All posts under Filme

Stream Radar – Film & Doku Tipps im Mai

Die Mediatheken sind voll und haben einiges zu bieten! Darum haben wir auch wieder in diesem Monat die besten kostenlosen Filme, Dokus und Serien herausgesucht, die du im Mai ganz einfach streamen kannst. Mit dabei ist unter anderem ein Abschiedsgruß an die großartige Hannelore Elsner, die leider vor kurzem verstarb. In Dani Levys „Alles auf Zucker!“ stellt sie noch einmal unter Beweis, was für eine unglaublich tolle und vielseitige Schauspielerin sie war. Daneben empfehlen wir dir das Volker-Schlöndorff-Drama „Rückkehr nach Montauk“, die experimentelle Godard-Doku „Bildbuch“ und die skandinavische Krimiserie „Springflut“. Viel Spaß beim Streamen!

 

Rückkehr nach Montauk

Es gibt eine Liebe im Leben, die man nie vergisst. Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård) kommt zu seiner Buchpremiere nach New York. In seinem Roman schreibt er vom Scheitern einer Liebe in dieser Stadt. Nicht ganz zufällig trifft er Rebecca (Nina Hoss) wieder, die Frau von damals. Sie beschließen, noch einmal ein Wochenende in Montauk miteinander zu verbringen, dem kleinen Fischerhafen mit dem berühmten Leuchtturm am Ende von Long Island.

Arte / Verfügbar bis 07.05. / Zum Film

Bildbuch

Ein rauschhafter Gedankenfluss. Eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Bilder und Wörter. Wie ein fieberhafter Traum, geschrieben in einer stürmischen Nacht. Grausam und gewaltig. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Das verlorene Paradies. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet. Ein unheilvolles Bilderbuch. Der Krieg hat begonnen.

Arte / Verfügbar bis 22.06. / Zur Doku

Alles auf Zucker!

Bei Jaeckie (Henry Hübchen) läuft es nicht. Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau (Hannelore Elsner) mit Scheidung. Jetzt kann ihn nur noch das Erbe der gerade verstorbenen Mutter retten. Doch das bekommt er nur, wenn er sich mit seinem verhassten Bruder versöhnt und die nach jüdischem Gesetz festgesetzte einwöchige Totenwache einhält.

Das Erste / Verfügbar bis 23.07. / Zum Film

Lord of War – Händler des Todes

Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov (Nicolas Cage) ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali (Jared Leto) zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter – Yuri versorgt sie alle. Als sich Interpol-Agent Jack Valentine (Ethan Hawke) an seine Fersen heftet, gerät sein Imperium jedoch ins Wanken.

TVNow / Dauerhaft verfügbar / Zum Film

Springflut (Miniserie)

Die 25-jährige Olivia Rönning (Julia Ragnarsson) ist neu an der Polizeihochschule in Stockholm. Dort wird als Semesteraufgabe ein ungelöster Mordfall vorgestellt: Vor 25 Jahren ertrank am Ufer der schwedischen Insel Nordkoster eine hochschwangere Frau, weil sie im Sand eingegraben war. Die Identität der Frau ist bis dato unbekannt, ebenso wie Täter und Motiv. Olivia beginnt damit den damaligen Chefermittler Tom Stilton (Kjell Bergqvist) ausfindig zu machen.

ZDF / Verfügbar bis 04.07. / Zur Serie

 

STREAM RADAR 04

Venus – Nackte Wahrheiten

Die zwei dänischen Filmemacherinnen Lea Glob und Mette Carla Albrechtsen planen einen Erotikfilm und machen dazu einen offenen Casting-Call. Junge Frauen Mitte 30 sind aufgerufen, ganz offen über ihren Körper, ihre sexuellen Erfahrungen und Wünsche zu sprechen. Je weiter der Dreh voranschreitet, desto klarer wird ihnen, dass ihr Film aus diesen intimen Casting-Sessions entstehen wird.

Arte / Verfügbar bis 12.11. / Zur Doku

Mädchenbande

Marieme (Karidja Touré) wächst im Pariser Ghetto auf, wo prekäre soziale Verhältnisse und sexistische Hierarchien herrschen. Als sie sich einer Mädchengang anschließt, findet sie das erste Mal richtig Halt, Verständnis und Selbstbewusstsein. Aber nach einer Weile merkt sie, das sich auch diese Clique den Machos unterwerfen muss.

Arte / Verfügbar bis 30.04. / Zum Film

Resistance Fighters – Die globale Antibiotika-Krise

Jährlich sterben 700.000 Menschen durch multiresistente Keime – also Bakterien, die unempfindlich gegen Antibiotika sind. Die Resistance Fighters kämpfen dafür, dass wir noch lange etwas von der medizinischen Wunderwaffe haben. Die Doku begleitet Ärzte, Wissenschaftler, Patienten und Diplomaten.

Arte / Verfügbar bis 17.04. / Zur Doku

Rätselhafte Welt der Quanten

Quantenphysik? Klingt kompliziert. Die Doku gibt Einblicke in die alltägliche Bedeutung der Wissenschaft. Die Lastertechnologie zum Lesen von optischen Speichermedien wie CDs und DVDs würde ohne Quantenphysik zum Beispiel nicht existieren.

3sat / Verfügbar bis 28.03.2024 / Zur Doku

The Team (Staffel 1)

„The Team“ erzählt die Geschichte eines europäischen Ermittlerteams, das in Berlin, Kopenhagen und Antwerpen eine mysteriöse Mordserie aufzuklären hat. Mit dabei: Lars Mikkelsen, Jasmin Gerat, Veerle Baetens.

ZDF / Verfügbar bis 12.05. / Zur Serie

 

STREAM RADAR 03

Dead End (Staffel 1)

Eigentlich wollte die Forensikerin Emma (Antje Traue) nur den 75. Geburtstag ihres Vaters (Michael Gwisdek) feiern. Doch in ihrer verschlafenen Heimatstadt gibt es plötzlich einen Toten nach dem anderen. Und einige sind keines natürlichen Todes gestorben – so wie von Emmas Vater Peter, dem örtlichen Leichenbeschauer, irrtümlich festgestellt. Weil der immer schusseliger wird und Emma zu allem Überfluss menschliche Knochen in seinem Kühlschrank findet, ist sie nicht nur als Tochter, sondern auch als kompetente Kollegin gefragt.

ZDFneo / Verfügbar bis 08.06. / Zur Serie

Neukölln Unlimited

Die Geschwister Lial, Hassan und Maradona wachsen in Berlin Neukölln auf. Ihre Jugend ist von der Leidenschaft für Breakdance und Musik, sowie vom Kampf ihrer Familie für ihr Bleiberecht geprägt. Seit 16 Jahren leben sie schon ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland. Die Doku zeigt, wie sich die jungen Neuköllner behaupten und wovon sie träumen.

bpb / Dauerhaft verfügbar / Zur Doku

Charité (Staffel 2)

Neue Leute, neues Kapitel: In der zweiten Staffel wird die Medizingeschichte von 1943 bis 1945 beleuchtet, die eine höchst politische, aber ebenso perfide gut organisierte ist. Mit Jannik Schümann, Mala Emde, Ulrich Noethen und Hans Löw.

Das Erste / Verfügbar bis 18.04. / Zur Serie

Epidemie Einsamkeit

Immer mehr Menschen vereinsamen – trotz Internet und Großstädten. Denn gerade wegen der Vernetzung sind wir nicht mehr länger darauf angewiesen Familie und Freunde in der unmittelbaren Umgebung zu haben. Und so nehmen wir Jobs am anderen Ende des Landes an und finden uns plötzlich in einer völlig fremden Umgebung wieder. Einsamkeit kann nachweislich Schlafstörungen verursachen und in die Depression führen. Wie soll man aus diesem Teufelskreis ausbrechen?

3sat / Verfügbar bis 15.02.2024 / Zur Doku

Die Berater der Reichen und Mächtigen – Die Macht der „Big Four“

Die vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften erwirtschaften nicht nur selber 130 Milliarden Euro im Jahr, sie prüfen auch die Bilanzen nahezu aller multinationalen Konzerne. Ganz nebenbei helfen sie beim Finden von Steuerschlupflöchern. In einer umfangreichen Recherche wollen Reporter von WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung herausfinden: Wie mächtig sind diese Beraterfirmen wirklich?

WDR / Dauerhaft verfügbar / Zur Doku

 

STREAM RADAR 02

Hard Sun (Staffel 1)

Nachdem die Londoner Polizisten Charlie (Jim Sturgess) und Elaine (Agyness Deyn) bei der Arbeit auf streng geheime Dokumente gestoßen sind, ändert sich mit einem Mal alles für die beiden. Denn nun werden sie vom Geheimdienst höchstpersönlich gejagt.

ZDF / Verfügbar bis 07.03. / Zur Serie

Blochin: Die Lebenden und die Toten

Blochin (Jürgen Vogel) heißt der Mann, der schon einmal für tot erklärt war und inzwischen gemeinsam mit Dominik Stötzner (Thomas Heinze) bei der Mordkommission 7 in Berlin arbeitet. Zwei Typen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und dennoch zur Nähe gezwungen sind, da Blochin mit Dominiks Schwester angebandelt hat. Als ein neuer Fall ansteht, müssen die Ermittler mehr in Blochins krimineller Vergangenheit graben, als ihnen lieb ist.

ZDF / Verfügbar bis 07.04. / Zur Serie

Exit – Mein Weg aus dem Hass

Die norwegische Filmemacherin Karen Winther gehörte in ihrer Jugend erst einer linksextremen Gruppe an und war später sogar als Neonazi aktiv. Doch ihr gelang der Ausstieg aus dem extremistischen Milieu! Für ihre Dokumentation sprach sie mit Menschen überall auf der Welt, denen es ebenso gelungen ist ihre Radikalisierung hinter sich zu lassen – viele setzen sich heute zum Beispiel für Gewaltprävention ein.

Arte / Verfügbar bis 27.02. / Zur Doku

Das Märchen von der Inklusion

Inklusion ist, wenn jeder Mensch überall dabei sein kann – bei der Ausbildung, am Arbeitsplatz, beim Wohnen und in der Freizeit. Doch leider funktioniert der Alltag längst nicht so märchenhaft, wie man sich das wünschen würde. Das Radio-Bremen-Team begleitet z.B. die zehnjährige Nike mit Down-Syndrom, die in der Regelschule gehänselt wurde und nun wieder eine Förderschule besucht. Die Geschichten der Protagonisten zeigen, dass es längst kein Allheilmittel für Inklusion gibt und wir alle mehr dafür tun müssen.

Das Erste / Verfügbar bis 21.01.2020 / Zur Doku

Früher oder später

Wem gehört die Zukunft in Schönsee? Die Jungen verlassen das Dorf in der Oberpfalz und die Alten sterben. Wir lernen Ernst und Roswitha Schöfl kennen, die einen letzten Versuch unternehmen als Totengräber wenigstens davon zu profitieren. Der Höhepunkt der vier Kapitel (die sich an den Jahreszeiten orientieren), ist der Zuzug einer veganen Kommune, die das leere Hotel im Ort kauft.

BR / Verfügbar bis 28.02.2019 / Zur Doku-Reihe

 

STREAM RADAR 01

It’s a Free World

Drama von Ken Loach: Als die schlagfertige Angie (Kierston Wareing) ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, gründet sie kurzerhand ihre eigene Agentur und steigt in das Geschäft mit Gastarbeitern aus Osteuropa ein. Zusammen mit ihrer Freundin Rose (Juliet Ellis) will sie den Einwanderern etwas zu tun geben – auch wenn sie dabei so manche Gesetze missachten.

Netzkino / Dauerhaft verfügbar / Zum Film

Labaule & Erben

Nach einer Idee von Harald Schmidt: Wolfram Labaule (Uwe Ochsenknecht) muss den Verlegerposten des elterlichen Zeitungsimperiums übernehmen, als sein Vater urplötzlich verstirbt. Völlig unvorbereitet muss er sich nun Vorwürfen über gefälschte Reportagen stellen, Intrigen im Haus abfedern und der allgemeinen Medienkrise trotzen. Mit dabei: Inka Friedrich, Irm Hermann, Lena Dörrie & Lukas Rüppel.

SWR / Verfügbar bis 27.06.2019 / Zur Miniserie

Eine Armlänge Welt

Dokumentarfilm von Susanne Bohlmann: Sven leidet am Usher-Syndrom, durch das er langsam seine Hör- und Sehsinne verliert. Seit 2010 ist er bereits vollkommen blind. Nur einen Traum möchte er sich unbedingt verwirklichen: einmal im Leben den 800km langen Jakobsweg zu laufen. Zusammen mit seiner Assistentin Taubblinden-Almuth macht er sich an die Planung, die allein zwei Jahre dauern soll. Auf dem Weg wechseln sich dann sieben Begleiterinnen dabei ab, sich um ihn zu kümmern.

ZDF/ Verfügbar bis 15.02.2019 / Zur Doku

Smart Cities – Nachhaltig leben in der Stadt

Schon heute lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten – bis 2050 werden noch einmal 2,5 Milliarden Menschen hinzu kommen. Dadurch nehmen nicht nur die Herausforderungen an Stadtplaner, Bürokratie und Verwaltung zu, sondern auch an die Lebensqualität selbst. Die Doku zeigt Positivbeispiele, wie diese Transformation gelingen kann.

ZDF / Verfügbar bis 17.11.2019 / Zu Doku

 

STREAM RADAR 12

Das Salz der Erde

Der Fotograf Sebastião Salgado hat auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Der Film von Wim Wenders zeigt auf visuell höchst beeindruckende Weise das Leben und die Arbeit des Brasilianers.

SWR / Verfügbar bis 21.11.2019 / Zur Doku

Where to Invade Next

Was können die USA von anderen Ländern lernen? Michael Moore will es genau wissen und marschiert als Ein-Mann-Armee in Europa und Tunesien ein. Wo immer er seine US-Flagge in fremden Boden rammt, will er keine Territorien und Ölfelder erobern, sondern gute Ideen. Und zwar solche, mit denen Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien gute Arbeits- und Lebensbedingungen für ihre Bürger geschaffen haben. Egal ob faire Löhne oder gesundes Schulessen, kostenlose Bildung oder menschenwürdige Gefängnisse: Michael Moore klaut alles, was er kriegen kann.

Arte / Verfügbar bis 09.02.2019 / Zur Doku

Die purpurnen Flüsse – Melodie des Todes (Staffel 1)

Vierteilige Krimi-Reihe in Spielfilmlänge: Kommissar Niémans (Olivier Marchal) und seine Kollegin Camille Delaunay (Erika Sainte) ermitteln in einem abgelegenen Kloster. Ein Mönch starb unter mysteriösen Umständen, und der Schlüssel zur Aufklärung liegt in seiner Handfläche.

ZDF / Verfügbar bis 03.02.2019 / Zur Serie

Precious – Das Leben ist kostbar

Ausgezeichnet mit zwei Oscars: Die 16-jährige Claireece „Precious“ Jones (Gabourey Sidibe) ist schwarz, fettleibig, ungebildet – und bereits zum zweiten Mal schwanger von ihrem eigenen Vater. Ihre einzige Zuflucht sind Tagträume von Reichtum und Glamour. Doch um wirklich etwas zu ändern, müsste sie erst einmal anfangen lesen und schreiben zu lernen. Nur von ihrer Mutter (Mo’Nique) darf sie auf keine Hilfe hoffen.

Watchbox / Dauerhaft verfügbar / Zum Film

Only Lovers Left Alive

Adam (Tom Hiddleston) ist ein depressiver Vampir in Detroit, der die Ewigkeiten auf Erden nur mit viel guter Musik und Kunst aushält. Als ihn aber nicht mal das richtig aufmuntert, muss seine Geliebte Eve (Tilda Swinton) von ihrem Wohnort Tanger zu ihm reisen. Mit ihr findet Adam wieder sein Gleichgewicht. Das ist jedoch nicht von Dauer – denn plötzlich taucht Eves Schwester (Mia Wasikowska) auf und bringt alles extrem durcheinander.

3sat / Verfügbar bis 17.10.2019 / Zum Film

 

STREAM RADAR 11

Das Hohe Haus – Bewährungsprobe für den Bundestag

Vor genau einem Jahr – am 24. Oktober 2017 – trat der neu gewählte Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Erstmals mit vertreten: die AfD. Phoenix hat zu diesem Anlass einen Blick hinter die Kulissen der parlamentarischen Arbeit geworfen und zeigt, mit welchen Bewährungsproben die Demokratie dieser Tage zu kämpfen hat. Hat sich der Ton verändert? Wackeln etwa die Grundpfeiler unserer Republik? Unter dem gleichen Titel („Das Hohe Haus“) hat übrigens schon Roger Willemsen ein empfehlenswertes Buch über den Deutschen Bundestag geschrieben.

Phoenix/ Dauerhaft verfügbar / Zur Doku

Lammbock

Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) bauen Marihuana an. Getarnt als Pizzalieferanten, verkaufen sie das Zeug, das sie auch selbst gern rauchen. Eigentlich läuft alles gut, aber Stefan beschleichen langsam Zweifel an seinem Lebensstil. Richtig schwierig wird alles aber erst, als Ungeziefer die Graspflanzen befällt. Jetzt brauchen sie Hilfe, die jedoch nicht leicht zu finden ist.

Tele5 / Verfügbar bis 05.11. / Zum Film

24 Hours – Two Sides of Crime (Staffel 1)

Die belgisch-deutsche Thriller-Serie beleuchtet eine Geiselnahme abwechselnd aus den Sichten innerhalb und außerhalb einer Bank. Drinnen sehen wir Geiselnehmer und Opfer, draußen Ermittler und Presse. Erst nach und nach setzt sich für den Zuschauer ein komplettes Bild der Ereignisse zusammen.

ZDF/ Verfügbar bis 17.05.2019/ Zur Serie

Ist es anstrengend, ein YouTube-Star zu sein?

Gesine Enwaldt ist 55 und kennt YouTube nur über ihre Kids. Doch sie weiß, dass Jugendliche heute davon träumen „YouTube-Star“ zu werden. Für das Recherche-Format STRG_F hat sie sich also gefragt, wie eigentlich die Arbeitsbedingungen für Leute wie Dagi Bee, LeFloid und Masha Sedgwick aussehen und wie anstrengend ihr Job wirklich ist.

STRG_F / Dauerhaft verfügbar / Zur Doku

Die Protokollantin (Staffel 1)

Freya (Iris Berben) hat vor elf Jahren ihre Tochter verloren, der Fall ist aber bis heute nicht richtig geklärt. Als der mutmaßliche Mörder aus dem Gefängnis entlassen werden soll und ihre Arbeit beim LKA Berlin ihr einen ganz ähnlichen Fall präsentiert, macht sich Freya selbst auf die Suche nach Antworten.

ZDF / Verfügbar bis 18.04.19 / Zur Serie


Foto-Credit: Wild Bunch Germany, Grandfilm, Jean-Luc Godard

Weiterlesen »

5 Highlights aus den Mediatheken!

In den kostenlosen Mediatheken warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für den Oktober: das Spielfilmdebüt von Echt-Sänger Kim Frank, die teuerste deutsche Serienproduktion aller Zeiten und eine Reportage über Antisemitismus in deutschem Hip-Hop. Viel Spaß beim Streamen!

Wach

Debüt von Kim Frank: Nike (Alli Neumann) und C. (Jana McKinnon) wären gerne älter als sie sind, würden am liebsten mehr erleben als sie es gerade tun, wollen raus aus allem. Um sich mal richtig zu spüren, probieren die 17-jährigen Freundinnen so lange wie möglich ohne Schlaf auszukommen. Ein 86-Stunden-Rausch beginnt.

Funk | Dauerhaft verfügbar: Zum Film

Babylon Berlin (Staffel 1)

Berlin, im Frühjahr 1929: Eine Metropole in Aufruhr. Ökonomie und Kultur, Politik und Unterwelt – alles befindet sich in radikalem Wandel. In dieser Kulisse findet sich der junge Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) wieder. Ein scheinbar simpler Fall wird sein Leben bald für immer verändern. Mit dabei: Liv Lisa Fries, Lars Eidinger, Benno Fürmann uvm.

Das Erste | Verfügbar bis 18.10.: Zur Serie

The Tables

An den Tischtennis-Platten im New Yorker Bryant Park trifft sich die Welt – von Obdachlosen, Profi-Spielern, Fahrrad-Boten, über Investmentbänker bis hin zu einem Typen, der einen Holzblock als Schläger benutzt. Doku-Filmer Jon Bunning stellt die Menschen vor, die dort bei Wind und Wetter zusammenkommen.

