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Skillshare – Lernen im 21. Jahrhundert

Schon seit geraumer Zeit steht in meinem Zimmer diese wunderschöne Western-Gitarre. Mit 17 hatte ich mir in den Kopf gesetzt, in Zukunft Gitarre spielen zu wollen. Und von dort an folgte eine zweijährige Odyssey durch das Internet, auf der Suche nach dem perfekten Gitarrenkurs. Heute kann ich sagen: Ich habe meinen Meister gefunden. In der App Skillshare.

Die meisten Seiten und Apps, die ich vorher probierte, riefen bei mir nichts als Frustration hervor. Natürlich ist es theoretisch möglich, allein anhand von YouTube-Videos ein Instrument zu lernen, aber die schiere Menge an Videos hat mich dann doch überrumpelt. Dazu kam noch, dass gefühlt jeder selbsternannte Gitarren-Guru im Netz wieder seine eigene Herangehensweise an das Thema hatte. Zu oft landete die Gitarre nach einer kurzen Lern-Session wieder in der Ecke. Bis ich eben auf diese wundersame App traf.

Ambivalent und abwechslungsreich

Skillshare gibt es auch als Website. Dort habe auch ich dieses außergewöhnliche Konzept kennengelernt. Die Idee hinter der Website bzw. App ist, dass Lehrer aus der ganzen Welt einen Online-Kurs mit Videos, Arbeitsblättern und sogar dazugehöriger Software erstellen können, den die User von Skillshare sich dann ansehen können. Gegen eine monatliche Gebühr von 14 Euro kann man als User auf tausende von Online-Kursen zugreifen. Und diese tauchen in allen Formen und Facetten auf.

Grob unterteilt sind die Kategorien auf Skillshare in Creative, Business, Technology und Lifestyle. Und zu jeder übergeordneten Kategorie gibt es dann noch einmal viele, viele Unterkategorien mit entsprechend vielen Videos. Egal, ob man ein Instrument lernen will, oder sich die Grundpfeiler des Zeichnens aneignen will, oder seinen Schreibstil verbessern möchte. Ich war selbst wirklich überrascht, wie viele interessante Kurse es gab, bei denen ich sofort auf „Follow“ klicken wollte.

Und wie lernt es sich so?

Ich hatte bereits vor einiger Zeit, als ich Skillshare 30 Tage kostenlos getestet habe, mit einem Musik-Theorie Kurs angefangen, bei dem der Lehrer eine kostenlose Software benutzt hatte, anhand derer man Musikstücke Note für Note analysieren konnte. Er gab seinen Schülern immer eine Art „Hausaufgabe“ in Form von einem Arbeitsblatt, das man sich herunterladen konnte. Jeder Lehrer gestaltet seinen eigenen Kurs natürlich anders. Außerdem kann nicht jeder einfach Lehrer werden. Man muss, wenn man selbst einen Kurs auf Skillshare anbieten möchte, nachweisen, dass man qualifiziert ist. Der Anteil, den man als Lehrer bekommt, ist jedoch allgemein nicht so hoch, dass er unbedingt Betrüger anlocken würde, die nur schnell Geld verdienen wollen.

Auch mit meinem Gitarrenkurs bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Nach nur zwei Wochen täglichen Übens kann ich schon zwei Lieder ganz gut spielen. Ich bin jetzt mit Skillshare schon deutlich weiter gekommen, als mit meinen monatelangen Versuchen auf YouTube. Besonders gut gefällt mir, in welchem Tempo die Lernfortschritte auf Skillshare vermittelt werden. In jedem Kurs, in den ich bis jetzt hereingeschaut habe, hat der Lehrer seine „Unterrichts-Einheiten“ in sinnvolle Teilschritte zerlegt und auch immer wieder auf Schwierigkeiten und Tipps hingewiesen. Toll finde ich außerdem, dass Skillshare das erste Online-Lern-Tool ist, bei dem ich bei jeder Fähigkeit, die ich lernen wollte, sehr schnell erste Erfolgserlebnisse hatte. Das finde ich besonders wichtig, da meine Frustrationstoleranz allgemein nicht so hoch ist. Natürlich bleibt es am Ende nicht aus, dass man sich selbst hinsetzen und üben muss. Gitarre spielen, oder Zeichnen lernen geht schließlich nicht rein durchs Zugucken.

Was bleibt noch zu sagen?

Wenn ihr einen passenden Kurs sucht, lohnt es sich auch die Bewertungen der anderen User anzusehen. Es wird wahrscheinlich nicht jeder Kurs so professionell sein wie die, in die ich bis jetzt reingeschnuppert habe. Aber die Bewertungen haben mich bis jetzt noch nie im Stich gelassen. Außerdem gibt es bei Skillshare eben nicht nur kreativ-Kurse, sondern auch Kurse die euch helfen können, eure berufliche Laufbahn voranzutreiben. Oder einen erfolgreichen Blog zu eröffnen, oder euch selbstständig zu machen. Oder, oder, oder. Die meisten Kurse sind dabei in Englisch, aber wer genau sucht, der wird auch einige deutsche Kurse finden.

Ich muss selbst zugeben, dass ich mir Skillshare nur geholt habe, weil ich Gitarre lernen wollte. Mal eben in einem Monat alle Lektionen des Gitarrenkurses durchgucken und Skillshare schnell wieder deabonnieren, bevor die nächste Abrechnung kommt. Das war mein Plan. Aber beim Stöbern durch die App, die es übrigens für Android und iOS gibt, sind mir viele tolle Kurse aufgefallen, die ich mir unbedingt noch angucken will. Wieso denn nicht lernen wie mein ein professionelles Video mit dem iPhone aufnimmt, oder wie man tolle Kurzgeschichten schreibt? Und seit ich wieder Gitarre spiele kam in mir auch wieder der Wunsch hoch, mir eine E-Gitarre zuzulegen und diese ebenfalls spielen zu lernen. Wie praktisch, dass es auch dafür einen passenden Kurs auf Skillshare gibt.


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„Für Originalität muss man die Welt wahrnehmen“: Technikphilosoph Mads Pankow im Interview

Den Rückruf zum Interview über KI und Kreativität mit Mads Pankow bekomme ich auf einer kleinen Lichtung mitten im Teutoburger Wald. Der 33-jährige Technikphilosoph, Herausgeber und Politikberater sitzt an diesem sonnigen Dienstagnachmittag im Mai gut vorbereitet in seinem Berliner Büro – ihm liegen meine Fragen vor – ich habe immerhin Stift und Papier dabei. Es geht um KI und Kreativität. Dazu gehören das bisschen Bewusstsein, das Computern fehlt, poetisch interessante Ergebnisse, die sie trotzdem liefern und den Mensch als letztverantwortliche Instanz. Mads Pankow wird beim Kongress Mind the Progress eine Keynote zum Thema halten, wie originell die Technik ist. Der Kongress kümmert sich um Themen zu Kreativität und Digitalisierung und findet am 1. Juni in Hamburg statt. Im Anschluss wird auf einem Panel mit Branchenexperten über KI als kreativen Partner diskutiert. 

Lena Simonis (Netzpiloten): Man sagt, Not mache erfinderisch. Wie kann man sich das kreative Potential eines Algorithmus vorstellen, der zwar ein Problem löst, dazu aber nur definierte Schritte durchrechnet?

Mads Pankow: Klar, ein Algorithmus kennt keine Not. Er hat keine Absicht, keine Motivation. Sein einziger Antrieb sind unsere Anweisungen. Der Mut zu ungewöhnlichen Ansätzen und Kombinationen, aus denen sich die Kreativität derer schöpft, die in Not sind, kennt ein Algorithmus nicht. Aber ein Computer kann natürlich trotzdem mutig kombinieren, er weiß nur nicht was er da tut. Da gibt es etwa das All prior arts project: Hier rekombiniert eine Software Millionen von Patenten, aber bisher war keins davon brauchbar.

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Adrian Thompson ließ 1996 einen Algorithmus einen Schaltkreis zur Tonausgabe berechnen. Der Algorithmus kam nicht nur zu einem effektiveren Ergebnis, sondern auch zu einem originellen Lösungsansatz.

Spannend bei „problemlösenden“ Algorithmen sind evolutionäre Algorithmen. Das ist keine KI, aber schon in den 90ern haben Algorithmen nach dem Optimierungsprinzip eigene Schaltpläne entwickelt, die effizienter, aber für Menschen regelrecht unverständlich waren. Man könnte sagen, die Software hätte da etwas Originelles gemacht. Da werden nicht nur definierte Schritte durchgerechnet, sondern wirklich wild kombiniert. Das können Computer gut, weil sie viel, viel schneller sind als Menschen.

Es gibt inzwischen Programme, die bessere Sportmeldungen texten als mancher Redakteur – welche „kreativen“ Jobs können uns Maschinen demnächst noch abnehmen?

Naja, was heißt „bessere“ Sportmeldungen. Wenn sie nur Informationen enthalten, kann man nicht viel falsch machen: Das Spiel ging 7:1 aus, eine Demütigung. Fakten in Phrasen übersetzen ist wirklich nicht aufwändig. Die Frage ist hier nicht, ob die Maschine kreativ ist, sondern ob das, was wir als kreative Arbeit bezeichnen wirklich immer so originell ist, oder doch nur die Anwendung eingeübter Gestaltungs- und Stilregeln. Maschinen können gut Lösungen für Probleme finden, die Menschen nicht durchschauen. Aber sie wissen am Ende nicht, ob die Lösung in der Praxis taugt. Menschen müssen also nach wie vor die Ergebnisse prüfen, einen Realitätscheck machen und auch die Anweisungen und Aufträge so übersetzen, dass Maschinen sie verstehen.

Algorithmen haben also keine Wahrnehmung, sie können weder Mehrdeutigkeit, Intuition, noch Neugier; all die wichtigen Fähigkeiten für kreative Prozesse fehlen ihnen – noch?

Nein, also dieses nachgeschobene “noch“ können wir vorerst streichen. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass sich mit digitaler Technik ein Bewusstsein ähnlich dem menschlichen realisieren ließe. Dafür braucht es Selbstbewusstsein, also die Beobachtung der eigenen Beobachtung, eine paradoxe Operation. Aber Paradoxien führen bei Computern zum Absturz, sie lassen sich formallogisch nicht abbilden. Da möchte ich also mindestens bis zur Funktionsfähigkeit von Quanten- oder Biocomputern entwarnen – und wann die mal laufen sollen, ist bisher völlig unabsehbar. Aber klar, viele Formen der Kreativität lassen sich simulieren: etwa Lösungsfindung durch Versuch und Irrtum, wie bei den evolutionären Algorithmen, oder Gestaltung nach Schema F, beziehungsweise gelernten Gestaltungsroutinen. Das sieht tatsächlich häufig besser aus als das, was Menschen so liefern.

Vor 100 Jahren schworen die Post-Impressionisten auf La fée verte. Sind Algorithmen sowas wie der neue Absinth der Kreativbranche, Inspiration und Mode?

Ja klar, Algorithmen können sehr inspirierend sein, weil sie außerhalb unserer eingeübten Denkstrukturen funktionieren. Sie rekombinieren und vermischen völlig ohne Absicht und Einsicht. Da kann durchaus Neues entstehen. Googles Mensch-KI-Kollaboration Deep Dream mit seinem digitalen Surreal-Impressionismus wäre ein Beispiel. Das verfolgt keinen Zweck und dient nur der Inspiration. In der Praxis wird uns die Software vor allem assistieren, indem sie beispielsweise Arrangements nach vorgegebenen oder erlernten Regeln vorschlägt und wir dann nachbessern oder aufbohren. Aber wie gesagt, da geht es vornehmlich um zweckmäßige gestalterische Tätigkeiten. Für die Kunst sind Algorithmen bisher nur Spielzeug, da hilft der gute alte Absinth doch deutlich mehr.

Wir müssen also nicht um unsere Jobs bangen?

Ich denke, die wenigsten Jobs werden durch KI ersetzt werden. In den meisten Fällen erleichtert die KI unsere Arbeit, assistiert uns, rechnet mit, schlägt vor und inspiriert. Aber nichts was KI bisher geliefert hat, hat aus sich heraus schon funktioniert, auch im Kreativbereich noch nicht. Am Ende war alles nur interessant, aber durchschnittlich, uninspiriert eben. Oder Menschen mussten die Ergebnisse nachjustieren, damit sie wirklich ästhetischen Wert hatte. Dennoch reichen ja manchmal auch durchschnittliche Leistungen. Nicht jede Zahnarzt-Homepage muss den Ansprüchen ästhetischen Genusses genügen, da tut‘s dann vielleicht auch die sich selbst erstellende Homepage von the grid.

Vielen Dank für das Interview Herr Pankow!


Images by Mads Pankow

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Microsoft Surface Hub 2: Bis zu vier Riesendisplays parallel nutzen

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Microsoft hat die zweite Generation seines Großbild-Rechners Surface Hub vorgestellt. Das Surface Hub 2 richtet sich wie sein Vorgänger vor allem an Geschäftskunden und Unternehmen, aber auch Bildungseinrichtungen, die mithilfe des großen Bildschirms ihre Arbeits- beziehungsweise Lernprozesse vereinfachen können. Dazu ist die zweite Generation des Surface Hub nicht nur schlanker und mobiler, sondern lässt sich auch besser mit anderen Surface Hub kombinieren. So lassen sich bis zu vier der 50,5 Zoll großen Riesendisplays zu einer gigantischen Bildschirmfläche zusammenschalten. Zudem können sich nun mehrere Nutzer gleichzeitig an den Windows-10-Geräten anmelden. Das Surface Hub 2 soll laut Microsoft ab dem kommenden Jahr verfügbar sein.

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Surface Hub 2 ist 4,5 Zoll kleiner als das kleine Surface Hub und bietet ein Seitenverhältnis von 3:2. Image by Microsoft

Surface Hub 2 für mehr Kreativität im Team

Das Gerät ist mit einem 50,5-Zoll großen 4K-Multi-Touch-Display sowie 4K-Kameras für die Interaktion am Bildschirm ausgestattet. Innovative Funktionen wie die “Dynamische Rotation“ der Kameras, erlauben es, Inhalte in der Portrait- oder Landschaftsansicht intuitiv zu bearbeiten. Die integrierten Lautsprecher und Fernfeld-Mikrofone eignen sich laut Microsoft außerdem besonders für Telefonkonferenzen. Demnach sollen Anwender andere Konferenzteilnehmer so gut hören können, als seien sie im selben Raum.

Microsoft hat ebenfalls das Design des Gerätes optimiert. So ist das Surface Hub 2 schlanker als sein Vorgänger und inzwischen mit Rollständern sowie drehbaren Wandhalterungen von Arbeitsplatz-Experte Steelcase ausgestattet, die das Großbild-Device noch mobiler machen. Außerdem lässt es sich in die jeweilige Arbeitsumgebung integrieren, indem man bis zu vier Devices aneinanderreiht. Das funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat. So können mehrere Nutzer gleichzeitig in verschiedenen Anwendungen arbeiten.

Ferner lassen sich mehrere Nutzer an einem Surface Hub 2 zeitgleich anmelden, so dass die Mitarbeiter  gegenseitig auf ihre Dokumente und Ideen zugreifen, diese teilen und zusammenführen können. Dazu unterstützt das Surface Hub 2 entsprechend Kollaborations-Software von Microsoft wie Microsoft Teams, Microsoft Whiteboard, Office 365 sowie die Intelligent Cloud. Schließlich arbeitet Microsoft damit auf seine Vision von einem ganzheitlichen Nutzer-Erlebnis hin, das unabhängig von einem bestimmten Device funktioniert.

