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10 Jahre Google Chrome – großes Update ruft auch Kritik hervor

Benutzerfreundlichkeit, Effizienz und eine ansprechende Benutzeroberfläche. Dies waren schon immer Eigenschaften, die man mit dem Google Chrome Browser assoziieren konnte. In dem großangelegten Update zum zehnjährigen Jubiläum von Chrome wird nun noch einmal so einiges aufpoliert und verbessert. Zunächst zur Optik. Google hat das Interface des Browsers noch einfacher und bunter gestaltet und will neue Symbole etablieren. Das soll nicht nur das Äußere des Browsers ansprechender machen, sondern auch die Bedienung vereinfachen. In der iOS-Version rutscht die Symbolleiste nach unten, was ebenfalls für bessere Bedienbarkeit beim mobilen Surfen sorgen soll. Desweiteren gibt es in der neuen Version 69.0. vom 3. September 2018 über alle Plattformen hinweg Änderungen bei den Eingabeaufforderungen, Menüs und insbesondere der Adressleiste.

Tab-Messie? Kein Problem!

Eine der größten Neuerungen in Chrome betrifft die Tabs. Sie sind nicht mehr kantig sondern abgerundet und die Kontur ist weggefallen, wodurch die Icons der aufgerufenen Websites besser zur Geltung kommen. Gleichzeitig gibt es in der „Omnibox“ – eine Mischung aus Suchmaschine und Adressenfeld – eine Suchfunktion für Tabs. Verliert man sich also mal ausversehen in drei geöffneten Fenstern und 20 verschiedenen Tabs, so kann man oben in der Leiste nach dem Tab suchen und Chrome teilt einem mit, ob man diese Website bereits geöffnet hat. Ist dies der Fall, wird man zu dem geöffneten Tab dirigiert, ansonsten wird die jeweilige Adresse aufgerufen.

Chrome alte Version
Die Browsertabs in der Vorgängerversion Chrome 68 sind kantiger und konturiert. Screenshot by Lena Simonis
Chrome neue Tabs
Die runderen Browsertabs ohne Konturen sollen dafür sorgen, dass man Icons besser wahrnimmt. Screenshots by Lena Simonis

Aber noch etwas anderes fällt uns hier auf: Chrome zeigt die URL in der Adressleiste nicht mehr vollständig an. Nutzer können also nicht mehr auf den ersten Blick erkennen, auf welcher Webseite genau sie sich befinden. Das Verschwinden der URL aus der Adressleiste und Googles langjähriges Bemühungen, das URL-Prinzip zu verändern, sehen viele Experten äußerst kritisch. Mit dem letzten Update haben die Chrome-Entwickler die Location www nun zu einer trivialen Subdomain gemacht, die der Browser in der Adressbar automatisch verbirgt. Dadurch könnten User den Eindruck bekommen, dass die Location keine Rolle spiele, obwohl sie durch das tatsächliche Weglassen von www zu einem ganz anderen Ziel gelangen können, wie etwa das Beispiel http://www.pool.ntp.org vs http://pool.ntp.org zeigt.

In der alten Chrome-Version sehen wir die Location www. Screenshot by Lena Simonis
In der neuen Chrome-Version wird die Location www wie jede beliebige Subdomain behandelt und dem Nutzer nicht angezeigt. Screenshot by Lena Simonis

Erweiterung der Passwort-Speicherung

Google möchte Chrome-Nutzer außerdem dazu bringen, ihre Daten bei Google zu speichern und zu verwahren. Adressen, Kreditkartennummern und Passwörter lassen sich nun im Browser abgespeichern und im Anschluss auf das Google-Konto übertragen. Damit sollen Prozesse, etwa beim Online-Shopping oder Reise-Buchungen, noch einfacher von der Hand gehen. In der heutigen Flut an Zugängen und Passwörtern, die man nicht nur erstellen, sondern sich im besten Fall auch noch alle merken sollte, bietet Chrome an, selbstständig Passwörter mit hoher Sicherheitsstufe zu generieren und ebenfalls zu speichern. Auch das soll Geräteübergreifend möglich sein.

Personalisierungen

Wer schon immer von den eintönigen Seiten genervt war, die sich einem auftun, wenn man auf „Neuer Tab“ klickt, den wird die letzte größere Änderung im Chrome Browser gefallen. Usern ist es nun möglich, eigene Fotos als Hintergrundbild für die sonst so leeren Seiten auszuwählen. Zuletzt können Nutzer die eigenen Lieblingswebsites mit Shortcuts noch schneller über die „Neuer Tab“ Seite erreichen.


Image the digital artist via pixabay / Screenshot by Lena Simonis

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  • ROBOCOP golem: Dubai führt Polizeiroboter für Patrouillen ein: Bei der 360° Überwachung sollen jetzt kleine, selbstfahrende Miniatur-Polizeiautos der Polizei in Dubai unter die Arme greifen. Als Helfershelfer werden sie Menschenmengen beobachten und nach gesuchten Personen fahnden. Informationen, wie beispielsweise Kamerabilder, schicken sie ihren Kollegen dann an die Zentrale. Zur Orientierung hilft eine eingebaute Wärmebildkamera, sowie ein GPS. Was diese neue Technologie insgesamt kostet und wie viele Roboter eingesetzt wurden, ist derzeit aber noch unbekannt.

  • ELEKTROMOBILITÄT ngin: Dieses Startup will die Blockchain in den Mobilitätssektor bringen: Die Elektromobilität ist an sich eine gute Sache, scheitert jedoch zuweilen an den fehlenden Ladesäulen. Das Essener Startup Motionwerk will dem nun Abhilfe schaffen, indem sie private Ladesäulenbesitzer und E-Autofahrer miteinander vernetzten will. Mit einer App können sich so Anbieter und Nachfrager registrieren, die Abrechnung soll dann über die Blockchaintechnologie laufen, über die einprogrammierte Verträge (Smart Contracts) Lade- und Zahlvorgänge selbstständig betätigt werden können. In Zukunft soll somit ein flächendeckendes Ladesäulennetz möglich werden.

  • BODYCAMS heise: Bahn will bundesweit Sicherheitspersonal mit Bodycams ausstatten:
    Die Bahn will jetzt bei größeren Einsätzen Körperkameras zum Schutz des Sicherheitspersonals einsetzen. Getestet wurden diese schon länger und haben sich anscheinend bewährt. Doch Datenschützer warnen vor dem Gebrauch. Der netzpolitische Sprecher der SPD beispielsweise fürchtet solche, wie kürzlich bei der Bahn geschehenen Hackerangriffe, welche den Missbrauch der aufgenommenen Daten bedeuten könnte. Zwar sei der Schutz des Sicherheitspersonals mit äußerster Aufmerksamkeit zu verfolgen, dennoch bräuchte es eine Transparenz der Bahn im Umgang mit den aufgenommenen Daten.

  • UBER horizont: Uber baut Marketing in Österreich aus: Das Investition in lokales Markting wichtig ist, beweist Uber, indem es zurzeit Stellenausschreibungen in Wien bekannt gab. Die Website ließ verlauten, dass unter anderem ein Communiy Operations Manager für den DACH-Raum und ein Marketing Operations Manager gesucht werde. Zwar hatte Uber in der letzten Zeit mit Skandalen zu kämpfen, den Wachstumsdrang scheint dies jedoch keinen Abbruch zutun. Ob sich die Strategie bewährt wird sich zeigen. Die Kooperation mit Rapid Wien im Mai schien jedoch bereits erfolgreich gewesen zu sein.