Jon Bunning (Vimeo) | Dauerhaft verfügbar: Zur Doku

Die Brücke (Staffel 1-3)

Eine Frauenleiche auf der Öresundbrücke zwischen Schweden und Dänemark ist der Beginn vieler Taten eines unbekannten Mörders. Eine grenzübergreifende Polizeikooperation soll helfen die Verbrechen so schnell wie möglich aufzuklären. Welche Hinweise zu den Taten können der dänische Inspektor Martin Rohde (Kim Bodnia) und seine schwedische Kollegin Saga Norén (Sofia Helin) finden? Und wer kommt überhaupt als Tatverdächtiger in Frage?

ZDF | Verfügbar bis 19.12.: Zur Serie

Die dunkle Seite des deutschen Rap

Über Antisemitismus im deutschen Rap wird nicht nur in der Musikszene heftig debattiert. Viola Funk fragt für „Die Story“ vom WDR nach: Wer sind die Akteure? Um was geht es in den Rap-Texten wirklich? Rapper wie die Antilopen Gang erklären, um was es in ihren umstrittenen Songs wirklich geht.

WDR | Verfügbar bis 28.03.19: Zur Doku


Foto-Credit: Funk, ARD, Sky (adapted) by David Streit

 

Weiterlesen »

5 Highlights aus den Mediatheken!

20180801 Mediathekentipps KW 31

In den kostenlosen Mediatheken warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für den August: ein Road-Movie von Fatih Akin, eine Krimi-Serie über Amnesie und drei Dokumentationen. Viel Spaß beim Streamen!

Digital Africa – Ein Kontinent erfindet sich neu

Es heißt, dass der afrikanische Kontinent eine Stufe der Digitalisierung einfach übersprungen hat: Von Kenia bis Ghana arbeiten unzählige Startups daran mobile Technologien überall im Land verfügbar zu machen. Die Arte-Doku zeigt, wie das Bezahlen mit dem Smartphone in die entlegensten Dörfer vordringt, Drohnen über Erntefeldern kreisen und welchen Mehrwert die Blockchain-Technologie für das Gesundheitswesen darstellt.

Arte / Verfügbar bis 29.08.: Zur Doku

Michael Jackson’s Journey from Motown to Off the Wall

Regisseur Spike Lee beleuchtet in seiner Doku die jungen Zwanziger der Pop-Legende. Damals konnte sich Michael Jackson über seine ersten Chart-Erfolge als Solo-Künstler freuen, wonach seine Karriere so richtig abhob. Den internationalen Durchbruch bescherte ihm schließlich 1979 sein Album „Off the Wall“ – dem bis dahin weltweit erfolgreichsten Album eines schwarzen Künstlers.

3sat / Verfügbar bis 16.10.: Zur Doku

Tschick

Erst sieht es so aus, als würde Außenseiter Maik (Tristan Göbel) die Sommerferien allein zuhause verbringen. Doch dann kreuzt sein Mitschüler Tschick (Anand Batbileg) auf und überredet ihn, zusammen eine Reise ohne Karte und Kompass durch die ostdeutsche Provinz zu starten. Ein chaotischer und nicht ganz ungefährlicher Roadtrip beginnt.

WDR/ Verfügbar bis 04.08.: Zum Film

Tabula Rasa (Staffel 1)

Seit einem Autounfall leidet Mie (Veerle Baetens) unter Amnesie und ist ohne ihr Notizbuch verloren. Doch nun muss sie sich um jeden Preis erinnern: Ein Mann ist verschwunden und Inspektor Wolkers (Gene Bervoets) ist überzeugt: Mie ist die letzte, die ihn womöglich lebend gesehen hat.

ZDF / Verfügbar bis 05.01.2019: Zur Serie

Das Notfall-Dilemma – Moralisch richtige Entscheidungen sind nicht programmierbar

Wie reagieren Menschen, wenn um sie das Chaos ausbricht? Wen soll man retten, wenn man sich in Bruchteilen von Sekunden zwischen zwei Menschen entscheiden muss? Notfälle, Unfälle und Unglücke passieren immer wieder – und nun versuchen wir Menschen diese Entscheidungsfähigkeit auch in selbstfahrende Autos zu implementieren. Doch nach welchen Kriterien hat das stattzufinden?

ZDF / Verfügbar bis 2023: Zur Doku


Image Arte, Sony Legacy Recordings

Weiterlesen »

5 Highlights aus den Mediatheken!

In den kostenlosen Mediatheken und Streaming-Plattformen warten unzählige tolle Filme, Serien-Episoden und Dokumentarstücke auf ihre Entdeckung. Hier ist meine Auswahl für Juli: zwei Dramen, zwei Dokus und ein ganzes Themen-Dossier. Viel Spaß beim Streamen!

Laurence Anyways

Drama von Xavier Dolan: Als Laurence (Melvil Poupaud) seiner Freundin Fred (Suzanne Clément) gesteht, dass er von nun an eine Frau sein möchte, stellt das ihre Liebe auf die Probe. Doch die zwei können nicht ohneeinander. Zusammen kämpfen sie gegen Widerstände, Vorurteile und Zweifel, aber immer wieder auch gegeneinander.

Arte / Verfügbar bis 30.09.: Zum Film

Mai 68 – Was bleibt 50 Jahre nach der Revolte? bei Arte

Dieser Tage gehen wir gegen Rechts oder für die Seenotrettung auf die Straße. Vor 50 Jahren haben Studenten für das Ende der kapitalistischen Ausbeutung, Unterdrückung und Entfremdung demonstriert. In dem Arte-Dossier „Mai 68“ beleuchten gleich mehrere Dokus, wie es zu der 68er-Bewegung kam und was von ihren Zielen übrig blieb.

Arte / Verfügbar bis 20.07. oder länger: Zu den Dokus

Der Tintenfisch und der Wal

Familiendrama von Noah Baumbach: Zwischen Joan (Laura Linney) und Bernard (Jeff Daniels) funkt es nicht mehr. Also lassen sich die beiden Autoren scheiden. Am härtesten trifft das ihre Söhne Walt (Jesse Eisenberg) und Frank (Owen Kline), die sich von der Situation überrumpelt und im Alltag ziemlich allein gelassen fühlen. Mit einem Mal fangen alle vier an sich immer komischer zu verhalten.

Watchbox / Dauerhaft verfügbar: Zum Film

Hinter den Kulissen: Das Phantasialand

Das Phantasialand ist einer der ältesten Freizeitparks in Europa und hält neun Weltrekorde für seine Fahrgeschäfte. Es betreibt die bestbesuchte Dinner Show Deutschlands und hat den größten chinesischen Gebäudekomplex außerhalb Asiens. Als Märchenpark vor gut 50 Jahren gestartet, muss sich der Park immer wieder neu erfinden, um im harten Konkurrenzkampf der Freizeitparks ganz vorne zu bleiben.

WDR / Verfügbar bis 29.06.2019: Zur Doku

Wie Free-to-Play-Games euch das Geld aus der Tasche ziehen

Überall sieht man Banner für Gratisgame wie Clash of Clans & Co. – sie versprechen schnelle Unterhaltung und auch ein bisschen Nervenkitzel. Doch was passiert, wenn man wirklich in den Pixelwelten vorankommen möchte? Der Spielfortschritt geht schnell richtig ins Geld. STRG_F-Reporter Johannes Edelhoff hat sich die Tricks der Spieleindustrie angeschaut und selbst zwei Monate exzessiv gezockt.

STRG_F / Dauerhaft verfügbar


Image NFP marketing & distribution*, Arte

Weiterlesen »

Was ist neu auf Amazon und Netflix? – Streaming-Tipps für den Januar 2018

Browsing Netflix Streaming (adapted) (Image by Charles Deluvio [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Neues Jahr, neuer Monat, neue Streaming-Titel! Zur besseren Übersicht fassen wir euch die sehenswertesten Titel zusammen, die im Januar 2018 über eure Bildschirme flimmern könnten.

Disney-Invasion auf Netflix

Beim Streaming-Dienst Netflix ist der Januar 2018 auffällig Disney-lastig. Mit dabei sind Klassiker der 90er und frühen 2000er wie Hercules und Lilo & Stitch, die jeweils schon ab dem 1. Januar starten. Die Monster Uni ist das Prequel zu Die Monster AG und ab dem 3. Januar zum Streamen verfügbar. Auch über die Neuauflage des Klassikers Das Dschungelbuch aus dem Jahr 2016 können sich Netflix-Nutzer ab dem 18. Januar freuen. Von der Kino-Leinwand direkt zum Streaminganbieter springt am 12. Januar zudem der Die Eiskönigin-Kurzfilm Olaf taut auf, der erst noch vor Disneys Coco im Kino lief. Damit kommen kleine und große Disney-Fans im Januar also voll auf ihre Kosten!

Serienhighlights bei Amazon Prime Video

Auf Amazon Prime Video wirds diesen Monat vor allem für Serien-Fans interessant. Allen voran steht das Amazon Original Mr. Robot, dessen 3. Staffel am 15.01 Premiere feiert. Die Serie handelt vom IT-Sicherheitsspezialisten Elliot, der unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und für eine anarchistische Hackergruppe rekrutiert wird.

Science-Fiction-Fans, vor allen denjenigen, denen schon Black Mirror gefallen hat, sollten ab dem 12. Januar einen Blick auf Philip K. Dick’s Electric Dreams werfen. Die britische Anthologie-Serie basiert auf Kurzgeschichten von Science-Ficiton-Autor Philip K. Dick, dessen Geschichten auch schon Werke wie Blade Runner, Total Recall, Minority Report oder – ein weiteres Amazon Original – The Man in the High Castle inspirierten.

Mit der Horror-Serie The Exorcist holt sich Amazon Prime einen Fox-Serienerfolg ins Boot. Wie der Titel schon verrät, basiert die Serie auf dem Buch von William Peter Blatty mit dem gleichen Namen und stellt eine Fortsetzung zum Film aus dem Jahr 1973 dar. Ab dem 23. Januar zeigt Amazon die viel gelobte Horror-Serie in Deutschland.


Image (adapted) „Browsing Netflix“ by Charles Deluvio (CC0 Public Domain)

Weiterlesen »

Barrierefreies Kino: Die Technologie von Greta & Starks macht’s möglich

StarksGlassGirl (adapted) (Image by Greta & Starks)

Ins Kino zu gehen ist für die meisten von uns eine ganz normale Freizeitbeschäftigung. Worüber wir uns dabei wahrscheinlich kaum Gedanken machen: In Deutschland allein gibt es über eine Million sehbehinderte und etwa 80.000 gehörlose Menschen, die das nicht können. Das Berliner Unternehmen Greta & Starks hat dafür eine clevere Tech-Lösung entwickelt.

Zwei Apps und das eigene Smartphone machen Inklusion möglich

Mit zwei kostenlosen Apps, Greta und Starks, wird für blinde und gehörlose Filmfans damit das Kinoerlebnis endlich barrierefrei. Greta bietet blinden Gästen die passenden Audiodeskriptionen zu einem Film, Starks spielt spezielle Untertitel für gehörlose Besucher ab. All das passiert auf dem eigenen Smartphone oder Tablet, sodass Nutzer auf keine spezielle Technologie oder große Geräte angewiesen sind. Über eine Audioerkennungssoftware werden die Audio- und Tonspuren des Filmes im Kino mit den Fassungen auf der App synchronisiert.

Nutzer wählen dafür über die App einen aktuellen Kinofilm. Nur die Filme, die in der App aufgelistet werden, gibt es mit Audiodeskriptionen oder Untertiteln. Im Kino müssen die User lediglich den passenden Film über die App aufrufen und es werden dann automatisch die Audiodeskriptionen oder die Untertitel abgespielt. Für blinde Filmfreunde reichen also ein Paar Kopfhörer und das Smartphone, um den Film verfolgen zu können. Gehörlose Gäste sehen die passenden Untertitel gleichzeitig zur Handlung auf der großen Laufwand auf ihrem eigenen Smartphone. Eine große Bereicherung, wie die betroffene Community findet.

Sinnesbeinträchtigte Kinofans können so in jeden verfügbaren Film zu jeder Zeit gehen, ohne dass es für sie einen großen Aufwand bedeutet. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Kinoerlebnis damit wirklich inklusiv wird. Es muss keine getrennten Vorführungen mehr geben. Alle – Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen und Menschen ohne – können gemeinsam den gleichen Film anschauen.

Fast 300 Filme im Angebot

Seneit Debese Profilfoto (Image by Seneit Debese)
Die Geschäftsführerin von Greta & Starks, Seneit Debese. Image by Seneit Debese

Das war von Anfang an ein großes Anliegen für Gründerin Seneit Debese. Sie arbeitete vor Greta & Starks selbst in der Filmbranche und lernte beim Drehen einer Reportage eine blinde Läuferin kennen. Als diese sagte, dass eine der größten Einschränkungen in ihrem Alltag sei, dass sie nicht mit ihren nicht-blinden Freunden ins Kino könne, war die Idee für Greta & Starks geboren. Seit 2013 gibt es das Unternehmen offiziell, „die kleine Firma mit einer großen Vision”, wie Debese es im Interview mit den Netzpiloten ausdrückt.

Damit hat sie gar nicht so Unrecht. Denn bevor es Greta & Starks gab, war es für Menschen mit Sinnesbeinträchtigungen in Deutschland sehr schwierig, überhaupt Kinofilme zu sehen. Die meisten Verleihe boten keine geeigneten Fassungen an und wenn, dann sehr spärlich über das Jahr verteilt. Zwar gibt es regelmäßige Filmveranstaltungen wie etwa im Kleisthaus in Berlin. Doch auch diese beschränken sich auf wenige Ereignisse im Jahr und Besucher können sich die Filme nicht selbst aussuchen.

Greta & Starks hat aktuell knapp 300 Filme im Programm, vom Kinderfilm über die Komödie bis hin zu Blockbustern wie den aktuellen Teil von Star Wars. Im Angebot sind aber nicht nur aktuelle Kinofilme, sondern auch spezielle DVD-Fassungen für den Filmabend daheim. Das ist wahrscheinlich aktuell das Angebot mit der größten Bandbreite. Das Unternehmen wird von den Filmverleihern dafür bezahlt, die speziellen Fassungen für sinnesbeinträchtigte Menschen auf ihre App zu stellen. Das ist das Geschäftsmodell und Haupteinnahmequelle des Unternehmens.

Neues Headset soll Kinoerlebnis weiter verbessern

In diesem Jahr hat das Unternehmen damit sogar den Publikumspreis beim KfW Award Gründen gewonnen. “Ich wollte schon immer etwas machen, dass wirklich sinnvoll ist und ein echtes Problem löst – und nicht einfach die hundertste Shampoosorte verkaufen. Ich freue mich wirklich, dass wir mit unserer Arbeit so vielen Menschen helfen können”, sagt Debese.

2017-03-03 Starks App Smartphone EN (adapted) (Image by Greta & Starks)
Image by Greta & Starks

Voraussichtlich im kommenden Sommer will Greta & Starks das inklusive Kinoerlebnis auf die nächste Stufe heben. Dazu hat das Unternehmen ein spezielles Headset entwickelt das vor allem gehörlosen Kinogängern zugute kommt. Durch ein spezielles Sichtfenster werden die Untertitel damit direkt vor der Leinwand erscheinen. So müssen gehörlose Zuschauer nicht mehr zwischen ihrem Smartphone und dem Bildschirm hin und her wechseln, sondern können sich entspannt zurücklehnen.

Das Headset kann zwar auch direkt von den Nutzern gekauft werden, wenn gewünscht. Doch grundsätzlich soll es als kostenloser Service im Kino zur Verfügung stehen: „Unsere Idee ist es, dass die Kinobetreiber das Headset kaufen, damit Besucher es, wie auch unsere anderen Angebote, weiterhin kostenlos nutzen können”, sagt Debese.

Greta & Starks soll inklusiv wie der Pizzaschneider werden

Ende des Jahres soll der Prototyp in die Testphase gehen. Im Januar 2018 möchte das Unternehmen eine Crowdfunding-Kampagne dazu starten. Greta & Starks erhält zwar auch Fördergelder für die inklusive Technologie, die Lage könnte aber deutlich besser sein, findet Seneit Debese. „Es gibt in Deutschland zu wenig Förderung für inklusive Technologie. Gerade für Unternehmen ist es nicht so leicht, Unterstützung zu bekommen. Ich würde mir wünschen, dass es an der Schnittstelle zwischen inklusiver Arbeit und Technologie mehr Fördertöpfe geben würde.”

Dies gilt vor allem, weil Debese nicht ausschließt, dass ihre Technologie auch für andere Zwecke genutzt werden kann. So soll das Headset in Zukunft nicht nur Untertitel für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen einspielen, sondern auch für anderssprachige Gäste. Das könnte zum Beispiel ausländischen Studenten zugute kommen, die in Deutschland einen Film im Kino anschauen wollen. Oder auch Deutschen, die im Ausland einen Film in der Originalsprache schauen und dann Untertitel einspielen können.

„Ich möchte, dass Greta & Stark irgendwann so wird wie der Pizzaschneider”, sagt Debese. Dieser wurde ursprünglich als Inklusionshilfsmittel erfunden, um Menschen mit Handicaps das Schneiden der Pizza zu erleichtern. „Heute nutzt fast jeder diesen Pizzaschneider, ohne darüber nachzudenken. Es hilft allen, Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne. Das ist wirklich Inklusion und das würde ich gerne auch mit unserer Technologie erreichen.”


Image by Seneit Debese

Headphones and Phone: Greta & Starks


Weiterlesen »

Wie Telekom mit der StreamOn-Funktion die Netzneutralität gefährdet

Telekom-StreamOn-Teaser-AP

Mobilfunkverträge mit inklusivem Datenvolumen sind hierzulande ja ein leidiges Thema. Während Anbieter in Nachbarstaaten wie Finnland mit Dutzenden Gigabytes um sich werfen, erhält der Otto Normalverbraucher in Deutschland nur ein mickriges Inklusiv-Volumen. Bei Verwendung von Streamingplattformen wie Spotify oder YouTube ist das schnell aufgebraucht. Abhilfe soll beim größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom die neue Option „StreamOn“ schaffen. Doch was gut gemeint ist, könnte den Streaming-Wettbewerb womöglich spürbar verzerren.

StreamOn: Streamingdienste vom Inklusivvolumen ausgenommen

Streaming ist der Trend der letzten Jahre. Songs und Videos müssen nicht mehr auf dem kostenbaren Speicher des mobilen Endgeräts gespeichert, sondern können unterwegs „on-the-fly“ von den Webservern abgerufen werden. Gerade das kostet allerdings eine Menge Bandbreite, die bei den meisten Verträgen rar ist. Der Netzanbieter Telekom hat diese Entwicklung erkannt und bietet ab 19. April eine neue Option mit dem Namen StreamOn an.

Dabei ist der Name Programm: Der Nutzer kann Musik hören und Videos schauen, ohne dass das im Tarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen belastet wird. Die Telekom selbst gibt sich selbstbewusst und Unternehmenssprecher Niek Jan van Damme tönt: „Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren. Das neue Angebot ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, unseren Mobilfunkkunden auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten.

20151221-spotify-partymodus
Spotify ist zum Marktstart von StreamOn noch nicht enthalten. (Image by Jonas Haller)

Doch uneingeschränkt gilt nicht ganz: Für die Aufnahme in die Liste der ausgewählten Dienste müssen die Anbieter Telekom-Partner sein oder werden. Zum Start werden im Audiosegment lediglich Apple Music, Amazon Music Unlimited, JUKE, Napster sowie radioplayer.de unterstützt. Verhandlungen mit Spotify laufen nach Unternehmensangaben, eine Einigung wurde aber noch nicht erzielt. Soundcloud oder Google Play Music wurden gar nicht angefragt. Auch im Videobereich sind zwar die Big Player wie YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, Sky Go oder das ZDF an Bord, allerdings fehlen Dienste wie Google Play Filme, Vimeo oder die ARD. Letzteres Angebot steht lediglich über den Telekom-eigenen Service EntertainTV live zur Verfügung.

Selektierung von Seiten der Telekom

Das Dilemma der kostenlos hinzubuchbaren Option ist die Willkürlichkeit des größten deutschen Netzbetreibers. Schlussendlich entscheidet er, welche Streaming-Dienste es wert sind, für StreamOn freigeschalten zu werden. Zwar verspricht Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland GmbH, dass keine Einschränkungen vorliegen und jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten Partner werden kann, allerdings müssen die Streaming-Unternehmen erst auf die Telekom zugehen. Und das ist die falsche Vorgehensweise. Der Mobilfunkanbieter bevorteilt einmal mehr die großen Content-Lieferanten und beschneidet etwaige Mitbewerber in ihrer Konkurrenzfähigkeit.