Der Surface Hub ist das größte Familienmitglied aus der Surface-Reihe, das für Unternehmen geeignet ist. Daneben bietet Microsoft für kreative Wissensarbeiter mit hohen Ansprüchen an Hardware den All-in-One-Rechner Surface Studio sowie den High-End-Hybriden Surface Book 2 an.

Microsoft Surface bei Amazon (Provisions-Link)


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didacta 2018: Mit Touchscreen statt Tafelbild in die Berufswelt von morgen

didacta 2018 iPad und Apps im Unterricht

In der digitalisierten Berufswelt von heute, morgen und übermorgen kommen Schulabsolventen mit statischem Faktenwissen allein nicht weiter. Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben Berufseinsteiger, die stattdessen wissen, wie sie mithilfe digitaler Tools und kreativer Herangehensweisen immer wieder neue Herausforderungen meistern. Wie Lehrer durch den Einsatz digitaler Kreativ-Tools die Problemlösungskompetenz des Nachwuchses fördern, ist daher ein großer Schwerpunkt auf der Bildungsmesse didacta 2018, die von heute bis zum 24. Februar in Hannover stattfindet.

Das Interesse an diesem Thema ist unter Lehrern anhaltend groß. Denn obwohl Lehrpläne und Schulbudgets vielerorts noch auf die ‚analoge‘ Unterrichtsgestaltung programmiert sind, suchen 8 von 10 Lehrern trotzdem nach Wegen, mehr Kreativtechniken und digitale Tools in den Unterricht zu integrieren. Dies ergibt die Studie „Kreative Problemlösungstechniken in Schulen“ von Adobe, die auf der didacta 2018 vorgestellt wird.

Realschullehrer Eyk Franz unterrichtet an der Waldschule Hatten in Niedersachsen Erdkunde, Geschichte und Sport immer öfter auch mithilfe digitaler Tools und Unterrichtsmedien. Am Adobe-Stand auf der didacta 2018 vermittelt der 51-Jährige in Tablet-Workshops, wie Lehrer in „Mikro-Fortbildungen“ mit digitalem Storytelling und Erklärvideos ihren Unterricht bereichern können. Er ist überzeugt: Nicht nur Schüler, auch Lehrer müssen sich noch stärker für die digitalisierte Berufswelt öffnen.

Netzpiloten (NP): Herr Franz, was können Sie Ihren Schülern am Touchscreen besser vermitteln als an der Tafel?

Eyk Franz (EF): Wenn ich sehe, dass viele Schüler per Social Media sich Wissen aneignen und dieses weitergeben, dann fällt mir oft auf: Es werden dort genau die gleichen Inhalte verhandelt wie in der Schule, aber eben auf viel ansprechendere und bleibende Weise. Die Brücke zu dieser Lebensrealität müssen wir als Lehrer schlagen. Diese Art von eigenverantwortlicher, kreativer Wissensaufbereitung wird auch in vielen heutigen Berufsbildern gefordert. Wollen wir Schüler darauf vorbereiten, und das ist schließlich unser Auftrag, dann können wir als Lehrer sie nicht weiterhin nur von der Tafel abschreiben lassen. Außerdem entfesselt dieser Ansatz das Potenzial mancher Schüler auf eine Weise, wie es andere Unterrichtsmethoden nicht können.

Eyk Franz didacta 2018
Realschullehrer Eyk Franz erklärt auf der didacta 2018, wie er mit Adobe Spark und andere Tablet-Apps die Kreativität seiner Schüler fördert. Image by Berti Kolbow-Lehradt
NP: Können Sie ein Beispiel für die kreative Arbeit mit digitalen Tools im Unterricht nennen?

EF: Nehmen wir ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht. Aufgabe der Schüler war es, auf multimediale Weise die Lebensumstände der Menschen während der Industrialisierung darzustellen. Eine Schülerin, die im Unterricht generell sehr zurückhaltend war, ist bei dieser Aufgabe geradezu kreativ explodiert. Sie hatte sich in der Video-Messaging-App einen Avatar erstellt, sich darin auf dem Borsigplatz in Dortmund gefilmt und mit Ruhrpott-Mundart aus der Sicht eines fiktiven Zeitzeugen über die Entstehung der Eisenbahn und der Stahlindustrie berichtet.

Der Avatar hat sie gleichzeitig geschützt und dazu ermutigt, aus sich herauszugehen. Das war für mich als Pädagoge eine beeindruckende Erfahrung. Virtuelle und reale Elemente in Erklärvideos und Webpräsentationen zu verbinden, ist für mich seitdem ein Paradigmenwechsel in der Unterrichtsgestaltung.

NP: Auf animierte Videos und Webpräsentationen gehen Sie auch in Tablet-Workshops ein, die sie auf der didacta 2018 am Adobe-Stand anbieten. Für welchen Unterrichtsstoff eignen sich diese Formate?

EF: Es gibt viele Anwendungsszenarien. Beispielsweise erstellen Schüler im Erdkundeunterricht mithilfe der Storytelling-App Adobe Spark animierte Videoclips, um sich auf kreative Weise mit dem aus geographischen Gründen für sie sehr abstrakten Thema Regenwald auseinanderzusetzen. Dabei filmen sich die Mädchen und Jungen vor einer grünen Leinwand, in die später mit einer zusätzlichen App eine Regenwaldkulisse digital hineinkopiert wird.

Mithilfe ihres eigenen Wissens zum Thema beschreiben die Schüler vor dem „Greenscreen“, was sie selbst oder der Betrachter der Filmaufnahmen in der Regenwaldkulisse sieht. Die Aufnahmen dienen als Basis für die Spark-Videoclips und werden durch Screenshots und Texteinblendungen ergänzt. Am Ende des Clips stellen die Schülerinnen und Schüler den Betrachtern Fragen zum Thema, die andere Schülergruppen beantworten. Auf diese Weise vertiefen die Schüler gegenseitig das Wissen zum Unterrichtsstoff.

Im Sportunterricht helfen Videoaufnahmen dabei, dass Schüler ihre Technik beim Hürdenlauf verbessern. Mit einer Kamera- und Videoschnitt-App wie Adobe Premiere Clip nehmen sich die Schüler gegenseitig auf und werten die Bewegungsabläufe aus. In anderen Fällen ermöglichen Apps für Bildretusche und Bildmontage wie Adobe Photoshop Fix und Adobe Photoshop Mix Schülern einen Eindruck davon, wie durch Bildmanipulation „Fake News“ entstehen können.

NP: Warum nutzen nicht alle Lehrer längst diese neuen Möglichkeiten?

EF: Es stimmt, dass viele Lehrpläne im Kern sich noch an „analoger“ Unterrichtsgestaltung orientieren. Das begünstigt die digitale Bildung natürlich nicht. Außerdem ist die Ausstattungslage in den Bundesländern sehr heterogen, je nachdem wie viel die Schulträger sich leisten können. Daher gibt es an manchen Schulen, wie die, an der ich unterrichte, mehrere „Tablet-Klassen“. Dann haben alle Schüler jederzeit ein Gerät zur Verfügung. Und dann gibt es Regionen, wo sich Schulen freuen, wenn eine Handvoll PC und LAN-Kabel installiert sind. Dabei muss der Einsatz digitaler Tools nicht teuer sein. Alle von mir im Unterricht verwendeten Apps sind kostenlos nutzbar. Ungeachtet dieser Hindernisse sehe ich aber auch, dass einige Lehrer unbegründete Vorbehalte gegenüber dem Einsatz digitaler Unterrichtsmedien haben.

NP: Welche Vorbehalte in der Lehrerschaft sehen Sie?

EF: Das ist sehr unterschiedlich. In manchen Fällen befürchten Lehrer, sie müssten künftig einen großen Teil ihrer Vorbereitungszeit auf das Produzieren von Erklärvideos verwenden. Das ist natürlich ein Missverständnis. Schließlich sollen die Schüler zu Produzenten werden, während Lehrer lediglich in der Lage sein sollten, sie dazu anzuleiten. Außerdem möchte ich Lehrer ermutigen, sich nicht davor zu scheuen, ihre digital erstellten Unterrichtsmedien zum Beispiel auf Schulservern zu teilen und dabei auch Fehler zu machen. Die Furcht vor Kritik ist unbegründet. Diese Art von Authentizität ist genau das, was Schüler wollen. Zu guter Letzt ist ein Teil der Skepsis in der Lehrerschaft auch auf die negative Signalwirkung zurückzuführen, die durch den falschen Einsatz von digitalen Medien ausgeht.

NP: Was meinen Sie mit „dem falschen Einsatz von digitalen Medien“?

EF: Damit meine ich eine Art Ersatzhandlung. Ein Beispiel ist das Instrument des Lückentextes, in dem Schüler fehlende Begriffe ergänzen müssen, um ihr Wissen zu prüfen. Statt diesen Text, wie früher, auszudrucken, schicken manche Lehrer Schülern den Lückentext als Datei zu, damit sie ihn am Tablet ausfüllen. Das ist für mich Humbug. Denn dabei entsteht kein Lerneffekt, der Problemlösungskompetenzen schult.

Kreativität setzen wir mithilfe digitaler Tools nur frei, wenn Schüler erworbenes Wissen eigenverantwortlich umsetzen. Und zwar in einer für den Empfänger angemessenen Form. Das ist ja das Szenario, dem Schüler in ihrem späteren Berufsleben begegnen.

Weitere Informationen zu den Workshops von Eyk Franz auf der didacta und sind hier zu finden.

Dieser Beitrag zur didacta 2018 entstand in Zusammenarbeit mit Adobe.


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Kontext Mensch: datengetriebenes Marketing braucht neue Perspektiven

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Marketiers in nahezu allen deutschen Unternehmen müssen oder wollen neuerdings „datengetrieben“ unterwegs sein und „alle stürzen sich auf die Marketingtechnologie“, wie Pascal Lauscher, Inhaber und Lead Brand Strategy Consultant von Lauscherconsulting so treffend formuliert. Der Münchner Unternehmer berät namhafte Kunden wie Siemens oder Microsoft und wird beim Big Data Marketing Day am 22. Februar 2018 in München darüber berichten, wie Marketiers Daten nutzen können, um kreativer und wirkungsvoller zu kommunizieren.

Meist können sie nämlich schon froh sein, wenn wenigstens eine unternehmensweite Daten-Strategie existiert und schon jemand ein Daten-Audit gemacht hat. Von ihnen wird nun vor allem erwartet, dass sie Metriken und Conversion-Rates im Auge behalten, dass sie Zielgruppendaten, Kundenfeedbacks und Kaufverhalten auswerten, um das Angebot zu optimieren. Doch oft führt selbst das klassische Vorgehen nicht zum gewünschten Ergebnis, wie Pascal Lauscher weiß: „Das datengetriebene Marketing befasst sich sehr stark damit, Menschen schlauer und besser wissen zu lassen, dass es zum Beispiel ein Produkt gibt. Aber das reicht noch nicht. Die Frage ist: Wie bringe ich Menschen dazu, etwas zu tun?“

Also auch tatsächlich etwas zu kaufen, sich zu registrieren, zu sharen, zu liken, oder zu klicken. Lauschers Antwort ist so einfach wie überzeugend: „Ich muss die Menschen verführen, mit meiner Marke zu interagieren. Und dass mache ich mit Kreativität, denn mit Argumenten kann man nicht verführen.“

Daten müssen besser interpretiert werden

Wenn es um Handlungsmotivation geht, liefern Daten allerdings keine Insights. Dennoch steckt ein Teil der Antwort auch in den Daten, vor allem wenn man sie so zu interpretieren weiß, dass der Mensch dahinter wirklich besser sichtbar wird: „Dazu muss man sich hinsetzen, am besten im Team, und die Daten anschauen, drehen, wenden, diskutieren“, so Lauscher. Leider passiere das noch immer sehr selten und man bleibe gerne beim Offensichtlichen. „Doch wenn ich die Daten in den Kontext Mensch stelle, kann ich die Person hinter den Daten entdecken und sie mit all ihren Emotionen, Wertvorstellungen, Ängsten und Träumen adressieren. Der Mensch, den wir auch Kunde nennen, steckt ja da irgendwo hinter den Daten“, fügt er hinzu.

Beim Big Data Marketing Day wird Lauscher dazu sein 4D-Modell vorstellen. Dieses kann bei der Interpretation als Orientierung dienen, indem Marketiers nacheinander jede der vier Perspektiven auf die Daten einnehmen.

4d Modell von Pascal Lauscher (Image by Pascal Lauscher)
4D-Modell von Pascal Lauscher; Image by Pascal Lauscher

Zudem wird er fünf goldene Regeln vorstellen, mit denen Unternehmen ihre Kunden erreichen.

Eine davon verrät uns Pascal Lauscher schon vorab: „Eine meiner Regeln besagt: Wenn man nicht weiter weiß, universelle Motivatoren bedenken. Es gibt universelle Motivatoren, die jeder von uns kennt und die immer funktionieren. Die muss man nicht neu erfinden – sie sind schon in der menschlichen Psyche verankert. Limitation zum Beispiel (sechs Leute interessieren sich auch für dieses Hotel, nur noch drei Zimmer frei). Oder Neugier (25 alltägliche Dinge, von denen Du nicht wusstest, wozu sie gut sind. Nummer vier hätte ich nie erwartet…). Diese Motivatoren lassen sich auf jeden Fall immer abarbeiten und man ist schon ein Stück weiter in Sachen wirksames Marketing. Am besten verknüpft man diese Motivatoren allerdings in einer Kreativitätstechnik mit den Daten. Ich zeige im Vortrag, wie man das macht und wie man damit haufenweise kreative Ideen für Content generieren kann.“

„There are a lot of great technicians in advertising. And unfortunately, they talk the best game. They know all the rules … but there’s one little rub. They forget that advertising is persuasion, and persuasion is not a science, but an art. Advertising is the art of persuasion.“ – William Bernbach

Wichtig sind die Menschen hinter den Daten

Statt sich also im datengetriebenen Marketing immer stärker den predictive Algorithmen, den Tools und Prozessen zu unterwerfen und damit viel mehr Potential zu verschenken als wir es ahnen, sollten wir lernen, die Menschen hinter den Daten zu erkennen und sie auf kreative Weise zu begeistern. Mit den richtigen Methoden ist das durchaus möglich und als Resultat wird unser Marketing freier und gleichzeitig wirkungsvoller.


everythingpossible/stock.adobe.com


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Die Netzpiloten sind Partner der OPEN!2017

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Seid dabei bei der Konferenz für digitale Innovation: Bei der OPEN! könnt ihr alles über Erfolgsfaktoren und innovative Ansätze der Open-Bewegungen für Unternehmen und Organisationen erfahren. Unter dem Motto „Offene Kultur in Zeiten künstlicher Intelligenz“ findet die OPEN! dieses Jahr am 6.12. 2017 im Geno-Haus in Stuttgart statt.

Dieses Jahr geht es bei der Konferenz rund um das Thema künstliche Intelligenz: Nach den Keyotes werden in drei parallelen Panels die Themen „Virtual Reality und künstliche Intelligenz – Chancen für den Kultursektor?“,„Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit – Utopie oder Dystopie?“ sowie „Kreativität als Grenze lernender Systeme?“ dikutiert. Zudem wird durch ein Showroom mit interaktiven Exponaten und Präsentationen die Möglichkeit gegeben, digitale Innovation anzufassen und auszuprobieren.

Im Fokus stehen vor allem die Vernetzung und der Austausch: Unter dem Titel „Kl@Future Work“ läd die OSB Alliance im zweiten Teil zu einem World Café ein. Hier können sich die Teilnehmer zu diesem Thema aus technischer, rechtlicher sowie gesellschaftlicher Perspektive mit Experten austauschen.

Neugierig geworden?