  • GESETZ handelsblatt: „Testballon für die EU-Kommission“:
    Das umstrittene Netzwerkdurchsuchunsgesetz ist verabschiedet. Konsequenzen wird dies vor allem für Internetplattformen wie Facebook haben, E-Mail- und Messengerdienste bleiben von diesem Gesetz unberührt. Ziel für diese Einführung ist die Verminderung bzw. Abschaffung der Hassbotschaften, Volksverhetzungen oder der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten in den sozialen Netzwerken. An sich hält Brüssel diesen Entwurf für eine gute Sache, unsicher sind sie sich jedoch noch welche Auswirkungen dieses Gesetz auf die Meinungsfreiheit haben könnte.

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Die Jugendmedientage 2016 – „Medien- oder Märchenland?“

Vom 27. – 30. Oktober 2016 fanden zum 15. Mal die Jugendmedientage in Dresden statt. Die Jugendmedientage sind einer der bundesweit größten Medienkongresse für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren. Das diesjährige Motto der verschiedenen Workshops und den Podien war „Medien- oder Märchenland?“.

Am ersten Tag diskutierten bereits Robert Kuhne, Chefredakteur der Morgenpost Sachsen; Hubertus Koch, freiberuflicher Filmemacher; Boris Eichler, ehem. Chef vom Dienst des Debattenmagazins liberal, heute Leiter Kommunikation der Friedrich-Naumann-Stiftung und Dirk Benninghoff, ehem. Nachrichtenchef und Chef vom Dienst bei BILD, Stern und Financial Times Deutschland, heute Chefredakteur bei fischerAppelt, beim Auftaktpodium über das Thema „§5 (1) Presse ist frei: Intransparent, einseitig, verharmlosend – wie viel Freiheit steckt in unseren Medien?“

„Wenn wir uns fragen wie frei Medien sind, dann müssen wir uns fragen, wie frei der Mensch ist, der hinter den Medien steht.“

Das stellte Hubertus Koch, Journalist und Filmemacher, im Auftaktpodium der Jugendmedientage 2016 in Dresden desweiteren zur Diskussion. 

dpa-preisverleihung
Image by Florian Timpe

Im Anschluss des Auftaktpodiums verlieh die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den news talent award an herausragende journalistische Talente unter 28 Jahren. 

Am Freitag war das zweite Podiumsgespräch. Boris Reitschuster, Journalist; Philip Oltermann, The Guardian; Cornelius Pollmer, von der Süddeutschen Zeitung und Rayk Anders, freier Journalist und Youtuber, haben über das Thema „Blogging, Posting, Mailing. Informations(un)gewissheit im Zeitalter voranschreitender Digitalisierung in Europa?“ diskutiert.

Das letzte Podium fand am Freitag statt. Es wurde über das Thema „360° Objektive Berichterstattung trotz gesellschaftlicher Vielfalt?“ diskutiert. Mit dabei waren Claudia Hammermüller, Chefredakteurin von politikorange; Alexej Hock, arbeitet für „Straßengezwitscher“; Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und Moritz Gathmann, freier Osteuropakorrespondent.

mdr
Image by Jonas Walzberg

Wer in die Branche reinschnuppern oder im Bereich der Medien Fuß fassen möchte, der war dort genau richtig. Bei dem umfangreichen Programm bestehend aus Workshops, Diskussionen und Praxiseinblicken, wie zum Beispiel beim MDR oder der DDV Mediengruppe, konnten viele neue Eindrücke mitgenommen werden.

Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind mit den Profis ins Gespräch gekommen, konnten sich praktisch ausprobieren und mit anderen Medieninteressierten vernetzen.

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  • APPLE Computer Bild: Apple iPhone 8: News, Gerüchte, neue Funktionen: 2017 feiert das Apple-Smartphone Zehnjähriges-Jubiläum. Ist das iPhone 7 also nur ein Testlauf, um zu sehen, welche Änderungen die Kundschaft akzeptiert? 2017 soll das iPhone 8 kommen. Vielleicht plant Apple eine einmalige Sonderausgabe vom iPhone 8, quasi eine Art Jubiläums-Smartphone herauszubringen. Einem Bericht von Nikkei zufolge, soll Apples Zulieferer Foxconn an Plänen für ein Gehäuse aus Glas arbeiten.
  • UBER heise online: Uber entdeckt den Luftraum: Senkrechtstarter in Planung: Uber will Kunden künftig über den Luftraum transportieren, um Staus auf den Straßen von Großstädten zu vermeiden. Der Fahrdienstvermittler arbeitet, einem Recode-Bericht zufolge, an Luftraum-Taxis, mit denen Kunden gerade in Großstädte bequem von A nach B gelangen können – und zwar deutlich schneller als über die viel befahrenen Straßen.
  • FACEBOOK Süddeutsche Zeitung: Facebook-Nutzer können jetzt verschlüsselt chatten: Am 25. September endete die Frist, um WhatsApps neuen AGBs zu widersprechen. Am selben Tag schaltete Facebook eine neue Funktion für seinen Messenger frei. Wer dort eine neue Unterhaltung beginnt, kann diese als „geheim“ markieren, denn Facebook hat die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Messenger aktiviert. Damit kann man die geheime Unterhaltung aktivieren und Nachrichten verschicken, die für Geheimdienste und Kriminelle unlesbar sind.
  • AIR BERLIN Handelsblatt: Wird die Krisen-Airline jetzt zerschlagen?: Der Fluggesellschaft Air Berlin droht der radikale Umbau. Bekannt ist, dass Etihad mit Lufthansa über die Übernahme der dezentralen Strecken von Air Berlin, jenseits der Drehkreuze Berlin und Düsseldorf, verhandelt. Die Airline-Tochter von Tui hat rund ein Dutzend Flugzeuge mit Personal an Air Berlin vermietet – zu angeblich hervorragenden Konditionen für den Reisekonzern. Der Vertrag belastet die ohnehin seit Jahren schwer angespannte Bilanz von Air Berlin zusätzlich.
  • IRAN politik-digital: Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?: Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte, wie z.B. Facebook, YouTube und Twitter. Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind.
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  • INTERNET sueddeutsche: Was wir von den Pionieren des Netzes lernen können: Meist leben sie noch, die Pharaonen, Feldherren und da Vincis der digitalen Welt, denn deren Geschichte ist noch jung. Es ist zum Beispiel erst 25 Jahre her, dass der Physiker Tim Berners-Lee am Genfer Forschungszentrum Cern am 6. August 1991 die erste Seite des World Wide Web ins Internet stellte. Das war der Moment, in dem sich das bis dahin schwer durchschaubare Internet der Menschheit öffnete. Die Folgen sind bekannt. Das World Wide Web hat Industrien erschüttert, Demokratieprozesse angestoßen und die Art und Weise, wie sich Menschen bilden, vergnügen und miteinander umgehen, für immer verändert.
  • APP theguardian: Syrian refugees design app for navigating German bureaucracy: Viele Geflüchtete müssen sich in Deutschland mit einer enormen Bürokratie auseinandersetzen. Was selbst für viele langjährig in Deutschland lebende Bürger ein Problem ist, ist für Asylsuchende besonders schwierig. Das haben sich auch Munzer Khattab und Ghaith Zamrik gedacht und haben die App Bureaucrazy entwickelt. Diese App soll Flüchtlingen dabei helfen, die richtigen Formulare zu finden und diese richtig auszufüllen.
  • ANDROID Giga: Deutsches Startup will transparentes Smartphone bauen: Das deutsche Startup phonest soll in den nächsten Tagen ein transparentes Smartphone vorstellen und möchte der Konkurrenz damit ordentlich Druck machen. Derzeit gibt es allerdings leider noch keine Angaben bezüglich des Preises oder welche Spezifikationen das Gerät aufweisen wird. Am 11. August um 18 Uhr soll dann aber der Vorhang fallen und die wichtigsten Informationen werden bekanntgegeben. Ab diesem Zeitpunkt kann das transparente Smartphone dann auch vorbestellt werden.
  • AIRBNB faz: Airbnb ist jetzt 30 Milliarden Dollar wert: Das Wohnungsvermittlungsportal Airbnb hat seinen Wert innerhalb von drei Jahren verdreifacht, das Unternehmen ist inzwischen rund 30 Milliarden Dollar wert. Grund dafür ist eine abgeschlossene Finanzierungsrunde über 850 Millionen Dollar. Das geht aus Dokumenten hervor, die Airbnb Ende Juli in Delaware eingereicht hat und die der Finanzagentur Bloomberg vorliegen.
  • POLITIK welt: Minister fordert deutsche Sprache in sozialen Netzwerken: Puh, da haben wir ja nochmal „Glück“ gehabt: Der Verbraucherschutzminister Peter Hauk fordert nämlich, dass zukünftig alle Migranten nur noch die deutsche Sprache in sozialen Netzwerken verwenden. Denn „Was öffentlich zu lesen ist, das sollte auf Deutsch zu lesen sein“, erklärt der Minister. Da, wie wir ja alle wissen, die urdeutschen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. großen Wert darauf legen, die deutsche Sprache zu „pushen“ (pardon für dieses Fremdwort), sollten wir lieber auf Hauk hören und uns an die Umstellung gewöhnen….oder auch nicht!
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Ein Jahr #BTADA: Der Ausschuss „Digitale Agenda“ in Zahlen