Fazit: Entweder alle oder keine

Auf dem ersten Blick ist StreamOn eine echte Revolution für den Mobilfunkmarkt. Gerade große Datenmengen bleiben von der Anrechnung an das Datenvolumen verschont. Der zweite Blick offenbart allerdings vielmehr einen Rückschritt – vor allem in Sachen Netzneutralität. Kooperierende Streaming-Anbieter werden durch die Funktion in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bevorteilt. Der Mobilfunkbetreiber sollte nicht die Schlüsselrolle spielen, warum ein Kunde genau diesen Streaming-Dienst nutzt. An die Telekom gilt deswegen der Appell: entweder alle oder keine. Entweder, man spendiert den Kunden echte Flatrates oder bleibt weiterhin im alten System der engen Datenvolumina.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image by Telekom


Weiterlesen »

Von Zelluloid zu Gigabyte – Digitalisierung im Kino

projektor-image-by-lisa-kneidl

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie in Kooperation mit Microsoft, die sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen auseinandersetzt:


In meiner kleinen Heimatstadt gab es jahrelang ein charmantes kleines Kino, das Ring Theater, das noch bis zuletzt den großen Kinoketten trotzte. Reserviert hat man noch mit dem Telefon, beworben wurden vor dem Film nur regionale Gewerbe und Produkte (die Naabecker Werbung ist in der Region nahezu legendär) und die Kinokarte hat noch die etwa 90-jährige Großmutter des Familienbetriebs abgerissen. Doch die Digitalsierung hält in allen Branchen Einzug, so natürlich auch im Film und Kinobetrieb. So musste auch das Ring Theater einer großen Kinokette weichen, die sich als Betonklotz direkt ins Herzen der Stadt niedergelassen hat.

Schneller, besser, weiter ist die Digitalisierungs-Devise. Prozesse sollen vereinfacht werden, Kommunikation erleichtert und alles möglichst gewinnfördernd und nah am Kunden vermarktet werden. Aber wie viel Digitalsierung ist gut? Was sind Chancen und was eher Probleme? Will man Digitalisierung auch in allen Bereichen oder geht dadurch etwas verloren? Solche und ähnliche Fragen stellen wir uns bei den Netzpiloten in unserer Artikelreihe zum Thema „Digitalisierung in kleinen, mittelständischen Unternehmen“ (KMUs). Zuhause sind wir in der Schanze, dem charismatischen Szene-Herzen Hamburgs, weswegen es auch unser Anliegen ist, die kleinen sympathischen Unternehmen zu portraitieren.

Die Nähe zum Kino soll nicht verloren gehen

Ein Schanzen-Urgestein ist das 3001 Kino. Im Herzen der Schanze liegt das kleine Ein-Saal-Kino beinahe verborgen in einem Hinterhof nicht weit von der U-Bahn-Station Sternschanze entfernt. Seit 1991 hält es im Schanzenhof die Stellung und hat auch nicht so schnell vor, den großen Kinoketten klein bei zu geben.

Das 3001 Kino im Schanzenhof

„Was unser Kino von vielen andern Kinos unterscheidet ist zum Beispiel, dass wir noch selbst auf „Start“ drücken, dass wir den Vorhang noch selber fahren, da haben wir halt nicht komplett digitalisiert, sondern die Projektion starten wir tatsächlich noch selbst. Bei uns muss man noch vorführen können und es wird nicht alles vom Computer gesteuert.“

Das 3001 Kino fährt bewusst einen Gang zurück. Digitalisierung kann in vielen Anwendungsbereichen nützlich sein, aber sie ist auch nicht in allen Bereichen notwendig. Ramona Rodriguez, die gute Seele des Kinos und ihre Kollegen schätzen den Film, lieben Kino und ihren Beruf des Filmvorführers – und dieser soll nicht aussterben.

Ramona beschreibt sich selbst als „Mädchen für Alles“ im 3001

Ja zur Digitalisierung… mit Vorbehalt!

Wie digital kann ein kleines, charmantes Programmkino also sein, ohne diesen Charme zu verlieren? Das 3001 Kino scheint sich noch gegen Digitalisierungsprozesse zu wehren, sie sind eben „Querköpfe“, wie Ramona sagt. Die Kassen, Reservierungen und das Ticketsystem sind alle noch ganz analog auf Papier.

Seit vier Jahren laufen Filme statt auf Zelluloid jetzt über spezielle Server, mit bis zu drei Gigabyte pro Filmminute. Das erleichtert vor allem das Vorführen von Filmen mit Untertiteln, denn das 3001 zeichnet sich vor allem durch sein weitläufig internationales und nicht-englischsprachiges Programm von Filmen im Originalton aus. „Das ist alles mehr oder weniger bundeseinheitlich passiert, weil die Verleiher irgendwann angefangen haben die Filme nicht mehr auf 35mm herauszugeben, sondern nur noch digital und dann mussten wir mitspielen sozusagen. Wir sind da aber trotzdem ein bisschen ein besonderes Kino, weil wir nicht die klassische Server-Lösung haben.“

Gemeint sind die beinahe bundeseinheitlichen Sony-Server, das 3001 hat sogenannte Ropa Server, an denen sie noch „selbst herumschrauben können“. Sony schickt ihnen deswegen auch keine Filme, was aber auch kein Defizit für das ausgewählte Programmkino darstellt.

Das klassische Ticket-System
Reperatur einer altern 35mm Zelluloid-Filmrolle

Chancen sehen sie vor allem auch im Bereich der Social-Media-Präsenz und dem Kundenmanagement. Seit einem Monat hat das Lichtspielhaus deswegen auch eine hauseigene „Social-Media-Beauftragte“, die das Engagement mit den Kunden steigern soll und so mehr Traffic und Aufmerksamkeit für das Kino generieren soll. Auch durch die Umstellung von der Monats- zur Wochen- und Tagesplanung des Filmprogramms haben sich die Seiten-Zugriffe innerhalb eines Monats verdoppelt. In Zeiten von täglichem Informationsfluss brauchen die Nutzer die Infos eben tagesaktuell, je schneller und vereinfachter, desto besser. Auf dem Digitalisierungs-Schirm haben die Cineasten jetzt deswegen vor allem die Optimierung und Smartphone-Tauglichkeit der Website und zielgruppenorientierter auf ihren Social-Media-Plattformen zu arbeiten.


Images by Lisa Kneidl


Weiterlesen »

CinemaConnect: Barrierefreies Kino für alle

Die kostenlose Applikation CinemaConnect von Sennheiser gibt es für Apple und Android und macht barrierefreies Kinoerlebnis für Sinnesbehinderte möglich. Mit ihr sind Audiodeskription, personalisierte Hörunterstützung sowie Untertitel über das eigene Smartphone in Echtzeit abrufbar. Ein Service, der Millionen Menschen anspricht: allein in Deutschland leben 1,2 Millionen mit Sehbehinderung oder Blindheit und etwa 15 Millionen mit Schwerhörigkeit.

Barrierefreies Kulturangebot

Auf dem Dubai Film Festival traf ich Jörn Erkau, Manager von Global Sales CinemaConnect, und sprach mit ihm über sein Engagement für mehr Inklusion in der Gesellschaft: „Uns ist es wichtig, auf das Thema der Barrierefreiheit aufmerksam zu machen und technische Lösungen bereitzustellen. Hör- oder Sehgeschädigte sollen genauso ins Kino, Theater oder auch zu einem Fussballspiel gehen können. Wir möchten Kultur einfach allen zugänglich machen.“

Mit seinem Kollegen Simon Edeler ist der 50-jährige weltweit unterwegs, um Kunden für das Streaming System CinemaConnect zu finden. Um ein Kino barrierefrei zu gestalten, muss ein sogenannter Streaming Server (ConnectStation) und ein spezifischer WLAN-Router (Acces Point) eingebaut werden, erklärt Erkau: „CinemaConnect ist ein Audio-Übertragungssystem auf WLAN-Basis. Wir greifen anhand unseres Servers, der nicht größer als ein DVD-Player ist, die Tonspuren und Untertitel vom Kinoserver ab und übertragen diese über WLAN auf das Smartphone des Kinogängers.“

czosxzdwqaaxxtm
Jörn Erkau by Maren Méheust

Diese Inhalte werden seit der Digitalisierung in allen Kinos zur Verfügung gestellt. Die Schnittstelle ist also da, bis jetzt fehlte nur der Übertragungsweg zum Abnehmer. Zwar können in manchen Kinos Empfänger zur Hörunterstützung geliehen werden, doch gestaltet es sich per Smartphone viel einfacher und auch mit eigenen Kopfhörern hygienischer.  Außerdem entfallen für den Veranstalter jegliche Kosten für die Bereitstellung, den Verleih und die Wartung von Geräten. 

Mit der Plattform „culture inclusive“ informiert Sennheiser bereits, wo deutschlandweit barrierefreie Kulturangebote zu finden sind. Auf der interaktiven Deutschlandkarte kann nach Angeboten für Seh- oder Hörbehinderte geschaut werden.

Personalisierte Assistenz

Wenn ein Kino das Streaming System CinemaConnect installiert hat, muss der Nutzer nur noch die kostenlose Applikation herunterladen und sich im Kinosaal mit dem WLAN verbinden. Je nach Sinnesbehinderung stellt Sennheisers Applikation vier unterschiedliche Kanäle zur Verfügung: „Ich kann nicht nur Hörunterstützung oder Audiodeskription anfragen, sondern auch die französische oder englische Fassung des Films“, erklärt Erkau, der sich schon früh als Musiker und mit seiner Soundcom GmbH die Arbeit mit Ton zum Beruf gemacht hat.

Dabei geht die Applikation auf die persönlichen Bedürfnisse des Nutzers ein: „Wenn ich zum Beispiel eine Hörbehinderung bei den höheren Frequenzen habe, kann ich das per App nachjustieren und nur diese auf meinen Kopfhörern lauter stellen. Dafür hat Sennheiser in Unterstützung mit Fraunhofer spezielle Algorithmen entwickelt, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern, die dann grafisch auf dem Smartphone übersetzt werden – dem sogenannten ‚personal hearing assistant‘.“ Bei Gehörlosigkeit können mit der Applikation Untertitel auf dem Smartphone mitgelesen werden. Außerdem bietet CinemaConnect auch das Abrufen mehrsprachiger Untertitel an, was zeigt, dass die App nicht nur Inklusion im Fokus hat.

Jörn Erkau stellte mir auf der Messe auch den Prototypen einer Untertitel-Brille vor, die bald das Mitlesen der Untertitel durch Projektion auf den unteren Rand der Leinwand für den Nutzer noch vereinfachen soll.

Anders gestaltet es sich bei Sehbehinderungen: „Wenn man blind ist, hört man zwar alles, sieht aber nicht, was auf der Leinwand passiert. Genau das übernimmt dann die Audiodeskription, die mit einem Ohr mitgehört werden kann. In jedem Audiodeskriptionstream arbeiten sehende und blinde Redakteure zusammen. Die Sehenden beschreiben die Geschehnisse so lange, bis sich das Bild mit dem des Blinden deckt.“

Individualisierte Inhalte sind die Zukunft

In Deutschland sind bereits 20 Kinos mit CinemaConnect ausgestattet. Ebenso in Finnland und Dänemark. In den USA laufen derzeit zwei Demo-Installationen und Korea meldete auch bereits Interesse. Ihre Welttournee führte Erkau und Edeler bis nach Dubai, wo sie großes Potential sehen: „Bei unserer Recherche sind wir auf die EXPO 2020 gestoßen, die auch mit den Themen Inklusion und Zugänglichkeit wirbt. Außerdem ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Technikaffinität sehr groß und es gibt über 1600 Kinosäle in der Region.“

Mit CinemaConnect reagiert Sennheiser für Simon Edeler auf eine Entwicklung der Gesellschaft: „Heutzutage werden Inhalte immer mehr individualisiert konsumiert – das sieht man schon beim Fernsehen. Kaum jemand nutzt noch das lineare Angebot, wenn man per Internet selbst bestimmen kann, wann man was sieht. Mit unserem System habe ich die Möglichkeit, ins Kino zu gehen, ein soziales Ereignis zu teilen und trotzdem individualisierte Inhalte abzurufen – sei es mit Fremdsprachen oder Hör- bzw. Sehunterstützung.“

Die nächsten Besuche in den Städten der Welt sind schon geplant, bei der die beiden weiterhin auf Messen und Festivals für ein barrierefreies Kulturangebot werben.


Image „red“ by Mezenmir (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Nie mehr die Klappe halten: Spoiler können die Vorfreude steigern

Talk Shows On Mute (adapted) (Image by Katie Tegtmeyer [CC BY 2.0] via Flickr)

Im vergangenen Dezember hatte ich Tickets für „Star Wars: The Force Awakens“ besorgt, um diesen in der Nacht nach der Premiere zu sehen. Als ich an dem Tag bei der Arbeit war, wurde mir etwas mulmig: Was, wenn ich jemandem zuhören muss, der über den Film spricht? Was, wenn ich aus Versehen online etwas sehe, dass einen wichtigen Handlungstwist verrät? Viele kennen diese Erfahrung, sich von Spoilern fern zu halten: man nutzt kein Social Media mehr, muss vor Kollegen flüchten, die gerade aktuelle Handlungsentwicklungen diskutieren, Artikel mit vielversprechenden Überschriften werden schnell weggeklickt. Die Angst dabei besteht darin, dass man sich dieses Erlebnis der Ersichtung komplett ruiniert – oder zumindest fürchtet man, das Erlebnis nicht so sehr genießen zu können, wie man es gewollt hätte. Deshalb gibt es heutzutage überall Spoiler-Warnungen (wie auch gerade in den Artikeln über den neuen „Ghostbusters“ Film) – auch, weil das Teilen von ungewollten Spoilern als enorm unfaires Verhalten gilt. Aber manchmal ist unser Verhalten nicht besonders logisch – wenn es beispielsweise so wichtig für das Sehvergnügen ist, dass man vorher nicht weiß, was passieren wird – wieso schauen wir dann Filme, die wir mögen, überhaupt öfter als ein Mal? In den letzten paar Jahren wurden einige Studien durchgeführt, die den Effekt, den Spoiler im Alltag haben, getestet. Achtung: Die Studienergebnisse könnten dafür verantwortlich sein, dass sich der Blick auf bestimmte Handlungsstränge verändert.

Eine Studie mit einer überraschenden Wende

In einer Studie der Psychologen Jonathan Leavitt und Nicholas Christenfeld mussten 819 Studenten Kurzgeschichten von bekannten Autoren wie Roald Dahl und Anton Chekhov lesen. Bevor sie anfingen, die Geschichten zu lesen, mussten einige Studenten vorher einen Absatz lesen, bei dem versehentlich das Ende der Geschichte verraten wurde. Andere lasen die Texte ohne Spoiler. Nachdem die Studenten die Geschichten gelesen hatten, mussten sie bewerten, wie sehr diese ihnen gefallen hat. Die Wissenschaftler fangen heraus, dass im Durchschnitt den Studenten die Geschichten etwas mehr gefallen haben, die vorher gespoilert wurden. Selbst nachdem die Ergebnisse auf die verschiedenen Genres heruntergebrochen wurden, blieb das Ergebnis das selbe, sogar für Thriller und für Handlungen mit überraschenden Wendungen – also bei Geschichten, bei denen man davon ausgeht, dass der Spaß dabei entsteht, dass man nicht weiß, wie die Geschichte endet.

Befriedigt durch Vorwissen

Es ist doch recht überraschend, dass jemand den Film noch mehr genießen kann, der bereits gespoilert wurde. Eine mögliche Erklärung ist das psychologische Konzept der „Geläufigkeit“. Umso mehr geläufig etwas ist – egal ob es eine Geschichte, ein Lied oder Gesicht ist – desto einfacher ist dies zu verarbeiten und zu verstehen. Viele psychologische Studien haben gezeigt, dass etwas umso mehr gemocht wurde, je einfacher es zu verarbeiten war. Eine Möglichkeit, wie Vorwissen dafür sorgt, dass eine Geschichte einem Spaß bereitet, ist, dass man dazu neigt, das Bedürfnis danach, bestimmte (möglicherweise auch falsche) Schlussfolgerungen zu ziehen, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird oder was ein Charakter denkt oder fühlt, zu verringern. Jeder hat diesen Effekt möglicherweise schon einmal beim Musikhören erlebt: Das erste Mal, wenn man ein Lied hört, denkt man möglicherweise, dass es nichts Besonderes ist. Aber sobald das Lied einem vertrauter wird und man weiß, wie es weitergeht, bemerkt man, dass es einem tatsächlich gefällt – eben weil das Lied einem jetzt mehr geläufig ist und man sich selbst dabei erwischt, dass man es umso mehr genossen hat. In einer weiterführenden Studie haben Leavitt und Christenfeld die Geläufigkeits-Theorie getestet, indem sie ihr Experiment an einer anderen Gruppe von 240 Studenten wiederholt haben. Diesmal haben die Wissenschaftler Artikel genutzt, die für Schüler geschrieben wurden und bereits bekannte Handlungsbausteine nutzen. Sie argumentierten, dass bei diesen einfachen und ziemlich vorhersehbaren Geschichten die Geläufigkeit bereits sehr hoch sein müsste und deshalb die Spoiler keine große Auswirkung auf das Vergnügen haben sollten – wenn sich dieses wirklich an der Vertrautheit misst. Wie bereits zu ahnen war, fanden sie heraus, dass die Studenten die Geschichten mit und ohne Spoiler gleich bewertet haben.

Manch einem zerstören Spoiler das Sehvergnügen

Die Ergebnisse suggerieren, dass das obsessive Vermeiden von allem, das möglicherweise eine Handlungsentwicklung verraten könnte, möglicherweise unberechtigt ist, denn man wird den Film, das Buch oder die Serie so oder so genießen. Aber was, wenn man davon überzeugt ist, dass man einem Spoiler ausgesetzt war und es tatsächlich das Lese- und Seherlebnis ruiniert? Man darf nicht vergessen, dass die Ergebnisse von Leavitt und Christenfeld reiner Durchschnitt waren. Es bedeutet nicht, dass jeder eine Geschichte mehr genießt, nachdem er gespoilert wurde. In der Tat unterstützt eine aktuelle Studie von Judith Rosenbaum und Benjamin Johnson die Idee, dass es eine Frage des Charakters ist, wie man auf Spoiler reagiert. Die Wissenschaftler haben sich auf zwei Persönlichkeitseigenschaften konzentriert: das „Bedürfnis nach Erkenntnis“ und das „Bedürfnis nach der Beeinflussung.“. Hier stellte sich Folgendes heraus: Menschen, die ein hohes Bedürfnis nach Erkenntnis haben, denken und suchen lieber mehr nach Aktivitäten, die kognitives denken voraussetzen – wie bei einem Kreuzworträtsel. Gleichermaßen ist es bei Menschen mit hohem Bedürfnis nach der Beeinflussung. Diese fühlen und suchen lieber nach emotionalen Aktivitäten, wie beispielsweise ein herzerwärmendes Video auf YouTube zu schauen. Obwohl diese beiden Persönlichkeitseigenschaften wie Gegensätze aussehen, sind diese unabhängig voneinander – es ist also für eine einzelne Person durchaus möglich, bei beiden Eigenschaften deutiche Anzeichen zu zeigen – oder bei keiner von beiden. Die Wissenschaftler haben bei einer weiteren Studie mit 368 Studenten herausgefunden, dass Menschen, die einen hohen Bedarf nach Beeinflussung haben, im Durchschnitt eher zu den nicht gespoilerten Geschichten tendieren. Das kann möglich sein, da Menschen, die eher emotionale Erlebnisse genießen, eher von einer gewissen Ungewissheit darüber profitieren, wie die Handlung weitergehen könnte. Als ein Teil der Studie haben die Wissenschaftler den Studenten kurze Beschreibungen mit verschieden Geschichten präsentiert. Dann haben sie die Studenten gefragt, wieviel davon sie den anderen vorlesen möchten. Einige dieser Geschichten enthielten Spoiler, andere nicht. Interessanterweise fanden sie heraus, dass die Studenten mit einem gringen Erkenntnisbedarf im Durchschnitt eher die Spoiler zu den Geschichten lesen wollten. Das kann daher erwachsen, dass Studenten erwarten, dass Geschichten mit Spoilern einfacher zu verarbeiten sind. Allerdings haben diese Studenten später gleichermaßen das Lesen von Geschichten mit und ohne Spoiler genossen. In anderen Worten war hier die Intuition der Studenten über Spoiler absolut falsch – in diesem Fall hätten sie gespoilerte Geschichten mehr genossen. Diese Ergebnisse decken sich mit meiner Erfahrung. Als ich „The Force Awakens“ zum zweiten Mal gesehen habe, war der Film für mich bereits gespoilert – und zwar von mir selbst. Eine Recherche über Spoiler gibt vor, dass meine Erfahrung nicht sonderlich ungewöhnlich war. Es ist eine gute Erinnerung daran, dass wir nicht immer unserer Intuition über unser eigenes Verhalten trauen sollten. Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Talk Shows on Mute“ by Katie Tegtmeyer (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Das Comic-Con-Vehikel

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via Flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Rückblick auf die Comic Con 2016 in San Diego und den Kino-Neustarts.

