level 97. Pokémon Mystery Dungeon war eines meiner ersten story-lastigen Videospiele. Neben FIFA 05 und der Versoftung der Filme „Cars” und „Ab durch die Hecke”, zog mich Retterteam Rot zum ersten Mal so richtig in seinen Bann. Man kann also durchaus sagen, dass ich mit hohen Erwartungen an dieses Remake ging, vor allem nach den enttäuschenden letzten Ablegern der Pokémon Mystery Dungeon-Serie. Ich schaue mir Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX etwas genauer an.

Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX – eine kleine Charakterstudie

Bereits zu Beginn des Spiels überfällt mich ein Schwall an Nostalgie. Nach dem Intro, das ich mir damals bereits hunderte Male angesehen habe, starten wir mit einem kurzen Persönlichkeitstest ins Abenteuer. Hier beantworten wir Fragen wie „Vor dir liegt eine Schatzkiste. Was tust du?” oder „Du hörst Schreie aus einem Zimmer vor dir. Was tust du?”. Je nach Antwort und Geschlecht wird uns eine Persönlichkeit und so auch unser Pokémon zugeordnet. Da ich als „Naiv” eingestuft wurde, durfte ich mich über Evoli als Hauptcharakter freuen. Alle, denen dieser Test zu doof ist, dürfen, anders als im Original, sich im Anschluss aber auch für eines der anderen Pokémon entscheiden. Nach unserem Protagonisten wählen wir noch unseren Partner. Hier habe ich mich für das Maskottchen Pikachu entschieden, da ich die Kombination der beiden Pokémon aus den Let’s Go-Spielen sehr passend fand.

Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader
Um unser Pokémon zu ermitteln, machen wir am Anfang einen Persönlichkeitstest. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Die Welt von Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX wird von Katastrophen geplagt

Nach diesem Einstieg werden wir direkt in die Welt der Pokémon geworfen. Dies ist in diesem Spiel ganz wörtlich zu nehmen. Unser Protagonist ist nämlich ein Mensch, der in ein Pokémon verwandelt wurde. Die Welt, in die er transportiert wurde, wird von sprechenden Pokémon bevölkert. Hier trifft er auf seinen zukünftigen Partner, der das große Verlangen hat, allen Pokémon zu helfen. In dieser Welt gibt es sogenannte Retterteams, die Pokémon aus dunklen Höhlen oder Wäldern retten oder Schätze aufspüren. Zu Beginn retten wir mit unserem neuen Partner ein kleines Raupy aus einem Dungeon. Nach diesem ersten Abenteuer gründen wir unser eigenes Retterteam. Meines heißt passenderweise Team Let’s Go.

 Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader
Naturkatastrophen bestimmen die Welt von Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Und ein gutes Retterteam hat die Welt von Pokémon Mystery Dungeon DX bitter nötig. Überall im Land kommt es zu großen Naturkatastrophen, die Erde bebt oder bricht aus, es wird unnatürlich heiß und kalt. Immer mehr sogenannte Dungeons tauchen auf. Hinter den Katastrophen soll ein Fluch stecken, der von einem in ein Pokémon verwandelten Menschen ausgeht. Das unser Protagonist es da nicht leicht hat, sollte klar sein. Gemeinsam mit unserem Partner geht es nun darum, möglichst vielen Pokémon zu helfen und den Grund für die Katastrophen zu ergründen.

Das Gameplay bleibt gleich – und wird doch verbessert

Das Gameplay der Reihe ist seit dem ersten Teil weitgehend gleichgeblieben. Es handelt sich um eine Art Rouge-Like-Lite. Die namensgebenden Dungeons sind zufallsgenerierte Ebenen, die mit Treppen miteinander verbunden sind. Jeder Dungeon hat eine feste Anzahl an Etagen. Sie bestehen meistens aus einer Ansammlung an kleinen Räumen und engen Gängen. Hier tummeln sich viele verschiedene gegnerische Pokémon, die aufgrund der mysteriösen Ereignisse um einiges aggressiver sind.

 Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader
Die Dungeons sind natürlich die Hauptabenteuer des Spiels. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Pokémon-Typisch verfügen unsere Protagonisten über vier Attacken. Diese sind aufgrund des etwas anderen Spielaufbaus komplett anders zu nutzen. Schließich bewegen wir uns mit unserm Team über eine Art Raster. Gegner nähern sich uns mit jeder Aktion an, wir können aber auch vor ihnen weglaufen. Die Attacke Ruckzuckhieb zum Beispiel lässt sich über zwei Felder nach vorne ausführen, Spuckball oder Flammenwurf sogar durch den ganzen Raum. So können wir unserem Gegner schaden, bevor er uns überhaupt erreicht hat. Auch unser Team-Partner, der meist hinter uns herläuft, kann so über uns hinweg den Gegner attackieren. Für die optimale Schadensausbeute ist eine gute Positionierung der Schlüssel zum Erfolg.

Schlauere Partner machen das Spiel angenehmer

Hier hat sich im Vergleich zum Original in jedem Fall die KI der Mitstreiter verbessert. Mein Partner-Pokémon Pikachu bewegt sich um einiges sicherer und überlegter durch die dunklen Dungeons. Er läuft in Position, nutzt Fernangriffe und kann uns im Notfall auch eine heilende Sinelbeere reinschieben. Das war früher noch etwas anders. In Retterteam Rot und Blau schossen unsere Partner gerne einmal einen Flammenwurf ins Leere und spamten neu erlernte Status-Moves. Das führte soweit, dass es sogar eine Möglichkeit gab, bestimmten Attacken komplett auszuschalten.

Die Optik des Spiels ist durchaus ein zweischneidiges Schwert. Die Hintergründe, Dungeons und Bilder haben alle einen sehr pastelligen Wasserfarben-Stil, der mir persönlich gut gefällt und gut zum Setting passt. Die alten Regionen wie der Pokémon-Platz wurden hübsch umgesetzt. Lediglich die Animationen hätten etwas mehr Feinschliff vertragen.

Überall in den Dungeons liegen nützliche Items verstreut, die wir in unserer Sammelbox lagern. Hier liegen Beeren, Samen, Orbs und auch die ein oder andere Goldmünze herum. Die Beeren können wir zum Heilen von Status-Effekten nutzen, die Samen bieten einige andere Spezialeffekte wie Schlaf oder Explosionsschaden. Es lohnt sich zum Beispiel, für Bosskämpfe ein paar Schlafsamen und vor allem Belebersamen bereitzuhalten. Letztere können uns im Notfall vor einem vorzeitigen Ableben retten.

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Das Team um Simsala gehört zu den stärksten Retterteams. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Das Zentrum für mutige Retterteams: der Pokémon-Platz

Unsere Hauptfigur bewohnt ein kleines Haus in der Nähe des Pokémon-Platzes. Dieser Ballungsraum dient den Retterteams als Hub-World. Hier können wir im Kecleon-Laden nützliche Items kaufen, im Kangama-Laden unsere Gegenstände lagern oder in der Snobilikat-Bank unser Geld. Außerdem können wir im Makuhita-Dojo unsere Pokémon trainieren. Dies wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas abgekürzt. In der alten Variante musste man einen Mini-Dungeon mit drei Ebenen durchqueren und am Ende einen kleinen Bosskampf bestehen. Im neuen Modus nutzen wir sogenannte Intensivtickets, um innerhalb von einer Minute möglichst viele Gegner zu besiegen. Auch wenn das Training dadurch natürlich etwas verkürzt wurde, gefiel da das alte System doch um einiges besser.