Birthday Flan (adapted) (Image by Basheer Tome [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Bundestagsausschuss „Digitale Agenda“ feiert sein einjähriges Jubiläum. Ein guter Grund, um sich die bisherige Arbeit des #BTADA genauer anzusehen. Bereits ein Jahr ist es her, dass sich am 19. Februar 2014 in Berlin 16 Bundestagsabgeordnete zur konstituierenden Sitzung des ständigen Bundestagsausschusses Digitale Agenda (BTADA) zusammenfanden. Wir gratulieren und haben uns haben einige Zahlen rund um den Ausschuss zusammengetragen, die für sich sprechen.

Wie vor einem Jahr angekündigt, dokumentieren wir auf bundestag-digital.de die Arbeit des Ausschusses Digitale Agenda und haben im vergangenen Jahr eine Vielzahl an Dokumenten, Statements und Einordnungen zusammengetragen, um eine Plattform für Netzpolitik im Bundestag zu bieten.

Der BTADA ist im Februar 2014 mit dem Ziel angetreten, die Themen der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ aus der vorherigen Legislaturperiode aufzugreifen: Mit der Einsetzung des Ausschusses „Digitale Agenda“ wurde eine „maßgebliche Handlungsempfehlung“ der Enquete-Kommission umgesetzt. Jedoch erhielt der Ausschuss nicht die Federführung über die ausschussrelevanten Themen. Bereits auf Ministeriumsebene war das Thema Digitalisierung zuvor auf drei verschiedene Ressorts verteilt worden.

Dementsprechend teilen sich nun drei Ausschüsse die Federführung über die Digitale Agenda der Bundesregierung: Wenn es um Breitbandausbau, IT-Sicherheit, Datenschutz, Netzneutralität oder andere Netz-Themen geht, liegen diese im Innen- und Rechtsausschuss sowie im Verkehrsausschuss. Letzterer wurde analog zum entsprechenden Ministerium um den Bereich digitale Infrastruktur erweitert wurde. Auch bei wirtschaftlichen Themen, beispielsweise der Unterstützung der Start-Up-Szene, darf der Ausschuss Digitale Agenda keine Federführung übernehmen. Das tut der Wirtschaftsausschuss.

Der BTADA kommt etwa zweimal monatlich zusammen. Seine Aufgabe besteht darin, den drei anderen Ausschüssen beratend zur Seite stehen, „auf Augenhöhe mit den anderen Ausschüssen“, wie der Ausschussvorsitzende Jens Koeppen (CDU) die Rolle des BTADA begreift.

Nur sechs von 28 Sitzungen waren öffentlich

Der Ausschuss ist mit 16 Abgeordneten besetzt: sieben Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion, fünf SPD-Abgeordnete und je zwei Abgeordnete der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Bürgerbeteiligung und größtmögliche Öffentlichkeit waren noch Aushängeschilder der Enquete-Kommission, fanden jedoch nur begrenzt Aufnahme im Ausschuss. Von den 28 Sitzungen waren lediglich sechs für die Öffentlichkeit zugänglich, dies waren, wie in Bundestagsausschüssen üblich, die Fachgespräche. Von diesen sechs öffentlichen Sitzungen steht bisher lediglich das Wortprotokoll der ersten Sitzung vom 7. Mai 2014 zur Verfügung.

Fraktion Mitglieder
CDU/CSU 7
SPD 5
Die Linke 2
Bündnis 90/ Die Grünen 2
Gesamt 16

Im Juli 2014 beschloss der Ausschuss die Einsetzung eines Online-Beteiligungstools, es wurde Anfang November freigeschaltet und soll als Pilotprojekt zunächst bis zur parlamentarischen Sommerpause im Jahr 2015 im Einsatz sein. Seitdem können Interessierte sich dort mit Diskussionsbeiträgen zu vorher gestellten Fragen an öffentlichen Sitzungen beteiligen. Fragen wurden dort bislang zu drei Fachgesprächen über eHealth, Open Data sowie die Urheberrechtsreform und Leistungsschutzrecht für Presseverlage gestellt. Fazit nach drei öffentlichen Fachgesprächen und fast drei Monaten Laufzeit: 35 Antworten auf 31 bestehende Fragen. Letzte Aktivität: 3. Dezember 2014.

Sitzungen davon öffentlich Tagesordnungspunkte

davon Verschiedenes/ allgemeine Bekanntgaben

Inhaltliche Tagesordnungspunkte
29 6 138 36 102

Insgesamt wurden auf allen Sitzungen des BTADA bisher 102 inhaltliche Tagesordnungspunkte behandelt (ausgenommen die Tagesordnungspunkte „Allgemeine Bekanntmachungen“ und „Verschiedenes“). Somit ergeben sich durchschnittlich drei Tagesordnungspunkte pro Sitzung.

Seit Gründung kein Gesetzentwurf unter Federführung des Ausschusses

Im Oktober 2014 erhielt der Ausschuss die Federführung über den Themenbereich Digitale Agenda. In den vorangegangenen Sitzungen mussten sich die Abgeordneten aber noch vom Bundesinnenminister die „Digitale Agenda des Bundesministeriums des Innern“ und von der Bundesregierung die „Digitale Agenda 2014 bis 2017“ vortragen lassen.