Neu im Kino„Wiener Dog“
„Legend of Tarzan“
Thema der WocheSchaulaufen auf der Comic Con:
– „Sherlock“ – Staffel 4
– Gal Gadot als „Wonder Woman“
– Geheimes Sequel zu „The Blair Witch Project“
– Marvel-Panel mit Neubesetzungen
– Zweiter Trailer zu „Doctor Strange“
– Noch mehr Superhelden auf Netflix
– Neue „Star Trek“-Serie

Neu im Kino

Muss man sehen: Der amerikanische Traum mal ganz anders erzählt: In der Ensemble-Satire „Wiener Dog“ wird ein Dackel von einem Besitzer zum nächsten weitergereicht. Das ist oft urkomisch, meist politisch absolut nicht korrekt, aber immer mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Und Greta Gerwig (mit Nerdbrille, ohne Selbstbewusstsein) ist wieder einmal einfach nur toll.

Kann man sich sparen: Irgendwie findet man einfach keinen Zugang zu „Legend of Tarzan“. Da wächst Alexander Skarsgard unter Affen zu einem echten Prachtexemplar von einem Mann heran und hat danach nicht mehr zu tun als Margot Robbie zu verführen. Ja gut, dazwischen passiert schon noch was, aber das ist eigentlich nicht viel mehr als ein CGI-Geblubber, das keinen weiter interessiert. Bei dieser Story ist von vornherein die Luft raus.

Thema der Woche

Schaulaufen auf der Comic Con: Von neuen „Sherlock“-Folgen bis zur Netflix-Serie „Star Trek: Discovery“ – auf der diesjährigen Comic Con in San Diego haben sich die Film- und Fernsehstudios in Sachen Ankündigungen und Trailer-Veröffentlichungen gegenseitig übertroffen. Grund genug für uns die Highlights der Reihe nach vorzustellen. Und bitte denk daran, zwischendurch auch mal Luft zu holen.
„Sherlock“ – Staffel 4: In dem ersten Teaser zur vierten Staffel stehen Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Watson (Martin Freeman) ganz schön unter Stress. Die Frage, ob Moriarty (Andrew Scott) nun tot ist oder nicht, und ein neuer Widersacher (Toby Jones) versprechen eine direkte Anknüpfung an vorherige Ereignisse und eine düstere Grundstimmung.

Gal Gadot als „Wonder Woman“: Das DC-Filmuniversum nimmt nach „Batman V Superman“ so langsam Gestalt an. Beim Endkampf eilte den beiden Helden ja schon die Amazone zu Hilfe. Am 15. Juni 2017 wird sie nun mit ihrem ganz eigenen Spielfilm durchstarten. Darin kämpft sie im Ersten Weltkrieg und entdeckt die vollen Ausmaße ihrer Kräfte (inklusive magischem Lasso). Den dazugehörigen Trailer von Regisseurin Patty Jenkins („The Killing“) könnt ihr hier bewundern, damit die Wartezeit nicht ganz so lang wird:

Geheimes Sequel zu „The Blair Witch Project“: In den sozialen Medien wurde das Grundrausch zu „The Woods“ immer lauter, versprach der erste Trailer doch ein atmosphärisch-gruseligen Ausflug in die Natur. Nun ließ Lionsgate die Katze aus dem Sack: „The Woods“ wurde auf der Comic Con als Sequel zum Hexen-Grusel enttarnt und in „Blair Witch“ umbenannt! 17 Jahre nachdem „The Blair Witch Project“ das Horror-Genre neu erfand, kommt es nun zu einem Wiedersehen mit der Hexe von Blair in den gruseligen Wäldern von Black Hills. Im Film macht sich eine neue Gruppe auf Spurensuche, um das mysteriöse Verschwinden ihrer Vorgänger zu untersuchen.

Marvel-Panel mit Neubesetzungen: Es wird immer schwieriger, einen Marvel-Schauspieler zu finden, der nicht wenigstens mal für einen Oscar nominiert war. Mit Tilda Swinton („Doctor Strange“, 2016) und Lupita Nyong’o („Black Panther“, 2018) fügen sich gleich zwei Talente in das immer größer werdende Filmuniversum ein. Neben den Ensemble-Panels gab es auch die Eröffnung einer Disneyland-Attraktion zu den „Guardians of the Galaxy“ wie auch eine weitere Neubesetzung zu beklatschen. Denn lange wurde hin und her überlegt, wer denn die Figur der Captain Marvel auf der Leinwand verkörpern könnte. Nun fiel die Entscheidung: Oscar-Gewinnerin Brie Larson („Raum“) wird zur fliegenden Superheldin mit außerirdischen Wurzeln. Ganz unerfahren ist Larson im Comic-Business nicht, da sie 2010 bereits dem Titelhelden in „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ gehörig den Kopf verdrehte. Bis mit „Captain Marvel“ 2019 die erste weibliche Hauptfigur eines Marvel-Films im Kino erscheint, müssen wir uns aber noch etwas in Geduld üben. Zweiter Trailer zu „Doctor Strange“: Bereits im Oktober ist es dagegen soweit, dass Benedict Cumberbatch seinen ersten Auftritt als mächtigster Magier des Universums hinlegt. Nach einem Unfall kann der Chirurg seine Hände nicht mehr benutzen und sucht daher an einem spirituellen Ort nach Heilung. Dort wird ihm nicht nur eine neue Wahrnehmung der Realität näher gebracht, sondern er bekommt es auch mit dunklen Mächten zu tun, die unsere Welt zerstören wollen. Soweit, so klar. Der Trailer erinnert stark an „Inception“ und verspricht eine visuell beeindruckende Erfahrung.

Noch mehr Superhelden auf Netflix: „Daredevil“ und „Jessica Jones“ liefen schon äußerst erfolgreich auf der Bezahlplattform. Warum also nicht weiter machen? Der Teufel von Hell’s Kitchen bekommt eine dritte Staffel spendiert und der Punisher erhält als „Daredevil“-Nebencharakter sogar seine ganz eigene Show. Erstes Bildmaterial veröffentlichte Netflix am Wochenende jedoch zu einem ganz anderen Sidekick. Luke Cage, bekannt als Freund von Jessica Jones, kämpft sich im ersten Anderthalb-Minuten-Teaser durch New York. Seine undurchdringliche Haut spielt – natürlich – auch eine wichtige Rolle.

Neue „Star Trek“-Serie: Last but not least hat sich Netflix die Rechte an der neuen CBS-Serie „Star Trek: Discovery“ gesichert. Im Januar 2017 wird das gleichnamige Raumschiff mitsamt Showrunner Brian Fuller (Co-Produzent von „Star Trek – Raumschiff Voyager“) erstmals zu seinen Abenteuern aufbrechen. Obwohl der Trailer nach einem schlechten Computerspiel aussieht (da er nur aus Weltall- und Shuttle-Renderings besteht), macht Fuller Lust auf mehr. Er kündigt eine Staffel an, die sich mehr nach einem spannenden, langen Roman als nach voneinander losgelösten Einzelepisoden anfühlen soll. Auf dem Panel deutete Captain-Kirk-Darsteller William Shatner ebenfalls an, dass es toll wäre, seine alte Rolle mal wieder zu verkörpern. Ein Fingerzeig?


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Noch nie war der deutsche Film so beliebt

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via Flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Rückblick auf das Kinojahr 2015-2016, einer Märchen-Empfehlung, einem neuen Han Solo und der Aussicht auf einen Pokémon-Realfilm.

Neu im Kino„BFG – Big Friendly Giant“
„Frühstück bei Monsieur Henri“
Thema der WocheDie erfolgreichsten Filme 2016 (bisher)
Neues aus der FilmweltEin Pokémon-Realfilm kündigt sich an
Darauf freuen wir uns„White Girl“
Frisch besetzt„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich

Neu im Kino

Muss man sehen: „BFG – Big Friendly Giant“ ist die Kinderbuchverfilmung des Roald-Dahl-Klassikers „Sophiechen und der Riese“. Nach „E.T. – Der Außerirdische“ zeigt Regisseur Steven Spielberg abermals, dass es keine Grenzen für Freundschaften gibt – in diesem Fall zwischen einem 12-jährigen Waisenkind und einem sieben Meter großen Riesen. Die beiden Außenseiter lernen in ihren Abenteuern, dass es okay ist, zugleich ängstlich und heldenhaft zu sein. Die Erzählung ist zwar kindgerecht aufbereitet, bietet aber auch so viele visuelle Highlights wie schon lange kein Film zuvor. Etwa wenn die Kamera zwischen den Größenunterschieden hin und her wechselt und sich ganze Kulissen in den Kulissen aufbauen. Wir sind große Fans von Dahl (er schrieb auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ sowie „Der fantastische Mr. Fox“) und finden, dass Spielberg den träumerischen Ton seines Märchens ganz und gar trifft.

Kann man sich sparen: Das dialogreiche französische Kino erfreut sich in deutschen Arthouse-Kinos einer großen Beliebtheit. Zu Recht, denn die Franzosen bringen ihren ganz eigenen bitterbösen Humor in die Kinolandschaft mit ein. Im Falle von „Frühstück bei Monsieur Henri“ hat man über dieselben Späße allerdings schon zu oft gelacht. Da gibt es den zynischen Rentner, der von seinem Sohn eine junge Untermieterin aufgeschwatzt bekommt. Die bringt zwar erst die ordentliche Hausordnung durcheinander, mit der Zeit erkennen aber beide, dass sie es miteinander doch ganz gut getroffen haben. Dieser Erkenntnisprozess ist sehr vorhersehbar und uninspiriert umgesetzt.

Thema der Woche

Die erfolgreichsten Filme 2016 (bisher): Gefühlt spielt der deutsche Film nur eine untergeordnete Rolle im Kino. Hin und wieder schaffen es Til Schweiger oder Michael „Bully“ Herbig zwar, die Massen zu mobilisieren, aber im Allgemeinen bestimmt Hollywood, was von Interesse ist. Das bestätigt sich insbesondere bei den Ticketverkäufen. Mitte Juli sieht die Top Drei der meistgesehenen Filme 2016 im Kino wie folgt aus: Mit 3,73 Millionen Besuchern führt der Disney-Animationsfilm „Zoomania“ das Ranking an. Der Abstand zum zweitplatzierten „The Revenant – Der Rückkehrer“ mit Oscar-Gewinner Leonardo DiCaprio beträgt immerhin fast eine Million Kinogänger (2,79 Millionen). An dritter Stelle folgt als große Überraschung „Deadpool“ mit 2,69 Millionen Besuchern – und das trotz hoher Jugendfreigabe für den Superhelden mit der großen Klappe. Der deutsche Film ist mit „Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs“ von Detlev Buck (fast 2 Millionen Besucher) und „Der geilste Tag“ von Florian David Fitz (1,66 Millionen Besucher) auf den Plätzen Nummer Vier und Sieben vertreten. Erfahrungsgemäß dürfte es bis zum Ende des Jahres allerdings schwer werden, diese Platzierung zu verteidigen, da Hochkaräter wie „Ghostbusters“, „Findet Dorie“ und „Rogue One: A Star Wars Story“ erst noch anlaufen. Ein gänzlich anderes Bild versucht nun aber die deutsche Filmförderungsanstalt (FFA) zu zeichnen. In einer Auswertung des „Rekordjahres 2015“ kam zum Beispiel heraus, dass die Besuche von deutschen Produktionen im vergangenen Jahr um satte 19 Prozent anstiegen (von 34 auf 41 Millionen Tickets), während US-Filme im gleichen Zeitraum nur einen Zuwachs von vier Prozent verzeichnen konnten. Der Umsatz deutscher Filme stieg von 250 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 319 Millionen im Jahr 2015. Danken darf man dafür insbesondere der jungen Zielgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen, die mit ihren zwei, drei Besuchen im Jahr so oft ins Kino gehen wie niemand sonst – und sich schließlich bei jedem dritten Film für einen deutschen entscheiden. Komödien wie „Fack Ju Göhte 2“ oder „Honig im Kopf“ stehen besonders hoch in der Gunst des Publikums. In Schulnoten ausgedrückt, würden die Zuschauer fast jedem zweiten deutschen Film die Schulnote „sehr gut“ vergeben. Alle Zahlen und weitere Insights hält die Studie bereit, die ihr hier findet. Und apropos deutscher Film: In der letzten Woche haben wir euch „Toni Erdmann“ ans Herz gelegt. Das wäre so ein Beispiel, dem wir eine glatte Eins verpassen würden. Also nichts wie rein ins Kino und anschauen!

Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)
Toni Erdmann (Image by Komplizen Film)

Neues aus der Filmwelt

Ein Pokémon-Realfilm kündigt sich an: Nach dem einschlagenden Erfolg von „Pokémon GO“ wurden die Gespräche zwischen Lizenzgeber Nintendo und dem Filmstudio Legendary wieder aufgenommen. Beide tänzeln schon seit einiger Zeit umeinander herum, jedoch gab es lange Zeit keinen Grund zur Eile. Die inzwischen 19 (!!) Anime-Filme haben schließlich immer weniger Leute angesprochen. Das sieht nun anders aus! Denn das weltweite Interesse ist durch das neue Augmented-Reality-Spiel so groß wie nie zuvor. Legendary konnte zuletzt schon Erfahrungen mit der Verfilmung von „Warcraft: The Beginning“ sammeln. Für das neue Drehbuch hat sich bereits der Pokémon-Fan und „Chronicle – Wozu bist du fähig?“-Autor Max Landis ins Spiel gebracht. Nach dem Drehbuch für das vielbesprochene „Power Rangers“-Reboot wäre das bereits ein zweiter Coup innerhalb kürzester Zeit. Los Max, schnapp sie dir alle!

Darauf freuen wir uns

„White Girl“: Was macht eigentlich Dana Brody, Tochter von Nicholas Brody in der US-Serie „Homeland“ heute? Sie heißt jetzt Leah (na gut, und die Schauspielerin dahinter eigentlich Morgan Saylor) und steckt mächtig in der Klemme. Denn sie ist mit einem Drogendealer zusammen und sowieso die meiste Zeit ziemlich high. Als ihr Freund plötzlich festgenommen wird, steht sie allein mit einer großen Portion Kokain da. Was soll sie damit jetzt bloß machen? Der Trailer lässt bereits an Klassiker wie „Kids“ und „Requiem for a Dream“ denken. Auch Elizabeth Woods erster Film wirkt auf den ersten Blick laut, sozialkritisch und unangepasst.

Frisch besetzt

„Han Solo“-Spin-off mit Alden Ehrenreich: Euch ist der Hype um Star Wars schon zu viel? Dann hört ihr jetzt wohl besser weg, denn Disney und Lucas Film nehmen gerade erst so richtig Fahrt auf. Im Jahresrhythmus sind neue Geschichten aus dem Star-Wars-Universum geplant – auf die offizielle Fortsetzung (Episode 8 kommt noch 2017) folgt im Jahr 2018 das Spin-off über die frühen Abenteuer des Schmugglers Han Solo. Nachdem die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („The Lego Movie“) knapp dreitausend Schauspieler haben vorsprechen lassen, setzte sich der 26-jährige Alden Ehrenreich als Protagonist durch. Diesen konnte man zuletzt als strunzdummen Cowboy-Mimen in „Hail, Caesar!“ bewundern. Die Besetzung dürfte seiner Karriere endgültig den nötigen Schwung verleihen.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0


Weiterlesen »

Screen Radar: Mehr Vielfalt dank Datenerhebung

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Lobgesang auf die Daten-Ingenieure von Netflix, dem Film „Toni Erdmann“ und einer Menge Dislikes für das „Ghostbusters“-Reboot.

Neu im Kino„Toni Erdmann“
„Independence Day 2: Wiederkehr“
Thema der WocheMehr Vielfalt dank Datenerhebung
Darauf freuen wir uns„Goat“
Frisch besetztWoody Allen dreht mit Justin Timberlake
„Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander
RekordverdächtigKein Trailer wurde je schlechter bewertet

Neu im Kino

Muss man sehen: In „Toni Erdmann“ sind Vater Winfried Conradi (Peter Simonischek) und Tochter Ines (Sandra Hüller) wie Tag und Nacht. Er arbeitet als Lehrer und schätzt derbe Witze. Sie lacht dagegen eher weniger. Wichtig ist ihr vor allem ihre Karriere in der Consultingfirma, für die sie sich rund um die Uhr in Bukarest abrackert. Als Winfrieds geliebter Hund verstirbt, beschließt er kurzerhand, seinen Sprössling zu besuchen. Nur ist das für Ines gar nicht so erfreulich, denn zum allen Überfluss schlüpft ihr Chaoten-Dad auch noch in die Rolle seines Alter Ego Toni Erdmann – mit komisch sitzender Perücke, schiefen Zähnen und einem ganz besonderen Sinn für Humor. Eine genial beobachtete 162-minütige Komödie, die das zeigt, was eigentlich jeder kennt: Familie kann man sich nicht aussuchen.

Kann man sich sparen: Die erste, verheerende Alien-Attacke auf den Globus ist mittlerweile 20 Jahre her. Bis zu „Independence Day 2: Wiederkehr“ hat sich viel verändert: Weltweit hat man sich zusammengeschlossen, um ein funktionierendes Abwehrsystem zu konstruieren, welches bei einem weiteren Angriff von extraterrestrischen Wesen zum Einsatz kommen kann. Und schneller als gehofft wollen die Außerirdischen erneut versuchen die Erde für sich zu erobern. Doch wer ist nun siegessicherer: die Aliens oder die Menschen? Fazit: Diese Fortsetzung hat wirklich niemand gebraucht. Extrem lächerliche Dialoge treffen auf ein hohles CGI-Feuerwerk. Und dieser komplett auf Nostalgie setzende Blockbuster hat weder eine richtige Handlung, noch spielt Will Smith mit!

Thema der Woche

Mehr Vielfalt dank Datenerhebung: Im Jahr 2014 schrieb das US-Magazin The Atlantic, dass die Streaming-Plattform Netflix stolze 800 Daten-Ingenieure beschäftigt. Ihre Aufgabe bestünde hauptsächlich darin, den Empfehlungsalgorithmus zu optimieren und somit für mehr Zugriffe und mehr Traffic zu sorgen. Ein willkommenes Nebenprodukt der ganzen Daten-Erheberei sei ein genaues Verständnis davon, wer was wann guckt und ein Gefühl dafür, was der Nutzer womöglich als nächstes schauen möchte. Ob sich die Mitarbeiterzahl seitdem verändert hat, ist uns nicht bekannt. Wohl aber, dass die erhobenen Datenmengen seitdem dazu benutzt wurden, das Programmangebot zu schärfen und vor allem auch zu diversifizieren. Denn weil Netflix genau weiß, dass wir uns gerne Serien mit historischem Bezug anschauen oder besonders schnell bei neuen Marvel-Filmen einschalten, geben sie uns immer mehr davon. Damit bedienen sie jedoch nicht nur Mainstream-Geschmäcker (schaut eigentlich irgendwer die gruseligen Adam-Sandler-Filme?), sondern zunehmend auch die Nischen. Eigenproduktionen wie „Master of None“ mit Aziz Ansari oder „Sense8“ von den Wachowski-Schwestern sind genau für urbane Mittdreißiger beziehungsweise für weltoffene Science-Fiction-Fans gemacht. Dieses Wissen sorgt auf der einen Seite für mehr Vielfalt und verhindert auf der anderen Seite, dass am Geschmack der Zielgruppe vorbeiproduziert wird. In Zukunft werden und also mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger große Hollywood-Produktionen erwarten, die immer auf eine möglichst hohe Zuschauerzahl kommen müssen, sondern günstigere und kleinere Inhalte, denen ihr Interesse in der Nische gewiss ist.

Darauf freuen wir uns

„Goat“: Studentenverbindungen haben ja so ihren Ruf weg. Immer nur Party, dabei natürlich Bier bis zum Exzess, halbnackte Frauen und gestählte Männerkörper. Von allem viel zu viel. Aber was im Trailer zu „Goat“ abgeht, hat man noch nicht gesehen. Fiese, völlig menschenunwürdige Aufnahmerituale werden hier so direkt und nah gezeigt, dass bereits dieser kurze Filmausschnitt echte Schmerzen bereitet. Zurecht heißt es an einer Stelle „Guantanamo-Style“. In den Hauptrollen: Ben Schnetzer, Nick Jonas und James Franco.