Dieses Jahr wird die Konferenz von der MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft Baden-Wüttenberg, in Kooperation mit der Open Source Business Alliance und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg veranstaltet.

Unter den Referenten werden unter anderem der Philosph, Publizist und Autor Prof. Dr. Richard David Precht erwatet sowie Dirk Helbing, Professor für Computational Social Science am Department für Geistes-, Sozial- und Politikwissenschaften und Mitglied des Informatikdepartments der ETH Zürich.

Sichert euch noch heute Tickets! Weiter Informationen zum Programm und Keynotes findet ihr außerdem hier.

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Die Netzpiloten sind Partner des Deutschen Innovationsgipfels 2017

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Am 9. März findet in diesem Jahr zum zehnten Mal der Deutsche Innovationsgipfel in München statt.

Auf dem Deutschen Innovationsgipfel am 9. März 2017 dreht sich in diesem Jahr alles um das Thema digitale Transformation bei der Arbeit und Kulturwandel. Die branchen-, fach- und technologieübergreifende Veranstaltung soll euch und euer Know How vernetzen und als Plattform zum Wissensaustausch dienen. 

Lasst euch von interaktiven Workshops, den Veranschaulichungen von „Best Cases“ und internationalen Top-Speakern zu Themen wie Kulturwandel, kreative Freiräume in einer digitalen Welt und digitale Ökosysteme inspirieren. 

Wer seine Arbeit optimieren, Geschäftsmodelle mit Zukunftsperspektive entwickeln und vom exklusiven Wissenstransfer profitieren möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen! 

+++Ticketverlosung+++

Als treue Leserschaft der Netzpiloten könnt ihr hier insgesamt vier Tickets für den Deutschen Innovationsgipfel 2017 gewinnen. 

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Richtig filmen: 7 Tipps, wie ihr mit dem iPhone professionell Videos dreht

Das Medium Video ist längst eines der stärksten Konkurrenten im Buhlen um die Aufmerksamkeit der User geworden. Wer eine starke Fanbase und guten Content hat, wird in den sozialen Netzwerken jeden Morgen mit Handkuss empfangen. Was aber machen kleine Unternehmen oder PR-Abteilungen, die kein Budget für Werbeagenturen, Filmproduktionsfirmen oder gar eine eigene Inhouse-Produktion haben? Ein iPhone und eine Minimal-Ausstattung an Zubehör reichen – wenn man ein paar Regeln beachtet.

Dass mit dem Smartphone durchaus Sehenswertes entstehen kann, hat zum Beispiel „Tangerine“ gezeigt. Der fast komplett auf einem iPhone 5S gedrehte 87-Minüter begeisterte nicht nur die Jury des renommierten Indie-Filmfestival Sundance.

 1. Gute Vorbereitung ist das A und O

Auch im kleinen Rahmen bildet die richtige Vorbereitung das Fundament eines Drehs. Es ist eine gute Idee, sich eine Checkliste anzulegen und vor dem Start noch einmal durchzugehen, ob an alles gedacht ist. Wichtige Fragen sind: Wo genau will ich drehen? Ist der Raum frei? Wenn draußen, was mache ich bei schlechtem Wetter? Wer ist vor der Kamera und ist auch diese Person ausreichend vorbereitet? Haben sich genau zum Drehzeitpunkt Handwerker angekündigt, die nebenan bohren wollen? Habe ich genügend Speicherplatz frei? Ist mein Equipment vollzählig und aufgeladen? Apropos Equipment. Auf folgendes solltet ihr nicht verzichten.

2. Das notwendige Basis-Zubehör

Leistungsstarke Smartphones wie das iPhone sind bereits von Haus aus gut ausgerüstet: Eine gute Kamera, ein Mikrofoneingang, im Idealfall viel interner Speicher und ausreichend Rechenpower. Trotzdem gibt es ein paar Investitionen, die sich lohnen.

Für eine Interviewsituation bietet sich ein Stativ an. Dann ist das Bild absolut ruhig. Eine wacklige Handkamera-Perspektive wäre in diesem Fall stilistisch unangebracht und würde den Betrachter irre machen. Im Grunde können Smartphone-Filmer zu herkömmlichen Stativen greifen. Dann brauchen sie aber noch einen Adapter, der das iPhone daran festhält. Alternativ gibt es inzwischen gebrauchsfertige Smartphone-Stativ-Sets. Einschlägige Marken sind zum Beispiel Manfrotto und Joby. Wer stabilisierte Kamerafahrten aus der Hand drehen möchte, kann sich beispielsweise Osmo Mobile von Drohnen-Hersteller DJI ansehen.

Filmen auf dem Smartphone ist sehr leistungshungrig, deshalb lohnt sich für längere Drehs eine starke Powerbank. Praktisch für iPhone-Nutzer: der Tizi Flachmann Ultra kommt gleich mit einem Lightning-Anschluss ans Werk. Wem die Smartphone-Optik zu weitwinklig ist, der kann hochwertige Objektiv-Vorsätze nutzen, etwa die ExoLens-Serie von Zeiss, die wir hier getestet haben. Vorteil dieser ExoLens-Produkte: Sie beinhalten eine iPhone-Halterung mit Schraubgewinde, das an viele gängige Stative passt.

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Objektiv-Vorsätze, wie die von Zeiss ExoLens, erlauben mehr Flexibilität bei der Brennweite. Foto: Berti Kolbow-Lehradt

3. Schlechte Beleuchtung ist ein Killer

Ein gutes Bild entsteht durch interessanten Bildinhalt und das richtige Licht. Je besser und damit professioneller das Video aussieht, desto interessanter wird es für die visuell sehr verwöhnte Zielgruppe. Ein Grundpfeiler der Lichtgestaltung für Film ist die Drei-Punkt-Ausleuchtung, die zum Beispiel hier beschrieben wird. Hier kann es vollkommen ausreichen, drei helle Bürolampen zu nehmen, die dementsprechend im Raum verteilt und ausgerichtet werden.

Hier empfiehlt es sich, sich einfach mal eine Stunde Zeit zu nehmen und verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren – was Spaß macht und übrigens auch eine tolle Teambuilding-Idee für die Marketingleute ist.

4. Der Ton ist genauso wichtig wie das Bild

Zuschauer verzeihen es meistens, wenn das Bild nicht perfekt ist. Schlechter Ton allerdings wird als sehr störend empfunden. Ist es anstrengend, der Sprache zu folgen, macht das Ansehen keinen Spaß. Störgeräusche sind da genauso ein No-Go wie eine im Schnitt zu laut gepegelte Musik. Beim Film werden Bild und Ton oft getrennt aufgenommen, was etliche Vorteile hat, in der Postproduktion jedoch enormen Zusatzaufwand mitbringt.

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Ein Aufsteck-Mikro wie das VideoMic Me von Rode kann die Aufnahme drastisch verbessern. Foto: Rode

Für den Einstieg reicht zwar die interne Aufzeichnung des iPhones. Hingegen ein externes Mikrofon steigert die Qualität des Videos spürbar. Eine Übersicht über verschiedene Modelle gibt es hier. Für Interviews sind Ansteckmikros perfekt, eine universelle Lösung und in jedem Fall besser als nichts sind kleine Zusatzmikros, die im Mikrofon-Port des Smartphones Platz finden. Ein Beispiel ist das VideoMic Me des Herstellers Rode. Das Richtmikrofon wird direkt in die Lightning-Buchse des iPhones gesteckt und liefert einen klaren Sound von allem, was sich direkt vor ihm befindet.

5. Die richtige Kamera-App fürs iPhone

Nachdem alle Voraussetzungen stimmen, kommt ein letzter, zentraler Punkt: Die Kamera. Ein großer Unterschied zwischen Android- und Apple-Smartphones ist der Umfang und die Qualität der vorinstallierten Software.

Um während des Drehs alle Parameter im Griff zu haben, ist es wichtig, sie manuell einzustellen. Ohne eine fixe Einstellung können sich Dinge wie Belichtung oder Fokus während des Takes automatisch verändern, was selten das gewünschte Ergebnis bringt. Doch für genau diese Möglichkeiten müssen wir unser Smartphone noch etwas erweitern.

Die Kamera-App des iPhones ist Apple-typisch sehr reduziert. In den Systemeinstellungen lassen sich Auflösung und Framerate einstellen, das war’s dann aber auch. In der App selbst gibt es nur eine einzige Einstellung, nämlich für das Licht der LED auf der Rückseite (bitte ausschalten!). Die App ist für das schnelle Urlaubsvideo nicht schlecht, für unsere Zwecke aber reicht das nicht. Verstärkung muss her, etwa die leistungsstarke App FiLMiC. Sie ist für aktuell 9,99 Euro im App Store erhältlich (ein ausführlicher Test dieser App folgt in Kürze).

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Die Kamera-App FiLMiC macht aus dem iPhone eine bessere Videokamera. Screenshot: FiLMiC

6. Das. iPhone. Muss. Quer.

Und: Bitte, bitte haltet das Smartphone waagerecht. Das Hochformat ist zwar die natürliche Smartphone-Haltung, trotzdem sind die User an Content im Querformat gewohnt. Das Hochformat macht nur Sinn, wenn man ausschließlich für mobile Geräte produziert und das Gefilmte auch im Hochformat gut aussieht. Abraten würde ich trotzdem – im Hochformat ist das Video später weder für die eigene Website noch für Videoplattformen wie YouTube geeignet.

7. Storytelling: Die Geschichte ist alles

Menschen lassen sich gerne von guten Geschichten verzaubern. Gleichzeitig sind schlechte Geschichten ein Garant für Langweile und Abneigung. Bevor auch nur an die Umsetzung gedacht wird, ist die erste und wichtigste Frage immer: Was will ich erzählen?

Was die Länge betrifft, gibt es online nur eine einzige Beschränkung: die Aufmerksamkeitsspanne der User. Weil die sehr begrenzt ist, muss der Einstieg so knackig sein, dass die Zuschauer dranbleiben. Und die Information muss so kompakt gehalten werden, dass keine Längen entstehen. Auch eine weitere Frage ist wesentlich: Bin ich mir sicher, dass meine Geschichte überhaupt relevant ist? Wenn M&M plötzlich pink-grün-gestreifte Schokolinsen in die Regale stellt, werden manche Leute ausflippen. Wenn aber Rewe eine neunte Sorte Äpfel ins Sortiment nimmt, wird das wahrscheinlich niemanden interessieren.

Habt ihr all das beherzigt, kann es endlich losgehen. Auch wenn der erste Versuch noch nicht perfekt ist: Übung macht bekanntlich den Meister.


Teaser image by Pexels / Pixabay (CC0 Public Domain); Images by: FiLMiC, Rode, Berti Kolbow-Lehradt


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Applepiloten.

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Kreativität auf Knopfdruck? Wie Freelancer Routinen besser nutzen

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Zeit ist Geld. Dies schrieb Benjamin Franklin im Jahr 1748 in seinem Buch „Ratschläge für junge Kaufleute“ und wollte damit die antike Vorstellung, dass Zeit ein kostbares Gut ist, in den Kontext der modernen Arbeitswelt stellen. Doch vor allem heutzutage lebt Arbeit viel von Kreativität, trotzdem hat Franklins Sprichwort auch nach über 265 Jahren kaum an Bedeutung verloren. Laut der vor Kurzem veröffentlichten Studie „State of Create 2016“ von Adobe können Kreative nur 35 Prozent ihrer Arbeitszeit für schöpferische Aufgaben nutzen. Für die Studie hat Adobe zwischen dem 19. September und 3. Oktober 2016 online 5.026 Arbeitnehmer aus den USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Deutschland befragt. 1.006 Menschen kamen aus Deutschland.

Die Ergebnisse sind weltweit alarmierend: 85 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich gezwungen sehen, eher produktiv als kreativ zu sein. Das ist viel kreatives Potenzial, das durch ein falsches Arbeitsethos ungenutzt bleibt. Und Zeit ist so eher verloren als wertvoll. Dies wissen vor allem die befragten Arbeitnehmer, auch in Deutschland. 83 Prozent der Deutschen sehen in Kreativität einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft. Fast genau so viele glauben, dass Kreativität fördernde Unternehmen tendenziell zufriedenere Beschäftigte haben und Kreativität ein Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum sein kann. Doch wie kann der Kreativität am Arbeitsplatz mehr Freiheit eingeräumt werden?

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Freelancer in Coworking Spaces sind auf Kreativität angewiesen (Image: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)

Im firmeneigenen Blog gibt Adobe fünf Tipps, wie man in der Praxis mit hilfreichen Programmfunktionen, Online-Diensten und kostenlosen Apps der Adobe Creative Cloud mehr Raum für kreatives Denken freimacht. Doch das allein reicht natürlich nicht, vor allem wenn man Adobe-Programme gar nicht nutzt. Und technische Lösungen sind meist nur die halbe Miete, weshalb ich drei Freelancer, die Mitglieder in dem von mir geleiteten Coworking Space des St. Oberholz sind, gefragt habe, wie sie sich denn diese Freiräume für mehr Kreativität schaffen. Ihre Antworten sind nicht nur sehr nützlich für andere Kreative, sondern auch die perfekte Ergänzung zu den Tipps von Adobe:

  1. Auf die Einstellung kommt es an: Routinen lieben (lernen)

Mit diesen kleinen Aufgaben zwischendurch hat der Designer Ted Young-Ing weniger ein Problem. Sein Ideal, gut vorbereitet zu sein und sich, nachdem alles erledigt ist, dem Kreativen zu widmen, klappt allerdings in der Praxis seltener. Für ihn ist es eine Frage der Einstellung; er betrachtet diese Unterbrechung vom Kreativen als kleine Pausen für sein Gehirn.

Wenn Routineaufgaben etwas Vorteilhaftes haben, dann, dass man sie schon öfters machen musste und weiß, was verlangt wird. Das Wort Routine stammt aus dem Französischen und bedeutet vielsagend „Wegerfahrung“, es geht also um das durch frühere Aktionen Gelernte zu wiederholen – und das, ohne noch viel darüber nachdenken zu müssen.

  1. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Routinen nutzen (lernen)

Der Social-Media-Berater Jörg Leupold sieht in diesen Aufgaben, für die man keine Kreativität braucht, die aber erledigt werden müssen, kleine Gelegenheiten, sich etwas zu entspannen und auch zu bewegen. Während eintöniger Arbeit hört er gerne Musik und kommt durch die Fokussierung sogar in einen sogenannten Flow (der glücklicher und produktiver machen kann), wie er erzählt.

Kreative Aufgaben, wie das Schreiben eines Konzeptes, erledigt er gerne woanders, beispielsweise im St. Oberholz. Die Fahrt mit dem Fahrrad dahin und der sprichwörtliche Tapetenwechsel helfen ihm dabei, mit den ganz anderen Herausforderungen kreativer Aufgaben besser fertig zu werden.

  1. Individuelle Strukturen schaffen: Routinen organisieren (lernen)

Die Innovationsberaterin [Name auf Wunsch der Person im Nachhinein gelöscht, Anmerkung der Redaktion – 04.06.2018] lebt in ihrem Beruf von Kreativität und Leidenschaft. Ihre wichtigsten Tipps mögen deshalb erst einmal überraschen, gehören aber zu den besten Strategien, um Aufgaben effizient zu bewältigen: Rituale setzen, mit Checklisten arbeiten und Aufgaben möglichst outsourcen.

Auch Freiheit in der Arbeit braucht Struktur. Bestimmte Aufgaben an zugewiesenen Wochentagen zu erledigen, Aufgaben listen und priorisieren oder beispielsweise den Postverkehr von einem externen Dienstleister einscannen zu lassen und digital zugeschickt zu bekommen, kann einem mehr Handlungsspielraum verschaffen.