Die dem Ausschuss übertragene Federführung ist auch nicht allumfassend. Mehr als ein halbes Jahr nach seiner Einsetzung darf der Ausschuss zwar alle die Digitale Agenda der Bundesregierung betreffenden Themen ausarbeiten. Die verbleibenden Arbeitsgebiete werden jedoch weiterhin vom „Dreigestirn“ aus Innen-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss bearbeitet. Bislang hat der Ausschuss keinen einzigen Antrag bzw. Gesetzentwurf für die fortschreitende Digitalisierung oder für die Umsetzung der Vorschläge der Enquete-Kommission bearbeitet. Bisher gab es auch weder Beschlussempfehlungen noch Berichte zu Themen, die die Digitale Agenda der Bundesregierung betreffen.

Vorläufiges Fazit zum 1. Geburtstag

Nach einem Jahr ist die Umsetzung der Themen der Enquete-Kommission in einigen Gebieten, wie dem Breitbandausbau, planerisch vorangeschritten, in vielen anderen Themengebieten jedoch nicht. Insgesamt gab es weder eine nennenswerte öffentliche Beteiligung noch Impulse der 16 Abgeordneten des Ausschusses, um etwas an diesem Zustand zu ändern. Während die Enquete-Kommission ambitionierte Beschlüsse niederschrieb  und öffentlichkeitswirksam präsentierte, nutzte der BTADA diese Möglichkeiten bisher nicht. Trotz über 100 inhaltlichen Tagesordnungspunkten in 29 Sitzungen erfolgte keine öffentlichen Stellungnahme oder Empfehlung. Es entsteht der Eindruck, dass der Ausschuss wieder bei Null angefangen hat, anstatt an die Ergebnisse und Empfehlungen der Enquete-Kommission anzuknüpfen – schade um die bisher vertane Chance.


Weitere Interviews mit Mitgliedern des Bundestagsausschuss “Digitale Agenda”:


Dieser Beitrag erschien zuerst auf Politik-Digital.de und steht unter CC BY-SA 3.0.


Image (adapted) „Birthday Flan“ by Basheer Tome (CC BY 2.0)


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Warum muss das Netz frei bleiben, Bastian Unterberg?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer & CEO von jovoto.com, Bastian Unterberg.

Bastian_Unterberg_postHerzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Für mich ist es immer wieder beeindruckend zu erleben, dass die digitale Revolution Menschen auf der ganzen Welt dazu befähigt, Ihr Leben selbstbestimmter zu leben, weil Ihnen digitale Geschäftsmodelle dafür die grundlegende Sicherheit bieten. 

Ob dies nun Geschäftsmodelle sind, die ungenutzte Assets nutzbar machen, wie Collaborative Consumption Plattformen, wie AirBnB oder Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter, die eigene Herzensprojekte finanzieren – oder ob es Plattformen sind, die Zugang zu neuen Opportunities und Jobs schaffen, wie jovoto. 

Diese Auswirkungen der digitalen Revolution, die auf der ganzen Welt das Leben von Millionen von Menschen nachhaltig verändern sind es, die mich motivierten jovoto zu gründen. Bei jovoto erlebe ich diese Auswirkungen in der Art, dass Menschen ausreichend Vertrauen in Einkommensperspektiven und Netzwerkeffekte unserer Plattform fassen, um endlich die wenig geliebte Anstellung niederzulegen. Die meisten dieser Menschen fühlen sich mit der Entscheidung befreit und sind als Architekt Ihres eigenen Lebens wesentlich zufriedener und vor allem eines: Freier. 

Deshalb ist es so wichtig, dass wir die digitale Revolution schützen. Unser Netz muss frei bleiben! Nur so können Menschen wirklich Vertäuen fassen. Ein kontrolliertes und regulierbares Netz ist ein Unsicherheitsfaktor für jeden Internetunternehmer und für all diejenigen die auf diese digitalen Geschäftsmodelle Ihr Leben aufbauen.

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Welcher Mail-Spoof hat dich umgetrieben, Tilman Baumgärtel?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Publizisten und Vertretungsprofessor an der FH Mainz, Dr. Tilman Baumgärtel. 

Tilmann_Baumgaertel_post

Heute habe ich wieder so eine Email bekommen. Kein Inhalt. Kein Betreff. Kein Absender. Kein Adressat. Trotzdem habe ich sie bekommen, eine Mail ohne Inhalt und ohne Grund. Vor ein paar Monaten hätte ich sie gelöscht, ohne weiter darüber nachzudenken. Ich bekomme jeden Tag so viele Mails. Ich bin froh über jede, auf die ich nicht reagieren muss. Delete-Taste, Fall erledigt.

Seit Edward Snowden uns die Augen dafür geöffnet hat, was für ein Panoptikum das Internet ist, treibt mich so eine Email um. Bedeutet das, dass ich beobachtet werde? Habe ich allein durch den Empfang dieser Mail ein Backdoor zu meinem Computer geöffnet? Einen Trojaner installiert? Wird nun jeder Tastendruck, jede angeguckte Site in irgendwelchen kafkaesken Datenspeichern aufbewahrt, um in Zukunft irgendwann gegen mich verwendet zu werden? Warum gibt es solche Mails überhaupt? Weiterlesen »

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10 Jahre Facebook: Was das Social Network alles nicht verändert hat

Facebook Campus (adapted) (Image by Marcin Wichary [CC BY 2.0], via flickr)

Das Online-Netzwerk gilt vielen als Revolution – doch in so manchen Bereichen ist Zuckerbergs Schöpfung gar nicht so einflussreich, wie man denken mag. Morgen, am 4. Februar 2014, wird Facebook zehn Jahre alt. Anlass für viele Medien, zurückzublicken und große Storys über die weltverändernden Dinge zu schreiben, die Mark Zuckerberg zu Wege gebracht hat. Und natürlich muss man festhalten: Das Social Network hat großen Einfluss auf unsere Online-Kommunikation, auf unseren Nachrichten-Konsum auf unsere Privatsphäre und darauf wie Unternehmen Werbung machen und Politiker zum und mit dem Volke sprechen. Doch man muss auch einen Schritt zurückmachen und sich fragen: Was hat Facebook alles nicht verändert? 

1. Die Privatsphäre abgeschafft? Nein.

“Facebook schafft die Privatsphäre ab”, lautet ein Standsatz, und Facebook-Gründer Zuckerberg meinte einst, dass Privatsphäre heute nicht mehr der “sozialen Norm” entspreche. Das ist nicht eingetreten. Spätestens mit dem Bekanntwerden der NSA-Überwachung ist das Bedürfnis nach Datenschutz und Privatsphäre gewachsen: Laut BITKOM-Studie haben sich 82 Prozent aller aktiven Facebook-Nutzer mit den Privatsphäre-Einstellungen ihres Netzwerks beschäftigt, 69 Prozent haben diese auch verändert (unter den 14- bis 29-Jährigen sogar 90 bzw. 77 Prozent). Die wichtigste technische Funktion ist für die Befragten (93 Prozent) das vollständige Löschen von persönlichen Daten. Zudem sprechen Forscher bereits vom so genannten “Chilling Effect”: Internetnutzer zensieren sich gewissermaßen selbst und stellen weniger online als früher. Parallel dazu sehen wir den rasanten Aufstieg der beiden Smartphone-Apps WhatsApp und Snapchat: Erstere erlaubt das Sharen von Informationen in kleinen Gruppen, zweitere hat eine Selbstzerstörungsfunktion für verschickte Bilder und Videos verbaut. Insgesamt gibt es also trotz Facebook ein großes Verlangen nach Privatsphäre – wobei immer zu bedenken ist, dass digitale Tools im NSA-Zeitalter oft nur eine gefühlte Privatsphäre und keine echte bieten können.
 