Frisch besetzt

Woody Allen dreht mit Justin Timberlake: Ein jährlicher Film von Woody Allen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nachdem „Café Society“ mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in Cannes gerade mal Premiere feierte, sind schon die ersten Darsteller des noch titellosen 2017er-Werkes bekannt geworden. Im 50er-Jahre-Setting werden sich etwa Kate Winslet, James Belushi, Juno Temple und Justin Timberlake von Allen in Szene setzen lassen. Das kann ja heiter werden! „Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander: Die Schwedin Alicia Vikander tritt in die Fußstapfen von Angelina Jolie. Als junge Archäologin Lara Croft muss sie in dem Reboot von Roar Uthaug („The Wave“) ihre erste Expedition bestehen und einem verrückten Insel-Kult nachgehen. Nach dem Neustart der Spiele-Serie steht nun also auch die Verjüngungskur auf der Leinwand an. Alicia Vikander wurde erst im Februar diesen Jahres mit einem Oscar für die beste Nebenrolle in „The Danish Girl“ ausgezeichnet. Wie sie sich in dem Action-Abenteuer schlägt, können wir ab März 2018 bestaunen.

Rekordverdächtig

Kein Trailer wurde je schlechter bewertet: Dank YouTube-Daumen weiß man auf einen Blick ob Videos auf Begeisterung oder Ablehnung stoßen. In den Ranglisten der Most-Dislike-Videos tummeln sich normalerweise nur Musik-Stücke von Justin Bieber oder Miley Cyrus. Nun rückte aber erstmals auch ein Filmtrailer in die Top 10. Denn über 900.000 Daumen-nach-unten konnte der erste Trailer zum „Ghostbusters“-Reboot inzwischen ansammeln. Ob das Geisterjäger-Reboot mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy das verdient hat? Zumindest die ersten Kritiken lassen eine spaßige Zeit im Kinosessel vermuten. Bei uns startet der Film in der ersten August-Woche.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Virtual Reality, Spezialeffekte und Hummer

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Besuch im ersten VR-Kino der Welt, dem späten, aber heiß ersehnten Kinostart von „The Lobster“ und einem Überblick zu den teuersten Kino-Szenen mit Spezialeffekten.

Neu im Kino„The Lobster“
„Ein ganzes halbes Jahr“
Thema der WocheVirtual Reality ist noch lange nicht so weit
Streaming-Perlen„Master of None“ auf Netflix
„Mission: Impossible – Rogue Nation“ auf Amazon Prime
Darauf freuen wir uns„Noma“
RekordverdächtigDie teuersten Spezialeffekte

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Zukunft ist da und sie sieht schräg aus! In der irren wie genialen Vision „The Lobster“ vom griechischen Meisterregisseurs Yorgos Lanthimos werden alle Single-Menschen zusammen in ein Hotel gesteckt. Dort haben sie 45 Tage Zeit, um einen Partner für sich zu ergattern. Wer in dieser Zeit nicht sein Glück findet, wird in ein Tier seiner Wahl umgewandelt und muss von nun an im Wald sein Dasein fristen. Wir sind ganz nah bei David (Colin Farrell) mit dabei, als er plötzlich wieder solo ist und das strikte Prozedere mitmachen muss. Die angenehm ungewöhnliche Ausgangssituation freut genauso wie der hochmotivierte Cast. Auch vor der Kamera: Rachel Weisz, Ben Whishaw, John C. Reilly, Léa Seydoux und Olivia Colman.

Kann man sich sparen: „Ein ganzes halbes Jahr“ klingt wie „Ziemlich beste Freunde“, ist aber lange nicht so gut: Die lebensbejahende Lou (Emilia Clarke) fängt an als Pflegerin für den Superreichen William (Sam Claflin) zu arbeiten. Der sitzt seit einem Motorradunfall im Rollstuhl und hat jegliche Freude aus seinem Alltag verbannt. Seine neue Angestellte will nun um jeden Preis wieder ein Lächeln in sein Gesicht zaubern. Die Romanze folgt Schema F. Ohne die Buchvorlage je in den Händen gehalten zu haben, kann man jeden nächsten Schritt der Charaktere vorhersagen. Das ist einfach nur langweilig. Eigentlich schon eine Beleidigung, für wie dumm hier das Publikum verkauft wird.

Thema der Woche

VR-Kino (Image by David StreitArthur Avenue)
VR Kino (Image by Arthur Avenue)

Virtual Reality ist noch lange nicht so weit: Vor wenigen Wochen haben wir euch im Screen Radar die Eröffnung des ersten Virtual-Reality-Kinos der Welt in Berlin angekündigt. Aus Neugier haben wir am vergangenen Wochenende selbst eine Vorstellung gebucht und uns vom Stand der Technik überzeugt. Das halbstündige Spektakel in den Berliner Spreewerkstätten kostete 12,50 Euro pro Person und verursachte leider mehr Kopfschmerzen als Aha-Erlebnisse. Das liegt zum einen daran, dass man es einfach nicht gewohnt ist, so lange eine schwere 360°-Brille im Gesicht zu tragen. Noch viel schlimmer fällt allerdings die Auswahl der Filme ist Gewicht: Das Kino rühmt sich mit einer handverlesenen Auswahl der besten VR-Inhalte – doch zumindest das Paket „Fun“ bot einen unterirdischen Mix aus gähnender Langeweile und keinerlei Mehrwert. In der Regel befindet man sich inmitten einer Szene, die dank „Storytelling“ immer ein Vorne braucht. In einigen Animationswelten rauscht mal etwas an einem vorbei, so dass man sich auch gerne mal im Stuhl mit dreht. Doch oft werden die räumlichen Möglichkeiten überhaupt nicht genutzt, zum Beispiel wenn man minutenlang einer Big-Band zuschauen muss, die viel zu nah an die Kamera herantritt. Gute Ansätze wie eine animierte Kettenreaktion mit großen und kleinen Gegenständen, die rings um einen herum umfallen, sind dagegen bereits nach 20 Sekunden vorbei. Am Ende der Show bleibt der Eindruck, dass noch viele Experimente nötig sind, um das Geschichtenerzählen in der virtuellen Realität zu perfektionieren. Als Grundproblem ist die Fortbewegung innerhalb der Welt zu betrachten, für die es eigentlich eine separate Steuerung und interaktive Charaktere bräuchte. In Sachen Kino bevorzugen wir also fürs Erste noch den zweidimensionalen Raum.

Streaming-Perlen

„Master of None“ auf Netflix: Wie ist das eigentlich, wenn immer nur ein Inder pro Hollywoodfilm gecastet wird? Wie unterschiedlich empfinden Männer und Frauen eine Partynacht in New York City? Und welche Person sollte man am dringensten mit auf ein Konzert von dem heißbegehrten Father John Misty nehmen? Genau solchen Fragen widmet sich die geniale Netflix-Serie „Master of None“. Star der Show ist Aziz Ansari, der ja schon in „Parks and Recreation“ als Tom Haverford positiv auffiel. Es wird sozialkritisch, schwarzhumorig und einfach wahnsinnig gut.

„Mission: Impossible – Rogue Nation“ auf Amazon Prime: Tom Cruise ist ja eigentlich mehr Maschine als Mensch. Und ein Stuntdouble kommt für ihn schon mal gar nicht in die Tüte. Auch im fünften „Mission: Impossible“-Teil hat er alle krassen Action-Sequenzen komplett selbst durchgezogen – was für ein Prachtkerl. Dadurch ist auch „Rogue Nation“ wieder mal eine Besonderheit. Obwohl auch Schwedin Rebecca Ferguson ihren Part dazu beiträgt: als toughe Ilsa Faust macht sie dem Top-Agenten nämlich ganz schon Feuer unter den Hintern.

Darauf freuen wir uns

„Noma“: Essen bedeutet nicht gleich essen – vor allem für Sterne-Koch René Redzepi, dessen Restaurant Noma bereits vier Mal zum besten der Welt gekürt wurde. Die gleichnamige Foodporn-Doku zeigt die Poesie hinter der Zusammenstellung von Zutaten und der Kreation seiner Gerichte. Unter dem Motto „Zeit und Ort“ interpretiert Redzepi aktuell die Jahreszeiten mit Zutaten wie Seeigeln, Moos und fermentierten Stachelbeeren. Klingt eklig, sieht aber verdammt ansprechend aus. Wenn wir das nächste Mal in Kopenhagen sind, müssen wir das Noma unbedingt besuchen!

Rekordverdächtig

Die teuersten Spezialeffekte: Kurz bevor Roland Emmerich in „Independence Day 2: Wiederkehr“ ab 28. Juli wieder die wichtigsten Denkmäler der Erde in Schutt und Asche legt, zählen wir für euch die kostspieligsten Digitalsequenzen aller Zeiten auf. Den Anfang macht „I Am Legend“ mit einer Szene vom Einsturz der Brooklyn Bridge, die stolze 5 Millionen Dollar vom Budget verschlungen hat. Doppelt so teuer und nicht mal im Film verwendet war sogar eine Szene aus „Superman Returns“, welche seine Rückkehr nach Krypton zeigt und eigens ins IMAX-3D-Format konvertiert wurde. Autsch! Visuell wegweisend kam auch die „Matrix“-Trilogie daher, welche mit einer 40 Millionen Dollar teuren Szene (von 150 Millionen US-Dollar des Gesamtbudgets) die absolute Spitze der teuersten Spezialeffekte markiert. Für den insgesamt 17 Minuten andauernden Kampf zwischen Neo und dem vervielfachten Agent Smith wurden 27 Drehtage angesetzt und es musste eigens eine neue Software entwickelt werden, um die Choreografie zusammenzusetzen.


Teaser (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)

Image by Arthur Avenue


Weiterlesen »

Screen Radar: Die Serien-Highlights der neuen TV-Saison

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Ausblick auf die geplanten Serien-Neustarts, dem deutschen Drogen-Thriller „Der Nachtmahr“ und dem ersten Virtual-Reality-Kino der Welt.

Neu im Kino„Der Nachtmahr“
„Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“
Thema der WocheNeue Serien kündigen sich an
Streaming-Perlen„Ziemlich beste Freunde“ auf Netflix
„Prisoners“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltNintendo will auf die Leinwand
Erstes Virtual-Reality-Kino in Berlin eröffnet
Darauf freuen wir uns„Mr. Robot“ – Staffel 2
Frisch besetzt„Fargo“ – Staffel 3 mit Ewan McGregor
„Jumanji“ mit Kevin Hart
App RadarNetflix Party

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Wenn sich Boys Noize und Atari Teenage Riot schon mal dazu hinreißen lassen, einem Film einen Soundtrack zu spendieren, muss man dem unbedingt nachgehen. „Der Nachtmahr“ spielt in den Berliner Clubs und changiert zwischen Coming-of-Age-Drama und Horrorfilm. Wenn die 17-jährige Tina (gespielt von Carolyn Genzkow) nämlich nicht gerade die Tanzfläche stürmt, muss sie sich mit einem dauerhungrigen Monster-Fötus herumschlagen, den anscheinend nur sie sehen kann. Es bleibt zu klären, was es mit dem Wesen auf sich hat. Regisseur AKIZ serviert einen 88-minütigen Genre-Mix, den es möglichst laut zu bestaunen gilt. Achtung: Aufgrund der Strobo-Lichter und anderer visueller Spielereien für Epileptiker nicht geeignet. Und für schwache Nerven sowieso nicht!

Kann man sich sparen: Armer Johnny Depp – wird er doch schon lange nur noch als Crazy Typ mit Spleen besetzt. Im 2010er „Alice im Wunderland“ von Tim Burton verkörperte er erstmals den irren Hutmacher, der nun seine gesamte Familie verloren hat. Und jetzt muss er noch mal ran – obwohl das wirklich keinen mehr interessiert. Dazu schlüpft auch Mia Wasikowska in ihr Alice-im-Wunderland-Kostüm (Geldprobleme oder was?). Sie muss nämlich für ihren Kumpel mit dem Kopfbedeckungsfetisch durch die Zeit reisen und allerhand blödsinnige Abenteuer durchstehen. Die kindgerechte Erzählung von James Bobin („Die Muppets“) wartet mit jeder Menge halbgarer Zeitebenen-Metaphern auf und will unbedingt mit neuen Steampunk-Elementen punkten. Leider fehlt es der eigentlich sehr fantasievollen Geschichte dennoch an Charme und Würze (zu eindimensional, zu vorhersehbar), so dass die Fortsetzung bestenfalls als durchschnittliche Nachmittagsunterhaltung dient.

Thema der Woche

Neue Serien kündigen sich an: Einmal im Jahr präsentieren die großen amerikanischen Networks wie ABC, CBS, NBC und FOX ihr Programm für die kommenden zwölf Monate. Bei den sogenannten „Upfronts“ gilt es, die Werbekunden heiß zu machen – und wir Zuschauer erhalten einen Ausblick, worauf wir uns demnächst freuen können. Zu den Neuankündigungen gehören etwa eine Serien-Adaption der Kino-Reihe „Lethal Weapon“ mit den ungleichen Cops Riggs und Murtaugh, sowie auch eine Neuauflage von „MacGyver“. Hierbei soll es darum gehen, wie aus einem 25-jährigen Schluffi (verkörpert von Lucas Till) der Mann wird, der sich nur mit einem Kaugummi, einer Büroklammer und etwas Klebeband aus jeder noch so kniffligen Situation befreien kann. Wir sind gespannt, was man aus der kultigen DIY-Serie heute macht! Aber auch zwei alte Serien-Hasen sind mit neuen Stoffen zurück. Kevin James etwa zwängt sich erstmals nach „King of Queens“ wieder in seine Sitcom-Hosen und versucht mit „Kevin Can Wait“ an alte Erfolge anzuknüpfen. Ob aus der Cop-in-Frührente-ist-vom-Familienleben-überfordert-Nummer allerdings der nächste große Comedy-Hit wird, darf bezweifelt werden. Der erste Trailer zeigt leider nur plumpe Sprüche und einen Kevin James auf Sparflamme. Bessere Chancen hat da schon Kiefer Sutherland, der in „24: Legacy“ zwar offiziell nicht mehr dabei sein wird, mit „Designated Survivor“ aber ein nicht minder spannendes Projekt am Start hat. Darin spielt er einen Politiker, der nach einem Anschlag plötzlich Präsident ist, weil alle höherrangigen Kabinettsmitglieder ums Leben gekommen sind. Laut Insidern gab es einen wahren Bieterkrieg um die TV-Rechte an der Politik-Serie mit Verschwörungscharakter. Sobald bekannt ist, wie und wo man den Stoff in Deutschland zu Gesicht bekommen kann, werden wir euch hier natürlich informieren.

Streaming-Perlen

„Ziemlich beste Freunde“ auf Netflix: Die auf wahren Begebenheiten beruhende französische Tragikomödie feiert das Leben in vollen Zügen. Hier treffen der reiche, aber vom Hals abwärts gelähmte Philippe (François Cluzet) und der arme, aber lebensfrohe Pfleger Driss (Omar Sy) aufeinander. Anders als alle anderen hat Driss keine Berührungsängste bei einem behinderten Menschen und so weckt er die Lebensfreude in seinem Chef auf ganz neue und außergewöhnliche Weise. Hier kann man sich einiges für den Alltag abgucken!

„Prisoners“ auf Amazon Prime: Als seine Tochter entführt wird, nimmt Keller (Hugh Jackman) das Gesetz selbst in die Hand. Ein mutmaßlicher Entführer ist schnell gefunden, doch ein Geständnis will der geistig etwas zurückgebliebene Alex (Paul Dano) partout nicht ablegen. Also hilft Keller etwas nach… Diese für alle Seiten völlig unerträgliche Situation nutzt der kanadische Filmemacher Denis Villeneuve, um zu zeigen, wie sehr Extremsituationen Menschen verändern können.

Neues aus der Filmwelt

Nintendo will auf die Leinwand: Ubisoft und Blizzard machen es mit „Assassin’s Creed“ und „Warcraft: The Beginning“ vor – jetzt wittert auch Videospiele-Urgestein Nintendo das große Geld im Filmbusiness. Schließlich sitzt man auf einem Goldschatz was Charaktere und Geschichten angeht. Bisher ist noch nicht klar, welche Figuren zuerst die Helden ihres eigenen (wahrscheinlich animierten) Filmes werden. Denkbar wären neben Super Mario auch Zelda, Kirby oder Donkey Kong. Wir unterstützen diese Entwicklung. Erstes Virtual-Reality-Kino in Berlin eröffnet: Das weltweit erste VR-Kino hat quasi um die Ecke eröffnet. In den Berliner Spreewerkstätten (Nähe Alexanderplatz) kann man sich eine Brille aufschnallen lassen und in einem der maßgeschneiderten Drehstühle Platz nehmen. Das aktuelle Filmangebot umfasst die Themenbereiche Doku, Fun und Horror und wartet jeweils mit einer ganzen Reihe von Produktionen auf. Mit 12,50€ sind die Tickets für die halbstündigen Streifen nicht einmal teurer als ein herkömmlicher Kinobesuch. Die Filmauswahl erfolgt individuell vor Ort – man sollte sich nur vorher seinen online Sitz reservieren.

Darauf freuen wir uns

„Mr. Robot“ – Staffel 2: Im Frühjahr wurde die erste Staffel der Hacker-Serie „Mr. Robot“ noch als beste Drama-Serie bei den Golden Globes ausgezeichnet. Jetzt gibt es schon einen Trailer zur zweiten Staffel, die noch mehr Paranoia und Verschwörung rund um Rami Malek, Christian Slater und Carly Chaikin verspricht. Bis die neuen Folgen ab Mitte Juni (jeweils kurz nach der US-Ausstrahlung) auf Amazon Prime erscheinen, ist es zum Glück gar nicht mehr lange hin.

Frisch besetzt

„Fargo“ – Staffel 3 mit Ewan McGregor: Die (ziemlich freie) Serienadaption von „Fargo“ ist für einen munteren Besetzungswechsel bekannt – dieser wird auch in Staffel 3 fortgesetzt. Nach Martin Freeman und Billy Bob Thornton sowie Kirsten Dunst und Patrick Wilson darf nun also Ewan McGregor ran – und das gleich in einer Doppelrolle! Er wird sowohl den Parkplatz-König von Minnesota namens Emmit Stussy mimen, sowie dessen minderbemittelten Bruder Ray. Selbstverständlich ist bei letzterem auch eine gehörige Portion Eifersucht im Spiel. Diese Besetzung lässt eine großartige Fortsetzung voll bitterbösen Humors erwarten. „Jumanji“ mit Kevin Hart: 1995 wurde Robin Williams von dem magischen Brettspiel verschluckt. Mehr als zwanzig Jahre später kündigt sich ein Reboot mit den Spaßvögeln Kevin Hart, Dwayne „The Rock“ Johnson und Jack Black an. Ob Sony mit dieser illustren Riege einen ähnlichen Erfolg verbuchen wird? Wir bleiben skeptisch, aber optimistisch – vielleicht sitzen sie auch allesamt in Motion-Tracking-Anzügen und spielen nur die Tiere, die im Verlauf des Filmes aus dem Spiel freigelassen werden (in der Reihenfolge: Äffchen, Nashorn und Elefant).

App Radar

Netflix Party: Wieso hat eigentlich noch kein Anbieter ein Feature vorgestellt, das es erlaubt, gemeinsam Filme und Serien zu streamen? Also zeitgleich, um sich während des Schauens über Plot-Twists auszutauschen. Das dachte sich auch US-Techie Stephan Boyer und hat kurzerhand eine Chrome-Extension programmiert, die das übernimmt. Wenn man „Netflix Party“ startet, erscheint links im Browser das Videofenster und rechts eine Fläche zum Chatten. Wer mehr über die Entstehung des nützlichen Tools erfahren möchte, kann diese in Stephans Blog nachlesen. Wir schauen die nächste Serie definitiv mal wieder mit Freunden – wie früher, irgendwie.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Die New York Times versucht sich an VR-Filmen

Caucus Tourism Virtual Campaigning (adapted) (Image by Phil Roeder [CC BY 2.0] via flickr)

Mittels virtueller Realität erzählte die New York Times ihren Lesern die Geschichten von jungen Flüchtlingen, nahm die Leser auf Wahlkampfreise mit und ermöglichte ihnen, die Trauer in Paris mitzuerleben. Nun ist es Zeit, sie auf den Pluto zu begleiten.

Mit „Auf der Suche nach Plutos kaltem Herzen“ nimmt der Times-Wissenschaftsautor Dennis Overbye die Zuseher mit auf einen virtuellen Rundgang über die Oberfläche des Planeten. Das Projekt, das auf dem Tribeca Film Festival zu sehen sein wird, wird im Laufe des Monats veröffentlicht – zusammen mit einer neuen Lieferung von etwa 300.000 Google-Pappbrillen an Times-Abonnenten. (Die Times hatte bereits im November eine Million der Brillen verteilt.)