Disclosure: Dieser Artikel ist auf Bitte von Adobe, die veröffentlichte Studie zu kommentieren, redaktionell unabhängig verfasst worden. Adobe zahlte eine Aufwandsentschädigung für die geleistete Arbeit des Autors, nahm aber keinerlei Einfluss auf den veröffentlichten Artikel.


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20 Jahre Forschung im Fraunhofer-Institut: Über die Zukunft der Arbeitswelt

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) feiert Geburtstag. Seit 1996 hat das Institut zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft das Verbundforschungsprojekt Office 21 vorangetrieben. Die zentrale Frage war und ist dabei stets: Wie sieht die Zukunft unserer Arbeitswelt aus? Um diese Entwicklungen nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen sichtbar, sondern auch tatsächlich erlebbar zu machen, wurde 1998 das Informations- und Demonstrationszentrum Office Innovation Center in Stuttgart gegründet.

Damit haben wir erstmals nicht nur ein Demonstrationszentrum für die Präsentation neuer Konzepte und Produkte zum Thema Bürogestaltung geschaffen, sondern auch eine Spielwiese, um die Tauglichkeit innovativer Bürolösungen im Detail zu evaluieren und weiter zu entwickeln“, sagt Professor Wilhelm Bauer, Initiator des Projekts und Leiter des IAO. Seit seinen Anfängen versucht das IAO damit am Puls der Zeit zu sein und Arbeitsszenarien der Zukunft zu erdenken. Hier ein Überblick über Meilensteine aus 20 Jahren IAO-Forschung.

2000: Von der Industriegesellschaft ins Wissenszeitalter

Die Zeit der Industriegesellschaft ist vorbei – wir befinden uns auf dem Weg ins Wissenszeitalter.  Mit dieser Prognose legt die erste Forschungsarbeit von Office 21 den Grundstein für den Weg in die digitale Ära. Die Autoren Hans-Jörg Bullinger, Wilhelm Bauer, Peter Kern und Stephan Zinser diagnostizieren in ihrer Publikation ‚Büroarbeit in der dotcom-Gesellschaft gestalten‘ einen Umschwung in der Arbeitswelt. Kohle und Stahl sind von gestern, die Rohstoffe der Zukunft heißen nun Wissen und Information. Kreativität löst das Fließband als Produktivitätsfaktor ab.

Damit werden auch Angestellte von isolierten Einheiten zu „Knowledge-Workern“,  die sich wie Nomaden in Netzwerken bewegen. Ihre neue Heimat ist ein Büro mit stetem und schnellen Zugang zu Wissen und Information. In ‚Büroarbeit in der dotcom-Gesellschaft gestalten‘ geben die Autoren Tipps für Unternehmen, wie sie diesen Wandel kreativ mitgestalten können – und wie ein Büro für den Wissensnomaden im neuen Jahrtausend aussehen könnte.

2003: Der Mitarbeiter als wichtigste Ressource

Der Faktor Mensch rückt in den Mittelpunkt der Arbeitswelt. Dies ist die zweite große Prognose, die das IAO macht. ‚Mehr Leistung in innovativen Arbeitswelten‘ lautet der Titel des Handbuchs, mit dem das Institut sich vor allem an Unternehmen richtet. Diese finden hier praktische Hilfen und erprobte Praktiken, um Mitarbeiter in Unternehmen zu motivieren. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass der Mensch zur wichtigsten Ressource in Unternehmen geworden ist. Allein die Motivation, das Wissen und die Kreativität der Mitarbeiter entscheidet über Erfolg und Produktivität des Unternehmens. Das bedeutet auch, dass die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst genommen werden müssen. Ein netter Firmenwagen reicht dabei als Belohnung nicht mehr aus. Mitarbeiter fordern mehr Flexibilität, mehr Gestaltungsraum und mehr Entscheidungsfreiheit im Job.

„Change Management“ lautet das Zauberwort, das Office 21 in seiner zweiten großen Publikation vorantreiben möchte. Ausgelöst von neuen Büroformen, von bahnbrechenden Fortschritten in der Informations- und Kommunikationstechnologie und dem Wissen um den „Erfolgsfaktor“ Mensch, müssen Unternehmen umdenken. Wer in der Arbeitswelt der Zukunft erfolgreich sein möchte, muss demnach den „Wohlfühlfaktor Mensch“ ins Zentrum setzen.

2010: Büros werden grün

Unternehmen wollen nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. In einem weiteren Meilenstein ihrer Büroforschung stellen die Wissenschaftler des IAO fest: „Es bestehen noch enorme Ausschöpfungspotenziale, um die ökologische Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Büroarbeit zu steigern.“ In ihrer Studie ‚Green Office‘ haben die Forscher deutsche Unternehmen nach ihren Vorstellungen zu nachhaltigen Arbeitsräumen befragt. Dabei antworten 42 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihnen umweltfreundliche und ressourcenschonende Technologien sehr wichtig seien.

Das zeigt einen Wandel von rein profitorientierten zu ökologisch engagierten Unternehmen. Der Arbeitsort wird damit auch zu einem sozialen Ort. Mitarbeiter und auch Kunden ist es nicht mehr egal, wo sie arbeiten und welche Produkte sie kaufen. Der bewusste Konsument und Mitarbeiter will genau wissen, welchen gesellschaftlichen Beitrag ein Unternehmen leistet. Das entscheidet oft über den Kauf eines Produkts oder die Mitarbeit in einer Firma.

Wir identifizieren uns mehr mit unserer Arbeit und verlangen deshalb auch mehr Engagement von Unternehmen. Die Prognose für den Arbeitsplatz der Zukunft im Jahr 2010 war also sozial engagiert und ökologisch.

2012: Visionäre Arbeitswelten

Wie sieht unsere Zukunft in zehn Jahren aus? Dieser Frage gehen die Forscher im Office 21 in ihrer Studie ‚Arbeitswelten 4.0 – Wie wir morgen arbeiten und leben‘ nach. Die klare Vision: Unsere Welt wird digitaler. Das wirkt sich nicht nur auf unsere Arbeit aus, sondern auch auf unser digitales Selbst. Unser Erscheinungsbild im Netz ist unsere zukünftige Visitenkarte. Die Forscher sprechen von einer „digitalen Aura“.

Eine weitere Prognose ist die Dominanz von Cloud-Technologien. Unsere mobilen Technologien versorgen sich selbst mit Informationen. Je nachdem, wo wir uns befinden und wer wir sind, werden wir permanent mit für uns relevanten Infos versorgt. Auch wenn das für manche ein wenig zu stark an „Minority Report“ erinnert, sprechen die Forscher optimistisch davon, wie alles „nahtlos und drahtlos“ laufen wird.

Darüberhinaus gehen die Wissenschaftler voraus, dass ältere Arbeitnehmer weiterhin aktiv sein werden – gerade im Berufsleben. Ihr Know-how gilt demnach als wichtige Ressource für Unternehmen. Auch der Arbeitsplatz verändert sich: In zehn Jahren haben wir keine steifen Großraumbüros mehr, unser Schreibtisch ist dynamisch, arbeitsfreundlich und auf jeden Mitarbeiter individuell abgestimmt. Willkommen in der Arbeitswelt der Zukunft!

2014: Das Büro wird zum Coworking Space

Nachdem die Forschung des Office 21 sich sehr intensiv mit der Entwicklung des Büroraums beschäftigt hat, stellen die Forscher einen völlig neuen Trend fest: Weg vom klassischen Schreibtisch, hin zum gemeinsamen Arbeiten im Coworking Space. In ihrer Publikation ‚Faszination Coworking‘ gehen die Forscher auf das Erfolgsmodell Coworking ein.

Gerade die Offenheit solcher Arbeitsräume und die lose Organisation zieht immer mehr Unternehmen und Freelancer in Gemeinschaftsbüros. Hier scheint sich der Trend nach mehr Entfaltungsspielraum wiederzufinden. Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeiten individueller gestalten und sich viel dynamischer mit Kollegen austauschen. Doch nicht nur das – gerade der Austausch mit branchenfremden Coworkern scheint die Kreativität in ganz neue Bahnen zu lenken. Es entstehen neue Businesskonzepte und ungeahnte Kooperationen. Der Coworking Space wird so zur kreativen Bastelstube der Arbeitswelt.

2016: Der Abschied vom Papier

In ihrer aktuellen Untersuchung ‚Digitales Arbeiten. Motive und Wirkungen papierarmer Arbeitsweisen‘ widmen sich die IAO-Forscher einem neuen Zukunftsthema, dem papierlosen Büro. Besonders im Augenmerk sind dabei die Zusammenhänge zwischen digitalem oder papiergestütztem Arbeiten und persönlicher Leistung. Also: Sind wir erfolgreicher, wenn wir alles mit Stift auf Papier notieren und Dokumente ausdrucken oder arbeiten wir produktiver, wenn unsere Notizen und Informationen digital bleiben?

Mit diesem Thema ist das Office 21 erneut einem Trend auf der Spur. Denn immer mehr Unternehmen haben die Vorteile des papierlosen Büros erkannt. Sie sparen damit nicht nur Druckkosten und schonen die Umwelt. Digitales Abspeichern von Informationen spart auch Zeit. Mitarbeiter können so ganz einfach und jederzeit per Cloud-Technologie auf Informationen zugreifen – von überall. So bleibt das Wissen in Unternehmen auch viel länger erhalten und ist für alle zugänglich. Die Forscher sind sich sicher: Das papierlose Büro kommt. Die Frage ist nur noch, wann es soweit ist.

Office 21-Forschung: Rückblick und Zukunftsperspektive zugleich

In 20 Jahren hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation die Entwicklung unserer Arbeitswelt sehr genau erforscht und dabei wichtige Zukunftstrends ausgemacht. Doch gerade auch im Rückblick lässt sich daran erkennen, wie wir langsam aber sicher den Wandel von der Industriegesellschaft zur digitalen Gesellschaft vollziehen.

Der Trend zur Wissensgesellschaft, die Digitalisierung unserer Welt und die Entwicklung von neuen Arbeitsformen sind dabei nur einige neue Trends in unserer Arbeitswelt. Die Forschung des IAO ist und bleibt damit auch weiterhin ein spannendes Barometer unserer aktuellen und zukünftigen Arbeitswelt.


Image “office” by Unsplash (CC0 Public Domain)


 

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Frauen der digitalen Welt, vereinigt euch!

Frauen sind Mangelware in technischen Berufen. Nach Erkenntnissen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung liegt der Anteil von Frauen häufig unter zehn Prozent, in Führungspositionen sogar noch darunter. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Frauen in digitalen Berufen gibt. Ganz im Gegenteil. In bestimmten Bereichen wie PR, Social Media, Medien, Design und IT-Projektmanagement arbeiten sogar überwiegend Frauen.

So ergibt sich eine Diskrepanz: Frauen zieht es zwar in die digitale Berufswelt, sie sind aber nicht sichtbar. Das fiel auch Carolin Neumann im Jahr 2010 auf der NEXT Conference auf: „Es können höchstens zwanzig Prozent der über 1000 Gäste Frauen gewesen sein, der Rest war männlich – und mit überwiegend Anzugträgern auch etwas zu förmlich für einen Haufen professioneller Geeks, aber das nur am Rande“, schrieb Neumann als Fazit auf ihrem Blog. Schlimmer fand sie dabei nur, dass auch bei den Speakern die große Mehrheit männlich war. Ihrem Unmut darüber machte sie auch auf Twitter Luft – und erntete damit viel Zustimmung.

Junge Frauen lassen sich den Sexismus in der Tech-Branche nicht mehr bieten

Maren Martschenko, Erste Vorsitzende der Digital Media Women (Image by Dorothee Elfring)
Maren Martschenko, Erste Vorsitzende der Digital Media Women (Image by Dorothee Elfring)

Ab hier war Neumann klar: Frauen dürfen sich nicht nur darüber aufregen, dass sie in der digitalen Branche untergehen, sie müssen aktiv etwas dagegen tun. Gemeinsam mit sieben anderen Gleichgesinnten gründete sie Digital Media Women – ein Netzwerk, das sich für die Sichtbarkeit von Frauen in digitalen Medien stark macht.

„In der Anfangszeit war DMW noch eher ein Stammtisch in Hamburg. Es wurde aber schnell klar: Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir mehr werden“, erinnert sich Maren Martschenko, 1. Vorsitzende der DMW im Interview mit den Netzpiloten. So ging das Netzwerk 2012 auf Expansionskurs und ist mittlerweile in sechs deutschen Regionen von Hamburg bis München und vom Rhein-Main-Gebiet bis Leipzig sowie natürlich im Internet aktiv. Über 8000 Mitglieder hat die Facebook-Community derzeit, Tendenz stark steigend.

Zwei Mitglieder dieser Community sind Sandra Hofmann und Katharina Gleß. Die beiden Leipzigerinnen haben ein Atelier für Gestaltung und Kommunikation im Bereich Corporate Publishing, Print, Typografie und Webdesign – Effektrausch – gegründet. Daneben haben sie im Januar 2015 auch das Onlinemagazin Viertelrausch herausgebracht, in dem sie Leipziger Bürger interviewen. Sie glauben, dass gerade junge Frauen wie sie von speziellen Netzwerken für Frauen in der digitalen Branche profitieren können: „Wir brauchen mehr weibliche Führungskräfte und mehr Sichtbarkeit der großartigen Frauen in der Tech- oder in unserem Fall Kreativbranche, um den typischen Vorurteilen gegen Frauen in der Branche etwas entgegenhalten zu können. Wir sind überzeugt, dass immer mehr junge Frauen diese Vorurteile zu spüren bekommen, unsere Generation das aber gleichzeitig nicht mehr hinnimmt und Lust hat, daran etwas zu ändern.“

Sandra Hofmann und Katharina Gleß, Gründerinnen von Effektrausch und Herausgeberinnen des Onlinemagazins Viertelrausch (Image by Michaela Schnabel - crosslights fotografie)
Sandra Hofmann und Katharina Gleß, Gründerinnen von Effektrausch und Herausgeberinnen des Onlinemagazins Viertelrausch (Image by Michaela Schnabel, crosslights fotografie)

Deswegen ist Sandra Hofmann schon seit mehreren Jahren bei den DMW aktiv und hat sich dafür eingesetzt, auch ein Quartier für digital engagierte Frauen in Leipzig zu gründen. Denn gerade Hofmann hat den Sexismus in der Tech-Branche schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. So erinnert sie sich zum Beispiel an eine Aktion, bei der ihr damaliges Unternehmen ein Zeichen gegen Prostatakrebs setzen wollte.

Während die Männer in der Firma sich für die Aktion einen Schnurrbart wachsen ließen, fiel einem Mitarbeiter in der Chefetage ein, dass auch die Frauen sich auf ihre Art beteiligen könnten: „Ein Mitarbeiter der Chefetage verschickte dann über die komplette Mailinglist des Unternehmens ein Video mit pornografischem Inhalt mit (sinngemäß) den Worten: Wenn unsere Mitarbeiterinnen ihren Kollegen etwas Gutes tun und sie unterstützen möchten“, erzählt Hofmann im Netzpiloten-Gespräch.

Genau in solchen Fällen zeigt sich die Stärke von Frauennetzwerken wie den Digital Media Women. Hofmann fand innerhalb der Community Rat und auch den Mut, sich von solchen Arbeitgebern zu trennen und schließlich ihr eigenes Unternehmen zu starten.