2. Den Arabische Frühling ausgelöst? Sicher nicht alleine.

Auch vier Jahre nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten liest man immer wieder noch von einer vermeintlichen “Facebook-Revolution”. Damit misst man dem Online-Netzwerk aber eine zu bedeutende Rolle zu – denn schließlich waren es die Ägypter und Tunesier selbst, die auf die Straße gingen, und E-Mail, SMS, YouTube und Twitter sowie Flugzettel, Blogs und Word Of Mouth darf man auch nicht vergessen. “It’s not a Facebook thing, it’s an Internet thing”, sagte selbst Mark Zuckerberg im Rahmen des e-G8 Internet Forum über den Arabischen Frühling. Außerdem war Facebook nicht unbedingt hilfreich, weil man Wael Ghonim, einem der Betreiber der Facebook-Seite “We All Are Khaled Said”, kein Pseudonym zum Schutz seiner Identität vor den Schergen Mubaraks zugestehen wollte.
 

3. Die eMail abgelöst? Nope.

David Kirkpatrick, Autor des Buches “The Facebook Effect”, war in einem Interview mit mir 2009 felsenfest davon überzeugt, dass Facebook die E-Mail obsolet machen wird. Im November 2010 ermöglichte die Firma dann jedem Mitglied, eine E-Mail-Adresse nach dem Scham max.mustermann@facebook.com anlegen zu können – was einige Beobachter im Silicon Valley dazu verleitete, das Feature als “Gmail-Killer” zu bezeichnen. Schnellvorlauf ins Jahr 2014: Um mich bei Facebook einzuloggen, brauche ich immer noch meine alte E-Mail-Adresse. Und Sie?
 

4. Die Vorherrschaft von Google gebrochen? Noch lange nicht.

Die Facebook-Macher sind seit ihrer Ankunft im Silicon Valley von einem Ziel getrieben: Google zu schlagen. Man wollte das gesamte Web mit einem “social layer” überziehen und grundlegend die Art und Weise verändern, wie Menschen an Informationen gelangen. Allerdings googeln die Menschen heute immer noch (ca. 3 Milliarden Mal pro Tag), während Mark Zuckerberg kürzlich eingestehen musste, dass die hauseigene Suchfunktion Graph Search nicht einmal in der Hälfte aller Fälle funktioniere. Gegen Google mit einem Jahresumsatz von 55,5 Milliarden US-Dollar 2013 nimmt sich Facebooks Umsatz im Vorjahr mit 7,87 Mrd. US-Dollar vergleichsweise klein aus. Auch im Mobile-Bereich geht das Gros der Werbegelder an Google und nicht an Facebook, das immerhin mehr als 50 Prozent seines Umsatzes auf Smartphones und Tablets macht.
 

5. Skype obsolet gemacht? Not.

Wenn so viele Menschen auf einer Online-Plattform kommunizieren, dann ist es naheliegned, ihnen möglichst viele technische Kanäle dazu zu geben. Dachte sich Mark Zuckerberg und führte im Sommer 2011 Videoanrufe (übrigens mit Hilfe von Skype) ein, die Facebook-Mitglieder am Desktop starten können. Die Funktion ist allerdings nicht sehr präsent im Online-Netzwerk, hat sich nicht so richtig durchgesetzt, und die Menschen sagen immer noch “skypen” zum Videotelefonieren. Da sind Apple mit “Facetime” und Google mit “Hangouts” viel näher dran als Facebook, den Videocall-King, der Microsoft gehört, vom Thron zu stoßen.
 

6. Seine Klarnamenpolitik durchgesetzt? Nö.

Der Traum von Mark Zuckerberg, dass einmal alle Menschen mit ihrer echten Identität im Internet unterwegs sind, dürfte sich nicht erfüllen. Twitter, Reddit oder Google+ sind große Plattformen, auf denen Pseudonyme erlaubt sind – wenn auch diese Accounts im Hintergrund auf unterschiedliche Art und Weise an echte, auffindbare Personen geknüpft sind. Auf Facebook selbst gibt es etwa 8 Prozent Fake-Accounts (das sind fast 100 Millionen Accounts), und auch Facebook-eigene Apps wie Instagram oder Messenger kann man mit mit Nickname bzw. ohne Facebook-Account benutzen.
 

7. Die Welt vernetzter und offener denn je gemacht? Leider nein.

Das ambitionierte Ziel, die gesamte Welt auf einer Plattform zu vernetzen, konnte Facebook in seinen ersten zehn Jahren natürlich nicht erreichen. In Deutschland sind 56 Prozent der Internetnutzer Mitglied, in Österreich sind etwa 40 Prozent der Bevölkerung registriert. Ganz zu schweigen von restriktiven Staaten wie China, Iran oder Pakistan, wo das Online-Netzwerk gesperrt ist. Außerdem beschreiben renommierte Buchautoren wie Eli Pariser (“The Filter Bubble”) oder Ethan Zuckerman (“Rewire”) einen gegenläufigen Trend: Anstatt mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten, umgeben wir uns in Online-Netzwerken lieber mit Menschen und Informationen, die uns ähnlich sind bzw. zu unseren Meinungen passen. Mit seinen Personalisierungstechnologien trägt Facebook zu dieser Entwicklung bei. Auch offener ist die Welt nicht geworden: Wenn man etwa den Berichten von “Reporter ohne Grenzen” folgt, wird die Zahl der Menschen, die unter Internet-Zensur und -Überwachung leben, von Jahr zu Jahr nicht kleiner, sondern größer. Und wenn man sich die Leaks von Edward Snowden ansieht, dann wird klar, dass Facebook auch ein Tool der Überwacher geworden ist.
 

Image (adapted) “Facebook Campus“ by Marcin Wichary (CC BY 2.0)


 

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Wie verändert Twitter den Sport, Paul Keuter?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute Head of Sports Partnerships, Twitter Germany, Paul Keuter.