Dieses neue Projekt stellt einen bedeutenden Meilenstein für die Times dar. Im Gegensatz zu bisherigen VR-Projekten, die alle in Kooperation mit VR-Produktionsfirmen wie VRSE produziert worden waren, ist das Pluto-Erlebnis ganz allein von der Times-eigenen Wissenschafts- und Grafikabteilung auf die Beine gestellt worden. Dies zeigt nicht nur das Engagement der Times im technischen Bereich, sondern macht ebenfalls deutlich, inwiefern  Nachrichtenredaktionen mittlerweile in der Lage sind, mit den bestehenden Technologien Videos zu produzieren, so Sam Dolnick, der für die VR verantwortliche New York Times Redakteur:

Es gibt eine Reihe neuer Fragen zu der Technologie, zur Erzählkunst und zur Bearbeitung. Was es so spannend macht, ist, dass jeder sich mit den Fragen neu auseinandersetzt. Sogar unsere Experten arbeiten erst seit einem Jahr daran. Daher fühlt sich alles so offen an.

Dolnick sagt, dass virtuelle Realität ihr größtes Potenzial entfaltet, wenn sie Menschen an Orte transportiert, die sie alleine nicht besichtigen können. So ist die virtuelle Reise auf den Pluto eine der mächtigsten Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technologien. Aber die Times bearbeitet noch weitere Projekte. Diese Woche erklärte sie, dass sie gerade an ihrer ersten Reihe von Episodenfilmen arbeite, um damit den einmaligen Zugang zur virtuellen Realität, den sie und andere Nachrichtenagenturen eröffnet haben, weiter auszubauen.

Ich habe mit Dolnick über die Annäherung der Times an die virtuelle Realität sowie die entstehenden ethischen Grundlagen für VR-Journalismus gesprochen und gefragt, welche Zukunft die Times für das, was sie „meditative VR“ nennt, sieht.

 

Ricardo Bilton (RB): „Auf der Suche nach Plutos kaltem Herzen” und „Die Verdrängten” scheinen ganz andere Schwerpunkte zu haben. Wie gehören sie zusammen?

Sam Dolnick (SD): Sie sind in der Tat ganz unterschiedliche Filme, aber der rote Faden ist, dass sie beide auf clevere Art und Weise das Medium benutzen. Von „Die Verdrängten” haben wir gehört, dass die Zuschauer sich auf eine Art mit den Kindern im Film verbunden fühlten, wie es für einen traditionellen Nachrichtenartikel eher schwierig zu erreichen ist. Wir haben Hunderte von Geschichten über die Flüchtlingskrise geschrieben, doch was wir immer wieder von den Leuten hörten, war, dass sie mittlerweile abgehärtet waren. Mit diesem neuen Medium konnten sie den Kindern aber in die Augen sehen, was einen bleibenden Eindruck hinterließ und sie nachhaltig schockierte.

Das Pluto-Projekt ist insofern eine neue Nutzung des Mediums, als dass es einen an einen Ort bringt, den man eigentlich niemals betreten könnte, und einen die Wunder eines neuen, fremden Planeten erleben lässt – und zwar auf eine Art und Weise, wie es eine traditionelle Geschichte oder sogar ein traditionelles Video nicht vermögen.

RB: Wie halten Sie die Leute bei der Stange? Viele dieser VR-Projekte machen zunächst einen großen Wirbel, doch dann vergessen die Leute sie schnell wieder.

SD: Wir erwarten von unserer VR-App nicht, dass sie zur täglichen Gewohnheit wird, wie unsere Haupt-Nachrichtenapp. Aber wir haben eine Vielzahl an Wegen gefunden, die Leute wieder zurückkommen zu lassen. Wir senden zum Beispiel Push-Benachrichtigungen bei neuen Videos, schreiben E-Mail-Newsletter, promoten unsere Webseite mobil und in den sozialen Netzwerken. Wir haben eine Menge Kanäle, über die wir die Leute erreichen können.

Wir freuen uns außerdem darauf, dieses Jahr unsere Episodenfilme herauszubringen. Die Idee ist, richtige VR-Shows zu produzieren, die einen verbindenden roten Faden und eine Serienstruktur haben. Wir sind der Meinung, dass wir so die Leute längerfristig zum Wiederkommen bewegen können.

RB: Ein anderer bedeutender Teil ist doch offenbar auch, die Leute mit dem passenden Equipment zusammenzubringen, nicht wahr?

SD: Ja. Hätten wir unser erstes Video veröffentlicht und dann einfach Feierabend gemacht, hätte es niemand geguckt. Der Grund für die große Resonanz war, dass Google uns einen gewaltigen Vertrauensvorschuss entgegenbrachte und uns half, eine Million Pappbrillen zu liefern. Ohne die Headsets geht es nicht.

RB: Was ist mit unterschiedlichen Themen?

SD: Wir werden uns weiterhin auf die großen Geschichten konzentrieren. Aber wir werden ebenfalls VR-Filme machen, die sich mit Style und Kultur beschäftigen. Die New York Times ist da vielschichtig. Wir experimentieren außerdem mit Formaten. Wir beschäftigen uns gerade mit einem Erlebnis, das wir scherzhaft „meditative VR“ nennen. Dies sind ungeschnittene Videos von wunderschönen Orten , die aus einer einzigen Einstellung heraus aufgenommen wurden. So kann man zum Beispiel bei Sonnenuntergang an einem jamaikanischen Strand sein oder an einem kanadischen Wasserfall. Sie sind genau dort in dem Moment. Sie schauen sich um. Es gibt keine Geschichte und es passiert nichts weiter. Ich würde es nicht einmal unbedingt Journalismus nennen. Es ist einfach etwas sehr Mitreißendes, etwas, das in der virtuellen Realität sehr eindrucksvoll wirken kann.

RB: Eine der Nebenwirkungen des Einsatzes dieser neuen Technologien ist, dass man auch mit neuen ethischen Fragestellungen konfrontiert wird. Bei „Die Verdrängten“ wurden Bedenken geäußert, wie und ob sich die Produzenten verstecken sollten, so dass sie nicht innerhalb der 360-Grad-Kamera zu sehen waren. Ist das eine ethische Problematik im Zusammenhang mit neuen Technologien?

SD: Das stimmt nicht. VR ist nicht arrangierter als andere Filme auch. Man positioniert die Kamera und oft verlässt man den Raum, um zu schauen, was passiert. Der Videojournalist Ben Solomon, der Co-Regisseur von „Die Verdrängten“ sagt, dass ein Videodreh oft wie das Jagen mit einem Gewehr ist – man weiß genau, hinter was man her ist.

VR zu drehen ist dagegen eher wie das Aufstellen einer Bärenfalle. Man stellt sie hin und hofft das Beste. Es ist eine andere Art der Erzählkunst, aber ich bin nicht der Ansicht, dass man von einer inhärenten journalistischen Kompromittierung sprechen kann. Man kann es theoretisch auf eine unaufrichtige Art und Weise machen, aber das ist nicht die Herangehensweise, die wir verfolgen.

RB: Es hat den Anschein, dass die ethischen Grundlagen der VR, journalistisch gesehen, ziemlich fließend sein werden, wenn die Leute sich auf die neue Technologie eingestellt haben.

SD: Es wird anders sein. Traditionellerweise erscheint der Videojournalist in Dokumentationen nicht. Er ist hinter der Kamera, nicht im Bild. Vielleicht werden wir akzeptieren, dass in der virtuellen Realität der Regisseur innerhalb des Bildes ist, man ihn also sehen kann, und dies ein Teil der Transparenz ist. Am wichtigsten ist es, dass die Zuschauer verstehen, was wir tun und was sie sehen, und dass wir transparent und offen hinsichtlich des gesamten Prozesses sind.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Caucus Tourism: Virtual Campaigning“ by Phil Roeder (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Zu viele Mutanten verderben den Brei

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Plädoyer für weniger Charaktere in Superhelden-Filmen, einer Dokumentation über die Aufnahmeprüfung zur Schauspielschule und Daniel Radcliffe als pupsende Leiche im ersten Trailer zu „Swiss Army Man“.

Neu im Kino„Die Prüfung“
„Nur Fliegen ist schöner“
Thema der WocheWeniger Charaktere, mehr Story
Streaming-Perlen„Stereo“ auf Netflix
„Like Father, Like Son“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltMit dem gewohnten Streaming-Angebot auf Reisen
Self-Publishing für Filmschaffende via Amazon
Darauf freuen wir uns„Swiss Army Man“
Rekordverdächtig„Matrix Reloaded“ verliert den Titel als weltweit erfolgreichster Film ohne Jugendfreigabe an „Deadpool“
Wann geht es endlich weiter?Scream“ – Staffel 2
„Voltron: Legendärer Verteidiger“ – Staffel 3
„Sherlock“ – Staffel 4

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Dokumentation „Die Prüfung“ widmet sich der zehntägigen Aufnahmeprozedur der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Im Fokus stehen aber nicht etwa die 687 Bewerber, wie man es von Casting-Shows erwarten würde, sondern die neun Mitglieder der Prüfungskommission und ihre speziellen Auffassungen darüber, wer es verdient hätte, einen der raren Plätze für die Schauspielausbildung zu bekommen. Da darf es schon mal etwas lauter werden, wenn man einen Kandidaten unbedingt dabei haben möchte. Der etwas andere Nervenkitzel entsteht beim Zuschauen insbesondere dadurch, dass man selbst schon in der einen oder anderen Auswahlsituation steckte und partout nicht wusste, worauf die Jury nun genau achtet. Das grundsätzliche Credo der Prüfer lautet aber: Talent wird sich immer durchsetzen. Unsere Daumen zeigen nach oben!

Kann man sich sparen: Der französische Filmemacher und Schauspieler Bruno Podalydès will mit „Nur Fliegen ist schöner“ all diejenigen ansprechen, die ihrem tristen Alltag entfliehen wollen und endlich den langersehnten Abenteuer-Ausflug zu machen, über den sie schon jahrelang sprechen. Der 50-jährige Michel befindet sich mitten in der Midlife-Crisis und träumt davon, mit einem Kajak durch die Natur zu paddeln. Der groß angekündigte Selbstfindungstrip hat dann jedoch mehr mit einer gemütlichen Dampferfahrt als einem aufregenden Wellenritt gemein. Und das ist echt langweilig. Vor lauter entspanntem Kuschelkurs-Momenten im Schneckentempo verliert man also schnell die Lust am gucken. Lieber einen großen Bogen um diese risikoarme Komödie machen!

Thema der Woche

Weniger Charaktere, mehr Story: In dieser Woche startet auch der neunte Film aus dem beliebten X-Men-Universum im Kino. Dieser wäre uns normalerweise keine Erwähnung wert, da er weder sonderlich herausragend noch extrem schlecht ist. Doch beim Schauen fiel uns ein Makel besonders auf, der ein für alle Male aus dem Blockbuster-Einmaleins gestrichen werden sollte. „Höher, schneller, weiter“ gilt seit jeher als oberste Maxime für Fortsetzungen – und 2016 wird dies nicht mehr nur auf Action-Sequenzen und weltweite Relevanz angewandt, sondern auch auf die Größe des Filmuniversums und die Menge an Charakteren, die es gekonnt in eine existenzbedrohende Storyline zu verknüpfen gilt. Für individuelle Charakterentwicklungen und Tiefgang bleibt da natürlich kein Platz mehr.

Wie schon bei unzähligen Streifen zuvor leidet darunter insbesondere die Dramaturgie des Films. Während andere Superhelden-Franchises einen hohen Schurken-Verschleiß aufweisen, könnte es bei den klassischen X-Men so viel einfacher sein. Mit Professor X und Magneto stehen bereits zwei Protagonisten zur Verfügung, die verschiedene Auffassungen darüber vertreten, wie Mutanten und Menschen zusammenleben sollten. Der größte Fehler von „X-Men: Apocalypse“ ist es nun einen gleichnamigen Feind einzuführen, der schlimmer und stärker ist, als alles je Dagewesene. Nicht zu vergessen die 20 Mutanten in Nebenrollen, die fast alle eigene Probleme mitbringen – von Isolation bis zum Erwachsenwerden. Und trotzdem wird sich um keinen richtig gekümmert, noch nicht einmal um die Figurentwicklung des Fieslings. Wir plädieren dringend dafür, dass man sich in Fortsetzungen zukünftig auf weniger Charaktere beschränkt und deren Konflikte untereinander dafür umso ausführlicher herausarbeitet. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Superhelden-Kammerspiel zwischen Professor X und Magneto? Zwei Gegenspieler auf engstem Raum und mit viel Zeit für Dialoge – gerne inklusive ausgedehnter Schach-Partie. Man wird ja wohl noch träumen dürfen….

Streaming-Perlen

„Stereo“ auf Netflix: Der deutsche Thriller von Maximilian Erlenwein schickt seine beiden Hauptdarsteller Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu auf einen wilden Trip. Zwischen Wahn und Wirklichkeit gilt es die eigene Gangster-Vergangenheit aufzuarbeiten – das geht aber nicht ohne brutale Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Aber wer genau ist eigentlich ‚Ich’? Dies gilt es im Folgenden herauszufinden. Und das geht nicht, ohne dabei Liebe, Glaube und die eigene Existenz komplett aufs Spiel zu setzen. Dank des hypnotisierenden Soundtracks und der düster-spannungsgeladenen Atmosphäre wirkt „Stereo“ erfrischend undeutsch.

„Like Father, Like Son“ auf Amazon Prime: Nach der Geburt wurden die Söhne der Familien Saiki und Nonomiya vertauscht. Sechs Jahre sind seitdem vergangen und nun ist dem Krankenhaus der Fehler von damals aufgefallen. Die Eltern sollen nun entscheiden, ob sie ihre Kinder zurücktauschen wollen – doch die gemeinsame Zeit mit ihren Söhnen lässt sich nicht ohne weiteres ausblenden. Das japanische Drama geht unter die Haut und wurde bereits in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet.

Neues aus der Filmwelt

Mit dem gewohnten Streaming-Angebot auf Reisen: Man kennt das: Im Urlaub hätte man endlich mal Zeit und Lust, das Film- und Serien-Angebot des Streaming-Anbieters seines Vertrauens zu durchforsten. Doch statt deutscher Lizenztitel gibt es nur das Angebot des jeweiligen Landes und somit eine völlig andere Bibliothek zu sehen. Das soll sich nun ändern! Die EU hat jüngst beschlossen, das sogenannte „Geoblocking“ abzuschaffen und den vollen, aber zeitlich eingeschränkten Zugriff auf das Angebot des Landes zu erlauben, in dem man seine Mitgliedschaft abgeschlossen hat. Perfekt also, um seinen Netflix-Account auch im Urlaub wie zuhause zu nutzen. Noch besser wäre nur die völlige Abschaffung länderspezifischer Lizenzierungen. Self-Publishing für Filmschaffende via Amazon: Wenn ambitionierte Nachwuchsregisseure und kleinere Independent-Studios ihre Filme vermarkten wollten, konnten sie bisher nur auf Vimeo On Demand zurückgreifen. Der Dienst erlaubt den Verkauf von Bewegtbild sowie den weltweiten Vertrieb über die Video-Plattform. Jetzt zieht auch Amazon nach und öffnet seine Prime-Plattform für Produzenten und Video-Künstler. Auf Amazon Video Direct können die eigenen Werke hochgeladen und Millionen Prime-Nutzern bereitgestellt werden. Die Umsatzbeteiligung richtet sich ganz nach den eigenen Maßstäben – vom direkten Verkauf an alle Amazon-Kunden bis zum eingeschränkten Verleihen im Rahmen des Prime-Dienstes.

Darauf freuen wir uns

„Swiss Army Man“: Hank (Paul Dano) ist auf einer einsamen Insel gestrandet und als er seinem Leben ein Ende machen will, entdeckt er eine Leiche (Daniel Radcliffe) am Strand. Ob es an der Einsamkeit liegt, dass Hank plötzlich mit dem Toten reden kann? Beide tun sich schließlich zusammen, um zurück nach Hause zu kommen. Eine Erektion soll den Weg weisen und mittels Pups-Antrieb lässt sich auch die größte Entfernung zurücklegen. Das surreale Werk ist als ironische Antwort auf Streifen wie „Cast Away – Verschollen“ zu verstehen und wird sicherlich so einige Zuschauer verwirren.

Rekordverdächtig

„Matrix Reloaded“ verliert den Titel als weltweit erfolgreichster Film ohne Jugendfreigabe an „Deadpool“: Mit Einnahmen von über 760 Millionen US-Dollar ist der Söldner mit der großen Klappe überall auf der Welt ein absoluter Leinwanderfolg – und das bei gerade einmal 58 Millionen US-Dollar Produktionsbudget (knapp einem Drittel von „Matrix Reloaded“). Lediglich im amerikanischen Markt muss man sich noch Mel Gibsons „Die Passion Christi“ geschlagen geben, der trotz hoher Altersfreigabe ab 17 Jahren stolze 370 Millionen US-Dollar umsetzte („Deadpool“ erreichte bisher 362 Millionen US-Dollar).

Wann geht es endlich weiter?

Scream | Ab 31.05.2016 auf Netflix Voltron: Legendärer Verteidiger | Staffel 3: Ab 10.06.2016 auf Netflix Sherlock | Voraussichtlich ab Weihnachten 2016


Image (adapted) „cinema“ by Do u remember (CC BY-SA 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Wie sich YouTube gegen Netflix & Co. behaupten will

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit ersten Infos zu YouTube „Unplugged“-Service, Sarah Kuttners Romanadaption „Mängelexemplar“ und dem Trailer zu Neuseelands erfolgreichstem Kinofilm „Hunt For The Wilderpeople“.

Neu im Kino„Mängelexemplar“
„Angry Birds“
Thema der WocheThe Age of Cord-Cutting
Streaming-Perlen„Edge Of Tomorrow“ auf Netflix
„Zeit der Kannibalen“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltARD und ZDF machen in YouTube
Darauf freuen wir uns„Hunt For The Wilderpeople“
App-RadarThe Rock Clock
Wann geht es endlich weiter?„Marvel’s Agents of Shield“ – Staffel 2
„Marco Polo“ – Staffel 2
„New Girl“ – Staffel 5

 

Neu im Kino

Muss man sehen: „Mängelexemplar“ basiert auf Sarah Kuttners Erstlingsroman. Darin verliert Karo (großartig: Claudia Eisinger) erst ihren Job, dann ihren Freund und schließlich die Fassung. Diagnose: Depression. Jetzt hilft nur noch runterfahren auf Null, ein bisschen Hotel Mama genießen und dann mal gucken, was wirklich wichtig ist. Das Tolle: Bei all den Hochs und Tiefs verliert die 27-jährige Protagonistin nie ihren Sinn für Humor. Der darf auch gerne mal so richtig schön unter die Gürtellinie gehen (Stichwort: Kinder im Baumarkt anpöbeln). Das zotige Berlin-Hipster-Portrait wurde von Laura Lackmann gedreht, die nach diesem Regie-Debüt im Sommer sogar noch mit einem Buch-Debüt herausrücken wird. Finden wir super!

Kann man sich sparen: Jetzt könnte man sagen: Endlich haben die knallbunten Vögel aus „Angry Birds“ ihren eigenen Film bekommen. Klingt ja auch erstmal ganz gut. Im Film sehen wir nun nicht nur in Looney-Tunes-artigen Sketchen, wie sie verdammt schnell aus der Haut fahren, sondern auch wie eine Wut-Therapie bei der endgültigen Besänftigung helfen soll. Nur kommen dann die Schweine auf Bird Island und wollen aus den Vogel-Eiern leckere Omeletts machen. Das alles hat am Ende so gar keine Tiefe und so gar keinen Sinn. Denn alles dient – oh Wunder – letztlich nur dazu, die Merchandise-Verkäufe noch einmal so richtig anzuheizen. Lahm!

Thema der Woche

The Age of Cord-Cutting: Wie Sebastian Haselbeck erst kürzlich für Netzpiloten zusammengefasst hat, befindet sich die Unterhaltungsbranche in einem großen Umbruch. Player wie Netflix und Amazon sind gerade mal ein paar Jahre dabei und bestimmen schon die Spielregeln des Bewegtbild-Markts. Gefühlt nimmt niemand mehr Geld in die Hand, um so viele Qualitätsinhalte für so viele Geschmäcker zu produzieren. Als Nutzer sind wir dieser Dynamik längst verfallen. Wir wollen keinen Tag länger als nötig auf die nächste Folge unserer Lieblingsserie warten und haben uns längst daran gewöhnt, ganze Staffeln am Stück zu bingen. Jetzt ist durchgesickert, dass auch YouTube im nächsten Jahr mit einem neuen Angebot namens „Unplugged“ vorpreschen will. Dieses umfasst einen Streaming-Service, der erstmals hochwertige PayTV-Sender wie Fox oder CBS gegen Gebühr auf der Video-Plattform verfügbar machen soll. Ein kühner Plan? In jedem Fall, denn solch ein Paket konnte noch niemand vorher schnüren. Zum Start der neuen AppleTV-Plattform ist beispielsweise erst Apple daran gescheitert, ein ähnliches Angebot anzubieten. Dennoch stehen die Zeichen voll auf Fortschritt bei den Inhalte-Produzenten. Schließlich umfasst die Primetime-Reichweite von YouTube schon heute so viele werberelevante Amerikaner (18-49), wie die zehn meistgesehenen Programme im linearen Fernsehen zusammen.