Die digitale Transformation ist die beste Chance, die wir haben

Dabei geht es den Frauen im Netzwerk aber keinesfalls darum, Männer auszuschließen. Der Verein hat auch männliche Mitglieder. Die Vorsitzende Martschenko betont auch, dass Männer bei den DMW willkommen sind: „Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir auch die Männer mit an Bord haben. Denn die sitzen nun mal immer noch an den entscheidenden Stellen. Wenn wir also etwas bewegen möchten, schaffen wir Frauen das nicht alleine. Es muss insgesamt – also bei Männern und Frauen – ein Umdenken stattfinden.“

Damit sind die Digital Media Women längst nicht mehr alleine. Auch andere kämpfen dafür, dass Frauen in der Tech- und Digitalbranche nicht nur sichtbarer, sondern auch als Kompetenz anerkannt werden. So thematisiert etwa die Plattform Womenize das Thema Gender Diversity in diesen Bereichen und organisiert Events, um Führungskräften und Unternehmen zu zeigen, dass es auch viele qualifizierte Frauen in der Branche gibt.

Machen statt Kritisieren scheint das Motto dieser Communitys zu sein. Denn es hilft natürlich nichts, wenn Frauen nur meckern, dass niemand sie einstellt, wenn sie sich nicht öffentlich präsentieren und den Personalabteilungen zeigen, dass auch sie etwas zum digitalen Wandel beizutragen haben.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass diese Frauennetzwerke so stark auf den digitalen Bereich fokussiert sind. Als relativ neue und vor allem auch junge Branche sind hier die Chancen am besten, von Anfang an neue Standards in Sachen Gender Diversity zu setzen: „Die digitale Transformation ist die beste Chance, die wir haben“, sagt Maren Martchenko, „weil hier kein Stein auf dem anderen bleibt. Die Branche braucht neues Denken und neue Kompetenzen wie Vernetzung, kreatives Denken oder Kommunikationsfähgikeit. All das können Frauen mitbringen“.

In diese Kerbe schlägt auch das Wirtschaftsmagazin Plan W der Süddeutschen Zeitung. Plan W wurde gerade beim Ernst-Schneider-Preis 2016 als Innovation des Jahres ausgezeichnet. Susanne Klingner ist Mitgründerin und Redaktionsleiterin des Magazins. Für sie war von Anfang an wichtig, dass Plan W kein Karrieremagazin für Frauen sein sollte – also ein Magazin, in dem Frauen erzählen, wie sie innerhalb der aktuellen Arbeitswelt Karriere machen können. Auf ihrem Blog schreibt sie dazu: „Ein Wirtschaftsmagazin kann da so viele Fragen mehr stellen: Funktioniert diese Arbeitswelt überhaupt noch? Wie kann eine Wirtschaft aussehen, die möglichst vielen Menschen gerecht wird? Wie verändern Frauen diese Wirtschaft?“

Die Erfolgsgeschichten schreiben die Frauen selbst

Erste Antworten darauf liefern vor allem die Frauen selbst. Digitale Netwerke wie die DMW oder Womenize helfen ihnen dabei, selbstbewusster zu werden, Kontakte aufzubauen und selbst als Macherinnen aktiv zu werden. Eine solche Macherin ist auch Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds.

Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds (Image by Mirja Hoechst)
Sandra Roggow, Gründerin von Kitchennerds (Image by Mirja Hoechst)

Nach langen Jahren in einer Festanstellung fand sie unter anderem durch das Netzwerk der DMW den Mut, sich selbständig zu machen. Auf ihrer Webseite vermittelt sie Köche für romantische Dinner, Firmenevents, Kindergeburtstage und Kochkurse. Gerade für ihre lokale Arbeit mit Köchen in Hamburg und Berlin findet sie Netzwerke für Frauen in der Digitalbranche sehr hilfreich: „Wenn man zum Beispiel plant, mit seinem Projekt in eine weitere oder andere Stadt zu gehen, ist eine solche Community ein absoluter Mehrwert, weil man so schon ein kleines tolles Netzwerk vor Ort hat, auf dem man geschäftlich aufbauen kann.“

Die Vernetzung von Frauen in der digitalen Branche zeigt also bereits erste Erfolge. Das gilt nicht nur im Kleinen bei Frauen wie Sandra Roggow, Sandra Hofmann und Katharina Gleß, sondern auch im Großen. So waren bei der größten Bloggerkonferenz Europas, re:publica, bei ihrem Event in Deutschland in diesem Jahr erstmals 50 Prozent der Speaker Frauen.


Image „laptop“ by moleshko (CC0 Public Domain)


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Frühaufsteher oder Nachteule – wer ist produktiver?

late night (adapted) (Image by Mike McCune [CC by 2.0] via flickr)

Morgenstund‘ hat Gold im Mund, heisst es in einem altbekannten Sprichwort. Doch ist das wirklich so? Sind die Menschen, die früher aufstehen, tatsächlich produktiver? Wer sich mal die Bekenntnisse erfolgreicher Manager und Führungspersönlichkeiten anschaut, wird hier fast ausschließlich Lerchen finden, also Typen, die jeden Tag um 5 Uhr morgens aus dem Bett hüpfen, um noch vor der Arbeit Sport zu machen oder einem sonstigen Hobby nachzugehen. So sagt zum Beispiel Apple Manager Tim Cook, dass er jeden Tag um 4:30 Uhr aufsteht, um als erste Tat des Tages ins Fitnessstudio zu gehen und Angela Merkel steht angeblich um 6:00 Uhr auf, um ihrem Partner das Frühstück zu machen. Es scheint auf den ersten Blick logisch, dass Führungspersönlichkeiten ihren Tag vor allen anderen beginnen. Denn wer früh aufsteht, ist damit allen anderen ein Stück voraus und hat schon direkt von Tagesbeginn an die Nase vorn. Ist also das frühe Aufstehen ein Erfolgsrezept?

Studien zeigen: Frühaufsteher sind glücklicher, aber Nachteulen sind intelligenter

Ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn etliche wissenschaftliche Studien zu diesem Thema konnten bisher noch keine eindeutige Antwort liefern auf die Frage, ob Frühaufsteher oder Nachteulen im Vorteil sind. So hat beispielsweise Biologieprofessor Christoph Randler von der Universität Heidelberg in einer Studie unter mehr als 300 Studenten herausgefunden, dass Frühaufsteher glücklicher sind als Langschläfer. In einem Interview mit der Harvard Business Review erklärt er seine Ergebnisse:

Beim Erfolg im Beruf haben Morgenpersönlichkeiten ganz klar die Nase vorn. Meine vorigen Studien haben gezeigt, dass Morgentypen dazu tendieren, bessere Noten in der Schule zu bekommen, was sie wiederum in bessere Universitäten bringt, was dann zu besseren Jobmöglichkeiten führt. Frühaufsteher neigen ebenfalls dazu, Probleme voraussehen und verringern zu wollen. Sie sind proaktiv. Viele Studien haben eine Verbindung zwischen Proaktivität und bessere Jobperformance, mehr Erfolg im Beruf und höheren Löhnen aufgezeigt.

Randler gibt aber auch zu bedenken, dass Frühaufsteher möglicherweise deshalb glücklicher sind, weil unser aktuelles Gesellschafts- und Arbeitsmodell für sie ausgelegt ist. Der klassische Arbeitstag von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags begünstigt die Menschen, die gerne früh aufstehen. Hinzu kommt, dass das lange Schlafen gesellschaftlich negativ belastet ist. Wer bis Mittags schläft, wird als Faulpelz bezeichnet. Dabei zeigen Studien, dass es zwei Typen von Menschen zu geben scheint: Solche, die mit den ersten Sonnenstrahlen produktiv werden und andere, die erst im Morgengrauen ins Bett gehen. Beides ergibt evolutionsbiologisch gesehen Sinn. Denn während in der Zeit der Jäger und Sammler die Frühaufsteher sich zeitig auf Nahrungssuche machten, konnten die Nachteulen sicherstellen, dass die Gruppe in der Nacht vor Angriffen geschützt war. Doch mit der agrarischen sowie der industriellen Revolution ist der zweite Typ nach und nach in Verruf geraten. Zu Unrecht, wie viele Wissenschaftler finden. Denn Nachteulen sind demnach im Vergleich zu den Lerchen schlagfertiger, intelligenter und haben ein besseres Gedächtnis. So hat Dr. Philippe Peigneux von der Universität Liege in Belgien mithilfe von Gehirnscans nachgewisesen, dass Nachttypen am Abend schneller arbeiten und weniger schläfrig sind als Morgentypen. Berühmte Nachteulen sind beispielsweise Charles Darwin, Winston Churchill sowie Adolf Hitler, die selten vor 4 Uhr morgens ins Bett gingen. So überrascht es vielleicht auch nicht, dass Untersuchungen zeigen, dass Nachteulen eher zur „dunklen Triade“ aus Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie neigen als Frühaufsteher. Wenn man sich überlegt, dass antisoziales Verhalten im Dunkeln eher verborgen bleibt, scheint das diese Verhaltensmuster gut zu erklären.

Kreative Arbeitsmodelle, um volles Potential auszuschöpfen

Ob wir Frühaufsteher oder Nachteulen sind, scheint genetisch bedingt zu sein. Um herauszufinden, zu welcher Sorte man selbst gehört, kann es helfen, ein Energietagebuch zu führen, in dem man genau notiert, wann der persönliche Energielevel am höchsten ist. Doch was hilft es, wenn wir herausfinden, dass wir Nachteulen sind, unser Job uns aber jeden Morgen dazu zwingt, um 7:00 Uhr das Haus zu verlassen? Mit der aktuellen Arbeitsaufteilung haben die meisten von uns keine Wahl im Berufsleben. Wenn wir die Hälfte der Bevölkerung dazu zwingen, entgegen ihrer inneren Uhr zu arbeiten, geht damit gleichzeitig sehr viel kreatives und produktives Potential verloren. Zwar kann frühes Aufstehen auch gelernt werden und mit bestimmten Tricks wie dem, den Wecker gute 15 Minuten früher zu stellen oder am Abend den nächsten Tag vorzubereiten, erleichtert werden, doch eine Nachteule kann wohl nie gänzlich in eine Lerche verwandelt werden. Hier sind kreative Arbeitsmodelle gefragt, die es beiden Aufsteh-Typen ermöglichen, ihr volles Potential auszuschöpfen. Erfindungen wie Jobsharing oder die Tatsache, dass immer mehr Arbeitnehmer der Generation Y freiberuflich arbeiten, sind möglicherweise ein Hinweis darauf, dass unsere Gesellschaft erkennt, dass nicht nur der frühe Vogel den Wurm fängt, sondern auch die zweite Maus den Käse kriegt.


Image (adapted) „late night“ by Mike McCune (CC BY 2.0)


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Brauchen wir eine Frist auf das Copyright von Micky Maus?

FIGHT CLUB (adapted) (Image by CHRISTOPHER DOMBRES [CC0 Public Domain] via flickr)

Im Jahr 1998 verabschiedete der US-Kongress den Copyright Term Extension Act (CTEA). Der CTEA verlängerte alle bestehenden Urheberrechte des Copyright Act von 1976 rückwirkend um 20 Jahre. Statt also Werke mit abgelaufenem Copyright in öffentlichen Besitz umzuwandeln, legte man fest, dass der CTEA zwischen Januar 1999 und Januar 2019 keine zusätzlichen urheberrechtlich geschützten Werke in die öffentliche Domain eintragen durfte.

So bescherte der CTEA den Besitzern wertvollen geistigen Eigentums, für welches das Copyright sonst verfallen wäre, einen erheblichen Geldsegen. Das von der CTEA auferlegte 20-jährige Moratorium nähert sich nun dem Ende. Der Kongress, welcher im November 2016 neu gewählt wird, wird entscheiden, ob er den CTEA auslaufen lässt oder die Dauer des Copyrights weiter verlängert. Welche Folgen wird es haben, wenn das Copyright erneut verlängert wird? Als wissenschaftlicher Bibliothekar und Kenner der Urheberrechtsgeschichte glaube ich, dass eine weitere Verlängerung des Urheberrechts dem Gemeinwohl schaden wird.

US-Gesetz und Copyright

Nehmen wir das Beispiel eines einzelnen, etwas unbedeutenden Buches. Am 21. Juli 1924 registrierte ein US-Armeeoffizier namens Walter C. Sweeney (sen.) das Copyright für das Sachbuch “Military Intelligence: A New Weapon of War”, welches auf seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg basierte. Unter den damals gültigen US-Gesetzen lag das Copyright für dieses Buch bei 28 Jahren, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 28 Jahre. Am 7. Juli 1952 verlängerte Major General Sweeney, der zu diesem Zeitpunkt im Ruhestand war, sein Copyright. Dadurch verlängerten sich seine exklusiven Rechte auf seine Arbeit bis zum 1. Januar 1981.

Auch wenn es nicht mit Sicherheit feststellbar ist, besteht doch die Möglichkeit, dass Sweeney bis 1952 Lizenzgebühren für “Military Intelligence” erhielt. Jedoch ist es genauso möglich, dass er jahrelang keine Lizenzgebühren bekam. Abgesehen von einer weitestgehend unbekannten Übersetzung ins Chinesische im Jahr 1946, wurde “Military Intelligence” nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 1924 nie wieder nachgedruckt.

Bis zum Jahr 1952 hätten alle neuen (das heißt, Lizenzgebühren erzeugenden) Kopien bereits über die üblichen Kanäle verkauft oder einfach entsorgt werden können, als der ursprüngliche Herausgeber, die Frederick A. Stokes‘ Company, von J.B. Lippincott im Jahr 1943 aufgekauft wurde.

Unabhängig davon ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Ende des Copyright von Sweeney zum Neujahrstag 1981 keinen finanziellen Schaden auf sein Erbe verursacht hätte. (Sweeney starb als Witwer im Jahr 1963, im Jahr 1981 war nur noch eins seiner drei Kinder am Leben.)

Wie die überwiegende Mehrheit von Werken, lief auch der wirtschaftliche Wert von „Military Intelligence“ Jahrzehnte vor dem Ablauf des Copyright ab. Für jeden “Great Gatsby”, der noch Jahrzehnte nach seinem Debüt Einnahmen generiert, gibt es Zehntausende Werke wie “Military Intelligence”, deren wirtschaftliche Haltbarkeit bestenfalls ein paar Jahre andauert.

Worin liegt also der Sinn?

Hier wendet sich das Blatt: Das Buch wurde im Jahr 1981 nicht in die öffentliche Domain eingetragen. Stattdessen verblieb es bis zum heutigen Tag ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Nach dem gültigen Gesetz wird es erst am 1. Januar 2020 gemeinfrei werden und somit mehr als 95 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung. Doch warum blieb “Military Intelligence” für fast vier Jahrzehnte länger urheberrechtlich geschützt, als sein Autor erwartet hatte?

Der Grund dafür ist, dass der US-Kongress die Schutzdauer des Copyright weiter verlängert. Im Jahr 1976 erhöhte sich Sweeneys Copyright von 1952 durch ein neues Urheberrechtsgesetz von 28 auf 47 Jahre. Im Jahr 1998 verlängerte der CTEA einseitig alle Copyrights der nach 1. Januar 1923 erstellten und noch immer urheberrechtlich-geschützten Werke. Die Hauptrechtfertigung des CTEA war, dass es zu einem Einklang des U.S. Copyright und des europäischen Urheberrechtes gekommen sei, welche in der Berner Konvention spezifiziert wurden und festlegen, dass das Urheberrecht mindestens 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers andauern soll.

Die Hauptkritik an dem Gesetz von Leuten wie dem Akademiker und Anwalt Lawrence Lessig ist, dass eine Handvoll von Unternehmen wie Disney und die Erben von kommerziell erfolgreichen Künstlern wie Irving Berlin von der rückwirkenden Verlängerung der Copyright-Bedingungen durch den Kongress profitieren. Dies geschieht unter Missachtung des Verfassungsmandats, welches besagt, dass das Urheberrecht die Rechte der Schöpfer für eine begrenze Zeit schützt, statt dies auf Dauer zu tun.