Paul_Keuter_postFür Jemanden der sich nicht als „digital native“ bezeichnet, ist es schwer einen wirklich individuell beeindruckenden Moment des digitalen Zeitalters aus der Erinnerung zu fischen. Ich bin aber immer wieder aufs neue fasziniert davon, wie Twitter die Kommunikation im Sportbereich verändert hat. Während des Champions League Finales in London dieses Jahr habe ich einem Journalisten über die Schulter geschaut, der Tweetdeck nutzte. Die Geschwindigkeit mit der ich dort Millionen von Tweets einlaufen sah, hat mich extrem beeindruckt. Zu einem solchen Ereignis wird Twitter selbst zu einer Art Stadion in dem Millionen von Fans eine unglaubliche Atmosphäre verbreiten. Die nachfolgende Visualisierung von Tweets zu einem Spiel der Fußball Europameisterschaft 2012, zeigt wie sich die Fans in der ganzen Welt auf Twitter zu einem Großereignis treffen. Das ist ein gutes Beispiel für eine Errungenschaft der digitalen Revolution, die sicherlich nicht nur mich beeindruckt. Weiterlesen »

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Dein beeindruckendstes Online-Erlebnis, Christian Ankowitsch?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Autor und CIO (Chief Inhalte Officer) bei Moka Consorten, Dr. Christian Ankowitsch

Christian_Ankowitsch_post

Der beeindruckendste Moment war für mich tatsächlich ein konkreter Moment. Und zwar jener, in dem mir im Jahr 1993 ein Kollege die Sache mit dem Internet demonstrieren wollte und sich – von seiner Wohnung ein paar Kilometer entfernt – per 2.400-bit-Modem auf meinem Laptop einloggte. Ich war vollkommen fasziniert und außer mir. Grandios. Der Kollege machte zwar nichts Besonderes auf meinem Rechner – aber von da an wollte ich mit der digitalen Welt da draußen etwas zu tun haben. Und so lauschte ich von nun an dem verlockenden Gezirpe des Modems. Ich besorgte mir ein CompuServe-Handbuch, in dem eine 5 1/4-Zoll-Diskette steckte und meldete mich mit deren Hilfe bei CompuServe an. Das hatte zur Folge, dass ich eine – unter Insidern höchst begehrte – Mitgliedsnummer bekam. Sie lautet 75337,1615 – nur für den Fall, dass mir jemand eine Email schicken will (75337.1615@compuserve.com). Weiterlesen »

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Was ist revolutionär an der Digitalen Revolution, Niko Waesche?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer & Managing Partner von GMPVC German Media Pool, Dr. Niko Marcel Waesche.

Niko_Waesche_postGlückwunsch zum 15-jährigen Netz-Jubiläum; das können nicht viele feiern. Das zeigt Weitsicht und Durchsetzungsfähigkeit gleichzeitig. Die Frage nach dem beeindruckensten Moment ist tückisch. Man outet sich sofort als Netz-Dino wenn man die ersten Schritte mit Gopher, Pine oder Mosaic beschreibt. Und aus heutiger Perspektive sind die unglaublichsten Aha-Erlebnisse von Damals nicht mal mehr einen Gähner wert.Wir haben sogar vergessen, warum die Digitale Revolution eine Revolution war, so normal erscheint uns alles heute.Genau das sollten wir aber nicht vergessen. Die ersten, die sich für das Netz interessierten, fanden genau einen Aspekt spannend und nichts anderes. Geld verdienen könnte man mit dem Internet nämlich kaum. Leute, die sich dafür interessierten, produzierten CDs mit Spielen oder Anwendersoftware.Und das Netz war kein Entertainment. Videos und selbst Audio ging kaum. Es tummelten sich weit mehr Leute auf der (offline) CD-ROM Konferenz von Reed Midem in Cannes als auf der dritten International World Wide Web Conference 1995 in Darmstadt (ich besuchte damals beide). Weiterlesen »

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Bester Satz zur digitalen Revolution, Christian Sauer?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den CEO von Webtrekk, Christian Sauer.

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„Ohne das Internet wäre ich vielleicht nie zum Unternehmer geworden und deshalb verdanke ich der digitalen Revolution wirklich sehr viel. Ohne das Internet und den Mobilfunk würden wir Verabredungen immer noch vom Haustelefon treffen und Briefe schreiben. Einer der beeindruckendsten Momente zu der für mich bedeutsamen digitalen Revolution war dann auch vor ca. einem Jahr, als ein Marketingberater von Volkswagen mir sagte: „Internet, da glaube ich nicht dran“.

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Auf welche Internet-Story bist du richtig stolz, Peer-Arne Böttcher?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Geschäftsführer des BCH Business Clubs Hamburg, Peer-Arne Böttcher.

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Mein persönlich beeindruckendster Moment aus der digitalen Revolution? Das waren 127 Tage im Jahr 2000. Sie sind mit einem ganz besonderen Namen verbunden: „Jackie Strike“. Die Erinnerung an diese Zeit löst noch heute ein Breitband-Grinsen bei mir aus.

Jackie Strike war die erste virtuelle Präsidentschaftskandidatin der Welt. Der medialen und menschlichen Evolution vorauseilend avancierte sie im US-amerikanischen Wahlkampf (George W. Bush vs. Al Gore) zu einem internationalen Star. Als sie am Independence Day ihren Hut in den Ring warf, übertrug sogar CNN.

Jackie war die erste Politikerin, die die Möglichkeiten des Internets, das für manchen damaligen Zeitgenossen noch Neuland war, vollends ausschöpfte. Während sich ein gewisser Barack Obama bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei für das Repräsentantenhaus eine blutige Nase holte, setzte Jackie bereits Maßstäbe: Sie war smart, modern, dynamisch, und im Gegensatz zu ihren Kollegen war sie auch erreichbar – rund um die Uhr. Denn Jackie war ein Avatar und sogar in der Lage, selbständig TV-Interviews zu geben. Weiterlesen »

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Mit welcher Domain wollen Sie ein Zeichen setzen, Michael Trautmann?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Vorstand der trautmann, heumann, jochum und kemper ag, Dr. Michael Trautmann.

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Mein beeindruckendster Moment ist auf dem beiliegenden Foto dokumentiert. Es war der 1. Juni 2012 an dem ich Teil einer Gruppe war – und heute weiß ich, dass es die weltweit einzige  Gruppe war – die eine Bewerbung für eine gemeinnützige Top-Level Domain abgegeben hatte. Der Moment, an dem wir den letzten Schritt eines umfangreichen Bewerbungsmarathons vollendet haben und die Returntaste auf unserem Rechner drückten war ein wesentlicher Zwischenschritt auf einer Reise, die uns nun schon fast 4 Jahre beschäftigt. Weiterlesen »

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Wann hast du die ersten Internetseiten gebaut, Jochen Maaß?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer und Geschäftsführer von Hanse Ventures, Jochen Maaß.

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Im Computer-Unterricht der Schule bastelte ich meine ersten Internetseiten mit den frisch erworbenen HTML-Kenntnissen. Danach war die Begegnung mit AOLpress, einem der ersten „What you see, is what you get“-Editoren überhaupt, schon so etwas wie eine kleine Revolution. Mit dem Wandel hin zur Digitalisierung des Lebens verbinde ich aber vor allem die vielen tollen Begegnungen mit den Machern der hiesigen Internetszene, beispielsweise auf dem eBizzTalk, der diese Akteure seit 1999 immer wieder zu einem offenen Austausch zusammen bringt.

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Was waren deine ersten Pionierschritte ins Digitale, Ulrich Hegge?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Generalbevollmächtigten(General Manager) / CSO der comdirect bank AG, Ulrich Hegge.

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Puh, sich in meinem Alter an etwas zu erinnern, was mich besonders digital revolutioniert hat? Na, einen Versuch ist es wert…

Das erste Mal, dass ich so richtig begriffen habe, wie großartig das Internet sein kann? Eine Recherche in „Melvyl“ (heute: worldcat.org). 1989 war das, und ich suchte direkt in den Schlagwortverzeichnissen weit entfernter Uni-Bibliotheken. Das war wirklich etwas anderes als das Usenet über uucp oder die Fido- und Maus-Netze, die ich sonst nutzte.