Streaming-Perlen

„Edge of Tomorrow“ auf Netflix: Ein düsteres Action-Spektakel: Für Major Bill Cage (Tom Cruise) beginnt der schlimmste Tag seines Lebens, als er ohne Anleitung in ein Exo-Skelett gesteckt und in den Krieg gegen fiese Aliens geschickt wird. Sein Tod ist aufgrund seiner Planlosigkeit vorprogrammiert. Aber überraschenderweise ist dieser nicht sein Ende – denn er wacht nach dem tödlichen Scheitern wieder und wieder auf dem selben Stützpunkt zur selben Zeit, kurz vor der Attacke, auf. Weil er den Horror-Tag auf Repeat erlebt, bleibt ihm letztlich viel Zeit, den Feind zu studieren und nach einem Ausweg für sich und die Menschheit zu suchen.

„Zeit der Kannibalen“ auf Amazon Prime: Das Kammerspiel begleitet drei deutsche Business-Consultants, die für ihre Karriere ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen. Seit Jahren touren sie durch die Welt, um den Profithunger ihrer Kunden zu stillen. Ihr selbsterklärtes Ziel: Endlich aufsteigen und Partner werden! Doch der Konkurrenzkampf um den begehrten Posten fordert alles von ihnen ab und bringt neben der einen oder anderen Neurose auch allerhand Sarkasmus zum Vorschein. Die bitterböse Kapitalismus-Kritik mit Devid Striesow, Sebastian Blomberg und Katharina Schüttler gewann zurecht den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch.

Neues aus der Filmwelt

ARD und ZDF machen in YouTube: Auf der re:publica in Berlin wurde erstmals Einblick in die Planungen zum neuen „Jungen Angebot“ der öffentlich-rechtlichen Sender gewährt, für das sogar alle 16 Landesparlamente den Rundfunkstaatsvertrag ändern mussten. Der Grund: Das neue Programm für die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen soll ausschließlich online und nicht linear senden. Das Angebot wartet mit zahlreichen YouTubern auf (darunter Florian Mundt alias LeFloid und Rayk Anders mit seinem Kanal „Armes Deutschland“) und wird unter anderem von den Gaming- und Dauerquassel-Experten von RocketBeans TV produziert.

Darauf freuen wir uns

„Hunt For The Wilderpeople“: Jeder kennt die Trash-TV-Sendungen, in denen gewaltbereite und ungezogene Kinder in ein Flugzeug gesetzt werden, um auf einer Farm irgendwo im Nirgendwo ganz ohne Elektrizität zu lernen, wie man sich richtig zu verhalten hat. „Hunt For The Wilderpeople“ ist so eine Geschichte, nur dass sie auf einem berühmten Jugendroman basiert. Regisseur Taika Waititi („5 Zimmer, Küche, Sarg“) erzählt die Story eines Jungen, der erst nirgends richtig reinpasst und dann mitten in der Natur zu sich findet. Hoffentlich kommt die neuseeländische Erfolgsproduktion bald zu uns ins Kino!

App-Radar

The Rock Clock: Muskelprotz Dwayne „The Rock“ Johnson hat sich in Hollywood als besttrainierte Grinsebacke einen Namen gemacht. Jetzt ist er auch unter die App-Entwickler gegangen und hat seine eigene Wecker- und Motivations-App vorgestellt. Die hält nicht nur von ihm eingesungene Wachwerd-Melodien bereit, sondern zeigt auch an, wann er selbst aufsteht. Aktuell ist Johnsons „Rock Time“ auf 4:15h eingestellt – na dann.

Wann geht es endlich weiter?

Marvel’s Agents of Shield – Staffel 2 | Ab 10.05.2016 auf RTL II Marco Polo – Staffel 2 | Ab 01.07.2016 auf Netflix New Girl | Ab Herbst 2016 auf Sixx


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Mit Marvel-Einheitsbrei und dem ersten Trailer zu „The Happy Film“

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit Marvel-Einheitsbrei, Schrottplatz-Romantik und einem ersten Trailer zu Stefan Sagmeisters „The Happy Film“

Neu im KinoDie Komödie „Schrotten!“
„Bad Neighbors 2“
Thema der WocheEin Filmuniversum ohne Platz für Individuen
Streaming-Perlen„Looper“ auf Netflix
„Blue Valentine“ auf Amazon Prime
Neues aus der FilmweltDie Minions kaufen Shrek
Apple mischt sich unter die Serien-Produzenten
Darauf freuen wir unsAnleitung zum Glücklichsein
RekordverdächtigNeue Bestmarke im Dauerglotzen aufgestellt
Wann geht es endlich weiter?24: Live Another Day
Bloodline – Staffel 2
Orange Is The New Black – Staffel 3

 

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Talhammers lieben ihren Schrottplatz! Die Komödie „Schrotten!“ erzählt von der unbändigen Leidenschaft für die Metallverwertung und einem riskanten Coup, um den Schrottplatz nach Generationen im Familienbesitz nicht an einen skrupellosen Schrott-Magnaten zu verlieren. Lucas Gregorowicz und Frederick Lau spielen zwei verstrittene Brüder, die sich nach dem Tod ihres Vaters zusammenraufen müssen, um nicht ihre Existenzgrundlage flöten gehen zu lassen. Der erhoffte Ausweg aus der Misere: ein Zug, 40 Tonnen Kupfer und ein Raub, der gut geplant sein will. In den 102-Minuten Spielzeit wachsen einem die liebenswert-verschrobenen Charaktere vom Schrotthof ans Herz und so drückt man bei der fragwürdigen Moral des Filmes gerne mal beide Augen zu.

Kann man sich sparen:„Bad Neighbors 2“ ist die Art Fortsetzung, die wirklich niemand braucht. Doch weil der erste Teil mit Seth Rogen, Rose Byrne und Zac Efron ein Vielfaches seines Budgets eingespielt hat (das Zwölffache, um genau zu sein), war der aufgewärmte Clinch mit einer neuen Studentenverbindung schnell beschlossene Sache. Im zweiten Teil ist es eine frisch gegründete Schwesternschaft, die es den spießigen Nachbarn unmöglich macht ihr Haus zu verkaufen. Diese greifen nun zu allen Mitteln, um die netten Mädels von nebenan wieder aus dem Haus zu ekeln. Dass sich die Erwachsenen bei so viel penetranten Rumgenerve als die eigentlichen Kinder entpuppen, dürfte niemanden schockieren.

Thema der Woche

Ein Filmuniversum ohne Platz für Individuen: Nach dreizehn zusammenhängenden Filmen des überaus erfolgreichen Comic-Riesen Marvel fällt auf, dass die einzelnen Werke immer seltener über eine eigene Handschrift verfügen und immer mehr der Stilistik des Studios entsprechen. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, dass er sich überall auskennt – egal ob es gerade um Iron Man, Thor oder Captain America geht.Kreative Differenzen mit Marvel-Chef Kevin Feige führen wie im Falle von Regisseur Edgar Wright, der jahrelang dafür gekämpft hat „Ant-Man“ endlich auf die große Leinwand zu bringen, zum eiskalten Rausschmiss. Dabei hätten wir gerne gesehen, was er mit richtig viel Geld anstellen kann – schon „Shaun of the Dead“ (2004) und „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ (2010) waren deutlich von seinem Gespür für visuellen Humor geprägt. Doch für Freigeister ist bei so großen Produktionen wie von Marvel nun wirklich kein Platz mehr!

Spürbar ist dies vor allem daran, dass kaum ein Regisseur ein zweites Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen mag. Wer es doch tut, wie Anthony und Joe Russo, die freiwillig auf eine eigene Bildsprache verzichten und sich ganz auf die erzählerische Struktur des auf Jahre vordefinierten Filmuniversums einlassen, dem ist eine große Karriere gewiss. Aktuell sind die Russo-Brüder mit „The First Avenger: Civil War“ im Kino zu bestaunen, dem dritten Bombasto-Teil rund um Captain America. Schon in zwei Jahren übernehmen sie den Staffelstab von Joss Whedon beim großen Avengers-Zweiteiler „Infinity War“. Darin müssen es der Hulk, die Guardians of the Galaxy, Black Panther & Co. dann mit einer mega fiesen außerirdischen Gefahr aufnehmen. Danke Marvel, dass wir uns bei so vielen Helden schon bald keine Gedanken mehr um die Köpfe hinter der Kamera machen müssen! #IronieAus

Streaming-Perlen

„Looper“ auf Netflix: Apropos eigene Handschrift: Hinter der ausgefuchsten Zeitreise-Geschichte „Looper“ mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis steckt der Filmemacher Rian Johnson. Der dreht aktuell nicht nur „Star Wars: Episode 8“, sondern hat auch schon mit „Brick“ bewiesen, dass er Drehbuchfilme liebt und ihn eine düster-melancholische Machart auszeichnet. Es geht doch!

„Blue Valentine“ auf Amazon Prime: Das Drama startet mit der blumigen Verliebtheit zu Beginn einer Beziehung und begleitet die Protagonisten (Ryan Gosling und Michelle Williams) schließlich bis in die Schattenzeiten ihrer Ehe. „Blue Valentine“ packt den richtigen Soundtrack für eine extrem intime und berührende Filmerfahrung aus – mit Stücken von Grizzly Bear bis hin zu Goslings eigenem Bandprojekt Dead Man’s Bones.

Neues aus der Filmwelt

Die Minions kaufen Shrek: Die Animationsfamilie von NBCUniversal wird größer. Für schlappe 3,33 Milliarden Euro übernimmt man das Filmstudio DreamWorks Anmation, das bekannt ist für einnahmestarke Franchises wie „Shrek“, „Drachenzähmen leicht gemacht“ und „Kung Fu Panda“. Somit bietet sich bald die Möglichkeit von Crossover-Filmen zwischen Minions und Ogern, ebenso wird dringend benötigter neuer Input für die Universal-Themenparks geliefert. Letztere feiern schließlich immer noch „Der weiße Hai“ aus dem Jahr 1975, als sei er erst gestern ins Kino gekommen. Apple mischt sich unter die Serien-Produzenten: Mit Apple TV und iTunes hat Apple bereits die Infrastruktur – es fehlen nun lediglich noch die eigenen Inhalte. Doch das soll sich schon bald ändern! Auf dem Sundance Film-Festival ist man auf Darsteller zugegangen, um gleich mehrere Serienideen zu besprechen. Eine davon kreist sich, wie sollte es auch anders sein, um die vielen Höhen und wenigen Tiefen von App-Developern.

Darauf freuen wir uns

Anleitung zum Glücklichsein: Seit Jahren macht der österreichische Grafiker und Agenturchef Stefan Sagmeister mit seinen Kreativauszeiten Schlagzeilen. In diesen sogenannten Sabbaticals widmet er sich wechselnden Themen, die keinen Kundenbezug haben. Eines dieser Projekte ist mit „The Happy Film“ zu einer eigenen Dokumentation darüber erwachsen, wie man ein besserer und fröhlicherer Mensch wird. Dass dabei natürlich nicht immer alles glatt läuft, ist äußerst amüsant anzuschauen. Wir können es kaum erwarten seinem Pfad zu folgen.

Rekordverdächtig

Neue Bestmarke im Dauerglotzen aufgestellt: Die Rekorde im Hochleistungs-Bingewatching purzeln gerade am laufenden Band. Neuester World-Champion ist der New Yorker Programmierer Alejandro Fragoso. Seine Zeit liegt bei drei Tagen und 22 Stunden (macht insgesamt stolze 94 Stunden), in denen er die Augen einfach nicht vom Fernseher seines Vertrauens abwenden konnte. Fragt sich nur: Welche Serie war so gut, dass er sooo lange dran geblieben ist? Und wer wird als erster Mensch die magischen vier Tage knacken?

Wann geht es endlich weiter?

24: Live Another Day | 17.05.2016 (Amazon Prime) Bloodline – Staffel 2 | 28.05.2016 (Netflix) Orange Is The New Black – Staffel 3 | 17.06.2016 (Netflix)


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Screen Radar: Tom Tykwer und die 5.000 Komparsen

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal: Mit „Avatar“ Teil 2 bis 5, den Kino-Neustarts und Tom Tykwers Suche nach 5.000 Komparsen in Berlin.

Neu im Kino

  • Das muss man sehen: Armes Deutschland. Lutz Dammbeck startet seine essayistische Doku „Overgames“ mit der These, dass wir vor lauter Identitätsverlust und unterdrückten Aggressionen alle psychisch krank sein müssen. Doch zum Glück gibt es Spielshows, die uns alle zu besseren Menschen machen wollen! Ob die Umerziehungsmaßnahmen gelingen, versucht er in vollschlanken 164 Minuten Laufzeit zu klären. Bereits seit 21.04. im Kino.

 

  • Kann man sich sparen: „The Boss“ mit Melissa McCarthy widmet sich dem Aufstieg und Fall und erneuten Aufstieg einer Businessfrau, die erst in Insiderhandel und später in Brownies macht. Dass dem Streifen nach der ersten Stunde ganz gewaltig die Puste ausgeht, liegt vor allem an dem lahmen Drehbuch. Nachdem das Futter-Imperium endlich floriert, wird komplett auf die allzu flachen Charaktere umgeschwenkt und jegliche Dynamik geht flöten.

Thema der Woche: „Avatar“ ohne Ende

Sechseinhalb Jahre nach „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ verkündet Regisseur James Cameron, dass er genug Ideen für gleich vier Fortsetzungen parat hat. Am 18. Dezember 2018 geht es mit Teil 2 los und bis 2023 soll die Saga weitererzählt werden. Mehr noch als die Vorfreude auf weitere Ausflüge auf fremde Planeten und Einblicke in neuartige Lebenswelten überwiegt jedoch das Gefühl von schierer Panik. Meint er das ernst? Nicht wenige der elf Millionen deutschen Kino-Besucher haben im Dezember 2009 das erste Mal eine 3D-Brille auf der Nase gehabt und verbinden durchaus überschwängliche Erfahrungen mit dem Kassenschlager.

Doch die Vorstellung von gleich vier Fortsetzungen droht dieses Gefühl so ganz ohne inhaltlichen Kontext ins Negative umzukehren. Niemand braucht mehr vom selben! Die Filmgeschichte bestätigt uns darin erst einmal skeptisch zu sein. Weder die „Pirates of the Caribbean“ noch die „Transformers“ wurden mit weiteren Teilen besser. Vielmehr möchte man den Filmemachern zurufen: Belasst es einfach dabei! Im Jahr 2016 sind Serien einfach die besseren Filme.

Streaming-Perlen:

  • „The Killing“ auf Netflix: Patti Smith’ Lieblingsserie begleitet Detective Sara Linden (Mireille Enos) und ihren Partner Stephen Holder (Joel Kinnaman) über vier Staffeln lang bei drei Mordfällen. Das Besondere: Neben den Ermittlern wird die Geschichte auch aus Sicht der betroffenen Familien und Verdächtigen erzählt. Absolutes Suchtpotential!

 

  • „Red Oaks“ auf Amazon Prime: Die Eigenproduktion begleitet David (gespielt von Craig Roberts, bekannt aus „Submarine“) bei seinem Ferienjob im Country Club Red Oaks. Die zehn Folgen der ersten Staffel drehen sich um die Themen Selbstfindung und Zukunftsplanung. Oder wie nennt man das gleich, wenn man so gar keinen Peil von all dem hat? Der Sommer kann jedenfalls kommen.

 

Neues aus der Filmwelt

  • Tom Tykwer sucht 5.000 Komparsen in Berlin: Du wolltest schon immer mal im Hintergrund einer TV-Produktion auftauchen und verfügst über ein „gelebtes Gesicht und/oder einen dürren Körper“ (by the way: Wer bei dieser Ausschreibung nicht wenigstens kurz auflachen muss, dem ist nicht mehr zu helfen)? Dann ist deine Chance gekommen zusammen mit Volker Bruch und Liv Lisa Fries in die zwanzigerJahre zu reisen. Alle Infos zu den anstehenden Casting-Terminen für „Babylon Berlin“ hält die Website der Casting-Agentur bereit.

  • Startup „The Screening Room“ will Kino für Zuhause: Für schlappe 50 Dollar wollen Napster-Mitbegründer Sean Parker und Musikunternehmer Prem Akkaraju Filme zeitgleich zum Kinostart für das Heimkino anbieten. Neben Netflix’ Ceo Reed Hastings zeigen sich auch die Regisseure Peter Jackson, Steven Spielberg und J.J. Abrams begeistert von der Idee ihre Filme einem noch größeren Publikum verfügbar zu machen. Ob es dem neugegründeten Streaming-Service gelingen wird den Filmvertrieb nachhaltig zu revolutionieren? Wir drücken die Daumen – und hoffen auf eine schnelle Preissenkung.

Darauf freuen wir uns

  • Um zu sterben, kehrt man im Dying Parlor ein: Der zwölfminütige Kurzfilm „Mildred and the Dying Parlor“ feierte jüngst auf dem Tribeca Filmfestival seine Premiere. Dort kam er so gut an, dass die Macher nun schon ernsthaft über eine Weiterführung als Serie nachdenken. Uns gefällt der schwarzhumorige Trailer so gut, dass wir das Gucken des kurzen Werkes gar nicht mehr abwarten können und ebenfalls lautstark um eine Fortsetzung betteln.

 

Rekordverdächtig

  • Schwede veröffentlicht siebenstündigen Trailer: In der Kürze liegt die Würze? Wohl eher nicht! Filmemacher Anders Weberg gewährt einen ersten Einblick in sein Werk „Ambiancé“, der mit einer Gesamtlänge von 30 Tagen rekordverdächtig lang wird. Auf den 72-minütigen Teaser im letzten Jahr folgt nun der siebenstündige Trailer zum Mammut-Projekt. Auf Los geht’s los!

 

Wann geht es endlich weiter?

Game of Thrones – Staffel 6:  Bereits angelaufen seit 25.04.2016

Girls – Staffel 5: 05.06.2016

Mr. Robot – Staffel 2: 13.07.2016


Image (adapted)  „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Spoiler verraten mit Spoil Me: Wer kann widerstehen?

Spoil Me Website (Image via Screenshot)

Wer kennt sie nicht – die gefährliche Versuchung schon mal die letzte Seite des Buches aufzuschlagen (werden sie zusammenkommen?), mal eben zum Ende des Films zu schielen (wird er überleben?) oder einen Blick in die nächste Folge der Serie zu riskieren. Danach ist das Bedauern über die eigene, unbändige Neugierde groß – und trotzdem machen wir es alle immer wieder.

Mit der Webseite Spoil Me ist diese Verlockung jetzt nur noch einen Mausklick entfernt. Das Prinzip ist ganz einfach: Entweder man gibt in der Suchmaske selbst einen Filmtitel ein und lässt sich von der digitalen Gerüchteküche mitreißen oder ergreift die Initiative und schürt das Feuer durch eigene Beiträge.

„Spoil me“ wurde in 48 Stunden während eines internen „Hackathons“ (ein Wortspiel zwischen Hacking und Marathon) aufgesetzt. Die Idee war, „ein wenig Spaß zu haben und Technologien auszuprobieren, die uns interessieren.“ erklärt Projektleiter Bruno Pérez der Pariser Webagentur Buddyweb. 2011 gegründet, beschreibt sich die Agentur selbst als 100% kreativ in Sachen Technologie, Marketing und Design.

Aus der kleinen Spielerei wurde ein wahrer Hit in Frankreich, sodass von dem dreiköpfigen Team bald eine englische Version folgte. “Zwei Wochen nachdem die Seite online war, gab es von der französischen und englischen Community bereits 10 000 Spoiler“, erzählt Bruno.

Genauso wie die Webseite aus einem Flachs entstand, so sind auch viele Spoiler nicht wirklich ernst zu nehmen. Denn die User von Buddyweb scheinen mindestens genauso kreativ zu sein wie ihre Gründer: So wird das Ende von Titanic relativ trocken in einem Spoiler zusammengefasst: „Der Eisberg gewinnt.“

The iceberg wins. (Image via Screenshot)

… oder es werden ganz neue Gerüchte in die Welt gesetzt – hier wohl aus alter Kindheits-Nostalgie: „Ich tötete Mufasa!

Auf die Frage hin, was sein Lieblings-Spoiler sei, antwortet Bruno: „Ein Teilnehmer hat ALLE James Bonds Filme mit dem gleichen Spoiler versehen: ‘James Bond kills the bad guy, get the girl and save the world’. Ziemlich witzig!

Bald sollen nicht nur Filme, sondern auch Serien gespoilt werden – „und das auch auf Deutsch!“, versichert Bruno.