In diesem Verfahen werden Millionen von Werken, die nicht mehr oder nie wirtschaftliche Vorteile für ihre Urheber oder deren Erben brachten, heute an die gleichen Gesetze gebunden, die kommerziell erfolgreiche Werke, wie den ersten Micky-Maus-Film “Steamboat Willie” und Irving Berlins “Puttin’ on the Ritz” schützen. (Beide wären heute lizenfrei, wenn nicht der CTEA gelten würde.)

Warum das wichtig ist?

Also, wen interessiert es, wenn sich ein unbekanntes und hoffnungslos veraltetes Buch über den Militärgeheimdienst in den gierigen Tentakeln des Copyright-Oktopus verheddert? Abgesehen von ein paar Militärhistorikern wohl niemanden. Würde sich aber herausstellen, dass der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass “Military Intelligence” einige Fakten, Weisheiten oder Einsichten beinhaltet, die die Welt zu einem sicheren, glücklicheren oder gerechteren Platz machen können, dann sollte es die gesamte Welt kümmern.

Wie es aussieht, kann die Welt nicht wissen, was “Military Intelligence” zu bieten hat. Außer jene, welche bereits eine Kopie besitzen, Zugang zu einem der rund 100 in verschiedenen Bibliotheken verstreuten Kopien haben oder gewillt und fähig sind, einen Preis zwischen 25 bis 70 US-Dollar für ein gebrauchtes Exemplar zu bezahlen (kein Cent davon fließt in das Vermögen des Autors). Gemeinnützige Einrichtungen wie HathiTrust und Internet Archive können den digitalisierten Volltext von “Military Intelligence” (eine Arbeit ohne jeglichen wirtschaftlichen Wert) nicht frei zugänglich machen.

Und was wäre, wenn entgegen aller Vernunft jemand von “Military Intelligence” zu einem Spiel, Film, Comic-Roman oder einer anderen Arbeit inspiriert worden wäre? Im schlimmsten Fall ist es unmöglich, den aktuellen Rechteinhaber zu finden, um die Erlaubnis für die Erstellung eines abgeleiteten Werkes zu erhalten; im besten Fall wäre der Prozess zeitaufwändig und kostspielig. Selbst wenn der aktuelle Rechteinhaber gefunden wird, könnte jeder Versuch unterdrückt werden, “Military Intelligence” umzufunktionieren, indem eine exorbitante Gebühr für die Erlaubnis verlangt oder einfach die Zusammenarbeit verweigert wird. Wenn sie auf eine Premiere von “Military Intelligence: An American Musical” warten, tun sie das vergebens.

Natürlich ist nicht die Tatsache, dass ein bestimmtes Buch unter Verschluss liegt, das Problem des aktuellen Urheberrechtsgesetz. Das Problem ist die ständig verlängerte Sperrung einer Masse von Arbeiten, die frei verfügbar sein sollten, um die Schaffung neuer Werke zu inspirieren.

Ein unbefristetes Copyright?

Werden die Unternehmen und Individuen, die zwar alte, aber immer noch wertvolle Urheberrechte besitzen, ihr Privateigentum Jahr für Jahr in den Besitz der Allgemeinheit übergeben wollen? Oder werden sie den Kongress beeinflussen, damit es zu einer 20 oder 40 oder 100 Jahre langen Erweiterung des Urheberrechts kommt?

Es ist anzunehmen, dass die Eigentümer wertvoller Copyrights den 115. Kongress beeinflussen werden, damit er die Bedingungen des Urheberrechts verlängert. Sicherlich waren auch Lobbyisten daran beteiligt, den CTEA in den späten 90ern voranzutreiben – ein Sieg, den sie der insgesamt schwachen und desorganisierten Opposition verdankten.

Ich glaube, dieses Mal werden es die Lobbyisten, die auf ein längeres Copyright drängen, nicht ganz so leicht haben. Das Aufkommen digitaler Information im Alltag hat einen umfangreichen Bestand an Akademikern, Rechtsgelehrten, Bibliothekaren und Verbrauchern geschaffen, die viel über die Auswirkungen der Copyright-Gesetzgebung auf ihr Leben nachdenken.

In der Vergangenheit haben Organisationen, zum Beispiel die Electronic Frontier Foundation, die American Library Association und Creative Commons aus Sorge über die öffentliche Beteiligung an der Urheberrechtspflege damit begonnen, sich anderen unfairen Copyright-Gesetzen wie den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den PROTECT IP Act (PIPA) zu widersetzen. Sollte der 115. Kongress zu einer erneuten Verlängerung des Copyright gedrängt werden, brauchen diese Organisationen und deren Verbündete eine aktive öffentliche Unterstützung. Es ist nicht genug, sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass Internet-Petitionen und Facebook-Schimpftiraden siegen werden.

Obwohl der Kongress die zeitliche Begrenzung des Copyright nicht abschaffen kann, könnten die Bedingungen so geändert werden, dass das Copyright selbst nahezu unendlich verlängert wird. Wenn das geschehen sollte, würden Millionen von Werken, die für aktuelle und zukünftige Generationen von Wissenschaftlern, Künstlern und Neugierigen frei verfügbar sein sollten, im Schatten des Urheberrechts verborgen bleiben – unzugänglich und nahezu unsichtbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „FIGHT CLUB“ by CHRISTOPHER DOMBRES (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Welche Emotionen kann Künstliche Intelligenz haben?

Artificial Intelligence (adapted) (Image by Global Panorama [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Vergessen Sie Turing oder den Lovelace-Test bei Künstlicher Intelligenz: Ich will sehen, wie ein Roboter den Frampton-Test besteht. Lassen Sie mich erklären, wie Rocklegende Peter Frampton in die Debatte über Künstliche Intelligenz (KI) geriet. Viele Jahrhunderte lang überlegte man, wie Menschen und Tiere unterschieden werden könnten. Heutzutage versucht man herauszufinden, inwiefern sich Menschen von Maschinen unterscheiden. Der britische Codeknacker und Computerpionier Alan Turing hat ein “Imitationsspiel” vorgeschlagen (auch bekannt unter dem Namen Turingtest), um herauszufinden, ob eine Maschine etwas kann, dass die Menschen ganz besonders lieben: sich zu unterhalten. Wenn ein menschlicher Sachverständiger die Maschine nicht ganz genau von einem Menschen durch die Konversation unterscheiden kann, gilt der Test als bestanden. Zunächst schlug Turing vor, dass man herausfinden solle, ob Maschinen denken können, aber bald stellte sich heraus, dass die Menschen, so sehr sie auch mitdenken können, keine genaue Definition vom Denken haben.

Den Turingtest überlisten

Vielleicht sagt es etwas über eine andere menschliche Qualität aus, und zwar die Verschlagenheit, dass der Turingtest den Programmierern dazu dient, die menschlichen Entscheider zu überlisten, anstatt eine Art ausreichende Intelligenz zu verkörpern, um eine glaubwürdige Konversation zu ermöglichen. Der Höhepunkt fand am 7. Juni 2014 statt, als Eugene Goostman etwa ein Drittel der Teilnehmer am Turingtestwettbewerb der Royal Society davon überzeugte, dass “er” ein 13-jähriger Schuljunge aus der Ukraine sei. Eugene war ein Chat-Bot, ein Computerprogramm, das dazu erschaffen wurde, um mit Menschen zu sprechen. Oder, um mit anderen Chat-Bots zu reden, was einen etwas surrealen Effekt ergibt.

Manche Kritiker waren schnell dabei, auf das künstliche Setting hinzuweisen, in dem diese Irreführung stattgefunden hatte.

Der kreative Geist

Der Chat-Bot namens Eugene brachte die Forscher dazu, einen elaborierteren Fehdehandschuh zu werfen: sie sollten kreativ sein! Im Jahr 2001 hatte das Forscherteam um Selmer Bringsjord, Paul Bello und David Ferrucci den Lovelace-Test vorgeschlagen, welcher nach der Mathematikerin und Programmiererin Gräfin Ada von Lavelance benannt wurde, und einen Computer benötigte um etwas wie eine Geschichte oder ein Gedicht zu erschaffen.

Solche computergenerierten Geschichten oder Gedichte gibt es schon eine ganze Weile, aber um den Lovelace-Test zu bestehen, darf derjenige, der das Programm erstellt hat, ebenfalls nicht in der Lage sein, zu erklären, wie die Kreativität entstanden ist. Mark Riedl, von der School of Interactive Computing an der Georgia Tech, hat ein Upgrade herausgebracht (Lovelace 2.0), das einen Computer in eine fortschreitende Reihe von anspruchsvollen und kreativen Aufgaben rückt. Und so beschreibt er Kreativität:

In meinem Test haben wir einen menschlichen Entscheider, der an einem Computer sitzt. Sie wissen, dass sie mit einer KI zu tun haben, und sie geben ihr eine Aufgabe, die aus zwei Teilen besteht. Zuerst fragen sie nach einem kreativen Objekt wie einer Geschichte, einem Gedicht oder einem Bild. Als Zweites geben sie ein Kriterium an: ‘Erzähl mir eine Geschichte, in der eine Katze jemanden rettet’ oder ‘Male mir ein Bild, in dem ein Mann einen Pinguin an der Hand hält’ zum Beispiel.

Was ist so toll an Kreativität?

So herausfordernd wie Lovelace 2.0 vielleicht sein mag, muss man doch bedenken, dass wir Kreativität nicht höher werten sollten als andere menschliche Fähigkeiten. Diese (sehr kreative) Einsicht von Dr. Jared Donovan kam in einer Podiumsdiskussion auf, die er mit Professor Michael Milford und dem Choreographen Kim Vincs auf der Robotronica 2015 im August geführt hat. Inmitten all der Warnungen, dass KI eines Tages das Ende der Menschheit bedeuten könnte, war das Ziel der Diskussion, herauszustellen wie der derzeitige Stand bezüglich Kreativität und Maschinen ist. Die Diskussion entwickelte die Frage, welche Art Gefühle wir bei intelligenten Maschinen erwarten würden. Empathie, die Fähigkeit, Gefühle untereinander zu verstehen und zu teilen, war ganz oben auf der Liste der erwünschten menschlichen Qualitäten. Vielleicht weil dies etwas ist, was über die bloße Feststellung hinaus geht (“Ich sehe, dass du wütend bist”), und eine Reaktion verlangt, die eine emotionale Wertschätzung demonstriert.

Und nun kündige ich den Frampton-Test an, der anhand der Frage der Rocklegende Peter Frampton entwickelt wurde, der in seinem Song aus dem Jahr 1973 fragte: “Do you feel like we do?” (dt.: Fühlst du wie wir alle?). Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint, aber ich kann mir gut vorstellen, dass eine KI, um den Frampton-Test zu bestehen, in der entsprechenden Situation eine überzeugende und emotional angebrachte Antwort geben können müsste, die bei den meisten Menschen Gefühle hervorrufen sollte. Ich sage “bei den meisten”, denn unsere Spezies besitzt verschiedene Ebenen der emotionalen Intelligenz.

Ich teile dieses Gefühl

Bedenkt man, dass andere bereits diese Themen untersucht haben und dass das Feld des “affective computing” anstrebt, die Maschinen mit der Fähigkeit zu durchdringen, Empathie zu simulieren, ist es noch immer faszinierend, sich die Auswirkungen der emotionalen Maschinen anzuschauen. Im vergangenen Juli haben Forscher von KI und Robotertechnik einen offenen Brief veröffentlicht, der sich mit der Gefahr der autonomen Waffen beschäftigt. Hätten die Maschinen auch nur einen Funken Empathie, würden wir diese Entwicklungen genauso fürchten? Wir erinnern uns auch daran, dass menschliche Gefühle nicht immer positiv sind: es gibt noch Hass, Wut, Missgunst und so weiter. Vielleicht sollten wir dankbar sein, dass die Geräte, die uns umgeben, diese Gefühle nicht wiederspiegeln (Können Sie sich ein mürrisches Siri vorstellen?).

Und trotzdem gibt es Situationen, in denen unsere großzügigeren Emotionen eher gefragt sind: Sympathie und Verständnis für Gesundheitsvorsorge, zum Beispiel. Auch wenn all diese Fragen durchaus ihrer eigenen Betrachtung bedürfen, konnten die Redner auf der Robotronica nicht auflösen, ob die Roboter eines Tages tatsächlich kreativ sein könnten, oder ob wir überhaupt wollen würden, dass sie dies lernen. Was maschinelle Gefühle angeht, wird der Frampton-Test noch eine Weile bestehen, schätze ich. Momentan sind die stärksten Gefühle, die ich bei Robotern erkennen kann, die, die von ihren Schöpfern ausgehen.

Dieser Artikel wurde durch die Podiumsdiskussion über den Lovelace-Test (“Können Roboter kreativ sein?”) bei der Robotronica 2015 angeregt. Ich bedanke mich sehr für die kreativen Einblicke der Diskussionsleiter Dr Jared Donovan (QUT), Associate Professor Michael Milford (QUT) und Professor Kim Vincs (Deakin).

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” und steht unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Artificial Intelligence“ by Global Panorama (CC BY-SA-2.0)


 

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5 Lesetipps für den 11. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um Russlands Silicon Valley, Netflix-Gründer Reed Hastings, Kreativität am Arbeitsplatz, digitale Bildung und künstliche Intelligenz. Ergänzungen erwünscht.

  • RUSSLAND Foreign Policy: The Short Life and Speedy Death of Russia’s Silicon Valley: Vor sechs Jahren wollte die russische Regierung ein eigenes Silicon Valley aufbauen. Jetzt wurden die Pläne offiziell beendet. Die in Russland vorherrschende Korruption in der Verwaltung, die Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften und Präsident Wladimir Putin (nicht in dieser Reihenfolge) haben ihren Teil dazu beigetragen.

  • NETFLIX FAZ: Netflix-Gründer Reed Hastings im Gespräch: Netflix-Gründer Reed Hastings war die Tage mal wieder in Berlin und hat mehreren Medien Interviews gegeben, u.a. auch der Wirtschafstredaktion der Frankfurter Allgemeine. Es ging neben der Zukunft des Fernsehens auch um seine Arbeitsphilosophie. Außerdem erfährt die Leserschaft, dass Hastings mal eine mit dem Fuß bedienbare Computermaus entwickeln wollte und warum daraus nichts wurde.

  • KREATIVITÄT Welt.de: Matilda, seit Jahren mit dem immer gleichen Outfit: Die 27-jährige Schwedin Matilda Kahl arbeitet in New York und hat etwas gemacht, dass Männer auf der ganzen Welt jede Tag machen, dass aufgrund ihres Geschlechts schon aber fast revolutionär wirkt: sie hat sich eine „Arbeitsuniform“ bestehend aus Bluse, Hose und Schleife zugelegt. Mit dem Ergebnis, dass sie sich fokussiert und kreativer erlebt, genauso wie die „Uniformträger“ Steve Jobs und Mark Zuckerberg.

  • BILDUNG Motherboard: Berliner Student gründet Online-Uni für Flüchtlinge ohne Papiere: Der Berliner Student Markus Kressler hat die Online-Uni Wings University gegründet, an der sollen Flüchtlinge und Papierlose ihr Studium fortsetzen können, um somit einen international anerkannten Abschluss zu machen. Der Zugang zur Bildung ist dabei erst einmal nicht von Zeugnissen abhängig, sondern der Qualifikation für das Studium. Mit dem Projekt hilft Kressler nicht nur Menschen auf der Flucht, sonder, versucht eine alternative Bildungsinstitution aufzubauen.