Das World Wide Web? 1991 arbeiteten wir eifrig an unserem „Infosystem“ für die Uni Münster. Auf einmal wurde uns etwas viel Besseres gezeigt, so etwas mit Hypertext und so. Das WWW war auf den ersten Blick so viel besser als alles andere, wir sind sofort geschwenkt. Das kommerzielle Potential haben wir damals nicht einmal ansatzweise erkannt. Weiterlesen »

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Welche digitale Stilform beindruckt dich am meisten, Gerd Stodiek?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Mitgründer und Geschäftsführer von zeitdeck Media, Gerd Stodiek.

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Als das Modem noch Geräusche machte, bin ich bewusst 1992 in New York ins Internet gegangen und war ich fasziniert von der potenziellen, allgemeinen Verfügbarkeit der Informationen. Jeder kann jedem, fast immer etwas schicken und gleichzeitig empfangen. So ist das Internet der Dinge ein historischer Gruß an das 33k Modem, denn das geräuschlose Internet lässt Überwachung unscheinbar sein.

Für mich war die Entdeckung des Formats und die Stilform des freien Bloggens, während dem zweiten Irak Krieg, der Versuch vieler Menschen, Propaganda zu dechiffrieren und mit anderen zu vernetzen, eine enorme Bereicherung der Meinungsfreiheit. Ich hoffe, dass wir die Chance nutzen, die Geräusche des Internets so zu filtern, dass sie für etwas stehen und weniger über etwas stehen.

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Welches Raumschiff führte dich in den Cyberspace, Constantin Gillies?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Wirtschaftsjournalisten und Buchautoren, Constantin Gillies. (Foto: David Weimann).

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Mniiiiiiiiiii-krrrrrrrrr – mit diesem Geräusch begann mein Aufbruch in eine neue Welt. Es war das Plärren eines Modems, das auf dem letzten Loch pfiff, um 28.800 Bits pro Sekunde in die Studi-Bude zu schaufeln. Ende 1997 muss das gewesen sein, und lustigerweise war es nicht mal meine eigene Bude, sondern die meiner damaligen Freundin. Sie hatte mich gebeten, ihr mal „dieses Internet“ einzurichten – damals benutzte man das Wort noch mit bestimmtem Artikel.

Da hockten wir also, vor dem Mäusekino des 13-Zoll-Röhrenmonitors und lauschten dem Sound der Zukunft.

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Was kickt dich am digitalen Ideenzeitalter, Sabine Fischer?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute die Unternehmensberaterin und Professorin, Prof. Dr. Sabine Fischer.

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Geradezu ehrfürchtig beeindruckt mich tatsächlich ununterbrochen seit Erkennen des digitalen Paradigmenwechsels die Möglichkeit, dass ALLES anders sein kann, sollte oder wird. Und fast ängstlich beeindruckt mich gleichzeitig, dass ich Verantwortung für diesen Wechsel in Allem trage.

Und mit Alles meine ich Alles: Die vielzitierten sprechenden Kühlschränke sind heute doch erst vager Ausdruck vom Können technischer Dienerschaft und Service der Zukunft. Mobile Tablet- und Handykommunikation sind ebenso reizend wie unfertig ähnlich einem Kleinkind, dessen Potentiale wir noch nicht kennen. Soziale Netzwerke spiegeln in einer heilen Welt eine typisch unbändige und unreflektierte Lust beim Umgang mit etwas Neuem. In unheilen Welten konnten bereits ganz andere Möglichkeiten ausgelotet werden (die die Bezeichnung „digitale Revolution“ verdienen). Weiterlesen »

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Wo packte dich in den 90ern der Digital-Hype, Krystian Woznicki?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Gründer und Herausgeber der Online-Zeitung Berliner Gazette, Krystian Woznicki. (Foto: Yasuhiro Yamaguchi )

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Erinnern Sie sich noch an den Moment, indem Sie Ihren ersten PC kauften, Ihre erste Email-Adresse einrichteten und den ersten Absturz Ihres Betriebssystems hinnehmen mussten? Oder wann Sie das erste Mal von Technikeuphorie sowie Internet-Hype eingenommen wurden und das erste Mal – wie auch immer medial vermittelt – über Spektakel und Alltag des Vernetzt-seins nachgedacht haben?

Ich selbst erlebte all dies im Tokio der 1990er, wo Technikkonzerne avantgardistische Museen und intellektuelle Zeitschriften gründeten, wo ganze Stadtteile für den Verkauf neuster Elektronikware abbestellt waren und wo Science Fiction-Filme über den komplett verkabelten Menschen kaum Strahlkraft entfalten konnten, weil der digitalisierte Alltag futuristisch genug war. Wo ich mit Netzaktivisten und Medienkünstlern zusammenzuarbeiten begann und wo ich am eigenen Leib erfuhr, was es bedeutet, emailsüchtig zu werden, aber auch, wie schön es ist, Menschen vom anderen Ende der Welt im Netz kennenzulernen. Weiterlesen »

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Welcher Webdienst bringt dich zum Tanzen, Wolfgang Gumpelmaier?

Heute den Crowdfunding-Experten, Digital Media Berater und Co-Founder von ununi.TV, Wolfgang Gumpelmaier (Foto Alexander Kühn)

Wolfgang Gumpelmaier

Mich hat in den letzten Jahren neben dem Aufkommen von Crowdfunding vor allem der Start der Musikstreaming-Plattform Spotify besonders beeinflusst. Endlich ist es für Musikliebhaber möglich, alte und neue Musik legal zu konsumieren und das in allen Lebenslagen. “Der Soundtrack für dein Leben” wie es Spotify auf der eigenen Webseite ankündigt ist für mich bereits Realität. Ob in der Küche, am Fahrrad oder im Büro, Spotify ist immer dabei. Weiterlesen »

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Was war die erste Berührung mit der neuen Welt, Eva-Maria Bauch?

Heute die Geschäftsführerin von G+J Digital GmbH, Eva-Maria Bauch. (Foto Lena Wagner)

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Schon extrem beeindruckt war ich, als ich zum ersten Mal ein iPhone in der Hand hielt. Ich bin mit einem C64 und den ‚Winter Games‘ aufgewachsen – in der Handhabung und Bedienung war ein Touchscreen am Smartphone da wirklich eine ganz andere neue Welt. Das hat zu dem Zeitpunkt völlig neue Möglichkeiten eröffnet, die wir uns heute gar nicht mehr wegdenken können. Heute ist das schon ganz normal.

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Wird dir jemals langweilig im Social Web, Ibrahim Evsan?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Social Media Speaker, Online Reputation Experten und Unternehmer, Ibrahim Evsan.

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Die Erkenntnis darüber, welche Werte ich durch die Digitalisierung gewinne? Sei es durch Beziehungen in den sozialen Medien, der Wertschätzungen in Facebook oder soziales Engagement bei betterplace oder kickstarter. Die Liste ist unendlich. Durch das aktive Sein im Social Web, also leben im Social Media, erlebe ich jeden Tag neue Dinge. Wir stillen damit aber auch die Langeweile. Die Digitalisierung ist eine ständige Revolution. Deswegen heißt es: Den Zeitgeist spüren.

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Wann hat es „Klick“ gemacht, Oliver Herrgesell?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Senior Vice President „Kommunikation, Turner International“, Oliver Herrgesell.