Am Pokémon-Platz gibt es auch die wichtigste Anlaufstelle: die Pelipper-Post. Hier bringen die Pelikan-Pokémon jeden Tag Briefe und Aufträge für Retterteams zu jedem Briefkasten des Landes. Hier findet sich auch das schwarze Brett, an dem wir neue Hilferufe von anderen Pokémon erhalten. Für eine Belohnung gehen wir dann auf die Suche nach verzweifelten Monstern, die sich in Dungeons verlaufen haben. Nach erfüllter Aufgabe erhalten wir Items, Geld und Punkte, um unseren Retterteam-Rang zu erhöhen.

 Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader
Am Ende einiger Dungeons wartet ein Boss-Gegner auf uns. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

So rekrutiert ihr am schnellsten neue Team-Mitglieder

Ein wichtiges Element von Pokémon Mystery Dungeon DX ist das Rekrutieren neuer Team-Partner. Dies passiert manchmal, nachdem wir ein Pokémon im Kampf besiegt haben, aber auch als Belohnung für erfüllte Aufträge. Neu ist die Möglichkeit, kampfunfähige Pokémon in einem Dungeon mit etwas Nahrung wieder flott zu machen. Das ist um einiges praktischer, als in den früheren Spielen. Allerdings sind die kampfunfähigen Pokémon natürlich komplett zufällig und nicht immer genau die Monster, die wir haben wollen. Für jeden Partner brauchen wir ein bestimmtes Partner-Areal. Diese können wir uns auf dem Pokémon-Platz bei Knuddeluff kaufen. Auch hier gibt es ein relativ praktisches neues Item mit dem Namen Knuddeluff-Orb. Sollten wir einmal ein Pokémon in eine Dungeon rekrutieren, dessen Areal wir noch nicht freigeschaltet haben, können wir dies mit dem Knuddeluff-Orb sogar aus dem Dungeon heraus machen.

Tipps und Tricks für Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX

Zuerst einmal benötigt ihr die richtigen Talente. Das Talent „Harmonie” lernt euer Starter ganz normal im Laufe des Spiels. Je mehr Pokémon als Team-Mitglieder den Dungeon erkunden, desto öfter wollen sich Gegner dem Team anschließen. Auch das Talent „Beliebtheit” ist praktisch. Es erhöht die Beliebtheit aller Team-Mitglieder und bewirkt, dass sich dadurch gegnerische Pokémon öfter anschließen wollen.

 Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader
In den Partner-Arealen warten unsere Freunde auf ihre nächste Mission. Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Die Items „Anwerbungsorb” und „Sympathieband” heben ebenfalls die Anwerbungschance. Wenn ihr den Orb einsetzt, werden Gegner leichter zu Mitstreitern. Der Effekt hält an, solange sich das Pokémon auf der Ebene befindet. Beim Sympathieband wiederrum handelt es sich um einen Ausrüstungsgegenstand, den der Anführer tragen muss, um die Chance zu steigern. Ihr erhaltet das Sympathieband auf der letzten Ebene des Dungeons „Solarhöhle“. Sprecht nach der Story mit Meditalis, Lombrero und Welsar, um den Dungeon freizuschalten. Es ist keine einmalige Belohnung, ihr könnt das Sympathieband dort immer wieder einsammeln. Also keine Sorge, falls ihr mit dem Band im Inventar besiegt werden solltet.

Zuletzt wichtig ist die Attacke Trugschlag. Besiegt unser Anführer mit dieser Attacke den Gegner, steigt ebenfalls die Rekrutierungschance. Ihr findet die technische Maschine auf der letzten Ebene des Dungeons „Ruineninsel“, den ihr aber erst nach der Haupt-Story freischalten könnt. 

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Images by The Pokémon Company. Screenshots aus dem Spiel von Philipp Bader

Philipp Bader

ist Journalistik-Student an der Hochschule Hannover und hat seit dem unter anderem bei der N-Zone in Fürth und beim Lokalteil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einige Erfahrungen sammeln können. Ob Videospiele, Filme oder Serien - in diesen Bereichen fühlt er sich am wohlsten.


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