  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ The Economist: Rise of the machines: Zum Schluss gibt es einen beeindruckenden Longread des The Economist, den Abonnenten vielleicht schon aus dem Printmagazin kennen, der jetzt aber auch online zugänglich ist. Darin wird quasi alles geschrieben, was man heute bei der Debatte um künstliche Intelligenz wissen sollte, wenn man mitreden möchte. Vorrangig, dass auch eine künstliche Intelligenz kein Menschen sein wird. Ob es seinen Job demnächst noch geben wird, sollte man sich aber trotzdem einmal fragen.

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5 Lesetipps für den 16. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Islam in den Medien, den YouTube-Star LeFloid, Merkel auf der CeBit, Kreativität in der Musik und Facebook. Ergänzungen erwünscht.

  • ISLAM taz: Muslime in deutschen Medien: Der Journalist Eren Güvercin schreibt auf taz.de über das Bild von Muslimen in hiesigen Talkshows, Zeitungen und Magazinen, dass oft genug einen negativen Eindruck vermittelt. Ein lesenswerter Beitrag mit persönlicher Note, der zeigt, wie deutsche Medien mit der zweitgrößten Religion in Deutschland berichten und wie damit die Gesellschaft beeinflusst wird.

  • YOUTUBE Broadmark: LeFloid im Portrait: Der Berliner Student Florian Mundt ist besser bekannt als LeFloid, einer der größten und erfolgreichsten Vlogger auf YouTube. Man sieht ihn (inzwischen) oft im Fernsehen, auch auf Podien. Pauline Claass erklärt in einem Portärt auf Broadmark, wie sich LeFloid entwickelt hat, welche Bedeutung er für die hiesige YouTube-Szene hat und was seinen Erfolg ausmacht.

  • CEBIT Golem: Merkel für Kooperationen mit chinesischer IT-Industrie: Auf der gerade eröffneten CeBit traf Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Chinas Vizepremierminister Ma Kai und Alibaba-Gründer Jack Ma. Die Betonung auf die digitale Wirtschaft und das Partnerland China hätte kaum besser durch Gäste ausgedrückt werden können. Merkel wirbte deshalb gerade für mehr Kooperation mit China, allerdings bei klaren Spielregeln, wie sie hofft. Warten wir es ab, wie fair das Land aus dem Alibaba kommt mit dem Land sein wird, dass so etwas wie die De-Mail entwickelt hat und das auch noch gut findet.

  • KREATIVITÄT F.A.Z.: Warum das Urteil gegen „Blurred Lines“ falsch ist: Im Feuilleton der F.A.Z. erklärt Thomas Lindemann angenehm nüchtern für diesen Ort, warum das Urteil gegen „Blurred Lines“ falsch ist. Es gefährdet die Popmusik als Kunst, für die zum einen wissenschaftlich bestätigt ist, dass je erfolgreicher das Genre wurde, umso einfacher und ähnlicher wurden auch die Songs, zum anderen genau darauf die Kreativität heutzutage aufbaut. Auf Carta.info nahm ich das Gerichtsurteil als Anlass, um zu erklären, warum es ein Recht auf Remix geben muss.

  • FACEBOOK The Next Web: Facebook Updates its Community Standards for Clarity: Was man auf Facebook darf und was nicht, ist oft unklar. Das jeweilige nationale Gesetz der Nutzer gilt nämlich nur bedingt. Facebook hat eigene Vorstellungen, was er laubt sein soll. Rechtes Gedankengut findet leider oft genug Schutz eines zweifelhaften Begriffs von Meinungsfreiheit, während Meldungen von Nachrichtenmagazinen aufgrund harmloser Nacktheit gelöscht werden. Nun versucht Facebook aber in die Erkläroffensive zu gehen und die neuen Regeln vorzustellen.

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Wie das Urheberrecht und Geld der Kreativität schaden

UNDER COPYRIGHT (adapted) (Image by CHRISTOPHER DOMBRES [CC0 Public Domain] via Flickr)

Wie würde Ihrer Meinung nach ein Gesetz zur Förderung von Kreativ aussehen? Wie auch immer Ihre Antwort lauten würde, eins wäre klar: nicht wie das Urheberrecht. Das ist doch schon ziemlich seltsam, oder? Urheberrecht sollte eigentlich ein Gesetz sein, das die Kreativität beflügelt. Das Problem ist aber, wie sich ziemlich bald herausstellt, dass die zentralen Merkmale des Urheberrechts dem gegenüberstehen, was die Kreativität eigentlich unterstützen sollte. Kreativität an sich ist eine knifflige Angelegenheit und schwierig zu verstehen und wir haben nur wenig Einblick darin, was den kreativen Funken anregt oder wieso manche Menschen kreativer sind als andere.

Was wir aber sicher über Kreativität wissen, ist, dass es einen sicheren Weg gibt, die Menschen weniger kreativ werden zu lassen: wenn sie dafür bezahlt werden. Dies zeigen eine Abfolge von Studien von Edward Deci und Richard Ryan, sowie einer Studie von Teresa Amabile und anderen. Hier wird gezeigt, dass Grundschulkinder nicht lesen lernen, wenn sie Geld dafür bekommen, Künstler ihre schlechtesten Arbeiten abliefern, wenn sie beauftragt werden und sogar beim Puzzlen werden die Menschen schlechter, wenn man sie für jedes gelöste Spiel belohnt.

Womit wird das begründet? Kreativität ist sehr eng mit Motivation verknüpft und die Menschen werden kreativ, wenn sie aus dem Innersten motiviert werden – sei es durch Neugier, Interesse oder Verlangen. Sie werden demotiviert – und damit auch weniger kreativ – wenn man in diese Gleichung noch den Faktor Geld einbringt.

Man sagt, dass das System des Urheberrechts die Kreativität und die Künstler unterstützt. Trotzdem ist die Grundlage dessen nur eine Aufteilung von wirtschaftlichen Anrechten, die verkauft und gekauft werden. Dieses System funktioniert auf einer monetären Grundlage und das Urheberrecht benötigt keine Zuschreibung eines Künstlers oder Autors als Schöpfer des Werkes, was seltsam ist, denn zwar haben viele Künstler sich heutzutage damit abgefunden, dass sie nicht übermäßig viel Geld verdienen, dennoch will jeder Künstler als Schöpfer seiner Darstellung anerkannt werden.

Das Urheberrecht ist ein Rechtssystem, welches auf den Vorraussetzungen aufbaut, das kreatives Schaffen viel eher zu reduzieren als dass es erhöht werden würde. Dies geschieht sogar noch, bevor wir all die Probleme betrachten (wie z.B. in folgenden Artikeln angesprochen: „GoldieBlox would beat the Beastie Boys rap in court„, „Sherlock Holmes and the Case of the Disappearing Copyright„, „Why Australians should back Turnbull in the stoush over copyright“ und „New UK copyright law will do nothing to help young designers„), die entstehen, wenn man sich wegen kommerziellen Interesses bemüht, den maximalen Wert vom Urheberrecht herauszuziehen.

Dies soll kein Vorschlag sein, dafür zu sorgen, dass diese Künstler nichts mehr zu essen haben. Das soll nur heißen, dass, wenn man ein System kreiert, das die Kreativität vermehren soll, man diese nicht an Bezahlung binden sollte, so wie wir es im Moment beim Urheberrecht betreiben.

Also, wie würden Sie entscheiden? Nun, man könnte genug Geld bereitstellen, dass es für die Künstler zum Leben reicht. Dies sollte jedoch nicht direkt an das Schaffen selbst gebunden werden, indem man Zuschüsse, öffentliche Fördermittel oder Ähnliches anbietet. Forscher vom MIT haben vor einigen Jahren herausgefunden, dass eine längerfristige Finanzierung viel eher dazu geeignet ist, die Schaffenskraft anzuregen, als dies eine kurzzeitige Entlohnung je könnte.

Hierbei würde man darauf achten, die besten Arbeiten der Künstler unterstützt zu wissen. Dies würde zudem den Stellenwert der Preise für längerfristige kreative Arbeit nach oben treiben. Ziemlich sicher würde man außerdem eine Art Anerkennung für seine Arbeit benötigen, so dass, auch wenn der Künstler nicht bezahlt werden kann, er dennoch seinen Namen in die Öffentlichkeit rücken konnte.

Was wäre die andere Sache, die Sie auf jeden Fall tun würden? Fördern Sie eine großé Vielfalt an Kreativität aller möglicher Arten und Weisen, allerdings ohne die Erwartung, daraus Profit schlagen zu können.

Genau dies tut nämlich das Internet: von den LOL Cats über YouTube, Twitter bis zu Fanfiction, was auch immer das neue neue große Ding wird, das Internet wird immer das Medium bleiben, welches eine enorme Bandbreite an Amateurmaterial erzeugen und verbreiten wird.

‚Amateur‘ bedeutet in diesem Sinne jedoch nicht, dass man nicht weiss, was man tut – viel eher, dass man es aus Liebe tut und nicht aus kreativitätstötender Bezahlung.

Vielleicht, wenn auch nur wirklich selten, können sich ein paar der Amateure ein größeres Publikum erschließen und daraus Pofit schlagen. Wie E.L. James, dessen „50 Shades of Grey“ ursprünglich als Fanfiction für Twilight angedacht war. Oder die sagenhafte erfolgreiche Romanserie „Silo“ von Hugh Howey. Urspünglich vom Autor selbst veröffentlicht, wurde es bisher in zahlreichen Ländern gedruckt, von Hollywood angefragt und stellt somit die Basis für seine steile Karriere als Autor dar. Howey hat die Möglichkeiten des Internet erschlossen und hat sogar eine ganze Gemeinschaft von Autoren ermutigt, sein Material in allen möglichen interessanten Kombinationen weiterzuverwenden.

Damit haben seine Fans aber nicht deshalb angefangen, weil er es ihnen vorgeschlagen hat. Sie haben damit begonnen, weil sie nicht anders konnten: sie sind Menschen, deshalb mussten sie Neues schaffen.

Wir sollten nicht glauben, dass das Urheberrecht die einzige Möglichkeit oder vielleicht auch nur die beste Möglichkeit darstellt, um die Kreativität in unserer Gesellschaft zu beflügeln. Dank des Internets sind wir gerade an der Schwelle eines völlig neuen Verständnisses, um neue und andere Wege zu finden, die hier deutlich besser funktionieren könnten.

Der Artikel erschien zuerst auf theconversation.com und steht unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „UNDER COPYRIGHT“ by Christopher Dombres (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 7. November

In unseren Lesetipps geht es heute um einen Hoax, die Debatte um die Linkspartei, Kreativität und Urheberrecht, das Leistungsschutzrecht, sowie Selbstmord. Ergänzungen erwünscht.

  • HOAX Stern: Nacktfoto-Skandal war ein Fake: Auf Stern.de schreibt Jens Wiesner über einen interessanten Aspekt der Folgen von Emma Watsons HeForShe-Rede. Angebliche Hacker hatten im Anschluss an ihre Männer ebenfalls in Verantwortung für Frauenrechte nehmende Rede gedroht, Nacktbilder von ihr zu veröffentlichen. Die Frist verstrich nun, auf der Seite schreibt eine zweifelhafte Marketing-Agentur, dass es sich um einen Hoax handelt und man die Aufmerksamkeit nutzen wollte, um sich für Zensur im Internet einzusetzen. Doch der Hoax, den mehrere Medien wiedergegeben haben, scheint noch lange nicht zu Ende zu sein.

  • DIE LINKE Süddeutsche Zeitung: Gaucks Linken-Warnung bei Anne Will: Eigentlich können wir uns glücklich schätzen, so viele Politiksendungen im deutschen Fernsehen zu haben, doch oft sind die sehr schlecht. Die letzte Sendung von Anne Will war da mal eine willkommene Ausnahme, wie Markus Schulte von Drach auf Süddeutsche.de bestätigt. Die Debatte um einen linken Ministerpräsident und die Kritik daran von Bundespräsident Joachim Gauck wurde sehr gut geführt und Anke Domscheidt-Berg wies auf einen auch unabhängig von dieser Debatte interessanten Fakt hin: die Linkspartei ist die einzige Partei, „die im Bundestag noch nie einem verfassungswidrigen Überwachungs- und Sicherheitsgesetz zugestimmt hat“.

  • YOUTUBE Broadmark: Die Sache mit dem Urheberrecht: Im YouTube-Branchenmagazin Broadmark schreibt der Kolumnist Lars-Sören Steck darüber, wie wichtig das Thema Urheberrecht für Webvideoproduzenten sind. Dabei geht er auch auf einen oft unter den Tisch gekehrten Aspekt der hierzulande sehr strikten Regelung von Nutzungsrechten ein: das Urheberrecht schadet oft der Kreativität. Eine Lösung ist, und die benennt Steck auch, die Nutzung von Creative Commons, denn hier sind die Werke (zumindest meistens) frei wie in Freiheit und nicht nur wie in Freibier.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Kress: EU-Kommissar Oettinger eilt Verlegern zu Hilfe: Beim Publishers‘ Summit des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zeigte sich mal wieder, wie sehr die Politik der Lobby nach dem Mund redet. Im Falle von Günther Oettinger, der am Dienstag hinter verschlossenen Türen einen halbwegs guten Eindruck hinterließ, war das in diesem Fall nur lächerlich, denn er plädierte für die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts. Und das in der Woche, in der selbst die treibende Kraft hinter diesem Gesetz, der Presseverlag Axel Springer, freiwillig darauf verzichtet. Auch Olaf Scholz folgte einem Wunsch der Presseverlage, auch bei ihm wenig überraschend, und setzt sich dafür ein, dass es eine einheitliche (natürlich niedrigere) Mehrwertsteuer für gedruckte und digitale Medien gibt.

  • REPORTERPREIS Die Welt: „Bitte verzeih mir. dein lieber Sohn“: Am 1. Dezember wird der Reporterpreis „Egon-Erwin-Kisch-Preis“ verliehen. Unter den Nominierten ist auch ein Text von Erwin Koch über den Selbstmord eines Jungen, der zwar einen Abschiedsbrief hinterlassen hat, aber nie erklärte, warum er sich das Leben nahm. Der Text ist vor einem Jahr veröffentlicht wurden, aber der beste Artikel, den ich in den letzten zwölf Monaten gelesen habe und ihn deshalb hier empfehle. Ein sehr nachdenklich machender Text.

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5 Lesetipps für den 7. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Qualität dank Flatrate, Creative Commons, Joss Whedon, die Idee des Knopfdrucks und Stefan Niggemeier im Interview. Ergänzungen erwünscht.

  • FLATRATE Süddeutsche.de: Alle Macht dem Kunden: Die Kulturflatrate war eine der besten Ideen, die in den letzten Jahren als Reaktion auf den digitalen Wandel diskutiert wurden. Doch analoge Denkweisen in der Politik und ihre Pfründe sichernde Rechteinhaber zerstörten erfolgreich jeglichen Fortschritt dieses Gedankens. Mit dem Ergebnis, dass wir heute für verschiedene Flatrates bezahlen, die Gelder allerdings auf die Konten von Technologieunternehmen gehen und nur Cent-Beträge bei den Künstlern ankommen. Matthias Huber erklärt auf Süddeutsche.de (für die meisten leider zehn Jahre zu spät), warum Flatrates auch für Qualität sorgen können und zeigt, wie toll eigentlich ein Flatrate-Konzept à la Kulturflatrate „made in Germany“ gewesen wäre.

  • CREATIVE COMMONS Politik Digital: Creative Commons in der ARD: Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt, die ich in einem Gastbeitrag auf Politik Digital kommentiert habe.