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Manfred Bissinger, ein Traditionalist der Füllfederkultur, hatte gerade eine moderne Zeitung gegründet, “Die Woche”. Der Verleger hatte in elektronische Ausrüstung investiert, und plötzlich waren die Redakteure allesamt digital unterwegs. Das war eine erhebliche Umstellung für die meisten von uns. Feuilletonchef Tilman Spengler bat mich damals um Hilfe, den kleinen blinkenden Strich auf seinem Bildschirm zu bewegen. Ich zeigte ihm die Computermaus, und: “Aaahh!”

Bis dahin waren Manuskripte auf Durchschlagpapier gedruckt und handschriftlich redigiert worden. Seitenlayouts wurden geklebt, alles per Boten durch die Stadt hin und her und wieder hin geschickt. Jetzt aber produzierten wir schneller, transparenter, flexibler. Weiterlesen »

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Wie war es auf den Info Highways, Willy Loderhose?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution.– Heute den Publizistischen Berater und Autor, Willy Loderhose.

Willy_Loderhose_post100435,544@compuserve.com war meine erste E-Mail-Adresse. Als ich darüber im Sommer 1995 eine freundliche Anfrage an „whitehouse.gov“ richtete und erstaunliche zwei Stunden später von dort die Erlaubnis bekam, Auszüge aus Al Gores berühmter Rede auf dem Brüsseler G7-Gipfel zur globalen Informationsgesellschaft abzudrucken, war das ein ziemlich erhabener Moment für mich.

Das kleine Buch, an dem ich damals schrieb und für das die Zitate des damaligen US-Vizepräsidenten über das „globale Dorf“ als Vorwort dienten, hatte den heute seltsam anmutenden Titel „Info Highways in die Zukunft“. Es war mein Ticket in die Chefredaktion der Internet-Zeitschrift TOMORROW, mit der wir den Deutschen ab 1998 sehr erfolgreich die virtuelle Welt erklärten. Als alle dann Bescheid wussten, wurde TOMORROW halt irgendwann eingestellt…  Al Gores alte Forderung nach effektivem Schutz der Privatsphäre in der digitalen Welt indes  ist aktueller denn je und ich bedauere heute wie damals, das viele Menschen keinen Schimmer davon haben, welchen Einfluss Google, Facebook und Co. wirklich haben.?Der Name TOMORROW immerhin lebt weiter: in jener AG aus Hubert Burdas Medienreich, die heute u.a. die deutsche Huffington Post herausgibt.

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Jemals offline gewesen, Peter Bihr?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Strategist, Consultant & Curator, Peter Bihr.

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Ein Freund studierte Informatik und hat mich mit in den Computerraum der Uni gekommen – das muss 1996 oder 1997 gewesen sein. Dort öffnete er einen Browser, klickte auf einige blau unterstrichene Wörter (Hyperlinks!) – und zeigte mir anhand der URLs, wie wir uns von Uni zu Uni, von Stadt zu Stadt, von Kontinent zu Kontinent bewegten. Einfach so, weltweit! Obwohl wir hauptsächlich Text und ein paar kleine animierte GIFs sahen, hat mir das damals wirklich die Augen geöffnet.

Danach ging alles ruckzuck, denn wie Hyperlinks im Netz führte so eins zum anderen: Als Schüler nebenher Geld verdient mit dem Bauen von Websites, Praktika in Onlineredaktionen und erster Job in der Onlineabteilung eines Verlags. Auch zu den Netzpiloten bin ich so gekommen, erst als Autor, später als Redaktionsleiter. Ehe ich mich versah war ich eine Art Scout, die Menschen und Unternehmen half, sich im Netz wirklich zurecht zu finden. 

Eines hat sich dabei seitdem immer und immer wieder gezeigt: Das Netz öffnet Türen und verbindet uns miteinander. Und das ist großartig!

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Wie fühlt sich Zukunft an, Johannes Kleske?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Co-Founder der Third Wave GmbH, Johannes Kleske.

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Die digitale Revolution war für mich eher eine Evolution, die sich Stück für Stück entwickelte. Erst im Rückblick wurde mir immer wieder klar, wie groß die Veränderungen eigentlich sind, die da passiert waren.

Trotzdem gibt es immer wieder kleine Momente, in denen man das Gefühl hat, dass die von William Gibson viel zitierte, ungleich verteilte Zukunft plötzlich da war. Ich erinnere mich z.B. noch gut an daran, wie ich das erste mal ein Taxi via myTaxi App bestellte. Ich verfolgt gebannt den Weg des Taxis auf meinem iPhone. Nun sollte es in meine Straße einbiegen und tatsächlich, da war es. So fühlt sich also ein bisschen manifestierte Zukunft an.

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Wer ist der Digital-Hero für die 60+ Generation, Guido Steinke?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Rechtsanwalt und Fachreferenten 60+ bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V., Guido Steinke.

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 „Dieses Gerät kommt mir nicht ins Haus!“

Helga B. Aus D. war sich da sicher. Ein Laptop oder ähnliches neumodisches Zeugs würde es nicht über ihre Schwelle schaffen. Als Lohnbuchhalterin wurde sie kurz vor ihrer Pensionierung noch mit MS-Outlook und Access gequält. Der PC stand für Arbeit, Abstürze und Hilflosigkeit.

Nach ihrer Pensionierung wollte sie davon nichts mehr wissen. Vermutlich würde sie heute noch mit ihrem analogen Telefonanschluss dasitzen, wenn nicht eine Freundin – beide 73 Jahre alt – ihr einige Interviews mit ihrem Lieblingsschauspieler gezeigt hätte, auf Youtube, auf ihrem iPad! Weiterlesen »

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Was war 1998 in deinem stoßfesten Spezialkoffer, Ingo Reese?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Manager für Business Development and Sales EMEA, Rovi Corporation, Ingo Reese.

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Die für mich beeindruckendste Person der digitalen Revolution ist Martin Eberhard. Ich hatte die Chance, mit ihm zusammen 1998 in Kalifornien an der Einführung des ersten elektronischen Buches zu arbeiten. Nur zu gut erinnere ich mich an einen Flug von San Francisco zurück nach Hamburg, im Gepäckfach über mir ein handgefertigter Prototyp in einem wasser- und stoßfesten Spezialkoffer. Wahrscheinlich der erste eBook Reader auf deutschem Boden. Noch heute muss ich schmunzeln, wenn 15 Jahre später um mich herum im Flugzeug wie selbstverständlich die Kindles angehen. 

Diese – für mich immer noch zu langsame – Digitalisierung unserer Welt, verdanken wir unermüdlichen Visionären wie Martin Eberhard, die sich nicht von Sätzen wie „ein Buch muss riechen, da muss Sand raus rieseln“ aufhalten lassen. Die wenigsten wissen, dass Martin ein paar Jahre später den Elektro-Sportwagen Tesla aus der Taufe gehoben hat. Ich habe mich immer gefragt, wie er etwas schaffen konnte, was große Automobilkonzerne mit ihren Entwicklungsabteilungen nicht schaffen. Zur Zeit arbeite ich an der Revolution des Fernsehens. Martin dazu ganz trocken: „die Fernsehsender sollten einfach ihr ganzes Programm für den nächsten Tag um Mitternacht online stellen und fertig“.  Ich glaube er hält sich einfach nicht mit „Altlasten“ auf und denkt weit genug voraus.

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