Image „Spoil Me Website“ via Screenshot
Image „The Iceberg wins.“ via Screenshot
Image „I killed Mufasa!“ via Screenshot


Weiterlesen »

Warum wir über unsere Spoiler-Phobie hinwegkommen sollten

Vaders' Photo shoot (1 of 4) (adapted) (Image by Chris Isherwood [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Warnung: der folgenden Artikel enthält einige Spoiler zu Star Wars: The Force Awakens und andere Kino- und Fernsehproduktionen. Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Im vergangenen Monat waren mein Partner und ich in einem kleinen ruhigen Restaurant in Dorset. Ein kleiner Junge kam herein und quiekte mit schreckenerfüllter Stimme: “Er hat Han Solo getötet!” Der Vater schaute entsetzt, während einige Gäste nervös lachten und sich umschauten, als ob jemand eine Straftat begangen hatte. Ich konnte nur hoffen, dass niemand von ihnen geplant hatte, den Film am nächsten Tag im Kino zu sehen.

Ich fand es zuerst wirklich noch witzig, aber dann habe ich The Force Awakens gesehen. Wenn Sie den Film noch nicht gesehen haben, aber kein Problem damit haben, trotzdem einen Artikel über die Star Wars-Reihe zu lesen, dann darf ab hier weitergelesen werden:  Kylo Ren tötet seinen Vater Han Solo mit seinem Lichtschwert. Es ist der Höhepunkt des Films.

Jeder scheint seine eigene Geschichte zu diversen Star Wars-Spoiler zu haben. Jeder, der im Jahr 1980 The Empire Strikes Back gesehen hat, wird wohl die eine hinterhältige Person nie vergessen, die “Darth Vader ist Lukes Vater!” in die Kinoschlange hineinrief. Meine eigene Spoiler-Horrorgeschichte war, als jemand mir noch während ich für den Film Fight Club anstand, dass Edward Nortons Charakter Tyler Durden unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet.

Im Netz finden wir die Spoilerkultur (und die Spoiler-Phobie) überall. Mein Facebook-Feed ist wöchentlich gefüllt mit den Einträgen meiner Freunden und Familie, die in etwa so lauten:

Keine Dr.-Who-Spoiler bitte, es lief hier noch nicht in den USA.

Bitte beachte, dass [dieser  und jener] Sherlock noch nicht gesehen hat, bitte verrate nichts in deinem Status.

Keine Star Wars-Spoiler mehr, um Gottes willen – Ich hatte noch keine Gelegenheit, den Film über Weihnachten zu sehen.

Auf Facebook werden regelmäßig Leute entfolgt oder Freundschaften aus einem plötzlichen Groll heraus gekündigt.

Handlungsfreiheit

Diese Angst vor Spoilern ist ein Resultat unserer komplexen Art und Weise, in der wir Medien konsumieren. Eine Fernsehserie direkt bei der Ausstrahlung zu schauen, ist selten geworden in einer Welt voll  konkurrierender On-Demand-Plattformen und Netflix-Marathons. Mit Tablets und Smartphones können wir nicht nur aussuchen, was wir anschauen wollen, sondern auch, an welchem Ort. Aber diese Freiheiten bedeuten auch eine große Verantwortung. Diese ist direkt verbunden mit der wachsenden Erwartung, dass wir, wenn wir einen Film oder eine neue Serie gesehen haben, sollten wir, um Tyler Durdens berühmte erste Regel über den Fight Club zu zitieren, besser nicht darüber sprechen.

Für Kritiker ist das schlichtweg nervenzehrend. Zuerst einmal, wie soll man etwas anständig rezensieren, ohne dabei Elemente der Handlung preiszugeben? 2006 brachte Jonathan Rosenbaum sein Bedenken zum Ausdruck, was Spoiler für die Filmkritik bedeutet. Er merkte an, die Spoilerkultur ziehe Handlung und Erzählweise auf Kosten anderer Stile vor:

Warum soll es ein Spoiler sein, wenn man anmerkt, dass Touch of Evil mit der Explosion einer Zeitbombe beginnt, es offensichtlich aber nicht als Spoiler gilt, wenn man anmerkt, dass der Film mit einer langen Kamerafahrt beginnt?

Wenn dies vor zehn Jahren schon zugetroffen ist, dann ist es heutzutage noch viel wichtiger. Denn: bei den aktuellen “Spoilern” geht es nur noch um die Handlung.

Spoiler-Etikette

Deutlich interessanter ist die Etikette, die um die Spoilerkultur herangewachsen ist. Die Regeln dazu werden laufend auf Twitter, Facebook und Tumblr verhandelt. Wie verhält es sich beispielsweise bei Einschränkungen von  Spoilern? Geltem sie, wenn der Film nicht mehr im Kino zu sehen ist? Eine Zeitpsnanne von X Monaten, nachdem die Leute genügend Möglichkeiten hatten, eine Serie bei Netflix zu bingewatchen? So ganz genau scheint dies niemand zu wissen. Selbst die Screenonline-Webseite von BFI hat einen Disclaimer mit dem Hinweis “Vorsicht Spoiler” für Filmzusammenfassungen, die teilweise vor 70 Jahren veröffentlicht wurden.

Ob die Regeln auch bei Informationen von Buchverfilmungen gelten, ist bisher noch in eine Grauzone. Die Game of Thrones-Fangemeinde hat ihre eigene lautstarke Spoilerkultur (aber um fair zu sein, die Handlung der Fernsehserien unterscheidet sich sehr vom Buch, um mit einigen Handlungspunkten selbst die zu überraschen, die bereits die Bücher gelesen haben). Es ist schwer ein zu schätzen, ob langjährige Fans von denBüchern der The Hunger Games-Trilogie oder den Harry Potter-Romanen die Filmadaptionen anders wahrnehmen als diejenigen, die die Bücher nie gelesen haben.

Der Ärger rund um Spoiler ist ein neues Phänomen. Ältere Romane (wie beispielsweise die Arbeiten von Charles Dickens) enthielten manchmal einen kurzen Handlungsabriss zu Beginn jedes Kapitels. Sie fassten effektiv die Erzählung zusammen, so dass dem Leser genügend Freiheit blieb, andere Elemente der Geschichte zu genießen. Henry Fielding bemerkte in seinem Werk Joseph Andrews:

What are the contents prefixed to every chapter but so many inscriptions over the gates of inns … informing the reader what entertainment he is to expect, which if he likes not, he may travel on to the next.

(dt. etwa: Was sind schon die Inhaltsangaben jedes Kapitels anderes als Inschriften über den Türen von Gasthöfen … sie teilen dem Leser mit, welche Vergnüglichkeiten er hier erwarten kann, und wenn er das nicht wünscht, reist er weiter zum nächsten.)

Aber möglicherweise sagt das Wachstum der Spoilerkultur gar nichts über den Wandel des Medienkonsums aus, sondern vielmehr darüber, wie wir als Gesellschaft an die Popkultur herangehen – zumindest auf einem einfachen  Level. Und: Nehmen wir das nicht alle ein wenig zu Ernst?

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Vaders‘ Photo shoot (1 of 4)” by Chris Isherwood (CC BY-SA 2.0)


The Conversation

Weiterlesen »

Senkrecht ist Trend: Was man bei vertikalen Videos beachten muss

2nd VFF 2016 (Screenshot by Vertical Film Festival)

Während sie durch die Hügel über Otta wanderten – eine Stadt in Norwegen mit 1700 Einwohnern, die ungefähr vier Stunden von Oslo entfernt liegt – stellte ein Team des norwegischen Senders NRK fest, dass sie einen neuen Ansatz brauchen, um den Ausblick für ihre aktuelle interaktive Dokumentation zu filmen.

Als Teil der unternehmensweiten Mühen zur Verbesserung der mobilen Strategien wurde die Dokumentation, die davon handelt, wie Otta sich an das Flüchtlingszentrum anpasst, das in einem verlassenen Hotel eröffnet wurde, einfach vertikal gefilmt. Dafür wurde die Kamera um 90 Grad zur Seite gedreht. Mitarbeiter konstruierten einen speziellen Griff, um die Kamera stabil seitwärts zu halten.

Wenn du hoch in die norwegischen Berge gehst, ist es wunderschön und du bist daran gewöhnt die Landschaft vertikal zu sehen, erzählte mir Projektleiter Kim Jansson von NRK.Man muss seine Art zu Denken anpassen. ‘OK, wir müssen die linke und die rechte Seite abschneiden, was können wir noch tun, damit es vertikal funktioniert?‘ Wir haben Bäume benutzt, um den Leuten Höhe und Weite zu demonstrieren: Wie hoch die Berge sind, wie hoch die Häuser sind, erläuterte er. Du bekommst eine andere Sicht. Man muss nur seine Denkrichtung ein wenig ändern, um die Möglichkeiten zu sehen, die man mit horizontalen Filmen nicht hat.

Mit der zunehmenden Nutzung von Mobilgeräten wenden sich Nachrichtenagenturen, besonders solche, die auf Snapchat Discover veröffentlichen, ebenso dem vertikalen Video zu, um ihre Inhalte für Smartphone-Bildschirme zu optimieren – einem Format, das früher oft verspottet wurde.

Laut der Analystin Mary Meeker nutzen User vertikale Geräte zu fast 30 %, 2010 waren es noch 5% der Anwenderfälle. Und mehr als 7 Milliarden Videos werden täglich auf Snapchat angesehen, das speziell für die vertikale Nutzung konzipiert wurde.

Aber wenngleich Nachrichtenagenturen, von National Geographic über Mashable bis hin zu Vox vertikale Videos herstellen, gibt es noch immer keine Einigkeit darüber, wie sie am besten produziert werden sollten. Manche Organisationen wie NRK haben sich entschieden, die Kamera direkt zu drehen und vertikal zu filmen, während andere lieber auf die traditionelle Art filmen und im Anschluss das Material an einen vertikalen Bildschirm anpassen.

Neben der Tatsache, dass vertikales Filmen häufig einfache logistische Probleme mit sich bringt (wie sichert man am besten eine Kamera seitwärts auf einem Stativ?), zwingt die unorthodoxe Orientierung die Produzenten dazu, ihre Kompositionen und Techniken zu ändern, unabhängig davon, wie das Video gefilmt wird.

“Für jeden, der versucht, mit einer traditionellen Kamera ein vertikales Video zu erstellen, hat das System gewisse Stolperfallen”, sagte Adam Sébire, Mitbegründer des Vertical Film Festivals in Australien, das einen Leitfaden zum Filmen von vertikalen Videos veröffentlicht hat.

Neben der Herstellung des Videos kann auch seine Präsentation eine Herausforderung bedeuten. Der Videoplayer von NRK konnte keine vertikalen Videos abspielen, daher mussten die Entwickler für den Film über Flüchtlinge einen neuen entwickeln. YouTube hat erst im letzten Sommer seine Smartphone-App aktualisiert, sodass es jetzt möglich ist, vertikale Videos auf dem ganzen Bildschirm zu sehen.

Snapchats problemlose Handhabung vertikaler Videos ist einer der Gründe, warum sich Publisher immer mehr auf die Plattform konzentrieren. National Geographic war einer der ersten Publisher auf Snapchat Discover, aber erst seit letztem September werden ausnahmslos alle Videos vertikal präsentiert, meint James Williams, der beim national Geographic für digitale Videos verantwoortlich ist.

Der National Geographic hat horizontale Videos für Snapchat wiederverwendet, filmt aber einige Videos auch vertikal, beispielsweise die ganz alltägliche Quizsendung. Nachdem Williams über die geistige Blockade, “ein Video so zu filmen, wie meine Mutter ihren Hund im Garten filmt”, hinweg war, musste das Digital-Team herausfinden, wie es vertikale Geschichten am besten umsetzen sollte.

Wenn man in seiner Karriere fortschreitet, gewöhnt man sich daran, in bestimmten Maßen zu kommunizieren, erklärte Williams.Man lernt, wie man den Platz am effektivsten nutzt, was die Kompositionen angeht, oder wie man ein Subjekt im Fokus richtig platziert. Plötzlich die Seiten abzuschneiden und ganz neu darüber nachzudenken, wie du Dinge gestaltest – das war für mich die größte Herausforderung. Es gab eine Phase des Experimentierens und dann das Gefühl von Erleichterung, dass wir auch in neuen Dimensionen großartige Geschichten erzählen können.

Für die vertikal gefilmten Videos montiert National Geographic die Kamera seitlich, doch es gibt keine Möglichkeit, das Video zuzuschneiden oder seine Dimensionen zu verändern. Während ein horizontal gefilmtes Video, das vertikal zugeschnitten wird, auf verschiedene Arten genutzt werden kann.“Man ist festgelegt”, sagt Williams.

Mashable hat sich entschieden, dass es am einfachsten ist, horizontal zu filmen. Als sie bei Snapchat Discover anfingen, versuchte Mashable mit einer Handykamera und mit einer auf die Seite gedrehten DSLR Kamera zu filmen. Später entschieden sie alle, ihre Videos mit einer horizontal orientierten Kamera zu filmen, sagt der Direktor von Mashable, Jeff Petriello.

“Bezüglich der Qualität und damit der Inhalt in so vielen Formen wie möglich weiterlebt, hat es sich als effizient erwiesen, mindestens mit einer 4K Kamera horizontal zu filmen”, sagt er.

Petriello schätzt, dass nur ein Drittel der vertikalen Inhalte, die Mashable gestaltet, wirklich eine Kamera benötigt. Der Rest wird durch Animation und Design mit Programmen wie Adobe After Effects kreiert.

Vox nutzt für seinen Snapchat Discover Kanal ebenso größtenteils Animationen. Und Yvonne Leow, Chefredakteurin bei Snapchat von Vox, sagt, man hätte “mehr oder weniger dazu gelernt”, während die Vox-Designer den besten Weg ausknobelten, um Grafiken und andere Visualisierungen für den vertikalen Bildschirm zu erschaffen.

Wenn Livevideos auf Snapchat Discover genutzt werden, filmt Vox in der Horizontalen. Beim Filmen eines Interviews im Studio setzt der Kameramann die Person so in das Zentrum des Bildes, dass das Video einfach an das vertikale Bildformat angepasst werden kann.

Vox legt zudem Grafiken über seine Interviews. Bei einer auf das Zentrum fixierten Aufnahme ist es möglich, diese der finalen vertikal orientierten Version anzupassen.

Die New York Times nutzte diesen Ansatz im letzten Jahr, als sie ein Video über die Zusammenarbeit von Justin Bieber, Skrillex und Diplo produzierte. Sie machten drei verschiedene Versionen des Videos – eine in 16:9 für ihren eigenen Player und YouTube, 3:4 für Tablets und 9:16 für eine vertikale Orientierung auf Handys – und passten die Grafiken jeder der Versionen an.

Die beste Art der Darstellung vertikaler Videos auf einem Bildschirm herauszufinden, wenn es kein Handydisplay ist, erfordert ein wenig Einfallsreichtum.

Mashable hat ein paar vertikale Videos außerhalb von Snapchat Discover veröffentlicht. Wenn diese auf einem regulären Bildschirm angesehen werden, sind sie in die linke Spalte der Story eingebunden.

Für sein interaktives Video über die Flüchtlinge zeigte NRK große Zitate neben den Videobildern. Der Sender schätzt aber, dass etwa 66% der Zuschauer das Video auf ihrem Handy angesehen haben. Die interaktive Geschichte war eine der am häufigsten gesehen Berichte des Jahres 2015, obwohl sie erst in der letzten Dezemberwoche veröffentlicht wurde.

Janssons Team wird sich diesen Monat wieder nach draußen begeben, um seine nächste vertikale Dokumentation zu drehen. Dieses Mal wird es versuchen, mehr Bewegungen in das Video zu bringen.

Im letzten Video ist nicht viel passiert, sagt er. Wir werden sehen ob es möglich ist, dieses Mal ein bisschen bessere Arbeit zu leisten. Aber wir machen mehr oder weniger die gleiche Sache. Wir haben es bis jetzt erst einmal durchgezogen und brauchen mehr Übung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “NiemanLab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “Vertical Film Festival” (screenshot) by Vertical Film Festival


Weiterlesen »

Trends des Monats Januar

Grönlands-Eisdecke-Screenshot-by-NYT

Gemeinsam mit der Standortinitiative der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft, nextMedia.Hamburg, stellen wir euch ausgewählte Trends des Monats vor. Die Medien- und Digitalbranche ist ständig in Bewegung. Fast im Tagesrhythmus gibt es neue, innovative Medienprojekte, praktische Gadgets oder neue digitale Geschäftsmodelle. Wir stellen euch dieses Mal Twenty20, Visual Perceptive Media – die Plattform für individuelle Filme, die schmelzende Eisdecke Grönlands, Piqd und First Draft News vor.

Twenty20 – Für die Fotografen unter uns

Mit Twenty20 kann jeder ein Fotograf sein, denn das US-amerikanische Unternehmen bietet eine Plattform, bei der jeder seine eigenen fotografierten Werke hochladen kann. Egal ob Profi oder Laie. Diese Bilder können dann von Firmen gekauft und verwendet werden. Einzelbilder bekommt man hier für 20 und 80 Cent. Und dabei gehen die Fotografen nicht leer aus: 80 Prozent bekommen sie für Einzelfotos. Bei dem von der Plattform angebotenem Abo-Modell für monatlich 225 US-Dollar bekommt der Urheber immerhin 20 Prozent. Selbst große Unternehmen wie Google oder Viacom sind Kunden des online betriebenen Foto-Portals.

Visual Perceptive Media – Kaum ein Film ist individueller

Wie es denn, wenn sich Filme an ihre Zuschauer anpassen könnten? Mit Visual Perceptive Media ist das möglich. Und dabei ist das Prinzip ganz einfach: Durch die Analysieren der Nutzerprofile, wird genau herausgefiltert, welche Musik der Nutzer zum Beispiel mag und welche Farbe ihm ganz besonders gefällt. Die Filme werden dann so zusammengesetzt, dass er sich ganz nach dem Nutzergeschmack zusammenfügt. Beispielsweise wird die Hintergrundmusik geändert oder bestimmte unerwünschte Szenen werden einfach weggelassen.

Grönland schmilzt und bietet eindrucksvolle Bilder

Die schmelzende Eisdecke Grönlands und der Klimawandel haben zwar viele Nachteile, dennoch bringen sie beeindruckende Bilder mit sich. Die New York Times hat wieder anhand von Drohnen einige tolle Luftaufnahmen geliefert und einen spektakulären Einblick in die Landschaft Grönlands gewährt. Verknüpft mit einer spannenden Geschichte, wirkt die Reportage doppelt so fesselnd. Untermalt mit interaktiven Elementen, wurden auch die sozialen Medien auf die Bilder aufmerksam und so wurde schon auf Twitter die fesselnde Geschichte über den Klimawandel in Grönland bereits über 800 Mal geretweetet.

Piqd – Leseempfehlungen von Experten

Um die Frage zu klären, was man heute so im Internet lesen sollte, gibt es jetzt Piqd. Hierbei handelt es sich um einen News-Aggregator, der sich auch Fachjournalisten, Wissenschaftlern und Politikern zusammensetzt. Ein Mal am Tag empfehlen sie einen Link aus ihrem Fachgebiet. Dazu schreiben sie dann ihre Zusammenfassung oder eine kleine Rezension. Die Themen sind dabei ganz unterschiedlich. Der Nutzer findet hier alles: Von Games bis hin zu gesellschaftlichen Themen oder Politik. Die Registrierung ist hierbei kostenfrei, allerdings kostet die Kommentarfunktion 3 Euro im Monat.

First Draft News – Journalisten und Social Media

Auch für Journalisten bieten die sozialen Medien inzwischen brauchbare Informationen. Doch leider sind diese in der heutigen Zeit kaum noch von Fake-Nachrichten zu unterscheiden. Das Risiko auf eine Falschmeldung hineinzufallen ist ziemlich groß, sodass First Draft News diese entlarvt. Die Plattform bietet Hilfe im Umgang mit der Informationssuche und bei der Verarbeitung der gefundenen News.


Teaser & Image “Grönlands Eisdecke Screenshot” by NYT


Weiterlesen »

Stop-Motion-LEGO-Filme mit dem iPhone selber machen

Es ist bekannt, dass LEGO nicht nur Kinder in deren Bann zieht, sondern auch die Väter. So manch einer verschenkt regelmäßig – natürlich ganz uneigennützig – dem Sohnemann hier und dort mal ein neues Stromtrooper- oder DC-Action-Set nicht nur zum Geburtstag. Was Vater und Sohn teilen zieht aber auch Filmemacher an und so sind uns im Web schon die verschiedensten Stop-Motion-LEGO-Filme unter die Augen gekommen. Ein paar davon haben wir euch vor kurzer Zeit schon einmal vorgestellt.

Auch das LEGO-Team in Übersee weiß um diesen Hype und hat sich dazu entschlossen den Trend zu fördern und es Jung-Regisseuren zu ermöglichen, eigene Videos ganz einfach per iPhone abzudrehen.

Weiterlesen »

Weiterlesen »