  • KREATIVITÄT Co.Create: Life And Work Lessons From Joss Whedon’s Biography: Selten bin ich der Meinung, dass über eine Person eine Biographie geschrieben werden muss, die nicht mindestens 70 Jahre alt ist, was heutzutage ja fast schon kein Alter mehr ist, in dem man schon ein Fazit ziehen kann. Bei dem Regisseur Joss Whedon möchte ich da fast eine Ausnahme machen, obwohl er in diesem Jahr erst 50 Jahre alt geworden ist. Doch sein Schaffen ist, wie es seine Biographin Amy Pascale treffend heraus gearbeitet hat, eine nahezu perfekte Anleitung für Kreative, besonders wie man mit dem Scheitern umgehen sollte. Jackie Snow erklärt auf Fastcocreate.com was wir alles vom Schaffer von „Buffy“ und „Firefly“ lernen können.

  • TECHNOLOGIE Berliner Gazette: Alles auf Knopfdruck? Wie Technik unsere Fantasien von Ermächtigung beflügelt: In der Politik verspricht man Wandel per Knopfdruck. Demokratie soll zum Computerspiel werden und einem Whistleblower wie Edward Snowden wird nachgesagt, die Welt mit einer „gewitzten Tastenkombination“ verändert zu haben. Auch Parteien haben diesen Traum. Doch können wir die Welt tatsächlich per Knopfdruck verändern? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser interessanten Frage auf eine sehr lesenswerte Art und Weise nach.

  • INTERVIEW Horizont: „Die Huffington Post ist im Vergleich zur Bild…“: Für Horizont hat Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden den Medienjournalisten und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier interviewt. In dem Interview gehen beide die komplette Checkliste an zu besprechenden Themen des Medienwandels durch – von C wie Clickbaiting. über K wie Krautreporter bis P wie Paywalls. Dazu spendiert Niggemeier die wohl beste Einordnung der deutschen Ausgabe der Huffington Post: „Es ist keine Bereicherung des deutschen Medienmarkts. Die deutsche Huffington Post macht nichts anderes, als Inhalte, die andere schon haben, nochmal zu überdrehen und eine übertriebene Überschrift zu geben.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 24 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: „Durchgedreht mit…„.

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Wohlfühlarbeitsplätze für die industrielle Dressur

L'espace Nouvel (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid) (adapted) (Image by Jean-Pierre Dalbéra [CC BY 2.0] via flickr)

Büros sind noch immer Gehäuse der Hörigkeit. Die leeren Hurra-Plattitüden der Top-Manager überdecken nur die Realität einer bürokratischen Mikroherrschaft. Ich sitze im Büro, also bin ich? Diesen Mythos verbreiten vor allem Konzerne mit allerlei Bespaßungsmaßnahmen, um zu kaschieren, dass das Angestelltendasein immer noch in einem „Gehäuse der Hörigkeit“ stattfindet, wie es die „Wirtschaftswoche“ mit Verweis auf Max Weber beschreibt. Freiheit am Arbeitsplatz sei nur ein anderes Wort für Dressur.

Die Welt dreht sich schnell und immer schneller, verraten uns die Soziologen, nur im Büro steht alles still. Kein Fortschritt nirgends, weit und breit. Der Mensch hat im vergangenen Jahrhundert den Fernseher erfunden, den Mond besucht und das Genom entschlüsselt, allein sein Angestelltenleben innoviert, das hat er nicht„, so die „Wirtschaftswoche“. Noch immer rieche die Büroluft nach Anonymität und Organisation, nach Funktionalität und Vergemeinschaftung, nach Kreativitätswüste und liniertem Denken:

Ganz gleich, ob eingepfercht in blickgeschützten Boxen oder lichtdurchfluteten Aquarien, in milchverglasten Vorzimmern oder verschließbaren Zellen, ob Seit an Seit im Metropolenloft oder eingelassen in die Weite einer aufgelockerten Bürolandschaft mit Kaffee-Vollautomat und Schallschutz-Stellwänden – im Büro beschleicht einen, frei nach Jean-Jacques Rousseau, das Gefühl: ‚Der Mensch ist frei geboren, und liegt doch nine-to-five in Ketten.‘

Je kühner Architektur-Avantgardisten und Management-Gurus die Perfektionierung des arbeitsteiligen Miteinanders auch vorantrieben – heraus komme immer nur eine weitere Mode der humanen Käfig- und Kleingruppenhaltung.

Mister K. und die kreative Knetmasse

Letztlich versteckt sich hinter den modernen Lichtsuppen-Fassaden die alte Ideologie des industriekapitalistischen Taylorismus, der auch die Büroabläufe auf Fließband-Effizienz trimmt. Was an Freiheiten im Bürokomplex zugelassen wird, sind reine Simulationsübungen, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten. Selbstbestimmtes Arbeiten sieht anders aus, ob nun die Angestellten am Freitag mit oder ohne Hawaiihemd am Arbeitsplatz erscheinen dürfen. Es sind mehr oder weniger originelle Einfälle des Personalmanagements, um das Büroleben erträglicher zu machen. Das geht am besten mit ganzheitlichen Konzepten, die in speziellen Motivationsseminaren eingeimpft werden. Die lieben Kolleginnen und Kollegen stellen sich im Kreis auf, greifen zum feuchten Händchen des Nachbarn und rufen im Chor: „Es beginnt ein kreativer Tag und ich fühle mich gut. Just great.

Gestresste Mitarbeiter können ihren Frust in albernen Rollenspielen abbauen. Managementaufgaben werden danach mit Knetmasse nachgestellt, weil man ja alles etwas spielerischer angehen will. Meinen Ex-Kollegen von o.tel.o dürfte der erste Auftritt unseres neuen Chefs – nennen wir ihn Mister K. – noch gut in Erinnerung sein. Mit seinen Autoverkäufersprüchen brachte er in wenigen Minuten die Motivation der kompletten Kommunikationsabteilung auf eine Raumtemperatur von -20 Grad.

Wenn schöpferische Innovationen in holistischen Trauma-Bewältigungs-Workshops mit figurativen Knetgebilden nicht helfen, sollten es die karrierebewussten Büroarbeiter mit „Brainwriting“ probieren oder gleich die „Kaizen-Methode“ anwenden und danach ordentlich Teamgeist und ganz viel „Commitment“ entwickeln. „Synergien“ müssen am Schluss herauskommen, sonst leidet das „Shareholder-Value-Prinzip”.

Mehr Eier legen

Autoritäre Unternehmensführung und bürokratische Entscheidungsabläufe können Mitarbeiter mit einer „Kulturoffensive“ besser ertragen. Mit Hilfe eines Kulturberaters entwickelt der PR-Chef dann noch ein Unternehmensleitbild. Sieben Thesen, sieben Sätze, sieben Seiten, sieben Kalenderweisheiten. In dem Leitbild ist zu lesen, wie wichtig die Mitarbeiter sind, wie wichtig die Kunden sind – bei einer Aktiengesellschaft kommen noch die Aktionäre oder Shareholder dazu. Ganz fortschrittliche Unternehmen beteuern unter Sonstiges gerne, dass die Arbeit Spaß machen solle und Umweltbelastungen etwas ganz Schreckliches sind. Damit jeder Mitarbeiter das unheimliche Gesicht seines Chefs verinnerlicht, wird „Management by walking around“ praktiziert. Alle vier Wochen gibt es darüber hinaus einen „Beer Bust“: Freibier für müde Seelen in der industrialisierten Dienstleistungsökonomie.

Ein Ort der individuellen Freiheit und entbundenen Kreativität wird das Büro deshalb auch in Zukunft nicht sein. Denn so weitläufig, bunt und leger es auch daherkommt – bei räumlich konzentrierten Schreibtisch-Arbeitsplätzen handelt es sich immer um geistige Legebatterien, deren Sinn und Zweck darin besteht, dass Hühner in ihnen nicht ein Ei am Tag, sondern zwei legen„, so die „Wirtschaftswoche“.

Die leeren Hurra-Plattitüden der Top-Manager überdecken nur die Realität einer bürokratischen Mikroherrschaft. Übrig bleiben Zynismus bei den Büroarbeitern und eine höchst unfreiwillige Komik von Vorgesetzten, die sich mit dümmlichen Management-Phrasen über Wasser halten.

Lumberghs lauern überall

Zu bewundern in dem legendären Film „Office Space“ in der Rolle des Vorgesetzten Bill Lumbergh, der blöd grinsend mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und einem Becher Kaffee durch die Büroetagen stolpert, um Untergebene an das letzte Memo und die Pflicht zu erinnern, den TPS-Bericht mit einem Deckblatt zu versehen. Bei alldem ist es wohl egal, wie Arbeitsplätze gestaltet werden und wie viele Obstteller für Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Gerade im Kontext der kreativen und dienstleistungsgetriebenen Arbeitsinhalte, ist es nach Ansicht von Value5-Geschäftsführer Thomas Dehler längst an der Zeit, sich von der lemminghaften Arbeitsorganisation zu verabschieden. Die Internet-Technologien ermöglichen nicht nur verteiltes und dezentrales Arbeiten, sondern Tätigkeiten, die sich nicht an der Präsenz eines Mitarbeiters, sondern am Arbeitsergebnis orientieren – ohne den Firlefanz von Motivationslehrgängen und Teambuilding-Maßnahmen am Hochseil des Siebengebirges. „Ich vermisse in der Diskussion Antworten, wie Arbeitsplätze sozial gestaltet werden können. Es geht nicht um die bessere Verwaltung von Mitarbeitern in Bürosilos. Es geht um die optimale Gestaltung von Lebenszeit und um Existenzabsicherung„, betont der Dienstleistungsexperte Dehler.

Das sollten sich die liebwertesten Gichtlinge des Managements hinter die Ohren schreiben. Eigentlich eine schöne gewerkschaftliche Aufgabe.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „L’espace Nouvel (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid)“ by Jean-Pierre Dalbéra (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 14. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung, den Online-Wahlkampf, wie das Internet die Kreativität von Musikern gefährdet, Datenschutz in den USA und Europa und Buzzfeeds Wachstumsplan durch Internationalisierung. Ergänzungen erwünscht.

  • BUZZFEED Wall Street Journal: BuzzFeed wird ein mehrsprachiges Nachrichtenportal: Für seine Form von Journalismus zwar umstritten, ist Buzzfeed aber eine Erfolgsgeschichte, denn Jonah Peretti hat es geschafft, in wenigen Jahren ein Millionenpublikum zu erreichen. Allein im August 2013 besuchten 85 Millionen Menschen aus der ganzen Welt die rein englischsprachige Seite. Im nächsten Schritt wird die Seite jetzt auch in weiteren Sprachen angeboten und wird so eine der wenigen mehrsprachigen Nachrichtenseiten.
  • DATENSCHUTZ Ars Technica: Warum E-Mails in den USA besser aufgehoben sind als in Deutschland: Cyrus Farivar setzt sich mit den Datenschutzbestimmungen in den USA und Deutschland auseinander und kommt nach dem Test der beiden Mailalternativen Riseup und Posteo zu dem Ergebnis, dass seine Mails in Europa nicht besser aufgehoben sind als in den USA, auch weil deutsche Unternehmen gar nicht sagen dürften, wenn sie Daten weitergeben müssen.
  • KREATIVITÄT The Guardian: ‚The internet will suck all creative content out of the world‘: In einem Gastbeitrag für den Guardian erklärt Talking Heads-Gründer David Byrne die momentane Situation des Musikstreaming und wie sich einzelne Musiker dazu positionieren. Byrne glaubt, dass mit Streaming und anderen Online-Vertriebskanälen zwar Geld verdient werden kann, letztendlich aber die Kreativität darunter leiden wird.
  • ONLINE-WAHLKAMPF bpb: Warum der Wahlkampf nicht mit sozialen Medien entschieden wurde: Soziale Medien sind aus modernen Wahlkämpfen nicht mehr wegzudenken. Doch trotz Twitter, Facebook, Youtube und Co: Social Media sind nach wie vor nur ein kleiner Baustein in den Kampagnen. Konzertierte Strategien sind bei den etablierten Parteien nicht zu erkennen, sagt die Soziologin Jasmin Siri.
  • DIGITALISIERUNG Zeit Online: „Die Armen haben immerhin Kabelfernsehen und Smartphones“: Im Interview auf Zeit Online zeichnet der US-Ökonom Tyler Cowen ein düsteres Bild vom technologischen Fortschritt. Eine von der Gesellschaft nicht mitgestaltete Entwicklung wird am Ende dazu führen, dass nur ein kleiner Teil der Gesellschaft profitieren wird: „Die Armen haben immerhin Kabelfernsehen und Smartphones“.

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3 Apps und Spiele zur Steigerung der Kreativität

3 Apps und Spiele zur Steigerung der Kreativität

Als ich noch ein kleiner Junge war, habe ich gerne gemalt. Stunden habe ich damit verbracht, weißes Papier mit allen Farben und Formen zu spicken. Irgendwann habe ich zwar die Lust am Malen verloren und mehr Spaß am Fußballspielen und Fahrradfahren gewonnen, doch bin ich überzeugt, dass die Entwicklung meiner Kreativität, gerade und überhaupt erst durch diese Kindheitsphase so richtig an Schub aufgenommen hat.

Heute geht es Kindern genau wie mir damals, nur dass sich bei einigen das Medium verändert hat. So kritzeln nicht wenige heutzutage mehr auf Papier herum, sondern auf Papis iPad oder Mamis iPhone. Diesen Umstand haben sich Entwickler zunutze gemacht und an interessanten Apps und Spielen gefeilt, die der Kreativität einiges abverlangen und diese somit ein Stück weit steigern können.

Eine kleine Liste dieser Entwicklungen habe ich euch einmal zusammengestellt.

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Tim Renner: Vordenker für ein zeitgemäßes Urheberrecht

Tim Renner: Vordenker für ein zeitgemäßes Urheberrecht

Tim Renner hat in seinem Leben schon viele Rollen eingenommen – Punkrocker, Publizist und der mächtigste Mann der deutschen Musikbranche sind nur drei davon. Ein „kraftvoller Visionär“ für die einen, ein „überschätzter und aufgeblasener Kerl“ für die anderen – im persönlichen Gespräch wirkt der Medienmanager seiner Umstrittenheit zum Trotz völlig unaufgeregt.

Der gebürtige Berliner mit dem rotblonden Haar ist ein jugendlicher Typ, dessen Erscheinung so gar nicht zum Klischee eines aalglatten Managers passen will. Im Jeans-und-Turnschuh-Look, der auch dem Frontmann einer Indie-Band gut zu Gesicht stünde, sitzt er in seinem Büro in Berlin Mitte und begegnet dem Gesprächspartner mit Interesse, ja Neugierde. Seine blauen Augen leuchten, er wirkt sehr aufmerksam und entspannt zugleich. Wenn Tim Renner spricht, liegt seine Ausstrahlung irgendwo zwischen der eines Dozenten (er hat eine Professur an der Mannheimer Pop-Akademie inne) und eines Kumpeltypen. Man sollte den Sympathie-Faktor, den er zweifelsohne hat, jedoch keinesfalls mit einem Mangel an Biss verwechseln. Tim Renner war nicht umsonst der Chef von Universal Deutschland. Er weiß, was er kann und was er will. Doch nicht nur das macht ihn zu einem interessanten Player in der Musikbranche einerseits und in der Netzszene andererseits.

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Changing Paradigms

Netzpiloten VideotippSir Ken Robinson referiert eine Stunde zum Thema Kreativität und Erziehung bzw. Bildung. Ein echter Leckerbissen. Robinson war früher mal Kunstprofessor, berät aber seit einigen Jahren viele internationalen NGOs und supranationale Organisationen wie die UNESCO, die EU und den Europarat. Außerdem ist er im angelsächsischen Raum als Buchautor bekannt geworden (The Element: How Finding Your Passion Changes Everything, Out of Our Minds:Learning to be Creative)
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